Review: Last Hero in China

Last Hero in China (1)Die Once-upon-a-Time-in-China-Trilogie gehört zu den besten Martial-Arts-Filmen, die wir jemals gesehen haben. Anstatt die Trilogie auch hierzulande in eine Hexalogie umzuwandeln, schiebt Splendid Film stattdessen das Spin-off Last Hero in China nach.

Last Hero in China (2)Ähnlich wie die erwähnten Once-upon-a-Time-in-China-Filme spielt auch Last Hero in China zur Jahrhundertwende im Reich der Mitte. Kein Wunder, dreht sich die Handlung des Films doch auch um den chinesischen Volksheld Wong Fei-Hung. Der Kampfkunstlehrer und auch Mediziner Wong hat ein großes Problem, denn seine Schule ist mittlerweile zu klein für die stetig anwachsende Zahl von Schülern und so schickt er ein paar seiner Schüler aus, um ein neues Gebäude für seine Kampfkunstschule zu finden. Bei der Suche treffen sie auf einen Meister der Schneiderei, der ebenfalls Wong heißt und dem anderen Wong sogar drei Monate Miete schenkt, sofern er von Wong Fei-Hung unterrichtet wird. Dass das kein großes Problem darstellen sollte, dürfte Kennern des Volkshelden klar sein und so finden Wong und seine Schüler in einem neuen Gebäude ihr Zuhause, welches auch seiner Kampfkunstschule aus Once upon a Time in China ein wenig ähnelt. Dumm nur, dass ausgerechnet jetzt auffällt, dass sein Schüler Wong nebenan ein Freudenhaus unterhält. So werden nicht nur Wongs Schüler von den aufreizenden Damen abgelenkt, sondern auch Wong selbst kommt in eine unmissliche Lage, als sich zwei Prostituierte als Patienten bei Wong vorstellen und genau dann der amtierende General der örtlichen Kaserne vorbeischaut.

Chinesischer Volksheld

Last Hero in China (3)Last Hero in China dreht sich natürlich nicht nur um die Nachbarschaft zwischen Wongs Schule und Wongs Bordell, denn in Kanton haben diabolische Kräfte Einzug gehalten. Ein undurchsichtiger Mönchsordnen versteckt in seinem Kloster Frauen, die sie in Südostasien als Dirnen verkaufen wollen. Als dann auch noch Vater und Schwester einer verschwundenen Frau in Kanton auftauchen, wird auch Wong Fei-Hung auf die Geschehnisse aufmerksam. Nach einem spektakulären Kampf, dessen Qualität wir gleich nochmal ansprechen müssen, wird Wong durch eine britische Medizin jedoch taub. Anstatt ihn für den Aufruhr ins örtliche Gefängnis zu stecken, soll er in seine Heimat Foshan zurückkehren und dort seinen Frieden finden. Da seine Schüler mit der Situation nicht zufrieden sind, versuchen sie mehr über den Orden herauszufinden und erfahren so, dass der General seine Finger mit im Spiel hat und die Entführung des britischen Botschafters vor hat. Wong, der mittlerweile außerhalb der Stadt verarztet wird und seine Taubheit wieder verliert, wird zunächst Ziel eines Anschlags, um im Anschluss in zwei weiteren spektakulären Kämpfen die Situation bei den Festlichkeiten in Kanton unter Kontrolle zu bringen. Bei diesen Kämpfen wird uns immer wieder vor Augen geführt, dass es sich hierbei eindeutig um ein Spin-off der Filmreihe handelt.

Abgedrehtes Spin-off

Last Hero in China (4)Das liegt insbesondre an dem teils zu abgedrehten Humor, den wir so in der restlichen Reihe nicht gesehen haben. Die Prostituierten fassen sich an die Brüste und wackeln damit. Das sieht in der Praxis dermaßen dämlich aus, dass wir einfach nicht darüber lachen können. In den Kampfszenen ist es dann unter anderem ein Hahn- oder Truthahnkostüm, mit dem Wong angreift und dabei gegackerte Laute als Kampfgeräusche eingespielt werden. Dass die beiden Stoffschilde dann auch noch eiserne Klingen samt entsprechender Geräuschkulisse abwehren können, verunglimpft die Szene noch mehr. In der anderen Kampfszene gegen den Orden ist es eindeutig, dass Schauspieler Jet Li via Drahtseil durch die Lüfte springt, doch wenn er sich dann auch noch buchstäblich an diesem festhält und in der Szene dort einfach kein Seil sein sollte, dann macht das absolut keinen Sinn. Obwohl die lustigen Szenen insbesondere in den ersten dreißig Minuten schmerzlich auffallen, gewinnt der Film dennoch an ernster Tiefe, auch wenn die britische Anwesenheit zu dieser Zeit (verständlicherweise) nebenher durch die britische Medizin kritisiert wird. Das Bild in 1080p ist nur in den Nahaufnahmen gut, da sonst die Unschärfe zu stark auffällt. Die deutsche Synchronisation passt zum Klamauk, doch der Originalton in Kantonesisch ist sehr viel passender und ebenso authentischer.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Jet-Li-Reihe von Splendid Film hat jetzt lange Zeit pausiert, und nach ein paar Fehlplatzierungen in der Reihe, ist Last Hero in China sicherlich wieder ein Film, der aus dem Einheitsbrei heraussticht. Jedoch zerstört die unpassende Komik den Mythos um Wong Fei-Hung, denn während in der Once-upon-a-Time-in-China-Reihe der Humor subtil, passend und weniger lächerlich  eingefangen wurde, ist das in Last Hero in China leider nicht der Fall. Das fängt bei Unsinnigkeiten in den Kämpfen an, denn wenn sich Jet Li auf einmal an einem Drahtseil sichtlich festhält und in einem ulkigen Kostüm auftritt, dann wirkt das ziemlich unprofessionell. Was sich Regisseur Yuen Woo-Ping dabei gedacht hat, weiß ich auch nicht. Die lustigen Momente, die sonst immer so toll in die Handlung eingewebt worden sind, sind ebenfalls nicht immer so lustig, wie sich der Regisseur das wohl im Kopf vorgestellt hat. Auch dass sich der ehrenhafte Wong Fei-Hung während der Kämpfe als listenreich entpuppt und sogar selbst so vorstellt, macht den Mythos um diesen chinesischen Volkshelden kaputt. Wer dringend Nachschub an Martial-Arts-Filmen braucht, der wird mit Last Hero in China sicherlich glücklich, denn nur so bekommt man wohl einen Wong Fei-Hung zu sehen, der im Drunken-Master-Stil kämpft.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Last Hero in China!

Review: Rayman

Rayman (1)1995 legt Ubisoft mit Rayman den Grundstein, um ein Spiel gegen die Konkurrenz von Nintendo zu haben. Um Klempner Mario den Rang abzulaufen, hat man sich gedacht, einfach einen Held ohne Gliedmaßen in den Ring zu schicken. Rayman war geboren!

Rayman (2)Obwohl Rayman ursprünglich für den Atari Jaguar produziert wurde, erschien das Spiel auch für den Sega Saturn und die PlayStation. Es folgten auch noch eine PC-Fassung und das eine oder andere Remake und diverse Handheld-Ableger. Rayman für den GameBoy Color ist einer dieser Handheld-Ableger, in dem wir mit dem Helden ohne Gliedmaßen die Welt retten. So ganz richtig ist das natürlich nicht, denn zwar fehlen Rayman sehr wohl Gliedmaßen, also Arme und Beine, doch Füße und Hände gehören noch sehr wohl zu seinem Körperbau. Sie schweben stattdessen eher zusammenhanglos an der betreffenden Stelle herum und bewegen sich entsprechend mit. In Rayman hat Mr. Dark Grauenhaftes geplant, denn der Bösewicht ist in die friedliche Welt eingedrungen und hat die Electoons entführt. Diese finden wir in der gesamten Spielwelt in Käfigen versteckt, welche wir befreien können. Hauptaufgabe ist und bleibt es aber, das Ende des Spiels zu erreichen und Mr. Dark das Handwerk zu legen. Uns wird bei Rayman jedoch wieder einmal klar, dass Entführungen in Jump ’n’ Runs einfach zur Tagesordnung gehören und interessante Storylines auch bei Nintendos Konkurrenten nicht immer vorherrschen müssen. Dass aber durchaus andere Unternehmen als Nintendo schöne Levels in Jump ’n’ Runs kreieren können, beweist uns Rayman deutlich.

Schwertpunkt Leveldesign

Rayman (3)Zwar kann die Optik auf keinen Fall mit der Prämisse der PlayStation-Fassung mithalten, doch hat es Ubisoft geschafft, die technischen Limitierungen des GameBoy Color bis an die Grenzen auszunutzen. Nimmt man die (im Vergleich zum Original) schwache Grafik in Kauf, dann bekommt man auch in der Handheld-Fassung sehr schöne Welten spendiert. Während wir in der einen Welt noch durch einen Wald hüpfen, sind es als nächstes die luftigen Höhen, die uns so sehr begeistern. Über fliegende Plattformen bewegen wir uns hier von einem Ort zum anderen, werden dann durch Trompeten durch die Luft geschleudert und müssen uns hin und wieder auch mit dem einen oder anderen Feind konfrontiert sehen. Feindesbegegnungen sind in Rayman jedoch nicht so wichtig, wie beispielsweise in der Super-Mario-Serie, denn der Titel legt mehr Wert auf funktionierende Welten, anstatt auf ein ausgeklügeltes Item-System, mit welchem Gegner bekämpft werden. Ist ein Kampf aber nicht zu umgehen, so können wir Raymans Hände zu Fäusten ballen und in Blickrichtung vorschnellen lassen. In den meisten Fällen reicht ein starker Schlag aus, um den Gegner aus dem Bildschirm zu boxen. Meistens tauchen Gegner aber auch in Kombination mit dem Leveldesign auf, denn wenn wir die Feinde auf bewegenden Plattformen beseitigen sollen, ist das viel schwieriger.

Ursprung eines Franchise

Rayman (4)Manchmal beweist das Spiel dann aber auch Humor, wenn wir zum Beispiel  den Kopf einer Fresspflanze so abtrennen müssen, damit dieser auf einem Forscher landet. Im Anschluss nutzen wir den umherlaufenden Forscher dann als bewegliche Plattform, um anschließend auf eine Anhöhe zu hüpfen. Viele Stellen sind leicht, manche jedoch weniger leicht zu meistern. In der dritten Spielwelt gibt es eine Stelle, wo wir uns an mehrere Haken hängen und von einem Haken zum nächsten schwingen sollen, um einen großen Abgrund zu überwinden. Das erfordert dermaßen viel Fingerspitzengefühl, dass wir glauben, dass man dem Design von wenigen Levels nicht ganz so viel Beachtung geschenkt hat, wie dem Rest des Spiels. Käufer der originalen GameBoy-Color-Ausgabe werden sich wohl darüber ärgern, dass das Spiel nur ein Passwortsystem besitzt. Wer die Virtual-Console-Fassung im eShop des Nintendo 3DS herunterlädt, kann immerhin auf die Speicherfunktion der Konsole zurückgreifen. Im Jahre 2000, also bereits fünf Jahre nach der Veröffentlichung für die PlayStation, hätten wir Ubisoft da wesentlich mehr zugetraut. Wer den französischen Mario erst mit Rayman Origins kennengelernt hat und die Zeit bis Rayman Legends überbrücken möchte, bekommt für fünf Euro einen angemessenen Einblick in die Ursprünge des Rayman-Franchises.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation- und Virtual-Console-Fassung): Um mir ein Fazit zu bilden, muss ich mich zwangsläufig an die Neunziger Jahre erinnern. Der Besuch des Einkaufszentrums war für mich immer ein regelrechtes Highlight, denn damals war es noch üblich, dass diverse Videospielsysteme in den Kaufhäusern aufgebaut waren, um einen ersten Blick auf aktuelle oder auch bekannte Spiele zu werfen. Rayman für die PlayStation war eines der Spiele, die ich damals auf diesem Wege kennengelernt habe und das Spiel blieb mir auch sehr gut im Gedächtnis, nur habe ich es leider nie selbst besessen, da mir einfach die Konsole oder der PC dazu gefehlt hat. Dementsprechend habe ich mich sehr darüber gefreut, dass der erste Teil für den GameBoy Color umgesetzt wurde und jetzt auch im eShop erhältlich ist. Es ist zwar klar, dass die Grafik niemals an die PlayStation-Fassung heranreichen kann, doch haben die Entwickler einiges auf den Bildschirm des kleinen Handhelds gezaubert. Die Farben der GameBoy-Color-Fassung könnten zwar etwas kräftiger und die Kamera weniger hektisch sein, doch das Spielprinzip bleibt unverändert klasse. Ubisoft beweist mit Rayman sehr gut, dass nicht nur Nintendo Jump ’n’ Runs wie kein anderer Publisher produzieren kann. Heutzutage ist der Held ohne Gliedmaßen zwar nicht mehr so populär wie noch vor siebzehn Jahren, doch wer dem Spiel eine Chance geben möchte, der wird sicherlich einige Stunden sehr gut unterhalten werden!

Review: Lego City Undercover

Lego City Undercover (1)Die Lego-Videospiele sind nicht für Innovationen und wegweisendes Gameplay bekannt. In Lego City Undercover ändert sich daran zum Leidwesen der Fans nicht, doch auch ohne die gewünschten Merkmale kann Lego City Undercover noch immer Spaß machen.

Lego City Undercover (2)In Lego City Undercover schlüpfen wir in die Rolle von Chase McCain, der nach zwei Jahren in die berühmte Stadt der Bauklötze zurückkehrt und seinen alten Beruf als Polizist wieder aufnimmt. Wohlgemerkt zum richtigen Augenblick, denn Chases größter Widersacher, Rex Fury, ist aus dem Gefängnis ausgebrochen und sorgt in Lego City mit einer Handvoll anderer Krimineller für Chaos. Noch dazu hat es der Gauner auf Chases alte Liebe Natalia Kowalski abgesehen, die mittlerweile im Zeugenschutzprogramm lebt und als Sanitäterin arbeitet. Da sich der Schurke jedoch nie in der Öffentlichkeit zeigt, muss Chase das Verbrechersyndikat unterwandern und undercover die Pläne von Rex verhindern. So spannend die Geschichte auch klingt, so spannend wird sie überraschenderweise mit viel Wortwitz, einer kräftigen Prise Humor, tollen Gags und Slapstick-Elementen auch erzählt! Obwohl die Szenen allesamt sehr lustig sind, schaffen es die Charaktere dennoch den Ernst der Lage (so weit wie es nur möglich ist) aufrecht zu erhalten. Der Humor ist auch einer der größten Pluspunkte des Spiels, der durch die illustren Charaktere ständig präsent ist. Da wären Chases ungeschickter Kollege Frank Honey, sein engstirniger Vorgesetzter Chief Dunby oder der exzentrische Mafiosi Moe De Luca, die für jede Menge kuriose Szenen und erinnerungswürdige und Momente sorgen.

Orientierung an der Pop-Kultur

Lego City Undercover (3)Ein weiteres Merkmal des Humors sind jene Zwischensequenzen, die stark an berühmte Filme wie The Matrix, GoodFellas: Drei Jahrzehnte in der Mafia, King Kong oder The Dark Knight erinnern. In weiteren Szenen tauchen auch berühmte Romanhelden wie Sherlock Holmes und Dr. Watson oder gar Fernsehlegenden wie Lieutenant Columbo auf. Auch mit Starsky und Hutch alias Studsy und Clutch treffen wir aufeinander. Wir finden diese kurzen Auftritte sehr gut, doch werden die wohl nur jene verstehen, die sich stark mit älteren Filmen, Romanen und Serien beschäftigen. Die junge Zielgruppe wird damit nicht angesprochen und so entgehen jüngeren Videospielern durch die Cameo-Auftritte viele gut gemeinte Anekdoten und Gags. Der Humor des Spiels kann jedoch nicht über das anspruchslose Gameplay hinweg täuschen. Wie im großen Vorbild Grand Theft Auto IV können wir uns zwar durch eine große Stadt frei bewegen, in jedes Vehikel einsteigen und Chaos anrichten, doch sobald wir das nächste Ziel erreichen, werden wir in vielen Fällen wie in bisherigen Lego-Spielen in eingezäunte Levels gesteckt, die nur wenig Platz zum Experimentieren übrig und zum Vorankommen jeweils nur eine Lösungsmöglichkeit zu lassen. Das wird zwar mit fortschreitender Spieldauer durch Chases wachsenden Fundus an Verkleidungen abwechslungsreicher, aber nicht fordernder.

Eine Stadt voller Geheimnisse

Lego City Undercover (4)Durch die Kostüme wird die offene Spielwelt umso mehr bereichert. Als Polizist gehen wir auf Verbrecherjagd, als Einbrecher räumen wir Tresore aus, als Farmer suchen wir entflohene Schweine und bringen die Stadt zum Blühen und als Bauarbeiter sind wir an dem einen oder anderen Straßenloch nicht mehr ganz unschuldig. Dadurch, dass überall in Lego City hunderte Verstecke und ebenso viele Geheimnisse auf uns warten, ertappen wir uns nicht selten dabei, wie wir vom Weg abkommen und in der Pampa nach goldenen Lego-Steinen und versteckten Nebenmissionen suchen. Neben der Spielwährung (Studs), mit denen wir freigeschaltete Kostüme oder Vehikel kaufen können, gibt es in Lego City Undercover auch die so genannten Supersteine. Diese brauchen wir, um in der offenen Spielwelt Superbauten zu errichten. Das kann ein Brunnen, eine Statue oder auch einfach nur eine Rufsäule sein. An dieser können wir dann ein Auto unserer Wahl herbeirufen, wenn es nicht gerade an uns vorbeifährt, wir den Fahrer mit unserer Trillerpfeife zum Anhalten bewegen und das Fahrzeug konfiszieren. Vom Sportflitzer bis zum Lastwagen und Motorrad ist alles dabei, was man sich nur wünschen kann. Schnellboote, Flugzeuge und Ufos sind ebenfalls mit von der Partie. Nettes Detail am Rande: In Lego City Undercover dürfen wir das Fahrzeug auch bei voller Fahrt wechseln.

Kein Lego City Radio

Lego City Undercover (5)Beim Autofahren fällt uns aber auf, dass man bei Entwickler und Publisher an der falschen Stelle gespart hat. Es gibt keinerlei Radiosender und nur selten musikalische Untermalung während der Fahrt. Etwa wenn wir schnell zum nächsten Ziel hetzen müssen, dann läuft bedrohliche Musik im Hintergrund. Was die Autofahren bei der Grand-Theft-Auto-Reihe so unterhaltsam machen, verkommt bei Lego City Undercover durch Motorengeräusche zur Langeweile. Da helfen auch nicht die sich schnell wiederholenden Kommentare von Chase McCain. Die Synchronisation des Spiels reicht dabei von monoton bis großartig. Größtenteils kann diese uns jedoch begeistern, da bekannte Sprecher wie Bernd Vollbrecht und Bodo Wolf zu hören sind, doch werden sie leider auch öfters mal bei Nebenfiguren eingesetzt. Bei den Spezialaufträgen kann der Soundtrack aber durch Funk-, Jazz- und Pop-Anleihen mitsamt der Synchronisation punkten. Mit der einzigen möglichen Steuerungseinheit, dem GamePad, können wir Fotos schießen, Gespräche von Bürgern in Lego City abhören und Supersteine aufspüren. Leider lässt uns das Spiel nicht die Möglichkeit, ob wir es mit dem Pro Controller angehen möchten und das GamePad nur nutzen, wenn es nicht anders geht. Hilfreich ist das GamePad-Display aber doch, denn wird hier die Karte der Stadt und unser Ziel angezeigt.

