Preview: The Crew 2

Der erste Teil von The Crew öffnete im Dezember 2014 für Rennspielfans die gesamten Vereinigten Staaten von Amerika als Schauplatz – zumindest im Maßstab mit einigen markanten Stellen des Landes. Ähnlich umfangreich wird wohl auch The Crew 2 ausfallen.

Wieder einmal sind wir in Nordamerika, genauer gesagt im Bundesstaat New York, unterwegs. Wir starten auf einem Hügel und werden kurz darauf in die offene Spielwelt entlassen. Überall dürfen wir in dieser Version des Spiels aber noch nicht hinfahren, stattdessen sollen wir uns mit dem Fahrgefühl vertraut machen und New York City vom Boden, auf Wasseroberflächen oder aus der Luft nach Belieben erkunden. Ihr habt richtig gelesen, ähnlich wie im Rennspielklassiker Diddy Kong Racing gibt es in The Crew 2 drei verschiedene Vehikelarten, mit denen wir die Spielwelt erkunden können. Der Clou des Spiels ist es, dass wir unser Fahrzeug auf Knopfdruck vom Auto in ein Flugzeug oder in ein Boot verwandeln können. Dies geschieht allerdings ohne Verwandlungsanimation und wirkt dementsprechend albern. Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt aber ein gut funktionierendes Gameplay-Element vorgesetzt, das das Erkunden der Spielwelt deutlich einfacher gestalten sollte. Per Flugzeug kommen wir natürlich wesentlich schneller zu einem der auf der Karte verteilten Events, als mit dem Auto, mit dem wir zwar auch durch die Walachei brettern können, für die optimale Geschwindigkeit aber eher das Straßennetz nutzen sollten. Haben wir ein Event erreicht, dürfen wir uns mit anderen Spielern, die sich online in unserer Spielsession aufhalten, messen.

Große Stärken und große Schwächen

In diesem Punkt ist The Crew erfreulich abwechslungsreich. Mal müssen wir zahlreiche Drifts in den Straßen von New York City hinlegen, dann müssen wir auf einer Rennpiste mindestens Dritter werden oder wir düsen ähnlich wie in Excitebike 64 mit Motorrädern über einen speziellen Parcours. Genau das ist, neben der großen Spielwelt selbstverständlich, auch die große Stärke des Spiels. Gar nicht gefallen hat uns in Zusammenhang mit den Events allerdings die Fahrphysik. Diese fiel zumindest in unserer Anspielsession bei Publisher Ubisoft noch viel zu sensibel aus. Wir konnten kaum vernünftig in Kurven und Abzweigungen einschlagen oder nach Sprüngen mit zweirädrigen Bodenfahrzeugen landen. Hier hoffen wir sehr, dass die Steuerungseinstellungen trotz des arcadigen Spielprinzips noch Spielraum für Individualisierungsmöglichkeiten lassen. Sollten die Entwickler derartiges nicht vorgesehen haben, sollten sie schleunigst bei der Konkurrenz Electronic Arts Need for Speed: Payback anspielen – dort wurde in puncto Steuerung alles richtig gemacht. Während der Konkurrenztitel Kollisionen mit anderen Fahrzeugen pompös inszeniert, fallen diese im direkten Vergleich in The Crew 2 deutlich abgeschwächt aus. Selbst wenn wir mit hohem Tempo ein anderes Fahrzeug rammen, wirkt das Schadensmodell alles andere als glaubwürdig. Hier sehen wir noch Nachholbedarf.

Optimierungsspielraum

Unter technischen Gesichtspunkten kann uns der Titel noch nicht ganz zufriedenstellen. Auf der einen Seite läuft das Spiel zwar sehr flüssig und auch die Texturen in der näheren Umgebung wirken hochauflösend. Auf der anderen Seite wirkt das Spiel aber eher wie ein Titel, der der PlayStation-2-Ära entspringt. Bei natürlichen Umgebungen wie Bergen oder Wäldern fällt dies noch nicht ganz so stark auf, doch sobald aus einem Wolkenkratzer plötzlich Fenster wachsen, obwohl wir uns diesem nur ein paar Meter genähert haben, ist das alles andere als schön. Hier müssen die Entwickler also noch deutlich nachlegen. Zum Soundtrack können wir zum aktuellen Zeitpunkt leider noch nichts sagen, da wir das Spiel auf der Gamescom 2017 nur ohne Ton spielen konnten, um den Anweisungen der Entwickler folgen zu können. Wir gehen aber davon aus, dass die Musikstücke zum Rennvergnügen passend gewählt werden. Wem der Soundtrack oder die Handlung des Spiels, über die man uns nichts erzählt hat, besonders wichtig sind, sollte auf jeden Fall auf die ersten Testberichte um den 16. März 2018 warten, denn an diesem Tag soll The Crew 2 für die drei Plattformen PC, PlayStation 4 und Xbox One erscheinen. Nintendo-Fans müssen allerdings leer ausgehen: Eine Switch-Fassung ist nicht geplant und aufgrund der Hardware-Anforderungen ohnehin unwahrscheinlich.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf der PC-Fassung): The Crew fand ich 2014 recht interessant und vielversprechend. Außerhalb des Beta-Tests habe ich es aber nicht mehr angerührt, da die Ambitionen der Entwickler in meinen Augen zu hoch gegriffen waren. Die gesamten Vereinigten Staaten von Amerika zu erkunden, kann zwar bis zu einem gewissen Punkt deutlich Spaß machen, doch das ewige Fahren über Landstraßen und Highways hat mich eher abgeschreckt als angelockt. Zudem haben mich die oft gleichen Aufgaben damals vom Kauf abgehalten. Durch die sehr viel abwechslungsreicheren Events von The Crew 2 kann aber genau diese Tatsache für mich wieder interessant genug sein, um dem Titel im Auge zu behalten. Allerdings müssen die Entwickler mir noch in vielen ungeklärten Punkten zeigen, dass sie das große Potenzial, das in The Crew 2 schlummert, nutzen wollen. Ich rede hier nicht von einer spannenden Story – die erwarte ich bei dieser gigantischen und offenen Spielwelt nicht einmal! Ich rede aber von einem glaubwürdigen Schadensmodell, einer atmosphärischen Grafik und vor allem von einer nachvollziehbaren Fahrphysik, die im bisherigen Zustand für mehr Frust, als für Spaß sorgt. Bekommen die Entwickler diese Problemchen aber noch in den Griff, dann kann sich The Crew 2 zu einem der besten Rennspiele mausern. Der Release-Termin, der 16. März 2018, wirkt auf mich momentan aber noch etwas utopisch.

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation von The Crew 2!

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