Review: Seven Mortal Sins (Vol. 2)

In Japan erfreut sich die Manga-Reihe Seven Mortal Sins seit vier Jahren großer Beliebtheit. Die 2017 entstandene Anime-Serie wurde hierzulande vom hiesigen Publisher Kazé Anime in zwei Volumes aufgeteilt, von denen die zweite Ausgabe im Juni 2020 veröffentlicht wurde.

Seitdem die aufmüpfige Luzifer zunächst aus dem Himmel und dann auch noch aus der Hölle verbannt wurde, fristet sie ihr Dasein auf der Erde. Dort hat sie sich mit der jungen Totsuka Maria angefreundet beziehungsweise sie für ihre dubiosen Pläne instrumentalisiert, um in der Menschenwelt zurechtzukommen. Von dort aus plant sie den Rachefeldzug gegen die sieben titelgebenden Todsünden, die über die Hölle herrschen und in Luzifers Augen schleunigst den Thron räumen und abdanken sollten. Die Geschichte von Seven Mortal Sins knüpft, wie es zu erwarten war, in der zweiten Volume an die Geschehnisse des ersten Episodenpakets an. So hat Luzifer bereits vier der sieben Todsünden in ihre Schranken gewiesen. Damit geht es in der siebten und damit ersten Episode der zweiten Ausgabe munter weiter. Zunächst will sich Luzifer mit Beelzebub, der Dämonenfürstin der Völlerei, messen. Dies geht selbstverständlich nur über ein Wettessen, das für die beiden Kontrahenten aber nicht so ausgeht, wie sie es sich wünschen. Beelzebub und Luzifer landen kurzerhand im Krankenhaus, wo sie sich von ihrer Gastritis erholen müssen. Belial, die Dämonenfürstin der Eitelkeit, nutzt die Gelegenheit, um Maria zu entführen. Während Belial Maria verhört, um mehr über die Bande zwischen ihr und Luzifer zu erfahren, muss sich Luzifer mit Satan, der Dämonenfürstin des Jähzorns, anlegen.

Fanservice auf ganzer Linie

Grundsätzlich sind die Episoden der zweiten Volume von Seven Mortal Sins spannender als die der ersten Serienhälfte. Allerdings sollte in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden, dass es sich hierbei immer noch um eine Ecchi-Anime-Serie handelt. Das heißt, dass nackte Haut ein wichtiges Merkmal der optischen Gestaltung ausmacht. Beispielsweise wird in einer Szene Satan von Belial nach Bondage-Regeln gefesselt, sodass sie ihr machtlos ausgeliefert ist. An einer anderen Stelle lässt Belial die splitterfasernackte Maria wiederum durchkitzeln. Über die Szene mit einer übergroßen Zunge, die sich um Luzifer und Leviathan schlängelt, sollen gar nicht so viele Worte verloren werden. Ob einem das gefällt, muss der Zuschauer selbst beurteilen. Nötig wären die allermeisten Szenen zum Erzählen der Handlung allerdings nicht, da diese Inhalte oft nicht logisch mit der Story verknüpft sind, sodass sich die Figuren gerne einfach mal so befummeln. Der Zuschauer muss zudem stets damit rechnen, dass ihm die entblößten Brüste der Charaktere ins Gesicht springen können. Artland und TNK, die beiden Animationsstudios, schreiben Fanservice offensichtlich groß. Fans des Franchises, die auch die erste Volume der Anime-Serie verschlungen haben, sind dem erotischen Spektakel aber auch in der zweiten Ausgabe von Seven Mortal Sins sicherlich nicht abgeneigt.

Licht und Schatten

Unter technischen Gesichtspunkten sind die sieben Todsünden detailliert gestaltet und auch reichlich animiert. In Full-HD kommen die weiblichen Reize der Figuren gut zur Geltung. Ein wenig fragwürdig ist, warum in der zweiten Serienhälfte von Seven Mortal Sins auf einmal so viel gleißendes und diffuses Licht eingesetzt wird, das vor allem die Charaktere betrifft. Dies soll zwar den ruchlosen Unterton ausdrücken, ist gestaltungstechnisch aber übertrieben. Akustisch überzeugen passende Musikstücke in Dolby Digital 2.0, die aber genügend Raum fürs Stöhnen der Figuren lassen. Das funktioniert sowohl im japanischen Originalton als auch in der deutschen Synchronisation sehr gut, wobei letztere tatsächlich leicht die Nase vorn hat. In puncto Bonusmaterial bietet die zweite Ausgabe erneut ein Clean Opening und ein Clean Ending, ein Musikvideo fällt dieses Mal jedoch weg. Ein weiteres Mal darf sich der Zuschauer über Bonus-Episoden, neun Stück an der Zahl, freuen. In diesen werden auf humorvolle Art und Weise die einzelnen Charaktere noch etwas mehr beleuchtet. Einblicke in die Produktion oder ähnliches gibt es nicht. Stattdessen liegt der Verkaufsversion einmal mehr ein Booklet bei. In diesem finden sich zunächst die Sündenbekenntnisse der Synchronsprecher, die nicht sonderlich interessant sind. Spaßiger ist da schon der Episodenguide, der in Dialogform alle wichtigen Punkte zusammenfasst. Hier wäre deutlich mehr möglich gewesen. Schade!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Seven Mortal Sins erzählt durchaus eine spannende Geschichte, die sich mit der christlichen Mythologie auseinandersetzt, diese hier und da aber auch mit der japanischen Vorstellung der Hölle vermengt. Positiv muss der Anime-Serie an dieser Stelle zugutegehalten werden, dass sie auf ein Ende hinarbeitet und dieses auch genau so präsentiert. Nicht ganz so gut ist den Animationsstudios Artland und TNK der Einsatz von nackter Haut geglückt. Als Ecchi-Anime-Serie gehört diese definitiv zu der optischen Gestaltung, wird in einigen, wenn bei Weitem auch nicht allen Szenen einfach nur willkürlich eingesetzt. Hier bleiben die Animationsstudios weit hinter ihren Möglichkeiten zurück, zumal die Charaktere und die Hintergründe wirklich detailliert gestaltet sind. Dennoch lässt sich sagen, dass die Episoden der zweiten Volume unterm Strich deutlich packender und besser inszeniert sind als die erste Serienhälfte. Wer die erste Volume von Seven Mortal Sins also schon mochte, wird die zweite Ausgabe der Anime-Serie garantiert noch ein ganzes Stück mehr lieben.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Seven Mortal Sins (Vol. 2)!

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