E3 2011: Luigis Rückkehr als Geisterjäger

Der gestrige Tag wurde von vielen Nintendo-Fans lange erwartet. Nintendo stellte auf ihrer E3-Pressekonferenz nicht nur den Wii-Nachfolger, sondern auch noch neun (größtenteils bereits bekannte) 3DS-Spiele vor. Darunter gehören ein neues Mario Kart, ein Remake von Starfox 64, der dritte Teil von Kid Icarus, ein neuer Ableger der Paper-Mario-Serie, ein weiterer Aufguss von Animal Crossing, ein 3D-Super-Mario-Spiel und auch Luigis Mansion 2. Dieses Spiel machte auf uns einen netten, wenn auch nicht überragenden Eindruck. Wir sind skeptisch, ob das Prinzip auf Nintendos 3DS aktuell viel Sinn ergibt. Der Wii-Controller macht in unseren Augen mehr Sinn. Trotzdem freuen wir uns nach mehr als neun Jahren endlich wieder mit Marios Bruder auf Gespensterjagd zu gehen.

Erics Meinung: Ich habe mich sehr über die Ankündigungen gefreut, auch wenn ich bereits von der Existenz der meisten Spiele wusste. Hoffentlich schafft es Nintendo, alle Titel noch in diesem Jahr zu veröffentlichen. Nachdem mich das 3DS-Update eher enttäuschte, soll meine Lieblingsfirma zumindest die Spiele in einem angenehmen Tempo der Reihe nach veröffentlichen. Besonders über die Ankündigung von Luigis Mansion 2 habe ich mich sehr gefreut. Bereits den ersten Teil habe ich sehr gerne auf dem Gamecube gespielt. Allerdings hätte ich mir das Spiel lieber für die Wii gewünscht, wo besonders dank der angenehmen Steuerungseinheit die Gespensterjagd wesentlich intuitiver ausgefallen wäre. Aber wenn Nintendo genügend Features auf die 3DS-Cartridge packt, lasse ich mich gerne eines besseren belehren.

E3 2011: Coop-Action in Star Trek

Auf der Sony-Pressekonferenz der diesjährigen E3 präsentierte uns der Konzern ein neues Videospielprojekt von Bad Robot und Paramount, welches im nächsten Jahr erscheinen soll. Die Rede ist von einem Star-Trek-Videospiel, das nächstes Jahr zeitnah zum nächsten Film des Franchises seinen Weg in den Laden finden darf. In diesem Titel schlüpfen wir in die Rollen von Kirk und Spock und bekämpfen einen bis Dato unbekannten Feind der Förderation. Ein Coop-Modus soll ebenfalls im Spiel enthalten sein – Star-Trek-Fans dürfen sich auf unterhaltsame Abende mit zwei der beliebtesten Figuren des Franchises einstellen.

Erics Meinung: Seit etwas mehr als einem Jahr darf ich mich zu den so genannten Trekkies zählen, wie Star-Trek-Fans seit Jahrzehnten von der Menge genannt werden. Als der TV-Sender Kabel Eins damit begann, die ersten zehn Filme des Franchises auszustrahlen, wollte ich unbedingt mal einen Blick riskieren, um das von Star-Wars-Fans belächelte Gegenstück des Werkes von George Lucas kennenzulernen. Bereits nach den ersten Minuten war ich von Star Trek voll und ganz überzeugt. Mittlerweile habe ich mir auch schon fast alle Episoden der 60er-Jahre-Serie angeschaut und bei Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert warten ebenfalls nur noch zwei Staffeln auf mich. Die restlichen Serien werde ich mir ebenfalls noch anschauen. Ich freue mich deshalb sehr über dieses Spiel, da Star Trek Online bisher immer noch nicht unter der Free-to-Play-Flagge segelt. Meine Hoffnung liegt voll und ganz auf dem Coop-Modus. Sollte dieser auch online möglich sein, kenne ich schon jemanden aus unserem Team, mit dem ich das Spiel rauf und runter spielen werde.

E3 2011: Kinect Star Wars im Anmarsch

Die Redaktion der deutschsprachigen Zeitschrift GamePro veröffentlichte am heutigen Tag auf ihrer Internetpräsenz den Trailer zum kommenden Star-Wars-Spiel namens Kinect Star Wars, welches exklusiv auf der Xbox 360 erscheinen soll und vermutlich nur mit der Kinect-Erweiterung spielbar sein wird. Der Trailer zeigt einen Jedi-Ritter, der samt Lichtschwer gegen eine Horde Droiden antritt. Außerdem wird wohl ein Pod-Rennen (unter anderem aus der ersten Episode der sechsteiligen Filmreihe bekannt) mit im Spiel integriert sein. Weitere Informationen wird es auf der Pressekonferenz von Microsoft am heutigen Abend geben.

Erics Meinung: Als Kinect im letzten Jahr angekündigt wurde, war ich hin und weg von der Peripherie. Allerdings hat sich diese Vorfreude mittlerweile wieder gelegt. Zu wenige Spiele erschienen für die Hardware-Erweiterung, für die ich mich interessiert habe. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das angesprochene Star-Wars-Spiel eine Menge Spaß machen würde, aber das rechtfertigt für mich nicht den Kauf der immer noch viel zu teuren Hardware. Wer das Gerät aber bereits zuhause stehen hat und Science-Fiction-Fan ist, wird um den Kauf von Kinect Star Wars nicht herumkommen – und wer weiß: Vielleicht überzeugt mich die heutige Pressekonferenz so sehr, dass ich es mir vielleicht doch noch samt Kinect bei Release zulegen werde. Abwarten und Kaffee trinken, aber das ist wiederum ein anderes Thema.

E3 2011: HD-Remakes von Konami

Bereits vor der eigentlichen Veranstaltung, führte Publisher Konami durch die hauseigenen Pressekonferenzen. In dieser wurden kommende Titel vorgestellt, welche wir in den nächsten Monaten auf vielen gängigen Plattformen erleben dürfen. Unter anderem gehörten dazu HD-Kollektionen zu den Spielreihen Metal Gear Solid, Silent Hill und Zone of the Enders. Bereits im November diesen Jahres sollen Spieler in den Genuss von Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty, Metal Gear Solid 3: Snake Eater und Metal Gear Solid: Peace Walker kommen, welche in einer Zusammenstellung erscheinen. 2012 folgt die Kompilation von Zone of the Enders, welche die ersten beiden Teile der Reihe beinhalten soll. Zur HD-Kollektion von Silent Hill, die aus dem zweiten und dritten Serienableger bestehen soll, wurde noch kein Termin bekannt gegeben. Alle genannten Sammlungen sollen für die Xbox 360 und die PlayStation 3 erscheinen. Dies berichtete die Redaktion der Internetseite Gamona.

Erics Meinung: Ich habe mich sehr über die Ankündigungen dieser Titel gefreut, zumal ich noch keinen einzigen der angegebenen Titel gespielt habe. Sofern die HD-Umsetzung dieser bereits in die Jahre gekommenen Spiele besser ausfällt, als beispielsweise noch bei Ubisofts Prince-of-Persia-Trilogie der Sands-of-Time-Reihe, bin ich gewollt, in die Brieftasche zu greifen. Sollte Konami dieses Ziel nicht gelingen, werde ich die Titel vermutlich lieber in der Originalfassung spielen. Das nennt sich dann zwar Retro, war für die damalige Epoche aber zeitgemäß. Spaß werden mir die Spiele so oder so bereiten!

E3 2011: Die wichtigste Videospielmesse der Welt

Am sechsten Juni ist es wieder soweit. Die diesjährige Electronic Entertainment Expo (kurz: E3) öffnet ihre Pforten und lädt Videospieljournalisten aus aller Welt ein, sich neue Games, Entwicklungen und Innovationen der Branche anzuschauen und auszuprobieren. Leider sind wir nicht vor Ort, doch werden wir euch wichtige Informationen und Erkenntnisse der Messe in den kommenden Tagen auf Gameplay Gamers präsentieren.

Wer sich die Pressekonferenzen der drei wichtigsten Firmen Nintendo, Microsoft und Sony mit anschauen möchte, findet die Ausstrahlungstermine und Links zu den jeweiligen Streams einfach und bequem im NextGen-Forum. Wer weiterhin auf dem Laufenden bleiben möchte, darf sich auch gerne auf unserer Facebook-Seite umschauen. In diesem Sinne: Möge die Messe beginnen!

Unsere Facebook-Seite ist da!

Schon bald feiert Gameplay Gamers seinen ersten Geburtstag! Damit ihr auch weiterhin auf dem Laufenden bleibt, bieten wir euch neben unserem kostenlosen Newsletter im Zwei-Wochen-Takt auch unsere brandneue Facebook-Seite als Informationsquelle an. Doch das ist noch nicht genug – jeder User, der auf „Gefällt mir“ auf unserer Facebook-Seite klickt, nimmt automatisch bei kommenden Gewinnspielen und weiteren Aktionen teil, die wir exklusiv auf der Seite des sozialen Netzwerks veranstalten werden.

Also nichts wie hin auf unsere Facebook-Seite, auf „Gefällt mir“ klicken, täglich auf dem Laufenden sein und den Aktionsvorteil sichern!

Review: Tai Chi Master

Nachdem der Martial-Arts-Künstler im sechsten Teil der Jet-Li-Reihe von Splendid Film mit viel Humor fast die Kung-Fu-Inhalte überdeckte, versucht der Meister dieses Vorgehen in Yuen Woo-Pings Tai Chi Master (auch unter den Titeln Tai Chi oder Twin Warriors bekannt) fast zu wiederholen.

Zur Zeit der Ming-Dynastie (1368 – 1644) möchte der junge Jun Bao, gemeinsam mit dem kürzlich aufgenommenen Tian Bao, die hohe Kunst des Kung-Fu im Tempel der Shaolin erlernen. Da Tian Bao oft überstürzt handelt und den beiden Kämpfern somit jede Menge Ärger einhandelt, eskaliert die Situation. So müssen die beiden Männer den Tempel verlassen. In einer naheliegenden Stadt angekommen, betteln die beiden nach Geld. Es kommt dazu, dass sich Tian Bao den Soldaten anschließt, da es ihm in erster Linie um Geld, Macht und Ruf dürstet. Für Jun Bao sind diese Dinge nicht wichtig, er trennt sich von seinem Freund und schließt sich einer kleinen Rebellengruppe an, die sich das Ziel gesetzt hat, die Ming-Dynastie zu stürzen. Nach und nach bröckelt die Freundschaft der beiden ehemaligen Mönche, es fließt Blut auf beiden Seiten. Schlussendlich kommt es dazu, dass sich die beiden in einer Auseinandersetzung als Gegner gegenüberstehen, um sich auf Leben und Tod zu bekämpfen.

Lustige Handlung und Drahtseilakte

Zu Beginn des Films macht die Handlung noch einen interessanten Eindruck, langsam werden wir in das Leben der beiden Mönche eingeführt. Mit einem guten Sinn für Humor bezaubern uns die Charaktere im Shaolin-Tempel, doch bereits nach einer halben Stunde wendet sich das Blatt zu Ungunsten der durchdachten Geschichte. Nach der Trennung der beiden Freunde wird die Handlung fortan gerecht abgewogen aus zwei Sichtweisen präsentiert, woran grundsätzlich nichts verkehrt sein kann, da wir genau dieses Manko bei vielen anderen Filmen bemängeln. Leider funktioniert dieses Ergebnis in der Praxis nicht so gut, wie es in der Theorie klingen mag. Der Humor bleibt größtenteils auf der Strecke, gemeinsam agierten Jet Li und Chin Siu Ho weitaus energischer. Glücklicherweise hat man sich in Tai Chi Master auf das Schauspielgeschick Michelle Yeon (unter anderem bekannt für ihre Leistung im James-Bond-Film Der Morgen stirbt nie) verlassen, welche besonders im letzten Filmabschnitt für Furore sorgt. Die Kämpfe wirken hingegen alles andere als echt, viel zu sehr hat man sich auf Drahtseile verlassen. Dadurch wirken die Kämpfe zwar weitaus intensiver, aber unglaubhafter und teilweise stark aufgesetzt. Negativ fällt uns hier besonders auf, dass man sich nicht die Mühe gegeben hat, die Seile in der digital überarbeiteten Fassung wegzuretuschieren.

Witzige, aber unpassende Synchronisation

Die Bildqualität der Blu-Ray-Ausgabe bleibt konstant gut, nur an manchen Stellen (wie den eben erwähnten Seilen) merkt man deutlich, dass es sich um einen Film aus dem vorletzten Jahrzehnt handelt. Die musikalische Untermalung ist gut, wenn auch nicht weltbewegend. So hört man an einigen Stellen deutlich heraus, dass sich der Komponist an Werken wie Once upon a Time in China orientiert hat, diese Klasse aber keineswegs erreicht. Die Synchronisation lässt ebenfalls sehr zu wünschen übrig, zumal man als Synchronstimme von Jet Li nicht unbedingt Fabian Körner hätte verpflichten sollen. Eine Neusynchronisierung wäre unserer Meinung hier deutlich angebracht gewesen. Wer Lust hat, darf sich auch die (wesentlich authentischere) kantonesische Tonspur samt deutschen Untertiteln zuschalten lassen. Der im 16:9-Bildformat gehaltene Film dauert samt Höhen und Tiefen ganze 96 Minuten an. Yuen Woo-Ping und Jet Li haben mit Sicherheit schon bessere Filme gedreht beziehungsweise in besseren Streifen mitgespielt, doch wer eine abendfüllende Jet-Li-Unterhaltung sucht, wird mit Tai Chi Master dennoch zufriedengestellt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-Ray-Fassung): Von The Legend of Fong Sai Yuk war ich bekannterweise ein wenig enttäuscht, ähnlich ist es auch bei Yuen Woo-Pings Tai Chi Master. Anfangs war ich noch regelrecht von dem Film begeistert, die Szenen im Tempel der Shaolin haben in der Blu-Ray-Fassung eine nahezu perfekte Figur gemacht, das Landschaftsbild hat eine wunderschöne Atmosphäre erzeugt und die Synchronisation hat einfach gestimmt. Als die beiden Mönche wenige Filmminuten später erwachsen werden, änderte sich dieses Bild in meinen Augen relativ schnell. Zwar wurden die gezeigten Orte gut mit der Kamera eingefangen, doch die (deutsche) Synchronisation fiel mir schon bald negativ auf. Warum man Fabian Körner, dem RTL-Sprecher, der mir schon seit vielen Jahren aus den Ohren raushängt, als Sprecher für Jet Li engagiert, ist mir schleierhaft. Seine Stimme mag zwar für etwaige unwichtige Nebenrollen und andere Produktionen geeignet sein, aber für Jet Li ist er meiner Meinung nach definitiv unpassend. Auch wenn der Humor ab der Trennung von Jun Bao und Tian Bao etwas auf der Strecke bleibt, kann mich die eigentliche Rahmenhandlung trotzdem überzeugen. Die Geschichte zweier Freunde, die sich mit der Zeit immer weiter entfremden und gegen Ende Feinde werden, finde ich überzeugt und zugleich faszinierend. Allerdings wirken die Kämpfe teilweise stark aufgesetzt. Besonders wenn ich mir die Drahtseile ansehe, an welchem die Schauspieler wie verrückt durch die Gegend geschleudert werden und diese nicht wegretuschiert wurden, kostet das definitiv Punkte bei der Atmosphäre, zumal mir authentischere und nachvollziehbare Choreographien persönlich besser gefallen. Aufgrund der Mankos kann ich aber keine volle Kaufempfehlung absprechen, es gibt interessantere und bessere Filme, in denen Jet Li mitwirkt. Greift lieber zu Once upon a Time in China oder Fist of Legend!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Tai Chi Master!

Review: The Legend of Fong Sai Yuk

Stellt man Fans von Martial-Arts-Filmen die Frage, welcher Darsteller wohl der Lustigste sei, so wird man als Antwort sehr oft Jacky Chan erhalten. In The Legend of Fong Sai Yuk ist es aber nicht der eben genannte Künstler, sondern Jet Li, der seine Späße mit der chinesischen Garde treibt.

Während der Qing-Dynastie trifft Nationalheld Fong Sai Yuk auf einer Sportveranstaltung auf die junge Ting-ting – es ist Liebe auf den ersten Blick, doch als Fong Sai Yuk in eine Schlägerei verwickelt wird, werden die beiden bei seiner Verhaftung fürs erste getrennt. Der Vater von Ting-ting möchte sich innerhalb Cantons einen guten Ruf erarbeiten, veranstaltet daraufhin ein Kampfsportturnier und der Mann, welcher gegen seine kampferprobte Frau im Kampf als Sieger hervorgeht, soll Ting-ting ehelichen. Fong Sai Yuk nimmt an den Kämpfen teil, doch weiß er nicht, wer ihn als Preis erwarten wird. Dank unglücklicher Umstände denkt Fong Sai Yuk, dass er die Bedienstete des Hauses heiraten soll. Unzählige Missgeschicke und einige Filmminuten später erkennen die beiden, dass sie verheiratet werden sollen. Indessen erfahren Fong Sai Yuk und seine talentierte Mutter, dass Vater und Ehemann innerhalb der Rebellengruppe des roten Lotus agiert. Als der Gouverneur auf der Hochzeitsfeier von Fong Sai Yuk und Ting-ting erscheint, eskaliert die Situation. Ting-tings Mutter wird getötet und Fong Sai Yuks Vater soll hingerichtet werden, sofern sein Sohn dem Gouverneur nicht die Namensliste der Rebellen aushändigen wird. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Ernst und Komik

Die ernstzunehmende Handlung versucht sich selbst auf die Schüppe zu nehmen, so sind die Dialoge durchaus witzig gestaltet, für westliche Verhältnisse allerdings nur gelegentlich zu verstehen. Fans von asiatischer Komik kommen hier eher auf ihre Kosten. Die Schauspieler für Corey Yuens The Legend of Fong Sai Yuk wurden zwar gut ausgewählt, doch steuern sie auf ihre eigene Art und Weise mehr komischen als ernsten Inhalt bei. Fong Sai Yuk alias Jet Li, Michelle Reis, Josephine Siao und Kong Chu spielen ihre Charakter trotzdem überzeugend, wenn auch aufgrund der lustigen Szenen nicht immer im passenden Moment glaubhaft. Auch die Kämpfe kommen in The Legend of Fong Sai Yuk nicht immer besonders gut zur Geltung, da hier weniger wert auf Kampfkunst als auf Komik gelegt wird. Trotzdem können die wenigen Kämpfe ohne Waffen überzeugen, gegen Ende hin vermischen sich die Auseinandersetzungen allerdings zwischen Kung-Fu und dem Einsatz von Stab-, Klingen und Schusswaffen. Unterlegt werden die Szenen mit einem Soundtrack, der eher zu einem Jacky-Chan- als zu einem Jet-Li-Film passen würde. Wer auf eine solche musikalische Begleitung wert legt, wird dafür allerdings definitiv nicht enttäuscht werden.

Zwei Fassungen

Die deutschsprachige Synchronisation ist deutlich betagt, so passen einige Stimmen erst nach einer gewissen Eingewöhnungszeit zu ihren Charakteren, allen voran Jet Li. Erst nach etwa einer halben Stunde konnten wir uns mit der geliehenen Stimme anfreunden, dann passte sie allerdings durchweg sehr gut zu ihm. Eine kantonesische Tonspur mit zuschaltbaren deutschen und niederländischen Untertiteln ist auch dieses Mal wieder mit von der Partie. Dies gilt allerdings nur für die 97 Minuten lange Version. Die mit vier Minuten erweiterte Fassung liegt neben einigen Trailern zu anderen Streifen als Bonusmaterial bei. In dieser Fassung sind noch einige (lustige) Szenen enthalten, die man in der kürzeren Fassung entfernt hat. Beiden Versionen kann man aber bedingungslos folgen, weshalb nur hartgesottene Fans des Films wert auf diese vier Minuten legen könnten. Hier sieht man allerdings die teils sehr gravierenden Unterschiede in der Bildqualität zwischen der normalen Version und der langen Ausgabe. Die Normalfassung kommt mit einem bis auf wenige Ausnahme sehr schönen Bild daher, während die längere Fassung (noch mit dem Titel Fong Sai Yuk – Der Vollstrecker betitelt) eine schlechtere Bildqualität aufweist. Das ist schade, hier hätte man beide Versionen optisch verbessern können. Wer es lustiger mag, wird mit The Legend of Fong Sai Yuk glücklich, ansonsten raten wir eher zu einem anderen Jet-Li-Film.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-Ray-Fassung): Die chinesische Legende um den Volkshelden Fong Sai Yuk gehört nicht gerade zu den besten Film des Künstlers Jet Li. So gibt es doch ein paar Stellen im Film, wo ich den Fernseher gerne ausgeschaltet hätte. Dann wiederum kommt eine Szene, wo der Humor wirklich sehr gut zur Geltung kommt und ich mich herzhaft über die Missgeschicke und Tollpatschigkeiten der Charaktere lachen kann. Ja, ich gehöre zu der Sorte Menschen, die sich mit dem asiatischen Humor anfreunden können und ihn nicht als störend bezeichnen. Allerdings ist das neben der Schauspielerleistung von Jet Li und Co. und der durchweg guten Bildqualität der Blu-Ray-Fassung auch der einzige Pluspunkt, den ich bei diesem Film entdecken kann. Die Handlung dümpelt zu sehr vor sich hin, nimmt sich meiner Meinung zu viel Zeit, um auf den Punkt zu kommen. Hält man es aber bis zum Ende aus, wird man bis dahin aber dennoch mit dem einen oder anderen guten, aber sehr übertrieben-inszenierten Kampf belohnt. Wer den Film noch nicht gesehen hat und mit den Mankos leben kann, darf ruhig einmal einen Blick riskieren. Persönlich tendiere ich aber zu anderen Filmen des Martial-Arts-Meisters, beispielsweise Legend of the Fist. Da erlebe ich bei ungefähr derselben Laufzeit ungleich viel mehr inhaltliche Handlung.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Legend of Fong Sai Yuk!

Review: Fist of Legend

Nachdem in der von Splendid Film gestarteten Jet-Li-Reihe mit The Master ein eher schwacher Verfechter des Genres vertreten war, folgt als fünfter Film mit Fist of Legend ein regelrecht geniales Meisterwerk von Regisseur Gordon Chan.

