Review: The Starship Damrey

The Starship Damrey (1)In Japan erschien The Starship Damrey als Teil der Guild02-Spielesammlung in den Läden. Hierzulande wird der Titel als Download im Nintendo 3DS eShop angeboten. Allerdings in keinem guten Preisleitungsverhältnis, wie wir schmerzlich feststellen.

The Starship Damrey (2)Vorweg müssen wir erwähnen, dass das Spiel von sich behauptet, experimentell zu sein und will aus diesem Grund keine Anleitungen oder Instruktionen geben. Der Titel disqualifiziert sich aber schon damit, dass dem Download-Spiel eine virtuelle Bedienungsanleitung beiliegt und auch im Spiel erhalten wir hin und wieder Anweisungen, was zu tun ist. Kernelement von The Starship Damrey ist die Handlung, denn von der wissen wir so gut wie nichts. Das klingt im ersten Moment zwar merkwürdig, macht aber insbesondere nach dem Durchspielen mehr als nur Sinn. Jedenfalls erwachen wir in der ersten Szene in einer Kryogenkammer aus dem vermeintlichen Kälteschlaf wieder auf, doch können wir diese Kammer nicht öffnen. Also hacken wir uns kurzerhand in das Betriebssystem des Schiffs und übernehmen im Rest des Abenteuers die Kontrolle über einen Roboter, der die Sauerstoffzufuhr im Raumschiff wiederherstellen muss. Dabei finden wir heraus, was mit der Besatzung passiert ist. Um das zu erfahren, bedarf es jedoch vieler verschiedener Aufgaben. So transportieren wir diverse Gegenstände von einem Ort zum anderen, doch können dabei maximal ein Item aufnehmen. Das ergibt zwar bei der Roboter-Architektur Sinn, doch gibt es bis auf eine Stelle im Spiel auch immer nur ein Item, was gerade anderweitig irgendwo gebraucht wird.

Sinnlos im Weltraum

The Starship Damrey (3)Um anderweitig voranzukommen, müssen wir auch schon mal einen Schalter betätigen. Das war es jedoch und großartiges Hacken, wie wir es am Anfang des Spiels ausführen, gibt es im Rest des Spiels nicht. Weiteren Zugang zum Rest des Schiffes erhalten wir höchstens noch durch Identifikationskarten von toten Crew-Mitgliedern, die kreuz und quer über das Schiff verteilt sind. So müssen wir, wie in vielen Adventures, ständig hin und her sausen, um neue Fortschritte zu erzielen. Ihr dürft uns ruhig glauben, wenn wir euch sagen, dass Backtracking in einem relativ kleinen Spiel doppelt negativ auffällt. Unterstützend kommt zwar hinzu, dass wir niemals mit Items experimentieren müssen, doch wenn wir schon an einem roten Faden durch das Spiel geführt werden, dann sollten wir schon ein paar mehr Möglichkeiten haben. Als Spieler kann man so nicht scheitern, aus Fehlern lernen und die Mechanik verstehen. Ein Punkt, was ein Adventure eigentlich ausmachen sollte. Unser Entdeckergeist wird dafür ein klein wenig geweckt, denn überall im Raumschiff haben sich insgesamt zwanzig Insekten versteckt, die wir aufspüren und vernichten können. Der lustige Moment tritt jedoch dann ein, wenn wir alle Insekten gefunden haben. Das Spiel beglückwünscht uns zu dieser Leistung. An dieser Stelle kurz vorm Ende wollten wir schon kapitulieren, doch es kommt noch besser!

Überraschungen

The Starship Damrey (4)An einigen Stellen im Netz wird das Spiel tatsächlich als Survival-Horror-Spiel angesehen und wenn man die Artikelbeschreibung von Nintendo genau liest, kann man sogar schon fast auf diesen Gedanken kommen. Also überleben müssen wir in diesem Spiel jedenfalls nicht, denn dazu müsste es die Möglichkeit geben, dass wir sterben oder zumindest die Batterie des Roboters aufgebraucht werden können. Gruseln können wir uns übrigens auch nicht. Zwar sind die düsteren Korridore des Raumschiffes nur spärlich beleuchtet, doch dabei kommt keine Angst auf, denn dazu fehlt bedrohliche Musik und ebenso bedrohliche Geräusche. Es gibt zwar die eine oder andere Szene, die als Schockmoment identifiziert werden kann, doch die Entwickler bei Level-5 haben anscheinend noch niemals auch nur einen Teil von Resident Evil, Silent Hill oder vergleichbare Titel gespielt. Obwohl der Titel durch diese negativen Aspekte nach den ersten großartigen Spielminuten von Sekunde an Sekunde an Glanz verliert, kann er dafür mit einem überraschenden Ende wieder punkten. Zumindest dann, wenn man nicht schon längst beim Spielen eingeschlafen ist und nicht eins und eins zusammenzählen kann. Für ganze acht Euro und nur zwei bis drei Stunden Spielzeit steht der Titel in keinem guten Preisleistungsverhältnis, denn die Qualität des Spiels lässt stark zu wünschen übrig!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der europäischen Download-Fassung): Ich bin nicht nur vom Spiel, sondern auch vom Entwickler enttäuscht. Die Videospielschmiede Level-5 kann Spiele mit deutlich besserem Inhalt entwickeln, wie man anhand von Professor Layton und Inazuma Eleven erkennen kann. Ich verstehe nicht, wie man das Spiel ernsthaft auf seine Kunden loslassen kann. Es bietet eine kurze Spielzeit, nur englische Texte, keine Sprachausgabe, wenige Möglichkeiten zur Interaktion, lügt den Spieler bereits nach Spielstart an, ist im Grunde noch nicht einmal vollständig (der komplette Spielinhalt ist erst verfügbar, wenn auf dem 3DS-System schon Liberation Maiden, Aero Porter oder Crimson Shroud installiert ist) und neben der vielleicht ansatzweise noch interessanten Handlung bietet es keinerlei atmosphärische Szenen, die mir im Gedächtnis bleiben. In Japan erschien der Titel immerhin als Retail-Fassung mit ein paar anderen Spielen, doch wenn diese auch nur ansatzweise so stupide und langweilig wirken wie The Starship Damrey, dann erklärt das auch, warum man diese Sammlung hierzulande nicht veröffentlichen will und man noch versucht, mit Download-Angeboten den Käufern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ich würde es mir zweimal überlegen, ob ich für diesen Download-Titel tatsächlich acht Euro ausgeben möchte. Empfehlen kann ich es beim besten Willen nicht!

Review: Inazuma Eleven – Vol. 1

Inazuma Eleven - Vol. 1 (1)Von Juni bis Dezember 2012 zeigte RTL2 die ersten 26 Episoden von Inazuma Eleven und wollte im Anschluss auch die restlichen Folgen ausstrahlen, doch wie wir heute wissen, sind dem Münchner Sender deutsche Anime-Fans mittlerweile fast egal geworden.

Inazuma Eleven - Vol. 1 (2)Bis zum April dieses Jahres zeigte der Sender keine weiteren Folgen, sondern wiederholte die bereits ausgestrahlten Episoden erneut. Auf dem recht frischen Online-Portal, wo RTL2 ein paar ausgewählte Serien wöchentlich fortsetzt, fehlt jegliche Spur von Inazuma Eleven. Zwar kann man auch Inazuma Eleven 2: Feuersturm oder Inazuma Eleven 2: Eissturm auf dem DS spielen, um die weitere Handlung um Mark Evans und seinen Freunden zu erfahren, doch ist das kein Ersatz für die gelungene Anime-Umsetzung der Nintendo-DS-Rollenspiele. Diese beginnt mit dem Eintritt von Mark Evans in den Fußballclub der Raimon Junior High School. Anstatt jedoch Fußball zu spielen, faulenzen die Jungs jedoch den ganzen Tag im Clubhaus, spielen Videospiele und interessieren sich nur wenig für den Sport, den sie eigentlich gerne ausüben wollten. Ein weiteres Problem ist die geringe Mitgliederzahl, denn eine Mannschaft dieser Sportart hat bekanntlich mindestens elf Mitglieder. Da es nicht so aussieht, dass der Fußballverein der Raimon Junior High School so überhaupt jemals ein Spiel gewinnen wird, beschließt die Schulleitung beziehungsweise Nelly Raimon, die Tochter des Schuldirektors, dass der Fußballclub abgeschafft werden soll und stellt der Mannschaft ein Ultimatum. Sie schießen am nächsten Tag ein Tor gegen die Royal Academy oder geben den Sport auf.

Fantasievoller Fußball-Anime

Inazuma Eleven - Vol. 1 (3)Das Problem dabei besteht jedoch darin, dass die Royal Academy die beste Mannschaft des Landes ist und mit einer untrainierten und vor allem unvollständigen Mannschaft kann man nicht einmal einen ebenbürtigen Gegner schlagen. Also suchen Mark und sein Team nach neuen Mitgliedern und finden noch gerade in letzter Minute noch ein paar Mitspieler. Mit dem Trainingshandbuch, welches Mark von seinem Großvater vererbt bekommen hat, will er das junge Team vor der entscheidenden Schlacht mit recht unorthodoxen Methoden trainieren und auf das Match am nächsten Tag einstellen. Die Royal Academy wird, und sonst wäre der Anime sicherlich schnell vorbei, jedoch nicht der einzige Gegner des Raimon-Fußballclubs bleiben. Des Weiteren kämpft das Team auch gegen die Occult Junior High, welches mit der Macht eines Zauberspruchs Mark und seine Freunde fast völlig bewegungslos macht. Dann gibt es da noch die Wild Junior High, die mit aggressiven und teils primitiven Mitteln dem Raimon-Fußballclub zu schaffen macht. Die Brainwashing Junior High analysiert hingegen vor dem eigentlichen Spiel die Taktik und die Spezialfähigkeiten des Gegners und trainiert entsprechend vorab in einem virtuellen Trainingsprogramm, um die Chance eines Siegs zu ermitteln. Inazuma Eleven spart absolut nicht an fantasievollen Fußballmöglichkeiten!

Wertevermittlung

Inazuma Eleven - Vol. 1 (4)Das mag ein wenig an den Anime Kickers erinnern und diese Ähnlichkeiten sind sowohl im Videospiel, als auch im Anime vorhanden. So gibt es im Team die kuriosesten Charaktere, wie zum Beispiel den schwer gebauten Jack Wallside, der bei jeder möglichen Gelegenheit versucht, aufs stille Örtchen und somit Gefahr und Anstrengung zu entfliehen. Der Stürmer Kevin Dragonfly hingegen ist ein Einzelgänger und will am liebsten jedes Tor schießen, ohne andere Mitspieler mit einzubeziehen. Zum Glück gibt es dann auch noch Axel Blaze, der sich der Truppe anschließt und mit einer traurigen Hintergrundgeschichte und einem ruhigen Verhalten für den nötigen Anreiz und Spaß am Fußball im Team sorgt. Leidenschaft, Freude und Zusammenarbeit sind die zentralen Themen, die in Inazuma Eleven behandelt werden. So ist es auch kein Wunder, dass das Team mit zunehmender Freundschaft (und einer daraufhin laufenden Storyline) Spezialfähigkeiten entwickeln, die das Zusammenspiel stärken und mit netten Effekten aufgewertet werden. In der Realität wird es wohl kaum möglich sein, dass ein Fußballer von einem anderen drei Meter in die Luft abspringt und ein Tor schießt. Ein Tor schießt der Anime jedoch nicht ganz, denn optische Unfeinheiten auf HD-Fernsehgeräten und die durchweg fehlende Tonspur können beinharte Anime-Zuschauer wohlmöglich stören.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 1-7 der Serie): Ich habe den Anime bereits in der zweiten Jahreshälfte des letzten Jahres im Fernsehen verfolgt beziehungsweise im Online-Programm von RTL2. Der Anime bewegt sich auch auf der DVD sehr nahe an der Vorlage und so wird sicherlich jeder Fan von Inazuma Eleven zufriedengestellt. Dazu gibt es auch eine Synchronisation, die nicht so künstlich wie in den Zwischensequenzen auf dem DS wirkt und mit hochwertigen Sprechern aufwarten kann, die man auch aus anderen Serien wie How I Met Your Mother bereits kennt. Die ersten sieben Episoden drehen sich darum, wie man eine Mannschaft aufbauen kann, die eigentlich fast keine Mannschaft (mehr) ist und verbindet das mit menschlichen Werten wie Freundschaft und Zusammenhalt. Dieser soziale Aspekt bindet sich hervorragend in den Action-Anteil des Animes ein, denn in der Realität wären einige der Spezialfähigkeiten, die sich so ergeben, sicherlich verboten und nach den uns wohlbekannten physischen Gesetzen absolut nicht möglich. Da es sich hierbei jedoch um einen Anime handelt, der noch dazu auf einer relativ jungen Rollenspielreihe basiert, kann man da gerne wegsehen. Ich hatte jedenfalls circa 175 Minuten Spaß mit den sieben Episoden und freue mich schon darauf, den Werdegang von Mark, Axel und Co. auch in Anime-Form ein weiteres Mal zu erleben.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Inazuma Eleven – Vol. 1!

Gameplay Gamers feiert den dritten Geburtstag!

Hochgeschätzte Gameplay-Gamers-Leser,

es ist kaum zu glauben, doch schon wieder neigt sich ein weiteres Jahr dem Ende zu. Seit genau drei Jahren berichten wir mittlerweile über Videospiele, Animes, Mangas, asiatische Filme und Kultur und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht! Kein Wunder – es erscheinen schließlich Monat für Monat Titel, die wir uns nicht entgehen lassen dürfen. In Zukunft werden wir von unserem Kurs nicht abweichen, doch jeder Kurs, den eine Internetseite einmal setzt, muss irgendwann zumindest leicht korrigiert werden. Aus diesem Grund habt ihr vielleicht schon unsere Design-Entscheidung bemerkt. Wir haben uns vom Twenty-Ten-Design unseres Anbieters verabschiedet und setzen nun auf das frische Design Mixfolio, welches ein paar Vorteile mit sich bringt, die wir euch gerne erläutern wollen. Auf unserer Startseite bekommt ihr nun mehr ein Kacheldesign vorgesetzt, anstatt dass alle Artikel untereinander aufgelistet werden. Somit habt ihr unsere aktuellen Artikel alle auf einen Blick und könnt euer Mausrad entlasten. Zudem erspart ihr eurem Browser die Aufbauzeit unserer Seite. Wer unser altes Design lieber mochte, der muss nicht verzagen. Sobald ihr einen Artikel öffnet, habt ihr am rechten Seitenrand immer noch den bekannten Zugriff auf das Archiv, aktuelle Artikel und selbstverständlich die typische Auflistung bei der Auswahl einer Kategorie. Für Abonnenten unseres Feeds ändert sich sowieso nichts. Wir denken, dass wir mit dem Kompromiss sowohl die Gewohnheitstiere, als auch die Experimentierfreudigen unter euch ansprechen.

Gameplay Gamers steht natürlich nicht still und so werden wir versuchen, in der nächsten Zeit weitere Optimierungen an unserer Seite vorzunehmen. Eine weitere Änderung betrifft den News-Gehalt auf unserer Seite. Durch unsere Umfrage haben wir erfahren, dass ihr in den Weiten des Netz schon genug mit News gesättigt werdet. Wir haben uns dazu entschlossen, dass wir uns in Zukunft verstärkt Reviews und Previews widmen und zudem verhäuft Specials und Kolumnen auf unserer Seite einbinden. Des Weiteren verabschieden wir uns von der täglichen Berichterstattung und liefern euch ab sofort so schnell wie nur möglich unsere Artikel. Zudem übernimmt unser bisher freier Redakteur Björn Rohwer den Posten des stellvertretenden Chefredakteurs, um Eric bei seinen administratorischen Aufgaben zu unterstützten. Mit dieser Entscheidung versprechen wir uns eine noch intensivere Zusammenarbeit und Gestaltung von Gameplay Gamers. An dieser Stelle möchten wir uns bei Thomas Enders für die dreijährige Ausübung seines Amtes in dieser Position vielmals bedanken! Bedanken möchten wir uns aber auch noch bei euch, denn ohne euch wäre Gameplay Gamers in dieser Form so sicherlich nicht möglich gewesen. Monatlich ansteigende Besucherzahlen und freundliche Kommentare eurerseits beweisen uns, dass wir den richtigen Weg gehen und freuen uns natürlich, wenn ihr auch in Zukunft unsere Internetpräsenz besuchen möchtet. Bei Vorschlägen und auch Kritik, wie wir Gameplay Gamers noch besser machen können, freuen wir uns natürlich jederzeit über eine Nachricht von euch!

Eric Ebelt & Björn Rohwer

Review: Phoenix Wright – Ace Attorney

Phoenix Wright - Ace Attorney (1)Videospielverfilmungen stehen oftmals in keinem guten Licht. Regisseure wie Uwe Boll nehmen sich viel zu viele Freiheiten, welche Fans sauer aufstoßen. Takashi Miike beweist jedoch, wie genial ein Film sein kann, wenn man sich sehr stark an die Vorlage anlehnt.

Phoenix Wright - Ace Attorney (2)Seit fünf Jahren quillt in Japan das Verbrechen über und die Gerichte haben alle Hände voll zu tun, die Fälle nach und nach abzuarbeiten. Zumindest in der fiktiven Welt von Phoenix Wright – Ace Attorney. Aus diesem Grund hat sich der Staat dazu entschlossen, die Justiz in so genannten Schnellverfahren walten zu lassen. In nur drei Tagen muss über die Schuld oder die Unschuld des Angeklagten zwangsläufig entschieden werden. Nur so lange hat der Anwalt des Angeklagten Zeit, um die nötigen Beweise vorzulegen. Würde alleine aus diesem Grund nicht schon jeder zweite Anwalt die Krise bekommen, bricht dem jungen Verteidiger Phoenix Wright dadurch schon fast das Genick. Der tollpatschige Anwalt wird hineingerissen in eine zusammenhängende Kette von verschiedenen Fällen, die (in)direkt miteinander zu tun haben und im Grund die Handlung aufbauen, die im ersten Spiel der Reihe thematisiert wird. Wer also noch keine Kenntnisse von der Videospielserie für GameBoy Advance und Nintendo DS hat, diese aber gerne vorab noch erwerben möchte, der sollte dieses Review am besten nicht lesen und schleunigst eines der interessantesten Videospielkonzepte der letzten Jahre nachholen. Trotzdem ist der Film auch durchgehend ohne Hintergrundwissen zu verstehen und jederzeit nachvollziehbar, weshalb man auch genauso gut mit dem Film einsteigen kann.

Einspruch!

