Review: Captain Tsubasa 2018 – Elementary School (Vol. 2)

Nachdem das Seriendebüt von Captain Tsubasa 2018 hierzulande im Januar 2021 von Kazé Anime veröffentlicht wurde, mussten Anime-Fußballfans zwei Monate lang auf die Fortsetzung warten. Im März 2021 ging es dann zum Glück mit 14 weiteren Episoden nahtlos weiter.

Im zweiten Episodenpaket von Captain Tsubasa 2018, das nach wie vor mit dem Untertitel Elementary School ausgeliefert wird, ist die nationale Jugendfußballmeisterschaft immer noch in vollem Gange. Inhaltlich knüpft das Geschehen dort an, wo es in der ersten Volume geendet hat, sprich mitten in jenem Fußballspiel, in dem das Team der Nankatsu-Grundschule gegen die Mannschaft der Meiwa-Grundschule antritt. In diesem Spiel prallen, zumindest für ihr Alter und ihre Liga, zwei Fußballgrößen aufeinander. Nankatsus Mannschaftskapitän, der titelgebende Ōzora Tsubasa, steht auf dem Rasen dem dickköpfigen Kapitän des anderen Teams gegenüber. Hyūga Kojirō, so der Name von Tsubasas neuem Rivalen, macht es ihm definitiv nicht leicht. Beide Spieler sind sich derart ebenbürtig, wodurch die starke Dramatik auf dem Rasen noch einmal angeheizt wird. Dass Kojirō hierbei nicht ganz fair, aber immer noch im legalen Rahmen des Regelwerks spielt, dürfte Fans des Genres bewusst sein. Schließlich muss Tsubasa für seine Überzeugungen eintreten und als ehrlicher Spieler auf dem Feld glänzen. Das Ergebnis des Spiels führt dazu, dass sich die Nankatsu-Mannschaft bei den nächsten Spielen der Jugendfußballmeisterschaft noch ein ganzes Stück mehr anstrengen sollte. So müssen alle Spieler rund um Tsubasa über ihre bisherigen Fähigkeiten hinauswachsen.

Dramatische Fußballspiele

Hinzu kommt, dass der ganze Trubel um die Jugendfußballmeisterschaft mit vollen Stadien als großes Ereignis visualisiert dargestellt wird. Entsprechend werden auf die Spieler der Mannschaften auch zwei Talentscouts aufmerksam. Tsubasa und Kojirō stehen auch hierbei im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Der bessere Fußballer von ihnen soll das Angebot offeriert werden, an die elitäre Tōhō-Akademie zu wechseln, an der er zu einem Profispieler ausgebildet werden könnte. Noch dazu steht die Mannschaft der Nankatsu-Grundschule unter ungeheurem Druck, denn Tsubasas Plan ist eigentlich nach der Meisterschaft mit seinem Trainer Roberto Hongō nach Brasilien zu gehen und dort Profifußballer zu werden. Zudem verrät ihr Mannschaftskamerad Misaki Tarō, dass er nach der Meisterschaft mit seinem Vater wieder aus Nankatsu wegziehen wird. Captain Tsubasa 2018 erzählt diese Geschichten vor allem am Rande und verknüpft sie gekonnt mit der Sportart, worauf definitiv der Fokus gelegt wird. Da fast alle der 14 enthaltenen Episoden im Rahmen der Meisterschaft stehen, wäre alles andere verschenktes Potenzial. Auf dem Rasen geht es aber nicht nur gegen die Meiwa-Mannschaft ans Eingemachte. Auch die anderen Teams warten mit Spielern wie Misugi Jun auf, die mit bestimmten Techniken glänzen und zudem ganz besondere Spitznamen haben.

Dynamische Fußballspiele

An der optischen Gestaltung hat sich in der zweiten Volume der Anime-Serie nicht merklich etwas verändert. Die großen Fußballstadien sind wirklich bis zum Bersten mit Zuschauern gefüllt und geben so einen atmosphärischen Rahmen für das Spektakel ab. Lediglich dass die Fußballfelder im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p etwas zu steril wirken, ist unterm Strich ein wenig schade. So stechen vor allem die Fußballer auf dem Rasen viel zu sehr hervor. Ein organisches Zusammenwirken sieht definitiv anders aus. Dafür gefällt einmal mehr das markante Design der Spieler, die aus der Zeit gefallen zu sein scheinen. Soll heißen, dass ihr Look an Anime der 1980er-Jahre erinnert, dieser aber visuell für die 2010er-Jahre aufbereitet wurde. Hinzu kommen flüssige Animationen, sodass jedwedes Match mit reichlich Dynamik punkten kann. Auch die musikalische Note unterstützt das Erscheinungsbild maßgeblich, da spannende und bedrohliche Momente mit der richtigen Musik eingefangen werden. In dieser Disziplin macht Animationsstudio David Production also so gut wie alles richtig. Digitales Bonusmaterial gibt es jedoch auch bei der zweiten Volume von Captain Tsubasa 2018 nichts. Lediglich ein Booklet mit einem sehr nützlichen Episodenguide und ein achtteiliger Stickerbogen liegen dem zweiten Episodenpaket bei.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): An dem Umstand, dass ich Fußball als Sportart extrem langweilig finde, wird auch Captain Tsubasa 2018 in der zweiten Volume nichts ändern. Trotzdem gefällt mir die Anime-Serie, da sie aus dem Sport ein regelrechtes Drama macht. In der Theorie kann das Konzept, dass der titelgebende Ōzora Tsubasa und seine Freunde über sich hinauswachsen müssen, auf alle möglichen anderen Medien übertragen werden. Es macht aber gerade im Fußballkontext Spaß, die Mannschaft der Nankatsu-Grundschule bei ihrem Aufstieg zu begleiten und sie beim Kicken und Flitzen über den Rasen zu begleiten. Dadurch, dass in der zweiten Volume fast nur Fußballmatches auf der Agenda stehen, ist dieser Prozess unglaublich dynamisch, was so in anderen Anime-Serien nicht ganz so stark umgesetzt werden könnte. Wer schon bei der ersten Volume zugegriffen hat und Lust auf mehr verspürt, darf bedenkenlos bei der zweiten und ebenfalls tollen Ausgabe zugreifen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Captain Tsubasa 2018 – Elementary School (Vol. 2)!

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