Während des zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges (7. Juli 1937 bis 9. September 1945) studiert der aus China stammende Kung-Fu-Spezialist Chen-Zhen an der Universität in Kyōto. Dort erfährt er vom Vater seiner Freundin, dass sein Meister und Adoptivvater in Shanghai bei einem Kampf ums Leben gekommen ist. Sofort bricht Chen-Zhen auf, um in Shanghai den Mörder seines Meisters aufzuspüren. In seiner von den Japanern besetzten Heimat wird ihm bewusst, dass hinter dem Mord eine Verschwörung stecken muss. Nicht nur unter den Japanern gibt es Feinde, auch in den eigenen Reihen der Jingwu-Schule scheint es einen Verräter zu geben. Chen-Zhens Widersacher schrecken vor nichts zurück, um sogar ihn aus dem Verkehr zu räumen, versuchen ihm sogar einen Mord anzuhängen, gar seine aus Japan stammende Freundin Mitsuko Yamada zu belasten. Der Konflikt zwischen China und Japan nimmt somit auch vor der Familie keinen Halt, sodass Chen-Zhen gezwungen ist, diese zu verlassen, doch schon bald bemerkt er, dass Kung-Fu sein Leben bestimmt.

Realitätsnahes Filmvergnügen

Gordon Chans Fist of Legend baut in seinen Grundzügen auf der Geschichte von Huo Yuanjia auf, welcher allerdings bereits Anfang des letzten Jahrhunderts gestorben ist. Chen-Zhen ist allerdings eine erfundene Persönlichkeit, die uns durch die auf Fakten basierende Zeitepoche und der fiktiv-konstruierten Geschichte führt. Der Konflikt zwischen den beiden asiatischen Staaten fängt Gordon Chan sehr gut ein, indem er zum Beispiel zeigt, wie Chen-Zhen seine Freundin vor einem Hotel stehenlässt, um ein Zimmer zu mieten. Als der Hotelbesitzer die Frau erblickt, verweigert er aus Hass auf die Japaner die Vermietung des Zimmers. Auch die Beleidigungen, welche sich die Figuren gegenseitig an den Kopf werfen, zeigen deutlich, wie die Staaten damals zueinander standen. Jet Li macht in Fist of Legend eine außerordentlich gute Figur, selten hat man ihn so überzeugend gesehen. Besonders die Kämpfe, in denen Jet Li sein Können unter Beweis stellt, wirken bis auf zwei, drei Ausnahmen sehr realistisch, da man sich dafür entschieden hat, übertriebene (meterweite) Sprünge und dergleichen außer Acht zulassen, was dem realistischen Stil des Films sehr zu gute kommt. Auch die Verpflichtung des japanischen Schauspielers Yasuaki Kurata in der Rolle des Fumio Funakochi war definitiv keine Fehlbesetzung.

Gelungene Synchronisation

Das hochauflösende Bild der Blu-Ray-Fassung macht eine erstaunlich gute Figur, sehr oft hält man den Atem an, wenn man die Haare und die herunter laufenden Schweißperlen der Protagonisten einzeln zählen kann. Es gibt nur wenige Momente im 16:9-Format gehaltenen Film, in denen die Bildqualität hinter den Erwartungen zurückbleibt. Der Soundtrack ist zwar gut und fällt auch nicht störend auf, doch stellenweise hätte man für die Szenen auch epischere Stücke komponieren können. Die deutsche Synchronisation ist ebenfalls sehr gut gelungen, dank Stimmtalenten wie Christin Marquitan, Bodo Wolf und Dennis Schmidt-Foß wirkt diese niemals aufgesetzt. Wie üblich befindet sich auch die kantonesische Originaltonfassung mit auf der Disc, neben deutschen sind auch niederländische Untertitel zuschaltbar. Bonusmaterial ist bis auf wenige Trailer zu anderen Filmen nicht auf dem Datenträger enthalten, hier scheint die Jet-Li-Reihe an einem Fluch zu leiden. Wer auf Boni verzichten kann, wird mit Fist of Legend 103 Minuten lang nahezu perfekt unterhalten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-Ray-Fassung): Es ist wirklich sehr schade, dass man der Jet-Li-Reihe nur wenig Beachtung schenkt, was das Bonusmaterial betrifft. Besonders wenn ein Film auf (wenigen) Fakten und Tatsachen aufbaut, hätte man darüber wunderbar ein Special produzieren können und mit auf die Disc packen können Dem eigentlichen Film tut dies aber keinen Abbruch, im Gegenteil! Ohne Bonusmaterial wird (wohl oder übel) mehr wert auf den Film gelegt und das ist am Beispiel von Fist of Legend eindeutig gelungen. Ich habe schon lange keinen Film mehr gesehen, der dermaßen realistisch wirkt und zugleich auch mit einer gelungenen Rahmenhandlung besticht. Von der ersten bis zur letzten Minute wurde ich bei dem aus dem Jahre 1994 stammenden Film bestens unterhalten. Es gibt so gut wie keine Momente in denen ich denke, dass die choreographischen Leistungen in dieser Form so nicht machbar gewesen wären. Der Handlung konnte ich jederzeit problemlos folgen, Ungereimtheiten gab es nicht. Schade nur, dass der Soundtrack nur mittelprächtig ausgefallen is. Dafür macht Jet Li in Fist of Legend eine selten so gut gesehene Figur, sodass ich mir den Film auf jeden Fall wieder und wieder angucken werde!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Fist of Legend

Review: The Master

Nach den ersten drei Teilen der Once-upon-a-Time-in-China-Reihe widmet sich Splendid Film zunächst anderen  bekannten Streifen mit Jet Li als Hauptdarsteller, zumal er in Once upon a Time in China IV und V nicht mitwirkt. Außerdem verlassen wir den asiatischen Kontinent, denn The Master ist Jet Lis erste US-amerikanische Filmproduktion.

Die Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts neigen sich dem Ende zu. Tänzerin Anna wird aufgrund Differenzen zwischen ihr und einer anderen Künstlerin aus ihrer Gruppe geworfen. Am gleichen Abend wird Heilkräuterexperte Tak in seinem Laden von Johnny, einem selbst ernannten Kampfmeister, ohne besonderen Grund zusammen geschlagen. Bei seiner Flucht trifft er auf das junge Mädchen, welche ihn zunächst aufnimmt. Kurze Zeit später trifft auch Taks Schüler Jet in Los Angeles ein und ist verwundert darüber, warum das Geschäft seines Lehrers zerstört ist und von der Bank gepfändet wird. Gemeinsam mit ein paar mexikanischen Raufbolden, die erst Jets Tasche stehlen wollen und ihn nach einem kurzen Kampf auf Schritt und Tritt folgen, ihn gar Sifu (die chinesische und höfliche Anrede für einen Lehrer) nennen, sucht er nach seinem vermissten Lehrer. Dabei erlebt er allerhand aufregende Geschichten in der Stadt der Engel, die unumgänglich in blanker Action enden. Nach der Wiedervereinigung wird Anna von Johnnys Leuten entführt – Tak eilt ihr zur Rettung und Jet, der sich bereits auf der Heimreise nach China befand, folgt ihm und liefert sich mit Johnny einen fulminanten Kampf auf der Spitze eines Wolkenkratzers.

Verrückte und lückenhafte Handlung

Wenn wir es nicht besser wissen würden, wären wir niemals darauf gekommen, dass dieser Film tatsächlich von Tsui Hark stammt. Die oberflächliche, gar belanglose Handlung kann uns nur geringfügig begeistern. Es bleiben zu viele Lücken innerhalb der 92 Minuten langen Geschichte – Zusammenhänge werden nur wenig bis gar nicht erklärt. So wissen wir nicht, warum Johnny Amok läuft, mit seinem Schlägertrupp eine Kampfschule nach der nächsten herausfordert, Anhänger sammelt und Jets Lehrmeister Tak sogar tot sehen möchte. Auch die Rolle der May, einer Geschäftsfrau, die Jet fast durchweg begleitet, hat keine grundlegende Bedeutung für den Film. Schauspielerisches Können beweisen in Tsui Harks Werk eigentlich nur Jet Li (der im Film den gleichen Vornamen trägt) und Jerry Trimble, der in der Haut des Muskelprotz Johnny zu sehen ist. Letzterer scheint durch sein ausdrucksstarkes Aussehen genau auf seine Rolle zugeschnitten zu sein. Besonders in einer der letzten Szenen des Films kommen beide Kampfkünstler ordentlich zum Zug, präsentieren gegenseitig ihre Künste in einem packenden Kampf um Leben und Tod. Die anderen Darsteller versuchen ihre Rollen zwar gut zu verkörpern, doch tragen sie mehr zum durchschnittlichen Humor des Films bei.

Die Achtziger eingefangen, das Bonusmaterial vergessen

Die Bildqualität des aus dem 1989 Jahre stammenden Films, der erst 1992 nach dem Erfolg von Once upon a Time in China im Westen erschien, ist recht ordentlich ausgefallen. Käufer der Blu-Ray-Fassung dürfen sich allerdings nicht durchgehend auf eine überdurchschnittlich gute HD-Qualität freuen, doch aufgrund des Alters ist das nicht verwunderlich – der Charme der Achtziger Jahre wird so nur noch unterstützt. Dies merkt man auch durchgängig am Soundtrack, der mit seinen Tönen und Klängen auf diese Epoche hinweist. Kennt man sich mit den Filmen dieser Zeit aus, wird man auch den einen oder anderen (deutschen) Synchronsprecher wieder erkennen. Zusätzlich befindet sich auch die kantonesische Tonspur mit auf der Disc. Wer Bonusmaterial auf dem Datenträger sucht, wird enttäuscht. Bis auf ein paar Trailer zu anderen Filmen befindet sich rein gar nichts auf der Disc, was für den eigentlichen Film hätte interessant sein können. Jet-Li-Fans sind definitiv bessere Filme gewohnt, in welchem der Martial-Arts-Star zu Höchstleistungen anlaufen kann – wer jedoch nach leichter Kost sucht, bekommt mit The Master einen passablen und abendfüllenden Spielfilm vorgesetzt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-Ray-Fassung): Dass die Once-upon-a-Time-in-China-Reihe von Episode zu Episode an Qualität verlor, konnte ich gerade noch so verkraften, da die Filme inhaltlich dennoch größtenteils gut durchdacht ausgefallen sind. Eine Handlung sucht man in Tsui Harks The Master allerdings vergeblich. Er versucht krampfhaft Elemente des chinesischen Kung-Fu und dem Action-Kino Amerikas zu vermischen. Das gelingt ihm in meinen Augen nur zum Teil. Überdrehte Bösewichte, die jeden Draht zur Realität verloren haben, entdecke ich in der Rolle des Johnny. Sprünge auf Autodächer, die daraufhin eindellen und auch das skrupellose Einsetzen von Pistolen und Gewehren kommt in seinem Werk zur Geltung. Alle paar Minuten treffen Jet Li oder Johnny auf den einen oder anderen Bösewicht, mit denen sie sich in bester Martial-Arts-Manier auseinandersetzen. Allerdings hat Tsui Hark vergessen, eine ausgewogene Mischung zu schaffen und die Elemente sinnvoll miteinander zu verbinden. Des Weiteren hat er nicht daran gedacht, eine nachvollziehbare Handlung zu gestalten und im Film einzufangen. Jet Li wird in The Master keineswegs gefordert, seine Fähigkeiten werden hier ganz klar unterschätzt. Aufgrund dieser Tatsache möchte ich den Film auch nicht weiterempfehlen, Jet-Li-Fans werden meiner Meinung nach enttäuscht.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von The Master!

Review: Once upon a Time in China III

Nach dem Erfolg des ersten Teils produzierte man ein Jahr später (1992) nicht nur Once upon a Time in China II, sondern gleich auch noch den dritten Teil der epischen Reihe rund um Wong Fei-Hung. Die Neuveröffentlichung auf Blu-Ray und DVD kommt neben einer überarbeiteten Bildqualität dieses Mal auch wieder mit einer neuen Synchronisation daher.

Gegen Ende des neunzehnten Jahrhundert reist Kampfkunstmeister und Arzt Wong Fei-Hung in seine Heimat Beijing. Dort möchte er seinen Vater treffen, um ihn über die Heirat mit Yee zu unterrichten. Kaiserinwitwe Cixi hat indessen den Löwentanz-Wettbewerb einberufen, in welchem die beste Kampfsportschule als Sieger herausgehen soll, damit die Kung-Fu-Kampfkunst auch in Zukunft unter den Einflüssen westlicher Mächte bestehen bleiben kann. Wong Fei-Hung gerät in Zwietracht mit diesen rivalisierenden Kampfsportschulen, einer ihrer Leiter versucht den von Jet Li verkörperten Kung-Fu-Meister sogar mit hinterhältigen Tricks zu töten. Außerdem interessiert sich ein russischer Diplomat für Yee, was Wong Fei-Hung in Anbetracht der bevorstehenden Hochzeit, ein Dorn im Auge ist. Durch einen unglücklichen Zufall entdecken Yee und Wong Fei-Hung allerdings, dass die russischen Abgesandten ein falsches Ziel verfolgen und decken eine Verschwörung auf, gefährden dabei sogar ihr Leben.

Dünne Handlung, übertriebene Kämpfe

Nach dem grandiosen ersten Teil der Reihe, folgte ein zwar immer noch guter, aber nicht überragender zweiter Film. Der dritte Ableger des Epos verliert weiterhin an Qualität. Dieser Verlust liegt in erster Linie an der recht dünnen Handlung. Zwar finden wir es gut, dass man im dritten Teil endlich näher auf die Beziehung zwischen Yee und Wong Fei-Hung eingeht, doch bleibt ihnen auch hier erneut ein Happy End verwehrt. Auch die Nebenhandlungen, die deutlich Potential aufweisen, werden nicht annähernd so gut geschildert, wie noch in den beiden Vorgängern. Es wäre durchaus interessant gewesen, mehr aus der Sicht der russischen Diplomaten und sogar mehr als nur eine Szene aus Sicht von Kaiserinwitwe Cixi zu erfahren. Jet Li, Rosamund Kwan, Max Mok und Lau Shun machen (auch) in Once upon a Time in China III eine gute Figur, stellen ihr schauspielerisches Können mit Bravour unter Beweis. Einzig allein die Kampfszenen wirken im dritten Teil sehr überdreht und man merkt deutlich, dass man sich Drahtseilen bedient hat, um Jet Li durch die Luft zu schleudern. In einer Szene hat man sogar vergessen, diese weg zuretuschieren. Das wirkt in diesem Moment unfreiwillig komisch und hätte für die Neuveröffentlichung auf Blu-Ray und DVD überarbeitet werden müssen. Kung-Fu-Freunde müssen dieses Mal auch Abstriche bei den Kämpfen machen – es werden vermehrt Waffen eingesetzt, Tritte und Schläge geraten teilweise in den Hintergrund.

Rückkehr der Neusynchronisation

Wie beim ersten Teil, entschied man sich auch beim dritten Ableger für eine komplette Neusynchronisierung. Simon Jäger leiht somit auch in Once upon a Time in China III Jet Li seine Stimme. Warum man dem zweiten Teil keine neue Synchronisation spendiert hat, ist uns schleierhaft. Die Synchronsprecher wirken nicht fehlbesetzt und verleihen ihren Charakteren genügend Ausdruck. Selbstverständlich ist es wieder möglich, auf die originale, kantonesische Tonspur zu wechseln und deutsche Untertitel hinzuschalten zu lassen. Der Film ist mir einhundertelf Minuten in etwa genau so lang wie sein direkter Vorgänger und wird ebenfalls im 16:9-Format präsentiert. Die Bildqualität ist durchgehend positiv ausgefallen, nur am Anfang und an sehr wenigen Stellen schwankt die Qualität geringfügig. Wie schon bei den Vorgängern ist auch auf der Disc von Once upon a Time in China III kein Bonusmaterial enthalten, dem originalen Filmtrailer und weiteren Trailern zu ausgewählten Filmen ausgenommen. Kenner der ersten beiden Filme werden auch mit der dritten Episode des Once-upon-a-Time-in-China-Epos zufriedengestellt, sofern sie die Abstriche bei der dünnen Handlung und den etwas aufgesetzten Kämpfen in Kauf nehmen möchten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-Ray-Fassung): Once upon a Time in China war einer der besten Martial-Arts-Filme, den ich bis Dato gesehen habe. Nachdem ich beim zweiten Ableger in gewisser Weise enttäuscht wurde, habe ich meine Erwartungen an den dritten Teil sofort runtergeschraubt. Leider wurde ich erneut etwas enttäuscht, denn mit einer so dünnen Handlung habe ich in Once upon a Time in China III nicht gerechnet. Zwar gefallen mir die Charaktere auch im dritten Ableger, sie verrichten ihre Arbeit außerordentlich gut, doch sind mir die Kämpfe teilweise zu aufgesetzt und zu sehr mit Waffen, wie Schwertern und Lanzen, verunglimpft wurden. Ich mag es mehr, wenn sich Kung-Fu-Kämpfer mit ihrem tatsächlichen Können attackieren und nicht auf Hilfsmittel zurückgreifen müssen. Anspielungen auf die Einflüsse aus dem Westen, die vor allem in Once upon a Time in China beschrieben wurden, findet man im dritten Teil kaum noch. Zwar trägt Yee erneut westliche Kleidung, interessiert sich weiterhin für Kameras und auch eine Dampfmaschine kommt im dritten Teil zum Einsatz, doch all das wird nur am Rande angeschnitten. Diese stärkere Fokussierung auf China gefällt mir zwar sehr, doch dem einen oder anderen Zuschauer mag dies vielleicht missfallen. Das Finale des Films endet wie ein plötzlicher Paukenschlag. Man denkt, dass nach dem Kampf noch ein ausklingendes Ende stattfinden wird, doch Fehlanzeige: Nach einem denkwürdigen Schlusssatz von Wong Fei-Hung flimmert der Abspann wie bei älteren Kung-Fu-Filmen über den Bildschirm. Leider ist derzeit keine Veröffentlichung der letzten drei Teile der Hexalogie geplant, hoffe aber sehr, dass diese ebenfalls noch bei uns erscheinen werden, da Wong Fei-Hung zu den einprägsamsten Charakteren der chinesischen Geschichte gehört und ich auch gerne weiterhin Abenteuer mit den liebgewonnenen Charakteren erleben möchte.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Once upon a Time in China III!

Review: Once upon a Time in China II

Nach dem furiosen Auftakt der Jet-Li-Reihe von Splendid Film, folgt auch schon der zweite Teil und es geht packend weiter mit dem Nachfolger der Once-upon-a-Time-in-China-Serie, welcher aber nicht ganz an die Erfolge der ersten Episode anknüpfen kann.

Gemeinsam mit Cousine Yee und seinem Gehilfen Fu reist Wong Fei-Hung nach Canton, um dort auf einem Ärztekongress westlichen Medizinern die Akupunktur zu erklären. Zur selben Zeit ist in Canton ein Umbruch in Gange. Ein fanatischer Visionär erklärt allen Fremdländischen den Krieg, zerstört eigenwillig deren Eigentum und schreckt auch vor Mord nicht zurück. Mit seinen leichtgläubigen Anhängern versucht er zunächst Yee einzusperren, da er sie aufgrund ihrer westlichen Kleidung und ihrem Fotoapparat für eine Ausländerin hält. Später sabotiert er die Versammlung der Ärzte, in dem er einen Pfeilhagel in das Lehrzimmer feuern lässt, wodurch einige Menschen ums Leben kommen. Dort trifft Wong Fei-Hung auch auf Dr. Sun, dessen wahre Bedeutung im Film aber nicht sonderlich gut zur Geltung kommt. Als der britische Konsul ermordet wird, muss Wong Fei-Hung schnell handeln und sich gegen den Fanatiker mitsamt seiner Rebellengruppe stellen. Nebenbei erfährt der Nationalheld von einer möglichen Revolution, deren Beweise in Form einer Liste vernichtet werden müssen. Allerdings hat Wong Fei-Hung die Rechnung ohne einen weiteren, undurchsichtigen Feind gemacht, den er sich kurz vor Ende stellen muss und das Finale spannend hinauszögert.

Fiktive Ereignisse basierend auf historischen Fakten

Obwohl einige der im Film vorgestellten Persönlichkeiten wirklich gelebt haben, basiert die Handlung nur auf wenigen Tatsachen und ist überwiegend fiktiv gestaltet. Die Geschichte um Wong Fei-Hung und seinen Freunden bleibt trotzdem überschaubar und zu jederzeit logisch. Nur gegen Ende gibt es ein bis zwei Auseinandersetzungen, die aus purer Körperkraft so nicht zu bewerkstelligen wären. Wer wert auf Realismus legt, wird trotzdem zufrieden gestellt, da der überwiegende Teil der Kämpfe nachvollziehbar aufgebaut ist. Bei der Schauspielerwahl hat man sich neben Jet Li auch wieder auf die talentierte Rosamund Kwan verlassen. Fans von Donnie Yen freuen sich ebenfalls, denn in Once upon a Time in China II verkörpert er die Nebenrolle des Leutnant Lan und liefert sich mit Schauspielkollegen Jet Li einen ausufernden Kampf. Die Bildqualität hat sich im Gegensatz zum ersten Teil gesteigert, es gibt kaum Szenen, denen man das Alter des Films anmerkt. Auch der Soundtrack fällt nun etwas vielschichtiger aus. So wird das Titelthema des Films öfters eingespielt, doch auch andere (weniger einprägsame) Stücke haben ihren Weg neben bekannten Klängen von Mozart und Co. in den zweiten Teil gefunden.