Phoenix Wright - Ace Attorney (3)Zu Beginn des Films wird Phoenix Wrights Anwaltsgehilfin Mia Fey ermordet und da just in diesem Moment ihre Schwester am Tatort auftaucht, noch bevor die Polizei und Phoenix eintreffen, fällt der Verdacht auf sie. Phoenix glaubt an die Unschuld Mias Schwester, da Mia an einem Fall gearbeitet hat, der äußerst wichtig für ihre beiden Karrieren ist. Da allerdings aus dem Fenster des gegenüberliegenden Hotels der Mord beobachtet wurde und Maya als Täterin identifiziert wird, muss Phoenix sich etwas einfallen lassen, um Maya vor Gericht frei zu kämpfen. Im zweiten Fall gilt es dann auch noch den Staatsanwalt Miles Edgeworth, der früher einer von Phoenix‘ engsten Freunden war und jetzt sein größter Konkurrent ist, zu helfen, da auch er wegen Mordes angeklagt wird. Ihr gemeinsamer Feind ist jedoch Manfred von Karma, der irgendwie in die Verkettung aller Fälle verwickelt ist und ab Mitte des Films die Rolle des im Gerichts wirkenden Staatsanwalts einnimmt. Man darf Phoenix Wright – Ace Attorney jedoch nicht als ernsten Film ansehen, denn wer mit der Law-and-Order-Philosophie an den Film herangeht, wird sich sicherlich nicht zurechtfinden. Fans der Serie Boston Legal können sich stellenweise mit dem Humor des Films jedoch identifizieren, sofern man nichts gegen die übertriebene und überspitzte Darstellung von Sachverhalt und Situation hat.

Nimm das!

Phoenix Wright - Ace Attorney (4)Phoenix Wright – Ace Attorney ist eine Videospielverfilmung, die sich nahe an die Vorlage hält und das gilt entsprechend auch für das Bühnenbild und die Kostüme der Darsteller. Die wirken so, als ob sie gerade einem Manga entspringen und sich entsprechend verhalten. Geisterbeschwörungen, Überraschungszeugen und Wortgefechte tauchen so im Film auf, dass sie den Film so lenken, dass er linear zu einem Abschluss geführt wird und dabei auch noch mit viel Witz unterhält. Man muss jedoch ein gewisses Faible für japanischen Humor haben – ohne diese Affinität bleiben einem nämlich leider viele Gags verschlossen. Überhaupt nicht verschlossen bleiben uns die Ansichten der Darsteller und des Regisseurs im Bonusmaterial. Ein halbstündiges Making-of und 23 Minuten Auszüge von den Filmpremieren geben genug Einblick in die Produktion des Films. Trailer und Teaser runden das Bild des Bonusmaterials zur Spielfilmlänge von 135 Minuten ab. Das einzige was wir ein wenig bemängeln können, sind die stellenweise mittelprächtigen Computeranimationen. Über dieses Manko können wir im Angesicht des sonst klaren Bild in 1080p und im 16:9-Format (1,78:1) hinwegsehen. Dazu liegt der Film sowohl in der (guten) deutschen Synchronisation, als auch in der japanischen Originaltonspur in DTS-HD Master Audio 5.1 vor und würdigt so die einwandfreie Kulisse!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich muss leider gestehen, dass ich damals nicht wirklich warm mit der Reihe geworden bin. Sie war mir damals leider zu realitätsfern und teilweise fühlte ich mich in der Handlung doch sehr eingeengt. In einem Film kann man das aber gar nicht vermeiden, denn Entscheidungen darf ich als Zuschauer ohnehin nicht treffen. So kann ich die Story aber wenigstens von Anfang an genießen, ohne dass ich selbst falsche Entscheidungen im Gericht treffe und in einer spielerischen Sackgasse lande. Das Experiment hat funktioniert, denn obwohl Takashi Miike selbst sagt, dass er es kaum für möglich gehalten hätte, dieses Spiel in einem Film auf die Leinwand zu zaubern, hat er sich selbst das Gegenteil bewiesen. Sowohl optisch als auch in seiner Intention wirkt der Film so, wie man ihn sich als Kenner der Spiele wünscht. Selbst wenn man die Spiele nicht oder kaum gespielt hat, wie meine Wenigkeit, wird sich trotzdem sehr schnell in die Handlung und in das Universum einfinden können. Man muss sich eben auf die Manga-Optik und den japanischen Humor einlassen und wenn man das kann, wird man nach Phoenix Wright – Ace Attorney so schnell keine bessere Videospielverfilmung mehr finden – außer vielleicht Like A Dragon, aber diesen Film hat Takashi Miike ja ebenfalls auf die Leinwand gezaubert!

Vielen Dank an Koch Media für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Phoenix Wright – Ace Attorney!

Prime Time: Dragonball (TV-Serie, Box 5) Unboxing

Es ist nicht zu übersehen – wir sind im Dragonball-Rausch! Wir verschlingen gerade eine Episode nach der anderen und fiebern unseren Helden beim Kampf gegen ihren größten Feind, Oberteufel Piccolo, mit. Passend zu unserem Review zur fünften Serienbox liefern wir euch heute außerdem noch unser Unboxing-Video, in dem wir auf die optischen und haptischen Beschaffenheiten eingehen. Wir wünschen euch beim Anschauen viel Spaß!

Review: Rurouni Kenshin

Rurouni Kenshin (1)Da sich Anime und Manga von Rurouni Kenshin in Japan großer Beliebtheit erfreuen, hat man sich getraut, einen Realfilm zum Franchise zu drehen. Dieser wirkt erstaunlich frisch, kann aber die typische Rurouni-Kenshin-Atmosphäre nicht ganz einfangen.

Rurouni Kenshin (2)Rurouni Kenshin beginnt im Jahr 1878. Japan öffnet sich nach jahrhundertelanger Isolation dem Westen, wodurch Europäer und Amerikaner in Japan Fuß fassen und versuchen, Handel zu treiben. Von Europäern und Amerikanern ist im Film allerdings nicht viel zu sehen. Nur der westliche Einfluss ist deutlich zu erkennen, was besonders auffällig an Kleidung und an der einen oder anderen Waffentechnik zu erkennen ist. Vor der erzwungenen Öffnung war Kenshin einst ein Samurai gewesen, der unter dem Namen Battosai als Attentäter im ganzen Land bekannt war und unzählige Leben auslöschte. In der neuen Zeit wird aber kaum mehr ein Samurai gebraucht, zumal 1876 den Kriegern das Tragen ihrer zwei Schwerter untersagt wurde. Kenshin widersetzt sich dem, in dem er ein umgedrehtes Schwert trägt. Mit diesem kann er niemanden verletzten, denn er bereut zutiefst seine Vergangenheit. Warum das so ist, erfahren wir im Film jedoch nicht. Dazu muss man zumindest den Anime Rurouni Kenshin: Trust & Betrayal gesehen haben. Nun möchte Kenshin nur noch Unschuldige beschützen und dass es dazu kommen wird, können sich Kenner der Anime- und Manga-Vorlage denken. In Tōkyō meuchelt nämlich ein unbekannter Kämpfer unter Kenshins altem Decknamen viele unschuldige Menschen. Das kann sich der Samurai natürlich nicht gefallenlassen!

Freunde fürs Leben

Rurouni Kenshin (3)In Rurouni Kenshin wird nun auch in einer Realverfilmung gezeigt, wie Kenshin in Tōkyō ankommt und Bekanntschaft mit seinen neuen Freunden Kaoru Kamiya, Sanosuke Sagara, Yahiko Myōjin macht, die ihm bis ans Lebensende die Treue schwören. Dazu gibt es genügend Einblicke in das Leben der Figuren, wie sie miteinander kommunizieren und ein Komplott im Film aufdecken. Rurouni Kenshin liegt auf der Blu-ray in 1080p, sowie im 16:9-Format (2,35:1) vor, welches ein klares Bild liefert. Durch die wenigen, aber hübschen Kulissen, wirkt das Bild frisch, klar und äußerst scharf. Lediglich wenn in der Dunkelheit im Film gekämpft wird, verliert das Bild ein wenig an Kontrast und es sind nicht mehr so viele Details zu erkennen. Wer sich aber durch den Anime oder durch Geschichtsbücher ein Bild vom Japan des 19. Jahrhunderts machen kann, wird sich an solchen Kleinigkeiten ohnehin nicht lange aufhalten. Die Schauplätze sind zwar nicht eins zu eins der Vorlage entsprechend umgesetzt, doch das würde (wenn überhaupt) nur detailverliebte Perfektionisten auf die Palme bringen. Zu den Kämpfen können wir noch anmerken, dass die Choreografien, wie auf der Verpackung schon geworben wird, tatsächlich schnell und wild ausfallen. Wer Wert auf gute und anspruchsvolle Schwerkampf-Action legt, wird hier sicherlich nicht enttäuscht werden!

Die Umsetzung im Detail

Rurouni Kenshin (4)Hätte man die Umgebungen tatsächlich originalgetreu umgesetzt, hätte Rurouni Kenshin zwar Pluspunkte verdient, aber da die Kulissen dennoch ähnlich atmosphärisch wirken, wollen wir das gar nicht bemängeln. Bemängeln müssen wir jedoch ein wenig die deutschsprachige Synchronisation. Es tauchen zwar viele bekannte Sprecher auf, doch fehlt es den Charakteren durch diese manchmal an Authentizität. Besonders, wenn zwei Charaktere in den Kämpfen miteinander sprechen, wirkt der japanische Originalton – wie könnte es auch anders sein – oft sehr viel besser, nur selten monoton und dafür umso ausdrucksstärker. Wer die japanische Sprache zumindest verstehen kann, kann sich die deutschen (oder niederländischen) Untertitel sparen und den Film durchgehend genießen. Ansonsten muss man halt zwischen Bild und Text ständig hin- und herschauen, um die Übersicht über die teils komplexe Handlung nicht zu verlieren. Schlussendlich hätten wir uns hier über allumfassendes Bonusmaterial gefreut, welches die Handlung der Vorlage kurz und knapp mit den wichtigsten Eckpunkten nacherzählt. Stattdessen finden wir nur Interviews, Videos von der Premiere und noch ein paar Trailer auf der Disc, die zusammen etwa sechzig Minuten zusätzliches Material darstellen. So bleibt Rurouni Kenshin in erster Linie ein Film für Kenner der Vorlage.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray): Die vier Blu-rays, die Kazé Anime vor einiger Zeit hierzulande veröffentlicht hat, habe ich zum Teil sehr genossen. Es ist leider nur sehr schwer einen Anime zu verstehen, wenn die gesamte Serie hierzulande noch nicht einmal im Fernsehen ausgestrahlt worden ist und man sich die Verknüpfungen zusammenreimen darf. Ähnlich sieht es auch mit der Realverfilmung aus. Es wird zu wenig die Vergangenheit von Kenshin erörtert (und noch nicht einmal sein richtiger Name erwähnt) und viele Details, die in Gesprächen erwähnt werden, können Laien einfach nicht verstehen. Da ich mich mit dem Franchise schon ein wenig auseinandergesetzt habe, habe ich zumindest die Eckpfeiler der Story und den Zeitpunkt des Geschehens korrekt einordnen können. Obwohl der Film vom Inhalt ordentlich ist, kann mich die akustische Untermalung nicht ganz so überzeugen. Die wirkt oft unpassend und vor allem nicht zur jeweiligen Zeit, die hier eingefangen wird. Wer sich die Animes, die hierzulande veröffentlicht worden, bereits angeschaut hat, darf auch bei Rurouni Kenshin einen Blick riskieren, doch ansonsten kann es einem doch sehr schwerfallen, überhaupt eine Verbindung zum Film herzustellen. Wenn man das allerdings schafft, erhält man mit dem Film eine ganz ordentliche Verfilmung eines Anime beziehungsweise Manga!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Rurouni Kenshin!

Review: The Walking Dead: Survival Instinct

The Walking Dead Survival Instinct (1)Da in der gleichnamigen Fernsehserie das Z-Wort nicht fällt, möchten wir es in unserem Test ebenso nicht nennen. Wir haben die Vorgeschichte zur Serie gespielt, um bis nach Atlanta jede Menge Zombies abzuschlachten. Na ja, jetzt ist das Wort doch gefallen.

The Walking Dead Survival Instinct (2)Die Handlung des Spiels beginnt mit einem Jagdausflug. Unser Hauptcharakter Daryl Dixon ist zusammen mit seinem Vater und seinem Onkel in den Bergen unterwegs, um zu wildern. Als wir den Hirsch im Visier haben, fällt plötzlich irgendwoher ein Schuss. Der Hirsch ist uns entwischt und wir schauen lieber mal, wer da eigentlich geschossen hat und warum. Auf dem Rückweg werden wir Zeuge davon, wie einer der Zombies (beziehungsweise Beißer oder Walker, wie die Untoten in der Fernsehserie liebevoll genannt werden) durch die Wälder streift. Wir können den Beißer zwar erledigen, doch urplötzlich tauchen von links und rechts weitere Untote auf. Uns bleibt nur die Flucht, doch schon ein umgeknickter Baumstamm hindert uns am Vorankommen. Die Beißer reißen uns die Eingeweide raus und eigentlich ist das der Moment, wo der letzte Spielstand in einem Ego-Shooter geladen wird. Plötzlich taucht jedoch Daryls Onkel im Wald auf und tötet einen Zombie nach dem anderen. Als dann auch noch Daryl selbst in Erscheinung tritt, überrascht uns das Spiel und beendet unser Leben als Familienvater mit einem Schuss durch die Hand unseres Bruders, da dieser bereits erkennt, dass er nur noch unser Leiden lindern kann. Daryl und seinem Onkel wird klar, dass etwas in der Welt passiert sein muss und beschließen, Daryls Bruder Merle zu suchen.

Das Gehirn eines Beißers

The Walking Dead Survival Instinct (3)Dazu muss jedoch erst einmal das Auto aufgetankt und die ersten Beißer endgültig ins Reich der Toten geschickt werden. Unser Onkel erklärt uns, dass Schüsse nur weitere Beißer anlocken und wir möglichst leise und mit Nahkampfwaffen vorgehen sollen. Wir schlagen uns bis zum Auto durch und finden unterwegs ein paar Benzinkanister. Die ersten Beißer sind von hinten leichte Beute, denn so können wir unser Jagdmesser einfach in sie hineinrammen. Wie in der Serie heißt es auch hier, dass das Gehirn zerstört werden muss. Wer den Untoten woanders trifft, wird sich nur unnötig lange aufhalten. Unschön finden wir jedoch, dass alle erlegten Zombies bei unserem Ableben ebenfalls wieder von den Toten auferstehen. Das wäre zwar logisch, wenn wir noch keinen Kontrollpunkt erreicht hätten, doch wenn man schon im ganzen Spielgebiet aufgeräumt hat und der Rückweg, den wir früher oder später fast immer antreten müssen, voller Zombies gepflastert ist, dann sorgt das auf der einen Seite natürlich für jede Menge Spannung, doch logisch ist das dadurch trotzdem nicht. Insbesondere in den ersten Levels kann das für jede Menge Frust sorgen, da Schüsse nun mal weitere Zombies anlocken und wir uns nicht jedem Beißer von hinten nähern können, um das Gehirn mit einem gezielten Stich auszuschalten. Geduld und Wachsamkeit sind hier ganz besonders gefragt!

Querfeldein nach Atlanta

The Walking Dead Survival Instinct (4)Beim Erforschen der Umgebung sollten wir ebenfalls beide Augen offenhalten. Munition, wenn wir sie in brenzligen Situationen doch verwenden müssen, und Health-Gegenstände sind spärlich in der Spielwelt verteilt und zudem können wir nicht unendlich viele Items mit uns herumtragen. Zusätzlicher Stauraum bietet zwar unser Fahrzeug, mit dem wir quer durch den Bundesstaat düsen, doch auch dieser ist begrenzt. Immerhin finden wir später eventuell Vehikel mit größerem Stauraum, doch ist das von der jeweiligen Route abhängig, die wir im Spiel einschlagen. Nach Abschluss eines Levels kommt es nämlich nicht selten vor, dass wir die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Zielorten haben. Mal geht es zu einem Sägewerk, mal zu einem Flüchtlingscamp und auch schon mal zu einer verlassenen Kleinstadt. Das ist jedoch noch nicht alles, denn je nachdem wie viel Benzin wir gesammelt haben, können wir Landstraßen, Hauptstraßen und die Highways benutzen, um die Wahrscheinlichkeit, einen Zwischenstopp einzulegen und unterwegs Vorräte zu finden, zu beeinflussen. Besonders eher unerfahrene oder unvorsichtige Spieler kommen nur so an zusätzliche Nahrung, Waffen und Munition. Somit legt es The Walking Dead: Survival Instinct darauf an, dass wir das Spiel mehr als einmal durchspielen und dabei unterschiedliche Routen nach Atlanta verwenden.

Die Suche nach Überlebenden

The Walking Dead Survival Instinct (5)Belohnt wird das mit freischaltbaren Errungenschaften, wie dem lautlosen Schleichen oder doppelten Magazingrößen bei den Waffen. Außerdem gibt es noch Nichtspielercharaktere, die sich unserer Truppe anschließen können, wenn wir dafür spezielle Aufgaben, wie das Suchen nach Batterien oder Medizin für sie erfüllen. Manche Personen sind auch froh darüber, wenn wir sie einfach mitnehmen. Wir können zwar je nach Fahrzeug nur eine bestimmte Anzahl an Menschen transportieren und können diese auch zurücklassen, doch sollten wir nicht herzlos sein. Schließlich dürfen wir die Nichtspielercharaktere (kurioserweise nur in den für die Story wichtigen Spielabschnitten) auf Vorratssuche schicken und diese auch mit Waffen ausrüsten. Leider sehen wir in dem jeweiligen Level davon dann nur wenig, zumal die Gefahr für die Gruppe sich dadurch drastisch erhöht. Unseren Onkel haben wir beispielsweise schon nach einer Spielstunde töten müssen, da er auf der Suche nach Nahrung von einem Beißer gebissen wurde. Wer darauf hofft, dass sich durch das Aufnehmen Überlebender zwischenmenschliche Beziehungen entwickeln, wird jedoch enttäuscht. Selten unterhält sich eine Person mit uns in einem Level, doch unterwegs zum nächsten Zielort wird dann im Auto schon mal  drauflos gequatscht, damit die Hintergrundgeschichten nicht zu kurz kommen. Lahm!

