Review: One Piece: Box 24 (Episoden 716–746)

Seit der 21. Serienbox von One Piece dreht sich alles um das einstige Inselidyll Dress Rosa. Mit der 24. Volume gelingt es der langlebigen Anime-Serie endlich, den Handlungsstrang um den durchtriebenen Don Quichotte de Flamingo mit einem ganz großen Knall abzuschließen.

Unglaublich, aber wahr: Seit drei Serienboxen beschäftigt sich die Handlung der Anime-Serie One Piece um den schier endlosen Kampf gegen den wohl bösartigsten Gegenspieler, der sich Monkey D. Ruffy bisher in den Weg gestellt hat. Dabei beginnen die ersten Episoden der 24. Ausgabe der Serie noch gar nicht um den finalen Kampf. In diesen erlebt der Zuschauer lediglich die ausgehenden Kämpfe zwischen anderen, aber nicht weniger wichtigen Protagonisten. Frankie duelliert sich beispielsweise immer noch mit Señor Pink in und um die Smile-Fabrik herum, während sich der einbeinige Kyros im Sonnenblumenfeld mit Diamante misst. Dieser lässt tödlichen Sternenstaub über das Areal hageln. Ein Glück, dass Archäologin Nico Robin zur Stelle ist und sowohl Kyros als auch dessen Tochter Rebecca mit ihren Teufelskräften beschützen kann. Piratenjäger Lorenor Zorro wiederum befindet sich noch immer im Gefecht mit dem steinernen Pica, der die Bewohner von Dress Rosa nicht nur mit seiner hohen Piepsstimme in Angst und Schrecken versetzt. Mit seiner Spezialfähigkeit, sich mit der Umgebung zu verschmelzen, ist es ihm gelungen, in die übergroße Statue des Landes zu schlüpfen. Da ihm die Rückkehr von König Riku Doldo III. ein Dorn im Auge ist, da dieser sein Anrecht auf den Thron gelten machen könnte, versucht er, ihn in Form der riesigen Statue zu zerquetschen.

Entscheidung auf Dress Rosa

Hauptsächlich dreht sich die 24. Serienbox von One Piece jedoch um den Entscheidungskampf. Auf der einen Seite stehen Ruffy und sein Komplize Trafalgar D. Water Law, auf der anderen Seite wiederum De Flamingo und der schleimige Trébol. Zu sehr ins Detail kann an dieser Stelle nicht gegangen werden, da der Kampf wie für die Serie und das Genre üblich in der ersten Hälfte vor allem mit Rückschlägen gepflastert ist, aus denen die Helden lernen und sich eine neue Taktik überlegen müssen. Dennoch sei gesagt, dass Law sich bis zuletzt weigert, De Flamingo zur Unsterblichkeit zu verhelfen und einige Tricks einsetzt, die soweit gehen, dass er seinen eigenen Tod vortäuschen muss. Ruffy blieb im zweijährigen Zeitsprung, den die Serie in der 17. Serienbox angerissen hat, selbstverständlich nicht untätig. Trotz aller Abenteuer, die die Strohhut-Piraten seit jeher erlebt haben, hat er seine Geheimwaffe(n) bis zu diesem Zeitpunkt aber nicht eingesetzt geschweige denn erwähnt. Weitere Einzelheiten sollen an dieser Stelle aus Spoiler-Gründen ein Geheimnis bleiben, aber der langjährige Zuschauer kann sich hierbei sicher sein, dass bei Ruffys neuen Techniken selbst einem übermächtigen Feind wie De Flamingo ordentlich die Spucke wegbleiben wird. Der eigentliche Kampf zieht sich über einige Episoden, ist im Vergleich zum ganzen Handlungsstrang aber angenehm kurz.

Handlungsstrang mit Überlänge

Tatsächlich gibt es in dieser Serienbox noch ein flüchtiges Wiedersehen mit den anderen Strohhüten, die sich vor einigen dutzend Folgen auf Ruffys und Laws Geheiß hin dazu entschieden haben, aus Dress Rosa zu verschwinden und ihre Geisel Caesar Crown auf die Insel Zou zu bringen. Was erfreulich klingt, ist handlungstechnisch aber äußerst mau inszeniert. Weder ist die einzige Episode, die sich um Navigatorin Nami, Smutje Sanji, Arzt Chopper und Musiker Brook dreht ordentlich in die restliche Handlung eingewebt, noch erklärt sich der Sinn dieser Folge für den Zuschauer. Zudem werden hier Namen von weiteren Antagonisten eingeworfen oder angedeutet, die für die Serie bisher noch keinen oder zumindest keinen allzu großen Stellenwert hatten. Hier bleibt tatsächlich nur zu hoffen, dass die voneinander getrennten Strohhüte in den kommenden Episoden möglichst bald wieder zueinander finden und die Serie wieder etwas stringenter erzählt wird. So hat der Zuschauer nach dem Ansehen der 31 Episoden der 24. Serienbox erneut das Gefühl, dass der Handlungsstrang auf Dress Rosa über die Jahre hinweg einfach Überhand genommen hat. Dennoch könnte diese Überlänge ein gutes Zeichen dafür sein, auf welche Strapazen sich die Strohhutpiratenbande in den kommenden Erzählsträngen gefasst machen muss. Für die Zukunft bleibt es also spannend!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 716 bis 746 der Serie): One Piece hat mit dem überlangen Handlungsstrang auf der Insel Dress Rosa den Vogel endgültig abgeschlossen. Es ist zwar keine Seltenheit, dass sich eine Geschichte auch schon mal über zwei oder vielleicht drei Serienboxen zieht, aber auch noch die vierte Volume bis zum Schluss auszukosten, dürfte womöglich auch für den größten One-Piece-Fan ein Dorn im Auge sein. Auch wenn langsam ein paar Ermüdungserscheinungen das Gesamtbild trüben, kann auch die 24. Serienbox in der einen oder anderen Disziplin punkten. Allzu viele Hintergrundinformationen oder Rückblicke, die zum Verständnis beitragen, gibt es zwar nicht, doch dafür können vor allem die Kämpfe zwischen den einzelnen Akteuren auf ganzer Linie punkten. Hier sticht vor allem der entscheidende Schlagabtausch zwischen De Flamingo und Ruffy positiv hervor, denn während De Flamingo eine Gräueltat nach der anderen vollzieht und auch vor Toten nicht zurückschreckt, spielt Ruffy auf einmal Karten aus, von denen der Zuschauer bis zu diesem Zeitpunkt wohl kaum etwas geahnt hat. Ähnlich wie bei Dragon Ball und Co bleibt die Frage, wie Oda Eiichirō, der Autor der Manga-Vorlage, das noch toppen möchte. Der Zuschauer kann sich aber sicher sein, dass diesem gewitzten Genie definitiv noch etwas einfallen wird!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 24 (Episoden 716–746)!

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