Preview: SaGa: Scarlet Grace – Ambitions

Nachdem Square Enix im November 2019 mit der Neuauflage von Romancing SaGa 3 einen älteren Kandidaten der SaGa-Reihe wieder zum Leben erweckt hat, wird nur einen Monat später mit SaGa: Scarlet Grace – Ambitions der bis dato jüngste Ableger der Serie portiert.

Wenn die SaGa-Reihe eines ist, dann sicherlich speziell. Auf den einstigen PlayStation-Vita-Exklusivtitel SaGa: Scarlet Grace aus dem Jahr 2016 dürfte diese Bezeichnung wohl am besten zutreffen. Zu Beginn des Abenteuers stellt uns das Spiel ein paar Fragen. Unsere Antworten entscheiden anschließend darüber, welcher der vier Haupthelden uns empfohlen wird. Mit unserem frisch gebackenen Helden ziehen wir anschließend frei über die einem Pop-up-Buch nicht unähnliche Oberwelt. Hier tauchen dann verschiedene Ereignisse auf, die wir in freier Reihenfolge erleben dürfen. Dazu zählen Gespräche mit Nicht-Spieler-Charakteren oder gar Kämpfe gegen furchteinflößende Monster. Wie gut das Konzept der weitgehend freien Spielwelt in SaGa: Scarlet Grace tatsächlich funktioniert, können wir nur mutmaßen. Aktuell befürchten wir, dass der Schwierigkeitsgrad des Spiels darunter leiden könnte und eine aufsteigende Lernkurve, die bei Rollenspielen überaus motivierend ist, mit Höhen und Tiefen gezeichnet wird. In den Kämpfen selbst müssen unser Held und seine Mitstreiter, wie aus anderen Ablegern der Serie bekannt, mit Treffer- und mit Lebenspunkten auskommen. Während Trefferpunkte für die aktuelle Lebensenergie stehen, sind die Lebenspunkte der Indikator dafür, wie lange der jeweilige Charakter noch allgemein in Kämpfen eingesetzt werden kann.

Portierung mit erweitertem Umfang

Im Gegensatz zu Romancing SaGa 2 gibt es allerdings keinen Permadeath mehr, Lebenspunkte lassen sich daher wieder auffüllen. Wer der Reihe deshalb bisher keine Chance gegeben hat, dürfte jetzt hellhörig werden. Allerdings fehlen bei SaGa: Scarlet Grace sowohl Stadtbesuche als auch das Abklappern von Dungeons. Alles geschieht über die Oberweltkarte. Für die erneute Veröffentlichung haben die Entwickler am Umfang des Spiels geschraubt. So verfügt die mit dem Titelzusatz Ambitions gezeichnete Version, die unter anderem für die Nintendo Switch erscheint, über eine erweiterte Handlung. Dies heißt zugleich, dass es weitere Charaktere gibt, die etwas mehr Schwung in die Story bringen. Um das ganze Spektakel ein wenig aufzupeppen, hat sich Square Enix zudem für eine japanische Sprachausgabe entschieden, die in der PlayStation-Vita-Fassung fehlt. Ob es außerdem eine englische Alternative gibt, ist nicht bekannt. Wir gehen allerdings nicht davon aus, da dieser Nischentitel nur ein überschaubares Publikum ansprechen dürfte. In technischer Hinsicht scheint SaGa: Scarlet Grace – Ambitions allerdings hervorragend auf die Switch portiert worden zu sein. Das bisher veröffentlichte Material zeigt eine stabile Bildwiederholungsrate, sodass uns die hoch stilisierte Spielwelt umso mehr gefangen nehmen kann. Die Musik von Komponist Itō Kenji, die schon jetzt zum Mitsummen anregt, verleiht dem Titel eine weitere Note. Ob dies SaGa: Scarlet Grace – Ambitions zum Hit verhelfen wird, ist in unseren Augen aber eher unwahrscheinlich.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf dem bereits veröffentlichten Videomaterial): Für außergewöhnliche Szenarien in Videospielen bin ich immer gerne bereit, Experimente einzugehen. Mit der hauptsächlichen Oberfläche von SaGa: Scarlet Grace – Ambitions, die optisch sehr an ein malerisches Pop-up-Buch erinnert, werde ich sicherlich schnell zurechtkommen. Fraglich ist jedoch, ob die Story, die sich einerseits auf verschiedene Haupthelden aufteilt und sich dann andererseits auch noch völlig frei entfalten soll, mich mit ihrer Struktur von der ersten Minute an mitreißen wird. Hier habe ich die Befürchtung, dass die Handlung schnell uninteressant werden könnte. Ebenso ist es mir noch schleierhaft, wie hier eine motivierende Lernkurve entstehen soll, wenn die Weite der Welt mir von Anfang an zur Verfügung steht. Trotzdem mag ich den Stil des Spiels, was unter anderem am Einsatz der Musik von Itō Kenji liegt, der mit seinen Kompositionen vor allem den Kämpfen sehr viel Schwung verleiht. Ich bin schon sehr gespannt drauf, wie mir das Spiel gefallen wird, wenn ich es selbst gespielt habe. Derzeit sehe ich das Potenzial von SaGa: Scarlet Grace – Ambitions aber leider noch nicht.

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