Review: Die letzten Glühwürmchen

Der Zweite Weltkrieg war schlimm. Er hat weltweit Millionen von Menschenleben gefordert, Familien auseinander gerissen und Auswirkungen auf alle Länder und die Wirtschaft gehabt. In Videospielen wird dieses Thema oft nur in Ego-Shootern erörtert, doch Gefühle vermitteln die Spiele aus dem Hause Electronic Arts oder Activision so gut wie nie – ein Glück, dass es auch andere Medien gibt, die den Fokus bei diesem Thema nicht nur auf Gewalt legen.

Der Anime beginnt mit dem tragischen Ende eines der beiden Hauptprotagonisten. Seito liegt im September nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verkommen in einer Bahnhofshalle herum und stirbt schlussendlich an Unterernährung. Die Geschichte der Geschwister wird nun in Rückblenden erzählt und setzt im Juni 1945 ein, als die Stadt Kōbe durch Brandbomben attackiert wird. Die Mutter von Seito und dessen Schwester Setsuko leidet an einer Herzkrankheit, weshalb sie als die Sirenen ertönen bereits zum Luftschutzbunker vorangeht. Der junge Seito versteckt noch ein paar Nahrungsmittel und nimmt dann seine Schwester Huckepack, doch der Weg zum Bunker wird ihnen durch die herabstürzenden Brandbomben abgeschnitten. Nie zuvor haben die Kinder die Ausmaße des Grauens gesehen, mit welchem sie sich nun konfrontiert fühlen dürfen. Später treffen die beiden an einem Sammelpunkt ein – Seito erfährt, dass seine Mutter mit schweren Verletzungen in Bandagen eingewickelt im hinteren Raum des Gebäudes liegt. Schlussendlich stirbt die Mutter an ihren Verbrennungen, doch Seito traut sich nicht, es seiner Schwester zu beichten. Stattdessen bricht das Geschwisterpaar zu ihrer Tante nach Nishinomiya auf.

Das Grab der Glühwürmchen

Ihre Tante nimmt sie mit offenen Armen auf, doch als Seito sich nicht am Wiederaufbau der zerbombten Gebiete beteiligen möchte und stattdessen lieber mit seiner Schwester spielt, wird die Geduld der Tante auf eine harte Probe gestellt. Sie verkauft die Kimonos der toten Mutter, um für die Familie Reis zu beschaffen. Nach einigen Tagen möchte sie den Kindern allerdings nichts mehr abgeben. Seito und Setsuko packen ihre Sachen und ziehen außerhalb der Stadt in eine Höhle. Sie tauschen Kleidung gegen Essen und leben im Einklang mit der Natur. Um ihr neues Zuhause des Nachts zu erhellen, fangen die Kinder ein paar Glühwürmchen. Am nächsten Morgen sind viele der Käfer allerdings schon tot, Setsuko begräbt sie, denn auch sie hat inzwischen verstanden, dass ihre Mutter gestorben ist und nicht wiederkommen wird. Als sich Setsukos Gesundheit zunehmend verschlechtert, suchen die beiden einen Arzt auf, der ihnen erklärt, dass es Setsuko an einer guten Ernährung mangelt. Seito beginnt Gemüse von den Feldern zu stehlen – doch alles hilft nichts. Die vierjährige Setsuko stirbt kurz darauf an Unterernährung. Als Seito dann auch noch erfahren muss, dass der Krieg mittlerweile vorüber ist und Japan kapitulieren musste, verliert er allen Lebensmut, da er davon ausgehen kann, dass auch sein Vater sein Leben verloren haben muss.

Aufwühlend und erschütternd

Der Film basiert auf dem Buch von Nosaka Akiyuki, welches teilweise auf autobiografischen Tatsachen aufbaut, denn auch der Autor verlor eine Schwester im Zweiten Weltkrieg, die an kriegsbedingter Unterernährung starb. Regisseur Isao Takahata verkörpert diese Erfahrung im Anime sehr, sehr gut. Als Zuschauer können wir die Gedanken, die Beweggründe und auch die Handlungen der Charaktere sehr gut nachvollziehen. Der Zweite Weltkrieg war einer der schlimmsten Kriege auf unserem Planeten, der jemals geführt wurde, was uns besonders nach dem Anschauen dieses Films nochmals klar wurde. Angst und Schrecken, aber auch die Liebe zwischen Geschwistern und der Zusammenhalt in der Not werden in dieser Studio-Ghibli-Produktion passend erläutert. Kaum ein anderer Film konnte uns die Gefühle mehrerer Personen dermaßen einleuchtend und nachvollziehend vermitteln, wie Die letzten Glühwürmchen. Der Junge, der nun über seine Schwester wachen muss und das kleine Mädchen, das sich an ihren Bruder klammert und nicht alleine gelassen werden möchte, wecken tief sitzende Gefühle in uns. Emotionale Zuschauer sollten sich darauf einstellen, hin und wieder das Taschentuch zu zücken, da der Film des Öfteren auf die Tränendrüse drückt.

Bedeutender Filmklassiker

Optisch wirkt der Anime heutzutage nicht mehr ganz so frisch, aber wenn man bedenkt, dass der Film aus dem Jahre 1988 stammt, ist dieses Manko schnell vergessen. Die Zeichnungen sind wunderschön und erinnern vom Stil her stark an die Kinderserie Heidi, für die Isao Takahata auch als Regisseur tätig war. Das Bild ist im 16:9-Format gehalten, was während der Spielzeit von 85 Minuten positiv auffällt. Akustisch unterstützen die melancholischen Klänge die Atmosphäre sehr gut – keine Szene wirkt aufgesetzt. Die japanische Synchronfassung klingt ein wenig betagt, die deutsche und französische Tonspur wirkt dafür umso frischer. So wurde für die Rolle des Saito Gerrit Schmidt-Foß (lieh unter anderem Wentworth Miller in Prison Break und Jorge Garcia in Lost seine Stimme) engagiert – unserer Meinung nach hätte keine andere Stimme besser zu Saito gepasst – aber auch alle anderen Synchronsprecher passen zu ihren Rollen. Die Menüführung von Die letzten Glühwürmchen ist allerdings alles andere als schicklich. Durch einen dreidimensionalen Raum zu klicken, der keinen Bezug zum Film hat, passt überhaupt nicht. Bonusmaterial ist auf der DVD ebenfalls nicht erhalten, was sehr schade ist. Gerne hätten wir ein paar Worte des Regisseurs und auch des Buchautors vernommen. Dies sind allerdings nur kleine Kritikpunkte, denn in der Studio Ghibli Collector Box befindet sich auch ein dünnes Artbook, sowie zwei Sammelkarten in Postkartengröße. Zudem befindet sich das 64-seitige Buch Das Grab der Leuchtkäfer in dieser Edition. So hat jeder Käufer nochmals die Möglichkeit, sich die originale Geschichte durchzulesen. Die letzten Glühwürmchen ist ein Film, den man sich nicht entgehen lassen darf!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Meinung (basierend auf der Studio Ghibli Collector Box): Im Grunde könnte ich an dieser Stelle das gesamte Review zitieren, denn noch etwas hinzuzufügen, fällt mir schwer. Die letzten Glühwürmchen ist ein wundervoller Film, den ich mir mit Sicherheit noch ein zweites oder gar drittes Mal ansehen werde. Jede einzelne Szene wurde so schön und gekonnt in Szene gesetzt, dass ich mit den Charakteren fühlen kann. Kein Kind der Welt sollte seine Mutter verlieren, wenn es noch so jung ist. Kein Kind der Welt sollte Kriege erleben. Kein Kind der Welt sollte hungern. Leider sieht die Wirklichkeit auch heute noch anders aus. Anstatt die Armut in anderen Ländern zu bekämpfen, bereichern wir uns oft selbst. Sollten wir nicht aus unseren Fehlern lernen, an einem Strang ziehen und eine bessere Welt erschaffen? Die Bilder von Die letzten Glühwürmchen mögen zwar fiktiv sein, doch spiegeln sie die Realität der Zeit des Zweiten Weltkrieges wieder. Auch wenn es nur ein Anime ist, kann ich die Menschen, die in dieser Zeit lebten oder aufgewachsen sind, nur noch besser verstehen. Nicht sehr oft kann ich von einem Anime behaupten, dass er mir Hintergrundwissen über reale Begebenheiten liefert, doch das ist bei Die letzten Glühwürmchen anders. So erfahre ich vieles über die Bombardements durch Seiten der Amerikaner auf Japan und die anschließende Knappheit an Lebensmitteln und dem Wiederaufbau des Landes. Ich kann dem Film nur jedem empfehlen, der sich ansatzweise für das Thema interessiert. Gefühlsbetonter und anschaulicher kann man es wirklich nicht ausdrücken.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung der Studio Ghibli Collector Box von Die letzten Glühwürmchen!

Review: Das Mädchen, das durch die Zeit sprang

In den letzten Jahrzehnten bedienten sich viele Hollywood-Blockbuster wie etwa Timecop, die Terminator-Reihe oder die Zurück-in-die-Zukunft-Trilogie an der Zeitreise-Thematik. Was in der Praxis (noch) nicht möglich ist, wird zu gerne als Dreh-un-Angelpunkt eines guten Science-Fiction-Film genommen. In Animes wird dieses Thema leider viel zu selten, dafür umso kreativer erörtert.

Das Mädchen, das durch die Zeit sprang ist einer dieser wenigen Animationsfilme, der sich mit Zeitreisen beschäftigt. Der Film dreht sich um die 17-jährige Schülerin Makoto Kanno, die immer noch nicht weiß, was sie aus ihrem Leben machen möchte. Anstatt sich Gedanken über ihre Zukunft zu machen, genießt sie lieber den Sommer und spielt jeden Nachmittag nach der Schule mit ihren beiden Freunden Kōsuke und Chiaki Baseball. Ihr Leben soll sich allerdings schlagartig ändern, als sie eines Tages ein paar Schulhefte aus der Klasse ins obere Stockwerk tragen soll. Sie rutscht auf einem nussähnlichen Objekt aus, als sie plötzlich einen Schatten im Raum ausmacht. Erst denkt sie sich nichts dabei, aber als auf dem Nachhauseweg die Bremsen ihres Fahrrads versagen und sie mit Ach und Krach in einen vorbeisausenden Zug donnern würde, geschieht etwas Merkwürdiges. Die Zeit hält an und dreht sich ein paar Minuten zurück. Als sie auf dem Boden liegend bemerkt, dass sie eine Mutter umgefahren hat und am Fuße des Abhangs gerade der Zug an ihr vorbei brettert, realisiert sie dass wohl etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Später erklärt ihr ihre Tante, dass sie wohl durch die Zeit gesprungen sein muss. Angeblich sollen viele junge Mädchen diese Fähigkeit haben.

Time waits for no one

Makoto glaubt nicht so recht an die Geschichte ihrer Tante, doch lässt sie der Gedanke nicht los, dass sie vielleicht doch Recht damit haben könnte. Sie läuft zum Fluss und springt mit schnellem Tempo über die Klippe – ein weiterer Zeitsprung findet statt. In der nächsten Zeit versucht sie ihre peinlichen Missgeschicke oder Fehler in einer Klausur zu korrigieren, indem sie immer mal wieder ein Stück zurück in der Zeit springt. Schon bald fängt sie damit an, dass Schicksal ihrer Mitmenschen zu beeinflussen, gar zu verändern. Obwohl sie gute Absichten hat, verwischt sich schon bald der Zeitstrahl mit möglichen Alternativen. Die baldige Ausschöpfung der Zeitsprungmöglichkeit und das Geheimnis einer ihrer Freunde setzen ihr zusätzlich zu, was im Film eine gewisse Anspannung erzeugt. Obwohl der Anime sich einer wenig komplexen Form der Zeitreisethematik annimmt, regt er trotzdem zum Denken an. Ist es menschlich, seine Fehler rückgängig zu machen und zu verbessern? Erschaffen wir damit nicht eine bessere Welt? Würden wir damit den Anstoß zu einer Reihe unvorherbestimmter Ereignisse auslösen? Solche und weitere Fragen stellen wir uns nach dem Film. Wenn jeder Mensch diese Fähigkeiten hätte, würden wir paradoxe Gegebenheiten heraufbeschwören und unser Universum (in der Theorie) selbst zerstören.

Zeitloses Zusammenspiel

Über dieses Thema könnten wir stundenlang diskutieren, doch zu einem Ergebnis würden wir nicht kommen. Lieber möchten wir euch weitere Eindrücke zu Das Mädchen, das durch die Zeit sprang liefern. Inhaltlich kann uns der Film voll und ganz überzeugen. Die Geschichte wird an keiner Stelle überdreht dargestellt und bleibt im Raum unserer Vorstellungskraft jederzeit logisch und leicht verständlich aufgebaut. Die auftauchenden Charaktere verfügen alle über eine unterschiedliche Persönlichkeit und verfügen über die Fähigkeit, die Handlung zur Nebensache verkommen zu lassen und sich stattdessen in die Figuren hinein zu versetzen. Der circa 95-minütige Film wird im säuberlichen 16:9-Format präsentiert. Hintergründe und auch die Charakterzeichnungen sind den Zeichnern des Animes sehr gut gelungen und passen ebenso gut zueinander. Musikalisch gibt es übrigens wirklich was auf die Ohren. Die Komponisten setzen verstärkt auf Klavierstücke, die stark an Musiker wie Bach oder Chopin erinnern. An einigen Stellen wurden diese Stücke sogar neu aufgenommen und verwendet. Dazu kommt das schöne Titellied, gesungen von Hanako Oku. Auch die (deutschen und japanischen) Synchronstimmen wurden sehr gut ausgewählt, denn keine Stimme ist fehl am Platz. Wer seine Sprachkenntnisse in Französisch und Italienisch aufbessern möchte, darf sich über zwei weitere Tonspuren in eben diesen Sprachen freuen. Holländische, italienische, französische und deutsche Untertitel  werden ebenfalls angeboten.

Mamoru Hosodas Meisterwerk

Wer die Werke von Regisseur Mamoru Hosoda kennt, weiß dass man mit seinen Filmen im Grunde nichts falsch machen kann. Selbst die nebensächlichen Soundeffekte wie das Zirpen der Grillen erzeugen eine beachtliche Atmosphäre. Das Mädchen, das durch die Zeit sprang ist dabei keine Ausnahme. Bereits im Januar berichteten wir über sein neuestes Werk Summer Wars. Wer diesen Anime schon mochte, wird auch mit Das Mädchen, das durch die Zeit sprang glücklich sein. Besonders die Collector’s Edition hat es in sich. Mehr als vier Stunden Bonusmaterial befinden sich auf den beiden Bonus-DVDs. Interviews mit dem Regisseur, dem Produzenten und dem Autor des Originalwerkes, sowie ein Zusammenschnitt einer Pressekonferenz und die Vorstellung des Films auf der Premiere in Japan überzeugen uns in vollem Maße. Hinzu kommen noch ein Booklet mit vielen Informationen zum Inhalt des Films und der Charaktere, sowie ein 450-seitiges Storyboard. Als besonderes Schmankerl liegt dieser Edition noch ein originaler Filmstreifen bei – und wer kann schon von sich behaupten, so ein Stück in seiner Sammlung zu beherbergen. Diese Edition ist ein Muss für jeden Mamoru-Hosoda-Fan!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Collector’s Edition): Mir hat der Anime Das Mädchen, das durch die Zeit sprang sehr gut gefallen. Wer mich besser kennt weiß, dass ich mich sehr für Zeitreisen und der Vorstellung parallel existenter Welten interessiere. Dieser Film verbindet in gewisser Weise beide Ideen. Zu erst das ständige Zurückkehren zu früheren Ereignissen und dann die somit entstandenen neuen Begebenheiten. Ich ging mit den Erwartungen an den Film, dass Makoto irgendwann aus ihren Fehlern lernt und ähnlich wie Bill Murray in Täglich grüßt das Murmeltier einen wiederkehrenden Tag so lebt, bis er perfekt wird. Eine Wende in der Handlung hat mich eines Besseren belehrt und ich bin froh darüber, denn das Ende lässt mehr Freiraum zum Interpretieren als so manch anderer Streifen in diesem Genre. Obwohl Science-Fiction-Elemente in diesem Anime aufgegriffen werden, so ist es doch mehr ein Abenteuer mit einem guten Stück Lovestory. Über das Bonusmaterial kann ich ebenfalls nicht meckern, denn selten habe ich so viele Zusatzinformationen bekommen, wie bei Das Mädchen, das durch die Zeit sprang. Massenweise Interviews und selbst das Storyboard hat mir sehr imponiert und spornt mich tatsächlich dazu an, den Film wieder und wieder zu sehen – und das immer wieder mit einer Betrachtung aus einem anderen Blickwinkel. So unterhält mich das mehrfache Anschauen dieses wundervollen Animes gleich doppelt so oft! Genial!

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung der Collector’s Edition von Das Mädchen, das durch die Zeit sprang!

Review: Ninja Scroll

Manche Filme benötigen viel Zeit, bis sie im deutschsprachigen Raum veröffentlicht werden. Dieses Schicksal teilt auch der Anime Ninja Scroll, welcher bereits 1993 in Japan das erste Mal gezeigt wurde. Ganze achtzehn Jahre hat es gedauert, bis der Film die hiesigen Gefilde erreichte. Dass sich das Warten gelohnt hat, können wir nach dem Ansehen nur bestätigen.

Ninja Scroll ist im Japan der Edo-Zeit (1603 bis 1868) angesiedelt. Während des Tokugawa-Shogunat, taucht ein feindlicher Clan auf, welche die Regierung des Landes stürzen möchte. Damit dieses Vorhaben gelingt, sucht der Clan die Unterstützung der Acht Teufel von Kimon, einer blutrünstigen Bande von Dämonenkrieger. Fortan wird das feudale Japan von Chaos und Terror geplagt. Zur selben Zeit taucht auch der mit Geheimnissen umwobene Krieger Jubei Kibagami auf, der Japan vor dem Untergang bewahren soll. Schon bald merkt Jubei, dass viel mehr hinter der Verschwörung steckt, als er anfangs annimmt. So bricht unter anderem in einem bestimmten Dorf angeblich eine Epidemie aus, weshalb die umliegenden Städte zwangsweise evakuiert werden müssen – außerdem wird Jubei mit jenem Feind konfrontiert, den er glaubt vor Jahren ins Reich der Hölle geschickt zu haben.

