Review: Blue Exorcist Vol. 4

Blue Exorcist Vol. 4 (1)Die Anime-Serie Blue Exorcist kommt mit der vierten Serienbox zu einem Ende, in dem sich das Gute, das Böse und das Neutrale gegenüberstehen. Wir haben die abschließenden sechs Folgen geschaut und sind absolut zufriedengestellt.

Blue Exorcist Vol. 4 (2)Die letzte Episode der dritten Serienbox endete mit einem Anruf. Yukio erfuhr, dass der Stift, wo er und sein Bruder Rin damals aufgewachsen sind, von einem Dämon angegriffen wurde. Sie eilen nach Hause und müssen mit ansehen, wie ihre Brüder mit Spinnweben überwuchert sind. Eine maskierte Schönheit soll daran die Schuld tragen, doch auch Igor Neuhaus, der in der gesamten Serie eher ein Nischendasein gefristet hat, scheint am Vorfall beteiligt zu sein. Als die maskierte Person dann auch noch in der Heiligkreuz-Akademie einige Schüler in ihr Netz einwebt, kann nur Rin helfen. Dieser hat inzwischen seine Fähigkeiten soweit verbessert, dass er seine dämonischen blauen Flammen nun kontrolliert einsetzen kann. Damit endet der Anime jedoch nicht und der unausweichliche Konflikt mit Satan rückt immer näher. Um den Leibhaftigen jedoch zunächst einmal aus Gehenna nach Assiah zu locken, ist das Zutun einer ganz bestimmten Persönlichkeit unverzichtbar. Es tritt Ernst Frederik Egin ins Rampenlicht. Er stellt sich Yukio und Rin als ihr Großvater vor, der vom Handeln des Vatikans nicht ganz so überzeugt wie die beiden Jungen ist. Er will die defensive Heiligkreuz-Ritterschaft in eine Organisation mit offensiven Vorgehen verwandeln, Satan ein für alle mal besiegen und alle Dämonen nach Gehenna zurückschicken, um Assiah allein den Menschen zurückzugeben.

Gründe des Bösen

Blue Exorcist Vol. 4 (3)Ein viel wichtigerer Bestandteil der Geschichte ist jedoch die Vergangenheit über Yukios und Rins Mutter Yūki Egin. Wir möchten nicht zu viel verraten, doch ist sie der Charakter in der Serie, die der ausschlaggebende Grund für Satans Handeln ist. Dieser möchte nämlich gerne beide Welten miteinander verbinden. In zahlreichen Rückblenden wird in den letzten sechs Episoden deutlich, dass auch das Böse seine Gründe hat und deswegen eher neutral ist, wenn das Vorgehen selbst relativ bösartig ist. Wie in der Fernsehserie Supernatural ist deswegen auch die Zusammenarbeit zwischen beiden Brüdern sehr wichtig, um für das Gute einzutreten und die Welt so zu erhalten, wie sie ist. Da die Episoden 20 bis 25 zusammenhängend sind, ist es somit auch nicht verwunderlich, dass diese fast bis zum Finale durchgehend auf der Kippe steht und beide Brüder getrennte Wege gehen. Es zeigt aber auch, dass man sich nicht nur auf die eigenen Kräfte verlassen kann und so werden selbstverständlich wieder alle Freunde der beiden Brüder vorgestellt und ihr Zutun zum Erhalt der Welt demonstriert. Um die Figuren noch ein wenig besser zu charakterisieren, liegen der circa 145 Minuten langen Episodenfolge noch fünfzehn weitere Minuten, aufgeteilt in zehn Mini-Episoden, bei. Die kurzen Folgen spielen zu unterschiedlichen Momenten der Serie und zeigen einige Figuren im neuen Licht.

Oh Augenblick, verweile doch!

Blue Exorcist Vol. 4 (4)Mit diesen geschriebenen (und in der letzten Episoden ebenfalls erwähnten) Worten endet die Serie und wir können das genauso unterstreichen. Wir haben innerhalb von 25 Episoden, einer zusätzlichen Folge über Kuro und in zehn Mini-Episoden erlebt, wie ein Charakter damit umgeht, der Sohn Satans zu sein und wie es auf seine Freunde wirkt. Das Ganze ist eingewebt in action-geladenen Kämpfen und netten Nebenhandlungen. Obwohl der Anime sich anfangs viel Zeit lässt, um seine Story zu entfalten, kann die Serie ab der zweiten Serienbox mit einem höheren Tempo punkten und hält diese Geschwindigkeit nahezu bis zum Ende. Wir möchten Rin, Yukio, Vater Fujimoto, Kuro, Shiemi, Ryūji, Mephisto Pheles und alle anderen Figuren nicht verlassen, so sehr möchten wir eine Fortsetzung erleben. Aber aufgrund der komplett abgeschlossenen Handlung (zumindest gibt es keine relevanten Punkte, wo man eine weitere Story hätte anknüpfen können), werden wir darauf wohl ewig warten müssen. Ebenso warten wir auf eine Anleitung zu den ebenfalls wieder beiliegenden Tarot-Karten, um ihre Bedeutung zu verstehen. Das wird eher die weiblichen Fans stören, doch schade finden wir es trotzdem.  Im Angesicht eines solchen gelungenen Animes können wir darauf aber gerne verzichten. Wer Exorzismus anders und doch vertraut erleben möchte, der kommt um Blue Exorcist nicht herum.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Je länger man den Anime Blue Exorcist schaut, desto mehr wird man mit den Charakteren warm. Das ist zwar bei Animes generell so, doch entweder kennt man sie nach unzähligen Episoden (Dragonball und One Piece) bereits in- und auswendig und sie können einen nicht mehr überraschen oder der Anime ist zu kurz und die Figuren bleiben einem nur wenig im Gedächtnis (Puella Magi Madoka Magica). Ich habe Blue Exorcist aufgrund der Laufzeit von 25 Episoden richtig genossen und da, wo einige Animes bereits abbauen, fährt Blue Exorcist erst zu Höchstform auf. Rin, Yukio und auch die anderen Charaktere werde ich wohl nie vergessen und Blue Exorcist steht definitiv auf meiner persönlichen Anime-Liste mit Titeln, die ich mir irgendwann wieder einmal ansehen werde. In diesem Anime überzeugen die Charaktere, die Beweggründe und der Zeichenstil. Man kann ihm höchstens vorwerfen, dass die christlichen Hintergründe nicht allzu real wirken und teils auch falsch interpretiert werden. Mit meiner atheistischen Einstellung ist mir das zwar im Grunde egal, doch man sollte sich meiner Meinung nach schon an den wirklichen Werten der jeweiligen Religion richten, wenn man sich denn zum Erzählen der Geschichte an Elementen dieser orientiert. Unterm Strich kann man das jedoch als Kleinigkeit ansehen, denn Blue Exorcist ist spannend, wendungsreich inszeniert und vollgestopft mit Action. A-1 Pictures hat wahrlich großartige Arbeit geleistet!

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Blue Exorcist!

Review: Blue Exorcist Vol. 3

Blue Exorcist Vol. 3 (1)Der Exorzist mit dämonischem Blut ist zurück, um sein Studium an der Heiligkreuz-Akademie fortzusetzen und sich auf den alles entscheidenden Kampf gegen Satan vorzubereiten. Wir haben uns die Episoden 14 bis 19 angeschaut.

Blue Exorcist Vol. 3 (2)Das erste Semester ist vorbei, doch auf die Sommerferien dürfen sich Rin und seine Freunde nicht freuen. Stattdessen werden sie zu dem dreitägigen Spezialtraining, auch Wald Camping genannt, eingeladen. Sie erhalten in einem Wald, in dem es nachts vor niederen Dämonen nur so wimmelt, den Auftrag, mindestens eine von drei Fackeln zu finden und zurück zum Lager zu bringen. Zunächst arbeitet jeder für sich und jeder gegen jeden, doch dann verstehen die Freunde die wahre Bedeutung der Aufgabe und so arbeiten fast alle von ihnen zusammen, um den Auftrag abzuschließen. Leider nutzt Direktor Mephisto Pheles die Situation aus und sein Bruder Amaimon macht sich daran, Rin zu bekämpfen. Die Lage scheint aussichtslos und Rin möchte sein dunkles Geheimnis, dass er ebenfalls ein Sohn Satans ist, nicht mehr vor seinen Freunden verheimlichen und entlädt seine Energie vor deren Augen. Sie sind geschockt und der kürzlich neuernannte Paladin verhaftet Rin und Mephisto Pheles, um sie anschließend in den Vatikan zu schleppen und sie vor der Heiligkreuz-Ritterschaft zu verhören. Amaimon und sein Bruder geben allerdings nicht auf, weshalb Rins Halbbruder Yukio und seine Freunde in Kyōto das mittlerweile abgenutzte Schwert Kurikara neu schmieden lassen müssen. Um den Erdkönig Amaimon zu besiegen ist das Schwert nämlich unverzichtbar.

Neue Ansichten

Blue Exorcist Vol. 3 (3)Während die ersten Episoden dieser Serienbox nahtlos ineinander übergehen, haben sich die Produzenten aber dazu entschieden, die restlichen Episoden nahezu eigenständige Inhalte zu geben. Dennoch nutzen die Köpfe hinter Blue Exorcist diesen Wandel aus, um Charaktere, die womöglich aus dem Rampenlicht verschwunden sind, erneut vorzustellen. Diesmal dreht sich vor allem alles um die Einstellung von Rin Okumuras Freunden zu Rin, die von dessen Enthüllung, dass er der Sohn des Leibhaftigen sein soll, nicht gerade überzeugt sind. Während einige von ihnen versuchen Abstand zu halten (beispielsweise Ryūji oder Konekomaru), sind andere wiederum nicht verstimmt (Shiemi und Izumo) und stehen dem Hauptcharakter bei. Es dauert aber nicht lange, bis Rin und seine Freunde durch einen in die Heiligkreuz-Akademie eingedrungenen Dämon wieder miteinander Freundschaft schließen. Die weiteren zentralen Themen sind, wie bereits angedeutet, Rins innerer Konflikt zwischen der Wahrheit und einer Lüge, sowie Yukios rätselhafte Krankheit, über die allerdings noch nicht viele Worte verloren wird. In der Bonusepisode (Kuro reißt aus) wird der freundliche Cait Sith in den Mittelpunkt gerückt, doch auch andere Charaktere wie Izumo bekommen überraschende Charakterzüge. In Blue Exorcist Vol. 3 kommen somit wieder alle Persönlichkeiten neue Anstriche. Klasse!

Steife Verpackung

Blue Exorcist Vol. 3 (4)An der optischen Prämisse hat sich derweil nichts getan. Das ist aber auf keinen Fall falsch zu verstehen, denn nach wie vor sieht der Anime toll aus. Charaktere, ihre Umgebungen und die Effekte wirken wie aus einem Guss. Sie sind gut animiert und können uns mit einer passenden Farbwahl begeistern. Ähnliches gilt dementsprechend auch für den Soundtrack. Nach wie vor kann uns der Anime mit heiteren und düsteren Stücken, die passend zur jeweiligen Situation gewählt worden sind, begeistern. Die deutsche Synchronisation kann ebenfalls überzeugen. Es sind somit neben Dennis Saemann für Rin Okumura und Tobias Diakow für Yukio Okumura, auch Oliver Krietsch für Mephisto Pheles und Daniel Käser für Ryūji Suguro zu hören. Rieke Werner spricht derweil weiterhin Shiemi Moriyama. Die japanischen Sprecher sind ebenfalls unausgetauscht geblieben und können mit einer leicht besseren Betonung punkten, doch wer nur des Deutschen mächtig ist, darf sich über (nicht abschaltbare) deutsche Untertitel freuen, wenn man sich die japanische Tonspur anhören möchte. Der Limited Edition liegen wie den ersten beiden Ausgaben zwei Postkarten und diesmal sechs Tarot-Karten bei. Die Blu-ray-Verpackung wirkt dadurch aber etwas zu steif. Sammler freuen sich darüber hinaus immerhin auf eine Box, auf der auf der Außenhülle kein FSK-Logo angebracht ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Spannend geht es in dieser Box los. Die Freunde müssen zusammenarbeiten, um ihr Ziel zu erreichen, doch ist dies nicht das einzige Thema, welches behandelt wird. Außerdem kämpft Rin in einem inneren Konflikt darum, ob er seinen Freunden die Wahrheit zeigen darf oder er weiterhin verschleiern muss, wer er ist. Da kommt es nur gelegen, dass die zweite Hälfte der vorliegenden Episoden sich Zeit nehmen, um die Nebencharaktere weiter vorzustellen und welche Bedeutung sie für Rin haben und wie sie mit der für sie geänderten Situation umgehen. Außerdem erhält der Erdkönig Amaimon eine größere Bedeutung. Zudem bin ich schon sehr gespannt, wie es mit Yukio weitergehen wird, da dieser mittlerweile an Symptomen einer Krankheit leidet, über die er jedoch noch nicht mit anderen Charakteren des Animes spricht. In der vierten und letzten Serienbox hoffe ich dann auf eine Auflösung und ein spannendes Ende, denn auch wenn viele der Episoden leider nicht zusammenhängend sind, hat der Anime durchaus Potential für ein Ende mit Paukenschlag.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Blue Exorcist Vol. 3!

Review: Blue Exorcist Vol. 2

Blue Exorcist Vol. 2 (1)Die Handlung von Blue Exorcist geht in der zweiten Serienbox nahtlos weiter. Wir haben uns die Episoden 8 – 13 angeschaut und tauchen abermals ein in eine Geschichte um Exorzismus und seinen Anwendern.

Blue Exorcist Vol. 2 (2)Nachdem Rin Okumura erfahren hat, dass durch seine Adern dämonisches Blut fließt und er der Sohn des Leibhaftigen ist, begann für ihn und seinen Bruder Yukio eine schwere Zeit. Ihr Vater musste sich opfern, damit Satan keine Macht über ihn erlangen kann. Die Brüder haben den Stift, in welchem sie aufgewachsen sind, verlassen und sich zur Heiligenkreuz-Akademie begeben. Während der intelligente Yukio dort als Lehrer beziehungsweise Exorzist der dritten Klasse arbeiten darf, wird Rin erst einmal von seinem Bruder unterrichtet. Dass Rin allerdings immer noch im tiefsten Innern ein Kind ist, bemerken wir daran, dass er nicht gerade von der Idee des Schulbankdrückers begeistert ist. Praktische Einsätze liebt er dafür umso mehr und von denen gibt es auch in den vorliegenden sechs Episoden mehr als genug. Da wächst eine Katze zu übernatürlicher Größe an und möchte gebändigt und ein riesiger Kraken besiegt werden. Das ist aber noch nicht alles, denn Rin wird auch noch von Leitung der Akademie, genauso wie seine Mitschüler, geprüft. So soll intern entschieden werden, wer für den Beruf eines Exorzisten tatsächlich geeignet ist und wer sich noch ein wenig mehr anstrengen muss, um das erwartete Potential zu erreichen. Anders als noch in den ersten Episoden verläuft die Handlung diesmal wesentlich gradliniger und vor allem zum Wohle des Zuschauers.