Fließbandprodukt

The Walking Dead Survival Instinct (6)Zudem bemängeln wir, dass sich die Orte der Zwischenstopps zu schnell wiederholen. In den Staaten scheint es laut Spiel viele Diner zu geben, die wie ein Ei dem anderen gleichen – samt positionierter Fahrzeuge und Häuser auf der anderen Straßenseite. Falls der Reifen platzt oder die Batterie unseres Autos leer ist, finden wir diese an fast der gleichen Stelle im jeweiligen Nebenschauplatz. Das Spiel wirkt hier wie ein Fließbandprodukt, was zum Teil auch an den Gesichtern der Nebencharaktere zu sehen ist. Wir bemerken, dass Augen, Nasen, Münder und Haare, insbesondere bei den Frauen, kopiert und nur leicht verändert worden sind. Auch wenn die Kleinstädte im Spiel recht ähnlich wirken, können diese aber mit teils großartiger Level-Architektur überzeugen. Schade nur, dass man sich um die Optik keine weiteren Gedanken gemacht hat, denn insbesondere Texturen und Animationen wirken stark veraltet. Dafür hat man die Farbpalette der Serie genutzt, denn Braun- und Grautöne dominieren und lassen in uns nicht nur einmal den Wunsch aufkommen, endlich die nächste The-Walking-Dead-Folge zu sehen. Hier freuen wir uns darüber, dass Daryl und Merle die Stimmen der Schauspieler spendiert bekommen haben, doch eine deutsche Synchronisation erfolgte leider nicht. Das Spiel richtet sich klar an Fans, die ein wenig mehr über die Dixon-Brüder wissen wollen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Nachdem mir die erste Staffel der Serie nicht gefallen hat, habe ich dem Franchise zum Glück noch eine zweite Chance gegeben und seit der zweiten Staffel gefällt mir The Walking Dead richtig gut. Leider kann ich das nicht völlig über The Walking Dead: Survival Instinct sagen. Die Geschichte wird sehr lahm präsentiert, spätestens mit dem Finden der Armbrust stellen die meisten Gegner keine Herausforderung mehr dar und warum man eines der Kernaspekte der Serie, die zwischenmenschlichen Beziehungen, nicht Tribut gezollt hat, ist mir ein Rätsel. Zudem fehlt mir persönlich auch ein kooperativer Mehrspielermodus, denn dieser hätte das Spiel sicherlich noch verbessern und vor allem für Fans noch attraktiver gemacht. The Walking Dead: Survival Instinct ist sicher nicht einer der schlechtesten Ego-Shooter, doch von dem Status eines Traumspiels ist der Titel ebenfalls noch meilenweit entfernt. Sieben Stunden lang hatte ich nach dem holprigen Spielstart durchaus, wenn auch nur in seltenen Fällen, meinen Spaß, doch um mehr als ein durchschnittliches Lizenzspiel handelt es sich bei The Walking Dead: Survival Instinct nicht. Wer damit guten Gewissens Geld auf die Ladentheke legen kann, der wird auch wissen, was er im Endeffekt bekommt und zumindest ein klein wenig Serienatmosphäre schnuppern.

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Walking Dead: Survival Instinct!

Review: Dragonball: Box 5 (Episoden 102-122)

Dragonball Box 5 (1)Bei der Veröffentlichung der Dragonball-Serienboxen geht es schnurstracks auf das große Finale zu. Diesmal hat es Son Gokū mit seinem bisher gefährlichsten Feind zu tun, der die gesamte Menschheit unter seiner Herrschaft leiden sehen will.

Dragonball Box 5 (2)In der letzten Folge der vierten Serienbox wiederholte sich der Ausgang des 22. großen Kampfsportturniers. Unser Held Son Gokū hat es zwar bis in das Finale geschafft, doch wie schon beim 21. Turnier unterlag er seinem Gegner nur knapp. Tenshinhan wurde zum Sieger des Turniers ernannt, doch wie ein guter Gewinner lud er Son Gokū und seine Freunde zum Essen ein, nachdem er endlich den Weg der Rechtschaffenheit eingeschlagen hat. Son Gokū hat jedoch seinen Mönchsstab und seinen Dragonball in der Umkleide vergessen. Sein bester Freund Kuririn wollte Son Gokū entlasten und stellte sich zur Verfügung, die Sachen seines Freundes zu holen. Allerdings taucht er nicht wieder im Restaurant auf, woraufhin Son Gokū und seine Freunde zum Schauplatz des Turniers zurückkehrten, um daraufhin ihren kleinen Freund Kuririn tot aufzufinden. Der Ringrichter, der nur bewusstlos geschlagen wurde, wacht auf und erzählt ihnen, dass sich Kuririn nicht gegen einen geflügelten Dämon behaupten konnte. Dieser hat Son Gokūs Dragonball mit den vier Sternen und die Liste mit allen Turnierteilnehmern gestohlen. Son Gokū, so schwach er sich nach den gesamten Kämpfen auch fühlt, schwört unmittelbar Rache und macht sich auf die Suche nach dem Dämonen, der seinen Freund getötet hat. Muten Rōshi entdeckt am Tatort etwas, was er längst verdrängt hatte.

Eine Falle für einen Teufel

Dragonball Box 5 (3)Dabei handelt es sich um ein Stück Papier, auf welchem das Zeichen des Oberteufels Piccolo zu sehen ist. Bereits in Muten Rōshis jungen Jahren tauchte die teufelhafte Gestalt zum ersten Mal auf und hat in der ganzen Welt für Angst und Schrecken gesorgt. Nur Muten Rōshis alter Meister Mutaito war dem Wesen ebenbürtig geworden, als dieser die Kampftechnik Mafūba gemeistert hatte. Mit dem Mafūba gelangt es Mutaito, den Dämonen in einem Reiskocher für alle Zeit zu versiegeln, doch stellte sich heraus, dass die Kampftechnik so mächtig ist, dass der Anwender nach dem Einsetzen direkt stirbt. Muten Rōshi wundert sich, warum Oberteufel Piccolo wieder unter den Lebenden weilt, da er es war, der den Reiskocher auf den Grund des Meeres brachte. So eilig Son Gokū es hat, weiß dieser natürlich nicht, mit welchem Gegner er sich konfrontiert sehen muss. Während Son Gokū immer noch dem Dämonen Tamburin dicht auf den Fersen ist, beschließen seine Freunde in der Zwischenzeit, den toten Kuririn in einer Kühlkammer aufzubewahren. Anschließend machen sie sich auf die Dragonballs zu suchen. Zunächst wollen sie sich so vom Drachen Shenlong die Auslöschung von Oberteufel Piccolo wünschen, um ein Jahr später Kuririn wieder lebendig zu machen. Da aber auch Piccolo auf der Suche nach den Drachenkugeln ist, wird ihr Vorhaben mehr als einmal gestört.

Best-of der Serie

Dragonball Box 5 (4)Die Story von Dragonball spaltet sich in den Episoden der fünften Serienbox auf mindestens drei Handlungsstränge auf, die zusammenlaufen oder sich überkreuzen. Während Son Gokū zunächst Kuririns Mörder hinterherjagt, ist er wenig später Piccolo unterlegen und muss am Quittenturm erst einmal wieder zu Kräften kommen. Ein Glück, dass er auf Yajirobi trifft, der in diesen Folgen eingeführt und für Son Gokū ein wichtiger Helfer wird. Unterdessen will Muten Rōshi das Mafūba anwenden, falls ihm, Tenshinhan und Chaozu keine andere Möglichkeit im Kampf bietet. Piccolo hingegen setzt als selbsternannter neuer König jedwede Gesetze außer Kraft und plant, jedes Jahr am neunten Mai, einen von 43 Bezirken des Planeten Erde auszuradieren, um der Menschheit zu demonstrieren, was wahre Todesangst bedeutet. Wer am Ende siegreich aus dem Kampf herausgehen wird oder ob es überhaupt Gewinner in so einem Kampf geben kann, möchten wir euch aus Spannungsgründen jedoch nicht verraten. Ihr dürft euch aber sicher sein, dass die vorliegenden 21 Episoden quasi ein Best-of der Serie darstellen, da nochmals sehr viele alte Bekannte in Erscheinung treten. Achtie, Suno, Chichi und der Rinderteufel lassen grüßen! Es wird also auch in den Episoden 102 bis 122 und circa 440 Minuten fulminanter Action für jeden Dragonball-Fan einiges geboten!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 102 – 122 der Serie): Der Anime Dragonball ist bei mir ein gerngesehener Gast im DVD-Player. Obwohl ich die Serie fast auswendig kenne, kann mich Dragonball mit seiner Handlung, den actionreichen Kämpfen, den humorreichen Dialogen und irrwitzigen Ideen jedes Mal aufs Neue fesseln. Das liegt unter anderem auch am Soundtrack von Takeshi Ike, dessen fantastische Ohrwürmer mir auch nach vierzehn Jahren, als ich den Anime nachmittags noch im Fernsehen verfolgt habe, nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen. Besonders gut finde ich, dass man die Kampflänge in Dragonball nicht so übertrieben hat, wie in der Nachfolgeserie Dragonball Z. Der finale Kampf ist tatsächlich in drei bis vier Episoden erledigt und trotzdem nicht weniger spannend und faszinierend. An der fünften Serienbox kann ich ebenfalls nichts aussetzen. Außer vielleicht, dass die Hülle etwas größer als normal ist und die Disc-Halterung so gegebenenfalls leicht herausfallen kann. Am Inhalt erfreuen sich aber sowieso wieder alle Dragonball-Fans, die den Anime bis hierhin verfolgt haben!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragonball: Box 5 (Episoden 102-122)!

Review: Holy Knight

Holy Knight (1)Wenn man Holy Knight im Laden entdeckt, verwundert für einen Film zwar die Laufzeit von gerade einmal sechzig Minuten, doch dass sich die Blu-ray anschließend als unvollendeter Serienauftakt entpuppt, hätten wir so jedenfalls absolut nicht erwartet.

Holy Knight (2)Holy Knight dreht sich um den jungen Student Shinta Mizumura. Er lebt für gewöhnlich in den Tag hinein, um die Universität gemeinsam mit seiner guten Freundin Chizuro Makimura täglich zu besuchen. Eines Morgens auf dem Weg zum Campus trifft Shinta unverhofft auf eine Schönheit in Form von Lilith Kishimoto. Eigentlich ist sie Rumänin und wurde erst vor kurzem an dieselbe Universität versetzt wie Shinta. Sie wirft direkt ein Auge auf ihn, doch mit einer sehr kühlen Art, die Shinta nicht richtig deuten kann. Etwas später überrascht sie Shinta schon damit, dass sie mit ihm ein Kind zeugen will, damit das Geschlecht der Strigoi mit ihr gemeinsam nicht ausstirbt. Er selbst sei übrigens der letzte Nachfahre des Geschlechts der Romuald. Beide haben also ihren Ursprung in Rumänien und damit sollte auch jedem schon klar sein, worum es in Holy Knight geht. Nämlich um Vampire, Vampirjäger und Werwölfe. Während Lilith ein Vampir ist, ist Shinta ein Vampirjäger. Zumindest sagen ihm das jene Lehrpersonen, die ihn unter ihre Fittiche nehmen wollen. Shinta steht zwischen zwei Frauen. Lilith, die mit ihren körperlichen Reizen Shinta nicht nur einmal verführen will und Chizuro, die jedoch nur heimlich Gefühle für ihn hat. Wie sich die Gefühle von Shinta entwickeln und woraufhin der Konflikt hinausläuft, verraten wir euch klugerweise jedoch nicht.

Der Drang zum Verständnis

Holy Knight (3)Klugerweise jedoch nur deshalb, da der Anime für eine Stunde, aufgeteilt auf zwei Episoden von jeweils dreißig Minuten, nicht sonderlich lang ist und wir somit sonst fast die gesamte Story vorwegnehmen müssten. Dummerweise tauchen dann auch gleich zehn Charaktere auf, die es zu unterscheiden gilt und ihre Absichten zu verstehen. Zwar ist direkt klar, welcher der Charaktere auf wessen Seite steht, doch merkt man sich ohnehin nicht ihre Namen, da sie in den zwei Episoden sowieso nicht von Belang sind. Der Anime könnte sicherlich eine Story erzählen, die sinnvoll zusammengesetzt eine gewisse Logik ergibt, aber stattdessen wird uns Rohkost serviert, die wir erst einmal verdauen müssen. Sexuelle Anspielungen, wie es sie in anderen Animes häufig gibt und dann auch sehr humorvoll inszeniert werden, gibt es in Holy Knight reichlich. Jedoch wird versucht, primär auf den Geschlechtsakt hinzuzielen. Lilith bricht beispielsweise auf der Straße einmal zusammen und Shinta öffnet dann, während sie noch ohnmächtig ist, einfach ihre Bluse auf seinem Bett. Ein anderes Mal steht Lilith unter der Dusche und plötzlich taucht Camilla auf, welche sich von hinten an sie schmiegt und ihre Brüste massiert. Zu tatsächlichen sexuellen Handlungen kommt es jedoch nicht. Uns ist das auch egal, da der Anime ohnehin schon sehr abgehakt und teilweise auch gezwungen wirkt.

Lückenhafte Gestaltung

Holy Knight (4)Holy Knight besticht mit einem sauberen und klaren Bild im 16:9-Format, welches sich in der 1,85:1-Anpassung wunderbar über den ganzen Bildschirm erstreckt. Leider wirkt der Anime in unseren Augen in vielen Momenten zu klar. Das heißt, dass wir dann und wann die Details vermissen, welche andere Animes ähnlicher Aufmachung wie Kämpfer durchaus viel Charme verleihen. Besonders den Figuren mangelt es an einzelnen Auffälligkeiten. Der Charakter, der fast immer in der Gestalt des Hundes auftaucht, wirkt in seiner animalischen Gestalt so, als ob die Köpfe hinter dem Projekt einfach einen Eimer blaue Farbe über ihn geschüttet hätten. Man kann natürlich argumentieren, dass das zum ansatzweise lustigen Szenario gehört, doch selbst andere Animes, die keinen großen Wert auf ihre optische Gestaltung legen, wirken da oftmals besser. Hinzukommt auch noch die teilweise schlechte Lippensynchronisation. Wir müssen dem Synchronisationsstudio aber zugutehalten, dass da nicht sehr viel mehr machbar gewesen ist, da die Lippen einiger Charaktere wenig aufwendig animiert worden sind und sich dadurch teilweise fast gar nicht bewegen. Die deutsche Synchronisation in DTS HD 5.1 geht ansonsten jedoch in Ordnung, wenn wir euch aber viel lieber den japanischen Originalton ans Herz legen, da einige Gags in der deutschen Fassung manchmal schon sehr aufgesetzt wirken.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Als ich Holy Knight in das Laufwerk meiner PlayStation 3 gelegt habe, habe ich mich anfangs schon ein wenig gewundert. Anstatt dass ich den Startknopf für einen eine Stunde langen Anime-Film drücken darf, habe ich die Wahl zwischen zwei Episoden, die jeweils eine halbe Stunde lang sind. Dann dachte ich mir, dass es sich wohl um eine Original Video Animation handelt und habe den Verpackungsangaben verziehen, dass das nicht erwähnt worden ist. Beide Episoden spielen zwar hintereinander und die Story wird nahtlos fortgesetzt, doch bemängle ich, dass die zweite Episode selbst in Japan die bisher letzte Folge des Animes ist. So bleibt der Anime mit einem offenen Ende zurück und ich darf mich jetzt ständig fragen, wie dieser wohl weitergeht. Da die letzte Folge in Japan bereits vor über einem Jahr veröffentlicht wurde, gehe ich nicht davon aus, dass wir alsbald mehr von Holy Knight sehen werden. Ärgerlich, zumal der Publisher nicht mal in verschlüsselter Marketing-Sprache darauf hinweist. Zudem bin ich auch von der Qualität des Inhalts nicht sonderlich überzeugt. Viele Gags sorgen für gähnende Gesichter und die Story, wenn man denn schon ansatzweise auf eine ernste Grundlage aufbaut, ist einfach lächerlich. Wenn ich ehrlich bin, reicht diese nur für einen wirklich lahmen Hentai aus, nur dann hätte man in Holy Knight sicherlich sehr viel mehr Details wahrgenommen!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Holy Knight!

Review: The Last Stand

The Last Stand (1)In Terminator 3: Rebellion der Maschinen stand Arnold Schwarzenegger 2003 letztmals in einer Hauptrolle vor der Kamera. Während seiner Amtszeit als Gouverneur war er nur in kurzen Gastauftritten zu sehen. Nach zehn Jahren Pause mimt er diesmal einen Sheriff.

The Last Stand (2)Ray Owens war einst bei der Drogenfahndung von Los Angeles, doch nachdem er dort das Leid, das Blut und die Toten über war, hat er sich auf das Land zurückgezogen. Seitdem ist er als Sheriff in der kleinen Stadt Sommerton tätig, in der es jedoch sehr ruhig zugeht und er dort nur mit kleineren Delikten und Einbrüchen zu tun hat. Das ändert sich jedoch an seinem freien Tag, denn anstatt das Wochenende zu genießen, machen ihn zwei mysteriöse Trucker im Diner Gedanken und am nächsten Morgen wird dann auch noch der örtliche Farmer und Milchlieferant tot aufgefunden. Um dem ganzen Trubel noch die Krone aufzusetzen, passiert in Las Vegas, also weit entfernt von Sommerton und der mexikanischen Grenze, ein weiteres Unheil. Der berüchtigte Drogen- und Kartellboss Gabriel Cortez soll zwar vom FBI in den Todestrakt verlegt werden, doch bei der Eskortierung wird der Gefangenentransport durch einen Kran gekapert und Cortez gelingt die Flucht. Um Schutz vor der Bundespolizei zu erhalten, nimmt er Agent Ellen Richards als Geisel, was dem FBI-Koordinator Agent John Bannister jedoch nicht daran hindert, dennoch die Verfolgung durch den Westen Amerikas aufzunehmen. Anstatt mit einem Flugzeug oder Helikopter zu fliehen, nutzt Cortez eine gestohlene Corvette ZR1, um Mexiko zu erreichen. Sein Weg führt ihn durch Sommerton!

Mehrere Höhepunkte

The Last Stand (3)The Last Stand nutzt bei seiner Erzählweise geschickt die Reißverschlusstechnik. Das heißt, dass wir insgesamt drei Handlungsstränge erfahren, die immer mehr zusammenlaufen. Auf der einen Seite erfahren wir die Sichtweise von Owens (Arnold Schwarzenegger), der in der Kleinstadt eigentlich seinen frühen Lebensabend verbringen will und jetzt damit konfrontiert wird, die bereits verarbeitete Vergangenheit wieder aufleben zu lassen. Auf der anderen Seite steht Agent Bannister (Forest Whitaker), der die Verfolgung von Cortez in die Wege leitet. Cortez (Eduardo Noriega) befindet sich dazwischen. Ihm ist es wichtig, die Heimreise durch die Vereinigten Staaten nach Mexiko antreten zu können. Wie genau das jedoch mit den bereits erwähnten Truckern und dem Mord an einem Farmer zu tun hat, verraten wir euch an dieser Stelle nicht. Am Ende kann man sich aber sicher sein, dass Regisseur Kim Jee-woon, der mit The Last Stand sein US-amerikanisches Debüt feiert, das alles so gewollt hat und die drei Handlungsstränge sinnvoll miteinander verknüpft. Fast durchgehend besteht der Film aus Höhepunkten, wie einer Verfolgungsjagd durch ein Maisfeld, die Verteidigung der Stadt und unerwarteten Unterstützern von Cortez, die eine Straßensperre in Windeseile durchbrechen. Die Action sticht zwar heraus, doch darf man den Humor des Films nicht unterschätzen.