Skurrile Mythologie

Zugegeben – die Geschichte ist beim ersten Mal nicht sehr leicht zu verstehen. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und tragen ihren Teil zum Verständnis zwar bei, doch wer sich noch nie in seinem Leben mit der japanischen Kultur auseinandergesetzt hat, wird nur wenig der recht guten Handlung verstehen. Ein düsteres Gemisch aus Intrigen, Liebe, Hass und Bestechung gilt es zu verstehen. Das Geschehen wird mit der japanischen Vorstellung von Fantasy gut in Szene gesetzt. Jeder der auftauchenden Dämonenkrieger verfügt über dunkle Fähigkeiten, die für europäische Zuschauer vielleicht etwas makaber und unfreiwillig komisch wirken. So trägt einer der Krieger (mit seiner Haut verbunden) ein Wespennest auf dem Rücken und eine spärlich gekleidete Dame entflutscht auch einmal eine Schlange aus ihrem Anus. Wer sich mit Sex und Gewalt nicht auseinandersetzen möchte, hat bei Ninja Scroll schlechte Karten. Zum einen kloppt sich Jubei alle paar Minuten mit einem neuen Gegner und zum anderen kommen zu Beginn des Films ein paar Sexszenen vor, darunter eine Vergewaltigung. Keine Sorgen: Einen waschechten Hentai bekommen wir hier nicht spendiert, schließlich ist Film noch ab sechzehn Jahren freigegeben.

Funktionierendes Zusammenspiel

Der Film wird laut der Packung im schmucken 16:9-Format präsentiert, doch bekommen wir das Gefühl nicht los, das die Ränder über den Bildschirm ein, zwei Millimeter hinausragen. Der Soundtrack macht das aber wieder wett, denn jede Stelle wird passend mit der richtigen Musik unterlegt. Die deutschen Synchronsprecher verrichten gute Arbeit, auch wenn wir die (deutlich bessere) japanische Fassung klar bevorzugen – diese lässt sich sogar ohne deutsche Untertitel ansehen. Ein Luxus, den sich in Deutschland wohl nicht jeder Anime leisten kann. Nach 92 Minuten endet der Film, wie er angefangen hat: Jubei taucht aus dem Nichts auf und verschwindet in diesem. Im Übrigen befindet sich auf der DVD noch ein Interview mit dem Regisseur des Films. Yoshiaki Kawajiri schwelgt in Erinnerungen und klärt uns über die Lage der Animes in Japan auf. Des Weiteren erhalten wir in einem kurzen Video – mit Standbildern  aus dem Film – Informationen über den Regisseur spendiert. Auf der Packungsrückseite wird ebenfalls noch mit dem Special Voice Actor’s Studio geworben – auf der Disc finden wir das Special leider nicht. Dafür umso mehr Trailer, die Lust auf weitere Filme wecken. Warum den zweiminütigen (und nicht abbrechbaren!) Trailer beim Einlegen der DVD nicht in dieses Menü verfrachtet hat, ist uns schleierhaft. Wer die großen FSK-Symbole nicht mag, wird sich freuen – das DVD-Inlay verfügt über ein Wendecover. Klasse! Fans von Shinobi oder Ninja Gaiden, welche Animes ohne aufwendige Computereffekte mögen, dürfen bedenkenlos zugreifen – wenn sie sich mit einer komplexen Geschichte anfreunden können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Leider muss ich ganz klar sagen, dass ich den Anime am liebsten nach dreißig Minuten wieder ausgeschaltet hätte. Für mich hat dieser Film nichts Besonderes dargestellt, doch blieb ich optimistisch und wurde gegen Ende des Films eines Besseren belehrt. Zwar bin ich weiterhin der Überzeugung, dass man diesen Film nicht gesehen haben muss, doch sobald man sich einmal im Universum von Ninja Scroll zurecht findet, kann man sich mit dem Film wunderbar die Zeit vertreiben. Lange Zeit habe ich keinen Anime mehr gesehen, der komplett ohne übertriebene Computereffekte auskommt. Während man 1993 mit sehr viel Liebe jedes kleine Detail mit Hand einzeichnen musste, werden mehrfach vorkommende Objekte einfach kopiert – dafür bewundere ich die damaligen Zeichner. Außerdem fühle ich mich während des Films sehr, sehr wohl, weil Yasunori Honda die richtige Musik zur passenden Szene einspielt. Interessant finde ich auch, dass in Japan wohl eine Anime-Serie zu Ninja Scroll im Fernsehen läuft und dass ein zweiter Film bereits in Planung ist – ich bin gespannt, ob diese beiden Werke ebenfalls achtzehn Jahre brauchen, um hier zu erscheinen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Ninja Scroll!

Review: Tales of Vesperia: The First Strike

Vor drei Jahren mauserte sich Tales of Vesperia zu einem der besten Japano-Rollenspielen aller Zeiten. In Japan erschien im selben Jahr auch noch der Anime Tales of Vesperia: The First Strike, welcher vor den Geschehnissen des Videospiels angesiedelt ist. Anfang des Jahres erschien nun auch hierzulande der Anime rundum Yuri und seine Freunde.

In der Fantasy-Welt Terca Lumireis herrscht Frieden. Es ist eine Welt des Fortschritts und des Wohlstandes. Die Menschen von Terca Lumireis bedienen sich an der Substanz Aer, mit der sie bestimmte Arbeiten verrichten und Barrieren zum Schutz vor den Monster um ihre Städte herum errichten können. Die Handlung des Films spielt zu jener Zeit, in der Yuri Lowell und Flynn Scifo noch gemeinsam als Soldaten dem Schutz der Bevölkerung dienen. Eines Tages wird in einer Ruine am Fluss ein ungewöhnlich großes Vorkommen an Aer ausgemacht. Als dann auch noch Menschen auf dem Weg in die Stadt Shizontania von Ungeheuern angegriffen werden, müssen die Niren Corps etwas unternehmen – das Schicksal von Terca Lumireis steht auf dem Spiel!

Alte Bekannte und neue Gesichter

Neben den beiden Hauptprotagonisten tauchen auch weitere aus dem Rollenspiel bekannte Figuren auf – allerdings nur in Nebenrollen. So trifft Flynn in der Kaiserstadt auf Estellise, die im Rollenspiel eine tragende Persönlichkeit einnehmen wird. Außerdem treffen wir auf Rita Mordio, die – verrückt wie eh und je – Kommandanten Niren Fedrok mit einer Explosion fast in die Luft jagt. Raven taucht ebenfalls in drei kurzen Szenen auf, doch zum Verstehen des Handlungspfadens hätte man ihn nicht in den Film integrieren müssen. Jedoch ist es sehr interessant zu sehen, was die Charaktere vor ihrem Auftritt im Videospiel so getrieben haben. Zwar ist vieles bereits aus Erzählungen bekannt, es mit eigenen Augen zu sehen ist aber eine andere Sache. Yuris Hund Repede gehörte zum Beispiel auch schon in Kindheitstagen zu den Kettenrauchern – anders ist das ständige Tragen der Pfeife in seinem Maul nicht zu erklären.

Grandioser Anime oder Verbeugung vor dem Spiel?

Tales of Vesperia: The First Strike eignet sich in erster Linie nur für die Fans des Videospiels. Viele Informationen bleiben dem Zuschauer einfach verborgen, wenn man Terca Lumireis noch nicht selbst bereisen konnte. In diesem Fall kommt es dann so vor, als ob die Geschichte nur vor sich herdümpeln würde. Das tut sie im Grunde auch, denn bis die Handlung im 106-minütigen Film wirklich Fahrt aufnimmt, ist der halbe Film bereits vorbei. Der Anime wird dafür allerdings sehr gut eingefangen und erinnert nicht nur entfernt an das Spiel. Man könnte meinen, man würde einen Film lauter im 16:9-Format gehaltenen Zwischensequenzen sehen – so sehr erinnert uns der Anime an das Spiel, ein großes Kompliment! Untermalt wird das Ganze mit einem durchaus guten Soundtrack, der aber nur gering an das Spiel erinnern möchte. Die deutschen Sprecher wurden gut ausgewählt, reichen aber nicht an das Niveau des japanischen Originaltons heran. Wer auf Specials hofft, wird zumindest auf der Einzel-DVD-Fassung enttäuscht werden. Bis auf einige Trailer und einigen (in einem relativ kurzen Video) zusammengefassten Konzeptzeichnungen findet sich nichts auf dem Datenträger. Immerhin verfügt das Inlay über ein Wendecover, was FSK-Symbolhasser freuen wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Einzel-DVD-Fassung): Beim Anschauen des Films kamen sehr viele wunderbare Erinnerungen wieder hoch. Es kommt mir so vor, als sei es erst gestern gewesen, dass ich Tales of Vesperia auf meiner Xbox 360 durchgespielt habe. Der Film weckt das Interesse in mir, den Titel ein weiteres Mal in Angriff zu nehmen. Aus Zeitgründen wird daraus allerdings so schnell leider nichts.  Sollte mich aber mal wieder die Lust packen, kann ich meine Zeit aber auch wunderbar mit dem Anime vertreiben. Die Geschichte ist reicht zwar nicht unbedingt an die des Rollenspiels heran, doch da habe ich schon deutlich Schlimmeres gesehen. Mir gefällt der Grafikstil, den Namco Bandai bei der Tales-Of-Reihe einsetzt. Schade, dass der Soundtrack dafür nicht sonderlich zur Geltung kommt. Man hätte einfach ein paar Stücke aus dem Spiel nehmen und ein wenig verändern können – schon wäre ein Fan glücklicher gewesen. Fans des Spiels sollten sich den Anime meiner Meinung nach ruhig mal anschauen, um die Persönlichkeiten von Yuri und Flynn besser verstehen zu können.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Tales of Vesperia: The First Strike!

Umfrage-Ergebnis: Hadoken, 3DS!

Der März ist gekommen und der Launch des Nintendo 3DS rückt immer näher. Vor einigen Wochen haben wir euch bereits gefragt, welches Spiel ihr zum Konsolenstart erwerben möchtet. Ein geringer Anteil von fünf Prozent entscheidet sich am 25.03.2011 für Nintendogs + Cats, elf Prozent werden sich hingegen für Pilotwings Resort entscheiden. 16% sind nicht an den Spielen aus dem Hause Nintendo interessiert und schlagen lieber bei anderen Titeln von Drittherstellern zu. Der größte Teil der User, die an einem 3DS interessiert sind, werden aber wohl – nicht wirklich überraschend – zu Super Street Fighter IV 3D Edition greifen. Das sagen uns 26% bei der Auswertung. Etwas mehr überrascht uns der Anteil der Teilnehmer, die sich keinen 3DS kaufen werden. 42% – sprich fast die Hälfte unserer Leserschaft – möchte sich zumindest vorerst keinen 3DS kaufen.

In den nächsten Wochen planen wir weitere Umfragen zum 3DS inklusive Berichterstattung. Seid gespannt, was wir uns alles für den Launch von Nintendos neuester Konsole einfallen lassen werden. Abschließend möchten wir uns nochmals bei allen Teilnehmern bedanken. Danke!

Review: Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland!

Manche Dinge überdauern die Zeit, denn so war es auch mit Mario und Donkey Kong. Bereits vor mehr als dreißig Jahren lagen die beiden Videospielcharaktere im Clinch. Schon damals konnte der Affe die Finger nicht von Marios Freundin Pauline lassen. Kurzerhand entführte Donkey Kong die Schönheit und zollte seinem großen Filmkollegen King Kong Tribut, indem er an Baugerüsten hochkletterte. Schlussendlich wurde er von Klempner Mario, der zu jener Zeit noch auf den Namen Jumpman hörte, jedoch in die Knie gezwungen. Trotzdem scheint der Affe drei Jahrzehnte nach diesen Vorfällen nichts dazu gelernt zu haben.

Zu Beginn des neusten Ablegers der Serie steht die Eröffnung eines Freizeitparks an. Mario und Pauline haben sich überlegt, dass die ersten einhundert Besucher ein kleines Geschenk erhalten sollen. Anfangs freute sich Donkey Kong auf die Eröffnungsfeier des Parks, doch an jenem Tag sollte er verschlafen. Da er keine kleine Pauline-Figur ergattern kann, entschließt sich Donkey Kong dazu, die echte Pauline zu entführten. Diese Gräueltat lässt sich der Klempner natürlich nicht gefallen und schreitet unverzüglich zur Tat – allerdings schickt er dieses Mal wie im letzten Teil der Reihe eine Truppe Mini-Marios hinterher. Nun liegt es an uns, die aufziehbaren Gestalten durch über einhundert Levels zu führen und Pauline zu retten.

Sicheres Geleit

Anfangs stehen uns nur begrenzte Mittel zur Verfügung, was besonders Einsteigern zu Gute kommt. Tippen wir die Mini-Marios an, setzen sie sich sofort in Bewegung. Nun ist es unsere Aufgabe, mittels Stylus Hindernisse im Level zu entfernen – oder auch zu setzen, denn am Ende eines jeden Level müssen alle Mini-Marios unbeschadet durch ein kleines Türchen spazieren. Das heißt sie dürfen von keinem Gegner berührt werden oder von Zacken in einer Grube aufgespießt werden – auch der Fall von einer höher gelegenen Plattform kann für die Mini-Marios der Tod bedeuten. In jedem Spielabschnitt steht uns eine gewisse Anzahl an Gerüstbauteilen zur freien Verfügung, welche an gekennzeichneten Trägernieten befestigt werden müssen. Je länger der Träger im Endeffekt sein soll, desto mehr Bauteile müssen wir besitzen, aber keine Sorge: Ein Träger lässt sich jederzeit entfernen und die Gerüstbauteile können somit an einer anderen Stelle wiederverwendet werden. In vielen Spielabschnitten ist dieses Vorgehen auch nötig, um den spielerischen Anspruch jederzeit zu gewährleisten.

Komplexe Spielmethoden

In späteren Levels erhöht sich der Schwierigkeitsgrad zunehmend. So gesellen sich mit zunehmender Spielzeit auch Leitern, Laufbänder und sogar entmagnetisierbare Bausteine hinzu. Die Mini-Marios versuchen nämlich in so manchem Geländen auch Wände zu erkraxeln und können diese an einigen Stellen nur durch solche Steine verlassen, um auch wirklich zum Level-Ende zu gelangen. Dabei dürfen wir nie vergessen, dass die Mini-Marios automatisch und nicht zielstrebig ihren Weg suchen. Sie watscheln jeweils in eine Richtung, die sie nur ändern, wenn sie gegen ein Hindernis (etwa gegen eine Wand oder einen anderen Mini-Mario) laufen. Die Laufbänder eignen sich ebenfalls für die Änderung der Laufrichtung, da die Richtung der Fließbänder von uns selbst bestimmt werden kann – entweder bei der direkten Erstellung im Level oder durch Tippen auf einen bestimmten Button im Leveldesign selbst. Damit hört die Innovation allerdings noch nicht auf – komplexe Warp-Röhrensysteme und zu positionierende Sprungfedern erschweren in späteren Level unsere Vorstellungskraft. Trotzdem bleibt jeder Spielabschnitt jederzeit lösbar und vor allem interessant.

Inhalt so groß wie King Kong

Außerdem dürfen wir uns des Öfteren mit ein paar Gegnern wie Shy Guys herumschlagen, die mit herumliegenden Hämmern (und der richtigen Taktik vorausgesetzt) schnell besiegt sind. Am Ende einer jeden Welt erwartet uns der Kampf gegen Donkey Kong, in dem wir das erst kürzlich erlernte Wissen der jeweiligen Spielelemente anwenden müssen. Hier sei allerdings gesagt, dass wir ruhig den einen oder anderen Mini-Mario verlieren dürfen – jedoch erhalten wir für den Verlust nicht mehr die maximale Punktzahl. Nur wer in jedem Level bestimmte Items wie Münzen oder Karten einsammelt, hat die Chance auf ein perfektes Ergebnis, um so Bonus-Level und zusätzliche Inhalte für den Level-Editor frei zuschalten. Dieser ist übrigens relativ simpel gehalten und auch für Anfänger leicht verständlich. In Windeseile (nach einer wirklich kurzen Eingewöhnungsphase) können wir bereits einige Levels erstellen, welche wir sogar online zum Tausch anbieten dürfen. Außerdem veranstaltet Nintendo alle paar Wochen kleinere Wettbewerbe, an denen wir mit einem eigens kreierten (und zumindest einmal von uns gelösten) Level teilnehmen können

Spielspaß ohne Ende?