Zusammengesetztes Mosaik

Blue Exorcist Vol. 2 (3)Während in den ersten sieben Episoden zunächst einmal alle Charaktere vorgestellt werden mussten, sind diese Informationen dementsprechend bekannt, weshalb der Schwerpunkt nun auf die Geschichte gelegt werden kann. Während Yukio darauf achten muss, dass Rins Macht nicht außer Kontrolle gerät, wird von Direktor Mephisto Pheles eine andere Seite bestimmt, welche Rins dunkles Inneres zum Vorschein bringen soll. Welches Ziel der Direktor dabei im Auge hat, wird allerdings nicht deutlich. Eine Auflösung erwarten wir in einer der nächsten beiden Serienboxen von Blue Exorcist. Trotzdem zieht sich die Handlung der Serie dadurch nicht unnötig in die Länge, denn ständig erfahren wir Hintergründe über das Schulsystem, die Heiligenkreuz-Akademie und natürlich über Rins und Yukios Vater Fujimoto. So setzt sich nach und nach ein Mosaik zusammen, das jeden Fanherz höherschlagen lässt. Wie wir es von Blue Exorcist Vol. 1 bereits kennen, kann auch die Limited Edition der zweiten Ausgabe mit insgesamt zwei Postkarten und fünf Tarot-Karten punkten. Diese sehen hübsch aus, sind gut verarbeitet und erfüllen ihren Zweck. Eine Anleitung zu den Tarot-Karten liegt hier allerdings nicht bei. Wir hoffen sehr, dass man das in einer der letzten beiden Serienboxen nachholen wird. Die Postkarten werden Sammler hingegen aber vermutlich ohnehin nicht verschicken.

Song-Wechsel

Blue Exorcist Vol. 2 (4)Der Stil der Serie ist weiterhin wunderbar einheitlich gehalten. Charaktere und Umgebungen ergänzen sich prächtig und sind sehr farbenfroh und das selbst, wenn der Charakter eigentlich relativ bösartig ist. Selbst das Böse wird mit dunklen Neonfarben toll in Szene gesetzt. Auf der Blu-ray liegen die sechs Episoden abermals in 1080p vor und das sieht man deutlich. Alle Bilder wirken sehr scharf. Insbesondere bei Großaufnahmen von ganzen Landschaften macht das Bild einen hervorragenden Eindruck. Unterlegt wird das Spektakel wieder einmal mit dem gewohnt guten Soundtrack aus der vorherigen Ausgabe. Für die dreizehnte Episode hat man sich außerdem dazu entschlossen, sowohl das Eröffnungsvideo als auch die Credits samt den beiden Songs zu ersetzen. Bei Anime-Serien ist das keine Seltenheit, erhöhen sie so doch die erneute Aufmerksamkeit des Zuschauers. Die Charaktere von Blue Exorcist haben natürlich wieder einmal dieselben Synchronsprecher. Tobias Diakow spricht nach wie vor für Yukio und Dennise Saemann schafft es wie kein Zweiter, Rin Leben einzuhauchen. Alle Emotionen des Charakters kann er glaubhaft vermitteln. Dabei ist es egal, ob Rin nun wütend ist oder den einen oder anderen Witz reißt. Die japanische Sprachausgabe ist ebenfalls nicht zu verachten, kann aber wie üblich nur mit zugeschalteten deutschen Untertiteln angehört werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem ich die Serie aus Zeitgründen leider fünf Monate pausieren musste, habe ich jetzt jedoch die Gelegenheit, die letzten Folgen allesamt am Stück anzuschauen. Nachdem die ersten Episoden sich noch Zeit gelassen haben, um die Geschichte zu erzählen und die Charaktere einzuführen, funktioniert dies nun deutlich schneller und besser. Viele Informationen sind bereits bekannt und werden nun quasi wie ein Mosaik weiterhin zusammengesetzt, um beispielsweise Hintergründe über (tote) Charaktere zu erläutern. Mir gefällt diese Zusammensetzung sehr, denn so waren die circa 145 Minuten Laufzeit schnell vorbei und jede einzelne Minute davon habe ich genossen. Das liegt nicht nur am Inhalt, sondern auch am Zeichenstil. Ich mag es, wenn Charaktere und ihre Umgebungen miteinander harmonieren. Das einzige, was ich wieder einmal bemängele, ist das Vermischen von asiatischer und westlicher Architektur, sowie deren christliche (katholische) Grundwerte. Ein Priester, der sich nach gebrochenen Rippen auf eine Krankenschwester mit einer großen Oberweite freut, kann ich ebenso wenig ernst nehmen, wie eine zweitausendjährige Arbeit der Heiligenkreuz-Anhänger. Alleine schon in Japan macht das aufgrund der Christenverfolgung historisch keinen Sinn. Ich bin absolut kein gläubiger Mensch und sehe Religion höchstens noch als Kulturgut unserer Zeit an, doch wenn man sich auf solche Werte stützt, dann sollte man diese auch so verkörpern. Das ist jedoch Kritik auf hohem Niveau, denn nach wie vor ist die Story spannend und freue ich mich schon darauf, wie sie in den nächsten beiden Serienboxen enden wird.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Blue Exorzist Vol. 2!

Partner: Die Hobbit-Woche bei Games-Mag

Bei unserer Partnerseite Games-Mag findet in dieser Woche die Hobbit-Woche statt. Neben einer Filmkritik vom Montag und einem Testbericht vom Mittwoch zu Der Hobbit, beginnt am Freitag, den vierten Januar 2013, auch noch eine Verlosung zum Brettspiel von Der Hobbit. Wir würden uns freuen, wenn ihr bei unserem Partner vorbeischauen, sowohl die Filmkritik als auch den Testbericht konsumieren und an der Verlosung teilnehmen möchtet. Wir drücken euch selbstverständlich ganz fest die Daumen!

Gewinnspiel (02. – 23. Januar 2013)

Ni no Kuni - Der Fluch der Weißen Königin (Gewinnspiel)Am 1. Februar 2013 erscheint ein lang erwarteter Titel endlich auch in Europa. Rollenspieler aller Altersgruppen freuen sich auf Ni no Kuni: Der Fluch der Weißen Königin. Das Spiel erzählt die Geschichte des kleinen Jungen Oliver, der in einer Parallelwelt ein Zauberer werden will, um seine Mutter aus der Welt der Toten zurückzubringen. Auf seiner Reise wird er viele neue Freunde finden und mit diesen Geschöpfen gegen das Böse kämpfen. Wer noch unentschlossen ist, ob er sich den Titel zum Release zulegen möchte, der hat bis zum 23. Januar 2013 bei uns die Gelegenheit, eines von zwei Exemplaren des Spiels zu gewinnen.

Um an unserem Gewinnspiel teilnehmen zu können, müsst ihr auch gar nicht viel tun. Ihr habt wie immer die Auswahl zwischen mehreren Gewinnspielmöglichkeiten und dürft, um eure Gewinnchancen zu maximieren, auch an allen Optionen teilnehmen. Die Mehrfachteilnahme an einer der gegebenen Möglichkeiten ist euch als einziges untersagt. Wie folgt könnt ihr an unserem Gewinnspiel zwischen dem zweiten und 23. Januar 2013 teilnehmen:

1. Ihr werdet Fan unserer Facebook-Seite, teilt unseren Gewinnspielbeitrag vom 02.01.2013 öffentlich mit euren Freunden und teilt uns unter dem Beitrag mit, warum ihr euch auf Ni no Kuni: Der Fluch der Weißen Königin freut.

2. Ihr folgt uns auf Twitter und teilt uns in eurer Antwort mit, warum ihr euch auf Ni no Kuni: Der Fluch der Weißen Königin freut.

3. Ihr unterstützt uns auf Google+, teilt unseren Gewinnspielbeitrag vom 02.01.2013 und teilt uns in eurer Antwort auf den Beitrag mit, warum ihr euch auf Ni no Kuni: Der Fluch der Weißen Königin freut.

4. Ihr registriert euch im NextGen-Forum, erreicht bis zum 23.01.2012 die Mindestanzahl von zwanzig Posts und teilt uns im Thread „Ni No Kuni: Der Fluch der Weißen Königin“ mit, warum ihr euch auf Ni no Kuni: Der Fluch der Weißen Königin freut.

5. Ihr abonniert uns auf Youtube, teilt uns über unsere Kontaktmöglichkeiten euren Username mit und schildert uns, warum ihr euch auf Ni no Kuni: Der Fluch der Weißen Königin freut.

6. Ihr hinterlasst uns unter diesem Beitrag eine Antwort, in welcher ihr uns mitteilt, warum ihr euch auf Ni no Kuni: Der Fluch der Weißen Königin freut. Damit abonniert ihr unseren Newsletter.

7. Ihr nehmt optional an unserer Umfrage zu den besten Titeln des Jahres 2012 teil und hinterlasst uns unter der Umfrage eine Antwort, in welcher ihr uns mitteilt, welcher euer persönlicher Lieblingstitel 2012 ist und warum ihr euch auf Ni no Kuni: Der Fluch der Weißen Königin freut.

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens das achtzehnte Lebensjahr vollendet und ihren Erstwohnsitz innerhalb der Bundesrepublik Deutschland haben. Bei minderjährigen Nutzern wird eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten benötigt. Mitarbeiter von Gameplay Gamers und Namco Bandai sind von der Verlosung ausgeschlossen. An der Verlosung nehmen alle Personen teil, welche die jeweils gewünschten Anforderungen erfüllen. Sollte niemand die Anforderungen erfüllen, wird der Preis unter allen Teilnehmern gleichermaßen verlost. Die Gewinner der Verlosung werden schriftlich nach Ablauf des Gewinnspiels am 24. Januar 2013 informiert. Die angeschriebenen Personen haben anschließend 48 Stunden Zeit, sich bei uns zu melden. Versäumt einer der Gewinner diese Frist, erhält nach denselben Gewinnspielregeln ein anderer Teilnehmer die Chance auf den Preis. Aus Datenschutzgründen werden die Gewinner namentlich selbstverständlich von uns nicht auf Gameplay Gamers, Facebook, Twitter, Google+, Youtube und im NextGen-Forum erwähnt. Sie dürfen sich dort aber sehr gerne selbst als solche zu erkennen geben. Teilnahmeschluss ist der 23. Januar 2013, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Umfrage: Die Besten des Jahres 2012

Traditionell wählen wir auch zum Jahresbeginn 2013 die Besten des Vorjahres. Jeder Titel, den wir in den letzten zwölf Monaten besprochen haben, steht zur Wahl. Dabei ist es egal, ob der Titel erst zum Weihnachtsgeschäft in den Läden stand oder der Titel schon vor ein paar Jährchen veröffentlicht wurde. Da wir im letzten Jahr von der zweitäglichen Berichterstattung auf eine tägliche Artikelpublizierung umgestiegen sind, stehen diesmal wesentlich mehr Titel zur Auswahl. Daher haben wir uns dazu entschieden, dass ihr in jeder Kategorie gleich fünf Titel wählen dürft, um euch die Wahl ein wenig zu erleichtern. Ihr entscheidet nun jeweils, welche fünf Titel das Potenzial zur Bestplatzierung in den Kategorien Nintendo Wii oder Wii U, Nintendo DS oder 3DS, PlayStation 3, Xbox 360, PC, Retro-Spiele, Anime oder Manga und Film auf Blu-ray oder DVD haben. Wählt nun die besten Spiele auf Nintendo Wii oder Wii U im Jahr 2012 aus:

Als nächstes bitten wir euch darum, die fünf besten Titel für die portablen Plattformen Nintendo DS oder 3DS auszuwählen.

Sony veröffentlichte letztes Jahr eine neue Auflage der PlayStation 3. Wählt bitte nun eure fünf Kandidaten in der Kategorie des besten PlayStation-3-Spiels.

Neben der PlayStation 3 halten wir natürlich auch der Xbox 360 die Treue. Ihr entscheidet nun, welche fünf Titel zu den besten Titeln des Jahres 2012 gehören.

Auf dem PC sind letztes Jahr ebenfalls interessante Titel erschienen. Wählt bitte nun eure fünf Kandidaten aus, die eurer Meinung nach die Gewinner des letzten Jahres sind.

Durch Nintendos Virtual Console kommen wir wieder in den Genuss alter Klassiker, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Wählt nun die fünf Kandidaten in dieser Kategorie.

Im letzten Jahr erschienen neben Videospielen natürlich auch viele Animes und Mangas, die uns unzählige Stunden begeistert haben. Wählt bitte nun die fünf besten Titel 2012.

Zum Abschluss haben wir für euch auch die Liste der rezensierten Filme zusammengestellt – ihr dürft nun aus diesen Titeln eure fünf Favoriten wählen.

Die Auswertung der Umfrage erfolgt in einigen Wochen und an verschiedenen Stellen. Wer unseren Newsletter abonniert hat, der wird ebenso schnell über die Ergebnisse informiert sein, wie all jene, die uns auf Facebook, Twitter und Google+ die Treue halten. Wir bedanken uns für eure rege Teilnahme!

Wir wünschen einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr!

Hochgeschätzte Gameplay-Gamers-Leser,

heute beenden wir nicht nur ein erfolgreiches Jahr voller nennenswerter Spiele, sondern gleich ein ganzes Jahr voller fantasiereicher Animes, spannender Filme und lesenswerter Mangas. In diesem Jahr haben wir nicht nur Specials eingeführt, sondern auch intensiv über die großen Pressekonferenzen der Electronic Entertainment Expo berichtet. Zudem unterstützten uns seit diesem Jahr Dominik Grunow, Jonas Maier und Patrick Overkamp in unserer Redaktion. Mit Andreas Holzschuh haben wir zudem einen weiteren Menschen gefunden, der uns in Zukunft als freier Mitarbeiter ebenfalls tatkräftig unterstützen möchte. Aus keinem anderen Grund war es uns seit Sommer ebenfalls möglich, täglich ein neues Reviews, eine neue Preview, ein Video oder in seltenen Fällen auch eine relevante News zu publizieren.

In diesem Jahr konnte der japanische Konsolenhersteller Nintendo abermals mit einer neuen und einer aufgewerteten Konsole punkten. Zum einen wäre das natürlich die Wii U, die wir euch in einem Unboxing-Video vorgestellt haben. Mit dem Wii U GamePad erweitert das Traditionsunternehmen das Spielgeschehen im Wohnzimmer um einen weiteren Bildschirm. Dass das Feature genutzt wird, zeigen bereits die Launch-Titel. Wir sind schon jetzt sehr darauf gespannt, welche Ideen die Entwickler in den nächsten Jahren einfließen lassen. Zum anderen hat Nintendo in diesem Jahr den Nintendo 3DS XL auf den Markt gebracht, den wir euch ebenfalls in einem Unboxing-Video und einem Review vorgestellt haben. Mit neunzig Prozent größeren Bildschirmen und einer längeren Akkulaufzeit versucht Nintendo alte und neue Fans zu gewinnen. Sony versucht hingegen wieder mit einer aufgewerteten Version der PlayStation 3 zu punkten, die jedoch in keinem guten Preisleistungsverhältnis steht. Mit der PlayStation Vita hat man hingegen ein Pendant zum 3DS-Konkurrenten in der Hand, doch bleiben hier leider die Spiele aus. 2013 muss sich Sony endgültig etwas einfallen lassen.