Ein Schuss Selbstironie

The Last Stand (4)Der Film bleibt fast durchgehend ernst, doch hin und wieder lockern coole Sprüche das Geschehen wieder auf. Hier möchten wir insbesondere anmerken, dass sich The Last Stand wie eine Selbstironie von und für Arnold Schwarzenegger anfühlt. Sowohl der kalifornische Ex-Gouverneur, als auch der Sheriff haben schon seit ewigen Zeit nicht mehr auf den Putz gehauen und bekommen in The Last Stand jetzt die Gelegenheit. Nicht umsonst fühlt sich Owens an einer Stelle im Film alt. Alt wirkt jedoch auch das Szenario. Das meinen wir im positiven Sinne! Der Streifen erinnert uns zunehmend an die gute Action der Achtziger Jahre und durch den Regisseur aus Südkorea, der schon mit A bittersweet Life und I saw the Devil Erfolge feiern konnte, wundert uns das nicht. Verpackt bekommen wir den Film im typischen 16:9-Format (2,40:1), in 1080p und in brachialem DTS-HD 7.1 Master Audio – sowohl im Original, als auch in der deutschen Synchronisation. Einzig und allein die Tonabmischung stört uns, da Soundeffekte wie quietschende Reifen, Motorengeräusche und Schusswechsel viel zu laut sind. Der Griff zur Fernbedienung ist besonders bei einem Action-Film, wo immer wieder Dialoge eingestreut werden, besonders nervig. Neben dem 108 Minuten langen Film, erhalten wir zudem noch circa 90 Minuten informatives Bonusmaterial. So muss das sein!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ungeschnittenen Blu-ray-Fassung): Lange habe ich auf den Moment gewartet, Arnold Schwarzenegger erneut in einer Hauptrolle in einem Film zu sehen. The Last Stand erzählt vielleicht keine originelle Story und die Action könnte ich so bereits schon vor zwanzig Jahren gesehen haben. Das macht mir aber nichts, denn wo heutige Filme des Genres dermaßen übertrieben wirken, bleibt bei The Last Stand alles auf einem humanen Niveau – zumindest wenn man von den teils exzessiven Tötungsszenen der Feinde absieht. Es ist jedoch schön, den Österreicher wieder in einem Action-Film zu sehen und ich denke, dass seine Fans auch nicht wirklich mehr vom ihm erwarten. Trotzdem finde ich es erstaunlich, mit wie viel Aufwand solch ein Action-Film der alten Schule noch gemacht wird. Anstatt teure Computereffekte in den Film einzuspielen, genügt es hier zum Beispiel für eine Szene, gleich ein 24 Hektar großes Maisfeld zu kaufen, nur um eine Verfolgungsszene dadurch zu drehen. Wahnsinn! Oder man baut eine halbwegs zerfallene Stadt neu auf und besorgt echtwirkende Requisiten in Massen, nur um einmal kurz eine ganze Lagerhalle voller Waffen zu zeigen. Mir persönlich hat The Last Stand trotz seiner wenigen Makel sichtlich gefallen und kann ihm jeden Schwarzenegger-Fan empfehlen!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Last Stand!

Prime Time: Dragonball (TV-Serie, Box 4) Unboxing

Wie ihr auf unserer Seite sicherlich schon mitbekommen habt, haben wir vor kurzem unser Review zur vierten Serienbox des Animes Dragonball veröffentlicht. Wie immer bieten wir euch passend dazu auch ein Unboxing-Video, in dem wir euch ein wenig zur vorliegenden Box und selbstverständlich auch zur eigentlichen Serie erzählen wollen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Anschauen unseres Unboxing-Videos!

Das Forum ist tot – es lebe die Community!

Aufmerksame NextGen-Forenmitglieder haben es leider vor einigen Wochen schon mitbekommen. Das Forum schließt in wenigen Stunden seine Pforten, da die Aktivität in den letzten Monaten nicht mehr aufrechterhalten werden konnte. Aus diesem Grund hat sich die Forenadministration dazu entschlossen, das Projekt NextGen-Forum zu beenden. Da die Community allerdings nicht auseinandergerissen werden soll, wurde die Facebook-Gruppe reaktiviert und erfreut sich derzeit schon großer Beliebtheit. Wir würden uns freuen, wenn ihr Teil der Community auf Facebook werdet, im besten Falle interessierte Freunde einladet und mit uns fleißig über Videospiele und sonstige Themen diskutiert!

Review: Dragonball: Box 4 (Episoden 84-101)

Dragonball Box 4 (1)Das Leben ist ungerecht. Diese Feststellung muss auch unser kleiner Held Son Gokū nach der Teilnahme am 22. großen Kampfsportturnier machen. Dieses wird in den achtzehn Episoden der vierten Serienbox ausgiebig thematisiert.

Dragonball Box 4 (2)Wir erinnern uns an die vorhergegangenen Ereignisse. Son Gokū hat es mit der gesamten Red-Ribbon-Armee aufgenommen und sie schlussendlich besiegt. Nachdem auch der letzte Dragonball Prinz Pilaw und seinen Schergen abgenommen werden konnte, hat sich unser Held dem alleinigen Training verschrieben. Nach drei Jahren hartem Training überall in der Welt findet nun endlich wieder ein Kampfsportturnier auf der Insel Papaya statt, bei dem Son Gokū natürlich nicht fehlen darf. In letzter Minute schafft er es, sich für das große Turnier anzumelden. Wieder mit dabei ist auch Jackie Chun, der Sieger des 21. großen Turnier, der damals gegen Son Gokū triumphiert hat. Was Son Gokū und seine Freunde nicht wissen, ist dass hinter Jackie Chun eigentlich ihr Meister, der Herr der Schildkröten, steckt. Dieser trifft auf der Insel Papaya auf seinen engsten Rivalen, den Herrn der Kraniche. Dieser kämpft beim Turnier allerdings nicht mit und lässt nur seine beiden Schüler Tenshinhan und Chaozu gegen die Schüler seines Rivalen antreten. Allerdings geht es den Schülern des Herrn der Kraniche nicht um Ehre und Ruhm, sondern einfach nur darum, zu gewinnen und Überlegenheit zu demonstrieren. Das geht sogar so weit, dass sie sogar von ihrem Meister dazu getrieben werden, unfaire Maßnahmen zu ergreifen, um in allen Kämpfen siegreich zu sein.

Freundschaft im Kampf

Dragonball Box 4 (3)Obwohl sich am Ende doch wieder alle Charaktere zusammenraufen und neue Freundschaften entstehen, müssen sich Son Gokū, Yamchu, Kuririn, Tenshinhan und Chaozu nach Abschluss des Turniers eines unerwarteten Ereignisses stellen, denn einer von ihnen wird den Morgen nach dem Turnier nicht mehr erleben. Umso beachtlicher finden wir, wie sehr man in den achtzehn Episoden der vierten Serienbox auf das Thema Freundschaft eingeht. Dragonball zeigt uns, wie man zugleich Konkurrenten und Freunde sein kann, wenn zum Beispiel im Verlauf des Turniers Son Gokū und Kuririn aufeinandertreffen. Des Weiteren appelliert der Charakter Jackie Chun (beziehungsweise der Herr der Schildkröten) immer wieder an uns, dem Guten zu folgen und sich nicht dem schlechten und falschen Weg zu verschreiben, wie es Tenshinhan getan hat, der eine ähnliche Karriere wie Tao Baibai einschlagen will. Damit die unterschiedlichen Ansichten zum Ausdruck gebracht werden, giften sich die Kämpfer in dem Turnier nicht nur an, sondern lassen auch ihre Fäuste für sich sprechen. Während wir in den letzten Episoden größtenteils den Phantombildtrick und das Kamehame Ha gesehen haben, bekommen wir es beim 22. großen Kampfsportturnier mit vielen neuen Techniken zu tun. Da werden Geistesfähigkeiten freigesetzt, die man bis dahin in der Serie noch nicht gesehen hat.

Typischer Dragonball-Humor

Dragonball Box 4 (4)Es folgen Lichtsalven, welche den Gegner blenden (oder auch nicht), dann wachsen einen Charakter zusätzliche Fäuste und schlussendlich wird auch noch die ganze Kampffläche zerstört. Das alles wird gepaart mit vielen witzigen Momenten. Besonders Fans von Lunch kommen auf ihre Kosten, denn diese packt nicht nur einmal ihre Maschinenpistole aus, um ihren Freunden die besten Plätze beim Turnier freizuhalten. Wie sich Jackie Chun als Muten Rōshi dem Herrn der Kraniche zu erkennen gibt, dürfte eigentlich schon jedem Kenner des Animes klar sein. Wir finden es gut, dass Akira Toriyama nicht zwangsweise versucht hat, in seinen Geschichten viel zu stark abgewandelte Humor-Elemente einzubauen, denn so werden die Gags nur dezent verbessert und fühlen sich immer noch jedes mal frisch an. Eine gewisse Frische sieht man der technischen Seite des Animes jedoch nicht an. 1986 war das 4:3-Bild eben noch Standard und auch die Farben können deswegen nicht so kräftig sein, wie man es vielleicht heute aus aktuellen Animes kennt. Das macht aber überhaupt nichts, da der Anime im Grunde den Zeitgeist der Achtziger Jahre einfängt und entsprechend Technik und Inhalt verzahnt werden. Obwohl achtzehn Folgen etwas wenig für eine Box sind, finden wir es gut, dass man diese so aufgeteilt hat, da Episode 101 einen neuen Handlungsstrang einleitet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 84 – 101 der Serie): Kämpfe, die in zwei bis vier Episoden abgehandelt werden, kennen Fans von Dragonball Z fast gar nicht mehr. Während im nachfolgenden Anime ein Kampf nicht nur leichte Überlänge hatte, hat Akira Toriyama bei Dragonball noch darauf geachtet, eine gewisse Ausgewogenheit zu demonstrieren. So hat es Son Gokū zwar nicht leicht, sich gegen seine Gegner zu behaupten, doch die Kämpfe werden auf ein gesundes Minimum reduziert und sind trotzdem bis zur letzten Minute spannend. Da vergehen die gerade einmal achtzehn Episoden dieser Serienbox wie im Flug, denn neben den Kämpfen sorgen die Charaktere wieder für jede Menge Lacher und tolle Geschichten, die nebenher erzählt werden. Dragonball ist und bleibt einer meiner liebsten Animes, die ich in meinem Leben bisher kennengelernt habe und wohl immer wieder einlegen werde. Obwohl ich die Story im Grunde auswendig kenne, bemerkt man dann und wann immer wieder ein kleines Detail am Rande oder erhält eine Information, die man zuvor noch nie als solche wahrgenommen hat. Ich kann entsprechend auch die vierte Serienbox von Dragonball nur wärmstens empfehlen, denn langweilig ist Dragonball niemals.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragonball: Box 4 (Episoden 84-101)!

Neuer Partner: NTgamer

Wie der eine oder andere von euch es vielleicht schon mitbekommen hat, haben wir in der Electronic-Entertainment-Expo-Woche einen neuen Partner aufgenommen. Unsere neue Partnerseite NTgamer dreht sich um die Videospielkultur der Achtziger und Neunziger Jahre. Dort findet ihr neben aktuellen News rund um das Thema Retrogaming auch jede Menge Pixelgrafik, Anleitungen und Informationen zu vergangenen Tagen alter Systeme, an die auch wir uns heute noch gerne erinnern. Wer in die goldene Ära der Videospiele zurückversetzt werden möchte, sollte NTgamer unbedingt einen Besuch abstatten.

Neuer Partner: WiiG

Wer vone uch unseren Partnerseitenbereich aufmerksam beobachtet hat, hat sicherlich schon den Banner von WiiG gesehen. Heute möchten wir die Partnerschaft mit WiiG ganz offiziell bekanntgeben und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit. Falls ihr gerne auf Nintendo-Plattformen spielt oder Nintendo-Titel sammelt und ihr eure Sammlung gerne online zur Schau stellen wollt, dann ist WiiG die richtige Anlaufstelle für euch. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr eure Sammlung bei WiiG online präsentieren möchtet.

Prime Time: One Piece (TV-Box 6 + Film 6) Unboxing

Die Reise der Strohhüte auf der Grandline neigt sich mit der sechsten Serienbox der DVD-Fassung fürs Erste dem Ende zu, da Kazé Anime die Veröffentlichung weiterer Folgen noch nicht angekündigt hat. In unserem Unboxing-Video zeigen wir euch die haptischen und optischen Merkmale der sechsten Serienbox, sowie stellen euch den sechsten Film kurz vor. Wir wünschen euch gute Unterhaltung beim Anschauen!

Review: One Piece: Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel

One Piece - Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel (1)Nachdem die Strohhüte in Skypia für Recht und Ordnung gesorgt haben, sind sie nun zurück auf der Grandline. Das bedeutet auch, dass man wieder einen Film in den Handlungsverlauf einschieben kann. Wir haben uns den sechsten Film angeschaut.

One Piece - Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel (2)Die Strohhüte sind wieder auf der Grandline und segeln in ihr nächstes Abenteuer, doch da flattert ein Flugblatt in Namis Hände. Auf der Insel Omatsuri soll es ein Wellness-Center geben, bei denen sich die Piraten ein wenig von ihren Tätigkeiten erholen können. Da auf dem Flugzettel besonders großartige Piraten angesprochen werden, kann es selbst Ruffy kaum erwarten, endlich von Bord zu gehen. Auf der Insel angekommen, entdecken sie nach kurzer Irritation das sagenumwobene Wellness-Center. Allerdings haben sie sich die Begrüßung anders vorgestellt. Baron Omatsuri stellt sich den Piraten vor und scheint von dergleichen Erholungsangeboten nichts zu wissen. Stattdessen schickt er die Piraten in einen Wettstreit, in dem es erst einmal darum geht, einen überproportionalgroßen Goldfisch mit einem ebenso gigantischen Kescher zu fangen. Danach gilt es noch während eines Wettrennens mit Gondeln Ringe um die jeweils andere Mannschaft zu werfen und schlussendlich muss sich Sanji einem Kochduell stellen. Erholung sieht ganz anders aus, doch während die eine Hälfte der Piraten um Sieg und Niederlage kämpft, erfährt die andere Hälfte unheilvolle Dinge über die Insel und dem Baron. Omatsuri hat nämlich nicht im Sinn, die Strohhüte gewinnen zu lassen und ihnen die versprochene Erholung zu können. Stattdessen will er ihre Freundschaft zerstören.

Freunde und Feinde

One Piece - Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel (3)Diese Thematik ist im Anime-Bereich sicherlich nicht neu. Selbiges gilt auch für die Pläne von Omatsuri, auf die wir hier nicht näher eingehen wollen. Fakt ist jedoch, dass er Ruffy und seine Freunde nicht mehr von der Insel abziehen lassen will. Mehr und mehr eskaliert die Situation auf der Insel. Um Ruffy herum sterben sowohl seine Freunde, als auch seine Feinde, von denen einige wiedergeboren werden und sich nicht an nichts erinnern können. One Piece: Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel lässt den Zuschauer bis zum Schluss fast ganz im Dunkeln tappen, wodurch der Baron angetrieben wird und was er mit seinen teuflischen Plänen bezweckt. Sowohl die japanische, als auch die deutsche Synchronisation kann uns die gesamten 92 Minuten voll und ganz überzeugen. Alle Charaktere erhalten durch ihre Sprecher genügend Ausdruck, auch wenn wir beim Chopper-Sprecher wieder denselben Kommentar abgeben können, wie schon bei den letzten Filmveröffentlichungen. An den Synchronsprecher dürfen sich jedoch auch Serienneulinge gewöhnen, denn schon bald wird auch auf DVD in der Serie, sofern die DVD-Veröffentlichung fortgesetzt wird, der Wechsel stattfinden. Das ist zwar sehr schade, doch das ändert nichts an der Tonqualität. Die deutsche Fassung liegt in Dolby Digital 2.0 und die japanische Tonspur in DTS HD Master Audio 5.1 vor.

Geänderter Zeichenstil

One Piece - Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel (4)Einen genauen Zeitpunkt zu bestimmen, zwischen welchen Episoden Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel angesiedelt ist, fällt uns aktuell schwer. Man sollte sich aber zumindest die Episoden der sechsten Serienbox anschauen, da dort eine Aussage über Gold Roger fällt, die auch am Rande im sechsten Film des One-Piece-Franchises angeschnitten wird. Möchte man sich unter keinen Umständen spoilern lassen, so sollte man also ein gewisses Vorwissen besitzen. Ohnehin ist es bei Filmen, die einer Anime-Serie beziehungsweise einem Manga entspringen, von Vorteil, dass man die grundlegenden Charaktere kennt. Es wird zwar auch in Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel deutlich, welche Charakterzüge die Strohhüte tragen, doch um ihre Mentalität vollkommen verstehen zu können, ist es nicht verkehrt, die bisherigen Fortschritte des Animes konsumiert zu haben. Dann fällt auch auf, dass sich der Zeichenstil teilweise geändert hat. Es gibt nun deutlich mehr sattere Farben und Charaktere, die sich stark vom Hintergrund abheben. Das erinnert ein wenig an Brave Story. Dennoch erkennt man alle Charaktere schnell wieder und schlecht wirkt das Bild in 1080p und im 16:9-Format dadurch noch lange nicht. Bonusmaterial gibt es beim sechsten Film auf der Blu-ray übrigens nicht. Darüber können auch nicht die Trailer zu anderen Animes hinwegtäuschen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): One Piece: Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel erzählt eine Geschichte, die sich wunderbar zwischen zwei Episoden ansiedeln lässt. Zwischen welchen genau, kann ich jedoch noch nicht sagen, da ich in der Serie gerade erst mit dem Ausflug nach Skypia abgeschlossen habe. Mehr ist allerdings nicht wichtig, denn es werden keinerlei Aussagen getroffen, die spoilern könnten. Allerhöchstens eine Information über Gold Roger fällt, die man allerdings schon auf Skypia aufgeschnappt haben muss. Die Handlung ist gut und stringent erzählt, kann mit der einen oder anderen Überraschung aufwarten und lässt mich jederzeit neugierig sein. Ständig frage ich mich, was Baron Omatsuri widerfahren ist und welche Ziele er verfolgt. Wie tragisch diese Story ist, erfahre ich jedoch erst zum Schluss. Interessant ist jedoch der Zeichenstil, denn dieser ist in den ersten Minuten noch sehr bunt, doch zunehmend verliert der Film an kräftigen Farben, denn mit fortlaufender Handlung geht auch der Tag zu Ende, an dem die Story stattfindet und je dunkler das Bild wird, desto düsterer und tragischer sickert die Handlung durch. Wer sich nur für die Haupthandlung interessiert, braucht sich auch den sechsten Film  nicht anschauen, doch wer nicht auf die nächste Episode warten kann und ein neues Abenteuer erleben will, der kann sich auch ohne Probleme den sechsten Anime-Film anschauen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Baron Omatsuri und die geheimnisvolle Insel!

Umfrage: Schlachtfeld E3 2013

Die Electronic Entertainment Expo 2013 ist vorbei und in Erinnerung bleiben uns großartige Spiele, auf die man sich in diesem Jahr ganz besonders konzentriert hat. Es ging weniger um TV-Funktionen der Xbox One und das Online-Angebot der PlayStation 4, sondern viel mehr um die bereits erwähnten Spiele. Da jagt ein Kracher den nächsten und teilweise leider auch auf unterschiedlichen Konsolen, doch zeigt sich in der weltweiten Community bereits, welche Konsole das Weihnachtsgeschäft 2013 vermutlich machen wird. Sofern Microsoft den Weg mit Kopierschutzmaßnahmen und der ständigen Online-Anbindung beibehalten wird, sehen wir hier keine Besserung, zumal Sony mit der PlayStation 4 auch einen deutlich attraktiveren Preis für die Konsole preisgegeben hat. Für Nintendo lief es in diesem Jahr allerdings nicht so gut. Die vorgestellten Spiele sind zwar alles andere schlecht, aber kurzfristig kann Nintendo so sicher keine Käufer für die Wii U gewinnen. Es bleibt zu hoffen, dass das Unternehmen im nächsten Jahr weiter auf die Dritthersteller vertrauen kann, denn sonst sehen wir für Nintendo schwarz.

