Preview: Pokémon-Legenden: Arceus

Mit Pokémon-Legenden: Arceus veröffentlicht Nintendo am 28. Januar 2022 das erste große Pokémon-Rollenspiel abseits der Hauptreihe seit Pokémon XD: Der dunkle Sturm, das auch auf dem heimischen Fernsehbildschirm erlebt werden kann. Wir wagen einen ersten Blick.

Ungelogen lässt sich behaupten, dass Nintendo mit den im November 2021 erschienenen Remakes Pokémon: Strahlender Diamant & Leuchtende Perle auf das kommende Abenteuer vorbereiten möchte. So teilen sich alle zwei beziehungsweise alle drei Spiele die gleiche Welt, spielen aber in unterschiedlichen Zeiten. Mehr als einhundert Jahre in der Vergangenheit angesiedelt, erkunden wir statt der Shin’ō-Region die Hisui-Region. Das wichtige Merkmal von Region und Zeitepoche ist, dass Menschen und Taschenmonster zu dieser Zeit noch nicht zusammen gelebt haben. In Trailern und auf der Website von Pokémon-Legenden: Arceus ist ebenfalls die Rede vom mächtigen Diamant- sowie vom Perl-Klan und auch von der Galaktik-Expedition, die sicherlich einen wichtigen Teil der Story ausmachen wird. Letztere könnte möglicherweise an die Erschließung von Japans nördlicher Hauptinsel Hokkaidō im 19. Jahrhundert angelehnt sein. Verwundern würde es uns nicht, denn Hokkaidō gilt seit jeher als Inspiration für Shin’ō und damit auch für Hisui. Zum Mutmaßen lädt ein, ob aus der Expedition das spätere Team Galaktik entstand. Uns würde diese Namensähnlichkeit zumindest nicht wundern. Gespannt sind wir also, welches Ziel die Expedition eigentlich verfolgt und ob wir uns im Verlauf oder am Ende der Geschichte nicht vielleicht doch gegen sie stellen müssen.

Vergangenheit einer Spielwelt

Laut der offiziellen Homepage soll das titelgebende Pokémon Arceus der Schlüssel zu einem besonderen Phänomen sein. Einem Trailer entnehmen wir einen speziellen Blitzeinschlag und daraufhin aggressiv agierende Monster. Es ist denkbar, dass hier ein Zusammenhang besteht. Ob alle Pokémon davon betroffen werden, ist jedoch fraglich. So ist unter anderem die Rede von bestimmten Königen wie Axantor, dem König des Waldes. Diese Könige müssen wir im Verlauf der Story mit so genannten Ruhegaben besänftigen, indem wir diese auf sie werfen. Ebenfalls sprechen die bisherigen Informationen von Wächtern, die bestimmte Pokémon beschützen. So setzt sich nach und nach ein vages Bild zusammen, auf was wir uns freuen dürfen. Zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir schon, dass ein Ort namens Jubeldorf (möglicherweise die spätere Jubelstadt) als Stützpunkt der Galaktik-Expedition dient. Für uns wird es nicht nur der Ausgangspunkt, sondern auch der Rückzugsort sein. Im Gegensatz zu den Hauptreihen erkunden wir in Pokémon-Legenden: Arceus keine zusammenhängende Welt. Stattdessen wählen wir aus einer Übersichtskarte unser nächstes Ziel aus und erkunden dann ähnlich wie in so manchem Ableger der Monster-Hunter-Reihe ein abgestecktes Gebiet und erfüllen unseren Auftrag. In Jubeldorf können wir darüber hinaus unseren Kleiderschrank mit neuen Klamotten füllen und an Werkbänken dürfen wir auch selbstständig Items herstellen.