Das Jahr 2012 sollte uns den Weltuntergang bescheren, doch offensichtlich haben sich die Maya geirrt oder zumindest jene, die daran geglaubt haben. Außerdem verschwand Harald Schmidt, Urgestein der deutschen Comedy-Landschaft, kurzzeitig vom Bildschirm, nur um nach der Sommerpause bei einem anderen Sender erneut sein Comeback zu verkünden. Für viele ist da der zwanzigste Jahrestag des Short Message Service wohl bedeutender, denn ein jeder von uns wird sicherlich zumindest einmal eine Kurznachricht verschickt haben. In unserer schnelllebigen Welt könnte es allerdings bereits die letzte gewesen sein, denn das Konzept wird durch andere Techniken mehr und mehr abgelöst. Wir sind gespannt, ob sich solche Techniken im nächsten Jahr weiterhin durchsetzen und welche Innovationen wir in der Medienwelt noch erwarten dürfen. Einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr wünschen euch

Eric Ebelt & Thomas Enders

Review: Rurouni Kenshin: The Movie

Rurouni Kenshin - The Movie (1)Während Rurouni Kenshin: Trust & Betrayal die Vorgeschichte zur Rurouni-Kenshin-Serie darstellt, greift Rurouni Kenshin: The Movie eine Geschichte mitten aus Kenshins Leben auf, doch auch hier dreht sich wieder alles um Vertrauen und Verrat.

Rurouni Kenshin - The Movie (2)Im Jahr 1864 tötet Kenshin den Mann Tatsuki Gensatsu, um den Frieden in Japan zu wahren. Vierzehn Jahre später, also nach dem Ende des Tokugawa-Shōgunats und während der Zeit der Meiji-Restauration, treffen Kenshin, Sanosuke, Yahiko und Kaoru in Yokohama ein. Es wird deutlich, dass die Öffnung Japans bereits vollzogen ist und westliche Einflüsse machen sich endgültig bemerkbar. Die vier Freunde treffen am Hafen von Yokohama auf den Samurai Shigure Takimi, der sich gegen betrunkene britische Matrosen zur Wehr setzt. Die Rauferei wird jedoch jäh unterbrochen, als britische Soldaten sich nähern und den Aufstand beenden wollen. Die Streitigkeit ist allerdings nicht das einzige Problem, was die junge Regentschaft des nun (eigentlich) vollmächtigen Tennōs Mutsuhito plagt. Obwohl sich die Regierung an alten Werten orientieren will, so versucht sie technologisch mit dem Westen gleichzuziehen und sich dementsprechend anzupassen. So wollen sich nicht alle Japaner mit der politischen und gesellschaftlichen Situation abfinden. Es kommt zu Aufständen und einen Angriff auf die britische Botschaft. Als dann auch noch ein Attentat auf einen britischen Staatsgast bekannt wird, muss Kenshin eingreifen und erfährt so, dass Shigure der Anführer der Rebellen ist. Da Kenshin jedoch nie wieder jemanden töten möchte, steht er vor einer inneren Zerreisprobe.

Liebe zu Details

Rurouni Kenshin - The Movie (3)Obwohl wieder sämtliche Charaktere rein fiktiv sind, ist es der historische Schauplatz nicht. Da das Geschehen diesmal im Osten des Landes angesiedelt ist, wird die Öffnung Japans und der damit verbundene Umschwung der Gesellschaft und Kultur deutlich besser zum Ausdruck gebracht. Man hat auch auf historische Details geachtet und beispielsweise die 1872 erstmals in Betrieb genommene und in Japan erste Eisenbahnlinie von Tokio nach Yokohama gezeigt. Tokio ist nach Yokohama und Kyōto der dritte Schauplatz, der im Kinofilm gezeigt wird. In dieser Stadt kommt es dann auch zur finalen Auseinandersetzung, nachdem sich gezeigt hat, wen man noch vertrauen kann und wem nicht. Vertrauen und vor allem Verrat sind nämlich auch hier, wie eingangs bereits angedeutet, der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Wer jetzt auf ein Ratespiel wie bei den vier Original Video Animations von Rurouni Kenshin: Trust & Betrayal hofft, der wird enttäuscht. Der Film wird zwar aus der Sicht eines personalen Erzählers in Szene gesetzt, doch wechseln die Charaktere immer wieder durch. Dadurch entsteht aber im Gegensatz zu Trust & Betrayal eine gewisse Dynamik und so sind es hier 91 Minuten, die viel schneller vorbeigehen, als einem lieb ist. Kaum hat die Handlung Fahrt aufgenommen, muss man seine liebgewonnenen Charaktere auch wieder verlassen.

Bildschirmfüllendes Kino

Rurouni Kenshin - The Movie (4)Auf stilistischer Ebene kommt Rurouni Kenshin: The Movie nicht ganz an Rurouni Kenshin: Trust & Betrayal heran. Während man bei Trust & Betrayal noch das Gefühl hat, dass alles Gezeigte wie aus einem Guss wirkt, grenzen sich die Charaktere im Film stark ab. So wirken die Umgebungen, Landschaften und Hintergründe nach wie vor fantasiereich, doch Kenshin und die anderen Charaktere werden stark hervorgehoben. Da der Film nicht mehr ganz so bitterernst ist und auch einige lustige Szenen auftauchen, passt das allerdings ganz gut. Über einen durchgehend einheitlichen Stil hätten wir uns jedoch gefreut. Dafür kann der Film in der 1080p-Auflösung mit einem grandiosen Bild im bildschirmfüllenden 16:9-Format punkten. In Aktion wirken die Schwertkämpfe und Explosionen somit ein ganzes Stück kräftiger. Gepaart ist das Geschehen wieder einmal mit einem tollen Soundtrack und einer Geräuschkulisse, die zwar absolut passend ist, aber nicht an die von Trust & Betrayal heranreicht (Grillenzirpen!). Sowohl in der deutschen, als auch in der japanischen Sprachfassung können die Charaktere mit Emotionen durchgehend überzeugen. Wer die wenig bessere japanische Tonspur genießen möchte, der muss abermals nicht abschaltbare (deutsche) Untertitel in Kauf nehmen. Sammler freuen sich wie bei Trust & Betrayal abschließend über ein Wendecover ohne FSK-Logo.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem ich mir gestern bereits Rurouni Kenshin: Trust & Betrayal angeschaut habe, konnte ich es kaum erwarten, wie die Geschichte um Kenshin weitergeht. Leider ist die Serie in Deutschland bisher nicht erhältlich, was dann natürlich für das meinige Verständnis für Rurouni Kenshin: The Movie unvorteilhaft ist. Man kennt die Charaktere nicht und sie werden im Grunde auch nicht vorgestellt. Einzig und allein bei Kenshin kann man erahnen, welchen Lebens- und Leidensweg er durchgemacht haben muss. Da gab es in Trust & Betrayal immerhin einige Anzeichen und Erklärungen. Trotzdem ist die Geschichte spannend und besonders der Konflikt zwischen Japan und dem Westen wird sehr deutlich. Historische Details versüßen einem Geschichtsfanatiker wie mir das Ansehen des Animes ungemein. Wer Trust & Betrayal noch nicht gesehen hat, der sollte sich diesen Anime zuvor anschauen, denn dann kann man auch grundlegend den vorliegenden Film verstehen (abgesehen von eventuell wichtigen Hintergründen über Kenshins Freunde). Da ich auf die Lokalisierung der Serie wohl noch länger warten darf, freue ich mich als nächstes auf den Anime Rurouni Kenshin: New Kyoto Arc, welcher Ende Februar 2013 erscheinen und das Ende der Handlung darstellen soll. Ich bin gespannt!

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Rurouni Kenshin: The Movie!

Review: Rurouni Kenshin: Trust & Betrayal

Rurouni Kenshin - Trust & Betrayal (1)Animes kommen aus Japan und sobald diese westliche Ideale verkörpern möchten, scheitern sie nicht selten daran. Umso mehr freuen wir uns auf Rurouni Kenshin: Trust & Betrayal, da der Anime die japanische Geschichte aufgreift und durch fiktive Begebenheiten darstellt.

Rurouni Kenshin - Trust & Betrayal (2)Die Geschichte von Trust & Betrayal beginnt in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Mit Gewalt wurde die Öffnung Japans durch den Westen erzwungen, doch davon erleben wir hier noch nichts. So spüren wir immer noch die Isolation Japans von der Außenwelt, welche zur Story aber deutlich beträgt. Nichtsdestotrotz befinden wir uns in der letzten Phase der Edo-Zeit. Das Tokugawa-Shōgunat sieht seinem Ende entgegen. Dieser langsame Verfall wird durch brutale Kämpfe in Szene gesetzt, unter denen auch Hauptcharakter Shinta leidet. Seine Begleiter auf seiner Reise werden durch eine Bande getötet und so sieht er demselben Schicksal entgegen, doch im entscheidenden Moment taucht der Samurai Seijūrō Hiko auf, der ihm vor dem Tod rettet. Als Dank verpflichtet sich Shinta, sich ihm anzuschließen. Viele Jahre vergehen und im Jahr 1864 agiert Shinta, der nun mehr den Namen Kenshin trägt, als Attentäter, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Dabei tötet er auch einen Mann, der schon bald den Bund der Ehe schließen wollte – ein Mord, der ihn später fast zum Verhängnis werden wird. Da der Anime in vier Akte beziehungsweise vier Original Video Animations aufgeteilt ist, erfahren wir natürlich noch mehr über die Figur Kenshin und auch einige Nebencharaktere haben ihren Auftritt, die essentiell für die zusammenhängende Handlung sind.

Vertrauen und Verrat

Rurouni Kenshin - Trust & Betrayal (3)Kenner der Serie werden auch einige grundlegende Informationen über Kenshin erfahren, da Trust & Betrayal die Vorgeschichte darstellt. Nach dem Anschauen wird man wissen, welche Vorstellungen Kenshin von der Welt hat, welche Leiden er als junger Samurai kennenlernen durfte und wie seine kreuzförmige Narbe entstanden ist. Besser kann man eine Vorgeschichte nicht erzählen und Kenner der Serie, die hierzulande leider immer noch nicht veröffentlicht wurde, wissen das zu schätzen. Trust & Betrayal legt seinen Schwerpunkt, wie es der Titel bereits vermuten lässt, auf Vertrauen und Verrat. Während die ersten beiden Akte (Der Mann, der mordet und Verirrte Katze) sich ausreichend Zeit lassen, die Charaktere vorzustellen und die Handlung ins Rollen zu bringen, begeistern der dritte und vierte Akt (Abend zuvor im Forst und Die kreuzförmige Narbe) mit der langsamen, aber niemals langweiligen Auflösung des Vorfalls in der Mitte des zweiten Aktes. Kenshin weiß, dass es einen Verräter in ihren Reihen gibt, doch bleibt ihm nun nichts weiter übrig, als mit der hübschen Tomoe auf dem Land das Leben eines verheirateten Pärchens zu leben, doch bis zum Schluss weiß Kenshin nicht, wer die Frau ist, in die er sich verliebt und welches Geheimnis sie birgt und belastet. So setzt sich das Puzzle von der ersten bis zur letzten Minute angenehm zusammen.

Echtwirkende Szenen

Rurouni Kenshin - Trust & Betrayal (4)Optisch besticht der Anime mit einer schönen Farbenpracht und tollen Zeichnungen. Es sieht teilweise sogar so aus, als hätte man reale Filmaufnahmen genommen und diese überzeichnet und zwar ganz dezent. Beispielsweise kann man bei dem einen oder anderen Bild eines Sees oder des Meeres deutlich erkennen, dass die Aufnahme vom Wasser real ist und nur die Steine, gegen die das Wasser prescht, angemalt worden sind. So etwas kann in Animes stören, doch da diese Szenen meistens auch etwas ausdrücken, können wir das wohlwollend akzeptieren. Beispielsweise erkennen wir deutlich einen Anstieg solcher Szenen, wenn mit der Auflösung begonnen wird. Da Trust & Betrayal aus dem Jahr 1999 stammt (und somit erst nach der Serie veröffentlicht wurde) und eine Original Video Animation ist, hat man auf das übliche und im 16:9-Format gehaltene Kinoverhältnis verzichtet. Auf Blu-ray liegt der Anime zwar in 1080p vor, doch auch hier wird das Bild nur in 4:3 wiedergegeben. Dementsprechend schmücken an der linken und rechten Seite eures Fernsehers schwarze Balken das Bild. Stören tun diese aber in keiner Minute, da das Bild sehr sauber wirkt. Die deutsche Tonspur braucht sich vor dem japanischen Original übrigens nicht zu verstecken. Wer Trust & Betrayal lieber auf Japanisch genießen möchte, muss allerdings nicht abschaltbare (deutsche) Untertitel in Kauf nehmen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Es ist wirklich schade, dass die Serie zu Rurouni Kenshin noch nicht hierzulande erhältlich ist. Nachdem ich nun die Vorgeschichte kenne, möchte ich unbedingt wissen, wie es direkt im Anschluss weitergeht. Davon unberührt möchte ich den Anime jedoch jedem empfehlen, der sich für die japanische Geschichte oder das Samurai-Genre interessiert. Zwar sind alle Charaktere frei erfunden und es werden auch nur wenige historische Fakten deutlich, doch alleine zu wissen, vor welchem Hintergrund die Handlung spielt, reicht aus, um die Atmosphäre von Trust & Betrayal zu erkennen, sie sogar regelrecht einzuatmen. Vom Zirpen der Grillen, dem fantastischen Soundtrack und dem ansprechenden Zeichenstil der Neunziger Jahre gibt es nichts, was man an diesem Anime aussetzen könnte. Von der ersten bis zur letzten Minute wird man hier meiner Meinung nach sehr gut unterhalten. Es gibt keine unnötigen Szenen, keine unwichtigen Charaktere und die Zusammenhänge sind durchgehend deutlich und vor allem leicht verständlich. Wer allerdings hofft, mit dem Anime den Einstieg in ein großes Universum zu finden, der muss darauf hoffen, dass die Serie von einem Publisher (Anime Virtual) hierzulande ebenfalls veröffentlichen werden will. Ich würde es mir jedenfalls wünschen und zuschlagen!

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Rurouni Kenshin: Trust & Betrayal!

Review: Need for Speed: Most Wanted

Need for Speed Most Wanted (1)Was haben wir uns nach Need for Speed: The Run auf Need for Speed: Most Wanted gefreut, doch wurden wir im Endeffekt schon wieder enttäuscht. Obwohl der neue Ableger wieder viel richtig macht, so macht er abermals einiges falsch. Wir verstehen nicht warum.

Need for Speed Most Wanted (2)Die Handlung des Vorgängers The Run war alles andere als gut inszeniert. Obwohl diese das Potential für eine spannende, komplexe und intelligente Handlung hatte, war das Ergebnis mit Logikfehlern, wenig charakterisierten Persönlichkeiten und dünnem Hintergrund gespickt. Es ist sogar möglich, das zu unterbieten, wie Most Wanted uns beweist. Wir erfahren nur, dass es in der fiktiven US-amerikanischen Stadt Fairhaven City zehn Raser, die so genannten und titelgebenden Most Wanted, gibt. Zu denen möchten wir gehören, weshalb es logischerweise nur nötig wäre, auf den zehnten Platz aufzusteigen. Dass wir jedoch eigentlich ganz an die Spitze wollen, verrät uns der Titel nicht. Sicherlich mag das für viele Rennspielfans egal sein, doch zeigt es sehr gut, wie wenig die Köpfe bei Criterion Games sich um solch kleinen Dinge Gedanken machen beziehungsweise gemacht haben. Unser Charakter ist übrigens niemals zu sehen und selbiges gilt dementsprechend auch für unsere zehn Kontrahenten. Im gesamten Spiel haben wir übrigens nur einmal einen Menschen zu Gesicht bekommen, als wir das Auto eines Polizisten durch die Luft gewirbelt haben, doch dazu später mehr. Es ist schade, dass man sich um einen plausiblen Hintergrund keine Gedanken macht. Wir verstehen somit nicht, was uns eigentlich antreibt, zur Elite der Verkehrsregelnmissachter zu gehören.

