Review: Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX

2005 ging Nintendo mit Pokémon Mystery Dungeon: Erkundungsteam Blau & Rot für den Game Boy Advance und dem Nintendo DS in eine neue Richtung. Mit Pokémon: Mystery Dungeon: Retterteam DX erneuert Entwickler Spike Chunsoft die Klassiker auf der Switch.

Dungeon Crawler gehören zu der Sorte Rollenspiele, die im Laden entweder wohlwollend in den Arm genommen oder gleich im Regal liegen gelassen werden. Nicht anders dürfte es – trotz großer Lizenz – auch Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX ergehen. Dabei ist das Konzept in diesem Falle zugleich zugänglich als auch faszinierend. Im Spiel schlüpfen wir in die Rolle eines der titelgebenden Taschenmonster. Welches das ist, hängt davon, wie wir die verschiedene Fragen zu unserer Hilfsbereitschaft im Auftakt beantworten. Basierend auf den Antworten wird uns ein Pokémon zugewiesen, aber keine Sorge: Sollten wir nicht mit der Empfehlung des Spiels konform gehen, können wir uns auch für ein anderes Monsterchen entscheiden. In unserem Falle weist uns das Spiel Hydropi zu. Danach wählen wir aus einer Riege weiterer Pokémon unseren ersten Begleiter aus. Unsere Wahl fällt auf Pikachu, wodurch wir mit der gebündelten Kraft von Wasser und Elektrizität in den ersten Spielstunden ordentlich austeilen können. Wer merkt, dass ihm der Begleiter nicht zusagt, muss aber nicht direkt verzweifelt einen neuen Spielstand – von dem es unerklärlicherweise nur einen gibt – anlegen. Im Verlauf des Abenteuers schließen sich unserem Team ständig neue Wesen an, die an unserer Seite bei den zahlreichen Rettungsmissionen des Spiels kämpfen wollen.

Zufälliger Dungeon-Aufbau

Hier wären wir auch schon beim Kern des Spiels. Ausgehend von einer Basis stürzen wir uns in immer neue Abenteuer. So bugsieren sich manche Pokémon in eine missliche Lage, aus der wir sie befreien müssen. Andere Monster leiden wiederum derart großen Hunger, dass wir ihnen zum Beispiel einen Apfel bringen dürfen. Sämtliche Ziele erwarten uns übrigens in den titelgebenden Mystery Dungeons, die sich – wie ihr Name eventuell schon vermuten lässt – bei jedem Besuch neu und damit zufällig zusammensetzen. Das ist beim Spielkonzept zwar üblich, auf Dauer aber repetitiv, da es sich bei allen Aufteilungen weitestgehend um orthogonale Räumlichkeiten handelt, die mit engen Gängen verbunden sind. Im Gegensatz zu anderen rundenbasierten Rollenspielen, in denen sich bei Feindkontakt ein Kampfbildschirm öffnet, laufen die Auseinandersetzungen zwischen unseren Pokémon und ihren Gegnern in der Umgebung ab. So kostet uns auch ein Schritt einen vollen Zug, wodurch die Kämpfe ein wenig spannender sind. Insbesondere wenn unsere Gruppe größer wird, ist es unverzichtbar, die Umgebung zu studieren und auszunutzen. So können Pokémon in den hinteren Reihen in den schmalen Gängen nicht agieren, während die Vorhut ordentlich austeilen kann. Das hat alles seine Vor- und Nachteile, die im Spielverlauf aber peu à peu in Fleisch und Blut übergehen.

Geniale Spielmechaniken vor malerischer Kulisse

Außerhalb der Dungeons erkunden wir eine von Pokémon bewohnte Siedlung. Hier können wir unter anderem erbeutetes Geld auf der Bank und Objekte im Lager deponieren. Ebenfalls dürfen wir hier gegen Bares neue Attacken, Items und weitere Camps erwerben, damit wir Platz für all die Pokémon haben, die sich uns anschließen wollen. Ebenfalls ist es gegen bestimmte Tickets möglich, in kurzen Arealen ein paar Gegner zu bekämpfen, was sich in einer erhöhten Ausschüttung von Erfahrungspunkten deutlich bemerkbar macht. Fantastisch ist, dass wir unsere Attacken monsterübergreifend aufstufen können. Wenn also die Aquaknarre unseres Hydropi aufsteigt, ist dieser Angriff auch bei allen anderen Pokémon verbessert. Eine clevere Idee! Retterteam DX ist in puncto Gameplay einsteigerfreundlich, da fast alle Mechaniken beim Erstauftritt erklärt werden. Weitere Informationen werden in einer sich nach und nach erweiterten Anleitung nachgelesen. Optisch überzeugt der Titel mit einem malerischen Bilderbuchstil, bei dem aber leider dann und wann die Bildwiederholungsrate leicht in die Knie geht, was sich in Verbindung mit der etwas hakeligen Steuerung gelegentlich negativ aufs Gameplay auswirkt. Akustisch trällern dafür schöne Musikstücke aus den Lautsprechern. Dadurch entsteht ein audiovisueller Genuss, der zumindest im stationären Betrieb der Switch jeden Fan verzaubern dürfte. Im Handheld-Modus kann der Zauber leider nicht ganz zünden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Pokémon Mystery Dungeon: Team Blau & Rot habe ich damals auf dem Game Boy Advance respektive auf dem Nintendo DS leider verpasst. Zu hoch wäre meine Enttäuschung nach dem Kauf gewesen, wenn ich mit der Dungeon-Crawl-Thematik doch nichts hätte anfangen können. Fünfzehn Jahre nach der Erstveröffentlichung des Spiels weiß ich sehr wohl, dass es unglaublich unterhaltsam sein kann, zwischendurch immer mal wieder seichtes und doch intelligentes Gameplay zu erleben. Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX ist zwar bei Weitem kein Ausreißer des Genres, aber ein nicht weniger interessantes Spiel. Es macht mir sehr viel Spaß, mit verschiedenen Pokémon durch die immer wieder aufs Neue zufällig aufgebauten Dungeons zu schlendern, auf Item-Jagd zu gehen und gegen immer stärkere Gegner zu kämpfen. Sollte ich dann doch einmal nicht weiterkommen, trainiere ich mein Rettungsteam ganz einfach und gehe es erneut an. So schafft es Rettungsteam DX mit einer motivierenden Suchtspirale, mich immer mal für eine halbe Stunde an die Switch zu locken. Wer etwas mit Dungeon Crawlern anfangen kann und etwas fürs Pokémon-Franchise übrig hat, sollte dem Spiel unbedingt eine Chance geben!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pokémon Mystery Dungeon: Rettungsteam DX!

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