Review: Gamers! (Vol. 3)

Kazé Anime ließ sich zwischen der ersten und zweiten Volume der Anime-Serie Gamers! zwei Monate Zeit. Auf die dritte Volume mussten Fans zum Glück nur einen Monat warten. Die im November 2020 veröffentlichte Ausgabe schließt die Serie nicht so gut ab wie erhofft.

Inhaltlich knüpft das dritte Episodenpaket von Gamers! an die Ereignisse der letzten beiden Volumes an. Nach den turbulenten Geschehnissen haben sich ein paar Charaktere wieder gefangen. Vor allem Protagonist Amano Keita hat eine Entwicklung durchgemacht, die so zum vorläufigen Abschluss kommt. Dennoch gibt es genügend Punkte, die Gamers! noch abarbeiten muss. Hoshinomori Chiaki findet beispielsweise heraus, dass Keita wohl der größte Fan der von ihr entwickelten Spiele ist. Dieser Umstand rückt Keita für sie in ein ganz neues Licht, die Gefühle werden stärker. Nicht ganz unwichtig ist auch Keitas Freund Uehara Tasuku. Dieser möchte Chiaki natürlich helfen, will aber auch nicht Keitas Beziehung mit Tendō Karen torpedieren. Allerdings führt dies auch im Serienfinale zu Verwirrungen. Chiaki ist somit der Ansicht, dass Tasuku in sie verliebt ist. So geht es am Ende wieder darum, all diese Verwirrungen untereinander aufzuklären. Obwohl die seichte Geschichte unterhaltsam ist, kann das Ende nicht ganz überzeugen. Es bleibt weitgehend offen und die letzte Episode ist von der eigentlichen Handlung auch losgelöst. Dieses Problem betrifft allerdings viele Anime-Serien und nicht nur Gamers!. Trotzdem macht die Serie vor allem wegen den wirklich hervorragend geschriebenen Charakteren auch im offenen Ende von Gamers! wieder reichlich Spaß.

Atmosphärische Anspielungen auf Videospiele

Wer Videospiele mag, wird auch in den Episoden der dritten Ausgabe von Gamers! wieder einige Anspielungen entdecken. Unter anderem wird in einer Szene das beliebte japanische Videospielmagazin Famitsū erwähnt und sogar visuell dargestellt. An anderer Stelle ist auch ein Poster zum Arcade-Titel Guilty Gear X zu erkennen. Es sei jedoch gesagt, dass weitere Darstellungen auch mit anderen Namen abgewandelt sein können. So kann der Zuschauer unter anderem eine PlayStation 4 entdecken. So manche Verpackungen erinnern an die Hüllen der Spiele für die PlayStation Vita. Selbst vor Retro-Anspielungen ist die Anime-Serie nicht gefeit, denn in einer Folge taucht sogar eine PlayStation-Verpackung auf, die das Spiel Space Ocean: The Second Story illustriert. Was sich hinter diesem Titel verbirgt, kann der Zuschauer möglicherweise selbst erraten. Allerdings ist es auch nicht schlimm, wenn der Zuschauer die einzelnen Konsolen, Videospiele oder Magazine nicht kennt. Die Geschichte ist dennoch jederzeit nachzuvollziehen. Es trägt aber unglaublich zur Atmosphäre bei, wenn die Zusammenhänge verständlich sind und der Zuschauer womöglich selbst eine Affinität zu den dargestellten Inhalten aufweist. An der eigentlichen Story rüttelt das aber nicht, denn die dreht sich natürlich auch im Finale von Gamers! um die recht komplizierten Liebschaften.

Gutes und bekanntes Erscheinungsbild

Unter optischen Gesichtspunkten knüpft die Anime-Serie in der dritten Volume am Konzept der ersten beiden Ausgaben an. So fügen sich die Charaktere nach wie vor natürlich in die Umgebungsgrafiken ein. Das ergibt ein stimmiges Gesamtbild, da so die Grenzen zwischen Hintergründen und handelnden Figuren verschwimmen. Auch die Animationen der Figuren in Gamers! sind großartig, da sie wirklich flüssig umgesetzt sind. Hier können sich viele andere Anime-Serien noch eine Scheibe von abschneiden. Unterm Strich gefällt die Optik also auch im dritten Episodenpaket im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p. Bei der akustischen Untermalung sieht es ähnlich aus. Der Soundtrack besteht zwar aus wenigen Stücken, doch die einzelnen Melodien passen wunderbar zum Geschehen. Mit klangvoller Musik gelingt es dem Komponist Dewa Yoshiaki sämtliche Situationen mit Feingefühl zu unterstreichen. Die humorvolle Atmosphäre kommt somit auch im Tonformat Dolby Digital 2.0 zur Geltung. Nicht ganz unschuldig daran sind auch die ausgewählten Synchronsprecher, die sowohl in der japanischen als auch in der deutschen Fassung zum chaotischen Szenario zwischen Liebe und Videospielen beitragen. Schade ist jedoch, dass die dritte Volume ganz ohne Bonusmaterial auskommt. So fällt der Abschluss von Gamers! etwas nüchtern aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Gamers! gelingt es in der dritten Volume die Charaktere deutlich besser zu beleuchten. Sie haben acht Episoden lang Zeit gehabt, sich zu entwickeln und das ist im Finale besonders gut zu erkennen. Leider gelingt es der Story nicht, zu einem zufriedenstellenden Abschluss zu kommen. Das Ende ist offen, wenn auch gerade die zwölfte, von der Handlung losgelöste Folge die Vor- und Nachteile in Videospielen gegenüberstellt und sie auf reale Pendants überträgt. Solche mutigen Schritte hätte die Anime-Serie schon vorher gehen können. Trotzdem zündet der durchgeknallte Humor im Finale und wer noch mehr Zeit mit den quirligen Charakteren verbringen will, kommt hier definitiv auf seine Kosten. In optischer Hinsicht mag ich die Anime-Serie aus dem Jahr 2017 ebenso. So gefällt mir das animationsreiche Charakterdesign, die richtig schön gestalteten Hintergründe und vor allem, wie diese beiden Elemente ineinander greifen. Das Gesamtbild ist auch Dank der passenden Musik wirklich prickelnd. Hier können sich viele andere Serien von inspirieren lassen. Allerdings finde ich es schade, dass Gamers! zum Abschluss ohne jedwedes Bonusmaterial auskommt. Hier verschenken Publisher und Lizenzgeber ein wenig Potenzial. Trotzdem ist die Anime-Serie vor allem für jene Zuschauer, die Videospiele mögen, definitiv einen Blick wert, da sich diese vor allem an den vielen Anspielungen erfreuen dürfen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Gamers! (Vol. 3)!

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