Andere Stimmen – anderes Erlebnis

Beim zweiten Teil hat man sich allerdings nicht dafür entschieden, eine neue Synchronisation aufzunehmen. Kenner der neuen Tonfassung des ersten Teils müssen sich also umstellen, da sie sich an neue Stimmen gewöhnen müssen. Diese Eingewöhnungsphase ist aber schon nach kurzer Zeit beendet, da auch die alte Synchronisation durchweg gelungen, wenn auch nicht überragend ist. So gibt es beispielsweise Ungereimtheiten, ob Yee nun als Tante (wie im ersten Teil) oder als Cousine zu betiteln ist. Wer lieber die originale, kantonesische Sprachausgabe genießen möchte, darf sich zusätzlich auch deutsche Untertitel zuschalten lassen. Mit 112 Minuten ist das im 16:9-Bildformat gehaltene Werk von Tsui Hark ganze 22 Minuten kürzer geraten als der Vorgänger. Reichhaltiges Bonusmaterial gibt es leider auch beim zweiten Teil nicht. Mehr als den originalen Filmtrailer und Trailer zu weiteren Spielfilmen findet man auf der Disc nicht. Anzumerken ist außerdem, dass auf der Packungsrückseite Szenen von einem ganz anderen Film zu finden sind, ein vermeidbarer Produktionsfehler. Positiv hervorheben möchten wir aber das Menü, welches sich jederzeit auf Abruf im laufenden Film (in der Blu-Ray-Fassung) aufrufen lässt und den Film nicht unterbricht. So möchten wir das gerne auch in Zukunft bei weiteren Filmen sehen. Obwohl Once upon a Time in China II schwächer als das Erstlingswerk ausgefallen ist, können wir dennoch eine Kaufempfehlung aussprechen: Schließlich möchte man wissen, wie die Story fortgesetzt wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-Ray-Fassung): Als ich mir vor kurzem zum ersten Mal den ersten Teil der Once-upon-a-Time-in-China-Reihe angeschaut habe, war ich von der ersten Minute an von diesem Film fasziniert. Dementsprechend ging ich auch mit großen Erwartungen an den Nachfolger heran, doch wurde ich schon bald dank einer andersartigen Synchronisation in gewisser Weise enttäuscht. Nicht das ich die alte Synchronisation schlecht finden würde, im Gegenteil: Diese Fassung hat ihren ganz eigenen Charme, doch wenn es schon Ungereimtheiten zwischen diesen beiden Fassungen gibt (ist Yee nun als Cousine oder als Tante anzusehen), dann frage ich mich, womit ich im dritten Teil rechnen darf. Inhaltlich hat der zweite Teil meiner Meinung nach nachgelassen. So tritt der Fanatiker mitsamt seiner fragwürdigen Einstellung nur in wenigen Szenen in den Vordergrund, der spätere Kampf gegen Wong Fei-Hung wirkt in meinen Augen etwas aufgesetzt. Auch das Auftauchen von Dr. Sun ist definitiv zu kurz geraten, wer nicht über das Hintergrundwissen verfügt, welche Wichtigkeit diese Person in der chinesischen Kultur eingenommen hat, versteht die Zusammenhänge nur wenig.  Zum Ende hin bleiben offene Fragen, was mir bei so einem Epos – anders als bei TV-Serien – sehr missfällt. So weiß ich nicht, was mit den im Film vorkommenden Kindern passiert, wie die fanatischen Anhänger ohne ihren Anführer weiter verfahren und warum sich Yee gegen Ende des Films auf dem Schiff befindet. Lasse ich diese wenigen Punkte außer Acht, kann ich trotzdem behaupten, dass mir Once upon a Time in China II gut gefallen und ich mich auf den nächsten Teil freuen darf.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Once upon a Time in China II!


Review: Once upon a Time in China

Ohne Zweifel ist Jet Li einer der besten, wenn nicht sogar der beste Schauspieler im Bereich der Martial-Arts-Filme. Mit dem ersten Teil der Once-upon-a-Time-in-China-Serie hätte sich Splendid Film kein besseres Werk zum Einstieg in die Jet-Li-Reihe aussuchen können, denn Jet Li beweist in Once upon a Time in China einmal mehr, was in ihm steckt.

Um die Jahrhundertwende (19. und 20. Jahrhundert) wird die chinesische Küstenregion von westlichen Kaufleuten aus England und Amerika beherrscht. Ihr einziges Ziel ist zu handeln, doch plündern sie das Land eher aus und schrecken auch nicht davor zurück, an ihr Ziel durch Einsetzen von Waffengewalt zu erreichen. In dieser Zeit des Umbruchs lebt der junge Kung-Fu-Meister Wong Fei-Hung, der sich zunächst nur passiv einmischt, die Eindringlinge aber dennoch als Bedrohung ansieht. Zu allem Übel kehrt auch seine Tante Yee nach zwei Jahren aus England zurück, geprägt von westlichen Merkmalen wie westlicher Kleidung oder dem Interesse an technischen Errungenschaften, was Wong Fei-Hung missfällt. Da sie nur durch den Namen verwandt und keine Blutsverwandten sind, bahnen sich schon bald romantische Gefühle zwischen ihnen an, was im Film allerdings nur nebensächlich und sehr kurz gehalten erzählt wird. Als sie von einer hinterhältigen Bande gefangen genommen wird und zusammen mit anderen Frauen nach Amerika verschleppt werden soll, platzt Wong Fei-Hung der Kragen, eilt ihr zur Rettung und bietet nach einem fulminanten Kampf gegen einen anderen Meister der Kampfkunst den korrupten Amerikanern und Engländern die Stirn.

Eine düstere Zeit gekonnt in Szene gesetzt

Die für den Film ausgesuchten Schauspieler, wie Jacky Cheung, Yuen Biao, Rosamund Kwan und natürlich Jet Li haben unserer Meinung nach großartige Arbeit geleistet, ihre Rollen sensationell gut verkörpert und eine ausgewogene Mischung aus Ernsthaftigkeit und Komik mit in den Film gebracht. Besonders die kurzen Slapstick-Einlagen heitern das Geschehen auf. Die Darsteller hauchen der, für die dargestellte Zeit, eigentlich recht düsteren Handlung Leben ein, unterhalten den Zuschauer die ganzen 134 Minuten lang. Engländer und Amerikaner werden in Tsui Harks Once upon a Time in China als böse und durchtrieben dargestellt, da sie nicht nur an der Ausbeutung des Landes interessiert sind, sondern (im Falle der Amerikaner) männliche Chinesen unter falschen Vorwänden (beispielsweise dem Goldrausch) als Arbeitskräfte oder Frauen als Prostituierte nach Amerika verschleppen. Die Wong Fei-Hung feindlich gesinnte Bande trägt zunehmend dazu bei, dass im Film genügend Kämpfe stattfinden, um Martial-Arts-Fans gut zu unterhalten. Das hochauflösende Bild der Blu-Ray ist zwar durchweg ansehnlich, doch schwankt die Bildqualität ständig. Während das Bild in einer Szene gestochen scharf wirkt, macht das Bild in der nächsten Szene dem Jahr 1991 alle Ehre. Bildausfälle, die das Ansehen ungenießbar machen würden, gibt es nicht. Der Film wird mit einem ausdrucksstarken Soundtrack unterstützt. Hierbei handelt es sich aber nur um ein Stück, das in leicht abgewandelter Form (dafür auch in einer gesungenen Fassung) immer wieder verwertet wird.

Es war einmal eine Tonspur

Ein sehr wichtiger Punkt der Neuveröffentlichung auf DVD und Blu-Ray ist wohl die neue (deutsche) Tonspur, die auf dem Datenträger zu finden ist. So leiht in der neuen Tonfassung Simon Jäger (der unter anderem als deutsche Synchronstimme des 2008 verstorbenen US-amerikanischen Schauspieler Heath Ledger bekannt wurde) Jet Li seine Stimme. Kennern des Films dürfte das vielleicht missfallen, trotzdem kann man nicht abstreiten, dass diese Stimme angenehm auf den Zuschauer wirkt. Schade hingegen ist, dass die alte Tonspur überhaupt nicht auf den Datenträger gepresst wurde und nicht einmal auf der Packung darauf hingewiesen wird. Das ist traurig, da zumindest auf der Blu-Ray-Version ausreichend Platz gewesen wäre. Zumindest dürfen sich Fans die kantonesische Tonspur mit deutschen Untertiteln anschauen beziehungsweise anhören. Außerdem wäre auf der Disc noch genügend Platz für Zusatzmaterial gewesen, allerdings ist neben dem Original-Trailer in Kantonesisch kein Bonusmaterial in Bezug auf den im 16:9-Format gehaltenen Film enthalten. Nur noch ein paar Trailer zu anderen ausgewählten Filmen befinden sich auf dem Datenträger. Trotzdem dürfen sich Jet-Li-Fans und Freunde von Martial-Arts-Filmen Once upon a Time in China nicht entgehen lassen – dieses Meisterwerk ist absolut sehenswert!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-Ray-Fassung): Vor einigen Wochen lief die Reihe um Kung-Fu-Meister und Doktor Wong Fei-Hung im Fernsehen und leider habe ich die Ausstrahlungstermine verpasst. Zum Glück erschien kurz darauf die Jet-Li-Reihe auf Blu-Ray und DVD, darunter auch Once upon a Time in China. Tsui Hark hat mit diesem Meisterwerk eindrucksvoll sein Können als Regisseur unter Beweis gestellt. Mit Jet Li hat er Wong Fei-Hung passend besetzt, vor allem gegen Ende macht jener Martial-Arts-Star in den zahlreichen Kämpfen eine besonders gute Figur. Mir gefällt hier besonders, dass die Auseinandersetzungen glaubhaft auf den Zuschauer wirken und nur selten übertrieben dargestellt werden. Kilometerweitfliegende Kämpfer tauchen in Once upon a Time in China nicht auf. Auch der kulturelle Einfluss vom britischen Empire und den Vereinigten Staaten von Amerika wurde meiner Meinung nach treffend eingefangen, gibt den historischen Hintergrund wieder und unterstützt die beklemmende Stimmung der damaligen Zeit. Schade fand ich allerdings, dass die romantische Geschichte zwischen Wong Fei-Hung und Yee kaum bis gar nicht zur Geltung kommt. Für die eigentliche Handlung ist das zwar nicht wichtig, doch hätte dieser Teil der Geschichte das Epos abgerundet. Trotzdem bin ich schon sehr auf die nächsten beiden Teile der Reihe, die ebenfalls schon auf Blu-Ray erschienen und auf meinem Schreibtisch gelandet sind, sehr gespannt. Die dazugehörigen Reviews folgen natürlich in den nächsten Tagen. Bis dahin werde ich dem zwar dünnen, dafür umso intensiveren Soundtrack lauschen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Once upon a Time in China!

Review: Blades of Blood

Manhwa-Comics, sprich südkoreanische Comics, sind in der westlichen Welt nicht sehr weit verbreitet. Darunter fällt auch das Werk Blades of Blood, gezeichnet von Park Heung-yong. Obwohl diesen Comic hierzulande nur die größten Manhwa-Experten kennen dürften, hat es zumindest die anschauliche Verfilmung aus dem letzten Jahr zu uns geschafft.

Im sechzehnten Jahrhundert steht Korea kurz vor dem Zusammenbruch. Das Kabinett des Kaisers ist uneins und ein Angriff aus Japan steht kurz bevor. Um sein Land vor der drohenden Besetzung durch die Japaner zu schützen, schert der Schwertkämpfer Lee Mong-hak Anhänger um sich und bildet eine Allianz, um den Kaiser zu stürzen und selbst die Macht zu übernehmen. Allerdings hat er die Rechnung ohne seinen früheren Weggefährten, den blinden Schwertkämpfer Hwang Jung-hak gemacht. Unterstützt wird Hwang Jung-hak von Kyun-ja, einem jungen Mann, der sich nach Rache sehnt und Lee Mong-hak beseitigen will. Vor dem Kaiserpalast kommt es umgeben vom japanischen Heer zum furiosen Showdown. Die Handlung des Films wird überwiegend aus der Sicht von Kyun-ja und Hwang Jung-hak erzählt und arbeitet konzentriert auf das Finale hin, gelegentlich erfahren wir in der einen oder anderen Szene auch mehr über die Streitigkeiten des Kabinetts. Auf den vermeintlichen Bösewicht des Films wird nur wenig eingegangen, der Vormarsch der Japaner läuft fast gänzlich im Hintergrund der strukturierten Geschichte ab.

Koreanisches Landschaftsbild

Inhaltlich erzählt der Film circa einhundertvier Minuten lang eine spannende Handlung, die niemals langweilig wird, leider aber auch Ungereimtheiten mit sich bringt. Beispielsweise ist Kyun-ja kein besonders guter Schwertkämpfer, wird von Hwang Jung-hak zunächst einmal in den Grundlagen unterrichtet. Später kämpft Kyun-ja gegen überlegende Gegner und gewinnt. Das fühlt sich etwas unwirklich an, entzieht dem im 16:9-Format gehaltenen Film aber kaum Spannung. Dank bekannten koreanischen Schauspielern wie Cha Seung-won (Lee Mong-hak) oder Hwang Jung-min (Hwang Jung-hak) wirken die Gespräche nicht aufgesetzt, besonders da man sich für die deutsche Fassung passende Synchronsprecher ausgesucht hat. Fans von südkoreanischen Filmen werden sich aber vermutlich eher den koreanischen Originalton anhören, der ebenfalls nicht zu verachten ist – deutsche und niederländische Untertitel sind jederzeit zuschaltbar. Obwohl man es vielleicht vermuten möchte, da das Cover recht farblos gestaltet wurde, ist der Film kein Schwarz-Weiß-Streifen und bezaubert mit melancholisch-schönen Farben. Jeder Schauplatz des Films passt wunderbar ins Gesamtbild, besonders die vielschichtigen Landschaftsbilder geben uns das Gefühl, mit Kyun-ja und Hwang Jung-hak durch das Korea des sechzehnten Jahrhunderts zu reisen.

Viel Lärm um nichts

Getrübt wird das Schwertkampfepos nur durch gelegentlich auftretendes Kantenflimmern, beispielsweise an einigen der im Film auftretenden Häuserdächer zu sehen. Der Soundtrack, der entfernt sogar an mitteleuropäische Mittelalterklänge erinnert, macht dieses Manko allerdings schnell wieder wett. Freunde von Bonusmaterial ziehen bei Blades of Blood definitiv den Kürzeren, denn gerade mal drei kurze Specials sind auf dem Datenträger zu finden. Darunter fällt zum einen der originale Trailer, zum anderen ist ein kurzes Making-of und ein Video über die Kampfchoreographie zu sehen. Mehr als fünfzehn Minuten ist man damit nicht beschäftigt, der Umfang fällt deutlich schwach aus. Eine Special Edition zu diesem Film gibt es leider nicht. Das ist schade, denn hier hätte man durchaus Spielraum für außerordentliches Bonusmaterial gehabt, zum Beispiel den Manhwa beizulegen. Trotzdem können wir den Film bedenkenlos weiterempfehlen, besonders Fans von Zatōichi: Der blinde Samurai sollten mehr als nur einen Blick riskieren, denn Blades of Blood bietet einen weitaus authentischeren blinden Schwertkämpfer und zugleich eine tiefer reichende Handlung.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Blades of Blood ist einer der Filme, den ich mir auch in zehn Jahren gerne mal wieder anschauen werde. Sehr gute Schauspieler, eine interessante Handlung  und grandiose Schwertkämpfe sind bei Blades of Blood der Schlüssel zu einem guten Film. Die Schwertkämpfe haben mir besonders gefallen, da es in einer Szene auch der Fall ist, dass das Geschehen verlangsamt abläuft und man jeden Schlag mit dem bloßen Auge nachvollziehen kann. Sicherlich hat aber auch Blades of Blood seine Schwächen, denn als Zuschauer kann man aufgrund von ein paar Äußerungen nur annehmen, dass die Handlung des Films ungefähr zwischen einem bis drei Monaten andauert. In dieser Zeit ist es meiner Meinung nach nicht möglich, dass auch der talentierteste Schüler einem ausgelernten Schwertkämpfer das Wasser reichen kann. Trotzdem gewinnt Kyun-ja gegen einem ihm völlig überlegenen Gegner. Außerdem werden die Trainingseinheiten nur am Rande gezeigt, hier hätte man zwischenzeitlich noch die eine oder andere Szene unterbringen können. Auch interessant wäre gewesen, wenn man die Geschichte in einigen weiteren Szenen verstärkt aus der Sicht von Lee Mong-hak oder gar aus Sicht der einfallenden Japaner erzählt hätte. Trotzdem bin ich auch so mit dem Film zufrieden und hoffe, dass Park Heung-yongs Manhwa eines Tages auch hierzulande erscheinen wird.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Blades of Blood!

Review: Bodyguards and Assassins

Von vielen Martial-Arts-Fans wird Donnie Yen oft als einer der besten Kampfkünstler aller Zeiten gefeiert. In Bodyguards and Assassins beweist der aus China stammende Darsteller erneut was in ihm steckt und liefert eine seiner besten schauspielerischen Leistungen ab, wenn auch nur in einer nicht ganz so wichtigen Nebenrolle.

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts steht die Qing-Dynastie kurz vor ihrem Ende. Die Handlung von Bodyguards and Assassins setzt im Jahre 1906 ein, drei Tage bevor der Rebellenanführer Sun Wen (später erster Präsident der Republik China) in Xianggang (Hongkong) eintrifft. Der Revolutionär möchte in der britischen Kolonie die republikanischen Kräfte einen, um in den nächsten Jahren gezielt die Qing-Dynastie zu stürzen. Kaiserinwitwe Cixi entsendet eine Gruppe kampferprobter Attentäter, um Dr. Sun aus dem Weg zu räumen. Dieser Film erzählt die Geschichte überwiegend aus Sicht der Bodyguards, welche sich innerhalb von drei Tagen formieren und sich einen Plan zum Schutz von Sun Wen ausdenken. Nebengeschichten wie die Heirat eines Rikscha-Fahrers, der Verrat eines Glücksspielers oder die Verwahrlosung eines Obdachlosen untermauern die durchdachte Rahmenhandlung, dienen allerdings eher als Mittel zum Zweck, um die damalige Zeit realistisch darzustellen. Während das Werk in der ersten Filmhälfte überwiegend nur auf die facettenreichen Verbindungen der Charaktere aufbaut, können in der zweiten Hälfte besonders die actiongeladenen Martial-Arts-Kampfszenen überzeugen, die wir in anderen Filmen selten ähnlich so gut gesehen haben.

Opulentes Meisterwerk

Das liegt besonders an der schauspielerischen Leistung von Donnie Yen, welcher sich in einer Szene einen spektakulären Straßenkampf mit Showdown in einem Lagerhaus abliefert. Aber auch Basketballer Mengke Bateer beweist dank seiner sportlichen Erfahrung was in ihm steckt, wirft und fängt in Bodyguards and Assassins Tontöpfe und Krüge wie ein Weltmeister. Ein Großteil der Szenen wirkt nicht übertrieben und sehr realistisch, da man bei diesem Film weniger auf Spezialeffekte und mehr auf das Können der Darsteller gesetzt hat. Diese können uns mit einer ausdrucksstarken Mimik und gelungenen Gestiken durchaus überzeugen, doch der wahre Star dieses Politthrillers ist das nachgebaute Hongkong, wie es zu Beginn des letzten Jahrhunderts ausgesehen haben muss. Mehr als acht lange Jahr wurde diese Stadt geplant und schlussendlich für diesen Film realisiert. Realitätsnaher und authentischer könnte keine einzelne Szene in diesem Meisterwerk sein. Unterstützt wird die Atmosphäre von vielen Komparsen, die dem Stadttrubel mit schönen Kostümen aus dieser Zeit eine ganz besondere Note aufdrücken. Weiteres gilt für den Soundtrack, der jederzeit passend zur jeweiligen Situation passt und mit schönen und temporeichen Klängen bis zum Abspann überzeugen kann.

Überzeugendes Bildmaterial

Die deutsche Synchronfassung ist gelungen, es wurden passende Sprecher für die einzelnen Rollen ausgewählt, welche die chinesische Aussprache der Eigennamen beherrschen. Gegen den Originalton im chinesischen Dialekt Mandarin ist ebenfalls kein Kraut gewachsen, diesen dürfen sich Käufer der DVD-Fassung mit zuschaltbaren deutschen oder niederländischen Untertiteln genießen. Der Film selbst erstrahlt im 16:9-Format und kommt mit gelungenen Schärfe- und Kontrastverhältnissen daher, die Bildqualität bleibt 133 Minuten lang ungestört auf ihrem hohen Niveau. Käufer dieser unter dem Amasia-Label veröffentlichten 2-Disc-Special-Edition dürfen allerdings keine hohen Erwartungen an das Bonusmaterial stellen. So befinden sich auf dem zweiten Datenträger zwar einige Videos, doch kommen sie nur mit wenigen inhaltlichen Fakten daher. Gut aufgebaute Interviews fehlen eben so sehr wie übersichtliches Hintergrundwissen aus dieser Zeit. Nur kurze Filmschnipsel über den Aufbau der Stadt und Auszüge aus der Drehphase sind wirklich sehenswert, wenn auch nur für ein paar Minuten. Trotzdem können wir die mit einem Wendecover (ohne FSK-Symbol!) ausgestatte DVD empfehlen, da der Film absolut sehenswert ist und einen wichtigen Zeitpunkt der chinesischen Geschichte beschreibt, den Interessenten nicht versäumen sollten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der 2-Disc-Special-Edition): Wenn man sich nur das Cover anschaut, würde man nie auf die Gedanken kommen, dass sich dahinter ein solcher Film der Sonderklasse verstecken würde. Zunächst dachte ich, dass mich ein durchschnittliches und blutiges Martial-Arts-Feuerwerk erwarten würde und die Handlung (wie in der guten, alten Zeit der Martial-Arts-Filmen) im Hintergrund weiterläuft. Nach den ersten Filmminuten wurde ich eines besseren belehrt und bekam einen der besten (chinesischen) Filme spendiert, die ich in meinem ganzen Leben bisher sehen durfte. Die Anfänge der Revolution werden in Bodyguards and Assassins sehr gut beschrieben, alleine der Gedanke das Kaiserhaus stürzen zu wollen, wird von den allen Darstellern unterschiedlich dargestellt. So viele verschiedene  Mimiken der Charaktere, die trotzdem ein gemeinsames Ziel verfolgen, sind definitiv einer der wichtigsten Punkte, die ich persönlich bei diesem Film anmerken möchte. Besonders missfällt mir, dass Donnie Yen nur als Nebendarsteller in diesem Film auftritt. Sein schauspielerisches Können hätte sich in weiteren Szenen durchaus bezahlt gemacht. Außerdem fällt das Bonusmaterial leider sehr, sehr schwach aus. Zwar sind auch hier ein paar interessante Videos mit auf den Datenträger gepresst wurden, doch fehlen mir da stellenweise die Kommentare, um mir ein mehr als nur ausreichendes Bild von der Thematik machen zu können. So liegt es am Zuschauer selbst, sich außerhalb des Films weiter über das Thema zu informieren. Schade, besonders bei einem Film, der auf Tatsachen und historischen Begebenheiten aufbaut, hätte sich dieses Bonusmaterial sehr gut gemacht.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bodyguards and Assassins!

Review: War of the Wizards

Fernöstliche Filmproduktionen werden in unseren Gefilden oftmals unterschätzt. Während War of the Wizards in Korea mehr als sechs Millionen Kinobesucher anlocken konnte, wird das Fantasy-Spektakel bei uns nur auf DVD und Blu-Ray veröffentlicht. Schade, denn der Spielfilm hätte sich auch sicherlich gut auf den hiesigen Leinwänden gemacht.