Optisch reißt der Titel keine Bäume mehr aus, da der Stil schlicht und einfach gehalten ist. Es sieht für uns so aus, als ob wir – bis auf ein paar Ausnahmen – ein GameBoy-Advance-Spiel vor uns halten. Auch der Soundtrack kann uns nicht vollends überzeugen. Die Melodien trällern zwar fröhlich vor sich hin und so mancher Spieler wird auch den einen oder anderen Track aus früheren Mario- oder Donkey-Kong-Spielen wiedererkennen, doch fallen die Musikstücke auf Dauer recht monoton aus. Über diese beiden negativen Kritikpunkte können wir allerdings ruhig hinwegsehen, denn der Rest des Spiels wirkt einfach wie aus einem Guss. Es erwarten euch über einhundert Levels, die mit vielen verschiedenen Szenarien aufwarten und eure Köpfe zum Glühen bringen können. Nach dem Durchspielen ist übrigens noch lange nicht Schluss, denn dann trumpft der Titel mit weiteren Experten-Levels auf, die dann nochmals ein klein wenig schwieriger ausfallen – und wer dann immer noch nicht genug hat, erstellt mit dem Level-Editor einfach eigene Spielabschnitte. Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland! stellt derzeit die Genrereferenz da, welche wir Rätselfüchsen wärmstens empfehlen möchten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Als ich den Titel auf der letzten Gamescom anspielen konnte, war ich hin und weg. Aus Zeitgründen konnte ich die letzten Ableger der Serie leider nie spielen. Jetzt tut mir das natürlich leid, denn der Aufruhr im Miniland hat mir sehr gut gefallen. Die meisten Levels waren für mich zwar recht schnell und beim ersten Anlauf schon erledigt, doch setzte ich mir das Ziel, möglichst überall die perfekte Punktzahl zu erreichen – und das kann in einigen der zahlreichen Spielabschnitten schon mal etwas dauern. Ich finde es auch sehr gut, dass nach dem Durchspielen noch nicht Schluss sein muss. Die Experten-Levels fordern mich weiterhin und der Plus-Modus erhöht dann nochmals den Schwierigkeitsgrad des gesamten Spiels. Hier bin ich allerdings der Meinung, dass man das auch schon von Anfang mit in den Spielfluss hätte integrieren können. Allzu große Lust, jeden Level aufs Neue zu spielen, habe ich dann doch nicht. Dafür überzeugt mich dann wiederum der Level-Editor, mit dem ich auch schon das eine oder andere Werk hochgeladen habe und hoffe natürlich auch, dass meine Werke den anderen Spielern auf dieser Welt gefallen werden. Bis auf wenige Stellen habe ich an dem Titel nichts auszusetzen, was einen Kauf nicht rechtfertigen würde. Greift zu, denn ein anderes Spiel, das eure kreative Ader dermaßen fördert, findet ihr so schnell nicht!

Gewinnspiel (25. – 27. Februar)

Wie ihr sicherlich noch wisst, entstand unsere Seite aus einem kleinen Forum – dem NextGen-Forum. In den letzten Monaten sind wir auf eine beachtliche Anzahl an Usern angestiegen. Heute möchten wir uns dafür mit einem kleinen Gewinnspiel bedanken, dass wir gemeinsam mit Square Enix veranstalten. Mit dem für seine Rollenspiele bekannten Konzern verlosen wir nur an diesem Wochenende (25. – 27. Februar 2011) sechs völlig unterschiedliche Überraschungspakete, die vor lauter Gimmicks nur so platzen – vielleicht hat sich sogar das eine oder andere Spiel darin versteckt.

Um an der Verlosung teilzunehmen, müsst ihr nichts weiter tun, als euch im NextGen-Forum zu registrieren und anschließend eure Glückwünsche im Geburtstags-Thread kundzutun. Die sechs humorvollsten, interessantesten, zu Tränen rührenden oder kreativsten Beiträge werden von den Administratoren des Forums bestimmt. Gerne dürft ihr eure Glückwünsche auch in Form eines Videos oder eines Audiobeitrags kundtun – euren Ideen sind keine Grenzen gesetzt  Die Gewinner werden an uns weitergeleitet und via E-Mail nach dem Wochenende von uns benachrichtigt. Sollte sich ein Gewinner nach 48 Stunden nicht bei uns gemeldet haben, wird an seiner Stelle ein anderer, kreativer User ausgesucht.

Aus Datenschutzgründen werden wir die Gewinner nicht auf Gameplay Gamers oder im Forum nennen. Wer etwas gewonnen hat, darf sich dazu aber gerne selbst dazu äußern. Teilnahmeberechtigt sind alle User, welche das achtzehnte Lebensjahr erreicht haben. Unsere minderjährigen User müssen sich eine Einverständniserklärung ihrer Eltern einholen, wenn sie am Gewinnspiel teilnehmen möchten. Mitarbeiter von Gameplay Gamers und Square Enix sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Adressen der Gewinner werden einmalig von uns für die Zustellung der Gewinne genutzt und anschließend gelöscht. Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich und ein Anspruch auf Ersatz besteht ebenfalls nicht. Die Teilnahme ist nur innerhalb von Deutschland und Österreich möglich. Kurzum: Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Abschließend wünschen wir euch noch viel Spaß im NextGen-Forum und mögen die kreativsten Köpfe gewinnen und eines der Square-Enix-Überraschungspaketen abstauben! Viel Erfolg!

News: Neuer Trailer zu The Elder Scrolls V: Skyrim erschienen

Eigentlich war es nie geplant, auf Gameplay Gamers bekannt zu geben, wenn Screenshots oder Trailer zu einem Spiel in den Weiten des Internets auftauchen. Zu unwichtig erscheinen uns solche Neuigkeiten. Dank des The-Elder-Scrolls-Entwicklers Bethesda Softworks machen wir am heutigen Tag eine Ausnahme – und das zu einer für uns untypischen Zeit. Heute veröffentlichte Bethesda Softworks nämlich endlich einen neuen Trailer zum kommenden Rollenspiel The Elder Scrolls V: Skyrim – dieses Mal inklusive einigen Spielszenen. Wenn ihr euch den gelungenen Trailer anschauen möchtet, solltet ihr euch auf der Internetpräsenz des PC-Magazins GameStar umschauen.

Erics Fazit: Bethesda Softworks weiß wohl sehr, sehr gut, wie man mich auf den nächsten Teil einer der besten Rollenspielserien aller Zeiten aufmerksam machen kann. Ein Großteil des Trailers wird mit der Titelmelodie aus The Elder Scrolls III: Morrowind unterlegt. Die dritte Episode der Reihe war für mich eindeutig der beste Teil, woran die herausragende Musik nicht ganz unschuldig war. Allerdings habe ich immer noch Bedenken – Skyrim wird mit Sicherheit ein gutes Spiel, doch scheint es mir im Moment eher Richtung The Elder Scrolls IV: Oblivion zu gehen. Baukastenhäuser, abwechslungsarme Möglichkeiten und Co lassen grüßen. Die bisher veröffentlichten Informationen machen trotzdem Lust auf mehr – spätestens im November werde ich wissen, ob sich meine Befürchtungen bewahrheiten. Bis dahin bleibe ich aber erst einmal pessimistisch, was The Elder Scrolls V: Skyrim betrifft.

News: Two Worlds III indirekt angekündigt

Die Redaktion der Internetseite Gamers Village gab gestern Nachmittag (beziehend auf eine andere Quelle) bekannt, dass TopWare Entertainment indirekt Two Worlds III angekündigt habe. So hieß es in einem Interview mit einer ausländischen Internetseite, dass man mit Two Worlds II große Schritte Richtung Zukunft gegangen ist. Man habe des Weiteren bereits neue technische Innovationen realisieren können und die Grafikabteilung mit einem neuen Team besetzt. Laut den Angaben von TopWare Entertainment, soll das Spiel bereits 2012 erscheinen. Für welche Plattformen das Spiel erscheinen soll, ist bisher nicht bekannt. Wir rechnen aber fest damit, dass der PC definitiv unterstützt werden wird.

Erics Fazit: Ich weiß im Moment leider nicht, ob ich mich über diese Nachricht freuen soll. Sicherlich war Two Worlds II ein tolles Spiel, wie wir in unserem Review feststellen konnten, doch ist und bleibt es teilweise sehr sperrig, was meiner Meinung nach den Spielspaß deutlich schmälert. Mir wäre es lieb und teuer gewesen, wenn sich die Entwickler zunächst an die Ausmerzung diverser Gameplay-Fehler gesetzt und Two Worlds II zu einem besseren Erlebnis gemacht hätten. Direkt einen weiteren Teil anzukündigen, halte ich für falsch. Zuerst sollte man aus seinen Fehlern lernen und sie wieder wettmachen, bevor man sich neuen Aufgaben zuwenden soll.

Review: Makoto Shinkai Collection

Talente gibt es nicht wie Sand am Meer, wie wir nach dem Anschauen der zwei in dieser Kollektion enthaltenen Filme erneut bemerken müssen. Makoto Shinkai ist wahrhaftig der Shooting Star des Anime-Kinos, wie der Text auf der Packungsrückseite beschreibt.

Öffnen wir die Makoto Shinkai Collection, entdecken wir zwei Filme. Da wäre zum einen der Anime 5 Centimeters per Second zu nennen, mit dem auf dem Cover geworben wird – The Voices of a Distant Star rundet das Gesamtpaket ab. Im letzt genannten Film geht es um Mikako Nagamine und ihrem Freund Noboru Terao. In einer futuristischen Welt angesiedelt, wird Mikako während ihrer Mittelstufenzeit von der Raumpatrouille einberufen und soll nun gegen die außerirdische Rasse der Tarsianer kämpfen. Obwohl sie die Aufgabe mit Freude annimmt, vermisst sie schon bald Noboru. Sie fangen an, sich Kurznachrichten zu schicken. Je weiter Mikako in den Weltraum vordringt, desto größer ist die Distanz zwischen ihnen – auch die Dauer, bis eine getippte Kurznachricht ihr Ziel erreicht, verlängert sich ständig. Die letzte Nachricht, welche Mikako Noboru schickt, wird mehrere Jahre unterwegs sein. In ihrer Nachricht gesteht sie ihre Liebe zu Noboru. Dieser hat inzwischen aufgehört, auf eine weitere Nachricht seiner Freundin zu warten und möchte sein Leben ohne sie weiterleben. Als er die Kurznachricht endlich erhält, ist diese kaum mehr zu entschlüsseln.

5 Centimeters per Second

Distanzen gehören auch zum zentralen Thema des zweiten Films. Der junge Takaki Tōno und das Mädchen Akari Shinohara verlieren sich nach der Grundschule aus den Augen. Obwohl die beiden Freunde viele Gemeinsamkeiten verbinden, ziehen Akaris Eltern mit ihr in die Präfektur Tochigi. Takaki besucht indessen die Mittelschule in Tokyo, doch versucht er mit seiner Freundin eine Brieffreundschaft aufzubauen. Später erfährt Takaki, dass seine Familie in die südliche Präfektur Kagoshima ziehen möchte. Schon bald werden die beiden Freunde von einer Distanz von hunderten Kilometern getrennt sein, weshalb sich Takaki und Akari für ein letztes Treffen entscheiden. Sie verabreden sich in Iwafune, doch ausgerechnet an jenem Tag zieht ein Schneesturm auf. Takaki verspätet sich mehrere Stunden, doch überrascht ist er nicht ohne Grund, dass Akari noch immer am Bahnhof auf ihn wartet – am späten Abend. Auf dem Nachhauseweg verharren die beiden unter einem Kirschbaum – der Ort, an dem sie sich das erste Mal küssen. Kurz darauf unterbricht 5 Centimeters per Second das Geschehen mit der Vorstellung des zweiten Kapitels.

Kurzfilmgenialität

Der Kurzfilm 5 Centimeters per Second ist in drei Kapitel eingeteilt. Während im ersten Teil wie bereits besprochen die Entfernung zwischen Takaki und Akari den Kern der Handlung eingenommen hat, beginnt das zweite Kapitel Jahre später in Tanegashima. Takaki ist in der Zwischenzeit zu einem jungen Mann herangewachsen und besucht die dortige Oberschule. In seiner Klasse verliebt sich Kanae Sumida in ihn, doch Takaki interessiert sich nur wenig für sie. Kanae ist schüchtern und die einzige Möglichkeit ihm näherzukommen, sind die wenigen gemeinsame Heimfahrten mit ihren Rollern. Als sie ihn eines Tages auf einer großen Wiese sitzen sieht, gesellt sie sich zu ihm – mit der Zeit muss sie sich allerdings eingestehen, dass sich Takakis Gedanken um andere Dinge drehen. Sie beschließt, dass ihr Leben anders verlaufen muss. Im dritten und letzten Teil des Kurzfilms nimmt sie keine große Rolle mehr ein, denn hier wird vielmehr das Leben von Takaki und Akari geschildert. Beide empfinden etwas füreinander, doch das Leben beider hat sich inzwischen geändert. Am Ende begegnen sich die beiden Charaktere an einem Bahnübergang, wo der Anime auch schon leider mit dem für einen Kurzfilm typischen offenen Ende ausklingt. So hat jeder Zuschauer die Möglichkeit, die Geschichte frei zu interpretieren und kann sich selbst vorstellen, wie das Leben von Akari und Takaki vielleicht weitergehen wird.

One More Time, One More Chance

Beide Kurzfilme punkten jeweils mit einer wirklich schönen Geschichte, die viele Menschen schon mal in ähnlichen Situationen erlebt haben. Getrennt sein über große Entfernungen sind vor allem jenen unseren Lesern bekannt, die sich schon mal auf eine Fernbeziehung eingelassen haben oder einmal in eine andere Stadt umgezogen sind – und wer es noch nicht selbst erlebt hat, kennt mit Sicherheit jemanden, der diese Erfahrung schon einmal hat durchmachen müssen. Alleine dieser Grund ist es, warum wir die Makoto Shinkai Collection nur wärmstens empfehlen können. Die Synchronsprecher (im Deutschen wie im japanischen Original) vermitteln ihren Charakteren sehr viel Liebe und erzählen die Geschichte glaubhaft. Außerdem können wir getrost sagen, dass wir in keinem anderen Anime so schöne Grafiken gesehen haben. Das Team rundum Makoto Shinkai hat sich größte Mühe gegeben, originale Schauplätze zu fotografieren und anschließend in einen Anime zu verfrachten. Um den Anime (5 Centimeters per Second) nicht ganz so realistisch zu gestalten, hat man einige Details auch weggelassen. Dies spiegelt sich aber nur minimal an einigen kleinen Objekten wieder und ist leicht verschmerzbar. Als besondere Krönung überzeugt 5 Centimeters per Second auch mit dem Song One More Time, One More Chance vom japanischen Sänger Masayoshi Yamazaki.

Makoto Shinkais kreatives Meisterwerk

Wir können sehr gut nachvollziehen, dass sich Makoto Shinkai diesen Song mit Bedacht ausgewählt hat, wie wir in den wenigen, dafür umso interessanteren Specials erfahren. Einen besseren Song hätte man sich nicht für 5 Centimeters per Second aussuchen können, denn Melodie und Text passen wunderbar zusammen und können sich bedenkenlos auf die Geschichten des Films übertragen lassen. Als besonderes Schmankerl erwarten uns auf den beiden Discs auch der Kurzfilm She and her Cat. Mit diesem relativ kurzen Film wurde Makoto Shinkai bekannt – es könnte wohl kaum etwas Schöneres geben, als den kreativen Ursprung eines Regisseurs kennenzulernen. Die Spielzeit von She and her Cat beträgt nur ein paar Minuten, The Voices of a Distant Star besticht mit einer kurzen Spielzeit von circa 25 Minuten. Der Anime 5 Centimeters per Second schlägt mit satten neunzig Minuten aus dem Ruder. Selten haben wir kreative Ideen und Reflektionen auf das wahre Leben in einem Film dieser Art so nah beieinander gesehen. Wer beide Streifen gesehen hat, darf sich auch die auf den Discs enthaltenen Specials, sowie Interviews (Spieldauer circa  neunzig Minuten) anschauen und das beiliegende und wundervoll designte Booklet durchlesen – spätestens dann weiß man, dass die Makoto Shinkai Collection ein wahres Meisterwerk unserer Zeit ist, das wir nicht missen möchten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Bevor ich mich an das Review von der Makoto Shinkai Collection setzen konnte, lag die DVD verschweißt ein paar Wochen auf meinem Schreibtisch herum. Im Nachhinein möchte ich mich gerne dafür ohrfeigen, denn selten habe ich schönere, liebevollere oder intelligentere Animes gesehen. Während mich The Voices of a Distant Star nur wenig berührt hat, konnte ich die Beziehung beider Menschen voll und ganz nachvollziehen. 5 Centimeters per Second konnte ich deutlich mehr abgewinnen. Dieser Anime hat Erinnerungen in mir geweckt, da ich in meinem Leben schon mal eine ähnliche Erfahrung gemacht habe und ich mich mit einem der Charaktere stark identifizieren kann – das schaffen meiner Meinung nach nur wenige Animes. Abschließend möchte ich noch sagen, dass die Makoto Shinkai Collection in jeglicher Form ein Meisterwerk des modernen Anime-Kinos ist. Hier passen alle Charaktere wunderbar in den Handlungsverlauf. Das Spektakel wird mit wunderschönen Grafiken präsentiert und mit einem schönen Soundtrack (insbesondere dem Song One More Time, One More Chance) sehr gut unterlegt. Die Makoto Shinkai Collection enthält zwei wundervolle Filme, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben werden und ich kann diese Werke jedem Anime-Fan wärmstens empfehlen. Jetzt werde ich aber erst einmal wieder in Erinnerungen schwelgen.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars der Makoto Shinkai Collection!

News: Arcania geht in die zweite Runde!

Vorgestern teile uns Publisher Jowood erste Informationen zum Add-On von Arcania: Gothic 4 mit. In Fall of Setarrif dürfen wir ab dem 25. März 2011 erneut in die Haut des namenlosen Helden schlüpfen und in der Küstenstadt Setarrif für Ruhe und Ordnung sorgen. Wir erinnern uns – diese Flecken der Landkarte durften wir im Hauptspiel noch nicht erkunden. Erstmals soll es auch möglich sein, in die Rolle anderer Charaktere zu schlüpfen, um die Geschichte aus einer völlig neuen Perspektive zu erleben und dessen einzigartige Fähigkeiten zu nutzen. Jowood verspricht eine Spieldauer von circa zehn Stunden, die mit einer Vielzahl an neuen Aufgaben gefüllt sein soll. Außerdem erwarten uns neue Gegnertypen und neue Landstriche, die es zu erkunden gilt. Abschließend sei gesagt, dass sich das Add-On auch ohne Hauptspiel spielen lässt. Wer dieses allerdings besitzt, darf seinen Charakter importieren. Für welche Plattformen das Spiel neben der PC-Fassung erscheinen wird, ist nicht bekannt.

