Review: Wolf Girl & Black Prince (Vol. 3)

In der dritten und letzten Volume der Anime-Serie Wolf Girl & Black Prince wird die humorvolle Handlung mit einzelnen und wirklich schön gestalteten Geschichten wunderbar weiter erzählt. Zu einem abschließenden Ende gelangt die Erzählung der Serie hingegen nicht.

Mittlerweile braucht sich Shinohara Erika nicht mehr unter einem Deckmantel verstecken. Sie und ihr Freund Sata Kyōya sind seit wenigen Episoden offiziell ein echtes Liebespärchen und so kann sich die neunte Episode von Wolf Girl & Black Prince ausnahmsweise einem anderen Thema zuwenden. Ein Klassenausflug steht an und da Erika der Auffassung ist, dass es ihrem Freund Kyōya gut tun würde, zwischenmenschliche Beziehungen zu Mitschülern, insbesondere zu Kamiya Nozomi, aufzubauen, klammert sie sich aus dem Trubel aus. Nozomi, der aufgrund seines aus über fünfhundert weiblichen Kontakten bestehenden Telefonbuchs gerne mal als Frauenheld bezeichnet wird, kann nicht verstehen, dass Kyōya monogam leben will – und versucht ihn mit anderen Mädchen der Klasse zusammenbringen. Ob sich Kyōya von Nozomi für diese Pläne einspannen lässt, lassen wir an dieser Stelle offen. Überreaktionen von Kyōya sollten zwar alleine schon wegen seines kühlen Auftretens nach außen ohnehin nicht erwartet werden, doch gelingt es dem Charakter zumindest zum Umdenken seines Gegenübers zu bewegen. Wer darauf hofft, dass Nozomis Rolle in der dritten Volume größer als in der zweiten Ausgabe ausfällt, wird wohl enttäuscht werden. Trotz seiner Charakterentwicklung bleibt Nozomi die meiste Zeit über im Hintergrund und lässt Platz für andere und sogar neue Figuren.

Dreifache Liebe

Ein weiteres Thema, das in der dritten Ausgabe von Wolf Girl & Black Prince behandelt wird, ist der Geburtstag von Hauptfigur Erika. Nachdem sie eine Folge zuvor nur am Rande auftauchte, wird sie gleich darauf in den Mittelpunkt gerückt. Sie möchte mit Kyōya einen ganzen Tag verbringen. Dieser hat zwar Lust auf die Verabredung, zeigt seine Gefühle Erika aber nur unter dem Aspekt, dass sie ja eh keine Ruhe geben würde, wenn er die Einladung ablehnt. Hauptsächlich werden in dieser Episode die Gefühle thematisiert, denn Erika würde sich sehr darüber freuen, wenn er ihr endlich seine Liebe gestehen würde. Ob er drei magische Worte über seine Lippen bringen und seinen inneren Konflikt beilegen kann, sollte man mit eigenen Augen sehen. Die elfte und zwölfte Episode stellen das Serienfinale dar, das wegen des bisher eher langsamen Erzählstils sehr überraschend eintritt. Plötzlich steht Kyōyas furchteinflößende Schwester Reika mitten in Tōkyō und nistet sich für ein paar Tage bei ihrem Bruder ein. Trotz ihres etwas bedrohlichen Auftritts lernen sich Erika und Reika kennen, was wiederum dazu führt, dass in der letzten Episode ein Kurztrip nach Kōbe ansteht, damit Erika nicht nur ihre künftige Schwägerin, sondern auch Kyōyas Mutter besser kennenlernt. Der schief stehende Familiensegen wird genutzt, um die Persönlichkeiten der Familie Sata zu vertiefen.

Offenes Ende

Als dreizehnte Episode auf der Blu-ray Disc wird die Original Video Animation betitelt, in der sich alles um Kyōyas Geburtstag dreht, den Erika vorbereiten möchte. Dass dabei natürlich einiges in die Hose geht, dürften Fans der Serie unlängst erwarten. Der Humor von Wolf Girl & Black Prince wird bis zum Ende wunderbar aufrechterhalten. Es macht jedes Mal sehr viel Spaß, die nächste Episode anzuklicken, um sich von den netten Geschichten unterhalten zu lassen. Schade ist nur, dass die Serie plötzlich endet. Nachdem 2016 die Manga-Vorlage in Japan abgeschlossen wurde, würden wir uns an dieser Stelle freuen, wenn die Story auch in Form einer Anime-Serie fortgeführt oder gar zu Ende erzählt wird. Abseits dessen wird einem auch in der dritten Volume wieder die Qualität der vorherigen beiden Ausgaben geboten. Auf der optischen Seite punkten die blassen Hintergründe und die treffend eingefangenen Figuren in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format. Sämtliche Animationen sind zweckmäßig, doch werden vor allem Emotionen übertrieben dargestellt, um den Serienhumor zu unterstützen. Die musikalische Untermalung ist zwar nett, doch nur sehr selten zu hören. Bonusmaterial gibt es im Übrigen, wie in den beiden vorherigen Volumes, nicht. In unseren Augen ist das bei so einer tollen Anime-Serie nach wie vor eine verschenkte Chance.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten beiden Volumes von Wolf Girl & Black Prince habe ich regelrecht verschlungen. Nach jeder Episode wollte ich wissen, wie die Geschichte weitergeht. Dieses Gefühl hatte ich beim Anschauen der vorliegenden Folgen komischerweise nicht. Komischerweise deshalb, weil ich jede einzelne Episode mochte. Jede Folge erzählt eine meist alleinstehende Geschichte, die mich tiefer in das Universum und in die zwischenmenschlichen Beziehungen der verschiedenen Figuren eintauchen lässt. Obwohl ich es mag, viele kleine Details zu betrachten und mit fortlaufender Episodenzahl zusammen zu fügen, schafft es Wolf Girl & Black Prince trotz des fantastischen Humors nicht, ein – zumindest für mich – zufriedenstellendes Ende zu liefern. Wer die Manga-Vorlage bereits kennt, wird mit der Anime-Serie dennoch sehr viel Freude haben. Alle anderen erleben zwar eine wirklich süße und romantische Geschichte voller Liebe, die jedoch zu abrupt endet. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, sollte der Anime-Serie aber unbedingt eine Chance geben!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Wolf Girl & Black Prince (Vol. 3)!

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