Review: Confession of Murder – Tödliches Geständnis

Confession of Murder - Tödliches Geständnis (1)Intelligent gestrickte Filme sind selten. Confession of Murder – Tödliches Geständnis hebt den Anspruch intelligent zu sein, wird mit schwarzen Humor, Zynismus, übertriebenen Action-Szenen und einer Prise Trash jedoch zu einem vermeintlich frischen Mosaik.

Confession of Murder - Tödliches Geständnis (2)Der Film Confession of Murder von Jeong Byeong-gil dreht sich um den jungen Mann Lee Du-seok, der von sich behauptet, dass er vor fünfzehn bis siebzehn Jahren Morde an zehn Frauen begonnen hat. Da in Südkorea (zumindest laut Film) Mord nach fünfzehn Jahren verjährt, gibt sich Lee der Öffentlichkeit preis und bereut seine Taten – jedoch auf eine sehr makabere Art und Weise, denn Lee hat seine Straftaten in einem Buch festgehalten und teilt jede Einzelheit mit seinen Lesern. Durch gezielte Provokation und Ausnutzen der Medien wird das Buch zu einem Kassenschlager. Sowohl Detective Choi und die Familie eines der Opfer sind empört darüber. Besonders Han Ji-soo, Mutter eines der Opfer, schwört mit dem Auftauchen des geständigen Mörders Blutrache und setzt alles daran, von Lee den Ort zu erfahren, an dem er ihre Tochter verscharrt hat, um ihn danach umzubringen. Dieser Plan geht zunächst auf, denn der Familie gelingt es, Lee im Hotel durch Schlangengift zu lähmen, um ihn dann als Notarzt-Team zu entführen. Dadurch wird jedoch auch Detective Choi in die Sache verwickelt, da die Entführung in seinem Zuständigkeitsbereich passiert. Diese kann er nicht mehr verhindern, doch aus einem (zu diesem Zeitpunkt) nicht näher genannten Grund, deckt er die Entführer und macht sich in der folgenden Nacht auf, um Lee zu retten.

Der geheimnisvolle Dritte

Confession of Murder - Tödliches Geständnis (3)Nun könnte man argumentieren, dass Choi nur seinem Berufsethos folgt, doch so einfach ist es nicht. Confession of Murder ist, wie eingangs erwähnt, wesentlich intelligenter. Hier und da hat man zwar schon eine Vermutung, in welche Richtung sich der Film entwickeln könnte, doch nimmt das nicht weniger die Spannung aus Jeongs Werk. Den Höhepunkt erreicht die Story bei einer Fernsehdebatte, in der Choi und Lee ihre Differenzen ausdiskutieren sollten. Ein Live-Anruf eines Zuschauers ändert jedoch alles für die beiden. Nach und nach mischt sich ein Dritter ein, der noch mehr zu wissen scheint, als Choi und Lee zusammen. An dieser Stelle wäre es von uns jedoch töricht, euch mehr zu verraten. Seid jedoch gewiss, dass die Spannung bis zum Ende nicht abflachen wird und es eine Antwort auf jede Frage gibt, die man sich während der 121 Minuten stellen könnte. Hauptsächlich konzentriert sich der Film auf die Dialoge, in denen die Schauspieler Trauer, Wut, Zorn, Wahnsinn, Heiterkeit und im Falle von Jeong Jae-yeong (Detective Choi) auch Zynismus zum Ausdruck bringen können. Mit welcher Leichtigkeit ein vermeintlicher Mörder in Erscheinung treten kann, beweist uns Park Si-hoo, der in die Rolle von Lee Du-seok schlüpft. Einen Film im Stile eines I saw the Devil, wie auf der Verpackung geworben wird, kann man hier jedoch nicht erwarten.

Erinnerung an Filmklassiker

Confession of Murder - Tödliches Geständnis (4)Die Action kommt in Confession of Murder ebenfalls nicht zu kurz und hier hat Regisseur Jeong sich darauf konzentriert, abwechslungsreiche Kost zu liefern. Eine Verfolgungsjagd bei Regen durch dunkle Gassen und über die Dächer der Stadt, eine Autobahnverfolgsjagd, in der Lee und einer der Han-Angehörigen miteinander kämpfen, während sie bei einer sehr hohen Geschwindigkeit von Autodach zu Autodach springen, und eine Fluchtszene nach Infiltration eines Hauses mit Nachtsichtgerät gehören zu prägnanten Momenten, die man nicht so schnell vergisst. Wenn wir hier schon etwas bemängeln, dann ist es so mancher Spezialeffekt. In einer Szene wird beispielsweise ein Armbrustbolzen geschossen, welchem ein Ex-Sträfling schnell ausweicht – in Zeitlupe! Falls man sich hier an The Matrix orientieren wollte, ist es kräftig in die Hose gegangen und man hätte sich den Effekt ruhigen Gewissens sparen können. Szenen, die an andere Filme erinnern, gibt es in Confession of Murder auch. Im Swimmingpool wird Lee von einer Schlange angegriffen. Musik und Kamerafahrt erinnern an Der weiße Hai. Sind einem solche erinnerungswürdigen Momente egal, dann kann man als Filmfan darüber auch mal schmunzeln. Gar nicht schmunzeln können wir über das Bonusmaterial, denn diees fällt mit einem relativ kurzen Behind-the-Scenes-Anteil überraschend sparsam aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ein Fan des südkoreanischen Kinos bin ich und ein großer Bewunderer des Films I saw the Devil bin ich auch – umso besser, denn der Film wirbt damit, ein Psychoduell im Stile eines I saw the Devil zu liefern. So ganz stimmt das nicht, denn I saw the Devil hat einen größeren Fokus auf die Gewaltdarstellung gelegt. Diese ist in Confession of Murder nicht sonderlich hoch, denn oft, wenn es etwas gewalttätiger wird, nutzt der Film Stilmittel, um davon abzulenken. Beispielsweise wenn Choi beim Fernsehduell jemanden angreift und daraufhin einfach Werbung des (fiktiven) Senders eingespielt wird. In Confession of Murder geht es viel mehr darum, den Wahnsinn eines Mörder zu verstehen und sich zu fragen, ob man einem Mörder in einem Land, wo es anscheinend eine Verjährungsfrist für Mord gibt, nach dieser Zeit verzeihen kann, ohne dass er für seine Verbrechen sühnen muss. Dass der Film dabei nicht nur pädagogisch wirkt, beweisen glücklicherweise Zynismus und Action. Sowohl im koreanischen Originalton, als auch in der deutschen Synchronisation gefallen mir die Dialoge. Die deutsche Fassung hat jedoch den Vorteil, auf David Nathan zu setzen, der Choi seine Stimme leiht und seinen Charakter kräftig zum Ausdruck bringen kann. Confession of Murder fehlt es schlussendlich jedoch teilweise an Eigenidentifikation, was unter anderem die Szenen, die an Filmklassiker erinnern, unterstreichen. Das verwährt dem Film leider den Einstieg in die besten Filme des südkoreanischen Kinos, aber jeder, der südkoreanische Filme liebt, wird auch mit Confession of Murder zwei Stunden lang bestens unterhalten, ohne dass einem dabei langweilig wird.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Confession of Murder – Tödliches Geständnis!

Preview: Yakuza 1 & 2 HD for Wii U

Yakuza 1 & 2 HD for Wii U (1)Unter dem Titel Ryū ga Gotoku erschienen in Japan sieben Videospiele, die hierzulande als Yakuza-Reihe bekannt sind. Im kommenden August feiert die Serie ihren Einstand auf einer Nintendo-Konsole. Zunächst jedoch exklusiv in Japan!

Yakuza 1 & 2 HD for Wii U (2)Ursprünglich schien es so, als würde die hochgelobte Videospielserie, die hierzulande eher als Geheimtipp gehandelt wird, für alle Zeiten exklusiv auf Sony-Konsolen erscheinen. Nintendo hat jedoch erkannt, dass sich die Wii U in den ersten Monaten alles andere als gut verkauft hat und entsprechend eingelenkt. In einer großen Kooperation mit Sega hat Nintendo im Rahmen der Nintendo-Direct-Ausgaben am 17. Mai 2013 nicht nur einen neuen Teil der Sonic-The-Hedgehog-Reihe exklusiv für Nintendos Flagschiff angekündigt, sondern auch das in Japan bereits für die PlayStation 3 erhältliche Remake der PlayStation-2-Klassiker Yakuza und Yakuza 2. Die komplette Story von Yakuza zusammenzufassen, würde den Rahmen sprengen. Intelligent und wendungsreich wie diese inszeniert ist, würden wir euch zudem nur die Spannung nehmen. Trotzdem möchten wir euch einen kurzen Umriss vom Ausgangspunkt der Handlung geben. In beiden Teilen übernehmen wir die Rolle des Yakuza Kazuma Kiryu. Als Kiryus bester Freund Akira Nishikiyama den Mord an einem Clan-Offizier begeht, nimmt Kiryu die Schuld auf sich. Zehn Jahre später wird dieser aus der Haft entlassen und versucht im Gangstermilieu wieder Fuß zu fassen. Der Tojo-Clan schließt ihn wegen des Mordes jedoch aus und so begibt sich Kiryu auf die Suche nach seiner Jugendliebe Yumi Sawamura.

Atmosphärisches Tōkyō

Yakuza 1 & 2 HD for Wii U (3)Das klingt für Außenstehende sicherlich alles andere als spannend, doch sowohl Sawamura, Nishikiyama, Kiryu und dessen Ziehvater Shintaro Fuma sind in einen Komplott um zehn Milliarden Yen verwickelt. Dieses Geld gehörte dem Tojo-Clan, doch ist diese gigantische Summe aus unerklärlichen Gründen verschwunden. Dadurch verliert der Tojo-Clan peu á peu seine Macht. Somit steht fest, dass wer auch immer die zehn Milliarden Yen erbeutet, sich die Vormachtstellung in der Tōkyōter Unterwelt sichert. Die Ereignisse kommen ins Rollen und damit hat sich der Vorruhestand für Kiryu ein für alle Mal erledigt. Obwohl die Story des ersten Teils sehr gut und in Yakuza 2 grandios erzählt wird, nimmt sie bei weitem nicht den Großteil des Spiels ein. Das macht aber nichts, denn wer sich einmal in der Spielwelt verloren hat, findet aus dieser nicht mehr so schnell heraus. Der Haupthandlungsort von Yakuza ist der Tōkyōter Stadtteil Shinjuku oder eher gesagt dessen Rotlichtbezirk Kabukichō, der in Yakuza fiktiv als Kamurochō in Erscheinung tritt. Im zweiten Teil wechselt das Geschehen zeitweise in die Stadtteile Sōtenbori und Shinseicho von Ōsaka, die von Dōtonbori und Shinsekai inspiriert sind. Schaut man sich Fotos von den realen Schauplätzen an und vergleicht diese mit den Spielen, fühlt man sich wahrhaftig in die entsprechenden Städte versetzt.

Freizeitbeschäftigungen

Yakuza 1 & 2 HD for Wii U (4)Hinzukommen Geschäfte wie Don Quijote, die es ebenso in der Wirklichkeit gibt. Restaurants und Hostessenclubs runden die Atmosphäre wunderbar ab und laden uns abseits der Handlung immer wieder aufs Neue ein, sie zu besuchen. Eine Adoption des Club Sega ist ebenfalls mit von der Partie. Hier spielen wir am Greifhakenautomat, um Plüschtiere zu gewinnen. Wir können außerdem in die Spielhalle gehen, um an den einarmigen Banditen überflüssige Yen zu verlieren. Um den Geldbeutel wieder aufzufüllen, spielen wir an anderer Stelle Mahjong. Die Möglichkeiten sind durchaus groß und sehr abwechslungsreich. Wer immer die Augen offenhält, der findet sogar Schließfachschlüssel, um seltene oder gar luxuriöse Gegenstände aus den Schließfächern ins eigene Repertoire zu übernehmen. Objekte, Geld und Erfahrung erhalten wir auch für die zahlreichen Nebenquests, die wir überall in der Stadt absolvieren können und dabei teilweise sogar sehr bezaubernde Geschichten erleben. So entdecken wir beispielsweise einen Mann, der Selbstmord begehen möchte, da er sich von seiner geliebten Frau betrogen fühlt. Wir müssen ihn auf dem Dach eines Hochhauses so überzeugen, das sein Leben lebenswert ist und er keinesfalls springen soll. Oder wir helfen dem kleinen Mädchen Haruka, dessen Bedeutung für die Handlung recht wichtig ist, dabei, ein Popstar zu werden.

Das Erbe von Shenmue

Yakuza 1 & 2 HD for Wii U (5)Leider gibt es in Yakuza und Yakuza 2 aber größtenteils Aufgaben, die in einer körperlichen Auseinandersetzung enden und die dabei erzählte Geschichte alles andere als facettenreich ist. Kämpfe sind ein weiterer großer Aspekt der Yakuza-Serie. Um Erfahrung zu sammeln, reicht es nämlich nicht aus, ständig nur in Restaurants zu essen oder Nebenaufgaben abzuschließen. Kämpfe möchten ebenfalls von uns bestritten werden! Diese Auseinandersetzungen laufen in einem separaten Bereich ab, in welchem wir uns mit Schlägen, Tritten, Wurfgegenständen, Schusswaffen und Schwertern zur Wehr setzen. Für erledigte Gegner, die aus allen möglichen Gesellschaftsschichten stammen, erhalten wir Erfahrungspunkte, die wir in die Ausbildung von Kiryu stecken können. So erhöhen wir dabei unsere Lebensenergie, können länger im Heat-Modus bleiben, um kräftige Attacken vom Zaun zu lassen oder erlernen ganz neue Kampfmanöver. Verschiedene Kampfstile können wir ebenfalls von Lehrern erlernen, um für die späteren und schwierigeren Kämpfe gewappnet zu sein. Die Yakuza-Reihe vereint grob gesagt die Qualitäten, welche Shenmue und Shenmue II auf Segas Dreamcast unvergesslich gemacht haben. Das ist in unseren Augen auch kein Wunder, denn Erfinder Toshihiro Nagoshi hat schließlich ebenfalls mit an Shenmue gearbeitet.

Exklusiv für Japan

Yakuza 1 & 2 HD for Wii U (6)Große Neuerungen sollte man von der Wii-U-Fassung jedoch nicht erwarten. Es wird möglich sein, das gesamte Spiel auch über den Bildschirm des Wii U GamePads zu spielen. Ebenfalls kann man sich eine große Stadtkarte auf dem kleinen Bildschirm einblenden lassen. Ihr dürft uns glauben, wenn wir sagen, dass das für Neulinge eine große Hilfe ist, denn bis man sich in Tōkyō erst einmal zurechtfindet, vergehen locker einige Spielstunden. Weitere Features, wie Optionen während eines Gespräches mit einer Hostess auf dem Wii U GamePad auszuwählen, sind zwar nett, aber nicht essentiell. Viel wichtiger ist, dass die Steuerung überarbeitet sein soll. An einer schwammigen Steuerung leidet die Serie teilweise noch mit dem vierten Teil. Grafisch reicht die HD-Neuauflage allerdings keinesfalls an die PlayStation-3-Teile heran, denn mehr als nur hochskalierte Grafiken, die besonders in den Zwischensequenzen ihre Herkunft nicht leugnen können, bieten die Titel nicht. Das ist aber überhaupt nicht schlimm, denn schließlich muss ein Spiel nicht unbedingt eine bombastische Grafik haben, um uns begeistern zu können. Interessierte müssen jetzt jedoch tief Luft holen, denn bisher wurde Yakuza 1 & 2 HD for Wii U nur für den japanischen Markt angekündigt. Nintendo und Sega sollten Mut zeigen und uns diese Meisterwerke der japanischen Videospielindustrie nicht vorenthalten!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf den PlayStation-2-Fassungen und des Wii-U-Trailers von Yakuza 1 & 2 for Wii U): Seitdem ich 2010 den zweiten Teil der Yakuza-Reihe zufällig im Laden für den Spottpreis von zehn Euro entdeckt habe, bin ich ein großer Bewunderer der Serie. In wirklich jedem Winkel der Spielwelt pulsiert das Leben des virtuellen Japans. Eine dermaßen dichte Atmosphäre gibt es in Videospielen nur sehr selten und Yakuza 2 ist bis heute sogar mein Lieblingsteil der Reihe. Ich mag es, wenn ich virtuell einfach mal für ein paar Stunden mit Kazuma Kiryu durch Tōkyō streifen darf, mich bei einem köstlichen Sushi oder einem Schluck Yamazaki entspannen kann. Dabei muss ich nicht zwingend die Story vorantreiben, denn die Yakuza-Reihe muss man einfach genießen und sie nicht hektisch abarbeiten. Für Genießer wird Yakuza 1 & 2 HD for Wii U also der heilige Gral der Rollenspiele sein, doch auch wer Beat ’em ups mag, wird den Spielen nicht abgeneigt sein. Schließlich basieren die Kämpfe des Spiels vornehmlich auf Martial-Arts-Elementen. Wer nicht abwarten will, ob der Titel überhaupt in Europa für die Wii U (oder die PlayStation 3) erscheint, der kann, sofern man denn eine PlayStation 2 sein Eigen nennt, auch ruhig zu den Originalen greifen. Den Kauf der Spiele wird man ohnehin nicht bereuen!

Prime Time: Black Lagoon (Unboxing)

Nachdem wir uns bereits vor einiger Zeit die erste und zweite Staffel, sowie die Original Video Animation Roberta’s Blood Trail von Black Lagoon angeschaut haben, möchten wir euch diese drei Blu-ray-Packungen in einem kurzen Unboxing-Video vorstellen. Außerdem verraten wir euch im Video unsere Meinung zum Anime, die für all jene interessant sein dürfte, die sich nicht durch Textzeilen quälen wollen. Viel Vergnügen beim Anschauen!

Review: Mass Effect – Paragon Lost

Mass Effect - Paragon Lost (1)Die Mass-Effect-Videospielreihe erfreut sich größter Beliebtheit, wie unser Review zu Mass Effect 3 oder unser Unboxing-Video zur Mass Effect Trilogy beweisen. Wie Dragon Age bekam jetzt auch das Mass-Effect-Franchise die Anime-Umsetzung spendiert.

Mass Effect - Paragon Lost (2)Zeitlich angesiedelt ist Mass Effect: Paragon Lost vor dem dritten Serienteil. Erzählt wird hier jedoch keine Geschichte, die sich um Commander Shepard, sprich den Protagonisten der Videospiele, dreht, sondern um den Charakter James Vega. Vegas Vorgeschichte beginnt auf der Kolonie Fehl Prime, welche von Kroganern angegriffen wird. Die Marines, die sich um Vega versammelt haben, können die Kroganer nahezu vollständig besiegen. Am Ende ist nur noch einer der Kroganer übrig, den die Marines als Kriegsverbrecher einsperren. Später wird klar, dass der Kroganer niemals vom Planeten eskortiert wurde, was sich noch positiv für Vega und seinen Trupp bemerkbar machen wird. Zwei Jahre später ist Vega immer noch auf der Kolonie stationiert. Als plötzlich ein Signal auf dem Planeten ertönt, werden die Marines ausgeschickt, um dem Ursprung des Signals zu erkunden. Einige Stunden später kehren die Marines zurück zur Kolonie und müssen schmerzlich eine Entdeckung machen. Aliens, die als Kollektoren bekannt sind, sind auf dem Planeten eingefallen. Sie betäuben die Menschen, um sie schlussendlich einzusammeln. Welche Zwecke die Kollektoren verfolgen, möchten wir euch an dieser Stelle jedoch nicht verraten, denn schließlich sind Vega und sein Team zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch nicht im Besitz dieser Information.

Die Entscheidung seines Lebens

Mass Effect - Paragon Lost (3)Gegen die Überzahl der Kollektoren kann das kleine Team nur wenig ausrichten, doch wird schon alsbald an einem Plan gearbeitet, um die Eindringlinge kampfunfähig zu machen. Dafür wird als primäres Ziel die Zerstörung ihres Raumschiffs angesetzt, was jedoch nicht möglich ist, da das Schiff über eine ausgeklügelte Schildtechnik verfügt und man dummerweise nicht mit voller Kraft auf das Schiff geschossen hat. Fehler, die noch vielen weiteren Menschen das Leben kosten werden. Schlussendlich beschließt man, den Planeten zu verlassen und später mit Verstärkung zurück zu kommen. Da man das Leben des eingangs erwähnten Kroganers damals verschont hat, bietet der an, dass man sein Schiff für die Flucht nutzen könnte. Dieses Unterfangen geht jedoch gehörig schief, denn man schafft es lediglich, ins Innere des fremden Schiffs zu gelangen, um es von innen zu zerstören. Mehr möchten wir hier jedoch ebenfalls nicht verraten, denn an dieser Stelle fallen die Masken diverser Charaktere, was dazu führt, dass Vega und sein Team sich einen gänzlich anderen Plan einfallen lassen müssen. Wichtiger sind jedoch die letzten Szenen des Films, in denen Vega wahre Stärke beweisen muss. Vega steht vor der Entscheidung seines Lebens, denn durch seine Hand entscheidet sich, ob er die Frau, die er liebt, oder sämtliche Kolonisten gerettet werden. Spannend und herzerweichend!

(Keine) Verständnisprobleme

Mass Effect - Paragon Lost (4)Beide Optionen versprechen das Überleben von mehr als nur einem Individuum, was uns aber  nicht davon abhält, begeistert zu sein. Mit der Entscheidung, die Vega trifft, haben wir (aus der Sicht eines Nichtkenners des dritten Teils) nicht gerechnet und so müssen wir uns einmal mehr bei BioWare, Production I.G. und Funimation bedanken, dass man hier keine bekannte Heldenstory verwendet, sondern Größe zeigt, um zudem auch noch die Entscheidungsfreiheit zu unterstreichen, die besonders Fans den Videospielentwicklern positiv zu schreiben. Nachdem man bereits mit der Anime-Umsetzung Dragon Age: Dawn of the Seeker zufrieden war, hat man auch mit Mass Effect: Paragon Lost nichts verkehrt gemacht. Während man den Dragon-Age-Anime ohne Vorwissen anschauen kann, ist das bei Paragon Lost jedoch nicht so einfach. So werden außerirdische Rassen erwähnt, die einem als Nichtkenner der Spiele nur wenig sagen und auch wer eigentlich Shepard ist, wird nicht genau erklärt. Unverständlich bleibt die Handlung nicht, doch nur wer die Serie kennt, wird alles verstehen können. Optisch macht der Film einen spärlichen Eindruck. Besonders die Animationen wirken abgehakt. Auf der Disc schlummern sowohl die deutsche, die französische und die englische Sprachausgabe. Eine japanische Tonspur gibt es bei diesem Anime kurioserweise nicht. Irgendwie schade.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich muss zunächst einmal gestehen, dass ich die Mass-Effect-Reihe bis heute nicht gespielt habe. Zwar habe ich bereits alle drei Teile erworben, doch leider kann man zugleich keine Zeit kaufen. Früher oder später werde ich die Spiele sicher nachholen, denn einen guten Vorgeschmack lieferte mir bereits der Anime. Es gibt zwar einige Zusammenhänge, die ich nicht ganz verstehen kann, weil mir einfach das Vorwissen fehlt, doch dafür hat mich der Anime erstaunlich gut unterhalten. Die Story wird (bis auf die Verknüpfungen zu den Spielen) flüssig und stringent erzählt, beschert mit vielen Action-Szenen reichlich Spannung und das eine oder andere beeindruckende Bild gibt es in auch in Mass Effect: Paragon Lost. Dazu muss ich allerdings sagen, dass man hier deutlich mehr hätte erschaffen können. Charaktere sind oftmals zu detailarm, die Animationen wirken nicht nur einmal abgehakt und auch der eine oder andere Spezialeffekt könnte in meinen Augen deutlich besser ausfallen. Außerdem finde ich es ein wenig befremdlich, dass das Bonusmaterial als dreiste Werbetrommel für Electronic Arts genutzt wird. Warum man sich nicht auf BioWare konzentriert hat und stattdessen eher andere Entwickler zu Wort kommen lassen möchte, verstehe ich beim besten Willen nicht. Darüber kann ich aber im Angesicht des spektakulären Abschluss des Films hinwegsehen, denn hier präsentiert mir das Studio mal ein Ende, was ich so in Filmen nur selten gesehen habe. Da respektiere ich auch gerne, dass man Star Trek II: Der Zorn des Khan und Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock zitiert.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mass Effect: Paragon Lost!

Prime Time: Kämpfer für die Liebe (Unboxing)

Nachdem wir euch die vier Ausgaben der Anime-Serie Kämpfer sowohl in Reviews als auch in Unboxing-Videos vorgestellt haben, folgt jetzt der Abschluss des Franchise mit Kämpfer für die Liebe. Passend zu unserem Review möchten wir euch die Original Video Animation in einem Unboxing-Video vorstellen. Wir wünschen viel Spaß beim Anschauen!