Während der Chosun-Dynastie lebt der junge und sehr talentierte Zauberlehrling Jeon Woo Chi, der seine magischen Kräfte aber lieber für seinen eigenen Nutzen aufwendet, anstatt gute Dinge zu verrichten. Zur selben Zeit vermasseln drei taoistische Priester ein Ritual, bei dem mehrere gefährliche Wesen aus ihrer Verbannung fliehen und daraufhin eine magische Zauberflöte stehlen können. Diese Yokai genannten Wesen haben die Fähigkeit, die Gestalt eines Menschen annehmen zu können – nur an ihrem grünen Blut sind sie zu erkennen. Als die Yokai Jeon Woo Chis Meister töten, wird der Zauberlehrling von den taoistischen Priestern des Mordes beschuldigt und gemeinsam mit seinem Kumpan in geheimnisvollen Schriftrollen eingeschlossen, fatalerweise mit der magischen Flöte. Ganze fünfhundert Jahre müssen die Priester warten, bis sie Jeon Woo Chi wieder befreien können. Zwischenzeitlich hat sich Korea verändert, ist in zwei Staaten gespalten und auch der technische Fortschritt hat keinen Halt gemacht. Der Kampf zwischen Jeon Woo Chi und seinem Widersacher Hwadam, sowie den Yokai wird im Jahre 2009 in Seoul fortgesetzt – und das actiongeladener und witziger wie nie zuvor.

Koreanische Fantasy vom Feinsten

Die Geschichte wird überwiegend chronologisch erzählt, weshalb man jederzeit den Faden der Handlung im Auge behalten und dieser bedenkenlos folgen kann. Die Wichtigkeit der magischen Flöte wird im Film allerdings vernachlässigt, weshalb sich einige Zuschauer wohl oder übel fragen müssen, warum sich die Yokai diesem Utensil bemächtigen wollen. Zudem basiert der Film nur in groben Zügen auf der koreanischen Heldenlegende von Jeonuchijeon, vom Regisseur wurden einige Detailänderungen vorgenommen (so ist Hwadam zum Beispiel ursprünglich sogar der Meister und Freund von Jeon Woo Chi gewesen). Wenn man diesen Punkten kein Gewicht zuteilt, kann der Inhalt definitiv überzeugen. Die Action-Szenen sind im 16:9-Format gehaltenen Film sinnvoll durchdacht, wirken für das Genre gut übertrieben auf den einzelnen Zuschauer und verkörpert die feindlichen Auseinandersetzungen gleichermaßen mit einer Portion Charme und einer Prise Humor. Besonders Woo Chis Darsteller Gang Dong-won und Hwadam-Schauspieler Baek Yun-shik gehen vollkommen in ihren Rollen auf und glänzen mit gekonnten Bewegungen, sowie einer gelungenen Mimik, die ihren Charakteren eine besondere Note verpasst. Die deutsche Synchronisation ist gut gelungen und fühlt sich zu keiner Zeit aufgesetzt an. Das koreanische Original können wir mit zuschaltbaren deutschen (oder niederländischen) Untertiteln auch bedenkenlos empfehlen.

Unterdurchschnittliches Bonusmaterial

Der Soundtrack des Films befindet sich auf einem gesunden Mittelmaß, überragende Klänge sucht man zwar vergebens, doch stört die koreanische Musik niemals. Einen besonderen Pluspunkt verdient das schön gestaltete Menü. Während im Hintergrund Szenen des circa 130-minütigen Films ablaufen, befindet sich die Menüstruktur im unteren Bildbereich. Klickt man auf den Menüpunkt der Trailer, so bewegen sich vor unseren Augen die Cover der Filme von links nach rechts. Das haben wir in dieser Form noch nicht gesehen und darf sehr gerne Geschichte schreiben. Besitzer der 2-Disc Special Edition erhalten auch Zugriff zu dem etwas mager ausgefallenen Bonusmaterial. Interviews mit dem Regisseur und den Darstellern, die zusammen etwa zehn Minuten ausmachen, sind nicht gerade ein Kaufargument. Auch das Making-Of verrät nur wenig von der Produktion des Films. Zumindest können uns die kurzen Videos in Form von B-Roll-Material, der Vorproduktion und den CGI-Effekten überzeugen. Wer nicht vom Bonusmaterial enttäuscht werden möchte, darf getrost zur normalen DVD-Fassung greifen und bekommt so immer noch einen sehenswerten Film spendiert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der 2-Disc Special Edition): Als ich zum ersten Mal das Cover des Films gesehen habe, war ich zwiegespalten. Einerseits erwartete ich einen durchschnittlichen Film, aber andererseits ist es das für mich gerade das Unbekannte, was mich an fernöstlicher Fantasy so sehr interessiert. Wenn man sich zum wiederholten Male den Herrn der Ringe liest oder ein westliches Rollenspiel seiner Wahl durchspielt, kennt man meistens das Einmaleins der mitteleuropäischen Fantasy. Mit geringen und gleichermaßen hohen Erwartungen setze ich mich an War of the Wizards und wurde glücklicherweise nicht enttäuscht. Das Bonusmaterial lässt zwar deutlich zu wünschen übrig, doch der eigentliche Film fasziniert von der ersten Minute an. Witzige und charmante Charaktere treiben die Geschichte wundervoll voran, doch sobald man sich einmal an das mittelalterliche Korea gewöhnt hat, wird man aus seinen Träumen gerissen und bekommt das Seoul de Neuzeit spendiert – und obwohl es vielleicht zu vermuten ist, verliert hier der Film keinesfalls an Fahrt. Die Action wird dank der modernen Umgebung noch eindrucksvoller in Szene gesetzt, die Szene auf der befahrenen Straße erinnert mich sogar entfernt an die Autobahnszene des zweiten Teils der Matrix-Trilogie, welchen ich mir ganz besonders wegen genau dieser Szene immer wieder anschaue. Wer sich einen gesunden Mix aus koreanischer Fantasy-Kultur und Moderne auseinandersetzen will, wird mit War of the Wizards über zwei Stunden lang gut unterhalten.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu War of the Wizards!

Review: Disney Micky Epic (Comic)

Ende letzten Jahres bezauberte Entwicklerlegende Warren Spector mit seiner düsteren Micky-Maus-Interpretation Jump ’n’ Run-Spieler und Fans des vorlauten Mäuserichs gleichermaßen, obwohl der Titel an einigen Stellen deutliche Mängel aufweist. So kommt unter anderem die Handlung schwer in Fahrt und wird öfters durch sich wiederholende Nebenaufgaben gestört. Diesem Manko haben sich das Team rundum Autor Peter David, wie etwa die Zeichner Fabio Celoni oder auch Paolo Mottura in der achtundsechzigseitigen Comic-Variante angenommen. So wird die Geschichte von Mickys Ausflug ins Wasteland auf die nötigsten Punkte reduziert. Das hat zufolge, dass Nebencharaktere auf einer Seite abgehandelt werden oder erst gar nicht im Comic auftauchen. Außerdem sind die Übergänge zwischen den einzelnen Schauplätzen unpraktisch gelöst, Begleiter Gus Gremlin schickt Micky einfach an den nächsten Ort. Diese werden immerhin sinnvoll erklärt, was der Rahmenhandlung sehr gut zu gute kommt.

Mindestens so gut wie die VideospielvorlageWer die Geschichte noch nicht kennt, dem sei gesagt, dass Micky versehentlich die Arbeit eines Zauberer sabotiert und später die Chance dazu erhält, sein Missgeschick wieder gut zumachen und ein magisches Land von einem bösen Phantom zu befreien. Dabei trifft der Mäuserich auf Oswald, die erste wichtige (und mittlerweile vergessene) Comicfigur von Walt Disney. Ihr könnt euch also ausmalen, dass dieser nicht sehr gut auf Micky zu sprechen ist. Die vielen Portale, welche im Spiel Übergangspunkte zwischen den dreidimensionalen Abschnitten einnehmen und mit einer 2D-Passage daherkommen, die an alte Cartoons aus den letzten Jahrzehnten erinnern sollen, werden nur am Rande erwähnt. Die wenigen Filmstreifen werden an den Seitenrändern der schönen Illustrationen untergebracht. Der Humor des Buchs richtet sich in erster Linie an Kinder, beim amüsanten Wortwitz dürfen aber Erwachsene des Öfteren schmunzeln. Übersetzter Arne Voigtmann hat bei der Übersetzung vom Englischen ins Deutsche gute Arbeit geleistet. Das farbig bebilderte Buch im Hardcover-Umschlag ist im Laden für knapp dreizehn Euro erhältlich. Wir empfehlen trotzdem, bei Interesse zunächst den Wii-Titel durchzuspielen, um auch die Zusammenhänge allesamt verstehen zu können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Ein großer Micky-Maus-Fan war ich noch nie gewesen, das hat sich auch letzten November mit Disney Micky Epic nicht geändert. Der in meinen Augen viel zu sanfte Humor kann mir nur sehr selten ein Lächeln entlocken, das ist auch beim neuen Comic aus der Ehapa-Comic-Collection nicht anders. Immerhin wird der Stil des Wii-Spiels sehr gut eingefangen, die Zeichnungen sind wunderschön und auch die Handlung orientiert sich stark an der Videospielvorlage. Die Dialoge sind nicht sonderlich facettenreich, doch erfüllen sie ihren Zweck und treiben die Handlung stetig voran. Allerdings hat man den Comic bei normaler Lesegeschwindigkeit bereits nach einer guten halben Stunde durchgelesen, das Betrachten der wunderschönen Illustrierungen nimmt etwa die gleiche Zeit in Anspruch. Da ich den Comic vermutlich kein zweites Mal lesen werde, ist der verlangte Betrag in meinen Augen etwas zu hoch angesetzt. Trotzdem stimmt die Qualität in Anbetracht der hochwertigen Aufmachung. Fans von Micky und Oswald werden mit dem Buch genauso wie beim Spiel gut unterhalten und dürfen ruhig einen Blick riskieren. Enttäuscht wird man hier sicherlich nicht!

Vielen Dank an den Egmont-Verlag für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars vom Comic zu Disney Micky Epic!

Review: The Garden of Sinners Film 4: Der leere Tempel

Mit dem vierten Teil der The-Garden-of-Sinners-Reihe läutet Studio Ufotable die Halbzeit der Serie ein. Zwei Monate nach Veröffentlichung des dritten Teils erschien nun auch der vierte Anime rundum Shiki Ryōgi, Mikiya Kokuto und Tōko Aozaki.

Chronologisch als zweiter Teil innerhalb der Reihe angesiedelt, erleben wir wie Shiki in ein Krankenhaus eingeliefert wird und im Juni 1998, zwei Jahre später, aus ihrem Koma erwacht. Als sie erwacht, bemerkt sie allerdings, dass etwas nicht mit ihren Augen stimmt. Sie erblickt schreckliche Dinge, vor ihr zerbricht die Welt wie ein berstender Spiegel. Als sie dem psychischen Druck unterliegt und versucht, sich die eigenen Augen auszustechen, wird ihr jeglicher Besuch von Freunden verwehrt. Mikiya wird nicht zu ihr vorgelassen. In The Garden of Sinners Film 4: Der leere Tempel trifft Shiki zum ersten Mal auf Tōko, welche sich als Logopädin ausgibt, um zu ihr vorgelassen zu werden. Allerdings hat sie das geringste Interesse daran, sich Shikis Sprachvermögen anzunehmen. Stattdessen fördert sie Shikis dunkle Seite, damit sie die ihr gegebene Gabe sinnvoll einsetzen kann. Ein Freundschafts- und Arbeitsverhältnis zwischen Shiki und Tōko nimmt seinen Anfang.

Fragen und Antworten

In Film 4: Der leere Tempel erhalten wir endlich Klarheit darüber, wie sich Shiki und Tōko erst kennengelernt haben und erleben schließlich, wie Shiki ihre Gabe erstmals kontrolliert einsetzt. Auch der Charakter der Tōko wird näher thematisiert, so erfahren wir, dass sie ihre Stimme verstellt, um ein gewisses Ergebnis in Gesprächen zu erreichen. Viel mehr Fragen werden aber auch im vierten Teil der The-Garden-of-Sinners-Reihe nicht beantwortet, man lässt den Zuschauer für mindestens drei weitere Episoden im Dunkeln tappen. Studio Ufotable haben erneut bewiesen, dass sie ausdrucksstarke Charaktere in einer düsteren Welt, lauter trister Farben etablieren können. Allerdings bleibt der Mystery-Faktor dieses Mal fast außen vor, es wird dafür größeren Wert auf die emotionalen Beziehungen unserer Charaktere gelegt, was man an den Unterhaltungen zwischen Shiki und Tōko, sowie zwischen Tōko und Mikiya deutlich sehen kann. Der Film erstrahlt wie seine Vorgänger säuberlich im 16:9-Bildformat, weist technisch gesehen keine Fehler auf.

Druckfehler schmälern (nicht) das Gesamterlebnis

Der Soundtrack unterlegt das Anime-Spektakel mit mystischen Klängen, die jederzeit zu den gezeigten Szenen passen und eine beklemmende Stimmung hervorrufen möchten. Auch die japanischen und deutschen Synchronsprecher verrichten ihre Arbeit gut, besonders die deutsche Stimme von Tōko Aozaki, Christin Marquitan, möchten wir in unserem Review loben. Ihre für die Handlung relevante Stimmenverstellung bringt sie dem Zuschauer wundervoll näher. Obwohl uns der Film überzeugen kann, sind wir nicht besonders mit den Druckfehlern auf der Packungsrückseite des im Pappschuber gehaltenen Films zufrieden. Während wir dort lesen, dass der Film ganze 61 Minuten andauert, war der Film inklusive Vorschau auf den nächsten Teil bereits nach 45 Minuten zu Ende gelaufen – das sind immerhin 25% Laufzeit, die uns hier fälschlicherweise versprochen werden. Auch der Soundtrack fällt ganze acht Minuten kürzer aus, als auf der Packung angegeben (31 Minuten). Trotzdem gilt auch hier: Wer die ersten drei Teile bereits mochte, wird auch mit dem vierten Teil zufrieden sein.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung inklusive Soundtrack-CD): Das fast endlose Warten hat endlich ein Ende. Lange genug hat es gedauert, bis der vierte Teil nun auch bei uns erschienen ist. Wer meine letzten Reviews noch kennt, der weiß, dass ich mich auf die nächste Episode sehr gefreut habe. Optisch und akustisch besticht mich auch dieser Ableger der Reihe, doch irgendwie zieht sich die Handlung in die Länge. Die Geschichte wird zwar durchaus durchdacht weiter erzählt und die ruhigen Momente gekonnt mit einem beeindruckenden und zugleich bedrückenden Soundtrack unterlegt, doch irgendwie möchte der Funke nicht mehr zünden. Da ich die ersten drei Filme vor einigen Monaten am Stück genießen konnte, liegt die Vermutung nahe, dass man bei solch einem unüberschaubaren Projekt schnell den Faden verlieren kann. Außerdem habe ich mich auf einen einundsechzig Minuten langen Film gefreut und konnte unser Testgerät bereits nach einer Dreiviertelstunde ausschalten. Dies sind allerdings nur Kleinigkeiten, die ich schnell vergesse. Im Großen und Ganzen hat mir der Film dennoch gefallen und freue mich auf den nächsten Teil der Reihe, der dann wohl mit gewohnter Stärke die Handlung weiterspinnen wird.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von The Garden of Sinners Film 4: Der leere Tempel!

Review: James Bond 007: Blood Stone

Fans von Geheimagent James Bond müssen sich noch bis zum November des nächsten Jahres gedulden, dann läuft der dreiundzwanzigste Bond-Film in den Kinos an. Ende letzten Jahres hat sich Drehbuchautor Bruce Feirstein allerdings die Zeit genommen, die Handlung eines James-Bond-Videospiels zu schreiben – leider weniger gut, als das Bond-Fans lieb ist.

Die Geschichte rundum James Bond 007: Blood Stone ist an vielen Orten angesiedelt. Die Reise führt uns an exotische Orte wie Istanbul, Sibirien, Bangkok oder Monaco. Das Abenteuer beginnt allerdings in Athen, wo der Doppelnullagent einen Bösewicht auf einer Yacht stellen soll. Das die Aktion in einem puren Action-Feuerwerk endet, ist Bond-typisch vorprogrammiert. Dank stupider Feinde ist das Vorankommen in den sehr linearen Levelstrukturen kein Problem. Wir schießen uns den Weg meist frei, nur selten müssen wir Schalter betätigen, um gescriptete Ereignisse in Gang zu setzen. Da werden Panzerwagen von einem Hovercraft oder Rohre auf einen Helikopter fallengelassen und nebenbei auch ein ganzes Kraftwerk in die Luft gesprengt – der Weg durch das circa acht Stunden lange Spektakel ist unumgänglich mit Explosionen gepflastert. Das beschert uns zwar einen Augenschmaus, doch wo die Bond-typische, facettenreiche Handlung im Spiel geblieben ist, würden wir selbst gerne wissen. Immerhin gibt es zwischenzeitlich immer mal wieder eine Verfolgsjagd mit hübschen Sportautos, in die wir auch selbst eingreifen dürfen. Die Fahrphysik funktioniert zwar grundlegend gut, doch verzeiht das Spiel keine Fehler. Meist reicht die Kollision mit einem anderen Fahrzeug schon aus und der Vorsprung unseres Gegners ist schon so groß, dass wir beim letzten Kontrollpunkt neu starten müssen. Bei einigen Strecken müssen wir uns ebenfalls mehrmals die Umgebung gut einprägen, damit wir beim nächsten Mal keine Fehler mehr machen. Dieses Try-and-Error-Prinzip erinnert stark an Spiele wie Mega Man und Co. und ist heute nicht unbedingt mehr fördernd für den Spielspaß.

Dauer-Actionfeuerwerk

Im gesamten Spiel machen wir im Grunde nichts anderes, als uns von einem Gegner zum nächsten voranzukämpfen. Dabei stehen uns unterschiedliche Maschinengewehre, Pistolen und sogar Granatwerfer zur Verfügung. Befinden wir uns in der Nähe eines Gegners, können wir diesen auch im Nahkampf ausschalten. Um in machen Spielsituationen ungesehen voran zu kommen, ist an diesen Stellen auch kein anderer Vorgehen ohne Einsatz von Waffen vorgesehen. Besiegte Gegner hinterlassen ihre Waffen – Munitionsknappheit gibt es in James Bond 007: Blood Stone nicht. Um unsere Feinde zu orten, steht uns unser Smartphone als Gadget zur Verfügung. Aktivieren wir es, sehen wir sofort, wo sich unsere Kontrahenten und auch die nächsten Kontrollpunkte befinden. Zusätzlich gibt es zwischenzeitlich immer mal wieder (opitonalerweise) bestimmte Objekte zu scannen, deren Daten in die Geheimakten wandern – für das Spielerlebnis an sich sind diese Informationen allerdings nutzlos. Immerhin können wir das Smartphone auch noch für weitere Spielelemente verwenden, beispielsweise absolvieren wir für das Knacken einer Tür dadurch Minispiele, indem wir im richtigen Moment auf die richtige (abgebildete) Taste drücken. Vermasseln wir das Türknacken, hat das allerdings keine Nachteile oder Auswirkungen: Wir dürfen es gleich noch mal probieren.

Kurzweilige Action für kurze Nachmittage

Optisch bietet James Bond 007: Blood Stone zwar keine stark aus der Masse herausragenden Grafiken, doch ist der Titel weit entfernt davon zu Spielen der letzten Konsolengeneration zugehören. Während die Umgebungsgrafiken einen ordentlichen Eindruck machen, hätte man  die von Daniel Craig, Judi Dench oder Joss Stone verkörperten Charakteren ausführlicher gestalten können. Zumindest sehen sie ihren realen Vorbildern sehr ähnlich und kommen im Falle von James Bond und M auch mit in ihren (deutschen) Synchronsprechern daher. Joss Stone als Bond-Girl auszuwählen, war eine gute Entscheidung, doch zu Liebeleien zwischen ihr und dem Agenten des MI6 kommt es nicht. Die britische Soul-Sängerin hat dafür aber den Titelsong „I’ll take it all“ beigesteuert – das ist nett, aber es hat schon deutlich bessere Songs für Bond-Filme gegeben. Die Steuerung (auf der PlayStation 3) funktioniert nach einer kurzen Eingewöhnungszeit sehr gut, doch warum sich die Entwickler dafür entschieden haben, den Laufbefehl auf die L3-Taste zu legen und den Waffenwechsel auf die Dreieckstaste, ist uns ein Rätsel. Das ist ärgerlich, da man die Tastenkonfiguration auch nicht selbstständig ändern und nur aus einer überschaubaren Anzahl an vorprogrammierten Konfigurationen auswählen kann. Mit einer Spielzeit von bis zu acht Stunden ist James Bond 007: Blood Stone relativ kurz ausgefallen – für zwei bis drei kurze Nachmittage unterhält der Action-Titel aber zumindest die beinharten Bond-Fans., alle anderen können einen Bogen um das Spiel machen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-DS- und PlayStation-3-Fassung): Ende letzten Jahres war es mir bereits möglich, die Nintendo-DS-Fassung des Spiels zu testen. Damals fand ich die Handheld-Fassung auch als außerordentlich gut, weshalb ich die Wertungen der Fachmagazine – in Bezug auf die Konsolenfassung – nicht nachvollziehen konnte. Allerdings fiel die DS-Fassung auch deutlich kürzer und in Anbetracht der kaum vorhandenen Handlung somit auch gehaltvoller aus. Da ich seit April nun auch Besitzer einer PlayStation-3-Konsole geworden bin, war es mir nun auch endlich möglich, die durchschnittliche bewertete PC-, PS3- und Xbox-360-Fassung anzuspielen. Leider kommt die Handlung aufgrund der viel zu langen Action-Sequenzen in James Bond 007: Blood Stone nur selten zur Geltung und am Ende fragt man sich wirklich, welcher Storyline man in den letzten Spielstunden überhaupt gefolgt ist, zumal der Titel mit einem Cliffhanger endet und Freiraum zum Spekulieren lässt. Man hätte hier durchaus mehr aus dem Spiel herausholen können. Der Soundtrack geht zwar in Ordnung und auch grafisch gibt es definitiv Schlimmeres, aber das jeder Gegner wie jeder andere Feind fast auch reagieren muss, ist mir schleierhaft. Als Asien-Fan hat mich dann aber zumindest die Mission in Bangkok zufrieden gestellt. Bei der rasanten Autofahrt durch die thailändische Stadt habe ich richtig Lust auf ein Grand Theft Auto, angesiedelt im asiatischen Raum, bekommen. Schade nur, dass True Crime 3 eingestellt wurde und Rockstar Games mir diesen Gefallen sicherlich nicht tun wird. Immerhin kann ich diese Mission immer wieder aus dem Menü heraus auswählen – ein schwacher Trost. Jener Bond-Fan, der das Spiel günstig ergattern kann, sollte zuschlagen – ansonsten kann man es im Regal getrost stehen lassen.