Die Interstate 92

Need for Speed Most Wanted (3)Da wünschen wir uns doch lieber The Run zurück, wo zumindest storytechnisch der eine oder andere Ansatz vorhanden ist. Schauen wir aber mal von diesem Problem ab, eröffnet sich uns eine offene Spielwelt, die somit im Kontrast zum Etappen-Aufbau des Vorgänger steht. Das gesamte Fairhaven City ist frei befahrbar. So erkunden wir nach Lust und Laune die Industrie- und Gewerbegebiete der Stadt oder fahren einfach mal ins Blaue, um von der Interstate 92 die Berge und Wälder des Umlands zu betrachten. Nettes Detail am Rande: Die Interstate 92 ist ein seit den Vierziger Jahren geplantes, immer wieder vorgeschlagenes und ebenso oft verworfenes Projekt, welche die Neuengland-Staaten, genauer gesagt die Maritime-Provinz in Kanada mit dem US-Bundesstaat New York, miteinander verbinden soll. Optisch scheint sich die Stadt Fairhaven zumindest an der Ostküstenarchitektur anzulehnen, weshalb wir annehmen, dass die Anspielung nicht willkürlich ist und die Stadt im fiktiven Anteil der Need-for-Speed-Serie eben dort angesiedelt sein soll. Zu Beginn sind wir nur mit einem Porsche unterwegs, doch je öfter wir die unterschiedlichen Straßen abfahren, desto mehr Autos können wir in den eigenen Fuhrpark übernehmen. Vom Audi R8 Spyder bis hin zum Viper SRT 2012 sind viele verschiedene Fahrzeuge von unterschiedlichen Herstellern dabei, die große Abwechslung bei Autoliebhabern und Need-for-Speed-Fans hervorrufen dürften.

Wenige Spielmodi

Need for Speed Most Wanted (4)Eine große Auswahl an unterschiedlichen Fahrzeugen (die allerdings erst mit dem Kauf bisher zwei erschienenen Download-Inhalten vollständig wird) trübt aber nicht über die Auswahl an Spielmodi hinweg, denn davon gibt es in Most Wanted herzlich wenig. Wir dürfen zwischen Rundkurs- und Sprintrennen, Hinterhalt und Tempojagd wählen. Um einen der Modi spielen zu können, müssen wir entweder über das einsteigerfreundliche Easydrive-Menü (über die Steuerungstasten jederzeit anwählbar) den Zielort bestätigen oder wir können das Event auch alternativ über die Übersichtskarte unmittelbar starten. Fahren wir zum Event, kann es sehr gut sein, dass wir von der Polizei verfolgt werden und diese erst abschütteln müssen oder wir werden von einer Radarfalle geblitzt. Dafür gibt es, wie für die im folgenden beschriebenen Modi, Speed Points, also Geschwindigkeitspunkte, die für die Einzelspielerkampagne wichtig sind, doch dazu gleich mehr. Rundkursrennen bestehen in der Regel aus drei Runden, die wir in einem vordefinierten Bereich innerhalb von Fairhaven City drehen sollen und dabei auch noch unter die ersten drei Plätze geraten sollen (andernfalls gibt es keine Punkte). Bei den so genannten Sprintrennen handelt es sich quasi um die Levels aus The Run, denn wir fahren nur einzelne Etappen ab, um von einem Kontrollpunkt zum nächsten zu gelangen. Bei Hinterhalt jagt uns die Polizei und bei Tempojagd müssen wir eine hohe Geschwindigkeit erreichen.

Unfaire Verfolgungsjagden

Need for Speed Most Wanted (5)Der letztgenannte Modus ist unserer Meinung nach sogar ein wenig unverschämt. Hier zählt nämlich nur die Geschwindigkeit, die wir auf der Ziellinie halten. Da die Strecke meist sehr verwinkelt ist, bremst uns jede Kollision mit der Umgebung ab. Das mag zwar herausfordernd sein, aber uns hätte es besser gefallen, wenn an bestimmten Stellen das Tempo gemessen und ein Mittelwert berechnet würde. Die Verfolgungsjagden mit der Polizei sind unserer Meinung ein ganzes Stück heftiger. Es gibt hier zwar ähnlich wie in der Grand-Theft-Auto-Serie eine Abstufung, wie viele und welche Polizeiwagen uns verfolgen, doch ist das Abschütteln dieser sehr, sehr schwierig. Um der Polizei zu entkommen, können wir (sofern uns gerade keiner der Schutzengel erspäht) schnell durch eine Tankstelle fahren, um zum einen unser Vehikel zu reparieren und zum anderen umzulackieren oder wir müssen so schnell fahren, damit unsere Verfolger aus unserem (zu großangelegten) Radius verschwinden. Letzteres ist fast unmöglich und zerrt stark an unseren Nerven. Das liegt daran, dass die Fahrzeuge der Gesetzeshüter fast genauso schnell sind wie wir selbst und uns teilweise auch noch überholen. Das wirkt wie im Vorgänger sehr befremdlich, denn solche schnellen Vehikel haben wir weder in Deutschland noch in den Vereinigten Staaten bei irgendwelchen Behörden jemals gesehen. Das erhöht zwar die Spannung, nimmt dem Spiel aber zunehmend die Glaubhaftigkeit.

Staubspuren

Need for Speed Most Wanted (6)Sollte es dennoch dazu kommen, dass uns die Polizei aus dem Verkehr zieht, werden wir wie bei einem normalen Crash schnell wieder auf die Straße gesetzt. Entkommen wir jedoch dann nicht innerhalb von zwei Sekunden (was nicht in jedem Fall möglich ist), kommen wir um die Verhaftung unseres Charakters nicht umher. Da Most Wanted aber ohnehin keine Geschichte erzählt, werden wir ohne irgendwelche Einbußungen und einen Ladebildschirm später wieder auf die Straßen von Fairhaven City gelassen. Wer die Modi allerdings gut beherrscht, dabei jede erdenkliche Reklametafel vernichtet und keine Radarfalle auslässt, der wird schon bald alle nötigen Speed Points beisammen haben, um gegen die Most Wanted anzutreten. Das ist aber bei Weitem kein Spaziergang, wie wir bereits im ersten Ranglistenduell sehen, denn wer hier Crashs baut und eventuell sogar über ein Nagelband der Polizei brettert, wird den ersten Fahrer unmöglich einholen können, da die Geschwindigkeit des Fahrzeugs darunter leidet und Tankstellen oft rar gesät sind. So ist es auch im restlichen Teils des Spiels nicht anders. Wer tatsächlich spürbare Erfolge sehen möchte, der darf auch keine Unfälle auf den Straßen riskieren, denn jede Kollision zwingt uns dazu, circa vier Sekunden wertvolle Zeit einzubußen und in der Zeit sind die anderen Fahrer bereits an uns vorbeigezogen. Ärgerlich, wenn das schon auf dem leichten Schwierigkeitsgrad passiert.

Wenig vorteilhafter Entwicklerwechsel

Need for Speed Most Wanted (7)Waren wir vom Mehrspielermodus auf der Gamescom 2012 noch überzeugt, enttäuscht genau dieser Teil des Spiels in der finalen Fassung ebenso. Man hat sich keine Mühen geben, neue Modi zu entwerfen und hat die Modi des Einzelspielermodus einfach übernommen. Gemeiner ist jedoch, dass man zusätzlich einen Online Pass von Electronic Arts erwerben muss, um den Mehrspielermodus so zu nutzen, damit man mit anderen Spielern dauerhaft konkurrieren darf. So kann man sich in den Wettbewerben nur temporär miteinander messen. Im Angesicht des Preises von fast zehn Euro kann man sich den Online Pass aber auch schenken. Immerhin ist der Mehrspielermodus fast nahtlos in den Einzelspieleranteil eingebunden, denn wir fahren in derselben Stadt und können zusätzliche Speed Points ergattern, wenn wir die Vehikel anderer Spieler beispielsweise rammen. Technisch ist Most Wanted auf Augenhöhe mit The Run. Die Effekte sind nach wie vor schön, die Texturen detailreich und der Soundtrack überzeugt mit Titeln wie Empathy von Bassnectar bis hin zu We Are the Oceans The Road (Run for Miles). Die Steuerung funktioniert nun übrigens wesentlich besser und vor allem das Driften geht nun deutlich einfacher von der Hand. Klasse! Need for Speed: Most Wanted ist dennoch ein gutes Beispiel dafür, dass ein Entwicklerwechsel nicht unbedingt Verbesserungen mit sich bringen muss.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-3-Fassung): Seit letztem Sommer habe ich mich auf Need for Speed: Most Wanted gefreut, doch nachdem ich den Titel nun einige Stunden am Stück spielen konnte, macht sich Ernüchterung breit. Das Spiel möchte mir nicht ansatzweise so etwas wie eine Handlung erzählen. Darüber könnte ich noch hinwegsehen, denn ich will in den Straßen von Fairhaven City schließlich auch eine Menge Action erleben, doch diese finde ich nicht so wirklich. Es gibt zwar diverse Modi und besonders die Verfolgungsjagden mit der Polizei wissen mir zu gefallen, doch verstehe ich nicht, warum man selbst auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad schon große Probleme mit der Polizei bekommt. Vielleicht fehlt mir ganz einfach die nötige Rennspiel-Erfahrung, doch nachdem ich mit Need for Speed: The Run sehr gestraft wurde, sollte ich doch eigentlich frustresistenter sein. Nachdem die Einzelspielermodi mich sehr enttäuscht haben, habe ich zumindest gehofft, im Mehrspieleranteil deutlich mehr Abwechslung zu bekommen. Spaß macht mir dieser deutlich mehr, da ich mich hier nicht mit der (unfairen) künstlichen Intelligenz herumstreiten muss, doch mehr Abwechslung gibt es hier nicht, da man mir einfach dieselben Modi vorsetzt. Das ärgert mich besonders deshalb, da man mir auf der Gamescom diesen Modus mit Stolz präsentiert hat und ich sehr gehofft habe, dass sich hier noch etwas ändert. Unterm Stich enttäuscht mich Most Wanted eigentlich genauso wie The Run, doch während ich hier so gut wie keine Story präsentiert bekomme, ist die Steuerung nun endlich so gelungen, wie ich sie mir im letzten Jahr gewünscht habe. Das hilft dem Titel bei der fehlenden Abwechslung allerdings auch nicht mehr.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Need for Speed: Most Wanted!

Prime Time: The Elder Scrolls IV: Oblivion (Collector’s Edition) Unboxing

2006 überraschte ein Titel mit einer absolut sehenswerten Grafik. The Elder Scrolls IV: Oblivion war zwar spielerisch immer noch ein tolles Spiel (wenn man auch Abstriche im Gegensatz zum Vorgänger machen musste), doch grafisch gehörte damals zu den absolut besten PC-Titeln. Aus heutiger Sicht mag so mancher das vielleicht gar nicht glauben, doch wer den Release des Spiels miterlebt hat und mehr als hundert Stunden wie Eric in Oblivion investiert hat, wird dies nur bestätigen können. Eric stellt euch jetzt jedenfalls erst einmal die Collector’s Edition des Titels vor und geht dann auch noch kurz auf die beiden Erweiterungen Knights of the Nine und Shivering Isles ein.

Prime Time: The Elder Scrolls III: Morrowind (Game of the Year Edition) Unboxing

Rollenspiele können einen in eine wunderbare Welt versetzen oder verzaubern oder beides. Bei The Elder Scrolls III: Morrowind dürfte letzteres der Fall sein, denn wer sich einmal auf die Spielwelt einlässt, wird so schnell nicht mehr von ihr los gelassen. Obwohl Eric dutzende Stunden auf Vvardenfell verbracht hat, hat er Morrowind doch nicht ein einziges Mal durchgespielt. Trotzdem blickt er in seinem Unboxing Video auf eine schöne Zeit zurück. Der Titel ist zwar veraltet, aber immer noch sehr empfehlenswert!

Wir wünschen euch frohe Weihnachten!

Liebe Gameplay-Gamers-Leser,

zweieinhalb Jahre existiert Gameplay Gamers bereits und das letzte Jahr war für uns mehr als erfolgreich, insbesondere deshalb, weil wir unseren Wirkungskreis nach Facebook auch auf Twitter und Google+ erweitert haben. Zudem fanden viele neue Leser ihren Weg auf unsere Seite und in das NextGen-Forum. Im täglichen Rhythmus erscheinen auf unserer Seite seit letztem Sommer jeweils ein Review oder ein Preview, gelegentlich auch wichtige News, wobei wir uns aber nur an wichtigen Themen orientieren. Zudem konnten wir mit einigen Gewinnspielen auf Gameplay Gamers aufmerksam machen. Wer bei unserem Gewinnspiel im Dezember jedoch kein Glück gehabt hat und sich zu Weihnachten über Geldgeschenke freuen darf, dem legen wir unsere Artikel der letzten Wochen ans Herz. Wir haben viele interessante Titel für euch intensiv getestet und vielleicht ist für den einen oder anderen unter euch das passende Geschenk dabei.

Viel mehr Worte möchten wir an dieser Stelle aber nicht verlieren, da die meisten unter euch wahrscheinlich gerade im Kreis der Familie oder mit Freunden das Fest der Liebe zelebrieren. Genießt die Feiertage, das weihnachtliche Essen, schaut euch ein paar Animes oder Filme an, zockt die Spiele, welche ihr geschenkt bekommt und nehmt euch vor allem die Zeit dafür, all das zu erledigen, was ihr euch vorgenommen habt. Frohe Weihnachten wünschen euch

Eric Ebelt & Thomas Enders

Prime Time: Dragonball (TV-Serie, Box 3) Unboxing

Nachdem wir euch vor einiger Zeit bereits die ersten beiden Serienboxen von Dragonball in unserer Prime Time vorgestellt haben, folgt nach der ersten und zweiten Box natürlich auch ein Unboxing-Video zur dritten Ausgabe. Außerdem erfahrt ihr im Video passend zu unserem Review auch ein wenig über die Handlung der enthaltenen Episoden.

Review: Dragonball: Box 3 (Episoden 58-83)

Einige Monate ist es jetzt schon her, als wir uns das letzte Mal mit der Dragonball-Serie auf unserer Seite beschäftigt haben. Mittlerweile haben wir uns die Episoden 58-83 angeschaut, womit Dragonball die Halbzeit erreicht hat.

Der Kampf gegen die Red-Ribbon-Armee geht in die nächste Runde. Nachdem Son Gokū den gefürchteten General Blue in die Wüste geschickt hat, macht sich unser kleiner Held auf, um die restlichen Dragonballs zu suchen. Die Reise führt ihn in den heiligen Quittenwald, wo die erste der restlichen Kugeln bereits auf ihn wartet. Kommandant Red ist jedoch alles andere als von den Fortschritten seiner Armee begeistert, weshalb er zusätzlich einen Auftragsmörder in Betracht ziehen muss, um Son Gokū aus dem Verkehr zu ziehen. Reds Entscheidung fällt auf Tao Baibai, der jeden Gegner mit seiner puren Zunge besiegen kann. Im heiligen Quittenwald überschlagen sich die Ereignisse, denn dort lernt Son Gokū nicht nur den kleinen Jungen Upa und dessen starken Vater Bora kennen, sondern erfährt auch von der Legende des magischen Wassers, welches sich an der Spitze des Quittenturms befinden soll. Als Tao Baibai im Wald eintrifft, tötet er Bora und Son Gokū. Er reißt sich die Dragonballs des Protagonisten unter den Nagel und verschwindet anschließend so schnell wie er gekommen ist. Dumm nur, dass Tao Baibai einen der Dragonballs übersehen hat. Dieser hat nämlich Tao Baibais Angriff, das Dodon, abgewehrt und sein Leben gerettet. Jetzt muss Son Gokū schnell handeln. Bevor der Auftragskiller zurückkehrt, muss er die Spitze des Turms erreichen und vom Wasser trinken.

