Review: Inuyasha (Box 3, Episoden 53–80)

Auf die dritte Box der Anime-Serie Inuyasha mussten sich Fans genauso wie bei der zweiten Ausgabe nur zwei Monate gedulden. So veröffentlichte Kazé Anime im November 2020 die dritte Serienbox, in der sich die Fantasy-Geschichte zu vielen neuen Höhen aufschwingt.

In der dritten Volume von Inuyasha bauen die 28 enthaltenen Episoden auf den Geschehnissen der vorangegangenen Handlung auf. Obwohl Inuyasha stets eine übergreifende Geschichte erzählt, den Kampf gegen den durchtriebenen Naraku, ist die Serie in kleinere Akte aufgeteilt. Zu Beginn der 53. Folge erfährt der Zuschauer beispielsweise, dass sich der titelgebende Halbdämon Inuyasha nicht mehr in eine nach Blut dürstende Bestie verwandeln will. Um dieses Ziel zu erreichen, muss er jedoch gegen den überaus mächtigen Yōkai Ryūkotsusei kämpfen. Ryūkotsusei wurde einst von Inuyashas Vater gebändigt, von Naraku allerdings wieder zurück ins Leben geholt. Hierbei lernt Inuyasha mit dem Bakuryūha eine neue Kampftechnik, die für die folgenden Handlungsbögen noch von Bedeutung sein wird – inklusive derer, die schon in vorliegenden Episoden gezeigt werden. Naraku kommt in den Folgen 53 bis 80 aber nicht nur an dieser Stelle, sondern deutlich häufiger zum Einsatz. Mit immer perfider werdenden Plänen versucht er, seinen Widersacher Inuyasha zu bekämpfen. Hierzu erschafft er mit dem kaum kontrollierbaren Musō einen gesichtlosen Abkömmling, der wildfremden Männern die Gesichter klaut und sowieso alles an sich reißen will, was nicht niet- und nagelfest ist. Die Mittelschülerin Higurashi Kagome wird sogar zu seinem Objekt der Begierde auserkoren.

Vielbeschäftigte Reisegruppe

Inuyasha und Kagome haben in der dritten Serienbox der Anime-Serie also wieder einmal alle Hände voll zu tun. Dennoch müssen sich auch ihre drei Weggefährten neuen Herausforderungen stellen. Fuchs-Yōkai Shippō verliebt sich zum Beispiel in die kleine Diebin Satsuki und wird später von Sōten, dem letzten verbleibenden Mitglied des von Inuyasha aufgemischten Donnerklans, zu einem Duell herausgefordert. Dämonenjägerin Sango muss nach einem harten Kampf wiederum in ihre Heimat zurückkehren, um ihren Knochenbumerang zu reparieren. Dort macht sie Bekanntschaft mit den beiden Kunoichi Serina und Suzuna, die ihr Dorf vor Dämonen retten wollen und Sango daher um Hilfe anflehen. Dennoch haben es die beiden Schwestern am Ende nur auf die Waffenkammer des Dämonenjägerdorfes abgesehen, was sie in eine äußerst brenzlige Lage bringt. Nicht weniger brenzlig dürfte für Sango ein Heiratsantrag sein, den sie vom adligen Takeda Kuranosuke erhält. Aber nicht nur in dieser Episode wird die Beziehung zwischen Sango und Mönch Miroku auf eine harte Probe gestellt. Miroku, der ohnehin so gut wie jeder Frau, die ihm über den Weg läuft, seinen Familienwunsch äußert, ist für einen Yōkai, der Männern ihre Lebenskraft entzieht, natürlich ein gefundenes Fressen. Hier muss Sango ihm zur Hilfe eilen, um das Schlimmste in letzter Sekunde abzuwenden.

Gelobte Handwerksarbeit

Inszenatorisch liefert Inuyasha ganz großes Kino ab. Das liegt nicht nur an den tollen Animationen, die flüssig im 4:3-Format über den Bildschirm flitzen, sondern auch an vielen Effekten. In den Episoden aus den Jahren 2001 und 2002 ist derart Handwerksarbeit geflossen, wie es in späteren Anime-Serien extrem vermisst wird. Auch, dass der Zuschauer zum ersten Mal in den Genuss einer weiteren Erscheinungsform von Naraku kommt und mit eigenen Augen sehen kann, wie sich der Antagonist zusammensetzt und mit Musō sogar noch einen weiteren Abkömmling zeugt, wertet das auch so starke Gesamtpaket deutlich auf. Dennoch bleibt vieles vom technischen, aber funktionierenden Grundgerüst bestehen. Eine kleine Entwicklung ist aber in den leicht kräftigeren Farben zu erkennen, die insbesondere bei Inuyashas Kleidung oder dem Nachthimmel eine Bereicherung ist. In akustischer Hinsicht kommen auch ein bis zwei neue Melodien hinzu, die sich nahtlos in die Musik von Wada Kaoru einfügen. Bei der deutschen Synchronisation gibt es einen Sprecherwechsel bei Myōga, da Horst Raspe 2004 verstorben ist. Walter von Hauffs Stimme unterscheidet sich zwar stark, haucht dem Flohgeist aber auf seine Weise Leben ein. Bei der japanischen Fassung hat Suzuki Katsumi den 2001 verstorbenen Matsuo Ginzō abgelöst, der bis zu seinem Tod Kagomes Großvater sprach.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem mich die zweite Volume von der Anime-Serie Inuyasha nicht mehr ganz so sehr überzeugen konnte wie noch das Seriendebüt, hat sich dieser Umstand bei der vortrefflich guten dritten Ausgabe wieder geändert. Jede einzelne Episode, auch wenn sie nur eine unscheinbare Nebengeschichte erzählt, ist mit dem großen Ganzen verbunden. Egal ob es Kagome nun beiläufig auffällt, dass mit Inuyashas Bruder Sesshōmaru und dessen Diener Jaken ein kleines Mädchen durch die Weltgeschichte reist oder Inuyasha bei Schwertschmied Tōtōsai seine Zeit verplempert, eine neue Kampftechnik zu erlernen – alles hängt miteinander zusammen und bringt die Helden ihrem Ziel, dem hinterhältigen Naraku das Handwerk zu legen, ein kleines bisschen näher. Und am Ende der 80. Episode bin ich auch den Charakteren ein gutes Stück nähergekommen, da Takahashi Rumiko in der Manga-Vorlage so wunderbare Persönlichkeiten geschaffen hat, über die ich stets mehr erfahren will. So darf es in den nächsten Episoden sehr gerne weitergehen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Inuyasha (Box 3, Episoden 53–80)!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s