Review: Kämpfer für die Liebe

Kämpfer für die Liebe (1)Japaner haben gewissermaßen ein Faible für deutsche Namen in Bezeichnungen, so auch bei der Kämpfer-Fortsetzung Kämpfer für die Liebe. Die zwei zusätzlichen Episoden unterhalten zwar so gut wie die zwölfteilige Serie, doch abschließen wollen sie sie nicht.

Kämpfer für die Liebe (2)Kämpfer für die Liebe richtet nur an die Kenner von Kämpfer, denn alle anderen werden die Zusammenhänge kaum verstehen und die Charaktere eventuell gar nicht akzeptieren können. Wichtig ist eigentlich nur, dass man die ersten elf Episoden gesehen hat, denn die letzte Folge aus Kämpfer (Vol. 4) braucht man nicht gesehen haben, da sie sich nicht linear in die Story einbinden lässt. Nach dem Kampf zwischen den blauen und roten Kämpfern gegen die weißen Krieger, hat sich die weiße Kämpferin Kaede zurückgezogen. Um vor weiteren Angriffen geschützt zu sein, beschließen die Freundinnen, sich die Nacht über in einem Haus zu verbarrikadieren. Da sie vom Kampf durchgeschwitzt sind, schlägt Schulsprecherin Shizuku vor, dass sie doch alle gemeinsam baden gehen sollen – ohne den männlichen Natsuru versteht sich! Mikoto und Akane willigen zwar ein, doch fällt ihnen schon bald auf, dass Shizuku nicht nur die Gedärmkuscheltiere ins Bett bringen möchte. Die ist nämlich derweil mit Natsuru beschäftigt, der mit dem Rücken auf einem Bett liegt und recht wehrlos gegen die dominante Shizuku ist. Zwar verwandelt sich Natsuru wieder in eine Frau, doch die Szene bleibt – Mikoto und Akane sind sprachlos. Die beiden beschließen daraufhin, das Küssen zu üben, um Natsuru näherzukommen, doch werden sie dabei von einer weißen Kämpferin beobachtet.

Stress und Heiterkeit

Kämpfer für die Liebe (3)Kämpfer für die Liebe bleibt also auf dem Niveau der Serie, was keinesfalls als schlecht zu werten ist, denn wer die Serie schon mochte, wird Kämpfer für Liebe, wie könnte es anders sein, lieben. In den beiden einzigen Episoden der Fortsetzung, die auch als Original Video Animation gilt, geht es also wieder gewohnt chaotisch zu und gipfelt bereits am Ende der ersten Folge in einem weiteren Kampf gegen Kaede und Mikoto, welche nämlich von Natsurus großer Liebe hypnotisiert wurde. Der Kampf weckt den Anschein, dass es in der nächsten Episode endlich zu einem wohlverdienten Finale kommt, doch auch Kämpfer für die Liebe möchte die Geschichte nicht zu Ende erzählen. In der letzten Episode werden Mikoto und Akane von den weißen Kämpfern erpresst und müssen einen Tag lang in einem Dating-Café arbeiten. Lustigerweise wird Natsuru von seinem besten Freund just in diesem Moment dazu gedrängt, sich einer Doppelverabredung anzuschließen – in besagtem Café. Da Shizuku ebenfalls mit von der Partie ist, verlangt sie beim Date doch ständig nach der weiblichen und dem männlichen Natsuru, der sich immer wieder verwandeln und abhetzen muss – definitiv eine der lustigsten Szenen des Animes. Am Ende des Tages landet Natsuru mit einer seiner Freundinnen völlig nackt in einem Wandschrank. Mit wem verraten wir jedoch nicht!

Unbefriedigender Abschluss

Kämpfer für die Liebe (4)Wir finden es klasse, dass sich die Serie ihrem Humor treu bleibt und auch das bietet, was wir kennen, doch sofern man kein Interesse hat, die Serie zu Ende zu bringen, dann sollte man sie – zum Wohle der Fans – abschließen. Kämpfer für die Liebe tut dies nicht und bleibt somit unter unseren Erwartungen. Für Kämpfer-Fans bleibt der Anime aber empfehlenswert und interessant. Optisch hat der Anime ebenfalls nichts einbüßen müssen, denn nach wie vor sehen alle Charaktere, Hintergründe und Effekte so aus, wie wir es auch erwarten. Farbenfroh und mit allen Konturen und Schärfen. Dazu gesellt sich die gute deutsche Synchronisation in Dolby Digital 2.0, sowie der japanische Originalton, der nicht weniger schlecht ist und durch die japanische Mentalität noch etwas besser zur Serie passt. Die Laufzeit beträgt nur fünfzig Minuten, denn bis auf ein paar Trailer zur Kazé-Anime-Produktpalette, fehlt Bonusmaterial auf der Blu-ray. Als Entschädigung bekommen wir jedoch nicht nur zwei reizvolle Postkarten spendiert, sondern auch ein Booklet. In diesem befindet sich ein Episodenguide zu Kämpfer und Kämpfer für die Liebe, Informationen zu den Charakteren, Interviews mit den Sprechern Marina Inoue und Michiko Nomura, sowie Kommentaren von Regisseur Ysauhiro Kuroda, Kazuyuki Fudeyasu (Konzept) und Mariko Fujita (Charakterdesign).

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich habe Kämpfer wegen der verrückten Ideen regelrecht genossen, doch habe ich immer darauf gehofft, dass Natsuru sich auch mal für eines der Mädchen entscheidet oder die Geschichte immerhin zu einem befriedigenden Ende kommt. Am Ende bleiben somit viele Fragen offen und das ist wesentlich schlimmer als bei großen Serien wie Lost, wo man ja noch sehr viel interpretieren und deuten kann. Bei Lost können immerhin noch alle notwendigen Erzählstränge beendet werden, doch Kämpfer für die Liebe lässt mich im Unklaren darüber, wer der Moderator ist, warum die Kuscheltiere aus dem All stammen (können) und warum sich Kaede dermaßen ins Negative entwickeln konnte. Das mag vielleicht irgendwo im Kontext zum verkörperten Chaos und der Unklarheit stehen, doch für den Zuschauer ist das alles andere als ausreichend. Der Humor von Kämpfer (für die Liebe) ist durchweg toll, die Charaktere illustern und die Story in ihren Grundzügen noch spannend, doch genau an dieser mangelt es am Endeffekt, weshalb ich Kämpfer nicht jedem Fan von Comedy- und Romance-Serien beziehungsweise Animes empfehlen kann. Wer aber über zusammenhanglose Inhalte hinwegsehen möchte und sich auch ohne eine ausgeklügelte Handlung amüsieren kann, der sollte sich Kämpfer für die Liebe unbedingt ansehen – wenn man denn mindestens elf von zwölf Folgen von Kämpfer gesehen hat.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kämpfer für die Liebe!

Review: Fire Emblem: Awakening

Fire Emblem Awakening (1)Vier Jahre mussten europäische Fans warten, um wieder in den Genuss eines neuen Teils der Fire-Emblem-Reihe zu kommen. Nachdem wir das Spiel dreißig Stunden lang auf Herz und Nieren getestet haben, können wir bestätigen, dass sich das Warten gelohnt hat!

Fire Emblem Awakening (2)Fire Emblem: Awakening beginnt anders, als man es von der Serie eigentlich gewohnt ist. So erstellen wir in einem überschaubaren Baukasten-Editor unseren persönlichen Protagonisten, der Sekunden später schon einen wichtigen Teil der Handlung einnimmt. Vorausblickend erfahren wir, dass unser männlicher oder weiblicher Held, der auf den Namen Robin hört oder auch umgetauft werden darf, für den Tod des Prinzen Chrom verantwortlich ist. Einen kurzen Wimperschlag später wachen wir jedoch auf einer idyllischen Blumenwiese auf und werden von besagtem Prinzen aufgelesen, mit den wir in den nächsten Spielstunden Freundschaft schließen und ihn bei seinem Werdegang helfen. Die Spielwelt von Fire Emblem: Awakening besteht unter anderem aus den drei Königreichen Ylisse, Plegia, Regna Ferox und dem aufstrebenden Imperium Valm. Untereinander sind die verschiedenen Königshäuser sich sehr unähnlich, teilweise sogar stark verfeindet. Politik ist eines der Themen, welche die Handlung des Spiels spannend gestalten. Selbstverständlich dürfen auch im nun mehr vierzehnten Videospielableger Intrigen, Liebesgeschichten und auch Geheimnisse nicht fehlen, welche die Hirten, wie sich Chroms Gefolgsleute bezeichnen, durchleben müssen. Von der ersten bis zur letzten Minute zieht uns die zauberhafte Story regelrecht in ihren Bann.

Taktisches Vorgehen

Fire Emblem Awakening (3)Eine Handlung ohne ein großes Spektrum an facettenreichen Charakteren könnte aber niemals spannend sein, doch auch hier muss sich Fire Emblem: Awakening nicht vor der Konkurrenz verstecken, denn wie in bisherigen Teilen ist jeder Charakter einzigartig und kommentiert das Spiel in diversen Momenten, wie etwa beim Level-Aufstieg nach Ausschalten eines Gegners oder einem Dialog außerhalb der Hauptmissionen anders. Von zynischen Anmerkungen bis wissenschaftlich fundierten Feststellungen ist alles dabei, was man sich als Rollenspieler wünschen kann. Mit dem illustren Trupp ziehen wir, eher untypisch für die Serie, auf einer Weltkarte von Ort zu Ort oder eher gesagt von Schlachtfeld zu Schlachtfeld. Zwar werden in der Regel zunächst freundliche Worte in Zwischensequenzen, die meist in Spielgrafik und nur gelegentlich in Anime-Sequenzen ablaufen, getauscht oder bissige Wortduelle geliefert, doch dann wird zu den Waffen gegriffen. Bevor die Charaktere rundenbasiert gegeneinander antreten, müssen wir bereits vor dem eigentlichen Kampf taktisch vorgehen. So platzieren wir kräftige Nahkämpfer in den vorderen Reihen. Bogenschützen und schwächliche Heiler stellen wir im mittleren Feld auf. Da während einer Schlacht immer wieder gegnerischer Nachschub eintreffen kann, ist es ebenfalls klug, für eine starke und eingespielte Nachhut zu sorgen.

Waffendreieck

Fire Emblem Awakening (4)Jeder Kampf beginnt mit dem Bewegen unserer Figuren. Diese können nur eine bestimmte Anzahl an Schritten voranschreiten und dann eine Aktion ausführen, wie zum Beispiel einen Angriff starten oder einen Heiltrank benutzen. Wenn wir einen Feind aufs Korn nehmen, sollten wir darauf achten, mit der richtigen Waffe anzugreifen. Lanzenträger sind im Vorteil gegen Schwertkämpfer, ein Schwerthieb bringt hingegen einen Axtwerfer aus der Fassung und ein mit einer Axt bewaffneter Kämpfer besiegt wiederum leicht einen Lanzenträger. Da fließen Werte wie Stärke oder Geschwindigkeit natürlich noch in das Kräfteverhältnis mit ein, doch das berühmtberüchtigte Waffendreieck sorgt bei Strategen seit jeher für rauchende Köpfe. Weiterhin gibt es Zaubersprüche oder Bögen, mit denen man aus einer bestimmten Entfernung angreifen kann. Das geht aber nur, wenn der entsprechende Charakter über die Fähigkeit beziehungsweise Klasse verfügt. Für jeden Gegner gibt es Erfahrungspunkte, durch welche unsere Recken aufsteigen und ab dem zehnten Level können wir ein Meistersiegel nutzen und den Charakter verbessern. Dadurch kann er neue Fähigkeiten erlernen und andere Waffen meistern. Gefällt uns die Klasse nicht, verwenden wir einfach ein Zweitsiegel und wechseln die Klasse. Das lässt uns bei der Charakterentwicklung freie Hand. Toll!

Primäre Ziele

Fire Emblem Awakening (5)Ziel einer jeden Schlacht ist es meist, alle feindlichen Einheiten zu besiegen. In seltenen Fällen reicht es auch aus, den Bossgegner auf der Karte im Kampf überlegen zu sein. Leider gibt es nur selten und meist nur in den je nach Spielfortschritt absolvierbaren Nebenquests sekundäre Ziele, wie etwa das Beschützen von Bauern oder das Warnen eines Wüstendorfes vor dem Feind. Hier wäre deutlich mehr möglich gewesen, wie zum Beispiel ein gezieltes Einsetzen eines bestimmten Charakters oder das Eskortieren einer Nichtspielerfigur. Auch das Ausharren über eine bestimmte Rundenanzahl hätte sich durchaus bezahlbar gemacht. Dazu kommt noch, dass sich die künstliche Intelligenz oft gleich verhält. Ein Feind greift in der Regel den Charakter an, der gerade seinen Wirkungskreis betreten hat. Wir fragen uns jedoch, warum auch ein Wyvernritter ausgerechnet auf einen Charakter zufliegen muss, der seinem Angriff zu hoher Wahrscheinlichkeit ausweicht und dann auch noch mit einem sehr effektiven Angriff, der wirkungsvoll gegen Drachen ist, ihm den Gnadenstoß verpasst. Es ist sicherlich nicht schwer, hier alternative Subroutinen zu entwerfen, um Glaubwürdigkeit zu vermitteln. Noch dazu kommt, dass man Gameplay-Elemente aus früheren Ablegern der Serie gestrichen hat, wie zum Beispiel die Artillerie aus Fire Emblem: Shadow Dragon.

Beziehungskrisen

Fire Emblem Awakening (6)Das ist in Anbetracht neuer Features nicht so schlimm, wie man vielleicht befürchtet. In Fire Emblem: Awakening können unsere Helden Beziehungen zueinander aufbauen. Kämpfen und interagieren sie nebeneinander in der Schlacht oder kombinieren sich so, dass zum Beispiel ein starker Kämpfer einen angeschlagenen Heiler in Schutz nimmt, schalten wir Dialoge frei, in denen sich die Charaktere außerhalb des Schlachtfeldes näherkommen. Heterosexuelle Beziehungen können in einer Heirat enden, die Kinder mit sich zieht, welche wir im späteren Spielverlauf ebenfalls in den Kämpfen einsetzen dürfen. Wie genau das funktionieren soll, verraten wir euch aus Spoiler-Gründen jedoch nicht. Der Vorteil der Beziehungen spiegelt sich schlussendlich in Boni auf dem Schlachtfeld wieder. Gleichgeschlechtliche Beziehungen enden übrigens maximal in einer sehr guten Freundschaft. Hier trauen wir Nintendo zu, dass man ruhig einen Schritt weitergehen könnte. Eine weitere Neuerung von Fire Emblem: Awakening ist der Anfänger-Modus. Der wurde zwar schon in Fire Emblem: Heroes of Light and Shadow eingeführt, doch da dieses in Europa nie erschienen ist, wird er für die Fans hierzulande gegebenenfalls eine willkommene Abwechslung sein. Wer die Reihe nämlich kennt, der weiß, dass der Tod eines Charakters in Fire Emblem normalerweise endgültig ist.

Der Fehler liegt im Detail

Fire Emblem Awakening (7)Fällt ein Held im Kampf, kann man im restlichen Abenteuer auf ihn verzichten. Im Anfänger-Modus, der unabhängig vom Schwierigkeitsgrad ausgewählt wird, sind solche permanenten Tode ausgeschaltet. Der Charakter landet dann für den Rest der Schlacht im Lazarett. Wir finden es gut, dass die Entwickler uns die Wahl lassen und uns nichts aufzwingen. Wer auf den Anfänger-Modus verzichten kann, baut dafür umso mehr eine emotionale Bindung zu den Charakteren auf und geht erfahrungsgemäß sehr viel taktischer, klüger, sowie defensiver vor und ertappt sich auch schon mal dabei, wie nach dem Ableben eines Charakters der Spielstand neugeladen wird. Auf der optischen Seite stören die seltsamen Charaktermodelle, denn die haben hufenähnliche Extremitäten anstatt Füße. Akustisch macht der Titel das aber wieder wett, denn wenn auf dem Schlachtfeld im Hintergrund ein Chor singt, ist das unglaublich atmosphärisch. Fire Emblem: Awakening ist ein tolles Spiel, das an Kleinigkeiten krankt. Bei Missionszielen und der künstlichen Intelligenz hätten sich die Entwickler nach mehr als ein Dutzend Serienablegern mehr anstrengen müssen. Einen ausgereiften Mehrspielermodus vermissen wir ebenfalls. Wer jedoch über diese Mankos hinwegsehen kann, der entdeckt in Fire Emblem: Awakening ein sehr gutes Strategie-Rollenspiel für seinen Nintendo 3DS!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Ich habe die Fire-Emblem-Titel, die ich gespielt habe, wirklich sehr gemocht und das obwohl ich sie niemals durchgespielt habe. Fire Emblem: Awakening ist die Ausnahme, denn binnen weniger Tage habe ich schnell über dreißig Stunden in das Spiel gesteckt und ich hätte auch noch sehr viel mehr Zeit an Fire Emblem: Awakening verlieren können, wenn ich denn noch alle Charaktere miteinander verkuppelt hätte. Wohlgemerkt im positiven Sinne, denn die Schlachten und Kämpfe machen unglaublich viel Spaß – zumindest bis zu einem bestimmten Zeitpunkt! Bei mir kam es nämlich nach etwa der Hälfte der Spielzeit vor, dass ich einige Charaktere (unbemerkt) öfters eingesetzt habe und diese dadurch wesentlich mehr an Erfahrung gewonnen haben. Da sich die anderen Charaktere nur mäßig angepasst haben, ist es gegen Ende des Spiels so gewesen, dass mittelstarke Charaktere nicht wirklich auf das Schlachtfeld passten und einfach nur mitgezogen wurden. Dadurch, dass die Beziehungen der Charaktere sich mit der Zeit mehr oder weniger stark vertiefen, habe ich dadurch sehr viele Boni erhalten, die das Spiel weiterhin vereinfacht haben. Beim Finale war es dann so, dass ich das letzte Gefecht nur mit zwei Charakteren innerhalb von vier Zügen überwunden hatte – mit meiner ganzen Gefolgschaft habe ich zuvor zwei Niederlagen erlebt. Eine Niederlage heißt hier übrigens, dass einer meiner Charaktere nicht überlebt hat und ich deshalb den Spielstand neugeladen habe. Wie ihr seht, spiele ich im Klassik-Modus, denn auch wenn mich der Anfänger-Modus weniger Zeit gekostet hätte, brauche ich einfach diese gewisse Portion Nervenkitzel, Anspannung, Logik und Ruhe, die ich im Anfänger-Modus sicherlich so nicht bekommen hätte. Trotzdem finde ich es klasse, dass man so auch allen Spielern die Option lässt, wie man Fire Emblem: Awakening erleben möchte. Schlussendlich hätte ich mir für die Zeit nach dem Abspann einen vernünftigen Mehrspielermodus gewünscht, denn einfach nur einzelne Charaktere lokal gegeneinander antreten zu lassen, ist sowohl für den Entwickler, als auch für den Publisher ein Armutszeugnis. Beim nächsten Fire Emblem hoffe ich deshalb auf spannende Online-Massenschlachten. Trotzdem: Wer dringend Rollenspielfutter für den Nintendo 3DS sucht und nichts gegen Strategie-Elemente hat, wird hier definitiv fündig!

Umfrage: Wie viel News verträgt Gameplay Gamers?

Wie ihr sicherlich schon mitbekommen habt, sind auf Gameplay Gamers in den letzten Wochen und Monaten so viele News wie seit unserem Gründjahr 2010 nicht mehr erschienen. Da wir allerdings deutlich mehr Aurufe bei unseren anderen Artikeln, sprich Reviews, Previews und Specials, erzielen, fragen wir uns, ob wir gegebenenfalls etwas an unserem System ändern sollten. Da wir uns ohnehin nur auf wichtige News konzentrieren, wäre es interessant, von euch zu erfahren, wie viele News ihr auf Gameplay Gamers wollt, oder ob wir uns viel lieber auf andere Artikel konzentrieren sollten. Im Vorfeld möchten wir uns vielmals für eure Teilnahme und eure Zeit bedanken!

Prime Time: The Garden of Sinners (Unboxing + Box-Vergleich)

Vor vielen Monaten haben wir euch bereits die DVD-Fassung von The Garden of Sinners ausführlich vorgestellt. Letzten Oktober ist die Serie endlich auch auf Blu-ray erschienen. Passend zu unserem Review liegt es natürlich nahe, dass wir euch die Premium Box ebenfalls in einem Unboxing-Video vorstellen. Wir wünschen gute Unterhaltung!

Wer keine Blu-ray-Abspielmöglichkeit hat oder sich einfach für die Haptik und Optik der DVD-Fassung interessiert, dem bieten wir in einem zusätzlichen Box-Vergleich, in dem wir die DVD-Ausgaben mit der Premium Box der Blu-ray-Fassung vergleichen.

Review: The Garden of Sinners (Premium Box)

The Garden of Sinners Premium Box (1)Nachdem die siebenteilige Filmreihe The Garden of Sinners von Oktober 2010 bis September 2011 bei Kazé Anime ausschließlich auf DVD erschienen ist, folgte im letzten Oktober auch hierzulande die Veröffentlichung auf Blu-ray in einer Premium Box.

The Garden of Sinners Premium Box (2)Die Filmreihe dreht sich um die Oberstufenschülerin Shiki Ryōgi, die von ihrer Familie dazu gedrillt wird, bestimmte Schwertkampftechniken zu erlernen und übernatürliche Fähigkeiten zu entwickeln. Zudem entwickelt sie eine gespaltene Persönlichkeit, um die unterschiedlichen Aspekte anderer Individuen besser verstehen zu können. In der Schule wird sie jedoch nicht von allen Schülern akzeptiert. Der Schüler Mikiya Kokutō ist da eine Ausnahme. Obwohl sie auch nicht mit ihm auf Anhieb Freundschaft schließen kann, entwickelt sich diese zunehmend über den Zeitraum von insgesamt vier Jahren. Durch den Magier Araya Sōren kommt es zu einem Autounfall, bei dem Shiki Ryōgi verletzt wird und ins Koma fällt. In den folgenden zwei Jahren macht Mikiya Kokutō seinen Abschluss und arbeitet anschließend für die Magierin Tōko Aozaki, welche seiner Freundin nach deren Aufwachen hilft, sich in einer Welt, in der sie ihre gespaltene Persönlichkeit verloren hat, wieder zurechtzufinden. Zudem erhält sie von der Magierin wie Mikiya Kokutō Arbeit, in der sie vordringlich gegen Mächte kämpfen muss, welche die Vorstellungskraft normaler Mensch übersteigen. Mit fortlaufender Handlung wird klar, dass hinter allem Übel ein ausgeklügelter Plan des Magiers Araya Sōren steckt, der nach dem Ursprung des Daseins mit allen dafür nötigen Maßnahmen forscht.

Tiefsinnige Schwerpunkte

The Garden of Sinners Premium Box (3)Da die sieben Filme in einer unchronologischen Reihenfolge stattfinden, ist es beim ersten Ansehen schwierig, wirklich jeden Aspekt, jede Verknüpfung und jedes Detail zu bemerken. Ab dem zweiten Durchlauf ist es dafür umso angenehmer, die Komplexität der Filmreihe zu erkennen, selbstständig die Verknüpfungen zu ziehen und die Filme zu analysieren. Jeder der sieben Filme ist zwar ein Teil der großen Handlung, doch legen diese ganz verschiedene Schwerpunkte. Film 1: Thanatos hinterfragt, ob Selbstmorde richtig sind und wie man damit umzugehen habe, Film 2: Mordverdacht Teil 1 dreht sich vollkommen um die gespaltene Persönlichkeit Shiki Ryōgis und Film 3: Verbliebener Sinn für Schmerz thematisiert den Wunsch zu sterben und das Gefühl des Schmerzempfindens. Film 4: Der leere Tempel nutzt die titelgebende Metapher, um das Innerste von Shiki Ryōgi auszudrücken. Lebensfreude ist ein weiteres Thema im vierten Film. Im fünften Film (Paradoxe Helix) kommen Themen wie Familie, der Verlauf der Zeit, das Innerste des Menschen und der Ursprung des Daseins zur Geltung. Film 6: Verlorene Erinnerung dreht sich um die Erinnerung an die Kindheit, an (verlorene) Liebe und die Wahrnehmung Shiki Ryōgis, da diese im sechsten Film Feen sehen kann. Film 7: Mordverdacht Teil 2 schließt die Filmreihe mit dem Thema Tod ab.