Schlag auf Schlag

Eigentlich ist Son Gokū nur auf der Suche nach der Kugel, die ihm sein Großvater einst mit dessen Tod vermacht hat, doch seinen neuen Freund Upa kann er nicht leiden sehen. Deshalb beschließt er, alle restlichen Kugeln einzusammeln und Bora wieder zum Leben zu erwecken. Jedoch ist Tao Baibai nicht sein einziger Gegner, mit dem er Bekanntschaft schließen muss, denn da wäre noch die restliche Red-Ribbon-Armee, in der es vermehrt Unruhe gibt und auch noch die fünf Krieger von Uranai Baba. Diese muss Son Gokū mitsamt seinen Freunden auch noch besiegen, da der letzte Dragonball auf dem Radar urplötzlich nicht mehr angezeigt wird. Da Uranai Baba eine Hellseherin ist, könnte sie ihnen das zwar rein theoretisch verraten, aber sie verlangt ein beträchtliches Honorar für ihre Dienste oder eben fünf spektakuläre Kämpfe in ihrem Palast. Hier gibt es dann auch noch ein Widersehen mit einer ganz bestimmten Figur, die zwar noch nicht in der Serie in Erscheinung getreten ist, aber unseren Helden mehr als nur sehr gut kennt. Ein Wiedersehen mit Prinz Pilaw und seinen Schergen ist auch in den Folgen 58 – 83 ebenso wenig ausgeschlossen, wie die Einführung zweier neuer Kämpfer, die in den darauffolgenden Episoden noch eine große Rolle spielen werden. Immerhin enden die Folgen mit der Vorbereitung für das nächste große Turnier, an dem auch Son Gokū teilnehmen wird.

Melodien brechen ab

Technisch haben sich die Episoden der dritten Serienboxen nicht sonderlich verändert. Leider haben wir aber feststellen müssen, dass einige Folgen leicht wackeln, was im ersten Moment unschön wirkt, aber durchaus zu verschmerzen ist. Das Bild wird nach wie vor im 4:3-Format wiedergegeben und wird dabei hervorragend mit dem Soundtrack von Shunsuke Kikuchi gut unterlegt. Alle Melodien passen gut zu den jeweiligen Szenen und verbessern die Atmosphäre in den Kämpfen und auch in den lustigen oder friedlichen Passagen enorm. Schade nur, dass die deutsche Fassung an der einen oder anderen Stelle geschnitten ist und dadurch manchmal die Melodie unfein abbricht. Das passiert jedoch nur sehr selten und macht sich nur beim  genauen Zuhören deutlich. Dadurch, dass die japanische Langfassung der Episoden nicht auf den sechs DVDs mit jeweils fünf Episoden enthalten ist, gibt es somit auch nur die deutsche Synchronisation zu hören. Corinna Dorenkamp zeichnet sich einmal mehr für Son Gokū verantwortlich, Heinz Ostermann spricht erneut den Herrn der Schildkröten und Norman Matt leiht Kuririn seine Stimme. Wer die japanischen Sprecher bevorzugt, der kommt um einen Import aus Japan nicht herum. Fans, die nur die deutsche Fassung kennen, können das Manko aber in Kauf nehmen – inhaltlich kann Dragonball auch in diesen dreißig Folgen überzeugen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 58 – 83 der Serie): Lange genug hat es gedauert, bis ich mich wieder an die Serie setzen konnte. Trotzdem wusste ich nach vier Monaten noch immer, was in den Episoden zuvor geschehen ist und ich konnte ohne Probleme wieder in die Story einsteigen. Diese setzt in diesen Episoden ihren Fokus ganz klar auf Kämpfe, denn was im Palast von Uranai Baba passiert, ist im Grunde das, was wir auch auf dem großen Turnier des Franchises und später über mehrere Episoden verteilt in Dragonball Z erleben. Da aber nebenher immer noch schöne Geschichten um die Magie der einzelnen Orte gestrickt werden, kann ich darüber aber hinwegsehen. Die Handlung von Dragonball führt nämlich zudem den wohl kultigsten Auftragsmörder der Anime-Geschichte ein. Wie Tao Baibai seine Opfer tötet, kommt so einfach in keinem anderen Anime vor. Ich finde es lediglich schade, dass sich Son Gokūs Abenteuer in dieser Serienbox fast bis zum Ende in einem kurzen Zeitfenster ereignen und erst die letzten Episoden gefühlt über mehrere Monate oder Jahre verteilt sind. Aber das ist Kritik auf hohem Niveau. Ich freue mich derweil lieber auf die nächsten Episoden, die ich mir jetzt als nächstes anschauen werde und kann so abermals in Erinnerungen schwelgen.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Dragonball Box 3 (Episoden 58-83)!

Review: Smuggler: Willkommen in der Unterwelt

Smuggler - Willkommen in der Unterwelt (1)Japanische Filme finden leider immer noch viel zu wenig ihren Weg in die hiesigen Gefilde, doch Smuggler: Willkommen in der Unterwelt hätte sich den Weg sparen können, da der Film hierzulande nur sehr stark geschnitten erhältlich und so fast unverständlich ist.

Smuggler - Willkommen in der Unterwelt (2)Kinuta Ryôsuke möchte eigentlich Schauspielkunst studieren, doch seine Karriere nimmt nicht den Verlauf, den er sich dabei erhofft. Zwar schafft er es zu promovieren, doch wendet er sich von seinen Freunden ab. Am liebsten möchte er gar nicht arbeiten, aber warum das so ist, erfahren wir als Zuschauer nicht. Wir wissen nur, dass er Spielschulden hat und irgendwie das Geld dafür auftreiben muss. Da kommt es doch wie gerufen, dass er in einer Spielhölle von Möchtegerngangstern angesprochen wird. Verprügelt er einen hilflosen Erwachsenen, so darf er einmal an einem frisierten Automaten spielen. So kommt Kinuta schnell an das Geld, um seine Spielschulden zu bezahlen. Die Kleinganoven sind jedoch alles andere als froh, denn da der Betrug aufgefallen ist, können sie sich bei den einarmigen Banditen in der Spielhölle nun nicht mehr blicken lassen. Kinuta bekommt somit neue Schulden aufgebrummt, die aber nicht mit Geld, sondern mit harter Arbeit bezahlt werden müssen. Seine zukünftige Aufgabe besteht darin, die aus den alltäglichen Yakuza-Geschäften hervorgehenden Leichen schnell und sauber zu entsorgen. Seine beiden Arbeitskollegen sind dabei ebenso wenig zielorientiert, weshalb sie sich auch eher zufällig mit zwei berüchtigten Gangstern anlegen, die gerade einen Unterweltboss getötet und enthauptet haben. Das Verwirrspiel um Lug und Betrug beginnt.

Zusätzliche Verwirrung

Smuggler - Willkommen in der Unterwelt (3)Verwirrspiel ist ein passender Ausdruck für diesen Film, denn so wirklich verstehen wir hier nichts. Es ist zwar klar, welche Rollen alle Charaktere in Smuggler einnehmen, doch es wird viel zu selten gezeigt, wer sie eigentlich sind und was sie antreibt. Die Verknüpfungen unter den Charakteren sind ebenso undurchsichtig. Das fördert das Verwirrspiel zwar, doch irritiert es uns aufgrund der geschnittenen Fassung noch sehr viel mehr. Man macht auch gar keinen Hehl daraus, dass der Film geschnitten ist. Eine Szene wechselt mit einem sehr kurzen Schwarzbild einfach in die nächste Szene. Das könnte ein witziges Stilmittel sein, wenn man den Film denn für den deutschen Markt optimiert hätte. Da man den Kunden auch nicht vorab informiert, dass mehr als zehn Minuten des eigentlichen Films fehlen (beispielsweise mit der Angabe auf der Verpackung), werden wieder viele Fans enttäuscht sein. Jene, die den Manga kennen, werden die Unterschiede auffallen, alle anderen müssen den Film in seiner jetzigen Form hinnehmen oder zum Import greifen. Regisseur Katsuhito Ishii würde sich in Grund und Boden schämen, würde er mitbekommen, wie man hierzulande mit seinem Film umgeht. Das ist insbesondere deshalb so schlimm, weil der Film einen gewagten Mix aus Action und sehr gewöhnungsbedürftigen Humor bietet, der so gar nicht richtig zur Geltung kommen kann.

Lustige Charaktere

Smuggler - Willkommen in der Unterwelt (4)Wie wir anfangs schon erwähnt haben, erscheinen nicht sehr viele japanische Filme bei uns. Dass sie aber in solch einer Schnittfassung erscheinen müssen, ist eine wahre Frechheit. Kein Film der Welt hat verdient, dass man ihn kürzt. Statt die vollen 108 Minuten, kommen wir nur in den Genuss von 98 Minuten, die dann tatsächlich voller Verwirrung sind. In der deutschen Synchronfassung ist es zudem so, dass viele der Charaktere eine sehr heitere Stimme haben, die so manche Situation zwar sehr lustig, teilweise aber zu lustig macht. Der Yakuza, der sich ständig darüber aufregt, dass jemand in seinem Büro geraucht hat, aber selbst Qualmmeister Nummer Eins ist oder Kinutas schusseliger Arbeitskollege wären solche Beispiele. Wer sich den Film dann trotz der geschnittenen Fassung im japanischen Original ansehen und anhören möchte, bekommt einen etwas atmosphärischeren Film geboten. Untertitel liegen in Deutsch vor. Optisch macht der Film im 16:9-Format (1,85:1) und in 1080p einen eher mittelmäßig bis guten Eindruck. Andere HD-Filme haben hier die Nase vorn. Bonusmaterial liegt Smuggler jedoch nicht bei. Wir hätten uns hier sehr über eine Stellungnahme von Shohei Manabe, dem Autor des Mangas, gefreut. Abschließend kann man sagen, dass sich der Film zunächst an die Fans der Vorlage richtet und erst dann alle Filmliebhaber des japanischen Action-Kinos. Wer Yakuza-Inhalte sucht, sollte ohnehin zu Like A Dragon greifen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Anfangs hat der in Kapitel eingeteilte Film noch einen guten Eindruck gemacht, doch mit zunehmender Spieldauer hat sich meine Erwartung automatisch abgebaut. Das liegt gar nicht an der verwirrenden Handlung, die ich mit Sicherheit noch irgendwie nachvollziehen könnte, wenn man nicht noch zusätzlich Szenen entfernt, um den Film in Deutschland zu veröffentlichen. Jugendschutz ist gut und wichtig, es bringt aber weder für die Freiwillige Selbstkontrolle, noch für den volljährigen Zuschauer etwas, wenn ein Kunstwerk beschnitten wird. Insbesondere dann, wenn es Filme mit ähnlichen Gewaltinhalten gibt und die hierzulande frei vertrieben werden können. So finde ich Kinutas Geschichte zwar interessant, aber fehlen mir einfach zu viele Hintergründe über die Personen und Nebenpersonen, die immer mal wieder in der Handlung auftauchen. Auch ist der Humor für mich oftmals sehr unverständlich, wenn der Gag in Bezug zum großen Ganzen steht. Vielleicht liegt das Unverständnis auch darin, dass ich den Manga nicht kenne. Ohne diesen gelesen zu haben, kann und möchte ich Smuggler niemandem empfehlen. Wer ihn tatsächlich sehen will, sollte unbedingt zur Importversion von Smuggler greifen, um den Vertrieb von geschnittenen Fassungen nicht zu unterstützen. Dann versteht man auch den ganzen Film!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Smuggler: Willkommen in der Unterwelt!

Review: Wächter von Mittelerde

Wächter von Mittelerde (1)Die Der-Herr-der-Ringe-Lizenz wird unter dem Banner von Warner Bros. Interactive groß ausgeschlachtet. Haben wir für Lego Der Herr der Ringe noch Verständnis, können wir bei Wächter von Mittelerde leider kein Auge mehr zudrücken.

Wächter von Mittelerde (2)Vorweg sei gesagt, dass dieser Titel nur für Spieler interessant ist, die sehr gerne online mit und gegen Freunde oder unbekannte Spieler spielen. Einen Offline-Modus bietet der Titel fernab des Tutorials nicht. Somit fällt zu alledem auch eine Story flach, die im Universum von Der Herr der Ringe von uns jedoch erwartet wird. Stattdessen erlernen wir in einem nicht sehr aussagekräftigen Tutorial die wichtigsten Grundbefehle und werden dann sprichwörtlich ins kalte Wasser geworfen. Wächter von Mittelerde dreht sich nämlich nur um eines: Schlachten. Wer nun aber an epochale Momente der Geschichte von Mittelerde denkt, wie etwa die Schlacht um Helms Klamm oder die Schlacht auf den Pelennor-Feldern, der wird wohl sehr enttäuscht sein. Die hier ausgefochtenen Schlachten lehnen sich nicht an diese an und sind in ihrer Grundstruktur sehr ähnlich. Es geht darum, dass sich die größten Persönlichkeiten des Mittelerde-Universums die Köpfe einschlagen und nebenher von magischen Wesen und auch Soldaten bei ihrem Unterfangen unterstützt werden. Das mag für Nichtkenner des Franchises ausreichen, doch Fans wird das bitter aufstoßen. Die Entwickler haben absolut nicht daran gedacht, dass Tolkiens Werke und selbst die Filmumsetzungen sehr idealistisch sind. Auf diesem Weg geht die Magie von Mittelerde peu á peu, von Schlacht zu Schlacht, flöten.

Falsche Vorstellungen

Wächter von Mittelerde (3)Alleine schon das Einleitungsvideo zeigt, dass man sich vorab keine großen Gedanken um die Lizenz gemacht hat. Da greift ein buckeliger und aggressiver Gollum den Zauberer Gandalf an, der sich mit aller Macht dagegen zu wehren versucht. Ein Unding, sofern man denn die Handlung kennt. Auf den Humbug, den die Entwickler hier fabriziert haben, möchten wir an dieser Stelle aber nicht weiter eingehen. Die wahren Tolkien-Fans werden sich das Spiel wohl ohnehin nicht herunterladen! Jedenfalls können die Scharmützel für sich genommen durchaus Spaß bereiten. So wählen wir zunächst aus kleinen oder großen Schlachten aus und dann den Wächter, also eine der großen Persönlichkeiten von Mittelerde. Mit diesem laufen wir dann über das Schlachtfeld von unserer Seite in das gegnerische Territorium. Die Gegenspieler sind derweil ebenfalls dabei, sich in den Krieg zu begeben. Meistens treffen sich beide Parteien in der Mitte des Schlachtfeldes und bekriegen sich. Für jeden getöteten Gegner und vor allem für jeden besiegten Spieler regnet es Erfahrungspunkte, mit denen unser Wächter aufstuft und wir ihm auf jedem neuen Level eine seiner vier Fähigkeiten verbessern. Gandalf schützt sich dann zum Beispiel mit der Flamme von Arnor und Éowyn heilt ihr Umfeld. Alle Wächter spielen sich recht unterschiedlich, wodurch die Schlachten meistens nicht ausbalanciert wirken.