Erics Fazit: Ob eine Entwicklungszeit von circa vier Monaten für ein Add-On eines dermaßen großen Projekts ausreicht, ist meiner Meinung nach fraglich. Zumal ich noch gehofft hatte, dass sich Entwickler und Publisher aufgrund der unterdurchschnittlich schlechten Kritiken ein Herz gefasst und mittels Patches das Hauptspiel verbessert hätten. Zumindest interessiert mich die Handlung, denn diese fand ich auch im Hauptspiel sehr interessant. Sollte die Qualität auf demselben Stand verharren, sehe ich für Arcania: Fall of Setarrif schwarz. Der geplante Veröffentlichungstermin ist übrigens auch ungeschickt gewählt – schließlich kommt am selben Tag der von vielen Spielern lang ersehnte Nintendo 3DS auf dem Markt.

Umfrage: Welchen 3DS-Launch-Titel?

In wenigen Wochen erscheint auch hierzulande der Nintendo 3DS. Unter den Launch-Titeln befinden sich namhafte Spiele wie Pilotwings, Nintendogs oder Street Fighter IV. In Foren hat sich gezeigt, dass diese drei Titel wohl die meisten User ansprechen werden. Aus diesem Grund haben wir uns dafür entschieden, nur diese drei Titel in unserer Umfrage aufzulisten. Die Auflösung werden wir Anfang bis Mitte März auf unserer Internetpräsenz bekanntgeben.

Review: Brave Story

Zwischen der östlichen und westlichen Fantasy-Welt gibt es viele Unterschiede. Während im Westen meist ein gestandener Mann in die Welt hinauszieht, um ein Abenteuer zu erleben oder gegen die bösen Mächte anzutreten, erwartet diese Aufgabe in japanischen Gefilden meist ein junger Bursche. Dieses Klischee wiederholt sich in Brave Story ein weiteres Mal.

Brave Story erzählt die Geschichte des zehnjährigen Jungen Wataru Mitani. In einem alten Gebäude der Stadt soll es spuken! Eine bessere Gelegenheit einen Geist zu sehen, wird es für Wataru und seinen Kumpel nicht geben. Doch anstatt eines Gespenst trifft Wataru auf einen anderen Jungen, der durch eine große, magische Tür tritt. Als Wataru mitsamt seinem guten Freund die Verfolgung aufnehmen möchte, ist diese gigantische Tür nirgends zu finden. Am nächsten Tag bricht für Wataru eine Welt zusammen, denn als er von der Schule nachhause kommt, ist er Zeuge von der Abreise seines Vaters. Dieser hat sich entschlossen, mit einer anderen Frau weiterzuleben und seine Familie zu verlassen. Außerdem kollabiert am selben Abend seine Mutter, welche kurz darauf ins Krankenhaus eingeliefert wird. Wataru trifft abermals auf den Jungen, der am vorherigen Abend durch die magische Tür spazierte. Mitsuru Ashikawa, so der Name des mysteriösen Bengels, erklärt Wataru, wie er sein Schicksal ändern kann. Er erzählt Wataru, dass sich hinter der Tür das Land Vision befindet.

Zwei Wünsche – fünf Juwelen

Wataru hat nur das Wohl seiner Familie im Sinn. Er möchte, dass sich seine Mutter erholt und sein Vater zurück zu seiner Familie kehrt. Der schwächliche Wataru nimmt all seinen Mut zusammen und sucht die Tür auf, die ihn nach Vision führt – ein Land voller Magie und Monster. Bereits kurz nach seiner Ankunft muss sich Wataru einigen Prüfungen unterziehen. Ein weiser Mann drückt Wataru Schwert und Rüstung in die Hand – Anleihen zu diversen Fantasy-Spielen sind nicht nur rein zufällig gewählt. Kurz darauf trifft Wataru auf den Echsenmann Kee Keema und erinnert ein wenig an einige der Bewohner aus Ivalice, einer fiktiven Fantasy-Welt des Final-Fantasy-Universums. Später schließt sich nach anfänglichem Zögern auch noch Katzenartistin Meena an – gemeinsam suchen sie in Vision nach fünf magischen Juwelen, die zum Erfüllen eines Wunsches vonnöten sind. Auch Mitsuru ist auf der Suche nach den sagenumwobenen Juwelen, doch verfolgt er seine ganz eigenen Ziele.

Eine viel zu kurze Buchverfilmung

Brave Story bietet im Grunde alles, was ein guter Fantasy-Film ausmachen sollte. Die Truppe trifft auf böse Zauberer, durchstreift idyllische Städte, greift in einen Krieg ein und auch das Zusammentreffen der beiden Hauptdarsteller ist unausweichlich vorprogrammiert. Alle Teile der Handlung setzen sich zu einem großen Gesamtbild zusammen und erzeugen eine passende Atmosphäre, wie wir sie uns für Brave Story wünschen. Leider kann uns die Geschichte aber nicht vollends überzeugen, obwohl der Regisseur sich deutlich Mühe gegeben hat, das Buch von Miyuki Miyabe in einem Anime festzuhalten. Die Geschichte des Buches ist allerdings so umfangreich, dass man sie nicht einfach so in einen hundertminütigen Anime hätte packen können. Wir sind der Auffassung, dass man die Handlung auf zwei oder gar drei Filme hätte verteilen können. Auch eine ganze Serie wäre denkbar gewesen, da die verschiedenen Teile der Geschichte als solche wunderbar funktionieren könnten. So wird beispielsweise der Krieg inmitten des Films kaum geschildert und auch die Existenz eines durchtriebenen Magiers wird nicht geklärt. Das ist schade, hätte es den Film doch um so viel Gehalt bereichert.

Ketsui no Asa ni

Optisch besticht der Film im schönen 16:9-Format und verzaubert uns mit seinem schönen Soundtrack, insbesondere dem Lied „Ketsui no Asa ni“. Während die japanischen Sprecher sehr, sehr gut zu ihren Rollen passen, sind einige Synchronsprecher der deutschen Fassung fehlbesetzt. Auch wenn der Film eher für die ganze Familie oder für mitteljunge Zuschauer gedacht ist, passen die Sprecher stellenweise nicht zu ihren Rollen. Glücklicherweise wird die japanische Originalsynchronisation mit deutschen Untertiteln unterlegt, welche allerdings auf unserem Testgerät nicht abschaltbar war. Besonderen Gefallen haben wir an der Deluxe-Edition der DVD-Fassung gefunden, da diese mit reichlich und gehaltvollen Bonusmaterial ausgestattet ist. Neben so gut wie allen Fernseh- und Kino-Trailern befinden sich auch zwei Making-of-Beiträge auf der Bonus-DVD. Es wird gezeigt, wie die einzelnen Schritte während des Produktionszeitraums ablaufen und wie der Film zu erst einem europäischen Publikum vorgestellt wird – präsentiert von einer netten Sprecherin und zwei wunderbaren Moderatoren. Brave Story verbeugt sich vor der westlichen Welt – der Film verbindet deren Elemente mit asiatischer Tradition. Fantasy-Fans beider Kulturen sollten sich den Film zumindest einmal ansehen – sofern sie über die vorhandenen Defizite hinwegsehen können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Deluxe-Edition der DVD-Fassung): Persönlich hat mir Brave Story nicht ganz so gut gefallen. Der Anime hat zwar ganz klar besondere Merkmale, die ich nicht verleugnen kann, doch ist der Film viel zu kurz ausgefallen. Ich mag es gar nicht, wenn ich nur wenige Einzelheiten über die Welt erhalte, wenn ich das Buch nicht kenne. Man hätte tatsächlich mehrere Filme veröffentlichen müssen, um die ganze Geschichte genauestens zu erklären. Auch die teils unpassenden Synchronsprecher der deutschen Version haben mich stark gestört. Abgesehen von diesen Punkten konnte mich der Film trotzdem überzeugen, denn der Soundtrack ist gelungen und die Charaktere ausgearbeitet. Besonders gefreut habe ich mich über die Fernsehwerbespots, die auf dem Bonus-Datenträger zu finden sind. Wataru sitzt dort nämlich dem Moderator der japanischen Version von Wer wird Millionär? gegenüber und muss Fragen über Brave Story beantworten. Ich habe mich köstlich amüsiert. Im Großen und Ganzen bleibe ich aber dabei: Brave Story hätte deutlich mehr Aufmerksamkeit zuteil kommen müssen, um einen wirklich guten Film zu kreieren. Das Endprodukt ist ein Anime, den man gesehen haben kann, aber nicht gesehen haben muss.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Review: Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf

Seit Ende 2008 erfreuen sich auch europäische Nintendo-DS-Spieler an den Abenteuern von Professor Layton und seinem Gehilfe Luke Triton. Wir blicken zurück auf das erste der drei in Deutschland erschienen Abenteuern und lüften dabei mehr als 135 geniale Rätsel.

Im kleinen Dorf Saint-Mystère stirbt ein reicher Baron und hinterlässt nur jenem Mitglied der Familie seinen Nachlass, wer den so genannten Apfel findet. Das im Testament vermachte Rätsel kann dummerweise niemand innerhalb der Familie lösen, weshalb kurzerhand der weltberühmte Archäologe und Rätselliebhaber Professor Hershel Layton engagiert wird, um Licht ins Dunkle zu bringen. Zu diesem Zeitpunkt weiß Professor Layton samt Assistent Luke noch nicht, was ihm in Saint-Mystère erwartet, denn nicht nur das Testament wirft ein Rätsel auf, sondern auch viele andere mysteriöse Geschehnisse, die geheimnisvoller nicht sein könnten. Anstatt einfache Detektivarbeit zu leisten, müssen unsere beiden Protagonisten viele weitere Rätsel lösen, welche ihnen von den vielschichtigen Dorfbewohnern gestellt werden.

Auf der Jagd nach dem goldenen Apfel

Sobald wir in gepflegter Click-&-Point-Adventure-Manier mit einer Person interagieren, setzt uns diese kurze Zeit später in der Regel darauf an, ein Rätsel zu lösen. Dieses läuft im Prinzip so ab, dass uns zu erst die Ausgangssituation in der Rätselbeschreibung erläutert wird, damit wir uns ein Bild von der Denkaufgabe machen können. Oft gilt es einfache Rechenaufgaben zu lösen, Schachfiguren auf einem Spielbrett so aufzustellen, dass sie sich gegenseitig nicht bedrohen oder aus vier verschiedenen Gebilden die richtige Version zu entziffern. Während die ersten Rätsel noch einfach sind und uns kaum Grips abverlangen, werden die Aufgaben mit der Zeit anspruchsvoller. Gegen Ende des Spiels gibt es sogar einige Kopfnüsse, wo wir unsere Köpfe wirklich anstrengen müssen, um auf eine logische Lösung zu kommen. Spieler, die ungeduldig sind und wahllos nach Lösungen suchen, werden nur milde bestraft. Für das Lösen der Rätsel erhalten wir jedes Mal eine gewisse Anzahl der so genannte Pikarat. Geben wir für ein Rätsel also eine falsche Lösung an, erhalten wir beim zweiten Versuch weniger Pikarat als üblich. Pikarat spiegeln unsere Leistungen wieder und sind für Bonus-Materialien, die wir nach dem Durchspielen erhalten, essentieller Bestandteil des Spiels.

Das geheimnisvolle Dorf – voller Rätsel!

Da es einige Rätsel wirklich in sich haben, dürfen wir auf der Straße oder in Räumlichkeiten nach Hinweismünzen suchen. Von diesen Münzen gibt es nur eine limitierte Anzahl im Spiel zu finden, welche mit Bedacht eingesetzt werden möchten. Kommen wir bei einem Rätsel partout nicht weiter, dürfen wir uns bis zu drei Hinweise anzeigen lassen. Während der erste Hinweis nur ein netter Ansporn ist, regt uns der zweite Hinweis vermehrt zum Denken an und der letzte Hinweis vereinfacht die Lösung des Rätsels in vielerlei Fällen stark. Für das Lösen von Rätseln, erhalten wir neben den bereits angesprochenen Pikarat auch viele Belohnungen, wie Gemäldestücke, Bauteile eines Roboterhundes und Einrichtungsgegenstände für unsere Räume in der Dorfpension. Während uns der Roboterhund die Arbeit die Suche nach den Hinweismünzen etwas erleichtern und Laut gibt, sobald er etwas denkt, schalten die beiden anderen parallel zur Handlung ablaufenden Rätsel weitere Rätsel im Bonus-Bereich frei. Dort befindet sich neben dem Rätselindex, wo sich alle gelösten Rätsel nochmals lösen lassen (aber ohne die Möglichkeit, verpasste Pikarat nachzuholen) auch noch die Möglichkeit (sofern noch verfügbar) bis zu 27 Rätsel herunterzuladen, die wir abseits der Handlung frei lösen dürfen.

Das Rätselprogramm für die Hosentasche

Auch der komplette Soundtrack, ein umfassendes Charakterarchiv und alle Videosequenzen können im Bonus-Bereich angeschaut werden – allerdings erst nach dem Durchspielen und auch nur, wenn wir genügend Pikarat gesammelt haben, welche wir nur beim erstmaligen Lösen der Rätsel erhalten können. Nebenbei sei erwähnt, dass die Rätsel unter anderem auch auf die Denkaufgaben von Professor Akira Tago zurückzuführen sind. In Japan wurde Tago durch seine Bücherreihe Atama no Taisou (zu Deutsch: Gymnastik für den Kopf) bekannt. Er zählt zu den meisten seines Fachs. Dank ihm wurden die Rätsel in Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf zu einem wahren Genuss. Doch auch in anderen Bereichen kann das Nintendo-DS-Spiel punkten. Die schön gezeichneten Hintergründe wirken zwar leblos, lenken dafür die Aufmerksamkeit auf die wichtigen Punkte des Spiels – den Rätseln. Umso mehr freuen wir uns jedes Mal, wenn eine Videosequenz eingeleitet wird und diese sogar mit englischen Synchronsprechern vertont wird. Auch der Soundtrack kann sich hören lassen. In Saint-Mystère erklingen wunderschöne Dorfmelodien. Auch die Rätselmelodie fasziniert uns immer wieder aufs Neue, doch spätestens nach mehr als einhundert gelösten Rätseln fällt sie dann doch hin und wieder störend auf. Wir können Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf im Grunde jedem Spielertypen empfehlen – nur ungeduldige Naturen sollten sich eher nach Alternativen umsehen. Wer alle 135 (+27 herunterladbare) Rätsel lösen möchte, ist für gut fünfzehn (bis fünfundzwanzig) Spielstunden beschäftigt und wird gut unterhalten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Bevor ich Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf bis in den letzten Winkel erkundet habe, hatte ich nur zwei Berührungen mit der Professor-Layton-Reihe. Da wäre zum Einen das kurze Anspielen des dritten Nintendo-DS-Ablegers auf der Gamescom 2011 zu nennen und zum Anderen die Erfahrung mit dem Kinofilm, den ich letzten Herbst auf DVD genießen durfte. Das entsprechende Review findet ihr übrigens hier. Anfangs kam mir das Spiel ziemlich träge vor, doch schon nach ein bis zwei Spielstunden hatte mich die Atmosphäre des Spiels dermaßen fasziniert, dass ich gar nicht aufhören konnte. Nächtelang habe ich mich in meinem warmen Bett eingehüllt und löste ein Rätsel nach dem anderen. Die wirklich schweren Brocken haben sich meiner Meinung aber bis zum Ende des Spiels vor mir versteckt, denn erst bei Rätsel Nr. 134 kam ich wirklich ins Schwitzen und suchte stundenlang nach einer Lösung. Seit wirklich langer Zeit konnte mich kein Videospiel dieser Gattung so in den Bann ziehen wie Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf. Beim besten Willen kann ich derzeit keine negativen Kritikpunkte ausmachen, außer vielleicht die geringe Anzahl an Melodien und dem sparsamen Einsatz an Videosequenzen. Das ist aber Nörgeln auf hohem Niveau, denn im Großen und Ganzen ist Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf ein Spiel, welches ich bestimmt nie wieder vergessen werde – und die beiden Nachfolger liegen schon auf meinem Schreibtisch und freuen sich darauf, endlich gespielt zu werden.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Review: Mario Sports Mix

Hierzulande wird Mario Super Sluggers wohl nie das Licht der Welt erblicken. Da Nintendo bereits vor einigen Jahren dem Free Loader einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, kommt man um das Importieren einer NTSC-Konsole nicht umher. Immerhin schafft Mario Sports Mix den Weg in unsere Gefilde – allerdings mit weniger exotischen Sportarten.

Nachdem wir den Startbildschirm verabschieden, stehen uns in einem übersichtlichen Menü direkt alle vier enthaltenen sportlichen Disziplinen zur Auswahl. Neben Basketball und Hockey stehen uns in Mario Sports Mix auch die Sportarten Volley- und Völkerball zur freien Verfügung. Gespielt wird entweder ein einzelnes Match oder gleich ein ganzes Turnier mit der kompletten Rasselbande aus den Nintendo- oder Square-Enix-Universen. Hier liegt kein Fehler vor, wie sich manch Videospieler jetzt vielleicht denken mag. Da Nintendo den für seine Rollenspiele bekannten Konzern Square Enix mit der Entwicklung betraut hat, dürfen wir während den Turnieren des Öfteren Charaktere aus den Final-Fantasy- und Dragon-Quest-Spielen freischalten. So dürfen wir später auch mit Chocobos oder Schleimen über die nicht gerade großen Spielfelder düsen – selbst der Beginn eines jeden Turniers erinnert teilweise stark an die Final-Fantasy-Serie. Ein friedlicher Tag im Pilz-Königreich wird von einem herabstürzenden Kometen gestört – vier Kristalle unterschiedlicher Farbe werden im Krater gefunden und zu Pokalen verarbeitet, die es in den vier Sportarten zu erobern gilt.

