Review: Another (Vol. 4)

Drei Volumes und somit zehn Episoden lang wurden wir in die Geschichte und das Universum von der Anime-Serie Another eingeführt. In der vierten Ausgabe überschlagen sich die Ereignisse und zeigen im großen Finale, wie großartig man einen Anime inszenieren kann.

Das letzte Mittelschuljahr hätte sich Sakakibara Kōichi sicherlich anders vorgestellt. Er ist aus Tōkyō ins ländliche Yomiyama gezogen, um während der Abwesenheit seines Vaters dort das dritte und letzte Jahr seiner Mittelschullaufbahn erfolgreich abzuschließen. Hätte er gewusst, dass ein tödlicher Fluch auf der Kleinstadt oder genauer gesagt der von ihm besuchten Klasse 3-3 liegt, wäre er wohl nicht nach Yomiyama gekommen. Nachdem Kōichi und seine Freunde in den letzten Episoden während eines Badeurlaubs am Strand leider erfahren mussten, dass sie auch außerhalb der Stadt nicht unbedingt vor dem Fluch gefeit sind, hat sich vermehrt Unsicherheit in ihren Reihen breitgemacht. Das liegt allerdings auch daran, dass sie im alten Schulhaus eine Mikrokassette gefunden haben, auf der eine Aufnahme von Matsunaga Katsumi, den sie am Strand getroffen haben, aus dem Jahr 1983 enthalten war. Seinen Aufzeichnungen zufolge hat er wohl einen Schüler aus seiner Klasse getötet, um den Fluch zu brechen. Da dessen Körper nach dem Mord spurlos verschwunden ist und sich auch niemand anderes aus seiner Klasse mehr an den Schüler erinnern konnte, war ihm klar, dass er den tödlichen Fluch gebrochen hatte. Genau diese Theorie, dass ein überzähliger Schüler in der Klasse 3-3 für den Fluch verantwortlich ist, sorgt dafür, dass nun auch im Jahr 1998 daran geglaubt wird.

Battle Royale

Die elfte und zwölfte Episode von Another stellen das große Finale der Anime-Serie dar. Der Cliffhanger der letzten Folge aus der dritten Volume wird selbstverständlich gelüftet, doch die Spannung nimmt damit nicht ab. Handlungsort bleibt nach den Geschehnissen der neunten Episode die Herberge, in denen die Klasse 3-3 zusammen mit ihrer Lehrerin beziehungsweise Kōichis Tante Mikami Reiko während der Klassenfahrt unterkommt. Von einem Moment auf den anderen steht der Speisesaal in Flammen und die Herbergsleiterin läuft mordend mit dem Hackebeil durch die Gänge und macht Jagd auf die unschuldigen Schüler. Hinzu kommt, dass man nach wie vor Misaki Mei verdächtigt und nun auch anprangert, die überzählige Schülerin zu sein, sodass auch ihre Klassenkameraden auf einmal ihren Tod wollen. Gänzlich überzeugen lassen sich allerdings nicht alle ihre Mitschüler und Mitschülerinnen, die sich teilweise auch gegenseitig die Schuld zu schieben und sich untereinander bekämpfen. Wir können nicht leugnen, dass die Geschichte regelrecht obskur, aber immerhin noch mit sinnvollen Lösungen begleitend, beendet wird. Die dreizehnte Episode steht hingegen ein wenig losgelöst von der Kernhandlung und greift Geschehnisse auf, über die Mei im Verlauf der Handlung bereits berichtet hat. Entsprechend stehen sie und ihre Zwillingsschwester im Mittelpunkt der Story.

Survival-Horror-Atmosphäre

An der technischen Gestaltung der Serie hat sich auch in der vierten Volume nichts verändert. Das ist in unseren Augen auch gut so, da nach wie vor verblasste Farben die düstere und zum Ende hin fast schon schaurige Atmosphäre wunderbar einfangen. Das Bild bleibt durchgehend knackscharf und bietet in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format genügend Raum, um Personen und Orte einzufangen. Im Übrigen dürfen Fans von Survival-Horror-Spielen ein klein wenig schmunzeln, denn die Herberge erinnert aufgrund ihrer Eingangshalle und der Position des Speisesaals ein bisschen an Resident Evil. Ähnlich verhält es sich auch mit der akustischen Untermalung im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0. In den meisten Momenten bleibt der Soundtrack ruhig, erreicht aber in den finalen Folgen neue Höhen und überzeugt somit an den richtigen Stellen mit den passenden Klängen. Abschließend sei hierzu erwähnt, dass die japanischen Originalsprecher, als auch ihre deutschen Pendants sämtlichen Figuren bis zum Schluss reichlich Leben einhauchen. Etwas mehr Leben hätte der Publisher dem Bonusmaterial einhauchen können, denn dieses ist im digitalen Bereich nicht vorhanden. Als Schmankerl liegt der Disc ein zwölfseitiges Booklet bei, das für unseren Test zwar nicht zur Verfügung stand, aber vermutlich der Qualität des Animes entsprechen wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Am Ende der letzten Episode bin ich sehr froh gewesen, dass auf der einen Seite die Geschichte zu einem befriedigenden Abschluss geführt wurde und auf der anderen Seite, dass ich der Anime-Serie überhaupt eine Chance gegeben habe. Den Anfang fand ich damals nämlich etwas zu langsam erzählt, doch schon mit der zweiten Volume hat es mich dann gepackt. Nach und nach werden alle wichtigen Elemente zusammengefügt, die Handlung durch die Interaktion der Charaktere dichter erzählt und mehr Mysterien aufgeworfen, die ich nur zu gerne zusammen mit den Figuren lösen wollte. So obskur das Ende von Another anmuten mag, so zufrieden bin ich mit der Serie. Einzig und allein den Trend von Anime-Serien, die letzte Episode außerhalb der stringenten Handlung anzusetzen, kann ich vor allem bei Another nicht nachvollziehen. Man hätte diese Geschichte so gut in die Kernhandlung einweben können. Dennoch sollte man sich wegen dieser Designentscheidung nicht davon abschrecken lassen, Another eine Chance zu geben. Die Anime-Serie sollte von jedem gesehen werden, der sich für Horror und Mystery begeistern kann. Für mich gehört Another definitiv zu den besten Anime-Serien dieser Genres!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Another (Vol. 4)!

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