Review: Dragon Ball Super (Vol. 2, Episoden 18–27)

Dragon-Ball-Fans haben in der ersten Volume von Dragon Ball Super nur wenig Neues erlebt, die ersten 18 Folgen basieren im Grunde auf dem Film Dragon Ball Z: Kampf der Götter. Bei der zweiten Volume sieht es sehr ähnlich aus, denn auch hier gab es einen Film als Vorlage.

Ein Großteil der Ereignisse in den gerade einmal zehn Folgen der zweiten Volume von Dragon Ball Super ist dem Film Dragon Ball Z: Resurrection ’F’ entnommen. Wirklich schlimm ist das nicht, da die Story auch in Serienform wunderbar funktioniert, mit ein paar erweiterten Szenen überzeugt und zudem neue Figuren einfügt, die in Resurrection ’F’ nicht aufgetreten sind. So wird die Geschichte in ein wesentlich greifbareres Gesamtpaket gepackt, das inhaltlich sehr wohl überzeugen kann, auch wenn beinharte Fans, die den vierzehnten Dragon-Ball-Z-Film bereits gesehen haben, hier und da etwas gelangweilt von der logischerweise gestreckten Handlung sein dürften. Handlungstechnisch knüpft das zweite Episodenpaket an die Folgen der ersten Volume nahtlos an. Nach langem Flehen und Betteln und Burumas freundlichen Einladungen zum Essen, willigte Uisu schließlich ein, Son Gokū auf Birusus Planeten zusammen mit Bejīta zu trainieren. Das Training gestaltet sich für die beiden kampfeslustigen Saiyajin jedoch ganz anders als sie es erwartet haben. Anstatt sofort neue Kampftechniken zu erlernen, ihre Angriffe zu verfeinern oder ihre Körper zu stählen, sollen sie für Uisu und Birusu die Hausarbeit erfüllen: Unter anderem müssen sie den Rasen mähen und Birusus Bett machen – während dieser darauf schläft und unter keinen Umständen geweckt werden darf.

Alter Feind mit neuer Stärke

Anderorts verlagert sich die Geschichte auf Sorube, den Kommandanten von Furīzas verbleibenden Truppen. Dieser begibt sich mitsamt dem Führungsstab, nachdem er die Bewohner des Planeten Namekku nicht ausfindig machen konnte, auf die Erde. Dort angekommen sammeln sie die sieben irdischen Dragon Balls und lassen den toten Tyrannen wieder auferstehen. Furīza ist sichtlich froh, den Qualen der Heiterkeit in der Hölle entkommen zu sein. Aufgrund dessen, dass Gokū in den letzten Jahren sehr viel mächtigere Feinde wie Majin Bū besiegt hat, begibt sich Furīza auf eine mehrmonatige Reise, um zu trainieren und seine Kampfkraft zu steigern. Anstatt auf dutzende Filler-Episoden zu setzen, überspringt Dragon Ball Super ein paar Monate und setzt kurz darauf mit der Ankunft des Bösewichts auf der Erde ein. Da Gokū und sein ewiger Kontrahent Bejīta Millionen von Lichtjahren entfernt trainieren, ahnen sie nichts von dem, was auf der Erde geschieht. Somit müssen Gokūs Sohn Son Gohan, sein wohl bester Freund Kuririn und sein alter Lehrmeister Muten Rōshi zusammen mit Pikkoro, Tenshinhan und Burumas neuen Freund Jako für die beiden Saiyajin einspringen. Die Lage scheint aufgrund Furīzas neuer Stärke allerdings aussichtslos, sodass Buruma den Entschluss fasst, mit einem Erdbeereisbecher Uisu und Birusu auf den Stand der Dinge aufmerksam zu machen.

Solide Fortsetzung mit bekannten Mängeln

Wie in Resurrection ’F’ funktioniert die Handlung auch in der Serie mit einigen Überraschungen sehr gut. Unter anderem erfährt der Zuschauer etwas mehr über Birusus Familie beziehungsweise dessen Bruder Shanpa. Leider können diese frischen Inhalte nicht über die technische Qualität hinwegtäuschen. Das farbenfrohe Design der Serie weiß zwar zu gefallen, doch an Animationen und einigen Charakterzeichnungen hätte das Animationsstudio nicht sparen dürfen. Ulkigerweise wird diese Kontinuität hier und da unterbrochen, um Rückblenden aus Dragon Ball Z samt der älteren und der damaligen Zeit entsprechend besseren Qualität auf das 16:9-Format hochskaliert unterzubringen. Das geht an einer Stelle sogar so weit, dass ein Flashback aus einer in diesem Episodenpaket enthaltenen Folge eingespielt und die Bildqualität verschlechtert wird, was stilistisch jedoch auch nicht mit den Ausschnitten der Szenen aus den frühen 1990er-Jahren zusammenpasst. Hier bleibt für die Fans also zu nur hoffen, dass die Erfahrung der Köpfe hinter dem Projekt mit den nächsten Episoden wächst. Ansonsten bietet die zweite Volume von Dragon Ball Super nicht mehr und nicht weniger als das Seriendebüt. Das heißt auch, dass es neben einem – aufgrund der halbierten Episodenzahl – wirklich sehr kurzen Episodenguide kein Bonusmaterial gibt. Schade, aber dennoch verschmerzbar.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem die ersten Episoden von Dragon Ball Super ein immerhin noch gutes Seriendebüt aufs Parkett gelegt haben, ist die zweite Volume leider nur gehobener Durchschnitt. Auf jeden Fall weiß die Story zu gefallen, denn auch wer Resurrection ’F’ bereits gesehen hat, kommt an ein paar Stellen in den Genuss einer kleinen Überraschung oder zumindest zusätzlicher Szenen, die vor allem mit lauter Dragon-Ball-Humor und –Charme überzeugen. Negativ fällt hingegen die Qualität der Animationen und einigen Charakterzeichnungen auf, was bereits in den vorherigen Episoden bemängelt wurde. Insbesondere im Vergleich mit den eingespielten Flashbacks aus Dragon Ball Z, die nicht neu animiert worden sind, fällt die etwas schlechtere Qualität deutlich auf. Ebenso ist es schade, dass gerade einmal zehn Episoden in der zweiten Volume vorhanden sind. Da es keinerlei digitales Bonusmaterial und abermals nur ein kurzes und knappes Booklet mit Episodenguide gibt, bleibt von Dragon Ball Super dieses Mal nur ein kleiner Genuss übrig. Bleibt zu hoffen, dass sich die Serie ab der dritten Volume, die dann keine Filmvorlage mehr hat, auf bildtechnischer Ebene deutlich besser entfalten kann.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Super (Vol. 2, Episoden 18–27)!

 

Review: Kirby und das extra magische Garn

Wie allgemein bekannt sein dürfte, sind Spiele des Kirby-Franchises nicht sonderlich schwierig zu meistern. Obwohl die Ursprungsversion von Kirby und das magische Garn auf der Wii ein einfaches Spiel ist, wurde die 3DS-Portierung achteinhalb Jahre nach der Erstveröffentlichung des Titels mit ein paar Herausforderungen positiv angereichert.

An der grundsätzlichen Story hat sich in Kirby und das extra magische Garn nichts verändert: Nach wie vor beginnt das Spiel damit, dass Kirby eines Tages durch das Dream Land schlendert und eine Metamomate aufsaugen möchte, womit er den gemeinen Zauberer Grimmgarn verärgert. Dieser ist wütend und transportiert den kugelrunden Helden durch eine magische Socke in das sogenannte Stoffland. Kurz nach seiner Ankunft trifft Kirby auf Prinz Plüsch. Obwohl er am liebsten sofort zurück nach Hause möchte, hilft er seinem neuen Freund bei dessen Problem, das in mehrere Stücke zerrissene Stoffland zu flicken. Die magischen Fäden, die das Stoffland zusammenhalten, sind nun im Besitz hinterhältiger Kreaturen. Gemeinsam brechen sie auf, um die fiesen Bossgegner wie einen feuerspeienden Drachen, einen riesigen Kraken oder einen kürbisköpfigen Showmaster zu besiegen und dem Stoffland seine altbekannte Form wiederzugeben. Indessen sorgt Grimmgarn im Dream Land für Aufsehen, indem er König Dedede und Meta-Knight konfrontiert, die mit dem Magier Konkurrenz bekommen. Zwar steht das Schicksal zweier Welten auf dem Spiel, die Geschichte, die durch einen deutschsprachigen und sympathischen Erzähler geschildert wird, bleibt jedoch eher verdeckt im Hintergrund. Auch in diesem Spiel aus dem Hause Nintendo zählt zuerst das Gameplay!

Kirby, der Fallschirmspringer

In Kirby und das extra magische Garn können wir auf dem 3DS im Gegensatz zur 2010 veröffentlichten Wii-Version des Spiels gelegentlich Spezialfähigkeiten von Gegnern mopsen, anstatt sie nur mit Fäden einzufangen, zu einem Wollball zu spinnen, auf andere Gegner zu werfen oder Blöcke mit ihnen zu zerstören. Angriffe mit dem Schwert oder das Wirbeln durch die Luft nimmt dem Titel zwar in gewisser Weise seine Eigenständigkeit, verknüpft das Abenteuer aber zu einem guten Stück mit dem klassischen Gameplay der Kirby-Spiele. Von Haus aus verfügt der Edelknödel zudem über drei Fähigkeiten, wie die Gabe sich in einen Sportflitzer zu verwandeln. So sind Abgründe schnell überwunden und wird es doch einmal brenzlig, kann sich Kirby einfach in einen Fallschirm verwandeln, um langsam aber sich auf die entfernte Plattform zu gelangen. Entdecken wir einen geheimen Raum unter Kirbys Füßen, der mit einer Decke aus Blöcken geschützt ist, verwandeln wir Kirby einfach in ein Gewicht und zerstören so die Blockade. Im größten Teil der hübsch designten Levels erwarten uns auch noch weitere Verwandlungsmöglichkeiten. Haben wir mit dem rosafarbenen Etwas die Gestalt eines Feuerwehrautos angenommen, dürfen wir Brände löschen und Edelsteine vom Himmel putzen. Später dürfen wir Kirby auch noch in ein Ufo, ein Flugzeug, einen Delfin und sogar in einen surfenden Pinguin verwandeln. Abwechslung wird hier großgeschrieben!

Kirby, der Wohnungseigentümer

Zu Beginn des Spiels landen wir in der Stadt Filzingen. Dort angekommen, dürfen wir unsere Wohnung frei mit Möbeln einrichten, von denen es jeweils zwei in einem Level zu finden gibt. Einen Nutzen ziehen wir daraus zwar nicht, doch die Spielerei entschlackt den Alltag und wir fühlen uns so richtig heimisch im Stoffland. In Filzingen entdecken wir schon bald den Stoff- und den Möbelladen. Während wir uns im Stoffladen – wie könnte es auch anders sein – mit neuen Stoffen eindecken, die die Rolle des Fußboden und der Tapete einnehmen, erwerben wir im Möbelgeschäft neue Möbelstücke wie Schränke oder Fernsehgeräte. Je weiter wir ins Spiel vorrücken, desto größer wird das Wohnheim und mehr Wohnungen stehen zur Verfügung. Um neue Mieter anzulocken, dürfen wir bestimmte Möbelstücke an vordefinierten Stellen platzieren. Die neuen Bewohner des Hauses erteilen uns dann wiederum Nebenaufträge, für die neue Stoffe als Belohnung winken. So dürfen wir in abgetrennten Gebieten der jeweiligen Spielabschnitte eine bestimmte Menge an Perlen einsammeln, ein Wettrennen durch das Level veranstalten, fünf Charaktere aufspüren oder eine gewisse Gegnerzahl in einer bestimmten Zeit besiegen. Diese Aufgaben sind allerdings nur Nebensache – ob wir sie nun absolvieren oder nicht, hat keine Auswirkungen auf das eigentliche Spielerlebnis.

Kirby, der Fädenzieher

Neu hinzugekommen sind zwei Minispiele, die auf der Oberweltkarte aus dem Menü gestartet werden: Mit dem alleine rennenden Dedede müssen wir im richtigen Moment springen, rutschen oder um uns schlagen. Mit Meta-Knight gilt es hingegen in automatisch scrollenden Levels so viele Gegner wie möglich zu besiegen. Unterwegs sammeln wir Bügelperlen ein. Je nachdem wie gut wir den Level abschließen, gewinnen wir zwischen ein bis vier Platten pro Level. Auf diese dürfen wir die Bügelperlen stecken und daraus Motive erstellen. Das Konzept motiviert und da vor allem die Meta-Knight-Abschnitte anspruchsvoll sind, kehren wir immer wieder zu den kurzweiligen Minispielen zurück. Hinzu kommt, dass der Titel auch im Jahr 2019 mit einem der schönsten Grafikstile der letzten Jahre punktet. Alles wirkt wie aus einem Guss und bietet die gewohnte Abwechslung: Das freundliche Grasland, das feurige Hitzland, das kunterbunte Hurraland und das futuristische Kosmoland sind nur eine kleine Auswahl und zeigen gut, dass es uns auf der Reise durchs Stoffland niemals langweilig wird, zumal auch jeder Level große Unterschiede mit sich bringt. In einem Level hängen wir uns beispielsweise an eine fliegende Pusteblume und in einem anderen Abschnitt reißen wir einem Teddy die Fäden aus. Noch dazu wird alles mit einem bezaubernden und zugleich charmanten Soundtrack unterlegt, der es mit Super Mario Galaxy und Co aufnehmen kann.

Kirby, das Leichtgewicht

Ein Kritikpunkt von Kirby und das magische Garn war der viel zu leichte Schwierigkeitsgrad. Auf eine Lebensenergieanzeige wird im Normalmodus nach wie vor komplett verzichtet, was aber nicht heißt, dass das Spiel nicht bestraft. Fallen wir einen Graben oder werden wir Opfer einer gegnerischen Attacke, verlieren wir gesammelte Perlen. Hartgesottene Spieler dürfen auf dem 3DS jedoch den Teufelchen-Modus aktivieren, in dem Kirby über fünf Lebenspunkte verfügt und zudem permanent von einem temporär besiegbaren Teufelchen gejagt wird. Verluste von Perlen sind auch hier an der Tagesordnung, das Abschließen eines Levels mit voller Lebensenergie wird jedoch mit sammelbaren Kram belohnt. Spielentscheidend ist das Sammeln von Perlen, Möbeln und Co zwar nicht, doch wenn wir mit einer ausreichenden Anzahl an Perlen die Zielglocke läuten, können wir je mit einer Bronze-, Silber- oder Goldmedaille punkten. Außerdem kosten neue Stoffe und Möbelstücke ebenfalls Perlen. Wer also eine möglichst heimelige Wohnung besitzen möchte, stellt gerne neue Rekorde auf und trotzt allen Gefahren. Es ist jedoch egal, in welcher Schwierigkeitsstufe ihr Kirby und das extra magische Garn spielen möchtet, da das Spiel stets Spaß macht. Wer sich einmal in den knuddeligen Look des Spiels verliebt hat, möchte den 3DS so schnell nicht mehr aus der Hand geben!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der 3DS-, der Virtual-Console- und Wii-Fassung): Seitdem ich mich für Videospiele interessiere, stellen diese für mich im Optimalfall auch immer eine kleine Herausforderung dar. Ich möchte in einem Spiel gerne an meine Grenzen getrieben werden und peu á peu immer kniffligere Passagen meistern. Während dies in der Wii-Fassung nur hier und da möglich war, bietet mir die 3DS-Version mit dem Teufelchen-Modus deutlich mehr Anreiz, unbeschadet durch ein Level zu gelangen. Mich hat das Spiel sowohl auf der Wii als auch auf dem 3DS auf ganzer Linie überzeugen können. Der süße und verspielte Stil des Titels ist den Entwicklern unglaublich gut gelungen. In jedem Level entdecke ich innovative Ideen, die mit viel Charme umgesetzt worden sind. Dazu kommt der wirklich herausragende Soundtrack, der mich in jedem Abschnitt bei Laune hält. Selten hat mich ein Spiel, auch beim wiederholten Durchspielen inklusive dem Abklappern von alten und neuen Nebenaufgaben, so sehr begeistert. Wer den Edelknödel mag, sollte unbedingt einen Blick riskieren!

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kirby und das extra magische Garn!

 

Review: One Piece: Box 16 (Episoden 490-516)

In der fünfzehnten Serienbox der Anime-Serie One Piece hat sich die Erzählung voll und ganz auf Monkey D. Ruffy konzentriert. Fans der anderen Strohhut-Piraten müssen aber nicht verzagen, denn in der sechzehnten Serienbox gibt es ein Wiedersehen mit Nami, Sanji und Co.

Mit dem Tod von Ruffys Bruder Ace und Edward Newgate, besser bekannt als Kapitän Whitebeard, schien der Krieg zwischen den Piraten und der Marine endgültig zu eskalieren. Hinzu kam, dass sich die aussichtslose Lage mit dem Eintreffen von Kapitän Blackbeard erst in dem Moment relativierte, als auch noch der rote Shanks, einer der vier Kaiser, in den Kampf eingriff und den Krieg für beendet erklärt hatte. Davon mitbekommen hat Ruffy allerdings nichts, denn der Tod seines geliebten Bruders hat seine Psyche zum Einsturz gebracht. Mit Trafalgar Laws Unterseeboot sowie mit der Hilfe von Fischmensch Jinbee und der unsterblich in Ruffy verliebten Boa Hancock konnte der Anführer der Strohhut-Piraten in Sicherheit gebracht werden. Während er sich auf der Insel Amazon Lily ausruht und seine Wunden kuriert, erinnert er sich an seine Kindheit. Das heißt, dass die Anime-Serie einen Zeitsprung von zehn Jahren in die Vergangenheit macht. In einer mehreren Folgen umfassenden Geschichte erfährt der Zuschauer, wie Ruffy von seinem Großvater Garp zu Dadans Bergräuberbande in der Nähe des Windmühlendorfes auf der Insel Dawn im Eastblue gebracht wird und dort erstmals auf Ace trifft. Obwohl Ace anfangs kein Interesse daran hat, sich mit Ruffy anzufreunden, lässt dieser nicht locker und schafft es nach einigen Wochen, Ace im Dschungel der Insel aufzuspüren.

Kindheitserinnerungen

Hauptsächlich konzentriert sich diese etwas längere, aber absolut nicht langweilige Rückblende mit der zwischenmenschlichen Beziehung von Ace und Ruffy. Wie schon in den Episoden der fünfzehnten Serienbox bekannt wurde, handelt es sich bei den beiden Hitzköpfen nicht um leibliche Brüder. Daher ist es auch umso interessanter zu sehen, wie sich diese beiden ungleichen Charaktere zusammenraufen und sich Brüderlichkeit schwören. Alleine sind die Freunde jedoch nicht, denn die Anime-Serie nimmt sich ebenso die Zeit, auch noch eine weitere Figur einzuführen. Hierbei handelt es sich um den blonden Jungen Sabo, der Ace seit ein paar Jahren dabei hilft, einen durch mehrere Raubzüge ergatterten Schatz anzuhäufen. Sabo, der sich ebenso mit seinen beiden Freunden verbrüdert, hat eine sehr tragische Hintergrundgeschichte, über die aus Spoiler-Gründen allerdings nicht so viel verraten werden soll. An dieser Stelle sei nur gesagt, dass der Konflikt zwischen ihm und seiner eigenen Familie einen Einfluss auf das Fortbestehen ihrer Freundschaft hat, die mit Schmerzen unterschiedlichster Art behaftet ist. Alle drei Kinder schwören sich, eines Tages als Pirat in See zu stechen. Dass dieses Unterfangen zumindest für Ruffy und Ace geglückt ist, sollte für Fans keine Neuigkeit sein. Ob Sabo diesen Traum ebenfalls verwirklichen konnte, muss der Zuschauer aber selbst herausfinden.

