Review: Der Mythos

Der Mythos (1)Nachdem die Arbeiten von New Police Story abgeschlossen waren, haben sich Jackie Chan und Stanley Tong 2005 zusammengesetzt, um den Film Der Mythos auf die Leinwand zu bannen. Mit internationaler Besetzung ist ihnen damit ein recht unterhaltsamer Film gelungen.

Der Mythos (2)Der Film spielt auf zwei Handlungsebenen. Während sich eine um den Archäologen Jack dreht und damit in der Gegenwart angesiedelt ist, findet das Geschehen in der Vergangenheit vor mehr als zweitausend Jahren statt. Genauer gesagt finden wir uns bei der Eröffnung des Films im ersten Jahr der Qín-Dynastie, der ersten Dynastie des Kaiserreichs China. General Meng Yi erhält den Auftrag, die Prinzessin Ok-soo aus ihrer Heimat ins Reich zu bringen. Dort soll sie als Konkubine des Kaisers Qín Shǐhuángdì dienen. Allerdings widersetzt sich der Verlobte der Prinzessin den Befehlen Meng Yis, wodurch die Situation eskaliert und es zu Kämpfen kommt. Meng Yi und Ok-soo fallen bei einem dieser Kämpfe in eine Schlucht und landen im Wasser. Sie werden von der Strömung fortgetragen und müssen den Heimweg ohne Begleitschutz und durch karge Landschaften eigenständig finden. Unterwegs müssen Meng Yi und Ok-soo extremen Temperaturen trotzen und Wegelagerern entkommen. Thematisiert wird in dieser Zeitepoche vor allem die Liebe, die sie gegenseitig füreinander empfinden, aber aufgrund ihres Standesunterschied nicht nachgehen dürfen. Umso problematischer wird es für die beiden, sobald sie in eine Verschwörung am Kaiserhof verwickelt werden. Das Schicksal von Meng Yi und Ok-soo endet für beide auf unterschiedliche Art und Weise sehr tragisch.

Reinkarnation

Der Mythos (3)In alternierenden Abständen springt der Film in die Handlungsebene in der Gegenwart. Hier wird Archäologe Jack, der wie Meng Yi von Jackie Chan gespielt wird, von seinem Freund William besucht. Dieser unterrichtet Jack von einer Entdeckung im indischen Dasar, welche Jack zuvor als Mythos abgetan hat. Trotzdem beschließen die beiden, gemeinsam nach Indien zureisen, um Williams Entdeckung nachzugehen. Sie können unbemerkt in einen Tempel gelangen, wo sie einen schwebenden Sarkophag entdecken. Als William einen Stein im Raum bewegt, fällt der Sarkophag jedoch zu Boden. Jack, der in den letzten Monaten ständig von der Prinzessin Ok-soo träumt, findet im Behälter ein Bild von ihr. Er ist fassungslos, doch müssen sie erst einmal aus dem Tempel entkommen, da die Wächter auf sie aufmerksam geworden sind. Während William es noch gerade rechtzeitig zum Helikopter schafft, muss Jack zurückbleiben, da der Hubschrauber sonst Gefahr laufen würde, abzustürzen. Wie Meng Yi landet auch Jack im Fluss, wird aber von der hübschen Samantha und ihrem Elefanten aus den Fluten gerettet. Sie hilft ihm aus Indien zu entkommen, damit er zurück in Hongkong den Stein und das Bild untersuchen kann. In dieser Zeitebene wird das Thema Reinkarnation besprochen. So und nicht anders werden beide Epochen wie ein Puzzle zusammengefügt.

Chinesische und indische Kultur

Der Mythos (4)Die zweite Hälfte des Films überrascht zudem mit einer weiteren Wendung, über die wir an dieser Stelle aus Spoiler-Gründen nichts verraten möchten. Gedreht wurde der Film sowohl in China, als auch in Indien. Das Besondere an den Drehorten ist, dass an diesen eigentlich nicht gedreht werden darf. Sowohl die Ruinenstadt in Indien, als auch das chinesische Mausoleum Qín Shǐhuángdìs sind für Drehaufnahmen eigentlich tabu. Umso mehr freut es uns, dass es Chan und Tong gelungen ist, Genehmigungen für diese Orte zu erhalten, um den kulturellen Aspekt beider Länder einzufangen. Teilweise merkt man Der Mythos an, dass man auch ein wenig an Indiana Jones erinnern will oder zurückdenkt Armour of God: Der rechte Arm der Götter und Armour of God II: Der starke Arm der Götter. Wie auch immer, der große Hit ist den beiden mit Der Mythos allerdings nicht gelungen. Die Handlung ist zwar spannend und kann zwei Stunden lang durchaus unterhalten, aber viele Spezialeffekte wirken selbst für eine chinesische Produktion unausgereift. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, bekommt beim Kauf gleich vier Stunden Bonusmaterial dazu. Des Weiteren liegt ein Audiokommentar von Stanley Tong, Barbie Tung und Oliver Wong vor. Dadurch kann Der Mythos seine wenigen Defizite in Inhalt und Bildqualität durch die tolle Ausstattung gleich wieder wettmachen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Idee der Reinkarnation ist in Filmen nicht neu und wird auch in Zukunft sicherlich noch häufig aufgegriffen werden. Jackie Chan und Stanley Tong haben es mit Der Mythos aber geschafft, das Thema hervorragend mit nur zwei Figuren getrennt über 2200 Jahre zu behandeln. Sogar das Leitmotiv, welches Meng Yi dazu antreibt, Prinzessin Ok-soo zu beschützen, wird in die Gegenwart übertragen. Es bleibt durchgehend bei einer sehr platonischen Liebe, leidenschaftlich wird es dabei nicht. Das will der Film aber eigentlich auch gar nicht, denn das Thema ist tiefgründiger und so überrascht mich auch das Ende, welches sehr untypisch für einen Jackie-Chan-Film ist. Leider muss ich aber auch gestehen, dass ich es sehr schade finde, dass der Martial-Arts-Anteil fast gar nicht zur Geltung kommt. Ich merke Chan an, dass er gerne so viel zeigen möchte, es aufgrund der Handlung aber nicht immer passt. Trotzdem hätten ein paar mehr Szenen mit Schlägen und Tritten Der Mythos gutgetan. Die Fließbandszene und das Auftreten von Mallika Sherawat können das allerdings, genauso wie das sehr großzügige Bonusmaterial, gut entschädigen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Der Mythos!

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