Review: Teslagrad

Teslagrad (1)Nintendo legte mit der Metroid-Reihe den Grundstein zu einem ganz neuen Erkundungssystem in Videospielen. Später kopierte Konami das System für einige Teile der Castlevania-Serie. In Fankreisen wird das Genre als Metroidvania bezeichnet und auch auf andere Titel übertragen.

Teslagrad (2)Einer dieser Titel ist Teslagrad vom norwegischen Entwicklerstudio Rain Games. In diesem Spiel übernehmen wir die Rolle eines kleinen Jungen, der nachts aus einer Herberge flieht und sich auf den Weg zum Teslaturm macht. Unentdeckt bleiben wir dabei nicht, denn zahlreiche Stadtsoldaten wollen uns prompt wieder einfangen. Im Turm erst einmal angekommen, steht uns dieser quasi von der ersten Spielminute offen – zumindest bis zu den Stellen, wo wir nach dem erwähnten Metroidvania-Spielprinzip einen Gegenstand benötigen, um voranzuschreiten. Wie es der Name des Spiels, der sich wohl am berühmten Physiker Nikola Tesla orientiert, vermuten lässt, bekommen wir es mit allerhand Facetten von Elektrizität und Magnetismus zu tun. Beispielsweise erhalten wir bereits früh im Spielverlauf Handschuhe, mit denen wir den einen oder anderen Block positiv oder negativ magnetisieren können. Später kommen wir in den Genuss von verschiedenen Capes für unseren Helden, den jungen Burschen. Damit ist es uns möglich, uns von verschiedenen Magnetfeldern abblocken oder anziehen zu lassen. Das System schlängelt sich durch den gesamten Spielverlauf, was uns sehr gut gefällt. Allerdings fragen wir uns öfters, warum wir das überhaupt tun. Eine Geschichte wird nur im Hintergrund mittels kleinen Theaterstücken oder Zwischensequenzen – ohne einen einzigen Text erzählt.

Versuch und Irrtum

Teslagrad (3)Die Rätsel von Teslagrad bewegen sich auf einem humanen Niveau. Es ist eigentlich immer recht schnell ersichtlich, wie die Aufgabenaufstellung aussieht. Allerdings gestaltet sich die Steuerung in vielen Fällen als recht schwammig und fummelig. Das artet schnell in Versuch und Irrtum aus. Oftmals entscheiden auch kleine Pixel-Millimeter darüber, ob ein Sprung nun gelingt oder nicht. Was bei Mega Man 1987 noch für Begeisterung sorgte, funktioniert bei Teslagrad jedoch nicht mehr. Solche Stellen strecken das Spiel künstlich, zumal unser Held bei einem einzigen Fehlversuch am Anfang des Raumes oder zumindest bei gelegentlichen Kontrollpunkten wieder aufwacht. Das ist besonders ärgerlich bei den Bossgegnern, dessen Taktik erst einmal durchschaut werden möchte. Dumm nur, dass der Kampf abbricht und wir den ganzen Kampf von vorne beginnen und hoffen müssen, dass es diesmal klappt. Geklappt hat jedoch die Technik des Spiels, denn die Comic-Grafik ist in Verbindung mit den schönen Klavier-, Violinen- und Xylophonklängen ein wahrer Genuss, den man sich nicht entgehen lassen darf. Schade, dass nach bereits vier bis fünf Stunden der Abspann über den Bildschirm flimmern kann. Wer alle versteckten Dokumente finden will, ist gut eine Stunde länger mit dem spaßigen Teslagrad beschäftigt. Die Metroidvania-Offenbarung ist der Titel aber nicht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Wii-U-Fassung): Als ich den ersten Screenshot von Teslagrad gesehen habe, habe ich mich direkt in den Grafikstil des Spiels verliebt. Der wird im fertigen Spiel mit wunderbarer Musik begleitet. Eigentlich eine wirklich großartige Grundlage aus norwegischem Hause, doch das Spiel hat mich dann leider doch stellenweise zur Verzweiflung getrieben. Grundsätzlich finde ich die vielen Rätsel, die mit Elektrizität und Magnetismus spielen, wirklich spannend. Ärgerlich ist in meinen Augen nur, dass der Held gerade einmal einen Lebenspunkt hat – wird man also elektrisiert, zerquetscht oder von einem Monstrum angegriffen, dann darf ich am Anfang eines Raums oder beim Checkpoint erneut in den Rätselalltag starten. Das wäre sicher anders möglich gewesen und auch der Einsatz der dem Metroidvania-Genre entliehenen Elemente hätten die Norweger wohl sehr viel besser umsetzen können. Was ich jedoch absolut nicht verstehe, ist, warum der Fernsehbildschirm schwarz bleiben muss, wenn ich das Spiel ganz auf den Bildschirm des GamePads auslagere. Trotz des selten genutzten Potentials macht Teslagrad für ein paar kurze Stunden Spaß.

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