Vielen Dank an Activision für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Review: Inazuma Eleven

Im Land der aufgehenden Sonne sind bis Dato drei Inazuma-Eleven-Spiele auf dem Nintendo DS erschienen, der vierte Teil für Nintendos neues Wunderwerk, dem 3DS, ist bereits genauso wie ein Wii-Ableger angekündigt. Deutsche Fans kommen nach mehr als zwei Jahren zumindest schon einmal in den Genuss der ersten Episode des Fußball-Rollenspiels.

In Inazuma Eleven verkörpern wir den jungen Mark Evans. Er ist Kapitän und Torwart einer Schul-Fußballmannschaft, doch sind es nicht nur die miesen Spielergebnisse, sondern auch die Motivation seines Teams, die ihm den Spaß am Fußballspielen verderben. Eines schönen Tages taucht Axel Blaze, ein neuer Schüler und zugleich ein talentierter Fußballer, in der Raimon Jr. High auf. Mark versucht alles, um Axel in sein Team zuholen, doch der hat mit dem Fußballspielen längst abgeschlossen. Trotzdem schafft es Mark, seine Teamkameraden zu motivieren, um Axel vielleicht doch noch in sein Team zu holen. Im späteren Spielverlauf mausert sich die Truppe zu einer gut trainierten Mannschaft und nimmt sogar an der Football-Frontier-Meisterschaft teil. Der Weg zum Siegespokal ist mit vielen Herausforderungen und Hürden gespickt, welche allesamt bezwungen werden möchten. Zusätzlich warten auf Mark und seine Freunde noch viele kleine Nebengeschichten, die miteinander verwoben sind und vom Fußballalltag geringfügig ablenken. Mit fortlaufender Spielzeit nimmt die eigentliche Handlung zunehmend Abstand von der Realität. Dem Spieler wird eine spannende Geschichte voller Mord(versuche), Intrigen und Freundschaft vermittelt. Obwohl diese Tatsachen den Spieler fesseln können, wirken die Zusammenhänge oft sehr surreal und weit hergeholt.

Rollenspiel im Fußball-Alltag

Inazuma Eleven orientiert sich in den grundlegenden Elementen an anderen Rollenspielen. Wir bewegen uns frei über das Schulgelände und schalten mit zunehmender Spieldauer neue Gebiete wie beispielsweise die Einkaufspassage, das Wohngebiet oder das Flussufer frei. Dort angekommen unterhalten wir uns mit den Stadtbewohnern, um an Informationen über das Fußballspielen oder die Stadt zu gelangen. Gelegentlich stoßen wir auch auf die eine oder andere Truhe, die interessante Gegenstände wie neue Trikots, Schuhe, Armbänder oder Sportdrinks für uns und unsere Kameraden beinhalten. Objekte können übrigens auch in den quer über die Stadt verteilten Geschäften eingekauft werden – in Inazuma Eleven hält Geld allerdings nicht als Zahlungsmittel her. Stattdessen möchten die Inhaber im Tausch für die Ware Elanpunkte von uns sehen, welche wir entweder in Kisten finden oder als Gewinn für die Siege in den Zufallskämpfen erhalten. Sehr oft werden wir mit anderen Mannschaften konfrontiert, die wir in mal längeren, mal kürzeren Fußballspielvarianten besiegen müssen. Entwickler Level-5 hat hier allerdings mitgedacht und die sich gegenüberstehenden Mannschaften auf jeweils vier Spieler pro Team reduziert. In den Zufallsbegegnungen gilt es dann, zu erst ein Tor zu schießen, den Ball einfach nur zu erobern, eine gewisse Zeit lang kein Tor zu riskieren oder auch den Ball vor dem Gegner zu beschützen.

Berechnetes Fußballspielen

In diesen Spielen liegt es allerdings nicht nur am Geschick des Spielers, die Charaktere mit dem Stylus taktisch über das Spielfeld zu manövrieren, sondern rollenspieltypisch auch an den Werten des jeweiligen Charakters. Mit jedem gewonnenen Spiel erhalten alle Charaktere, die am Spiel teilgenommen haben, Erfahrungspunkte. Eine ausreichende Menge dieser Punkte ermöglicht den automatischen Levelaufstieg dieser Person, was verbesserte Werte in Form von Ballkontrolle, Schusskraft oder Kampfgeist mit sich bringt. Diese Werte kommen vor allem dann zum Vorschein, wenn sich zwei Charaktere auf dem Feld begegnen und einen Zweikampf austragen müssen. Hier ist es allerdings auch möglich, dass sich gleich mehrere Charaktere gegenüberstehen werden. Maximal können sich drei Spieler auf jeder Seite gegen die Angreifer wehren, wobei wir auch die unterschiedlichen Basiselemente jedes Charakters beachten müssen. So sind Charaktere des Typs Wind im Vorteil gegenüber Spielern des Typs Erde. Erde dagegen ist stärker als Feuer, Feuer steckt Holz leicht in die Tasche, wobei Holz wiederum im Vorteil gegenüber des Typs Wind ist. Grundsätzlich klingt dieses Vierergespann komplex, doch im eigentlichen Spiel findet dieses Wissen von uns kaum Beachtung, da wir jedes Match auch durch bestimmte Spezialtechniken locker gewinnen können.

Action-geladene Spezialtechniken

Während Torwart Mark auch den stärksten Schuss mit einer riesigen Hand abwehren kann, feuert Stürmer Kevin mit der Kraft eines Drachen seinen so genannten Dragonball in das gegnerische Tor. Später gibt es auch Techniken, die von mehreren (nahezu frei wählbaren) Charakteren angewendet werden können. In einigen Fällen kommt es wegen der Handlung auch dazu, dass wir eine dieser Fähigkeiten auch anwenden müssen, andernfalls ist das Spiel nicht für uns zu gewinnen. Alle Spezialtechniken sind an die so genannten Technikpunkte gebunden, welche jedem Spieler aber nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Des Weiteren steht jedem Charakter eine gewisse Anzahl an Kraftpunkten zur Verfügung. Je mehr und je dynamischer sich der Spieler während des Matches über das Feld bewegt, desto schneller sinken diese Punkte und desto langsamer wird der jeweilige Spielcharakter. Um das zu erreichen, muss man sich allerdings schon oftmals selbst die Mühe geben und wie verrückt auf den abgebildeten Spieler auf dem Touchscreen klicken, damit sich dieser schneller auf sein Ziel zu bewegt. Im Übrigen wird der Titel innerhalb eines Fußballspiels überwiegend nur mit dem Stylus gesteuert, einzig allein die Kamera aus der Vogelperspektive kann mittels Steuerkreuz oder den vier Knöpfen auf der gegenüberliegenden Seite des Geräts in acht mögliche Richtungen bewegt werden.

Gigantische Spielerauswahl

An dieser Stelle verdient der Entwickler Pluspunkte, dass er Linkshänder in diesem Spiel nicht benachteiligen möchte. Neben den gerade erwähnten Zufallsbegegnungen gibt es in Inazuma Eleven aber selbstverständlich auch Spiele, bei denen sich elf Mann auf dem Spielfeld gegenüberstehen. Dies ist allerdings nur bei speziellen Trainingsspielen und wichtigen Matches gegen andere Mannschaften der Fall. Für errungene Siege gibt es nicht nur die im letzten Absatz erwähnten Elanpunkte, sondern auch Gegenstände und Teamgeistpunkte zu gewinnen. Letztere investieren wir, um neue Spieler für unsere Mannschaft zu begeistern, indem wir sie bei Freundin Celia im Clubhaus über den Bekanntenkreis finden und in einem kurzen Spiel besiegen. Haben wir gegen bestimmte Mannschaften gewonnen, können wir sie bei Silvia zu einem Freundschaftsspiel einladen – bei Nelly hingegen werben wir ab etwa der Mitte des Spiels zufällige Spieler von eben diesen Mannschaften ab. Die schier unendliche Anzahl an möglichen Charakteren sollten wir besonders erwähnen, denn Level-5 hat sage und schreibe mehr als eintausend (!) Fußballer in das Spiel integriert, die wir in die Mannschaft aufnehmen dürfen. Leider konzentriert sich die Handlung nur auf die Hauptcharaktere wie Mark, Axel, Jack, Nathan oder Jude, was in Anbetracht der überdimensional großen Anzahl an möglichen Charakteren auch nicht verwunderlich ist.

Durchwachsene Intelligenz

Optisch besticht der Titel mit einem kunterbunten Grafikstil, der uns sehr an Animes wie Kickers und Co. erinnert. Daran sind die gelegentlich aufkommenden und schön in Szene gesetzten Anime-Sequenzen nicht ganz unschuldig, welche ebenfalls ins Deutsche übersetzt wurden und mit einer guten, aber nicht überragenden Synchronisation daherkommen. Die Musikstücke des Spiels passen wunderbar zu den jeweiligen Ortschaften, doch da die Anzahl an Tracks relativ kurz geraten ist, stören die eigentlich angenehmen Klänge und Geräusche schon nach wenigen Spielstunden. Das Spiel basiert auf derselben Engine wie Dragon Quest IX: Hüter des Himmels, so fühlt sich jede Bewegung über das Schulgelände genauso an, wie in der traditionsreichen Rollenspielreihe. Während die Steuerung beim Erkunden der Stadt und innerhalb der Menüs durchweg positiv, sprich schlicht und einfach ausfällt, ist sie in den Matches anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, doch nach einigen Fußballspielen geht die Bedienung in Fleisch und Blut makellos über. Hier befindet sich dann leider auch einer der Knackpunkt des Spiels. Die künstliche Intelligenz der Gegner ist nicht wirklich facettenreich ausgefallen, bereits nach kurzer Spielzeit haben wir uns dabei ertappt, immer wieder dieselbe Strategie einzusetzen und waren damit durchweg bis zum Ende erfolgreich, da die Gegner oft gleich agieren. Einzig allein die unterschiedlichen Spezialfähigkeiten, die trotzdem allesamt dieselbe Wirkung erzielen, lassen die Gegner voneinander unterscheiden.

Positive Schlussbilanz

Hier sei allerdings noch erwähnt, dass sich Level-5 tatsächlich die Mühe gegeben hat, jeden der über eintausend Charaktere unterschiedlich zu gestalten. Egal ob wir den Charakter nun auf dem Schulgelände antreffen oder mit ihm das Fußballfeld unsicher machen. Sein Äußeres ähnelt keinem anderen Charakter im Spiel – klasse! Seid ihr daran bedacht, jeden einzelnen Charakter ins Boot zu holen, seid ihr mit Sicherheit mehr als fünfzig Spielstunden beschäftigt, ansonsten flimmert nach circa zwanzig Stunden der Abspann über die DS-Bildschirme. Nach dem Durchspielen ist aber noch lange nicht Schluss, dann könnt ihr immer noch jegliche Charaktere mit euren Freunden tauschen und euch dabei eine unschlagbare Mannschaft aufbauen, allerdings nur offline. Die Online-Modi beschränken sich nur auf die Downloads diverser Charaktere und Gegenstände, welche allerdings Woche für Woche erweitert werden sollen. Beim finalen Testzeitpunkt standen am 27. April 2011 zwölf Spielcharaktere und drei Gegenstände zur Verfügung. An dieser Stelle hat Level-5 deutlich Punkte verschenkt, denn Spieler ohne Internetzugang kommen nicht in den Genuss aller Spielverstecke und leidenschaftliche Fußballer haben keine Möglichkeit, sich online zu duellieren. Rollenspieler und Fußball-Fans werden in Inazuma Eleven gleichermaßen bedient und haben die Möglichkeit, die Fußballmannschaft ihrer Träume zu erstellen. Außerdem sei noch erwähnt, dass für den 24. April 2011 der Start des Animes auf RTL2 geplant war, leider fand die Ausstrahlung nicht statt. Schade, denn das wäre eine gute Möglichkeit für euch gewesen, die Persönlichkeiten kennenzulernen. Wenn ihr kein Problem damit habt, witzige Charaktere mit übermenschlichem Können durch eine surreale Geschichte zu führen, werdet ihr mit Inazuma Eleven bestens bedient und werdet so schnell kein vergleichbares Spiel im Regal entdecken.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Wer mein Fazit zum Review zur Anime-Serie der Kickers gelesen hat, wird sehr gut wissen, dass ich mit Fußball im Grunde rein gar nichts anfangen kann. Trotzdem hat mich das vorliegende Nintendo-DS-Spiel genauso gefesselt wie die eben genannte Serie und ich kann es mir auch nicht logisch erklären, warum das so ist. Vermutlich liegt es vor allem an der nett gestrickten Handlung, welche ich mit den liebevoll designten Charakteren erleben kann. Besonders anfangs kann man deutlich sehen, dass sich die Entwickler an den Kickers orientiert haben, wenn die Geschichte auch schon bald andere Formen annimmt. Gegen Ende hat mir diese aber nicht mehr ganz so gut gefallen, da die Entwickler wohl wirklich der Meinung gewesen sein müssen, dass man Mord- und Todschlag mit dem Fußballspielen gleichsetzen kann – schwach. Sobald es aber darum geht, auf dem Rasen miteinander Fußball zu spielen, haben es die Entwickler durch die zahlreichen Spezialfähigkeiten ebenfalls übertrieben, allerdings zu meinen Gunsten. Wenn die Fußballspiele ebenfalls so langweilig inszeniert wären, wie im wahren Leben, hätte ich schon bald keine Freude mehr an dem Game gehabt. Schade nur, dass die Entwickler sich nicht die Zeit genommen haben, die künstliche Intelligenz der Gegner facettenreicher zu gestalten. Schon nach kurzer Spielzeit hatte ich den Dreh raus und habe meine, von der Handlung her überlegenen Gegenspieler, problemlos besiegen können. Da ich mit Fußball, wie eingangs erwähnt, nichts anfangen kann, ist das eine ebenfalls so schwache Leistung, wie keinen Online-Modus in das Spiel zu integrieren. Gerne würde ich mein Können gegen richtige Profis unter Beweis stellen, doch das wird mir in dem Spiel verwehrt. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass Nintendo auch die restlichen Ableger der Reihe in Europa veröffentlichen wird, denn das Spiel hat mir trotzdem sehr viele Stunden Freude bereitet und so schnell komme ich vom Spielprinzip bestimmt nicht mehr los.

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Review: Kickers (Gesamtausgabe)

Vor vielen Jahren gab es eine Zeit, in der auf RTL 2 noch viele Animes der alten Schule ausgestrahlt wurden. In dieser längst vergangenen Zeit haben sich auch die Kickers in die Herzen vieler Fußballfreunde und Anime-Fans geschlichen, doch auch heute noch vermittelt diese klassische Serie wichtige Werte, die wir nie vergessen dürfen.

Die Handlung der sechsundzwanzigteiligen Serie setzt ein, wo der junge Fußballer Gregor mit seiner Familie in die Stadt zieht. An seiner neuen Schule angekommen, möchte er sich auch gleich der hiesigen Fußballmannschaft anschließen – den Kickers. Diese sind allerdings alles andere als gut, nicht sonderlich motiviert und am Training eindeutig desinteressiert. Kapitän und Torwart der Kickers Mario steht kurz davor, das Handtuch zu werfen. Gregor schafft es, in den Köpfen der munteren Truppe neuen Kampfgeist zu wecken. Fortan trainieren sie jeden Morgen und jeden Abend, um ihre Stärke zu verbessern und ihre Techniken zu verfeinern. Schon bald treten sie gegen verschiedene Mannschaften an, um ihren Namen reinzuwaschen, später gar an einem großen Turnier der besten Teams teilzunehmen. Meistens verhält es sich dann so, dass ihre Gegner eine Spezialtechnik gemeistert haben, welche sie zunächst erkennen müssen, um anschließend Fehler auszumerzen, um das Spiel noch gewinnen zu können. So müssen die Kickers unter anderem den Teufelsdreier der Teufel durchschauen oder sich gegen ein Team durchsetzen, dass die Taktiken der Kickers im Voraus mittels Computer vorberechnen konnte. Die Nebenhandlungen (in den meist abgeschlossenen, circa dreiundzwanzigminütigen Episoden) sind ebenfalls durchaus sehenswert. So gibt es neue Kameraden, die das Zusammenspiel nicht ganz so ernst nehmen und auch (sehr sanfte) Liebesgeschichten zwischen Mario und Gregors Schwester Elsa sind nicht ausgeschlossen.

Verkörperung von wichtigen Werten

Viel wichtiger sind aber die Aussagen, die uns die Serie näherbringen möchte. Die Geschichte vermittelt in erster Linie die Freundschaft untereinander, dass man zu seinen Freunden stehen soll und sich gemeinsam für eine gute Sache entscheidet. Aber auch, dass man Spaß am Sport haben und immer fair spielen soll, ist eine der wichtigsten Kernaussagen des Animes. Auf lustige Art und Weise werden uns diese Informationen übermittelt, denn witziger könnten die Charaktere nicht ausfallen. Der muntere Gregor, der Vielfraß Sascha, die liebreizende Conny oder auch ihr zielorientierter Bruder Victor tragen zum heiteren Gesamtbild der Geschichte bei. Bei den Namen der Persönlichkeiten fällt übrigens direkt auf, dass man die Charaktere im Gegensatz zur japanischen Originalfassung umbenannt hat. Aus Masaru wurde Mario, aus Hideo Tino und aus Shinsuke entstand in der deutschen Fassung Benjamin. Bei der Aussprache orientierten sich die Übersetzer allerdings entweder beim deutschen Pendant (am Beispiel von Sascha) oder fügten einen englischen Akzent (als Beispiel nennen wir hier Gregor) hinzu. Für jüngere (deutschsprachige) Zuschauer ist das natürlich eine Erleichterung, Fans des Originals stoßen bitter auf, zumal nur die deutsche Tonspur auf den insgesamt vier DVDs enthalten ist. Eine japanische Sprachausgabe sucht man vergebens, selbst deutsche Untertitel haben es nicht auf die Datenträger geschafft. Hörgeschädigte werden mit der Gesamtausgabe der Kickers nicht glücklich werden.

Eine klasse Serie mit Mängeln

Bonusmaterial findet man ebenfalls nicht in dieser Kollektion, nur einige Trailer zu diversen Animes wie Ranma ½ haben ihren Weg auf die DVDs gefunden – ein schwacher Trost. Die Qualität der Synchronisation befindet sich auf einem guten Mittelmaß, altersbedingt gibt es hier und da ein paar (kleinere) Aussetzer. Die Synchronsprecher wurden gut gewählt und passen zu den ihnen zugewiesenen Rollen. Unverzeihbar ist nur, dass selbst Synchronstimmen von wichtigen Protagonisten wie Victor, Sascha, Philipp oder Tinos Vater auch für andere Nebencharaktere genutzt werden – oft sogar in ein und derselben Episode. Das kostet Punkte bei der Atmosphäre. Die Bildqualität ist ebenfalls nicht gerade das Gelbe vom Ei, gelegentlich gibt es ein paar Aussetzer bei der Wiedergabe in Form von Schlieren, die man sonst nur noch von alten VHS-Kassetten kennt. Eine digitale Überarbeitung fand bei dieser Serie nicht statt. Das mag Nichtkennern missfallen, doch Kenner früherer Fernsehausstrahlungen möchten die Serie vielleicht nicht anders aufnehmen. Übrigens wird die Gesamtausgabe in einer schicken Box geliefert, die mit einer dicken Pappe sehr robust wirkt. Die einzelnen DVDs befinden sich sogar in den üblichen DVD-Schachteln, wie man sie sonst nur von Kinofilmen her kennt. Jede DVD wird mit einem Wendecover ohne FSK-Logo geliefert, die eigentliche Box weist dieses Manko erst gar nicht vor und kommt direkt ohne FSK-Symbol daher. Wer sich mit den Makeln zufrieden geben möchte, bekommt eine großartige Serie vorgesetzt, die auch ein Vierteljahrhundert nach ihrer ersten Ausstrahlung in Japan immer noch sehenswert ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Fußball ist für mich genauso interessant, als wenn in China ein Sack voller Reis umkippen würde. Ich kann dieser Sportart einfach nichts abgewinnen, doch trotzdem habe ich mir die Kickers gerne angeschaut. Das liegt zum einen daran, dass es sich hierbei um einen Anime handelt, des Weiteren ist die Sportart Fußball in dieser Serie übertrieben dargestellt. So springen einzelne Spieler meterhoch, feuern den Fall mit Lichtgeschwindigkeit ins Tor und die aberwitzigen Taktiken, welche in diesem Anime behandelt werden, machen das Ganze schnell wieder interessant. Wenn Fußball so in Wirklichkeit wäre, würde ich mir auch das eine oder andere Spiel anschauen oder selbst anfangen zu spielen. In kurzer Zeit habe ich die vielen verschiedenen Charaktere lieb gewonnen und nebenbei auch Lust auf Inazuma Eleven, ein Fußballrollenspiel für den Nintendo DS bekommen (Review folgt in Kürze). In der Serie werden viele tolle und kleine Geschichten erzählt, welche den Anime herausstechen lassen. Leider werden nur wenige Handlungsstränge über mehr als eine Episode hinweg erzählt. In einem Großteil aller Fälle ist es so, dass nach einer Episode die Nebenhandlung beendet wird und in der nächsten Folge ein neues Kapitel aufgeschlagen wird. Möchte man sich nur schnell eine Folge anschauen, ist dieses Vorgehen natürlich sinnvoll. Schaut man sich aber mehrere Episoden am Stück an, kommt gelegentlich schnell Langeweile auf – zumindest war das bei mir der Fall. Trotzdem blieb ich am Ball und schaute mir alle 26 Episoden an – und wenn das ein Anime bei mir schafft, dann kann ich ihn auch nur wärmstens weiterempfehlen.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars der Kickers-Gesamtausgabe!

Review: Nintendogs + Cats

Nintendogs war bereits auf dem Nintendo DS ein Phänomen. Kaum ein anderes Spiel hat die Bindung zu einem virtuellen Haustier dermaßen glaubhaft dargestellt, wie diese Simulation. Jahre später geht Nintendo denkt mit und führt nun auch Katzen in das Spiel ein, doch ist es fraglich, ob dieser Schritt der logische Fortschritt der Reihe ist, wenn grundsätzlich doch auch wieder alles beim alten – und auch den Hunden – bleibt.