Wiedersehen mit den Strohhüten

In den weiteren Erzählsträngen der gerade einmal 27-teiligen Serienbox rückt Ruffy in den Hintergrund, damit auch der weitere Verbleib seiner Freunde geklärt werden kann. Während Navigatorin Nami beispielsweise auf Wheateria Forschung über das Wetter betreibt, trifft Smutje Sanji auf Ruffys Verbündeten Emporio Ivankov nach dessen Rückkehr in sein Königreich, und Lorenor Zorro darf auf eine Revanche mit Mihawk Falkenauge hoffen. Über die Zeitung erfahren sie unabhängig voneinander, was mit Ace geschehen ist und wollen sich von überall auf der Welt unverzüglich auf den Weg machen, um ihren Kapitän in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Ruffy wird von Silvers Rayleigh jedoch davor gewarnt, sofort zum Sabaody-Archipel zurückzukehren, da er und auch seine Freunde im Kampf gegen die Marine und andere Piraten in der neuen Welt noch viel zu schwach seien. Es bleibt also durchaus sehr spannend und die verzahnte Erzählstruktur sorgt dafür, dass selbst weit zurückliegende Erlebnisse wie der Kampf gegen Enel auf Skypia eine Bedeutung haben. Inhaltlich sind die Folgen zwar nicht mehr ganz so stark wie die Episoden der fünfzehnten Serienbox, doch immer noch gut und detailliert gestaltet. Auch dass ab Episode 505 auf das 16:9-Format umgestellt wird, dürfte jeden One-Piece-Fan erfreuen, denn wie heißt es doch so schön: Besser spät als nie!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 490 bis 516 der Serie): One Piece erreichte mit den Episoden der fünfzehnten Serienbox eine inhaltliche als auch emotionale Tiefe, welche die Anime-Serie zuvor nur selten erreichte. Von der sechzehnten Serienbox darf dies – wenig überraschend – daher nicht erwartet werden. Dies ist aber auch gar nicht schlimm, denn mit einer sich über drei Datenträger ziehende Rückblende in die Kindheit von Ruffy und Ace kann das Phänomen One Piece mit einem durchaus sehr frischen Handlungsstrang ergänzt und somit ein paar Lücken gefüllt werden. Auch das Wiedersehen zwischen dem Zuschauer und den anderen Strohhüten kommt genau zur rechten Zeit, wenn auch das Einfinden in die einzelnen Geschichten zunächst etwas mühselig ist, da auch in jeder einzelnen Episode von einem Charakter zum nächsten gesprungen wird. Die verzahnte Erzählweise muss dem Aufbrechen der Handlungsstränge allerdings erneut zugutegehalten werden – und vor allem die letzte Episode der vorliegenden Serienbox stellt die Weichen für einen gänzlich neuen Handlungsstrang, auf den sich jeder Zuschauer und Fan von One Piece freuen darf.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 16 (Episoden 490-516)!

 

Gewinnspiel (1. bis 22. April 2019)

Ostern steht vor der Tür und da kommt ein kleines Versteck- und Suchspiel für den einen oder anderen unter euch sicherlich nur gelegen. Um euch das Osterfest ein wenig zu versüßen, veranstalten wir in freundlicher Zusammenarbeit mit Nintendo ein kleines Gewinnspiel. Zwischen dem 1. und 22. April 2019 verlosen wir einmal das Nintendo-Switch-Spiel Yoshi’s Crafted World inklusive einer kleinen Osterüberraschung. Um am Gewinnspiel teilnehmen zu können, müsst ihr euch einer kleinen Herausforderung stellen:

Auf unserer Internetseite haben wir in verschiedenen Artikeln und Unterseiten ein Yoshi-Ei, eine goldene Yoshi-Münze als auch eine Yoshi-Blume versteckt, die ihr suchen dürft. Für jedes gefundene Symbol erhaltet ihr eine Gewinnchance. Findet ihr also zwei Symbole, verdoppelt ihr eure Chance auf den Gewinn. Entsprechend verdreifacht ihr eure Gewinnchance, wenn ihr alle drei Symbole findet. Schickt uns bis zum 22. April 2019 einfach eine E-Mail mit dem Betreff „Ostergewinnspiel 2019“. Die E-Mail muss die Links zu mindestens einem bis maximal zu drei Beiträgen, in denen wir die Symbole versteckt haben, beinhalten. Ein Tipp: Alle gesuchten Artikel und Unterseiten stehen inhaltlich mit Gameplay Gamers, Yoshi oder Nintendo in Zusammenhang.

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens das achtzehnte Lebensjahr vollendet und ihren Erstwohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben. Minderjährige Nutzer benötigen eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten. Mitarbeiter von Gameplay Gamers und Nintendo sind von der Verlosung ausgeschlossen. An der Verlosung nehmen alle Personen teil, welche die gewünschten Anforderungen erfüllen. Erfüllt kein Teilnehmer die Anforderungen, werden die Gewinne unter allen Teilnehmern gleichermaßen verlost. Der Gewinner der Verlosung wird nach Ablauf des Gewinnspiels ab dem 23. April 2019 informiert. Er hat anschließend 72 Stunden Zeit, sich bei uns zu melden. Andernfalls erhält nach denselben Gewinnspielregeln ein anderer Teilnehmer die Chance auf den Gewinn. Aus Datenschutzgründen wird der Gewinner namentlich nicht von uns erwähnt. Teilnahmeschluss ist der 22. April 2019, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Prime Time: Dragon Ball Super (Vol. 1, Unboxing)

Im Rahmen einer Rezension haben wir euch bereits die erste Volume der Anime-Serie Dragon Ball Super vorgestellt. Unser Chefredakteur Eric hat sich auch bei dieser Serie die Kamera geschnappt und präsentiert euch in einem Unboxing-Video die optischen und haptischen Merkmale der physischen Veröffentlichung. Viel Spaß beim Anschauen!

 

Review: The Caligula Effect: Overdose

Seit Jahrzehnten mischen Dungeon Crawler das Rollenspielgenre auf. The Caligula Effect: Overdose ahmt die grundlegenden Attribute dieser Genre-Kategorie nach und versucht diese mit Anleihen aus der Persona-Reihe zu verbinden, was dem Titel aber nur im Ansatz gelingt.

Erstmals wurde das Spiel noch ohne den Titelzusatz Overdose als The Caligula Effect im Jahr 2016 für die PlayStation Vita veröffentlicht. Allerdings blieb der Titel, vermutlich auch aufgrund der damals kurz bevorstehenden Veröffentlichung von Persona 5, vom Zielpublikum weitgehend unbeachtet. Also wurde beschlossen, das Spiel auf die Nintendo Switch, den PC und die PlayStation 4 zu portieren und dabei mit neuen Inhalten zu erweitern. Obwohl eine der Neuerungen des Updates die Einführung einer weiblichen Protagonistin ist, die als Alternative zum männlichen Charakter zu Spielbeginn ausgewählt werden darf, bleibt die Story bis auf ein paar zusätzliche neue Enden unverändert. The Caligula Effect findet in einer geheimnisvollen Welt namens Mobius statt, die vom fiktiven japanischen Pop-Idol My, im Spiel als µ stilisiert, erschaffen wurde. Aus dieser mysteriösen Dimension gibt es scheinbar kein Entkommen – das muss die Spielfigur während des Auftakts am eigenen Leibe erfahren. Sie weiß nicht, wie sie nach Mobius gelangt ist, will aber alles daran setzen, zu fliehen. Da kommt es nur gelegen, dass mit Satake Shōgo ein erster Verbündeter auftritt, der dem Avatar des Spielers unter die Arme greift. Shōgo lässt verlauten, dass er Teil des Go-Home Clubs ist, der einen Weg aus Mobius sucht und dem sich der Hauptcharakter kurzerhand anschließt.

Charaktergetragene Geschichte

Grundsätzlich mag die Handlung zwar sehr seicht sein, doch vor allem die zahlreichen Charaktere, die sich dem Go-Home Club in aktiver oder passiver Form nach und nach anschließen, sind maßgeblich am Tragen der Story verantwortlich. Selbstverständlich ist der eine oder andere Stereotyp mit von der Partie. Aufgrund dessen, dass jede der wichtigen Figuren eine eigene Persönlichkeit hat, die sich vor allem in zahlreichen Macken oder Vorlieben widerspiegelt, wird es mit der illustren Truppe niemals langweilig. Im Verlauf der auf dutzende Spielstunden angelegten Handlung treten immer mehr Charaktere ins Rampenlicht, von denen auch die gefürchteten Musicians keine blassen Bösewichter bleiben. Warum das so besonders ist und wer hinter dem ominösen Charakter Lucid steckt, sollte der Spieler aber unbedingt selbst erfahren. In The Caligula Effect entwickeln sich daher einige überraschende Wendungen, die die Story stets frisch halten. Da kommt es wie gerufen, dass der Spieler mit seinen neuen Freunden auch abseits der Story in kurzen Dialogen und noch kürzeren Zwischensequenzen interagieren kann. Hier muss zwar in der Regel nur auf Fragen korrekt reagiert werden, die richtigen Antworten helfen jedoch dabei, mehr über die Hauptfiguren und ihre Persönlichkeit zu erfahren, sowie den Bund der Freundschaft zwischen beiden Charakteren zu verstärken.

Geniales und komplexes Kampfsystem

Schnell erfahren die Protagonisten und Antagonisten des Spiels, welche große Macht in ihnen schlummert. Kommt es beispielsweise in den Gängen der Oberschule, in der Einkaufspassage, im Badehaus oder der Bibliothek zu einem Kampf, transformieren sich ihre Körper, indem waffenartige Vorrichtungen erscheinen. Mit diesen können die von My manipulierten Oberschüler, die so genannten Digiheads, in rundenbasierten Kämpfen mit viel Taktik malträtiert werden. Überraschenderweise gehört das schnelle Kampfsystem von The Caligula Effect, so unscheinbar der Titel auf den einen oder anderen wirken möge, tatsächlich zum Besten, was das Genre bis dato zu bieten hat. Bei Feindkontakt öffnet sich fließend ein abgestecktes Gebiet, in dem den Figuren der Reihe nach bis zu drei Befehle erteilt werden können. Das Tolle dabei ist, dass der Spieler eine Vorschau erhält, wie der Kampf im Optimalfall ablaufen wird, ohne jedoch eine Garantie dafür zu erhalten. Selbst kleine Korrekturen, wann ein Angriff gestartet oder eine Spezialfähigkeit aktiviert werden soll, sind hierbei möglich und laden zum freudigen Experimentieren ein. Sollte eine Aktion im Kampf noch nicht abgeschlossen und bereits der nächste Charakter an der Reihe sein, werden bei dieser Prognose alle noch nicht verwirklichten Befehle in ihrem chronologischen Ablauf ebenso großzügig mit einberechnet.

Angenehmer, aber zu leichter Schwierigkeitsgrad

Es ist jedoch nicht alles Gold was glänzt, denn so überragend das Kampfsystem in der Theorie auch sein mag, so wenig wird der Spieler mit ansteigenden Levels seiner bis zu vierköpfigen Truppe Nutzen aus dem Konzept ziehen. Hinzu kommt, dass der Schwierigkeitsgrad auf der normalen Stufe viel zu einfach ist und selbst Bossgegner in zwei bis maximal drei Zügen pulverisiert werden können. Um die Sache zu beschleunigen, wird die Automatik aktiviert und nur ein Standardangriff nach dem anderen auf den Gegner losgelassen. Nur in seltenen Fällen ist dann noch nötig, den Schild eines Feindes zu durchbrechen oder die Charaktere an anderen Stellen des Kampfgebiets zu positionieren. Letzteres ist zum Beispiel dann zwingend notwendig, wenn der Spieler in völliger Selbstüberschätzung einen Feind attackieren möchte, der zwanzig Levels über seinem Niveau ist. Ulkigerweise ist auch das in The Caligula Effect problemlos möglich. Je größer die Differenz zwischen den Levels der Spielfiguren und denen der Feinde ist, desto geringer ist jedoch die Trefferwahrscheinlichkeit, was das ganze Spektakel wieder relativiert. Wer es etwas deftiger mag, sollte daher von Beginn an den nächsthöheren Schwierigkeitsgrad auswählen. Die höchste Stufe „Extrem“ ist wiederum übertrieben, da jeder erfolgreiche Angriff durch den Gegner zum sofortigen Tod der Spielfigur führt.

Repetitive Aufgaben und Spielwelt

Während es für gewonnene Kämpfe Erfahrungspunkte hagelt, gibt es bei einem Level-up drei Fähigkeitspunkte auf ein gemeinsames Gruppenkonto gutgeschrieben. Diese dürfen dann von Charakteren unserer Wahl verwendet werden, um diverse Spezialfähigkeiten zu erlernen oder zu verbessern. Wer also nur mit bestimmten Figuren spielen möchte, kann diese gezielt stärken und andere Charaktere schlicht außen vorlassen. Ebenfalls empfiehlt es sich, die orthogonal aufgebaute Spielwelt genauestens abzusuchen, da dort neben ausrüstbaren Stigmata, die die Attribute erhöhen, auch Objekte gefunden werden können, die drei Fähigkeitspunkte spendieren. Abseits dessen sind die Dungeons, die im Gegensatz zu Etrian Odyssey nicht aus der Ego-Perspektive, sondern aus der Verfolgeransicht erkundet werden, in ihrer Architektur recht eintönig und leer. Es laufen „lediglich“ über fünfhundert Nicht-Spieler-Charaktere durch die Welt, mit denen sich der Spieler anfreunden kann, in dem er Gespräche mit ihnen führt, sie über einen Chat kontaktiert und repetitive Gefallen für sie erledigt, was in stressiger Arbeit mündet. Entwicklerstudio Aquria hätte sich lieber auf wenige, dafür deutlich abwechslungsreichere Figuren und Nebenquests konzentrieren sollen. Nur wer über reichlich Sitzfleisch verfügt und schmerzunempfindlich gegenüber derlei Aufgaben ist, hat hier noch seinen Spaß.

Aufpolierte Version eines Nischentitels

Auf der technischen Ebene kann The Caligula Effect: Overdose im Gegensatz zur PlayStation-Vita-Version zumindest auf PC und PlayStation 4 überzeugen. Das nervige Dauerruckeln und das eklige Kantenflimmern gehören der Vergangenheit an. Einzig und allein an sehr wenigen Stellen kommt es noch zu leichten Einbrüchen in der Bildwiederholungsrate, ansonsten läuft der Titel durchweg flüssig und kann mit einer knackscharfen Grafik im Anime-Stil auf ganzer Linie punkten. Wer es auf der Switch spielt, sollte den Titel zumindest im stationären Betrieb angehen, da besonders im Handheld-Modus die fehlende Kantenglättung ein Dorn im Auge des Betrachters sein kann. Nicht nur die Optik kann weitgehend überzeugen, auch der Soundtrack weiß meistens zu gefallen. Beim Erkunden der Spielwelt laufen meist angenehme, hin und wieder aber auch ein paar adrenalingeladene Musikstücke, die das Abenteuer akustisch wunderbar untermalen. Hierbei haben sich die Entwickler auch einen besonderen Kniff einfallen lassen, denn während bei der Umgebungserkundung nur eine instrumentale Version des Musikstücks im Hintergrund vor sich her dümpelt, wird der Track im Kampf mit Gesang zusätzlich unterlegt. Hinzu kommt eine in den wichtigsten Szenen fast durchgehend vorhandene und sehr gute japanische Synchronisation, die das Abenteuer wunderbar unterstützt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): An vielen Stellen möchte The Caligula Effect: Overdose ein wenig wie die Persona-Reihe sein, erreicht aber niemals die Qualität der Vorlage. Das Spiel verfällt an allen Ecken und Enden in repetitive Spielabläufe, die teilweise viele Nerven kosten. Zum Glück weiß der Titel aber, dass er im Herzen ein Dungeon Crawler ist und zumindest in dieser Disziplin kann The Caligula Effect mit einer hübschen Optik, einer beeindruckenden Akustik und vor allem mit einem der in der Theorie besten Kampfsystemen in Rollenspielen punkten. Schade ist nur, dass der Schwierigkeitsgrad meistens viel zu leicht ist und somit am Ende nur die Story motiviert, sich bis zum Abspann vorzuarbeiten. Aufgrund der interessanten Hauptfiguren ist das jedoch ein Ziel, das gerne in Angriff genommen wird. Fans von Dungeon Crawlern mit einem Faible für japanische Pop-Musik kommen voll und ganz auf ihre Kosten, wer hingegen eine Persona-Alternative erwartet, wird auf ganzer Linie enttäuscht. Vielleicht kommen Publisher und Entwickler aber auf die Idee, das Konzept in Zukunft noch auszubauen. Potenzial ist in The Caligula Effect definitiv vorhanden, sie müssen es einfach nur nutzen.

Jonas’ Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): In The Caligula Effect: Overdose steckt eine Menge drin, vieles davon gefällt mir tatsächlich sehr gut. Ich kann mir vorstellen, dass mit etwas mehr Budget, ein wenig mehr Feinschliff im Kampfsystem und einer stärkerer Verbindung von Story und Gameplay ein außerordentliches Spiel hätte entstehen können. Der Sprung vom verkorksten Original ist aber auch so schon sehr groß und beschert mir ein Rollenspiel, das zwischen japanischem Genre-Standard und spannender Originalität steht. Auf mich wirkt der Titel auch eine eigenartige Faszination aus, obwohl ich mit dem Pop-Idol-Thema noch nie etwas anfangen konnte. Wahrscheinlich liegt es auch an der Möglichkeit, neben den Protagonisten auch die Antagonisten näher kennenzulernen, was sich in dieser Form wohl kaum ein Rollenspiel traut.

Vielen Dank an NIS America für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Caligula Effect: Overdose!

 

Review: Grimgar, Ashes and Illusions (Vol. 2)

Nachdem Kazé Anime im September 2018 die erste Volume der Anime-Serie aus dem Jahr 2016 veröffentlicht hat, folgte im November 2018 das zweite Episodenpaket. Dieses führt die Story der ersten vier Folgen nicht nur fort, sondern stellt die Helden auch vor neue Probleme.

Inhaltlich knüpft die Handlung von Grimgar, Ashes and Illusions nahtlos an die Episoden der ersten Volume an. Die Gruppe rund um Haruhiro und Co muss einen herben Rückschlag in Kauf nehmen. Nur wenige Wochen nach ihrer rätselhaften Ankunft im Fantasy-Reich Grimgar ist ihr Anführer Manato an den Folgen einer schweren Verletzung, die er sich im Kampf gegen einen Goblin zugefügt hat, gestorben. Nach der Einäscherung seines Leichnams wissen die verbliebenen Gruppenmitglieder nicht, wohin ihre Reise führt. Damit sind die Charaktere im Übrigen nicht alleine, denn auch der Zuschauer weiß zu Beginn der zweiten Volume noch nicht, worauf die Anime-Serie eigentlich abzielt. In ihrer Hoffnungslosigkeit verkriechen sich der Dieb Haruhiro, der Krieger Moguzō und der schwarze Ritter Ranta in die nächstgelegene Kneipe und ertränken sich Abend für Abend in ihrem Suff. Dennoch erhalten sie dort den Tipp, sich einen neuen Heiler zu suchen. Ohne Magierin Shihoru und Jägerin Yume zu fragen, heuern sie die Priesterin Mary an und versuchen an ihrer Seite zu kämpfen. Trotz der neuen Hilfe fällt es der Gruppe schwer, gemeinsam im Kampf zu agieren. Auch als Renji auftaucht und ihnen eine Goldmünze für den Verlust ihres Freundes schenkt, macht das die Situation nicht besser. Nach den letzten Geschehnissen bleibt die Stimmung in der Gruppe gespalten.

Verlust und Zugewinn

Auf Basis des Trauerfalls können sich die Figuren auf zwischenmenschlicher Ebene annähern. Zum einen untereinander, zum anderen auch in Bezug auf Mary, die in der Heldengruppe zunächst kaum aufgenommen wird. Es fällt den Charakteren schwer, mit ihr im Team zu arbeiten, sodass sie gemeinsam versuchen, eine Lösung für das Problem zu finden. Hierbei wird ein interessanter Aspekt in der Geschichte behandelt, denn während in typischen Rollenspielen ein Charakter mit der Zeit durch eine andere Figur leicht ersetzt werden kann, müssen sich die Gefährten in Grimgar, Ashes and Illusions tatsächlich zusammenraufen und miteinander agieren. Hier zeigt sich auch, wie gut die einzelnen Protagonisten ausgearbeitet sind: Egal ob es nun um Hitzkopf Ranta, um den weltverbessernden Haruhiro oder sogar um die introvertierte Mary geht – alle Figuren haben ihre eigene Persönlichkeit. Im Falle von Mary kommt sogar eine ausgetüftelte Hintergrundgeschichte hinzu, da sie schon länger in Grimgar unterwegs ist als die anderen. Das macht die wichtige Gruppendynamik um ein ganzes Stück glaubhafter. Schade ist allerdings, dass es auch die zweite von drei Volumes nicht schafft, der Geschichte ein Ziel zu verpassen. Im Fokus steht dieses Mal lediglich die Verarbeitung von Manatos Tod und die Aufnahme von Mary in die Gruppe. So tritt die Handlung auf der Stelle!

