Review: Super Smash Bros. for Nintendo 3DS

Super Smash Bros. for 3DS (1)Seit Nintendo-64-Zeiten erhielt jede Heimkonsole von Nintendo eine Umsetzung der Super-Smash-Bros.-Serie. Aufgrund der limitierten Hardware gingen die Handhelds bisher immer leer aus. Mit Super Smash Bros. for Nintendo 3DS hat sich dies aber zum Glück geändert!

Super Smash Bros. for 3DS (2)Das Spielprinzip von Super Smash Bros. for Nintendo 3DS ist unverändert und aus diesem Grund genauso leicht zu erklären. Man steckt Nintendo-Charaktere wie Mario, Link, Donkey Kong und Pikachu in eine Arena und wartet einfach mal ab, was anschließend passiert. Das Ergebnis dürfte Kennern der Reihe bereits bekannt sein, doch für alle Spieler, die tastsächlich auch nach dem phänomenalen Super Smash Bros. Brawl für die Wii noch nie vom Franchise gehört haben, denen sei gesagt, dass hier der absolute Nintendo-Franchise-Orgasmus ruht. Ist der Zähler vor Kampfbeginn erst einmal runtergezählt, beginnt auch schon das hektische und schnelle Gefuchtel um den ersten Platz. Alle Charaktere kämpfen nämlich nur darum, der beste Kämpfer im Ring zu sein. Bis zu vier Nintendo-Helden geben sich im Ring ordentlich auf die Mütze; entweder alleine oder gegeneinander in zwei Teams. Wer glaubt, dass hier ein tiefgründiges Beat ’em up wie Super Street Fighter IV: 3DS Edition schlummert, wird aber vermutlich gleich zu Beginn enttäuscht sein. Kombinationsattacken, die man erst auswendig erlernen muss, um seinen Charakter zu beherrschen, gibt es hier nicht. Alles beruht allein auf der Anwendung von zwei elementaren Angriffsknöpfen und der simultanen Verwendung des Schiebepads in alle Himmelsrichtungen. Diese Einfachheit ist immerhin schnell verinnerlicht.

Kritischer Treffer!

Super Smash Bros. for 3DS (3)Die Crux an der ganzen Sache sind allerdings die dutzenden Items, die überall in der Arena erscheinen. Ein Superstern aus dem Super-Mario-Universum verleiht einem Charakter zum Beispiel kurzzeitig Unverwundbarkeit. Mit dem aus Donkey Kong bekannten Hammer ist es unserem Recken dann wiederum möglich, die Kontrahenten bei Kontakt aus der Arena zu pfeffern. Zudem gibt es noch bekannte Items wie die Feuerblume, mit der wir den Gegnern ordentlich einheizen können oder Bomben, die ihren Explosionsradius erst aufbauen – wer hier blindlings hineinläuft, wird sein blaues Wunder erleben. Lebensenergie haben sämtliche Charaktere übrigens nicht direkt. Stattdessen baut sich eine Prozentanzeige langsam auf. Je höher der Wert ist, desto kritischer kann ein Treffer sein. Überschreitet die Anzeige den Wert von einhundert Prozent, reicht im Grunde ein gezielter Tritt oder Schlag aus, um den Gegner (oder ein Gegner uns) ins Nirwana zu schicken. Neben den normalen Kämpfen bietet Super Smash Bros. for Nintendo 3DS allerdings noch weitere Spielmodi, die Abwechslung bieten. Da müssen wir erst einmal fünf Minuten in einem Spielgebiet, wo sich Shy Guys und Waddle Dees die Klinke in die Hand drücken, überstehen und Sticker sammeln, die unseren Charakter in Stärke, Abwehr oder Geschwindigkeit verbessern, um den Kampf am Ende zu meistern.