Sorgfältige Synchronisation

The Garden of Sinners Premium Box (4)Erstaunlich, mit welcher Präzision die Charaktere mit den Themen umgehen können. In den Dialogen, die tiefsinnig sind und mit teils stark poetischen Stilmitteln das Ohr des Zuschauers erreichen, werden die Einstellungen der Protagonisten verdeutlicht. Die Antagonisten bleiben, bis auf Araya Sōren, ziemlich stumpf. Das liegt jedoch nicht an der fehlenden Fähigkeit des Autors, sondern an den Charakteristika der Figuren. Cornelius Alba und Lio Shirazumi sind eben auf ihr Ziel fixiert, doch lässt dies keine Möglichkeit zu, die Charaktere nachvollziehen zu können, zumal sie nur am Rande in den Filmen auftauchen. Ausgleich schafft hier jedoch die gelungene Synchronisation, sowohl auf Japanisch und auf Deutsch. Shiki Ryōgi wird im Japanischen von Maaya Sakamoto gesprochen, die einige von euch vielleicht noch als Alphard-Stimme in Canaan kennen. In der deutschen Fassung wird sie von Petra Barthel gesprochen, welche auch Uma Thurman oft ihre Stimme leiht. Während Ken’ichi Suzumura, der auch Kamui Shirō in X seine Stimme geliehen hat, Mikiya Kokutō spricht, nimmt seine Position in der deutschen Fassung Tobias Nath ein, der erst kürzlich als Stimme von Ben Wishaw als junger Q in Skyfall zu hören war. Christin Marquitan und Tilo Schmitz (Stargate: Kommando SG-1) sind auch zu hören. Das beweist nur noch einmal, welche Sorgfalt man hat walten lassen.

Elegische Grundstimmung

The Garden of Sinners Premium Box (5)Die Premium Box, die wie ein übergroßes Buch aufgebaut ist, besteht aus insgesamt zehn Datenträgern. Drei davon sind Blu-rays, auf denen die sieben Filme untergebracht sind. Auf der ersten Blu-ray befinden sich die ersten beiden Filme, auf der zweiten Blu-ray die Filme 3 und 4 und auf der letzten Disc befinden sich die letzten drei Filme. Leider befinden sich die ersten vier Filme optisch nahezu auf demselben Niveau wie die DVD-Fassung. Erst auf der letzten Blu-ray bemerken wir sofort, dass The Garden of Sinners optisch auf einem neuen Niveau angelangt ist. Schlecht sehen die ersten Filme dadurch immer noch nicht aus, denn die hypnotisierenden Lichteffekte, die Liebe zum Detail und die Charakteranimationen sind noch immer so schön anzusehen wie bereits Jahre zuvor. Auf den anderen sieben Datenträgern, die allesamt CDs sind, befindet sich zu jedem der sieben Filme jeweils ein Soundtrack. Wer den bis heute, auch unabhängig davon, ob man den Anime nun gesehen hat oder nicht, noch nicht gehört hat, der sollte dies schleunigst nachholen. Der Soundtrack gehört definitiv zum besten, was wir im Anime-Bereich bis heute gehört haben und unterlegt The Garden of Sinners mit einer meist elegischen, traurigen und bedrückenden Grundstimmung, teilweise aber auch mit packenden Tracks zu den Action-Szenen und heiteren Stücken zu fröhlichen Momenten.

Keine Komplettbox

The Garden of Sinners Premium Box (6)Auf den CDs fehlen, wie schon bei der DVD-Veröffentlichung (vermutlich wegen der rechtlichen Lage) die abschließenden Songs. Bei der Aufmachung müssen wir negativ ankreiden, dass die Datenträger nicht vor Kratzern geschützt sind. Sie werden an gummierten Halterungen zwar festgehalten, doch um sie aus der Verpackung herauszunehmen oder um sie wieder zu verstauen, müssen sie unter Umständen gedreht werden. Das führt zu unnötigen Kratzern. Während man sich im Internet schon über Lesefehler beschwert, haben wir in unserem Test ähnliche Fehler nicht verzeichnen können. Ein Umtausch sollte aber in jedem Falle möglich sein. Als Dreingabe erwartet uns noch ein übergroßes Booklet, welches mit fantasiereichen Zeichnungen beeindruckt. Obwohl die Premium Box vollständig wirkt, kann man sie nicht als Komplettbox der Filmreihe bezeichnen. Bis heute hat Kazé Anime noch nicht den Epilog, sprich den achten Film, nachgereicht. Wer in den Genuss des Ausklangs der poetischen Geschichte um Liebe und Tod, Freundschaft und Differenzen kommen möchte, kommt um einen Japan-Import nicht herum – die nötigen Sprachkenntnisse vorausgesetzt. Die sieben Filme kommen auf circa 505 Minuten Laufzeit, die man unbedingt investieren sollte. Kara no Kyōkai, so der Originaltitel, gehört zum Pflichtprogramm eines jeden Anime-Fans!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray- und DVD-Fassung inklusive Soundtrack-CDs): Als ich mir 2011 alle sieben Filme auf DVD angeschaut habe, habe ich mich sofort in die optische Prämisse, die Figuren und die Erzählstruktur verliebt. Durch die unchronologische Reihenfolge setzt sich die Story erst nach und nach zusammen, wie man es als Nichtkenner so vermutlich nicht erwarten wird. Früher, das kann man in meinen alten Reviews nachlesen, habe ich immer vorgehabt, die Filme in chronologischer Reihenfolge einmal nachzuholen. Nachdem ich mir die Filme jetzt wieder in der unchronologisch-korrekten Reihenfolge angeschaut habe, kann ich nur sagen, dass man sich die Filme absolut nicht chronologisch anschauen sollte. Genau so würde die Handlung und ihre Zusammensetzung nämlich an Reiz verlieren. The Garden of Sinners gehört für mich zu den besten Animes, die ich in meinem Leben jemals gesehen habe, denn sowohl die vorkommende Poetik, als auch die angewandte Rhetorik, machen den Anime mit seiner düsteren und beklemmenden, gar melancholischen Atmosphäre zu einem wahren Genuss. Umso mehr finde ich es schade, dass Kazé Anime sich bis heute nicht dazu entschlossen hat, den Epilog von The Garden of Sinners hierzulande zu veröffentlichen. Genau jetzt wäre doch der richtige Zeitpunkt gewesen, den Film einzeln auf DVD auf den Markt zu werfen und als Blu-ray mit in die Premium Box aufzunehmen. Diese Entscheidung kann ich vor allem deshalb nicht nachvollziehen, da The Garden of Sinners von Kritikern und Fans gleichermaßen bejubelt wird. Auch wenn die Hoffnung zuletzt stirbt und sich Besitzer der DVD-Ausgabe es sich zweimal überlegen sollten, aber sie die bedingte Aufwertung von Bild und Ton benötigen, kann jeder andere Interessierte auch bei der Premium Box von The Garden of Sinners bedenkenlos zugreifen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Garden of Sinners (Premium Box)!

Special: Elf Jahre Nintendo Gamecube

Heute vor elf Jahren erschien Nintendos würfelförmige Heimkonsole in Europa. Die Rede ist von der Spieleplattform Gamecube, welche das Schlusslicht der hauseigenen Konsolen-Charts von Nintendo bildet. Wir blicken auf die Glanzzeiten und Schattenseiten zurück.

Die Geschichte des Gamecubes beginnt eigentlich bereits schon einige Jahre vor dem Launch. Als sich der japanische Konzern dazu entschieden hat, mit dem Nintendo 64 nicht auf das im Videospielmarkt neue Speichermedium CD, sondern wieder einmal auf Module zu setzen, hat er sich zugleich zwei Feinde gemacht. Sony konnte mit der PlayStation ungleich mehr Daten auf einer CD speichern, als es Nintendo mit dutzenden Modulen hätte schaffen können. Sony hat mit der PlayStation bereits anderthalb Jahre zuvor eine kleine Revolution ausgelöst. Unser Lieblingskonzern hat mit seiner Aktion seinem Konkurrenten in die Hände gespielt und eine Konsole gestärkt, die ohne Nintendos Zutun zu Zeiten des Super Nintendos in dieser Form so nicht hätte entstehen können. Ein weiteres großes Problem war, dass Nintendo Square als sehr langjährigen Unterstützer der hauseigenen Konsolen an Sony verloren hat. Final Fantasy VII sollte nun nicht mehr für das Nintendo 64, sondern für die PlayStation erscheinen. Lange Zeit sollte es kein Final Fantasy, wie wir es in unserem Final-Fantasy-Special erörtert haben, mehr auf eine Nintendo-Plattform schaffen. Nachdem sich der Kubus nicht wie erhofft verkaufen konnte und zunehmend die guten Spiele ausblieben, entschied sich Nintendo zum Umdenken. Die Firma setzte allerdings nicht auf handelsübliche CDs, sondern auf MiniDVDs.

Mediendebakel

Die Möglichkeit, Spiele zu kopieren wurde somit stark eingeschränkt. Dies war sicherlich ein Kompromiss, denn nun war es Entwicklern möglich, auf einer Disc bis zu 1,4 Gigabytes an Spieldaten auf einem Medium zu speichern. Leider war auch hier die Konkurrenz ein wenig schlauer und setzte nun auf die uns allen bis heute noch bekannte DVD, welche unweit mehr Speicherplatz bietet. Genau dies wurde Nintendo immer wieder angekreidet, denn während Videospielfans mit dem Kauf einer PlayStation 2 auch einen integrierten DVD-Player spendiert bekamen, durften Besitzer eines Gamecubes im wahrsten Sinne des Wortes in die Röhre gucken und sich bei Bedarf noch ein zusätzliches Gerät zum Abspielen von Filmen kaufen. Nintendo konterte und gibt auch heute noch bei der Wii und Wii U an, dass man keine Kosten für hohe Lizenzen ausgeben und sich viel lieber auf das Wesentliche konzentrieren möchte, nämlich guten und zugänglichen Spielen. Im Verhältnis war der Gamecube damals ungefähr einhundert Euro günstiger als die Konsole aus dem Hause Sony, aber auch nur, da Nintendo die schleppenden Absatzzahlen bemerkt und die Preise in Europa um fünfzig Euro gesenkt hat. Chefredakteur Eric erinnert sich, dass er am Tag des Launchs gerade einmal 179 Euronen für den Würfel blechen musste.

Gelungene Launch-Titel

Gamecube Special (4)Hinzukamen jedoch noch Anschaffungskosten in Höhe von zwanzig Euro für die Memory Card, denn schließlich verfügen Speichermedien in Form von MiniDVDs und ähnlichem nun nicht mehr über den sonst gewohnten batteriegeschützten Speicher, den Nintendo-Fans noch aus Super-Nintendo- und Nintendo-64-Zeiten her kennen. Zum Launch legte sich Eric zudem noch die Titel Luigi’s Mansion und Star Wars Rogue Squadron II: Rogue Leader zu, die mit jeweils 59 Euro zu Buche schlugen. Unter den Launch-Titeln versteckten sich außerdem noch Wave Race: Blue Storm, Super Monkey Ball, Tony Hawk’s Pro Skater 3, Sonic Adventure 2 Battle oder Crazy Taxi. Obwohl der obligatorische Super-Mario-Launch-Titel ausblieb, war der Start der Konsole auf Seiten der Software durchaus gelungen. Obwohl Nintendo mit der Konsole zum Start vieles richtig gemacht hat, konterte Sony bereits kurze Zeit später mit einer drastischen Preissenkung der PlayStation 2. Der attraktive Preis konnte viele Spieler überzeugen, sich doch keinen Gamecube mehr zuzulegen und stattdessen lieber auf zusätzliche Funktionen, wie dem bereits angesprochenen DVD-Player zu setzen. Außerdem konnte man bei der Konkurrenz auf eine viel größere Spieldatenbank setzen, auch wenn sich mit der Zeit zunehmend Software-Gurken im Repertoire ansammelten.

Ein neuer Konkurrent

Spiele wie Final Fantasy X, God of War, Shadows of Colossus und andere Exklusivtitel fanden schnell ihre Fans, doch eines fehlte Sony unserer Meinung nach sehr – sympathische Maskottchen. So konnte Nintendo auf Fans von Mario, Link, Samus und den mittlerweile auch in Europa vertretenen Pokémon setzen. Ankündigungen wie die zeitweilige Exklusivität von Top-Marken wie Resident Evil und die Ankündigung eines Final-Fantasy-Spin-offs für den Gamecube von dem mittlerweile zu Square Enix fusionierten Konzern konnten sicherlich den einen oder anderen Spieler zur Rückkehr bewegen, doch Sony war mittlerweile nicht mehr der einzige Konkurrent, der Nintendo gefährlich werden konnte. Nachdem sich Sega aus finanziellen Gründen aus dem Konsolengeschäft zurückgezogen hatte und fortan nur noch Spiele für andere Konsolenhersteller produzieren wollte, stellte Microsoft seine neue Konsole vor. Die Xbox stieg 2002 fast zeitgleich mit dem Würfel in den Ring. Bis 2004 sollten sich beide Konsolen einen harten Schlagabtausch liefern, doch zunehmend war es für Nintendo immer schwieriger geworden, Dritthersteller für die Konsole zu gewinnen. Es erschienen immer weniger Spiele für den Würfel. Einzig und allein Nintendo konnte es über die gesamte Lebenszeit der Konsole schaffen, uns durchgehend mit Neuheiten zu faszinieren.

Innovationsreiche Spiele

Gamecube Special (6)Bereits kurz nach dem Start konnte der Mehrspieler-Hit Super Smash Bros. Melee seine Fans finden und Suchtpotential wecken, welches wohl erst ein Jahr später mit Mario Kart: Double Dash!! halbwegs getoppt werden konnte. Letzteres ist bis heute übrigens das innovativste Spiel der Reihe, denn zwei Fahrer in ein Kart zu setzen ist einfach eine Idee, die wir gerne noch einmal mit ein paar zusätzlichen Features in Mario Kart erleben möchten. Innovativ war auch der Start eines neuen Franchises. Mit Pikmin schickte Nintendo Astronaut Olimar auf einen Planeten, der unserer Erde ähnelt, jedoch nicht maßstabsgetreu. Käfer und Insekten waren auf einmal riesig und mussten mit den pflanzenartigen Pikmin bekämpft werden, damit wir Olimars Raumschiffteile allesamt wieder einsammeln konnten. Eine irrwitzige Idee, die Shigeru Miyamoto im Garten eingefallen ist. Mit Super Mario Sunshine schickte Nintendo im selben Jahr den Klempner in den wohl verdienten Urlaub, um dort ein völlig neues Abenteuer zu erleben. Ausgestattet mit einer Wasserspritze sorgte Mario in diesem Jump ’n‘ Run für viele neue Spielideen, die mit den aus dem Vorgänger bekannten Moves völlig neue Möglichkeiten offenbarten. Das Spiel wurde von der breiten Masse leider nicht angenommen, was wir sehr schade finden, doch auch wir Bemängeln das Fehlen einer Eiswelt im Spiel.

Abschied von Rare

Gamecube Special (7)Abschied nehmen musste Nintendo in jenem Jahr allerdings von einem treuen Entwickler, dem wir Spiele wie die klassische Donkey-Kong-Country-Trilogie, Banjo Kazooie oder Perfect Dark verdanken. Mit Star Fox Adventures stellte Rare das letzte Spiel für eine Nintendo-Heimkonsole fertig. In einem der The-Legend-of-Zelda-Reihe recht ähnlichen Spielprinzip musste Fox McCloud auf einem Dinosaurierplaneten die natürliche Ordnung wieder herstellen. Eigentlich war der Titel bereits für das Nintendo 64 in Planung gewesen, doch umso mehr freuen wir uns, dass Star Fox Adventures ein würdiger Abschluss des Jahres 2002 geworden ist und wir Rare in guter Erinnerung behalten dürfen, denn wie sich der Entwickler bis heute unter der Kontrolle von Microsoft gewandelt hat, dürfte im Falle der zahlreichen Kinect-Spiele mehr als deutlich sein. Während Microsoft mit der Xbox im Online-Markt bereits Fuß fassen konnte, hat Nintendo es damals versäumt, ebenfalls in dieser Szene mitzumischen. Einzig allein Phantasy Star Online: Episode I&II und Phantasy Star Online Episode III: C.A.R.D. Revolution haben das Gamecube-Modem beziehungsweise den Breitbandadapter offiziell in Europa genutzt. Mit der Wii U hat es Nintendo heute halbwegs geschafft, sich im Online-Markt zu behaupten. Trotzdem besteht noch Verbesserungsbedarf.

Rollenspiel-Alarm

Gamecube Special (8)Rollenspieler waren auf der PlayStation 2 zwar sicherlich besser aufgehoben, doch auch auf dem Gamecube gab es einige Perlen, die nicht unerwähnt bleiben sollten. Skies of Arcadia: Legends legte 2003 den Anstoß. Das Sega-Dreamcast-Remake spielt in einer Welt über den Wolken, in der Schlachten mit Luftschiffen tagtäglich sind. Kaum ein anderes Rollenspiel hat uns bis zu diesem Zeitpunkt so sehr begeistert gehabt, doch 2004 erschien mit Tales of Symphonia ein Spiel, welches noch mehr Fans für sich gewinnen konnte und dass obwohl zum ersten Mal ein Teil der Reihe in Europa erschienen ist. Paper Mario: Die Legende vom Äonentor führte das innovative Spielkonzept des Nintendo-64-Vorgängers nahtlos fort. Der zweite Teil schaffte es mit seinem Spielprinzip zwar ebenfalls wieder zu begeistern, doch die Mario-Welt aus dem ersten Teil wurde zunehmend mit anderen Elementen gemischt. Das macht zwar bei weitem kein schlechtes Spiel, doch viele Spieler mussten sich erst einmal an den, wenn auch nur geringen, Stilbruch gewöhnen. Der Herr der Ringe: Das Dritte Zeitalter, Baten Kaitos (Origins), Lost Kingdoms, Lost Kingdoms II und das Strategie-Rollenspiel Fire Emblem: Path of Radiance reihen sich in die Ruhmeshalle der Gamecube-Rollenspiele ein. Letzterer Serienableger erhielt mit Fire Emblem: Awakening kürzlich einen Nachfolger.

Rückkehr von Samus Aran

Gamecube Special (9)Nachdem Samus Aran nach ihren Auftritten auf dem Nintendo Entertainment System, dem GameBoy und dem Super Nintendo auf dem Nintendo 64 zwangsweise pausieren musste, war es umso schöner, sie ist in einer ungeahnten Grafikpracht auf dem Gamecube wiederzusehen. In Metroid Prime und Metroid Prime 2: Echoes kämpft sie wieder gegen Weltraumpiraten und um den Frieden in der Galaxis. Besonders wer den ersten Teil verpasst hat, sollte diesen schleunigst nachholen, denn er zählt bis heute zu einem der besten Spiele aller Zeiten. Fans des Survival Horrors freuten sich auf dem Gamecube noch über ein ordentliches Remake von Resident Evil, sowie über die Vorgeschichte Resident Evil Zero. Während der zweite und der dritte Serienteil nur im Ausland erschienen sind, gelang es Capcom Resident Evil 4 in Deutschland fast ungeschnitten zu veröffentlichen. Es fehlten lediglich ein paar Zusatzkapitel, die ebenfalls in der deutschen Fassung der späteren Wii-Portierung fehlten. Mit Resident Evil 4 gelang es Capcom jedoch, das angestaubte Spielprinzip mit Action zu versüßen. Viele Fans waren zwar empört, da sie von der Serie anderes gewohnt waren, aber trotzdem fand der Titel Gefallen bei Millionen Videospielfans. Als Geheimtipp unter den Survival-Horror-Spielen gilt bis heute übrigens Eternal Darkness – ebenfalls ein Gamecube-Titel.

Der The-Legend-of-Zelda-Stilbruch

Gamecube Special (10)Ähnliches widerfuhr auch der The-Legend-of-Zelda-Serie. Als der Gamecube, damals noch unter dem Codenamen Dolphin, vorgestellt wurde, hat man zudem auch Screenshots von einem (für damalige Verhältnisse) sehr hübschen Titels der weiten Welt präsentiert. Der Kampf zwischen Link und Ganondorf beeindruckte, doch dann entschied sich Nintendo dazu, einmal einen Comic-Stil auszuprobieren. Im Cel-Shading-Look erschien The Legend of Zelda: The Wind Waker fast auf den Tag genau zum einjährigen Geburtstag des Gamecubes und spaltete die Gemüter. Die einen liebten die neue Grafik, die anderen konnten sich mit ihr nicht identifizieren. Trotz dieser Diskussion entschied sich Nintendo dazu, das Spiel später indirekt mit The Legend of Zelda: Phantom Hourglass fortzusetzen. 2013 erscheint zudem noch ein Remake des Gamecube-Spiels für die Wii U. Viele schrecke das Segeln über den blauen Ozean ab, doch wir können euch beruhigen. Obwohl der Titel an der einen oder anderen Stelle unkonventionell wirkt, ist er im Kern dennoch ein echtes The Legend of Zelda. Selbiges gilt auch für The Legend of Zelda: Four Swords Adventures. Dieses bot die Möglichkeit, es mit bis zu vier Spielern anzugehen. Dafür war es aber wie bei Final Fantasy: Crystal Chronicles nötig, dass alle Spieler über einen GameBoy Advance samt Link-Kabel verfügten mussten.

Zauberwort Connectivity

Auf dem Fernseher wurden die vier Links dargestellt und sobald ein Spieler ein Haus oder eine Höhle aufsuchte, so wechselte das Geschehen auf seinen GameBoy-Advance-Bildschirm. Ein sehr innovatives, aber leider sehr teures Konzept. Wir kennen kaum jemand, der sich die Anschaffung für ein paar Titel leistete. Die Gamecube-GameBoy-Advance-Konnektivität war anfangs vielleicht ein Kaufargument, doch ging das Potential des Features schon sehr bald im Laufe der Zeit verloren. Wer allerdings GameBoy-Advance-Titel spielen, sich aber den Handheld nicht extra anschaffen wollte, konnte auch auf den GameBoy Player von Nintendo zurückgreifen, den man einfach an der Unterseite (ähnlich wie das Modem) andocken konnte. Der Gamecube bot trotz des immer dünneren Spiele-Angebots dennoch einige Features, die den Kauf auch Jahre nach dem Launch rechtfertigten. Leider verkaufte sich der Würfel noch weniger als die Vorgängerkonsole, weshalb Nintendo 2005 reagieren musste. Damals noch unter dem Namen Revolution kündigte Nintendo eine neue Konsole an, die Videospiele für immer verändern sollte. Wir alle wissen heute, dass Nintendo damit Recht behalten sollte. Die Wii ist nach der PlayStation 2 die bis heute meistverkaufte Konsole. Daran kam nur noch die erste PlayStation heran, die sich knapp mehr als einhundert Millionen mal verkauft hat.

Das Ende einer Ära

Gamecube Special (12)Einige Spiele wie Baten Kaitos Origins oder Harvest Moon: Magical Melody erschienen für dem Gamecube hierzulande nicht mehr. Letzterer Titel wurde 2008 noch auf die Wii portiert, doch konnte er uns zu diesem Zeitpunkt nicht mehr begeistern, da die Steuerung noch auf den gelungenen Gamecube-Controller ausgelegt war und nicht auf die neue Wii-Fernbedienung. Um dem Gamecube einen würdigen Abschluss zu spendieren, kündigte man 2004 bereits The Legend of Zelda: Twilight Princess an. Nachdem der Titel bis Mitte 2005 immer noch nicht erschienen war, wurde so jedem Nintendo-Jünger schnell klar, dass der Titel ein Launch-Titel für die Wii sein werden würde. So war es dann auch, doch eine Woche nach dem Launch der Wii erschien der Titel trotzdem noch für den Gamecube. Obwohl noch zwei, drei weniger wichtige Spiele für den Gamecube erschienen sind, kann man mit Fug und Recht behaupten, dass Nintendo den Gamecube mit The Legend of Zelda: Twilight Princess begraben hat. Eine Ära ist nach nur viereinhalb, oder wenn wir nach dem japanischen Launch gehen, fünf Jahren zu Ende gegangen. Eine sehr kurze Zeitspanne, wenn man sich im direkten Vergleich die aktuelle Konsolengeneration anschaut, die teilweise seit sieben langen Jahren in unseren Wohnzimmern residiert und uns ebenso viele schöne Stunden bereitet hat.