Technische Einbußen des puren Singleplayer-Erlebnisses

Lego City Undercover (6)Maximal ein weiteres Ziel dürfen wir auch selbst auf der Karte markieren, zum Beispiel einen Superstein, den wir einsammeln wollen. Technisch ist Lego City Undercover also eher ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite begeistert das Spiel mit einer offenen, bunten und hochauflösenden Stadt, die wie eine Mixtur aus New York City, San Francisco und Miami wirkt und zum Erkunden regelrecht einlädt. Auf der anderen Seite stören gelegentliche Framerate-Einbrüche. Ladezeiten von bis zu siebzig Sekunden sind zudem keine Seltenheit. Das geht im Jahr 2013 nicht mehr, denn selbst das Vorbild aus dem Hause Rockstar Games beweist, wie die Technik eines Open-World-Spiels funktioniert und stellenweise sogar mit leistungsschwächerer Hardware als bei der Wii U. Während wir über die technischen Mängel ansatzweise noch hinwegsehen können, fällt der fehlende Mehrspielermodus schmerzlich auf. Ein Splitscreen-Modus hätte aufgrund der Story keinen Sinn gemacht, doch bei einem Open-World-Spiel würden wir sehr gerne online mit Freunden die Stadt in ihre Einzelteile zerlegen. Dann würde das Suchen nach Geheimnissen gleich umso mehr Sinn ergeben und auf Dauer deutlich mehr Spaß machen. Trotz einiger Mankos unterhält Lego City Undercover zwanzig Stunden lang. Wer wirklich alles freischalten will, darf mit der doppelten Spielzeit rechnen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Seit dem Nintendo das Spiel auf der Electronic Entertainment Expo 2012 offiziell vorgestellt hat, habe ich mich sehr darauf gefreut. Ich mag die Grand-Theft-Auto-Reihe von Rockstar Games und auch die Lego-Videospiele habe ich immer noch ganz gerne gespielt. In Lego City Undercover habe ich im Vorfeld also große Erwartungen gesteckt, die leider nur zum Teil erfüllt worden sind. Sobald man alle Kostüme und somit alle Spezialfähigkeiten für Chase McCain freigeschaltet hat, steht einem ganz Lego City offen und genau das macht für mich irgendwie den größten Reiz des Spiels aus. Ich verliere mich einfach viel zu schnell in der farbenfrohen Spielwelt, die mit vielen kleinen Details und unzählbaren Geheimnissen punktet. Schnell stellt sich bei mir das Gefühl ein, dass ich doch nur ein paar goldene Steine suchen möchte und ebenso schnell bemerke ich, dass sich der kleine Zeiger auf der Uhr ganze zwei Ziffern weiter bewegt hat. Das mag vielleicht daran liegen, dass die Zeit  in der Welt von Lego City Undercover (laut der Uhr am Bahnhof) nie verstreicht, denn Tagnachtwechsel gibt es im Spiel leider nicht. Das hätte noch weitere Möglichkeiten offengelegt. Entweder wollten die Entwickler es nicht oder Nintendo hat ihnen den Riegel vorgeschoben. So gerne ich die Welt mag, umso mehr mag ich die vom Rest des Spiels abgeschlossenen Levels nicht. Immer und immer wieder gibt mir das Spiel die gleichen Rätsel vor, die ich immer und immer wieder lösen soll. Auf Dauer macht das keinen Spaß, doch der Humor des Spiels tröstet mich über dieses Manko hinweg. Einige Gags mögen vielleicht für den einen oder anderen Spieler sehr trocken sein, doch sobald man einmal von der Heiterkeit der Spielwelt angesteckt wird, gibt es kein Zurück mehr. Ich könnte das Spiel stundenlang loben und ebenso lange Kritik üben, denn ich verstehe es absolut nicht, wie man das Spiel technisch nicht durchgehend flüssig zum Laufen bringt, wie Ladezeiten bis zu siebzig Sekunden bei der Qualitätssicherung in Ordnung gehen können und warum man mit Musik während der Autofahren geizt. Fans der Lego-Videospiele greifen aber ohnehin zu und alle, die auf Grand Theft Auto V warten, dürfen ebenfalls nicht nur einen Blick riskieren und sich in der Welt von Lego City Undercover verlieren!

Review: Wario Land 3

Wario Land 3 (1)Nachdem Wario Land II noch in zwei Fassungen erschienen ist, nämlich einmal noch für den GameBoy und einmal für den GameBoy Color, blieb Wario Land 3 im Jahr 2000 einzig und allein GameBoy-Color-Besitzern vorbehalten.

Wario Land 3 (2)Nach den Abenteuern in den beiden Vorgängern hat sich der griesgrämige Wario erst einmal einen Rundflug mit seinem Privatflugzeug verdient, doch kaum ist er abgehoben, schon macht die Maschine Probleme und Wario stürzt in einem finsteren Wald ab. Angst hat Wario keine, denn schließlich entdeckt er kurz danach eine Höhle, in der es ja einen Schatz geben könnte. Kaum hat Wario die dunkle Höhle betreten, entdeckt er dort eine magische Spieluhr. Anstatt das Kleinod einzusacken, wird er stattdessen in die kleine modellartige Welt dieser Spieluhr transportiert. Kurz darauf taucht auch noch ein schemenhaftes Gesicht auf, welches ihm seine Lebensgeschichte erzählen will, doch Wario hört erst zu, als dieses Gesicht verspricht, ihn in seine Welt zurückzubringen und dass er alle Schätze behalten darf, die er auf seiner Reise finden wird. Damit der Unbekannte dies bewerkstelligen kann, muss Wario fünf besondere Bauteile der Spieluhr finden, die kreuz und quer über die Spielwelt verstreut sind. Unsere Reise führt uns mit Wario in vier verschiedene Welten beziehungsweise Himmelsrichtungen der Spielwelt, die quasi wie eine Insel im Meer aufgebaut ist. Die einzelnen Welten kommen zwar ohne klar zugeordnete Themen aus, doch dafür variieren die Schauplätze innerhalb der Welt mehr als üblich. Wälder, Ruinen, Städte, Seen und Höhlen möchten erkundet werden.

Transformierbare Level-Architektur

Wario Land 3 (3)Das klingt zunächst nach einem gefährlichen Auftrag, doch schafft es der Titel, den ohnehin zu leichten Schwierigkeitsgrad des Vorgängers zu unterbieten. Anstatt bei Gegnerkontakt ein paar der gesammelten Münzen zu verlieren, werden wir jetzt einfach nur ein paar Meter nach hinten geschleudert und können den Kampf unmittelbar neu aufnehmen. Anfängern wird das zwar gefallen, doch wer sich länger mit dem Spiel beschäftigt, wird sich Herausforderungen wünschen, wie man sie zum Beispiel in der Super-Mario-Reihe kennenlernt. Trotz des viel zu leichten Schwierigkeitsgrades haben sich die Entwickler für Wario Land 3 einige Kniffe und Ideen einfallen lassen, die das Franchise bereichern. Da wäre zum einen die grundlegende Level-Architektur zu nennen, die sich je nach Spielfortschritt immer mal wieder verändert oder erweitert. Nach circa ein bis zwei Spielstunden tauchen nach Abschluss eines Levels plötzlich Samen auf, die vom Himmel fallen und in drei verschiedenen Levels große Ranken wachsen lassen, an die wir hinaufklettern können. Ein anderes Beispiel wäre eine Lore, die über einen großen Abgrund fahren soll, doch fehlen ihr die beiden Räder. Haben wir diese im Verlauf des Abenteuers gefunden, bekommt die Lore ihre Räder und fährt uns anschließend von einer Plattform zur nächsten. Dies hängt allerdings ständig mit Backtracking zusammen.

Herausforderungen werden zur Geduldsprobe

Wario Land 3 (4)Die Anzahl der Levels beschränkt sich nämlich auf ein nötiges und noch immer vielseitiges Leveldesign, wodurch wir gezwungen werden, einen bereits besuchten Spielabschnitt nach mehreren Spielstunden erneut aufzusuchen. Durch die Veränderungen und die für Wario-Land-Spiele typischen Verwandlungen des Protagonisten, wird das jedoch nie langweilig. Da müssen wir Wario von einem ständig stampfenden Monster im wahrsten Sinne des Wortes plattmachen lassen, um danach eine schwebende Riesenmünze oder einen schwebenden Schlüssel im Sinkflug im Stile eines Blatt Papiers einzusammeln. Wir können uns aber auch in einen Zombie verwandeln, um durch dünne Bretter einfach hindurchzusacken oder mit ein paar Pfunden mehr auf dem Leib Gegner zerquetschen. Diese Vielseitigkeit steht dem Spiel und umso mehr ist es schade, dass Herausforderungen nur in Form von Geduld existieren. Wenn uns ein Bossgegner beispielsweise von einer Plattform schubst, müssen wir den Weg zu ihm durch mehrere Türen und Gänge erstmal zurückfinden. Nervig! Am Ende eines Levels sollten wir dann auch einen der vier Schlüssel für eine der vier Truhen besitzen, denn nur mit diesen können wir den Spielabschnitt auch verlassen. Nicht verlassen werden wir aber Wario, denn auch wenn das Spiel anspruchsvoller sein könnte, macht es trotzdem noch viel Spaß!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der GameBoy-Color- und Virtual-Console-Fassung): Meinen ersten Kontakt mit dem Spiel hatte ich damals, als ich es von einem Freund ausgeliehen habe und es (logischerweise) auf meinem GameBoy nicht lief. Später, nach dem Kauf des damals neuen GameBoy Color, habe ich das Spiel nochmals ausgeliehen und fand mich niemals so wirklich im Spiel zurecht. Was ich damals gefühlt habe, kann ich heute nicht mehr bestätigen. Wario Land 3 kann von der ersten Minute an mit cleveren Spielideen, vielseitigen Verwandlungen seitens Wario und einer sich ständig Veränderungen unterworfenen Spielwelt punkten. Dazu kommen schöne Grafiken mit satten Farben und ein Soundtrack, der zu den jeweiligen Levels passt. Mir fehlt allerdings der Einbau von bekannten Melodien, welche die ersten beiden Teile der Reihe so wunderbar unterlegt haben. Abschließend bemängele ich für meinen Teil jedoch stark, dass die Herausforderungen dermaßen heruntergeschraubt worden sind, dass es in ständigem Ausprobieren und Backtracking endet. Das kann nicht der Sinn des Erfinders gewesen sein, doch auch wenn das Spiel dadurch vor allem für Fortgeschrittene und Profis nicht mehr so anspruchsvoll sein dürfte, macht der Titel aufgrund der restlichen positiven Elemente noch sehr viel Spaß, den man sich nicht entgehen lassen sollte!

Review: Resident Evil: Marhawa Desire (Band 2)

Resident Evil - Marhawa Desire (Band 2)Vor einigen Monaten haben wir uns bereits dem ersten Manga der Reihe angenommen und haben uns nach Gefallen schon sehr auf die Fortsetzung gefreut. Diese ist mittlerweile ebenso in allen Comicläden erhältlich und wartet nur darauf, von euch konsumiert zu werden. Nach den Geschehnissen in Band 1 geht es im zweiten Band wesentlich gewalttätiger und blutiger voran. Dr. Doug Wright und sein Neffe Ricky Tozawa erkunden mit dem Wachpersonal und der Schülerin Bindi Bergara das Untergeschoss der Marhawa-Schule. Zunächst wollen sie niemand anderes mit in ihre Angelegenheit hineinziehen, doch da Bindi bereits mit einer Armbrust ausgestattet ist, nehmen sie ihre Hilfe natürlich gerne an. In der Kanalisation beziehungsweise dem überdimensional großen Heizungskeller angekommen, werden sie dort auch schon von den ersten Zombies begrüßt. Ein Kampf ums Überleben beginnt, den vor allem Nebencharaktere zum Opfer fallen. Außerdem taucht auch noch eine, bereits im ersten Band am Rande vorgestellte, Kuttenträgerin im Gewölbe auf und entführt kurzerhand Bindi. Diese behauptet bei ihrer Rettung, dass es sich bei der Person unter der Kapuze um ihre Freundin Nanan Yoshihara handelt. Die ist jedoch seit drei Monaten tot, weshalb Doug und Ricky vor einem Rätsel stehen, welches einem von ihnen das Leben kosten wird.

Die Action im Vordergrund

Obwohl der zweite Band sich wesentlich mehr auf die Action konzentriert, bleibt der Manga auf 176 Seiten trotzdem spannend. Das liegt vor allem daran, dass er sich während der Kämpfe mit den Zombies Zeit lässt, um Dialoge fortzuführen oder durch den Tod einer Nebenfigur eben nicht zu Ende zu führen. Das schafft Raum für offene Fragen, die erst ein paar Seiten später wieder aufgegriffen werden. Uns gefällt dieser Aufbau, auch wenn wir natürlich hoffen, dass in den nächsten Ausgaben die Story wieder ein wenig mehr an Gewicht erlangen wird. Im zweiten Manga schadet es der Dynamik jedenfalls nicht. Diese wird abermals in schön gezeichneten Bildern gut geschildert. Jegliche Kämpfe, die mit den typischen Einhandwaffen, Armbrüsten oder Pistolen ausgeführt werden, wirken kräftig und besonders die jetzt auch noch sehr schnell laufenden Zombies tun ihr Übriges, dass wir es gar nicht erwarten können, so schnell wie möglich auf die nächste Seite umzublättern. Schade nur, dass der überwiegende Teil der Seiten wieder nur in einer schwarzweißen Farbgestaltung vorliegt. Nur die ersten Seiten sind in Farbe gedruckt, doch diese beinhalten überwiegend nur eine Zusammenfassung in Textform von Band 1. Diese ist zwar hilfreich, doch empfehlen wir lieber, das erste Manga nachzuholen, um die ganze Handlung vollends genießen zu können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Nachdem sich der erste Band genügend Zeit nehmen konnte, um die Charaktere vorzustellen, steht nun die Action im Vordergrund. Das mag nicht jedem gefallen, doch anders lassen sich die Vorfälle in der Marhawa-Schule nicht erklären beziehungsweise vorstellen. Die wandelnden Toten sind agiler und tödlicher, als es sich die Protagonisten bisher vorstellen konnten und müssen sich nun ordentlich zur Wehr setzen. Ich finde es jedoch gut, dass man bereits im zweiten Manga konsequent ist und wohl eine sehr wichtige Figur herausschreibt. So kann der Manga in den nächsten Ausgaben nicht nur eine besondere Dynamik entwickeln, sondern ebenso eine Unvorhersehbarkeit. Selbiges macht ja auch die Fernsehserie The Walking Dead, zumindest ab der zweiten Staffel, richtig großartig. Fans von Chris Redfield müssen sich allerdings noch etwas gedulden, denn der taucht auch in Band 2 nur am Rande auf. Es sollte jedoch nicht mehr lange dauern, bis auch er zum Geschehen auf der Marhawa-Schule hinzustoßen wird. Bis dahin kann ich euch nur wärmstens empfehlen, beide Bände regelrecht aufzusaugen. Mir haben nämlich beide bis auf einzelne (vernachlässigbare) Punkt sehr gut gefallen.

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Resident Evil: Marhawa Desire (Band 2)!  

Review: Patlabor: Der Film 3 (WXIII)

Patlabor - Der Film 3 (WXIII) (1)Während der erste Patlabor-Film bereits 1989 erschien und 1993 der zweite Teil folgte, wurde die Trilogie erst 2002 komplettiert. Mehr als zehn Jahre später kommen wir in Deutschland ebenfalls in den Genuss des Films – jedoch nur im japanischen Originalton.

Patlabor - Der Film 3 (WXIII) (2)Angesiedelt im Jahr 2000, also unmittelbar nach dem ersten Film und chronologisch noch vor dem zweiten Streifen, dreht sich wieder einmal alles um die titelgebenden Patlabors. Diese spielen wie bereits im zweiten Film der Reihe jedoch nur eine untergeordnete Rolle, weshalb der Film in den ersten sechzig Minuten nahezu ohne diese Maschinen auskommen kann. Zum Verständnis der Handlung sind sie dennoch wichtig. In der Bucht von Tōkyō beginnt plötzlich und unerwartet eine Angriffsreihe auf die Patlabors. Diese arbeiten ausschließlich in der Bucht der japanischen Hauptstadt und wurden kurioserweise auch noch alle von derselben Firma hergestellt. Um die mysteriösen Vorfälle aufzuklären, werden die beiden Polizisten Takeshi Kusumi und Shin’ichirō Hata eingesetzt, die schon bald auf noch seltsamere Beweise stoßen. Während sie zunächst noch einen Sabotage-Akt in Betracht ziehen, ändert sich ihre Meinung, als Hinweise auf eine unbekannte Lebensform schließen lassen. Diese soll nach einem Flugzeugabsturz ins Meer gelangt sein, doch so wirklich schenken sie dem noch keinen Glauben. Erst als auch noch das Gebäude des Babylon-Projekts nachts in völlige Dunkelheit gehüllt wird, kommen sie langsam der Wahrheit auf die Spur. An Ort und Stelle machen sie eine grauenvolle Entdeckung – es handelt sich tatsächlich um ein gefährliches Monster.

Warten bis zum Schluss

Patlabor - Der Film 3 (WXIII) (3)Die ersten sechzig Minuten stehen somit voll und ganz im Rampenlicht der Polizei-Arbeit. Hata und Kusumi werden, oftmals nur mit purer Musik begleitet, von einem Ort zum nächsten gehetzt und treffen dabei auf unterschiedliche Charaktere, die ihnen wohl gesonnen sind und ebenso kooperieren. Kriminalfans, die von Serien wie Columbo oder CSI: Den Tätern auf der Spur geprägt sind, werden aber wissen, dass jeder potentielle Verbrecher seine Vergangenheit nicht offen auf den Tisch legt. Wie dann auch noch die hübsche und noch relativ junge Witwe Saeko Misaki in das Bild der Handlung passt, möchten wir an dieser Stelle nicht verraten. Sie lässt sich jedoch ebenfalls einem der typischen Stereotypen der Kriminalwelt zuordnen. Nach der ersten Stunde kommt jedoch zunehmend Action auf und dann hat sich das Warten auf diese auch gelohnt. Wir sehen, wie die beiden Polizisten im Babylon-Gebäude um ihr Leben kämpfen müssen und wie man schlussendlich das Monster aus dem Weg räumt, ist ebenfalls wieder eine intelligente Verstrickung in die Story. Zu diesem Zeitpunkt kommen dann auch endlich die Patlabors zum Einsatz. Wir finden diesen späten Einsatz sehr schade, denn schließlich erwarten die Fans des Franchises, die Maschinen in Aktion zu sehen und so spannend wie noch im zweiten Film ist die Handlung nämlich nicht mehr.

Charakterisierung einer Jahrtausendwende

Patlabor - Der Film 3 (WXIII) (4)Man merkt der Story an, dass sie nur auf den Konflikt zwischen der Bestie und den Patlabors hinzielt. Das erinnert an die japanischen Godzilla-Filme, in denen es um nichts geringeres geht. Immerhin fallen die Charaktere unterschiedlich aus, so dass auch viele verschiedene Elemente sich zu einem Mosaik zusammenfinden und den Film recht facettenreich gestalten. Beispielsweise gehört klassische Musik zu einem der Charaktere und für den finalen Kampf ist sie ebenfalls nicht unwichtig. Der sonstige Soundtrack reiht sich in den der Filmreihe ein, kommt aber nicht an den Zeitgeist der Achtziger und Neunziger Jahre heran. Da der dritte Film in einer anderen Dekade entstanden ist, fließen wieder andere Bilder in den Film ein, um das Jahr 2000 zu beschreiben. 1993 hat wohl kaum einer an das Internet gedacht, doch so gibt es in Patlabor: Der Film 3, der auch als WXIII bekannt ist, eine Szene, in der ein Charakter sich eine aus dem Netz herunterlädt. Aus heutiger Sicht verständlich, doch passt das nicht so ganz in die im ersten Teil charakterisierte Jahrtausendwende. Wer sich den Film anschauen will, der sollte damit leben können, dass er auf der Disc nur in Japanisch und Französisch vorliegt. Deutsche Untertitel helfen selbstverständlich zum Verständnis. Neben dem hundert Minuten langen Film liegen drei Minipato-Episoden (je zwölf Minuten) bei, die Hintergründe über das Franchise leicht und humorvoll erklären.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Während ich den ersten Teil der Trilogie sehr gerne konsumiert habe, hat sich das beim zweiten Film bereits relativiert. Zwar war der spannend und intelligent aufgebaut, doch fehlten mir dort zu sehr die Patlabors. Diese sind im dritten Teil zwar auch wieder mit von der Partie, kommen aber für meinen Geschmack immer noch zu kurz. Das fällt mir vor allem deswegen auf, da die Handlung nicht mehr ganz so spannend und vor allem sehr vorhersehbar ist. Während die Hauptcharaktere mit ihren Einstellungen und Interessen noch ganz gut charakterisiert werden, fehlt es mir bei den vielen Nebencharakteren ein wenig an Glaubhaftigkeit, da sie viel zu sehr in das typischen Schema der Stereotypen eines Kriminalfilms passen. Da nützt es auch nichts, wenn man bekannte Figuren aus den ersten beiden Teilen beiläufig vorstellt. Das Wiedersehen ist zwar nett, aber zum Mehrwert tragen sie nur wenig bis gar nicht bei. Immerhin hat man versucht, auch im dritten Film den Zeitgeist der Achtziger beziehungsweise Neunziger Jahre einzufangen. Das gelingt den Köpfen hinter dem Projekt ganz gut, hebt sich aber doch merklich von den ersten beiden Filmen ab. Immerhin hat man weitgehend auf digitale Effekte verzichtet, was dem Zeitgeist dann natürlich wieder gut tut. Patlabor: Der Film 3 ist zwar unterhaltsam, aber man sollte meiner Meinung nach hier nur zugreifen, wenn man die ersten beiden Teile kennt und ganz dringend Nachschub benötigt.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Patlabor: Der Film 3!

Preview: Dragon Quest VII

Dragon Quest VII (1)Im Februar 2013 brach ein Spiel in Japan wieder einmal alle Verkaufsrekorde. Die Rede ist von Dragon Quest VII, welches zwölf Jahre lang auf ein Remake warten durfte. Dabei ist immer noch unklar, ob der Titel hierzulande überhaupt erscheinen wird.

Dragon Quest VII (2)Dragon Quest VII erzählt die Geschichte eines namenlosen Helden, der mit seinen beiden Freunden Kiefer, dem Prinzen des Königreiches Estard, und Maribel, der Tochter eines Fischverkäufers, auf einer kleinen Insel mitten im Meer Abenteuer erlebt. Ausreißen können sie ohnehin nicht, denn die Insel ist das einzige Stück Land, das auf dem Planeten noch existiert. Eines Tages finden sie auf dem Eiland ein paar Ruinen, deren Magie sie in die Vergangenheit der verschollenen Kontinente versetzt. Nach und nach tauchen wir in die Legenden und Mythen der Spielwelt ein, befreien die Kontinente vom Grund des Ozeans und erleben das Weltgeschehen auf diesen zurück in der Gegenwart wieder hautnah mit. Diese Idee finden wir sehr intelligent, da die Bewohner der gegenwärtigen Spielwelt dann auf Ereignisse eingehen können, die wir selbst in der Vergangenheit erlebt haben. Wir sehen darin jedoch das Problem, dass die Spielzeit unnötig in die Länge gezogen wird. Kenner des Originals aus dem Jahr 2000 für die PlayStation erinnern in den Weiten des Internets daran, dass sich der siebte Teil ganz besonders viel Zeit lässt, bis die Handlung erst einmal ins Rollen kommt. Selbst von den rundenbasierten Kämpfen fehlt in der ersten Spielstunde noch jegliche Spur. Dass das bei Dragon Quest VII sein muss, sollte aber eigentlich klar sein.

