Review: Maria the Virgin Witch (Vol. 3)

Während die ersten vier Episoden von Maria the Virgin Witch dazu genutzt worden sind, um uns die Grundlagen zu erläutern, gewann in der zweiten Volume die Handlung an Bedeutung. Diese wird in der dritten und letzten Volume zu einem befriedigenden Abschluss geführt.

Der durchgehende Handlungsstrang erreicht im Serienfinale einen neuen Höhepunkt. So sind alle vier Folgen stark miteinander verknüpft und führen die Story stringent bis zum Finale fort. Zu Beginn der neunten Episode bekommt es die schlafende Maria mit Garfa zu tun, der einen Auftrag für die Kirche ausübt. Er soll Maria vergewaltigen, damit diese ihre Jungfräulichkeit und somit ihre Fähigkeit verliert, Magie zu wirken. Es gelingt ihm, Maria zu betäuben, doch verliert sie ihre Kräfte kurioserweise auch ohne sein perfides Einwirken. Der Orden nimmt Maria gefangen. Während zunächst noch tagelang darüber debattiert wird, wann sie auf dem Scheiterhaufen ihrer (aus Sicht der Kirche) gerechten Strafe zugeführt werden soll, geht auf einmal alles ganz schnell und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. An diesem Punkt teilt sich die Story ein letztes Mal auf. So wird Joseph beispielsweise von Graf Guillaume in eine englische Stadt entsandt, um weiterhin im Krieg zu kämpfen. Dort kommt es unausweichlich zu einer Auseinandersetzung zwischen Joseph und Garfa, in der Josephs Gefühle aufkochen und zum Ausgang der gesamten Handlung beitragen. Unterdessen agieren Artemis und Priapos als Boten, um Maria Nachrichten zu überbringen. Viv mobilisiert hingegen die anderen Hexen, um für die Freiheit von Maria und gegen Erzengel Michael zu kämpfen. Spannend bis zuletzt!

Musik, die Emotionen weckt

An der technischen Gestaltung von Maria the Virgin Witch hat sich unterdessen nichts geändert. Das heißt leider, dass die Optik nach wie vor ein zweischneidiges Schwert ist. Auf der einen Seite weiß der spätmittelalterliche Look in puncto Architektur und Charakterdesign zu gefallen, doch auf der anderen Seite muss sich das Animationsstudio mit den Vorwürfen konfrontiert fühlen, dass die Charaktere oft so wirken, als seien sie einfach nur auf eine Unterlage gesteckt worden, ohne dass die Stile miteinander gut harmonieren. Trotz dieses Defizits wollen wir noch einmal den Soundtrack loben. Wie in den vorherigen acht Folgen gelingt es dem Komponisten Kōda Masato sämtliche Situationen passend mit Musik einzufangen. Vor allem die düstere und bedrohliche Untermalung, die in der letzten Volume durch die Gefangenschaft Marias vorherrscht, ist dem Komponisten gelungen. Besonders erwähnen möchten wir an dieser Stelle, dass im letzten Abspann der Serie das Lied Subarashiki Minori o Utai Sasage yō aus den Lautsprechern des Fernsehers trällert und uns dabei sogar entfernt an den vorletzten Track Augie’s Great Municipal Band aus Star Wars – Episode 1: Die dunkle Bedrohung erinnert. Es ist beeindruckend, mit welch einfachen Mitteln dermaßen große Emotionen hervorgerufen werden können. Matsui Yōhei und Myu haben hier wirklich fantastische Arbeit geleistet.

Abschied voller Tränen

Vor allem beim Serienauftakt war die Kritik an der Katholischen Kirche beziehungsweise ihre Einmischung in die Gesellschaft deutlich zu spüren. In der dritten Volume ist davon kaum etwas mehr zu sehen, stattdessen fühlt sich der Serienabschluss sehr versöhnlich an. Es wird eine Lösung gefunden, in der Logik auf Irrationalität trifft und das Ende fast schon ein wenig zu metaphysisch wirken lässt. Hier wäre deutlich mehr Mut von Seiten des Animationsstudios Production I.G beziehungsweise vom Autor der Manga-Vorlage, Ishikawa Masayuki, wünschenswert gewesen. Dennoch wirkt das Ende auf uns dadurch mehr als rund, da man es geschafft hat, sämtliche Handlungsfäden zusammenzuführen und gar einen kurzen Ausblick auf das weitere Leben einiger Charaktere gibt. Schlussendlich lässt sich sagen, dass Maria the Virgin Witch mit insgesamt zwölf Episoden á 25 Minuten, von denen vier Folgen auch in der dritten und letzten Volume vorliegen, genau die richtige Länge für eine Anime-Serie hat. Die Handlung kann ohne unnötige Filler-Episoden zu Ende erzählt und die wichtigsten Charaktere ausgiebig durchleuchtet werden. Nebenher wird ein Einblick in den Hundertjährigen Krieg gewährt, der die Atmosphäre untermauert. Wer die titelgebende Hexe Maria bereits in sein Herz geschlossen hat, dem wird der Abschied mit Volume 3 sicherlich sehr schwerfallen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Während der Serienauftakt mit reichlich Humor unterlegt wurde und dieser noch bis zur zweiten Volume anhielt, ist das Finale von Maria the Virgin Witch nun deutlich ernster und düster. Maria wird gefangen genommen und muss gerettet werden. Das wird auf verschiedene Art und Weise probiert, sodass es bis zur zwölften und leider auch letzten Episode spannend bleibt. Die logische Konsequenz kann auch ohne Humor unterhalten, denn stilistisch gefällt mir die Serie vor allem durch ihre Musik, die mich teils auch an andere große Werke erinnert. Wer eine stringent erzählte und niemals langweilige Geschichte, die mit tollen Charakteren und Momenten unterlegt ist, sucht, wird mit Maria the Virgin Witch definitiv nichts falsch machen und alle, die schon mit den beiden vorherigen Volumes ihren Spaß hatten, werden auch im Finale wohl nicht enttäuscht werden!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Maria the Virgin Witch (Vol. 3)!

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