Erinnerungen

Wir blicken auf eine Zeit zurück, in der Nintendo viel experimentiert, Spieler vergrault und neue Fans gewonnen hat. Eine Zeit, in der wir zum ersten Mal mit Link über die Meere schippern konnten, mit Luigi auf Geisterjagd gegangen sind, im Flipper-Spiel Odama mittels eines Mikrofons Befehle ausführten und in Donkey Konga wie wild auf Bongos getrommelt haben. Wir werden diese Epoche niemals vergessen und in guter Erinnerung behalten und in gewisser Weise lebte der Gamecube weiter, denn in den ersten Auflagen der Nintendo Wii schlummert noch immer Gamecube-Architektur samt Anschlüsse für Controller und Memory Cards. Wer den einen oder anderen Klassiker von damals verpasst hat, darf diesen sehr gerne auf seiner Wii nachholen, sofern seine Wii noch abwärtskompatibel ist. Nintendo geht mit den Zeichen der Zeit und hat die Abwärtskompatibiltät mittlerweile gestrichen, um die Konsole in ihren vermeintlich letzten Tagen noch einmal mit einem günstigen Preis zu pushen. Dass was Nintendo mit der Wii mini erschaffen hat, meinen wir damit jedoch nicht. Wir sind gespannt darauf, ob wir in Zukunft wieder Kontakt mit dem Gamecube bekommen werden. Immerhin bietet die Wii U genügend Speicherplatz für den einen oder anderen Klassiker, den man ruhig zum Download anbieten könnte. Der Gamecube muss weiterleben – irgendwie.

Geschrieben von Eric Ebelt

Review: Professor Layton und die Schatulle der Pandora

Professor Layton und die Schatulle der Pandora (1)Bis heute erfreut sich die Professor-Layton-Reihe über eine große Fangemeinde. Der bunte Mix aus Point-and-Click-Adventure-Manier und Rätseleinlagen begeistert nicht nur das junge Publikum, sondern auch ältere Semester gleichermaßen.

Professor Layton und die Schatulle der Pandora (2)Nachdem Professor Hershel Layton mit seinem Assistenten Luke Triton vom Ausflug in das geheimnisvolle Dorf Saint-Mystère zurückgekehrt ist, erwartet die beiden auch schon das nächste große Abenteuer. Professor Laytons Lehrmeister, Dr. Andrew Schrader, hat nach jahrelanger Suche endlich die sagenumwobene Schatulle der Pandora gefunden. Jeder, der die kleine Truhe zu öffnen vermag, solle angeblich auf der Stelle den Tod widerfahren. Obwohl sich Schrader der Gefahr bewusst ist, hält er die Neugier nicht länger aus und öffnet die Schatulle. Das wissen Layton und Luke zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht und begeben sich zunächst zu Schraders Wohnung, um diesen dort auf dem Boden liegend vorzufinden. Von der Schatulle ist keine Spur zu sehen, doch verspricht Layton, Schraders Studien zu Ende zu führen. Der einzige Anhaltspunkt, wie das Abenteuer nun weitergeht, ist eine Fahrkarte für den Molentary-Express. Dabei handelt es sich um den luxuriösesten Zug der Welt! Somit lassen es sich Layton und Luke nicht nehmen, die Reise mit dem Zug fortzusetzen. Allerdings wissen sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wo die Zugfahrt tatsächlich enden wird und auf welche illustren Charaktere sie noch stoßen werden. Eines dürfte für den Professor und seinen selbsternannten Lehrling feststehen: Es wird wieder fleißig gerätselt werden!

Facettenreiche Rätselkost

Professor Layton und die Schatulle der Pandora (3)Der Spielverlauf hat sich gegenüber dem ersten Teil nicht wesentlich verändert. Nach wie vor klicken wir uns mit Hilfe des Touchpens durch die verschiedenen Örtlichkeiten, um dort viele verschiedene Personen anzusprechen oder Objekte zu untersuchen. Oft erzählen uns die Leute dann etwas über die besagte Ortschaft und noch öfter stellen sie uns ein Rätsel, welches wir nach Lust und Laune lösen dürfen. Uns werden zum einen leichte bis schwierige Logik- und Denkaufgaben gestellt und zum anderen gibt es Rätsel, die sich als Geschicklichkeitsanlagen entpuppen. Bei letzteren müssen wir beispielsweise in einem Tetris-ähnlichen Spielfeld den einen oder anderen Stein so verschieben, dass wir eine Kugel durch ein Labyrinth bewegen können. Oder wir dürfen den Springer auf unterschiedlichen Schachbrettern so hin- und her springen lassen, dass er währenddessen jedes einzelne Feld genau einmal berührt. In der Regel stellt uns das Spiel jedoch die besagten Logik- und Denkaufgaben. Da möchten von uns mathematische Aufgaben gelöst, Spielkarten in einer bestimmten Reihenfolge angeordnet oder die Rückseite eines Würfels erraten werden. Je nach Schwierigkeitsgrad des Rätsels und erfolgten Fehlversuchen in diesem, hagelt es für die Lösung am Ende eine bestimmte Menge Pikarat, die unser Können kurz und bündig ausdrücken sollen.

Abseits des Weges: Minispiele

Professor Layton und die Schatulle der Pandora (4)Kommen wir in einem Rätsel einmal nicht weiter, so dürfen wir Hinweismünzen für bis zu drei Hinweise ausgeben. Während der erste Hinweis eines jeden Rätsels meistens nur einen kleinen Tipp darstellt, sind die beiden anderen Hinweise schon sehr viel deutlicher. Man sollte mit den Hinweismünzen jedoch haushalten, da diese nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Finden können wir diese überall in der Spielwelt, wenn wir wahllos auf den Hintergründen des jeweiligen Geländes herumtippen. Im Molentary-Express schließt sich uns früher oder später ein Hamster an, den wir das Fett in einem Minispiel abtrainieren können, in dem wir verschiedene Objekte mitsamt unterschiedlichen Wirkungen, in seinem Käfig positionieren. Ist der Hamster fit genug, hilft er uns mit seinem frechen berlinerischen Dialekt bei der Suche nach den Münzen. Des Weiteren erhalten wir im Verlauf der Handlung immer mehr Bauteile einer Kamera, die wir schlussendlich zusammensetzen und somit an neun verschiedenen Orten Fotos von der Umgebung schießen können, um anschließend in Wimmelbildern die drei Unterschiede auszumachen. Wer wirklich ein richtiger Gentleman ist, der serviert auch vielen Notbedürftigen feinen und leckeren Tee, der jedoch ebenfalls erst in einem Minispiel durch gefundene Zutaten und meist nur durch Experimentieren gekocht werden kann.

Gesteigerter Umfang

Professor Layton und die Schatulle der Pandora (5)Diese Aufgaben sind jedoch nicht zwingend, doch wer auch nach dem Durchspielen noch ein paar schwierigere Rätsel lösen möchte, der sollte die Augen offenhalten und Fotos knipsen und Tee servieren. Während im Verlauf der Handlung maximal 138 Rätsel gelöst werden können, kommen zusätzlich noch 15 freischaltbare Rätsel hinzu. Falls ihr auch den Vorgänger des Spiels besitzt, könnt ihr dort mit Hilfe eines Passwortes Grafikskizzen und mit einem weiteren Passwort aus Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf ein weiteres Rätsel im zweiten Teil der Reihe freischalten. Wer mit seinem Nintendo DS online geht, hat zusätzlich die Möglichkeit, 33 weitere Rätsel herunterzuladen. Summa summarum macht das satte 187 Rätsel, die gelöst werden wollen. Das sind 25 Rätsel mehr als im Vorgänger und das sieht man auch deutlich an der Spielzeit. Wer wirklich alle Rätsel lösen, alle Gespräche führen, jeden Tee servieren, jedes Foto knipsen und den Hamster aufs Maximum trainieren möchte, der wird je nach Talent 25 bis 35 Stunden Spielzeit in das Spiel investieren können. In dieser Zeit erlebt man eine schöne Geschichte, viele tolle Kopfnüsse, einen charmanten Wortwitz, eine gute deutsche Sprachausgabe, wunderbare Anime-Szenen und für DS-Verhältnisse eine ebenso prächtige Grafikkulisse, die es so in Videospielen viel zu selten zu sehen gibt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Die letzte Berührung mit der Professor-Layton-Reihe hatte ich vor mehr als zwei Jahren. Damals war ich vom Gameplay sehr angetan und ich hatte nur wenig auszusetzen am Spiel. Das ändert sich mit dem zweiten Teil nur geringfügig. Zum einen kommt es mir leider so vor, dass ich viele Rätsel bereits irgendwie kenne und sie nur eine abgewandelte Form von Rätseln aus dem ersten Teil sind. Dass ich dann aber trotzdem stellenweise noch sehr viel knoble, was denn nun die richtige Antwort ist, spricht aber wiederum für das Spiel. Ich mag es, wenn mir die Antwort nicht direkt auf dem Silbertablett serviert wird. In Professor Layton und die Schatulle der Pandora gibt es meiner Meinung nach deutlich mehr Kopfnüsse als im Vorgänger, doch trotzdem gibt es zur Entspannung immer mal wieder ein paar leichte Rätsel. Zum anderen ist es schade, dass sich manchmal auch die unwahrscheinlichte Antwort als richtig entpuppt. Das soll keine Kritik sein, jedoch merkt man es einem Rätsel gelegentlich am Aufbau an, was auf dem Touchscreen nun angetippt werden muss. Außerdem finde ich es schade, dass es auf die Spielzeit umgerechnet zwar einige Anime-Sequenzen gibt, die jedoch fast allesamt sehr kurz ausfallen. Ebenfalls hätte ich mir gewünscht, wenn die (gute) deutsche Sprachausgabe öfters zum Einsatz gekommen wäre. Wer Rätsel mag oder bereits den ersten Teil der Serie mochte, kommt auch nicht um den zweiten Serienableger herum.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Professor Layton und die Schatulle der Pandora!

Review: Black Lagoon – Roberta’s Blood Trail

Black Lagoon - Roberta's Blood Trail (1)Auf vielen verschiedenen Fernsehsendern wurden 2006 in Japan die beiden Staffeln von Black Lagoon ausgestrahlt. Bis 2010 mussten japanische Fans auf eine Fortsetzung hoffen, die den Kreis um Rokuro, Revy und Co. jedoch abermals nicht schließt.

Black Lagoon - Roberta's Blood Trail (2)Das Leben in Roanapur geht seinen gewohnten Gang, denn auch einige Monate nach den in den ersten Staffeln gezeigten Abenteuern hat sich das Bild der Kriminalität in der fiktiven thailändischen Stadt nicht geändert. In der fünfteiligen Original Video Animation suchen sich die Mitglieder der Lagoon Company ihren Auftrag nicht aus. Um die Handlung jedoch zu verstehen, ist es einigermaßen wichtig, auch die erste Staffel der Serie gesehen zu haben. In dieser tauchte nämlich der Charakter Roberta erstmals auf und sorgte für jede Menge Unruhe. Nachdem der Vater ihres Dienstherren Garcia bei einem Attentat, durchgeführt von der Central Intelligence Agency, versehentlich ermordet wurde, möchte Dienstmädchen Roberta Vergeltung üben und begibt sich auf einen Rachefeldzug rund um die Welt. Garcia macht sich dementsprechend auf die Suche nach ihr und wird dabei von Fabiola Iglesias unterstützt. Sie ist sozusagen Vertreterin und Nachfolgerin von Roberta, ist jedoch nicht sehr viel älter als Garcia. Ihre Suche führt sie, wie es der Zufall so will, nach Roanapur und da Rokuro Garcia noch gut im Gedächtnis geblieben ist, ersucht er seine Hilfe. In der Zwischenzeit sind jedoch auch Agenten der Agency aus Langley in Roanapur eingetroffen. Dass Hotel Moskau und den Triaden diese Ankunft missfällt, dürfte jedem Kenner klar sein. Ein Straßenkrieg entbrennt!

Lösung des Konflikts

Black Lagoon - Roberta's Blood Trail (3)In den insgesamt fünf Episoden versucht der Anime nun die Geschichte von Roberta wieder aufzugreifen und weiterzuerzählen. Das gelingt ihm auch sehr gut, denn der Charakter wird mit seiner Medikamentensucht und seinen Wahnvorstellungen hervorragend eingefangen. Es bleibt bis zum Ende spannend, wie der innere Konflikt von Roberta und der zentrale Konflikt der Story gelöst werden wird. Am Ende entbrennt ein Kampf, der uns ein klein wenig auch an Videospiele wie Metal Gear Solid: Snake Eater 3D erinnert. Trotz der gelungenen Action-Szenen im Anime, sind es wieder einmal die Charaktere, mit denen die Handlung steht und fällt. Jede Bewegung, jede Reaktion und jeder Kommentar der Charaktere sind bedeutsam für die Story, denn sollte eines dieser Elemente falsch positioniert sein, kann die ganze Szene ins Unglaubhafte geschickt werden. Das liegt hier zum Glück nicht vor, was unter anderem an der deutschen und auch der japanischen Synchronisation liegt. In der deutschen Fassung hat man zudem wieder die alten Synchronsprecher aus der Serie engagiert, womit durchgehend dieselbe Atmosphäre, sowohl in der Serie als auch in der Original Video Animation, erzeugt wird. Schade ist nur, dass nicht alle Charaktere an Bedeutung erlangen. Dutch, Benny und Balalaika sind nur selten zu sehen. Rokuro und Revy dominieren den Anime wieder einmal.

Längere Episoden

Black Lagoon - Roberta's Blood Trail (4)Auf der optischen Seite besticht Black Lagoon – Roberta’s Blood Trail mit wunderschönen und den Situationen immer treffend zugehörigen Hintergründen, sowie mit an der Realität orientierten Charakteren. Es entsteht ein Look, den wir so leider viel zu selten in Animes erleben und trotz der Altersfreigabe ab 16 Jahren sehr erwachsen wirkt. Obwohl die Original Video Animation nicht weniger brutal und überzogen ist als die beiden Fernsehserienstaffeln, fragen wir uns hier, ähnlich wie bei Blood-C: Die Serie, wie die Freiwillige Selbstkontrolle Werke bewertet, zumal einige angesprochene Themen für jüngere Zuschauer ohnehin noch nicht so verständlich sind. Nichtsdestotrotz überzeugt uns die Geschichte, die in fünf Folgen erzählt wird, mehr als üblich. Die Qualität der letzten Episoden der zweiten Staffel kann die Original Video Animation zwar nicht erreichen, doch die zusammenhängende Story erreicht zumindest mehr den Anspruch der Zuschauer, als vielleicht noch die erste Staffel. Insgesamt kann Black Lagoon – Roberta’s Blood Trail ganze 168 Minuten unterhalten. Das heißt, dass jede Episode mit 33 Minuten ganze zehn Minuten länger ist, als eine herkömmliche Folge aus der Fernsehserie. Die Rahmenhandlung wird zwar abermals nicht geschlossen, doch wer die beiden Staffeln gesehen hat, wird hier wohl ohnehin keine Erwartungen mehr schnüren.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Vorweg kann man sagen, dass auch Black Lagoon – Roberta’s Blood Trail keinen Hehl daraus macht, die Geschichte um Rokuro und den Rest der Lagoon Company nicht zu einem wohlverdienten Ende zu erzählen. Dafür bekomme ich wieder eine Handlung spendiert, die mich wunderbar durch alle fünf Episoden der Original Video Animation führt. Da finde ich es auch sehr gut, dass man sich an einem bereits existierenden Charakter orientiert hat und nicht schon wieder neue Persönlichkeiten geschaffen hat. Der tragische Charakter der Roberta passt hervorragend in das Gesamtbild der Original Video Animation, welche in vier der fünf Episoden überwiegend in Roanapur, dem Sumpf des Verbrechens, spielt. Dass dadurch aber bestehende Charaktere wie Benny, Dutch und Balalaika storytechnisch leiden müssen, halte ich nicht für besonders gut. Jetzt, da ich sowohl die Serie, als auch die Original Video Animation konsumiert habe, habe ich aber dennoch Hunger nach mehr. Mir sind die Charaktere richtig ans Herz gewachsen und auch wenn die Handlung von Black Lagoon – Roberta’s Blood Trail im Grunde nur in der letzten Episode so wirklich an Tiefe gewinnt, würde ich mich sehr darüber freuen, wenn wir irgendwann wieder eine neue Staffel bekommen, um Platz für neue Abenteuer zu schaffen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Lagoon – Roberta’s Blood Trail!

Review: Black Lagoon – Die komplette 2. Staffel (The Second Barrage)

Black Lagoon - Die komplette 2. Staffel (The Second Barrage) (1)In der ersten Staffel von Black Lagoon haben wir bereits erkannt, dass sich die Serie die Zeit nimmt, um ihre Charaktere vorzustellen und dabei die Rahmenhandlung vernachlässigt. Das ändert sich in der zweiten Staffel zumindest ein wenig.

Black Lagoon - Die komplette 2. Staffel (The Second Barrage) (2)Wir erinnern uns an den Beginn der ersten Staffel. Der Büroangestellte Rokuro Okajima soll für seine Firma eine wichtige Datendiskette nach Borneo bringen. Auf dem Weg wird er von Piraten als Geisel genommen und von seiner Firma für tot erklärt. Nachdem sich auch noch die russische Mafia eingeschaltet hat, bekommt Rokuro zwar die Gelegenheit, wieder in sein altes Leben zu verfallen, doch beschließt er, sich den Piraten anzuschließen und somit ein Teil der Lagoon Company zu werden. Rokuro ist auf der Suche nach etwas. Nach etwas, was sein Leben erfüllt und einen neuen Sinn ergibt, denn in seiner Heimat, so denkt er, wird es dieses Etwas niemals finden. So lebt er zunächst wie die Piraten in den Tag hinein, um Aufträge für diverse Verbrechersyndikate anzunehmen. Nach Aufträgen und Kämpfen gegen Anhänger des Nationalsozialismus und Terroristen, kehrt so langsam der normale Alltag in der fiktiven thailändischen Hafenstadt Roanapur ein. Morde stehen zwar in der von Verbrechern regierten Stadt zwar an der Tagesordnung, doch dass binnen kurzer Zeit so viele Gangster aus dem Weg geräumt werden, ist auch für Roanapur ungewöhnlich. Balalaika, der Kopf von Hotel Moskau, setzt ein Kopfgeld auf die Verbrecher aus, die sich schon bald als rumänische Kinder entpuppen. Hier stellt der Anime eine Verbindung zur Realität und zum Zeitgeschehen her.

Das Beste kommt zum Schluss

Black Lagoon - Die komplette 2. Staffel (The Second Barrage) (3)Vor der rumänischen Revolution im Jahr 1989 wurden obdachlose Kinder zu Staatseigentum erklärt und zu Soldaten ausgebildet. Grund dafür war, dass Abtreibungen unter der Regierung von Diktator Nicolae Ceaușescu in der sozialistischen Republik Rumäniens verboten waren und das Land zunehmend mit einer Versorgungskrise zu kämpfen hatte. Die hier vorgestellten Kinder sind psychisch nicht der Situation gewachsen gewesen und kämpfen in Black Lagoon nach ihren Vorstellungen weiter. So lässt sich der Anime vermutlich in den frühen Neunziger Jahren einordnen. In den ersten Episoden erhält Revy Unterstützung von Schwester Eda, denn die beiden haben ganz andere Pläne als Hotel Moskau. In der zweiten Hälfte der Staffel, die insbesondere für Rock wichtig ist, sind Revy und Rock in Tokio unterwegs, um Balalaika dabei zu helfen, in Japan Fuß zu fassen. Rock dient dabei als Dolmetscher und Revy als seine Leibgarde. Es kommt zu einer Eskalation zwischen Hotel Moskau und der Yakuza. Hier kann der Anime deutlich beweisen, wie spannend er sein kann, wenn sich ganze sechs Episoden am Stück intensiv mit einer Thematik beschäftigen. Dementsprechend sind die letzten Folgen der Höhepunkt der Serie. Ebenso erfahren wir, wie sich Rocks Einstellung in dem einen Jahr, in welchem er mit der Lagoon Company kooperiert hat, verändert und nicht verändert hat.

Ästhetischer Anime

Black Lagoon - Die komplette 2. Staffel (The Second Barrage) (4)Ein großes Finale, auf dem die Serie in den zwei (einzigen) Staffeln hinzielt, gibt es leider nicht. Das finden wir sehr schade, denn selbst der Anime Cowboy Bebop, der sich ebenfalls vor allem auf seine Protagonisten konzentriert, hat mit einem Paukenschlag geendet. Zwar bleibt Black Lagoon alles andere als ein schlechter Anime, aber ein durchlaufender roter Faden bis zum Ende hätte uns gut gefallen. Dafür schafft es jedoch auch die zweite Staffel mit ihrer Ästhetik, ihrem Soundtrack und ihren abgeschlossenen Geschichten zu punkten, die uns wohl noch für einige Zeit sehr gut im Gedächtnis bleiben werden. Alle Charaktere wirken realistisch und gehen einher mit Hintergründen und Objekten. Jeder Moment wird mit einer vortrefflichen Geräuschkulisse und mit der passenden Musik unterlegt. Die deutsche Synchronisation ist zwar wie in der ersten Staffel gut gelungen, doch bemerken wir deutlich, dass die Sprecher einfach nur ablesen, wenn englischsprachige Sätze gesprochen werden. Da hätte man tatsächlich das Eingesprochene nach der Aufnahme mehrmals überprüfen beziehungsweise überarbeiten müssen. Neben der deutschen Tonspur liegt der Anime auch noch in Japanisch, Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch vor. Wer bereits die erste Staffel mochte, wird Black Lagoon – Die komplette 2. Staffel (The Second Barrage) lieben!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem mir die erste Staffel bis auf die angesprochenen negativen Punkte gut gefallen hat, habe ich natürlich auch die zweite Staffel angeschaut und bekam im Grunde dasselbe geliefert, wie noch bei den ersten zwölf Episoden. Ein roter Faden zieht sich nicht nur den Anime und dieser möchte sich wieder viel lieber auf die Charaktere, insbesondere Rokuro, Revy und Balalaika, konzentrieren. Zu einem Finale der Extraklasse haben die vielen Informationen jedoch nicht gereicht, was ich aber gar nicht bemängele, denn das Ende der zweiten Staffel ist für den Moment sehr, sehr zufriedenstellend. Leider taucht jetzt nicht nur Benny, sondern auch Dutch kaum mehr auf. Das ist besonders deshalb nicht gerade gut, da es sich hierbei ja um ein Unternehmen und ein Team handelt. Dafür erhalte ich viele Einblicke in Balalaikas Charakter und ihre Vergangenheit. Nicht nur an der Machart, sondern auch an den historischen Eckpunkten kann ich als Mensch mit einem Faible für Geschichte erkennen, welchen Zeitgeist der Anime einfangen möchte. Black Lagoon eignet sich also vor allem für jene Anime-Liebhaber, die sich für den Werdegang der auftretenden Protagonisten und Antagonisten interessieren. Wenn dieses Merkmal bei euch vorliegt, dann könnt ihr auch mit der zweiten Staffel von Black Lagoon nichts falsch machen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Lagoon – Die komplette 2. Staffel (The Second Barrage)!

Review: Black Lagoon – Die komplette 1. Staffel

Black Lagoon - Die komplette 1. Staffel (1)Black Lagoon – Die komplette 1. Staffel begeistert mit toller Action, vielschichtigen Charakteren, einer ordentlichen Prise Humor und Anspielungen auf die amerikanische Filmindustrie, doch enttäuscht der Anime etwas mit seiner Erzählstruktur.

Black Lagoon - Die komplette 1. Staffel (2)Ein Büroangestellter hat es absolut nicht leicht. Hier spricht der Redakteur nicht etwa über seine vor Jahren abgeschlossene Ausbildung, sondern über das Schicksal vom jungen Rokuro Okajima. Dieser hat von Asahi Industries, der Firma für die er arbeitet, eine Datendiskette anvertraut bekommen und soll diese persönlich nach Borneo bringen. Anstatt jedoch ein Flugzeug zu nehmen, wählt Rokuro den umständlichen Seeweg. Piraten und Söldner, die von der russischen Mafia angeheuert wurden, fangen den Büroangestellten auf hoher See ab und nehmen ihn gefangen. Doch anstatt ihn in Ketten zu legen, wird er relativ freundlich von dem dreiköpfigen Piraten-Team, bestehend aus dem Anführer Dutch, dem Computercrack Benny und der toughen Revy, aufgenommen. Unterwegs bekommt Rokuro die Möglichkeit, mit seinem Vorgesetzten Kageyama zu telefonieren. Dieser ist zwar alles andere von den Machenschaften seiner Firma überzeugt, doch sieht er ein, dass die geheimen Daten auf der Diskette nicht in falsche Hände geraten dürfen und beauftragt ein Spezialkommando, Rokuro und die Piraten auf offener See abzuschießen und Rokuro anschließend offiziell für tot erklären zu lassen. Nachdem dieses Manöver misslingt, einigt sich Asahi Industries mit den Auftraggebern der Piraten. Rokuros Wut auf seinen Auftraggeber steigt weiter an.

