Review: Tiger der Todesarena

Tiger der Todesarena (1)Im gleichen Entstehungsjahr wie Wooden Man dreht Wei Lo, in Zusammenarbeit mit Jackie Chan, den Film Tiger der Todesarena. Durchweg ist nicht zu erkennen, womit Regisseur Lo eigentlich abzielen wollte – trotz anfangs geradliniger Handlung und schönen Kampfszenen.

Tiger der Todesarena (2)Zunächst einmal dreht sich die Handlung des Films um einen Dieb, der in das Haus eines reichen Millionärs einbricht, um eine wertvolle Perle zu stehlen. Bei seiner Flucht wird er von einem muskulösen Kraftprotz aufgehalten. Es gesellt sich schon bald eine dritte Figur dazu, die versucht, den beiden die Perle mit List abzunehmen. So wandert die Perle reihum und landet schließlich in den Händen von Mei Xing He. Diesem bringen gerissene Übeltäter an einer Waldlichtung fast schon im Minutentakt Opfergaben dar. Sie sollen niemanden töten und ihm jedes Jahr einen kleinen Schatz bringen, damit sie selbst ein Jahr lang weiterleben dürfen. Plötzlich taucht der Diener eines Adligen auf, der Mei Xing He darum bitten, gegen einen Unsterblichen zu kämpfen. Das weckt natürlich die Neugier von Mei Xing He. Sie reisen gemeinsam durchs feudale China und landen schließlich in den Hallen von Hua Wu Bin. Dieser bittet ihn, seine Frau zu ermorden. Nach einem Unsterblichen klingt das nicht, denn schnell erfahren wir, dass das mit der Unsterblichkeit ein wenig anders gemeint ist. Er leidet innerlich Qualen, denn er wurde von seiner Ehefrau vergiftet. Da sie allerdings auf ihn angewiesen ist, lässt sie ihm jedes Jahr das Gegengift zukommen, um ihn für ihre perfiden Zwecke, über die wir so gut wie nichts erfahren, am Leben zu erhalten. Ganz schön gewitzt!

Verwirrspiel

Tiger der Todesarena (3)Mei Xing He will eine Ausnahme machen, doch genau mit dieser Einwilligung beginnt der Film, eine ungeahnte Wendung zu nehmen, die dermaßen konfus ist, das man sich schon fragt, ob die Synchronisation geschlampt und versucht hat, wichtige Details zu vertuschen. Hua Wu Bins Frau wird von vier großen Kämpfern bewacht, die Mei Xing He allesamt töten muss, um überhaupt zu ihr vorzudringen. Blöd nur, dass Hua Wu Bin auf einmal einen Angriff auf den Helden der Geschichte startet, was dazu führt, dass er von dessen Untertanen in die nächste Stadt gebracht und dort von der örtlichen Polizei in Haft genommen wird. Schlussendlich wird dann auch seine wahre Identität offenbart, über die wir aus Spoiler-Gründen natürlich nichts verraten wollen. Plötzlich und unerwartet eingeführte Figuren wie die seiner Freundin oder eine Dame, für die er zeitweise als Sklave arbeiten muss und zunächst zur Nebensache verkommen, sprechen nicht gerade für ein gut ausgearbeitetes Drehbuch. Was sich Autor Gu Long dabei gedacht hat, verstehen wir beim besten Willen nicht. Verrückter wird es nur, wenn gleich drei Charaktere vermeintlich innerhalb der Handlung sterben und auf einmal wieder in Aktion treten. Auch das Wechseln der Seiten einiger Charaktere innerhalb des Machtgefüges lässt Fragezeichen über unseren Häuptern erscheinen. Leicht verständlich ist der Film nicht!

Film für Nostalgiker

Tiger der Todesarena (4)Warum man sich damals für den deutschen Titel Tiger der Todesarena entschieden hat, ist für uns ebenfalls nicht sonderlich klar. Der englische Titel, The Killer Meteors, hätte man auch in hiesigen Filmen übernehmen können, da so zumindest auf die titelgebenden Waffen von Mei Xing He hingewiesen würde. Diese werden für das Jahr 1976 mit sehr netten Spezialeffekten eingefangen, reißen künstlerisch aber keine Bäume aus. Viel eher gefallen uns da schon die schönen Naturlandschaften Chinas und die Requisiten, die man für Wei Los Werk erstellt hat. Leider hat man versäumt, das Bild des Films für die Blu-ray-Fassung zu überarbeiten. An sehr vielen Stellen bemerkt man Bildverunreinigungen, die störend auffallen. Für Nostalgiker ist das sicherlich nicht schlimm, aber mit der heutigen Technik wäre eine Überarbeitung wirklich wünschenswert gewesen. Die Tonqualität ist zumindest angemessen, aber auch hier hätte man weitere Verbesserungen durchführen können. Wer einen packenden Soundtrack erhofft, wird leider enttäuscht werden. Es gibt nur sehr wenige Musikstücke, die einleitend zu den Szenen gespielt werden. In Tiger der Todesarena wird mehr Wert auf die Dialoge und Soundeffekte, wie das Rauschen eines Wasserfalls oder die obligatorischen Schlaggeräusche beim Aufprall auf den Körper, gelegt. Unterm Strich wartet hier ein recht mittelmäßiger Streifen auf euch!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die frühen Filme mit Jackie Chan sind in meinen Augen sehr gewöhnungsbedürftig. Sie passen noch nicht so recht zu dem Komiker, der er in vielen späteren Filmen wird – und in Tiger der Todesarena wirkt Chan deutlich anders als in den meisten seiner Rollen. Anstatt einen Gutmenschen zu spielen, verkörpert er hier den Bösewicht. Das ist gewöhnungsbedürftig, doch mit seinem charmanten Lächeln, schafft er es, auch diese Rolle irgendwie zu meistern. Warum man den Film allerdings wieder innerhalb der Jackie-Chan-Reihe bei Splendid Film vermarkten muss, ist mir ein Rätsel. Chan hat für den Film zwar anders wie in Tokyo Powerman immer noch eine größere Bedeutung, doch ist er auch hier nur in drei bis vier Szenen des gesamten 105-minütigen Films zu sehen. Yu Wang, der den Helden des Films mit schönen Choreographien ausschmückt, bekommt so nicht den Ruhm, den er eigentlich verdient. Diese beiden Schauspieler sind es auch, welche Tiger der Todesarena gerade noch so retten, denn weder ist die Handlung strukturiert, noch kann sie uns mit ihren zahlreichen Wendungen in der zweiten Filmhälfte, überraschen. Findet man den Film irgendwann auf dem Grabbeltisch, kann man gerne zuschlagen, aber solange sollte man sich als Martial-Arts-Fan nach besseren Streifen umsehen. Die Auswahl ist schließlich groß genug!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tiger der Todesarena!

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