Seit 25 Jahren erleben Rollenspieler zahlreiche Abenteuer im Final-Fantasy-Universum. Ein Universum, welches es wegen finanziellen Probleme eigentlich fast gar nicht gegeben hätte. Die Geschichte von Final Fantasy beginnt zudem sogar schon im Jahr 1983.
Masafumi Miyamoto und Hironobu Sakaguchi gründen den bis heute sehr bekannten Konzern Square, um Videospiele für das Nintendo Entertainment System, sowie für das Famicom Disk System und NEC-Computern zu entwickeln. Leider sind die ersten Gehversuche auf dem Videospielmarkt nicht von Erfolg gekrönt, weshalb das Unternehmen 1987 kurz vor dem Bankrott steht. Zu diesem Zeitpunkt wird Sakaguchi beauftragt, ein Spiel zu entwickeln, welches das letzte für die Firma hätte sein können. Sakaguchi denkt daran, aus dem Videospielgeschäft auszusteigen und aus dem Grund lässt er in sein womöglich letztes Projekt sein gesamtes Können einfließen. Am 18. Dezember 1987 erscheint Final Fantasy in Japan und wird auf Anhieb ein durchschlagender Erfolg und dass obwohl bereits ein Jahr zuvor der einstige Konkurrent Enix mit Dragon Quest ein wegweisendes Rollenspiel veröffentlicht hat. Viele wissen nicht, dass Dragon Quest im Land der aufgehenden Sonne heutzutage immer noch beliebter als Final Fantasy ist. Letzteres hat außerhalb Japans eine größere Fanbase. Das liegt unter anderem seit Beginn an einer Ausrichtung, die in Japan so in Videospielen nicht gebräuchlich war. Westliche Spieler kennen die Spielmechaniken bereits seit 1971. In diesem Jahr publizieren Gary Gygax und Jeff Perren das erste Pen-&-Paper-Rollenspiel Chainmail.
Grundstein einer Legende
Untypisch für heutige Japano-Rollenspiele beginnt Final Fantasy mit der Charaktererstellung. Wir teilen die Berufe Kämpfer, Mönch, Dieb, Rot-, Weiß- und Schwarzmagier zu Beginn des Abenteuers unseren Recken zu, doch das ist noch nicht alles. Später dürfen wir unsere Helden beim Drachenkönig Bahamut gradieren lassen, wodurch sie in den zahlreichen Kämpfen noch kräftiger zuschlagen oder meisterlicher ihre Zauber wirken. Wie es sich für ein fernöstliches Rollenspiel in dieser Zeit gehört, erwarten uns in Final Fantasy dutzende Zufallskämpfe, die zwingend notwendig sind zu bestreiten, da wir nur in Auseinandersetzungen mit Gegnern die nötigen Erfahrungspunkte sammeln, um unsere Helden aufzustufen und am Ende das Böse in die Schranken zu weisen. Enix’ Dragon Quest erscheint, wie bereits angesprochen, ungefähr zeitgleich zu Final Fantasy und in den darauffolgenden Jahren sollen beide Serien erbitterte Konkurrenten werden, doch während man in Dragon Quest Kämpfe aus der Ego-Perspektive bestreitet, überblicken wir bei Final Fantasy seit jeher das gesamte Schlachtfeld auf dem Fernsehbildschirm. Außerhalb Japans erscheint Final Fantasy in den USA erst 1990, doch bereits 1988 folgt im Land der aufgehenden Sonne mit Final Fantasy II die Fortsetzung. Mit seinem Vorgänger hat Final Fantasy II jedoch, wie wir feststellen, nicht mehr viel gemeinsam.