Rollenspielklassik

Dragon Quest VII (3)Immerhin leben die Helden auf einer Insel, auf der es überwiegend friedlich zugeht und Monster eine untergeordnete Rolle einnehmen. Treffen wir in den kargen Landschaften der Spielwelt dann doch einmal auf die jederzeit sichtbaren Monster, dann öffnet sich in alter Manier der Kampfbildschirm. Hier stehen unsere Recken den Feinden klassisch gegenüber und warten darauf, dass wir ihnen die nötigen Befehle erteilen. Da wird dann mit Schwert und Schild gekämpft oder Zaubersprüche gewirkt, so dass Blitze, Feuerbälle und Eiszapfen auf die Gegner niederprasseln. Sind alle Gegner im Kampf besiegt, regnet es Erfahrungspunkte und Goldmünzen. Diese investieren wir dann wie gewohnt in neue Ausrüstung und Fähigkeiten, um anschließend gegen noch stärkere Feinde antreten zu können. Auch wenn der Retrofaktor bei Dragon Quest VII vermutlich bei vielen Rollenspielern wohl ausschlaggebend für den Kauf sein werden wird, sollte man nicht missachten, dass das Spiel bereits vor mehr als zwölf Jahren auf der PlayStation erschienen ist und nicht nur einen grafischen Aufguss nötig hätte. Schaut man sich beispielsweise den Trailer des Spiels an, fällt sofort auf, dass zwar noch immer die wunderschöne Melodien erklingen, doch die Soundeffekte hören sich noch genauso wie zu Zeiten des Nintendo Entertainment Systems und des Super Nintendo an.

Warten auf die Ankündigung

Dragon Quest VII (4)Lässt man nostalgische Gefühle außer Acht, hätte Square Enix hier unbedingt eine verbesserte Klangqualität einführen müssen. Auf der optischen Seite fällt jedoch ein gewisser Fortschritt auf, denn anstatt Dragon Quest VII wie auf der PlayStation beziehungsweise die Nintendo-DS-Remakes vom vierten, fünften und sechsten Teil aussehen zu lassen, hat man sich dazu entschlossen, ein klein wenig an der Grafikschraube zu drehen. Der siebte Teil siedelt sich nun mehr zwischen den Qualitäten des achten und neunten Serienablegers an. So erinnert der Stil zwar immer noch an die DS-Spiele, doch positioniert sich die Kamera stellenweise hinter den Protagonisten und lässt sich auf freiem Feld sogar um diese herumdrehen. Da kommt es uns nur gelegen, dass das Spiel das von Entwicklern viel zu selten genutzte Circle Pad Pro womöglich unterstützt. Dragon Quest VII richtet sich in erster Linie an Rollenspieler, die mit dem Super Nintendo aufgewachsen sind oder einen alten Klassiker in neuem Gewand erleben möchten. Bevor ihr euch allerdings einen Release-Termin rot im Kalender anstreichen könnt, muss der Titel erst einmal für Nordamerika und Europa angekündigt werden. Da allerdings auch die letzten Teile der Reihe allesamt hierzulande erschienen sind, rechnen wir fest damit, dass auch Dragon Quest VII früher oder später im Westen veröffentlicht werden wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf Videomaterial der PlayStation- und 3DS-Fassung): Seit Dragon Quest Monsters für den GameBoy Color vor über zehn Jahren in Deutschland erschienen ist, bin ich ein großer Fan des Franchises geworden, was natürlich selbiges für die Hauptreihe von Dragon Quest bedeutet. Ich finde es gut, dass Square Enix nach und nach die älteren Teile der Reihe in Form von Remakes für neue Plattformen veröffentlicht – zumindest bis zu einem gewissen Grad. Selbstverständlich sollte sich das Unternehmen auch daran besinnen, neue und gute Spiele zu entwickeln, anstatt sich auf den Lorbeeren vergangener Tag auszuruhen. Dragon Quest VII scheint mir, nachdem ich etwaige Informationen konsumiert habe, zu Beginn einen viel zu zähen Einstieg zu haben. Sobald aber die ersten Kämpfe gewonnen sind und die Handlung erst einmal ins Rollen gekommen ist, dann könnte ich mir wohl keine schönere Geschichte für die Dragon-Quest-Reihe im Moment vorstellen. Ich hoffe sehr, dass Square Enix sich für den Release im Westen entscheidet und im besten Falle auch noch die Dragon Quest Collection für die Wii zumindest noch auf Englisch übersetzen lässt, denn auch Europäer sollten das Recht darauf haben, jeden Teil der Dragon-Quest-Reihe vollends genießen zu können.

Review: Legend of the River King GB

Legend of the River King GB (1)Vor dem Angelsport schrecken sicherlich viele Spieler zurück, denn überwiegend handelt es sich dabei im Videospielbereich um Simulationen, die ihr Programm gnadenlos durchziehen. Legend of the River King GB ist da eine willkommene Abwechslung.

Legend of the River King GB (2)Diese Abwechslung spiegelt sich vor allem im Rollenspielanteil des Titels wieder, denn statt uns einfach eine Angelrute und ein paar Köder in die Hand zu drücken, haben wir auch einen primären Auftrag zu erfüllen. Als wir eines Morgens erwachen, bemerkt unsere Mutter, dass unsere Schwester schwer erkrankt ist und es nur eine Heilung für sie gibt. Wir sollen den so genannten und sagenumwobenen Guardian-Fisch aus der Fluss- und Seewelt von Legend of the River King angeln, da dieser über Zauberkräfte verfügen soll, welche unsere Schwester von ihrer Krankheit erlösen mögen. Bis wir diesen Fisch zu Gesicht bekommen, werden unzählige Stunden ins Land ziehen. In diesen Stunden bekommen wir es mit über vierzig Fischarten zu tun, die wir in vier verschiedenen Bereichen aus dem Wasser fischen können. Wir müssen zwar bei weitem nicht alle Fische fangen, doch motivieren uns einige Bewohner der Spielwelt, dass wir bestimmte Fische fangen müssen, um in neue Gebiete vorzudringen. Um beispielsweise zum See 1, Entwickler beziehungsweise Übersetzer beweisen einmal mehr ihre kreativen Fähigkeiten bei der Namensgebung, zu gelangen, sollen wir im Startgebiet eine Regenbogenforelle für den Meister des Dorfes fangen. Dieser will uns dafür ein Floß bauen, mit dem wir uns auf dem Wasser fortbewegen können. Nach und nach öffnet sich die Welt!

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Legend of the River King GB (3)Bevor wir uns jedoch in den Alltag eines Fischers stürzen, sollten wir die Steuerung von Legend of the River King GB verinnerlicht haben, denn diese ist alles andere als verständlich. Zunächst gilt es zu überprüfen, ob wir eine Rute, einen Haken und auch einen Lebendköder ausgerüstet haben. Danach stellen wir uns ans Ufer und werfen die Angel aus und aktivieren dann auch noch den Angelmodus. Anschließend sind die Fische im blauen Nass als gelbe Schatten ersichtlich, die sich entweder für den Köder interessieren oder Desinteresse zeigen. Im Falle des Desinteresse sollten wir uns überlegen, ob wir an der richtigen Stelle angeln und ob wir auch den geeigneten Köder auswerfen. Jeder Fisch bevorzugt nämlich andere Nahrung und lebt entsprechend in einem anderen Lebensraum. Welcher Lebensraum das ist, müssen wir im Spiel selbst herausfinden. Ungeduldige Naturen können natürlich in der elektronischen Bedienungsanleitung der Virtual-Console-Fassung nachschlagen, um an diese Informationen zu gelangen. Sobald der Schwimmer jedoch einmal ins Wasser eintaucht, sollten wir schnell reagieren und den Unterwassermodus öffnen. Jetzt sehen wir den Fisch, der am Haken unserer Angel hängt. Dieser wehrt sich erst einmal entsprechend und erst, wenn der Fisch sich absolut nicht mehr bewegt, müssen wir den B-Knopf gedrückt halten und ihn nach und nach einholen.

Ökonomischer Kreislauf

Legend of the River King GB (4)Dieses Spiel wiederholt sich so lange, bis der Fisch in unserem Eimer gelandet ist. Danach steht der Weg ins Dorf an, um den Fisch zu verkaufen. Das ist auch bitter nötig, denn in der Natur lauern gierige Tiere wie Krähen, die unsere Fische nur zu gerne mopsen wollen. Sobald wir auf ein Tier stoßen, öffnet sich sogar ein recht überschaubarer Kampfbildschirm. Hier wählen wir aus, ob wir das Tier angreifen oder Nahrung zu uns nehmen. Das ist deshalb wichtig, denn je weniger Lebenspunkte wir noch übrig haben, desto schwächer fallen unsere Angriffe aus. Für besiegte Gegner regnet es dann stilecht Erfahrungspunkte, durch die wir die Energie unseres Helden nach und nach in die Höhe treiben. Wenn wir gefangene Fische im Laden verkaufen, erhalten wir dafür wiederum Geld, welches wir in neue Ruten, größere Haken und neue Lebendköder investieren. Legend of the River King GB bietet also einen ökonomischen Kreislauf, der sich wie in ähnlichen Spielen wie Harvest Moon: Geschichten zweier Städte schließt. Ganz besonders an Fans der Bauernhofsimulation richtet sich das Spiel, denn wer sich in den typisch japanischen Look, die putzigen Animationen und niedlichen Grafiken verliebt, einem dazu passenden Soundtrack nicht abgeneigt ist und das Angeln nicht mehr nur als pure Nebenbeschäftigung erleben will, liegt bei Legend of the River King GB genau richtig.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Virtual-Console-Fassung): Es ist sehr schade, dass die Kawa-no-Nushi-Tsuri-Reihe hierzulande eher unbekannt ist. Während der erste Teil in Japan bereits im Jahr 1990 für das Nintendo Entertainment System erschienen ist, hat es bis 1999 gedauert, bis Kawa no Nushi Tsuri 3 aka Legend of the River King GB erschienen ist. Da ich zum damaligen Zeitpunkt den Release des Spiels verschlafen habe und der zweite Teil aus chronischer Pleite eines Jugendlichen ebenfalls nicht angeschafft werden konnte, habe ich mich jetzt sehr über die Veröffentlichung im eShop des Nintendo 3DS gefreut. Die Spielwelt ist es vor allem, in die mich bereits vor dem Kauf verliebt habe. Diese erinnert teilweise an Pokémon, teilweise an Earthbound und zum Teil auch an Harvest Moon. Letzteres ist wohl auch ausschlaggebend dafür, warum ich mich so sehr für das Spiel im Vorfeld interessiert habe. Ich wollte Angeln nicht mehr als pure Nebenbeschäftigung zum Auffüllen der Kasse ansehen, sondern das Lebensgefühl in virtueller Form voll und ganz spüren. Legend of the River King GB schafft das sehr gut, wenn man sich denn darauf einlässt. Der Spielstart ist nämlich aus heutiger Sicht alles andere als leicht, denn da einem so gut wie nichts erklärt wird, ist man auf die Bedienungsanleitung als Starthilfe zwangsweise angewiesen. Wenn diese Barriere erst einmal überwunden ist, dann entfaltet Legend of the River GB sein volles Potential und kann anschließend stundenlanges Angelvergnügen bescheren.

Review: The Four

The Four (1)Falschgeld ist in unserer Gesellschaft dank moderner Überprüfungstechniken eigentlich kein allzu großes Problem mehr, doch vor gut eintausend Jahren sah diese Tatsache ein wenig anders aus. The Four thematisiert dieses und andere Themen.

The Four (2)Die Handlung von The Four dreht sich, wie man es wohl nicht anders vermutet, um vier ganz besondere Charaktere, die zum Großteil die so genannte Göttliche Division bilden. Die Story von der Telepathin Emotionless, dem beinahe unbesiegbaren Iron Hand, dem phänomenalen Akrobaten Life Snatcher und dem eiskalten Coldblood thematisiert in erster Linie den damals problematischen Umgang mit Falschgeld. Eigentlich arbeitet ihre Division im Verborgenen, denn für die Polizeiarbeit in der Hauptstadt der Song-Dynastie ist normalerweise die sechste Division zuständig. Als die Überwachung eines Verdächtigen jedoch auffliegt, versucht dieser zu fliehen und gerät in die Fronten der beiden Divisionen oder zumindest einer seiner vielen Doppelgänger – da hat der Übeltäter vorgesorgt! Von der Sechsten Division wird die Göttliche Division als Humbug abgetan, doch als dann noch der Prinz am Ort des Geschehens eintrifft, werden sie von diesem zur Zusammenarbeit gezwungen. Während die Göttliche Division das Angebot seiner Hoheit gerne annimmt und auch der überwiegende Teil der Sechsten Division dem nichts entgegenzusetzen hat, scheint das einem der Regierungsbeamten ein Dorn im Auge zu sein. Der steckt nämlich mit beiden Beinen im Sumpf des Verbrechens und will das lukrative Falschgeldgeschäft selbstverständlich am Laufen halten.

Superhelden im Mittelalter

The Four (3)Das ist jedoch nicht das einzige Ziel, was der Bösewicht in The Four verfolgt. Er strebt zudem auch noch nach Höherem, jedoch im negativen Sinne! Da die vier Krieger mit übernatürlichen Kräften ausgestattet sind, will er diese ebenfalls erlangen. Sein Ziel ist es nämlich, nicht die Hauptstadt mit einer Inflation zu überziehen, sondern diese mit Hilfe einer Armee, bestehend aus Untoten, zu Fall zu bringen. So verliert sich der Film nach einer anfangs durch und durch realen Bedrohung, die nur durch die Talente der vier Titelhelden und von so manch seltsamer technischen Errungenschaft, die es vor eintausend Jahren so sicherlich nicht gegeben haben wird, viel zu sehr in einen Fantasy- beziehungsweise Superheldenfilm. Das Konzept klingt im ersten Moment vielleicht spannend, doch hätte es dann auch notwendig sein müssen, dass alle Elemente vollständig zusammenarbeiten. Das ist bei The Four leider nicht der Fall, denn viel zu oft haben wir das Gefühl, dass man eigentlich nur von einer Action-Szene zur nächsten hasten möchte. Besonders ärgerlich ist es deshalb, weil es zwischendurch immer mal wieder richtig gute Szenen gibt, die uns einen mittelalterlichen Thriller suggerieren möchten. Zum Beispiel die Szene, in der das Bild gedrittelt wird und so zeitgleich eine Besprechung abläuft, wie die Observation des Gegenspieler ablaufen soll. Schade – hier hat man nicht angesetzt!

Die Hauptstadt als Handlungsort

The Four (4)Über die schauspielerische Leistung der Darsteller kann man nicht klagen. Diese funktioniert tadellos, doch sind es leider die Charaktere, die nicht völlig zur Geltung kommen. Das liegt unter anderem daran, dass sie mit englischen Titeln bezeichnet werden, die so im China zum Anfang des zweiten Jahrtausends sicherlich niemals vorgekommen sind. Viele Charaktere bleiben somit fast leere Hüllen, die einzig und allein die Handlung vorantreiben sollen. Diese beschränkt sich im Film übrigens nur auf den Handlungsort der Hauptstadt, doch bleibt uns hier die Information vorenthalten, ob es sich dabei um Kāifēng Shì oder Hángzhōu handelt (zu Zeiten der Song-Dynastie von 960 – 1279 gab es zwei Hauptstädte). Unabhängig davon wirken die Kulissen sehr authentisch und ebenfalls die Kostüme vermitteln uns sehr gut den Ausdruck chinesischer Kleidung vor eintausend Jahren. Das Bild in 1080p und im 16:9-Format macht einen kräftigen Eindruck und auch die musikalische Untermalung passt sich dem Geschehen an, bleibt bei einigen Dialogen aber ganz aus. So etwas wie Dramatik kommt dabei nur selten auf. Die deutsche Synchronisation funktioniert annähernd so gut wie der Originalton in Mandarin. Untertitel liegen in Deutsch und Niederländisch auf der Disc vor. Bonusmaterial existiert zum 119 Minuten langen Film in dieser Ausgabe leider nicht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Zu Beginn des Films habe ich mich auf eine Art Thriller im chinesischen Mittelalter gefreut. Die Polizei-Arbeit wird zwar in der Realität wohl ein wenig anders abgelaufen sein, doch fand ich den Ansatz, den Gordon Chan mit The Four gewagt hat, sehr gut. Leider zieht er das nicht wie einen roten Faden durch den Film. Stattdessen verliert die Produktion des Falschgeldes an Stellenwert und der Fokus wird auf die übernatürlichen Fähigkeiten der vier Charaktere gelegt, die sich anschließend nur auf den Kampf gegen den Regierungsbeamten bereitmachen. Ich wollte dem Packungstext schon keinen Glauben schenken, als ich dort von einer Armee der Untoten gelesen habe, doch diese hat man dann tatsächlich kurz in die Filmhandlung eingewoben. Manchmal gefällt mir solch ein Stilbruch, doch bei The Four wirkt dieser leider aufgesetzt. Wer sich aber dennoch auf die 119 Minuten einlässt, der bekommt tolle Schauspieler, authentische Kostüme und Kulissen und sehr schöne Spezialeffekte spendiert, die so dezent ins Gesamtwerk einfließen, dass man den Vergleich zu Hollywood-Größen niemals suchen möchte.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Four!

Review: Wu Dang: Auf der Suche nach dem magischen Schwert

Wu Dang - Auf der Suche nach dem magischen Schwert (1)Der Packungstext vergleicht Wu Dang: Auf der Jagd nach dem magischen Schwert mit dem wohl berühmtesten Archäologen und Geschichtslehrer der Medienwelt: Indiana Jones. Das sind große Worte, mit denen sich der Film dementsprechend messen muss.

Wu Dang - Auf der Suche nach dem magischen Schwert (2)Tang Yunlongs Vergangenheit reicht bis in die Qin-Dynastie zurück. Während in China die Revolution von 1911 stattfand, hat er in den Vereinigten Staaten studiert. Nachdem er in seine Heimat zurückgekehrt war, brach auch er mit der Tradition und schnitt sich seinen Zopf ab. Er ist somit ein offen eingestellter Mensch, der sich jedoch nach dem Tod seiner Frau um seine Tochter kümmern muss, die an einer unheilbaren Krankheit leidet. Als Archäologe schnappt er viele Informationen auf und eine Information bleibt ihm ganz besonders in Erinnerung. Sie handelt von der Legende sieben himmlischer Gegenstände, die sich allesamt im Wu-Dang-Gebirge befinden sollen. Nachdem er in Shànghǎi eine Schatzkarte erbeuten kann und gerade noch so mit dem Leben davon kommt, macht er sich mit seiner Tochter auf in die Berge von Wu Dang, denn mit Hilfe dieser Gegenstände wäre es ihm möglich, seine Tochter zu heilen und jene Erbkrankheit für alle Zeiten aus der Linie seiner Tochter zu verbannen. Damit er dort kein Aufsehen erweckt, schreibt er sich beim Kampfsportturnier ein. Der Professor ist nicht nur ein Intellektueller, sondern ein Kampfkünstler noch dazu. Ähnlich sieht es bei der hübschen Tian Xin aus, die an dem titelgebenden magischen Schwert interessiert ist, welches ihrem Klan vor langer Zeit einmal gehört haben soll. Der Kampf und die Suche beginnen!

Weltberühmte Pilgerstätte

Wu Dang - Auf der Suche nach dem magischen Schwert (3)Beim Film fällt auf, dass man sich auch tatsächlich an den Bergen von Wu Dang orientiert hat. Ständig tauchen Tian Xin und der Professor an Orten auf, die es teilweise so auch in der Realität gibt. Bauwerke wie Tempel, Paläste und Klöster gibt es im echten Wu-Dang-Gebirge reichlich. Die Verbindung zu den sieben himmlischen Gegenständen ist ebenso nicht verkehrt, da die Gebirgsregion einer der berühmtesten heiligen Plätze der taoistischen beziehungsweise daoistischen Religion ist. Obwohl die Story des Films sich somit auf reale Begebenheiten und Hintergründen stützen könnte, baut sie überwiegend auf einer fiktiven Geschichte auf. Wäre das noch kein Beinbruch, dümpelt die Handlung für unseren Geschmack zu lange vor sich hin und kann in dieser Zeit nur mit wenigen Höhepunkten glänzen. Darunter fallen natürlich die vielen Martial-Arts-Einlagen, die dank der Unterstützung von Corey Yuen (der sich übrigens auch als Stunt-Choreograph von Jet Li im Film The Expendables verantwortlich zeigt) auch richtig toll ausfallen. Insbesondere ist uns der Kampf im Palast der acht Meridiane in unserer Erinnerung haften geblieben. Nach dem Ausschalten des ersten leichten Gegners taucht dann plötzlich noch Tang Yunlongs Feind aus Shànghǎi auf. Gemeinsam mit Tian Xin muss er diesen mit dem Rest seiner Bande in einem Kampf mitsamt kleiner Tanzeinlage bekämpfen.