Aus der Ego-Perspektive betreten wir die virtuelle Wiese, wo uns auch schon ein paar süße Hundewelpen begrüßen. Am liebsten würden wir gleich alle Vierbeiner mit zu uns nach Hause nehmen, doch dürfen wir uns zunächst nur für einen Hund entscheiden. Unsere Wahl fällt einen Golden Retriever, dem wir kurz darauf eigens den Namen Shannon zuteilen. In Zukunft hört Shannon auf uns, wenn wir sie rufen. Als nächstes steht dann auch schon das erste Bad mit der Hundedame an. Mittels Stylus wählen wir aus dem Menü das Shampoo aus und waschen im Badezimmer ihr Haar. Schon glänzt das Fell wieder wie neu. Anschließend ist es Zeit, dem Hund neue Tricks beizubringen. Wir führen spezielle Gesten am Hund aus, heben beispielsweise seine rechte Hand und rufen anschließend das Kommando „Gib Pfote“ ins Mikrofon, wobei „Gib Pfote“ stellvertretend für jede andere Wortkombination steht. Das Kommando „Sitz“ bringt unseren Hund dann dazu, sich auf sein Hinterteil zu setzen. Die Spracherkennung funktioniert in der Regel auch sehr gut, nur selten haben wir das Gefühl, dass unser Hund unsere Befehle missachtet. Deshalb solltet ihr auch immer klar und deutlich sprechen, damit es zu wenigen Missverständnissen kommt. Nach dem Beibringen der Tricks möchten wir mit Shannon Gassi gehen, da bemerken wir, dass sich die Tageszeit vor unserer Haustür sich der Systemuhr des Nintendo 3DS anpasst: Es ist mittlerweile abends. Außerdem bemerken wir, dass neben Pilotwings Resort auch in der Nintendogs-Reihe die Miis ihr Unwesen treiben. Auf den Bürgersteigen unterhalten sich Miis und auf der der offenen Straße treffen wir auch das eine oder andere Mal auf einen anderen Hundebesitzer zu einem Plausch.

Hundeleben

Die Tiere beschnuppern sich, schüchtern sich gegenseitig ein oder zeigen untereinander auch Respekt zueinander. Auswirkungen auf das Verhalten unseres Hundes hat das nur wenig, da die Bindung zwischen Herrchen beziehungsweise Frauchen ganz klar im Vordergrund steht. Hin und wieder findet Shannon auch mal ein Geschenk, in dem sich nützliche Gegenstände befinden – nett! Unangenehme Arbeiten warten in Nintendogs auch auf den Spieler, denn wenn der Hund sein Geschäft einmal auf offener Straße verrichten soll, müssen wir den Kot natürlich in eine Papiertüte packen. Einen Vorteil hat das ganze aber schon: Virtuell stinkt natürlich nichts! Immerhin wird der Gassigeh-Alltag somit etwas realistisch dargestellt, damit wir aber die Beziehung zu Shannon vertiefen, nehmen wir öfters an Wettbewerben teil. Das Apportieren von Frisbee-Scheiben steht ebenso auf dem Plan wie das Vorführen gelernter Tricks. Somit verdienen wir nebenher auch das nötige Kleingeld, um neue Accessoires oder Möbelstücke zu erwerben. Da unser Hund selbstverständlich hin und wieder auch mal Hunger und Durst hat, gilt es ebenfalls sich mit genügend Nahrung einzudecken. Wie es der Titel des Spiels schon vermuten lässt, dürfen wir im neuesten Teil der Reihe auch Katzen pflegen. Das nötige Kleingeld vorausgesetzt, dürfen wir uns solch ein Tier im Zwinger erwerben und dann allerhand mit ihm anfangen.

Katzenwetter

Obwohl die Katzen einen Mehrwert im Spiel darstellen, haben sich die Entwickler aber mehr auf die Hunde konzentriert. Die bellenden Vierbeinern ähneln ihren realen Vorbildern auch in Nintendogs + Cats mehr, als die kleinen Katzen, die immerhin mit ihrem Miauen etwas mehr Realität in das Spiel bringen. Wenn wir keinen Platz mehr in unserem Heim haben, dürfen wir die Tiere auch in einer Pension unterbringen, wo sie gut behandelt werden. Des Weiteren unterstützt der Titel auch die Street-Pass-Funktion des Nintendo 3DS. Wir dürfen ein Foto von unserem Welpen machen, den Brief mit dem Symbol eines unserer Miis versehen und eine aus wenigen Zeichen bestehende Botschaft, sowie einen Gegenstand (der übrigens dadurch nicht verloren geht) dranhängen. Im Standby-Modus können wir nun auf andere Hundebesitzer treffen, um die Botschaft sofort an ein anderes Nintendo 3DS zu vermitteln – und umgekehrt. Vor dem Kauf des Spiels solltet ihr euch überlegen,  welche Hunderasse ihr am liebsten mögt, denn in jedem Spiel erwarten euch (ähnlich wie in Pokémon) andere Wesen, mit denen es sich anzufreunden gilt. In einer Version gilt es einen Golden Retriever zu versorgen, in der anderen Fassung müssen wir uns hingegen um die Rasse Zwergpudel kümmern. Abschließend bleibt zu sagen, dass Nintendogs + Cats natürlich keine echten Tiere ersetzen können. Dieses Gefühl ist mit nichts auf der Welt gleichzusetzen und wer selbst die Möglichkeit hat, sich um ein Tier zu kümmern, sollte das eher als Nintendogs + Cats in Betracht ziehen. Trotzdem ist der Titel für alle, die an einer Tierhaarallergie leiden oder einfach zu wenig Zeit haben, eine gute Alternative fernab von veralteten Tamagotchis.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Es war nach dem kurzen Anspielen auf der letzten Gamescom das erste Mal, wo ich mich wirklich mit der Nintendogs-Serie auseinandergesetzt habe. Einerseits bin ich doch überrascht, wie gut das Spielprinzip funktioniert. Die Spracherkennung hat nur selten den einen oder anderen Aussetzer und die Spieloptionen sind größer als erwartet. Es macht mir hin und wieder wirklich Spaß, einfach mal den Nintendo 3DS einzuschalten und nach meinen virtuellen Haustieren zu schauen – allerdings klappe ich den Handheld ebenso schnell wieder zu, was eigentlich sehr schade ist. Auf Dauer ist der Titel nämlich leider recht monoton und da können die Katzen, die ich ja viel lieber mag als Hunde, dann auch nichts mehr ausrichten. Meine beiden lebendigen Stubentiger reichen mir da vollkommen aus. Trotzdem ist der Titel eine tolle Empfehlung für Leute, die sich aus unterschiedlichen Gründen kein Haustier halten können, eine mehr als nur gute Wahl. Wer den DS-Vorgänger besitzt, sollte aber nicht zu viel erwarten. Der 3D-Effekt ist mehr als bescheiden (so wirklich kommt dieser nur zur Geltung, wenn der Hund den Spieler im wahrsten Sinne des Wortes abschlecken möchte oder wenn wir einen Gegenstand, wie einen Gummiball mitten in den Raum werfen) und die Neuerungen halten sich ebenfalls in Grenzen. Wer aber nicht genug von den Tölen bekommen kann, darf ohne Bedenken zuschlagen!

Review: Pilotwings Resort

Pilotwings ist eine der Marken, die bei Nintendo längst in Vergessenheit geraten sind. Schon zu Super-Nintendo-Zeiten, durften wir die luftigen Höhen dank Mode-7-Chip erkunden und Jahre später ebenfalls auf dem Nintendo 64. Mit der Zeit wurden grafische Darstellungen in Videospielen immer komplexer, die Technik machte zu jener Zeit große Fortschritte, doch ein finanzieller Segen blieb bei Pilotwings 64 leider aus. Auch Hudson Softs Versuch, das Spiel in ähnlicherweise zu reanimieren, schlug fehl. Wing Island verkaufte sich mäßig und kassierte in der Presse durchweg schlechte Bewertungen. Mit Pilotwings Resort ist Nintendo allerdings auf dem besten Wege, eine tot geglaubte Reihe wieder zu beleben.

Nachdem wir das Spiel gestartet haben und den 3D-Regler auf Maximum gestellt haben, sind wir bereits auf dem Titelbildschirm vom Spiel hin und her gerissen. Die weitläufige Aussicht kann man mit einem Wort einfach nur als phänomenal bezeichnen, doch vom 3D-Effekt möchten wir uns nicht beeindrucken lassen und starten das Spiel. Die Pilotenkarriere beginnen wir im Wuhu Wolken-Klub. Wie der Name schon vermuten lässt, befinden wir uns auf Wuhu Island, jener Insel, die findige Spieler bereits aus Wii Fit oder Wii Sports Resort kennen dürften. Das heißt auch, dass uns der eine oder andere Mii zwangsweise über den Weg laufen wird. Nachdem wir unseren Alter Ego aus der Mii-Liste ausgewählt und die Mitgliedschaft unterschrieben haben, fangen wir auch schon mit den aufschlussreichen Tutorials an, um die einfache Flugsteuerung zu erlernen. Zunächst stehen uns bei diesem Unterfangen neben einem propellerbetriebenes Flugzeug, auch ein Raketengurt und ein Hängegleiter zur Verfügung. Im späteren Spielverlauf gibt es auch weitere Fluggeräte zu kontrollieren, beispielsweise den Turbo-Jet, der mit seiner hohen Geschwindigkeit punktet.

Frei wie der Wind

Im Missions-Modus erledigen wir die uns gestellten Aufgaben der Reihe nach – jeweils mit einem vorgegebenen Fluggerät. Wir fliegen durch Ringe, hüpfen mittels Raketengurt von der einen Plattform zur nächsten und müssen dabei möglichst viele Punkte einkassieren. Action kommt in Pilotwings Resort selbstverständlich nicht zu knapp. Hin und wieder dürfen wir auf Zielscheiben ballern, die uns am Ende des Levels zusätzliche (und für die Höchstwertung unabdingbare) Punkte beschert. Wer es langsamer angehen möchte, freut sich indessen über die eine oder andere Sightseeing-Tour, in denen man während eines Rundflugs mit dem Hängegleiter Fotos von Gebäuden, wie der großen Brücke oder dem Schloss machen darf. Die geschossenen Fotos dürfen wir nach Beenden der Aufgabe auf der SD-Karte speichern und sie später ebenfalls weiterverarbeiten. Allerdings ist es nicht möglich, Fotos über das Internet an Freunde weiterzuleiten. So ist der Nutzen dieser Funktion gleich null, wenn auch eine nette Dreingabe. Dem eigentlichen Spielprinzip schadet das aber natürlich nicht, denn je öfters wir erfolgreich die Aufgaben im Missions-Modus erfüllen, desto mehr Inhalte sind anschließend im Freiflug-Modus verfügbar.

Pilotenfeeling

In einem zeitlichen Rahmen erkunden wir das Eiland nach Gutdünken und erfüllen nebenher sekundäre Ziele, beispielsweise das Ausführen von recht einfachen Tricks oder dem Sammeln von Informationen über die Örtlichkeiten der Insel. Im Nu schalten wir so das eine oder andere Diorama frei, welches wir in dreidimensionaler Ansicht begutachten dürfen. Wir haben richtig das Gefühl, dass die Flugzeuge aus dem Bildschirm herausstechen und zum Greifen nahe sind. Das gesamte Geschehen wird meist mit ruhigen Klängen unterlegt und vermittelt dank der eingängigen Steuerung und den ansehnlichen 3D-Effekten richtiges Pilotenfeeling. Leider verfügt der Titel über einen sehr kleinen Umfang, weshalb das Spiel auch schon an einem Wochenende durchgespielt werden kann. Wir vermissen Mehrspieler-, Online- oder gar Street-Pass-Modi schmerzlich. Das ist relativ schade, denn so hätte sich der Titel tatsächlich zu einem 3DS-Must-Have mausern können. Unterm Strich bleibt dennoch ein mehr als gutes Spiel, welches sich besondere für den Urlaub und die Mittagspause eignet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Mir hat Pilotwings Resort relativ gut gefallen. Es macht mir eine Menge Spaß die Missionen auf Wuhu Island zu erfüllen und im Freiflugmodus die Insel unsicher zu machen. Außerdem bin ich richtig vom 3D-Effekt überrascht. Ich hatte diesen beim letzten Anspielen auf der Gamescom 2010 in Köln gar nicht so stark in Erinnerung gehabt. Die Weitsicht ist den Entwicklern wirklich sehr gut gelungen. Das Spiel suggeriert mir tatsächlich, dass sich alles in weiter Ferne (die Inselwelt) und in greifbarer Nähe (der Spielcharakter, vorbeiziehende Objekte) befindet. Genial! Leider verstehe ich nicht, warum die Entwickler so wenig Umfang in das Spiel gepackt haben. Mehrspielerduelle, gemeinsames Herumfliegen (inklusive Mikrofonunterstützung) hätten den Titel wirklich zu dem gemacht, was er hätte sein sollen. Dennoch habe ich auch so eine Menge Spaß mit Pilotwings Resort, denn die Missionen spielen sich unterschiedlich und bieten mir persönlich auch genügend Abwechslung, um das Spiel immer mal wieder in meinen Nintendo 3DS zu stecken. Wer die Vorgänger mochte, wird auch mit der 3DS-Version zufrieden sein.

Review: Super Street Fighter IV: 3D Edition

Nach Jahren der Abstinenz kehrt eine der beliebtesten Kampfsportserien zurück auf eine Nintendo-Plattform. Über diese Neuigkeit freuen sich nicht nur ältere Nintendo-Fans, auch jüngere Spieler haben endlich die Möglichkeit Ryu, Chun-Li und Co. kennenzulernen.

Beat ’em Ups stehen nicht gerade in dem Ruf, sie würden eine packende Handlung erzählen. Vor dieser Tatsache macht auch Super Street Fighter IV: 3D Edition keinen Halt, obwohl in den Anime-Sequenzen durchaus eine Hintergrundgeschichte erzählt wird. Ohne den Prequel-Anime zum Spiel zu kennen, wird das Verständnis ohnehin erschwert. Dem rasanten Spielerlebnis schadet dies allerdings nicht. Wieder einmal stehen uns diverse Modi, wie der Arcade- oder der Versus-Modus zur Auswahl, auch zahlreiche Herausforderungen haben ihren Weg in das Spiel geschafft. Im Arcade-Modus bekämpfen wir reihenweise Gegner und reisen dabei rund um den Globus, bis wir schlussendlich Endboss Seth gegenüber stehen. Im Versus-Modus dürfen wir hingegen selbst den Gegners und auch die Stage auswählen. Wir selbst dürfen unseren Kämpfer aus einer stattlichen Anzahl von 35 Charakteren jederzeit frei wählen. Im 3D-Versus-Modus (was im Grunde nichts mit der 3D-Fähigkeit des Geräts selbst zu tun hat), bekämpfen wir unsere Kontrahenten aus der Verfolgeransicht. Das ist gewöhnungsbedürftig, funktioniert grundsätzlich aber gut, auch wenn es für ein Street Fighter ungewöhnlich ist.

Hadoken!

Um unseren Kämpfer in die nächste Runde zu katapultieren, bedienen wir uns zahlreicher Moves, mit denen wir unseren Gegnern richtig einheizen. Kenner der PlayStation-3- und Xbox-360-Fassung müssen sich allerdings nicht umgewöhnen. Die Steuerung funktioniert auf dem Nintendo 3DS genauso wie auf den großen Konsolen. Ryu verschießt sein Hadoken mit einer Viertelbewegung des Schiebepads mit nachfolgendem Tastendruck auf eine der drei vorhandenen Schlagtasten und C. Vipers Seismic Hammer funktioniert immer noch mit einer Z-Bewegung auf dem Schiebepad und anschließender Betätigung einer Schlagtaste. Kenner müssen sich also nicht umgewöhnen. Das bedeutet allerdings auch, dass das kleine Manko der Konsolenfassung auch vorhanden ist. So funktionieren die Moves in der Regel zwar sehr gut, doch so manche Schlagabfolge wird gelegentlich nicht richtig erkannt. Wer also Wert auf eine exakte Steuerungsmethode legt, sollte eher zur Xbox-360- oder PlayStation-3-Fassung greifen und sich am besten gleich noch einen Arcade Stick dazu anschaffen, doch ansonsten fühlt sich die 3DS-Ausgabe keineswegs schlechter an. Senken wir also wie gehabt die Lebensenergie unserer Gegner oder erleiden selbst Schaden, erhöht das unsere Anzeigen, was die Super- und Ultra-Kombinationsangriffe ermöglicht. Anfänger sind ebenfalls in Super Street Fighter IV: 3D Edition willkommen. Anstatt komplexe Kombinationsangriffe auswendig zu lernen, ist es Anfängern möglich, auf dem viergeteilten Touchscreen vier Angriffsmuster zu speichern.

Willkommen im Fight Club

Zukünftig reicht es aus, kurz auf den Touchscreen zutippen, um eine Attacke auszuführen. So werden sich Neulinge schnell in der Spielwelt zurechtfinden und glücklicherweise dürfen Profis in Online-Kämpfen einstellen, ob ihre Gegner den Touchscreen auch mit Super- und Ultra-Kombinationsangriffen belegen dürfen. Unfaire Kämpfe sind somit von vornherein ausgeschlossen. Zusätzlich unterstützt das Spiel die Street-Pass-Funktion des Nintendo 3DS. Aktivieren wir diesen Modus, so attackieren fünf zuvor von uns ausgewählte Figuren das Team eines anderen Spielers, wenn wir den 3DS im zugeklappten Standby-Modus herumschleppen und auf solch einen treffen. Sind wir erfolgreich, erhalten wir weitere Figuren für unsere virtuelle Sammlung. Optisch sieht das Spiel durchaus hübsch aus, doch 3DS-Spieler müssen teils große Abstriche gegenüber der Konsolenfassung machen. Jede Stage ist zwar ihrem großen Vorbild nachempfunden, doch bleiben die Hintergründe auf dem 3DS starr und regungslos. So machen bei eingeschaltetem 3D-Effekt beispielsweise Charaktere im Hintergrund den Eindruck, als seien sie Pappaufsteller. Die Stage Crowded Downtown kommt somit dieses Mal ohne vorbeidüsende Radfahrer, ständig jubelnde Passanten und fotografierende Touristen aus. Dieser Rückschritt ist sehr schade, da somit ein kleiner, aber feiner Teil der Atmosphäre des Spiels flöten geht. Verhältnismäßig sehen dafür alle Charakterbewegungen und Effekte im wahrsten Sinne des Wortes genial aus. Der stimmige Soundtrack und die wuchtige Kampfansagerstimme verleihen dem Spiel den nötigen Pep, damit wir diesen Titel niemals mehr vergessen werden. Da machen wir uns aber keine Sorgen, denn schließlich sind uns die PlayStation-3- und Xbox-360-Fassungen ja auch  in guter Erinnerung geblieben.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der 3DS-Fassung): Da die Xbox-360-Fassung nur mit Xbox Live Gold online spielbar war und die Microsoft-Konsole damals noch über keine WLAN-Funktion verfügte, konnte ich mein absolut liebstes Beat ’em Up (Super Smash Bros. Brawl einmal ausgenommen) nie online spielen. Dafür genoss ich aber die Gunst eines Arcade Sticks, mit dem jeder Move so ausgeführt wird, wie ich es mir vorstelle. Diesen Luxus habe ich auf dem Nintendo 3DS nicht, dafür wiederum endlich die Option, den Titel online gegen Freunde zu zocken. Es macht einfach unglaublich viel Spaß gegen Gegner zu kämpfen, die stärker sind als man selbst. Ich liebe es mich neuen Herausforderungen hinzugeben. Nur warum die 3DS-Version grafisch so abgespeckt sein muss, versteh ich nicht ganz. Sicherlich ist der 3DS keine Monstermaschine und der 3D-Effekt wird sicherlich auch Rechenpower schlucken, doch zumindest wenn dieser ausgeschaltet ist, hätte ich mir dynmanische Hintergründe gerne gewünscht. Trotzdem habe ich mit Super Street Fighter IV: 3D Edition eine Menge Spaß und kann den Titel nur weiterempfehlen. Als Launch-Titel kann ich mir definitiv kein besseres Beat ’em Up vorstellen!

Review: Nintendo 3DS


Bald ist der Tag da. Am 25. März erscheint der Nintendo 3DS in den Farben Cosmos Black und Aqua Blue in Europa. Wir hatten die Möglichkeit, den Nintendo 3DS vor Launch in Ruhe und ausführlich unter die Lupe zu nehmen. Heute stellen wir euch die Zukunft des Gaming vor: 3D ohne Brille!

Seit über einem Jahr, genauer gesagt seit der Nintendo-Pressekonferenz auf der Electronic Entertainment Expo (kurz E3), warten Nintendo-Fans auf das neue Wunderwerk der Technik. Der Nachfolger zu den populären Handhelds GameBoy und DS soll noch in diesem Geschäftsjahr erscheinen, so Satoru Iwata. Heute können wir mit Fug und Recht behaupten, dass Nintendo dieses Ziel vortrefflich eingehalten hat. In unserem großen Testbericht prüfen wir, ob dieses Versprechen auch die Qualität der Soft- und Hardware rechtfertigt.

The World is 3D

Was bei Sony nur mit einer albernen Brille funktioniert, schafft Nintendo ohne. Sicherlich dürfen wir beide Techniken nicht miteinander vergleichen, sie funktionieren vollkommen anders. Nach dem Startvorgang, in dem wir unter anderem den Benutzernamen, das Datum unserer Geburt und die Interneteinstellungen vornehmen, dürfen wir auch erstmalig am 3D-Regler herumhantieren. Nach der ersten 3D-Justierung wird uns klar, dass die klugen Köpfe bei Nintendo wahre Genies sein müssen. Die räumlichen Tiefenverhältnisse nehmen nicht ab – auch im Menü werden wir im wahrsten Sinne des Wortes von ihnen erschlagen. Das Home-Menü erstrahlt ähnlich wie das Menü von der Wii. Jede Software erhält einen eigenen Platz in der übersichtlichen Ansicht, ähnlich den Wii-Kanälen. Sobald wir eine Software selektieren, springt uns auch schon das 3D-Symbol ins Auge, welches für das Programm oder das Spiel wirbt. Die Drehung des Symbols sieht so fantastisch aus, dass wir am liebsten direkt in den kleinen Kasten hineinspringen würden, doch zunächst möchten wir auf die grundlegenden Funktionen des neuen Handhelds eingehen.

Home Sweet Home

Das Menü erfüllt unserer Meinung nach seinen Zweck so gut, wie wir es bereits damals bei der Wii vor mehr als vier Jahren gewünscht hätten. Sollten wir uns später in einem Spiel oder einem Programm befinden, können wir es einfach mittels Home-Taste unterbrechen. Drücken wir die Home-Taste erneut, landen wir wieder in der zuvor verwendeten Software. Dieses Verfahren ist zwar streng limitiert (maximal darf nur ein Programm im Hintergrund laufen), doch so können wir beispielsweise Notizen anlegen, wenn uns etwas Wichtiges eingefallen ist. Diese Funktion ist auch für zwischendurch eine nette Dreingabe, wenn wir unterwegs sein sollten und plötzlich treffen wir einen Freund, der uns einen neuen Kinofilm empfiehlt. Ruckzuck ist der Filmtitel für die abendliche Internetrecherche notiert. Endlich hat Nintendo auch eingesehen, dass die Freundescodes mehr als nur veraltet sind. Nun müssen wir nicht mehr für jedes Spiel einen einzelnen Code austauschen, sondern unseren Freunden einfach nur unseren 3DS-Freundescode aushändigen. Außerdem sind beide Teilnehmer unmittelbar nach Eingabe des Codes auf beiden Systemen miteinander verbunden. Schneller und besser als bei der Wii und dem DS. Außerdem sehen wir in der Freundesliste (sofern der jeweilige Spieler dem zugestimmt hat), was seine derzeitige Lieblingssoftware ist. Außerdem wir sein Online-Status angezeigt. Bravo Nintendo: Genauso haben wir uns das gewünscht!