Fortführung von Bekanntem

Optisch weiß Grimgar, Ashes and Illusions auch in den Episoden der zweiten Volume absolut zu überzeugen. Nach wie vor arbeitet die Anime-Serie mit blassen Farben und den dazugehörigen seichten Übergängen, die hervorragend zur mittelalterlichen Fantasy-Welt passen. Der Stil ist erwachsen und harmoniert sehr gut mit den Charaktermodellen, für dessen Design nach wie vor Hosoi Mieko verantwortlich ist. Einzig und allein die Animationen könnten noch etwas abwechslungsreicher sein, zumal die Helden bis auf eine Ausnahme einzig und allein nur gegen Goblins kämpfen. An anderen Stellen ist das meist ruhige Bild jedoch notwendig, da die facettenreichen Charaktere mit ihren einzigartigen Beweggründen in den Dialogen die langsame Erzählweise unterstützen. Hinzu kommt ein gelungener Soundtrack, der sowohl die ruhigen Momente, als auch die hektischen Kämpfe nachvollziehbar unterlegt. Sowohl die deutschen als auch die japanischen Sprecher wurden für ihre Rollen passend ausgesucht. Ranta wird in der deutschen Fassung beispielsweise von Patrick Bach gesprochen, den Fans der Peter-Jackson-Verfilmung von Der Herr der Ringe als deutsche Stimme von Samweis Gamdschie kennen. Als Bonus gibt es laut Herstellerangaben ein 40-seitiges Booklet. Zum Test lag es nicht vor, doch ist hier von der typischen Kazé-Anime-Qualität auszugehen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Obwohl Grimgar, Ashes and Illusions in den ersten vier Episoden einiges über die Charaktere und das Fantasy-Reich erzählt hat, sind einige Details dennoch recht kryptisch. Die Folgen der zweiten Volume führen dieses Konzept in genau dieser Form weiter und vergessen dabei nach wie vor, den Helden eine Motivation zu geben oder gar ein Ziel vor Augen zu führen. In einem Monolog findet sich der Protagonist Haruhiro sogar damit ab, dass sie jetzt in Grimgar sind und dort als Freunde zusammen leben. Damit schwindet die Chance, die Geschichte – zumindest an dieser Stelle – zu einem runden Ende zu erzählen. An der technischen und akustischen Umsetzung der Anime-Serie ist aber erneut nichts auszusetzen, denn sowohl die Zeichnungen der Hintergründe als auch die der Charaktere harmonieren in Einklang mit einem angemessenen Soundtrack. Es bleibt dennoch spannend, wie Animationsstudio A-1 Pictures die Serie in der dritten und damit letzten Volume zu einem Ende führen wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Grimgar, Ashes and Illusions (Vol. 2)!

 

Review: Dillon’s Dead-Heat Breakers

Mit Dillon’s Rolling Western versuchte Nintendo im Jahr 2012 ein neues Franchise auf dem 3DS zu etablieren, das 2013 mit Dillon’s Rolling Western: The Last Ranger sogar fortgeführt wurde. Danach wurde es um das titelgebende Gürteltier Dillon für längere Zeit wieder still.

Es dauerte bis Mai 2018, bis das draufgängerische Gürteltier in Dillon’s Dead-Heat Breakers abermals in die Rolle des Helden und Beschützers schlüpfen konnte. Im Auftakt des Spiels beobachten Dillon und sein technikversierter Eichhörnchenfreund Russ, wie ein Lastwagen von ulkigen Steinwesen auf vier Rädern verfolgt wird. Der Fahrer des Wagens ist ein Amiimal, die animalische Form eines eigens erstellten Miis. Er ist auf der Flucht vor den Monstern, die eine riesige Kuppel um sein Heimatdorf gelegt haben. Um die Bedrohung zu stoppen, sind die beiden Freunde bereit, ihren Ruhestand aufzugeben und dem Amiimal zu helfen. Anders als die ersten beiden Serienteile, spielt die dritte Episode nicht mehr im Wilden Westen, sondern in einer postapokalyptischen Welt. Überall sind eingestürzte Gebäude zu sehen und die verbliebenen Lebewesen haben sich entweder in der abgeriegelten Stadt oder in kleinen Siedlungen im Grenzland zurückgezogen. Eine tiefgründige Handlung darf in dieser kindgerechten Version von dystopischen Filmen wie Mad Max aber so gut wie gar nicht erwartet werden. Story und Figuren bleiben weitgehend sehr eindimensional, Kernaussagen wie Freundschaft, Zusammenhalt, Hoffnung, Gerechtigkeit und Nächstenliebe kommen trotzdem reichlich zur Geltung, um aus dem tristen und im Grunde sehr repetitiven Alltag des Spiels auszubrechen.

Gegensätze ziehen sich an

Damit die unliebsame Kuppel, die das Heimatdorf des Amiimals umschließt, ausradiert werden kann, müssen die Freunde eine riesige Kanone konstruieren. Für die Herstellung benötigen sie jedoch verschiedene Materialien, die allerdings nicht im nächsten Baumarkt zu finden sind. Die Materialien hinterlassen stattdessen Feinde, die die Truppe im Rahmen von diversen Missionen besiegen müssen. In diesem Zusammenhang ist es äußerst schwierig, Dillon’s Dead-Heat Breakers einem einzigen Genre zuzuordnen: So kombiniert der Titel Elemente von Beat ’em ups oder Rennspielen und vermischt diese noch dazu mit Tower-Defense-Anleihen. Was im ersten Moment nach einer Mixtur aus nicht zusammenpassenden Bestandteilen klingt, entpuppt sich mit zunehmender Spielzeit als spaßiges und funktionierendes Gameplay. Im Hotel, dem Ausgangspunkt einer jeden Mission, werden zunächst mehrere Schützen angeheuert, um mit ihnen im Anschluss zum Ort des Geschehens zu fahren. Hier werden die Schützen auf verschiedenen Geschütztürmen automatisch oder manuell positioniert, woraufhin mit Dillon das Gebiet abgesucht werden kann. Während Meteoriten Baumaterial für Barrikaden bieten, dürfen diverse Pflanzen geerntet werden, um die fantasievollen Nutztieren namens Manju in der Zentrale des jeweiligen Areals zu füttern, die sich daraufhin schlagartig vermehren.

Ungleiches Duo

Bei den Manju handelt es sich um halb schwein- und halb teigtaschenähnliche Lebewesen, die das Überleben der Bevölkerung sichern sollen. Die Monster, die die sehr ähnlichen Areale des Spiels nach den Vorbereitungen attackieren, haben es auf die Manju abgesehen. Daher ist es nur logisch, die Angreifer abzuwehren und die Nutztiere zu beschützen. Dies geschieht entweder über die Schützen, die im besten Falle gut über das Gebiet verteilt sind, oder über den Kampf, in den Dillon und der Amiimal eingreifen können. Obwohl das Spiel während dieser Auseinandersetzungen in einen separaten Bildschirm wechselt, laufen die Gefechte außerhalb des Kampfes weiter. Das heißt, dass auch der Amiimal zur Unterstützung herbeigerufen werden darf, sodass er noch in das laufende Gefecht eingreifen kann. Während der Amiimal mit Schusswaffen auf die Feinde losgeht, stehen Dillon „nur“ seine körperlichen Merkmale zur Verfügung. Diese sind jedoch sehr wirkungsvoll: Mit Rollattacken werden Gegner erst betäubt, woraufhin eine effektive Mörserattacke dafür sorgt, mit schnellen Rollbewegungen den Feinden unterschiedliche Materialien zu stehlen. Mit in der Stadt erwerbbaren Computerchips für seinen Motor kann das Gürteltier auch weitere Fähigkeiten einsetzen, beispielsweise Explosionen auslösen. Wenn gar nichts mehr hilft, fährt Dillon auch gerne mal seine Krallen aus.

Repetitiver Spielablauf

Wenn genügend Monster vom Schlachtfeld gefegt worden sind, verwandeln sich die Gegner und verlieren das Interesse an den Manju. Stattdessen fahren sie ohne ersichtlichen Grund der kreisförmig geschlossenen Straße entlang; eine Chance, die Dillon nutzt, um sie aus der Bahn zu werfen. Das macht zwar nicht viel Sinn, lenkt aber von den Gefechten ab. Leider sind alle Missionen sehr repetitiv aufgebaut: Es fehlt durchweg an Abwechslung und das stetige Sammeln von Materialien kann schlimmstenfalls dazu führen, dass manche Missionen mehrfach abgeschlossen werden müssen. In der Stadt gibt es zwar verschiedene Aktivitäten wie das Füttern von Manju oder das Absolvieren von an Excitebike erinnernde Zeitrennen, die den Spielablauf aber nur bedingt auflockern. Hinzu kommt der viel zu geringe Schwierigkeitsgrad, der in der Regel nur dann eine Herausforderung ist, wenn mal wieder Ebbe in der Kasse herrscht und so keine Schütze angeworben werden können. Dafür lässt sich das Spiel – bis auf das Fehlen einer frei justierbaren Kamera –einfach bedienen. Im technischen Bereich ist der Titel ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite gefällt vor allem der dreckige Stil der Stadt und auch der Tiefeneffekt lässt gut in das Geschehen eintauchen, auf der anderen Seite missfallen jedoch die eher kargen Spielfelder und der abwechslungsarme Soundtrack. Obwohl der Titel kaum aus der Masse herausragen kann, ist Dillon’s Dead-Heat Breakers dennoch ein spaßiger Titel, der vor allem jüngere Spiele immer mal wieder zwischendurch gut unterhält.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Wer die ersten beiden Teile der Reihe nicht gespielt hat, muss bei Dillon’s Dead-Heat Breakers keine Berührungsängste haben. Die Geschichte beginnt an einem völlig anderen Ort zu einer völlig anderen Zeit und hat kaum etwas mit den beiden Vorgängern zu tun. In einer postapokalyptischen Spielwelt gilt es, einem Notleidenden zu helfen und dafür repetitive Aufträge anzunehmen, um Materialien zu sammeln und damit eine Kanone zu konstruieren, die wiederum das Heimatdorf des Notleidenden retten kann. Dies geschieht über eine kunterbunte Mixtur aus Rennspiel, Beat ’em up und verschiedenen Tower-Defense-Anleihen, die unabhängig vom stets gleichen Spielablauf gut funktioniert, jedoch am viel zu geringen Schwierigkeitsgrad scheitert. Zur Abwechslungsarmut trägt der nicht vorhandene Mehrspielermodus bei, der lokal und online wahre Wunder bewirkt hätte, da der Titel dank seines interessanten Konzepts richtig gut darauf ausgelegt wäre. Abwechslung und Storytelling fallen somit unterdurchschnittlich aus, können mit ihren teils charmanten Charakteren, interessanten Themen und vor allem dem überraschend gut funktionierenden Gameplay aber vor allem eine jüngere Zielgruppe ansprechen und zumindest diese sehr wohl zufriedenstellen.

Prime Time: Sekiro – Shadows Die Twice (Unboxing)

Weltweit wurde am 22. März 2019 Sekiro – Shadows Die Twice von Entwicklerstudio From Software veröffentlicht. Als Fan von Spielen, die in Japan angesiedelt sind, hat sich unser Chefredakteur Eric vor Monaten die Collector’s Edition von Sekiro – Shadows Die Twice vorbestellt. Da diese mittlerweile bei ihm angekommen ist, möchte er euch diese Edition im Rahmen eines Unboxing-Videos vorstellen. Viel Vergnügen!

Review: My Hero Academia (Vol. 3)

Während sich die erste Volume der Superhelden-Anime-Serie My Hero Academia nahezu voll und ganz auf die Aufnahmeprüfung konzentrierte, schilderte die zweite Ausgabe den Alltag an der Yūei-Akademie. Auf diesen Grundlagen baut das Staffelfinale der ersten Season auf.

Im Mittelpunkt der Handlung steht nach wie vor Protagonist Midoriya Izuku, der es mittlerweile halbwegs geschafft hat, nicht nur von der äußerst berühmten Yūei-Akademie aufgenommen, sondern auch noch von seinen Mitschülern nach der einen oder anderen Startschwierigkeit akzeptiert worden zu sein. In theoretischen und praktischen Übungen hat Izuku es geschafft, sich einen Namen zu machen und seine Fähigkeiten als Superheld zumindest ein ganz klein wenig weiterzuentwickeln. Zu Beginn der dritten Volume stehen die Nachwuchshelden jedoch vor einem gänzlich neuen Problem. Während der Schulzeit tauchen Anhänger der ominösen Schurken-Liga auf, die auf der Suche nach All Might sind. Dieser hat aufgrund einer privaten Angelegenheit den Unterricht in letzter Zeit allerdings ausfallen lassen, was den Schurken aber natürlich egal ist. Sie machen es sich ganz einfach in den nicht gerade überschaubaren Räumlichkeiten der Yūei-Akademie breit, woraufhin sich rasch ein nach und nach ausufernder Kampf zwischen den Schurken und Helden entfaltet. Zeitweise zieht sich dieser Kampf ganz schön in die Länge, da die Schurken mit allen Wassern gewaschen sind und sie von ihrem Anführer die Warnung erhalten haben, die Schüler der Akademie aufgrund ihres jungen Alters nicht zu unterschätzen. So werden die Spezialitäten der Figuren auf andere Art beleuchtet.

Ernsthaftigkeit bis zum Schluss

Demnach nehmen die Kämpfe und die Vorstellung der Spezialfähigkeiten auch in der dritten und letzten Volume der ersten Staffel einen besonderen Stellenwert ein. Ein Charakter kann wie eine Spinne an Wänden hinauflaufen, noch dazu sehr hoch springen, die Zunge bis zu zwanzig Metern rausstrecken und sogar den eigenen Magen nach außen öffnen. Dieser nicht wirklich appetitliche Anblick bleibt dem Zuschauer zwar glücklicherweise erspart, zeigt jedoch wunderbar die durchaus vielfältige Ausarbeitung der Helden und Schurken. In den vorherigen Volumes war das zwar nicht anders, erreicht in der dritten Ausgabe allerdings einen gänzlich neuen Höhepunkt. Grundsätzlich nimmt sich die Handlung von My Hero Academia im ersten Staffelfinale überraschend ernst, denn wenn in den abschließenden Folgen üble Schurken auf strahlende Helden treffen, knacken einerseits nicht selten die Knochen und andererseits wird die Yūei-Akademie als zentraler Handlungsort zu einem Schauplatz der Verwüstung. Für den serientypischen Humor ist tatsächlich nur an sehr wenigen Stellen Platz, kann dann aber mit dem einen oder anderen Knaller regelrecht zünden. Das beste Beispiel dürfte wohl der Rektor sein, der sich All Might bei einem privaten Besuch ausgiebig vorstellt und dabei gar das wohl bekannteste Superman-Zitat in abgewandelter Form zur Selbstdarstellung ausschlachtet.

Ausbau der gelegten Grundlagen

My Hero Academia bleibt der bisherigen Serienstruktur treu. Das heißt, dass die zahlreichen Nebenfiguren nicht sonderlich intensiv vorgestellt werden und sich die Story weiterhin auf die wichtigsten Hauptfiguren konzentriert. Insbesondere All Might nimmt durch seine Vorreiterrolle einen wichtigen Platz in den abschließenden vier Episoden dieser Staffel ein. In stilistischer Hinsicht baut die dritte Volume vor allem auf der zweiten Ausgabe und viel weniger auf den Serienauftakt auf. Die US-amerikanischen Einflüsse, die in den ersten Folgen noch an allen Ecken und Enden deutlich waren, manifestieren sich jetzt nur noch in der Figur von All Might. Das restliche Bild zeigt dennoch einen wunderbaren japanischen Anime, der in 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format vor allem während der Kämpfe fantastische Animationen und Effekte ausspielt. Hinzu kommt eine grandiose Musik, die alle Situationen sehr stimmungsvoll unterlegt. In puncto Synchronisation können beide Tonspuren in DTS-HD Master Audio 2.0 überzeugen, wobei den japanischen Sprechern so manche Betonung einfach besser gelingt. Digitales Bonusmaterial liegt auf der Blu-ray Disc abermals nicht vor, dafür entschädigt Kazé Anime mit einer Character Card, einem Sticker und einem Booklet. Diese Materialien standen zu Testzwecken nicht zur Verfügung, es ist aber von der Qualität der ersten beiden Volumes auszugehen, über die sich Fans des Franchises sicherlich ebenfalls freuen dürfen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Dem Animationsstudio Bones ist 2016 die Anime-Umsetzung der seit 2014 laufenden Manga-Serie My Hero Academia wirklich sehr gut gelungen, zumindest in der ersten und dritten Volume der ersten Staffel. Nach ein paar etwas langatmigen Episoden konnten die Folgen der dritten Ausgabe mit dem Staffelfinale wirklich begeistern. My Hero Academia überrascht dieses Mal mit einer ernsten Erzählweise, die nur wenig Platz für den serientypischen Humor lässt. Wirklich schlimm ist das aber nicht, da das Anschauen der Episoden so noch wesentlich besser funktioniert, zumal sich die Story in der dritten Volume voll und ganz um All Might dreht und die Handlung so stringent zu einem Ende erzählt werden kann. Zwar gibt es ein paar Punkte, an denen sicherlich in der zweiten Staffel angeknüpft werden wird, doch auch wer auf eine Fortsetzung keine Lust mehr hat, wird mit dem Finale der ersten Staffel einen äußerst runden Abschluss erleben können.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von My Hero Academia (Vol. 3)!

Prime Time: One Piece (TV-Box 15) Unboxing

Vor Kurzem haben wir euch die fünfzehnte Serienbox im Rahmen eines Reviews vorgestellt. Wie immer gibt es passend zu unserer Rezension ein Unboxing-Video unseres Chefredakteurs, in dem er auf die optischen und haptischen Merkmale des fünfzehnten Episodenpakets eingeht. Viel Vergnügen beim Anschauen!

 

Review: Mega Man 11

Seit der Veröffentlichung von Mega Man 10 im Jahr 2010 hat Capcom seinen Charakter Mega Man in kein neues Abenteuer mehr geschickt. Nach dieser längeren Pause muss der titelgebende Kampfroboter gegen den bösartigen Dr. Wily antreten und seine Pläne durchkreuzen.

Zu Beginn der auf grundsätzlich nur wenige Stunden angelegten Handlung blicken wir zurück in die Anfangszeit der beiden wichtigen Wissenschaftler des Franchises. Mega Mans Schöpfer, der talentierte und vernünftige Dr. Thomas Light, hindert seinen hitzköpfigen und übereifrigen Kollegen daran, die so genannte Double-Gear-Technologie zur Perfektion zu entwickeln und in Umlauf zu bringen. Bei diesem ominösen Kollegen handelt es sich, wie könnte es auch anders sein, um den Hauptantagonisten der Videospielserie, namentlich Dr. Albert W. Wily, der aus der Vergangenheit nichts gelernt hat. Zu gefährlich und zu unausgereift scheint diese Technologie zu sein, was Dr. Wily aber Jahrzehnte später nach einem Traum nicht davon abbringt, sie zu nutzen, um seine Weltherrschaftspläne voranzuspinnen. Während der Wartungsarbeiten verschiedener Androiden platzt Dr. Wily in Dr. Lights Labor – und bringt alle acht anwesenden Androiden unter seine alleinige Kontrolle. Damit Mega Man seinen Konkurrenten gewachsen ist, verpasst Dr. Light seiner Schöpfung eine Rundumerneuerung. Fortan ist Mega Man ebenfalls mit der Double-Gear-Technologie ausgerüstet, mit der er temporär die Zeit verlangsamen oder seine Angriffskraft erhöhen kann. Mit der verbauten Technik kann er den Kampf gegen die acht Androiden aufnehmen. Serienkennern wird diese überaus seichte Story gefallen, allen anderen kann sie hingegen höchstens ein müdes Lächeln hervorrufen.

Unverändert klassisch seit 1987

Ausgetüftelte Handlungsstränge waren jedoch noch nie die Stärke der Action-Reihe, die sich vor allem mit ihrem sehr hohen Schwierigkeitsgrad und ihrem Gameplay einen Namen gemacht hat. Aufgeteilt ist das Spiel, zumindest anfänglich, in acht unterschiedliche Levels, die die acht Androiden als ihr Herrschaftsgebiet betrachten. Wie für die Mega-Man-Reihe üblich, steht uns die Reihenfolge, in der wir die acht Stages abschließen wollen, von der ersten Minute an frei. Baustellen, Fabriken und schneebedeckte Landschaften sind nur drei der Szenerien, die wir in Mega Man 11 aus der zweidimensionalen Seitenansicht erkunden dürfen. Im Kern hat sich die gesamte Serie, die erstmals 1987 für das Nintendo Entertainment System veröffentlicht wurde, nicht verändert. So springen wir auch im elften Teil der Hauptreihe immer noch über Abgründe, weichen Projektilen aus und attackieren die Schützen mit Mega Mans Blaster. Am Ende jeder Stage lauert ein Bossgegner, dessen Taktik zunächst durchschaut werden will. Ist dies gelungen, knöpfen wir dem besiegten Androiden sein Waffensystem ab und können fortan jederzeit auf Knopfdruck zu diesem wechseln, um mit Feuersalven, Eisstürmen, an Wänden abprallenden Bällen oder gar herabstürzenden Felsen einerseits Vorteile gegen kleinere Gegner zu haben und andererseits, um die Schwachstellen der anderen Bossgegner auszunutzen. Dies lädt stets zum Experimentieren ein, die beste Route durchs Spiel zu finden.