Charakterbetonte Handlung

Black Lagoon - Die komplette 1. Staffel (3)Bei der Übergabe beschließt Rokuro jedoch nicht zu seinem Arbeitgeber zurückzukehren und ab sofort gemeinsame Sache mit den Piraten zu machen. Dass das der Aufhänger für eine tolle Handlung sein kann, dürfte jedem klar sein. Allerdings wird dieser als solcher nicht genutzt, denn anstatt eine fortlaufende Handlung zu erzählen, verstrickt sich die Story lieber in viele kleine Geschichten. Diese können uns jedoch durchaus überzeugen, denn so kämpfen die Piraten mit Waffengewalt gegen nationalsozialistische Anhänger, die glaubhaft auf Werten des Dritten Reiches aufbauen, und gläubigen Terroristen, die vor Entführung und Folter keinen Halt machen. Anstatt die Handlung in den Vordergrund zu rücken, konzentriert sich der Anime stärker als andere Werke der japanischen Zeichentrickkunst auf seine Charaktere. Dutch behält immer einen klaren Kopf, sieht jede erdenkliche Möglichkeit so nüchtern wie nur möglich und Benny verhält sich eher gekonnt im Hintergrund. Viel wichtiger wird jedoch die Beziehung zwischen Rokuro, der fortan von seinen Kameraden nur noch Rock genannt wird, und Revy. Während Rokuro zunächst noch an feste Ideale glaubt, legt dieser diese sehr schnell ab und unterstützt die Lagoon Company wo er nur kann. Revy hingegen sieht Rokuro zunächst nicht als gleichwertigen Team-Kollegen an und wirkt deutlich gewalttätig.

Seitenhiebe auf Hollywood

Black Lagoon - Die komplette 1. Staffel (4)Optisch befinden sich alle zwölf Episoden der ersten Staffel auf einem hohen Niveau, denn das Bild macht in 1080p und im 16:9-Format eine gute Figur. Hintergründe wirken glaubhaft und bezaubern mit der Landschaft im südostasiatischen Raum. Die Charaktere machen einen sehr realistischen Eindruck, haben realitätsbezogene Konturen und durch die gelungene deutsche Vertonung wirken sie sehr echt. Insbesondere durch den Humor, der nicht nur einmal einen Seitenhieb auf Hollywood loslässt, können die Charaktere bei uns punkten. In einer Kneipenschießerei wird sogar einmal Bud Spencer erwähnt. Fein! Neben der deutschen Tonspur befinden sich auch noch der japanische Originalton, sowie die Synchronisationen aus Italien, England, Spanien und Frankreich auf der Disc. Untertitel lassen sich jedoch im Menü nicht frei wählen und eine Kombination aus mehreren Sprachen ist somit ebenfalls nicht möglich. Wer auf Bonusmaterial hofft, wird jedoch enttäuscht. Auf beiden Blu-rays befinden sich lediglich ein paar Trailer zu anderen Anime-Produktionen. Insgesamt erreichen die zwölf Episoden der ersten Staffel eine Laufzeit von etwa 280 Minuten und können, sofern man eher den Anspruch auf Charaktere anstatt eine Handlung legt, durchaus überzeugen. Dadurch, dass ein Cliffhanger am Ende der zwölften Episode fehlt, macht das Paket einen runden Eindruck.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray): Black Lagoon ist einer der Namen, den man immer wieder in Verbindung mit guten Anime-Empfehlungen hört. Lange habe ich darauf gewartet, Black Lagoon in vernünftiger Qualität anschauen zu können und wurde fast nicht enttäuscht. Ich finde die vielen kleinen Geschichten des Animes interessant, die Musik absolut passend zu den jeweiligen Situationen und die Charaktere mit ihrem sehr ausdrucksstarken Humor (insbesondere Revy) einfach nur grandios. Black Lagoon erinnert mich ein wenig an Cowboy Bebop, da die charakterbetonte Handlung doch recht ähnlich ist. Trotzdem hat Black Lagoon genügend Merkmale, um nicht mit anderen glorreichen Animes verglichen werden zu müssen. Obwohl mir die auf den Charakteren liegende Betonung gefällt, stört es mich dann und wann doch ein wenig, dass die Handlung nicht so ganz auf der Höhe der Zeit ist. Zwischenzeitlich hängen zwar immer mal wieder die eine oder andere Episode zusammen, doch das war es dann auch schon. Außerdem stören kleine Logikfehler die Storyline (jedoch nicht wesentlich). Eine übergreifende Geschichte erzählt Black Lagoon höchstens in den ersten beiden Episoden und ebbt danach in diesem Punkt stark ab. Ich hoffe sehr, dass sich das in der zweiten Staffel ändern wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Lagoon – Die komplette 1. Staffel!

News: Armutszeugnis für die Wii U

Battlefield 4 (1)Die Redaktion unserer Partnerseite N Insider berichtete auf ihrer Internetseite über eine eher dunkle Zukunft der Wii U, denn zwei Grafik-Engines, genauer gesagt die Unreal Engine 4 und die Frostbite Engine 3, sollen wohl nicht auf der Wii U laufen beziehungsweise für diese umgesetzt werden. Während Epic bereits Klarheit schaffte und sagte, dass die Unreal Engine 4 auch bei der Spielentwicklung für die Wii U genutzt werden könnte, bleibt das Rückrudern beim Entwickler Dice noch aus. So werden sicherlich einige Spiele wie die künftigen Spiele der Dragon-Age- und Mass-Effect-Reihe für die Wii U nicht erscheinen können. Schwach!

Erics Meinung: Für Nintendo ist es derzeit echt nicht leicht, denn nach und nach springen wohl immer mehr Entwickler ab und wenn Entwicklern jetzt schon diverse Engines verwehrt werden, dann ist das ein Armutszeugnis. Auch wenn ich mich für Battlefield 3 so gut wie gar nicht interessiere, ist das für Dice schon ein starkes Stück. Immerhin stellt Electronic Arts auf der letzten E3 Bildmaterial vom Ego-Shooter zur Verfügung, der auch auf der Wii U möglich hätte sein sollen. Wenn schon Battlefield 3 für die Wii U gecancelt wird, dann kann man doch wohl erwarten, dass man die Konsole zumindest mit dem Nachfolger beliefern will. Die Köpfe bei Electronic Arts denken wirklich, dass sich eine Konsole erst einmal verkaufen muss, bevor die hauseigenen Spiele für diese erscheinen beziehungsweise die Engine diese Spiele erst möglich macht. Diese Engstirnigkeit macht mich richtig krank, denn die Marken Dragon Age und Mass Effect sind sehr groß und es wird sicherlich auch mehr interessierte Wii-U-Käufer geben, wenn das Angebot durch solche Marken aufgewertet wird.

Review: Monster Hunter 3 Ultimate

MH3イラレAls vor drei Jahren Monster Hunter Tri für die Wii erschien, fasste das Franchise erstmals Fuß auf einer Nintendo-Plattform. Besagtes Spiel erstrahlt jetzt erneut für Wii U und 3DS – mit besseren Qualitäten und größeren Schwächen als das Original.

Monster Hunter 3 Ultimate (2)Wer jetzt darauf hofft, dass sich Spielwelt, Interaktionsmöglichkeiten und Gameplay stark von der Wii-Fassung abheben, wird sicherlich von der Portierung enttäuscht sein. In Monster Hunter 3 Ultimate bekommen wir nämlich nach wie vor die gewohnte Kost vorgesetzt, die sich nur minimal von den im Jahr 2010 veröffentlichten Spiel unterscheidet.  Das fängt bereits mit der Story an, denn anstatt die Handlung zu erneuern und zu verbessern, landen wir in der ersten Spielminute wie gehabt im Hafen des Ortes Moga und werden direkt Zeuge von einer vermeintlichen Naturkatastrophe. Ein Erdbeben erschüttert das Dorf – die Bewohner sind außer sich! In Gesprächen mit den Dorfbewohnern erfahren wir, dass der Leviathan Lagiacrus für die Beben verantwortlich ist und dass es noch kein Monsterjäger geschafft hat, die Bestie zu erlegen. Das klingt nach einem Auftrag für unseren Recken, der jedoch zu Spielbeginn noch viel zu schwach für die Jagd auf solch ein riesiges Monster ist. Nicht mehr und auch nicht weniger wird uns in Monster Hunter 3 Ultimate vorgesetzt – das war bereits vor drei Jahren nicht ausreichend! Bevor wir jedoch auf die Jagd gehen, müssen wir unseren Recken zunächst in einem Editor erstellen, der Dank des Wii U GamePads wesentlich komfortabler zu bedienen ist. Es bleiben bei der Charaktererstellung kaum Wünsche offen. Muskelprotze, Milchbubis und toughe Damen können wir mit dem Werkzeugkasten erstellen. Wer allerdings Rassen oder gar Klassen auswählen will, ist hier an der falschen Adresse.

Waidmanns Heil!

Monster Hunter 3 Ultimate (3)Egal wie unser Charakter im Endeffekt aussehen wird. Er ist und bleibt ein humanoider Monsterjäger, der bereit für seine erste Jagd in der fast unveränderten Spielwelt von Monster Hunter 3 Ultimate ist. In den nächsten Spielstunden geht es also in erster Linie um die Monsterjagd und die hat es stellenweise wahrhaftig in sich! Während wir bei unseren ersten Gehversuchen in der Regel nur auf kleinere Monster treffen, die sich an morphologischen Merkmalen von Dinosauriern oder rezenten Tieren orientieren, sind es mit zunehmender Spieldauer immer größere Exemplare, die von uns ins virtuelle Nirwana geschickt werden wollen. Die Kämpfe gegen die großen Wyvern gehören dann auch zu den Highlights des Spiels, denn solch ein Kampf kann schon mal eine halbe Stunde Zeit in Anspruch nehmen. Nur Monsterjäger, die sich im Dorf mit den wichtigsten und hilfreichsten Items eingedeckt haben, die beste Ausrüstung tragen und die Taktik der Gegner durchschauen, können so einen Kampf überhaupt erst überstehen. Um sich für so einen Kampf zu rüsten, müssen wir in der Spielwelt Erze mit einer Spitzhacke schürfen, Insekten mit einem Netz einfangen, Knochen sammeln und Tiere ausbeuten. Für letzteres sollten wir uns übrigens beeilen, denn trotz der starken Hardware der Wii U schafft es die Technik des Spiels immer noch nicht, die Leiche eines besiegten Monsters lange genug auf dem Fernsehbildschirm darzustellen.

Definition eines Helden

Monster Hunter 3 Ultimate (4)Kämpfen wir gegen mehrere Monster, ist es nach dem Ableben aller Kreaturen fast ein Ding der Unmöglichkeit, wirklich jedes einzelne Individuum auszubeuten. Die gefundenen Items können wir im Dorf entweder verkaufen, sie zu gänzlich neuen Items kombinieren oder uns auch Ausrüstungsgegenstände zusammenschustern lassen. Letzteres ist für das Vorankommen unvermeidlich! Anstatt wie in anderen Action-Rollenspielen Erfahrungspunkte zu sammeln und nach und nach Stufen aufzusteigen, definiert sich unser Charakter nahezu ausnahmslos über seine Ausrüstung. Das heißt, dass unser Jäger auch nur so viel Schaden anrichten kann, wie seine Waffe es zulässt und er entsprechend auch nur so starke Treffer aushalten kann, wie seine Rüstungsgegenstände aushalten. Eine Energieleiste, die mit Tränken wieder aufgefüllt werden kann, gibt es aber selbstverständlich auch in Monster Hunter 3 Ultimate. Neben unserer Energie sollten wir aber auch auf unsere Ausdauer achten, denn je mehr wir uns durch die unterschiedlichen Themenwelten außerhalb des Dorfes bewegen, desto eher nimmt diese rapide ab. Dass schwache Jäger starken Monstern fast aussichtslos unterlegen sind, dürfte klar sein. Haben wir vom Einzelspielermodus genug, können wir die Jagd online fortsetzen. Dazu segeln wir einfach von Moga aus in eine neue Stadt und treffen dort auf andere europäische Spieler, mit denen wir uns in Vierergruppen für die Jagd zusammenschließen.

Online-Jagden

Monster Hunter 3 Ultimate (5)Um uns im Kampf abzusprechen, können wir entweder aus vorgefertigten Sätzen wählen, Eingaben auf der eingeblendeten Wii-U-GamePad-Tastatur machen oder – am effektivsten – einfach den Sprachchat nutzen, der über das Mikrofon der Steuerungseinheit abläuft. Besitzen wir jedoch nur die 3DS-Fassung und keine Wii U, können wir mit dem 3DS-Spiel nicht online gehen. Alternativ können wir höchstens lokal mit bis zu drei Besitzern der 3DS-Fassung den Mehrspielermodus der Wii-U-Fassung genießen. Einen lokalen Splitscreen-Modus gibt es schon wieder nicht. Schwach! Da die Neuauflage des Spiels für Wii U und den 3DS erscheint, ist den Entwicklern jedoch eine nette Idee gekommen. Besitzen wir beide Versionen, können wir den Spielstand von einer Fassung auf die andere übertragen und mit ein- und demselben Jäger unterwegs die Jagd fortsetzen. Wer von Bus- und Bahn abhängig oder beruflich viel unterwegs ist, wird diesen Vorteil der neuen Versionen zuschätzen wissen. Ansonsten halten sich die Neuerungen stark in Grenzen, denn bis auf ein paar einzelne neue Monstertypen, neue Waffen und Begleiter, sowie eine geringfügig überarbeitete Technik, bekommen wir in Monster Hunter 3 Ultimate keine neuen Inhalte zu Gesicht. Die Technik ist es im Endeffekt jedoch, welche Monster Hunter 3 Ultimate das Genick bricht. Anstatt die Auflösung einfach nur zu erhöhen, hätte man deutlich mehr an der Optik feilen müssen.

Veraltete Technik

Monster Hunter 3 Ultimate (6)Was auf der Wii noch für offene Münder gesorgt hat, geht auf der HD-Konsole einfach nicht mehr. Verwaschene Texturen und magere Charaktermodelle stehen an der Tagesordnung. Auf dem 3DS macht das Spiel hingegen noch einen ganz ordentlichen Eindruck, zumal man dort auch alle Texte problemlos lesen kann. Sitzt man weiter als anderthalb Meter vom Bildschirm des Fernsehers entfernt, was aus gesundheitlichen Gründen unbedingt der Fall sein sollte, muss man die Augen schon sehr zusammenkneifen, um Spaß an den Dialogen zu haben. Eine Sprachausgabe hat man dem Spiel nämlich nicht spendiert. Wenn man sich vor Augen führt, dass das Spiel ursprünglich für die PlayStation 3 entwickelt wurde, fragt man sich wahrhaftig, wo die Überreste der einstigen Entwicklung geblieben sind. Diese hätte man wunderbar in Symbiose mit der Wii-Fassung bringen können, um Monster Hunter 3 Ultimate optisch zu einem Erlebnis zu machen. So bleibt unterm Strich nahezu das gleiche Spiel wie 2010. Es wird einem kaum etwas erklärt, vieles muss in der komplexen Spielmechanik schmerzlich selbst herausgefunden werden und Einzelspieler werden ohnehin nicht lange Spaß am Spiel haben. Wer jedoch sehr gerne online spielt, nichts gegen ein auf Dauer eher stark monotones Spielprinzip hat und die technischen Mängel des Spiels im Kopf ausblenden kann, der kommt um Monster Hunter 3 Ultimate nicht herum!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii- und Wii-U-Fassung): Als ich 2010 zum ersten Mal mit dem Monster-Hunter-Franchise konfrontiert wurde, war ich auf der PlayStation Portable schon nicht sonderlich angetan. Als ich dann für das NMag auch noch Monster Hunter Tri testen durfte, habe ich nicht sonderlich viel mehr Spaß mit dem Titel gehabt. Da es sich um ein Action-Rollenspiel handelt, erwarte ich auch, dass ich eine entsprechende Story erfahre, doch das ist hier nicht der Fall. Während ich darüber vielleicht noch hinwegsehen kann, will ich aber unbedingt, dass man mir das Spiel auch erklärt. Insbesondere jetzt, wo Capcom die Bedienungsanleitung gerade mal auf ein Blatt Papier runtergeschraubt hat (was bei einem solch komplexen Spiel wie Monster Hunter 3 Ultimate sicherlich nicht förderlich ist!), finde ich mich noch weniger in der Spielwelt mit ihren teils komplexen Mechaniken absolut nicht mehr zurecht. Mir fehlen die Verknüpfungen zwischen den Interaktionen, mir fehlen Hinweise darauf, wie man Arbeitswege optimiert und mir fehlen Erklärungen zur ökonomischen Jagd. Ich habe nichts dagegen, wenn ich in einem Spiel auch mal selbst etwas herausfinden muss, aber Monster Hunter 3 Ultimate verschließt sich so sehr, dass ich auch drei Jahre nach der ersten Veröffentlichung des Spiels nicht warm mit dem Franchise werde. Die Wii-U-Fassung leidet zudem auch noch unter technischen Defiziten, die mir den Spielspaß fast vollständig nehmen. Die Dialogtexte und manche Beschreibung sind so dermaßen klein, dass ich für das Verständnis gesundheitliche Risiken in Kauf nehmen und mich anderthalb Meter vor meinen Fernseher setzen muss. Monster Hunter 3 Ultimate ist für mich also alles, nur keine liebevolle Portierung von der alten auf die neue Konsolengeneration. Capcom, nachsitzen!

News: Anzeichen für No More Heroes 3

Die Redaktion von N Insider berichtete über ein mysteriöses Artwork, welches womöglich auf ein weder angekündigtes, noch bestätigtes No More Heroes 3 hinweist. Die ersten beiden Teile erschienen zunächst exklusiv für die Wii, doch der erste Teil wurde nachträglich für die Xbox 360 und die PlayStation 3 umgesetzt. Ob Suda51 auch diesmal Nintendo die Treue halten wird und das Spiel zunächst exklusiv für die Wii U veröffentlichen wird, ist indessen ebenso unklar. Zu wünschen wäre es Nintendo, denn die Wii U verkauft sich bei weitem nicht so gut, wie sich das Unternehmen das vorgestellt hat.

Erics Meinung: Da ich derzeit alle aktuellen Konsolen mein Eigen nenne, ist es mir egal, auf welcher Plattform der Teil der No-More-Heroes-Reihe erscheint, sofern es sich überhaupt um besagtes Spiel auf dem Artwork handeln sollte. Seitdem ich vor einigen Jahren die beiden Spiele für die Wii gespielt habe, warte ich sehnsüchtig auf eine Fortsetzung. Suda51 ist ein genialer Entwickler, dem viele skurrile Ideen durch den Kopf schwirren und ebenso viele in seinen Spielen verarbeitet werden. Sollte das Spiel zunächst exklusiv für die Wii U erscheinen, gibt es für Nintendos Konsole zumindest zeitweise einen Interessenschub bei Spielern, die ein außergewöhnliches Spiel zu schätzen wissen.

Review: Toki Tori

Toki Tori (1)Europäische Entwicklerstudios haben nicht nur ein Faible für Rollen- und Strategiespiele, sondern auch für Denk- und Geschicklichkeitsspiele. Das niederländische Entwicklerstudio Two Tribes beweist dies 2001 mit Toki Tori für den GameBoy Color.

Toki Tori (2)Seit dem Release sind nun mehr elf Jahre vergangen und endlich hat das Spiel seinen Weg in den eShop des Nintendo 3DS gefunden. Grund dafür dürfte wohl die Veröffentlichung von Toki Tori 2 für den eShop der Wii U im April 2013 sein, um die Spieler auf den zweiten Teil einzustellen. Wie sich das für Geschicklichkeitsspiele gehört, ist die Handlung zweitrangig, doch beginnt sie mit einem schönen Tag auf einer namenlosen Hühnerfarm. Unbesorgt picken die Hühner ein Korn nach dem anderen auf, doch dann werden plötzlich alle Eier aus dem Stall gestohlen. Ein Ei wird dabei jedoch zurückgelassen und zufällig schlüpft gerade in dem Moment aus diesem Ei der titelgebende Held Toki Tori. Obwohl das Küken gerade erst aus dem Ei geschlüpft ist, beschließt Toki Tori, die Entführer zu suchen. Gerade noch kann der Hühnerheld den Hügel mühselig erklimmen, um zu schauen, in welche Himmelsrichtungen seine Brüder und Schwestern entführt wurden. Zugegeben klingt das alles sehr weithergeholt, doch logischer könnte der Aufhänger für das nachfolgende Abenteuer nicht sein. Dutzende Levels warten nämlich nur darauf, von uns erforscht zu werden. Ziel eines jeden Level ist es, jedes einzelne Ei einzusammeln und am Ende die große Reunion zwischen allen Küken zu feiern. Dass dieses Unterfangen nicht ganz ohne Gefahren auskommt, dürfte klar sein.

Geplantes Vorgehen

Toki Tori (3)So durchkämmen wir zunächst noch die relativ freundlichen Forest Falls, um danach im Creepy Castle auf schaurige Gespenster zu treffen. Anschließend machen wir noch die Slime Cave und die Bubble Barrage unsicher. Auf den ersten Blick macht das Spielgeschehen den Eindruck, dass es sich hierbei um ein Jump ’n’ Run handelt, doch das stimmt nur zum Teil. Toki Tori kann man zwar springen, doch dieser Sprung ist so unscheinbar, dass er nur für eine einzelne kleine Stufe reicht. Viel mehr müssen wir unseren Weg durch die Levels im Vorfeld planen, denn um jedes Ei einzusammeln (was für den Abschluss eines Levels erforderlich ist), müssen wir wohl überlegt vorgehen. So kann man sich eigentlich relativ sicher sein, dass das Ei in einer Grube wohl das letzte Ei ist, was wir in dem jeweiligen Level einsammeln sollten. Es gibt jedoch auch Items, welche die Levels sehr viel facettenreicher machen. Beispielsweise können wir mit der Fähigkeit Brückenbauer ein kleines Brückenstück auf einem Abgrundfeld platzieren, um dieses unbeschadet zu überqueren beziehungsweise zu einem Ort zu gelangen, an dem wir ohne diese kleine Brücke niemals gelangt wären. Mit dem Telewarp können wir ein unüberwindbares Feld auslassen, um so etwa eine Felswand mittels Teleportation zu umgehen. Liegen Blöcke im Weg, verändern wir mit Ziegelschaltern einfach ihre Position.

Kombinierbares Item-Repertoire

Toki Tori (4)Schon nach wenigen Minuten bekommen wir es in Toki Tori mit dem ersten Gegner zu tun. Da unser Held, das Küken, für eine direkte Konfrontation viel zu schwach ist, müssen wir hier ebenfalls zu einem Item greifen – der Gefrierautomatik. Mit diesem Gewehr können wir Feinde einfrieren und den daraus entstandenen Eisblock womöglich noch als Überbrückung dienen. Um Geister loszuwerden, empfiehlt es sich sogar, die eine oder andere Geisterfalle zu errichten. Wo genau wir die Items einsetzen sollen, erkennen wir, wenn wir die Augen des Kükens benutzen und uns im gesamtem Level frei umschauen können (der Timer läuft in dem Falle aber trotzdem weiter). Egal wie wir es wenden oder drehen – bereits nach wenigen Levels müssen wir die verschiedenen Items allesamt miteinander kombinieren, denn manche Items können sowohl für die eine als auch die andere Situation genutzt werden. Nur wer clever vorgeht, kann Toki Tori auch zu einem Abschluss bringen. Die ganz schwierigen Levels einer Spielwelt lässt uns der Titel aber freundlicherweise auch überspringen. Hardcore-Spieler werden sich vor etwaigen Herausforderungen aber selbstverständlich nicht drücken. Toki Tori besticht nahezu durchgehend mit einer liebevollen Grafik, einem munteren Soundtrack und vielen interessanten Spielideen, die auch heutzutage noch taufrisch wirken.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Virtual-Console-Fassung): Einen Kontakt mit Toki Tori hatte ich zuletzt auf einem Event von Nintendo in Köln, wo ich die Wii-U-Fassung des zweiten Teils anspielen konnte. Diese hatte allerdings noch einige kleine Kinderkrankheiten und krankte teilweise auch an Bugs. Zum Glück lag das aber wohl nur an der Vorführungsversion, denn die GameBoy-Color-Ausgabe, die es nach langer Zeit endlich in den eShop des Nintendo 3DS geschafft hat, hat diese Fehler nicht. Von der ersten Minute an kann mich Toki Tori überzeugen, denn die Entwickler haben es nicht versäumt, den Schwierigkeitsgrad leicht ansteigend zu programmieren und hin und wieder mir die eine oder andere Kopfnuss in den Weg zu legen. Langweilig, uninteressant und anspruchslos wird es also nie! Bemerkenswerter ist dabei sogar, dass die meisten Spielideen heutzutage zwar schon in dem einen oder anderen Spiel in abgewandelter Form auftauchen, doch die Grundsätze in Toki Tori noch allesamt taufrisch wirken. Das einzige, was ich bisher am Spiel bemängeln kann, ist, dass der Soundtrack zwar mit munteren Melodien punktet, diese sich aber zu wenig abwechseln. Ein Fehler, den man unter Umständen aber getrost ignorieren kann. In erster Linie geht es um die Geschicklichkeitseinlagen von Toki Tori und diese funktionieren auch heute, elf Jahre nach dem Release, noch bestens!