Das Konstrukt steht

Zum Launch der Konsole stehen uns allerdings noch nicht alle Funktionen zur Verfügung. Das ist sehr schade, denn so vermittelt uns das japanische Traditionsunternehmen, ein Gefühl der Unsicherheit. Zumal der Konzern genügend Zeit gehabt hätte, alle Funktionen auszubauen und die Firmware vollständig in den Speicher der Konsole zu packen. Aber wie heißt es doch so schön: Gut Ding will Weile haben. Es gibt zwar noch keinen Termin für das Firmware-Update, doch Gerüchten zufolge soll es bereits im Mai soweit sein. Dann dürfen wir uns im eShop Virtual-Console-Spiele in Form von GameBoy-Klassikern, 3DSWare und DSiWare herunterladen. Des Weiteren wird nach dem Systemupdate auch ein Internet Browser zur Verfügung stehen, mit welchem wir über das WLAN im Internet surfen dürfen. Ob es auch möglich sein wird, Daten über den Browser herunterzuladen, steht noch in den Sternen. Wie genau der Transport von DSiWare auf ein Nintendo-3DS-Gerät vonstatten geht, ist ebenfalls noch nicht geregelt. Aber nach dem Update soll alles besser werden, verspricht Nintendo. Die Regionscodesperre spricht wiederum nicht gerade für Nintendo, denn ab sofort wird es nur möglich sein, Spiele auf dem 3DS abzuspielen, die wir im selben Land wie das Gerät gekauft haben. Ein konsequenter und logischer Schritt seitens Nintendo, für Videospieler ärgerlich. Immerhin betrifft das nicht DS-Spiele.

Unscharfe Spiele

Wir können also auch ein amerikanisches Ōkamiden auf einem europäischen 3DS spielen. Ein schwacher Trost, da die Bildschirme in ihrer Auflösung größer ausfallen, als noch auf dem Nintendo DS, werden alte DS-Spiele interpoliert. Das heißt, es findet eine Schärfeverlust statt. Diese Interpolierung kann allerdings mit einem einfachen Trick umgangen werden, indem wir beim Startvorgang eines DS-Spiels die Start- und auch die Select-Taste gleichzeitig gedrückt gehalten lassen. Sobald das Spiel startet bemerken wir, dass das Bild in einer deutlicheren Schärfe dargestellt wird. Allerdings auch einen ganzen Tacken kleiner, als es noch bei den beiden Bildschirmen des Nintendo DS der Fall war. Trotzdem ist es gut, dass Nintendo diese Funktion zumindest eingebaut hat. Die Soundkulisse von DS-Spielen wirkte in unserem Test allerdings sehr blechern, das fühlte sich auf dem DS weitaus frischer an. Keine Sorge: Alle 3DS-Spiele werden in der höchstmöglichen Auflösung wiedergegeben und die Soundqualität erklingt deutlich besser. Weniger gut gefallen uns die Kameras. Diese können zwar Fotos in 3D aufnehmen, doch fallen diese mit 0,3-Megapixeln deutlich schwächer aus, als so mache Handykamera. Des Weiteren kommt bei den Kameras der 3D-Effekt noch lange nicht so gut zur Geltung, wie noch bei den Spielen.

Wie viel 3D hältst du aus?

Befindet sich der 3DS im aufgeklappten Zustand, findet man an der oberen rechten Seite den Regler für den 3D-Effekt. Diesen Regler kann man stufenlos verstellen, da hat Nintendo sehr wohl mitgedacht, denn nicht alle Augen können solche dreidimensionalen Effekte und die dazugehörigen Tiefenverhältnisse gleich verarbeiten. Es genügt, wenn ein Spieler auf einem Auge stark beeinträchtigt ist: Der 3D-Effekt nützt ihm dann überhaupt nichts mehr. Gut, dass man jede Software auch ohne diese Effektspielerei nutzen kann. Zudem werden die Effekte und Tiefenverhältnisse in jedem Spiel anders dargestellt. Da freut es uns sehr, dass man den Schieber auch auf der untersten Stufe (ausgeschaltet) lassen kann und trotzdem ausreichend Spaß mit jedem 3DS-Spiel haben kann. Eine weitere Möglichkeit (wo 3D wieder mehr Sinn ergibt) ist die vorinstallierte Software „Augmented Reality“ (erweiterte Realität). Dem 3DS liegen im Set sechs unterschiedliche Karten bei. Werden die fünf Figurenkarten von den 3DS-Kameras erfasst, so taucht der abgebildete Videospielheld wie Mario oder Link plötzlich bei uns im Wohnzimmer auf: Selbstverständlich nur auf dem Screen, versteht sich. Legen wir die Karte mit dem Fragezeichen-Block auf den Tisch, stehen uns eine geringe Anzahl an Minispielchen zur Verfügung. Wir dürfen Fische angeln, Billardkugeln versenken oder auf Monster feuern. Durchaus eine Möglichkeit, zukünftige Software so zu gestalten.

Überwachungssystem

Interessant ist ebenfalls die vorinstallierte Software Face Raiders. Das Spielprinzip besteht darin, das Gesicht einer (entweder anwesenden oder abgedruckten) Person zu fotografieren, damit es anschließend auf den Propellerköpfen (die Gegner) landet. In unterschiedlichen Stufen müssen wir diese anfliegenden Köpfe mit gezielten Schüssen abwehren. Der Clou dabei ist, dass die Kamera den jeweiligen Ort aufnimmt, an dem wir uns gerade befinden. So müssen wir uns auch oftmals umdrehen, um die Köpfe zu erwischen, da sie von allen Seiten angreifen. Ein kurzweiliger Spaß, der aber schnell monoton wird. Für zwischendurch aber immer wieder für eine Runde gut. Ebenfalls dem System gehört das so genannte Aktivitätslog an. Hier werden alle Vorgänge festgehalten, die wir mit dem Nintendo 3DS getätigt haben. Das heißt, die Spielzeit von jeder Software wird ebenso gespeichert, wie die durchschnittliche Spielzeit und die dazugehörigen Startvorgänge des jeweiligen Spiels beziehungsweise Programms. Ebenfalls vorhanden sind Statistiken, die uns die Entwicklung über Tage hinweg zeigt. Wer sich für Aufzeichnungen dieser Art interessiert, ist mir dem Aktivitätslog gut bedient. Für Erziehungsberechtigte gibt es ebenfalls noch weitere Einstellungsmöglichkeiten. Möchten diese nicht, dass ihr Kind ins Internet geht oder Software, die erst ab einem bestimmten Alter geeignet ist verwendet, können sie in den Systemeinstellungen die jeweilige Software mit einem Code blockieren. Das stößt zwar bei den Kindern nicht unbedingt auf Gegenliebe, doch definitiv ein weiser Schritt aus Nintendos Sicht.

Völkerwanderung

Um zum täglichen Spaziergang zu motivieren, verfügt Nintendos 3DS über einen integrierten Schrittzähler. Je mehr Schritte wir gehen, desto mehr Spielmünzen erhalten wir. Die Anzahl an sammelbaren Münzen ist täglich allerdings auch zehn Stück begrenzt. Sinn dieser Münzen ist es, in diversen Spielen neue Inhalte oder Boni für diese zu erwerben. Dieses System kommt zum Beispiel bei der Augmented-Reality-Software zur Geltung. Wir sind gespannt, wie sich diese Feature in Zukunft entwickeln wird. Nach dem Einzug der Miis in der Welt der Videospiele im Jahr 2006, als die Wii weltweit veröffentlicht wurde, dürfen sie natürlich auch auf dem 3DS nicht mehr fehlen. Neben dem von der Wii bekannten Editor zum Erstellen der Avatare, gibt es auf dem 3DS nun auch die Möglichkeit, nach ein paar grundlegenden Einstellungen, das Gesicht einer Person zu fotografieren und es direkt auf den Mii zu pappen. In der Regel funktioniert das ganz gut, doch ist es hin und wieder merkwürdig, was sich die Kameralinsen beim Aufnehmen des Fotos gedacht haben. Glücklicherweise können nach der Erschaffung Einzelheiten immer noch geändert werden – jeder kommt also zu seinem Traum-Mii. In der Mii-Lobby fängt der Trubel allerdings erst an. Wir dürfen einen Mii auswählen und diese Street-Pass-tauglich machen. Treffen wir unterwegs also auf einen anderen Spieler, der ebenfalls einen Mii im Street-Pass-Modus hat, so werden beide Miis ausgetauscht (keine Sorge, gelöscht werden sie nicht!). Zwei Minispiele sorgen für die nötige Motivation, den regen Austausch von Miis voranzutreiben.

Street Pass & Spot Pass

Vor wenigen Sekunden ist das Zauberwort gefallen: Street Pass. Sofern eine Software dieses Feature unterstützt, solltet ihr es aktivieren. Diese Funktion kann für viele positive Dinge in den jeweiligen Spielen oder Programmen sorgen. In Super Street Fighter IV: 3D Edition sind es Kämpfer, die unmittelbar (und unkontrollierbar) bei einer Street-Pass-Auseinandersetzung gegeneinander kämpfen, um euch Ingame-Figuren zu bescheren. In Pro Evolution Soccer 2011 3D treten zwei vorher zusammengestellte Mannschaften gegeneinander an, um euch zum Ruhm innerhalb einer speziellen Liga zu führen. Für Street Pass müsst ihr einfach nur euren 3DS im Standby-Modus mit euch herumschleppen, fertig. Ansonsten gibt es wohl keine Möglichkeit, noch einfacher an Bonusinhalte zu gelangen. Vorausgesetzt natürlich, dass man auch auf genügend andere Spieler trifft, die Street Pass aktiviert haben. In Japan mag es zwar vielleicht Gang und Gäbe sein, durch die Straßen zu gehen und abends ein ganzes Dutzend Ereignisse auf seinem 3DS-Bildschirm verzeichnet zu sehen. Im deutschsprachigen Raum sieht die ganze Welt wieder ganz anders aus. Wir werden beobachten, ob sich Street Pass durchsetzen wird. Spot Pass funktioniert in ähnlicherweise, ebenfalls im Standby-Modus. Das Feature sucht nach offenen und bestehenden WiFi-Verbindungen und überprüft, ob es neue Updates gibt und aktualisiert eigenständig Ranglisten. Bequemer geht es wirklich nicht.

Wellensittich an Bord!

Ähnlich wie beim Nintendo DSi, existiert auch beim Nintendo 3DS eine Sound-Software, mit der wir kurze Tonaufnahmen tätigen und abspeichern können. Anschließend dürfen wir diese Aufnahmen auch noch durch einen Filter schicken, um lustige Effekte zu erzielen. Diese nette Spielerei für zwischendurch macht zwar durchaus Laune und wird von einem ulkigen Wellensittich, der nie um einen frechen Spruch verlegen ist, nur noch untermauert, doch auf Dauer ist auch diese Spielerei nur eine nette Dreingabe und keine ernstzunehmende Software. Abschließend möchten wir noch etwas zum restlichen Packungsinhalt des Sets sagen. Neben dem Nintendo-3DS-System befindet sich selbstverständlich auch ein Stylus mit im Paket, der im Gegensatz zu früheren Ausgaben in der Länge ausziehbar beziehungsweise variabel ist. Außerdem befindet sich neben den bereits erwähnten sechs Augmented-Reality-Karten auch eine zwei Gigabyte große SD-Karte mit im Set. Um auch dauerhaft mit dem Gerät Spaß zu haben, liegen dem Nintendo 3DS auch noch eine Ladestation, sowie ein Netzteil bei. Derzeit ist noch unklar, wann und ob weitere 3DS-Farben außer Cosmos Black und Aqua Blue ihren Weg in den (europäischen) Handel finden. Eines ist aber sicher: Der Nintendo 3DS wird in den nächsten Monaten ordentlich mit Spielen gefüttert werden, denn namhafte Serien wie The Legend of Zelda, Paper Mario, Starfox, Mario Kart und auch ein neues Kid Icarus sind bereits in der Entwicklung. Spätestens auf der diesjährigen E3 wissen wir, wie es mit dem Nintendo 3DS weitergeht: Exakt ein Jahr, nachdem die Hardware erstmalig der Öffentlichkeit offiziell vorgestellt wurde.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf dem Nintendo 3DS in Aqua Blue): Was habe ich mich gefreut, als der Nintendo 3DS endlich bei mir zuhause angekommen ist. Sofort war mir alles andere egal, ich musste den Handheld einfach anschmeißen, die Einstellungen vornehmen und direkt eine Runde Super Street Fighter IV: 3D Edition spielen, doch dazu später im entsprechenden Review mehr. Die vorinstallierte Software lässt mich überwiegend kalt. Selbstverständlich ist es mir klar, dass diese Programme und Spiele nur eine nette Dreingabe sind, mit welcher man sich zwischendurch mal die Zeit vertreiben kann. Umso ärgerlicher ist es für mich, dass es Nintendo nicht geschafft hat, den Internet Browser und den eShop rechtzeitig mit in das System einzubauen und hoffe nun, dass dieses Systemupdate noch vor Mai erscheinen wird. Vollkommen überzeugt bin ich jedoch vom 3D-Effekt. Als ich die Konsole das letzte Mal auf der letzten Gamescom in der Hand halte, hatte ich nicht das Gefühl, dass dieser Effekt so intensiv ist. Damals hielt ich den Effekt gar für lächerlich. Nachdem ich aber die fantastische Weitsicht in Pilotwings Resort gesehen habe, bin ich vollkommen aus dem Häuschen. Noch nie habe ich dermaßen grandiose 3D-Effekte erlebt. Doch muss ich zugeben, dass meine Augen diesen Effekt auf Dauer nicht ertragen können. Während ich morgens kein Problem damit habe, den 3D-Regler auf Maximum zu stellen, schmerzen mir besonders in den Abendstunden schon nach kurzer Zeit die Augen. Auch bei schnellen Bewegungen reagieren meine Augen abends anscheinend nicht mehr so gut, wie es noch tagsüber der Fall ist. Aber mir persönlich macht das nichts aus. Auch wenn ich den Regler auf die Hälfte gestellt habe, sieht der Effekt in meinen Augen immer noch sehr, sehr gut aus. Und selbst wenn es den 3D-Effekt nicht geben würde: Es sind immer noch die Spiele, welche eine Konsole ausmachen!

Prime Time: Nintendo 3DS Unboxing

Am nächsten Freitag ist es endlich soweit: Der Nintendo 3DS erscheint in Europa! Wir hatten die Möglichkeit, ein Gerät vorab testen zu dürfen und präsentieren euch heute in einer neuen Prime-Time-Ausgabe das, was sich in der Packung befindet – erstmalig in HD! Wir wünschen euch viel Spaß und gute Unterhaltung beim Anschauen des Videos!

Review: Ranma ½ – Die Kinofilme

Die etwas älteren Anime-Fans unter uns werden sich sicherlich noch an die Kultserie Ranma ½ erinnern, die 2002 nachmittags auf RTL II zu sehen war. Leider konnte die Serie ihren Sendeplatz nicht behalten und verschwand einige Monate später wieder aus dem Programm. Immerhin ist es treuen Fans möglich, die ersten beiden Kinofilme auf DVD nach zuholen.

Wie aus der vielfach geliebten Anime-Serie bekannt, herrscht bei der Familie Tendō und den Saotomes das gewohnte Durcheinander. Es schockt sie wenig, als plötzlich die Elefanten-Dompteurin Lychee samt ihrem übergroßen Haustier vor der Tür steht und Happōsai noch dazu beschuldigt, er habe ihr Leben zerstört. Kurz darauf taucht auch noch ein Prinz aus der entfernten, chinesischen Region namens Nekonron auf. Mit den sieben Glückgöttern des Kampfsports im Schlepptau, ist er auf der Suche nach seiner zukünftigen Braut, doch dank eines ungünstigen Zufalls verwechselt er sein Objekt der Begierde und entführt stattdessen Akane Tendō. Das können sich die Freunde und Verwandte der jungen Dame nicht gefallen lassen und machen sich auf dem Weg ins weit entfernte China – der Big Trouble in Nekonron, China nimmt seinen Lauf, welcher in spektakulären Kampfszenen zwischen Ranma und Prinz Kirin und jeder Menge peinlichen und witzigen Situationen für das ganze Gespann endet.

Nihao My Concubine

Nach diesen Erlebnissen (obwohl chronologisch nicht festgesetzt) machen unsere Helden auf einer einsamen Insel Urlaub, doch die friedliche Ruhe wird jäh gestört, als alle jungen Mädchen der Reihe nach und ohne Vorwarnung plötzlich verschwinden. Die Männer arbeiten an einem Strang und entlarven den Übeltäter kurz darauf: Prinz Tōma, ein Meister der Illusionsmagie ist auf der Suche nach einer würdigen Braut, weshalb er auf allen Inseln im Umkreis systematisch alle jungen Mädchen entführen ließ. Mit jenem Mädchen, das die von ihm gestellten Aufgaben mit Bravour meistert, möchte er sich vermählen. Lustigerweise wird auch hier Akane als künftige Ehefrau auserkoren. Für Ranma, der sich bei Berührung mit kaltem Wasser in ein Mädchen verwandelt, steht mehr auf dem Spiel als die Rettung von Akane, denn Tōma verfügt über eine bestimmte Substanz, die aus Ranma wieder einen waschechten Jungen machen könnte. Wie könnte es auch nicht anders sein: Der Weg zu diesem Ziel ist mit Pleiten, Pech und Pannen gepflastert. Ob Ranmas Wunsch endlich in Erfüllung gehen wird, verraten wir an dieser Stelle nicht. Der typische Ranma-½-Humor bleibt jedenfalls nicht auf der Strecke.

Familienbande

Beide Filme verzichten weitgehend auf übertriebene Kampfszenen, bis in beiden Streifen das brachiale Ende eintritt und die Fetzen fliegen. Der Fokus beider Animes liegt fast gänzlich auf dem aus der Serie bekannten Humor und der witzigen Erzählweise, sowie dem Vorantreiben der recht spannenden Geschichten. Die Persönlichkeiten der durchdachten Charaktere sind ihren Vorbildern aus der Serie exakt nachempfunden und eine lustigere, zusammenpassende Familie kennt man sonst nur aus wenigen Animes wie Kureyon Shin-chan und Chibi Maruko-chan. Ranma macht wie gewohnt Witze über Akanes Kochkunst, die daraufhin aufbrausend wie immer Jagd auf ihn macht. Genma (typischerweise in seiner Panda-Form) und Sōun lassen es sich ebenfalls nicht nehmen, während einer Szene eine Runde Go zu spielen. Shampū ist wie eh und je hinter Ranma her und Fans von Happōsai müssen auch nicht auf die eine oder andere perverse Bemerkung über Frauen und ihre Oberweiten verzichten. Mit Fug und Recht können wir also behaupten, dass die Ausführungen der Persönlichkeiten wie schon in der Serie gelungen und einfach passend sind.

Ein Epos voller Kampfkunst und Liebe

Hauptsächlich hat man sich auf die deutschen Synchronsprecher aus der Serie verlassen, doch bei einigen Charakteren wie Koron hat man sich auf andere (aber dennoch passende) Sprecher eingelassen. Neben der deutschen Tonspur befindet sich auch die japanische Originalfassung auf den beiden Discs. Selbstverständlich kann man sich deutsche Untertitel zuschalten lassen. Mit einer Spieldauer von 75 Minuten (erster Film) und sechzig Minuten (zweiter Film) sind beide Animes nicht sonderlich lang, auch das Bild hätte klarer definiert sein können. Beide Filme kommen im 4:3-Format daher, die störenden Faktoren sind allerdings die gelegentlich auftauchenden Bildfehler, wie man sie auch aus dem Kino kennt. Der Stil ist dafür umso schöner: Liebliche Kulleraugen und die wundervollen Frisuren der Charaktere passen perfekt in dieses Epos voller Kampfkunst und Liebe. Bonusmaterial ist auf beiden DVDs rar gesät. Mehr als ein paar Trailer und Zusatzinformationen sind nicht enthalten. Das können auch die knapp bemessenen (beiliegenden) Booklets nicht wieder wettmachen. Dem eigentlichen Inhalt beider Animes schadet das allerdings nicht, denn wer die Serie bereits kennt, sollte die Filme – sofern noch nicht geschehen – schleunigst nachholen – und wer die Serie noch nicht kennt, sollte die Finger von den Kinofilmen lassen und sich zunächst auf die Serie einlassen. Die ist mindestens genauso gut!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung beider Kinofilme): Unglaublich wie schnell doch die Zeit vergeht. Ich erinnere mich als ob es erst gestern gewesen wäre, als ich im Sommer von der Schule heim gekommen bin und mir nachmittags täglich eine gute Dosis Ranma ½ gegeben habe. Ich weiß noch sehr gut, dass ich sehr enttäuscht war, als RTL II die Serie abgesetzt hat und stattdessen (für mich) langweiligere Animes gesendet hat. Außerdem bedauere ich, dass wir in Deutschland wohl nicht die restlichen Episoden der Serie in deutscher Sprache genießen dürfen. Immerhin darf ich mir nun die beiden Kinofilme immer wieder anschauen, die mich an die gute alte Zeit erinnern. Die Kinofilme Big Trouble in Nekonron, China und Nihao My Concubine haben mir sehr gut gefallen. Ich störe mich auch nicht an der durchschnittlichen Bildqualität, da ich meistens doch eher der Fan von älteren Animes wie Dragonball bin. In diesen Animes steckt noch richtig Herzblut, da wirklich jedes einzelne Detail selbst gezeichnet werden musste, wie auch bei diesen beiden Animes aus den frühen Neunziger Jahren. Ranma ½ ist für mich ein Anime, der genau auf meine Bedürfnisse zugeschnitten ist. Viel Humor, eine spannende Geschichte und ein (wenn auch nur kleiner) Anteil an Martial-Arts-Kämpfen. Nach dem Ansehen der beiden Filme bekomme ich doch richtig Lust, mein Gedächtnis aufzufrischen und mir die Serie nochmals anzuschauen. Ich bin gespannt, ob und wann ich die Zeit dazu finde, denn Ranma ½ muss man einfach genießen!