Psychedelischer Effekt

Wu Dang - Auf der Suche nach dem magischen Schwert (4)Während mancher Kampfeinlage geht die Bildwiederholungsrate leicht in den Keller und wir verstehen nicht, warum man bei der Nachbearbeitung diesen Fehler nicht korrigiert hat. Es wirkt zwar nicht wirklich störend, fällt aber dennoch merklich auf. Negativ fallen uns auch die merkwürdigen Spezialeffekte auf. Dass asiatische Filme oftmals dem Niveau von diversen Hollywood-Filmen hinterherhinken, ist kein Geheimnis und wird deswegen oftmals mit einem kleinen Augenzwinkern abgetan, doch was man sich bei Wu Dang: Auf der Suche nach dem magischen Schwert geleistet hat, ist echt verrückt. Wer sich den Endkampf bei vollem Bewusstsein anschaut, fragt sich vermutlich, ob er nicht doch gerade psychedelische Pilze gegessen hat. Da werden bunte Farben kreuz und quer durcheinandergeworfen und besonders gut sieht das nicht aus. Immerhin beschränken sich die Effekte überwiegend auf das Ende, weshalb man sich deswegen vom durchschnittlich interessanten Film nicht abschrecken lassen sollte. Die deutsche Synchronisation ist sehr gut gelungen, denn so manch witzige Stelle wirkt auf Mandarin etwas zu kindisch. Dem 101 Minuten langen Film in 1080p und im 16:9-Format (2,35:1) liegt kein Bonusmaterial bei, was aufgrund der echten Geschichte der Bergkette doch sehr schade ist und wir sehr gerne weitere Informationen darüber gehört und gesehen hätten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Den Film mit Genre-Größen wie Indiana Jones zu vergleichen, halte ich für verkehrt. Sicherlich sind die Parallelen deutlich zu sehen, doch hätte man sich dann auch deutlich mehr an der Realität orientieren müssen. Die Story um einen Vater, der das Leben seiner Tochter unter allen Umständen retten will, ist nicht neu, doch immer noch sehr herzerweichend und unterhaltsam. Insbesondere deshalb, weil auch die Rolle von Tang Yunlong eine sehr tragische ist. Der Film hat für ihn zum Glück auch einen kleinen Anteil Lovestory, denn dass sich etwas zwischen ihm und Tian Xin anbahnen könnte, vermutete ich bereits bei der einen oder anderen Szene. Ähnliches gilt auch für die Tochter, doch das ist dann mehr offensichtlich als eine pure Vermutung. Schlussendlich trifft der Film hier jedoch keine Aussage und lässt uns mit offenen Fragen zurück, wie es denn mit den Figuren von Wu Dang: Auf der Jagd nach dem magischen Schwert weitergehen könnte. Ich hoffe sehr, dass man nicht direkt die Flinte ins Korn wirft und eventuell eine ganze Reihe um Professor Tang Yunlong entwickelt und vielleicht wird der Vergleich mit Indiana Jones dann nicht mehr ganz so hinken.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Review: Harvest Moon GB

Harvest Moon GB (1)Als 1998 hierzulande das erste Harvest Moon für das Super Nintendo erschienen ist, durfte aufgrund des Erfolgs nicht viel Zeit verstreichen, bis auch der GameBoy-Nachfolger das Licht des europäischen Kontinents erblicken durfte.

Harvest Moon GB (2)Wer das Harvest-Moon-Spielprinzip nicht kennt, und solche Leute soll es ja geben, dem sei gesagt, dass wir in so gut wie jedem Teil der Reihe eine heruntergewirtschaftete Farm wieder auf Vordermann bringen sollen. So ist es auch in Harvest Moon GB der Fall, denn an einem ganz gewöhnlichen Tag taucht der Geist unseres verstorbenen Großvaters wieder auf, der uns über die Existenz seiner Farm informiert. Wir sollen doch aufs Land ziehen und der Farm zu neuem Glanz verhelfen. Kurz darauf wird uns noch die Bedeutung von den verschiedenen Farmgebäuden erklärt und dann werden wir auch schon ins Spielgeschehen geworfen. Das ist im direkten Vergleich zum Super-Nintendo-Vorgänger ein harter Rückschritt, denn dort gibt es zunächst einen großen Stadtausflug und wir lernen die illustren Dorfbewohner kennen. In Harvest Moon GB kann es das so auch nicht geben, da die Stadt wirklich auf das Nötigste reduziert wurde. So können und müssen wir die Stadt zwar besuchen, um etwa die Gießkanne zu erhalten und die ersten Gemüsesamen einzukaufen, doch können wir uns in der Stadt nicht frei bewegen. Wir haben lediglich die Möglichkeit, eines der Gebäude auszuwählen, um uns danach in einem Dialogbildschirm wiederzufinden. Diese Bildschirme sind zwar übersichtlich und funktionieren, ergeben aber stellenweise in ihrer Intention absolut keinen Sinn.

Reduzierung aufs Nötigste

Harvest Moon GB (3)In den verschiedenen Häusern treffen wir fast ausschließlich nur auf die Mädchen, die wir im Super-Nintendo-Vorgänger heiraten konnten. Das heißt, dass wir in der Saftbar auf Eva, im Werkzeugladen auf Ann und in der Kirche auf Maria treffen, bei denen wir dann zwischen diversen Produkten und Optionen auswählen können. So können wir bei Maria beispielsweise beten oder uns die Zukunft voraussagen lassen. Beim Schreiner können wir uns auf Wunsch auch unser Haus vergrößern lassen, sofern wir denn genügend Holzscheitel gesammelt und das nötige Geld angehäuft haben. Einen Ausflug in die Berge fällt daher ebenso flach, da es das Gebiet im GameBoy-Color-Spiel gar nicht gibt. Neu hinzugekommen ist nur eine etwas veränderte Höhle, wo wir auf die Erntewichtel treffen, die uns jetzt immerhin auch mit der Arbeit auf dem Hof unterstützten – selbst wenn wir den GameBoy (Color) beziehungsweise den Nintendo 3DS ausgeschaltet haben. Die Zeit läuft also entsprechend weiter, wenn das Gerät nicht eingeschaltet ist. Unter Umständen können wir also das Gemüse bereits ernten, wenn wir das Spiel das nächste Mal einschalten. Genau darum geht es in Harvest Moon GB eigentlich nur – effiziente Maßnahmen ergreifen, ökonomisch denken und einen möglichst großen Gewinn einsacken. Der zwischenmenschliche Faktor fehlt völlig.

Effizienz ist das Wichtigste

Harvest Moon GB (4)Dadurch fühlt sich jeder Tag irgendwie gleich an. Gemüse einpflanzen, täglich gießen und nach einigen Tagen heißt es, das Gepflanzte zu ernten und gewinnbringend zu verkaufen. In Harvest Moon GB ist es zum Glück immerhin möglich, auch im Herbst und im Winter vom Gemüse zu leben – das war auf dem Super Nintendo noch nicht möglich. Wir sollten jedoch bereits relativ früh im Spiel auch mit dem Sähen von Grassamen beginnen, denn nur wenn wir über ausreichend Futter verfügen, können wir Hühner und Kühe unterhalten. Mit Eiern und Milch lässt sich nämlich ebenfalls sehr gut Geld verdienen. Nach wie vor sollten wir auch auf unsere Ausdauer achtgeben. Diese können wir zwar durch Mahlzeiten und Getränke langsam wieder auffüllen, doch sobald die Ausdauer aufgebraucht ist, können wir nicht mehr arbeiten und müssen auf den nächsten Tag warten. Unterbrochen wird der harte Arbeitsalltag durch seltene Ereignisse, wie ein Frühstück mit den Mädchen der Stadt. Da wir aber in Harvest Moon GB niemals den Bund der Ehe eingehen werden können, bringt das im Endeffekt aber gar nichts. Obwohl das Spiel optisch und akustisch den Charme des Vorgängers einfängt, erreicht es niemals die inhaltlichen Qualitäten. Harvest Moon GB richtet sich daher nur an ganz verzweifelte Fans, die ganz dringend Nachschub benötigen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Virtual-Console-Fassung): Ich habe mich sehr auf Harvest Moon GB gefreut, als Nintendo die Virtual-Console-Fassung angekündigt hat. Ich hatte sehr große Erwartungen an das Spiel, denn der Super-Nintendo-Klassiker gehört definitiv zu den besten Harvest-Moon-Ablegern, die es bis heute gibt und bei einem direkten Nachfolger oder eher gesagt einer Portierung, erwarte ich eigentlich auch mindestens die gleiche Qualität. Wer sich heute über die Harvest-Moon-Reihe beschwert, sollte sich wahrhaftig einmal das erste GameBoy-Color-Spiel der Serie anschauen, denn wie hier mit der Philosophie des Titels gespielt wird, ist wirklich schon sehr dreist. Victor Interactive Software zeigt mit dem Spiel nur, wie der ökonomische Teil von Harvest Moon funktioniert. Das klappt zwar bis auf die technische Limitierung sehr gut, doch fehlen mir die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen dem Bauern (der jetzt auch eine Bäuerin sein darf) und den Dorfbewohnern. Auch abseits des harten Arbeitsalltag fehlen mir Möglichkeiten zur Entspannung beziehungsweise zur Abwechslung. Wer sich auf dieses Spiel einlässt, der muss sich im Klaren darüber sein, dass er wirklich nur das Nötigste und inhaltlich einen sehr spärlichen Harvest-Moon-Teil spendiert bekommt. Ich hoffe sehr, dass die beiden GameBoy-Color-Nachfolger ebenfalls noch im eShop erscheinen werden, denn schlechter können die mit Sicherheit nicht sein!

Review: Blood-C: Die Serie – Volume 4

Blood-C (Vol. 4) (1)In den letzten Wochen und Monaten hat uns kaum ein Anime so sehr mit Dramatik, Action und geschickt platzierten Wendungen innerhalb der Handlung begeistert, wie es Blood-C geschafft hat. Mit Volume 4 steht nun das große Finale an.

Blood-C (Vol. 4) (2)Zunächst einmal sollten wir Revue passieren, denn in den ersten neun Episoden der Serie ist einiges geschehen. Nachdem wir zunächst einen Einblick in Saya Kisaragis Schulleben und Alltag bekommen haben, wurde ebenfalls nicht die Präsentation ihrer eigentlichen Aufgabe vernachlässigt. Sie ist die Hüterin eines Tempels und stellt sich Tag für Tag der Bedrohung durch die Furukimono. Diese Wesen aus einer anderen Welt suchen die Menschheit immer wieder heim, um einzelne Individuen zu töten und aus deren Blut Kraft zu sammeln. Durch die Unterstützung ihres vermeintlichen Vaters schafft sie es, auch in den dunkelsten Tagen ihres Leben, als auch ihre Freunde der Reihe nach von der Furukimono getötet werden, Halt zu finden. Nachdem die Ereignisse immer mehr Überhand gewinnen, verschwinden ebenso immer mehr Menschen aus der nach außen hin typischen japanischen Kleinstadt, in der es für die Schüler jedoch oft zu langweilig sei. Weniger langweilig ist dementsprechend Sayas Leben. Nachdem sie sich dem aus Menschensicht sinnlosen Töten fast nicht mehr stellen will und einer der Furukimono ihr sagt, dass sie ihren Vatar Tadayoshi nach ihrer Herkunft fragen soll, bemerkt sie, dass sie eigentlich gar nichts über ihre Mutter weiß. Sie erinnert sich nicht an ihren Namen und auch nicht an ihr Gesicht. In dem Moment wird der Tempel attackiert!

Totgeglaubte leben länger

Blood-C (Vol. 4) (3)Dieser Angriff ist allerdings das kleinste Problem, mit dem sich Saya konfrontiert sehen muss. Als sie ihre Lehrerin in Fumito Nanaharas Café trifft und diese gemeinsam mit ihrer Schülerin die Bibliothek im Tempel aufsuchen will, überschlagen sich die Ereignisse ein weiteres Mal. Sie entdecken, dass alles eine Fassade ist, denn anders sind die vielen leeren Bücher nicht zu erklären. Plötzlich tauchen dann auch eigentlich tote Freunde auf, wie beispielsweise Nono und Nene Motoe, sowie Shinichirō Tokizane. Sie flößen Saya das ursprüngliche Blut eines Furukimono ein, damit sie sich daran erinnert, wer sie wirklich ist. Viel mehr wollen wir an dieser Stelle dazu nicht sagen, doch könnt ihr euch sicher sein, dass der Storytwist zwar nicht sonderlich unerwartet kommt, aber definitiv die Spannung bis zur letzten Minute der Serie in die Höhe treibt. Saya wird damit konfrontiert, dass ihr Leben so wie sie es kennt, eine einzige Lüge ist. Die letzten zwei Episoden zeigen dann ganz deutlich, welche Intention der Anime eigentlich hegt. Auf der einen Seite steht der soziale Verfall unserer Gesellschaft, doch noch sehr viel wichtiger ist die Menschlichkeit, welche in dieser durch Saya und gegen Ende auch in Itsuki Tomofusa aufkeimt. Nur sehr selten schafft es ein Anime, mit grundlegenden Werten wie Humanität zu überzeugen und dabei trotzdem nicht die Story aus den Augen zu verlieren.

Hoher Detailgrad an Brutalität

Blood-C (Vol. 4) (4)Erinnert man sich an die ersten Episoden des Animes, dann könnte man sich von diesem Standpunkt aus kaum vorstellen, wie dieser sich aus einer langweiligen Zusammenkettung von drei Folgen dermaßen genial entwickeln könnte. Neben der Story kann jedoch wieder einmal der Zeichenstil überzeugen. Während die Umgebungen diesmal fast ausschließlich den Tempel und einen bisher nicht gezeigten Stadtteil darstellen, sind die Animationen der Charaktere und die Kampfeffekte das, was Blood-C auszeichnet. Obwohl die Totgeglaubten wieder auftauchen, macht sich der Anime über dieses Klischee ein wenig lustig und tötet sie auf bestialische und makabere Art und Weise wieder. Da werden Köpfe samt Wirbelsäule rausgerissen, ein Bein vom anderen samt Torso abgetrennt, ein Körper von einer riesigen Zunge umschnallt und auch schon mal ein menschlicher Körper immer wieder auf den Boden geworfen. Wer auch in Animes kein Blut sehen kann, der sollte sich von Blood-C unbedingt fernhalten. Wenn ihr bis jetzt aber durchgehalten habt, dann kann euch auch das Finale stilistisch begeistern. Warum die FSK den Anime aber schon ab 16 Jahren freigibt, ist uns bei diesem Detailgrad an Brutalität echt ein Rätsel. Das Ende des Anime ist übrigens halbwegs offen und wird hoffentlich bald mit Blood-C: The Last Dark auch hierzulande abgeschlossen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wer mein Review zu den ersten Episoden des Animes gelesen hat, dem wird sehr wohl aufgefallen sein, dass ich den Anime zwar gerne gesehen habe, von der eigentlichen Handlung aber nicht sonderlich überzeugt war. Ab der zweiten Volume hat sich das bei mir jedoch schlagartig geändert, denn von der einen auf die nächste Sekunde hat die Handlung dermaßen an Fahrt gewonnen, mich mit cleveren Ideen bei Laune gehalten und mich mit tollen Wendungen überrascht. Außerdem ist der Anime ab dem Zeitpunkt äußerst konsequent, was den Tod der Hauptfiguren betrifft. Wer jetzt an Game of Thrones denkt, der mag bitte genüsslich schweigen, doch die Ähnlichkeit ist frappierend. So und nicht anders gewinnt ein Anime an Dynamik, Glaubhaftigkeit und Dramatik. Durch diese Inhalte, gepaart mit einem sehr schönen Zeichenstil, tollen Animationen, einem passenden Soundtrack und sehr cleveren Verknüpfungen, die einem erst am Ende der Serie klar werden, kann sich Blood-C: Die Serie bis zur letzten Minute richtig entfalten und mich dabei bestens unterhalten. Es bleibt zu hoffen, dass sich schon bald jemand findet und Blood-C: The Last Dark hierzulande ebenfalls auf Blu-ray veröffentlicht wird. Das halbwegs offene Ende ist zwar stilistisch klasse und erinnert dabei ein wenig an die beiden Kill-Bill-Filme, doch genau so wie die Streifen von Quentin Tarantino, so sollte auch Blood-C unbedingt zu Ende erzählt werden. Ich bin geschafft, wann und vor allem wie die Köpfe hinter dem Projekt das noch bewerkstelligen wollen. Nichtsdestotrotz gehört die Serie meiner Meinung nach unbedingt in jede gut sortiere Anime-Sammlung!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Blood-C: Die Serie – Volume 4!

Review: Blood-C: Die Serie – Volume 3

Blood-C - Die Serie (Vol. 3) (1)Nach einer zweimonatigen Pause geht es mit der Geschichte rund um Saya weiter und dieses Mal ist die Bedrohung durch die Furukimono größer denn je. Saya muss abermals allen Mut zusammennehmen und zwei große Kämpfe gewinnen.

Blood-C - Die Serie (Vol. 3) (2)Wer die Serie Blood-C bisher nicht kennt, dem sei gesagt, dass es sich bei Saya Kisaragi um ein Mädchen handelt, dass nach außen hin normal, freundlich und oftmals auch tollpatschig erscheint. Sie besucht wie alle Jugendlichen in ihrem Alter täglich die Schule und hilft ihren Mitmenschen wo sie nur kann. Allerdings scheint damit seit einiger Zeit Schluss zu sein. Sie wird von ihrem Vater in einem Schrein großgezogen und erhält dort die Aufgabe, sich gegen die so genannten Furukimono aufzulehnen. Jene Wesen dringen immer mehr in die Welt der Menschen ein und würden ihre Bewohner am liebsten zum Frühstück verzehren. Nachdem bereits einige Freunde von Saya auf diesem Wege qualvoll sterben mussten, nimmt die Welle der Angriffe nicht ab. Es tauchen gar so viele Furukimono in der kleinen japanischen Stadt auf, dass bereits die Polizei von den vielen Morden überrascht wird. Das geht sogar so weit, dass sie eine Ausgangssperre für die Schüler verhängt, um die vermeintlich Wehrlosen nicht in Gefahr zu bringen. Das erfährt Saya allerdings nicht mehr, da sie zu Beginn der ersten der drei auf der Disc vorhandenen Episoden bereits früh am Morgen das Haus verlässt. Nachdem sie in der Schule angekommen wieder nach Hause geschickt wird, wird sie auf dem Heimweg von einem Furukimono überrascht, der gerade hinterhältig einen Polizisten getötet hat.

Blutbäder

Blood-C - Die Serie (Vol. 3) (3)Die drei Episoden Unbarmherzig wie der Sturm, Blut ist ein besonderer Stoff und Ein Freund zur rechten Zeit sind insbesondere für die Charakterentwicklung der Saya unentbehrlich. Wir sehen, wie sie von Selbstzweifeln geplagt wird, da sie nicht mehr Menschen und vor allem nicht die Menschen, die sie täglich in der Schule sieht, retten konnte. Zudem behaupten ihre Gegner, dass ihr Leben auf einer Lüge beruhe und sie keine Chance hat, das Unheil jetzt noch abzuwenden. Nichtsdestotrotz kämpft Saya weiter und wird dabei leider auch noch von dem eher stillen und zurückhaltenden Shinichirō Tokizane beobachtet, der womöglich Gefühle für sie entwickelt hat und deshalb wohl auch nicht direkt durchdreht, als er die Blutlache um Saya entdeckt. Der zweite Kampf dieser Episodensammlung ist jedoch ein ganzes Stück heftiger. Wir möchten nicht zu viel verraten, doch spielt sich dieser Kampf in Sayas Schule ab, die unter merkwürdigen Umständen angeblich wieder geöffnet wurde. Dass das einhergeht mit einem Blutbad, wie man es sonst nur aus schrecklichen Nachrichten kennt, dürfte einem jeden Kenner der Serie klar sein. Mit Blut haben die Köpfe hinter dem Projekt absolut nicht gegeizt und es grenz schon an ein Wunder, dass Blood-C: Die Serie – Volume 3 ab 16 Jahren von der Freiwilligen Selbstkontrolle freigegeben worden ist. Uns soll es nur recht sein.

Dynamik und Spannung

Blood-C - Die Serie (Vol. 3) (4)Alle drei Episoden spielen sich in einem relativ kurzen Zeitrahmen ab, wodurch eine gewisse Dynamik entsteht und die Spannung hochgekurbelt wird. Diese hält in jeder der 24-minütigen Folgen von Anfang bis Ende an, da alle vorkommenden Charaktere ihr Übriges tun, um uns zu unterhalten. Das gilt aber leider nicht für die zahllosen Schüler, die in der neunten Episode der Serie sterben. Warum diese sich nicht früher beziehungsweise schneller in Sicherheit bringen, ist sehr, sehr fraglich und obwohl der anschließende Kampf wieder ein Genuss für die Augen ist, so muss man ganz logisch sagen, dass das Blutbad in diesen Ausmaßen hätte verhindert werden können. Immerhin sind wir jetzt sehr gespannt darauf, wie die Serie in den letzten drei Episoden enden wird. Auf der optischen Seite bestechen die Folgen wieder einmal mit hochauflösenden Grafiken in 1080p und im 16:9-Format mit flüssigen Animationen und guten Effekten. Akustisch wird jede Szene dazu mit der passenden Musik unterlegt, die man aber aufgrund der dargestellten Gewalt schnell vergisst. Sowohl die deutsche, als auch die japanische Tonspur kann sich hören lassen. Alle Synchronsprecher haben hervorragende Arbeit geleistet. Bonusmaterial liegt dem Anime wie bei den ersten Ausgaben nicht bei.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten drei Episoden haben sich, wie ich bereits in den ersten Reviews betont habe, lange hingezogen. Bei der zweiten Blu-ray mit den Episoden 4 bis 6 hat sich mein Bild von der Serie aber so sehr gewandelt, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte, sie weiterzuschauen. So erging es mir schlussendlich auch mit den drei vorliegenden Folgen, denn Production I.G hat es wieder einmal geschafft, mit tollen Kämpfen, den dazugehörigen Blutfontänen, spannenden Momenten und ausschließlich mehr als nur wichtigen Dialogen zu beeindrucken. Es ist zwar schade, dass durch das verstärkte Auftauchen der Furukimono immer mehr Personen aus der Serie ausscheiden, doch da der Anime bereits in drei Folgen enden wird, kann mir das eigentlich schnuppe sein. Ich bin nur sehr gespannt darauf, wie man die Handlung enden lassen möchte. Ich frage mich, was es mit Saya nun wirklich auf sich hat und welches Geheimnis ihre Mutter birgt, die bisher eigentlich kein für die Story relevantes Thema war. Wer sich auf Blood-C: Die Serie einlässt, bekommt einen tollen Anime vorgesetzt, der spannend und actionreich inszeniert wird!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Blood-C: Die Serie – Volume 3!

