Review: Pokémon: Omega Rubin & Alpha Saphir

Pokémon Omega Rubin Alpha Sapphire (1)Zum dritten Mal dürfen Pokémon-Fans in Nostalgie schwelgen, denn zum dritten Mal schickt Nintendo zwei Serien-Episoden zur Frischzellenkur. Die neuen Remakes der Game-Boy-Advance-Spiele Pokémon Rubin & Saphir geben auch allen Grund zum Retro-Feeling.

Pokémon Omega Rubin Alpha Sapphire (2)Das alljährliche Erscheinen der Pokémon-Episoden hat Nintendo inzwischen stillschweigend etabliert. Den Spielern selbst macht es nichts aus, denn eine Sättigung ist nicht zu erkennen – im Gegenteil: Die Vorbestellungen der neuen Remakes übertrafen tatsächlich diejenigen des letzten Abenteuers. Anscheinend freuen sich die Spieler auf etwas, was sie schon ganz genau kennen, besonders. Dementsprechend wäre Nintendo auch schön blöd, nicht alles beim Alten zu belassen, bei einem Remake erst recht. Noch immer starten wir unser neues Abenteuer in Wurzelheim und lernen Schritt für Schritt die Welt der Pokémon und ihre Bewohner kennen. An der Tagesordnung steht aber schon bald das klassische Trainer-Dasein, welches nur vom nie endenden Konflikt zwischen Team Aqua und Team Magma überschattet wird. Ob wir diesem Rollenspiel dabei lieber unseren Schwerpunkt auf eine steile Karriere als Ordenjäger oder als Pokémon-Sammler hinlegen, bleibt uns überlassen. Am besten ist wohl wie immer die Mischung aus beidem. Entwickler Game Freak wusste genau, welche Orte und Ereignisse der Hoenn-Region für die Spieler damals die Highlights darstellten. Vom Ausstieg aus dem Möbelwagen in Wurzelheim bis zu der ersten Begegnung mit Troy – all diese unvergesslichen Momente sind uns erhalten geblieben und wurden dabei wunderbar auf Hochglanz poliert.

Die Lust am Abenteuer

Pokémon Omega Rubin Alpha Sapphire (3)Erneut hat es Game Freaks geschafft, die umfangreichen Online-Funktionen alle unter sehr einheitliche Bildschirmanzeigen zusammenzufassen. Die meiste Zeit werden auf dem unteren Bildschirm aber wohl die neuen Features des Poké-Multi-Navis genutzt werden. Dieses Gerät spürt auf den Routen ganz besondere Pokémon auf. Damit steigt die Chance auf einzigartige Attacken und Werte. Zusätzlich kann durch die Schleichmöglichkeit – die Sensitivität des Schiebepads gewinnt nun erstmals an Bedeutung – gewöhnlichen Zufallskämpfen aus dem Weg gegangen werden. Dies wünschten wir uns schon zu lange, noch besser sind vielleicht aber die anderen Features dieses Geräts. Dazu dient es noch als zuverlässiger Kampffahnder für Rückkämpfe mit Trainern und als Timer für unsere gepflanzten Beeren. Mit Symbolen wird uns auf dem Touchscreen mitgeteilt, was wir in anderen Generationen nie erfahren hätten, ohne zunächst zeitaufwendig unzählige Male von der Versteckten Maschine Fliegen Gebrauch zu machen. Diese optimale Einbindung des unteren Bildschirms in den Pokémon-Spielen war schon sehr lange überfällig! Genauso steht es um bestimmte Features. So gehören die Pokémon-Wettbewerbe der dritten Generation seit jeher zu den beliebten Nebenaufgaben. Selbstverständlich wurden auch dieses generalüberholt und ins Remake-Gewand gezwängt.

