Review: Beyond the Boundary (Vol. 4)

Beyond the Boundary (Vol. 4) (1)Während die erste Volume von der Anime-Serie Beyond the Boundary das Grundgerüst mitsamt Charakteren und ihren Motivationen festigen konnte, führten die zweite und dritte Ausgabe die Handlung konsequent fort. Die vierte und letzte Volume macht da keine Ausnahme.

Beyond the Boundary (Vol. 4) (2)Am Ende der dritten Volume überschlugen sich die Ereignisse regelrecht. Der Geisterkriegerin Kuriyama Mirai wurde auferlegt, ihren Mitschüler und guten Freund Kanbara Akihito aus dem Verkehr zu ziehen, sprich zu töten. Da in ihren Adern verfluchtes Blut fließt, war es ihr vorbehalten, diesen Schritt zu unternehmen. Da sie Akihito mit der Zeit jedoch sehr zu schätzen gelernt hat, hat sie sich dagegen entschieden, ihn ins Jenseits zu befördern. Stattdessen hat sie ihr gesamtes Blut aufgegeben, um dem Halb-Yōmu das Leben zu retten. Sie hat seine dämonische Seite aufgenommen, damit er endlich ein alltägliches und vor allem menschenwürdiges Leben führen kann. Der Preis dafür war jedoch sehr hoch, denn als Akihito nach einem dreimonatigen Koma aufwacht, erfährt er von seinen Freunden, dass Mirai ihr Leben bei dem Unterfangen gelassen hat. So wirklich wahrhaben möchte Akihito das immer noch nicht und versucht in einem Gespräch mit seiner kuriosen Mutter herauszufinden, ob es eine Möglichkeit gibt, Mirai zu retten. Diese befindet sich mittlerweile in einer anderen Dimension, in der die Welt unter einer leichten Schneedecke begraben liegt. Die Idylle trübt jedoch, denn in der anderen Existenz, die in einer Kugel über Nagatsuki schwebt, kämpft Mirai unerbittlich gegen den titelgebenden Yōmu Kyōkai no Kanata, der einst im Körper von Akihito schlummerte.

Anfang und Ende

Beyond the Boundary (Vol. 4) (3)Dafür verantwortlich ist niemand geringeres als ein bestimmtes Mitglied der Geisterkriegervereinigung; die Rede ist vom Anzugträger Fujima Miroku. Dieser führt der Kugel unentwegt Energie zu, indem er sämtliche Yōmu anlockt, die für Kyōkai no Kanata als Nahrung dienen sollen. Wie Akihito in die Sphäre eindringen kann und ob es ihm gelingt, seine Freundin Mirai vor den Qualen zu retten, verraten wir euch an dieser Stelle natürlich nicht. Inhaltlich gehören die abschließenden drei Episoden genau wie die drei vorhergehenden Folgen wirklich zum Besten, was die Anime-Serie nur bieten kann. Bis zum Endkampf fiebern wir regelrecht mit unseren beiden Helden mit und hoffen auch, dass Nase Izumi dem durchtriebenen Miroku das Handwerk legen kann. Der Epilog ist den Schöpfern ebenfalls sehr gut gelungen, denn die Kernaussage, dass es bei Romanen nicht um das Ende, sondern um die Geschichte geht, wird in der zwölften Folge sogar in Dialogform aufgegriffen und verleiht dem Finale eine romantische Note. Die abschließende dreizehnte Folge wird im Übrigen als Episode Null bezeichnet, da sie zeitlich vor allen anderen Erlebnissen spielt. Da diese Episode sich jedoch hervorragend mit der Handlung verwebt und auf spätere Enthüllungen ungeniert eingeht, macht es für uns nur Sinn, dass man sich bei dieser Folge für den letzten Episodenplatz entschieden hat.

Lupenreiner Abschluss

Beyond the Boundary (Vol. 4) (4)Es gibt an Beyond the Boundary tatsächlich nicht sehr viel auszusetzen, denn sowohl auf der inhaltlichen, als auch auf der technischen Seite ist die dreizehnteilige Serie herausragend. So können uns Landschaftsbilder, Hintergründe, Charakteranimationen und Lichteffekte genauso zufriedenstellen wie die Ausstaffierung der Charaktere, der Verlauf der spannenden Handlung und die damit einhergehenden Design-Entscheidungen. Schade ist aber, dass das Bonusmaterial dürftig ausfällt. Im digitalen Bereich gibt es zwei Bonusclips, welche wie die vorherigen Clips Gerichtsverhandlungen zeigen, bei denen die Charaktere für illustre Verbrechen verurteilt werden. Immerhin liefert der letzte Bonusclip eine halbwegs plausible Erklärung für den Blödsinn. Das Booklet gibt ebenfalls nur einen bedingten Einblick in die Produktion der Serie. Im Heftchen finden sich unter anderem Charakterporträts zu Shindō Ai, Shindō Ayaka, Fujima Miroku, Nase Izumi und Ninomiya Shizuku, sowie ein knapper Episodenguide zu den drei auf der Disc befindlichen Folgen, Abbildungen von wenigen Szenen, ein paar Konzeptzeichnungen, Skizzen und eine kurze Danksagung von Regisseur Ishidate Taichi. Wer bei der Erstauflage des Animes zugegriffen hat, wird sich aber definitiv über den schönen und stabilen Schuber freuen, in den auch wir jetzt zufrieden die vierte und letzte Volume verstauen werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Beyond the Boundary gehört für mich definitiv zu den besten, spannendsten und auch interessantesten Anime, die ich im Jahr 2016 bisher gesehen habe. Die Handlung ist mit ihren Charakteren wirklich greifbar und gerne stelle ich mir in meinen Gedanken vor, wie ich selbst als Geisterkrieger mit den Protagonisten auf die Jagd gehe. Viel zu oft habe ich mich dabei ertappt, wie ich mit den Charakteren mitfiebere – das spricht aber nur für die hervorragende Qualität des Anime, der nicht nur inhaltlich, sondern auch auf der technischen Ebene wirklich großartig funktioniert. Man arbeitet sogar sehr oft mit Filtern, sodass die verschiedensten Stimmungen atmosphärisch auf unterschiedlichste Art und Weise eingefangen werden können. Obwohl die Story nun zu einem Ende gekommen ist, würde es mich sehr freuen, wenn auch die beiden Filme hierzulande noch veröffentlicht werden und man in Japan darüber nachdenken würde, das Franchise auszubauen. So gerne würde ich eine zweite Staffel um Akihito, Mirai und Co sehen und auch in das eine oder andere Videospiel eintauchen – schließlich bietet das Universum dafür genug Spielraum und Anhaltspunkte. Bevor ich mich jedoch zu viel in Nebensächlichkeiten verliere, möchte ich euch den Anime an dieser Stelle ein letztes Mal wärmstens empfehlen – er verdient es wirklich, von jedem Anime-Liebhaber gesehen zu werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Beyond the Boundary (Vol. 4)!

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