Motivation en masse

Super Smash Bros. for 3DS (4)In anderen Spielmodi geht es darum, etwa einen harten Sandsack hunderte Meter mit einem Baseballschläger durch die Luft zu katapultieren. Wir können uns aber auch der Reihe nach mit dutzenden Gegnern messen und dafür verschiedene Belohnungen erhalten. Dazu zählen vor allem verschiedene Trophäen, die hunderte Charaktere oder Items aus dem Nintendo-Universum mit Hintergründen vorstellen. Außerdem gibt es Ausrüstungsgegenstände, mit denen wir unsere Charaktere zum Teil modifizieren können. Abschließend gibt es noch die Meilensteine, welche quasi die Achievements des Spiels sind. Erfüllen wir bestimmte Ziele, wie das erste Starten eines Spielmodus, das zehnte Mal mit Samus Aran zu spielen oder einen geheimen Charakter freizuschalten, schalten wir damit auch gleich eine mögliche Belohnung des Meilensteins frei. Es ist ein schier unendlicher Kreislauf, der in Super Smash Bros. for Nintendo 3DS freigesetzt wird – schließlich ist es unglaublich motivierend, nach und nach neue Charaktere, Stages, Trophäen oder Pokémon für das Pokéball-Item freizuspielen. Immer und immer wieder haben wir uns im Test dabei ertappt, stundenlang im Spiel zu versinken. Da möchte man nur noch einen Meilenstein freischalten und erhält dann die Informationen, die für den nächsten Meilenstein nötig sind; das Ziel ist genau dann auch in greifbarer Nähe!

Fast ohne Fehl und Tadel

Super Smash Bros. for 3DS (5)Auf der technischen Seite zieht der Titel alle Register. Will man das Spiel beenden, muss der 3DS sogar erst einmal neustarten, da selbst für das Menü kein Platz mehr im Arbeitsspeicher war. Das merkt man dem Spiel in puncto Präsentation allerdings auch an. Es läuft in fast allen Situationen richtig flüssig und alle Stages, die verschiedenen Nintendo-Spielen entnommen sind, werden außerordentlich gut eingefangen. Einzig und allein bei den Charakteren müssen wir anmerken, dass die feinen Details kaum wahrzunehmen sind. Zudem schadet es öfters mal der Übersicht, wenn aus der Arena herausgezoomt wird. Dies ist aber nur ein kalter Tropfen auf den heißen Stein, da man sich damit bereits in den ersten Spielstunden arrangiert. Dazu kommt ein wirklich toller Soundtrack, der zu den verschiedenen Stages eingespielt wird und originale Musik oder Remixes wiedergibt. Selbst Gaststars von Capcom und Namco Bandai, also Mega Man und Pac-Man, werden gut behandelt. Der größte Kritikpunkt ist allerdings der Mehrspielermodus. Während dieser offline sicher tadellos funktionieren dürfte, ist er online wieder eine Katastrophe. Super Smash Bros. Brawl hatte 2008 schon mit Lags zu kämpfen und selbst die Konkurrenz macht es mit PlayStation All-Stars: Battle Royale deutlich besser. So geht dem Titel ausgerechnet in der Königsdisziplin kurz vorm Ziel leider die Puste aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Auf dem Nintendo 64 habe ich mich mit dem Franchise noch recht schwer getan. Auf dem Gamecube ging mit Super Smash Bros. Melee dann aber ordentlich die Post ab, bis ich dutzende Stunden in Super Smash Bros. Brawl auf der Wii versenken konnte. An diesen großen Titel reicht Super Smash Bros. for Nintendo 3DS leider nicht ganz heran, was mich aufgrund der limitierten Hardware auch nicht wundert. Der Titel schöpft auf der technischen Seite sein volles Potential aus indem wirklich alle Ressourcen verwenden werden. Man kann Entwickler Sora hier keine Vorwürfe machen, da die mit dem Titel wirklich ein großartiges Spiel abgeliefert haben. Es bietet einen schier gigantischen Umfang und motiviert durch die Meilensteine für lange Zeit. Schade finde ich nur, dass es keinen richtigen Story-Modus mehr gibt, durch den ich alle Charaktere in einem Rutsch wunderbar kennengelernt hätte. Absolut nicht tragbar ist jedoch, dass die Entwickler es versäumt haben, den Online-Modus vernünftig zu gestalten. Lags und (öfters erzwungene) Verbindungsabbrüche sind keine Seltenheit. Im Angesicht dessen, dass es beim Vorgänger nicht besser war und selbst die Konkurrenz aus dem Hause Sony mit dem sonst sehr durchschnittlichen PlayStation All-Stars: Battle Royale ausgerechnet hier die Nase vorn hat, ist das mehr als ärgerlich. Ich hoffe sehr, dass man hier noch ständig im Hintergrund werkeln wird und bald eine deutlich bessere Performance erleben kann. Spätestens mit Super Smash Bros. for Wii U sollten diese Fehler längst der Vergangenheit angehören, weshalb ich bis zum fünften Dezember 2014 zwar weiterhin gespannt, aber sehr skeptisch bleiben werde.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Super Smash Bros. for Nintendo 3DS!

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