Vorbild für den Westen
Die Geschichte dreht sich um ganz andere Charaktere, deren Berufe wir diesmal nicht mehr bestimmen dürfen. Viel mehr entwickeln sich die vier Helden Firion, Maria, Ghai und Leon eigenständig, denn je öfter wir Waffen und Zaubersprüche im Kampf gegen das Imperium einsetzen, desto mächtiger sind die Charaktere im Umgang mit ihren Angriffsmethoden. Ein ähnliches System erwartet uns in dem Jahre später veröffentlichten The Elder Scrolls: Arena von Bethesda Softworks, jedoch mit dem Unterschied, dass der US-amerikanische Entwickler dank fortgeschrittener Technik das Erfahrungssystem besser und vielseitiger einsetzen kann. Während nordamerikanische Spieler noch immer auf die Veröffentlichung von Final Fantasy warten, erblickt in Japan 1990 der dritte Teil der Serie. In Final Fantasy III übernehmen wir erneut die Rolle von vier Helden, die keine Namen haben. Erst 2006 sollen die Helden im Nintendo-DS-Remake auf die Namen Luneth, Refia, Arc und Ingus getauft werden. Die Zwiebelritter erhalten immer dann, wenn sie einen der vier Kristalle finden, Zugriff auf neue Berufe. Damit wir die Gruppe für den Kampf vorbereiten können, freuen wir uns über die Rückkehr der Erfahrungspunkte. Training ist in Final Fantasy III ein wichtiges Element, denn kennt ihr die Endgegnertaktik nicht, erwartet euch hier einer der härtesten Kämpfe, den es in Rollenspielen bis Dato gegeben hat.
Plattformwechsel
1991 folgt dann auch schon Final Fantasy IV (der erste Teil für das Super Nintendo), welches das stagnierende Genre revolutionieren wird. Zwar folgt die Handlung in ihren Grundzügen noch dem bekannten Schema, doch dafür haben die Entwickler deutlich am Charakterdesign geschraubt. Charaktere zeigen mittlerweile nicht mehr die typischen Archetypen vor, sondern eben auch Persönlichkeiten, die Konflikte erleben und damit umgehen müssen. Insgesamt tauchen um die Heldentruppe von Cecil und Rosa zehn weitere Charaktere auf, von denen jedoch maximal fünf in einem Kampf eingesetzt werden können. Die Zufallskämpfe werden mittlerweile nicht mehr so ganz rundenbasiert abgehalten, sondern nach dem so genannten Action-Time-Battle-System. Sobald ein Held den Angriff gegen ein Monster ausgeführt hat, dauert es nun eine auf Charakterwerten berechnete Zeit, bis dieser ein weiteres Mal angreifen darf. In der Zeit, wo wir uns entscheiden, läuft die Zeit für unsere Gefährten und für unsere Widersacher klugerweise unerbittlich weiter. Obwohl dieses System besonders unter Fans von westlichen Rollenspielen wie Baldur’s Gate verhasst ist, bereicht der Zeitdruck die Kämpfe um ein großes Maß an Spannung. Ab 2008 wird die Geschichte von Final Fantasy IV zunächst für japanische Mobiltelefone, ab 2009 auch als WiiWare-Fassung, weitererzählt.
Merkmale von Final Fantasy
Das Bezahlmodell des herunterladbaren Spiels ist jedoch alles andere als gelungen, denn das Spiel ist in mehrere Kapitel unterteilt. Wer tatsächlich die vollständige Handlung erleben möchte, muss womöglich Unsummen ausgeben. So etwas gibt es 1992 zum Glück noch nicht, als Final Fantasy V erscheint. Bartz, Lenna, Faris und Galuf (beziehungsweise später dessen Enkelin Krile) stellen sich im fünften Teil Exdeath, der das Fantasy-Reich bedroht. Der fünfte Teil gilt unter Fans als ganz besonders anspruchsvoll, da er das Abenteuer mit einem gut ausgeklügelten und kombinierbaren Job-System zwar deutlich schwieriger, aber durchaus abwechslungsreicher gestaltet. Diebe im Umgang mit Heilkunst und magiebegabte Ritter sind in Final Fantasy V absolut keine Seltenheit mehr. Seltener werden von Teil zu Teil aber nicht die Final-Fantasy-Merkmale, die in so gut wie jedem Serienableger vorkommen. Obwohl jedes Final Fantasy von Grund auf verschieden ist, gibt es mehrere Spielelemente, die sich durch die gesamte Serie ziehen. Beispielsweise ein Luftschiff, mit dem die Charaktere die Oberwelt bereisen können oder die Chocobos. Dies sind Laufvögel, mit denen die Helden auf der Oberwelt unbeschadet von einem Ort zum anderen reisen können. Die putzigen Mogrys tauchen ebenso oft auf, wie der Charakter Cid, der aber immer eine andere Rolle einnimmt.
