Review: Godzilla 2000: Millennium

Godzilla 2000 Millennium (1)Als Hollywood 1998 mit Godzilla einen Film liefert, der vor allem den Fans der Echse nicht gefällt, entscheidet das japanische Filmstudio Tōhō kurzerhand, eine neue Reihe ins Leben zu rufen. Bereits 1999 läuft Godzilla 2000: Millennium in den japanischen Lichtspielhäusern an.

Godzilla 2000 Millennium (2)Der Film dreht sich um den Wissenschaftler Yuji Shinoda, der zusammen mit seiner kleinen Tochter Io das Godzilla Prediction Network leitet. Gemeinsam mit Reporterin Yuki Ichinose untersuchen sie im Norden Japans, genauer gesagt in der kleinen Hafenstadt Nemuro, die Beschaffenheit des Erdbodens und bemerken plötzlich einige Unregelmäßigkeiten. Auf dem Monitor ihres Laptops bemerken sie, wie sich ein großer Fleck unter der Erdoberfläche in ihre Richtung bewegt. Sie folgen der Bewegung des Flecks und staunen nicht schlecht, als hinter einem Tunnel plötzlich die Brücke fehlt und in der sich vor ihnen auftuenden Schlucht der wahrhaftige Gojira steht. In der Panik schießt Yuki ein paar Fotos, welches das Monster aus einer längst vergangenen Zeit erzürnt. Gojira lässt seinen Wutanfall an von Menschenhand geschaffenen Werken aus. Die erneute Intention des Films, den falschen Umgang mit der gefährlichen Atomenergie zu kritisieren, wird deutlich, als sich Gojira auf das Kernkraftwerk Tōkai zu bewegt. Zur selben Zeit machen Forscher im Japangraben eine sehr ungewöhnliche Entdeckung. Sie finden dort einen riesigen Felsbrocken, der mehr Energie absondert, als es bei Uran der Fall ist. Beim Versuch den Fels zu heben, schafft es dieser sich selbst aus den Tiefen des Meeres zu befreien und schwebt fortan an der Wasseroberfläche des Meeres.

Moral und Wissenschaft

Godzilla 2000 Millennium (3)Der Krisenstab der japanischen Regierung plant in der Zwischenzeit mit Hilfe des Militärs eine neue Waffe gegen die Riesenechse einzusetzen. Die so genannten Blast Bombs, die sogar drei Betonwände auf einmal durchbrechen können, sollen Gojira aufhalten. Das Großangebot des Militärs und der Luftwaffe scheint jedoch vergeblich. Währenddessen müssen sich die Wissenschaftler Sorgen um den Felsen machen. Millionen von Jahren lag dieser am Grund des Meeres, doch ist der Fels eigentlich kein Stein, sondern ein Lebewesen. Der von einer Steinschicht umschlossene Orga ist erwacht und bemerkt prompt die Anwesenheit von Gojira und fliegt mit gesammelter Kraft los. Das Geschehen verlagert sich nun in die japanische Hauptstadt Tōkyō, wo sich Orga auf einem der Wolkenkratzer niederlässt und die Ankunft von Gojira erwartet. Hauptsächlich erzählt der Film in den ersten siebzig Minuten jedoch die Geschichte von Shinoda und seiner Tochter Io, die alles über Gojira herausfinden wollen. Zwischen Shinoda und dem Leiter der Krisenbehörde, Mitsou Katagiri, entbrennt zudem ein Streit, weshalb Shinoda seine Forschung offenlegen muss. Zudem darf er nicht mit dem Krisenstab zusammen arbeiten. Professor Shiro Miyasaka ist auch Teil des Stabs und ein alter Freund von Shinoda. So wird das Verhältnis zwischen ihnen ebenfalls auf die Probe gestellt.

Sanfter Auftakt der Millennium-Reihe

Godzilla 2000 Millennium (4)Godzilla 2000: Millennium ist ein zweischneidiges Schwert, denn die Qualität der Reihe hat mit dem Film aus dem Jahr 1999 zu- und auch abgenommen. Positiv möchten wir die Wahl der Schauspieler hervorheben. Sowohl Takehiro Murata (bekannt aus The Last Sword – Die Wölfe von Mibu) in der Rolle von Shinoda, als auch Hiroshi Abe, der den Charakter Katagiri verkörpert, spielen ihre Rollen hervorragend. Der Einsatz der richtigen Musik und die guten Schnitte und tolle Kameratechnik sind ebenso beeindruckend. Das Gojira-Kostüm mögen wir ebenfalls, doch das Wesen Orga wird bis kurz vorm Schluss fast ausnahmslos mit einfachen Computereffekten vorgestellt. Im Produktionsjahr 1999 wirkt Orga so, als würde er für einen Film aus dem Jahr 1993 stammen. Deshalb müssen wir uns für den ersten richtigen Kampf zwischen den beiden Wesen auch bis zur letzten halben Stunde des Films gedulden. An die Inszenierung von Godzilla vs. Mechagodzilla II reicht Godzilla 2000: Millennium jedoch noch lange nicht heran. Der Kampf wirkt nahezu generisch. Selbiges können wir noch nicht einmal zum Bonusmaterial sagen. Dieses ist bis auf Trailer nicht vorhanden. Dafür bietet der Film neben der guten deutschen Synchronisation auch den japanischen Originalton an. Der Einstieg in die Millennium-Reihe fällt so unterm Strich dennoch zufriedenstellend aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem die Amerikaner unter Leitung des Regisseurs Roland Emmerich 1998 versucht haben, einen eigenen Godzilla-Film auf die Beine zu stellen, bin ich sehr froh darüber, dass sich die Japaner dazu entschieden haben, selbst wieder tätig zu werden und eine ganz neue Reihe zu schaffen. Hier merke ich an allen Ecken und Enden, dass man sich viel Mühe gegeben hat, ohne dass irgendetwas den Fluss des Films stört und so aufgesetzt wirkt. Die Handlung und die Charaktere gefallen mir, doch ist es sehr bedauerlich, dass gerade der Kernaspekt des Films, sprich der Kampf zwischen Orga und Gojira, einfach zu generisch wirkt. Man hätte sich meiner Meinung nach absolut nicht auf günstig zu produzierende Computereffekte für ein ganzes Wesen einlassen müssen. Hier hätten es ebenfalls wieder Modelle getan, die für die Godzilla-Filme auf irgendeine Weise ja schon prägnant sind. So ist der Einstieg in die Millennium-Reihe sehr sanft ausgefallen, aber dank des recht offenen Endes bin ich schon sehr gespannt darauf, welche Gedanken sich das Produktionsteam gemacht hat, um die Reihe fortzusetzen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Godzilla 2000: Millennium!

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