Preview: Watch Dogs

Watch Dogs (1)Exzessive Gewaltdarstellungen und Enttäuschungen zeichneten die Electronic Entertainment Expo 2012 aus. Mit einem ganz besonderen Spiel hat es Publisher Ubisoft dennoch geschafft, die Aufmerksamkeit voll und ganz auf sich zu ziehen.

Watch Dogs (2)Anstatt einzig und allein alte Videospielserien fortzusetzen, hat der französische Konzern die Zeichen der Zeit erkannt und möchte mit Watch Dogs ein neues Franchise schaffen. Dass das kein verzweifelter Versuch ist, den Videospielmarkt in eine neue Richtung zu lenken, sehen wir bereits in den Spielszenen, die bis Dato aufgetaucht sind. In Watch Dogs schlüpfen wir in die Haut von Aiden Pearce, der im Chicago des Jahres 2012 seine Familie vor dem Schatten der Vergangenheit beschützen will. Um dieses Ziel zu erreichen, muss er sie rund um die Uhr überwachen. Für Schlaf bleibt da keine Zeit und so mischt er sich Tag für Tag ins Getümmel der Großstadt. Ausgerüstet mit Smartphone, Teleskopschlagstock und Pistole, bemerkt er jedoch ziemlich schnell, dass nicht nur seine Familie, sondern auch seine Mitbürger Hilfe benötigen. Da Pearce keiner ehrlichen Arbeit nachgeht, kommen ihm seine Hackerfähigkeiten nur allzu gelegen. Mithilfe seines Smartphones sollen wir jedes einzelne Individuum überprüfen können. Haben wir eine Person anvisiert, erfahren wir über eine Bilderkennungssoftware und weiteren nützlichen Programmen viele Details über das Leben der Figur, etwa Alter, Beruf, Einkommen und Kontodaten. Mit letzteren können wir an der nächsten Straßenecke einen Geldautomaten hacken und so unsere Brieftasche füllen.

Rücksichtsloses Vorgehen

Watch Dogs (3)Das Abhören von Gesprächen ist ebenfalls möglich, denn nur so werden wir in den Genuss von Nebenaufgaben kommen, um unseren Mitbürgern zu helfen. In einer Spielszene sehen wir, wie sich eine Frau mit ihrem Ex-Ehemann streitet und sie dabei bedroht. Wir greifen ein, der Mann flieht, wir nehmen die Verfolgung durch einen kleinen Laden auf und überwältigen den Übeltäter schließlich in einer menschenleeren Gasse. Da der Mann während der Flucht auf uns geschossen hat, ist die Polizei bereits bestens über uns informiert. Um vor den Gesetzeshütern zu entkommen, nimmt Pearce keine Rücksicht auf Verluste und selbst Kollateralschäden nimmt er gerne in Kauf. Um beispielsweise einen Streifenwagen bei hoher Geschwindigkeit zu stoppen, hacken wir uns einfach in das Straßennetzsystem und im Nu verhindern Straßenpoller die Weiterfahrt. Dass das für die Polizisten nicht gut ausgehen wird, dürfte sowohl uns als auch Pearce klar sein. Sein rücksichtsloses Vorgehen wird aber auch bei einem Attentat auf einen Feind deutlich. Dieser kann nur aufgehalten werden, wenn wir die Ampeln an einer Kreuzung manipulieren. Zivilisten verlieren dabei ihr Leben! Die Entwickler versprechen, dass wir uns in Chicago frei bewegen dürfen und dass es überall in der Stadt des Windes Bürger gibt, die unsere Hilfe dringend benötigen und wir selbst in der aussichtlosesten Situation mit der Spielwelt interagieren können.

Dystopische Aussichten

Watch Dogs (4)Was es abseits dieser Missionen zu erledigen gibt, verrät uns Ubisoft noch nicht. Wir hoffen, dass die gelungene Atmosphäre nicht unter zu vielen Freizeitaktivitäten leiden muss und die Thematik von Watch Dogs durchgehend ernst bleibt. Platz für eine Runde Billard sollte aber trotzdem bleiben, um etwaige Wartezeiten zwischen den Hauptaufgaben überbrücken zu können. Auf der optischen Seite kann Watch Dogs dieses Ziel bisher erreichen. Obdachlose am Straßenrand, telefonierende Anzugträger, beschäftigte Passanten, herumfliegende Blätter, Gase die aus dem Gulli aufsteigen und hübsche Lichteffekte von Leuchtreklamen und den Suchscheinwerfern von Helikoptern machen Chicago zu einem lebendigen Ort in der PC- und PlayStation-4-Fassung. Die Versionen für PlayStation 3, Xbox 360 und Wii U werden wahrscheinlich qualitativ abgespeckter ausfallen. Anstatt uns in eine dystopische Zukunft zu entführen, führt uns Ubisoft unsere Gegenwart vor Augen und wie sich diese in eine Dystopie verändern könnte. Gewollt oder nicht, Ubisoft übt mit Watch Dogs Kritik am System von sozialen Netzwerken und unserer Bereitwilligkeit, persönliche Daten öffentlich mit Unbekannten zu teilen. Ein spannendes Thema, welches uns einmal mehr zum Nachdenken anregen sollte und zwar spätestens dann, wenn wir das nächste Mal an einer Kreuzung stehen und die Ampel plötzlich umspringt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf Videomaterial der PC-Fassung): Als ich mir im letzten Jahr die verschiedenen Pressekonferenzen der Electronic Entertainment Expo angeschaut habe, habe ich meinen Augen nicht getraut. Bis auf Ausnahmen haben wirklich alle Publisher versucht, sich mit exzessiven Gewaltdarstellungen in Spielen, welche um die Tode virtueller Personen nicht umher kamen, gegenseitig zu übertrumpfen. Dass die amerikanischen Pressevertreter das auch alles ganz toll finden, kann ich sogar aufgrund diverser Rechte und Ordnungen im Land der unbegrenzten Anklagemöglichkeiten nachvollziehen. Watch Dogs ist zwar nicht weniger brutal inszeniert, doch wirkt das Vorgehen von Protagonist Pearce wesentlich intelligenter und spannender. Zudem sollte man nicht vergessen, dass das Spiel ernsthaft versucht, das System von sozialen Netzwerken und unserer Bereitwilligkeit, persönliche Daten öffentlich mit anderen Menschen zu teilen, kritisiert. Watch Dogs blickt auf eine dystopische Zukunft, die mich zum Nachdenken anregen soll. Bleibt zu hoffen, dass diese Intention nicht nur mich als Spieler, sondern auch den Protagonisten im Lauf der Handlung einholen wird. Watch Dogs schafft es mit cleveren Spielideen und einer offenen Welt zu überzeugen und da wäre es doch schade, wenn der Inhalt irgendwann auf der Strecke bleibt. Ich freue mich jedoch auf Watch Dogs und kann es kaum erwarten, irgendetwas in Chicago zu hacken.

Prime Time: Kämpfer (Vol. 4) Unboxing

Die vierte Volume von Kämpfer ist die letzte – zumindest von der Serie. Es gibt zwar noch eine Fortsetzung, doch die werden wir euch an einer anderen Stelle vorstellen. Die Serie endet in unseren Augen leider sehr abrupt, doch kann sie ihren Humor zumindest bis zum Ende der elften Episode durchgehend behalten. Was euch in der vierten Ausgabe der Serie erwartet und wie diese sich in den Serienschuber einfindet, demonstrieren wir im Video.

Review: Kämpfer (Vol. 4)

Kämpfer (Vol. 4) (1)Oftmals ist es so, dass ein Anime recht lahm anfängt, sich selbst finden muss und zum Ende hin immer besser wird. Kämpfer erleidet überraschend das gegenteilige Schicksal, denn das Finale ist eigentlich alles – nur nicht sonderlich zufriedenstellend.

Kämpfer (Vol. 4) (2)Vorweg müssen wir dazu jedoch sagen, dass zu Kämpfer die Fortsetzung Kämpfer für die Liebe existiert, doch ist es uns wichtig, dass eine Serie, so verrückt er auch erscheinen mag, dennoch eine schlüssige und abschließende Story bietet und das schafft Kämpfer in den letzten beiden Episoden einfach nicht! Dabei fing alles noch so gut – so irrwitzig gut – an, als wir die drei Episoden von Volume 1 gesehen haben. Natsuru, ein Oberstufenschüler an einer japanischen Schule, wacht eines Morgens auf und macht eine überraschende Entdeckung an seinem Körper. Er hat sich über Nacht in eine Frau verwandelt. Sein Kuscheltier erklärt ihm daraufhin, dass er ein Kämpfer sei und Kämpfer eben nun einmal weiblich sein müssen. So leicht der Ausgang der Handlung beschrieben wird, so witzig wird sie fortgeführt. Der Oberstufenschüler verwandelt sich jedoch erst einmal flott zurück und nur wenn Gefahr droht, taucht sein weibliches Alter Ego auf. So stößt Natsuru schon bald mit den anderen Kämpfern zusammen, doch die sind ihm zunächst feindlich gesinnt. Im Nachhinein entwickelt sich zwischen den Kämpfern dann aber doch eine Freundschaft und sie schließen zusammen den Pakt, sinnlose Kämpfe zu vermeiden und alles über den Moderator und später auch die Kämpfer mit den weißen (statt blauen und roten) Armbändern herauszufinden.

Entführung und Verführung

Kämpfer (Vol. 4) (3)Grundlegend reicht diese Entwicklung für einen Anime aus, wenn er denn nach und nach mit neuen Fakten und Hinweisen ergänzt wird. Auch das trifft auf Kämpfer zu, denn der Anime wird zwar von Folge zu Folge immer kurioser, doch entstehen dadurch Beziehungen zwischen den Charakteren, die essentiell für die Serie und vor allem das Finale sind. Nach der neunten Episode geht es in Kämpfer erst einmal gewohnt gut weiter. Kaede hat Natsurus männliche Seite gewissermaßen entführt und hypnotisiert. Sie verspricht ihm beim Feuerwerk, welches zum Abschluss ihres Aufenthalts im Urlaubsparadies stattfindet, dass sie ihm jeden Wunsch erfüllen möchte, doch hat dieses verlockende Angebot natürlich einen Haken. Um sich die Liebe von Kaede zu erkaufen, soll Natsuru die Schulsprecherin verführen und außer Gefecht setzen. Schulsprecherin Shizuku erkennt jedoch, dass Natsuru nicht freiwillig mit ihr schlafen will und obwohl dies ihr innigster Wunsch ist, wehrt sie ihn ab. Sie erkennt, dass Kaede wohl ihre Widersacherin in puncto Kämpfen ist. Nach ihrer Abreise aus dem Resort unterricht sie ihre Freundinnen und Natsuru darüber. Dieser kann dies jedoch nicht so wirklich glauben. Erst dann, wenn er abermals von Kaede hypnotisiert wird und aus dem Bann im Kampf gegen seine Freunde erwacht, erkennt er, wo die Liebe aufhört und wie wichtig Freundschaft ist.

Keine finale Entscheidung

Kämpfer (Vol. 4) (4)In der zehnten und elften Episode dreht sich dann alles um das Beziehungsdrama und um Liebe und Freundschaft. All das wird in einem Kampf und entsprechend witzigen Dialogen ausgefochten. Am Ende der elften Episode (Spoiler!) flieht Kaede samt Anhängsel angeblich einmal vom Schlachtfeld und für Natsuru beginnt der Alltag wieder, denn seine Freundinnen können absolut nicht los von ihm lassen. Hier hätten wir uns gewünscht, dass der junge Mann endlich Standhaftigkeit beweist und eine Entscheidung trifft. In der zwölften Episode haben wir da fest mitgerechnet, doch für die hat man sich leider etwas sehr Unpassendes ausgesucht, denn hier schlüpfen die Kuscheltiere in die Rollen ihrer Frauchen und umgekehrt. Das hat im gar nichts mit der eigentlichen Story von Kämpfer zu tun und komischerweise ist das auch mit Abstand die Episode, die am wenigsten mit Humor auftrumpft. Begeistern kann jedoch die technische Aufmachung, denn das Bild in 1080p, der Soundtrack und sowohl die deutsche als auch die japanische Synchronisation sind erstklassig. Sammler freuen sich über zwei reizvolle Postkarten. Abschließend bleibt zu hoffen, dass der Anime Kämpfer für die Liebe, welcher übrigens gerade einmal aus nur zwei kurzen Episoden besteht, hierzulande im März 2013 die Geschichte um Natsuru, Kaede und Co. befriedigend abschließen wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Der Anime Kämpfer gewinnt sicherlich keinen Blumentopf für eine herausragende Handlung, doch langweilig finde ich diese bis zum Ende hin eigentlich niemals. Zwar dauert es ähnlich lange wie bei Angel Beats!, dass die Story endlich zum Tragen kommt, doch durch den tollen Humor, der durchgehend beibehalten werden kann (von der letzten Episode einmal abgesehen), stört mich das nicht, denn dieser unterhält mich sehr gut mit lustigen Anekdoten, witzigen Wortspielen und total perplexen Ansichten der Kämpfer. Die Charaktere werden dabei recht gut charakterisiert, auch wenn der vor Liebe blinde Natsuru doch vielleicht ein paar seiner Möglichkeiten hätte ausschöpfen können. Das einzige, was ich dem Anime ankreiden kann, ist, dass er am Ende abrupt und ohne jegliche Vorwarnung abbricht und die letzte Folge sogar einer recht merkwürdigen Story widmet. So etwas kann man meinetwegen mitten in einer Serie machen, aber diese mit solch einer Episode abzuschließen, geht heutzutage nicht mehr. Da hoffe ich doch mal, dass im Anime Kämpfer für die Liebe Natsuru dann entweder zu seinem Ziel kommt oder sich wahrhaftig für jemand anderes entscheidet. So kann ich den Anime jetzt nur noch bedingt empfehlen, da viele Fragen offen bleiben. So wird zum Beispiel nicht gesagt, wer eigentlich der Moderator ist und dieser sollte unserer Meinung nach wenigstens einmal in Aktion treten. Wer sowieso viel eher auf den sehr tollen Comedy-Anteil setzt, der wird ohnehin nicht von Kämpfer enttäuscht werden!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kämpfer (Vol. 4)!

Prime Time: Kämpfer (Vol. 3) Unboxing

Vor einiger Zeit haben wir euch bereits die ersten beiden Serienboxen zu Kämpfer sowohl in Reviews, als auch in Unboxing-Videos vorgestellt. Dass die Serie ihren Wortwitz auch in der auch noch so absurdesten Situation behalten kann, beweist die dritte Volume der Serie einmal mehr. Wir stellen euch diese in unserem Unboxing-Video vor und zeigen euch, was euch in dieser erwartet und wie sich in den Serienschuber einfügt.

Review: Kämpfer (Vol. 3)

Kämpfer (Vol. 3) (1)Die erste Nacht, die man mit seiner Angebetenen verbringen kann und sich die gleich zu einer Übernachtungsparty entwickelt, ein Date mit der Schulsprecherin und freizügige Mädchen im Freibad – das alles und noch mehr ist der Anime Kämpfer!

Kämpfer (Vol. 3) (2)Nachdem die sechste Episode mit einem Angebot endete, das man als Mann eigentlich nicht abschlagen darf, waren wir natürlich gespannt darauf, welche Fortsetzung das Drehbuch für uns da bereithält. Dass es nicht so kommt, wie sich Kaede das vorgestellt hat, dürfte nach dem Trubel der ersten sechs Episoden klar sein. Diese möchte nämlich, dass ihr Schwarm Natsuru eine Nacht mit ihr verbringt. Natsuru, die eigentlich ein Junge ist und sich nur in eine Frau verwandelt, um gegen andere Kämpfer beziehungsweise Kämpferinnen anzutreten, sieht das natürlich als die Gelegenheit an, Kaede dennoch etwas näherzukommen. Schließlich ist sein männliches Alter Ego auch in sie verliebt. Mikoto und Akane teilen wiederum die Gefühle von Kaede, nur dass diese dem männlichen Natsuru gelten. Für Außenstehende mögen diese Beziehungen verwirrend erscheinen und das sind sie auch, denn mittlerweile erkennt auch noch die Schulsprecherin Shizuku, dass sie sich in Natsuru verliebt hat. Natsuru hat wiederum nur Augen für Kaede, weshalb er Spiel der Gefühle um ihn herum nicht beachtet, doch fragt er sich natürlich ständig, was in den Köpfen der Mädchen vorgeht, da diese sich entsprechend merkwürdig aufführen. Egal wie die Aktien für die jeweiligen Charaktere stehen – am Ende ist es irgendwie immer Natsuru, der den schwarzen Peter zugeschoben bekommt. Autsch!

Gefühlschaos

Kämpfer (Vol. 3) (3)Wäre das Gefühlschaos nicht schon genug für den jungen Mann, bekommen die Kämpfer in der siebten Folge bereits Besuch von einer der weißen Kriegerinnen. Diese tragen über ihrem Handgelenk nämlich kein rotes oder blaues, sondern ein weißes Armband. Das widerspricht den Regeln des Moderators (der immer noch nicht in Erscheinung getreten ist und über den wir auch in den vorliegenden drei Episoden nur wenig bis nichts erfahren). Erst wird Kaedes Wohnung von einer weißen Kämpferin verwüstet, als sich alle zur Übernachtungsparty, die eigentlich keine Übernachtungsparty sein sollte, angemeldet haben und dann treffen sie noch ein paar andere Kämpferinnen, die sich ihnen im Freibad entgegenstellen. Hier wird ihnen zunehmend klar, dass die Bedrohung wohl größer ist, als sie es sich vorgestellt haben. Eines der Mädchen soll sogar für die Gegenseite arbeiten, doch geht die Story darauf nur am Rande ein und so bleibt es tatsächlich bis zur letzten Minute der neunten Episode spannend. Nach einer Übernachtungsparty, einem Date mit Shizuku und dem Ausflug ins Schwimmbad soll das Episodentrio mit einem Feuerwerk abgeschlossen werden, welches sich die Natsuru mit seinen weiblichen Freundinnen zusammen anschauen möchte. Hier endet das Geschehen aber mit einem spannenden Cliffhanger und man möchte sofort die nächste Blu-ray einschmeißen.

Einprägsame Songs

Kämpfer (Vol. 3) (4)Wie es jetzt auf das große Finale zugehen wird, bleibt abzuwarten. Einen Aufhänger haben die Köpfe hinter dem Projekt Kämpfer bereits geschaffen und in den nächsten drei Folgen sollte es ein leichtes sein, die offenen Fragen zu beantworten. Viel wichtiger ist jedoch, dass man auch weiterhin den tollen Humor beibehalten wird. Das beginnt bereits in der siebten Episode, in der über die Präfektur Ishikawa gesprochen wird. Beispielsweise soll Moses dort mit einem Ufo abgestürzt und antike Reisbällchen dort als Fossil gefunden sein. Dieser Wahnsinn zieht sich durch alle drei Folgen und dafür kann man dem Anime auch nicht böse sein, wenn er seine Story vernachlässigt und diese so recht oberflächlich bleibt. Oberflächlich, sprich in optischer und akustischer Hinsicht, funktioniert Kämpfer ebenfalls. Die Serie ist mit ihren Zeichnungen, Hintergründen und Lichteffekten wirklich schön anzusehen und durch den Soundtrack werden alle Situationen jederzeit passend unterlegt. Zu einem richtigen Ohrwurm entwickelt sich übrigens auch der Intro-Song Anriaru Paradaisu, sowie das Lied im Abspann (Wan Wei Ryōomoi). Selbst wenn man kein Japanisch beherrscht, prägen sich einem diese Songs einfach ein. Zwei anreizende Postkarten runden das Paket ab. Wer bereits die ersten sechs Folgen gesehen hat, kommt auch um die drei Folgen dieser Ausgabe nicht herum.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich weiß nicht, was Light-Novel-Autor Toshihiko Tsukiji damals geritten haben muss, als er Kämpfer in die Tat umgesetzt hat. Ich bin ihm aber sehr wohl auch sehr dankbar dafür, denn Kämpfer ist der wohl witzigste Anime, den ich seit langer Zeit gesehen habe. Die Charaktere ergänzen sich hervorragend und auch wenn durch die ständigen Scherereien unter ihnen die Handlung in die Länge gezogen wird und sie vermutlich deshalb auch zu kurz kommt, macht es mir trotzdem sehr viel Spaß, den Anime zu verfolgen. Derzeit bin ich schon sehr gespannt, wie der Anime ausgehen wird, denn Natsuru hat schon mehrmals bestätigt, dass es für ihn nur Kaede in seinem Leben geben wird und Interesse an den anderen Mädchen zeigt er nicht. Diese geben jedoch nicht auf und mich würde es doch sehr interessieren, wie seine Entscheidung im Endeffekt ausfallen wird, wenn es denn eine Entscheidung überhaupt geben soll. Da bin ich mir nämlich noch nicht so sicher, da ich immer noch nichts vom Moderator gesehen habe und nachher endet alles so wie die achte Staffel von Dallas. Darauf kann ich gut verzichten, doch wenn die Gags weiterhin so stark bleiben wie bisher, dann darf mich das eigentlich egal sein. Es bleibt also spannend!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kämpfer (Vol. 3)!