Das Ende der 16-Bit-Ära
Final Fantasy VI stellt 1994 im Grunde den Wendepunkt in der Geschichte von Final Fantasy dar, denn ab dem sechsten Teil wird deutlich größerer Wert auf die Präsentation gelegt. Final Fantasy VI schöpft die grafischen Möglichkeiten des Super Nintendos vollkommen aus, denn das Spiel macht vor allem Gebrauch vom Mode-7-Chip, der die Oberwelt und einige Effekte um ein vielfaches atemberaubender macht. In der nun mehr im Steampunk-Look gehaltenen Welt von Final Fantasy dreht sich diesmal alles um den weiblichen Hauptcharakter Celes, die magischen Wesen Esper und der Kampf gegen das Gestahl-Imperium. Die Konfrontation mit dem Feind verläuft allerdings alles andere als nach Plan, denn der Imperator wird kurzerhand vom Bösewicht Kefka getötet, der daraufhin aus Spaß einfach mal die halbe Welt in Schutt und Asche legt. Das macht ihn zu dem gefürchtetsten Antagonisten in der gesamten Serie. Für US-Amerikaner war die Veröffentlichungsreihenfolge der Final-Fantasy-Spiele alles andere als einleuchtend. Ursprünglich erschienen in den Vereinigten Staaten nur Final Fantasy, Final Fantasy IV und Final Fantasy VI, doch um die Kundschaft nicht zu verwirren, hat man sich dazu entschieden, Final Fantasy IV zu Final Fantasy II und Final Fantasy VI zu Final Fantasy III umzutaufen. In der PlayStation-Ära entschied sich Square dazu, die originale Reihenfolge auch außerhalb von Japan zu etablieren.
Neue Heimat bei der Konkurrenz
So geschah es, dass mit den Remakes die richtige Abfolge nachträglich richtiggestellt wurde. In Europa sind die ersten Final-Fantasy-Spiele nicht in den Handel gekommen, doch folgten die US-Fassungen der Spiele vor wenigen Monaten in das Online-Angebot der Wii. Stellt also vorher sicher, welchen Titel ihr herunterladen möchtet. Wenig später nach Veröffentlichung des sechsten Teils, stellt Nintendo zum ersten Mal das Nintendo 64 der Öffentlichkeit vor. Square beginnt mit der Arbeit an Final Fantasy VII, doch da Nintendo Raubkopierer von der eigenen Konsole fernhalten möchte, entscheidet man sich dafür, weiterhin auf Module zu setzen. Das offenbart Square ein großes Problem, denn Module bieten dem Konzern sehr viel weniger Speicherplatz, als eine CD. Es kommt zum Streit mit Nintendo, woraufhin Square zwar noch Seiken Densetsu 3 und Super Mario RPG herstellt, doch danach gehen beide Firmen getrennte Wege. Das Resultat ist, dass auch die letzten beiden genannten Titel nicht den Weg nach Europa finden. Final Fantasy VII wird schließlich 1997 für die PlayStation veröffentlicht – und zwar gleich auf drei CDs! Optisch erinnert das Spiel noch ein wenig an die Entwicklung fürs Nintendo 64, doch zog das Spiel dennoch sehr viele Spieler in den Bann und wird hierzulande (teils unbegründet) als bester Final-Fantasy-Teil dargestellt.
