Review: Psycho-Pass – Vol. 4 (Episoden 18 – 22)

Psycho-Pass - Vol. 4 (1)Mit der vierten Ausgabe findet die Anime-Serie Psycho-Pass vorerst ihr Ende. Obwohl in der dritten Volume die Spannung ins Unermessliche gesteigert wird, bleiben die letzten Episoden auf einem grundsoliden Niveau, welche die Handlung dennoch zufriedenstellend abschließen.

Psycho-Pass - Vol. 4 (2)Psycho-Pass – Vol. 4 setzt am Ende von Episode 17 an. Nach einer schockierenden Erkenntnis, sowohl für den Zuschauer als auch den Straftäter Shōgo Makishima, gehen uns immer noch sehr viel Fragen durch den Kopf. Shōgo Makishima versteht jedoch mittlerweile die großen Zusammenhänge und plant, die Aussetzer des Sibyl System für ein Verbrechen auszunutzen. Er beschließt den pensionierten Nobuaki Kudama aufzusuchen, der in der Vergangenheit für die japanische Nahrungsversorgung mitverantwortlich war. Makishima tötet Kudama in dessen Wohnung in einem Gespräch über die japanische Kornkammer. Diese will Makishima zerstören, um in ganz Japan Nahrungsmittelknappheit hervorzurufen. Durch Hunger getrieben sollen die Menschen Straftaten begehen, um ihren Psycho-Pass zu erhöhen, so dass Japan auf die Hilfe des Auslands angewiesen ist und so eine noch viel größere Panik freigesetzt werden soll. Inspektorin Akane Tsunemori und ihr Team stoßen schon bald auf diese Logik, doch sie dürfen nicht mit ihrem Kollegen Shinya Kōgami zusammen arbeiten. Zunächst wird er vom Fall abgezogen, muss dann jedoch schon bald auf eigene Faust ermitteln. Ohne futuristischen Schnickschnack, sondern nur mit einem alten Revolver bewaffnet, macht er sich auf den Weg, um Makishima zu töten. Als Tsunemori davon erfährt, wird sie vom Sibyl System kontaktiert.

Starke Persönlichkeiten

Psycho-Pass - Vol. 4 (3)Das Sibyl System nimmt abermals eine undurchsichtige Haltung ein. Es geht vor allem um die kontrollierte Überwachung von Individuen in der japanischen Gesellschaft, die nach nicht genau definierten Regeln funktioniert. Jedenfalls erhält Tsunemori und ihr Team von oberster Stelle den Auftrag, Makishima lebend zu fangen und Kogami bei Sichtkontakt zu erschießen. Sie steht vor einem moralischen Dilemma und die politischen und betriebswirtschaftlichen Ansichtsweisen des Japans des 22. Jahrhunderts sind erschreckend genug, um uns wieder zum Nachdenken anzuregen. Die letzten fünf Episoden von Psycho-Pass drehen sich vor allem um die drei genannten Charaktere. Jeder von ihnen macht eine Entwicklung durch, die zu einem besseren oder schlechteren Japan beitragen. Nicht unwichtig sind auch die Nebenfiguren des Animes. Interessant ist vor allem die Vater-Sohn-Beziehung zwischen Tomomi Masaoka und Nobuchika Ginoza. Während in den vorherigen Folgen ein gespaltenes Verhältnis vorherrscht, gelingt es den beiden im großen Finale zu einem hohen Preis zusammen zu finden. Komisch ist jedoch, dass die Direktorin keinen großen Stellenwert mehr einnimmt, obwohl diese in der letzten Volume einen elementaren Bestandteil des Sibyl Systems eingenommen hat. Da man bereits an einer zweiten Staffel werkelt, knüpft man hier auf wundersame Weise vielleicht an.

Geschlossenes Ende

Psycho-Pass - Vol. 4 (4)Wer offene Enden nicht mag, muss jedoch nicht verzweifeln. Psycho-Pass ist am Ende der 22. Episode nahezu abgeschlossen und es gibt nur einen kleinen Ausblick darauf, wie es nach den Geschehnissen in und außerhalb der japanischen Kornkammer weitergeht. Außerdem erhalten wir einen kleinen Einblick in das Leben zweier weiblicher Nebenfiguren. Der Anime fordert hier Akzeptanz, was wir so nur einmal unterstreichen möchten. Ebenso unterstreichen müssen wir noch einmal den Zeichenstil des Anime. Die Charaktere sind scharf gezeichnet, während die meisten Hintergründe leicht verschwommen wirken. Die nicht vorhandene Transparenz eines Überwachungsstaats, in dem Menschen immer noch dieselben Personen bleiben, wird hier gelungen kritisiert. Dazu kommen wieder sanfte Lichteffekte, die dafür sorgen, dass die eingefangene Stimmung sehr dystopisch wirkt. Dazu wird das Bild in 1080p mit passender Musik in DTS-HD Master Audio 2.0 unterlegt. Für die deutsche und auch für die japanische Synchronisation wurden die Sprecher gut gewählt; Änderungen zu den drei Volumes zuvor gibt es zum Glück nicht. Das heißt aber auch, dass bis auf zwei hübsche Postkarten und ein Clear Opening und Ending keinerlei Bonusmaterial vorliegt. Wer von Anfang an zugegriffen hat, darf zum Abschluss aber sämtliche Volumes in den griffigen Schuber einführen. Klasse!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wenn man mich in Zukunft danach fragt, welche Animes man sich unbedingt einmal in seinem Leben anschauen sollte, dann gehört Psycho-Pass definitiv dazu. Die Geschichte spielt in einer Zukunft, die in einhundert Jahren so sicherlich (in recht ähnlicher Weise) existieren kann. Immer mehr Werke, seien es Spiele wie Watch Dogs oder Animes wie Psycho-Pass, lassen mich über die Auffassung von Politik und Wissenschaft nachdenken. Bei der genaueren Betrachtung bemerkt man leicht Themen wie den Überwachungsstaat, den gläserne Bürger oder die Bevormundung durch den Staat. All dies sind Aspekte, über die man als lebendes Individuum reflektieren sollte. Abseits dessen bietet Psycho-Pass eine sehr erwachsene Handlung mit ebenso erwachsenen Charakteren, die durch alle 22 Episoden der ersten Staffel eine glaubwürdige Entwicklung durchmachen. Trotz der sehr ersten Thematik und den tiefgründigen Dialogen schafft es der Anime durchweg auch noch zu unterhalten und zu begeistern. Psycho-Pass muss man unbedingt gesehen haben; es gehört schlichtweg zum Pflichtprogramm eines Anime-Fans!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Psycho-Pass – Vol. 4 (Episoden 18 – 22)!

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