Chaoserfüllte Spielfeld-Action

An dieser Stelle möchten wir Sportmuffel entwarnen, denn mit originalgetreuen Regeln der jeweiligen Disziplinen werden wir nicht konfrontiert. Nintendo präsentiert uns vielmehr ein entschärftes Regelwerk, mit welchem sich jeder Spielertyp anfreunden kann. So gibt es keine maximale Anzahl an Schritten, die wir während des Dribbelns beim Basketball gehen dürfen. Außerdem werden Fouls nicht geahndet, was sich allerdings negativ auf das Spielvergnügen auswirkt. Weniger Regeln bedeutet gleichzeitig auch ein größeres Chaos. Zu oft enden erst gut geplante Spielzüge in unerwünschten Schütteleinlagen und unnötigem Button Mashing. Sobald die aus Super Mario Kart bekannten Fragezeichen-Felder auf dem Spielfeldboden auftauchen, besteht die Möglichkeit, dass wir uns ein Item aneignen können. Die Gegenstände erfüllen im Grunde denselben Zweck wie in der Mario-Kart-Reihe. Bananenschalen werden auf dem Spielfeld geschickt platziert, damit unsere Gegner ausrutschen und für die eine oder andere wertvolle Sekunde betäubt sind. Grüne Panzer fliegen gradlinig über das Spielfeld und rote Panzer suchen sich ihr Ziel automatisch. Mit dem bekannten Stern werden wir – wie es auch anders nicht zu erwarten wäre – eine gewisse Zeit lang unverwundbar.

Freiheit für Goldmünzen!

Jede Sportart können wir meistens in den gleichen Arenen spielen. Unter Umständen können so sehr interessante Kombinationen entstehen. Völkerball auf Plattformen zu spielen, die sich in regelmäßigen Abständen vergrößern oder verkleinern, gehört definitiv zu unseren Favoriten. Aber auch Hockey in einer Halle zu spielen, wo auf Laufbändern Objekte von der einen Seite zur anderen transportiert werden und somit eine saubere Angriffsstrategie stören, kann uns überzeugen. Hin und wieder tauchen auf dem Spielfeld auch die aus den Mario-Spielen bekannten Münzen auf, die wir einsammeln dürfen. Sobald wir den nächsten Punkt erzielen, wird die Anzahl an verbliebenen Münzen auf unserem Punktekonto gut geschrieben. Seit langem haben wir nicht mehr so intensive Sportschlachten gesehen, die mit solch hohen Punkten in einem gegenseitigen Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Computergegnern ausarten.  Obwohl alle Spielelemente für sich genommen funktionieren, klappt das Zusammenspiel nicht ganz so, wie sich das Square Enix vielleicht erwartet hat. Oftmals schwindet der sonst gute Überblick, wenn zu viele frei-bewegliche Objekte über das Spielfeld sausen. Wir kommen nicht umher um zudenken, dass Square Enix den Umfang falsch verteilt hat. Weniger ist oft mehr, zumal auch das Regelwerk ziemlich dünn ausgefallen ist.

Rohe Mehrspielerkost

Im Hinblick auf die nicht ganz ausgereifte Steuerung kann das bei längeren Partien den einen oder anderen Spielertypen durchaus stören. Optisch und akustisch kann es der Titel nicht mit einem Mario Kart Wii aufnehmen. Viele der Melodien passen nicht zu einem Mario-Spiel, da sie oft befremdlich wirken. Auch Square-Enix-Klänge haben es in das Spiel geschafft. So dürfen wir beispielsweise im Mini-Spiel Retro-Melodien das Chocobo Theme aus der Final-Fantasy-Reihe „nachspielen“. Auch wenn das Spiel leider viele Defizite aufweist, kann es uns im Mehrspielermodus überzeugen. Online können wir gegen Freunde oder neue Gegner spielen, doch Wii Speak unterstützt der Titel leider nicht. Gerne hätten wir uns mit unseren Mitspielern unterhalten oder abgesprochen, was bei einem Sportspiel sehr viel Sinn ergeben würde. Immerhin tauchten während unserer Testphase keine Lags auf, was uns ein durchgängig angenehmes Spielvergnügen bescherte. Leider brechen einige Spieler die Verbindung mitten im Spiel ab. Das ist besonders dann ärgerlich, wenn wir kurz vor dem Sieg stehen und Punkte für unser Profil bekommen würden. Hier hätte der Entwickler sorgfältiger arbeiten können. Offline ist das Spiel allerdings die bessere Alternative, denn genügend Freunde vorausgesetzt, kann man den Titel immer mal wieder bei einem Videospiel-Abend herauskramen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Als ich Mario Sports Mix im letzten Jahr auf der Gamescom anspielen durfte, ist es direkt um mich geschehen. Den Schritt, vier Sportarten auf eine Disc zu pressen und nicht  jede Disziplin als Vollpreistitel zu verkaufen, halte ich für sinnvoll. Allerdings hätte man vielleicht nicht Square Enix mit der Entwicklung des Spiels beauftragen sollen. Schon seit längerer Zeit litt die Qualität an Square-Enix-Produkten, wie man unter anderem an Final Fantasy XIII sehr gut erkennen kann. Während ich früher ein großer Fan von Square Enix war, enttäuscht mich der Konzern mittlerweile jedes Jahr aufs Neue. Des Weiteren hat Square Enix die Wii seit Bestehen recht stiefmütterlich behandelt. Wii-Spieler werden mittlerweile nur noch mit schnell produzierten Spin-Offs abgespeist. Ich verstehe außerdem nicht, wie Nintendo das Spiel in der vorliegenden Version veröffentlichen konnte. Nur wenige Spielelemente erinnern an das Super-Mario-Universum, wie etwa die vielen bekannten Items. Die grafischen Abstriche gegenüber anderen Titeln aus dem Hause Nintendo nehme ich gerne in Kauf, doch auch ein nicht so schönes Spiel verdient meiner Meinung nach einen tollen Soundtrack. Diesen finde ich bei Mario Sports Mix nicht, denn irgendwie erinnert er mich zu keiner Zeit an die bunte Spielwelt der Jump ’n’ Run-Abenteuer. Immerhin habe ich jetzt ein Spiel mehr in meiner Sammlung, welches ich bei künftigen Videospiel-Abenden immer mal wieder auspacken werde.

Review: The Garden of Sinners Film 3: Verbliebener Sinn für Schmerz

Vor wenigen Tagen haben wir euch die ersten beiden Filme der Reihe vorgestellt. Außerdem erschien Ende Januar endlich der dritte Serienableger in Deutschland. Vorweg können wir sagen, dass sich auch das Anschauen des dritten Films lohnt. Es werden zwar wie gewohnt nur wenige Antworten geliefert, doch nimmt die Handlung langsam, aber sicher an Fahrt auf. Nach wenigen Minuten ist uns klar, dass sich die Geschichte wie ein Mosaik zusammensetzt.

Zeitlich vor dem ersten Teil der Reihe angesiedelt, werden Shiki, Toko und Mikiya erneut mit einer mysteriösen Mordserie konfrontiert. Film 3: Verbliebener Sinn für Schmerz handelt von Fujino Asagami, einer jungen Schülerin, welche noch nie in ihrem Leben Gefühle empfunden hat. Als sie in einer Untergrund-Bar von einer Gruppe junger Männer vergewaltigt wird, spürt sie das erste Mal Schmerzen. Am Tag darauf werden die jungen Männer qualvoll zugerichtet, sowie mit herausgerissenen Armen und Beinen tot aufgefunden. Shiki ahnt, dass der Mörder vom gleichen Schlag sein muss, wie sie selbst. Eine Jagd beginnt, in der auch Mikiya nicht ganz unbeteiligt ist. Das obskure Spiel vermischt die Grenzen zwischen richtig und falsch. Es ist schwierig auszudrücken, welche Rollen Opfer und Täter wirklich einnehmen.

Poetische Schmerzen

Wie auch die beiden Vorgänger schafft es Film 3: Verbliebener Sinn für Schmerz vortrefflich auszudrücken, was in den Seelen der Charaktere vorgehen muss. Das Spektakel wird auch im dritten Ableger mit einer gehörigen Portion Mystery unterlegt, welche wieder etwas mehr zur Geltung kommt, wie im zweiten Teil. Zarte Gemüter sollten sich im Klaren darüber sein, dass mittlerweile nicht mehr mit Blut gegeizt wird und prekäre Themen wie Vergewaltigungen in die Anime-Reihe Einzug halten. Durchweg glaubhaft geschildert, überzeugt auch der dritte Teil von The Garden of Sinners mit seinen Geschichten, Charakteren und vor allem mit den Dialogen. Während diese im zweiten Teil in den Hintergrund rückten, werden sie im dritten Film wieder elementarer Bestandteil des Films. Poetische Gespräche findet man sonst nur in wenigen Animes.

Das Warten auf Film 4 beginnt

Auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen: Man kann die optische Brillanz (inklusive Bild im 16:9-Format) des Titels nicht unter den Tisch schieben. Egal ob nun Mikiya durch den Regen streift oder Shiki in einem japanischen Lokal für Unruhe sorgt. Der Stil ist durchweg stimmig und vermittelt dank des gelungenen Soundtracks erneut Atmosphäre pur. Dieser ist wie bereits von den ersten beiden Filmen gewohnt, auf einer Bonus-DVD enthalten und lockt zum Immerwiederanhören. Leider fehlt auch hier der Song, welcher während der Credits zu hören ist, was vermutlich an Lizenzproblemen liegt wird. Zur Handlung können wir derzeit sagen, dass man sie auch verstehen kann, wenn man mit diesem Teil der Reihe beginnt, sich die anderen Filme dann aber auch nachholt. Das schaffen unserer Meinung nach nur wenige Serien, da oft viel zu viele Informationen untergehen. Bei The Garden of Sinners stimmt einfach alles: Geniale Charaktere, gelungene Synchronsprecher (im Deutschen, sowie im japanischen Original) und eine ausgeklügelte Handlung garantieren Spannung bis zur letzten Minute.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung inklusive Soundtrack-CD): Es ist endlich um mich geschehen, denn The Garden of Sinners hat mich mit dem dritten Teil endgültig gepackt. Die Geheimnisse der Ryōgi-Familie und des Asagami-Clan, die sich in Film 3: Verbliebener Sinn für Schmerz auftun, interessieren mich derzeit so sehr, dass ich mir gar den nächsten Teil aus Japan importieren würde. Leider würde ich dann natürlich bis auf zwei, drei Wörter nichts verstehen. Derzeit ist also Warten angesagt, denn der vierte Film soll laut Anime Virtual erst am 25. März in diesem Jahr erscheinen. Bis dahin muss ich mir die Zeit wohl mit anderen Animes vertrösten – oder ich schaue mir alle drei Teile nochmals beziehungsweise mehrmals erneut an. Eine opulent in Szene gesetzte Geschichte, ein melancholisch-schöner Soundtrack, sehr gute Synchronsprecher, sowie die untypisch und gleich unchronologische Erzählweise machen The Garden of Sinners zu dem was es ist: Ein unvergessliches Meisterwerk, das man einfach genießen muss!

Review: The Garden of Sinners Film 2: Mordverdacht Teil 1

Erst vor kurzem haben wir den ersten Teil der Reihe in einem Review vorgestellt. Der Mix aus Mystery und einer kräftigen Portion Anime geht mit Film 2: Mordverdacht Teil 1 in die nächste Runde. Obwohl uns der zweite Film Antworten liefert, wirft er zugleich viele weitere Fragen auf. The Garden of Sinners lockt uns weiterhin gekonnt vor den Flimmerkasten.

Die Handlung von Film 2: Mordverdacht Teil 1 spielt drei Jahre vor den Geschehnissen des ersten Films. Im Jahre 1995 lernt der junge Mikiya Kokutō die ebenfalls junge Shiki Ryōgi kennen, mit welcher er im ersten Teil bereits befreundet war. Obwohl die Freundschaft noch auf wackeligen Beinen steht, fangen die beiden an sich in gewisser Weise zu mögen, doch die Freundschaft wird alsbald durch eine Mordserie getrübt. Auf offener Straße werden fünf Menschen grausam getötet. Mikiyas Cousin arbeitet bei der Polizei – von ihm erfährt er, dass wohl ein Schüler hinter der mysteriösen Mordserie steckt, da am Tatort das Emblem seiner Schule gefunden wurde. Außerdem soll sich der Täter am Ellbogen verletzt haben, was leider auch auf seine Freundin Shiki zutrifft. In Mikiya beginnen zugleich Zweifel und Optimismus zu wachsen. Je besser er Shiki kennenlernt, desto mehr erfährt er über ihr dunkles Geheimnis.

Tiefgreifende Melancholie

Um die Spannung aufrecht zu erhalten, möchten wir auf diesen Punkt in unserem Review nicht eingehen. Durch die zwischenmenschlichen Beziehungen erzeugt der Film eine gerade zu melancholische Stimmung, die sich in vielen ruhigen Momenten widerspiegelt. Wie bereits im ersten Teil entwickelt sich die Geschichte auch hier nur langsam, wartet aber weniger mit poetischen Gesprächen auf. Einerseits ist das schade, da nur wenige Animes einen dermaßen hohen Anspruch erheben. Andererseits begrüßen wir diesen Schritt, da der Film mit circa 58 Minuten erneut recht kurz ausfällt und es für einige Zuschauer vermutlich leichter fallen wird, sich in die Persönlichkeiten hineinzudenken. Bis auf zwei Charaktere werden ebenfalls keine weiteren (wichtigen) Personen eingeführt, die für die Handlung von Bedeutung sein könnten.

Spannende Fortsetzung

Studio Ufotable haben die Gefühle eines Oberstufenschülers zu seiner Mitschülerin gekonnt und glaubhaft in Szene gesetzt. Obwohl er Zweifel daran hat, dass Shiki die Morde begangen habe, glaubt er in seinem tiefsten Inneren an ihre Unschuld. Da auch im zweiten Teil mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet werden, bleibt der Ausgang der Geschichte weiterhin ungewiss, aber spannend. Die deutsche Synchronisation ist gelungen und überzeugen mit denselben Sprechern wie im ersten Teil. Die japanische Synchronisation kann wieder nur mit den nicht abschaltbaren deutschen Untertiteln angeschaut werden – schade! Optisch und akustisch steht der zweite Film dem ersten Teil in Nichts nach. Schön gezeichnete Orte, wie einen Bambuswald oder das Anwesen der Ryōgi werden meistens mit den passenden Klängen unterlegt, was der Atmosphäre sehr zu Gute kommt. Fans freuen sich im Übrigen über die beiliegende Soundtrack-CD mit circa 33 Minuten Spielzeit. Wer den ersten Teil bereits mochte, wird auch mit Film 2: Mordverdacht Teil 1 mehr als nur zufrieden sein.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung inklusive Soundtrack-CD): Als ich mir vor einigen Tagen den ersten Teil ansah, war ich doch etwas hin- und hergerissen. Einerseits mag ich es nicht, wenn sich mir der Sinn eines Anime nicht erschließen möchte. Andererseits finde ich es gut, dass genug Fragen aufgeworfen werden, die in einem anderen Film beantwortet werden. Dasselbe Konzept findet man in so gut wie jeder TV-Serie und als Serienjunkie kann man sich über dieses System nur freuen. Deshalb fand ich es auch gut, dass wir im zweiten Film einen Zeitsprung von drei Jahren in die Vergangenheit erlebten. Es ist interessant zu wissen, wie sich Shiki und Mikiya kennengelernt haben und wie sich die Freundschaft dann entwickelt hat. Leider endet die Handlung in der Vergangenheit ebenfalls mit einem offenen Ende – da der nächste Film nicht auf den Titel Mordverdacht Teil 2 hört, wird es wohl noch ein paar Wochen dauern, bis sich hier die Lücken schließen. Großen Gefallen habe ich beim zweiten Film allerdings am Soundtrack gefunden. Track 1 auf der Soundtrack-CD hat es mir ganz besonders angetan. Wer die passenden Szenen des Anime kennt, wird das Stück lieben. Während ich mir nun weiterhin den Soundtrack anhöre, freue ich mich indessen auf Film 3.

Vielen Dank an Anime Virtual für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Review: The Garden of Sinners Film 1: Thanatos

Serienliebhaber kennen das vielleicht von diversen Produktionsfirmen. Da freut man sich auf die Veröffentlichung der nächsten Staffelbox seiner Lieblingsserie und erfährt schlussendlich, dass die Verkaufszahlen hinter den Erwartungen zurückblieben und die Produktion der Boxen fürs Erste stilliegt. Fans von The Garden of Sinners dürfen aufatmen, denn alle sieben Filme der Reihe sind für Deutschland angekündigt – drei davon sind bereits erschienen.

Die Handlung von The Garden of Sinners zu beschreiben, fällt uns sehr, sehr schwer. Schuld daran ist die unchronologische Reihenfolge, in welcher die Filme erscheinen. Ein Makel, dass allerdings wiederum für die Serie spricht. So erfahren wir in Film1: Thanatos. nur wenig über Protagonisten Shiki Ryōgi. Wir würden sie als eine Art Medium beschreiben, welche mit Geistern kommunizieren kann, diese aber wie ein Dämonentöter jagt. Gemeinsam mit ihren Freunden Mikiya Kokutō und Toko Aozaki untersucht sie die mysteriösen Mordfälle in der Fuji-Siedlung. In den 80er Jahren erbaut, sollen die dortigen Gebäude seit kurzem abgerissen werden. Gewöhnliche Mädchen, die untereinander keinerlei Gemeinsamkeiten oder Kontakt zueinander haben, springen Tag für Tag von den Dächern der Fuji-Gebäude in den Tod. Für Shiki steht schnell fest, dass es sich dabei um keine selbstgewollten Suizide handeln kann.

Kurzweiliges Vergnügen

Wunderbar und mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzt, schafft es Studio Ufotable eine Mystery-Serie in Form eines Anime zu etablieren. Westliche Zuschauer würden unter dem Begriff einer solchen Serie sicherlich etwas anders verstehen, doch wer sich einmal mit der japanischen Kultur anfreunden kann weiß, dass sich Mystery dort langsamer beziehungsweise ruhiger entwickelt. Dafür bleiben wiederum viele Fragen offen, die in sechs weiteren Filmen durchdacht gelüftet werden. Wer einen Film mit geschlossenem Ende erwartet, wird von Film 1: Thanatos. sicherlich enttäuscht sein. Nach nur leider 49 Minuten müssen wir uns von Shiki und ihren Freunden wieder verabschieden. Das ist eigentlich schade, denn einen dermaßen grandiosen Zeichenstil, der mit einem opulenten Soundtrack unterlegt wird, haben wir schon seit Ewigkeiten nicht erfahren. Trotzdem hat Film 1: Thanatos. seine Höhen und Schwächen.

