Review: My Hero Academia – 3. Staffel (Vol. 1)

Nachdem im Oktober 2019 die zweite Staffel der Anime-Serie My Hero Academia bei Kazé Anime zu Ende ging, mussten Fans auf die Fortsetzung bis Anfang August 2020 warten. Die erste Volume der dritten Season zeigt jedoch wunderbar, dass sich das Warten gelohnt hat.

My Hero Academia bleibt seiner Tradition treu und erzählt so auch in der mittlerweile dritten Staffel die Geschichte verschiedener Nachwuchshelden. Im Fokus dieser Erzählung steht der aufgeweckte Midoriya Izuku, der die Yūei-Oberschule besucht und dort zu einem Helden ausgebildet wird. Obwohl er zu Serienbeginn eigentlich über keine Spezialität verfügte, die ihn als Held klassifizieren würde, hat er sich in den letzten zwei Staffeln zu einem wahren Helden der Gerechtigkeit gemausert. Zu Beginn der dritten Season von My Hero Academia erklärt Izuku höchstpersönlich dem Zuschauer retrospektiv, dass er eines Tages zum größten Helden der Welt geworden ist. Verwunderlich ist das nicht, denn immerhin ist er die wichtige Schlüsselfigur der Anime-Serie. Inzwischen ist das erste Trimester an der Yūei-Oberschule abgeschlossen und die Freunde erholen sich in den Sommerferien. Zumindest so gut sie können, denn Izuku trainiert stattdessen hart für das bevorstehende Sommercamp. Außerdem haben die Helden von der Schulleitung die Anweisung bekommen, nicht für längere Zeit zu verreisen. Nach dem Sieg über den Heldenmörder Stain in der zweiten Staffel geht die dritte Season allerdings sehr gemächlich los, steigert sich anschließend aber von Episode zu Episode, denn schließlich ist das Sommercamp eine Vorbereitung zum Ausstellen der vorläufigen Superheldenlizenz.

Damals im Sommercamp

Unter anderem müssen sich Izuku, Todoroki Shōto und Co durch den so genannten Wald der magischen Bestien kämpfen. Das Trainingsprogramm wirkt übertrieben und zu hart, ist in Wahrheit sogar erst für das zweite Jahr der Oberschulzeit vorgesehen. Im Dickicht müssen sich die Helden von My Hero Academia mit üblen Monstern herumschlagen. Finden sie den Weg durchs Forst binnen drei Stunden nicht, so erhalten sie zu allem Überdruss auch kein Mittagessen. Das Sommercamp ist wahrhaftig kein Ort zum Erholen. Schon ab dem zweiten Tag müssen die Helden unabhängig voneinander Spezialtrainings absolvieren. Hier wird dem Zuschauer noch einmal sehr, sehr gut vor Augen geführt, wie abwechslungsreich das Charakterdesign ausfällt. Beispielsweise kann sich Ashido Mina mit Säure vor Angriffen schützen oder sich den Klauen ihrer Gegner entziehen. Uraraka Ochako wiederum kann mit ihrer Zero Gravity genannten Spezialität Gegenstände schwerelos machen. Horikoshi Kōhei, seines Zeichens Autor der Manga-Vorlage, war definitiv kreativ. Leben wird den Figuren aber vor allem durch die Synchronsprecher eingehaucht, die sowohl im Deutschen als auch im japanischen Originalton hervorragend zu den Charakteren passen. Akustisch gibt es ebenfalls wieder Musik auf die Ohren, die die hitzigen Gefechte und auch ruhigen Momente wunderbar unterlegt.

Überdrehtes Anime-Design

Optisch ähneln die Episoden der dritten Season den vorherigen beiden Staffeln. Sonderlich verwundern dürfte das aber nicht, denn nach wie vor ist das Animationsstudio Bones mit der Umsetzung der Manga-Reihe als Anime beauftragt. Das zum Teil ganz schön durchgeknallte Charakterdesign passt hervorragend zum überdrehten Setting der Serie und kommt in einer Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format ansehnlich zur Geltung. Im Rückblick auf die erste Season fällt auf, dass Anspielungen auf US-amerikanische Comics kaum bis gar nicht mehr vorhanden sind. My Hero Academia fühlt sich durchweg wie eine reine japanische Anime-Serie an. Das heißt, dass überzeichnetes Gestikulieren genauso dazugehört wie der wahnwitzige Humor, der vor allem auf die überdrehte Mimik bei den Figuren zurückzuführen ist. Wer auf Bonusmaterial gehofft hat, wird vermutlich nicht ganz glücklich sein. So bietet die erste Volume der dritten Staffel in digitaler Form lediglich ein Clean Opening und ein Clean Ending. Mehr Boni sind auf dem Datenträger nicht vorhanden. Laut Herstellerangaben auf der offiziellen Website gibt es auch keine physischen Materialien, über die sich der Käufer freuen darf. Das ist sehr schade, da sich Fans der Anime-Serie so fernab des Anschauens der fünf Episoden nicht mit My Hero Academia beschäftigen können. Ganz klar eine verpasste Chance!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): My Hero Academia setzt in der dritten Staffel mit einem ganz neuen Erzählstrang an. Das ist eine sehr gute Idee, denn so können sich auch Zuschauer schnell in die Story reinfuchsen, die die Geschehnisse der zweiten Staffel nicht mehr ganz so präsent auf dem Schirm haben. Auch wenn die Handlung in den ersten fünf Folgen der dritten Season gemächlich beginnt, steigt der Spannungsbogen mit jeder Episode leicht an. Ganz egal ob sich die Charaktere im Wald der magischen Bestien mit Monstern herumschlagen oder sich dem Spezialtraining widmen – da sich die Feinde mehr und mehr dem Camp annähern und schließlich auch in Erscheinung treten, wird es niemals langweilig. Zusammen mit dem markanten Stil der Anime-Serie, den abwechslungsreichen Fähigkeiten der Figuren und dem zeitlosen Setting ergibt sich im Staffelauftakt einmal mehr ein funktionierendes Gesamtbild. Lediglich beim Bonusmaterial sollte die nächste Volume aufholen, denn dieses wird den Zuschauer wohl kaum zufriedenstellen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von My Hero Academia – 3. Staffel (Vol. 1)!

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