Gleichermaßen leicht und schwer

Ganz so schwierig wie die ersten Serienteile ist Mega Man 11, zumindest bis zum Abschließen der ersten acht Stages selbst auf dem zweithöchsten von insgesamt vier Schwierigkeitsgraden, allerdings nicht. Das liegt weniger an der Level-Struktur und den selten ganz schön fies platzierten Gegnerpositionen, sondern vor allem an Dr. Lights Laboratorium: Im Spiel sammeln wir regelmäßig Bolzen ein, die im Labor bei Androidenmädchen Roll in hilfreiche Upgrades oder Items umgewandelt werden dürfen. Mehr Versuche, mehr Energy Tanks oder gar automatische Rettungen beim Sprung in Abgründe oder beim Kontakt mit sonst sofort tödlichen Stacheln können hier erworben werden. Zwar ist die Aufstockung der Gegenstände begrenzt, sie reicht aber dennoch aus, um knifflige Passagen auszutricksen oder dem Tod mal wieder ein Schippchen zu schlagen. Da die Investitionen aber auf freiwilliger Basis erfolgen und Hardcore-Fans die gut gemeinte Funktion nicht nutzen müssen, eignet sich Mega Man 11 tatsächlich für alle Spielergruppen. Bis zu dem Moment, in dem das große Finale in Dr. Wilys Festung eingeleitet wird, klingt dieses System auch wirklich fair: Die letzten Spielabschnitte fordern selbst Anfänger, die bis an die Zähne mit hilfreichen Items ausgestattet sind. Wer hier kein Land zieht, muss das Spiel neu starten und den Schwierigkeitsgrad reduzieren. Eine Option, den Schwierigkeitsgrad auch während des Abenteuers zu regulieren, fehlt leider völlig.

Vorstoß und Rückschlag

Während frühere Mega-Man-Abenteuer voll und ganz auf die Bewegung per Steuerkreuz ausgelegt sind, kann der elfte Serienteil auch wunderbar mit dem Analog-Stick gespielt werden, da jede Aktion wirklich punktgenau ausgeführt wird. Wer es klassischer mag, kann den Titel wie die früheren Teile mit dem Steuerkreuz über den Pro Controller spielen und so das altbekannte Gefühl hervorrufen. Einzig und allein die Bewegungsmethode über die Steuerungstasten des linken Joy-Cons wirkt vor allem im Handheld-Modus leider sehr unbeholfen. Durchweg überzeugen kann uns hingegen die aufgebohrte Optik: Sowohl auf dem großen Fernsehbildschirm als auf dem „kleinen“ Screen der Switch sieht der für die Reihe neue Comic-Look wirklich fantastisch aus. Hier haben die Entwickler von Capcom mit satten Farben in einer HD-Auflösung wunderbar gezeigt, dass Mega Man nach den eher etwas halbgaren Ausflügen in die 16- und 32-Bit-Ligen nicht unbedingt auf den Pixel-Look der 8-Bit-Zeit reduziert werden darf, wie Mega Man 9 und Mega Man 10 es womöglich suggerierten. Akustisch hapert es bei Mega Man 11 hingegen, denn während die früheren Abenteuer mit Musik begeistern, die von einer Sekunde auf die andere direkt ins Ohr geht, bleibt der Soundtrack trotz ein paar schöner Melodien diesmal leider nur zweckmäßig. Unterm Strich bleibt Mega Man 11 dennoch ein wirklich toller Action-Titel, der sich hier und da aber etwas zu sehr auf den Lorbeeren vergangener Tage ausgeruht hat und nicht jedem Fan genügend neue Anreize bieten kann.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Mit dem elften Serienteil der Mega-Man-Reihe beweist Capcom, dass der titelgebende Android im blauen Kampfanzug längst noch nicht zum alten Eisen gehört. Dementsprechend haben die Entwickler des japanischen Unternehmens ihrer seit 1987 bestehenden Marke eine Generalüberholung spendiert, die sich trotzdem noch fast genauso wie der erste Serienteil anfühlt. So macht es immer noch Spaß, die beste Route durchs Spiel herauszufinden und die teilweise ganz schön knackigen Stages zu verinnerlichen, um beim nächsten Versuch nicht schon wieder in denselben Abgrund zu stürzen. Die temporäre Zeitverlangsamung oder die kurzzeitige Angriffskrafterhöhung per Double-Gear-Technologie sind zwar nette Werkzeuge, sind unterm Strich aber nur sehr selten wirklich notwendig, um einer brenzligen Situation zu entkommen. Hier hätte Capcom durchaus etwas mehr Feingefühl beweisen dürfen, ebenso bei der Auswahl der Musikstücke. Der Soundtrack ist zwar nett, kann mit den Ohrwürmern vergangener Tage jedoch nicht mithalten. Dafür überzeugt der comichafte Grafikstil, der trotz anfänglicher Bedenken wunderbar wie die Faust aufs Auge zu Mega Man 11 passt. Trotz kleinerer Mankos ist der Titel ein wirklich gutes Action-Spiel, das einige Stunden lang sehr gut unterhalten kann.

Review: Mirai Nikki (Vol. 2)

Nachdem Kazé Anime im September 2018 die erste Volume der tiefgründigen und intelligent erzählten Anime-Serie Mirai Nikki veröffentlicht hat, folgte einen Monat später das zweite Episodenpaket, das auf dem Grundgerüst mit dem einen oder anderen genialen Kniff aufbaut.

Zu Beginn der siebten und damit ersten Episode der zweiten Volume bekommen Protagonist Amano Yukiteru und seine Freundin Gasai Yuno Probleme mit einem neuen Rivalen im Spiel auf Leben und Tod. Der gerade einmal vierjährige Hōjō Reisuke wurde nach dem Tod seiner Eltern von Yukiterus Mutter aufgenommen, sodass er mit Yukiteru und Yuno in Kontakt treten kann. Obwohl die frische Familie anfangs in Harmonie miteinander zu leben scheint, bröckelt die Fassade schnell und Reisuke zeigt sein wahres Gesicht. Er ist ebenso im Besitz eines der titelgebenden Zukunftstagebücher und will seine Kontrahenten ausschalten. Auf diverse Art und Weise versucht er, Yukiteru und Yuno zu töten. Dabei fällt auf, dass die Gedanken eines Vierjährigen ganz schön finster und durchtrieben sein können. Unter anderem überlegt er sich, Yuno mit einem elektrischen Schlag zu töten und schreckt außerdem nicht davor zurück, Giftgas zum Bekämpfen seiner Feinde einzusetzen. Bei all dem Trubel kommt auch Yukiterus Mutter zu schaden. Wie glaubhaft das sein soll, sei einmal dahingestellt – definitiv bleibt die Story in Mirai Nikki auf diesem Wege stets unvorhersehbar und sehr spannend. Wie der Kampf gegen Reisuke ausgeht, soll an dieser Stelle ebenfalls nicht verraten werden. Kurz darauf bekommen es Yukiteru und Yuno allerdings mit noch größeren Problemen zu tun.

Facettenreiche Charakterisierung

Kaum besuchen Yukiteru und Yuno eine neue Schule, lernen sie neue Freunde kennen, mit denen sie am Nachmittag einen Ausflug ins Grüne machen. Dort werden sie von einem Rudel wild gewordener Hunde in ein leerstehendes Gebäude gejagt und fürs Erste dort festgehalten. Um vorherzusehen, durch welche Fenster die gefräßigen Vierbeiner ins Haus eindringen wollen, muss Yukiteru regen Gebrauch von seinem Tagebuch machen. Das kommt für die eine Hälfte der Gruppe überraschend, für die andere Hälfte ist diese Enthüllung jedoch ausreichend, um sich selbst als Tagebuchbesitzer vorzustellen. In den Szenen der achten und neunten Episode überschlagen sich die Geschehnisse regelrecht, was vor allem für Yukiterus und Yunos zwischenmenschlicher Beziehung wichtig ist. Eifersucht, Freundschaft und Liebe gehen hier Hand in Hand und zeigen sehr gut, wie vielschichtig die einzelnen Figuren in Mirai Nikki sind. Es werden allerdings nicht nur Yukiteru und Yuno stärker charakterisiert, auch die zahlreichen Nebenfiguren haben ihre eigene Persönlichkeit, die in der zweiten Volume stark beleuchtet werden. Hinzu kommen Hintergrundgeschichten, die das Spiel auf Leben und Tod stark intensivieren: Zum Beispiel steht in der zehnten Episode Minene Uryū im Mittelpunkt der Handlung. Angereichert wird die Story relativ häufig mit düsterem und seichtem Humor.

Erwachsenes Erscheinungsbild

An der technischen Gestaltungsweise hat sich seit dem Seriendebüt glücklicherweise nichts verändert. Auf der optischen Seite besticht der Anime aus dem Jahr 2011 in der Auflösung von 1080p im bildschirmfüllenden 16:9-Format mit dunklen Farben, schaurig-schönen Effekten und mit diffusem Licht. Dennoch gibt es in der zweiten Volume einige Szenen, die bei Tageslicht oder in der Freizeit der Charaktere spielen, sodass auch genügend Raum für heitere Momente bleibt. Diese stehen im starken Kontrast zur düsteren Handlung, sind aber vor allem für die Entwicklung der Persönlichkeiten absolut notwendig. Die Musik im Tonformat DTS-HD 2.0 passt sich dem Geschehen jederzeit an, sodass die absolut düstere Atmosphäre durchgehend spürbar ist. Sowohl die deutschen als auch die japanischen Sprecher wissen zu gefallen; hier sollte die Wahl schlicht nach persönlichen Präferenzen getroffen werden. In puncto digitales Bonusmaterial sieht es leider noch düsterer aus als bei der ersten Volume, da es schlicht nicht existiert. Laut Herstellerangaben liegen jedoch Memo-Karten, ein 12-seitiges Booklet und ein Handy-Hintergrund zum Downloaden als physisches Bonusmaterial bei. Mirai Nikki bleibt in der zweiten Volume unterm Strich nach wie vor eine sehr tiefgründige und spannende Anime-Serie, die mit seiner erwachsenen Erzählstruktur für offene Münder sorgt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit der zweiten Volume von Mirai Nikki geht das Spiel auf Leben und Tod in die nächste Runde. Dieses Mal müssen sich Gasai Yuno und Amano Yukiteru nicht nur mit alten Feinden auseinandersetzen, sondern sich außerdem mit neuen Ärgernissen herumschlagen. Vertrautes wird mit Ungewohntem vermischt, was die Handlung frisch hält. Auch wenn diverse Charaktere wie der vierjährige Hōjō Reisuke stark überzeichnet sind und den Rand der Glaubwürdigkeit „knapp“ überschreiten, bleibt die Geschichte dennoch spannend und dank der erwachsenen Erzählung ist die Anime-Serie durchgehend stimmungsvoll. Letzteres liegt aber auch am düsteren Setting und der optischen und akustischen Gestaltungsweise, die der Qualität der ersten Episoden in Nichts nachsteht. Wer sich mit Mirai Nikki anfreunden konnte, darf auch gerne bei der zweiten Volume zuschlagen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mirai Nikki (Vol. 2)!

Review: SNK 40th Anniversary Collection

Mit dem Videospielkonzern SNK wird in erster Linie die kultverdächtige Konsole Neo Geo in Verbindung gebracht. Dass SNK auch schon viele Jahre zuvor im Videospielsektor aktiv war, ist nur wenigen bekannt. Mit der Mitte November 2018 veröffentlichten SNK 40th Anniversary Collection wird ein Teil seiner Historie mit leider wenig repräsentativen Titeln abgedeckt.

1978 wurde das Unternehmen Shin Nihon Kikaku, kurz SNK, im japanischen Higashiōsaka von Eikichi Kawasaki gegründet. Vierzig Jahre später blickt die Firma auf eine umfangreiche Historie zurück. Eigentlich ist solch ein Jubiläum eine großartige Gelegenheit, eine gesunde Auswahl an Spielen, die die Geschichte des Unternehmens bestmöglich repräsentieren, im Rahmen einer Videospielsammlung zu vermarkten. Die SNK 40th Anniversary Collection enthält jedoch nur vierzehn Spiele aus einer wesentlich größeren Bibliothek, die noch dazu allesamt zwischen den Jahren 1985 und 1990 veröffentlicht worden sind. Mit den Spielen Alpha Mission, Athena, Crystalis, Guerrilla War, Ikari Warriors, Ikari Warriors III: The Rescue, P.O.W.: Prisoners of War, Prehistoric Isle, Psycho Soldier, Street Smart, TNK III, Vanguard und Victory Road wird dieser kurze Zeitraum sicherlich wunderbar abgedeckt. Dennoch lässt sich schon anhand der Titel dieser Werke das arcade-lastige Gameplay erahnen. Fast alle der enthaltenen Spiele wurden zunächst als Arcade-Version entwickelt, einige davon mit einem kurzen Abstand von einem Jahr auch noch für Konsolen wie das Nintendo Entertainment System oder den Commodore 64 umgesetzt. Sofern bei einem der enthaltenen Spiele eine Konsolenumsetzung existiert, lässt diese sich im Menü separat auswählen. Schade ist hierbei nur, dass das Spiel nie kommuniziert, um welche Konsolenfassung es sich handelt.

Konfigurierbares Spielvergnügen

Gelungen ist in jedem Falle die schnell verständliche Menüstruktur. Alle vierzehn Spiele sind fein säuberlich aufgelistet und bis auf Vanguard, das einzig und allein in einer internationalen Fassung vorliegt, lässt sich bei jedem Titel zusätzlich auswählen, ob wir lieber die US-amerikanische oder die japanische Version starten möchten. Das hat kleine bis große Auswirkungen auf das Spielgefühl. Wenn wir den ersten Level von Psycho Soldier in der US-Version spielen, erklingt im Hintergrund eher dumpfe Musik und es wird die englische Version des Songs von Kaori Shimizu abgespielt anstatt des japanischen Originals. Weiterhin gibt es für einen Großteil der enthaltenen Spiele die Möglichkeit, verschiedene Anpassungen vorzunehmen. Beispielsweise lässt sich der Schwierigkeitsgrad hochdrehen oder die Anzahl an zu erreichenden Punkten verändern, die benötigt werden, um ein Continue zu erhalten. In vielerlei Hinsicht ist SNK mit dieser Kollektion sehr entgegenkommend, da so jeder Spieler weitgehend für sich entscheiden kann, wie er sein Spielerlebnis gestalten möchte. Schade ist allerdings, dass sich das Gameplay in den vierzehn Titeln sehr, sehr ähnelt. Oft geht es nur darum, mit seiner Spielfigur verschiedene Gegner abzuschießen und feindlichen Projektilen auszuweichen. Street Smart als Kampfspiel und vor allem Crystalis als Action-Rollenspiel sind die beiden Titel, die aus der Masse des abwechslungsarmen Gameplays herausstechen.

Zeitreise in die 1980er-Jahre

Um herauszufinden, ob sich ein Spiel für uns lohnt, können wir uns bei jedem Titel auch eine vollständige (!) Komplettlösung in Videoform anschauen und uns auf diesem Weg ein Bild von den Spielmechaniken machen. In technischer Hinsicht liegen bei den Spielen der SNK 40th Anniversary Collection teils große Unterschiede vor. Während die Arcade-Fassungen wirklich gut laufen, sind es in der Regel die Konsolenfassungen, die häufiger mit Framerate-Einbrüchen zu kämpfen haben oder aufgrund der starken technischen Limitierung langsamer laufen und optisch nicht ganz so stark beeindrucken. Wer es nostalgischer mag, kann das Spektakel mit speziellen Filter-Einstellungen kombinieren, um den Eindruck zu erwecken, die Spiele würden auf einem Röhrenfernseher oder einem Arcade-Automaten wiedergegeben werden. Oft geht der Soundtrack der Spiele in Ordnung, dennoch sollten kleinere Macken wie die fiesen Soundaussetzer in TNK III nicht unerwähnt bleiben. Neben der Möglichkeit, das Spielgeschehen jederzeit speichern oder laden zu können, hat uns vor allem das Museum sehr gefallen. Hier geht der Publisher auf seine Geschichte zwischen 1978 bis 1990 ein und bereitet dies mit zahlreichen Fotografien, Artworks und Informationen auf. Nostalgiker, die von Arcade-Titeln nicht genug bekommen, sollten unbedingt zuschlagen. Alle anderen greifen eher zu Alternativen wie der umfangreichen Videospielsammlung Sega Mega Drive Classics.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Wer im Vorfeld darauf gehofft hat, in der Kollektion Spiele aus vier Jahrzehnten der SNK-Geschichte zu erleben, wird wohl etwas enttäuscht sein. SNK hat sich bewusst auf einen kleinen Zeitraum beschränkt und präsentiert ihn verhältnismäßig gut. Im Vordergrund stehen vierzehn Titel, die vor allem in den japanischen und US-amerikanischen Spielhallen präsent waren. Abwechslungsreich sind diese Titel aber kaum, da es hauptsächlich darum geht, mit seiner Spielfigur so lange wie möglich zu überleben und möglichst viele Gegner abzumurksen. Im Grunde stechen nur das Action-Rollenspiel Crystalis und das Kampfspiel Street Smart aus der Masse des Gameplay-Einheitsbreis heraus. Das ist wirklich schade, da SNK auf eine wesentlich größere Bibliothek zurückgreifen könnte. Immerhin überzeugen die zahlreichen Modifizierungsmöglichkeiten und das Museum, in dem spannende Hintergründe über die Firmengeschichte offenbart werden. Arcade-Nostalgiker dürfen einen Blick riskieren.

Review: Fairy Tail (Box 5, Episoden 99–124)

Nachdem die vierte Serienbox der Anime-Serie Fairy Tail im September 2018 veröffentlicht wurde, mussten Fans der Reihe bis Anfang Februar 2019 auf die Fortsetzung warten. Dieses Mal steht eine sehr wichtige Prüfung und ein auswirkungsreicher Kampf gegen dunkle Magier im Mittelpunkt der Handlung.

In der 99. Episode von Fairy Tail wird der Handlungsbogen, der in den letzten beiden Folgen der vierten Serienbox begonnen wurde, nahtlos fortgeführt. Für die Helden der Gilde Fairy Tail hat die Aufstiegsprüfung zum mächtigen S-Rang-Magier begonnen. Damit einer von ihnen am Ende diesen Test bestehen kann, reisen die Auserwählten zusammen mit den drei amtierenden S-Rang-Magiern Elsa Scarlet, Gildarts Clive und Mirajane Strauss auf die Insel Tenrō, einem überaus heiligen und von der Außenwelt verborgenen und abgeschnitten Ort. Hauptfigur Natsu Dragneel ist selbstverständlich hellauf begeistert und will der nächste S-Rang-Magier werden. Hierbei ist er allerdings nicht alleine, denn auch seine Kontrahenten Cana Alberona, Elfman Strauss, Freed Justine, Gray Fullbuster, Juvia Loxar, Levy McGarden und Mest Gryder möchten dieses Ziel unter allem Umständen erreichen. Was anfänglich nach einem Abenteuer auf der Suche nach dem magischen Grab von Fairy Tails erster Gildenmeisterin Mavis Vermillion klingt, entpuppt sich schon kurz nach ihrem Eintreffen auf Tenrō als Aneinanderreihung an hitzigen Kämpfen. Schon in der ersten Folge der fünften Serienbox trifft Natsu auf Gildarts, wobei Protagonist Natsu feststellen darf, dass der S-Rang seinen Titel nicht von ungefähr hat. Der dazu geografisch limitierte Schauplatz ist wahrhaftig gut gewählt, da so das Aufeinandertreffen der Figuren vorprogrammiert ist und stets spannend bleibt.

Actionreiche Handlung

Um der S-Rang-Prüfung noch ein wenig Würze zu verleihen, haben sich die Köpfe hinter dem Projekt, allen voran Manga-Zeichner Mashima Hiro, gedacht, noch ein paar Bösewichte auf die heilige Insel zu schicken. Kaum haben sich Natsu und Co an die Beschaffenheit von Tenrō gewöhnt, taucht am Horizont ein Luftschiff auf. Das fliegende Vehikel gehört Hades, dem Anführer der dunklen Magiergilde Grimoire Heart. Diese hat kaum Interesse an der Prüfung oder Fairy Tails Absolventen, doch sind letztere ihnen bei ihrem Unterfangen ein Dorn im Auge. Auf der Insel soll sich Zeref begraben liegen, der angeblich stärkste und bösartigste Magier aller Zeiten, den sie wiederbeleben wollen. Das können die Magier der Gilde Fairy Tail selbstverständlich nicht zulassen und setzen sich gegen Hades und seine Verbündeten zur Wehr. Es entbrennen weitere Kämpfe, die Natsu und seinen Freunden arg zusetzen. Hinzu kommt, dass bei einem dieser Kämpfe der magische Tenrō-Baum gefällt wird – was dazu führt, dass die Fairy-Tail-Magier ihre Unsterblichkeit auf der der Insel verlieren. So zieht sich die Schlinge immer mehr um die Charaktere zu, wodurch die ausweglose Situation sowohl für die Charaktere als auch für den Zuschauer durchweg spürbar ist. Auf diesem Weg werden die actionreichen Kämpfe wunderbar mit der eigentlichen Handlung verbunden, sodass es sowohl inhaltlich als auch inszenatorisch niemals auch nur eine einzige Minute langweilig wird.