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung der beiden Ranma-½-Kinofilme!

Review: Kirby und das magische Garn

Kirby-Spiele stehen nicht gerade dafür ein, dass sie mit einem hohen Schwierigkeitsgrad daher kommen. Diese Tradition bricht auch Kirby und das magische Garn nicht. Entwickler Good-Feel hat sich bei diesem Spiel allerdings einen neuen Stil ausgedacht, mit dem uns der Edelknödel ab der ersten Minute an bezaubert.

Als Kirby eines Tages durch das Dream Land schlendert und eine Metamomate aufsaugen möchte, erregt er das Ärgernis eines gemeinen Zauberers namens Grimmgarn. Dieser ist wütend und transportiert den kugelrunden Helden durch eine magische Socke in das sogenannte Stoffland. Kurz nach seiner Ankunft trifft Kirby auf Prinz Plüsch. Obwohl Kirby am liebsten wieder sofort zurück nach Hause möchte, hilft er seinem neuen Freund bei dessen Problemen. Das Stoffland wurde in mehrere Stücke zerrissen. Die magischen Fäden, welche das Stoffland zusammenhalten, sind nun im Besitz hinterhältiger Kreaturen. Gemeinsam brechen sie auf, um die fiesen Bossgegner wie einem feuerspeienden Drachen, einem riesigen Kraken oder einem kürbisköpfigen Showmaster, zu besiegen und das Stoffland wieder zusammen zuflicken. Indessen sorgt Grimmgarn im Dream Land für Aufsehen. König Dedede und Meta-Knight treffen auf ihren neuen Feind, mit dem sie sich konfrontiert fühlen dürfen. Das Schicksal zweier Welten steht zwar auf dem Spiel, doch bleibt die Geschichte, die durch einen deutschsprachigen und sehr sympathischen Erzähler geschildert wird, eher verdeckt im Hintergrund. Auch in diesem Spiel aus dem Hause Nintendo zählt zuerst das Gameplay!

Kirby, der Fallschirmspringer

In Kirby und das magische Garn können wir nicht wie aus früheren Teilen der Serie gewohnt unsere Gegner auf Knopfdruck einsaugen und ihre Fähigkeiten erlernen. Stattdessen besteht auch unser Held Kirby aus diversen Fäden, mit denen er sich seine Feinde krallen kann, um diese zu einem kleinen Wollball zusammen zu spinnen, um diese wiederum anschließend auf Gegner zuwerfen oder Blöcke zu zerstören. Von Haus aus verfügt der Edelknödel nun auch über drei Fähigkeiten, wie die Gabe sich in einen Sportflitzer zu verwandeln. So sind Abgründe schnell überwunden und wird es doch einmal brenzlig, kann sich Kirby einfach in einen Fallschirm verwandeln, um langsam aber sich auf die entfernte Plattform zu gelangen. Entdecken wir einen geheimen Raum unter Kirbys Füßen, der mit einer Decke aus Blöcken gesegnet ist, verwandeln wir Kirby einfach in ein Gewicht und lassen uns auf die Blöcke fallen. Im größten Teil der hübsch designten Levels erwarten uns auch noch weitere Verwandlungsmöglichkeiten. Haben wir mit dem rosafarbenen Etwas die Gestalt eines Feuerwehrautos angenommen, dürfen wir Brände löschen und Edelsteine vom Himmel putzen. Später dürfen wir Kirby auch noch in ein Ufo, ein Flugzeug, einen Delfin und sogar in einen surfenden Pinguin verwandeln. Abwechslung wird hier großgeschrieben!

Kirby, der Wohnungseigentümer

Zu Beginn des Spiels landen wir in der Stadt Filzingen. Dort angekommen, dürfen wir uns in einer Wohnung einnisten. In jedem Level sind zwei Möbelstücke gut versteckt. Finden wir ein solches Möbelstück, dürfen wir es später frei in unserer Wohnung platzieren. Einen Nutzen ziehen wir daraus nicht, doch die Spielerei entschlackt den Alltag und wir fühlen uns schon bald richtig heimisch im Stoffland. In Filzingen entdecken wir schon bald den Stoff- und den Möbelladen. Während wir uns im Stoffladen – wie könnte es auch anders sein – mit neuen Stoffen eindecken, welche die Rolle des Fußboden und der Tapete einnehmen, erwerben wir im Möbelladen neue Möbelstücke, wie Schränke oder Fernsehgeräte. Je weiter wir ins Spiel vorrücken, desto größer wird das Wohnheim und mehr Wohnungen stehen zur Verfügung. Um neue Mieter anzulocken, dürfen wir bestimmte Möbelstücke an vordefinierten Stellen platzieren. Die neuen Bewohner des Hauses erteilen uns dann wiederum Nebenaufträge, für die neue Stoffe als Belohnung winken. So dürfen wir in abgetrennten Gebieten der jeweiligen Spielabschnitte eine gewisse Anzahl an Perlen einsammeln, ein Wettrennen durch das Level veranstalten, fünf bestimmte Charaktere suchen oder eine bekannte Anzahl an Gegnern in einer bestimmten Zeit besiegen. Diese Aufgaben sind allerdings nur Nebensache – ob wir sie nun absolvieren oder nicht, hat keine Auswirkungen auf das eigentliche Spielerlebnis.

Kirby, der Fädenzieher

Der Stil des Spiels gehört zu den schönsten der letzten Jahre. Kaum ein anderes Spiel weiß so zu überzeugen, wie Kirby und das magische Garn. Alles wirkt wie aus einem Guss und bietet die gewohnte Abwechslung. Das freundliche Grasland, das feurige Hitzland, das kunterbunte Hurraland und das futuristische Kosmoland sind nur eine kleine Auswahl und zeigen gut, dass es uns auf unserer Reise durch das Stoffland niemals langweilig wird, zumal auch jeder Level in den abwechslungsreichen Welten ebenfalls große Unterschiede mit sich bringt. In einem Level hängen wir uns beispielsweise an eine fliegende Pusteblume und in einem anderen Spielabschnitt reißen wir einem Teddy die Fäden aus. Zudem überzeugt das Spiel mit einem bezaubernden und zugleich charmanten Soundtrack, den wir so nur selten erlebt haben. Wir können durchaus behaupten, dass sich die Melodien mit denen eines Super Mario Galaxy messen können. Die Bedienung erfolgt bei Kirby und das magische Garn ausnahmslos über die Wii Remote. Der Nunchuck oder der Classic Controller wird leider nicht unterstützt, doch das macht nichts. Die Steuerung geht butterweich von der Hand und funktioniert zu jeder Zeit sehr gut, auch an den kniffligen Stellen des Spiels.

Kirby, das Leichtgewicht

Grundsätzlich überzeugt Kirby und das magische Garn auf voller Linie, wäre da nicht der viel zu leichte Schwierigkeitsgrad. So wird auf eine Lebensenergieanzeige komplett verzichtet. Fällt Kirby mal in einen Graben, wird er von Angie (damit ist glücklicherweise nicht unsere Kanzlerin gemeint), einem Engel, wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Bestraft werden wir trotzdem, denn fallen wir in einen Abgrund oder werden wir von einem Gegner in irgendeiner Weise getroffen, verlieren wir einige Perlen, die wir im jeweiligen Level bereits sammeln durften. Spielentscheidend ist auch dieses Element nicht, doch wenn wir mit einer ausreichenden Anzahl an Perlen die Zielglocke läuten, können wir je nachdem mit einer Bronze-, Silber- oder Goldmedaille punkten. Außerdem kosten neue Stoffe und Möbelstücke ebenfalls Perlen. Wer also eine möglichst heimelige Wohnung besitzen möchte, stellt gerne neue Rekorde auf und trotzt allen Gefahren. Obwohl dieser zu leichte Schwierigkeitsgrad gegen den Kauf des Spiels sprechen würde, können wir euch trotzdem raten, das Spiel einmal anzuspielen. Wer sich einmal in den knuddeligen Look des Spiels verliebt hat, möchte den Controller so schnell nicht mehr aus der Hand geben!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Seitdem ich mich für Videospiele interessiere, stellten diese für mich auch schon immer eine Herausforderung dar. Ich möchte in einem Spiel an meine Grenzen getrieben werden und möglichst schwierige beziehungsweise knifflige Passagen meistern. Diese gibt es auch in Kirby und das magische Garn, doch kommen sie meiner Meinung nach zu wenig und dann meistens auch nur in den Nebenaufgaben vor. Trotzdem hat mich das Spiel auf ganzer Linie überzeugen können. Der süße und zugleich verspielte Stil des Titels ist den Entwicklern unglaublich gut gelungen. In jedem Spielabschnitt entdecke ich innovative Ideen, die es zwar schon mal gab, aber in dieser Form noch nicht umgesetzt wurden. Dazu kommt der wirklich herausragende Soundtrack, der mich in jedem Level bei Laune hält. Selten hat mich ein Spiel in den letzten Jahren so begeistert, wie Kirby und das magische Garn. Da vergesse ich gerne, dass das Spiel viel zu leicht geraten ist – allerdings bemängle ich diese Tatsache an dem Titel auch. Ist es denn so schwer, optionale Schwierigkeitsgrade anzubieten? Nintendo predigt doch immer wieder, dass sie jeden Spielertypen ansprechen wollen – auf der anderen Seite arbeiten sie nur wenig daran. Ich hoffe wirklich, dass das in den nächsten Jahren mal besser wird. Bis dahin erledige ich auch vielleicht mal die restlichen Nebenaufgaben, denn bis auf den einen oder anderen Stoff habe ich das Stoffland rauf und runter komplett erforscht – und auch das schaffen bei mir nur wenige Titel zu erreichen. Wer den Edelknödel Kirby mag, sollte unbedingt einen Blick riskieren!

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Review: Mein Heimatland Japan

In Die letzten Glühwürmchen und Barfuss durch Hiroshima erlebten wir die Geschichten von Personen, die zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges viel Leid ertragen mussten. Der Anime Mein Heimatland Japan ist zehn Jahre nach dem Ende des Krieges angesiedelt und behandelt die Geschichte einer Grundschullehrerin, deren Bruder im Zweiten Weltkrieg fiel.

Japan beginnt sich nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg international wieder zu etablieren, Fernsehgeräte, Telefonapparate und Waschmaschinen finden langsam aber sicher den Weg in die japanischen Haushalte. In dieser Zeit des Umbruchs und des Fortschritts übernimmt die junge Lehrerin Rieko Sakamoto eine Grundschulklasse inmitten von Tokio. Die Klasse wächst außerdem um ein weiteres Mitglied, Shizu. Sie ist hübsch und talentiert und Klassensprecher Akira freundet sich schon bald mit ihr an. Rieko möchte indessen den regionalen Chorwettbewerb gewinnen und stellt neben Akira und Shizu vier weitere Kandidaten auf. Die gesamte Gruppe ist motiviert, denn sie möchte den letzten Wunsch des im Krieg gefallenen Bruders ihrer Lehrerin erfüllen. Dieser wollte, dass Rieko Lehrerin wird und ihren Schülern traditionelle, japanische Volkslieder beibringt. Anfangs läuft noch alles gut, doch als Akira und seine Freunde beim Stehlen erwischt werden, löst dies nur eine Reihe harter Schicksalsschläge aus, welche die Freunde mit ihrer Lehrerin bewältigen müssen.

Ausschnitt der Shōwa-Periode

Regisseur Akio Nishizawa zaubert eine liebevolle Geschichte auf den Bildschirm, welche mit lustigen Szenen und ernsten Begebenheiten vorangetrieben wird. Dabei verliert die Handlung niemals an Fahrt und wird möglichst realistisch geschildert, wie es Japan nach dem Zweiten Weltkrieg ergangen ist. Er bedient sich dabei an Erinnerungen seiner Jugendzeit und vermischt diese gekonnt mit fiktiven Ereignissen. So wird beispielsweise oft gesagt, dass sich in den Dreißiger Jahren der Shōwa-Periode (1951-1960) Waschmaschinen und Kühlschränke in den japanischen Haushalten verbreiteten, doch in Wahrheit war dies erst in den frühen Vierziger Jahren dieser Epoche der Fall. Nishizawa zeigt in seinem zweiten Film hervorragend, wie es damals vor sich ging. So waren Akiras Eltern im Film nicht besonders reich, sie können sich noch kein Telefon leisten, obwohl der Vater es dringend für seinen Beruf bräuchte. So kommt er auch in die Versuchung, das Familienerbstück (ein altes Samurai-Katana) zu versetzen. An dieser Stelle möchte uns der Regisseur auch zeigen, dass Traditionen weiterbestehen sollten und verarbeitet dies in einem weiteren Merkmal des Films.

Tradition und Musik

In Mein Heimatland Japan geht es vor allem im letzten Drittel des Films um Musik. Doyo (Lieder, die ihren Anfang in einer Kinderzeitschrift fanden und Gefühle ausdrücken sollen) und Shoka (Lieder, die seit Beginn der Meiji-Ära für Grundschulen und Junior High Schools entwickelt werden) werden ganz klar thematisiert. Es wird uns die Schönheit alter japanischer Volkslieder vermittelt und dank sympathischer und gut durchdachter Charaktere funktioniert das Vorhaben sehr, sehr gut. Optisch besticht der Film im 16:9-Format mit vielen Blau-, Braun- und Grautönen, was der Atmosphäre der damaligen Zeit sehr zu Gute kommt. Die deutsche und auch die japanische Tonspur sind ebenfalls sehr gut gelungen, jede Stimme passt auch zu dem Charakter, welcher ihr zugeordnet ist. Untertitel sind auf Deutsch und Polnisch enthalten. Bis auf wenige Trailer sucht man Bonusmaterial auch auf der Disc von Mein Heimatland Japan vergebens. Dafür liegt dem Film aber ein 24-seitiges Booklet bei, welches mit Wissen des Regisseurs und historisch aufgelisteten Fakten punktet. Neunzig Minuten Laufzeit können nach dem Sehen von Die letzten Glühwürmchen und Mein Heimatland Japan nicht besser investiert werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Nachdem ich mir Die letzten Glühwürmchen und Barfuss durch Hiroshima angeschaut habe, habe ich mich sehr auf Mein Heimatland Japan gefreut, da die Filme in gewisser Weise chronologisch angeordnet sind. Vom Krieg, der Zerstörung hin zum Frieden, des Wiederaufbau Japans zu erleben, hat schon etwas. Der Stil des Films gefällt mir, da er die Atmosphäre der damaligen Zeit perfekt einfängt und mit der musikalischen Begleitung ein schlüssiges Gesamtbild ergibt. Auch die indirekte Aussage über Traditionen, dass diese gewahrt bleiben sollen, hat mir gut gefallen, denn auch ich bin dieser Meinung. Man sollte offen für Neues sein, doch auch wissen, woher man kommt. Die Geschichte von Mein Heimatland Japan kann ich mir ebenfalls immer mal wieder anschauen, da sie wie eine Kurzgeschichte gehalten ist: Ein offener Anfang und ein offenes Ende machen den Film zu einem Werk, das immer wieder zum Interpretieren einlädt. Grundsätzlich kann ich dem Film jedem empfehlen, der sich mit der japanischen Geschichte zwischen 1940 und 1960 auseinandersetzen möchte. Am besten sollte man sich dann aber noch Die letzten Glühwürmchen und Barfuss durch Hiroshima angucken, um Hintergrundwissen zu sammeln.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung von Mein Heimatland Japan!

Review: Barfuss durch Hiroshima

Am sechsten August 1945 wird um Viertel nach acht Uhr morgens japanischer Uhrzeit die Bombe Little Boy über Hiroshima abgeworfen. 80.000 Menschen werden sofort getötet, weitere 200.000 sterben in den nächsten Jahren an den Folgen der Strahlung. Barfuss durch Hiroshima erzählt die Geschichte einer Familie, welche Zeuge dieser Katastrophe wird

Mit seinen Eltern und seinen beiden Geschwistern lebt der junge Gen in Hiroshima. Seine Familie ist nicht besonders reich, sie haben wenig zu essen. Die Mutter ist zudem schwanger und sein Vater wird von den Nachbarn verachtet, da er als einer der wenigen realisiert, dass Japan den Krieg verlieren wird beziehungsweise bereits verloren hat. Das Leben geht seinen gewohnten Gang, bis eines Morgens unangekündigt ein B-29-Bomber am Himmel erscheint, der einen vom Boden aus betrachtet, kleinen und funkelnden Gegenstand abwirft. Noch ahnt niemand, dass es sich dabei um die erste Atombombe handelt, die jemals in einem Konflikt eingesetzt wird. Sekunden später explodiert Litte Boy 580 Meter über dem Boden und richtet gigantische Schäden an. In einem Radius von bis zu zwei Kilometern verursacht die Bombe blanke Zerstörung, Brände entfalten sich und die freigesetzte Strahlung trifft viele unschuldige Menschen. Gen, der auf dem Weg zur Schule ist, erlebt alleine mit, was mit seiner Umwelt geschieht.

Tragödie einer Familie

Schnell rennt er nach Hause. Seine Mutter versucht, ihren Mann und ihre anderen beiden Kinder zu retten, die unter den brennenden Trümmern liegen. Vergeblich. Weitere Schicksalsschläge sollen nicht ausbleiben. Die Mutter gebärt ein kleines Mädchen, welches sie jedoch nicht selbst stillen kann. Ein paar Tage nach diesen Ereignissen erfahren sie, dass eine weitere Atombombe über Nagasaki abgeworfen wurde. Japan kapituliert bedingungslos. Später nehmen sie das Weisenkind Ryūta auf, welches Gens toten Bruder Shinji sehr ähnelt. Gemeinsam erarbeiten sie sich ein paar Yen, um Milch für ihre kleine Schwester zu kaufen, doch diese verstarb inzwischen in den Händen ihrer Mutter. Der zweite Film von Barfuss durch Hiroshima setzt drei Jahre später ein. Die Strahlenkrankheit hat Gens Mutter zu sehr zugesetzt, dass die beiden Jungen versuchen an Penicillin zu gelangen, welches angeblich auch die Strahlenkrankheit heilen könne, doch dieses ist teuer und auch Versuche mit einer Straßenbande an das nötige Kleingeld zu kommen, misslingen. Obgleich der zweite Film eine nicht ganz so starke Wirkung erzielt, so endet er doch mit einem tragischen Ende.

Eindrucksvolle Bilder

Beide Filme bauen auf historischen Fakten auf, die in beiden Filmen gekonnt in Szene gesetzt werden. So sieht man in den Filmen beispielsweise auch, wie das japanische Volk zum ersten Mal die Stimme von Kaiser Hirohito im Radio hört, nachdem Japan kapitulierte. Auch auf die Besatzung durch die Amerikaner wird im Film eingegangen. Der Abwurf der Bombe wird in eindrucksvollen Bildern beschrieben. Wir sehen, wie Gebäude zerstört werden, wie Menschen und Tiere auseinandergerissen, verbrannt und verstrahlt werden. Auch wenn einige Momente überspitzt ausdrückt werden, können wir als Betrachter das Leiden und vor allem das Ausmaß der Katastrophe sehr gut nachvollziehen. Die Geschichte um Familie Nakaoka wird zwar im Gegensatz zum Manga verkürzt dargestellt (Gens Vater sitzt beispielsweise nicht eine Zeit lange im Gefängnis und auf ein paar Personen, wie einen weiteren Bruder Gens wird auch verzichtet), doch ist die Handlung so dargestellt, dass man den Leidensweg der Menschen und den damit verbundenen Konsequenzen nur noch besser verstehen kann.

Bilder, die man nicht vergessen kann

Beide Filme kommen nur mit einer japanischen Tonspur daher (amerikanische Soldaten sprechen Englisch), was unserer Meinung aber nicht sonderlich stark ins Gewicht fällt. Wir können uns so nur noch viel besser in die Charaktere hineinversetzen. Dank Untertiteln in deutscher, französischer, polnischer, schwedischer und niederländischer Sprache können wir der Geschichte trotzdem problemlos folgen. Da die Filme aus den Jahren 1983 und 1986 stammen, ist es ebenfalls nicht verwunderlich, dass wir das Bild nur im 4:3-Format präsentiert bekommen. Beide Filme verfügen über eine Spielzeit von circa 85 Minuten (auf der Packung werden jeweils 90 Minuten angegeben). Bonusmaterial auf den DVDs suchen wir vergebens – bis auf ein paar Trailer zu anderen Animes finden wir keine zusätzlichen Informationen auf den beiden Datenträgern. Das ist schade, denn auch bei Barfuss durch Hiroshima wäre es sehr interessant gewesen, ein paar Worte des Autors zu hören, da der Anime beziehungsweise der Manga in groben Zügen auf seinem Leben basieren. Immerhin befindet sich neben dem üblichen Programmheft auch ein 54-seitiges Booklet in der Schachtel, welches mit vielen Informationen über die Tragödie vom sechsten August 1945 berichtet und mit einem kleinen Auszug aus dem Manga daherkommt. Wer sich bereits Die letzten Glühwürmchen angesehen hat, muss sich auch Barfuss durch Hiroshima anschauen, denn bei diesen Filmen handelt es sich um bedeutungs- und wertvolle Werke, dessen Bilder man nie wieder vergessen wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Nachdem ich mir vor kurzem Die letzten Glühwürmchen auf DVD angesehen habe, hat mich die Thematik rund um den Zweiten Weltkrieg wieder mehr interessiert. Bevor ich mir Barfuss durch Hiroshima angeschaut habe, konnte ich nicht mit solch ausdrucksstarken Bildern rechnen. Zwar war mir bewusst, dass dieser Film eine wesentlich höhere Gewaltdarstellung bieten muss, doch das Grauen wirklich in solchen Bildern zu verkörpern, hätte ich nie zu träumen gewagt. In Japan muss dieser Film und auch der Manga für Aufsehen gesorgt haben. Trotzdem bin ich froh, dass es dieses Werk gibt, damit ein jeder (vor allem Japan) eine weitere Möglichkeit hat, die Geschehnisse aus dieser Zeit aufzuarbeiten. Egal ob ich nun den historischen Fakten oder der spannenden, wenn auch tragischen Geschichte folge, werde ich gut unterhalten und bekomme nebenbei viele wissenswerte Informationen beigebracht. Nicht jeder Film kann das von sich behaupten und besonders Schülern oder Studenten, die in der Schule oder in der Universität gerade den Zweiten Weltkrieg behandeln, kann ich diese Filme nur empfehlen. Die fehlende deutsche Tonspur ist übrigens nicht besonders schlimm. Ich denke, dass man sich so nur noch viel besser in die Rollen der Charaktere denken kann – Charaktere, die ich nie vergessen werde.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung von Barfuss durch Hiroshima auf DVD!