Gewinnspiel (20. – 31. März 2013)

Tomb Raider GewinnspielAm fünften März 2013 erschien das Spiel Tomb Raider aus dem Hause Square Enix für PC, PlayStation 3 und Xbox 360. Während wir derzeit noch die PC-Fassung des Spiels ausgiebig testen, möchten wir in der Zwischenzeit ein Fanpaket, bestehend aus einem T-Shirt, einer Lithographie, mehreren Postkarten und einem Hardcover-Comic, verlosen.

Um an unserem Gewinnspiel teilnehmen zu können, müsst ihr auch gar nicht viel tun. Wie bei den meisten unserer Gewinnspiele habt ihr die Auswahl zwischen mehreren Optionen und ihr dürft, um eure Gewinnchance zu maximieren, auch an allen Optionen mehrfach teilnehmen. Wie folgt könnt ihr an unserem Gewinnspiel zwischen dem 20. und 31. März teilnehmen:

1. Ihr werdet Fan unserer Facebook-Seite, teilt einen unserer Gewinnspielbeiträge zu Tomb Raider öffentlich mit euren Freunden und lasst uns unter dem Beitrag eure Gedanken zum Reboot der Tomb-Raider-Serie wissen.

2. Ihr folgt uns auf Twitter, retweetet einen unserer Gewinnspielbeiträge zu Tomb Raider und lasst uns in einer Antwort auf einen der Beiträge eure Gedanken zum Reboot der Tomb-Raider-Serie wissen.

3. Ihr unterstützt uns auf Google+, teilt einen unseren Gewinnspielbeiträge und lasst uns in eurer Antwort auf den Beitrag eure Gedanken zum Reboot der Tomb-Raider-Serie wissen.

4. Ihr registriert euch im NextGen-Forum, erreicht bis zum 31.03.2013 die Mindestanzahl von zehn Posts und lasst uns im Thread „Welche Games brauchen einen Reboot?“ eure Gedanken zum Reboot der Tomb-Raider-Serie wissen.

5. Ihr abonniert uns auf Youtube, teilt uns über unsere Kontaktmöglichkeiten euren Username mit und lasst uns eure Gedanken zum Reboot der Tomb-Raider-Serie wissen.

6. Ihr hinterlasst uns unter diesem Beitrag eine Antwort, in welcher ihr uns eure Gedanken zum Reboot der Tomb-Raider-Serie wissen. Damit abonniert ihr unseren Newsletter.

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens das achtzehnte Lebensjahr vollendet und ihren Erstwohnsitz innerhalb der Bundesrepublik Deutschland haben. Bei minderjährigen Nutzern wird eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten benötigt. Mitarbeiter von Gameplay Gamers und Square Enix sind von der Verlosung ausgeschlossen. Zudem wird eine gültige E-Mail-Adresse vorausgesetzt, an die wir, falls nicht anders gewünscht, in Zukunft unseren kostenlosen und jederzeit kündbaren Newsletter senden möchten. An der Verlosung nehmen alle Personen teil, welche die jeweils gewünschten Anforderungen erfüllen. Sollte niemand die Anforderungen erfüllen, wird der Preis unter allen Teilnehmern gleichermaßen verlost. Der Gewinner der Verlosung wird schriftlich nach Ablauf des Gewinnspiels am ersten April 2013 informiert. Die angeschriebene Person hat anschließend 48 Stunden Zeit, sich bei uns zu melden. Versäumt der Gewinner diese Frist, erhält nach denselben Gewinnspielregeln ein anderer Teilnehmer die Chance auf den Preis. Aus Datenschutzgründen wird der Gewinner namentlich selbstverständlich von uns nicht auf Gameplay Gamers, Facebook, Twitter, Google+, Youtube und im NextGen-Forum erwähnt. Er darf sich dort aber sehr gerne selbst als solcher zu erkennen geben. Teilnahmeschluss ist der 31. März 2013, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Review: SimCity

SimCity (1)Auf der Gamescom 2012 hatten wir erstmals die Gelegenheit, uns den neuen Teil der Reihe anzuschauen. Ein halbes Jahr später ist SimCity wie geplant erschienen und kämpft derzeit wie kein anderes Spiel mit Fan-Protesten und um die Gunst der Spieler.

SimCity (2)Den Start des Spiels haben Publisher Electronic Arts und Entwickler Maxis gehörig in den Sand gesetzt, denn vor einem halben Jahr schenkte man den Worten der beiden Firmen noch nicht so viel Gehör, was die sozialen Komponenten des Spiels betreffen. Bereits einige Tage vor dem Deutschland-Release, schwappten aus den Vereinigten Staaten negative Stimmen herüber. SimCity verlangt von uns nicht nur eine einmalige Origin-Aktivierung, die einen Weiterkauf des Spiels unmöglich macht, sondern auch noch eine ständige Internetverbindung. Auch das wäre irgendwo noch verkraftbar gewesen, doch lief die Verbindung zunächst über die hoffnungsvoll überfüllten Server von Electronic Arts. Beim Release in Nordamerika kam es deshalb zunächst zu ewiglangen Warteschlagen und ständigen Spielabstürzen. Aus diesen Fehlern hätte man binnen weniger Tage lernen können und für Europa sofort eine Infrastruktur anbieten können, in welcher der Spielstart sofort problemlos funktionieren könnte. Geschafft haben das Maxis und Electronic Arts nicht, denn in den ersten Tagen beschwerten sich dann auch die deutschen Fans über die Online-Anbindung. Es dauerte jedoch nicht lange, da hat der Entwickler geschaltet und weitere Server ermöglichen seitdem, zumindest bei uns, ein reines Spielvergnügen. Die Fan-Proteste halten dennoch weiterhin an.

Online-Nachbarschaft

SimCity (3)Der Online-Zwang ist nämlich nicht aus den Köpfen der Spieler und Fans wegzudenken und wir können das sehr, sehr gut nachvollziehen. Stand die SimCity-Reihe bisher für ein tolles Einzelspieler-Erlebnis, haben Solisten jetzt nur noch eingeschränkt Spaß. Das liegt zum einen daran, dass mobile Aufbaustrategen das Spiel unterwegs nun nicht mehr auf ihren Notebooks spielen können. Zum anderen liegt das am internen Spielablauf, welcher sich von bisherigen Teilen der Reihe leicht bis stark unterscheidet. Zunächst einmal müssen wir uns nämlich aussuchen, ob wir in einer komplett freien Region unsere erste Stadt errichten wollen oder ob wir an einem freien Platz in einer bereits bestehenden Nachbarstadt den Grundstein für unsere Metropole legen möchten. Wir können zum Glück zwar auch aussuchen, dass wir nur Freunde in unsere Region hineinlassen wollen oder auch andere Spieler, doch um das volle Potential des Spiels zu erleben, sind Mitspieler eigentlich schon zwingend erforderlich. So können wir erlangtes Wissen mit unseren Mitspielern teilen und diesen harte Arbeit ersparen. Haben wir außerdem einmal keine Rohstoffe wie Wasser oder Erdöl mehr, können wir sie auch aus den Nachbarstädten einkaufen. Wir können zwar reintheoretisch alle Bauplätze beanspruchen, doch niemand treibt schon gerne Handel mit sich selbst.

Sims-Schreihälse

SimCity (4)Dies soll absolut keine Kritik an diesem System sein, denn wir finden diesen Schritt äußerst praktisch, um das Franchise auf eine neue Stufe zu hieven. Trotzdem gehören Online-Zwang und Kontenbindung nicht zum guten Ton – Electronic Arts verschenkt hier Pluspunkte! Haben wir uns dann aber einmal für einen freien Bauplatz entschieden und alle Eventualitäten in der Spielwelt abgewägt, wie beispielsweise Kohle-Vorkommen oder Windstärke, können wir mit dem Aufbau unserer Stadt beginnen. In der Haut eines Bürgermeisters müssen wir die noch gar nicht gebaute Stadt erst einmal an die Autobahn anbinden, damit anschließend überhaupt erst einmal die ersten Sims in unsere Stadt ziehen möchten. Für diese sollten wir flott einige Wohngebiete zur Verfügung stellen, danach in angemessener Reichweite Arbeitsplätze in Form von Industriegebieten errichten und anschließend auch ein paar Gewerbegebiete, damit die Sims ihr wohlverdientes Geld auch ausgeben können. Selbstverständlich dürfen wir nicht die Versorgung vergessen, denn ohne Elektrizität und Wasser werden die Sims ihr Haus sehr schnell wieder verlassen. Also schnell einen Wasserturm und ein Kraftwerk errichten und die Sims schreien bereits nach dem nächsten Problem. Schutz vor Feuer und Kriminalität, Müll- und Abwasserbeseitigung, sowie Bildung und Freizeitaktivitäten sollen ermöglicht werden.

Intelligentes Spielsystem

SimCity (5)Es ist zwar nicht sonderlich realistisch, doch muss man den Entwicklern zugute halten, dass man das Spielgeschehen zum Teil auf die nötigsten Punkte reduziert hat. Anstatt Wasserrohre und Stromleitungen zu legen, erledigen wir diesen Schritt mit dem Bau der Straßen. Praktisch, denn so sparen wir uns Zeit beim Planen und Bauen der Stadt. Das Problem liegt jetzt aber daran, dass jedes Gebiet und jedes Gebäude zwangsweise an einer Straße gebaut werden muss, die bereits besteht. Zudem sieht man als Spieler nicht immer ganz genau, wie viel Platz man einplanen muss, um die Stadt möglichst effizient zu bauen. Das war im ersten Serienteil auf dem Super Nintendo noch deutlich besser gelöst, doch gab es damals weitere intelligente Schritte nicht. Während die Polizeiwache damals nur einen bestimmten Radius abgedeckt hat, kann diese im neuen Teil der Reihe an jeden beliebigen Platz der Stadt ausrücken. Sollten die Verbrechen überhand gewinnen, so kaufen wir uns einfach weitere Streifenwagen und weitere Gefängniszellen einfach dazu. Wer jedoch den Steuersatz nicht zu hoch ansetzt und außerdem für gebildete Bürger wert legt, der wird ohnehin keine Probleme mit Gangstern bekommen. Ähnliche Systeme finden wir natürlich auch bei Schulen, Feuerwachen und Busunternehmen. Bei letzteren müssen wir beispielsweise auch noch geschickt Bushaltestellen platzieren. Nett!

Bis zur Endlichkeit!

SimCity (6)Nach ein paar Spielstunden haben wir dann den Rand der Karte erreicht, sofern wir unsere Stadt nicht im Vorfeld geschickt planen. Wenn wir aber dennoch mit einem Plan an das Aufbauspektakel herangehen, verzögert sich das Erreichen des Kartenrandes nur etwas. Die Aufbauflächen in SimCity sind nämlich sehr knapp bemessen und ohne eine Vision, wie die eigene Stadt später einmal aussehen soll, wird es unzählige weitere Stunden brauchen, die Infrastruktur zu überarbeiten beziehungsweise zu optimieren. Wir hoffen, dass Maxis bald einen Patch nachreicht, der nicht nur das von Fans geforderte Offline-Spielen ermöglicht, sondern auch größere Karten beinhaltet. Sobald nämlich auch noch Erhebungen und Meere den Bau einschränken, wird man es auch als SimCity-Veteran schwer haben, eine effiziente und zudem auch noch beeindruckende Stadt zu errichten. Nach ein paar Übungsstunden ist der Städtebau aber auch für Neulinge und Anfänger kein Problem mehr, denn selbsterklärende Gebäudenamen und kurze Beschreibungen erklären jedem Spieler schnell, wie sich eine Stadt optimal entwickeln kann. Ein ausführlicheres Tutorial oder gar Szenarien, in denen wir unser erlerntes Können anwenden dürfen, wären aber wünschenswert gewesen. Wie schön wäre es doch, könnten wir ein fiktives San Francisco nach einem Erdbeben wieder neu errichten.

Aufstiegschancen

SimCity (7)Auf der optischen Seite besticht SimCity mit hübschen Gebäuden und verspielten Details. Da flimmern Leuchtreklamen, Autos rasen durch die Straßen, Polizisten verfolgen Verbrecher, Feuerwehrmänner löschen Brände und dann gibt es auch noch die Katastrophen, die entweder automatisch passieren oder von uns nach Freischaltung ausgelöst werden können. Meteoriten stürzen herab, unbekannte Flugobjekte entführen Sims und Zombies wandeln durch die Straßen. Selbst auf einem unteren Mitteklasse-Rechner sieht das Spiel in einer niedrigeren Auflösung noch sehr hübsch aus, doch die wahre Grafikliebe wird wohl erst bei maximalen Einstellungen zum Vorschein kommen. Hinzu kommen noch ein paar Grafikfilter, welche unsere Stadt in den Look eines Film Noir tauchen oder bestimmte Farben hervorheben. Selbst an Grafikfilter für Farbenblinde hat Maxis gedacht – vorbildlich! Die hübsche Optik wird dazu mit einem Soundtrack gepaart, der sich immer den aktuellen Geschehnissen anpasst und dabei niemals störend auffällt. Einige Stücke hätten dennoch ein wenig prägnanter sein können. Wenn es Maxis schafft, die Fehler auszubessern und auch auf die Wünsche der Fans zu hören, dann kann sich SimCity zu einem der besten Aufbauspiele aller Zeiten avancieren. Mit der derzeitigen Geschäftspolitik bleibt dem Spiel jedoch der Genre-Thron verwehrt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Als ich das Spiel auf der letzten Gamescom bei Electronic Arts anspielen konnte, war ich hin und weg. Die letzten SimCity-Ableger haben mich nämlich absolut kaltgelassen und weiter verschlechtern konnte man sich auch nicht. SimCity erinnert sich an alte Tugenden und präsentiert mir ein Spiel, wie es in seiner Einfachheit auch schon auf dem Super Nintendo gegeben haben könnte. Dann beweist mir das Spiel aber im Detail eine kleine Komplexität, die SimCity so intelligent macht. Anstatt immer und immer wieder neue Schulen zu errichten, baue ich einfach ein paar Klassenzimmer an, verteile in der Stadt die Schulbushaltestellen und kaufe weitere Schulbusse ein. Meine Ausgaben wachsen dadurch zwar ins Unermessliche, doch meine Sims werden dadurch gebildeter, können dann neuen Tätigkeiten weitergehen und in eine neue Einkommensklasse aufsteigen. Ein Kreis, der sich schließt, sofern man denn auch auf die Wünsche der eigenen Bürger eingeht. Die gesamte Stadt muss ich dabei akribisch planen, nur damit sie am Ende effizient genug ist, damit ich  weitere Ausgaben tätigen kann. Genau da finde ich es so toll, dass man auch von den Errungenschaften der Mitspieler in der Region profitieren kann. Baut nämlich ein anderer Bürgermeister eine Verkehrsabteilung an sein Gemeindehaus an, kann ich sofort mit dem Bau von Busbahnhöfen beginnen, ohne auf das nächste Upgrade des Gemeindehauses zu warten. So toll das Feature auch ist, so nervig ist der Online-Zwang auch für mich. Das liegt bei mir aber daran, dass sich innerhalb des Testzeitraums (11. bis 18. März 2013) kein einziger Spieler in meiner Region ansiedeln wollte und aufgrund des geringen Bauplatzes erachte ich es als sehr viel schwieriger, alleine Erfolge zu erzielen. Trotzdem bleibt SimCity für mich unterm Strich ein tolles Aufbauspiel, welches mir in den nächsten Monaten noch sehr viele schaflose Nächte bereiten wird!

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von SimCity!

Review: Wild Seven

Wild Seven (1)Von 1969 bis 1979 erschienen in Japan 48 Mangas rund um die fiktive Motorradstaffel Wild Seven. Es folgten eine japanische Fernsehserie und zwei Animes. Jetzt wird die Thematik erneut aufgegriffen und in einen abendfüllenden Spielfilm verpackt.

Wild Seven (2)Eine Bank wird von maskierten Banditen überfallen, das Geld wird geplündert. Da die Polizei bereits vor der Tür steht, müssen sie noch irgendwie vom Tatort entkommen. Um unentdeckt zu bleiben, tragen sowohl sie als auch ihre Geiseln schwarze Säcke über den Köpfen, um so unbeschadet zum Transporter zu gelangen. Nachdem sie eingestiegen sind, erschießen sie die Geiseln und können im Blutbad entkommen. Die Polizei ist machtlos und in diesem Moment bleibt ihnen keine andere Wahl, als die Wild Seven zu rufen. Dabei handelt es sich um eine Motorradspezialeinheit, die nur dann gerufen wird, wenn sie gerufen werden muss, denn ihre Vergangenheit ist alles anderes als ruhmreich. Alle sieben Mitglieder sind Ex-Sträflinge, die die Möglichkeit, für die Polizei zu arbeiten, nur wahrgenommen haben, um der Todeszelle zu entkommen. Dementsprechend sind ihre Methoden alles andere als lobenswert. Sie haben eine andere Vorstellung von Gerechtigkeit und als sie bei den anfangs erwähnten Banditen endlich ankommen und ihren Transporter zum Umkippen bewegen, erwarten diese natürlich, dass sie jetzt verhaftet werden. Die Wild Seven macht mit Verbrechern jedoch kurzen Prozess und exekutieren sie an Ort und Stelle. Offiziell existieren sie nicht und so ist es für einen Reporter ein gefundenes Fressen, dass er ihnen immer ein wenig mehr auf die Schliche kommt.

Sieben Charaktere müsst ihr sein

Wild Seven (3)Am ehesten lassen sich die Wild Seven mit ihrem US-amerikanischen Pendant, nämlich The Expendables, vergleichen. Jeder Charakter der Spezialeinheit hat einzigartige Fähigkeiten, die im Film jedoch nicht allesamt demonstriert werden. Das ist schade, denn so muss man sich wohl oder übel die Manga-Vorlage ansehen beziehungsweise durchlesen, um jeden Charakter vollends zu verstehen. Das Problem darin liegt jedoch, dass der Manga bis heute aufgrund des Alters nie ins Deutsche übersetzt wurde. Selbiges gilt auch für die anderen Medien, die wir bereits genannt haben. Das heißt aber nicht, dass der Film weniger verständlich ist. Es können durchgehend alle Verknüpfungen verstanden werden, denn der Film dreht sich nicht nur um einen Einsatz der Wild Seven. Schnell stößt ihr Anführer auf eine Junge Frau, die exakt hinter den Verbrechern her ist, die sie jagen und verfolgt auch noch das Ziel, diese umzubringen, da die für den Mord an ihrer Familie verantwortlich sind. Dann gibt es den Generalstaatsanwalt, der nach einem halben Jahr immer mehr bereut, sein Einverständnis für den Aufbau der Wild Seven gegeben zu haben. Ein hoher Regierungsbeamter ist derselben Auffassung und obwohl dieser die Fähigkeiten der Wild Seven zu schätzen weiß, will er sie liquidieren lassen. Der Grund ist furchtbar einfach: Er selbst ist in diverse Verbrechen verstrickt!

Fehlende Hintergründe

Wild Seven (4)Neben Zusammenhalt und Freundschaft, sind auch Vertrauen und der Sinn für Gerechtigkeit jeweils ein großes Thema in Wild Seven. Gezeigt wird dies alles in einem wunderbaren Bild in 1080p und im 16:9-Format (1,78:1). Das gilt insbesondere für den Schwarzwert, denn wo andere Filme oftmals das Problem haben, hier zu unterscheiden und meistens einen viel zu flüssigen Übergang liefern, kann Wild Seven mit kontrastreichen Werten glänzen. Selbiges gilt leider nicht für den Soundtrack in Kombination mit der Tonspur. Meistens ist der Sound so laut, dass Dialoge in der Lautstärke untergehen. Das hätte bei der Tonabmischung der deutschen Synchronisation auffallen müssen. Diese ist für sich genommen jedoch sehr gut gelungen, da auch bekannte Sprecher wie etwa Matthias Klie wahrgenommen werden können. Der japanische Originalton ist selbstverständlich authentischer. Nach 110 Minuten ist Wild Seven vorbei und der Packungstext verspricht an der Stelle B-Roll-Material, sowie originale Trailer und Teaser. Problem daran ist, dass das B-Roll-Material nicht kommentiert wird und bereits nach wenigen Minuten endet. Schade, dass das Bonusmaterial so dürftig ausfällt, denn hier hätten wir uns wirklich über Informationen gefreut, wie der Film zustande gekommen und wie die Umsetzung vom Manga schlussendlich geglückt ist. Verkraftbar, aber schade!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich finde es sehr schade, dass man den Manga zu Wild Seven hierzulande nicht veröffentlicht hat. So ist es für mich teils schwierig, die Charaktere richtig einzuordnen und eine Verknüpfung (die eines Wild-Seven-Mitglieds zu einer Reporterin) finde ich sogar so schwach, dass ich ihren Sinn nicht verstehe, warum diese Information wichtig für die Handlung des Films sein soll (sie soll eine seiner Töchter sein, doch sie hat ihren Vater niemals kennengelernt). Die Action in Wild Seven ist dafür brachial und bis auf die eine oder andere Schießerei ganz annehmbar. Hier hätte der Film wie sein US-amerikanisches Pendant The Expendables locker darüber hinwegtäuschen können, dass seine Charaktere in dieser Form nicht sonderlich ausgefeilt sind. Immerhin faszinieren mich auf die eine oder andere Weise ihre Gegenspieler, doch wird auch hier die Handlung ziemlich lächerlich gemacht, da der Bösewicht ständig im Vorteil ist, doch im entscheidenden Moment eine oberflächliche Lüge annimmt und sich so selbst das Handwerk legt. Durch solche Szenen verliert der Film an Glaubhaftigkeit. Wer die Vorlagen kennt, darf einen Blick riskieren, doch ansonsten ist Wild Seven eher dann gut, wenn Dürre im japanischen Filmregal herrscht.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Wild Seven!