Review: A Company Man

A Company Man (1)Der Verpackungstext der Black Edition von A Company Man verspricht, dass sich Regisseur Lim Sang-yoon auf die Spuren von Kim Jee-woon begibt. Dieses Versprechen kann der Film nicht ganz halten, doch schlecht ist Lims Erstlingswerk sicherlich nicht.

A Company Man (2)Ji Hyeong-do ist ein engagierter Mitarbeiter einer mysteriösen Firma. Äußerlich ist die Firma ein Metallverarbeitungsunternehmen, doch der Schein trügt. In Wahrheit kümmern sich die Mitarbeiter des Konzerns um Auftragsmorde. Ji hat zuvor keine Fragen an seine Vorgesetzten gestellt und die Aufträge sorgfältig ausgeführt, doch als dann eine Aushilfe eingestellt wird, die mit Ji zusammenarbeiten soll, bekommt Ji zum ersten Mal in seiner beruflichen Laufbahn Gewissensbisse. Als die Aushilfe ein Gebäude infiltrieren und dort einige Männer umbringen soll, läuft zunächst alles glatt. Ji hat jedoch den Auftrag, die Aushilfe noch im Gebäude so zu exekutieren, dass es wie ein Unfall aussieht. Als die Aushilfe jedoch nicht sofort tot ist, bittet der Junge Ji um einen letzten Gefallen, denn Ji soll des Jungen Erspartes seiner Mutter geben. Es kommt wie es kommen muss und Ji lässt den Jungen am Leben, was Jis Auftraggebern gar nicht gefällt, da so die Polizei auf die Firma aufmerksam wird. Ärgerlich ist zudem, dass sich Ji in die Mutter des Jungen verliebt und die beiden Auftragmörder deren kleine Familie mit in den Sumpf des Verbrechens zieht, der in einem Blutbad enden wird. Wer nämlich Probleme anzieht und die Firma in Schwierigkeiten bringt, wird niemals lebend aus dem schmutzigen Geschäft aussteigen können. Ji sieht sich mit einer schmerzlichen Erfahrung konfrontiert.

Kurzer Prozess

A Company Man (3)Der Film Noir, der sich in A Company Man widerspiegelt, ist durchzogen mit Dialogen und Action-Szenen, die für die Freiwillige Selbstkontrolle wohl stellenweise so gewaltvoll sein müssen, dass es neben der Uncut-Fassung (in Form der Black Edition) auch eine entschärfte FSK-18-Ausgabe gibt. Wir finden jedoch, dass sich der Brutalitätsgrad auf einem humanen Niveau bewegt, denn es gibt keine Szene, die in die Länge gezogen wird und mit Gewalt nur so protzt. Alle Schießereien und Faustkämpfe sind kurz, knackig und auf das Wesentliche reduziert, zumal Ji fast durchgehend nur aus Notwehr handelt und erst am Ende eigenmächtig entscheidet. Dass sich die Handlung ebenfalls auf das Wesentliche reduziert, erkennt man an so gut wie jeder Szene. Ji ist relativ verschlossen, redet nicht viel und interagiert nur mit der Umwelt, wenn sich ihm sonst keine andere Möglichkeit eröffnet. Zudem gibt es keine Szenen, die Einblicke in das restliche Leben der Figuren ermöglichen. Man kann hier im Grunde von einer personalen Erzählerperspektive sprechen, da wir nur die Gefühle, Emotionen und die Gedanken der handelnden beziehungsweise sich erinnernden Personen miterleben. Das reicht im Falle von A Company Man jedoch nur gerade so aus, denn aufgrund des verschlossenen  Ji hätten wir uns durchaus mehr Einblicke in das Leben der Auftragskiller gesehen.

Opfer des Marketing

A Company Man (4)Während zwar ein Einblick fehlt, offenbart uns in A Company Man jedoch ein Anblick, den wir selbst in aktuellen hochauflösenden Filmen nur zu sehen bekommen. Das Bild in 1080p und im 16:9-Format (2,35:1) macht einen sehr guten Eindruck. Einzelne Haare, Hautpartikel und ein richtiges Verhältnis zwischen Schärfe- und Unschärfeeffekt beeindruckt uns ganze 97 Minuten lang. Wer die geschnittene Fassung kauft, muss mit insgesamt zehn Schnitten rechnen, welche den Film um ganze vierzig Sekunden verkürzen. Beide Fassungen sind mit dem koreanischen Originalton und mit der deutschen Synchronisation ausgestattet, welche beide nicht unpassend sind. Es fällt jedoch – wie so oft auch – auf, dass das Original ausdrucksstärker ist, doch auch die deutschen Sprecher haben mit ihren zugewiesenen Figuren gute Arbeit geleistet. Insbesondere der deutsche Synchronsprecher von Ji drückt sehr gut die Gleichgültigkeit des Charakters aus. Beide Tonformate liegen im Übrigen in DTS-HD 5.1 Master Audio vor. Für das erste Filmwerk von Regisseur Lim ist A Company Man gelungen, wenn wir den Film auch nicht so in Erinnerung behalten werden, wie zum Beispiel The Man From Nowhere und genau in diesem Punkt verspricht uns der Verpackungstext des Films etwas, was er nicht halten kann. A Company Man wurde zum Opfer des Marketing.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Südkoreanische Filme haben bei mir in den letzten zwei Jahren einen sehr viel höheren Stellenwert eingenommen als im selben Zeitraum US-amerikanische Filme. Bei südkoreanischen Produktionen bekomme ich in der Regel alles so dosiert, wie es ein guter Film verdient. A Company Man hat dieses Ziel leider übertroffen, denn anstatt den Film auf wichtige und fortlaufende Bestandteile zu reduzieren, hat man sich bei A Company Man das wohl nicht gedacht und einen Film entworfen, der auf ein Minimum reduziert wurde, um ihn so schnurstracks verstehen zu können. Daran wäre im Grunde nichts Verwerfliches, doch mangelt es dem Film einfach an jenen Komponenten, die uns die Figuren näherbringen sollen. Andere Filme des Genres, wie A bittersweet Life, zeigen, wie man es stattdessen richtig macht. Außerdem stört mich die eingehende Handlung, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Firma, die sich auf Auftragsmorde spezialisiert hat, eine Aushilfe (!) einstellen will. Vor allem wie Ji auf eben diese Person gekommen ist, bleibt auch nach dem Abspann ein Rätsel. Dadurch wird A Company Man sicherlich nicht zu einem miesen Film, doch ein sehr guter wird er dadurch absolut nicht. Wer sich auf A Company Man einlässt, der bekommt zwar das vorgesetzt, was das Genre verspricht, jedoch auf ein fast unerträgliches Minimum reduziert.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von A Company Man!

Review: Last Hero in China

Last Hero in China (1)Die Once-upon-a-Time-in-China-Trilogie gehört zu den besten Martial-Arts-Filmen, die wir jemals gesehen haben. Anstatt die Trilogie auch hierzulande in eine Hexalogie umzuwandeln, schiebt Splendid Film stattdessen das Spin-off Last Hero in China nach.

Last Hero in China (2)Ähnlich wie die erwähnten Once-upon-a-Time-in-China-Filme spielt auch Last Hero in China zur Jahrhundertwende im Reich der Mitte. Kein Wunder, dreht sich die Handlung des Films doch auch um den chinesischen Volksheld Wong Fei-Hung. Der Kampfkunstlehrer und auch Mediziner Wong hat ein großes Problem, denn seine Schule ist mittlerweile zu klein für die stetig anwachsende Zahl von Schülern und so schickt er ein paar seiner Schüler aus, um ein neues Gebäude für seine Kampfkunstschule zu finden. Bei der Suche treffen sie auf einen Meister der Schneiderei, der ebenfalls Wong heißt und dem anderen Wong sogar drei Monate Miete schenkt, sofern er von Wong Fei-Hung unterrichtet wird. Dass das kein großes Problem darstellen sollte, dürfte Kennern des Volkshelden klar sein und so finden Wong und seine Schüler in einem neuen Gebäude ihr Zuhause, welches auch seiner Kampfkunstschule aus Once upon a Time in China ein wenig ähnelt. Dumm nur, dass ausgerechnet jetzt auffällt, dass sein Schüler Wong nebenan ein Freudenhaus unterhält. So werden nicht nur Wongs Schüler von den aufreizenden Damen abgelenkt, sondern auch Wong selbst kommt in eine unmissliche Lage, als sich zwei Prostituierte als Patienten bei Wong vorstellen und genau dann der amtierende General der örtlichen Kaserne vorbeischaut.

Chinesischer Volksheld

Last Hero in China (3)Last Hero in China dreht sich natürlich nicht nur um die Nachbarschaft zwischen Wongs Schule und Wongs Bordell, denn in Kanton haben diabolische Kräfte Einzug gehalten. Ein undurchsichtiger Mönchsordnen versteckt in seinem Kloster Frauen, die sie in Südostasien als Dirnen verkaufen wollen. Als dann auch noch Vater und Schwester einer verschwundenen Frau in Kanton auftauchen, wird auch Wong Fei-Hung auf die Geschehnisse aufmerksam. Nach einem spektakulären Kampf, dessen Qualität wir gleich nochmal ansprechen müssen, wird Wong durch eine britische Medizin jedoch taub. Anstatt ihn für den Aufruhr ins örtliche Gefängnis zu stecken, soll er in seine Heimat Foshan zurückkehren und dort seinen Frieden finden. Da seine Schüler mit der Situation nicht zufrieden sind, versuchen sie mehr über den Orden herauszufinden und erfahren so, dass der General seine Finger mit im Spiel hat und die Entführung des britischen Botschafters vor hat. Wong, der mittlerweile außerhalb der Stadt verarztet wird und seine Taubheit wieder verliert, wird zunächst Ziel eines Anschlags, um im Anschluss in zwei weiteren spektakulären Kämpfen die Situation bei den Festlichkeiten in Kanton unter Kontrolle zu bringen. Bei diesen Kämpfen wird uns immer wieder vor Augen geführt, dass es sich hierbei eindeutig um ein Spin-off der Filmreihe handelt.

Abgedrehtes Spin-off

Last Hero in China (4)Das liegt insbesondre an dem teils zu abgedrehten Humor, den wir so in der restlichen Reihe nicht gesehen haben. Die Prostituierten fassen sich an die Brüste und wackeln damit. Das sieht in der Praxis dermaßen dämlich aus, dass wir einfach nicht darüber lachen können. In den Kampfszenen ist es dann unter anderem ein Hahn- oder Truthahnkostüm, mit dem Wong angreift und dabei gegackerte Laute als Kampfgeräusche eingespielt werden. Dass die beiden Stoffschilde dann auch noch eiserne Klingen samt entsprechender Geräuschkulisse abwehren können, verunglimpft die Szene noch mehr. In der anderen Kampfszene gegen den Orden ist es eindeutig, dass Schauspieler Jet Li via Drahtseil durch die Lüfte springt, doch wenn er sich dann auch noch buchstäblich an diesem festhält und in der Szene dort einfach kein Seil sein sollte, dann macht das absolut keinen Sinn. Obwohl die lustigen Szenen insbesondere in den ersten dreißig Minuten schmerzlich auffallen, gewinnt der Film dennoch an ernster Tiefe, auch wenn die britische Anwesenheit zu dieser Zeit (verständlicherweise) nebenher durch die britische Medizin kritisiert wird. Das Bild in 1080p ist nur in den Nahaufnahmen gut, da sonst die Unschärfe zu stark auffällt. Die deutsche Synchronisation passt zum Klamauk, doch der Originalton in Kantonesisch ist sehr viel passender und ebenso authentischer.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Jet-Li-Reihe von Splendid Film hat jetzt lange Zeit pausiert, und nach ein paar Fehlplatzierungen in der Reihe, ist Last Hero in China sicherlich wieder ein Film, der aus dem Einheitsbrei heraussticht. Jedoch zerstört die unpassende Komik den Mythos um Wong Fei-Hung, denn während in der Once-upon-a-Time-in-China-Reihe der Humor subtil, passend und weniger lächerlich  eingefangen wurde, ist das in Last Hero in China leider nicht der Fall. Das fängt bei Unsinnigkeiten in den Kämpfen an, denn wenn sich Jet Li auf einmal an einem Drahtseil sichtlich festhält und in einem ulkigen Kostüm auftritt, dann wirkt das ziemlich unprofessionell. Was sich Regisseur Yuen Woo-Ping dabei gedacht hat, weiß ich auch nicht. Die lustigen Momente, die sonst immer so toll in die Handlung eingewebt worden sind, sind ebenfalls nicht immer so lustig, wie sich der Regisseur das wohl im Kopf vorgestellt hat. Auch dass sich der ehrenhafte Wong Fei-Hung während der Kämpfe als listenreich entpuppt und sogar selbst so vorstellt, macht den Mythos um diesen chinesischen Volkshelden kaputt. Wer dringend Nachschub an Martial-Arts-Filmen braucht, der wird mit Last Hero in China sicherlich glücklich, denn nur so bekommt man wohl einen Wong Fei-Hung zu sehen, der im Drunken-Master-Stil kämpft.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Last Hero in China!

Review: Rayman

Rayman (1)1995 legt Ubisoft mit Rayman den Grundstein, um ein Spiel gegen die Konkurrenz von Nintendo zu haben. Um Klempner Mario den Rang abzulaufen, hat man sich gedacht, einfach einen Held ohne Gliedmaßen in den Ring zu schicken. Rayman war geboren!

Rayman (2)Obwohl Rayman ursprünglich für den Atari Jaguar produziert wurde, erschien das Spiel auch für den Sega Saturn und die PlayStation. Es folgten auch noch eine PC-Fassung und das eine oder andere Remake und diverse Handheld-Ableger. Rayman für den GameBoy Color ist einer dieser Handheld-Ableger, in dem wir mit dem Helden ohne Gliedmaßen die Welt retten. So ganz richtig ist das natürlich nicht, denn zwar fehlen Rayman sehr wohl Gliedmaßen, also Arme und Beine, doch Füße und Hände gehören noch sehr wohl zu seinem Körperbau. Sie schweben stattdessen eher zusammenhanglos an der betreffenden Stelle herum und bewegen sich entsprechend mit. In Rayman hat Mr. Dark Grauenhaftes geplant, denn der Bösewicht ist in die friedliche Welt eingedrungen und hat die Electoons entführt. Diese finden wir in der gesamten Spielwelt in Käfigen versteckt, welche wir befreien können. Hauptaufgabe ist und bleibt es aber, das Ende des Spiels zu erreichen und Mr. Dark das Handwerk zu legen. Uns wird bei Rayman jedoch wieder einmal klar, dass Entführungen in Jump ’n’ Runs einfach zur Tagesordnung gehören und interessante Storylines auch bei Nintendos Konkurrenten nicht immer vorherrschen müssen. Dass aber durchaus andere Unternehmen als Nintendo schöne Levels in Jump ’n’ Runs kreieren können, beweist uns Rayman deutlich.

Schwertpunkt Leveldesign

Rayman (3)Zwar kann die Optik auf keinen Fall mit der Prämisse der PlayStation-Fassung mithalten, doch hat es Ubisoft geschafft, die technischen Limitierungen des GameBoy Color bis an die Grenzen auszunutzen. Nimmt man die (im Vergleich zum Original) schwache Grafik in Kauf, dann bekommt man auch in der Handheld-Fassung sehr schöne Welten spendiert. Während wir in der einen Welt noch durch einen Wald hüpfen, sind es als nächstes die luftigen Höhen, die uns so sehr begeistern. Über fliegende Plattformen bewegen wir uns hier von einem Ort zum anderen, werden dann durch Trompeten durch die Luft geschleudert und müssen uns hin und wieder auch mit dem einen oder anderen Feind konfrontiert sehen. Feindesbegegnungen sind in Rayman jedoch nicht so wichtig, wie beispielsweise in der Super-Mario-Serie, denn der Titel legt mehr Wert auf funktionierende Welten, anstatt auf ein ausgeklügeltes Item-System, mit welchem Gegner bekämpft werden. Ist ein Kampf aber nicht zu umgehen, so können wir Raymans Hände zu Fäusten ballen und in Blickrichtung vorschnellen lassen. In den meisten Fällen reicht ein starker Schlag aus, um den Gegner aus dem Bildschirm zu boxen. Meistens tauchen Gegner aber auch in Kombination mit dem Leveldesign auf, denn wenn wir die Feinde auf bewegenden Plattformen beseitigen sollen, ist das viel schwieriger.

Ursprung eines Franchise

Rayman (4)Manchmal beweist das Spiel dann aber auch Humor, wenn wir zum Beispiel  den Kopf einer Fresspflanze so abtrennen müssen, damit dieser auf einem Forscher landet. Im Anschluss nutzen wir den umherlaufenden Forscher dann als bewegliche Plattform, um anschließend auf eine Anhöhe zu hüpfen. Viele Stellen sind leicht, manche jedoch weniger leicht zu meistern. In der dritten Spielwelt gibt es eine Stelle, wo wir uns an mehrere Haken hängen und von einem Haken zum nächsten schwingen sollen, um einen großen Abgrund zu überwinden. Das erfordert dermaßen viel Fingerspitzengefühl, dass wir glauben, dass man dem Design von wenigen Levels nicht ganz so viel Beachtung geschenkt hat, wie dem Rest des Spiels. Käufer der originalen GameBoy-Color-Ausgabe werden sich wohl darüber ärgern, dass das Spiel nur ein Passwortsystem besitzt. Wer die Virtual-Console-Fassung im eShop des Nintendo 3DS herunterlädt, kann immerhin auf die Speicherfunktion der Konsole zurückgreifen. Im Jahre 2000, also bereits fünf Jahre nach der Veröffentlichung für die PlayStation, hätten wir Ubisoft da wesentlich mehr zugetraut. Wer den französischen Mario erst mit Rayman Origins kennengelernt hat und die Zeit bis Rayman Legends überbrücken möchte, bekommt für fünf Euro einen angemessenen Einblick in die Ursprünge des Rayman-Franchises.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation- und Virtual-Console-Fassung): Um mir ein Fazit zu bilden, muss ich mich zwangsläufig an die Neunziger Jahre erinnern. Der Besuch des Einkaufszentrums war für mich immer ein regelrechtes Highlight, denn damals war es noch üblich, dass diverse Videospielsysteme in den Kaufhäusern aufgebaut waren, um einen ersten Blick auf aktuelle oder auch bekannte Spiele zu werfen. Rayman für die PlayStation war eines der Spiele, die ich damals auf diesem Wege kennengelernt habe und das Spiel blieb mir auch sehr gut im Gedächtnis, nur habe ich es leider nie selbst besessen, da mir einfach die Konsole oder der PC dazu gefehlt hat. Dementsprechend habe ich mich sehr darüber gefreut, dass der erste Teil für den GameBoy Color umgesetzt wurde und jetzt auch im eShop erhältlich ist. Es ist zwar klar, dass die Grafik niemals an die PlayStation-Fassung heranreichen kann, doch haben die Entwickler einiges auf den Bildschirm des kleinen Handhelds gezaubert. Die Farben der GameBoy-Color-Fassung könnten zwar etwas kräftiger und die Kamera weniger hektisch sein, doch das Spielprinzip bleibt unverändert klasse. Ubisoft beweist mit Rayman sehr gut, dass nicht nur Nintendo Jump ’n’ Runs wie kein anderer Publisher produzieren kann. Heutzutage ist der Held ohne Gliedmaßen zwar nicht mehr so populär wie noch vor siebzehn Jahren, doch wer dem Spiel eine Chance geben möchte, der wird sicherlich einige Stunden sehr gut unterhalten werden!

Review: Lego City Undercover

Lego City Undercover (1)Die Lego-Videospiele sind nicht für Innovationen und wegweisendes Gameplay bekannt. In Lego City Undercover ändert sich daran zum Leidwesen der Fans nicht, doch auch ohne die gewünschten Merkmale kann Lego City Undercover noch immer Spaß machen.

Lego City Undercover (2)In Lego City Undercover schlüpfen wir in die Rolle von Chase McCain, der nach zwei Jahren in die berühmte Stadt der Bauklötze zurückkehrt und seinen alten Beruf als Polizist wieder aufnimmt. Wohlgemerkt zum richtigen Augenblick, denn Chases größter Widersacher, Rex Fury, ist aus dem Gefängnis ausgebrochen und sorgt in Lego City mit einer Handvoll anderer Krimineller für Chaos. Noch dazu hat es der Gauner auf Chases alte Liebe Natalia Kowalski abgesehen, die mittlerweile im Zeugenschutzprogramm lebt und als Sanitäterin arbeitet. Da sich der Schurke jedoch nie in der Öffentlichkeit zeigt, muss Chase das Verbrechersyndikat unterwandern und undercover die Pläne von Rex verhindern. So spannend die Geschichte auch klingt, so spannend wird sie überraschenderweise mit viel Wortwitz, einer kräftigen Prise Humor, tollen Gags und Slapstick-Elementen auch erzählt! Obwohl die Szenen allesamt sehr lustig sind, schaffen es die Charaktere dennoch den Ernst der Lage (so weit wie es nur möglich ist) aufrecht zu erhalten. Der Humor ist auch einer der größten Pluspunkte des Spiels, der durch die illustren Charaktere ständig präsent ist. Da wären Chases ungeschickter Kollege Frank Honey, sein engstirniger Vorgesetzter Chief Dunby oder der exzentrische Mafiosi Moe De Luca, die für jede Menge kuriose Szenen und erinnerungswürdige und Momente sorgen.

Orientierung an der Pop-Kultur

Lego City Undercover (3)Ein weiteres Merkmal des Humors sind jene Zwischensequenzen, die stark an berühmte Filme wie The Matrix, GoodFellas: Drei Jahrzehnte in der Mafia, King Kong oder The Dark Knight erinnern. In weiteren Szenen tauchen auch berühmte Romanhelden wie Sherlock Holmes und Dr. Watson oder gar Fernsehlegenden wie Lieutenant Columbo auf. Auch mit Starsky und Hutch alias Studsy und Clutch treffen wir aufeinander. Wir finden diese kurzen Auftritte sehr gut, doch werden die wohl nur jene verstehen, die sich stark mit älteren Filmen, Romanen und Serien beschäftigen. Die junge Zielgruppe wird damit nicht angesprochen und so entgehen jüngeren Videospielern durch die Cameo-Auftritte viele gut gemeinte Anekdoten und Gags. Der Humor des Spiels kann jedoch nicht über das anspruchslose Gameplay hinweg täuschen. Wie im großen Vorbild Grand Theft Auto IV können wir uns zwar durch eine große Stadt frei bewegen, in jedes Vehikel einsteigen und Chaos anrichten, doch sobald wir das nächste Ziel erreichen, werden wir in vielen Fällen wie in bisherigen Lego-Spielen in eingezäunte Levels gesteckt, die nur wenig Platz zum Experimentieren übrig und zum Vorankommen jeweils nur eine Lösungsmöglichkeit zu lassen. Das wird zwar mit fortschreitender Spieldauer durch Chases wachsenden Fundus an Verkleidungen abwechslungsreicher, aber nicht fordernder.

Eine Stadt voller Geheimnisse

Lego City Undercover (4)Durch die Kostüme wird die offene Spielwelt umso mehr bereichert. Als Polizist gehen wir auf Verbrecherjagd, als Einbrecher räumen wir Tresore aus, als Farmer suchen wir entflohene Schweine und bringen die Stadt zum Blühen und als Bauarbeiter sind wir an dem einen oder anderen Straßenloch nicht mehr ganz unschuldig. Dadurch, dass überall in Lego City hunderte Verstecke und ebenso viele Geheimnisse auf uns warten, ertappen wir uns nicht selten dabei, wie wir vom Weg abkommen und in der Pampa nach goldenen Lego-Steinen und versteckten Nebenmissionen suchen. Neben der Spielwährung (Studs), mit denen wir freigeschaltete Kostüme oder Vehikel kaufen können, gibt es in Lego City Undercover auch die so genannten Supersteine. Diese brauchen wir, um in der offenen Spielwelt Superbauten zu errichten. Das kann ein Brunnen, eine Statue oder auch einfach nur eine Rufsäule sein. An dieser können wir dann ein Auto unserer Wahl herbeirufen, wenn es nicht gerade an uns vorbeifährt, wir den Fahrer mit unserer Trillerpfeife zum Anhalten bewegen und das Fahrzeug konfiszieren. Vom Sportflitzer bis zum Lastwagen und Motorrad ist alles dabei, was man sich nur wünschen kann. Schnellboote, Flugzeuge und Ufos sind ebenfalls mit von der Partie. Nettes Detail am Rande: In Lego City Undercover dürfen wir das Fahrzeug auch bei voller Fahrt wechseln.