Undurchsichtige Spielerzuteilung

Wächter von Mittelerde (4)Je länger die Schlacht dauert und je stärker wir werden, desto länger müssen wir warten, um wieder ins Spiel eintreten zu können, sollten wir auf dem Schlachtfeld fallen. Fähigkeiten und Erfahrung bleiben dabei aber erhalten. Es geht also immer wieder darum, sich ins Getümmel zu werfen, lange Laufwege auf sich zu nehmen und den Krieg ins Feindesland zu bringen. So verschiebt sich die Front immer mal mehr zwischen beiden Territorien. Um das Schlachtfeld noch einseitiger zu gestalten, haben die Entwickler daran gedacht, Items zu entwerfen, welche die Charaktere individualisieren sollen. Daran ist im Grunde nichts verkehrt, doch macht es in der restlichen Infrastruktur keinen Sinn. Wenn wir die Ausrüstung um neue Juwelen erweitern und die Wächter damit ausstatten, dann erhalten sie Boni auf Angriffe oder Geschwindigkeit. Da das Matchmaking-System aber alles andere als durchsichtig ist, nehmen wir stark an, dass alle Spieler zufällig ihren Kontrahenten zugeteilt werden. Neulinge werden höchstens in einer durchtrainierten Mannschaft bestehen können, doch sollten mehrere unerfahrene Spieler auf dem Schlachtfeld erfahrenen Spielern gegenüberstehen, dann dürfte die Niederlage für diese vorprogrammiert sein. Das ist schade, denn da haben selbst Unternehmen, die sich jahrelang gegen das Internet sträubten (Nintendo), die Nase mit ihrem Matchmaking-System vorn.

Lange Wartezeiten

Wächter von Mittelerde (5)Zu allem Übel ist das Spiel in seiner Download-Form noch nicht komplett. So haben sich die Entwickler von Monolith Productions den einen oder anderen Charakter aufgespart, die man dann nach und nach zum Herunterladen anbieten möchte. Unter dem Aspekt, dass das Spiel in seiner aktuellen Form noch nicht ausbalanciert ist und das Mittelerde-Universum konsequent aus dem Gleichgewicht bringt, ist das nicht gerade die feine englische Art. Auf der technischen Seite kann Wächter von Mittelerde noch nicht einmal solides Mittelmaß erreichen. Schlachten laufen in der Regel zwar flüssig ab, doch gelegentlich pausiert das Spiel kurzfristig, wenn die Verbindung zu einem Spieler neu aufgenommen werden muss. Bei zehn Spielern gleichzeitig ist das aber zu verkraften, doch sind es vor allem die Wartezeiten, die wir in Kauf nehmen müssen. Bis sich mal genügend Spieler gefunden haben, können locker fünf Minuten vergehen. Dass danach die Entscheidungen dermaßen schnell getroffen werden müssen, welcher Wächter und welche Ausrüstung wir auswählen, ist dann ebenfalls nicht sehr spaßig. Grafisch fällt der Titel sehr trist aus und selbst die Effekte wirken, als ob man sie bereits vor Jahren deutlich besser gesehen hätte. Wer jetzt noch auf den originalen Filmsoundtrack oder einen der (deutschen) Synchronsprecher hofft, dem wird zu guter Letzt die restliche Identität fehlen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-3-Fassung): Als ich mir das Spiel auf der letzten Gamescom im Vorfeld ein wenig angeschaut habe, war mir schon klar, dass es sich wohl um einen Titel handeln muss, der nicht gerade im Kontext mit Tolkiens Universum stehen wird. In der fertigen Version schmerzt es mich aber zu sehen, dass man die Werte, die Tolkien einst in sein Werk einfließen ließ, überhaupt nicht zu spüren bekommt. Der Titel wirkt beliebig und es wäre wohl günstiger gewesen, sich ein eigenes Universum zu erschaffen. Da in diesem Jahr aber der erste Film zum Roman Der Hobbit in den Kinos anläuft, hat man sich aber gedacht, dass man die Cashcow weiterhin melken sollte. Schade, denn so verliert das Franchise seine Identität. Das Spiel an sich macht immerhin doch ein wenig Spaß, wenn auch nur bedingt. Es ist einfach unglaublich, dass sich der Titel vollkommen an Online-Spieler richtet. Weder gibt es einen Modus für Solisten oder einen Spiltscreen-Modus für Spielabende daheim. Zudem ist mir das Matchmaking-System zu undurchsichtig und sogar zu unfair gehalten. Unerfahrene Spieler werden auf Dauer keinen Spaß mit dem Titel haben und wer sich dennoch ins System einarbeiten will, sollte sich zuvor den einen oder anderen guten Guide anschauen, um vorab direkt zu wissen, wie das Spiel eigentlich funktioniert, denn erklärt wird so gut wie nichts. Die Hauptzielgruppe, also die Tolkien-Fans, werden mit Wächter von Mittelerde nicht glücklich werden und sollten eher zu Klassikern wie Schlacht um Mittelerde greifen.

Vielen Dank an Warner Bros. Interactive für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Wächter von Mittelerde!

News: Die Grenze aktueller Technik

Crysis 3 (1)Die Redaktion des Magazins GamePro zitiert auf ihrer Internetseite Cervat Yerli, seines Zeichens Geschäftsführer von Crytek. Seiner Meinung nach habe man das Ende der Fahnenstage technischer Möglichkeiten auf den aktuellen Konsolen bereits erreicht und auf dem PC sei man bereits zwei Generationen weiter und man würde schon mit der Technik kommender Konsolen arbeiten. Er betont jedoch dabei vor allem die technischen Spezifikationen, nicht jedoch Stil und Ausrichtung eines Spiels.

Erics Meinung: Crysis 3 sieht gut aus – keine Frage, aber leider sind Ego-Shooter das Genre, welches sich meiner Meinung nach kaum weiterentwickelt. Es bringt nichts, wenn ein Spiel noch so gut aussieht, wenn der Inhalt nicht stimmt. Mir persönlich ist ein gutes Gameplay, clevere Spielideen oder meinetwegen auch die künstlicherische Gestaltung eines Spiels viel mehr wert, als eine bombastische Grafik. Spiele sollen mich begeistern, aber nicht mit ihrer Optik in einen unberechtigten Bann ziehen. Die Fahnenstange darf meinetwegen dreimal erreicht werden, solange man sich auch Mühe gibt, ein Spiel nicht nur mit einer opulenten Grafik, sondern auch mit fantastischem Inhalt zu füllen.

Review: Mardock Scramble: The Second Combustion

Mardock Scramble - The Second Combustion (1)Trilogien haben meistens die dumme Angewohnheit an sich, dass sie eine durchgehende Story erzählen wollen. Beim zweiten Teil der Mardock-Scramble-Trilogie ist daher das Wissen vom Vorgänger unbedingt vorauszusetzen.

Mardock Scramble - The Second Combustion (2)Mardock Scramble: The Second Combustion schildert wie sein Vorgänger den Lebens- und Leidensweg der Hauptdarstellerin Rune Balot. Wer den ersten Teil noch nicht gesehen hat, der wird in den nächsten Zeilen vermutlich nicht den Zusammenhang verstehen und sollte den Auftakt der Reihe unbedingt nachholen. Rezensiert haben wir ihn bereits im letzten Jahr. Der zweite Teil knüpft nahtlos an das Finale von Mardock Scramble: The First Compression an. Die angeschlagene Rune Balot und der schwer verletzte Oefcoque sitzen in der Klemme und müssen um ihr Leben bangen. Der Auftragskiller Boiled hat Jagd auf sie gemacht und jetzt sitzen sie auf dem Dach eines Gebäudes fest, von dem es anscheinend keinen Ausweg gibt. In letzter Sekunde taucht Dr. Easter mit dem Flugkörper Humpty Dumpty auf und rettet unsere beiden Helden aus ihrer misslichen Lage. Obwohl Boiled nicht sofort aufgibt, schafft es Balot mit letzter Kraft ihn abzuwehren, bevor sie ohnmächtig wird. Im Forschungsinstitut Paradise finden die drei Charaktere Zuflucht vor ihrem Verfolger. Im Institut werden Geheimnisse mit oberster Priorität von der Außenwelt abgeschirmt, doch Balot schafft es dennoch, in das eine oder andere Mysterium eingeweiht zu werden. Schon bald erkennt das Trio, dass Gewalt nicht einzusetzen ist, um an die notwendigen Erinnerungen ihres Gegenspieler zu gelangen.

Das Zwischenmenschliche

Mardock Scramble - The Second Combustion (3)Mit der Begründung kommt Mardock Scramble: The Second Combustion fast durchgehend ohne physische Gewalt aus. Nur in der Einleitung, in einer Rückblende und in einer Szene mit einem der Feinde fliegen blaue Bohnen durch den Raum. Blut spritzt ebenso häufig, da im Anime auch schon mal ganze Gliedmaßen abgetrennt werden. Im Großen und Ganzen bleibt der Gewaltgrad jedoch auf einem humanen Niveau. Balot ist wie im ersten Teil in einer Szene nackt zu sehen, was hier jedoch clever im Kontext zu Zitaten in den Dialogen steht. Da wird von Adam und Eva, sowie vom Baum der Erkenntnis gesprochen. Metaphern, die gerne auf den Film übertragen werden dürfen. Da der zweite Teil aber weniger auf Action-Inhalte setzt, kommen die Dialoge deutlicher zum Tragen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind es nun, die zum Ausdruck gebracht werden. So agiert Balot weiterhin unschuldig mit dem Kreis an Personen, um die Welt in sich aufzunehmen und Entscheidungen zu treffen. Der Charakter Tweedledee sticht mit seiner Beziehung zu Tweedledum jedoch aus der Menge heraus. Das liegt daran, dass Tweedledee humanoide Züge aufweist und Tweedledum ein männlicher Delfin ist. Homosexualität wird (und sollte) hier nicht kritisiert (werden), doch überartliche Beziehungen könnten unserer Meinung auf anderem Wege deutlich verständlicher sein.

Kontrastreiche Veröffentlichung

Mardock Scramble - The Second Combustion (4)Optisch trennt sich der Film klar in zwei Hälften. Die erste Hälfte spielt fast durchweg in dem Forschungsinstitut Paradise und besticht mit sehr hellen und knalligen Farben. In der zweiten Hälfte verändert sich die Farbgestaltung, da diese in einem recht düsteren Kasino spielt, um den so teilweise schon im ersten Teil vorhandenen dystopischen Look zu erzeugen. Das passt auch gut zur Charakterentwicklung von Balot, denn während diese im ersten Teil unschuldig agiert, wird sie im Kasino zeitweise mit Selbstvertrauen ausgeschmückt. Man merkt dem Film zwar an, dass er in 1080p und im 1,78:1-Format vorliegt, doch erreicht er unserer Meinung nach bereits wie sein Vorgänger nur höhere DVD-Qualität. Der Soundtrack hat im Gegensatz zum ersten Film nachgelassen, was wir sehr schade finden. Stimmung kommt dennoch auf, da die einzelnen Kompositionen immer noch zur Situation passen und sowohl die deutschen als auch die japanischen Synchronsprecher 65 Minuten lang gute Arbeit verrichten. Es enttäuscht jedoch das Bonusmaterial, denn die Videos von der Filmpremiere, sowie die Trailer zum Film geben nicht genügend Auskunft über die Produktion. Das auf der Disc enthaltne Pokerturnier ist ebenfalls nicht zu empfehlen, da hier nur (teilweise wegen kultureller Differenzen unverständliche) Witze gemacht werden und das Pokerspiel so ständig an Gewicht verliert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Der erste Teil der Trilogie ist in meinen Augen ein sehr guter Anime, der eine ebenso sehr gute Fortsetzung verdient. Das ist Mardock Scramble: The Second Combustion im Grunde auch, doch fehlt es dem Film leider an genügend Action, die der Vorgänger noch in den passenden Momenten richtig eingesetzt hat. Man kann dem Film deswegen aber nicht böse sein, denn es handelt sich hierbei schließlich um eine Verfilmung eines Romans. Wenn die Vorlage keine Action im Mittelstück vorsieht, dann kann man hier auch keine finden und durch die tollen Dialoge, von denen man nicht abgelenkt werden darf, erzeugt der zweite Teil eine ebenso dichte Atmosphäre wie sein Vorgänger. Schade nur, dass auch das Mittelstück gerade einmal 65 Minuten lang ist. So schnell man sich in den Anime hineinversetzt hat, so schnell und ohne Vorwarnung ist der Film auch schon wieder vorbei. So hoffe ich doch sehr, dass der abschließende Film in einem Jahr die Geschichte um Rune Balot zu einem befriedigenden Ende führen wird. Sollte ich in meiner Vorfreude bis dahin die Zeit finden, dann werde ich auch endlich mal den Roman lesen. Abschließend sei gesagt, dass der Film tatsächlich nur für jene geeignet ist, die den ersten Teil bereits gesehen haben, denn es werden keine Zusammenhänge erklärt.

Vielen Dank an Universum Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mardock Scramble: The Second Combustion!

Special: 25 Jahre Final Fantasy

Seit 25 Jahren erleben Rollenspieler zahlreiche Abenteuer im Final-Fantasy-Universum. Ein Universum, welches es wegen finanziellen Probleme eigentlich fast gar nicht gegeben hätte. Die Geschichte von Final Fantasy beginnt zudem sogar schon im Jahr 1983.

Masafumi Miyamoto und Hironobu Sakaguchi gründen den bis heute sehr bekannten Konzern Square, um Videospiele für das Nintendo Entertainment System, sowie für das Famicom Disk System und NEC-Computern zu entwickeln. Leider sind die ersten Gehversuche auf dem Videospielmarkt nicht von Erfolg gekrönt, weshalb das Unternehmen 1987 kurz vor dem Bankrott steht. Zu diesem Zeitpunkt wird Sakaguchi beauftragt, ein Spiel zu entwickeln, welches das letzte für die Firma hätte sein können. Sakaguchi denkt daran, aus dem Videospielgeschäft auszusteigen und aus dem Grund lässt er in sein womöglich letztes Projekt sein gesamtes Können einfließen. Am 18. Dezember 1987 erscheint Final Fantasy in Japan und wird auf Anhieb ein durchschlagender Erfolg und dass obwohl bereits ein Jahr zuvor der einstige Konkurrent Enix mit Dragon Quest ein wegweisendes Rollenspiel veröffentlicht hat. Viele wissen nicht, dass Dragon Quest im Land der aufgehenden Sonne heutzutage immer noch beliebter als Final Fantasy ist. Letzteres hat außerhalb Japans eine größere Fanbase. Das liegt unter anderem seit Beginn an einer Ausrichtung, die in Japan so in Videospielen nicht gebräuchlich war. Westliche Spieler kennen die Spielmechaniken bereits seit 1971. In diesem Jahr publizieren Gary Gygax und Jeff Perren das erste Pen-&-Paper-Rollenspiel Chainmail.