Stärke und Geschwindigkeit

In anderer Hinsicht erinnert Pokémon-Legenden: Arceus ein wenig mehr an die klassischen Episoden. Zu Beginn dürfen wir uns aus Bauz, Feurigel und Ottaro eines von drei Pokémon auswählen, die in dieser Reihenfolge den Elementen Pflanze (und Flug), Feuer und Wasser zugeordnet werden können. In der Hisui-Region suchen wir anschließend neue Pokémon. Wir schleichen uns an die Kreaturen heran und versuchen sie mit einem Pokéball zu fangen. Misslingt dieser Versuch, können uns die Pokémon auch angreifen. Dann startet wie schon in Pokémon: Strahlender Diamant & Leuchtende Perle ein Kampf, ohne jedoch dafür extra einen Kampfbildschirm zu öffnen. Viel eher treten wir dir Kämpfe an Ort und Stelle aus, was aber dennoch rundenbasiert und nicht actionorientiert funktioniert, wie der eine oder andere Spieler es vielleicht vermuten könnte. Soll heißen, dass wir Zug für Zug unsere Attacken planen. Wie oft und auch in welcher Reihenfolge die Aktionen unserer Pokémon ausgeführt werden, hängt allerdings von ihren Statuswerten ab. Hinzu kommen Optimierungen durch zwei Kampftechniken. Wählen wir die Tempotechnik, darf unser Pokémon gleich zweimal hintereinander, aber etwas geschwächt angreifen. Wählen wir hingegen die Krafttechnik, greift unser Pokémon mit einem heftigen Angriff an, muss danach aber etwas länger aussetzen.

Auf dem Rücken von Pokémon

Je mehr Pokédex-Aufträge wir erfüllen und je schneller wir auf diese Art und Weise unsere Pokédex-Einträge komplettieren, desto mehr Gebiete stehen uns in der Hisui-Region zur Verfügung. Da die Areale mit Wäldern, verschneiten Berggipfeln, Flüssen, Seen und Ruinen recht weitflächig ausfallen, dürfen wir mit einer Flöte ähnlich wie in The Legend of Zelda: Ocarina of Time auch ein Reittier herbeirufen. Wie im Trailer zu sehen ist, ist dies nicht nur am Boden möglich. Wir dürfen auch auf dem Rücken schwimmender und fliegender Wesen Platz nehmen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Pokémon-Legenden: Arceus auch mit neuen Pokémon aufwartet. Bereits zu sehen sind das hirschähnliche Damythir und der Riesenfisch Salmagnis. Bisher klingt all das, was wir gelesen und gesehen haben, ganz gut. Auf jeden Fall weckt das Spiel unsere Neugier. Kopfschütteln sorgt derzeit einmal mehr die Technik. Manche Gebiete wirken sehr leer, was aufgrund der mauen Texturen auch nicht so richtig atmosphärisch ist. Andere Habitate sind wiederum mit Pokémon vollgestopft. Es bleibt spannend, wie flüssig sich die fertige Version Ende Januar spielen wird. Enttäuscht sind wir aber darüber, dass sich Game Freak wohl immer noch gegen eine Synchronisation sträubt, aber vielleicht überrascht uns das japanische Entwicklungsstudio am Ende doch noch damit.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose: In meinen Augen ist Pokémon-Legenden: Arceus ein sehr spannendes Projekt. Erst einmal ist es ein mutiger Schritt, ähnlich wie in Pokémon Conquest in die Vergangenheit der Spielwelt zu gehen. Auch dass die Erkundung der Spielwelt und das Erledigen von Aufgaben von den Spielen der Hauptreihe abweichen, gefällt mir sehr gut. Dass die Hisui-Region keine offene Welt ist, wie sich das viele Fans vielleicht gewünscht haben, stört mich persönlich überhaupt nicht. Für solche Spiele ist die Switch meiner Meinung nach überhaupt nicht gemacht. Dennoch sehe auch ich bei Pokémon-Legenden: Arceus ein, dass die Switch in technischer Hinsicht zu mehr im Stande sein müsste. So wirken sowohl die Texturen der Umgebung als auch die der Pokémon ziemlich matschig und bestenfalls durchwachsen. Auch warum Game Freak und Nintendo es immer noch nicht auf die Reihe bekommen, ein Spiel vollständig zu synchronisieren, kann ich einfach nicht verstehen. Solange das Gameplay am Ende jedoch überzeugt, werde ich bei diesem neuen Konzept womöglich noch ein Auge zudrücken können. Am 28. Januar 2022 bin ich schlauer. Meine Vorfreude ist ungetrübt.

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