Obwohl jeder unserer Redakteure seine Favoriten bei den drei großen Konsolenherstellern in diesem Jahr gefunden hat, wollen wir uns jedoch nicht auf einen eindeutigen Gewinner festlegen. Diese Wahl möchten wir euch überlassen und so würden wir wieder einmal freuen, wenn ihr bei unserer Umfrage teilnehmen möchtet. Das Ergebnis teilen wir euch dann schon bald auf unserer Internetpräsenz mit!

Review: One Piece: Box 6 (Episoden 163-195)

One Piece - Box 6 (Episoden 163 - 195) (1)Ende März erschien die bisher letzte Serienbox von One Piece. Wir haben uns die 33 auf den sechs Datenträgern schlummernden Episoden angeschaut und können nach der Talfahrt der vorhergegangenen Episoden wieder eine deutliche Steigerung erkennen.

One Piece - Box 6 (Episoden 163 - 195) (2)Wir erinnern uns an die letzten Episoden der fünften Serienbox. Die Strohhüte mussten ihr Schiff präparieren, um mit dem Knock-Up-Stream in den Himmel geschossen zu werden. Über den Wolken angelangt, haben sie auch schon ihr Ziel, das Himmelsreich Skypia, erreicht. Kurz nach ihrer Ankunft haben sie auch schon Bekanntschaft mit den Bewohnern von Skypia gemacht. Es sind ihnen jedoch nicht alle wohlgesonnen, weshalb die Situation schnell eskaliert. Die Freunde werden getrennt und müssen erst wieder zueinander finden. Damit Nami, Zorro, Chopper und Robin nicht geopfert werden, schreiten Ruffy, Sanji und Lysop zur Tat. Sie dringen in den Upper Yard ein. Dabei handelt es sich um eine verbotene Gottesinsel, die nichts und niemand unter normalen Umständen betreten darf. Damit Ruffy und seine Mitstreiter am Vorankommen gehindert werden, schickt der selbsternannte Gott Enel seine gefährlichsten und tödlichsten Priester aus, um die Strohhüte aufzuhalten. Dass das schnell nach hinten losgehen kann, dürften One-Piece-Fans bereits erahnen. Nachdem Satori, einer der Priester, mit ihren eigenen Waffen geschlagen wird, entbrennt in Enel die Wut. Er schickt die göttlichen Truppen in den Upper Yard, während die ehemaligen Bewohner des Waldes ihre Heimat haargenau zu diesem Zeitpunkt zurückerobern wollen.

Battle Royale

One Piece - Box 6 (Episoden 163 - 195) (3)Priester, Piraten, Ureinwohner und Enel höchstpersönlich bekämpfen sich in einem großen Kampf, der ruhig als Battle Royale gewertet werden darf. Enel wettet darauf, dass am Ende des Kampfes nur noch fünf Krieger stehen werden. Mit diesen möchte er in die göttliche Welt Fairy Vearth vorstoßen und aus der Welt der Lebenden verschwinden. Obwohl er absolut kein Interesse mehr an einer Herrschaft über Skypia hat, bleibt es bei seinem Abschiedsgeschenk nicht bei einem Kampf auf Leben und Tod. Er will vor seiner Abreise seine ganzen Kräfte sammeln, um Skypia wie seine ehemalige Heimat Birka im wahrsten Sinne des Wortes dem Erdboden gleichzusetzen. Obwohl die Strohhüte bis zum bitteren Ende nicht aufgeben, sieht es so aus, als sei Enel der wohl mächtigste Feind, den sie jemals bekämpfen müssten. Es gibt nur einen, der Enel das Handwerk legen kann, doch dieser eine (Ruffy) wird bereits zum Beginn des Battle Royale von einer riesigen Schlange verschluckt und versucht verzweifelt, aus dieser zu entkommen. Der Anime bleibt seinem Humor treu, denn schon bald bekommt Ruffy Gesellschaft, kann fast entkommen und bleibt dann doch noch für eine gewisse Zeit Gast im Magen der Riesenschlange. Nebenher versuchen die Strohhüte neben dem Kampf gegen Enel das große Geld zu machen, denn auf Skypia soll es eine Stadt aus Gold geben.

Der Blick zurück

One Piece - Box 6 (Episoden 163 - 195) (4)Was es mit dieser Stadt auf sich hat, möchten wir an dieser Stelle nicht verraten. Besonders in den letzten Episoden dieser Serienbox werden allerdings einige Details über Gold Roger, der bekanntermaßen das One Piece am Ende der Grandline versteckt haben soll, gelüftet. Ebenso freuen sich One-Piece-Historiker über etwaige Rückblicke, die unter anderem mit Maron Noland zutun haben. Dieser wird ja in einem Kinderbuch als Lügner bezeichnet, da er seinen König auf eine Insel gelockt haben soll, auf der es angeblich Gold geben sollte, doch das Gold anscheinend niemals existiert hat. Wie das mit der Reise der Strohhut-Piraten nach Skypia zusammenhängt, verraten wir an dieser Stelle nicht. Jedoch sollte es nicht unerwähnt bleiben, dass auch hier wieder alte Episoden ins rechte Licht gerückt werden, die wir schon fast als überflüssig bezeichnet hätten. One Piece schafft es immer wieder, mit netten Details und der einen oder anderen Anspielung auf zurückliegende Ereignisse zurückzugreifen und diese mit der Handlung zu verknüpfen. So und nicht anders kennen wir die grandiose Erzählstruktur des Animes. Wer den Anime bisher gesehen hat, der wird sicherlich auch nicht auf die Episoden der sechsten Serienbox verzichten wollen. Leider steht es jetzt noch in den Sternen, ob Kazé Anime auch die restlichen One-Piece-Episoden veröffentlichen will. Zu wünschen wäre es!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 163 bis 195 der Serie): Mit dieser Serienbox hatte ich ganze 740 Minuten durchgehend Spaß gehabt. Obwohl ich One Piece aus zeitlichen Gründen längere Zeit pausieren musste, habe ich mich sehr schnell wieder in das Szenario eingefunden. Die ersten Episoden waren vielleicht noch etwas schwerfällig, da die Piraten gerade schon in einem Kampf steckten, doch nach und nach setzte sich das Bild wie ein Mosaik zusammen. Mit Enel hat Schöpfer Eiichiro Oda einen neuen Feind geschaffen, der noch mächtiger als Sir Crocodile ist und wohl die bisher größte Bedrohung für die Welt von One Piece darstellt. Da nur Ruffy den Sieg davontragen kann, bin ich auch zuversichtlich, dass mich in One Piece keine ständige Steigerung der Gegnerstärke wie in Dragonball Z erwartet und immer wieder die Vor- und Nachteile der einzelnen Helden betont werden. Der Kampf gegen Enel gehört definitiv zu den epischsten Momenten der One-Piece-Serie und ich bin schon sehr gespannt, wie das Abenteuer auf der Grandline nach dem Ausflug nach Skypia weitergehen wird. Ich hoffe sehr, dass sich die Serienboxen im Handel gut verkaufen und Kazé Anime spätestens im nächsten Jahr zumindest alle deutschsprachigen Episoden auf DVD (und Blu-ray) veröffentlichen wird. Ebenso hoffe ich, dass sich ein Fernsehsender findet, der sich an der Synchronisation der restlichen Episoden, die es hierzulande noch nicht gibt, beteiligen wird. One Piece ist nicht ohne Grund die weltweit erfolgreichste Manga-Serie!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 6 (Episoden 163 – 195)!

Special: Nintendo auf der E3 2013

Nintendo auf der E3 2013 (1)Alle drei Konsolenhersteller müssen auf dieser Messe neue und gute Spiele präsentieren. Das gilt insbesondere für Nintendo, denn der Wii U fehlen die Knallertitel, die jetzt nach und nach einpendeln werden. Trotzdem sind wir zum jetzigen Zeitpunkt enttäuscht.

Nintendo auf der E3 2013 (2)Bereits vor einigen Wochen hat Nintendo mit einer ganz besonderen Ankündigung schockiert, denn das japanische Traditionsunternehmen will auf der Electronic Entertainment Expo 2013 keine große Pressekonferenz halten. Dieses Versprechen hat der Konzern wahr gemacht. Von einer sensationellen Show, sofern man davon sprechen kann, hat man in diesem Jahr absolut nichts gesehen. Stattdessen möchte sich Nintendo auf das hauseigene etablierte und von den Nintendo-Fans bereits wohlwollend akzeptierte Format Nintendo Direct konzentrieren und so geschieht es auch am elften Juni 2013. Satoru Iwata, seines Zeichens Präsident von Nintendo, leitet wie immer mit seinem charmanten Englisch mit japanischem Akzent die Präsentation ein. Nachdem er einen leere Büroraum des japanischen Nintendo-Hauptquartiers zeigt, da der Konzern demnächst in ein neues Gebäude umziehen wird, flimmert auch schon ein Trailer zu Pokémon X und Pokémon Y über den Bildschirm. Neue Features und, ob man es glaubt oder nicht, ein neuer Pokémon-Typ stehen im Zentrum der beiden kommenden 3DS-Rollenspiele. Anschließend dürfen sich Fans des Klempners auf die Ankündigung eines neuen Jump ’n‘ Run in den (teils) dreidimensionalen Weiten des Franchises freuen. Super Mario World 3D soll im Dezember erscheinen und bis zu vier Spieler an die Wii U locken.

Spiel auf Zeit

Nintendo auf der E3 2013 (3)Mit einem Mehrspielertitel geht die sterile Präsentation weiter. Mario Kart 8 wird die besten Bestandsteile von Mario Kart Wii und Mario Kart 7, wie den Gleitschirm, einen Antrieb für Unterwasserfahrten und Motorräder bieten. Das Alleinstellungsmerkmal des Titels wird das Spiel mit der Gravitation sein, denn im Trailer sehen die Strecken teils sehr verwirrend aus, da wir stellenweise wohl auch auf dem Kopf und an der Seite fahren müssen. An Personen, die an Motion Sickness leiden (könnten), richtet sich der Titel wohl nicht. Wie das Spiel aber im Endeffekt in der Praxis aussehen wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht erahnen. Ruhiger wird es da schon in Wii Fit U zugehen, doch sieht man in der Präsentation nur das bereits bekannte Logo. Man arbeite mit Hochdruck an dem Spiel, so Iwata. Ebenso will man auch an Wii Party U schrauben, welches diesen Sommer auf den Markt kommen sollte. Die gezeigten Ideen sind auf jeden Fall interessant und wir würden nur zu gerne mehr von dem Spiel sehen. Überraschend angekündigt wird ein neuer Teil der Art-Academy-Reihe, in dem wir wieder (vermutlich ohne schlauen Lehrmeister) wundervolle Bilder auf den Bildschirm zaubern dürfen. Man sei so von den Zeichnungen im Miiverse so beeindruckt, dass man dort ähnliche Mal- und Zeichenwerkzeuge in Kürze einführen möchte. Ein nettes Feature!

Keine Überraschungen

Nintendo auf der E3 2013 (4)Nach zwei Trailern, welche Drittherstellerspiele auf der Wii U, dem 3DS und im eShop erscheinen werden, zeigt man bewegte Bilder zu The Legend of Zelda: The Wind Waker HD. Im Remake soll die Erkundung der Spielwelt schneller vonstatten gehen und das GamePad bekommt ein Feature spendiert, in dem die Spieler Inhalte in Form einer Flaschenpost mit anderen Spielern teilen können. Erscheinen soll der Titel im Oktober. Die Zeit dahin wird The Wonderful 101 verkürzen, welches bereits im August in Europa erscheint. Nach der 3DS-Portierung des letzten Donkey-Kong-Country-Spiels, kommt die Ankündigung eines neuen Teils mit dem Zusatz Tropical Freeze nicht überraschend. Diesmal bekämpfen wir Wikinger und dürfen neben unter anderem in die Rolle von Dixie Kong schlüpfen. Weiterhin ist Bayonetta 2 in der Mache. Wer die langhaarige Bayonetta mochte, muss sich von dieser verabschieden, denn jetzt hat sie kurze Haare und somit ein neues Outfit. Im bisher noch immer als X betitelten Monolith-Soft-Titel werden wir mit Robotern gegen Dinosaurier in die Schlachten ziehen. Zum Abschluss zeigt Nintendo noch einen Trailer zum neuen Ableger der Super-Smash-Bros.-Reihe, welcher auf der Wii U und dem 3DS erscheinen soll. Neu im Ring sind der Dorfbewohner aus Animal Crossing und der von Videospielern geliebte Mega Man.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Direct-Ausgabe vom elften Juni 2013): Ich war mir bis zu diesem Tage so sicher, dass Nintendo endlich die Zeichen der Zeit erkannt hat und endlich mal ein paar Asse aus dem Ärmel zieht. Zaubertricks gab es aber nicht zu sehen, denn wirklich jeder einzelne Titel bot für mich keine Überraschungen und die Nintendo-Direct-Ausgabe war wieder einmal sehr steril aufgebaut. Während mich im Voraus noch viele Fans des japanischen Traditionsunternehmen beschwichtigten, dass Nintendo mit den Ausgaben des hauseigenen Formates mehr Leute erreichen kann, bin ich im Nachhinein doch sehr, sehr enttäuscht. Wenn man so mehr Leute anspricht, dann hat man zugleich auch mehr Leute sehr gelangweilt. Bereits im Vorfeld war klar, welche Spiele Nintendo während der Präsentation zeigen würde. Mario Kart 8, Super Smash Bros. for 3DS, Super Smash Bros. for Wii U, Super Mario 3D World, X, Wii Fit U, Wii Party U, Donkey Kong Country: Tropical Freeze und die Ankündigung von einem neuen Teil der Art-Academy-Reihe, hätte man sich denken können, wenn man den Markt beobachtet hat. Das sind zwar alles tolle Spiele, die ich überwiegend auch sicherlich spielen und in meine Sammlung freiwillig aufnehmen möchte, aber ich frage mich, warum Nintendo nicht einmal auch nur eine alte Marke wie F-Zero, Wave Race oder 1080° Snowboarding reaktivieren kann. Ich bin zwar einer der größten Nintendo-Fans, die es nur gibt und so habe ich mir die Wii U auch am ersten Tag gekauft, doch so kann man mich nicht bei Laune halten. Nintendo muss sich in den nächsten Wochen unbedingt noch etwas einfallen lassen, damit die Wii U sich nicht zu reinen First-Party-Konsole entwickelt und auch noch in den nächsten Jahren Unterstützung von den Drittherstellern erhält. Ansonsten darf Nintendo für das Weihnachtsgeschäft 2014 gerne die nächste Konsole, die sich deutlich besser im Markt positionieren kann, ankündigen oder die eigene Glaubhaftigkeit im Konzert der Konsolenhersteller verspielen.

Special: Konami auf der E3 2013

Konami E3 2013 (1)Wie im letzten Jahr prescht Konami bereits vor der eigentlichen Veranstaltung auf die Spieler ein, denn anstatt im News-Hagel der Messewoche unterzugehen, möchte man die hauseigenen Titel bereits vorab der Öffentlichkeit vorstellen.

Konami E3 2013 (2)Bereits zum dritten Mal in Folge geht Konami diesen Weg. Tomoyuki Tsuboi, der Präsident von Konami Digital Entertainment America, begrüßt die Zuschauer mit diesen Worten. Als nächstes folgt eine Auflistung bekannter und unbekannter Marken, auf die man in dieser, laut seiner Meinung, aufregenden Show eingehen wird. Des Weiteren geht man sowohl auf die vierzigjährige Firmengeschichte ein, als auch auf die Marke Dance Dance Revolution, mit der man auch in Amerika es geschafft hat, dass die Spieler aktiv geblieben seien. Eventuell ist das sogar ein kleiner Sidekick auf die Fettleibigkeit vieler US-Amerikaner. Tsuboi ist sich sicher, dass auch in den nächsten vierzig Jahren Konami herausragende Spiele abliefern wird und übergibt anschließend das Wort an John Coligan. Dieser geht vor allem auf die Online-Sparte ein, in der man stolz auf ein Baseball-Spiel für iOS-Geräte und Facebook ist. Des Weiteren ist er froh, dass Konami einen Partner wie das Unternehmen Zynga hat. Kei Masuda greift als nächstes ein und stellt kurz den nächsten Teil der Pro-Evolution-Soccer-Reihe vor. Masuda gibt bekannt, dass Pro Evolution Soccer 2014 auf der neuen Fox-Engine läuft und diese Engine den Entwicklern die Möglichkeit lässt, viele weitere realistische Gameplay-Elemente in das Spiel einzubauen. Zum Abschluss folgt ein kurzer Trailer zum neuen Fußballspiel.