Grundstein einer Legende

25 Jahre Final Fantasy (3)Untypisch für heutige Japano-Rollenspiele beginnt Final Fantasy mit der Charaktererstellung. Wir teilen die Berufe Kämpfer, Mönch, Dieb, Rot-, Weiß- und Schwarzmagier zu Beginn des Abenteuers unseren Recken zu, doch das ist noch nicht alles. Später dürfen wir unsere Helden beim Drachenkönig Bahamut gradieren lassen, wodurch sie in den zahlreichen Kämpfen noch kräftiger zuschlagen oder meisterlicher ihre Zauber wirken. Wie es sich für ein fernöstliches Rollenspiel in dieser Zeit gehört, erwarten uns in Final Fantasy dutzende Zufallskämpfe, die zwingend notwendig sind zu bestreiten, da wir nur in Auseinandersetzungen mit Gegnern die nötigen Erfahrungspunkte sammeln, um unsere Helden aufzustufen und am Ende das Böse in die Schranken zu weisen. Enix’ Dragon Quest erscheint, wie bereits angesprochen, ungefähr zeitgleich zu Final Fantasy und in den darauffolgenden Jahren sollen beide Serien erbitterte Konkurrenten werden, doch während man in Dragon Quest Kämpfe aus der Ego-Perspektive bestreitet, überblicken wir bei Final Fantasy seit jeher das gesamte Schlachtfeld auf dem Fernsehbildschirm. Außerhalb Japans erscheint Final Fantasy in den USA erst 1990, doch bereits 1988 folgt im Land der aufgehenden Sonne mit Final Fantasy II die Fortsetzung. Mit seinem Vorgänger hat Final Fantasy II jedoch, wie wir feststellen, nicht mehr viel gemeinsam.

Vorbild für den Westen

25 Jahre Final Fantasy (4)Die Geschichte dreht sich um ganz andere Charaktere, deren Berufe wir diesmal nicht mehr bestimmen dürfen. Viel mehr entwickeln sich die vier Helden Firion, Maria, Ghai und Leon eigenständig, denn je öfter wir Waffen und Zaubersprüche im Kampf gegen das Imperium einsetzen, desto mächtiger sind die Charaktere im Umgang mit ihren Angriffsmethoden. Ein ähnliches System erwartet uns in dem Jahre später veröffentlichten The Elder Scrolls: Arena von Bethesda Softworks, jedoch mit dem Unterschied, dass der US-amerikanische Entwickler dank fortgeschrittener Technik das Erfahrungssystem besser und vielseitiger einsetzen kann. Während nordamerikanische Spieler noch immer auf die Veröffentlichung von Final Fantasy warten, erblickt in Japan 1990 der dritte Teil der Serie. In Final Fantasy III übernehmen wir erneut die Rolle von vier Helden, die keine Namen haben. Erst 2006 sollen die Helden im Nintendo-DS-Remake auf die Namen Luneth, Refia, Arc und Ingus getauft werden. Die Zwiebelritter erhalten immer dann, wenn sie einen der vier Kristalle finden, Zugriff auf neue Berufe. Damit wir die Gruppe für den Kampf vorbereiten können, freuen wir uns über die Rückkehr der Erfahrungspunkte. Training ist in Final Fantasy III ein wichtiges Element, denn kennt ihr die Endgegnertaktik nicht, erwartet euch hier einer der härtesten Kämpfe, den es in Rollenspielen bis Dato gegeben hat.

Plattformwechsel

25 Jahre Final Fantasy (5)1991 folgt dann auch schon Final Fantasy IV (der erste Teil für das Super Nintendo), welches das stagnierende Genre revolutionieren wird. Zwar folgt die Handlung in ihren Grundzügen noch dem bekannten Schema, doch dafür haben die Entwickler deutlich am Charakterdesign geschraubt. Charaktere zeigen mittlerweile nicht mehr die typischen Archetypen vor, sondern eben auch Persönlichkeiten, die Konflikte erleben und damit umgehen müssen. Insgesamt tauchen um die Heldentruppe von Cecil und Rosa zehn weitere Charaktere auf, von denen jedoch maximal fünf in einem Kampf eingesetzt werden können. Die Zufallskämpfe werden mittlerweile nicht mehr so ganz rundenbasiert abgehalten, sondern nach dem so genannten Action-Time-Battle-System. Sobald ein Held den Angriff gegen ein Monster ausgeführt hat, dauert es nun eine auf Charakterwerten berechnete Zeit, bis dieser ein weiteres Mal angreifen darf. In der Zeit, wo wir uns entscheiden, läuft die Zeit für unsere Gefährten und für unsere Widersacher klugerweise unerbittlich weiter. Obwohl dieses System besonders unter Fans von westlichen Rollenspielen wie Baldur’s Gate verhasst ist, bereicht der Zeitdruck die Kämpfe um ein großes Maß an Spannung. Ab 2008 wird die Geschichte von Final Fantasy IV zunächst für japanische Mobiltelefone,  ab 2009 auch als WiiWare-Fassung, weitererzählt.

Merkmale von Final Fantasy

Das Bezahlmodell des herunterladbaren Spiels ist jedoch alles andere als gelungen, denn das Spiel ist in mehrere Kapitel unterteilt. Wer tatsächlich die vollständige Handlung erleben möchte, muss womöglich Unsummen ausgeben. So etwas gibt es 1992 zum Glück noch nicht, als Final Fantasy V erscheint. Bartz, Lenna, Faris und Galuf (beziehungsweise später dessen Enkelin Krile) stellen sich im fünften Teil Exdeath, der das Fantasy-Reich bedroht. Der fünfte Teil gilt unter Fans als ganz besonders anspruchsvoll, da er das Abenteuer mit einem gut ausgeklügelten und kombinierbaren Job-System zwar deutlich schwieriger, aber durchaus abwechslungsreicher gestaltet. Diebe im Umgang mit Heilkunst und magiebegabte Ritter sind in Final Fantasy V absolut keine Seltenheit mehr. Seltener werden von Teil zu Teil aber nicht die Final-Fantasy-Merkmale, die in so gut wie jedem Serienableger vorkommen. Obwohl jedes Final Fantasy von Grund auf verschieden ist, gibt es mehrere Spielelemente, die sich durch die gesamte Serie ziehen. Beispielsweise ein Luftschiff, mit dem die Charaktere die Oberwelt bereisen können oder die Chocobos. Dies sind Laufvögel, mit denen die Helden auf der Oberwelt unbeschadet von einem Ort zum anderen reisen können. Die putzigen Mogrys tauchen ebenso oft auf, wie der Charakter Cid, der aber immer eine andere Rolle einnimmt.

Das Ende der 16-Bit-Ära

25 Jahre Final Fantasy (7)Final Fantasy VI stellt 1994 im Grunde den Wendepunkt in der Geschichte von Final Fantasy dar, denn ab dem sechsten Teil wird deutlich größerer Wert auf die Präsentation gelegt. Final Fantasy VI schöpft die grafischen Möglichkeiten des Super Nintendos vollkommen aus, denn das Spiel macht vor allem Gebrauch vom Mode-7-Chip, der die Oberwelt und einige Effekte um ein vielfaches atemberaubender macht. In der nun mehr im Steampunk-Look gehaltenen Welt von Final Fantasy dreht sich diesmal alles um den weiblichen Hauptcharakter Celes, die magischen Wesen Esper und der Kampf gegen das Gestahl-Imperium. Die Konfrontation mit dem Feind verläuft allerdings alles andere als nach Plan, denn der Imperator wird kurzerhand vom Bösewicht Kefka getötet, der daraufhin aus Spaß einfach mal die halbe Welt in Schutt und Asche legt. Das macht ihn zu dem gefürchtetsten Antagonisten in der gesamten Serie. Für US-Amerikaner war die Veröffentlichungsreihenfolge der Final-Fantasy-Spiele alles andere als einleuchtend. Ursprünglich erschienen in den Vereinigten Staaten nur Final Fantasy, Final Fantasy IV und Final Fantasy VI, doch um die Kundschaft nicht zu verwirren, hat man sich dazu entschieden, Final Fantasy IV zu Final Fantasy II und Final Fantasy VI zu Final Fantasy III umzutaufen. In der PlayStation-Ära entschied sich Square dazu, die originale Reihenfolge auch außerhalb von Japan zu etablieren.

Neue Heimat bei der Konkurrenz

25 Jahre Final Fantasy (8)So geschah es, dass mit den Remakes die richtige Abfolge nachträglich richtiggestellt wurde. In Europa sind die ersten Final-Fantasy-Spiele nicht in den Handel gekommen, doch folgten die US-Fassungen der Spiele vor wenigen Monaten in das Online-Angebot der Wii. Stellt also vorher sicher, welchen Titel ihr herunterladen möchtet. Wenig später nach Veröffentlichung des sechsten Teils, stellt Nintendo zum ersten Mal das Nintendo 64 der Öffentlichkeit vor. Square beginnt mit der Arbeit an Final Fantasy VII, doch da Nintendo Raubkopierer von der eigenen Konsole fernhalten möchte, entscheidet man sich dafür, weiterhin auf Module zu setzen. Das offenbart Square ein großes Problem, denn Module bieten dem Konzern sehr viel weniger Speicherplatz, als eine CD. Es kommt zum Streit mit Nintendo, woraufhin Square zwar noch Seiken Densetsu 3 und Super Mario RPG herstellt, doch danach gehen beide Firmen getrennte Wege. Das Resultat ist, dass auch die letzten beiden genannten Titel nicht den Weg nach Europa finden. Final Fantasy VII wird schließlich 1997 für die PlayStation veröffentlicht – und zwar gleich auf drei CDs! Optisch erinnert das Spiel noch ein wenig an die Entwicklung fürs Nintendo 64, doch zog das Spiel dennoch sehr viele Spieler in den Bann und wird hierzulande (teils unbegründet) als bester Final-Fantasy-Teil dargestellt.

Die Final Fantasy VII Compilation

Hierzulande liegt das wohl daran, dass es das erste Final-Fantasy-Spiel der Hauptreihe war, welches in Europa veröffentlicht wurde. An den teils schaurigen Grafiken und dem nicht durchgehend gelungenen Gegnerdesign wird es jedenfalls nicht liegen. Es sollte jedoch nicht das einzige Spiel bleiben, welches im Final-Fantasy-VII-Universum veröffentlichen wird. Unter dem Begriff der Final Fantasy VII Compilation versteht man alle Medien, die sich aufs Universum von Final Fantasy VII beziehen. Darunter fällt beispielsweise das Spin-off Final Fantasy VII: Dirge of Cerberus, welches die Geschichte des Charakters Vincent erzählt oder der Animationsfilm Final Fantasy VII: Advent Children, der Jahre später nach dem Finale des Hauptspiels ansetzt und die finale Konfrontation mit Bösewicht Sephiroth schildert. Deutlich hübscher sieht Final Fantasy VIII von 1999 aus. Durch die realitätsnahen Proportionen der Charaktere und die düstere Handlung gehört der achte Serienteil bis heute (sogar unter PC-Spielern!) zu den fantasievollsten Rollenspielen aller Zeiten. Die Entwickler haben sich abermals dazu entschlossen, Änderungen am System durchzuführen. Die seit dem siebten Teil auf drei Mitglieder geschrumpfte Gruppe muss Zaubersprüche von den Gegnern ziehen und sie zusammen mit den so genannten Guardian Forces an sich selbst koppeln.

Final Fantasy im Doppelpack

25 Jahre Final Fantasy (10)Es gibt bei Final Fantasy VIII also keine Entwicklung im eigentlichen Sinne mehr. Das macht das Spiel anspruchsvoll und ist deshalb nur für die größten Fans zu empfehlen, die viel Zeit in ein Spiel stecken und wiederholt ein und denselben Prozess ausführen möchten. Besonders in Erinnerung bleibt uns Final Fantasy VIII aufgrund des Songs Eyes on Me von Faye Wong und der damit untrennbar verbundenen und überzeugenden Liebesgeschichte zwischen den Charakteren Rinoa und Squall. 2000 möchte sich Final Fantasy IX mit den Fans versöhnen, da diese einen realistischen Look kaum gewohnt waren und Kulleraugen bevorzugen. So erinnert der Titel an die traditionellen Spiele der Reihe, denn anders ist es nicht zu erklären, dass sich die Steampunk-Welt verabschiedet hat und Mittelalteranleihen vertreten sind. Dass die Entwickler Final Fantasy aber in eine andere Richtung lenken wollen, merken wir 2001 in Final Fantasy X auf der PlayStation 2. Der Fokus wird auf die Handlung und die Charaktere gelegt, denn statt einer frei zugänglichen Welt wie noch im Vorgänger, lenkt uns der Titel auf geraden Bahnen zum Finale. Phänomenale Videosequenzen, eine gelungene, aber nicht durchgehende Vertonung und spannende Entwicklungen in der Handlung sind das Ergebnis. 2003 erscheint mit Final Fantasy X-2 die Fortsetzung, welche spieltechnisch zu begeistern weiß, Fans aber wegen Story und missionshaften Aufbau nicht mehr so wie sein Vorgänger gefällt.

Die Weiten des Internets

25 Jahre Final Fantasy (11)2002 entschied man sich dafür, einem Teil der Hauptreihe ins Internet zu verlagern. Seitdem erfüllen mehr als eine halbe Million Nutzer in der Fantasy-Welt Vana’diel tagtäglich Quests. Obwohl wir den Schritt gut finden, Final Fantasy möglichst vielfältig zu gestalten, stehen wir dem Bezahlmodell skeptisch gegenüber. Man zahlt ab dem zweiten Charakter nämlich jeweils einen Euro pro Monat – zusätzlich zu der horrenden Nutzungsgebühr von dreizehn Euro! Die Berechnungen der Gebühren ändern sich auch bei Final Fantasy XIV im Jahr 2010 kaum. Dort sind die monatlichen Gebühren zwar niedriger, bei Charakteren zahlen wir aber ganze drei Euro! Wir sehen ein, dass die Server bezahlt werden müssen, aber das ist selbst für die meisten Fans zu viel. Wie gute Online-Rollenspiele richtig vermarktet werden, beweist die Konkurrenz seit vielen Jahren. 2003 ist für Publisher Square ein wichtiges Jahr, denn in diesem Jahr wird die Firma offiziell begraben. Das liegt aber nicht an finanziellen Problemen! Stattdessen entschließt sich Square dazu, mit dem Konkurrenten Enix zu einem großen Konzern zu verschmelzen. In den nächsten Jahren können die beiden Serien Dragon Quest und Final Fantasy koexistieren und die Fusion bringt auch weitere Vorteile – insbesondere für Nintendo-Spieler. Final Fantasy: Crystal Chronicles erscheint für den Gamecube.

Auswirkungen einer Fusion

25 Jahre Final Fantasy (12)Mit Final Fantasy: Crystal Chronicles fand das Franchise zurück zu den Wurzeln, doch jeder, der sich ein waschechtes Rollenspiel erhofft hatte, wurde bitter enttäuscht. Der Titel ist nichts weiter als ein Action-Rollenspiel, welches zudem noch stark auf den Mehrspielermodus setzt. In diesem Spin-off können bis zu vier Spieler gleichzeitig in actionlastigen Kämpfen das Böse bekämpfen, sofern ihr die nötige Hardware besitzt. Diese besteht aus vier GameBoy Advance und ebenso vielen Gamecube-GameBoy-Advance-Linkkabeln. Dass nicht jeder Spieler in den Genuss des Mehrspielerteils kommt, ist wohl jedem klar. Es folgten weitere Titel, die sich im selben Universum ansiedelten. Ring of Fates und Echoes of Time sprechen vor allem Fans des Originals an, doch My Life as a King und My Life as a Darklord waren Strategiespiele, die vor allem die Absicht haben, den Spielern mit Downloads das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wer jeweils alle Spielinhalte kauft, zahlt mehr als ein Vollpreisspiel. Abschließend erscheint noch The Crystal Bearers für die Wii, welches aber nicht an die Qualität der Rollenspiele anknüpfen kann. In den kommenden Jahren werden weitere Spin-Offs auf den Nintendo-Plattformen erscheinen und dazu auch noch Remakes der ersten sechs Serienteile für den GameBoy Advance oder auch den Nintendo DS. Das Tolle daran: Europa und Nordamerika werden vollends mit Final-Fantasy-Titeln unterstützt.