Kein Lego City Radio

Lego City Undercover (5)Beim Autofahren fällt uns aber auf, dass man bei Entwickler und Publisher an der falschen Stelle gespart hat. Es gibt keinerlei Radiosender und nur selten musikalische Untermalung während der Fahrt. Etwa wenn wir schnell zum nächsten Ziel hetzen müssen, dann läuft bedrohliche Musik im Hintergrund. Was die Autofahren bei der Grand-Theft-Auto-Reihe so unterhaltsam machen, verkommt bei Lego City Undercover durch Motorengeräusche zur Langeweile. Da helfen auch nicht die sich schnell wiederholenden Kommentare von Chase McCain. Die Synchronisation des Spiels reicht dabei von monoton bis großartig. Größtenteils kann diese uns jedoch begeistern, da bekannte Sprecher wie Bernd Vollbrecht und Bodo Wolf zu hören sind, doch werden sie leider auch öfters mal bei Nebenfiguren eingesetzt. Bei den Spezialaufträgen kann der Soundtrack aber durch Funk-, Jazz- und Pop-Anleihen mitsamt der Synchronisation punkten. Mit der einzigen möglichen Steuerungseinheit, dem GamePad, können wir Fotos schießen, Gespräche von Bürgern in Lego City abhören und Supersteine aufspüren. Leider lässt uns das Spiel nicht die Möglichkeit, ob wir es mit dem Pro Controller angehen möchten und das GamePad nur nutzen, wenn es nicht anders geht. Hilfreich ist das GamePad-Display aber doch, denn wird hier die Karte der Stadt und unser Ziel angezeigt.

Technische Einbußen des puren Singleplayer-Erlebnisses

Lego City Undercover (6)Maximal ein weiteres Ziel dürfen wir auch selbst auf der Karte markieren, zum Beispiel einen Superstein, den wir einsammeln wollen. Technisch ist Lego City Undercover also eher ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite begeistert das Spiel mit einer offenen, bunten und hochauflösenden Stadt, die wie eine Mixtur aus New York City, San Francisco und Miami wirkt und zum Erkunden regelrecht einlädt. Auf der anderen Seite stören gelegentliche Framerate-Einbrüche. Ladezeiten von bis zu siebzig Sekunden sind zudem keine Seltenheit. Das geht im Jahr 2013 nicht mehr, denn selbst das Vorbild aus dem Hause Rockstar Games beweist, wie die Technik eines Open-World-Spiels funktioniert und stellenweise sogar mit leistungsschwächerer Hardware als bei der Wii U. Während wir über die technischen Mängel ansatzweise noch hinwegsehen können, fällt der fehlende Mehrspielermodus schmerzlich auf. Ein Splitscreen-Modus hätte aufgrund der Story keinen Sinn gemacht, doch bei einem Open-World-Spiel würden wir sehr gerne online mit Freunden die Stadt in ihre Einzelteile zerlegen. Dann würde das Suchen nach Geheimnissen gleich umso mehr Sinn ergeben und auf Dauer deutlich mehr Spaß machen. Trotz einiger Mankos unterhält Lego City Undercover zwanzig Stunden lang. Wer wirklich alles freischalten will, darf mit der doppelten Spielzeit rechnen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Seit dem Nintendo das Spiel auf der Electronic Entertainment Expo 2012 offiziell vorgestellt hat, habe ich mich sehr darauf gefreut. Ich mag die Grand-Theft-Auto-Reihe von Rockstar Games und auch die Lego-Videospiele habe ich immer noch ganz gerne gespielt. In Lego City Undercover habe ich im Vorfeld also große Erwartungen gesteckt, die leider nur zum Teil erfüllt worden sind. Sobald man alle Kostüme und somit alle Spezialfähigkeiten für Chase McCain freigeschaltet hat, steht einem ganz Lego City offen und genau das macht für mich irgendwie den größten Reiz des Spiels aus. Ich verliere mich einfach viel zu schnell in der farbenfrohen Spielwelt, die mit vielen kleinen Details und unzählbaren Geheimnissen punktet. Schnell stellt sich bei mir das Gefühl ein, dass ich doch nur ein paar goldene Steine suchen möchte und ebenso schnell bemerke ich, dass sich der kleine Zeiger auf der Uhr ganze zwei Ziffern weiter bewegt hat. Das mag vielleicht daran liegen, dass die Zeit  in der Welt von Lego City Undercover (laut der Uhr am Bahnhof) nie verstreicht, denn Tagnachtwechsel gibt es im Spiel leider nicht. Das hätte noch weitere Möglichkeiten offengelegt. Entweder wollten die Entwickler es nicht oder Nintendo hat ihnen den Riegel vorgeschoben. So gerne ich die Welt mag, umso mehr mag ich die vom Rest des Spiels abgeschlossenen Levels nicht. Immer und immer wieder gibt mir das Spiel die gleichen Rätsel vor, die ich immer und immer wieder lösen soll. Auf Dauer macht das keinen Spaß, doch der Humor des Spiels tröstet mich über dieses Manko hinweg. Einige Gags mögen vielleicht für den einen oder anderen Spieler sehr trocken sein, doch sobald man einmal von der Heiterkeit der Spielwelt angesteckt wird, gibt es kein Zurück mehr. Ich könnte das Spiel stundenlang loben und ebenso lange Kritik üben, denn ich verstehe es absolut nicht, wie man das Spiel technisch nicht durchgehend flüssig zum Laufen bringt, wie Ladezeiten bis zu siebzig Sekunden bei der Qualitätssicherung in Ordnung gehen können und warum man mit Musik während der Autofahren geizt. Fans der Lego-Videospiele greifen aber ohnehin zu und alle, die auf Grand Theft Auto V warten, dürfen ebenfalls nicht nur einen Blick riskieren und sich in der Welt von Lego City Undercover verlieren!

Review: Wario Land 3

Wario Land 3 (1)Nachdem Wario Land II noch in zwei Fassungen erschienen ist, nämlich einmal noch für den GameBoy und einmal für den GameBoy Color, blieb Wario Land 3 im Jahr 2000 einzig und allein GameBoy-Color-Besitzern vorbehalten.

Wario Land 3 (2)Nach den Abenteuern in den beiden Vorgängern hat sich der griesgrämige Wario erst einmal einen Rundflug mit seinem Privatflugzeug verdient, doch kaum ist er abgehoben, schon macht die Maschine Probleme und Wario stürzt in einem finsteren Wald ab. Angst hat Wario keine, denn schließlich entdeckt er kurz danach eine Höhle, in der es ja einen Schatz geben könnte. Kaum hat Wario die dunkle Höhle betreten, entdeckt er dort eine magische Spieluhr. Anstatt das Kleinod einzusacken, wird er stattdessen in die kleine modellartige Welt dieser Spieluhr transportiert. Kurz darauf taucht auch noch ein schemenhaftes Gesicht auf, welches ihm seine Lebensgeschichte erzählen will, doch Wario hört erst zu, als dieses Gesicht verspricht, ihn in seine Welt zurückzubringen und dass er alle Schätze behalten darf, die er auf seiner Reise finden wird. Damit der Unbekannte dies bewerkstelligen kann, muss Wario fünf besondere Bauteile der Spieluhr finden, die kreuz und quer über die Spielwelt verstreut sind. Unsere Reise führt uns mit Wario in vier verschiedene Welten beziehungsweise Himmelsrichtungen der Spielwelt, die quasi wie eine Insel im Meer aufgebaut ist. Die einzelnen Welten kommen zwar ohne klar zugeordnete Themen aus, doch dafür variieren die Schauplätze innerhalb der Welt mehr als üblich. Wälder, Ruinen, Städte, Seen und Höhlen möchten erkundet werden.

Transformierbare Level-Architektur

Wario Land 3 (3)Das klingt zunächst nach einem gefährlichen Auftrag, doch schafft es der Titel, den ohnehin zu leichten Schwierigkeitsgrad des Vorgängers zu unterbieten. Anstatt bei Gegnerkontakt ein paar der gesammelten Münzen zu verlieren, werden wir jetzt einfach nur ein paar Meter nach hinten geschleudert und können den Kampf unmittelbar neu aufnehmen. Anfängern wird das zwar gefallen, doch wer sich länger mit dem Spiel beschäftigt, wird sich Herausforderungen wünschen, wie man sie zum Beispiel in der Super-Mario-Reihe kennenlernt. Trotz des viel zu leichten Schwierigkeitsgrades haben sich die Entwickler für Wario Land 3 einige Kniffe und Ideen einfallen lassen, die das Franchise bereichern. Da wäre zum einen die grundlegende Level-Architektur zu nennen, die sich je nach Spielfortschritt immer mal wieder verändert oder erweitert. Nach circa ein bis zwei Spielstunden tauchen nach Abschluss eines Levels plötzlich Samen auf, die vom Himmel fallen und in drei verschiedenen Levels große Ranken wachsen lassen, an die wir hinaufklettern können. Ein anderes Beispiel wäre eine Lore, die über einen großen Abgrund fahren soll, doch fehlen ihr die beiden Räder. Haben wir diese im Verlauf des Abenteuers gefunden, bekommt die Lore ihre Räder und fährt uns anschließend von einer Plattform zur nächsten. Dies hängt allerdings ständig mit Backtracking zusammen.

Herausforderungen werden zur Geduldsprobe

Wario Land 3 (4)Die Anzahl der Levels beschränkt sich nämlich auf ein nötiges und noch immer vielseitiges Leveldesign, wodurch wir gezwungen werden, einen bereits besuchten Spielabschnitt nach mehreren Spielstunden erneut aufzusuchen. Durch die Veränderungen und die für Wario-Land-Spiele typischen Verwandlungen des Protagonisten, wird das jedoch nie langweilig. Da müssen wir Wario von einem ständig stampfenden Monster im wahrsten Sinne des Wortes plattmachen lassen, um danach eine schwebende Riesenmünze oder einen schwebenden Schlüssel im Sinkflug im Stile eines Blatt Papiers einzusammeln. Wir können uns aber auch in einen Zombie verwandeln, um durch dünne Bretter einfach hindurchzusacken oder mit ein paar Pfunden mehr auf dem Leib Gegner zerquetschen. Diese Vielseitigkeit steht dem Spiel und umso mehr ist es schade, dass Herausforderungen nur in Form von Geduld existieren. Wenn uns ein Bossgegner beispielsweise von einer Plattform schubst, müssen wir den Weg zu ihm durch mehrere Türen und Gänge erstmal zurückfinden. Nervig! Am Ende eines Levels sollten wir dann auch einen der vier Schlüssel für eine der vier Truhen besitzen, denn nur mit diesen können wir den Spielabschnitt auch verlassen. Nicht verlassen werden wir aber Wario, denn auch wenn das Spiel anspruchsvoller sein könnte, macht es trotzdem noch viel Spaß!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der GameBoy-Color- und Virtual-Console-Fassung): Meinen ersten Kontakt mit dem Spiel hatte ich damals, als ich es von einem Freund ausgeliehen habe und es (logischerweise) auf meinem GameBoy nicht lief. Später, nach dem Kauf des damals neuen GameBoy Color, habe ich das Spiel nochmals ausgeliehen und fand mich niemals so wirklich im Spiel zurecht. Was ich damals gefühlt habe, kann ich heute nicht mehr bestätigen. Wario Land 3 kann von der ersten Minute an mit cleveren Spielideen, vielseitigen Verwandlungen seitens Wario und einer sich ständig Veränderungen unterworfenen Spielwelt punkten. Dazu kommen schöne Grafiken mit satten Farben und ein Soundtrack, der zu den jeweiligen Levels passt. Mir fehlt allerdings der Einbau von bekannten Melodien, welche die ersten beiden Teile der Reihe so wunderbar unterlegt haben. Abschließend bemängele ich für meinen Teil jedoch stark, dass die Herausforderungen dermaßen heruntergeschraubt worden sind, dass es in ständigem Ausprobieren und Backtracking endet. Das kann nicht der Sinn des Erfinders gewesen sein, doch auch wenn das Spiel dadurch vor allem für Fortgeschrittene und Profis nicht mehr so anspruchsvoll sein dürfte, macht der Titel aufgrund der restlichen positiven Elemente noch sehr viel Spaß, den man sich nicht entgehen lassen sollte!

Review: Resident Evil: Marhawa Desire (Band 2)

Resident Evil - Marhawa Desire (Band 2)Vor einigen Monaten haben wir uns bereits dem ersten Manga der Reihe angenommen und haben uns nach Gefallen schon sehr auf die Fortsetzung gefreut. Diese ist mittlerweile ebenso in allen Comicläden erhältlich und wartet nur darauf, von euch konsumiert zu werden. Nach den Geschehnissen in Band 1 geht es im zweiten Band wesentlich gewalttätiger und blutiger voran. Dr. Doug Wright und sein Neffe Ricky Tozawa erkunden mit dem Wachpersonal und der Schülerin Bindi Bergara das Untergeschoss der Marhawa-Schule. Zunächst wollen sie niemand anderes mit in ihre Angelegenheit hineinziehen, doch da Bindi bereits mit einer Armbrust ausgestattet ist, nehmen sie ihre Hilfe natürlich gerne an. In der Kanalisation beziehungsweise dem überdimensional großen Heizungskeller angekommen, werden sie dort auch schon von den ersten Zombies begrüßt. Ein Kampf ums Überleben beginnt, den vor allem Nebencharaktere zum Opfer fallen. Außerdem taucht auch noch eine, bereits im ersten Band am Rande vorgestellte, Kuttenträgerin im Gewölbe auf und entführt kurzerhand Bindi. Diese behauptet bei ihrer Rettung, dass es sich bei der Person unter der Kapuze um ihre Freundin Nanan Yoshihara handelt. Die ist jedoch seit drei Monaten tot, weshalb Doug und Ricky vor einem Rätsel stehen, welches einem von ihnen das Leben kosten wird.

Die Action im Vordergrund

Obwohl der zweite Band sich wesentlich mehr auf die Action konzentriert, bleibt der Manga auf 176 Seiten trotzdem spannend. Das liegt vor allem daran, dass er sich während der Kämpfe mit den Zombies Zeit lässt, um Dialoge fortzuführen oder durch den Tod einer Nebenfigur eben nicht zu Ende zu führen. Das schafft Raum für offene Fragen, die erst ein paar Seiten später wieder aufgegriffen werden. Uns gefällt dieser Aufbau, auch wenn wir natürlich hoffen, dass in den nächsten Ausgaben die Story wieder ein wenig mehr an Gewicht erlangen wird. Im zweiten Manga schadet es der Dynamik jedenfalls nicht. Diese wird abermals in schön gezeichneten Bildern gut geschildert. Jegliche Kämpfe, die mit den typischen Einhandwaffen, Armbrüsten oder Pistolen ausgeführt werden, wirken kräftig und besonders die jetzt auch noch sehr schnell laufenden Zombies tun ihr Übriges, dass wir es gar nicht erwarten können, so schnell wie möglich auf die nächste Seite umzublättern. Schade nur, dass der überwiegende Teil der Seiten wieder nur in einer schwarzweißen Farbgestaltung vorliegt. Nur die ersten Seiten sind in Farbe gedruckt, doch diese beinhalten überwiegend nur eine Zusammenfassung in Textform von Band 1. Diese ist zwar hilfreich, doch empfehlen wir lieber, das erste Manga nachzuholen, um die ganze Handlung vollends genießen zu können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Nachdem sich der erste Band genügend Zeit nehmen konnte, um die Charaktere vorzustellen, steht nun die Action im Vordergrund. Das mag nicht jedem gefallen, doch anders lassen sich die Vorfälle in der Marhawa-Schule nicht erklären beziehungsweise vorstellen. Die wandelnden Toten sind agiler und tödlicher, als es sich die Protagonisten bisher vorstellen konnten und müssen sich nun ordentlich zur Wehr setzen. Ich finde es jedoch gut, dass man bereits im zweiten Manga konsequent ist und wohl eine sehr wichtige Figur herausschreibt. So kann der Manga in den nächsten Ausgaben nicht nur eine besondere Dynamik entwickeln, sondern ebenso eine Unvorhersehbarkeit. Selbiges macht ja auch die Fernsehserie The Walking Dead, zumindest ab der zweiten Staffel, richtig großartig. Fans von Chris Redfield müssen sich allerdings noch etwas gedulden, denn der taucht auch in Band 2 nur am Rande auf. Es sollte jedoch nicht mehr lange dauern, bis auch er zum Geschehen auf der Marhawa-Schule hinzustoßen wird. Bis dahin kann ich euch nur wärmstens empfehlen, beide Bände regelrecht aufzusaugen. Mir haben nämlich beide bis auf einzelne (vernachlässigbare) Punkt sehr gut gefallen.

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Resident Evil: Marhawa Desire (Band 2)!  

Review: Patlabor: Der Film 3 (WXIII)

Patlabor - Der Film 3 (WXIII) (1)Während der erste Patlabor-Film bereits 1989 erschien und 1993 der zweite Teil folgte, wurde die Trilogie erst 2002 komplettiert. Mehr als zehn Jahre später kommen wir in Deutschland ebenfalls in den Genuss des Films – jedoch nur im japanischen Originalton.

Patlabor - Der Film 3 (WXIII) (2)Angesiedelt im Jahr 2000, also unmittelbar nach dem ersten Film und chronologisch noch vor dem zweiten Streifen, dreht sich wieder einmal alles um die titelgebenden Patlabors. Diese spielen wie bereits im zweiten Film der Reihe jedoch nur eine untergeordnete Rolle, weshalb der Film in den ersten sechzig Minuten nahezu ohne diese Maschinen auskommen kann. Zum Verständnis der Handlung sind sie dennoch wichtig. In der Bucht von Tōkyō beginnt plötzlich und unerwartet eine Angriffsreihe auf die Patlabors. Diese arbeiten ausschließlich in der Bucht der japanischen Hauptstadt und wurden kurioserweise auch noch alle von derselben Firma hergestellt. Um die mysteriösen Vorfälle aufzuklären, werden die beiden Polizisten Takeshi Kusumi und Shin’ichirō Hata eingesetzt, die schon bald auf noch seltsamere Beweise stoßen. Während sie zunächst noch einen Sabotage-Akt in Betracht ziehen, ändert sich ihre Meinung, als Hinweise auf eine unbekannte Lebensform schließen lassen. Diese soll nach einem Flugzeugabsturz ins Meer gelangt sein, doch so wirklich schenken sie dem noch keinen Glauben. Erst als auch noch das Gebäude des Babylon-Projekts nachts in völlige Dunkelheit gehüllt wird, kommen sie langsam der Wahrheit auf die Spur. An Ort und Stelle machen sie eine grauenvolle Entdeckung – es handelt sich tatsächlich um ein gefährliches Monster.

Warten bis zum Schluss

Patlabor - Der Film 3 (WXIII) (3)Die ersten sechzig Minuten stehen somit voll und ganz im Rampenlicht der Polizei-Arbeit. Hata und Kusumi werden, oftmals nur mit purer Musik begleitet, von einem Ort zum nächsten gehetzt und treffen dabei auf unterschiedliche Charaktere, die ihnen wohl gesonnen sind und ebenso kooperieren. Kriminalfans, die von Serien wie Columbo oder CSI: Den Tätern auf der Spur geprägt sind, werden aber wissen, dass jeder potentielle Verbrecher seine Vergangenheit nicht offen auf den Tisch legt. Wie dann auch noch die hübsche und noch relativ junge Witwe Saeko Misaki in das Bild der Handlung passt, möchten wir an dieser Stelle nicht verraten. Sie lässt sich jedoch ebenfalls einem der typischen Stereotypen der Kriminalwelt zuordnen. Nach der ersten Stunde kommt jedoch zunehmend Action auf und dann hat sich das Warten auf diese auch gelohnt. Wir sehen, wie die beiden Polizisten im Babylon-Gebäude um ihr Leben kämpfen müssen und wie man schlussendlich das Monster aus dem Weg räumt, ist ebenfalls wieder eine intelligente Verstrickung in die Story. Zu diesem Zeitpunkt kommen dann auch endlich die Patlabors zum Einsatz. Wir finden diesen späten Einsatz sehr schade, denn schließlich erwarten die Fans des Franchises, die Maschinen in Aktion zu sehen und so spannend wie noch im zweiten Film ist die Handlung nämlich nicht mehr.

Charakterisierung einer Jahrtausendwende

Patlabor - Der Film 3 (WXIII) (4)Man merkt der Story an, dass sie nur auf den Konflikt zwischen der Bestie und den Patlabors hinzielt. Das erinnert an die japanischen Godzilla-Filme, in denen es um nichts geringeres geht. Immerhin fallen die Charaktere unterschiedlich aus, so dass auch viele verschiedene Elemente sich zu einem Mosaik zusammenfinden und den Film recht facettenreich gestalten. Beispielsweise gehört klassische Musik zu einem der Charaktere und für den finalen Kampf ist sie ebenfalls nicht unwichtig. Der sonstige Soundtrack reiht sich in den der Filmreihe ein, kommt aber nicht an den Zeitgeist der Achtziger und Neunziger Jahre heran. Da der dritte Film in einer anderen Dekade entstanden ist, fließen wieder andere Bilder in den Film ein, um das Jahr 2000 zu beschreiben. 1993 hat wohl kaum einer an das Internet gedacht, doch so gibt es in Patlabor: Der Film 3, der auch als WXIII bekannt ist, eine Szene, in der ein Charakter sich eine aus dem Netz herunterlädt. Aus heutiger Sicht verständlich, doch passt das nicht so ganz in die im ersten Teil charakterisierte Jahrtausendwende. Wer sich den Film anschauen will, der sollte damit leben können, dass er auf der Disc nur in Japanisch und Französisch vorliegt. Deutsche Untertitel helfen selbstverständlich zum Verständnis. Neben dem hundert Minuten langen Film liegen drei Minipato-Episoden (je zwölf Minuten) bei, die Hintergründe über das Franchise leicht und humorvoll erklären.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Während ich den ersten Teil der Trilogie sehr gerne konsumiert habe, hat sich das beim zweiten Film bereits relativiert. Zwar war der spannend und intelligent aufgebaut, doch fehlten mir dort zu sehr die Patlabors. Diese sind im dritten Teil zwar auch wieder mit von der Partie, kommen aber für meinen Geschmack immer noch zu kurz. Das fällt mir vor allem deswegen auf, da die Handlung nicht mehr ganz so spannend und vor allem sehr vorhersehbar ist. Während die Hauptcharaktere mit ihren Einstellungen und Interessen noch ganz gut charakterisiert werden, fehlt es mir bei den vielen Nebencharakteren ein wenig an Glaubhaftigkeit, da sie viel zu sehr in das typischen Schema der Stereotypen eines Kriminalfilms passen. Da nützt es auch nichts, wenn man bekannte Figuren aus den ersten beiden Teilen beiläufig vorstellt. Das Wiedersehen ist zwar nett, aber zum Mehrwert tragen sie nur wenig bis gar nicht bei. Immerhin hat man versucht, auch im dritten Film den Zeitgeist der Achtziger beziehungsweise Neunziger Jahre einzufangen. Das gelingt den Köpfen hinter dem Projekt ganz gut, hebt sich aber doch merklich von den ersten beiden Filmen ab. Immerhin hat man weitgehend auf digitale Effekte verzichtet, was dem Zeitgeist dann natürlich wieder gut tut. Patlabor: Der Film 3 ist zwar unterhaltsam, aber man sollte meiner Meinung nach hier nur zugreifen, wenn man die ersten beiden Teile kennt und ganz dringend Nachschub benötigt.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Patlabor: Der Film 3!

Preview: Dragon Quest VII

Dragon Quest VII (1)Im Februar 2013 brach ein Spiel in Japan wieder einmal alle Verkaufsrekorde. Die Rede ist von Dragon Quest VII, welches zwölf Jahre lang auf ein Remake warten durfte. Dabei ist immer noch unklar, ob der Titel hierzulande überhaupt erscheinen wird.

