Review: Dragon Ball Super (Vol. 8, Episoden 113–131)

Nachdem der für den deutschsprachigen Raum verantwortliche Publisher Kazé Anime die siebte Serienbox von Dragon Ball Super im Februar 2020 veröffentlicht hat, folgte nur einen Monat später die achte und damit leider auch schon letzte Ausgabe der Anime-Serie.

Es dürfte kaum jemanden verwundern, aber das achte Episodenpaket von Dragon Ball Super knüpft an die Ereignisse der vorherigen Geschehnisse nahtlos. Das Turnier der Kraft ist noch immer im vollen Gange. In der 113. Folge der Anime-Serie, die den Auftakt der letzten Volume markiert, befindet sich Son Gokū in einem gewaltigen Schlagabtausch mit Karifura. Um einen der ersten weiblichen Saiyajin der Seriengeschichte zu besiegen, muss der Held ordentlich Kraft aufwenden. Da Stolz für beide Kämpfer kein Fremdwort ist, schenken sie sich gegenseitig nichts und wirbeln ordentlich Staub auf. Etwas anderes ist von Dragon Ball Super zwar nicht zu erwarten, doch ist es auch im (womöglich) vorläufigen Finale der Anime-Serie immer noch erstaunlich, wie gut dieses Konzept für den langjährigen Zuschauer funktioniert. In der daran anknüpfenden 114. Episode wird das Spektakel auf die Spitze getrieben, denn nicht nur Karifura wird zum Problem für Gokū, sondern vor allem ihre kleine Schwester Kēru. Dieser gelingt die Verwandlung zum dreifachen Super Saiyajin und setzt Gokū ordentlich zu. Was aber selbst für den durchtrainierten Gokū zum Problem werden kann, ist die Fusion der beiden Kämpferinnen. So und nicht anders überschlägt sich die Handlung von Dragon Ball Super in den ersten Episoden derart, dass selbst der hinterhältige Furīza vor Neid erblasst.

Finale ungeahnten Ausmaßes

Bei all dem Trubel darf nicht vergessen werden, dass sich das Turnier der Kraft bereits dem Ende zuneigt. Die Charaktere haben nicht mehr viel Zeit, um sich gegen ihre Gegner zu behaupten. Beginnend mit etwa zwanzig Minuten vergeht mit jeder Episode wertvolle Zeit. So sind nach der 118. Folge gerade einmal noch dreizehn Minuten übrig, nach der 124. Episode nur noch sechs Minuten, bis das Turnier für alle Teilnehmer endgültig endet. An dieser Form der Gestaltung wird deutlich, dass das Geschehen zeitdehnend inszeniert wird. Für Fans ist das sicherlich keine große Neuigkeit, basiert das Dragon-Ball-Franchise doch schon seit jeher auf diesem Konzept, wenn es um ausufernde Kämpfe und Turniere geht. Mit der Zeit werden nach und nach die Teilnehmer aus allen verbliebenen Universen aus dem Ring geworfen. Da ist es mehr als logisch, dass sich das Geschehen nicht durchweg auf den Saiyajins Gokū, Son Gohan und Bejīta konzentriert. Beispielsweise darf der Zuschauer erleben, wie sich C17 und C18 gegen zwei Teilnehmer des zweiten Universums behaupten müssen. Auch der goldene Furīza bekommt in der achten Volume von Dragon Ball Super etwas Screentime geschenkt. Dieser muss sich gegen Toppo aus dem elften Universum behaupten, der zum großen Finale hin seine wahre Kampfkraft offenbart und dabei regelrecht für offene Münder sorgen dürfte.

Ernste Handlung ohne große Gags

Dragon Ball Super knüpft in der achten Volume an die Entwicklung der Anime-Serie an. Das heißt, dass der Fokus – wie unschwer zu erkennen ist – vor allem auf den Kämpfen liegt. Zwar bedeutet das nicht, dass eine Story gar nicht existent ist, doch hält sich diese in vielen Momenten eher bedeckt im Hintergrund. In puncto Humor sieht es ähnlich aus: So sind viele Szenen des Finales von Dragon Ball Super bitterernst respektive überdramatisch gestaltet, sodass mit Jokes gegeizt wird. Am ehesten sind die witzigen Momente Zen’ō und dessen anderem Ich gewidmet, die sich über die Kämpfe regelrecht beömmeln. Wie all dieser Krawall endet, soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden – es bleibt aber definitiv bis zur letzten Sekunde spannend. Unter optischen Gesichtspunkten hat sich im Finale der Serie aber bedauerlicherweise nichts geändert. Dragon Ball Super hat sich im Verlauf der Jahre leider kaum bis gar nicht weiterentwickelt, sodass die stilvollen Charakterzeichnungen mit ihren dazugehörigen Animationen nicht so hochwertig wirken wie noch bei Dragon Ball Z Kai und Konsorten. Dafür überzeugt die Akustik der Anime-Serie ein weiteres Mal mit ihren tollen und markanten Melodien. Abgerundet wird die achte Volume traditionell mit zwei Postkarten und einem Episodenguide als Booklet. Auf digitales Bonusmaterial wurde leider verzichtet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Handlungstechnisch führen die Episoden der achten Volume die Geschichte zu einem vorläufigen Ende in Anime-Form fort. Großartig erzählt wird in diesen Folgen aber kaum etwas, denn die Kämpfe stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Nach und nach schlagen sich Gokū, Bejīta und Co die Köpfe ein, damit sie ihr Universum am Ende retten können. Im großen Finale der Anime-Serie kommt es daher zu der einen oder anderen dramatischen Szene, die die Stimmung ordentlich aufheizen. Wer Dragon Ball Super vor allem wegen den ausufernden Kämpfen schaut, kommt definitiv voll auf seine Kosten. Alle anderen, die sich vielleicht einen etwas stärkeren Fokus auf die Story gewünscht haben, werden im Finale ein weiteres Mal vor den Kopf gestoßen. Schade ist auch, dass sich die optische Gestaltung der Serie kaum bis gar nicht verändert hat. So hinken die visuellen Elemente selbst den Jahrzehnten alten Vorgängerserien hinterher. Da der Manga von Dragon Ball Super weiterhin regelmäßig erscheint, dürfen Fans gespannt sein, ob der Anime-Serie, deren letzte Episode am 25. März 2018 über japanische Fernsehbildschirme flimmerte, ebenfalls eine Zukunft bevorsteht. Wie heißt es doch so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Super (Vol. 8, Episoden 113–131)!

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