Review: Into the Sun

Into the Sun (1)Top Gun: Sie fürchten weder Tod noch Teufel war im Jahr 1986 ein großer Erfolg an den Kinokassen, denn der Film spielte über dreihundert Millionen US-Dollar weltweit ein. 2012 möchte das aufstrebende südkoreanische Kino an diesen Erfolg anknüpfen.

Into the Sun (2)Pilot Tae-hun hat Talent. Ständig setzt er sich großen Gefahren aus, um seine Maschine an den Rand ihrer Möglichkeiten zu treiben. So auch bei einem Event, wo die neuen Typen der Luftwaffe demonstriert werden sollen. Er fliegt mit seinem Kampfjet hoch hinaus, schaltet die Triebwerke ab, lässt sich fallen und stellt sie erst wieder ein, wo er schon fast das Wasser am Boden berührt. Dass das nahe Publikum davon nicht begeistert ist, sollte jedem klar sein. Tae-hun wird daraufhin aus der Elite-Einheit Black Eagles entlassen und wird anschließend in eine neue Abteilung strafversetzt. Mit seiner Disziplinlosigkeit treibt er auch dort seine Kollegen und seine Vorgesetzten zur Weißglut. Der Film schildert jedoch nicht nur den Werdegang von Tae-hun, sondern führt uns auch in sein privates Leben ein. Beispielsweise verliebt er sich in die hübsche Mechanikerin Se-young, die jedoch zunächst gar nichts von ihm wissen will. Erst als ein Major immer mehr Anschuldigungen gegenüber ihr fallen lässt, dass sein Kampfjet beim Fliegen nach links verzieht und Tae-hun dies überprüfen soll, kommen sich die beiden etwas näher und das erste Date rückt in greifbare Nähe. Obwohl der Arbeitsalltag thematisiert wird und auch der Einblick ins Private uns nicht verwehrt bleibt, findet der Film unterdessen seinen zentralen Konflikt: Die Differenzen zwischen Nord- und Südkorea.

Internationaler Konflikt

Into the Sun (3)Eine rechtsradikale nordkoreanische Splittergruppe hat eine Militärbasis besetzt und plant von dort aus, Südkorea anzugreifen. Es ist sogar die Rede von einem atomaren Angriff, weshalb auch die Vereinigten Staaten von Amerika auf die Provokation eingehen. In diversen Szenen wechselt das Geschehen deshalb immer wieder nach Nordkorea, um die dortigen Verhältnisse der Splittergruppe zu demonstrieren. Auf eine Demonstration des nordkoreanischen Regimes verzichtete man im Film wohl, um in der Wirklichkeit auf eine Provokation durch den Süden zu verzichten. Der Konflikt zwischen den beiden Staaten wird aber auch so deutlich und führt dem Zuschauer vor Augen, dass starke politische Gegensätze in den beiden Staaten herrschen. Die Situation eskaliert, als bei einer Routinemission Tae-huns bester Freund von einem der feindlichen Kampfjets abgeschossen wird und dabei tödlich verunglückt. Ein anderer Pilot kann sich zwar noch retten, landet jedoch in der waffenfreien Zone und muss dort um sein Überleben kämpfen. Dass das Kampfgeschwader rund um Tae-hun nun eingreifen muss, um den Mann aus den Tücken des Dschungels und der Feindeshand zu befreien, steht ebenso fest wie die Vernichtung der besetzten Basis, wo die Atomwaffe lagert. Hier ist der Film jedoch nicht konsequent genug, um die Auswirkungen einer solchen Waffe zu beschreiben.

Große Sprünge Richtung Hollywood

Into the Sun (4)Nach den Vorfällen 1945 in Hiroshima und Nagasaki wird zwar wohl jeder von uns wissen, welche Auswirkungen eine Atomwaffe haben kann, doch fehlt uns diese Kernaussage im Film – verzeihbar, aber dennoch schade. Dafür werden die Beziehungen zwischen den Charakteren auf eine ernste, intelligente, emotionale und manchmal auch sehr humorvolle Art und Weise in Szene gesetzt. Die Optik besticht hingegen mit schönen Landschaftsbildern, die zwar zum Teil vor dem Greenscreen entstanden, aber dadurch nicht weniger beeindruckend sind. Dazu kommen dann auch noch die atemberaubenden Kampfsequenzen, die über weiten Ebenen und gegen Ende hin auch über einer Stadt (inklusive einer Explosion auf einem Wolkenkratzer) stattfinden. Zuständig dafür war das Wolfe-Air-Aviation-Team, welches auch schon bei den Filmen Iron Man und Transformers mit von der Partie waren. Dementsprechend sehen Szenen aus der Luft und die am Computer entstandenen Effekte wirklich toll aus. Der Film zeigt mal wieder, dass Südkorea in großen Sprüngen Hollywood aufholen will beziehungsweise wird. Das Bonusmaterial zum 116 Minuten lang Film besteht leider nur aus einem zweiminütigen Making-of. Schade, denn was der Film in den Punkten Bild- und Tonformat leistet, wird hier absolut nicht erfüllt. Fans von Filmen, welche Luftwaffen demonstrieren, greifen zu!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Top Gun: Sie fürchten weder Tod noch Teufel habe ich leider bis heute nicht gesehen. Da eine 3D-Fassung für die Kinoleinwände angeblich geplant sei, werde ich da wohl spätestens diesen Film nachholen. Nicht unschuldig daran ist Into the Sun, da mich der Aufbau und die Thematik des Films überzeugt haben. Mit Into the Sun zeigt mir Regisseur Dong-won Kim, dass man Hollywood schon bald einholen möchte. Zwar gibt es in einigen Bereichen natürlich immer noch Nachholbedarf, doch Südkorea legt nach wie vor mehr Wert auf ausgefeilte Charaktere, anstatt die Kinoleinwand mit inhaltslosen Explosionen zu füllen. Trotzdem sehen die Effekte, die Into the Sun in den Action-Momenten großartig machen, richtig gut aus. Sie befinden sich eben nur auf einem humanen Niveau und das ist auch gut so. Mir gefällt die Handlung um Tae-hun und vor allem um dessen besten Freund, der kurz vor seiner Hochzeit stand. Hier verliert der Film meiner Meinung jedoch kurzzeitig ein wenig Mitgefühl, denn während Tae-hun auf Rache sinnt, was in diesem Moment eine natürliche Reaktion ist, wird die Verlobte von seinem Freund nur kurz gezeigt, wie sie leidet. Dass muss sie eventuell auch, da sie ebenfalls eine Kampfpilotin ist und der nächste Einsatz zu diesem Zeitpunkt unmittelbar bevorsteht. Trotzdem: Into the Sun hat mir von Anfang bis Ende gefallen, da er weder sehr übertrieben inszeniert ist, noch gefühlt in die Länge gezogen wird.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Into the Sun!

Prime Time: Alfred Hitchcock Blu-ray Collection (Limited Edition) Unboxing

Am 14. März 2013 läuft in den Kinos eine biographische Verfilmung zu Alfred Hitchcock in den Kinos an. Während der Trailer bereits begeistert, fragen sich wohl vermutlich die jüngeren unserer Leser, wer dieser Mann eigentlich gewesen ist. Aus keinem anderen Grund hat sich Eric für euch die Alfred Hitchcock Blu-ray Collection zuglegt, in welcher alle Filme aus dem Hause Universal enthalten sind. Womit ihr in dieser Kollektion noch rechnen dürft und wie Erics Erstindruck von der Box ist, erfahrt ihr im Unboxing-Video.

Review: The Bell Witch Legend

The Bell Witch Legend (1)Angeblich basiert The Bell Witch Legend auf einer wahren Begebenheit. Wahre Tatsachen verlangen nach Antworten, doch diese möchte uns der Film vor allem in den letzten Minuten einfach nicht geben. Dass das dreist ist, beweist zudem auch noch das Bonusmaterial.

The Bell Witch Legend (2)Wir schreiben das Jahr 1818. Der in Tennessee ansässige Farmer John Bell streitet sich mit seiner als Hexe angesehenen Nachbarin und zockt sie bei einem Handel ab. Die damals noch mehr als heute wichtige Kirche in den Vereinigten Staaten sieht das genauso, denn zwanzig Prozent Zinsen für das Darlehen seien in Gottes Augen Wucher. Sie droht ihn damit, dass in seinem Leben noch etwas Schlimmes passieren wird. Kurz darauf beginnen die seltsamen Geschehnisse auf dem Bell-Anwesen. Scheinbar liegt ein Fluch auf ihm und seiner Familie, denn anders sind die Ereignisse nicht zu erklären. Seine Tochter wird nicht nur von fiesen Alpträumen geplagt, sondern mitten in der Nacht von einer unsichtbaren Macht auch aus dem Bett gezogen und in der Luft geohrfeigt und geschlagen. Noch dazu stören ominöse Stimmen den Hausfrieden. Mit der Zeit wird der Geist immer mächtiger und aggressiver, doch langsam gehen den Bells die Ideen aus. Die Kirche versucht in gewisser Weise zwar Exorzismus auf dem Anwesen durchzuführen, doch bereits in der Nacht des ersten Versuchs versagt sie dabei. Auf der anderen Seite versucht Betsys Lehrer eine wissenschaftliche Erklärung für die Vorfälle zu finden, bleibt dabei allerdings ebenso erfolglos. Was nun aber tatsächlich im Haus der Bells passiert, bleibt bis zum Abspann vollkommene Interpretationssache.

Legende gegen Wahrheit

The Bell Witch Legend (3)Geschildert wird der Film aus der Sicht der heutigen Zeit, wo die Nachkommen der Bells das ominöse Tagebuch des Lehrers auf ihrem Dachboden finden, als sich die Vorfälle sich nach all den Jahren wiederholen. Ob sich der Fluch allerdings über Generationen vererbt hat oder ob dieser nur zufällig durch ein bestimmtes Ereignis ausgelöst wird, bleibt ungeklärt. Das ist sehr schade, denn auf der einen Seite wird am Ende behauptet, dass der Film auf einer wahren Geschichte beruht, doch dann widerlegt man dies im Bonusmaterial selbst. Dort wird gesagt, dass alles auf einer Legende basiert. Auf dem Packungstext steht zudem, dass der Film nach dem Roman The Bell Witch aufgebaut ist. Die Wahrheit liegt also irgendwo dazwischen und eine klare Aussage kann hier nicht gefasst werden. Angeblich seien bei der Premiere von The Bell Witch Legend sogar die echten Nachfahren von John Bell anwesend gewesen, die sich die Geschichte ihres Vorfahrens exakt so wie in der Filmhandlung vorgestellt haben. Für uns klingt das ein wenig zu fanatisch, doch das macht dem Film im Endeffekt natürlich nicht schlechter. Die Schauspieler, insbesondere Donald Sutherland, können uns überzeugen und hauchen ihren Charakteren genügend Leben ein. Unterstützt wird dies von den authentischen Kostümen, die den Zeitgeist des eingehenden neunzehnten Jahrhunderts glaubhaft einfangen.

Farbgestaltung

The Bell Witch Legend (4)Selbiges gilt für die wenigen Ortschaften, die in The Bell Witch Legend auftauchen. Sowohl das Anwesen der Bells, dem der Hexe, die Schule und die Kirche werden authentisch gezeigt und geben die Verhältnisse der Vereinigten Staaten in ihren Gründungsjahren glaubhaft wieder. Das Bild in 1080p und im 16:9-Format (2,40:1) unterstützt diese Tatsache positiv, da die meisten Bilder sehr scharf sind, allerdings nicht sonderlich kontrastreich. Das passt aber auch zum Kontext der Handlung, denn die manchmal recht schwammigen Bilder wollen die Undurchsichtigkeit der Personen und vor allem der merkwürdigen Ereignissen demonstrieren. Eine Szene bleibt uns ganz besonders in Erinnerung, denn hier dreht sich die Kamera um die Darsteller herum, wobei das Bild ständig zwischen einer farbigen und einer schwarzweißen Farbgebung wechselt, um so Kälte und Wärme auszudrücken. Was in jedem anderen Film absolut unpassend wäre, macht in The Bell Witch Legend absolut Sinn. Sowohl die deutsche als auch die englische Tonspur in DTS-HD 5.1 Master Audio können uns überzeugen, wenn der Originalton natürlich authentischer ist. Das Bonusmaterial besteht abschließend aus einem Interview zwischen Regisseur und Sissy Spacek, mehreren alternativen Enden (die allesamt fast nichtssagend sind) und einer kurzen Stunt-Zusammenfassung – in SD-Bildqualität.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Von der ausgehenden Rahmenhandlung verspricht The Bell Witch Legend großes Kino. Ein Fluch, der tatsächlich so existiert haben soll, klingt zwar in Filmform vielversprechend, doch jeder vernünftige Mensch sollte wissen, dass das absoluter Humbug ist. Trotzdem kann mich der Film zumindest in den ersten zwei Dritteln, also etwa 65 Minuten lang, in seinen Bann ziehen. Danach verliert sich der Film aber zunehmend in purer Verwirrung und am Ende scheint die Erklärung des Fluchs so nahe, wird dann jedoch zur reinen Interpretationssache. Die vier alternativen Enden zeigen mir dann auch, dass sich selbst der Regisseur nicht so sicher war, was er da eigentlich fabriziert hat. Da kann auch die starke Besetzung rund um Donald Sutherland nicht mehr viel helfen. So gut die schauspielerische Leistung auch von der damals noch recht jungen Rachel Hurd-Wood, welche die Betsy Bell verkörpert, auch ist – die Handlung verliert auf der Zielgeraden an Tempo und Kernaussage. Wer Horror- und Mystery-Filme mag, kann sich The Bell Witch Legend durchaus anschauen, sofern man nicht auf eine von Anfang bis Ende funktionierenden Handlung besteht. Am Ende hat mich der Film nach dem starken Auftakt jedoch enttäuscht, weshalb mir das einmalige Anschauen gereicht hat.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Bell Witch Legend!

Review: Planet der Monster

Planet der Monster (1)Wenn ein Film schon einen Titel wie dieser hier erhält, dann sollte man sich nicht auf großes Kino freuen. Der Fernsehfilm hat es hierzulande dennoch auf Blu-ray geschafft und kann trotz zweier guter Schauspieler nicht annähernd überzeugen.

Planet der Monster (2)Eigentlich sollte die Vorführung eines Experiments in einem Laboratorium genau das bleiben: Die harmlose Vorstellung einer Möglichkeit, alternative Dimensionen zu bereisen und dabei Kontakt zu intelligentem Leben aufzunehmen. Es kommt jedoch wie es kommen musste. Die Maschine überhitzt sich und durch die Überladung wird das Tor zu einer fremden Dimension geöffnet. Die Reise in die Parallelwelt beginnt jedoch damit, dass alle Teilnehmer bewusstlos werden. Colonel Sam Synn wacht auf, als er das Schlürfen einer Kreatur vernimmt, die gerade an einer anderen Person nagt und beim ersten Schuss in den nächsten Gang verschwindet. Er nimmt die Verfolgung auf und durch die nächsten Schüsse wachen auch endlich die anderen Personen im Labor auf, die sich beim Anblick der toten kleinen Bestie allesamt fragen, wo sie sich denn jetzt eigentlich befinden. Senator Jackson Crenshaw fühlt sich von den anwesenden Wissenschaftlern beleidigt und will das Gebäude verlassen, was ihm nach einem recht kurzen Erdbeben auch gelingt. Er staunt jedoch nicht schlecht, als er nach dem Öffnen der Tür einen Urwald anstatt den Parkplatz vor seinen Augen entdeckt. Damit hat es sich aber auch schon, denn das nächste, was der Senator zu sehen bekommt, sind die Beißer einer fürchterlichen Bestie. Halb Insekt, halb Dinosaurier. Willkommen auf dem Planet der Monster!

Anderthalb Hauptdarsteller

Planet der Monster (3)Die Handlung von Planet der Monster, oder Ferocious Planet beziehungsweise The Other Side, wie der Film auch genannt wird, klingt für sich genommen spannend und bietet sich in den ersten Minuten auch hervorragend für den Aufhänger einer tollen Fernsehserie an, doch dafür war der Film niemals gedacht und kann es im Verlauf der Story auch niemals erreichen. Das beginnt schon damit, dass man einen der beiden Hauptdarsteller bereits nach einer guten Viertelstunde aus dem Drehbuch schreibt. Wir fragen uns, warum John Rhys-Davies sich für Planet der Monster begeistern konnte und ob er vielleicht zu wenige potentielle Job-Angebote bekommt. Nach seinen Auftritten in zwei Indiana-Jones-Filmen, als Professor Maximilian Arturo in der Fernsehserie Sliders und als Zwerg Gimli in der Der-Herr-der-Ringe-Trilogie sollte man doch meinen, dass er ein besseres Gespür für gute Produktionen besitzt. Ähnliches gilt auch für Joe Flanigan, den einige von euch sicherlich aus Stargate: Atlantis kennen, doch sind wir froh, den Darsteller nach dieser Science-Fiction-Serie endlich mal wieder in einem anderen Projekt zu sehen. Die schauspielerische Leistung der beiden ist ohnegleichen und sie hebt sich vom Rest der Darstellerriege sehr deutlich ab. Das fängt beim seltsamen Halten von Waffen an und endet in unüberlegten Bewegungen nach physischen Verletzungen.

Absprung ins Bodenlose

Planet der Monster (4)Wir verstehen nicht, dass das Regisseur Billy O’Brien beim Dreh nicht aufgefallen ist. Diese Unachtsamkeit fällt wohl ohnehin nur Filmfans auf, doch jedem Zuschauer werden die wohl seit langer Zeit miesesten Effekte ins Auge stechen. Die Monster werden einfach nur in Standbildern gezeigt. Eine bewegende Dynamik, wie es das Cover verspricht, gibt es in Planet der Monster nicht. Das ist sehr schade, denn Potential hätte der Action-Anteil des eher auf Science Fiction ausgelegten Films allemal. Auf technischer Ebene liegt der Film unter der Qualität der damals unter Fans sehr beliebten Fernsehserie Die Verlorene Welt. Von Effekten, die wir 1993 bereits in Jurassic Park gesehen haben, brauchen wir hier gar nicht reden. Neben dem Bild in 1080p liegen auf der Disc sowohl die deutsche, als auch die englische Tonspur vor. Während der Originalton noch authentisch klingt, sind die deutschen Synchronsprecher fehl am Platz. Selbst die beiden Hauptdarsteller haben nicht einmal ihre bekannten Sprecher, was Kennern bitter aufstoßen wird. Der Ton in DTS-HD 5.1 wird immerhin mit einem recht passablen Soundtrack unterstützt, doch kann das alleine den Film nicht retten. Monsterfans sollten sich also gut zweimal überlegen, ob sie Planet der Monster unbedingt sehen müssen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Als ich damals erste Ausschnitte aus dem Film gesehen habe, habe ich noch gedacht, dass es sich dabei um einen Pilotfilm zu einer TV-Serie handelt. Die Qualität hat zwar auch da noch nicht so ganz gestimmt, aber zumindest hätte die Serie somit einen tollen Aufhänger zu einer spannenden Story. So fällt der Film nach den ersten interessanten Minuten und vor allem nach dem Ausscheiden von John Rhys-Davies ins Bodenlose. Die Charaktere haben allesamt ihre eigenen Motive, um auf dem Planet der Monster zu überleben, doch sind diese alles andere als löblich. Eine Wissenschaftlerin sucht nach einem Metallturm, der angeblich von intelligentem Leben gebaut worden sein soll und wird enttäuscht. Dann gibt es eine Person, die mit dem Ei eines Monsters in der echten Welt groß absahnen möchte und wird dabei natürlich getötet. Die gesamte Filmhandlung ist relativ vorhersehbar. Da das Cover mit den beiden Darstellern Joe Flanigan und John Rhys-Davies wirbt, kann man eigentlich durchaus mehr erwarten, doch meine Erwartungen hat der Film absolut nicht erfüllt. Eine lahme Handlung, dünne Effekte und dazu eine unpassende Synchronisation machen den Film für mich nahezu unansehbar. Wer hier zuschlägt, der braucht Sitzfleisch, denn 88 Minuten können manchmal doch sehr lang sein.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Partner: NMag #51 erschienen – Beginn eines neuen Zeitalters!

Berühmte Sprichwörter wie „Gut Ding will Weile haben“ oder „Was lange währt, wird endlich gut“ vertrösten Menschen seit unzähligen Jahren die Wartezeit auf besondere Momente und wecken die Hoffnung, dass ihre Erwartungen übertroffen werden. Aus diesem Grund hat sich die Redaktion des NMag, bestehend aus alten Hasen und neuen Gesichtern, bei der Erstellung der ersten Ausgabe seit Langem, ganz besonders viel Mühe gegeben, um den Qualitätsansprüchen ihrer Leser abermals gerecht zu werden. In der einundfünfzigsten Ausgabe blickt das NMag auf den Start von Nintendos neuem Flaggschiff, die Wii U, zurück. Unter die Lupe genommen werden hochkarätige Spiele wie New Super Mario Bros. U und Nintendo Land. Titel der Dritthersteller kommen ebenfalls nicht zu kurz, denn ZombiU, Call of Duty: Black Ops 2, Tekken Tag Tournament 2 – Wii U Edition und Mass Effect 3: Special Edition versüßen Wii-U-Besitzern seit dem Launch das Spielerlebnis auf ihrer neuen Konsole.