Geheimagenten und Vampire

Konami E3 2013 (3)Die Animation eines schleichenden Mannes unter einer Kiste gibt Auskunft über den nächsten Titel in der Show. Metal Gear Solid V: The Phantom Pain wird höchstpersönlich von Hideo Kojima vorgestellt, der uns verrät, dass das Spiel im Jahr 1984 stattfindet. Kiefer Sutherland, der die neue Stimme von Snake sein wird, meldet sich ebenfalls zu Wort und freut sich sehr über die Tatsache, dass er die neue Stimme ist. Zudem bekommen wir Filmmaterial von der Synchronisation zu sehen und wie aufwendig Sutherlands Gesichtsausdruck auf Snake im Spiel übertragen wird. Die Technologie macht wahnsinnigen Fortschritt, wie Sutherland und Kojima erkennen. Kojima ist sich durch die weiterentwickelte Technik sicher, dass Metal Gear Solid V dadurch wesentlich mehr Spieltiefe erfährt. Ob der Titel deswegen auch schon für die neue Konsolengeneration in Form von PlayStation 4 und Xbox One erscheinen wird, oder der jetzigen Konsolengeneration vorbehalten wird, ist noch nicht klar. Klarer ist da das Bild von Castlevania: Lords of Shadow 2 aber auch nicht. Dave Cox erinnert sich an die Entwicklung des ersten Teils. Dieser endete mit einem packenden Epilog, an welchem sich der zweite Teil der Reihe anknüpfen wird. Wie genau das Brückenstück in Form des Nintendo-3DS-Ablegers da rein passen soll, verstehen wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

Konfrontation mit dem PC-Markt

Konami E3 2013 (4)Nachdem der neue, verhältnismäßig lange, spannende und mit packender Musik unterlegte Trailer zum Vampirspiel über den Bildschirm geflimmert ist, meldet sich Dave Cox zurück. Dieser gibt nochmals bekannt, dass der Titel im zweiten Halbjahr 2013 nicht nur für die Xbox 360 und die PlayStation 3, sondern auch für den PC erscheint. Das freut uns, denn es scheint so, dass immer mehr japanische Konzerne erkennen, dass man den PC im Westen noch nicht ganz abschreiben sollte. Immerhin kommen so viele weitere Castlevania-Fans, die mit der Reihe damals auf dem Nintendo Entertainment System groß geworden sind und heute nur hin und wieder für den heimischen PC ein Spiel einlegen können, in den Genuss des Abenteuers. Wir können es jedenfalls kaum erwarten, Castlevania: Lords of Shadow 2, Metal Gear Solid V: The Phantom Pain und Pro Evolution Soccer 2014 anzugehen – egal auf welcher Plattform! Zum Schluss hat Dave Cox noch eine Überraschung für uns, die sich in einem recht lustigen Realfilmvideo widerspiegelt. Wer die Internetseite Mega64 beziehungsweise deren Youtube-Kanal kennt, wird sowohl Darsteller, als auch die Aufmachung sofort wiedererkennen. Zum Schluss meldet sich Tsuboi zurück und bedankt sich recht herzlich fürs Zuschauen. Wir sind zwar keinesfalls gelangweilt, aber mit nur drei Titeln fällt die Show sehr spärlich aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Show): Ich muss offen und ehrlich zugeben, dass mich die Show von Konami nicht sonderlich begeistert hat. Wer jetzt denkt, ich würde jetzt einfach mein Fazit vom letzten Jahr erneut verwenden, dem muss ich schon fast Recht geben. Auch in diesem Jahr hat der Konzern ein neues Pro Evolution Soccer angekündigt. Ein Spiel, welches mich persönlich absolut nicht anspricht, doch deswegen kann man die Show sicherlich nicht verteufeln. Als nächstes stellte Hideo Kojima höchstpersönlich den nächsten Teil der Metal-Gear-Solid-Reihe vor, welcher mich zumindest sehr beeindruckt. Zwar konnte ich bisher nur den dritten Teil der Reihe genießen, doch werde ich sicherlich auch noch in die anderen Teile der Serie eintauchen können – zumal sie bei mir teils noch verschweißt auf dem Schreibtisch liegen. Ob Kiefer Sutherland nun die beste Wahl als neue Stimme für Snake ist, kann ich als noch nicht allzu langer Fan nicht ganz beurteilen. Fakt ist jedoch, dass darüber bereits jetzt in der Community heftig diskutiert wird. Zu guter Letzt gab es dann auch noch einen Trailer zu Castlevania: Lords of Shadow 2. Dieses erwarte ich schon seit Jahren mit Hochdruck, denn besonders das Ende des ersten Teils lässt mich nicht mehr los und so freue ich mich auf das Sequel. Zwei Drittel der Show haben mir also gefallen, doch bin ich schon auf diese Titel vorbereitet und ich vermisse Neuankündigungen. Konami könnte ruhig nochmals den Versuch starten, die Ganbare-Goemon-Serie hierzulande auf dem Markt zu etablieren. Ein Highlight in diese Richtung hätte ich erwartet. Ich bin dafür jedoch gespannt auf die Pressekonferenz auf der Gamescom, denn diese ist meiner Meinung nach deutlich besser aufgebaut.

Prime Time: Die Ewigkeit, die du dir wünschst (Unboxing)

Gestern haben wir euch bereits den Anime Die Ewigkeit, die du dir wünschst in einem großen Review vorgestellt. Heute gehen wir auf die optischen und haptischen Vorzüge der Gesamtausgabe der DVD-Fassung ein. Außerdem verraten wir euch dazu die wichtigsten Details zur Story, über die man stundenlang philosophieren könnte.

E3 2013: Die Termine der Pressekonferenzen

Nachdem wir im Frühling nur bedingt mit warmen Temperaturen bedient wurden, wird es in der nächsten Woche endlich heiß. Dass liegt nicht nur am Wetter, welches endlich mit sehr viel Sonne lockt, sondern an der Electronic Entertainment Expo, kurz E3. Auf der wichtigsten Videospielmesser der Welt wird es hoffentlich viele große Ankündigungen geben, denn Sony und Microsoft müssen nach der Konsolenvorstellung ordentliche Titel zeigen, die überhaupt erst eine Vorbestellung der Hardware rechtfertigen würden.

Kurioserweise verzichtet ausgerechnet das Traditionsunternehmen aus Kyōto auf eine große Pressekonferenz. Hinter verschlossenen Türen wird Nintendo sicherlich ein paar Konferenzen für die Presse halten, doch die Öffentlichkeit wird in diesem Jahr mit einer weiteren Ausgabe Nintendo Direct abgespeist. Nach eigenen Aussagen geht Nintendo diesen Weg bewusst und so dürfen wir gespannt sein, ob eine einzelne Ausgabe Nintendo Direct mit einer wichtigeren Pressekonferenz mithalten kann. Ein großes Highlight wird jedoch der Trailer zu einem neuen Teil der Super-Smash-Bros.-Reihe sein, der im Vorfeld bereits bestätigt wurde.

Damit ihr auch keine einzige Pressekonferenz, auch nicht die von den großen Drittherstellern, Electronic Arts und Ubisoft,  verpasst, hat unser NextGen-Forum-Administrator Daniel Mayr – wie in jedem Jahr – freundlicherweise einen passenden Thread mit Terminen, Uhrzeiten und Links zu den Konferenzen erstellt. Wer eine Pressekonferenz verpassen sollte und auch kein Interesse daran hat, diese nachzuholen, darf sich auf unsere Zusammenfassungen der Events freuen. Wie gehabt mit den Schlussfolgerungen unserer Redakteure.

Hier findet ihr den passenden Thread im NextGen-Forum, in dem ihr mit uns auch über jede Neuankündigung diskutieren dürft. Wenn ihr weiterhin unsere Berichterstattung verfolgen möchtet, empfehlen wir euch auch unsere Online-Auftritte bei Facebook, Twitter und Google+. Abschließend wünschen wir euch eine tolle Messe!

Review: Die Ewigkeit, die du dir wünschst (Gesamtausgabe)

Die Ewigkeit, die du dir wünschst (Gesamtausgabe) (1)Animes mit Romantik- und Erotikanteilen sind keine Seltenheit. Hierzulande gibt es jedoch weniger Animes eines solchen Typus, die noch dazu auf einem Videospiel basieren. Kimi ga nozomu eien hat 2003 den Sprung vom Spiel in den Anime geschafft.

Die Ewigkeit, die du dir wünschst (Gesamtausgabe) (2)Die Handlung von Die Ewigkeit, die du dir wünschst spielt über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Sie dreht sich in erster Linie um die vier Freunde Takayuki Narumi, Mitsuki Hayase, Haruka Suzumiya und Shinji Taira. Die Freunde befinden sich am Ende ihrer Schullaufbahn und müssen sich Gedanken darüber machen, wie ihr Leben weiter verlaufen wird. Allerdings ist nicht nur die Karriere im Leben eines jungen Erwachsenen wichtig, sondern auch Liebe. Haruka ist seit einiger Zeit unsterblich in Takayuki verliebt, doch dieser hat nur Augen für Mitsuki. Diese ist auch heimlich in ihn verliebt, doch da sie von den Gefühlen ihrer besten Freundin weiß und nicht daran glaubt, dass Takayuki etwas für sie empfindet, verkuppelt sie Takayuki mit Haruka. Takayuki willigt dem insgeheim zunächst nur ein, weil Haruka die beste Freundin von Mitsuki ist. Das junge Paar wächst jedoch schnell zusammen und auch auf Seiten von Takayuki entstehen echte Gefühle. Als sie eines Abends beim Geschlechtsverkehr fast von Harukas jüngerer Schwester Akane erwischt werden, stellen sie fest, dass sie in ihrer gemeinsamen Zukunft noch genug Zeit für alles Unentdeckte haben. Wenige Zeit später sind die beiden verabredet, doch unterwegs trifft Takayuki auf Mitsuki. Diese hat Geburtstag und daher kauft er ihr einen Ring, wodurch er sich zu seinem Date mit Haruka verspätet.

Zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Die Ewigkeit, die du dir wünschst (Gesamtausgabe) (3)Diese Verspätung muss Haruka schließlich bezahlen, denn diese hat in der Zeit, wo Takayuki noch auf dem Weg zu ihr ist, einen Unfall. Sie fällt ins Koma! Takayuki macht sich schwere Vorwürfe, denn Haruka wacht und wacht aus dem Koma nicht mehr auf. Er verfällt in tiefe Depressionen. Anstatt die Universität zu besuchen, zieht er sich vollkommen zurück. Er kann am Leben nicht mehr aktiv teilnehmen, da ihm die Lebensfreude fehlt. Ähnlich geht es auch Mitsuki, die sich jedoch eher mit dem Fehlen ihrer Freundin abfinden kann und sich daher um Takayuki rührselig kümmert. Eines Abends entkleidet sich Mitsuki sich vor ihm, da sie seine Situation nicht mehr mit ansehen kann und ihn glücklich machen möchte. Endlich können sie sich ihre Gefühle gestehen und obwohl sie sich immer noch um Haruka sorgen, verliert diese in ihrem Leben an Bedeutung. Sie werden ein glückliches Paar und feiern beide Erfolge in ihrem Berufsleben. Drei Jahre nach dem Unfall passiert das Unfassbare: Haruka wacht aus dem Koma wieder auf, was eine Kettenreaktion in Gang setzt, die Takayuki, Mitsuki, Shinji, Akane und selbstverständlich Haruka glücklich und zugleich unglücklich macht. Takayuki steht vor der Entscheidung, ob er die Gefühle der Vergangenheit wieder aufleben lassen will oder sein restliches Leben weiterhin mit Mitsuki verbringen möchte.

Emotionale Bindungen

Die Ewigkeit, die du dir wünschst (Gesamtausgabe) (4)Die Ewigkeit, die du dir wünschst beschäftigt sich mit den psychologischen Aspekten in einer Beziehung, die auf solch einer Grundlage aufbaut. Es geht darum, echte Gefühle für einen Menschen zu entwickeln, diese nicht zu vergessen, aufrichtig zu sein, zu seiner Entscheidung zu stehen und den Mut zu fassen, auch dann glücklich zu sein, wenn andere es nicht sind. Der vierzehnteilige Anime beginnt recht fröhlich, doch die innere Zerrissenheit von Takayuki ist es zu verdanken, dass dieser seine Umwelt und somit die Atmosphäre des Animes verändert. Diese Atmosphäre wird besonders gleichaltrigen Zuschauern sehr nahegehen, da man sich sehr leicht in die Charaktere hineinversetzen kann und ehe man sich versieht, auch sehr leicht mit ihnen mitfühlen möchte. Die schönen und traurigen Momente, die Takayuki und Mitsuki erleben, gehen einem wirklich sehr nahe und man muss sich nicht schämen, wenn bei dem einen oder anderen nach dem letzten Abspann die eine oder andere Träne fließt. Das liegt sehr wahrscheinlich daran, dass man schon in der ersten Episode das Gefühl hat, dass man die Charaktere schon ewig kennt und irgendwie mit ihnen mitfühlen muss. Sie verkörpern die Archetypen, die jeder in seinem Freundeskreis entweder kennt oder sich sehr gut vorstellen kann. Übertriebene oder überzeichnete Charaktere gibt es in diesem Anime definitiv nicht.

Kimi ga nozomu eien

Die Ewigkeit, die du dir wünschst (Gesamtausgabe) (5)Dazu kommt noch, dass die Dialoge sehr gut geschrieben sind und ebenfalls hervorragend ins Deutsche übersetzt wurden. Wer die japanische Tonspur aktiviert, darf wahlweise deutsche oder polnische Untertitel hinzuschalten. Die Synchronsprecher verkörpern die Emotionen der Charaktere sehr gut und dadurch wirkt ebenfalls die Handlung sehr realistisch, auch wenn ein Unfall mit anschließendem Koma in der Wirklichkeit wohl eher die Ausnahme sein dürfte. Zu keiner Zeit ist dabei zu merken, dass es sich hier eigentlich um eine Anime-Umsetzung eines Videospiels handelt. In der Dating-Simulation wäre es sogar möglich gewesen, dass Takayuki nicht nur mit Haruka und Mitsuki eine Beziehung eingeht, sondern auch mit Akane oder der Arthelferin Manami Homura. Wir sind jedoch froh darüber, dass man den Handlungspfad mit Takayuki, Haruka und Mitsuki ausgewählt und auf Nebenhandlungsstränge verzichtet hat. So bleibt die Intention des Animes unmittelbar bestehen und ist jederzeit spürbar. Es ist jedoch schade, dass Kimi ga nozomu eien niemals in Europa erschienen ist. Japanische Adventures würden sich hierzulande aber wohl leider keiner so großen Popularität erfreuen, wie im Land der aufgehenden Sonne. Wer noch ein wenig über die Charaktere und das Spiel erfahren will, der erfreut sich am beiliegenden Booklet mit vielen interessanten Informationen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Es kommt selten vor, dass ich einen Anime, den ich noch nicht kenne, in einem Rutsch komplett anschaue. Bei Die Ewigkeit, die du dir wünschst konnte ich aber gar nicht anders und habe mir an einem Samstagabend direkt alle vierzehn Folgen angeschaut. Am Ende jeder einzelnen Episode wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht und da die Geschichte um Takayuki, Haruka und Mitsuki sehr, sehr traurig erzählt wird, kommt man nicht drumherum, um mit den Charakteren mitzufühlen. Man stellt sich wahrhaftig vor, wie es wäre, in derselben Situation zu sein und welche Entscheidung man selbst treffen würde. Ich hoffe sehr, dass ich niemals in die gleiche Situation wie Takayuki geraten werde, doch selbst wenn, dann würde ich, auch wenn es mir ebenfalls sehr, sehr schwerfallen würde, denselben Entschluss wie Takayuki treffen. Welcher das ist, möchte ich an dieser Stelle aus Spannungsgründen natürlich nicht verraten. Abschließend möchte ich noch sagen, dass man das Romantik-Genre nicht mögen muss, um sich Die Ewigkeit, die du dir wünschst, anzuschauen. Hier wird keinesfalls übertrieben, wie man es vielleicht als Unwissender vermuten würde, und auch eine alleinige Ausrichtung auf das weibliche Publikum kann ich bei diesem Anime nicht bemerken. Wer einen wirklich guten Anime sehen möchte, der sich vor allem mit den Gedanken, Emotionen, Einstellungen, Empfindungen und Entscheidungen der Charaktere beschäftigt, der muss sich Die Ewigkeit, die du dir wünschst unbedingt einmal anschauen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Die Ewigkeit, die du dir wünschst (Gesamtausgabe)!

Review: Remember Me

Remember Me (1)Einst wurde Remember Me von Sony Computer Entertainment und Dontnod exklusiv für die PlayStation 3 entwickelt, doch wenn sich zwei Firmen streiten, freut sich bekanntlich die dritte und so erschien das Spiel plattformübergreifend jetzt aus dem Hause Capcom.

Remember Me (2)Remember Me ist in einer fiktiven Zukunft, genauer gesagt im Jahre 2084, in der Stadt Neo-Paris angesiedelt. Obwohl Frankreich und Paris immer nachgesagt wird, dass hier die Kultur pulsiert, ist davon nichts mehr zu sehen. Die Zukunft im Jahr 2084 ist düster – sehr düster! Nach dem europäischen Bürgerkrieg verdient der globale Konzern Memorize sein Geld mit Erinnerungen. Diese werden Menschen entnommen, verkauft oder sogar verändert. Jeder soll sich nur noch an die schönsten Momente im Leben erinnern. Menschen, meist Verbrecher, denen jedwede Erinnerung entnommen wurde, werden ausgelagert und fristen danach ihr Dasein in der Kanalisation der französischen Metropole oder zumindest dem, was davon übrig ist. Gegen den Konzern Memorize hat sich bereits eine Widerstandsbewegung organisiert, die jedoch mit ihrer Revolution bereits gescheitert ist. In der Haut einer Erroristen, wie sich diese Widerstandsgruppe nennt, wachen wir in der Bastille, die nun als Hightech-Gefängnis und Laboratorium genutzt wird, auf. Wir erinnern uns nur noch an unseren Namen, Nilin, doch der Wissenschaftler will uns auch die letzte Erinnerung nehmen. Plötzlich meldet sich eine Stimme in unserem Kopf, welche über Sensen, einer Art mobiles Erinnerungsempfangsgerät, zu uns spricht. Diese Stimme hilft uns, aus der Bastille zu fliehen. Remember Me beginnt.

Das Jahr 2084

Remember Me (3)Das Szenario von Remember Me erinnert an Filme wie Blade Runner oder Das Imperium der Wölfe und an Spiele wie Deus Ex: Human Revolution. Science-Fiction-Elemente sind überall zu sehen und zu spüren. Die Inneneinrichtungen von Gebäuden wirken hochmodern, in jedem Haus arbeitet mindestens ein Haushaltsroboter, der direkt dem Film I, Robot entsprungen sein könnte. Die Bevölkerung trägt futuristische Kleidung und die Architektur wirkt so, als ob sie von einer einst utopischen Zukunftsvision berührt sei, doch von einer Dystopie umwuchert wird. Mittendrin in dieser Zukunftsvision stehen nun wir mit der entflohenen Erroristen, die von dem Unbekannten Edge (die Stimme, die wir in der Bastille gehört haben), zurück zu den Überbleibsel der Widerstandsbewegung gelotst wird. Unterwegs werden wir jedoch immer wieder von Leapern (verwahrloste Menschen ohne Erinnerungsgefühl), Polizisten und sogar eigenständig arbeitenden Maschinen angegriffen. Je länger wir spielen und je mehr Gegner wir besiegen, desto eher erinnert sich Nilin an ihren Kampfstil. Mit nur zwei Buttons, aber vier verschiedenen Wirkungen, bekämpfen wir wie in Batman: Arkham City mit geschickten Kombinationsangriffen unsere Feinde. Dabei teilen wir Schaden aus, heilen uns selbst, verstärken die Kombination und reduzieren die Abklingzeit von unseren Spezialtechniken.

Nilins Kampfstil

Remember Me (4)Wir dürfen dabei selbst bestimmen, wie unsere Kombinationsangriffe aufgebaut sind. Dabei gibt es jeweils eine Kombination mit drei, fünf, sechs und acht Slots, die wir mit den Buttons belegen dürfen. Die einzige Bedingung ist, dass wir schon genügend Gegner ins Nirwana geschickt haben, um neue Buttons in den verschiedenen Kategorien freizuschalten. Schon nach kurzer Eingewöhnungszeit meistern wir kinderleicht die schwierigsten Kämpfe, wenn wir denn jederzeit wachsam sind und auf die Angriffe der Gegner achten. Diese werden mit einem roten Ausrufezeichen kurz angedeutet und spätestens dann sollten wir dem Angriff ausweichen. Befinden wir uns gerade dabei einen Angriff vorzubreiten, dann sollten wir keine Zeit verlieren und diesen unverzüglich fortsetzen, um nicht die gesamte Button-Kombination zu wiederholen. Gut finden wir, dass die Kombinationen genügend Spielraum für Experten lassen und für Anfänger schnell zu verstehen sind. Button Mashing hat hier keine Chance! Mit zunehmender Spieldauer erinnert sich Nilin auch wieder an Spezialtechniken, mit denen wir dann zum Beispiel blitzschnell von einem Gegner zum nächsten rasen, dreißig Sekunden lang unsichtbar sind, um die Erinnerung eines Feindes zu überladen (und ihn zu besiegen) oder um eine Maschineneinheit für eine kurze Zeitspanne zu einem Verbündeten zu machen.