Bekannte und geliebte Optik und Akustik

In den vorliegenden Episoden hat sich Fairy Tail letztendlich zu einer Anime-Serie entwickelt, die an vielen Stellen in einem Atemzug mit Dragon Ball und One Piece genannt werden kann. Vor allem in optischer Hinsicht kann Fairy Tail mit letztgenannter Serie konkurrieren, da der Stil mehr als ähnlich ist, was Fans aber eh seit der ersten Folge wissen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass nach wie vor auf das technische Grundgerüst der bisherigen vier Volumes aufgebaut wird: Alle Szenen werden in Full-HD-Auflösung und im bildschirmfüllenden 16:9-Format wiedergegeben. Die trüben Hintergründe, das manchmal diffuse Licht, die grellen Lichteffekte und das charmante Charakterdesign fügen sich gut zusammen, einzig und allein an den zu einfachen Bewegungen sollten die mittlerweile vier an der Produktion beteiligten Animationsstudios ein wenig schrauben. Akustisch können die beiden Tonspuren in DTS-HD Master Audio 2.0 immer noch überzeugen, was besonders am facettenreichen Soundtrack liegt, der sämtliche Situationen grandios mit passender Musik unterlegt und die Emotionen der vielschichtigen Charaktere ausdrückt. Die Synchronsprecher, sowohl in der japanischen als auch in der deutschen Tonspur, tun ihr Übriges, um durchweg Atmosphäre aufzubauen. Digitales Bonusmaterial gibt es in der fünften Serienbox leider nicht, dafür gibt es wieder ein Booklet mit Episodenguide, ein Klebe-Tattoo und einen Magneten mit Lucy-Heartfilia-Motiv.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Fairy Tail ist eine Anime-Serie, die sich oft in kleineren Handlungssträngen verliert, die nur mäßig begeistern können. Anders sieht es bei der fünften Serienbox aus, denn hier wird an das offene Ende des vorherigen Episodenpakets wirklich gut angeknüpft. Die Storyline rund um die S-Rang-Prüfung ist spannend und mit überraschenden Wendungen gespickt. So und auch gar nicht anders darf sich Fairy Tail auch gerne in Zukunft entwickeln. Vor allem die vielschichtigen Charaktere, die auch in den vorliegenden Folgen ein weiteres Mal im Kampf gegen durchtriebene und bösartige Feinde zusammenhalten müssen, tun ihr Übriges, damit es nicht langweilig wird. Viel Humor gibt es aufgrund der dieses Mal ein wenig düsteren und somit auch gereiften Handlung zwar nicht, doch ist das zur Abwechslung nicht so schlimm und zeigt Fairy Tail aus einem ganz neuen, vielleicht sogar deutlich besseren Blickwinkel.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fairy Tail (Box 5, Episoden 99–124)!

 

Prime Time: Aika (Collector’s Edition) (Unboxing)

Vor einiger Zeit haben wir euch die Collector’s Edition der Anime-Serien Aika, Aika R-16: Virgin Mission und Aika Zero im Rahmen eines Reviews ausführlich vorgestellt. Heute möchten wir unser Unboxing-Video zur Collector’s Edition ergänzen, um euch die Merkmale der Verkaufsversion vorzustellen. Viel Vergnügen!

Review: Dragon Ball Super (Vol. 1, Episoden 1–17)

Als am 19. November 1997 auf japanischen Fernsehgeräten zum letzten Mal der Abspann der Anime-Serie Dragon Ball GT flimmerte, ahnte wohl niemand, dass es bis Mitte 2015 dauern sollte, bis gänzlich neue Abenteuer mit Son Gokū und Anhang ausgestrahlt werden konnten.

Im deutschsprachigen Raum mussten Dragon-Ball-Fans sogar noch ein wenig tapferer als ihre japanischen Pendants sein, denn hierzulande wurde mit der Ausstrahlung erst zwei Jahre später begonnen, die Veröffentlichung auf Blu-ray Disc zog sich sogar bis Ende 2018 hin. Wer damit rechnet, dass es sich bei Dragon Ball Super um eine Fortsetzung von Dragon Ball GT handelt oder zumindest nach dem Ende von Dragon Ball Z spielt, irrt sich gewaltig. Stattdessen hat sich der Autor der Manga-Vorlage gedacht, die Geschichte von Dragon Ball Super in den zehnjährigen Zeitsprung kurz vor Ende der Serienhandlung von Dragon Ball Z zu packen. Toriyama Akiras Gedanke ist äußerst gewagt, zumal auch neue Figuren auftreten, auf die im Finale von Dragon Ball Z logischerweise nicht eingegangen werden konnte. Ob der Anime-Serie der Spagat gelingt, die zehnjährige Erzähllücke zu schließen, kann an dieser Stelle noch nicht beantwortet werden. Sehr wohl ist es jedoch möglich, die Erzählweise der ersten siebzehn in dieser Volume enthaltenen Episoden einzuschätzen. Vier Jahre nachdem Majin Bū die Erde terrorisiert hat, ist endlich wieder Frieden eingekehrt. Dementsprechend behandeln die ersten Folgen von Dragon Ball Super vor allem Gokū und seine Freunde beziehungsweise wie ihr Leben sich seither entwickelt hat. Am Horizont ist aber bereits der nächste Feind zu sehen.

Typischer Dragon-Ball-Charme

Bei diesem Widersacher handelt es sich um Birusu, den Gott der Zerstörung. Wer neben den Serien des Franchises auch die Filme im Blick hat, wird diesen Charakter sehr wohl aus Dragon Ball Z: Kampf der Götter und Dragon Ball Z: Resurrection ’F’ bereits kennen. Ähnlichkeiten gibt es auch in der Erzählstruktur, denn der vorliegende Handlungsstrang orientiert sich inhaltlich an den Eckpunkten des erstgenannten Films. Ein paar Zuschauern dürfte diese Entscheidung womöglich negativ auffallen, doch wer die Filme noch nicht gesehen hat, kommt in den Genuss einer durchaus interessanten Geschichte. Diese kann mit vorhersehbaren Wendungen zwar nicht gerade überraschen, punktet dafür jedoch mit umso witzigeren Momenten. Insbesondere wenn es um den Verzehr von Mahlzeiten geht, sind Birusu und sein Begleiter Uisu nicht mehr zu halten. Je exquisiter oder deliziöser ein Gericht ist, desto eher ist es nicht vor ihnen sicher. Von solchen Szenen ist der Auftakt der Anime-Serie durchzogen – und auch alle Fans von Lüstling Muten Rōshi, der aufbrausenden Chichi oder Großmaul Misutā Satan kommen voll auf ihre Kosten. Grundsätzlich wird jeder der zahlreichen Charaktere auf angemessene Art und Weise ins Rampenlicht gerückt. Hauptsächlich beschränkt sich die Handlung jedoch auf Gokū, der immer noch nicht an die Grenzen seiner Kräfte gestoßen ist.

Wenig pompöser Kampf der Götter

Einen Großteil der Story nimmt der Kampf zwischen Gokū und Birusu ein: Obwohl der Gott der Zerstörung seinen Kontrahenten Gokū bei ihrer ersten Begegnung in Sekundenbruchteilen krankenhausreif schlägt, entsteht im Handlungsverlauf eine Legende um den ominösen Super-Saiyajin-Gott, der die Auseinandersetzung zwischen den beiden anreichert. Um welchen Mythos es sich dabei handelt und wie dieser erweckt werden kann, sollte der Zuschauer aber mit eigenen Augen erleben. Ganz so pompös wie die Kämpfe aus Dragon Ball Z ist der Kampf der Götter überraschenderweise nicht. Erklärt wird das insofern, dass es unter Birusus Würde wäre, gegen einen unterlegenen Gegner mit voller Kraft zu kämpfen. Optisch gibt es im bildschirmfüllenden 16:9-Format und in Full-HD-Auflösung daher nur ein paar Hingucker, wenn hier und da mit effektreichen Techniken gekämpft wird. Schade ist auch, dass die Animationsqualität stark nachgelassen hat: Viele Bewegungen wirken unfreiwillig komisch. Unter akustischen Gesichtspunkten lässt Dragon Ball Super in DTS-HD Master Audio 2.0 auch zu wünschen übrig. Manche Musikstücke erinnern wunderbar an Dragon Ball Z, andere Tracks fühlen sich unpassend an, beispielsweise wenn chinesische Melodien bei diversen Nebensächlichkeiten aus den Lautsprechern trällern. Unterm Strich bleibt ein gutes Seriendebüt, das sich in den folgenden Episodenpaketen aber noch arg verbessern muss, um alte Stärke zu zeigen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Zwei Jahrzehnte lang mussten Dragon-Ball-Fans auf eine Fortsetzung in Serienform warten. In der ersten Volume von Dragon Ball Super wird thematisch zwar der Film Dragon Ball Z: Kampf der Götter behandelt, inhaltlich wird dieser jedoch stark mit vielen neuen Szenen erweitert. Das Wiedersehen mit Son Gokū wird in den ersten Minuten sicherlich jedem zusagen, mit der Zeit fallen aber ein paar negative Punkte auf, die vermeidbar gewesen wären. Damit ist absolut nicht die Adaption der Filmhandlung, die bewusst für die Serie übernommen wurde, gemeint. Viel eher stört es, dass der erste große Kampf nicht ansatzweise die Qualität der vorherigen Kämpfe aus Dragon Ball Z erreicht, was hier und da auch an den etwas schwachen Animationen liegt. Im direkten Vergleich und unter Berücksichtigung des technischen Fortschritts wirkt Dragon Ball Super nicht ganz so rund wie die Vorgängerserie. Auch dass an manchen Stellen unpassende Musik ausgewählt wurde, schmälert die eigentlich tolle Atmosphäre, die sich vor allem über den typischen Humor des Franchises hervorragend identifiziert. Das Seriendebüt lässt sich zwar auch mit diesen Defiziten immer noch 17 Episoden lang genießen, in den nächsten Ausgaben muss sich Dragon Ball Super aber unbedingt noch einmal steigern.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Super (Vol. 1, Episoden 1–17)!

 

Review: Mario & Luigi: Abenteuer Bowser + Bowser Jr.s Reise

Im Oktober 2017 veröffentlichte Nintendo ein Remake des Game-Boy-Advance-Rollenspiels Mario & Luigi: Superstar Saga. Überraschenderweise überspringt Nintendo im Portierungs- und Remake-Wahn den zweiten Serienteil, erneuert mit Mario & Luigi: Abenteuer Bowser lieber die dritte Episode und fügt abermals ein zumindest nett gemeintes Bonuskapitel hinzu.

Wer jemals nur irgendein Rollenspiel mit Klempner Mario in der Hauptrolle gespielt hat, wird sehr wohl wissen, dass Humor eines der wichtigsten Elemente ist, um die kuriose Geschichte des Spiels voranzutreiben. So ist es auch bei Mario & Luigi: Abenteuer Bowser der Fall, das erstmals im Jahr 2009 für den Nintendo DS veröffentlicht wurde: Das Pilz-Königreich muss sich mit einer ungeahnten Bedrohung auseinandersetzen, dieses Mal im Rahmen der ominösen Krankheit Metabowlie. Durch den Verzehr von mysteriösen Pilzen sind einige Toads auf einmal kugelrund, versperren den einen oder anderen Durchgang und können somit auch nicht das Königreich verteidigen. Gut, für letzteren Fall stehen dem Herrschaftsstab ohnehin die beiden Brüder Mario und Luigi mit Rat und Tat zur Seite. Im Falle der Metabowlie sind diese aber ebenfalls ratlos – und da ist es nicht gerade hilfreich, dass Erzfeind Bowser sich zum Schloss von Prinzessin Peach aufgemacht hat und die Monarchin ein weiteres Mal entführen will. Lustigerweise hat die Riesenschildkröte ebenfalls einen der Pilze gemampft und verfügt seither über die Fähigkeit, alles in ihrer Nähe einzusaugen. So und nicht anders landen Mario, Luigi, die Prinzessin, diverse Bewohner des Reiches, Röhren und Blöcke in Bowsers Magen, wodurch einer der ungewöhnlichsten Schauplätze auf uns wartet, erkundet zu werden.

Mario, Luigi und Bowser in der Hauptrolle

Mit Mario und Luigi durchkämmen wir im wahrsten Sinne des Wortes Bowsers Innenleben. In fast durchweg zweidimensionalen Abschnitten bekämpfen wir zahlreiche Gegner, kaufen uns von gefundenen Goldmünzen neue Ausrüstung und versuchen an speziellen Orten im Körper Ereignisse auszulösen, die Bowser hilfreich sein könnten. Dies ist die zugleich auch wohl wichtigste geschweige denn innovativste Neuerung der Reihe, denn wir dürfen im dritten Serienteil nicht nur mit den beiden Brüdern, sondern sogar mit Bowser spielen – und das in gar nicht mal so kurzen Abschnitten. Ungefähr die Hälfte der Spielzeit fällt tatsächlich auf die Bereiche, die wir mit Bowser aus der leicht versetzten Vogelperspektive erkunden dürfen. Während Marios und Luigis Aufgabe darin besteht, Peach im Körper des Reptils aufzuspüren und nach Hause zu bringen, muss sich Bowser mit dem überaus durchgeknallten Krankfried auseinandersetzen, der zunächst nur sein Schloss besetzt hält, später jedoch noch weitaus größere Pläne mit dem Pilz-Königreich hat. Story und Gameplay verlangen es, in regelmäßigen Abständen zwischen Bowser und den Klempnern zu wechseln. Kommen wir also an einer bestimmten Stelle nicht weiter, so wechselt das Geschehen häufig sogar automatisch zur jeweils anderen Partei. Die fantastischen deutschen Bildschirmtexte helfen dabei jederzeit weiter, das nächste Ziel zu identifizieren.

Auswirkungen des Zusammenspiels

Obwohl das Zusammenspiel zwischen dem Reptil und den Klempnern durchaus interessant gestaltet ist, findet diese Inszenierung häufig nur an vordefinierten Stellen statt. Wenn Mario und Luigi in einer Kammer in Bowsers Körper nicht weiterkommen, da die nächste Plattform beispielsweise nicht erreicht werden kann, reicht es aus, wenn Bowser aus dem Wasserhahn am Kariesstrand trinkt. Das Wasser ermöglicht es schließlich in besagter Kammer, dass die Brüder im Raum schwimmen können, was allerdings ebenso dafür sorgt, dass die in der Kammer eigentlich recht harmlosen Gegner auf einmal auch schwimmen und uns besser attackieren können. Kämpfe finden, wie für die Reihe üblich, in einem rundenbasierten Kampfbildschirm statt. Je nachdem wie schnell ein Akteur im Kampf auf Basis seines Geschwindigkeitswertes ist, desto eher darf er seinen Zug ausführen. Gelingt es uns, einen Gegner außerhalb des Kampfes mit einem Sprung, einem Hammer- oder Faustschlag oder einer Flammensalve zu überraschen, dürfen wir die Initiative ergreifen. Selbiges gilt allerdings auch für die Feinde, was sich aber häufig nur in einer kurzen Hilflosigkeit unserer Charaktere äußert und uns keinesfalls in die Bredouille bringt. Allgemein lässt sich sagen, dass Mario & Luigi: Abenteuer Bowser ein recht einfaches Spiel ist und nur in sehr wenigen Auseinandersetzungen gegen die ulkigen Bossgegner hin und wieder eine kleine Herausforderung darstellt.

Zusammen leben, alleine sterben

Ein weiterer interessanter Aspekt ist Bowsers Saugkraft, denn mit dieser kann er Gegner in seinen Magen verfrachten, die dann im fließenden Wechsel im Laufe eines Kampfes von Mario und Luigi bearbeitet werden dürfen. Um die eigenen Angriffe zu verstärken oder den feindlichen Attacken auszuweichen, müssen wir im richtigen Moment den Mario, Luigi oder Bowser zugeteilten Knopf drücken, sodass – wie in sämtlichen anderen Serienteilen auch – nicht die alleinige Berechnung des Schadens ausschlaggebend für Sieg oder Niederlage ist, sondern vor allem von unserer Aufmerksamkeitsspanne abhängt. Insbesondere bei verschiedenen Spezialtechniken ist eine gute und vor allem rasche Auffassungsgabe wichtig, da ein kleiner Fehler sehr oft die ganze Attacke abbrechen lässt. Beispielsweise schauen beim Brüderangriff Fassgeballer Mario und Luigi ein bis zwei Sekunden lang kurz aus acht Kanonenfässern gleichzeitig heraus. Wir müssen uns schnell einprägen, welcher Bruder in welchem Fass steckt und bevor die Fässer nacheinander automatisch aktiviert werden und die Brüder auf die Gegner schießen auch noch den richtigen Knopf betätigen. Anfangs können die Spezialtechniken durchaus fordernd sein, doch mit ansteigender Spielzeit gehen diese Angriffe rasch in Fleisch und Blut über. Wer die Spezialattacken üben will, kann im stets gut dokumentierten Menü die Probe auswählen.

Riesenkämpfe für Bowser

Neben den normalen Kämpfen gibt es in Mario & Luigi: Abenteuer Bowser zudem noch die Riesenkämpfe, in denen Bowser auf eine gigantische Größe anwächst und quasi in die Fußstapfen von Japans Filmmonster Gojira tritt. Bemerkenswert ist, dass der 3DS für diese Kämpfe um neunzig Grad intuitiv gedreht werden muss, sodass wir den Handheld wie ein Buch in einer Hand halten. Während links auf dem oberen Screen der Feind und seine Lebensenergie zu sehen ist, trifft selbiges für Bowser auf den unteren Bildschirm zu, der jetzt rechts liegt. In diesen Kämpfen müssen wir uns den Touchpen greifen, um im richtigen Moment Angriffe zu stärken oder die Abwehr aufzubauen. Diese Kämpfe sind toll inszeniert, auch wenn die sich oft wiederholenden Angriffsmuster inklusive der dazugehörigen Animationen auf Dauer nerven. Eine Auflockerung sind die Riesenkämpfe definitiv, was aber leider nicht auf die zahlreichen Minispiele zutrifft. Vor allem in der ersten Spielhälfte müssen Bowsers Muskeln so häufig von Mario und Luigi in repetitiven Aufgaben strapaziert werden, was den Spielfluss unnötigerweise stört. Andere Minispiele, etwa die Rückenmassage bei Nicht-Spieler-Charakter Blockhilde, bei der Bowsers Schergen so oft wie möglich hintereinander erfolgreich eingesetzt werden müssen, sind hingegen motivierend, da sie optional sind und mit tollen Belohnungen locken.

Gutes Remake eines tollen Rollenspiels

Gelungen ist einmal mehr das fantastische Gegnerdesign, denn Entwicklerstudio AlphaDream weiß genau, wie die Super-Mario-Welt frisch gehalten wird. Häufig treffen wir auf bekannte Feinde wie Kettenhunde oder Bob-ombs, die überarbeitet sind und nicht selten karikiert werden. Zu Beginn des Spiels treffen wir zum Beispiel auf fette Gumbas, die einen Lolli auf dem Rücken tragen, später sind es ihre dampfbetriebene Artgenossen, die beim Angriff Rauchwolken ausstoßen. So kann das Spiel in seiner optischen Ausarbeitung immer wieder überraschen. Unter grafischen Gesichtspunkten wurde das Spiel zudem stark überarbeitet. Aus den reinen und knallbunten 2D-Elementen haben sich dreidimensionale Objekte entwickelt, die aus einer sehr ähnlichen Sichtweise dargestellt werden und somit das ursprüngliche Konzept kaum ankratzen. Schade ist nur, dass ähnlich wie bei Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen der Tiefeneffekt eingespart wurde. Akustisch ist der Titel dazu grundsätzlich gut untermalt, doch viel zu häufig wirken die einzelnen Musikstücke austauschbar und bleiben nur selten im Ohr. Käufer der 3DS-Fassung kommen zudem in den Genuss der Zusatzepisode „Bowser Jr.s Reise“, einem kurzweiligen Strategiespiel, dessen Story parallel zum Hauptspiel abläuft. Das Gameplay ist jedoch viel zu seicht, als dass sich Dauerspaß einstellen würde. Nichtsdestotrotz bleibt Mario & Luigi: Abenteuer Bowser ein tolles Rollenspiel, das dreißig bis vierzig Stunden gut unterhalten kann.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der 3DS-Fassung): Mario & Luigi: Abenteuer Bowser + Bowser Jr.s Reise ist im Grunde ein sehr gutes Rollenspiel, das nur hier und da an ein paar herben Designschnitzern scheitert. Repetitive Minispiele, zu häufig wiederholende Animationen in Kämpfen und austauschbare Musikstücke sind die einzigen Punkte, die ich dem Titel negativ ankreiden möchte. In sämtlichen anderen Belangen macht auch der dritte Teil der Mario-&-Luigi-Reihe wieder einmal sehr viel Spaß. Bei jedem Kampf muss ich auf der Hut sein, die Angriffsmuster der Gegner durchschauen und im jeweils richtigen Augenblick ein Gespür für gutes Timing beweisen. Auch die Erkundung der Welt, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Riesenreptils, ist stets motivierend. Zu guter Letzt ist es aber der fantastische Humor, bei dem keines meiner Augen trocken bleibt und ich unbedingt immer mehr über Bowser, Krankfried und die anderen Geheimnisse des Spiels erfahren möchte. Vor allem die Zusatzepisode „Bowser Jr.s Reise“ ist in Monologen und Dialogen richtig gut geschrieben. Schade nur, dass gerade dieser Zusatz mich spieltechnisch wie schon beim Remake des ersten Serienteils auf ganzer Linie enttäuscht. Abgesehen davon ist und bleibt Mario & Luigi: Abenteuer Bowser ein tolles Rollenspiel, das sich Fans des Klempners nicht entgehen lassen sollten.