Pokémon im Rampenlicht

Pokémon Omega Rubin Alpha Sapphire (4)In verschiedenen Kategorien stellen Trainer hier ihre Pokémon zur Schau. Attacken sind auch hier essentiell, nicht aber zum Kämpfen. Sie müssen möglichst ansprechend auf das Publikum wirken. Jeder Move ist unterschiedlich effektiv und bringt spezielle Boni mit sich – ohne eine Strategie läuft auch im Showbusiness nichts. Es lohnt sich also auch einmal Pokémon und vor allem Attacken ins Blickfeld zu nehmen, die wir als angehender Pokémon-Champion sonst so schnell nicht ins Auge gefasst hätten. Nach den Shows lassen wir es dann etwas gemächlicher in unseren Super-Geheimbasen zugehen. Frei nach unserer Kreativität gestalten wir in den versteckten Ecken rund um Hoenn diese privaten Rückzugsorte. Allzu privat bleibt dieser bei einer aktiven Internetverbindung aber nicht: Fügen wir Freunde in unser Team hinzu, suchen sie in ihren Basen auf oder fordern sie zu Kämpfen heraus – wem die Geheimbasen schon damals zugesagt haben, der wird jetzt noch einmal mindestens genauso viel Spaß damit haben. Visuell dürfen viele Spieler auch direkt wieder in Nostalgie schwelgen, auch wenn die Technik natürlich auf aktuellem Niveau angekommen ist. Grafisch waren Pokémon X & Y nur eine Testphase – die Remakes hieven die Pokémon-Spiele auf ein visuelles sowie erzählerisch etwas höheres Niveau. Luft nach oben ist bei der Hardware dennoch vorhanden.

Verschenktes Potential

Pokémon Omega Rubin Alpha Sapphire (5)Kurze Zwischensequenzen gab es zwar schon zuvor, doch die neuen Editionen verleihen dem immersiven Gefühl für die Pokémon-Welt noch einmal eine neue Dimension. Die Kamera bewegt sich nun noch unabhängiger vom Geschehen, um per Zoom sowohl die weitläufigen Routen einzufangen, als auch in verwinkelten Städten wie schon in Illumina City eine Third-Person-Perspektive zu suggerieren. Was den Tiefeneffekt betrifft, halten sich die Korrekturen leider bedeckt. Zu bestaunen ist dieser nur in Kämpfen, einigen Zwischensequenzen und an besonderen Orten. Leichte Ruckler im aktivierten 3D-Modus sind leider immer noch an der Tagesordnung, ohne 3D fahren wir auch in dieser Edition am besten. Dafür wurden die Hintergründe in den Kämpfen merklich aufgehübscht. Das gilt auch für einige Schauplätze Hoenns, die umfangreiche Bauarbeiten über sich ergehen lassen mussten. Das eine oder andere völlig neue Areal ist auch hinzugekommen, welche sich direkt auf der Liste der besten Gebiete ganz nach oben katapultierten. Leider ist auch dieses Abenteuer wieder zu leicht ausgefallen. Obwohl der relativ lineare Spielverlauf gegeben ist, hält das Level der Trainer kaum mit unserer wachsenden Stärke mit. Die Arenen, die sonst immer regionale Höhepunkte darstellten, verblassen leider zur unkomplizierten Routine. Das hätte nicht sein müssen.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit: Die vielen kleinen Verbesserungen verpassen auch solch einem großen Abenteuer eine neue und markante Note, für die es sich auch heute noch einmal zuzuschlagen lohnt. Für mich waren in diesem Pokémon-Ableger wohl sogar die kleinsten Verbesserungen die schönsten Neuerungen. Die vielen sinnvollen Touchscreen-Features gaben mir stets das Gefühl, als Trainer jederzeit alles unter Kontrolle zu haben. Game Freak lässt Fans der dritten Generation mit der Überarbeitung von Hoenn keine Möglichkeit für Kritik offen, zu schön wurde die alte Spielwelt neu aufgezogen. Leider agieren dessen Bewohner, die Trainer, im Kampf nicht immer besonders geschickt. Hätten sie nur etwas stärkere Pokémon, wäre das Potential für einige richtig anspruchsvolle und spannende Kämpfe vorhanden gewesen, so ist diese Edition so einfach wie ihre Vorgänger. Zumindest hatte ich so die Gelegenheit auch einmal etwas unbeachtete – da schwächere – Pokémon zu verwenden. Nach dem Triumph über die Top Vier gerät dieses Problem aber schnell in den Hintergrund. Offline sowie online bringen neue Pokémon und Trainer auch für noch so erfahrene Spieler inspirierende Herausforderungen mit sich. Damit besitzt das Remake insgesamt ein wesentlich höheres Potential, mich langfristig zu unterhalten, als zum Beispiel noch Pokémon X & Y.

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