Mystischer Soundtrack

Der Film ist kurz, geizt besonders anfangs mit Informationen und fühlt sich dadurch stellenweise einfach nur in die Länge gezogen an. Diese Schwachpunkte vergessen wir schnell, da die deutsche Verkaufsfassung direkt mit einer zusätzlichen CD ausgeliefert wird. Diese beinhaltet den wunderbaren Soundtrack des Films, welchen wir immer wieder gerne in unser Laufwerk legen und für circa dreißig Minuten Spielzeit wunderbar unterhalten kann.  Leider beheimatet die Bonus-CD nicht das Endlied Oblivios von der Band Kalafina, welche das Gesamtwerk perfektioniert hätte. Weiteres Bonusmaterial fehlt leider ganz. Wie jeder zeitgemäße Anime ist auch The Garden of Sinners im 16:9-Format gehalten. Die deutsche Synchronisation ist wieder einmal gelungen, da man sich auf bekannte Sprecher verlassen hat. So gibt es unter anderem ein Widerhören mit der deutschen Sprecherin von Uma Thurman. Neben der deutschsprachigen Tonspur, befindet sich ebenfalls die japanische Originalfassung mit auf dem Datenträger – allerdings nur mit (nicht ausschaltbaren) deutschen Untertiteln. Anime-Fans mit einem Faible für japanisches Mystery können mit der The-Garden-of-Sinners-Reihe derzeit nichts falsch machen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung inklusive Soundtrack-CD): Es ist schwierig, sich ein Urteil über eine Serie zu bilden, von der man bisher nur den ersten Teil gesehen hat. Schließlich kann man auch keine TV-Serien nach nur einer Episode abschreiben, wie ich im letzten Jahr bei Human Target bemerken konnte. Die erste Folge hat mich nicht gerade vom Hocker gehauen, doch die folgenden Ausgaben haben mich mehr als nur überzeugt. Ähnlich ist es auch bei The Garden of Sinners. Film 1: Thanatos. ist relativ kurz ausgefallen und liefert mir nur wenige Argumente, die Serie weiterzuschauen. Zu kurz war die Zeit, in der man die Charaktere tiefgründig beschreiben konnte. Trotzdem sind es gerade die ungelösten Fragen, welche nach einer Antwort verlangen und mich weiterhin vor den Fernseher fesseln werden. Hier erinnere ich mich gerne an Lost. Zu Beginn unheimlich langsam erzählt, wurde diese Serie dennoch zu meiner absoluten Lieblingsserie unserer Zeit. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch The Garden of Sinners Fahrt aufnehmen wird und mir die Handlungspersonen viel besser erklären, tiefgründiger und vielleicht noch geheimnisvoller erzählen wird. Wie gut, dass die beiden Nachfolger bereits auf meinem Schreibtisch liegen und nur darauf warten, angeschaut zu werden.

Review: Ikigami: Der Todesbote

Comicverfilmungen gibt es wie Sand am Meer. Während Marvel Comics und DC Comics fast jährlich ihre Helden und Anti-Helden auf die Kinoleinwand schicken, werden Verfilmungen von Mangas hierzulande stiefmütterlich behandelt. Einer der wenigen Filme hört auf den Namen Ikigami: Der Todesbote. Obwohl dem Streifen bis heute keine deutschsprachige Synchronisation widerfahren ist, sollte er definitiv nicht außer Acht gelassen werden.

Das fiktive Japan in Ikigami: Der Todesbote wird von einem totalitären System beherrscht. Überall lassen sich Überwachungskameras finden, damit sich die Bevölkerung in Sicherheit wiegen kann – auf Kosten der Privatsphäre in der Öffentlichkeit. Damit das japanische Volk das Leben zu schätzen lernt, führt die Regierung flächendeckende Impfungen durch. Jedes Kind im Grundschulalter kommt um diese Notwenigkeit nicht herum, doch nur jede tausendste Spritze vermittelt eine todbringende Kapsel. Zwischen dem achtzehnten und fünfundzwanzigsten Geburtstag platzt die Kapsel auf und tötet die betroffene Person sofort und schmerzlos. 24 Stunden vor dem Eintreffen des Todes überbringen speziell ausgebildete Todesboten dem Opfer ein so genanntes Ikigami, einen Todesbescheid. Der junge Fujimoto ist einer dieser Boten und muss sich mit den Gefühlen und Reaktionen der Todgeweihten auseinandersetzen.

Liebesgrüße aus Tokyo

Ikigami: Der Todesbote erzählt durchweg Fujimotos Geschichte, doch vorwiegend werden die Erlebnisse der unfreiwillig zum Tode verurteilten Personen und deren Angehörige erzählt. So berichtet der Film unter anderem von zwei Freunden, die einst gemeinsam auf offener Straße musizierten, doch von einer kapitalistischen Plattenfirma entzweit werden. Wir erleben außerdem die traurige Leidensgeschichte des Sohnes einer Wahlkampfkandidaten der konservativen Partei, welcher erst Suizid begehen möchte, dann aber von seinem Bescheid erfährt und das Problem mit Gewalt lösen möchte. Zu guter Letzt sei die unbeirrbare Liebe eines Bruders zu seiner blinden Schwester genannt, die vom Todesbescheid getrübt wird, aber dennoch liebevoll und gefühlsbetont an die Zuschauer nähergebracht wird. Alle Geschichten beeinflussen Fujimoto, der mehr und mehr am System zweifelt.

Leben ohne Menschenrechte

Meinungsfreiheit wird im fiktiven Japan in Ikigami: Der Todesbote kleingeschrieben. Jeder Mensch, der etwas am System auszusetzen hat und seine Meinung offen kundtut, wird ruhig gestellt, als Gedankenverbrecher verhaftet und für Jahre ins Gefängnis gesteckt. Regisseur Tomoyuki Takamoto hat es vortrefflich geschafft, eine depressive, funktionierende Welt zu schaffen, die jeden Zuschauer zum Denken anregt. Sicherlich hat das totalitäre System seine Vor- und Nachteile, doch würde es zu viele grundlegende Gesetze außer Kraft setzen und die Würde eines jeden Menschen verletzen. Ikigami: Der Todesbote zeigt jene Welt, die sich nicht gegen ein solches System gewehrt hat. Obwohl die Handlung auf manche Zuschauer befremdlich wirken wird, akzeptiert man sie bereits nach wenigen Minuten und kann ihr der gesamten Spieldauer von circa 135 Minuten jederzeit sehr gut folgen.

Japanische Filmkunst

Wie anfangs bereits erwähnt, ist der Film in Deutschland zwar auf DVD erhältlich, doch eine deutschsprachige Tonspur suchen wir vergebens. Die Manga-Verfilmung ist ausschließlich im japanischen Originalton auf dem Datenträger enthalten. Deutsche Untertitel werden jederzeit unterlegt und konnten auf unserem Testgerät (leider) nicht deaktiviert werden. Das Bild wirkt durchweg frisch und ist im zukunftssicheren 16:9-Format gehalten. Zusätzlich zum Film sind auf der DVD drei kurze Specials zu finden, die in einer Gesamtlaufzeit von circa fünfzehn Minuten Informationshappen über die Welt von Ikigami: Der Todesbote verlauten lassen. Es sind außerdem kurze Interviews mit den Darstellern inbegriffen, die sich darauf beziehen, was sie machen würden, wenn sie einen Todesbescheid bekämen. Leider ist das Bonusmaterial in Anbetracht des wirklich guten Films schwach ausgefallen. Fans des Manga und aus Japan stammenden Filmen kommen um Ikigami: Der Todesbote definitiv nicht herum.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Als ich das Rezensionsexemplar zu Ikigami: Der Todesbote endlich in Händen hielt, traute ich anfangs meinen Augen nicht. Der Film ist nur auf Japanisch auf dem Datenträger enthalten. Nachdem ich den Streifen aber nun gesehen habe, wird mir bewusst, dass man den Film mit einer deutschen Synchronisierung womöglich verstümmelt hätte. Die japanischen Darsteller wie Shota Matsuda, Takayuki Yamada oder Takashi Tsukamoto verkörpern ihre Rollen so gut, dass es schwierig wäre, passende deutsche Sprecher zu finden. Die Untertitel haben mir dann auch ausgereicht, damit ich der Handlung folgen konnte. Traurig-schöne Geschichten haben Ikigami: Der Todesbote zu einem Genuss gemacht, denn selten habe ich in einem Film gesehen, dass sich mehrere Handlungsstränge so gut auf eine einzelne Figur (Fujimoto) ausgewirkt haben. Schnell habe ich mich in einer fiktiven Welt verloren, wo – für uns unnötige – Todbescheide einzig allein der Prosperität des Landes dienen. Das totalitäre System funktioniert in Ikigami: Der Todesbote sehr, sehr gut, doch glaub ich nicht, dass ich in so einer Welt leben möchte. Es ist wichtig, dass es auch weiterhin Filme wie diesen geben wird, welche uns die Problematik vor Augen halten – ansonsten könnte unsere Realität schnell zu Science-Fiction verkommen!

Vielen Dank an Anime Virtual für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Ikigami: Der Todesbote!

Partner: Two Worlds II (Review, Gameplay-Video)

Gestern haben wir euch nach einer längeren Testphase unser Review zu Two Worlds II vorgestellt. Unsere Partnerseite Flying Toads hat vor einigen Wochen bereits ihr Review online zur Schau gestellt – und zwar in Form eines SMS-Test, eines Gameplay-Video und einem kompletten Review in Textform. Wenn euch unser Review und Unboxing-Video Lust auf mehr gemacht hat, möchten wir euch doch auch die Reviews von Björn und Florent ans Herz legen. Wir wünschen euch gute Unterhaltung!

Prime Time: Two Worlds II (Royal Edition) Unboxing

Nachdem heute um achtzehn Uhr unser langersehntes Review zu Two Worlds II auf unserer Seite endlich online ging, folgt heute ebenfalls eine neue Prime-Time-Ausgabe. Heute stellen wir euch die Royal Edition von Two Worlds II samt Inhalt vor. Dabei wünschen wir euch wie immer gute Unterhaltung!

Kommentiert diesen Beitrag oder diskutiert mit uns darüber im NextGen-Forum!

Review: Two Worlds II

Mehr als drei Jahre ist es nun schon her, seit Rollenspieler in die Haut eines namenlosen Helden schlüpfen und die Fantasy-Welt Antaloor unsicher machen durften. Wir erinnern uns an das Ende des ersten Teils. Nach wochenlanger Suche befreiten wir unsere Schwester Kyra aus den Klauen des durchtriebenen Gandohars – oder machten mit dem Feind gemeinsame Sache. Im Grunde ist das auch egal, denn Two Worlds II beginnen wir unabhängig unserer Entscheidung vom Vorgänger in Ketten. Gandohar hat sich inzwischen zum Herrscher von Antaloor aufgespielt – wenn das mal keine rosigen Zeiten für ein neues Rollenspiel sind!

Gefangene haben es nicht leicht. Sie werden mindergut behandelt, müssen sich ständigen Verhören aussetzen und haben in Rollenspielen meist keine Zukunftsaussichten. Das ändert sich für den namenlosen Helden von Two Worlds II, als eine Gruppe von Orks in die Kerker von Vahkmaar stolpert und unseren Alter Ego kurzerhand befreien möchte. Da wir ohnehin nichts Besseres vorhaben, schließen wir uns der munteren Truppe an. Gemeinsam mit Orkfrau Dar Pha schleichen wir durch die Korridore bis wir in Gandohars Privatbibliothek stranden. Um das weitere Vorgehen zu sichern, sollen wir nach einem Schalter Ausschau halten, der einen versteckten Durchgang preisgeben möchte. Anschließend dürfen wir auf einem Balken balancierend den pompösen Thronsaal durchqueren. Mittlerweile haben die Wachen unseren Ausbruch bemerkt, wie wir am Geschehen am Boden des riesigen Raumes mitbekommen. Gandohar hat jedoch bereits andere Pläne und überträgt die Aufgabe uns aufzuhalten seinem Untergebenen Sordahon. Wir sputen uns, um noch rechtzeitig aus dem Gemäuer zu fliehen.

Flucht mit Hindernissen

In der Eingangshalle werden wir von Sordahon aufgehalten, doch glücklicherweise taucht in diesem Moment Ork Rogdor auf und liefert sich mit Gandohars Diener einen fulminanten Schwertkampf, der in Form einer Zwischensequenz über den Bildschirm flimmert. Rogdor siegt über den Fiesling, doch Bogenschützen attackieren uns plötzlich aus der Ferne. Gut, dass Magier Ghotarius nützliche Feuerbälle in petto hat, um den Feinden ordentlich einzuheizen. Durch ein magisches Portal ermöglicht der Zauberer der Gruppe die Flucht. In einem Moment der Unachtsamkeit wird Ghotarius jedoch von einem Pfeil getroffen und schließt den Teleport wenige Augenblicke bevor Dar Pha samt unserem Helden hindurch schreiten können. Schnell verschwinden die Gefährten ins Kellergewölbe, wo sie plötzlich durch eine Gittertür getrennt werden. Dar Pha reicht uns einige Dietriche, mit welchen wir eine andere Tür in Form eines Minispiels öffnen können. Nachdem wir einen überfluteten Raum schwimmend durchqueren, finden wir den Weg zu Dar Pha zurück. In der Alchemiebibliothek soll es einen Teleport aus Vahkmaar geben, welchen die orkische Frau aktivieren kann. Wir bewaffnen uns mit einem Knüppel und wehren die eintreffende Wachenkolonne ab. Inzwischen ist der Teleport zur Benutzung frei gegeben und alsbald sehen wir das Tageslicht wieder.

Erste Schritt in Antaloor

Nun befinden wir uns auf der Insel Alsorna, doch für einen Strandurlaub bleibt keine Zeit. Dar Pha ist sehr erschöpft und benötigt Hilfe. Verlaufen können wir uns nicht, denn einerseits wird unser nächstes Ziel jederzeit auf der Übersichtskarte markiert und andererseits werden wir zu Beginn noch auf den Pfad zurückgeführt, sofern wir ihn verlassen sollten. In kleinen Aufgaben gut verpackt, bringt uns Two Worlds II die Steuerung bei. So schleichen wir uns an die nächsten Gegner wie ein Sam Fisher heran und stechen sie kurzerhand von hinten ab. Sobald wir Hilfe für Dar Pha besorgt haben, erlernen wir auf der Insel außerdem noch den Umgang mit Bogen und das Einsetzen von Magie. Nachdem wir die Grundlagen des Spiels verinnerlicht haben, werden wir der Prophetin Cassara vorgestellt. Sie erzählt uns, dass wir viele Jahre im Gefängnis verharren mussten und dass die Gottheit Aziraal Besitz von unserer Schwester ergreift. An dieser Stelle fällt uns ein, dass unser Schwesterherz noch in Gandohars Burg verweilt. Unsere nächsten Schritte dürften klar sein: Möglichst schnell stärker werden und unsere Schwester ein zweites Mal aus den Klauen Gandohars befreien!

Vielfältige Inselwelt

Während unserer Gefangenschaft hat sich Antaloor stark verändert. Wir befinden uns nun nicht mehr in einem großen Reich, welches durch einen Fluss in zwei Hälften geteilt wird, sondern auf einer Welt voller Inseln, die unterschiedlicher nicht ausfallen könnten. Da hätten wir sonnige Savannen, asiatische Berglänger, dunkle Gebirgsketten und stinkende Sümpfe. Vielseitigkeit wird in Two Worlds II groß geschrieben, denn für jede Landschaft haben sich die Entwickler auch andere Monstertypen ausgedacht. Sind wir in der Savanne unterwegs, treffen wir vermehrt auf Nashörner, Strauße und die hundeköpfigen Varn. Später kämpfen wir dann gegen bösartige Dämonen oder prügeln auf fliegende Gargoyles ein. Zur Bekämpfung stehen uns sehr viele Waffen zur Verfügung. Anders als im ersten Teil, wo wir gleichwertige Schwerter übereinander stapeln konnten, müssen wir die Klingen in Two Worlds II erst einmal in ihre Einzelteile zerlegen, damit wir sie anschließend jederzeit neu schmieden oder sogar mit Edelsteinen verzieren können. Gleiches funktioniert neben allen Waffen auch mit Rüstungen oder Helmen, die ebenfalls zahlreich in Two Worlds II vertreten sind.

Zeitintensive Inventarfummelei

Obwohl das System anfangs logisch klingt, ist es nach einigen Stunden nur noch mühselig. Es ist einfach nervig, wenn wir (abhängig von unserer maximalen Traglast) dreißig, vierzig Gegenstände einzeln auseinandernehmen müssen. Gegenstände ablegen oder verkaufen fällt im Übrigen gleich aus, die Zeitersparnis ist gleich null. Wenn selbst in älteren Rollenspielen das Selektieren mehrer (identischer) Gegenstände gleichzeitig möglich ist, fragen wir uns in der Tat, warum sich die Entwickler kein intuitiveres System einfallen haben lassen. Möchten wir Heiltränke herstellen wollen, was früher oder später definitiv der Fall sein wird, müssen wir ebenfalls mit einer zeitintensiven Arbeit rechnen. Immerhin dürfen Rezepte gespeichert werden, was den Zeitaufwand zumindest etwas schmälert. Das Einsetzen erstellter Objekte im Kampf funktioniert einfacher und schneller. Sobald das Menü aufgerufen wird, pausiert die Auseinandersetzung unverzüglich. Waffen und Rüstungen können sofort gewechselt und Gegenstände auf der Stelle eingesetzt werden. Einzig allein die Übersicht des Inventars leidet nach dem mehrfachen Plündern von Truhen oder besiegten Gegnern merklich.