Lineare Spielwelt

Remember Me (5)Damit wir in späteren Kämpfen auch genügend Energiereserven und Fokuseinheiten besitzen, sollten wir die schmalspurigen Levels gründlich abzusuchen. In den ersten Spielstunden fallen die sammelbaren Items eher auf, als im restlichen Teil des Spiels. Dort müssen wir schon sehr sorgfältig vorgehen, um auch keine Ecke des Spielgebiets zu übersehen. Um entlegene Stellen zu erreichen, klettern wir an Häuserfassaden, Regenrinnen und sonstigen Vorsprüngen hoch. Wer jetzt jedoch freie Kletterpassagen im Stile eins Assassin’s Creed III erwartet, der wird von Remember Me enttäuscht sein. Man kann tatsächlich nur dort in die Höhe oder die Tiefe klettern, wo es das Entwicklerstudio Dontnod vorgesehen hat. Entsprechend gibt es auch nur abgeschlossene Spielgebiete, die wir nicht verlassen können. Man muss dem Entwickler aber zugutehalten, dass dieser im Vorfeld verkündet hat, dass die angestrebte Spielerfahrung nur so gewährleistet werden kann. Selbst wenn das die Intention des Teams war, hätten dieses aber daran denken können, dass man im aktuellen Level vielleicht vor- und zurückgehen möchte. Haben wir beispielsweise eine Abzweigung (von wenigen) nicht genommen und wollen diese noch erkunden, können wir das oft einfach nicht, da sich Türen und Durchgänge hinter uns ständig automatisch verschließen. Das Spiel sieht nicht vor, dass wir diese wieder öffnen.

Gedankenmanipulation

Remember Me (6)Das kennen wir so zwar schon aus Spielen wie Der Herr der Ringe: Die Zwei Türme, doch ist der Gamecube-Klassiker bereits gute zehn Jahre alt und bietet bestenfalls Missionen, die in zwanzig Minuten gemeistert sind. Wer jede Gesundheitserweiterung finden möchte, der muss ein Kapitel zunächst beenden, um nach mehr als einer Stunde Spielzeit erneut festzustellen, dass ihm hier und da ein Detail entgangen ist. Insbesondere schade finden wir dass bei den Informationen über die Spielwelt, die wir überall finden und in Textform im Menü nachlesen dürfen. Diese beinhalten viele interessante Hintergründe über die Spielwelt, denn ansonsten wird darüber nichts erzählt – Nilin will schließlich mehr als alles andere ihre Identität lüften und ihre Erinnerung zurückerlangen. Um das zu erreichen, müssen wir selbst die Erinnerung von so mancher Spielfigur, über die wir hier aus Spoiler-Gründen jedoch kein Wort verlieren, manipulieren. Während der Manipulation läuft für uns ein Filmchen ab, wie eine Situation tatsächlich stattgefunden hat. Anschließend dürfen wir den Film wie eine Videokassette bis zum Anfang zurückspulen. Beim erneuten Abspielen fallen uns jedoch Anomalien auf, bei denen wir eingreifen und Details verändern können. Beispielsweise das Öffnen einer Tasche oder das Verschieben eines Hockers, was gravierende Folgen für den Ablauf haben kann.

Licht- und Schattenseiten

Remember Me (7)Im ganzen Spiel sind solche Momente jedoch rar gesät. Hauptsächlich laufen wir durch die Levels, kämpfen in Gängen und großen Schauplätzen gegen Gegnerhorden, klauben überall Informationen auf und verbessern durch gefundene Items Gesundheits- und Fokusanzeige. Höhepunkte sind dabei rar gesät. Später kommen zwar noch Schießübungen und kleinere Rätseleinlagen dazu, doch bis auf ein einziges Rätsel warten keine Kopfnüsse auf uns. So setzt sich auch die relativ kurze Spielzeit von nur zwölf Stunden zusammen. Durchgehend begleitet uns ein Soundtrack, der sich eher im Hintergrund versteckt, aber besonders in den brenzligen, gefährlichen und ruhigen Momenten durchaus mit starken und ruhigen Klängen zu begeistern weiß. Ebenfalls begeistert sind wir von der optischen Gestaltung. Das schöne Gesicht der Hauptdarstellerin, das Zusammenspiel von Licht und Schatten und die wenigen Momente, wo wir bei prasselnden Regen einen Blick auf das nächtliche Neo-Paris werfen, ziehen uns in ihren Bann. Schade nur, dass in einigen Fällen der Schatten der Spielfiguren ganz vergessen wurde und die deutsche Synchronisation zwar mit guten Sprechern aufwarten kann, aber keinesfalls lippensynchron ist. Unterm Strich bleibt eine gesunde Mischung für Genre-Fans, aber der erhoffte Action-Kracher ist Remember Me nicht geworden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Als ich im letzten Jahr den Capcom-Termin auf der Gamescom wahrgenommen habe, hatte ich mit Remember Me nicht gerechnet. Das gezeigte Material hat mich positiv gestimmt und ebenso positiv hat sich die Manipulation der Erinnerung einer anderen Spielfigur auch angefühlt. Dabei handelt es sich wohl um eines der innovationsreichsten Spielelemente der letzten Jahre, doch das alleine kann Remember Me nicht retten. Selbiges gilt für die gut inszenierten Kämpfe, die kinderleicht aus der Hand gehen und auch nach zehn Stunden Spielzeit noch jede Menge Spaß machen. Zuletzt wäre noch die Spielwelt zu nennen, die so viel Potential bietet, welches aber aufgrund der von den Entwicklern gewollten Struktur nicht entfaltet werden kann. Mir wäre ein Open-World-Spiel im fiktiven Neo-Paris zwar recht gewesen, doch begnüge ich mich noch lieber mit Spielen, die vom Entwickler auch so ausgelegt sind, wie man es sich von Anfang an vorgestellt hat. Dann möchte ich aber zumindest hier Bewegungsfreiheit genießen, doch diese lässt mir Remember Me nicht. Ständig schließen sich hinter mir Türen, die nicht mehr aufgehen wollen und viel zu oft renne ich für meinen Geschmack durch abgeschlossene Gänge, nur um im nächsten Raum gegen eine Gegnerhorde zu kämpfen, mit denen ich schon felsenfest gerechnet habe. So kann ich Remember Me zwar jedem Action-Fan empfehlen, der gerne solche linearen Spiele mag, aber ein aus der Menge herausragendes Spiel ist Remember Me für mich nicht geworden.

Vielen Dank an Capcom für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Remember Me!

Prime Time: Role Play Convention 2013

Passend zu unserem Special über die Role Play Convention 2013, haben wir auch wieder zwei Videos für euch aufgenommen. Ähnlich wie im letzten Jahr, haben wir so auch dieses Jahr unseren Messerundgang durch die Ausstellungshalle aufgezeichnet. Obwohl die Role Play Convention 2013 in gleich zwei Hallen vertreten war, haben wir uns auf die Haupthalle beschränkt, um den Überblick auf das Wichtigste zu konzentrieren.

Ebenfalls haben wir uns wie 2012 auch auf den Mittelaltermarkt gewagt. Diesmal jedoch mit schönem Wetter. Das hat zwar der düsteren Rollenspielatmosphäre geschadet, doch den vielen fröhlichen Gesichtern hat das, wie man im Video sieht, nichts ausgemacht.

Special: Role Play Convention 2013

Role Play Convention 2013 (1)Jedes Jahr findet in Köln die Role Play Convention statt und ebenso pilgern wir jedes Jahr in die Rheinmetropole, um über Neuheiten in der Branche auf dem Laufenden zu bleiben, neue Rollenspiele zu testen und natürlich um leckeren Honigwein zu kosten.

Role Play Convention 2013 (2)Nachdem Nintendo bereits im letzten Jahr dem Messetrubel sowohl auf der Gamescom, als auch auf der Role Play Convention fernblieb, hat das japanische Traditionsunternehmen zwar die Teilnahme an der Gamescom bestätigt, doch sieht man in der Role Play Convention wohl keine geeignete Grundlage, um aktuelle Spiele zu vermarkten. Pokémon-Editionen verkaufen sich alleine durch den Namen, doch das Strategie-Rollenspiel Fire Emblem: Awakening hätte sicherlich den einen oder anderen neuen Fan beschert. Videospiele spielt man jedoch nicht nur auf Nintendo-Plattformen, sondern auch auf anderen Konsolen und dem PC. Rollenspieler durften sich daher wieder einmal auf viele kleinere Spiele freuen, die man an dem einen oder anderen Stand von bekannten Peripherieherstellern antesten konnte. Von der Masse hat sich jedoch ein Titel abgehoben, auf den Final-Fantasy-Fans seit vielen Monaten warten. Nachdem Final Fantasy XIV weder von der Fachpresse gut aufgenommen, noch sich gut verkauft hat, hatte Square Enix den Stecker gezogen und versprach, das Spiel zu verbessern und unter dem Titel Final Fantasy XIV: A Realm Reborn nochmals neu zu veröffentlichen. Bis zum Release des Titels im August 2013 ist es noch ein paar Monate hin, doch auf der Messe hatte jeder Interessierte endlich die Möglichkeit, die Welt von Eorzea unsicher zu machen.

Erste Anlaufstelle für Rollenspieler

Role Play Convention 2013 (3)Berichten dürfen wir darüber leider noch nicht, da wir selbst Beta-Spieler sind und uns immer noch in Verschwiegenheit hüllen müssen. Fans von Das Schwarze Auge haben sich über das Erscheinen von Produzenten und Entwickler gefreut, mit denen man im Rahmen eines ganzen Workshops über das Remake des Rollenspielklassikers und ersten Teil der Nordlandtrilogie, Schicksalsklinge, diskutieren und das Regelwerk zu verstehen lernen konnte. Leider war dies nur am Samstagnachmittag möglich, was das Interessentenspektrum doch etwas einschränkte. Auf der Kölner Rollenspielmesse geht es aber natürlich nicht nur um PC- und Videospiele. Vielmehr ist das Event klar die erste Anlaufstelle für Rollenspieler aller Art. Es tummelten sich wie jedes Jahr Fans aus allen Bereichen der Rollenspielwelt auf der Messe, um sich über Neuigkeiten in der Branche zu informieren, neue Brettspiele auszuprobieren oder sogar neue Erfahrungen zu sammeln. Wie im letzten Jahr war es auch in diesem Jahr möglich, den Umgang mit dem Bogen zu erlernen. Wer seine Muskeln spielen lassen und damit sogar einer holden Maid imponieren wollte, konnte auf dem Mittelaltermarkt das von Jahrmärkten bekannte Hau-den-Lukas-Spiel angehen und sich mit Muskelprotzen messen. In unseren Augen hätte der Role Play Convention 2013 mehr solcher Abwechslung gutgetan.

Honigweinkostproben

Role Play Convention 2013 (4)Weniger schön waren die Preise, die wir für ein Glas Kölsch, einen Flammkuchen oder eine Flasche Met auf den Tisch blättern sollten. Das war jedoch schon so in den letzten Jahren und wird sich in Zukunft wohl leider auch nicht ändern. Im Falle des Honigweins war es auf der diesjährigen Messe sogar wieder einmal möglich, die Geschmackssorten vor einem möglichen Kauf querbeet durchzuprobieren. Vom süßen Kirschgeschmack bis zu leichtherben Organen-Aroma war alles dabei, was man sich als Rollenspieler nur vorstellen kann. Das ist nach wie vor ein feiner Zug seitens des Ausstellers Metwabe. Wer Lust auf das Getränk bekommt, kann sich auch online nachträglich eindecken. Weiterhin wurden auf dem Mittelaltermarkt die typischen Rollenspielutensilien feilgeboten. So fanden Lederrüstungen, Helme, Trinkhörner oder Schilde schnell einige neue Besitzer. Am zweiten Messetag hat sich am Mittag auch die Sonne blicken lassen. Die düstere Mittelalteratmosphäre war dadurch zwar nicht mehr ganz so düster, doch die meisten Messebesucher hat das schöne Wetter sicherlich gefreut, wie man es den glücklichen Gesichtern beim Kaufen der Waren angesehen hat. Spieler von Live-Action-Rollenspielen wurden im Innenbereich ebenso gut bedient. Latexwaffen und Rüstungsteile (in Massenproduktionen) konnten auch dort für gepfefferte Preise erworben werden.

Kritik zu Herzen nehmen

Role Play Convention 2013 (5)Die Role Play Convention ist nach wie vor kein Ort für Gelegenheitsbesucher, denn wer sich nicht mit der Materie auskennt und sich nur bedingt für Rollenspiele interessiert, wird schnell die Lust beziehungsweise den Überblick verlieren. Im Vergleich zum letzten Jahr hat die Messe zwar spürbar an Qualität abgenommen, doch langweilig war sie dadurch nicht. Das erweckt zumindest unser Eindruck am zweiten Messetag. Als Beweis möchten wir euch auch in diesem Jahr gerne unsere beiden Rundgänge durch das Innenareal und den Außenbereich empfehlen. Hier fällt außerdem auf, dass auf unsere Kritik aus dem letzten Jahr eingegangen wurde und der (laute) Roccat-Stand sich jetzt in der hinteren Ecke der Halle befunden hat. So wurden wir nicht wie im letzten Jahr von lauter Musik im Eingangsbereich überrumpelt. Ob das ein Versehen seitens der Messeleitung war, wird sich auf der Gamescom herausstellen, da hier jeder Aussteller mit lauter Musik zwanghaft versucht, auf sich aufmerksam zu machen – wir wollen doch nicht das Gegröle eines Rummels ertragen. Die Role Play Convention 2013 war sicherlich nicht die beste Convention in der Messegeschichte. Das Angebot war in den letzten Jahren deutlich vielfältiger, doch das ist noch kein Anlass zur Kritik. Im Angesicht der letzten Messen sind wir uns sicher, dass die Koelnmesse nächstes Jahr wieder punkten wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf dem ersten Messetag): Zum fünften Mal in Folge habe ich nun die Role Play Convention besucht und immer hatte ich das Gefühl, dass sich die Messe von Jahr zu Jahr steigert. In diesem Jahr habe ich jedoch das Gefühl gehabt, dass die Messe ein wenig abgebaut hat. Da ich aber in jedem Jahr über die Entwicklungen in der Branche auf dem Laufenden bleiben möchte, kam ich auch in diesem Jahr nicht drumherum, mir die Messe anzuschauen. Mein Highlight wäre sicherlich Final Fantasy XIV: A Realm Reborn gewesen, doch dieses konnte ich schon daheim in der Beta spielen und zum Inhalt dürfte ich mich daher ohnehin nicht äußern. Schade nur, dass ich den Workshop zum Remake des Klassikers Das Schwarze Auge: Schicksalsklinge nicht beiwohnen konnte. Hier muss ich mich also noch ein paar Wochen und Monate gedulden. Wie im letzten Jahr habe ich Nintendo vermisst. Ich kann ja verstehen, dass man mehr und mehr andere Wege einschlägt, um die eigenen Spiele zu vermarkten, doch wenn man Titel wie Fire Emblem: Awakening, Inazuma Eleven 2 oder auch Pokémon: Schwarze Edition 2 und Weiße Edition 2 in petto hat, dann kann man die auch gut auf so einer einschlägigen Messe einem breiten Publikum vorstellen. Schade nur, dass ich auf der diesjährigen Messe nicht so viele Cosplayer gesehen habe, denn die waren für meine Augen immer ein sehr gutes Trostpflaster, wenn ich den einen oder anderen Titel mangels aus Zeit nicht anspielen konnte. Obwohl ich dieses Jahr ein wenig enttäuscht war, freue ich mich trotzdem auf das nächste Jahr, denn dann kann die Messe wieder zeigen, für was sie steht!

Vielen Dank an die Messeleitung der Role Play Convention für die freundliche Bereitstellung der Eintrittskarten!

Review: Rurouni Kenshin: The Chapter of Atonement

Rurouni Kenshin - The Chapter of Atonement (1)Viele Geschichten enden oft tragisch. Die Serie Rurouni Kenshin erhielt 2001 in Japan mit dem Kapitel der Sühne seinen offiziellen Abschluss, wenn auch weitere Produktionen zum Franchise auch Jahre später veröffentlicht wurden.

Rurouni Kenshin - The Chapter of Atonement (2)Wie Rurouni Kenshin: New Kyoto Arc ist auch Rurouni Kenshin: The Chapter of Atonement auf zwei Original Video Animations aufgeteilt. Besonders interessant könnte der Abschluss für Kenner der Manga-Vorlage und Nichtkenner der Anime-Serie sein. Die Handlung beginnt mit dem Ausbruch des Ersten Japanisch-Chinesischen-Kriegs am ersten August 1984. Der junge Kenshin Himura entzieht sich nicht seiner Pflicht und dass, obwohl er vor vielen Jahren beschlossen hat, niemanden mehr umzubringen. Er zieht wie viele andere männliche Japaner zu dieser Zeit in den Krieg, um die Streitigkeiten aufgrund des politischen Status Koreas im Konzert der asiatischen Mächte zu beenden. Als der Krieg am 17. April 1895 vorbei ist, kehrt er jedoch nicht nach Hause zurück. Grund dafür ist eine Krankheit, für die es keine Heilung gibt und Kenshin vergessen lässt, wo sein Herz hingehört. Auch Kaoru, die mittlerweile seine Frau ist, leidet an dieser Krankheit. Sie hat sie in Liebe zu Kenshin freiwillig aufgenommen. Kaoru wartet auf Kenshins Rückkehr in Yokohama. Tag für Tag sucht sie den Hafen in der Hoffnung, Kenshin endlich wiederzusehen, auf. Da das Warten für sie unerträglich wird und es ist ihr gesundheitlich wie ihrem Mann jeden Tag schlechter geht, erinnert sie sich an alte Tage. Sie erinnert sich an die Höhen und Tiefen, die sie mit Kenshin durchmachen musste.

Für Kenner und Nichtkenner

Rurouni Kenshin - The Chapter of Atonement (3)Dabei werden mehr Auszüge aus dem Manga in einen Anime verwandelt, als es Szenen in der Serie gab, an die sie sich erinnern könnte. Dieser Weg gefällt uns sehr gut, da Nichtkenner des Mangas somit einige neue Einblicke erhalten und Manga-Leser endlich diverse Geschichten in bewegten Bildern sehen können. Wer die Anime-Serie nicht kennt, der freut sich hingegen darüber, die ganze Geschichte grob umrissen kennenzulernen. Das ersetzt aber auf keinen Fall das Gewicht der Serie, denn nur wer diese gesehen hat oder sehen möchte, wird die Handlung von Rurouni Kenshin durchgehend verstehen beziehungsweise nachvollziehen können. Jeder deutsche Anime-Publisher darf sich jetzt gerne angesprochen fühlen, denn es wäre sicherlich nicht verkehrt, die Anime-Serie Rurouni Kenshin endlich in Deutschland zu veröffentlichen. Eventuell würde sich daran sogar ein Fernsehsender beteiligen. Zu wünschen wäre es. Wer sich für die japanische Geschichte interessiert, wird von The Chapter of Atonement vielleicht etwas enttäuscht sein, da die historischen Fakten nur grob umrissen werden und nicht so viele Geschehnisse erklärt werden. Uns fehlt die Erklärung für den Krieg, was die Stimmung Japans zu dieser Zeit mitunter ausdrücken kann. Dafür erfährt man, dass den Samurai (1876) das Tragen ihrer zwei Schwerter in der Öffentlichkeit untersagt wurde.

