Review: Fairy Tail (Box 11, Episoden 253–277)

Im Oktober 2020 veröffentlichte der hiesige Publisher Kazé Anime die zehnte Serienbox von Fairy Tail. Vier Monate später ging es anschließend im Februar 2021 mit der elften Ausgabe der Anime-Serie weiter, in der der angebrochene Tartaros-Erzählstrang zu Ende geführt wird.

Fairy Tail knüpft in der elften Serienbox an die ausufernden Geschehnisse aus dem zehnten Episodenpaket an. Nach wie vor befindet sich die Gilde Fairy Tail im Kampf gegen die dunkle Gilde Tartaros. Während des Kampfes kommen überraschende Fakten ans Licht, die dem einen oder anderen Charakter zusetzen. Gray Fullbuster erfährt, dass sein Gegner Silver in Wahrheit sein Vater ist. Das Familientreffen währt jedoch nicht lange, denn kaum haben sich die beiden wiedergefunden, muss Gray seinem Vater den Gnadenstoß verpassen. Es bleibt jedoch nicht bei der einzigen Reunion, denn auch Hauptfigur Natsu Dragneel trifft auf seinen Ziehvater, den Drachen Igneel. Selbstverständlich hat Natsu jede Menge Fragen, doch bleibt dafür aufgrund des Kampfes gegen Tartaros keine Zeit. Als die verbleibenden Kontrahenten merken, dass sie Fairy Tail peu à peu unterlegen sind, fahren diese ganz andere Geschütze auf. Die einzelnen Auseinandersetzungen gehören sicherlich zu den heftigsten und vielleicht sogar besten Kämpfen in der bisherigen Serie. Allerdings werden die bisherigen Ereignisse zu Beginn der Episoden kaum bis gar nicht nachvollziehbar zusammengefasst, wodurch vor allem Zuschauer, die nicht die allergrößten Fairy-Tail-Fans auf der Welt sind, hier das eine oder andere Verständnisproblem kriegen könnten. Das machen andere Serien echt besser.

Alles auf Anfang

Bevor in den letzten beiden Episoden der nächste große Handlungsstrang von Fairy Tail in Angriff genommen wird, befasst sich die Anime-Serie im Fairy-Tail-Zero-Erzählstrang mit der Vorgeschichte. Diese wurde in Japan im Jahr 2015 in einem Einzelband von Mashima Hiro, dem Erfinder und Zeichner des Mangas, veröffentlicht und daraufhin zum Ende der zweiten Staffel in die Anime-Erzählung eingebunden. In der Vorgeschichte lernt der Zuschauer viele Jahre in der Vergangenheit Mavis Vermillion, die allererste Gildenmeisterin der titelgebenden Gilde Fairy Tail, kennen. Es ist eine schöne Möglichkeit, die Ursprünge der Gilde zu erfahren und Abenteuer mit neuen Charakteren wie Mavis’ Freundin Zera zu erleben. Meistens ist die Geschichte von Fairy Tail gewohnt fröhlich erzählt. In den entscheidenden Momenten gelingt es der Serie allerdings, ernste und in Fairy Tail Zero sogar regelrecht melancholische Züge anzunehmen. Am Zeichenstil selbst ändert sich hierbei nichts, denn dieser bleibt auch in der Vorgeschichte Fairy Tail Zero auf der einen Seite aufgrund seiner Welt recht blass, auf der anderen Seite aufgrund der passend animierten Charaktere auch ein wenig schrill. In der Auflösung von 1080p im bildschirmfüllenden 16:9-Format kommen alle Szenen sehr gut zur Geltung, wozu auch der tolle Soundtrack im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 beiträgt.

Bekanntes Bonusmaterial ohne Überraschungen

Mit dem Bonusmaterial führt die elfte Serienbox von Fairy Tail die Schiene der vorherigen Episodenpakete fort. Das heißt, dass es einmal mehr keine digitalen Boni gibt. Einblicke in die Umsetzung vom Manga zum Anime oder zumindest in die Synchronisation wären eine nette Dreingabe gewesen. Stattdessen konzentriert sich Kazé Anime in dieser Disziplin auf physisches Bonusmaterial. Herzstück des Zusatzmaterials ist in jedem Falle das Heftchen, das auf sechzehn Seiten einen Episodenguide und ein paar Artworks bietet. Wer schon ein paar Tage oder gar Wochen keine Möglichkeit mehr dazu hatte, sich die Folgen regelmäßig anzuschauen, kommt dank der knappen, aber aussagekräftigen Texte schnell wieder in die Handlung rein. Umfangreiche Informationen zu den einzelnen Handlungsorten oder zu den Figuren, wie es beispielsweise bei One Piece der Fall ist, wären dennoch auch beim elften Booklet eine gute Möglichkeit gewesen. Diese Chance wird hier leider verpasst. Neben dem Heftlein gibt es bei der elften Volume auch ein vierfach gefaltetes Poster, das mit demselben Motiv wie das Cover der Serienbox ausgestattet ist. Außerdem ist auch ein Stickerbogen mit sieben Aufklebern mit von der Partie. So können sich Fans auch außerhalb der Anime-Serie noch mit Erinnerungen und Vorfreude auf die enthaltenen Episoden von Fairy Tail freuen. Toll!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit der Zeit hat sich die Serie Fairy Tail immer mal wieder gesteigert, allerdings auch in Nichtigkeiten verloren. Die elfte Serienbox von Fairy Tail gehört definitiv zu den besseren Ausgaben der Serie. Einerseits wird die Story um die dunkle Gilde Tartaros in angemessener Weise abgeschlossen, andererseits erzählt der darauffolgende Erzählstrang, der auf Mashima Hiros Ein-Band-Manga Fairy Tail Zero basiert, die Vorgeschichte zur titelgebenden Gilde. Das ist nach den Tartaros-Ereignissen eine sehr willkommene Abwechslung. Auch bei der Charakterentwicklung, dem Setting und Ideen beim Einsatz von Magie und den Kämpfen gibt es einiges zu sehen, was Fans nicht mehr aus dem Kopf gehen wird. Auch die Optik und die Musik, insbesondere bei der Story von Fairy Tail Zero, wissen zu überzeugen. Beim Bonusmaterial verschenken einmal mehr Publisher und Lizenzgeber jedoch sehr viel Potenzial. Während auf digitale Inhalte verzichtet wird, gibt es im physischen Bereich lediglich ein Booklet, ein Poster und ein Stickerbogen. So sah es zwar schon bei den letzten Serienboxen aus, doch bei den nächsten Ausgaben darf sich Kazé Anime ruhig die eine oder andere Überraschung aus dem Ärmel zaubern. Am Ende bleibt jedoch immer noch eine schöne Serienbox, die jeden Fan zufriedenstellen dürfte.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fairy Tail (Vol. 11)!

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