Zweischneidiges Skill-System

Erlegte Feinde bedeuten in Two Worlds II selbstverständlich Erfahrungspunkte. Sammeln wir genug Erfahrungspunkte, steigen wir eine Stufe auf. Für jede neu erreichte Stufe dürfen wir Attribute wie Stärke oder Durchhaltevermögen steigern. Außerdem erhalten wir Skill-Punkte, die auf bereits erlernte Fähigkeiten verteilt werden dürfen. Schleichen, Meuchelmord oder gar neue Angriffsmuster können auf diesem Weg verbessert werden. Vorausgesetzt wir haben in der Welt von Two Worlds II bereits das passende Skill-Buch gefunden oder gekauft, damit wir die Fähigkeit nach dem Lesen erlernt haben. Somit verhindert die Spielmechanik anfangs zu starke Helden, doch unaufmerksame Spieler dadurch vielleicht nicht ihre gewünschten Wunsch-Skills erlernen können und ihren Helden anders entwickeln müssen. Das Spiel bleibt aber auf jeden Fall und zu jederzeit lösbar. Notfalls muss man einfach mehr Kämpfe bestreiten, um die nötigen Skill-Punkte zu erlangen. Diese erhalten wir in wenigen Fällen auch für einfache Aufgaben, wie dem Aktivieren von Teleport-Plattformen, dem Öffnen eines Schlosses oder dem Töten eines Gegners.

Sperrig, aber unterhaltend

An vielen Stellen ist Two Worlds II sperrig. In vielen anderen Rollenspielen haben wir bereits bessere Umsetzungen diverser Gameplay-Elemente gesehen. Trotzdem macht das Spiel Spaß, denn die Kämpfe gehen flott von der Hand, die Spielwelt ist schön anzusehen, abwechslungsreich und kulturell gestaltet, der Soundtrack unterlegt das Geschehen jederzeit sehr, sehr gut und einige der Nebenaufgaben erzählen fantastische Geschichte. Auch die Synchronisation ist eine der besten, die es in den letzten Jahren in Rollenspielen zuhören gab. Synchronstimmen bekannt aus Stargate: Kommando SG-1, Dr. House, Lost, James Bond und Co. fliegen einem regelrecht um die Ohren. Einziger Wermutstropfen dabei ist, dass sich die Sprecher zu oft wiederholen. Obwohl Two Worlds II verdammt stark anfängt, verramscht die Handlung bereits nach kurzer Spielzeit zu einer Aneinanderreihung von (oft in Kämpfen endenden) Aufgaben. Auch das furiose Finale kann nicht überzeugen, da es fast gänzlich ohne Dialoge auskommt und zu viel Spielraum zum Interpretieren lässt. Wer allerdings bereits den ersten Teil durchgespielt hat, wird auch mit dem zweiten Teil mehr als nur zufrieden sein. Wenn man bedenkt, dass Two Worlds II derzeit keine ernstzunehmende Konkurrenz (Arcania: Gothic 4) hat, kann man sein Geld in 25 Stunden Solo-Spielzeit nicht besser investieren. Wer dann noch Lust hat, darf auch online weitere Abenteuer erleben.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung, Version 1.1): Von PC-Fantasy-Rollenspielen bin ich schon seit einigen Jahren enttäuscht. Das Regelwerk von Das Schwarze Auge: Drakensang ist mir zu komplex und Arcania: Gothic 4 erfüllt nicht meine persönlichen Ansprüche an ein Rollenspiel. Nur wenige Titel wie The Witcher (Enhanced Edition) konnten mich in den letzten Jahren vollends überzeugen. Two Worlds II kann es mit diesem Projekt zwar nicht aufnehmen, doch ist es meilenweit von einem schlechten Spiel entfernt. Es sind nur die kleinen Fehler am Spiel, die mich wirklich stören. Das Inventar ist unnötig umständlich ausgefallen und die Handlung kann sich auch nicht so wirklich entfalten. Da habe ich doch teilweise den Vorgänger lieber gespielt, auch wenn dieser in der Ursprungsfassung auch den einen oder anderen Fehler beinhaltete. Zwei Quests ließen sich bei mir übrigens überhaupt nicht lösen. Einmal war ein Nichtspielercharakter unsterblich und dann versperrte eine Tür meinem Gefährten und meiner Wenigkeit den Weg. Ein Glück, dass Konsolenbefehle Abhilfe schaffen konnten. Trotzdem mehr als ärgerlich! Als TV-Serienjunkie freue ich mich dafür aber wieder einmal über die exzellente Synchronisation. Die deutschen Sprecher von Daniel Craig, Willem Defoe, Josh Holloway und Christopher Judge können mich jedes Mal aufs Neue überzeugen, leider wiederholen sie sich dann doch merklich viel zu oft. Wenn ich die negativen Merkmale des Spiels zusammenrechne, bleibt unterm Strich trotzdem noch ein gutes Spiel übrig. Dennoch hoffe ich auf Patches, welche die letzten Fehler des Spiels wettmacht. Dann werde ich es mit Sicherheit auch noch ein zweites Mal durchspielen.

Vielen Dank an Zuxxez für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Two Worlds II!

Umfrage-Ergebnis: Heftige Galaxie!

Am ersten Januar starteten wir unsere Umfrage zur Wahl der besten Spiele des Jahres 2010. Die Befragung wurde in zwei Schritten durchgeführt, denn neben dem besten Wii-Spiel haben wir auch das beste NextGen-Spiel unserer Leser herausgefunden. Während Ghostbusters: The Video Game keine Stimme bekam, erreichten Arcania: Gothic 4, Castlevania: Lords of Shadow und Fable III jeweils fünf Prozent aller Stimmen. Ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich Heavy Rain und Red Dead Redemption. Beide Spiele stachen aus der Menge hervor. Red Dead Redemption konnte satte vierzig Prozent für sich verbuchen, doch wurde es schlussendlich von Heavy Rain mit umwerfenden 45% aller Stimmen überboten. An dieser Stelle gratulieren wir Sony und Quantic Dream für den Sieg mit einem Spiel, dass man auch als interaktiven Film „ansehen“ kann. Herzlichen Glückwunsch!

Die Entscheidung des besten Wii-Spiels fiel eindeutig aus, auch wenn einige der Spiele trotz allem ihre Fans gefunden haben. Die 25-Jahre-Jubiläumsedition von Super Mario All-Stars konnte in unserer Umfrage leider keine einzige Stimme erreichen. In Anbetracht der zeitlich neueren Spiele ist dies auch nicht sehr verwunderlich. Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn, Muramasa: The Demon Blade, No More Heroes 2: Desperate Struggle und Wii Party erzielten bei der Befragung jeweils fünf Prozent. Disney Mick Epic erreichte 15%, dicht gefolgt von Donkey Kong Country Returns mit 20% aller Stimmen. Verwunderlich ist es nicht, dass Nintendo mit Super Mario Galaxy 2 die restlichen 45% einheimsen konnte. Der japanische Konzern hat bewiesen, dass sie weitere wunderbare Spielideen in petto haben und wohl auch noch in zwanzig Jahren wundervolle Super-Mario-Spiele herbei zaubern können. Herzlichen Glückwunsch und ein großes Dankeschön an Nintendo für viele wunderbare Spielstunden!

Abschließend bedanken wir uns noch bei allen Teilnehmern, welche das Ergebnis unserer Umfrage überhaupt erst möglich gemacht haben. Wir hoffen sehr, dass ihr Spaß beim Wählen der besten Spiele des Jahres 2010 hattet und freuen uns auf eure weiteren Besuche, inklusive Kommentare und Bewertungen zu unseren vielseitigen Artikeln. Danke!

Review: Summer Wars

In Zeiten des Internets und sozialen Netzwerken finden zwischenmenschliche Interaktionen vermehrt nur noch virtuell statt. Anders als ins Geschäft zum Einkaufen zu fahren, bestellen wir die gewünschten Artikel einfach online. Selbst die Partnersuche stellt theoretisch keinerlei Probleme dar, wie uns Dating-Portale mitteilen möchten. Kenji Koiso, der Protagonist von Summer Wars, lebt ebenfalls in einer technisch ausgereiften Welt und muss am eigenen Leib erleben, dass das Internet ebenso unsicher wie das wahre Leben ist.

Kenji und sein bester Freund Takashi Sakuma gehen gemeinsam in die zweite Stufe der Kuonji-Oberschule in Tokyo. Als der Sommer hereinbricht, haben beide bereits einen Job für die Ferien gesucht. Als Aushilfe unterstützen sie die Systeminspektion und –wartung von OZ, einem gigantischen Online-Netzwerk. Plötzlich stürmt ihre Freundin Natsuki Shinohara ins Zimmer und bittet die beiden um Hilfe. Angeblich benötigt sie einen der beiden Jungs für ein paar kleinere Aufgaben auf dem Land bei ihrer großen Familie. Kenji willigt nach kurzem Zögern ein. Am nächsten Tag fahren die beiden mit dem Zug aufs Land. Angekommen bei Natsukis Familie, gibt die Oberschülerin Kenji als ihren Freund aus. Die Familie ist wie Kenji ebenfalls überrascht. Der Grund ist schnell gefunden: Natsukis Großmutter ist bereits sehr alt und gesundheitlich angeschlagen. Natsuki möchte nur, dass ihre Großmutter glücklich ist. Kenji ist mit der gegenwärtigen Situation zwar nicht wirklich einverstanden, doch verspricht er bei der Scharade mitzuspielen.

Zusammenbruch eines Netzwerks

Kurz nachdem sich das frischverliebte „Paar“ auf dem Land eingelebt hat, geschieht in der ersten Nacht etwas Seltsames. Kenji erhält eine Kurznachricht auf seinem Mobiltelefon, in der eine sehr lange Zahlenreihenfolge zu finden ist. Das Mathe-Genie setzt sich an die Lösung des Codes, was ihm am nächsten Tag zum Verhängnis werden soll. Das Online-Netzwerk OZ wurde laut den Fernsehnachrichten von einem Jugendlichen gehackt. Wie das in einer großen Familie so ist, kann man sich selten aus dem Weg gehen. Fortan wird Kenji nicht mehr als der perfekte Freund von Natsuki, sondern teilweise schon als Schwerverbrecher angesehen. Währendessen macht sich in OZ ein Virus breit, welches mehr und mehr Zugriff auf die reale Welt erhält. Die öffentliche Infrastruktur bricht stellenweise zusammen, Verkehrsleitsysteme geben nur noch falsche Daten aus und eine Sonde droht auf ein Atomkraftwerk zu stürzen. Ein Wettlauf gegen die Zeit steht Kenji und dem Rest aller OZ-Benutzer bevor. Diesen Sommer wird wohl niemand mehr vergessen können.

Leben ohne Internet ist (nicht) vorstellbar

Summer Wars ist ein Anime, der zum Denken anregt. Wenn wir ehrlich zu uns sind, müssen wir klar erkennen, dass das Internet ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens geworden ist. In sozialen Netzwerken lernen wir neue Freunde kennen und in Online-Rollenspielen lassen wir der Fantasie freien Lauf und bekämpfen gemeinsam mit anderen Spielern das Böse. Dieses Phänomen wirkt sich auf manche Personen leider negativ aus und wird aus diesem Grund von diversen Regierungen aufgrund unterschiedlicher Ursachen nicht toleriert. Für einen Großteil der menschlichen Bevölkerung hat sich durch das Internet viel geändert und viele werden die Änderungen auch nur bemerken, wenn es plötzlich nicht mehr da ist. Doch Summer Wars ist deutlich tiefgründiger. Der Film zeigt uns, was im schlimmsten Falle passieren kann, wenn Benutzerdaten in falsche Hände geraten oder gehackt werden. 1997 und 1999 haben die Vereinigten Staaten von Amerika zwei Versuche durchgeführt um zu beweisen, dass Cyber-Terrorismus möglich ist. Notrufsysteme wurden zerstört und Energieversorgungssysteme lahmgelegt. Summer Wars möchte überspitzt ausdrücken, dass wir in einer gefährlichen Welt leben – auch wenn im Anime keine Menschenleben gefordert wurden.

Drei wertvolle Eigenschaften

Des Weiteren beruht der Film auf den Tatsachen, dass Freundschaften nicht mehr vor der Haustür, sondern in den Weiten des Internets geschlossen werden. OZ orientiert sich am japanischen Facebook-Pendant Mixi, welches zu Produktionszeiten von Summer Wars circa 24 Millionen Mitglieder aufwies. Außerdem erscheint OZ wie eine virtuelle Welt, wie man sie aus Spielen wie „Second Life“ her kennt. Ein weiterer Bestandteil der Entwicklung zu OZ sei wohl die Videospielkonsole Wii gewesen, wie wir dem Booklet entnehmen können. Das man zusammen vor dem Bildschirm sitzt und gemeinsam ein Videospiel spielt, wird besonders gegen Ende des Films mehr als deutlich. Alle drei Grundideen setzten OZ nach und nach zusammen, um dem Anime den notwendigen Touch einer virtuellen Welt zu verleihen. Bis auf das man die Anzahl der weltweiten OZ-Nutzerkonten während des Films immer mal wieder durcheinander schmeißt, sind uns keinerlei Fehler aufgefallen die an der durchgehend guten Atmosphäre kratzen. Optisch wirkt der Anime sehr schön und an einigen Stellen auch sehr detailreich. Präsentiert wird der Anime im angenehmen 16:9-Format. Musikalisch hält sich der Film überwiegend im Hintergrund, doch bei Szenen wo akustische Klänge mehr als notwendig sind, erstrahlt die gut komponierte Musik in einem unvergesslichen Glanz.

Ein Meisterwerk unter den Animes

Die deutschen Synchronsprecher wurden so gut wie für jede Figur passend ausgewählt. Neben der deutschen und original-japanischen Sprachausgabe, befindet sich auch die italienische Synchronisierung auf dem Datenträger. Untertitel liegen allerdings nur in deutschen, polnischen und italienischen Texten vor. Die auf der Packungsrückseite angegebene Laufzeit von 114 Minuten können wir nach unserer ausgiebigen Testphase nur bestätigen, genau so wie die angegebene Laufzeit von 60 Minuten für das Bonusmaterial. Hier sei allerdings erwähnt, dass sich ein Storyboard mit der auf der Bonus-Disc befindet, welches parallel zum Film (allerdings nur in japanischer Sprache) läuft und somit für Fans weitere 114 Minuten Unterhaltung garantiert. Auf der zweiten DVD finden wir interessante Interviews mit dem Regisseur, sowie teils in der Anime-Szene neuen Synchronsprechern. Während der Regisseur viele Verbindungen zum Anime Das Mädchen das durch die Zeit sprang aufzählt, erzählen die Synchronsprecher von der neuen Erfahrung, die sie durch die Tonaufnahmen von Summer Wars gewonnen haben. Außerdem liegt der Deluxe-Edition neben fünf runden Stickern ein  vielseitiges Booklet mit vielen Informationen über den Film bei. Regisseur Mamoru Hosoda hat mit Summer Wars ein Meisterwerk geschaffen, welches aktuelle Geschehnisse gekonnt in Szene setzt und zum mehrfachen Nachdenken anregt. Wir meinen: Unbedingt zugreifen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (Basierend auf der DVD-Deluxe-Edition des Films): Als ich im letzten Jahr die Trailer diverser Animes auf der DVD zu Professor Layton und die ewige Diva gesehen habe, gewann Summer Wars meine Aufmerksamkeit. Der Trailer war gekonnt in Szene gesetzt und weckte mehr als nur meine Neugier. Als langjähriger Fan von Facebook, wollte ich mir unbedingt ansehen, welche Auswirkungen Datendiebstahl haben kann. Sicherlich kann man sich im Internet dutzende Berichte über Cyberterrorismus anschauen, doch wollte ich diese Thematik gerne aus der Sicht eines Japaners kennenlernen – und da liegt es nahe, sich einen Anime zum Thema anzuschauen. Summer Wars hat mich von der ersten Minute an überzeugt. Das virtuelle Netzwerk OZ wirkt für Europäer vermutlich befremdlich, doch wenn man sich mit der schrillen Pop-Kultur Japans anfreundet, kann man schnell mit der optischen Ansicht leben. Obwohl der Film immer wieder auf die virtuelle Welt und dessen Auswirkungen auf die Realität anspielt, überzeugen mich auch die zwischenmenschlichen Beziehungen von Natsukis Familie. Egal ob ich mir die Großmutter, welche das Oberhaupt der Familie einnimmt oder auch den uneheliche Sohn, der aus Amerika zurückkehrt ansehe – alle Charaktere besitzen eine einzigartige Persönlichkeit. Recht oberflächlicher Humor, der Zusammenhalt einer wahnsinnig großen Familie und eine gewisse Portion Dramaturgie machen meiner Meinung nach in nur wenigen Animes eine bessere Figur. Ich bin schon sehr gespannt, welchen Geniestreich sich Mamoru Hosoda für sein nächstes Werk ausdenken wird.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsxemplars!

We want you for the G.G. Team!

Hochgeschätzte Gameplay Gamers-Leser,

unsere Internetpräsenz hat sich in den letzten Monaten kontinuierlich vergrößert und in einigen Punkten auch verbessert. Nach mehr als einem halben Jahr der virtuellen Existenz suchen wir derzeit nach Verstärkung. Wir möchten möglichst alle Bereiche in der Welt der Videospiele abdecken. Derzeit sind wir besonders an Leuten interessiert, die über genügend  Erfahrung mit der PlayStation 3, der PlayStation Portable, der Xbox 360 und auch Retro-Spielen verfügen.

