Review: PGA Tour 2K21

Nachdem Electronic Arts im Jahr 2015 mit Rory McIlroy PGA Tour zum letzten Mal ein Golfspiel veröffentlichte, füllten die HB Studios diese Lücke mit The Golf Club aus. Dank 2K hatten die Entwickler die Möglichkeit, in PGA Tour 2K21 mit großen Lizenzen zu hantieren.

Golf fasziniert die Menschen schon seit Jahrhunderten. Durch die Erfindung der Videospiele konnte der Golfsport in den letzten Jahrzehnten auch digital für Furore sorgen. Mal realistisch, mal absurd und mal fantasiereich fallen die Spiele aus. PGA Tour 2K21 gehört definitiv zur realitätsnahen Kategorie des Genres, da die HB Studios wieder sehr viel Wert auf Details gelegt haben. Im Mittelpunkt des Spiels steht der Karrieremodus, in dem wir uns von der Qualifying School, über die Korn Ferry Tour bis hin zur titelgebenden Professional Golf Association Tour einen Namen machen können. Es ist dabei nicht zwingend erforderlich, dass wir das Handwerk von der Pike auf lernen. Fühlen wir uns wie Profis, da wir beispielsweise schon The Golf Club rauf und runter gespielt haben, können wir auch direkt bei den großen Fischen mitmischen. Zuerst erstellen wir uns einen männlichen oder weiblichen Avatar, damit wir im Anschluss auf mehr als drei Dutzend Golfplätzen gegen Berühmtheiten wie Patrick Cantlay, Justin Thomas oder Gary Woodland antreten. Bei all den großen Namen fällt leider unschön auf, dass es keine Damen in PGA Tour 2K21 als Rivalinnen gibt. Hier hätte 2K ruhig ein paar Lizenzen bei der Ladies Professional Golf Association einkaufen dürfen, um das umfangreiche Gesamtbild auch für beide biologischen Geschlechter möglichst attraktiv zu gestalten.

Realitätsnahe Golf-Erfahrung

In puncto Gameplay folgt PGA Tour 2K21 durchweg den Golfregeln und versucht dabei ein möglichst realistisches Abbild des echten Golfsports auf den Bildschirm zu zaubern. Die an echte Areale orientierten Golfplätze verzaubern Fans des Genres mit ihren topografischen Eigenschaften. Unterschiedlich angeordnete Sandbunker, Wasserflächen und Bäume sind für uns überaus wichtig, denn nur wenn wir die Hindernisse korrekt erfassen, können wir unseren Golfball möglichst weit abschlagen. Hinzu kommt noch die Windrichtung mit unterschiedlicher Stärke, wodurch wir unseren Schlag immer mal wieder anpassen müssen. Komplett ist das Spiel dadurch aber nicht berechenbar und das ist auch gut so, denn nur mit Feingefühl macht das Golfen langfristig Spaß. Wenn wir einen Golfball versehentlich in einen Bunker versenken oder ins Rough schlagen, müssen wir uns schnell einen alternativen Plan überlegen, wie wir den Ball mit möglichst wenigen Schlägen ins Loch bringen. Für ein Golfspiel unerlässlich ist auch eine gute Steuerung – und genau hier punktet PGA Tour 2K21 fast durchweg. Während wir mit dem linken Stick die Aufschlagfläche des Balls bestimmen, regeln wir mit dem rechten Stick unter anderem den Drall, bevor wir mit selbigen Stick den Schläger ausholen und schließlich den Ball abschlagen. Auch hier verbessert Feingefühl unser Können stark.

Für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis

Für gewonnene Turniere erhalten wir im Übrigen Erfahrungspunkte. Warum diese so heißen, ist uns jedoch schleierhaft. Mit ihnen verbessern wir nicht die Eigenschaften unseres Golfers. Stattdessen erhalten wir bei einem Level-up lediglich besondere Kleidungsstücke oder auch Geldgeschenke. Diese können wir im In-Game-Shop ebenfalls gegen Kleidung von großen Marken wie Adidas, Malbon oder Puma eintauschen. Auch diese Kleidung ist rein kosmetisch und hat keine Auswirkung aufs Gameplay. Hier zählt in erster Linie das Können, was wir vor allem im Multiplayer-Modus begrüßen. Online oder offline dürfen wir uns mit anderen Spielern messen. Besonders gut gefällt uns, dass wir den Schwierigkeitsgrad personalisieren können. Zum Beispiel dürfen wir das Gitternetz am Boden beim Putten oder die Entfernungsanzeigen ausblenden. So kommen sowohl Anfänger als auch Profis voll auf ihre Kosten. Offline dürfen diese Regeln gar für bis zu drei einzelne Gäste unabhängig voneinander eingestellt werden. In technischer Hinsicht sind die Golfplätze zwar nett anzusehen, doch die Hardware der PlayStation 4 wird kaum gefordert. Dafür kommentieren mit Richard Beem und Luke Elvy zwei Golfexperten das Geschehen unglaublich atmosphärisch. Schade ist nur, dass es hier keine Untertitel gibt. Unterm Strich ist das aber nur der kalte Tropfen auf den heißen Stein, denn in puncto Gameplay und Unterhaltung beißt sich PGA Tour 2K21 an die Spitze.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Obwohl ich seit Rory McIlroy PGA Tour kein richtiges Golfspiel mehr angerührt habe, konnte ich mich in PGA Tour 2K21 sofort zurechtfinden. Im Karrieremodus klappere ich zwar nur ein Turnier nach dem anderen ab, werde aber mit ständig anders platzierten Hindernissen konfrontiert, sodass ich auch diese Herausforderungen meistern muss. Ebenfalls mag ich, dass die erwerbbaren Kleidungsstücke im In-Game-Shop keine Auswirkungen auf das Gameplay haben. In PGA Tour 2K21 zählt in erster Linie das Können. Ich habe wirklich das Bedürfnis, mich anzustrengen, damit ich meine Gegner schlagen kann. Positiv ist auch der einstellbare Schwierigkeitsgrad hervorzuheben. So kann ich den Schwierigkeitsgrad an meine persönlichen Bedürfnisse anpassen. Möchte ich zum Beispiel das Gitternetz beim Putten deaktivieren, aber sonst alle Einstellungen so belassen, ist das durchaus möglich. Hier können sich andere Entwicklerstudios ruhig eine Scheibe von den HB Studios abschneiden. Dank dieser Features darf sich PGA Tour 2K21 mit Recht zu den besten Ablegern des Genres zählen, an dem kein Golf-Fan vorbeikommt. 

Vielen Dank an 2K für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von PGA Tour 2K21!

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