Review: Dr. Stone (Vol. 4)

Auf das große Staffelfinale mussten hiesige Fans von Dr. Stone zwei Monate lang warten, denn nachdem die dritte Volume im Juni 2021 erschien, folgte die vierte und letzte Ausgabe erst im August. Das Finale überzeugt und gibt einen wohligen Ausblick auf die Zukunft.

Obwohl Protagonist Ishigami Senku versucht, mit Hilfe der Wissenschaft die Zivilisation mit friedlichen Mitteln wieder aufzubauen, herrscht inzwischen Krieg. Das Dorf Ishigami, Teil von Senkus Wissenschaftskönigreich, liegt im Clinch mit dem Reich der Macht, das unter der Kontrolle von Shishiō Tsukasa steht. Senkus Gegenspieler ist der Auffassung, dass gerade die Wissenschaft Unheil über die Welt gebracht und die Menschen verdorben hat. Daher will er nicht, dass Senku überlebt, damit das Wissen um das Jahr 5738 endgültig verschwindet. Senku und seine neuen Freunde aus dem Dorf, dessen Bewohner genealogisch auf Senkus Vater und seine Astronautenkollegen zurückgeht, nehmen das aber nicht hin. Seit der letzten Folge der dritten Volume von Dr. Stone kämpfen beide Kräfte auf der Brücke zum Dorf. Auch die Häuser des Örtchens werden hierbei in Brand gesteckt. Wie die anfänglichen Scharmützel verlaufen, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Es sei jedoch gesagt, dass das Glück Senku und Co definitiv Hold ist. Die Wissenschaft ist auf ihrer Seite. Allerdings will Tsukasa das nicht akzeptieren und plant mit seiner Armee den nächsten Angriff. Daraufhin beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Während Senku Zeit für neue Erfindungen benötigt, nutzt Tsukasa die nächsten Monate, um mehr Menschen aus der Versteinerung für seine Armee zu befreien.

Wissenschaft überwiegt Macht

In dieser Hinsicht setzt Dr. Stone, wie es vielleicht nach den Entwicklungen der Episoden der dritten Volume denkbar wäre, nicht ganz auf Streitigkeiten, Auseinandersetzungen und ausufernde Kämpfe. Stattdessen dreht sich nach wie vor alles um das Erfinden und Wiederentdecken von alter Technik. Senku will die Bewohner des Dorfes mit Mobiltelefonen ausstatten. Bis sie sich untereinander über weitere Strecken austauschen können, sind ein paar Schritte mehr nötig. Als erstes muss eine Möglichkeit her, Elektrizität speichern zu können. Also krempeln die Dorfbewohner die Ärmel hoch, um die neuen beziehungsweise alten Errungenschaften in die Zukunft zu hieven. Obwohl die spannende Handlung, die vor allem durch den Zeitdruck, unter dem Senku steht, überaus erwachsen und ernst erzählt wird, bleibt immer noch reichlich Platz für Humor. Die Charaktere sind mit ihren flotten Sprüchen überzeichnet, passen aber hervorragend zueinander und bilden ein kunterbuntes Potpourri. Wenn Senku zum Beispiel Mentalist Gen darum bittet, sich in die Gedankenwelt von Tsukasa zu begeben, mimt er den Widersacher und wird sogar so dargestellt. In solchen Momenten bleibt kein Auge trocken. Da der seit 2017 laufende Manga von Dr. Stone noch nicht abgeschlossen ist, dürfte es klar sein, dass am Ende der Staffel noch keine Lösung präsent wird. Die Freude auf die zweite Season steigt.

Angenehmes Gesamtbild

Bildtechnisch knüpfen die Episoden der vierten Volume von Dr. Stone an die Grundlagen an, die die ersten 18 Folgen geschaffen haben. Soll heißen, dass vor allem die Umgebungen und die Hintergründe überzeugen. Die prähistorisch wirkende Zukunft im sechsten Jahrtausend ist atmosphärisch und wirkt wie aus einem Guss. Für sich genommen können auch die Figuren dieses Bild aufrecht erhalten, doch heben diese sich – abgesehen von ihrer Kleidung – zum Teil zu stark von den anderen Grafiken ab. Ebenfalls könnten sie etwas detaillierter sein. Allen Unkenrufen zum Trotz überzeugen immerhin die flüssigen Animationen. Gerade diese sind in den Kämpfen des dargestellten Krieges in Dr. Stone auch bitter nötig. Damit steht fast keine Szene im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p still. Unterlegt wird das actionreiche Geschehen stets vom Soundtrack aus den Federn der drei Komponisten Kanesaka Yuki, Katō Tatsuya und Tsutsumi Hiroaki. Es sind aber nicht nur die spannenden, sondern auch die ruhigen Momente, die mit den bekannten und stimmungsvollen Melodien im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 passend unterlegt werden. Ebenfalls gefallen einmal mehr die Synchronsprecher. Sowohl die japanischen Originalstimmen als auch die deutschen Sprecher passen auch im gelungenen Staffelfinale wunderbar zu den illustren Charakteren.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Dr. Stone ist eine Serie, die wohl viel zu wenige Anime-Fans auf den Schirm haben. Einerseits mag das Setting zwar bekannt sein, doch ist das Szenario überaus erfrischend. Was drei Volumes lang sehr gut funktioniert hat, ist auch im Staffelfinale ein wahrer Genuss. Storytechnisch gibt es mit dem Krieg und dem Wettlauf gegen die Zeit einen echten Höhepunkt. Trotzdem vergisst die Handlung nicht, sich auch am Ende der Season auf ihre Stärken zu konzentrieren. So erhält der Zuschauer auch in den letzten sechs Folgen der insgesamt aus 24 Episoden bestehenden Staffel abermals viele Erfindungen und Ideen vorgesetzt. Zusammen mit den liebevollen Charakteren und der tollen Musik macht das durchweg Laune. Bildtechnisch wäre zwar ein wenig mehr möglich gewesen und das lässt sich auch über das nicht existente Bonusmaterial sagen, doch das vierte und letzte Episodenpaket ist ein angenehmer Abschluss für die Staffel. Es bleibt somit spannend, wie es in der nächsten Season weitergeht, die qualitativ gerne ähnlich hochwertig sein darf.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dr. Stone (Vol. 4)!

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