Review: ReLife (Vol. 2)

Im August 2020 erschien das Seriendebüt der Anime-Serie ReLife im deutschsprachigen Raum. Der hiesige Publisher Kazé Anime führte die dreiteilige Reihe im Oktober 2020 mit der zweiten Ausgabe fort. Auch dieses Mal bekommt der Zuschauer einige spannende Einblicke.

Inzwischen ist die Ōgon Shūkan, die goldene Woche, ins Land gezogen. Für die Feiertage bleibt allerdings keine Zeit, denn die Oberschüler müssen dringend für die Klausuren lernen. So stehen in der sechsten und damit ersten Episode der zweiten Volume Ōga Kazuomi und Onoya An vor der Haustür von Protagonist Kaizaki Arata. Gemeinsam pauken sie bis ein Anruf Kazuomi von seiner Arbeitsstelle. Als Arata und An alleine sind, kommen sich die beiden Charaktere näher. Die Entwicklung ist allerdings recht einseitig. Hinzu kommt, dass Yoake Ryō vom titelgebenden ReLife-Forschungsinstitut den Raum abhört und in das aus dem Ruder laufende Geschehen eingreifen muss. Die siebte Folge ist hingegen eng mit der Arbeit von Ryō verknüpft. So erfährt der Zuschauer, an welchem Tag Arata als Testsubjekt fürs Programm von Ryō ausgewählt wurde. Ebenfalls erhält der Zuschauer einen Einblick in die Firmenstruktur und Firmenkultur des Forschungsinstituts. Dieser Umstand macht die Story der Anime-Serie ein ganzes Stück greifbarer, wenn auch nicht glaubhafter. Hier ist es nach wie vor erforderlich, dass der Zuschauer die seichten Science-Fiction-Elemente annimmt. Außerdem hilft diese Episode dabei, Ryō wesentlich besser zu beleuchten. Die Neugier des Zuschauers wird insofern befriedigt, dass er einen kleinen Teil von Ryōs Familie kennenlernt.

Zwischen Humor und Anstand

Mit der achten Episode von ReLife verlagert sich der Fokus erneut. Hier konzentriert sich die Erzählung unter anderem auf die Figur Tamarai Honoka, die für ihr Volleyballteam alles gibt. Allerdings wird ständig über sie gelästert, was erst abnimmt, als Kariu Rena eingreift. Beim Inhalt dreht sich auch hier vieles um das ewig leidige Thema der Liebe, denn Kazuomi scheint bei den weiblichen Figuren ordentlich Eindruck zu hinterlassen. Ähnlich sieht es auch bei der zehnten Folge aus. Hier bekommt Arata Besuch von seinem heimlichen Love Interest Hishiro Chizuru. Dabei stellt sich Arata auch die für ihn wichtige Frage, wohin er im Leben eigentlich gehört. In puncto Humor überzeugt ReLife unter anderem mit Retro-Anspielungen. So entdecken An und Kazuomi in Aratas Wohnung MiniDiscs samt Abspielgerät, die im Jahr 2013 anscheinend nicht mehr alle Oberschüler kennen. Das führt Arata genau so sehr in Bedrängnis wie seine ganzen Bierdosen zu verstecken, da er in seinem angepassten Alter wohl nicht trinken sollte. Hierzu trägt auch das sorglose Neet-Verhalten von Arata bei. Unter anderem gibt es einen Rückblick, in dem zu sehen ist, wie sich Arata die Pille einwirft, die ihn verjüngen lässt, ohne groß über die Konsequenz nachzudenken. Dennoch begreift ReLife den Ernst des Lebens und stellt die Charaktere auch vor viele erst noch zu lösende Probleme.

Angenehmer Erzählstil

Unter optischen Gesichtspunkten baut ReLife in der sechsten bis neunten Folge auf die solide Grundlage des ersten Episodenpakets auf. Das gelungene und animationsreiche Design der Charaktere fügt sich in jeder Szene in die Hintergründe und Umgebungen hervorragend ein. Diese wirken ebenfalls wie aus einem Guss und überzeugen vor allem in den Abendstunden, wenn die Sonne bereits untergegangen ist, die Neonlichter die Straßen beleuchten oder die Straßen mit Regen wie im Cyberpunk-Film Blade Runner durchtränkt sind. Neben der visuell schönen Gestaltung der Anime-Serie im bildschirmfüllenden 16:9-Format kann einmal mehr die Musik überzeugt. So werden die fast durchgehend sehr ruhigen Situationen vor allem mit angenehmen Klaviergeklimper unterlegt. Einige Szenen kommen sogar ganz ohne die Musik von Masayasu Tsuboguchi aus, wodurch der Fokus auf besonders wichtige Dialoge gelegt wird. Im Tonformat Dolby Digital 2.0 kommen die Melodien gut zur Geltung. Selbiges betrifft auch die Synchronsprecher im japanischen Originalton als auch in der sehr guten deutschen Synchronisation. Beide Tonfassungen sind gelungen, sodass der Zuschauer die freie Wahl hat. Schade ist nur, dass die deutschen Untertitel bei zugeschalteter japanischer Tonspur nicht abschaltbar sind. Bonusmaterial gibt es lediglich in Form eines achtseitigen Booklets.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): ReLife bleibt auch in der zweiten Volume eine recht angenehme Anime-Serie. Für die Augen sind die hübschen Charaktermodelle, die sich wunderbar in die Umgebungen einfügen, ein wahrer Genuss. Auch die Melodien passen hervorragend zum chaotischen Alltagsgeschehen. Mir gefallen die illustren Charaktere, die allesamt ihre eigenen Stärken und Schwächen haben. So ist keine einzige Szene langweilig. Es macht viel Spaß, die Figuren bei ihrem turbulenten Alltag zu begleiten. Schade ist, dass die eigentliche Rahmenhandlung lediglich in der sechsten und siebten Folge behandelt wird. In der achten und neunten Folge konzentriert sich die Story zu sehr auf die Nebenfiguren. Das ist auch interessant, hilft der eigentlichen Handlung aber nur bedingt, sich zu entfalten. Ich hoffe sehr, dass die Anime-Serie in der dritten und leider auch schon letzten Volume deutlich mehr Wert auf die Geschichte legt, um zu einem zufriedenen Ende zu kommen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von ReLife (Vol. 2)!

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