Dragon Quest VII (2)Dragon Quest VII erzählt die Geschichte eines namenlosen Helden, der mit seinen beiden Freunden Kiefer, dem Prinzen des Königreiches Estard, und Maribel, der Tochter eines Fischverkäufers, auf einer kleinen Insel mitten im Meer Abenteuer erlebt. Ausreißen können sie ohnehin nicht, denn die Insel ist das einzige Stück Land, das auf dem Planeten noch existiert. Eines Tages finden sie auf dem Eiland ein paar Ruinen, deren Magie sie in die Vergangenheit der verschollenen Kontinente versetzt. Nach und nach tauchen wir in die Legenden und Mythen der Spielwelt ein, befreien die Kontinente vom Grund des Ozeans und erleben das Weltgeschehen auf diesen zurück in der Gegenwart wieder hautnah mit. Diese Idee finden wir sehr intelligent, da die Bewohner der gegenwärtigen Spielwelt dann auf Ereignisse eingehen können, die wir selbst in der Vergangenheit erlebt haben. Wir sehen darin jedoch das Problem, dass die Spielzeit unnötig in die Länge gezogen wird. Kenner des Originals aus dem Jahr 2000 für die PlayStation erinnern in den Weiten des Internets daran, dass sich der siebte Teil ganz besonders viel Zeit lässt, bis die Handlung erst einmal ins Rollen kommt. Selbst von den rundenbasierten Kämpfen fehlt in der ersten Spielstunde noch jegliche Spur. Dass das bei Dragon Quest VII sein muss, sollte aber eigentlich klar sein.

Rollenspielklassik

Dragon Quest VII (3)Immerhin leben die Helden auf einer Insel, auf der es überwiegend friedlich zugeht und Monster eine untergeordnete Rolle einnehmen. Treffen wir in den kargen Landschaften der Spielwelt dann doch einmal auf die jederzeit sichtbaren Monster, dann öffnet sich in alter Manier der Kampfbildschirm. Hier stehen unsere Recken den Feinden klassisch gegenüber und warten darauf, dass wir ihnen die nötigen Befehle erteilen. Da wird dann mit Schwert und Schild gekämpft oder Zaubersprüche gewirkt, so dass Blitze, Feuerbälle und Eiszapfen auf die Gegner niederprasseln. Sind alle Gegner im Kampf besiegt, regnet es Erfahrungspunkte und Goldmünzen. Diese investieren wir dann wie gewohnt in neue Ausrüstung und Fähigkeiten, um anschließend gegen noch stärkere Feinde antreten zu können. Auch wenn der Retrofaktor bei Dragon Quest VII vermutlich bei vielen Rollenspielern wohl ausschlaggebend für den Kauf sein werden wird, sollte man nicht missachten, dass das Spiel bereits vor mehr als zwölf Jahren auf der PlayStation erschienen ist und nicht nur einen grafischen Aufguss nötig hätte. Schaut man sich beispielsweise den Trailer des Spiels an, fällt sofort auf, dass zwar noch immer die wunderschöne Melodien erklingen, doch die Soundeffekte hören sich noch genauso wie zu Zeiten des Nintendo Entertainment Systems und des Super Nintendo an.

Warten auf die Ankündigung

Dragon Quest VII (4)Lässt man nostalgische Gefühle außer Acht, hätte Square Enix hier unbedingt eine verbesserte Klangqualität einführen müssen. Auf der optischen Seite fällt jedoch ein gewisser Fortschritt auf, denn anstatt Dragon Quest VII wie auf der PlayStation beziehungsweise die Nintendo-DS-Remakes vom vierten, fünften und sechsten Teil aussehen zu lassen, hat man sich dazu entschlossen, ein klein wenig an der Grafikschraube zu drehen. Der siebte Teil siedelt sich nun mehr zwischen den Qualitäten des achten und neunten Serienablegers an. So erinnert der Stil zwar immer noch an die DS-Spiele, doch positioniert sich die Kamera stellenweise hinter den Protagonisten und lässt sich auf freiem Feld sogar um diese herumdrehen. Da kommt es uns nur gelegen, dass das Spiel das von Entwicklern viel zu selten genutzte Circle Pad Pro womöglich unterstützt. Dragon Quest VII richtet sich in erster Linie an Rollenspieler, die mit dem Super Nintendo aufgewachsen sind oder einen alten Klassiker in neuem Gewand erleben möchten. Bevor ihr euch allerdings einen Release-Termin rot im Kalender anstreichen könnt, muss der Titel erst einmal für Nordamerika und Europa angekündigt werden. Da allerdings auch die letzten Teile der Reihe allesamt hierzulande erschienen sind, rechnen wir fest damit, dass auch Dragon Quest VII früher oder später im Westen veröffentlicht werden wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf Videomaterial der PlayStation- und 3DS-Fassung): Seit Dragon Quest Monsters für den GameBoy Color vor über zehn Jahren in Deutschland erschienen ist, bin ich ein großer Fan des Franchises geworden, was natürlich selbiges für die Hauptreihe von Dragon Quest bedeutet. Ich finde es gut, dass Square Enix nach und nach die älteren Teile der Reihe in Form von Remakes für neue Plattformen veröffentlicht – zumindest bis zu einem gewissen Grad. Selbstverständlich sollte sich das Unternehmen auch daran besinnen, neue und gute Spiele zu entwickeln, anstatt sich auf den Lorbeeren vergangener Tag auszuruhen. Dragon Quest VII scheint mir, nachdem ich etwaige Informationen konsumiert habe, zu Beginn einen viel zu zähen Einstieg zu haben. Sobald aber die ersten Kämpfe gewonnen sind und die Handlung erst einmal ins Rollen gekommen ist, dann könnte ich mir wohl keine schönere Geschichte für die Dragon-Quest-Reihe im Moment vorstellen. Ich hoffe sehr, dass Square Enix sich für den Release im Westen entscheidet und im besten Falle auch noch die Dragon Quest Collection für die Wii zumindest noch auf Englisch übersetzen lässt, denn auch Europäer sollten das Recht darauf haben, jeden Teil der Dragon-Quest-Reihe vollends genießen zu können.

Review: Legend of the River King GB

Legend of the River King GB (1)Vor dem Angelsport schrecken sicherlich viele Spieler zurück, denn überwiegend handelt es sich dabei im Videospielbereich um Simulationen, die ihr Programm gnadenlos durchziehen. Legend of the River King GB ist da eine willkommene Abwechslung.

Legend of the River King GB (2)Diese Abwechslung spiegelt sich vor allem im Rollenspielanteil des Titels wieder, denn statt uns einfach eine Angelrute und ein paar Köder in die Hand zu drücken, haben wir auch einen primären Auftrag zu erfüllen. Als wir eines Morgens erwachen, bemerkt unsere Mutter, dass unsere Schwester schwer erkrankt ist und es nur eine Heilung für sie gibt. Wir sollen den so genannten und sagenumwobenen Guardian-Fisch aus der Fluss- und Seewelt von Legend of the River King angeln, da dieser über Zauberkräfte verfügen soll, welche unsere Schwester von ihrer Krankheit erlösen mögen. Bis wir diesen Fisch zu Gesicht bekommen, werden unzählige Stunden ins Land ziehen. In diesen Stunden bekommen wir es mit über vierzig Fischarten zu tun, die wir in vier verschiedenen Bereichen aus dem Wasser fischen können. Wir müssen zwar bei weitem nicht alle Fische fangen, doch motivieren uns einige Bewohner der Spielwelt, dass wir bestimmte Fische fangen müssen, um in neue Gebiete vorzudringen. Um beispielsweise zum See 1, Entwickler beziehungsweise Übersetzer beweisen einmal mehr ihre kreativen Fähigkeiten bei der Namensgebung, zu gelangen, sollen wir im Startgebiet eine Regenbogenforelle für den Meister des Dorfes fangen. Dieser will uns dafür ein Floß bauen, mit dem wir uns auf dem Wasser fortbewegen können. Nach und nach öffnet sich die Welt!

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Legend of the River King GB (3)Bevor wir uns jedoch in den Alltag eines Fischers stürzen, sollten wir die Steuerung von Legend of the River King GB verinnerlicht haben, denn diese ist alles andere als verständlich. Zunächst gilt es zu überprüfen, ob wir eine Rute, einen Haken und auch einen Lebendköder ausgerüstet haben. Danach stellen wir uns ans Ufer und werfen die Angel aus und aktivieren dann auch noch den Angelmodus. Anschließend sind die Fische im blauen Nass als gelbe Schatten ersichtlich, die sich entweder für den Köder interessieren oder Desinteresse zeigen. Im Falle des Desinteresse sollten wir uns überlegen, ob wir an der richtigen Stelle angeln und ob wir auch den geeigneten Köder auswerfen. Jeder Fisch bevorzugt nämlich andere Nahrung und lebt entsprechend in einem anderen Lebensraum. Welcher Lebensraum das ist, müssen wir im Spiel selbst herausfinden. Ungeduldige Naturen können natürlich in der elektronischen Bedienungsanleitung der Virtual-Console-Fassung nachschlagen, um an diese Informationen zu gelangen. Sobald der Schwimmer jedoch einmal ins Wasser eintaucht, sollten wir schnell reagieren und den Unterwassermodus öffnen. Jetzt sehen wir den Fisch, der am Haken unserer Angel hängt. Dieser wehrt sich erst einmal entsprechend und erst, wenn der Fisch sich absolut nicht mehr bewegt, müssen wir den B-Knopf gedrückt halten und ihn nach und nach einholen.

Ökonomischer Kreislauf

Legend of the River King GB (4)Dieses Spiel wiederholt sich so lange, bis der Fisch in unserem Eimer gelandet ist. Danach steht der Weg ins Dorf an, um den Fisch zu verkaufen. Das ist auch bitter nötig, denn in der Natur lauern gierige Tiere wie Krähen, die unsere Fische nur zu gerne mopsen wollen. Sobald wir auf ein Tier stoßen, öffnet sich sogar ein recht überschaubarer Kampfbildschirm. Hier wählen wir aus, ob wir das Tier angreifen oder Nahrung zu uns nehmen. Das ist deshalb wichtig, denn je weniger Lebenspunkte wir noch übrig haben, desto schwächer fallen unsere Angriffe aus. Für besiegte Gegner regnet es dann stilecht Erfahrungspunkte, durch die wir die Energie unseres Helden nach und nach in die Höhe treiben. Wenn wir gefangene Fische im Laden verkaufen, erhalten wir dafür wiederum Geld, welches wir in neue Ruten, größere Haken und neue Lebendköder investieren. Legend of the River King GB bietet also einen ökonomischen Kreislauf, der sich wie in ähnlichen Spielen wie Harvest Moon: Geschichten zweier Städte schließt. Ganz besonders an Fans der Bauernhofsimulation richtet sich das Spiel, denn wer sich in den typisch japanischen Look, die putzigen Animationen und niedlichen Grafiken verliebt, einem dazu passenden Soundtrack nicht abgeneigt ist und das Angeln nicht mehr nur als pure Nebenbeschäftigung erleben will, liegt bei Legend of the River King GB genau richtig.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Virtual-Console-Fassung): Es ist sehr schade, dass die Kawa-no-Nushi-Tsuri-Reihe hierzulande eher unbekannt ist. Während der erste Teil in Japan bereits im Jahr 1990 für das Nintendo Entertainment System erschienen ist, hat es bis 1999 gedauert, bis Kawa no Nushi Tsuri 3 aka Legend of the River King GB erschienen ist. Da ich zum damaligen Zeitpunkt den Release des Spiels verschlafen habe und der zweite Teil aus chronischer Pleite eines Jugendlichen ebenfalls nicht angeschafft werden konnte, habe ich mich jetzt sehr über die Veröffentlichung im eShop des Nintendo 3DS gefreut. Die Spielwelt ist es vor allem, in die mich bereits vor dem Kauf verliebt habe. Diese erinnert teilweise an Pokémon, teilweise an Earthbound und zum Teil auch an Harvest Moon. Letzteres ist wohl auch ausschlaggebend dafür, warum ich mich so sehr für das Spiel im Vorfeld interessiert habe. Ich wollte Angeln nicht mehr als pure Nebenbeschäftigung zum Auffüllen der Kasse ansehen, sondern das Lebensgefühl in virtueller Form voll und ganz spüren. Legend of the River King GB schafft das sehr gut, wenn man sich denn darauf einlässt. Der Spielstart ist nämlich aus heutiger Sicht alles andere als leicht, denn da einem so gut wie nichts erklärt wird, ist man auf die Bedienungsanleitung als Starthilfe zwangsweise angewiesen. Wenn diese Barriere erst einmal überwunden ist, dann entfaltet Legend of the River GB sein volles Potential und kann anschließend stundenlanges Angelvergnügen bescheren.

Review: The Four

The Four (1)Falschgeld ist in unserer Gesellschaft dank moderner Überprüfungstechniken eigentlich kein allzu großes Problem mehr, doch vor gut eintausend Jahren sah diese Tatsache ein wenig anders aus. The Four thematisiert dieses und andere Themen.

The Four (2)Die Handlung von The Four dreht sich, wie man es wohl nicht anders vermutet, um vier ganz besondere Charaktere, die zum Großteil die so genannte Göttliche Division bilden. Die Story von der Telepathin Emotionless, dem beinahe unbesiegbaren Iron Hand, dem phänomenalen Akrobaten Life Snatcher und dem eiskalten Coldblood thematisiert in erster Linie den damals problematischen Umgang mit Falschgeld. Eigentlich arbeitet ihre Division im Verborgenen, denn für die Polizeiarbeit in der Hauptstadt der Song-Dynastie ist normalerweise die sechste Division zuständig. Als die Überwachung eines Verdächtigen jedoch auffliegt, versucht dieser zu fliehen und gerät in die Fronten der beiden Divisionen oder zumindest einer seiner vielen Doppelgänger – da hat der Übeltäter vorgesorgt! Von der Sechsten Division wird die Göttliche Division als Humbug abgetan, doch als dann noch der Prinz am Ort des Geschehens eintrifft, werden sie von diesem zur Zusammenarbeit gezwungen. Während die Göttliche Division das Angebot seiner Hoheit gerne annimmt und auch der überwiegende Teil der Sechsten Division dem nichts entgegenzusetzen hat, scheint das einem der Regierungsbeamten ein Dorn im Auge zu sein. Der steckt nämlich mit beiden Beinen im Sumpf des Verbrechens und will das lukrative Falschgeldgeschäft selbstverständlich am Laufen halten.

Superhelden im Mittelalter

The Four (3)Das ist jedoch nicht das einzige Ziel, was der Bösewicht in The Four verfolgt. Er strebt zudem auch noch nach Höherem, jedoch im negativen Sinne! Da die vier Krieger mit übernatürlichen Kräften ausgestattet sind, will er diese ebenfalls erlangen. Sein Ziel ist es nämlich, nicht die Hauptstadt mit einer Inflation zu überziehen, sondern diese mit Hilfe einer Armee, bestehend aus Untoten, zu Fall zu bringen. So verliert sich der Film nach einer anfangs durch und durch realen Bedrohung, die nur durch die Talente der vier Titelhelden und von so manch seltsamer technischen Errungenschaft, die es vor eintausend Jahren so sicherlich nicht gegeben haben wird, viel zu sehr in einen Fantasy- beziehungsweise Superheldenfilm. Das Konzept klingt im ersten Moment vielleicht spannend, doch hätte es dann auch notwendig sein müssen, dass alle Elemente vollständig zusammenarbeiten. Das ist bei The Four leider nicht der Fall, denn viel zu oft haben wir das Gefühl, dass man eigentlich nur von einer Action-Szene zur nächsten hasten möchte. Besonders ärgerlich ist es deshalb, weil es zwischendurch immer mal wieder richtig gute Szenen gibt, die uns einen mittelalterlichen Thriller suggerieren möchten. Zum Beispiel die Szene, in der das Bild gedrittelt wird und so zeitgleich eine Besprechung abläuft, wie die Observation des Gegenspieler ablaufen soll. Schade – hier hat man nicht angesetzt!

Die Hauptstadt als Handlungsort

The Four (4)Über die schauspielerische Leistung der Darsteller kann man nicht klagen. Diese funktioniert tadellos, doch sind es leider die Charaktere, die nicht völlig zur Geltung kommen. Das liegt unter anderem daran, dass sie mit englischen Titeln bezeichnet werden, die so im China zum Anfang des zweiten Jahrtausends sicherlich niemals vorgekommen sind. Viele Charaktere bleiben somit fast leere Hüllen, die einzig und allein die Handlung vorantreiben sollen. Diese beschränkt sich im Film übrigens nur auf den Handlungsort der Hauptstadt, doch bleibt uns hier die Information vorenthalten, ob es sich dabei um Kāifēng Shì oder Hángzhōu handelt (zu Zeiten der Song-Dynastie von 960 – 1279 gab es zwei Hauptstädte). Unabhängig davon wirken die Kulissen sehr authentisch und ebenfalls die Kostüme vermitteln uns sehr gut den Ausdruck chinesischer Kleidung vor eintausend Jahren. Das Bild in 1080p und im 16:9-Format macht einen kräftigen Eindruck und auch die musikalische Untermalung passt sich dem Geschehen an, bleibt bei einigen Dialogen aber ganz aus. So etwas wie Dramatik kommt dabei nur selten auf. Die deutsche Synchronisation funktioniert annähernd so gut wie der Originalton in Mandarin. Untertitel liegen in Deutsch und Niederländisch auf der Disc vor. Bonusmaterial existiert zum 119 Minuten langen Film in dieser Ausgabe leider nicht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Zu Beginn des Films habe ich mich auf eine Art Thriller im chinesischen Mittelalter gefreut. Die Polizei-Arbeit wird zwar in der Realität wohl ein wenig anders abgelaufen sein, doch fand ich den Ansatz, den Gordon Chan mit The Four gewagt hat, sehr gut. Leider zieht er das nicht wie einen roten Faden durch den Film. Stattdessen verliert die Produktion des Falschgeldes an Stellenwert und der Fokus wird auf die übernatürlichen Fähigkeiten der vier Charaktere gelegt, die sich anschließend nur auf den Kampf gegen den Regierungsbeamten bereitmachen. Ich wollte dem Packungstext schon keinen Glauben schenken, als ich dort von einer Armee der Untoten gelesen habe, doch diese hat man dann tatsächlich kurz in die Filmhandlung eingewoben. Manchmal gefällt mir solch ein Stilbruch, doch bei The Four wirkt dieser leider aufgesetzt. Wer sich aber dennoch auf die 119 Minuten einlässt, der bekommt tolle Schauspieler, authentische Kostüme und Kulissen und sehr schöne Spezialeffekte spendiert, die so dezent ins Gesamtwerk einfließen, dass man den Vergleich zu Hollywood-Größen niemals suchen möchte.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Four!

Review: Wu Dang: Auf der Suche nach dem magischen Schwert

Wu Dang - Auf der Suche nach dem magischen Schwert (1)Der Packungstext vergleicht Wu Dang: Auf der Jagd nach dem magischen Schwert mit dem wohl berühmtesten Archäologen und Geschichtslehrer der Medienwelt: Indiana Jones. Das sind große Worte, mit denen sich der Film dementsprechend messen muss.

Wu Dang - Auf der Suche nach dem magischen Schwert (2)Tang Yunlongs Vergangenheit reicht bis in die Qin-Dynastie zurück. Während in China die Revolution von 1911 stattfand, hat er in den Vereinigten Staaten studiert. Nachdem er in seine Heimat zurückgekehrt war, brach auch er mit der Tradition und schnitt sich seinen Zopf ab. Er ist somit ein offen eingestellter Mensch, der sich jedoch nach dem Tod seiner Frau um seine Tochter kümmern muss, die an einer unheilbaren Krankheit leidet. Als Archäologe schnappt er viele Informationen auf und eine Information bleibt ihm ganz besonders in Erinnerung. Sie handelt von der Legende sieben himmlischer Gegenstände, die sich allesamt im Wu-Dang-Gebirge befinden sollen. Nachdem er in Shànghǎi eine Schatzkarte erbeuten kann und gerade noch so mit dem Leben davon kommt, macht er sich mit seiner Tochter auf in die Berge von Wu Dang, denn mit Hilfe dieser Gegenstände wäre es ihm möglich, seine Tochter zu heilen und jene Erbkrankheit für alle Zeiten aus der Linie seiner Tochter zu verbannen. Damit er dort kein Aufsehen erweckt, schreibt er sich beim Kampfsportturnier ein. Der Professor ist nicht nur ein Intellektueller, sondern ein Kampfkünstler noch dazu. Ähnlich sieht es bei der hübschen Tian Xin aus, die an dem titelgebenden magischen Schwert interessiert ist, welches ihrem Klan vor langer Zeit einmal gehört haben soll. Der Kampf und die Suche beginnen!

Weltberühmte Pilgerstätte

Wu Dang - Auf der Suche nach dem magischen Schwert (3)Beim Film fällt auf, dass man sich auch tatsächlich an den Bergen von Wu Dang orientiert hat. Ständig tauchen Tian Xin und der Professor an Orten auf, die es teilweise so auch in der Realität gibt. Bauwerke wie Tempel, Paläste und Klöster gibt es im echten Wu-Dang-Gebirge reichlich. Die Verbindung zu den sieben himmlischen Gegenständen ist ebenso nicht verkehrt, da die Gebirgsregion einer der berühmtesten heiligen Plätze der taoistischen beziehungsweise daoistischen Religion ist. Obwohl die Story des Films sich somit auf reale Begebenheiten und Hintergründen stützen könnte, baut sie überwiegend auf einer fiktiven Geschichte auf. Wäre das noch kein Beinbruch, dümpelt die Handlung für unseren Geschmack zu lange vor sich hin und kann in dieser Zeit nur mit wenigen Höhepunkten glänzen. Darunter fallen natürlich die vielen Martial-Arts-Einlagen, die dank der Unterstützung von Corey Yuen (der sich übrigens auch als Stunt-Choreograph von Jet Li im Film The Expendables verantwortlich zeigt) auch richtig toll ausfallen. Insbesondere ist uns der Kampf im Palast der acht Meridiane in unserer Erinnerung haften geblieben. Nach dem Ausschalten des ersten leichten Gegners taucht dann plötzlich noch Tang Yunlongs Feind aus Shànghǎi auf. Gemeinsam mit Tian Xin muss er diesen mit dem Rest seiner Bande in einem Kampf mitsamt kleiner Tanzeinlage bekämpfen.

Psychedelischer Effekt

Wu Dang - Auf der Suche nach dem magischen Schwert (4)Während mancher Kampfeinlage geht die Bildwiederholungsrate leicht in den Keller und wir verstehen nicht, warum man bei der Nachbearbeitung diesen Fehler nicht korrigiert hat. Es wirkt zwar nicht wirklich störend, fällt aber dennoch merklich auf. Negativ fallen uns auch die merkwürdigen Spezialeffekte auf. Dass asiatische Filme oftmals dem Niveau von diversen Hollywood-Filmen hinterherhinken, ist kein Geheimnis und wird deswegen oftmals mit einem kleinen Augenzwinkern abgetan, doch was man sich bei Wu Dang: Auf der Suche nach dem magischen Schwert geleistet hat, ist echt verrückt. Wer sich den Endkampf bei vollem Bewusstsein anschaut, fragt sich vermutlich, ob er nicht doch gerade psychedelische Pilze gegessen hat. Da werden bunte Farben kreuz und quer durcheinandergeworfen und besonders gut sieht das nicht aus. Immerhin beschränken sich die Effekte überwiegend auf das Ende, weshalb man sich deswegen vom durchschnittlich interessanten Film nicht abschrecken lassen sollte. Die deutsche Synchronisation ist sehr gut gelungen, denn so manch witzige Stelle wirkt auf Mandarin etwas zu kindisch. Dem 101 Minuten langen Film in 1080p und im 16:9-Format (2,35:1) liegt kein Bonusmaterial bei, was aufgrund der echten Geschichte der Bergkette doch sehr schade ist und wir sehr gerne weitere Informationen darüber gehört und gesehen hätten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Den Film mit Genre-Größen wie Indiana Jones zu vergleichen, halte ich für verkehrt. Sicherlich sind die Parallelen deutlich zu sehen, doch hätte man sich dann auch deutlich mehr an der Realität orientieren müssen. Die Story um einen Vater, der das Leben seiner Tochter unter allen Umständen retten will, ist nicht neu, doch immer noch sehr herzerweichend und unterhaltsam. Insbesondere deshalb, weil auch die Rolle von Tang Yunlong eine sehr tragische ist. Der Film hat für ihn zum Glück auch einen kleinen Anteil Lovestory, denn dass sich etwas zwischen ihm und Tian Xin anbahnen könnte, vermutete ich bereits bei der einen oder anderen Szene. Ähnliches gilt auch für die Tochter, doch das ist dann mehr offensichtlich als eine pure Vermutung. Schlussendlich trifft der Film hier jedoch keine Aussage und lässt uns mit offenen Fragen zurück, wie es denn mit den Figuren von Wu Dang: Auf der Jagd nach dem magischen Schwert weitergehen könnte. Ich hoffe sehr, dass man nicht direkt die Flinte ins Korn wirft und eventuell eine ganze Reihe um Professor Tang Yunlong entwickelt und vielleicht wird der Vergleich mit Indiana Jones dann nicht mehr ganz so hinken.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!