Die Final Fantasy VII Compilation
Hierzulande liegt das wohl daran, dass es das erste Final-Fantasy-Spiel der Hauptreihe war, welches in Europa veröffentlicht wurde. An den teils schaurigen Grafiken und dem nicht durchgehend gelungenen Gegnerdesign wird es jedenfalls nicht liegen. Es sollte jedoch nicht das einzige Spiel bleiben, welches im Final-Fantasy-VII-Universum veröffentlichen wird. Unter dem Begriff der Final Fantasy VII Compilation versteht man alle Medien, die sich aufs Universum von Final Fantasy VII beziehen. Darunter fällt beispielsweise das Spin-off Final Fantasy VII: Dirge of Cerberus, welches die Geschichte des Charakters Vincent erzählt oder der Animationsfilm Final Fantasy VII: Advent Children, der Jahre später nach dem Finale des Hauptspiels ansetzt und die finale Konfrontation mit Bösewicht Sephiroth schildert. Deutlich hübscher sieht Final Fantasy VIII von 1999 aus. Durch die realitätsnahen Proportionen der Charaktere und die düstere Handlung gehört der achte Serienteil bis heute (sogar unter PC-Spielern!) zu den fantasievollsten Rollenspielen aller Zeiten. Die Entwickler haben sich abermals dazu entschlossen, Änderungen am System durchzuführen. Die seit dem siebten Teil auf drei Mitglieder geschrumpfte Gruppe muss Zaubersprüche von den Gegnern ziehen und sie zusammen mit den so genannten Guardian Forces an sich selbst koppeln.
Final Fantasy im Doppelpack
Es gibt bei Final Fantasy VIII also keine Entwicklung im eigentlichen Sinne mehr. Das macht das Spiel anspruchsvoll und ist deshalb nur für die größten Fans zu empfehlen, die viel Zeit in ein Spiel stecken und wiederholt ein und denselben Prozess ausführen möchten. Besonders in Erinnerung bleibt uns Final Fantasy VIII aufgrund des Songs Eyes on Me von Faye Wong und der damit untrennbar verbundenen und überzeugenden Liebesgeschichte zwischen den Charakteren Rinoa und Squall. 2000 möchte sich Final Fantasy IX mit den Fans versöhnen, da diese einen realistischen Look kaum gewohnt waren und Kulleraugen bevorzugen. So erinnert der Titel an die traditionellen Spiele der Reihe, denn anders ist es nicht zu erklären, dass sich die Steampunk-Welt verabschiedet hat und Mittelalteranleihen vertreten sind. Dass die Entwickler Final Fantasy aber in eine andere Richtung lenken wollen, merken wir 2001 in Final Fantasy X auf der PlayStation 2. Der Fokus wird auf die Handlung und die Charaktere gelegt, denn statt einer frei zugänglichen Welt wie noch im Vorgänger, lenkt uns der Titel auf geraden Bahnen zum Finale. Phänomenale Videosequenzen, eine gelungene, aber nicht durchgehende Vertonung und spannende Entwicklungen in der Handlung sind das Ergebnis. 2003 erscheint mit Final Fantasy X-2 die Fortsetzung, welche spieltechnisch zu begeistern weiß, Fans aber wegen Story und missionshaften Aufbau nicht mehr so wie sein Vorgänger gefällt.