Des Weiteren zelebriert das NMag den fünfundzwanzigsten Geburtstag der Final-Fantasy-Reihe, stellt dabei auf sieben Seiten vergangene Teile der Serie vor und zeigt, wie sich das Franchise bis heute entwickelt hat. Japanophile Leser kommen im März noch mehr auf ihre Kosten, denn Gastredakteur Daniel Büscher gibt nach seinem monatelangen Japan-Aufenthalt faszinierende Einblicke in das Leben in Fernost. Um den Beginn des neuen NMag-Zeitalters zu feiern, verlost das NMag mehr als dreißig Preise, wie beispielsweise Professor Layton und die Maske der Wunder für den Nintendo 3DS oder Statuen von Protagonist Connor aus Assassin’s Creed III. Und jetzt schnell zu http://www.n-mag.org und die nagelneue Ausgabe kostenlos herunterladen. Viel Spaß beim Lesen!

News: Shenmue III als Kickstarter-Projekt

Shenmue III KickstarterMittlerweile ist es besonders für kleinere Unternehmen sehr angenehm, die eigenen Spiele produzieren zu lassen. Ein Publisher ist schon fast nicht mehr nötig, denn über Kickstarter können interessierte Spieler und Fans ihren Idolen bereits im Vorfeld das Spiel bezahlen, um es nach Fertigstellung kostenlos zu erhalten. Dass das ganze mit einem hohen Risiko verbunden ist, dürfte jedem klar sein. Verschlingt die Produktion mehr Gelder, als die Fans auch bei Erreichen eines erzielten Betrages, kann es durchaus sein, dass die Spieler ihr Geld nicht mehr wiedersehen. Die Faszination von Kickstarter ist jetzt womöglich auch im Land der aufgehenden Sonne angelangt, denn Gerüchten zufolge möchte Yu Suzuki ein mögliches Shenmue III über Kickstarter produzieren lassen. Dies berichtet zumindest die Redaktion der Zeitschrift PC Games auf ihrer Internetpräsenz. Wenn das Gerücht wahr sein sollte, könnte für viele Shenmue-Fans ein Traum in Erfüllung gehen.

Erics Meinung: Für Shenmue und Shenmue II habe ich mir extra eine Sega Dreamcast gekauft. Shenmue II habe ich sogar noch einmal zusätzlich für die Xbox erworben, doch gespielt habe ich die Spiele bis heute aus Zeitgründen nicht. Das wird sich aber in einigen Monaten ändern und meine Reise in die Vergangenheit, in ein Japan und ein China, die ich so vorher noch nicht gesehen habe, kann dann endlich beginnen. Da freue ich mich, dass Suzuki in den Zeiten, wo es Sega nicht ganz so gut geht, noch nicht die Hoffnung aufgegeben hat, die Shenmue-Reihe fortzusetzen. Ich würde mich freuen, wenn Suzuki den nötigen Betrag via Kickstarter zusammenbekommt, doch frage ich mich, wie hoch dieser Betrag denn sein soll. Die beiden Shenmue-Spiele für die Dreamcast haben stolze siebzig Millionen Dollar Produktionsgeld verschlungen. Ich zweifle, dass man für einen dritten Teil auch nur die Hälfte zusammenbekommt, um ein würdiges Shenmue III so zu kreieren, wie es sich Suzuki vorstellen mag. Ich bin gespannt, wie Sega darauf reagieren wird und hoffe, dass die Geschichte von Shenmue zu Ende erzählt werden wird.

Review: Schwerter des Königs: Dungeon Siege & Zwei Welten

Schwerter des Königs - Dungeon Siege & Zwei Welten (1)Alleine Schwerter des Königs: Dungeon Siege hat mehr als sechzig Millionen US-Dollar für die Produktion verschlungen. Weltweit spielte der Film an den Kinokassen jedoch nur ein Bruchteil dessen wieder ein. Wir können uns gut vorstellen warum!

Schwerter des Königs - Dungeon Siege & Zwei Welten (2)Im Jahr 2002 erblickte mit Dungeon Siege ein PC-Rollenspiel das Licht der Welt, welches es bis zum heutigen Tage auf zwei Nachfolger, ein Add-on und ein Spin-off für die PlayStation Portable gebracht hat. In jener Spielserie übernimmt man die Kontrolle eines beziehungsweise mehrerer Charaktere, mit denen man in den Kampf zieht und unter anderem in Höhlen viele Gegner umbringt beziehungsweise als Spieler totklickt. Der erste Teil und das Add-on muss Regisseur Uwe Boll dermaßen beeindruckt haben, weshalb er gleich einen Film nach deren Vorbild erschaffen wollte. Dass 2005 auch Dungeon Siege II in die Läden kommen sollte, hat er bei Drehbeginn sicherlich nicht unbeachtet gelassen. Trotzdem sollte sein Film Schwerter des Königs: Dungeon Siege mehrere Monate beziehungsweise Jahre in der Nachproduktion bleiben und kam dann 2007 in Deutschland und 2008 in den Vereinigten Staaten auf den Markt. Gebracht hat die Nachbearbeitung aber nichts, denn weltweit hat der Film noch nicht einmal ein Viertel des Budgets wieder eingespielt. Das liegt wohl zum einen daran, dass der Regisseur sich vorab bereits einen schlechten Ruf unter Videospielern gemacht hat, da er zum Beispiel mit Bloodrayne nicht unbedingt das geliefert hat, was die Fans jenes Spiels sich gewünscht haben. An Dungeon Siege hat er sich entsprechend ebenfalls wenig orientiert.

Einen Bauer für einen König

Schwerter des Königs - Dungeon Siege & Zwei Welten (3)Ein Bauer, den alle immer nur Farmer nennen, hat es auch nicht leicht. An einem Tag erntet er noch mit seinem Sohn die Früchte seiner Arbeit und am nächsten Tag muss er mit ansehen, wie eine bis an die Zähne bewaffnete Armee der Krugs ins Land Ehb einfällt, den Hof seines Nachbarn auf Grund und Boden niederbrennt und dann beim Überfall aufs Dorf Stonebridge seinen Sohn tötet und seine Frau verschleppt. Mit Schwager und Nachbar nimmt er die Fährte der Krugs auf und verfolgt sie durch das gesamte Königreich. Dabei muss er feststellen, dass die Angelegenheit komplizierter ist, als er denkt. Hinter der Armee steckt Zauberer Gallian, der sich schon in der Vergangenheit nicht mit Ruhm bekleckern konnte. Sein Ziel ist es, den amtierenden König Konreid mit Hilfe dessen Neffen zu entmachten und die Macht über das Fantasy-Reich zu übernehmen. Unterstützung findet Farmer im Magier Merik, der im Bunde mit König Konreid ist. Gemeinsam beschließen sie, Gallian das Handwerk zu legen und dadurch das Reich zu retten. Es kommt jedoch wie es kommen musste. Des Königs Neffe, Herzog Fallow, tötet den König mit Gift und auf dem Sterbebett wartet dann die nächste Enthüllung, auf die sich ein Bauer wohl niemals hätte einstellen können. Er soll wahrhaftig der lang verschollene Sohn Konreids sein und die Herrschaft übernehmen.

Innovationslose Handlung

Schwerter des Königs - Dungeon Siege & Zwei Welten (4)Fortgesetzt wird die Handlung nach dem furiosen Finale im ersten Film jedoch nicht, denn der Film Schwerter des Königs: Zwei Welten beschäftigt sich mit einem anderen Universum, wie wir feststellen dürfen. Im Bonusmaterial wird zwar gesagt, dass der alte König wohl Farmer gewesen sein soll, doch im Film selbst beschäftigt man sich mit der Thematik der Zeitreise, die so aber keinen Sinn ergibt. Wie sich Uwe Boll die Gegend um Vancouver vor mehr als tausend Jahren vorgestellt hat, ist einfach unsinnig. Jedenfalls bekommt der Ex-Elitesoldat Granger Besuch aus einer anderen Welt, wird sogar in diese entführt. Dort erfährt er, dass die Dunklen das Land ins Chaos gestürzt haben und Granger dazu auserkoren ist, das Land vor dem Untergang zu bewahren. Da er sowieso nicht Besseres zu tun hat, willigt er ein und reist mit einer Gruppe von Kriegern und einer Heilerin zu einer angeblichen Hexe, die er töten soll. Unterwegs wird die Gruppe jedoch von der Gegenseite angegriffen und nur Granger und Elianna überleben den Kampf. Im Dorf der Dunklen angekommen, erfährt Granger, dass die Dunklen gar nicht so böse sind und nur den König aus dem Weg räumen wollen, da dieser den alten König ermordet und Krankheit über das Land gebracht hat. Granger erfährt auch, dass er der verschollene Nachkomme des alten Königs sein soll. Das kommt bekannt vor!

Bekannte Schauspielerriege

Schwerter des Königs - Dungeon Siege & Zwei Welten (5)Der erste Film, der irgendwie sicherlich an den Erfolg der Fantasy-Filmwelle wie Der Herr der Ringe, Die Chroniken von Narnia und Harry Potter anknüpfen wollte, sieht zumindest auf den ersten Blick hochwertig aus. Namhafte Schauspieler wie Jason Statham und John Rhys-Davies führen die Riege an. John Rhys-Davies, nachdem wir ihn zuletzt noch in Planet der Monster gesehen haben, macht seine Sache hier sehr gut. Man kauft ihm die Rolle als Magier ab, doch Jason Statham kann leider nur in den Action-Szenen überzeugen. In Filmen wie Bube, Dame, König, Gras oder der Transporter-Reihe wirkt er deutlich glaubhafter. In weiteren Rollen sind Ron Perlman (unter anderem bekannt aus Bunraku) und auch Burt Reynolds als König Konreid zu sehen. Ray Liotta in der Rolle des Gallian konnte uns aber so gar nicht überzeugen. Wir hoffen nicht, dass die Zeiten seines schauspielerischen Schaffens vorbei sind, auch wenn seine Rolle in Goodfellas wohl immer noch seine größte bleiben wird. Neben den Schauspielern gibt es noch etwas für die Augen. Das beginnt mit einer traumhaften Darstellung der Fantasy-Welt, denn gedreht wurde an wunderschönen Orten in Kanada. Hier kann man Uwe Boll für die gute Auswahl der Kulisse einfach nur danken. Die Spezialeffekte reichen in ihrer Qualität von schön bis grausam. Beim zweiten Teil hat man diese gleich auf ein Minimum reduziert.

Zwei Filme – zwei Welten

Schwerter des Königs - Dungeon Siege & Zwei Welten (6)Bei Zwei Welten erwarten uns lediglich ein paar kleinere Lichteffekte und ein eher weniger gut inszenierter Drachen. Lustig, dass Uwe Boll im Audiokommentar sagt, dass man sich hier nicht gleich mit Jurassic Park und Co. vergleichen lassen möchte. In jenem Film tauchen erst einmal Dinosaurier auf und dann sind diese auch noch deutlich besser animiert. Es kann also gar kein wirklicher Vergleich gezogen werden. Neben den Spezialeffekten wurden auch die bekannten Schauspieler auf ein Minimum reduziert, denn neben Dolph Lundgren (The Expendables) kann man höchstens noch Natassia Malthe (Bloodrayne 2: Deliverance, Bloodrayne: The Third Reich) genannt werden. Bei Dungeon Siege spielt hingegen Kristanna Loken eine nicht ganz so unwichtige Rolle, die wiederum Bloodrayne im ersten Teil der Vampirtrilogie verkörpert hat. Optisch bieten beide Filme ein gutes Bild, doch hat Dungeon Siege aufgrund der langen Nachbearbeitung die Nase vorn. Der Ton geht bei beiden Filmen in Ordnung, aber der Soundtrack kann sich nicht mit den Tracks anderer Fantasy-Epen wie Der Herr der Ringe messen. Bei der Synchronisation hat man sich auf die bekannten Sprecher verlassen, welche ihre Stimmen teilweise besonders gut einsetzen (Manfred Lehmann bei Dolph Lundgren), um die Charaktere glaubhafter zu gestalten. Neben Trailern, Interviews, Behind the Scenes und Making-ofs runden zwei typische Uwe-Boll-Audiokommentare das Doppelpack ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Meinen ersten Kontakt mit dem Dungeon-Siege-Franchise hatte ich vor ungefähr zehn Jahren. Damals habe ich das Spiel von einem Freund ausgeliehen und war sehr schnell angeödet. Nach ein oder zwei Spielstunden habe ich das Spiel dann auch direkt von meiner Festplatte geworfen und bis vor wenigen Tagen habe ich mich dementsprechend auch nicht mehr für das Franchise interessiert. Dann landeten jedoch die beiden Filme im Doppelpack auf meinem Schreibtisch und bereits beim Anschauen hat sich schnell derselbe Effekt breitgemacht, wie damals beim PC-Spiel. Anfangs wirkt die Handlung noch gut strukturiert und unterhaltsam. Je weiter die Handlung aber dann vorantreibt, desto langatmiger wird sie. Insbesondere bei Dungeon Siege ist dies der Fall, denn anstatt der Kinofassung hat es eine 35 Minuten längere Fassung auf die Blu-ray geschafft. Daran ist zwar nichts auszusetzen, doch hätte man uns – und technisch ist das heute möglich – einfach die Wahl lassen sollen. So befinden sich viele unnötige Szenen mit im Film, die diesen nicht angenehm strecken, sondern unnötig in die Länge ziehen. Zwei Welten wirkt hingegen zu kurz, doch auch diese Laufzeit wird nicht sonderlich gut genutzt. Hier befinden sich abermals viele unnötige Szenen im Film, die man weiter hätte reduzieren können, doch Spannung und Dramatik kommt in kaum einer dieser Szenen vor. Diese hätte ich mir echt gewünscht, damit der Film am Ende auf eine angenehme, aber nicht zu lange Laufzeit kommt. Selbst die Audiokommentare sind diesmal weniger unterhaltsam, wenngleich auch nicht sonderlich anders wie bei Uwe Bolls anderen Projekten. Unterm Strich bleiben zwei Filme, die sich Fantasy-Fans gerne mal anschauen können, doch wer den ersten Teil bereits gesehen hat, kann sich den zweiten eigentlich schenken, da dieselbe Handlung anders verpackt erzählt wird. Schwach!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Schwerter des Königs: Dungeon Siege & Zwei Welten!

Review: Dragon Age: Dawn of the Seeker

Dragon Age - Dawn of the Seeker (1)Mit Dragon Age hat Entwickler BioWare ein Universum geschaffen, welches stetig erweitert wird. Neben zwei vollwertigen Rollenspielen (ein drittes ist in Arbeit) und einem Add-on, erobern nicht nur Romane, sondern jetzt auch ein Anime die Herzen der Fans.

Dragon Age - Dawn of the Seeker (2)Dragon Age: Dawn of the Seeker erzählt die Geschichte zweier Persönlichkeiten, die sich für den Erhalt des friedlichen Landes Orlais einsetzen. Cassandra ist eine Sucherin, die das Land mit Blut und Stahl beschützt, während Galyan ein Mann mit magischen Talenten ist. Obwohl Magier und Sucher nicht direkt zusammenarbeiten, werden die beiden Abkömmlinge dieser Fraktionen regelrecht zur Zusammenarbeit gezwungen. Die Geschehnisse beginnen damit, dass der Blutmagier Frenic mit seinem Zirkel das kleine Elfenmädchen Avexis, welches die seltene Gabe hat, Tiere und Bestien mit purer Gedankenkraft zu kontrollieren, in ihre Gewalt bringen und einen Komplott gegen Orlais schmieden. Die Sucher können Avexis zwar wieder befreien, doch Byron ist der Auffassung, dass die Kirche von Frenic und seinen Schergen bereits infiltriert worden ist und bringt Avexis außerhalb den Schlossmauern, wo sie bereits von den Blutmagiern erwartet werden. Da Cassandra ihren Meister nicht aufhalten kann, wird sie Teil seiner Pläne und daher von den Suchern als Komplizin entlarvt. Selbiges Schicksal teilt Galyan, der eher zufällig an Ort und Stelle gewesen ist. Ihnen gelingt die Flucht und die Suche nach Avexis beginnt. Eine Suche, in der sie erkennen müssen, dass die Wurzeln des Bösen weitaus tiefer reichen, als sie sich jemals hätten vorstellen können.

Fehlende Motive

Dragon Age - Dawn of the Seeker (3)Ganze 88 beziehungsweise 91 Minuten lang dauert das Spektakel, bis es zum entscheidenden Kampf zwischen den guten und bösen Mächten in Orlais kommt. Genau so lange ebbt die Spannung nicht ab. Dragon Age: Dawn of the Seeker begeistert mit tollen Charakteren, die in anderen Fantasy-Filmen nicht besser hätten vorgestellt werden können. Das Problem an den Charakteren ist aber, dass sie idealistisch geprägt sind und teilweise schon zu sehr patriotisch handeln. Die Handlung wirkt schon fast wie die Kopie eines US-amerikanischen Films, der sich mit Verschwörungstheorien innerhalb der Regierung beschäftigt. Im Grunde dreht sich die Story des Films auch darum, da die Göttliche (eine Art oberste Klerikerin) auf ihrem Thron durch deren Nachfolgerin ersetzt werden soll. Das Problem daran ist wiederum, dass hier ein Motiv fehlt. Macht ist schön und gut, aber ihre wahren Ziele bleiben verborgen. Selbiges gilt auch für ihre Verbündeten. Diese müssen auch von etwas angetrieben werden. Es wird jedoch niemals gesagt, welche Ämter sie nach dem Umsturz einnehmen werden oder in welcher Form sie belohnt werden. Die Motive der bösen Gegenseite sind also allesamt sehr schwammig und können den einen oder anderen Zuschauer stören. Fans von Dragon Age, die ohnehin die Spiele als erste Anlaufstelle ansehen, erweitern womöglich sinnvoll ihr Blickfeld.

Verwestlichung

Dragon Age - Dawn of the Seeker (4)Betrachtet man sich die Bilder des Films, könnte man meinen, dass es sich um eine ähnlich schlechte Umsetzung wie Dead Space: The Aftermath handelt. Davon ist der Film aber weit entfernt. In Bewegung sehen alle Animationen toll aus, die Farbgebung könnte mit den meist tristen Tönen nicht besser sein und die Figuren wirken bei weitem nicht unplastisch. Wer den Anime Vexille gesehen hat, der wird den Stil wiedererkennen, denn hier war das japanische Unternehmen Funimation ebenfalls für die Produktion zuständig. Westlich eingestellten Fans wird das eventuell bitter aufstoßen, doch objektiv gesehen muss man sagen, dass man sich an den Spielen – soweit wir das beurteilen können – orientiert hat. Die Disc enthält sowohl die (annehmbare) deutsche, die französische und die japanische Originalfassung. Letztere sogar im so genannten Extended Cut, der jedoch drei Minuten kürzer als die deutsche Fassung ist. Kurios! Wer Informationen über das Spiel erhalten möchte, bekommt einen kurzen Einblick in die Produktionsstuben von BioWare. Die Studio-Tour fällt mit acht Minuten sehr kurz aus. Das Behind the Scenes ist zudem ein Witz, denn hier wird nicht die Arbeit von Funimation in den Vordergrund gestellt, sondern die positive Auffassung der Mitarbeiter von BioWare. Eine Bildergalerie, durch die man sich mühevoll durchklicken muss, runden das Gesamtbild leider etwas unschön ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Da ich die Spiele bis heute leider nicht gespielt habe, bin ich mit gemischten Gefühlen an den Anime gegangen. Auf der einen Seite wollte ich mich, da ich die Spiele gerne nachholen möchte, nicht spoilern lassen und der Stil des Films sah für mich auch nicht gerade einladend aus, doch auf der anderen Seite wollte ich schon immer einmal in das Universum von Dragon Age eintauchen. Ich bin froh, dass ich diese Erfahrung gemacht habe. Die Welt wirkt stimmig und selbst als Nichtkenner der Spiele finde ich mich hervorragend zurecht, da alle wichtigen Fraktionen in meinen Augen kurz und bündig gut erklärt werden. Es ist jedoch schade, dass gerade die Bösewichte nicht sonderlich tiefgreifend sind. Selbst wenn sie relativ oberflächlich wären, so fehlt es ihnen eindeutig an Motiven. Ich kann ihre Beweggründe kaum nachvollziehen. Auf der anderen Seite stehen dann Cassandra und Galyan, die ihr Land unter allen Umständen beschützen wollen. Das ist zwar ziemlich patriotisch, ergibt im Rahmen der Handlung aber absolut Sinn. Weniger Sinn macht es für mich, dass auf eine englische Synchronisation verzichtet wurde. Diese würde dem Film ebenso gut tun, wie damals Professor Layton und die ewige Diva (wo sie auf der DVD fehlte). Dragon-Age-Fans können mit Dawn of the Seeker sicherlich nichts falsch machen und wer schon immer einmal in das Universum eintauchen wollte, erhält mit diesem Werk 91 Minuten, die man sich in dem Falle nicht entgehen lassen sollte.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Age: Dawn of the Seeker!

Prime Time: One Piece (TV-Box 5 + Film 5) Unboxing

Die Reise der Strohhüte setzt sich in der fünften Serienbox nicht mehr ganz so sehr auf der Grandline fort, denn im Knock-Up-Stream haben sie den Weg in den Himmel gefunden. Das bedeutet nicht den Tod, denn über den Wolken existiert ein weiteres Meer, welches von Ruffy und seiner Crew befahren werden möchte. Wer sich wie immer auch für Optik und Haptik der Serienbox interessiert, erfährt darüber mehr in unserem Unboxing-Video – selbstverständlich inklusive Erics Meinung zur fünften Serienbox und zum fünften Film.