Wenn ihr die deutsche Sprache beherrscht, eine flüssige Schreibe vorweisen könnt, nach Möglichkeit volljährig seid und auch genügend Motivation mitbringt, seid ihr für unser Team wie geschaffen. Wenn ihr unserem Team beitreten möchtet, meldet euch bitte unter dieser E-Mail-Adresse. Fügt der Bewerbung bitte direkt ein paar Schreibproben bei. Wenn ihr offene Fragen habt, dürft ihr euch jederzeit an uns wenden. Wir freuen uns auf eure E-Mails!

Eric Ebelt & Thomas Enders

News: Der Nintendo 3DS kommt nach Europa!

Videospieler werden in diesem Jahr zumindest mit einer neuen Konsole rechnen dürfen. Seit längerem ist bekannt, dass Nintendo an der Nachfolger-Konsole des Nintendo DS arbeitet. Der so genannte Nintendo 3DS wurde zwar bereits letzten Sommer der Öffentlichkeit vorgestellt, doch waren Informationen Mangelware. Heute wurden in Amsterdam und New York City Pressekonferenzen abgehalten. Neben der Zusammenarbeit mit namhaften Firmen wie Eurosport und Aardman Animations, wurde auch der Launch-Termin des neuen Handhelds genannt. Der Nintendo 3DS wird demnach am 25. März 2011 in Europa auf den Markt kommen. Der japanische Konzern möchte möglichst viele Käufer erreichen, hieß es. Während Amerikaner bereits einen Preis für die neue Konsole mitgeteilt bekommen haben, hüllt sich Nintendo of Europa in Schweigen. In den USA werden Interessierte für 250 US-Dollar zur Kasse gebeten werden. Böse Zungen behaupten, dass Nintendo das Gerät für einen Preis von ungefähr 250 Euro auf den europäischen Markt bringen möchte. Ob sich diese Gerüchte bewahrheiten, erfahren wir spätestens zum Release der Konsole am 25. März 2011.

Erics Meinung: Seit ich den Nintendo 3DS das letzte Mal auf der Gamescom 2010 in Köln in der Hand hielt, möchte ich endlich mit dem neuen Handheld spielen. Titel wie Street Fighter IV: 3DS-Edition und Kid Icarus: Uprising interessieren mich sehr. Allerdings bin ich derzeit nicht sehr gut auf den Preis zu sprechen. Ich soll für einen Handheld genau so viel bezahlen, wie für eine stationäre Konsole mit überlegener Technik? Nintendo muss bis zum 25. März weitere Argumente, wie einen akzeptablen Preis nachliefern, damit ich zugreifen werde.

Saschas Meinung: Endlich haben wir einen Termin auf den wir uns freuen dürfen. Allerdings muss ich doch sagen, dass der Preis von 250 Euro sehr hoch angesetzt ist. Hoffen wir mal das es nicht zur harten Realität wird. Einen Preis von 199-219 Euro finde ich wesentlich angemessener. Größter Pluspunkt bisher ist aber die Abschaffung der Freundescodes, denn künftig sind alle Spiele nur noch an einen einzigen Code gebunden.

Neue Partnerseite: Flying Toads!

Seit letztem Monat befindet sich Gameplay Gamers in einer Partnerschaft mit Flying Toads. Die noch recht junge Internetpräsenz wird von Björn und Florent erfolgreich vertrieben und liefert seit vielen Wochen regelmäßige Updates. Hauptsächlich konzentrieren sich die Jungs auf das Schreiben von Reviews und dem Produzieren von interessanten, sowie informativen Videos. Aus der Masse heraus sticht Flying Toads mit einem innovativen System. Bevor sie sich an ein Review setzen, werden die Leser befragt, ob sie den Testbericht in einem ausführlichen Testbericht oder in der Länge einer SMS lesen möchten. Die Vorstellung in Form eines Videos ist ebenfalls möglich. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr Flying Toads einen Besuch abstatten und sie als unsere Partnerseite recht herzlich begrüßen möchtet.

Eric Ebelt & Thomas Enders

Review: Golden Sun: Die dunkle Dämmerung

Mehr als sechs Jahre ist es nun schon her, dass Fans der Reihe den zweiten Teil auf dem GameBoy Advance spielen durften. Mitte Dezember erschien nach langer Wartezeit endlich die dritte Episode der Serie. Die Erwartungen der Fans waren hoch, denn anstatt die Handlung nahtlos an den zweiten Teil anzuknüpfen, wagten die Entwickler einen Zeitsprung dreißig Jahre in die Zukunft – inklusive neuer und alter Helden.

Wir schlüpfen zu Beginn des Spiels in die Haut von Matthew. Dieser ist Sohn von Isaac, dem Hauptprotagonisten des ersten Teils. Unterstützt wird er von Kiara, der Tochter des ebenfalls aus dem Erstling bekannten Ivan. Das Spiel beginnt damit, dass Matthews Kumpel Tyrell eine wertvolle Flugmaschine ohne Erlaubnis seines Vaters Garet benutzt und im nahegelegenen Wald am Fuße des Goma-Gebirges abstürzt. Gemeinsam mit Isaac und Garet begeben wir uns auf die Rettungsmission und erlernen dabei die ersten Kniffe, wie wir die aufkommenden Rätsel lösen und die mäßig vorhandenen Zufallskämpfe gewinnen können. Unsere virtuellen Vormünder erklären uns später, dass wir alt genug dafür seien, in die Welt hinausziehen zu können und die Feder eines Rocs für die zerstörte Flugmaschine auftreiben dürfen.

Nichts Halbes und nichts Ganzes

Das klingt nicht sehr spannend und im Grunde ist es das auch nicht. Erst nachdem wir einige Spielstunden hinter uns gebracht haben, kann sich die Handlung langsam entfalten. Maskierte Bösewichter stellen sich uns in den Weg, doch ihr Vorhaben bleibt schleierhaft. Nur langsam erfahren wir etwas über die Motive der Antagonisten. Auf dem Weg durch die mittlerweile dank der Goldenen Sonne veränderten und teils zerstörten Oberwelt treffen wir auf viele alte Gesichter. Bekannte wie den Gelehrte Kraden oder Piratenkapitän Briggs kommen zwar nur am Rande vor, doch tragen sie Teil zur im Spielverlauf immer besser werdenden Geschichte bei. Leider schwächelt die erzählte Handlung zum Ende hin stark. Das liegt vor allem an weiteren Charakteren, die sich unserer Gruppe anschließen. Ihre Persönlichkeiten kommen in Golden Sun: Die dunkle Dämmerung nicht ausreichend zur Geltung. Witzlose, lahme und gestreckte Unterhaltungen sind die Folge.

Schnell gemeisterte Auseinandersetzungen

Immerhin haben die Entwickler am rundenbasierten Kampfsystem gewerkelt. Gingen früher Schläge auf einen bereits besiegten Gegner daneben, wählt der jeweilige Charakter nun ein anderes Ziel für seinen Angriff aus. Während sich uns in den ersten Spielstunden noch recht schwache und sehr einfach zu besiegende Monster in den Weg stellen, dürfen wir uns gegen Ende des Spiels mit deutlich stärkeren Gesellen messen. Unsere Heldentruppe steigt dennoch sehr schnell in ihrem Level auf, was die Auseinandersetzungen schnell zu einer Angriffsorgie verkommen lässt. Dazu beiträgt natürlich die richtig angelegte Ausrüstung, die wir in Dörfern und Städten kaufen, sowie in Dungeons finden können. Waffen verfügen im Übrigen über spezielle Fähigkeiten, aber auch nur, wenn wir sie stetig im Kampf verwenden. Je öfters wir mit Schwertern, Äxten, Keulen oder Bögen angreifen, desto eher erhalten sie Fähigkeiten wie Rundumschläge, Doppelschüsse oder gar elementbasierende Angriffe.

Halbgare Rätselkost vom Feinsten

Magie darf in Golden Sun: Die dunkle Dämmerung ebenfalls nicht fehlen, doch werden die Zauberkräfte im Fantasy-Reich Weyard Psynergy genannt. Psynergy-Kräfte können in- und auch außerhalb der Kämpfe eingesetzt werden. Außerhalb der Konfrontationen mit Feinden haben wir es aber nicht nur mit Heilzaubern zu tun, sondern können auch aktiv die Umgebung verändern. Kleine Pflanzen möchten mit Wachstum sprichwörtlich zum Wachsen gebracht werden. Anschließend können wir an ihnen hinaufklettern und vormals unerreichbare Ebenen erklimmen. Mit der Psynergy Verschieber können wir Steinsäulen verschieben, damit wir anschließend von einer Erhöhung auf die Säule springen und auf diesem Weg neue Plattformen erreichen können, wo die eine oder andere Schatztruhe auf uns warten wird. Später werden auch die Elemente Feuer, Wasser und Wind mit in die nicht selten seichte Rätselkost eingebunden. Wasser kann vereist werden, das Feuer einer Fackel entfacht und Windräder mit Luftstößen in Betrieb genommen werden.

Gut durchdachtes Dschinn-System

An den kuriosesten und öfters auch gut versteckten Orten finden wir Dschinn. Diese Wesen können sich mit den Adepten, sprich jedem unserer maximal acht Helden verbünden. Nach dem Vorgang erhalten unsere Charaktere Statusboni und –mali. Außerdem ist es nur auf diese Weise möglich, neue und mächtigere Psynergy zu erlernen beziehungsweise zu entfachen. Zu Beginn des Spiels schmettern wir beispielsweise lediglich kleinere Felsbrocken auf die Gegner, während wir im späteren Spielverlauf ein ganzes Epizentrum auslösen. Wir sollten allerdings immer darauf achten, dass das Element der Dschinn zum Element des jeweiligen Adepten passt. Die Mischung aus mehreren Erde- und Feuer-Dschinn ermöglicht zwar die Freischaltung gemischter Psynergy-Kräfte, doch bleiben die Status-Eigenschaften auf einem niedrigen Niveau. Außerdem ist es uns möglich die Dschinn auf Abruf zu stellen, damit wir in den Kämpfen mächtige Beschwörungen entfesseln können. Hierbei müssen wir dann allerdings auch bedenken, dass unsere Helden dann etwas schwächer als gewohnt sind. Wir sahen im gesamten Spielverlauf übrigens keine Stelle, wo der Einsatz einer Beschwörung wirklich notwendig wäre.

(Un)gewohnheiten

Optisch erinnert der Titel an die alten beiden Teile, trumpft allerdings mit leicht verbesserten Höhen- und Tiefenverhältnissen auf. Auch hat man versucht, dreidimensionale Objekte in das Spiel zu integrieren. Grundsätzlich hat das auch funktioniert, manche Effekte machen auf uns allerdings einen ungewohnten Eindruck. Eine Grafikrevolution wie auf dem GameBoy Advance ist Golden Sun: Die dunkle Dämmerung allerdings nicht. Auch akustisch müssen wir Abstriche hinnehmen. Vernahmen wir in den ersten beiden Teilen noch relativ viele schöne Ohrwürmer, wurden die wirklich gut komponierten Tracks im dritten Teil auf ein kleines Maß reduziert. Trotzdem passt die musikalische Untermalung jederzeit zum Geschehen. Obwohl die Touchscreen-Steuerung mittels Stylus ansatzweise gut funktioniert und bei Weitem kein Totalausfall ist, können wir allerdings nur die Steuerung über die Tasten jederzeit wärmstens empfehlen. Einzig allein die Menüführung ist suboptimal gelöst. Möchten wir gleich mehrere Gegenstände von einem Charakter zu einem anderen transferieren, möchte das Spiel gerne unsere wertvolle Zeit verschwenden. Das haben wir in anderen Rollenspielen besser in Erinnerung.

Eingeschränkte Spielwelt

Der Auftakt zu Golden Sun. Die dunkle Dämmerung ist zugegeben lahm, doch kann das Spiel in den folgenden dreißig Spielstunden mit einigen Höhe- und Wendepunkten auftrumpfen, wirkt zum Ende hin wieder recht langweilig. Zu viele Charaktere werden in einem zu kurzen Zeitraum eingeführt und nur wenig erklärt, was in einem unbefriedigenden Abschluss endet. Dafür können wir während der Gespräche öfters auf die R- oder L-Taste drücken, um Informationen über Personen oder Orte aufrufen zu können, die im jeweiligen Gespräch besprochen werden. Klasse! Immerhin gehen auch die Kämpfe leicht von der Hand und einige Kopfnüsse bei den Rätseln sind ebenfalls auszumachen, welche Kennern der Reihe aber keine Kopfschmerzen bereiten dürften. Negativ fällt der Titel besonders in einem Punkt auf: Alle paar Spielstunden durchleben die Helden diverse Ereignisse, welche es ihnen unmöglich machen, zu früheren Spielorten zurück zu kehren. Verpassen wir also zu Beginn des Spiels einen Dschinn, können wir ihn kurz vor dem Endkampf nicht nachholen. Diese neumodische Inszenierung finden wir selbst beim größten Teil der Japano-Rollenspiele aus dem letzten Jahrtausend nicht. Wer über die Defizite hinwegsehen kann, wird grundlegend ein gutes Rollenspiel spendiert bekommen. Allerdings empfehlen wir – falls nicht schon geschehen – die ersten beiden Teile nachzuholen, die sind auch heute noch mehr als einen Blick wert!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Als Golden Sun: Die dunkle Dämmerung im vorletzten Jahr auf der E3 in Los Angeles angekündigt wurde, war ich aus sofort dem Häuschen. Viel zu lange habe ich auf den dritten Teil gewartet. Anfangs dachte ich wirklich noch, dass Camelot die Handlung nahtlos an die Geschichte der ersten beiden Teile dran heften würde, doch damit lag ich wohl leider falsch. Stattdessen ließ man ganze dreißig Jahre in der Spielwelt aus und präsentiert neue Helden, welche einerseits die Kinder alten Heroen sind, aber andererseits ähnliche Merkmale aufweisen. Gähn! Trotzdem gab ich dem Spiel eine Chance und wurde schnell belehrt, dass es der Titel in keiner Weise mit den Vorgängern aufnehmen kann. Die Geschichte der alten Helden war spannend, strukturiert erzählt und endete jeweils mit einem spektakulären Cliffhanger. Bei der dritten Episode vermisse ich diese Punkte fast vollkommen. Der Auftakt ist langweilig inszeniert, der Hauptteil bietet schon fast zu viel gehaltvolle Dramaturgie, welche am Ende der Geschichte einfach fehlt. Auch die immer weiter geschlossene Spielwelt stört mich sehr. Möchte ich nochmals zurück in eine der früheren Städte gelangen und einen verpassten Dschinn nachholen, muss ich sofort ein neues Spiel anfangen. Was ursprünglich der Handlung zu Gute kommen sollte, endet in einem Desaster. Immerhin kann ich mich mit einigen optionalen Dungeons inklusive Bossgegnern kurzfristig anderweitig unterhalten. Trotzdem können sich andere Entwickler wie Square Enix eine Scheibe von den Rätseln abschneiden, diese sind – obwohl sie größtenteils einfach und offensichtlich zu lösen sind – gut in das Spiel integriert. Die erhoffte Rollenspielfortsetzung ist es meiner Meinung nach leider nicht geworden.

Umfrage: Die besten Spiele des Jahres 2010

Unser Jahr beginnt mit der Kürung des besten Wii-Spiels, sowie der Ernennung des besten Titels auf einer NextGen-Plattform beziehungsweise auf dem PC. Allerdings listen wir in unserer Umfrage nur jene Titel auf, welche wir im letzten Jahr in Form eines Reviews vorgestellt haben. Dabei ist es egal, ob der Titel bereits ein paar Jährchen auf dem Buckel hat oder erst vor zwei Wochen im Laden erschienen ist. Bitte wählt nun zu allererst euer Wii-Spiel des Jahres 2010 aus:

Jetzt bitten wir euch abschließend auch noch euren Kandidaten auszuwählen, der auf einer der beiden NextGen-Plattformen oder dem PC erschienen ist. Die Auflösung beider Umfragen werden wir in zwei bis drei Wochen auf unserer Internetpräsenz bekanntgeben.

Vielen Dank für die Teilnahme an unseren Umfragen!

Wir wünschen einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr!

Hochgeschätzte Gameplay Gamers-Leser,

in wenigen Stunden beenden wir nicht nur ein erfolgreiches Jahr voller guter Spiele, sondern gleich ein ganzes Jahrzehnt voller Innovationen. Wir haben miterlebt, wie sich der japanische Konzern Sega aus dem Konsolengeschäft zurückzog und nur noch Videospiele produzierte. An dessen Stelle rückte eine amerikanische Firma, die PC-Besitzern schon Jahre zuvor mehr als nur bekannt war. Microsoft setzte mit der Xbox Fuß auf dem Videospielmarkt. Sony baute mit der PlayStation 2 seine Macht weiter aus und Nintendo konnte mit dem Gamecube keinen Blumentopf gewinnen.

Mit Erscheinen des Nintendo DS und der Wii änderte sich allerdings alles. Die Ära der Casual Gamer war geboren und zwei nennenswerte Nachahmer fanden ihren Weg in den Handel, was sogar erst in diesem Jahr der Fall war. Während Sony seinen wohl stärksten Konkurrenten vor ein paar Jahren noch belächelte, brachte der Konzern in diesem Jahr mit PlayStation Move eine technisch verbesserte Version der Wii Remote auf den Markt. Microsoft wollte direkt ohne Controller in den Ring steigen – die wahren Knallertitel blieben jedoch aus.

In diesem Jahr erschienen dafür allerdings genügend andere wichtige Spiele. Heavy Rain bestach mit einer filmähnlichen Gestaltung und Red Dead Redemption verfrachteten die Grand-Theft-Auto-Reihe in den Wilden Westen. Auch Gorilla Donkey Kong fand seinen Weg in die heimischen Wohnzimmer, genauso wie Professor Layton auf deutsche Kinoleinwände. Wir hoffen sehr, dass euch das Jahr 2010 ebenfalls so gut gefallen hat wie uns. Wir freuen uns schon sehr darauf, mit euch den ersten Geburtstag unserer Internetpräsenz zu feiern, doch bis dahin dauert es noch etwas. Einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr wünschen euch

Eric Ebelt & Thomas Enders