Die Weiten des Internets
2002 entschied man sich dafür, einem Teil der Hauptreihe ins Internet zu verlagern. Seitdem erfüllen mehr als eine halbe Million Nutzer in der Fantasy-Welt Vana’diel tagtäglich Quests. Obwohl wir den Schritt gut finden, Final Fantasy möglichst vielfältig zu gestalten, stehen wir dem Bezahlmodell skeptisch gegenüber. Man zahlt ab dem zweiten Charakter nämlich jeweils einen Euro pro Monat – zusätzlich zu der horrenden Nutzungsgebühr von dreizehn Euro! Die Berechnungen der Gebühren ändern sich auch bei Final Fantasy XIV im Jahr 2010 kaum. Dort sind die monatlichen Gebühren zwar niedriger, bei Charakteren zahlen wir aber ganze drei Euro! Wir sehen ein, dass die Server bezahlt werden müssen, aber das ist selbst für die meisten Fans zu viel. Wie gute Online-Rollenspiele richtig vermarktet werden, beweist die Konkurrenz seit vielen Jahren. 2003 ist für Publisher Square ein wichtiges Jahr, denn in diesem Jahr wird die Firma offiziell begraben. Das liegt aber nicht an finanziellen Problemen! Stattdessen entschließt sich Square dazu, mit dem Konkurrenten Enix zu einem großen Konzern zu verschmelzen. In den nächsten Jahren können die beiden Serien Dragon Quest und Final Fantasy koexistieren und die Fusion bringt auch weitere Vorteile – insbesondere für Nintendo-Spieler. Final Fantasy: Crystal Chronicles erscheint für den Gamecube.
Auswirkungen einer Fusion
Mit Final Fantasy: Crystal Chronicles fand das Franchise zurück zu den Wurzeln, doch jeder, der sich ein waschechtes Rollenspiel erhofft hatte, wurde bitter enttäuscht. Der Titel ist nichts weiter als ein Action-Rollenspiel, welches zudem noch stark auf den Mehrspielermodus setzt. In diesem Spin-off können bis zu vier Spieler gleichzeitig in actionlastigen Kämpfen das Böse bekämpfen, sofern ihr die nötige Hardware besitzt. Diese besteht aus vier GameBoy Advance und ebenso vielen Gamecube-GameBoy-Advance-Linkkabeln. Dass nicht jeder Spieler in den Genuss des Mehrspielerteils kommt, ist wohl jedem klar. Es folgten weitere Titel, die sich im selben Universum ansiedelten. Ring of Fates und Echoes of Time sprechen vor allem Fans des Originals an, doch My Life as a King und My Life as a Darklord waren Strategiespiele, die vor allem die Absicht haben, den Spielern mit Downloads das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wer jeweils alle Spielinhalte kauft, zahlt mehr als ein Vollpreisspiel. Abschließend erscheint noch The Crystal Bearers für die Wii, welches aber nicht an die Qualität der Rollenspiele anknüpfen kann. In den kommenden Jahren werden weitere Spin-Offs auf den Nintendo-Plattformen erscheinen und dazu auch noch Remakes der ersten sechs Serienteile für den GameBoy Advance oder auch den Nintendo DS. Das Tolle daran: Europa und Nordamerika werden vollends mit Final-Fantasy-Titeln unterstützt.
Macht und Politik
Nach vier Jahren erblickt endlich ein weiterer Teil des Franchises das Licht der Welt. Final Fantasy XII entführt die Spieler in die Welt von Ivalice. Eine Welt, die in mehreren Spielen aufgegriffen wird. So spielt sich die Handlung von Final Fantasy XII genauso in Ivalice ab, wie die Story der Spin-off-Reihe Final Fantasy Tactics. Das Square-Enix-Spiel Vagrant Story wird auch oftmals als ein Teil der Sagen von Ivalice gesehen, doch der Produzent des Spiels, Yasumi Matsuno, ist sich da selbst nicht ganz so sicher. In einem Interview behauptete er einst, dass Vagrant Story und Final Fantasy XII erst im Jahr 2004 miteinander verbunden seien, doch heute distanziert sich Matsuno von seiner Aussage. Im zwölften Teil hängt die Spielwelt wie bei den Offline-Vorgängern zusammen, wird jedoch durch eine Übersichtskarte ergänzt, über welche wir unseren Standpunkt in der Welt erkennen können. Bis zum Finale erzählt Final Fantasy XII eine Geschichte epischen Ausmaßes, welche teils stark politisch wird. Am Kampfsystem haben die Entwickler abermals gearbeitet, denn anstatt einen Kampfbildschirm zu laden und uns reihenweise in Zufallskämpfe zu verwickeln, können wir die Gegner auf der Oberfläche jederzeit sehen, ihnen aus dem Weg gehen oder direkt dort mit ihnen kämpfen. Für besiegte Gegner regnet es Erfahrungspunkte, die aber nicht direkt unsere Helden verbessern.