 

Review: One Piece Box 15 (Episoden 457-489)

In der vierzehnten Serienbox der Anime-Serie One Piece setzte eine Entwicklung ein, die sich im Handlungsverlauf hauptsächlich auf Monkey D. Ruffy konzentriert hat. Dieser Erzählkniff setzt sich im fünfzehnten Episodenpaket fort und vergisst dabei alle anderen Strohhut-Piraten.

Mit dem Fischmenschen Jinbee, seinem alten Rivalen Mister Three, dem überaus gefürchteten Sir Crocodile, Großmaul Buggy, dem Clown, und über zweihundert anderen Sträflingen ist es Ruffy nach einigen nervenaufreibenden Strapazen endlich gelungen, aus dem Unterwassergefängnis Impel Down zu fliehen. Seinen geliebten Bruder Puma D. Ace konnte er in der Strafanstalt allerdings nicht befreien, dieser wurde inzwischen von der Marine nach Marineford gebracht, wo auch das Hauptquartier der Seeflotte liegt. Dort soll er um 15 Uhr unter allen Umständen hingerichtet werden, was Ruffy selbstverständlich nicht zulassen kann. Es bleiben ihm gerade einmal drei Stunden, Marineford zu erreichen und seinen Bruder vor dem Schafott zu retten. Aces Tod wollen allerdings nicht nur Ruffy und seine neue „Crew“ verhindern: Im Angesicht der aussichtlosen Situation hat sich auch Kapitän Whitebeard mit all seinen Kommandanten nach Marineford aufgemacht. Kaum ist Whitebeard mitsamt seinen Männern angekommen, eskaliert die Situation: Admiral Aokiji startet einen ersten Angriff auf den älteren Kapitän, wird dabei jedoch ins Meer geschleudert, wodurch dieses vereist wird und den Weg zur mondsichelförmigen Insel freilegt. Whitebeards Piraten stürmen auf das Schlachtfeld und verwickeln ebenso viele Marine-Soldaten in zahlreiche und sehr chaotische Kämpfe.

Bekannte Fehde und neue Hintergründe

Hauptsächlich drehen sich die 33 enthaltenen Episoden der mittlerweile fünfzehnten Serienbox um genau diese Schlacht, die als Wendepunkt in die Geschichte des großen Piratenzeitalters eingeht. Wer jetzt denkt, dass dermaßen viele auf einen Haufen kumulierte Kämpfe langweilig seien, irrt sich gewaltig. Mit jeder einzelnen Folge steigert sich nicht nur der Gewaltgrad, der die Sinnlosigkeit des Krieges zwischen den Piraten und der Marine ausdrückt, sondern auch die unvorhersehbaren Wendungen, die mit einigen Überraschungen gespickt sind. Ständig erreichen neue Figuren das Schlachtfeld, die im Kampfgetümmel mitmischen wollen – und offenbaren dabei ihre ganz besonderen Absichten. Hierbei bedient sich die Erzählweise ebenso gelegentlichen Rückblenden. Auch hier entstehen kaum Ermüdungserscheinungen, denn in der Tat beziehen sich nur sehr wenige Flashbacks auf Ereignisse, die im Verlauf der auf über 450 Episoden angewachsenen Serie geschehen sind. Dementsprechend kommen immer mehr Details ans Tageslicht, von denen besonders Ruffys und Aces familiären Verhältnisse wichtig für die Handlung sind und dabei erklären, warum Aces Hinrichtung unbedingt vollzogen werden soll. Ebenfalls spielt auch das legendäre One Piece, dessen Existenz in diesem Episodenpaket sogar angezweifelt wird, eine keinesfalls zu unterschätzende Rolle in der Storyline.

Überraschend tiefgründig erzählte Geschichte

Da sowohl Whitebeards als auch die Admiralität der Marine ihre stärksten Männer und Frauen in die Schlacht führen und das Machtverhältnis sich dabei stets verschiebt, bleibt es in jeder Folge durchweg spannend, da der Ausgang ungewiss ist. Ob Aces Hinrichtung vollzogen werden oder Ruffy seinen Bruder diesmal retten kann, soll jetzt nicht verraten werden. Fakt ist jedoch, dass One Piece spätestens mit dieser Serienbox eine emotionale Tiefe erreicht, bei der auch hartgesottene Kerle eine Träne vergießen dürfen: Nicht nur unzählige kleine Nebenfiguren lassen als Kanonenfutter ihr Leben, auch wichtige Charaktere segnen in den Episoden 457 bis 489 das Zeitliche. Da der einige Stunden anhaltende Krieg zwischen den Piraten und der Marine überraschenderweise mit einem stringenten Handlungsstrang und keinen lästigen Filler-Episoden erzählt wird, kommen Fans von Lorenor Zorro, Nami und Co dieses Mal leider nicht auf ihre Kosten, da für die parallelen Geschichten einfach keine Zeit bleibt. Was im ersten Moment etwas schade klingt, entpuppt sich beim Anschauen der vorliegenden Folgen jedoch als absolut richtige Entscheidung, denn selten hat One Piece mit so tiefgründigen und so facettenreichen Charakteren innerhalb einer spannenden und aufregenden Story begeistern können. Hier wird kein einziger One-Piece-Fan auch nur eine Kleinigkeit zu maulen finden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 457 bis 489 der Serie): Ruffys Ausflug in das Unterwassergefängnis Impel Down gehörte nicht unbedingt zu den besten, aber definitiv auch nicht zu den schlechtesten Handlungssträngen von One Piece. Ganz anders sieht es bei den Episoden der fünfzehnten Serienbox aus, die sich allesamt um den Krieg zwischen den Piraten und der Marine drehen und mit ihrer stringenten und spannenden Erzählweise absolut punkten können. Als Dreh- und Angelpunkt der Schlacht wurde Marineford ausgesucht, da dort der Charakter Ace hingerichtet werden soll, was nicht nur dessen Bruder Ruffy, sondern auch Whitebeards Piratenbande unbedingt verhindern möchten. Der Schwerpunkt wird diesmal auf die Kämpfe gelegt, die jedoch niemals langweilig sind. Sie gehen Hand in Hand mit Rückblenden, die die Absichten der einzelnen Kampfteilnehmer verdeutlichen und häufig neue Details aufwerfen, die den Zuschauer stets anspornen, sich eine Episode nach der anderen anzuschauen. Obwohl es in One Piece nur selten Tote gibt, muss sich der Zuschauer in dieser Serienbox auf mehrere Verluste wichtiger Figuren einstellen, die jedoch dafür sorgen, dass die Anime-Serie eine ungeahnte emotionale Tiefe erreicht, die ohne sie so nicht zu erwarten wäre. Um die fünfzehnte Serienbox kommt definitiv kein einziger One-Piece-Fan herum!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 15 (Episoden 457-489)!

Review: Amagi Brilliant Park (Vol. 1)

Amagi Brilliant Park aus dem Jahr 2014 ist eine heitere Anime-Serie, die den Wiederaufbau eines heruntergekommenen Vergnügungsparks in Japan behandelt. Damit dabei kein Auge trocken bleibt, wurden die zahlreichen Comedy-Einlagen noch dazu mit Fantasy-Elementen angereichert.

Protagonist Kanie Seiya ist ein gut aussehender wie eingebildeter Oberschüler, der direkt zu Beginn der ersten Episode von seiner Mitschülerin Sento Isuzu zu einem Date eingeladen wird. Damit er nicht fliehen kann, hält sie ihm gleich die Pistole auf die Brust. Er hat also keine andere Wahl, als ihre Einladung zum Rendezvous anzunehmen. Ihr gemeinsames Treffen soll im titelgebenden Amagi Brilliant Park stattfinden, der jedoch seinen einstigen Glanz als beliebter Vergnügungspark längst verloren hat. Die verbleibenden beziehungsweise überhaupt noch geöffneten Attraktionen sind allesamt heruntergekommen, die letzten Mitarbeiter durchweg apathisch und selbst Isuzu ist dermaßen „begeistert“ vom Park, dass sie Broschürentexte auswendig gelernt hat und Teile des Parks absolut emotionslos vorstellt. Irgendwann platzt Seiya der Kragen und posaunt laut heraus, dass jemand den Themenpark überarbeiten müsste, damit hier überhaupt noch Kinder zum Lachen gebracht werden können. Enttäuscht vom Amagi Brilliant Park möchte er das Date abbrechen, doch dann erklärt Isuzu ihm, dass sie von seiner Vergangenheit als Kinderstar weiß und sie – als insgeheime Mitarbeiterin des Parks – von ihm verlangt, am Wiederaufbau des Parks zu helfen. Trotz Bedenken wird Seiya von Isuzus Vorgesetzter Latifa Fleuranza überredet, die Leitung des Parks zu unterstützen.

Fortbestand eines Vergnügungsparks

Obwohl Isuzu keinen Hehl daraus macht, dass manche Mitarbeiter des Vergnügungsparks magische Lebewesen seien, glaubt Seiya das erst, als er selbst von Latifa geküsst und so mit Magie gesegnet wird. Fortan hat er die Fähigkeit, einmalig die Gedanken eines Mitmenschen zu lesen. In den ersten beiden Episoden wird das primäre Ziel der 13-teiligen Anime-Serie unmissverständlich erklärt. Innerhalb von fünf Jahren muss der Amagi Brilliant Park eine Besucherzahl von einer halben Million erreichen, da er ansonsten geschlossen wird. Blöd nur, dass diese fünf Jahre mittlerweile fast verstrichen sind und nur eine viertel Million Menschen den Park besucht haben. Es bleiben lediglich drei Monate, um den heruntergewirtschafteten Park zu retten und Antagonist Kurisu Takaya den Park schließen wird. Besonders schlimm ist die drohende Schließung aber vor allem für die magischen Lebewesen, deren Existenz von ihrer Bekanntheit abhängt. Sollten sie in Vergessenheit geraten, werden die einstigen Bewohner des Fantasy-Reiches Maple Land verschwinden respektive sich in Luft auflösen. Obwohl Seiya sich den Problemen des Amagi Brilliant Parks zunächst überhaupt nicht widmen will, sorgen vor allem Gedanken an seinen persönlichen Lebensweg dafür, dass er sich zumindest in den nächsten drei Monaten für den Fortbestand des Parks einsetzen will. Herzerweichend!

Witzigkeit kennt keine Grenzen

Humor wird in Amagi Brilliant Park tatsächlich großgeschrieben – und das auf vielfältige Art und Weise. Isuzu bleibt meistens monoton und stellt Andenken und Mitbringsel des Parks als die neuesten Produkte vor, während Seiya trocken kommentiert, dass die Artikel schon etwas älter seien. Ebenfalls lustig ist, wenn die Maskottchen in Kneipen gehen, das Bier vom Fass bestellen und auch noch schlüpfrige Bemerkungen gegenüber der Kellnerin fallen lassen. Auch kriminelle Tätigkeiten, in denen Besucher des Parks angegriffen und anschließend ihr Gedächtnis gelöscht wird, oder auch Teambesprechungen, in denen unter anderem die Öffnungszeiten um ein paar Stunden verlängert und der Ruhetag gestrichen wird, gehören zu den witzigsten Momenten der Serie. Unter optischen Gesichtspunkten gibt es ebenso nichts zu bemängeln, denn die Charaktermodelle als auch die Hintergründe wirken wie aus einem Guss. Auch die teils überzeichneten Animationen passen wunderbar zum Humor der Serie. Akustisch werden alle Szenen mit der passenden Musik unterlegt und die Synchronsprecher wurden sowohl für den japanischen Originalton als auch für die deutsche Übersetzung sehr passend ausgewählt. Digitales Bonusmaterial gibt es in Form eines Clear Opening, eines Clear Endings und zwei lustigen Miniclips á fünf Minuten Laufzeit. Laut Herstellerangaben liegen als physischer Bonus noch ein Spielposter und ein Stickerbogen bei. Ein netter Zusatz!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Amagi Brilliant Park ist grundlegend eine sehr lustige Anime-Serie. An allen Ecken und Enden haben Regisseur Takemoto Yasuhiro und sein Team humorvolle Elemente aus Light Novel und Manga in den Anime übertragen – und diese Rechnung geht durchweg auf. Zwar sind viele Witze sehr seicht, doch hier und da verstecken sich einige Brüller, die das kleine Manko wieder wettmachen. Obwohl es in den ersten Minuten vielleicht nicht vermutet werden kann, steckt unter der Oberfläche ebenso eine sehr mitreißende und herzerweichende Geschichte, die in erster Linie von den manchmal etwas melancholischen, leicht reizbaren, überaus höflichen oder überdrehten Maskottchen getragen wird. Die ersten fünf Episoden von Amagi Brilliant Park machen Lust auf mehr, zumal am Ende einer jeden Folge die aktuelle Besucherzahl und die Zeit bis zur Deadline angezeigt werden. Es bleibt also spannend, wie die Serie auf dem gelungenen Einstand aufbauen wird!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Amagi Brilliant Park (Vol. 1)!

 

 

Review: Travis Strikes Again: No More Heroes

Als im Jahr 2010 No More Heroes 2: Desperate Struggle für die Nintendo Wii veröffentlicht wurde, hat wohl kaum jemand geahnt, dass es bis Anfang 2019 dauern sollte, bis wieder etwas vom Auftragskiller Travis Touchdown zu hören war. Seine Rückkehr gestaltete sich jedoch anders, als sich das der eine oder andere Fan des Franchises wünschen würde.

Eigentlich hätten Entwicklung und Produktion eines dritten Serienteils nicht so lange auf sich warten lassen dürfen. Serienschöpfer Suda Gōichi plante zwar eine Fortsetzung, doch da er sich nach der Fertigstellung von No More Heroes 2 zunächst anderen Projekten zuwendete, vertagte er den Plan leider für lange Zeit. Erst als Nintendo ihm während einer Präsentation 2016 die Nintendo Switch vorstellte, kamen neue Ideen für die dritte Episode seiner kultverdächtigen Videospielreihe auf. Um den dritten Teil handelt es sich bei Travis Strikes Again: No More Heroes aber nicht. Das Spiel stellt eher einen Zwischenstopp auf dem Weg dorthin dar und trotz einer versteckten Andeutung auf eine mögliche Fortsetzung, soll die Zukunft der Serie von Travis Strikes Again, beziehungsweise wie erfolgreich der Titel sein wird, abhängen. Obwohl es sich hierbei nicht um eine klassische Fortführung handelt, knüpft das Spiel inhaltlich vage an die Geschehnisse von No More Heroes 2 an: Travis hat sich nach seiner Erkämpfung auf den ersten Platz der Rangliste der Auftragskiller aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und lebt seither irgendwo in der texanischen Wildnis in einem Wohnwagen. Mit der Ruhe ist es jedoch vorbei, denn Badman, der Vater der von Travis getöteten Bad Girl, hat ihn ausfindig gemacht und sinnt nach Rache. Dieser Plan misslingt Badman aber auf ganzer Linie, denn anstatt dessen werden die beiden mordslustigen Charaktere gemeinsam in die unbekannten Dimensionen der ominösen Videospielkonsole Death Drive Mark II teleportiert.

Vollgestopft mit humoristischen Einlagen

Stil und Humor waren schon immer das Aushängeschild der No-More-Heroes-Reihe und auch dieses Mal haben die Entwickler von Grasshopper Manufacture versucht, an allen Ecken und Enden mit Wortwitzen, verdorbenen Gags, schmalspurigen Jokes, haufenweise Schenkelklopfern und sogar mit dem Durchbrechen der vierten Wand aufzufallen. Dabei werden auch US-amerikanische Filme wie Terminator, Anime wie Dragon Ball oder Sailor Moon, Fantasy-Romane wie Der Herr der Ringe und eine Vielzahl an großen und kleinen Videospielen wie The Legend of Zelda: Ocarina of Time oder Hotline Miami notdürftig durch den Kakao gezogen. Alleine der irre Handlungsstrang, in dem alle sieben entwickelten und dazu auch noch kugelförmigen Spiele des Death Drive Mark II gefunden werden müssen, damit einem ein Wunsch erfüllt wird, zeigt sehr deutlich, dass das Spiel an keiner Stelle wirklich ernst genommen werden will. Stilistisch bewiesen Suda und sein Team ein weiteres Mal, dass sie Videospiele anders als der Großteil der Branche sehen, denn anstatt beispielsweise die Story mit Dialogen im Comic-Look voranzutreiben, wurde beschlossen, die Handlung im Rahmen betagter japanischer Text-Adventures inklusive giftgrünem Farbstich voranzutreiben. Auch in den Texten nimmt Travis Strikes Again den Spieler auf die Schippe, da dieser schließlich ein Action-Spiel erwartet und nicht durch das Lesen langer Texte seine Zeit verschwenden will.

Zwei wie Pech und Schwefel

Hauptsächlich findet das Abenteuer in sieben verschiedenen Videospielen statt, die nach und nach im Laufe der Story freigeschaltet werden. Hier bekämpfen wir mit Travis oder wahlweise mit Badman meistens aus der leicht versetzten Vogelperspektive massenweise Bugs, die die Gegner der jeweiligen Videospiele darstellen. Ausgerüstet mit Beam-Katana oder Baseballschläger geht es den Spielfehlern für massenweise Erfahrungspunkte mit leichten sowie starken Angriffen an den Kragen. Überall in den Videospielwelten lassen sich zudem Spezialfähigkeiten finden und ausrüsten, die ein wenig Abwechslung in den sonst recht drögen Schnetzelalltag bringen. Mit diesen Techniken können Bugs beispielsweise zurückgedrängt, betäubt oder verlangsamt werden. Ebenfalls ist es so möglich, die eigene Geschwindigkeit temporär zu erhöhen oder gar ein ebenso wenig dauerhaftes Feld zu erzeugen, dass die Lebensenergie der Charaktere schrittweise wieder auffüllt. Während das am Anfang noch recht gut funktioniert, entpuppt sich das Gameplay im letzten Drittel durchaus als recht fummelig, da immer häufiger stetig größer werdende Gegnerhorden auftreten, die Travis und Badman an den Kragen wollen. Vor allem muss Travis’ Beam-Katana in regelmäßigen Zeitabständen wieder aufgeladen werden, damit es den maximalen Schaden anrichtet. Das funktioniert zwar kinderleicht an Ort und Stelle, doch während des Vorgangs ist Travis durchweg verwundbar.

Verpasste Chancen

Auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad ist Travis Strikes Again bis auf wenige Stellen keine große Herausforderung. Allerhöchstens Situationen, in denen (zu) viele Gegner von allen Bildschirmseiten auf Travis oder Badman angestürmt kommen, oder die Bossgegner am Ende jedes Videospiels zeigen, dass die Finger am Controller auch schon mal ordentlich rauchen können. Grundsätzlich funktioniert die Bedienung tadellos, doch relativ oft erkennt das Spiel zu spät, dass wir die L-Taste zum Aktivieren von Spezialfähigkeiten bereits losgelassen haben und aktiviert die Technik dennoch, wodurch eine nicht zu verkürzende Abklingzeit in Kauf genommen werden muss, was wiederum besonders bei knackigen Gegnern fatal sein kann. Auch die Kameraführung ist gelegentlich unvorteilhaft, da vor allem in labyrinthartigen Levels nicht einmal erahnt werden kann, wohin die Wege verlaufen. Neben dem recht eintönigen Gameplay gibt es immer mal wieder Münzen zu finden, die außerhalb der Konsolendimension für T-Shirts ausgegeben werden können, auf denen vor allem Motive zu zahlreichen Indie-Titeln abgebildet sind. Thematisch orientiert sich der Titel stark an Retro-Spielen der 8-, 16- und 32-Bit-Ära, ohne dabei meistens den grafischen Stil zu kopieren. Herausragend ist da höchstens die Vektorgrafik einer kurzen Rennspielpassage, aber auch die täuscht nicht über die sonst sehr sparsamen Animationen hinweg. Für Fans der Reihe ist der Titel alleine aufgrund Humor und Story empfehlenswert, alle anderen sehen sich lieber nach Alternativen um.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Als großer Fan der Serie erhoffe ich mir seit 2010 einen dritten Serienteil, denn das Franchise trifft inhaltlich, thematisch und stilistisch genau den richtigen Nerv bei mir. Auch wenn Travis Strikes Again: No More Heroes nicht die Rolle der dritten Episode einnehmen will, habe ich mich sehr auf das Action-Spektakel gefreut. Meine Erwartungen wurden auch ungefähr getroffen, denn trotz des repetitiven und eintönigen Gameplays habe ich hier und da viel Spaß mit dem Spiel gehabt, was vor allem am tollen Humor und genialen Designentscheidungen, wie die Handlung im Rahmen eines Text-Adventures voranzutreiben, liegt. Dennoch ist es sehr schade, dass der Titel zu wenig aus seinen Möglichkeiten macht. Wenn die Entwickler die Spielwelt schon über mehrere Videospiele im Spiel verteilen, dann hätten sie auch ruhig mit verschiedenen Genres experimentieren und diese nicht nur als kleine Randnotiz behandeln können. Fans der ersten beiden Serienteile oder von Suda Gōichi greifen auch dieses Mal zu. Wer hingegen ein Action-Spiel sucht und keine emotionale Verbindung zum Franchise hat, sollte sich unbedingt nach deutlich besseren Alternativen umschauen.