Elegische Grundstimmung

Rurouni Kenshin - The Chapter of Atonement (4)Auf der optischen Seite ist The Chapter of Atonement ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite erblicken wir wieder wunderbare Umgebungen. Vom Hafen Yokohamas bis zu Kirschbäumgärten wird Japan in seiner vollen Pracht dargestellt, auch wenn der westliche Einfluss sich nun endgültig bemerkbar macht. Auf der anderen Seite stehen jedoch wirklich schwache Animationen und vor allem Gesichtszüge. Viele Charaktere, insbesondere Kenshin und Kaoru, wirken so, als ob ihr Gesicht gleich schmelzen würde. Wenn man so das für die damaligen Verhältnisse hohe Alter der Charaktere darstellen wollte, dann haben die Köpfe hinter dem Projekt leider keine gute Arbeit geleistet. Zudem wirken die selbst für Japan sehr merkwürdigen Augen der Charaktere mehr als befremdlich. Atmosphärisch hat das jedoch den Vorteil, dass die Grundstimmung von Anfang bis Ende sehr elegisch ist und man sich auf ein trauriges Finale einstellen kann. Das Bild in 1080p und im 16:9-Format kann sonst aber mit treffenden Farben aufwarten. Unterstützt wird das durch die deutsche Synchronisation und die japanische Originaltonspur (jeweils in Dolby Digital 2.0) 82 Minuten lang sehr, sehr gut. Wer auf Bonusmaterial hofft, der wird aber enttäuscht. Wer die komplette Reihe verfolgt hat und noch einmal im Schnelldurchlauf Revue passieren lassen möchte, greift unbedingt zu!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich gebe es nur ungern zu, aber Rurouni Kenshin: The Chapter of Atonement hat mir nicht nur eine Träne entlockt. Obwohl ich wohl keine so große Bindung zu den Charakteren hatte, wie es vielleicht ein Fan, der alle Mangas verschlungen und jede Episode gesehen hat, habe ich für Shinta und Kaoru vollstes Mitgefühl. Auch dass sich Kenshin nicht der Verantwortung entzieht und selbst als Pazifist in den Krieg zieht, beweist die großartige Handlung des Franchises und die Ernsthaftigkeit, sich mit solch schwierigen Themen auseinander zusetzen. Leider kann ich mich dafür aber nicht so wirklich an die schrulligen Gesichter der Charaktere gewöhnen. Versteht das bitte nicht falsch – die Gesichter entsprechen einer Mixtur aus japanischen Augen und westlichen Gesichtszügen. Die viel zu runde Nase für einen Anime gibt dem Stil der Charaktere den Rest. Dadurch kann zwar die elegische Grundstimmung unterstützt werden, doch man hätte sich meiner Meinung nach eher auf die alten Stile des Franchises besinnen sollen. Obwohl die Geschichte von Kenshin beziehungsweise Shinta und Kaoru tragisch endet und in unseren Herzen auf alle Zeit einen hohen Stellenwert einnimmt, bleibt dennoch das Potential für eine Fortsetzung. Ich möchte an dieser Stelle nicht spoilern, aber die Geschichten einiger Charaktere können ruhig zu Ende erzählt und die Handlung ins zwanzigste Jahrhundert geführt werden – mit anderen Schwerpunkten natürlich. So oder so bleibt bei mir das Verlangen, Rurouni Kenshin als Serie zu sehen und hoffe somit sehr, dass sich ein Publisher der Veröffentlichung hierzulande annehmen wird. Mit der Zusammenfassung von Rurouni Kenshin: The Chapter of Atonement alleine wird man meiner Meinung nach nämlich nicht glücklich werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Rurouni Kenshin: The Chapter of Atonement!

Review: Rurouni Kenshin: New Kyoto Arc

Rurouni Kenshin - New Kyoto Arc (1)Einige Monate hat es gedauert, bis deutsche Fans die dritte Blu-ray von Rurouni Kenshin in Händen halten durften. Auf dieser befinden sich zwei Original Video Animations, welche eine zusammenhängende Geschichte eines bekannten Kapitels erzählen.

Rurouni Kenshin - New Kyoto Arc (2)Diese Geschichte ist Fans sicherlich nicht unbekannt, denn anstatt eine neue Handlung in das Franchise einzuführen, wärmt man hier das so genannten Kyōto-Kapitel auf und gibt dieses zusammenfassend, jedoch neu erzählt, wieder. Am Ende des Tokugawa-Shōgunat, sprich in der Zeit vor 1868, wurde Makoto Shishio zu einem grausamen Geist ohne Seele. Er ist von der Vergangenheit im wahrsten Sinne des Wortes gebrandmarkt, denn sein verhüllter Körper zeugt davon, dass er einst in lodernden Flammen stand. Durch dieses Ereignis gebeutelt, will er jetzt ein Land schaffen, in dem nur die Starken das Recht haben, leben zu dürfen. Dieses Land soll, wie könnte es auch anders sein, aus dem bestehenden Japan hervorgehen. Um sein Ziel in die Tat umzusetzen, will er Mithilfe des Schiffes Rengoku (Fegefeuer) die östlichen Häfen attackieren. Als Kenshin Himura von dessen Vorhaben hört, will dieser das unter allen Umständen verhindern und reist nach Kyōto. Unterwegs trifft Kenshin auf die junge Ninja Misao Makimachi, welche auf der Suche nach dem Schwertkämpfer mit der kreuzförmigen Narbe war. Sie beschließen, gemeinsam nach Kyōto zu reisen und werden unterwegs bereits von einem treuen Anhänger Shishios attackiert. Bei diesem Kampf zerbricht das Schwert von Kenshin, was es dem Pazifisten erheblich erschwert, sich im Kampf wehren zu können.

Sozialdarwinismus

Rurouni Kenshin - New Kyoto Arc (3)Leitthemen sind in Rurouni Kenshin: New Kyoto Arc vor allem Vertrauen und Liebe. Sowohl Kenshin, als auch seinem Gegenspieler Makoto stehen eine Frau bei, die für sie blind durchs Feuer gehen würden. Während Kaoru und Yahiko Kenshin auf dem Weg nach Kyoto dicht auf den Fersen sind, genießt Makoto die Freude des Geschlechtsaktes. Yumi Kamagata ist Kenshins Antagonisten mit Haut und Haar verfallen. Sie versteht ihn und unterstützt ihn auch bei seinem Vorhaben, an die Macht zu putschen und eine sozialdarwinistische Ordnung in Japan aufzubauen. Bis es zum Showdown und zum Kampf zwischen Kenshin und Makoto auf der Rengoku kommt, dauert es jedoch ein wenig. Der Film baut langsam Spannung auf, reißt uns jedoch immer wieder mit, wenn plötzlich und unerwartet eine Veränderung oder gar eine Wendung stattfindet, wodurch die Charaktere neuen Antrieb erhalten. Sowohl die deutschen, als auch die japanischen Synchronsprecher verrichten ihr Werk hervorragend. Die deutsche Fassung liegt jedoch nur in Dolby Digital 2.0 vor, während die japanische Tonspur in DTS HD 5.1 über die gesamte Spieldauer von 92 Minuten glänzt. Auf der optischen Seite besticht Rurouni Kenshin: New Kyoto Arc dazu wieder einmal mit sehr hübschen Umgebungen.

Schwarze Schiffe

Rurouni Kenshin - New Kyoto Arc (4)Auch die Charakterzeichnungen und Animationen heben sich nicht sehr stark von diesen ab, weshalb im optischen Sektor ein schönes Gesamtwerk entsteht. Dieses Mal sogar im 16:9-Bildformat, da der Anime erst in den letzten Jahren veröffentlicht beziehungsweise produziert wurde. In 1080p sieht der Film auf Blu-ray entsprechend noch einmal ein ganzes Stück besser aus als Rurouni Kenshin: Trust & Betrayal und Rurouni Kenshin: The Movie. Atmosphärisch erreicht der Anime jedoch höchstens den Detailgrad des Vorgängerfilms, denn weder Soundeffekte noch nebensächliche Details häufen sich an. Das macht den zweigeteilten Film natürlich nicht schlechter, doch mehr Hintergründe über Japan wären sehr nett gewesen. Trotzdem wird zum Beispiel die Metapher der Schwarzen Schiffe erklärt, wenn auch nicht vollkommen verständlich und zudem wird jeder Historiker die Existenz der Rengoku leugnen. Hier nimmt sich die Handlung, die während der Meiji-Restauration stattfindet, wieder genügend Freiheiten. Wer die Serie, die hierzulande noch nicht einmal angekündigt ist, nicht kennt, der wird wohlmöglich Probleme damit haben, die Zusammenhänge zu verstehen. Kann man darüber hinwegsehen und will man einfach nur in die letzten Tage der Samurai-Ära eintauchen, dann kann man sich Rurouni Kenshin: New Kyoto Arc guten Gewissens ansehen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Rurouni Kenshin: New Kyoto Arc ist für mich leider nur ein netter Film für zwischendurch geworden. Der Zauber, den ich noch bei den ersten beiden Blu-ray-Veröffentlichungen erlebt hatte, ist leider verflogen. Das liegt aber nur daran, dass ich die Serie nicht kenne und somit eine Zusammenfassung der Umstände in einem neu erzählten Rahmen nicht wirklich Sinn macht. Kenner der Anime-Serie werden sich sicherlich sofort heimisch fühlen, die Veränderungen begrüßen oder verteufeln, doch ohne das Hintergrundwissen schaue ich dem Film 92 Minuten lang zu, werde dabei gut bis sehr gut unterhalten, doch die Hintergründe und Zusammenhänge erschließen sich mir nur sehr selten. Hier hätte man mit Bonusmaterial glänzen können, in welchem man ein Video hätte bereitstellen sollen, in welchem die originale Story kurz zusammengefasst wird und zudem Hintergründe erläutert werden. Leider existiert zu Rurouni Kenshin: New Kyoto Arc solch ein Bonusmaterial nicht. Trotzdem ist der Film bei weitem keine Enttäuschung, denn spannend und aufschlussreich ist auch diese Original Video Animation und besonders jene, die dem Samurai-Genre verfallen sind, kommen ohnehin nicht um den Kauf herum.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Rurouni Kenshin: New Kyoto Arc!

Review: Lego City Undercover: The Chase Begins

Lego City Undercover - The Chase Begins (1)Lego City Undercover für die Wii U ist zwar kein herausragendes Spiel, aber dennoch einer der besten Wii-U-Exlusivtitel. Das 3DS-Prequel erreicht nicht annährend diese Qualität des Vorgängers, wie wir in unserem Review schmerzlich feststellen müssen.

Lego City Undercover - The Chase Begins (2)In Lego City Undercover: The Chase Begins schlüpfen wir wie schon im chronologisch zwei Jahre später angesiedelten Wii-U-Spiel in die Haut vom Polizisten Chase McCain und somit erleben wir entsprechend die Vorgeschichte, die auf der Wii U ebenso knapp angeschnitten wurde. Das Spiel fängt sehr unscheinbar an, denn Aufgaben wie der Transport von Doughnuts oder die Befreiung eines eingesperrten Hundes sind sicherlich nicht die primären Aufgaben, die unser Freund und Helfer eigentlich zu bestreiten hätte. So leben wir mehr und mehr in den Tag hinein – bis die Reporterin Natalia Kowalski vom Ganoven Rex Fury entführt wird. Während es im Sequel für die Wii U ständig irgendwelche Höhepunkte gibt, fehlen diese in der 3DS-Fassung bis zum Finale fast völlig. Die Handlung ist durchgehend flach. Das liegt vor allem daran, dass The Chase Begins seinen Humor nicht völlig ausspielen kann. Waren in der Wii-U-Fassung von Flachwitzen bis zu intelligenten Anspielungen auf die Pop-Kultur nahezu alles enthalten, gibt es davon auf dem 3DS fast nichts zu hören beziehungsweise zu sehen. Durch die fast vollständig fehlende Sprachausgabe, die nur in den viel zu seltenen Zwischensequenzen zum Einsatz kommt, könnte der Humor höchstens durch Slapstick in Erscheinung treten, doch auch hier wurde The Chase Begins nur spärlich bestückt.

Diverse Einsatzgebiete

Lego City Undercover - The Chase Begins (3)Was der Humor nicht leisten kann, machen die verschiedenen Kleidungsstile von Chase wieder wett. So kommen wir haargenau in denselben Genuss wie in der Wii-U-Fassung. Das heißt, dass wir erneut die Rolle eines Bauarbeiters, eines Astronauten oder eines Farmers zusätzlich zum Beruf des Polizisten übernehmen, um im Spiel voranzukommen. Jede Verkleidung bietet spezielle Fähigkeiten, wie das Teleportieren von einer Plattform zur nächsten oder das Bewässern einer Ranke, die daraufhin an einer Wand in den Himmel sprießt und wir an ihr hinaufklettern, um so das Dach eines Gebäudes zu erreichen. Weitere Neuerungen oder Veränderungen suchen wir in diesem Aspekt leider vergebens. Einen Unterschied bietet das Prequel auf Nintendos Handheld im Gegensatz zum großen Vorbild auf der Wii U. Anstatt uns ständig in abgetrennte Levels zu schicken, um dort das nächste Missionsziel zu erfüllen, erledigen wir nun fast alle Aufgaben jeweils im entsprechenden Stadtgebiet. Das erinnert verstärkt an Grand Theft Auto IV und unterstützt den Spielfluss. Lego City hängt jetzt jedoch leider nicht mehr wie im Vorgänger zusammen. So warten auf uns während des Wechselns der verschiedenen Stadtteile lange Ladezeiten, die wir auf einer auf Cartridges basierenden Handheld-Konsole definitiv nicht wohlwollend hinnehmen.

Technisches Desaster

Lego City Undercover - The Chase Begins (4)Man kann dem Spiel zwar zugutehalten, dass es die gesamte Spielwelt der großen Version für die Wii U nahezu eins zu eins einfängt, doch Ladezeiten von bis zu sechzig Sekunden gehen bei der technischen Infrastruktur beim Zusammenspiel von Soft- und Hardware einfach nicht. In Lego City scheint durchgehend Smog-Alarm zu herrschen, denn keine zwanzig Meter vor unserer Spielfigur poppen Vehikel, Fußgänger und noch seltener sammelbare Legosteine, die so genannten Studs, auf. Cartridges bieten genau den Vorteil, Ladezeiten auf ein erträgliches Minimum zu reduzieren und dafür trotzdem viele Daten zu laden. Dazu kommt noch, dass bei eingeschaltetem Tiefeneffekt die Bildwiederholungsrate um gefühlt dreißig Prozent sinkt. Ein erträgliches Dauerruckeln müssen wir jedoch auch ohne Tiefeneffekt nahezu permanent in Kauf nehmen. Dabei haben Spiele wie C.O.P.: The Recruit bereits vor mehr als drei Jahren gezeigt, wie man Open-World-Spiele auf dem Nintendo DS richtig und grafisch aufwendig simulieren kann. Hinzu kommt noch, dass die Sprachausgabe – wie eingangs bereits erwähnt – fast durchweg nicht präsent ist. Eine durchgehende Vertonung ist bei den Speichergrößen der heutigen 3DS-Cartridges durchaus möglich und bei heutigen Spielen Standard. Zumindest einen optionalen Download in einer Sprache unserer Wahl hätte The Chase Begins gutgetan.

Vorzeitige Veröffentlichung

Lego City Undercover - The Chase Begins (5)Eine angenehme Steuerung, wie der Vorgänger auf der Wii U liefert, bietet das Spiel für den 3DS übrigens nicht. Anstatt dass Nintendo als Publisher fungiert und dem Entwicklerstudio vorschreibt, dass man das Circle Pad Pro als optionale Steuerungseinheit zulässt, schaut das japanische Traditionsunternehmen ruhelos zu und veröffentlicht lieber ein Spiel, bei dem man sich nur mit dem Touchpen in der Spielwelt umschauen kann. Erstens ist es nervig, den Touchpen in solchen Momenten rauszusuchen und zweitens funktioniert das Umsehen nicht in allen Momenten zu unserer Zufriedenheit. Unterm Stich hätte The Chase Begins einige Monate zusätzliche Entwicklungszeit gutgetan. Der Titel ist das Paradebeispiel dafür, wie ein gutes Spiel aussehen könnte, wenn man es nicht vorzeitig veröffentlichen würde. Die grauenvolle technische Umsetzung, das monotone Gameplay, die Abwesenheit des Humors und fehlende Höhepunkte in der Handlung machen das Spiel nur für beinharte Fans der Wii-U-Fassung vielleicht zum Genuss, zumal bereits nach nur sechs Stunden der Abspann über den kleinen Screen des Handhelds flimmert. StreetPass-Funktionen wie der Tausch erspielter Extra hilft da auch nicht mehr viel. Wer unbedingt in die Welt von Lego City Undercover eintauchen will, der sollte eher zum deutlich besseren Vorgänger auf der Wii U greifen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Lego City Undercover war für mich zwar ein tolles Spiel, wenn man auch kein herausragender Titel für Nintendos aktuelles Flagschiff. Es ist schade, dass man heutzutage als Publisher fungiert und nicht mehr alles daransetzt, dass ein Spiel fehlerfrei und sauber programmiert wird. Das Prequel Lego City Undercover: The Chase Begins ist solch ein Spiel, denn es wirkt für mich an allen Ecken und Enden unfertig. Die gesamte Handlung bietet kaum Höhepunkte. Es gibt keinen Ritt auf einem Dinosaurierskelett und ein Besuch auf dem Mond ist ebenfalls nicht wieder mit von der Partie. Zudem ist der Humor in The Chase Begins nicht präsent. Zumindest gibt es kaum vertonte Dialogpassagen und Slapstick-Einlagen, welche den Humor zum Vorschein hätten bringen können, fehlen ebenfalls fast durchgehend. Zudem finde ich es schade, dass man exakt dieselben Verkleidungen wie auf der Wii U zum Repertoire hinzugefügt hat. Dies wäre zwar verträglich, wenn man das Gameplay etwas weniger monoton gestaltet hätte. Da hilft es auch nicht, dass der Spielfluss gefühlt besser als auf dem großen Vorbild vonstatten geht. Technisch ist das Spiel aber eine Katastrophe, denn wenn die (niedrige) Framerate bereits mit Nebel, aufpoppenden Elementen, getrennten Spielabschnitte und ewig langen Wartezeiten bei ausgeschaltetem Tiefeneffekt teilweise spürbar wird, dann kann etwas absolut nicht stimmen. Über das Fehlen einer Circle-Pad-Pro-Unterstützung rege ich mich schon gar nicht mehr auf, auch wenn die fehlende Unterstützung in gewisser Weise schon die Haltung Nintendos ausdrückt, dass man kein Vertrauen in die eigenen Peripherien steckt. In meinen Augen scheint es so, als ob man alle Augen auf die Wii-U-Fassung von Lego City Undercover gerichtet hätte und jetzt versucht mit dem Franchise noch einmal bei den Fans abzukassieren. Um Lego City Undercover: The Chase Begins sollte man zwar einen großen Bogen machen, doch Lego City Undercover auf der Wii U darf man ruhig eine Chance geben!