Dreiteiler mit Fehlern
Um Werte zu steigern oder Fähigkeiten zu erlernen, verteilen wir diese Punkte individuell für jeden Charakter auf dem Lizenzbrett. Damit die Kämpfe automatischer ablaufen, dürfen wir jeden Charakter programmieren. Ein tolles System, welches leider nicht oft auf Gegenliebe stößt. In Final Fantasy XII: Revenant Wings für den Nintendo DS wird die Geschichte um Luftpiraten Vaan zu Ende erzählt – allerdings ungewohnt in einem Echtzeit-Strategiespiel. Final Fantasy XIII stellt das bis Dato Schlusslicht der Offline-Rollenspiele des Franchises dar. 2009 schlüpfen wir nicht nur auf der PlayStation 3, sondern auch auf der Xbox 360 in die Rolle von Lightning und müssen ein diktatorisches System auf dem Planeten Cocoon stürzen. So stark die Persönlichkeiten von Final Fantasy XIII charakterisiert werden und so gut die Handlung durchgehend erzählt wird, so schwach fällt das Design im nun mehr dreizehnten Hauptteil aus. Stundenlange Schlauchlevels, eine schwache künstliche Intelligenz und wenige Geheimnisse abseits des schmalspurigen Weges vermiesen dem einen oder anderen Spieler den Gesamteindruck deutlich. 2011 folgt mit Final Fantasy XIII-2 die Fortsetzung, die viele Fehler ausbessert, dann wiederum andere Schwächen mit sich bringt. Mit einem offenen Ende lassen uns die Entwickler bis heute zurück, doch ein weiterer Teil ist bereits in Planung. Lightning Returns: Final Fantasy XIII soll die Geschichte 2013 zu Ende erzählen. Wir sind gespannt, ob und vor allem wie Square Enix dieses Kunststück umsetzen möchte.
Erinnerung für die Ewigkeit
Am 18. Dezember 2012 schauen wir zurück auf 25 Jahre Final Fantasy. Eine Geschichte, die so vermutlich nie in Geschichtsbüchern auftauchen wird, doch hat das Franchise Einfluss auf ganze Generationen genommen und wird dies auch weiterhin tun, wenn sich Square Enix denn auf die alten Tugenden der Serie besinnt. Derzeit entwickelt sich die Reihe in eine völlig andere Richtung, wie sich Sakaguchi einst vorgestellt hat. Dieser hat das Unternehmen nach Fertigstellung von Final Fantasy X-2 jedoch verlassen und hat die Mistwalker Corporation gegründet. Ebenfalls für dieses Studio arbeitet Nobuo Uematsu, der für den Großteil aller Final-Fantasy-Soundtracks zuständig war und mittlerweile nur selten in den Credits eines Square-Enix-Spiels auftaucht. Ohne die beiden verändert sich Final Fantasy zunehmend und wir hoffen sehr, dass mit der Ankündigung von Final Fantasy XV Square Enix sich an alte Tage besinnt. Wie die Zukunft von Final Fantasy aussehen wird, können wir nur mutmaßen. Sicher ist, dass Square Enix das Franchise weiterhin ausschlachtet und uns auch das eine oder andere gute Spiel präsentieren wird. Ob die Hauptreihe neben PlayStation 3 und Xbox 360 auch auf Wii U fortgeführt wird, steht in den Sternen. Wir würden es uns wünschen, doch so oder so bleibt Final Fantasy eine Rollenspielserie, an welche man sich auch noch in den nächsten 25 Jahren hoffentlich gerne erinnern wird.
Geschrieben von Eric Ebelt
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