 

Review: Grimgar, Ashes and Illusions (Vol. 1)

Im September 2018 veröffentlichte Kazé Anime die erste Volume von Grimgar, Ashes and Illusions. Zweieinhalb Jahre nach der Erstausstrahlung im japanischen Fernsehen kommen so auch Fans im deutschsprachigen Raum in den Genuss der zwölfteiligen Fantasy-Reihe.

Angesiedelt ist Grimgar, Ashes and Illusions im titelgebenden Fantasy-Reich Grimgar. Die Handlung dreht sich um eine Heldengruppe, die sich zwangsläufig mit sehr verschiedenen Problemen auseinandersetzen muss. Allen voran wollen sie ihre Herkunft klären, denn ihre Erinnerungen reichen zu Beginn der Serie gerade einmal zwei Wochen zurück. So sprechen die Charaktere von Mobiltelefonen oder Videospielen, wissen dabei aber gar nicht, um was es sich bei diesen ominösen Objekten handelt. Kurioserweise gewöhnen sie sich an ihr neues Leben recht schnell und kämpfen für die Red-Moon-Streitkräfte im Grenzland von Grimgar. Fiese Goblins wollen besiegt und Materialien gesammelt werden, damit sie in den Städten veräußert werden können. Bei der Erzählung wird häufig zwischen der Gegenwart und den ersten Tagen nach Ankunft in Grimgar gesprungen. So erfährt der Zuschauer beispielsweise, wie sich die zwei Gruppen der Ankömmlinge gebildet haben. Draufgänger Renji hat sich am ersten Tag mit den vermeintlich stärksten Figuren zusammengetan, während Manato sich für die im direkten Vergleich deutlich schwächeren Gruppenmitglieder entschieden hat. Ebenso ist die Wahl der Gilden der einzelnen Charaktere ein wichtiger Aspekt der Erzählweise, da so schon in der ersten Episode der Anime-Serie eine klare Rollenverteilung vermittelt wird.

Philosophische Fragen

Obwohl Manato, der sich für eine Ausbildung als Priester entschlossen hat, der Anführer der Gruppe ist, wird das Geschehen hauptsächlich aus der Sicht von Haruhiro erzählt. Dieser hat sich für einen Werdegang als Dieb entschieden. Weitere Berufe gibt es in Form des Kriegers oder des schwarzen Ritters, die von Moguzō und Ranta verkörpert werden. Yume ist hingegen die Jägerin der Gruppe und Shihoru die Magierin. In den ersten Episoden der Serie lernen sie, wie sie ihre Waffen einsetzen, Seite an Seite kämpfen und sich aufeinander einspielen. Während des einen oder anderen Kampf stellen sich die Figuren auch philosophische Fragen, warum es beispielsweise in Ordnung sei, Goblins zu töten. Diese wollen, wie auch im Kampf deutlich wird, ebenfalls nur überleben. Insbesondere durch den etwas höheren Gewaltgrad in solchen Momenten wird diese Philosophie, wer über das Recht auf Leben urteilen darf, noch einmal verstärkt. In ein paar anderen Momenten hinterfragen die Charaktere hingegen neben ihrer Herkunft auch die geografische Lage von Grimgar oder warum der Mond rötlich strahlt. Dennoch bleibt auch Zeit für die zwischenmenschlichen Beziehungen, die schließlich in einer durchaus sehr starken Charakterisierung der verschiedenen Persönlichkeit münden. Während Haruhiro eher mitfühlend ist, erscheint Ranta eher schamlos und teils sogar durchtrieben.

Wunderschönes Design

Obwohl die einzelnen Geschichten, die vor allem auf die Entwicklung als Gruppe abzielen, sehr interessant gestaltet sind und hier und da mit ein wenig mit Humor aufpoliert werden, fehlt es Grimgar, Ashes and Illusions noch an einem Ziel. So amüsant die zahlreichen Details im alltäglichen der Charaktere sind, so sehr schmerzt der fehlende Plan. Es ist schlicht und einfach nicht ganz klar, worauf die Story eigentlich hinarbeitet. Deutlich mehr überzeugt da schon die technische Ausarbeitung der Anime-Serie, denn das ansehnliche Charakterdesign von Hosoi Mieko passt hervorragend zu den natürlichen Umgebungen der Fantasy-Welt. Diese ist mit recht blassen Farben und eher seichten Übergängen sehr angenehm für das Auge gestaltet. An der einen oder anderen Stelle arbeitet Animationsstudio A-1 Pictures sogar mit dem Verdecken der Sicht, sodass die Neugier des Zuschauers durch diese Art der Kameraführung durchweg aufrechterhalten wird. Schade, dass das Bonusmaterial lediglich aus einem Clear Opening besteht. Immerhin liegt laut Herstellerangaben noch ein 40-seitiges Booklet in physischer Form bei, sodass zumindest hier noch Hintergrundinformationen über Grimgar, Ashes and Illusions gesammelt werden können. Unterm Strich bleibt zu hoffen, dass die erste Volume lediglich als stabiles Fundament für die detailreiche Handlung dienen sollte.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Grimgar, Ashes and Illusions ist eine sehr detaillierte Serie über eine Heldengruppe in einem Fantasy-Reich, in dem recht viele Fragen aufgeworfen, aber kaum welche beantwortet werden. Obwohl die einzelnen Geschichten durchaus interessant sind und den Alltag der Gruppe wunderbar und vor allem detailliert beleuchten, fehlt es einfach an einem Ziel für die Handlung. Es ist kaum verständlich, welche Motivation hinter dem Abenteuer steckt und wie sich die Geschichte noch entwickeln soll. Hier müssen die nächsten Folgen zeigen, dass die Episoden der ersten Volume lediglich als Grundlage für die Serienhandlung genommen wurden. Im Gegensatz dazu gibt es in technischer und akustischer Hinsicht nichts zu bemängeln, weil Optik und Musik eine Einheit bilden und so ein glaubhaftes Gesamtbild erzeugen. Da A-1 Pictures aber mit anderen Serien wie Blue Exorcist und Co schon ähnliches bewiesen hat, können Zuschauer zuversichtlich sein, dass die Serie mindestens ihre Qualität halten wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Grimgar, Ashes and Illusions (Vol. 1)!

 

Prime Time: Heat Guy J – Gesamtausgabe (Unboxing)

Nachdem wir euch die Anime-Serie Heat Guy J schon in Form eines Reviews schmackhaft gemacht haben, möchten wir euch heute auch in Form eines Unboxing-Videos die dazugehörige DVD-Veröffentlichung im Rahmen eines Unboxing-Videos vorstellen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Anschauen!

Review: Dimension W (Vol. 1)

Cyberpunk und Science Fiction sind zwei fantastische Kategorien, von denen insbesondere Genre-Kenner nicht genug bekommen können. Dimension W ist eine intelligente Anime-Serie, die sich Anhänger zukunftsorientierter Geschichten nicht entgehen lassen dürfen.

Dimension W spielt in einer denkbaren Zukunftsvision unserer Realität ohne dabei konkret eine Utopie oder Dystopie vorzustellen. Nachdem im Jahr 2036 die vierte Dimension, das heißt neben den Achsen X, Y und Z die titelgebende Dimension W entdeckt wurde, konnten sich die Energieprobleme weitgehend in Luft auflösen. Der Energiekonzern New Tesla Energy nutzt die neue Dimension als unerschöpfliche Quelle, um die Länder der Erde durch die Errichtung bestimmter Türme mit Energie zu versorgen. Das führt wiederum dazu, dass der Preis für Benzin im Jahr 2072 in ungeahnte Höhen schießt. 2800 Yen pro Liter sollen Besitzer alter Kraftfahrzeuge ohne Elektromotor berappen. Davon betroffen ist auch der Collector Mabuchi Kyōma, um den sich die Handlung von Dimension W dreht. Wie auch die Menschen in seiner Umwelt feststellen, lebt Kyōma gedanklich in der Vergangenheit. Für seine Aufträge lässt er sich deshalb auch nur zur Hälfte in bar auszahlen, die andere Hälfte der Bezahlung erfolgt in Benzin. Zu Beginn der Anime-Serie erhält Kyōma den Auftrag, Jagd auf zwei Kriminelle zu machen und gestohlene Spulen, genauer gesagt interdimensionale elektromagnetische Induktionseinheiten, umgangssprachlich auch Coils genannt, aus ihren Händen zu entreißen. Bei diesem Abenteuer lernt er die zielstrebige Androidin Yurisaki Mira kennen, die Tochter von Doktor Yurisaki Shidō, dem Entwickler der lebenswichtigen Induktionseinheiten.

Ungleiches Paar

Durch ein bestimmtes Ereignis am Ende der ersten Episode, auf das aus Spoiler-Gründen an dieser Stelle jedoch nicht genau eingegangen werden soll, will Mira dem mürrischen Kyōma folgen und beschließt, ebenfalls ein Collector zu werden. Kyōmas Vorgesetzte Mary erlaubt es Mira, in ihrem Team zu arbeiten und stellt sie Kyōma zur Seite, der allerdings alles andere als davon begeistert ist. Gemeinsam beginnen sie, auch auf Wunsch von Miras Schöpfer, der Spur illegaler Coils nachzugehen. Während Kyōma selbst keine Coils verwendet, somit auf Modifizierungen in seinem Körper verzichtet und gerne mal im Alleingang agiert, nutzt Mira ihre programmierten Fähigkeiten und damit alle digitalen Möglichkeiten, um den Einzelgänger Kyōma wieder aufzuspüren. Unterwegs treffen die beiden separat voneinander auf weitere Figuren, die an illegalen Coils Interesse zu haben scheinen. Die zwischenmenschliche Beziehung von Kyōma und Mira gehört zu den wohl wichtigsten Aspekten der Anime-Serie, da sie mit jeder Folge weiter ausgebaut wird. Vor allem wie sich Mira in der Gesellschaft als einzelnes Individuum entwickelt und Kyōma mit ihr auch nach dem einen oder anderen Fehltritt agiert, ist ein wichtiges Erzählelement in der ersten Volume. Auch die regelmäßige Einführung von neuen Charakteren, wie dem undurchschaubaren Polizisten Albert Schumann, hält die Geschichte von Dimension W stets frisch und macht sie nur sehr selten vorhersehbar.

Sorgfältig erarbeitetes Gesamterlebnis

Regisseur Kamei Kanta zeigt mit der Anime-Adaption von Dimension W ein facettenreiches Szenario, das aus sehr vielen Perspektiven sehr interessant dargestellt wird. Ähnlich wie in der Anime-Serie Psycho-Pass wollen alle Details des Science-Fiction-Settings an allen Ecken und Enden aufgesaugt und miteinander verbunden werden. Im direkten Vergleich mit dem Franchise von Production I.G. ist Dimension W von Beginn an eher seicht gestaltet und daher selbst für Laien wesentlich einfacher zu verstehen. Unter optischen Gesichtspunkten können die Episoden der Anime-Serie in der Auflösung von 1080p und im 16:9-Format vor allem mit den hübschen Umgebungen und den hier und da recht detaillierten Charaktermodellen punkten. Akustisch überzeugt hingegen der Soundtrack von Fujisawa Yoshiaki und Shīna Gō in DTS-HD Master Audio 2.0, der alle heiteren und auch düsteren Szenen wunderbar einfängt. In puncto Synchronisation können die japanischen und die deutschen Sprecher gleichermaßen überzeugen und hauchen ihren Charakteren durchaus glaubhaft Leben ein. Neben einem Clear Opening und einem Clear Ending sind im digitalen Bereich noch vier Produktionstagebücher zu finden, in denen unter anderem recht spannend auf die Umsetzung vom Manga zum Anime oder die Erstellung von Soundeffekten eingegangen wird. Laut Herstellerangaben liegt ebenso physisches Bonusmaterial in Form eines 16-seitigen Booklets, zwei Artcards und einer Leseprobe bei. Unterm Strich bleibt nichts anderes als ein sorgfältig erarbeitetes Gesamterlebnis!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Dimension W ist eine sehr spannende und an einigen Stellen auch sehr intelligent ausgearbeitete Anime-Serie. Der Zuschauer fiebert mit den beiden Hauptfiguren Mabuchi Kyōma und Yurisaki Mira in jeder einzelnen Episode mit, ist stets wissbegierig darauf, wie sich ihre zwischenmenschliche Beziehung entwickelt und verschlingt regelrecht jedes einzelne aufgeworfene Detail des Science-Fiction-Szenarios. Diese Einzelheiten sind zwar nicht ganz so clever versteckt wie in Psycho-Pass, dafür aber von Beginn an wesentlich besser zu verstehen und werden so von jedem Zuschauer automatisch in einen Kontext gesetzt werden können. Mit den ersten vier Folgen konnte Dimension W hervorragend in das Universum einführen und da die vierte (und damit letzte) Episode dieser Volume mit einem gemeinen Cliffhanger ändert, könnte die Vorfreude auf die Fortführung der Handlung im zweiten Episodenpaket nicht größer sein!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dimension W (Vol. 1)!

 

Review: The Virgin Psychics

The Virgin Psychics von Regisseur Sono Shion aus dem Jahr 2015 ist ein andersartiger Film, der sich mit facettenreichen Science-Fiction-, Erotik- und Comedy-Elementen schmückt, um jungfräuliche Charaktere in den Kampf gegen andere jungfräuliche Charaktere zu schicken.

Sono Shions Film erzählt die Geschichte des jungen Oberschülers Kamogawa Yoshirō, der zu Beginn der Handlung Hand an sich selbst anlegt. Während er onaniert, denkt er relativ häufig an seine Mitschülerin Asami Sae. Er stellt sich dabei vor, wie seine Traumfrau und er sich zu winken, über Wiesen laufen, dabei Händchen halten und sich schließlich küssen. Dieses Mal ist es jedoch anders, denn aus dem Weltraum rast ein mysteriöses Licht auf das Land Japan zu und unterbricht Yoshirō bei seiner Tätigkeit. Danach hüpft er wie jeden Tag zwar ins Bett, am Frühstückstisch am nächsten Morgen bemerkt er jedoch, dass er über neue Fähigkeiten verfügt. Er hört die unanständigen Gedanken seiner Eltern, die schon darüber nachdenken, was sie in der nächsten Nacht gemeinsam erleben wollen. Interessanter wird es für Yoshirō, als er über den Schulhof zum Unterricht schreitet und die Gedanken von seinen männlichen Mitschülern wahrnimmt, die allesamt auf die hübschesten Damen der Schule abfahren. Im Verlauf des Tages wird Yoshirō klar, dass nicht nur er mit „Superkräften“ gesegnet worden ist, sondern auch andere Menschen in der Stadt: Cafébesitzer Nagano Terumitsu kann sämtliche Gegenstände, die in irgendeiner Weise mit Geschlechtsverkehr oder einfach nur mit Erotik zu tun haben, schweben lassen. Yoshirōs Mitschüler Naoya Yabe kann sich wiederum unsichtbar machen und sich so unbemerkt in die schulischen Umkleidekabinen der Mädchen begeben.

Absolut oberflächliche Lust

Selbstverständlich kann die vor allem anfänglich überaus seichte Handlung wohl kaum einen abendfüllenden Film tragen. Da ist es nachvollziehbar, dass peu á peu neue Elemente in die Story eingebaut werden. Schon nach einem Viertel der circa 115-minütigen Laufzeit erfahren Yoshirō, Terumitsu, Yabe und Co von Saes Vater, Professor Asami Takahiro, dass sie allesamt Psychics sind. Hierbei handelt es sich um Menschen mit übernatürlichen Kräften, die während des Lichts aus dem Weltraum beim Masturbieren mit neuen Fähigkeiten gesegnet wurden. Es gibt jedoch auch Psychics, die weniger unschuldig sind und ihre Kräfte für unlautere Zwecke einsetzen wollen. Laut Professor Asami müssen Yoshirō und seine Verbündeten gegen diese Psychics antreten, um Ruhe und Ordnung in die Kleinstadt Toyohashi in der Präfektur Aichi zu bringen. Allerdings sei auch hier gesagt, dass die Story des Films kaum an Tiefgründigkeit gewinnt. Die Rahmenhandlung ist so hanebüchen wie die vielen kleinen Geschichten, die sich um den roten Handlungsstrang schlängeln. Sie sind durchgehend oberflächlich, beschäftigen sich zu sehr mit Äußerlichkeiten und nutzen das Potenzial in diesem unverbrauchten Szenario einfach nicht aus. Insbesondere die Charaktere hätten sich viel mehr mit ihren – persönlich auf sie zugeschnittenen – Fähigkeiten auseinandersetzen beziehungsweise hinterfragen müssen, warum ausgerechnet sie diese Kräfte bekommen haben.

Verpasstes Potenzial

In puncto Humor verhält es sich bei The Virgin Psychics sehr, sehr ähnlich. Andauernd geht es um Erektionen, Brüste und die wohl schönste Sache der Welt. Es kommt nicht gerade sehr überraschend, dass sich der Film mit diesen Themen beschäftigt, aber auch hier könnten die Gags wesentlich besser und nicht so repetitiv sein. Selbst bei Kamerafahrten werden ständig die Rundungen der weiblichen Darsteller betont. Sicherlich ist dies zu einem gewissen Grad auch Fanservice, macht Sonos Film aber nicht besser. Die überwiegend jungen Schauspieler versuchen ihr Bestes, wirken aber häufig zu steif. Immerhin kann Yasuda Ken in seiner Rolle als Professor Asami mit einer gut gespielten Ernsthaftigkeit punkten, auch wenn die von ihm verkörperte Figur unterschwellig von einem extremen Verlangen nach Geschlechtsverkehr angetrieben zu sein scheint. An der Bildqualität ist im fast bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p ansonsten aber kaum etwas auszusetzen. Negativ fallen nur jene Szenen auf, in denen einfach zu kostengünstige Effekte oder gar der Greenscreen erkennbar zum Einsatz kommt. Untermalt werden alle Szenen mit einem passenden Soundtrack, der mit Klavier- und Gitarrenklängen sehr stimmungsvoll in DTS-HD Master Audio 5.1 erklingt. Die deutsche Synchronisation geht zwar in Ordnung, atmosphärischer ist in jedem Falle aber die japanische Originalfassung, für die optional auch deutsche Untertitel vorliegen. Als einziger Bonus winkt ein Poster, das das schrille Filmcover der Kazé-Movie-Fassung wiedergibt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): The Virgin Psycho von Regisseur Sono Shion ist ein Film, den eigentlich kein einziger Mensch gesehen haben muss. Die Story ist fast von vorne bis hinten absolut hanebüchen und kann nur in den letzten zwanzig Minuten mit einem interessanten Kniff punkten, der die anderthalb Stunden davor aber kaum entschädigen kann. An allen Ecken und Enden verspielt Sonos Film reichlich Potenzial, denn weder setzt sich der Regisseur tiefgründig mit dem Thema Liebe und Erotik auseinander, noch lässt er die vielen Charaktere über ihre individuellen Fähigkeiten nachdenken. Da der Humor des Films ebenso auf der Stelle tritt und immer wieder auf Oberflächlichkeiten abzielt, bleibt es auch hier eher wenig unterhaltsam. Bis auf wenige Momente, die leichte emotionale Züge annehmen, ist The Virgin Psychics eher eine zweistündige recht mühselige Tortur als eine gute Abendunterhaltung. Hier greifen höchstens Fans der in acht Bänden veröffentlichten Manga-Vorlage von Wakasugi Kiminori aus den Jahren 2009 bis 2016 zu!

Vielen Dank an Kazé Movie für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Virgin Psychics!

Review: Senran Kagura Reflexions

Fans des Senran-Kagura-Franchises freuen sich grundsätzlich immer über ein neues Videospiel der knapp bekleideten Damen. Um Senran Kagura Reflexions für die Switch sollten aber selbst hartgesottene Anhänger des Franchises einen Bogen machen.

