Review: Kabaneri of the Iron Fortress: Compilation Movie 2 – Loderndes Feuer

Nachdem Kazé Anime im Mai 2020 den ersten Compilation Movie veröffentlicht hatte, folgte im Juni auch schon der zweite Film, Kabaneri of the Iron Fortress: Compilation Movie 2 – Loderndes Feuer, der die zweite Serienhälfte in Filmform zu einem wohligen Ende führt.

Kabaneri of the Iron Fortress: Compilation Movie 2 – Loderndes Feuer knüpft nahtlos an die Geschehnisse von Kabaneri of the Iron Fortress: Compilation Movie 1 – Sich sammelndes Licht an. Beide Filme teilen sich die Handlung der Anime-Serie auf. Im Rahmen der Story werden im zweiten Teil neue Charaktere eingeführt, die von maßgeblicher Bedeutung sind. Prinzessin Yomogawa Ayame und der Rest der Gruppe treffen endlich im Bahnhof Iwato ein. Dieser Ort gilt als letzte Festung von Kongokaku, dem Sitz des Shōguns. Um Durchlass zu erhalten, kommt es zu einer Unterredung zwischen Ayame und Fürst Maeda. Im Gegensatz zur Gruppe der Überlebenden aus Aragane darf der Bund der Jäger auf Geheiß des Shōguns jedoch  nicht passieren, weshalb es zum Bruch zwischen den Gefährten kommt. Das heißt auch, dass Ikoma und die anderen Überlebenden Abschied von Mumei nehmen müssen, deren Bruder Amatori Biba der Anführer des Bundes der Jäger ist. In wenigen Minuten überschlagen sich die Ereignisse in Loderndes Feuer. So lässt Mumei, instrumentalisiert durch ihren Bruder, die Zugbrücke nach Iwato hinab, wodurch die Jäger eine große Gruppe Kabane in die Stadt führen können. Biba hat es indessen auf Maeda abgesehen. Zudem gelingt es ihm, die Prinzessin gefangen zu nehmen, während die Kabane in den Straßen von Iwato ein Blutbad anrichten.

Darwinist als Antagonist

Der Schrecken von Aragane scheint sich zu wiederholen, was zu weiteren unerwarteten Wendungen führt. Wie schon in der dritten und letzten Volume von Kabaneri of the Iron Fortress nimmt Mumeis Bruder Biba eine tragende Rolle ein. Aus vermeintlicher Rachsucht gegenüber dem Herrscher Japans entledigt er sich jedem seiner selbst auserkorenen Feinde, benutzt seine Schwester für seine finsteren Absichten und verwandelt sogar seine Mitstreiterin Horobi in einen schwarzen Rauch , um seinen Plan in die Tat umzusetzen. Was ihn wirklich antreibt, bleibt zeitweilig im Hintergrund und sollte der Zuschauer am besten selbst in Erfahrung bringen. Wichtig ist nur, dass er durch und durch als Darwinist charakterisiert wird, in dessen perfektem Weltbild nur die Starken überleben und die Schwachen keinen Platz haben. Damit entwertet er wie die Antagonisten in der Fernsehserie The Walking Dead die eigentliche Bedrohung durch die Untoten und zeigt, dass die sehr viel höhere Gefahr von den Menschen beziehungsweise dem Verfall der Gesellschaft ausgeht. Aus keinem anderen Grund gibt es im zweiten Film auch den einen oder anderen Tod von bekannten Figuren, um das wahre Übel auf eine neue Ebene zu hieven und den Verlust von Freunden für Ikoma und die anderen Charaktere sehr viel bedeutender zu machen als es im ersten Film von Kabaneri of the Iron Fortress mit eher ersetzbaren Randfiguren der Fall war.

Ende der Reise

Auf diese Art und Weise gelingt es Regisseur Araki Tetsurō eine spannende, emotionale und vor allem dicht erzählte Handlung zu schildern. Es gibt keine unnötigen Szenen, sodass eine Wendung auf die andere folgen kann, ohne dass dabei Ermüdungserscheinungen auftreten. Neben der Dramaturgie kommt in Loderndes Feuer aber auch Action nicht zu knapp, bei der der Regisseur auch mit verschiedenen Ideen spielt. Beispielsweise ertönen im Hintergrund Schreie und Gewehrschüsse, was das Geschehen eindrucksvoll bereichert. Studio Wit hat sich zudem ein weiteres Mal an Rollenspielen orientiert. Unter anderem ist Bibas Klinge offensichtlich von der Gunblade aus Final Fantasy VIII inspiriert. Ansonsten zeigt der Film sein gewohntes Bild, das wie schon in der Serie mit detaillierten Charakteren, flüssigen Animationen und wunderschönen Lichteffekten ausstaffiert ist. Mit der jederzeit passenden und gelungenen Musik von Komponist Suwano Hiroyuki ergibt sich ein stimmungsvolles Gesamtbild, das jeden Anime-Liebhaber verzaubert. Boni gibt es sowohl in digitaler als auch in physischer Form beim zweiten Film nicht, vom Wendecover mal abgesehen. Das ist sehr schade, da gerade die Umwandlung von der Serie zum Film inklusive dem Selektieren der einzelnen Szenen sicherlich sehr interessant gewesen wäre. Wie schon beim ersten Film lässt sich sagen, dass Kabaneri of the Iron Fortress nicht nur als Serie funktioniert und selbst in Filmform noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Selten gibt es Anime, die wirklich von der ersten bis zur letzten Minuten überzeugen können. Auf Kabaneri of the Iron Fortress trifft das sowohl in Serien- als auch in Filmform zu. Wie aus dem Nichts kommend, überzeugt der zweite Film, der das Ende der Serienhandlung umfasst, mit seiner erwachsenen als auch intelligenten Erzählweise, den vielschichtigen Charakteren, zahlreichen Wendungen und der grandios inszenierten Action. In jeder Szene gelingt es Regisseur Araki Tetsurō, die Messlatte mit spannenden Ideen in die Höhe zu treiben. Kabaneri of the Iron Fortress übertrifft sich ständig selbst – und das ist etwas, was in dieser Form nur wenige andere Anime schaffen. Zusammen mit dem japanischen Steampunk-Setting ergibt sich so ein vortreffliches Gesamtbild, das ein jeder Anime-Liebhaber unbedingt selbst einmal von Anfang bis Ende gesehen haben muss!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kabaneri of the Iron Fortress: Compilation Movie 2 – Loderndes Feuer!

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