In Senran Kagura Reflexions schlüpfen wir in die Rolle eines Senpais der siebzehnjährigen Asuka, also eines Schülers, der länger an der Hanzō-Akademie ist als sie. Eines Tages werden wir nach dem Unterricht von ihr in ein leeres Klassenzimmer beordert: Seit kurzer Zeit fühlt sich die Shinobi in Ausbildung etwas merkwürdig und versucht herauszufinden, was mit ihr nicht stimmt. Dazu sollen wir doch bitte ihre Hand festhalten – gesagt, getan. Plötzlich befinden wir uns zusammen mit Asuka in ihrem Tagtraum, wo sie leicht bekleidet an verschiedenen Stellen ihres Körpers befummelt werden möchte. Grundsätzlich ist es völlig egal, ob wir sie aus der durchweg verwendeten Ego-Perspektive an Händen und Beinen, am Po oder an ihren Brüsten betatschen; mit der Zeit wird Asuka schwach und vertieft ihren Traum, in dem wir sie schließlich unter anderem an den Beinen massieren sollen. Ist dies innerhalb eines großzügigen Zeitlimits geschafft, füllt sich eine Phiole mit einer Flüssigkeit und sobald die maximale Kapazität erreicht ist, ist zum einen das Kapitel beendet und zum anderen erhalten wir ein Teil eines freizuschaltenden Bildes. Wer das Spiel deswegen durchspielen möchte, muss ganz schön verrückt sein, denn jedes Kapitel verläuft in den gleichen repetitiven Strukturen mit sehr, sehr ähnlichen Aufgaben. Selbst die Dessous wechselt Asuka in ihren Tagträumen kaum, sodass es die Dame darauf anlegt, das sexuelle Interesse an ihr zu verlieren.

Enttäuschung für Fans

Hinzu kommt, dass die Story das Langweiligste sein dürfte, was es aktuell weit und breit zu finden oder zu erleben gibt. Die schüchterne Asuka versucht mit der Zeit uns ihre Liebe zu gestehen, mehr passiert im Spiel nicht. Wäre das belanglose Gameplay wenigstens in eine packende Geschichte eingewoben, hätten wir darüber mit einem Achselzucken hinweggesehen. Es ist einfach nur mühselig, die Phiole jedes Mal aufs Neue zu füllen. Da hilft es auch nicht, dass wir die teils spärlich bekleidete Asuka in ihren Träumen mit einer Wasserpistole bespritzen dürfen. Immerhin können wir jede Menge Kleidungsstücke freischalten und Asuka in einem speziell dafür vorgesehenen Modus von allen Seiten zumindest gedanklich vernaschen: Brillen, Häschenohren oder Teufelsschwänzchen – hier wird kein pubertärer Wunsch ausgelassen. Auf der technischen Ebene kann der Titel zumindest teilweise überzeugen: Asuka ist bezüglich ihres Busen mit einer möglichst unrealistischen Physik gesegnet und wird zugleich mit repetitiven Animationen von den Entwicklern gepeinigt. Die lieblichen Musikstücke passen zur seichten Atmosphäre und da Asukas Monologe komplett auf Japanisch synchronisiert sind, bleibt es kaum eine Sekunde zu still. Ärgerlich ist eigentlich nur die Bedienung, da trotz aufgezwungener Joy-Con-Steuerung im stationären Modus die Analog-Sticks für die beiden gleichzeitig zu bedienenden Cursor verwendet werden müssen, ist das besonders beim rechten Joy-Con für Menschen mit großen Griffeln leider eine äußerst fummelige Angelegenheit.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Wer das Franchise kennt, wird sehr wohl wissen, dass die Werke keine allzu tiefgründige Geschichte erzählen. Beim „Spielen“ von Senran Kagura Reflexions fällt jedoch auf, dass das Franchise in anderen Spielen, Manga oder Anime eigentlich den Oscar für das beste Drehbuch verdient hätte. Senran Kagura Reflexions ist ein erotisches Spiel, das selbst Fans der knapp bekleideten Darstellerinnen einfach nicht richtig befriedigen kann. Repetitive Aufgaben, in allen Kapiteln nahezu identische Strukturen und eine äußerst nervenaufreibende Steuerung sorgen durchweg schließlich dafür, dass nach spätestens fünfzehn Minuten jeder genug vom Spiel gesehen hat. Selbst das von Director Ken’ichirō Takaki groß angekündigte HD-Rumble-Feature, das jede Berührung mit Asuka zu einem Erlebnis machen soll, ist eine kleine Enttäuschung. Wer sich für den Download des Titels entscheidet, entscheidet sich gleichzeitig auch dafür, ganze acht (!) Gigabytes (!) an nutzlosen (!) Daten auf seinem Speicherplatz in Kauf zu nehmen, der mit wesentlich besseren, abwechslungsreicheren und schlicht intelligenteren Titeln gefüllt werden könnte.

Prime Time: Texhnolyze – Collector’s Edition (Unboxing)

Vor ein paar Wochen haben wir euch die Anime-Serie Texhnolyze im Rahmen eines Reviews vorgestellt. Da Publisher Nipponart die Anime-Serie als Collector’s Edition vermarktet, stellt euch unser Chefredakteur Eric diese zusätzlich noch in einem Unboxing-Video vor. Wir wünschen euch viel Vergnügen beim Anschauen!

Review: Inō Battle within Everyday Life (Vol. 2)

In der ersten Volume von Inō Battle within Everyday Life wurden die Grundlagen der ulkigen Handlung gelegt, ein roter Faden konnte sich aber dennoch nicht entwickeln. Das Konzept der losen Verknüpfung einzelner Geschichten wird in der zweiten Ausgabe immerhin ausgebessert.

Seit einiger Zeit verfügen die fünf Mitglieder des Literaturklubs an der Senkō-Oberschule über Superkräfte. Zwar gab es in den ersten sechs Episoden ein Indiz, woher diese magischen Fähigkeiten stammen, doch wirklich gelüftet wurde der Ursprung bisher noch nicht. Somit ist es nach wie vor unklar, weshalb Andō Jurai eine schwarze Flamme beschwören kann, mit der grundsätzlich gar nichts anfangen kann. Immerhin können seine Freunde ihn so ärgern, wenn er mal wieder den Einfall hat, ein Problem mit seiner Superkraft zu lösen. An den anderen Spezialfähigkeiten hat sich seit den ersten Folgen ebenfalls nichts geändert. Nach wie vor kann Kanazaki Tomoyo, die – wie inzwischen herausgekommen ist – insgeheim wie Jurai ein Nerd ist, die Zeit anhalten oder verlangsamen. Kushikawa Hatoko hat hingegen die Fähigkeit, sich den Elementen zu bemächtigen und Takanashi Sayumi repariert mit purer Gedankenkraft zerbrochene Dinge. Himeki Chifuyu kann sich und andere von einem Ort zu einem anderen teleportieren. Dass die Superkräfte nach der ersten Folge der Serie mehr oder weniger in den Hintergrund gerückt sind, macht jedoch nichts. So stehen sie mindestens stellvertretend für die Persönlichkeiten der Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da jede Folge einen anderen Schwerpunkt legt, kann die Anime-Serie mit Abwechslungsreichtum punkten.

Spiel mit der Liebe

Ein Thema, das immer wieder behandelt wird, ist Liebe. Jedes der vier Klubmitglieder scheint etwas für Jurai übrig zu haben. Eifersucht kommt somit immer mal wieder direkt oder indirekt zur Sprache. Beispielsweise nähern sich Jurai und Tomoyo an, da diese gerne Light Novels schreiben will und Inspiration von Jurai benötigt. Hatoko, die die beiden bei ihrem eventuellen Date schon in der ersten Volume von Inō Battle within Everyday Life heimlich beobachtet hat, platzt in dem Moment, in dem Jurai ihr nicht alles erzählt, offensichtlich der Kragen. Obwohl Tomoyo leugnet, dass sie Gefühle für Jurai hat, sehnt sie sich im Geheimen dennoch nach ihm. Grundschülerin Chifuyu merkt auch, dass sie sich zu Jurai hingezogen fühlt und drängt ihn dazu, mit ihr in den Sommerferien ins Schwimmbad zu gehen. Mit Sayumi trifft sich Jurai ebenfalls im Schwimmbad, doch hat ihr Bekannter Sagami Shizumu ihren Bikini vorher ausgetauscht. Angeblich wird der Bikini durchsichtig, wenn er mit Wasser in Berührung kommt. Das sorgt natürlich dafür, dass Sayumi partout nicht ins Becken springen will, was sich wiederum zu einer der lustigsten Szenen der Serie entwickelt. Dementsprechend ist auch Humor immer noch ein wichtiger Bestandteil der Handlung, die sich trotz so manchem ernsten Thema vor allem darauf stützt. Da der Humor fantastisch funktioniert, wird es kaum langweilig.

Atmosphärisches Gesamtbild

Auf der technischen Ebene orientiert sich die Anime-Serie von Animationsstudio Trigger an der Qualität der vorherigen Volume. Im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p können Hintergründe und Charaktere in fast schon symbiotischer Form überzeugen. Hinzu kommen sehr hübsche Licht- und Schatteneffekte, beispielsweise wenn die Szenerien ins Abendrot gehüllt werden. Die Animationen der facettenreichen Charaktermodelle können ebenfalls überzeugen und unterstützen sowohl die Dynamik, als auch den zumindest zum Teil überzeichneten Humor. Neben dem kristallklaren Bild können auch die beiden Tonspuren im Format DTS-HD Master Audio 2.0 überzeugen. Der Soundtrack unterlegt die oft heiteren und düsteren Szenen mit den passenden Klängen und untermauert so die gelungene Atmosphäre. Positiv fällt auch die deutsche Synchronisation auf, da die Synchronsprecher den Charakteren reichlich Leben einhauchen und die meistens ganz schön durchgedrehten Dialoge fast schon so gut wie die japanischen Sprecher betonen. Der Originalton hat die Nase dennoch leicht vorn. Wer des Japanischen nicht mächtig ist, freut sich über nicht abschaltbare deutsche Untertitel. Digitales Bonusmaterial ist bei der zweiten Volume von Inō Battle within Everyday Life leider nicht vorhanden, ein Booklet entschädigt Fans der Anime-Serie zumindest im physischen Bereich.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Warum Inō Battle within Everyday Life die zu Beginn eingeführten Superkräfte bei den Charakteren tatsächlich gebraucht hat, ist beim Ansehen der Episoden in der zweiten Volume die große Frage. Zwar gibt es gelegentlich die eine oder andere Szene, in denen Nebenfiguren mit anderen Superkräften auftreten und die Freunde als Rivalen betrachten, doch verschwinden diese merkwürdigen Handlungsstränge so schnell wie sie gekommen sind. Hauptsächlich drehen sich die abschließenden Folgen um das Thema Liebe und welche Gefühle die Mädchen für Jurai haben. Genau dieses Konzept funktioniert sehr gut, da die Geschichten tatsächlich alltäglich und somit auch sehr glaubhaft sind. Die Kernhandlung kann jedoch getrost ignoriert werden, denn vor allem in den Seitensträngen der Story überzeugt die Anime-Serie mit Humor und tollen Charakteren!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Inō Battle within Everyday Life (Vol. 2)!

Review: Another Lost Phone: Laura’s Story

Im März 2018 veröffentlichte Plug in Digital das Adventure A Normal Lost Phone für die Switch. Einen Monat später schob der Publisher Another Lost Phone: Laura’s Story nach und beweist damit, dass es nicht ausreicht, etwas Bewährtes in abgewandelter Form aufzubacken.

Wie schon im Erstlingswerk vom französischen Entwicklerstudio Accidental Queens findet der Spieler ein verlorengegangenes Smartphone. Anhand des Spieltitels dürfte jedem bewusst sein, dass es sich hierbei um das Mobiltelefon von einer gewissen Laura handelt. Wer diese Laura ist, muss der Spieler durch das Lesen von dutzenden Nachrichtenverläufen in Form von Kurzmitteilungen, E-Mails und weiteren privaten Nachrichten herausfinden. In vielen Dialogen zwischen Laura und ihren Mitmenschen verstecken sich zahlreiche Informationen, die zum Spielfortschritt bitter nötig sind. So können Bilder in den Nachrichtenverläufen und E-Mails aufs fiktive Smartphone heruntergeladen und analysiert werden, um beispielsweise die Menschen in Lauras Leben zu identifizieren. Unter anderem lernt der Spieler durch Betrachten der Bilder und Lesen der Gesprächsverläufe Lauras Freund Ben, ihre Schwester Carmen oder etwaige Arbeitskollegen kennen. So ist es zwar möglich, sich ein gutes Bild von Lauras Umfeld zu machen, doch bleiben die meisten Charaktere eher leblose Hüllen. Sie wirken eher wie ein Mittel zum Zweck als natürliche Menschen, die es so auch in der Realität geben könnte. In A Normal Lost Phone ist dies durch zahlreiche Details und unverkennbare Merkmale in den Nachrichten auf dem Smartphone zu erkennen. In Laraus Geschichte sind diese einfach zu steril, was dazu führt, dass kaum Überraschungen oder Wendungen auf den Spieler warten.

Unerklärlich umständliches Gameplay

Am eigentlichen Gameplay hat sich seit dem Vorgänger nur wenig getan – und eher gesagt hat das Spiel auch hier einen Rückschritt gemacht. Nach wie vor verstecken sich in Fotos und in den Nachrichtenverläufen wichtige Botschaften, die geschickt kombiniert werden wollen, um beispielsweise auf verschiedene Online-Konten zugreifen zu können oder den Internetzugang auf das öffentliche Netzwerk zu aktivieren. Leider wirken diese Rätsel in Another Lost Phone sehr aufgesetzt, da auch das Herausfinden der Lösung künstlich in die Länge gezogen wird. Unter anderem müssen bei einer Sicherheitsfrage die Namen dreier zufälliger Personen aus Lauras Bekanntenkreis zum richtigen Porträt zugeordnet werden. A Normal Lost Phone ist in dieser Hinsicht wesentlich verspielter und nicht so unzugänglich. Ärgerlich ist auch, dass das Spiel im stationären Modus ausschließlich mit dem rechten Joy-Con inklusive Pointer-Funktion gespielt werden kann. Eine reine Knöpfchensteuerung oder eine Pro-Controller-Unterstützung wie beim Vorgänger gibt es nicht. Es empfiehlt sich aber ohnehin auch beim zweiten Serienteil den Titel eher im Handheld-Modus zu spielen, da die Steuerung über den Touchscreen der Bedienung eines echten Smartphones nachempfunden ist. Leider kann diese Steuerungsmethode das Spiel nicht aus seiner kontinuierlichen Talfahrt retten – die hohen Erwartungen nach dem überraschend guten ersten Teil können leider nicht erfüllt werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Switch-Fassung): A Normal Lost Phone ist ein Adventure, das mit vielen einzigartigen Charakteren, intuitiver Rätselkost und schlussendlich mit der behandelten Thematik eine Tiefgründigkeit erreicht, die in Another Lost Phone: Laura’s Story verzweifelt gesucht wird. Zwar setzt sich das zweite Spiel von Accidental Queens ebenfalls auf sehr sozialkritische Weise mit einem gesellschaftlichen Problem auseinander, doch bleibt ein Großteil der auftretenden Charaktere viel zu blass. Sie weisen kaum Eigenschaften auf, die sie voneinander unterscheiden lassen und sämtliche Textbausteine fühlen sich immer wie die logische Konsequenz an, was als nächstes in der Story passieren muss. Das ist wirklich sehr unverständlich, da sich der Vorgänger vom gleichen Entwicklerstudio auf wesentlich bessere Art und Weise mit den Figuren und ihren Beweggründen auseinandersetzt – und noch dazu mit ein paar Überraschungen und Wendungen punkten kann. Das Spiel rundum Lauras Geschichte ist zwar immer noch ein solides Adventure, doch kommt es mit Abstand nicht an den ersten Teil heran. Wer diesen noch nicht gespielt hat, sollte eher dort zugreifen.

Review: Pretty Guardian Sailor Moon Crystal (Vol. 6)

Mit der fünften Volume von Pretty Guardian Sailor Moon Crystal konnte die Anime-Serie eine neue Geschichte einleiten, die sich rasch zu einem neuen Kampf gegen das Böse entwickelt hat. In der sechsten Ausgabe wird dieser Handlungsstrang zum Abschluss gebracht.

Noch immer kämpfen die Sailor-Kriegerinnen gegen die durchtriebenen Death Busters. Zwar mag dies aufgrund der verkürzten Struktur der Serie überraschend sein, doch entsteht dieses Mal so zumindest eine bestimmte Dynamik. Gemeinsam versuchen die Kriegerinnen gegen ihre Feinde zu bestehen, doch benötigen sie dafür wesentlich mehr Kraft, als sie sich hätten vorstellen können. In dem Moment der Zusammenarbeit entwickelt Tsukino Usagi alias Sailor Moon eine unvorstellbare Macht, die jäh zerbricht, als das Vertrauen zueinander bröselt. Das liegt daran, dass sich die Sailor-Kriegerinnen uneins sind, was mit Tomoe Hotaru geschehen soll. In den letzten Episoden lernten die Zuschauer sie als einfühlsames Mädchen kennen, mit dem sich Chibiusa angefreundet hat. Nun soll sie jedoch auch eine Sailor-Kriegerin namens Sailor Saturn sein, die Unheil und Zerstörung mit sich führt. Angeblich sei die Vernichtung der Erde ihr großes Ziel, das die Sailor-Kriegerinnen natürlich verhindern wollen. Allerdings gehen sie auseinander, denn während der einen Hälfte der Kämpferinnen jedes Mittel recht ist, um den blauen Planeten zu retten, ist die andere Hälfte davon überzeugt, dass es einen anderen Weg geben muss, damit Hotarus Leben verschont werden kann. Chibiusa ist erzürnt und will ihre Freundin nicht aufgeben – und wird daraufhin von dieser in gewisser Weise getötet.

Austauschbare Beweggründe

Was es mit der ominösen Sailor Saturn auf sich hat und warum sie die kleine Chibiusa umbringt, wird an dieser Stelle aus Spoiler-Gründen natürlich nicht verraten. Für die Sailor-Kriegerinnen gibt es jedenfalls reichlich Motivation, um das Böse in Form der Death Busters zu bekämpfen. Zentrale Themen der vorliegenden Episoden sind der Glaube aneinander, das Vertrauen unter Gefährtinnen und selbstverständlich der Mut, alles zu geben, um die Erde ein weiteres Mal zu retten. Das kann ganz schön ermüdend sein, da die Bösewicht allesamt Stereotypen sind und kaum mit intelligenten Beweggründen punkten wollen. Beispielsweise ist Professor Tomoe Sōichi einzig und allein daran interessiert, seine so genannten Über-Organismen zu züchten, um außerirdisches Leben mit der menschlichen Existenz zu verknüpfen. Er will nicht nur Gott spielen, sondern als solcher über seine neuen Untertanen herrschen. So etwas war schon in vielen anderen Geschichten zu sehen und erreicht in Pretty Guardian Sailor Moon Crystal keinerlei Tiefe. Fans wird das aber nicht stören, sind sie an die bekannten Strukturen der Anime-Serie doch seit bereits fünf Volumes gewöhnt. Somit gibt es im Verlauf der Handlung auch nur sehr wenige Überraschungen oder Wendungen, was besonders beim Finale der dritten Staffel ein wenig schade ist. Weniger unterhaltsam sind die letzten Episoden deswegen aber nicht.

Bekannte Serienstruktur

Erzähltechnisch bleibt die Anime-Serie hinter ihrem Potenzial zurück, es wirkt meistens alles auf das absolut Nötigste reduziert. Zwar mag dies vom Animationsstudio gewollt sein, doch bei Titeln wie Dragon Ball Z Kai, die die gleiche Intention haben, eine existierende Serie ohne Filler-Episoden neu aufzulegen, funktioniert das deutlich besser. So sind die Kämpfe auch in der sechsten Volume von Pretty Guardian Sailor Moon Crystal nicht überwältigend. Das Böse wird mehr mit dem guten Willen und ein paar deftigen Wortduellen als hitzigen Attacken bekämpft. Wirklich spannend ist das nicht, aber wenigstens bleibt die Serie hier der Tradition treu. Ähnliches gilt auch für die technische Gestaltung. Im bildschirmfüllenden 16:9-Format ist das Geschehen jederzeit gestochen scharf und auch die Lichteffekte sind schön anzusehen. Einzig und allein so manche Animation hätte etwas umfangreicher sein dürfen. Unterlegt wird der Kampf gegen die Death Busters mit toller Musik im DTS-HD-Master-Audio-2.0-Format, die die zumeist düstere Handlung passend unterlegt. Auch die Synchronsprecher helfen stets dabei, dass die Szenen unterhaltsam bleiben. Physisches Bonusmaterial gibt es in Form von Postkarten und einem Poster, digitales Material gibt es in dieser Volume leider gar nicht. Fans werden diesbezüglich dank des halbwegs gelungenen Abschluss der Staffel hinwegsehen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): In den letzten Volumes war abzusehen, dass sich die Anime-Serie Pretty Guardian Sailor Moon Crystal in ihren Grundstrukturen nicht sonderlich verändern wird. Nach wie vor wirkt der gesamte Handlungsstrang aufs Nötigste reduziert und lässt kaum Raum für die Entwicklung der Charaktere. Schade ist auch, dass der Kampf gegen die austauschbaren Death Busters kaum mit Angriffstechniken, sondern vor allem mit dem guten Willen und Wortgefechten gewonnen wird. Pretty Guardian Sailor Moon Crystal hat so viel ungenutztes Potenzial, das die Serie einfach nicht ausspielt. So bleibt die sechste und somit letzte Volume der dritten Staffel der Tradition treu. Fans greifen unbedacht zu, alle anderen werden wohl eher zu anderen Anime-Titeln greifen wollen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pretty Guardian Sailor Moon Crystal (Vol. 6)!