Macht und Politik

25 Jahre Final Fantasy (13)Nach vier Jahren erblickt endlich ein weiterer Teil des Franchises das Licht der Welt. Final Fantasy XII entführt die Spieler in die Welt von Ivalice. Eine Welt, die in mehreren Spielen aufgegriffen wird. So spielt sich die Handlung von Final Fantasy XII genauso in Ivalice ab, wie die Story der Spin-off-Reihe Final Fantasy Tactics. Das Square-Enix-Spiel Vagrant Story wird auch oftmals als ein Teil der Sagen von Ivalice gesehen, doch der Produzent des Spiels, Yasumi Matsuno, ist sich da selbst nicht ganz so sicher. In einem Interview behauptete er einst, dass Vagrant Story und Final Fantasy XII erst im Jahr 2004 miteinander verbunden seien, doch heute distanziert sich Matsuno von seiner Aussage. Im zwölften Teil hängt die Spielwelt wie bei den Offline-Vorgängern zusammen, wird jedoch durch eine Übersichtskarte ergänzt, über welche wir unseren Standpunkt in der Welt erkennen können. Bis zum Finale erzählt Final Fantasy XII eine Geschichte epischen Ausmaßes, welche teils stark politisch wird. Am Kampfsystem haben die Entwickler abermals gearbeitet, denn anstatt einen Kampfbildschirm zu laden und uns reihenweise in Zufallskämpfe zu verwickeln, können wir die Gegner auf der Oberfläche jederzeit sehen, ihnen aus dem Weg gehen oder direkt dort mit ihnen kämpfen. Für besiegte Gegner regnet es Erfahrungspunkte, die aber nicht direkt unsere Helden verbessern.

Dreiteiler mit Fehlern

25 Jahre Final Fantasy (14)Um Werte zu steigern oder Fähigkeiten zu erlernen, verteilen wir diese Punkte individuell für jeden Charakter auf dem Lizenzbrett. Damit die Kämpfe automatischer ablaufen, dürfen wir jeden Charakter programmieren. Ein tolles System, welches leider nicht oft auf Gegenliebe stößt. In Final Fantasy XII: Revenant Wings für den Nintendo DS wird die Geschichte um Luftpiraten Vaan zu Ende erzählt – allerdings ungewohnt in einem Echtzeit-Strategiespiel. Final Fantasy XIII stellt das bis Dato Schlusslicht der Offline-Rollenspiele des Franchises dar. 2009 schlüpfen wir nicht nur auf der PlayStation 3, sondern auch auf der Xbox 360 in die Rolle von Lightning und müssen ein diktatorisches System auf dem Planeten Cocoon stürzen. So stark die Persönlichkeiten von Final Fantasy XIII charakterisiert werden und so gut die Handlung durchgehend erzählt wird, so schwach fällt das Design im nun mehr dreizehnten Hauptteil aus. Stundenlange Schlauchlevels, eine schwache künstliche Intelligenz und wenige Geheimnisse abseits des schmalspurigen Weges vermiesen dem einen oder anderen Spieler den Gesamteindruck deutlich. 2011 folgt mit Final Fantasy XIII-2 die Fortsetzung, die viele Fehler ausbessert, dann wiederum andere Schwächen mit sich bringt. Mit einem offenen Ende lassen uns die Entwickler bis heute zurück, doch ein weiterer Teil ist bereits in Planung. Lightning Returns: Final Fantasy XIII soll die Geschichte 2013 zu Ende erzählen. Wir sind gespannt, ob und vor allem wie Square Enix dieses Kunststück umsetzen möchte.

Erinnerung für die Ewigkeit

Am 18. Dezember 2012 schauen wir zurück auf 25 Jahre Final Fantasy. Eine Geschichte, die so vermutlich nie in Geschichtsbüchern auftauchen wird, doch hat das Franchise Einfluss auf ganze Generationen genommen und wird dies auch weiterhin tun, wenn sich Square Enix denn auf die alten Tugenden der Serie besinnt. Derzeit entwickelt sich die Reihe in eine völlig andere Richtung, wie sich Sakaguchi einst vorgestellt hat. Dieser hat das Unternehmen nach Fertigstellung von Final Fantasy X-2 jedoch verlassen und hat die Mistwalker Corporation gegründet. Ebenfalls für dieses Studio arbeitet Nobuo Uematsu, der für den Großteil aller Final-Fantasy-Soundtracks zuständig war und mittlerweile nur selten in den Credits eines Square-Enix-Spiels auftaucht. Ohne die beiden verändert sich Final Fantasy zunehmend und wir hoffen sehr, dass mit der Ankündigung von Final Fantasy XV Square Enix sich an alte Tage besinnt. Wie die Zukunft von Final Fantasy aussehen wird, können wir nur mutmaßen. Sicher ist, dass Square Enix das Franchise weiterhin ausschlachtet und uns auch das eine oder andere gute Spiel präsentieren wird. Ob die Hauptreihe neben PlayStation 3 und Xbox 360 auch auf Wii U fortgeführt wird, steht in den Sternen. Wir würden es uns wünschen, doch so oder so bleibt Final Fantasy eine Rollenspielserie, an welche man sich auch noch in den nächsten 25 Jahren hoffentlich gerne erinnern wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Prime Time: Deus Ex: Human Revolution (Limited Edition) Unboxing

Warren Spectors vermutlich bekanntestes Werk ist wohl Deus Ex. Ein Nachfolger erschien zu diesem Titel ebenfalls, erreichte aber nicht die Qualitäten des Seriendebüts. 2011 waren es Square Enix, die den dritten Teil nicht nur für PC, sondern auch für PlayStation 3 und Xbox 360 veröffentlicht haben. Eric hat sich damals gleich die Limited Edition geschnappt – das Ergebnis ist ein Unboxing-Video, in dem er euch die Inhalte allesamt vorstellt.

News: Nintendo Network Premium

Käufer eines Wii U Premium Packs (die Inhalte des Packs haben wir in unserem Video vorgestellt) dürfen den Dienst Nintendo Network Premium ohne  Verpflichtungen nutzen. Der Dienst ist allerdings nur bis zum 31. Dezember 2014 nutzbar und bietet Besitzern einer schwarzen Wii U Vorteile, sofern sie Einkäufe online tätigen. Für jeden Euro, den ihr im eShop der Wii U ausgebt, werden euch acht Punkte gutgeschrieben. Für fünfhundert gesammelte Punkte erhaltet ihr von Nintendo eine Gutschrift über fünf Euro, die ihr für weitere Käufe im eShop ausgeben dürft. Die Kollegen von N Insider berichten nun, dass die Website zum Einsehen des Punktekontos endlich erreichbar ist. Es ist jedoch erst dann möglich sich einzuloggen, wenn man mindestens eine Download-Software erworben hat.

Erics Meinung: Als Käufer des Wii U Premium Packs wusste ich natürlich bereits über das Programm Bescheid, jedoch hatte sich Ninetndo mit der Veröffentlichung der Homepage zum Einsehen des Punktekontos zwei Wochen Zeit gelassen. Mir persönlich war das aber bisher gleichgültig, da ich noch keine Downloads im eShop der Wii U getätigt habe. Leider bin ich aber darüber enttäuscht, dass Retro-Titel nicht im eShop angeboten werden und diese nur über den Einkaufskanal im Wii-Bereich der Wii U angeboten werden. Da ich eher Retro-Titel als neuere Download-Software erwerbe, ist das Angebot für mich bisher nicht wirklich rentabel. Trotzdem freue ich mich über das freundliche Angebot, denn die Konkurrenz verzichtet leider auf solch einen Dienst.

Review: Blood Letter: Schrift des Blutes

Blood Letter - Schrift des Blutes (1)Basierend auf einem Roman versucht der Film einen historischen Hintergrund zu erzeugen, der so genau aber in unserer Geschichte nie stattgefunden hat. So ist es auch kein Wunder, dass der Titel niemals an die Genauigkeit wahrer Begebenheiten herankommt.

Blood Letter - Schrift des Blutes (2)Die Handlung beginnt mit Tran Nguyen Vu, der als junger Knabe aus dem Palast mit seiner Begleitung flieht. Während sein Gefährte am Ende der Reise erschöpft zusammenbricht, muss Nguyen Vu nach dessen Tod alleine überleben, doch wird er von Mönchen in einem Kloster aufgenommen und großgezogen. Ganze zwölf Jahre nach seiner Flucht aus dem Königshaus muss Nguyen Vu mit ansehen, wie Soldaten aus dem Palast im Kloster einmarschieren. Es ist nicht ganz klar, wonach die Männer suchen, doch Nguyen Vu nimmt an, dass es etwas mit seiner Vergangenheit zu tun haben muss. Der Abt erklärt ihm, dass er und sein Großvater sehr gute Freunde waren und er ihn nur deshalb im Kloster aufgenommen hat. Zudem erfährt er endlich, was damals tatsächlich geschehen ist, als er aus dem Palast fliehen musste. Angeblich sei seine Mutter die Geliebte des Königs gewesen und in den Zeiten des Umsturzes wurde das als ein Problem angesehen. Seine gesamte Familie wurde hingerichtet und da man womöglich Angst vor seiner Rückkehr habe, würden die Soldaten wohl nach ihm suchen. Die Nachricht lässt Nguyen Vu keine Ruhe mehr. Er bricht in die Stadt auf, um die Ermordung seiner Eltern und Verwandten zu rächen. Er schafft es maskiert bis in den Palast vorzudringen und wird dort von Intrigen übermannt. Der Blutbrief soll der Beweis für die Unmoral der Königin sein.

Der Weg zum inneren Frieden

Blood Letter - Schrift des Blutes (3)Von nun an erzählt der Film die Geschichte von Nguyen Vu und seiner Begleiterin Hoa Xuan, die das Königshaus genauso sehr wie er selbst hasst. Sie verbünden sich, um den Blutbrief in der stereotypischen Welt zu finden. Der Blutbrief soll dann in die Hände eines Adligen fallen, den Nguyen Vu kurz vor seiner Infiltrationsmission kennengelernt hat, der die Königin lieber in Ketten sehen möchte. Was Nguyen Vu aber nicht weiß, ist, dass dieser selbst die Macht am Hofe übernehmen möchte. So jagen im Grunde drei Parteien dem Blutbrief hinterher. Jeweils aus ganz anderen Gründen. Dabei treten sie ständig mit dem Tod in Kontakt, weshalb es nicht immer einfach ist, das greifbar nahe Ziel zu erreichen. Blood Letter: Schrift des Blutes erzählt zwar eine sehr oberflächliche Handlung, doch ist es eine Handlung, die an einer Stelle jedoch sehr tiefgründig ist. Die zentrale Frage, die sich der Film stellt ist die, ob Rache tatsächlich so wichtig und vor allem der einzige Weg zum inneren Frieden ist. Diese Frage betrifft jeden der vier wichtigen Charaktere, die teilweise miteinander und teilweise gegeneinander spielen. So werden Nguyen Vu und Hoa Xuan unmittelbar mit dem Tod ihrer Familie konfrontiert und in den Köpfen der anderen beiden Charaktere wird die eigene Einstellung teilweise hinterfragt. Die Welt von Blood Letter: Schrift des Blutes fällt zudem auch noch sehr einfach aus.

Der Weg der Einfachheit

Blood Letter - Schrift des Blutes (4)Alle Dialoge und alle Wege zum Ziel fallen entweder gut oder böse aus. Schwarzweißmalen wurde unter der Regie von Victor Vu groß geschrieben. Das ist sehr schade, da die Handlung deutlich Spielraum für ein großes und vor allem komplexes Komplott liefert. Dieses wird nicht gezeigt. Zudem ist es auch schon fast urkomisch, dass die Bösewichte in der Regel nur in schwarzer Kleidung und vor allem sehr häufig nur in der Nacht gezeigt werden. Die Helden sind dementsprechend meist hell gekleidet und tauchen oftmals nur bei Tagszenen auf. In dem Roman mag das vielleicht Sinn ergeben, um die Intention der Handlung zu verdeutlichen, gut umgesetzt in einem Film ist dies aber nicht, da die Welt ohnehin schon so stereotypisch ist. Das vietnamesische Werk ist zwar keinesfalls ein schlechter Film, doch dümpelt er durchweg im Mittelfeld herum und schafft es nur sehr gering, so etwas wie Spannung aufzubauen. Der Film im 16:9-Format und in 1080p besticht dennoch mit einem kräftigen Bild, jedoch mit sehr schwachen Spezialeffekten. Der Soundtrack ist leider viel zu hintergründig, als das man ihn tatsächlich den entsprechenden Szenen zuordnen kann. Die deutsche Synchronisation ist aber dafür gelungen und steht dem Original in Nichts nach. Wer sich auf 104 Minuten einlassen will, bekommt für den berühmtberüchtigten regnerischen Nachmittag einen passablen Film.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Der Trailer machte, unabhängig von den durchaus schwachen Effekten, einen für mich guten Eindruck. Leider konnte sich mein erster Eindruck vom Film dann beim Anschauen nicht bewahrheiten. Martial-Arts-Einlagen sind in Victor Vus Film so gut wie nicht enthalten und auch, dass der Film in gewisser Weise einen Anspruch auf einen Historienfilm legt, kann ich nicht akzeptieren. Die Suche nach der Schrift des Blutes ist für mich einfach zu schematisch. Man kann sich denken, was passiert, doch das Ende ist das einzige, was ein wenig überrascht. Statt mit Gewalt den Konflikt zu lösen, erteilt einer der Charaktere Gnade vor Recht. So kann der Film in der letzten Minute doch noch mit einer kleinen Wendung aufwarten, die mir sehr gut im Gesamtbild gefallen hat. Es macht den Hauptcharakter einfach glaubhafter. Allerdings kann ich nicht sagen, dass die Handlung mit diesem Schritt durchweg gerechtfertigt ist. Die Stilmittel, mit denen der Film künstlerisch in Szene gesetzt wird, sind viel zu simpel. Blood Letter: Schrift des Todes möchte ich daher nicht jedem empfehlen, doch wer zur Abwechslung mal einen vietnamesischen Film, statt der sonst so häufigen chinesischen Martial-Arts- und Historienfilme, sehen will, darf hier zuschlagen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Blood Letter: Schrift des Blutes!

Review: Tekken Tag Tournament 2: Wii U Edition

Tekken Tag Tournament 2 Wii U Edition (1)Beat ’em ups gibt es wie Sand am Meer, doch haben sich mit der Zeit einige große Serien im Genre herauskristallisiert. Darunter fallen zum Beispiel The King of Fighters, Street Fighter, Dead or Alive und natürlich Tekken.

Tekken Tag Tournament 2 Wii U Edition (2)Nintendo-Fans dürfte Tekken nicht unbekannt sein, denn zwar mied die Serie bisher die von Nintendo stammenden Konsolen, doch mit Tekken Advance und Tekken 3D: Prime Edition erschienen zumindest zwei Titel, mit denen sich Nintendo-Spieler mit dem Franchise vertraut machen konnten. Mit Tekken Tag Tournament 2: Wii U Edition wird sich das aber hoffentlich ändern, denn technisch gesehen steht die Wii U der Xbox 360 und der PlayStation 3 nur wenig bis gar nicht nach. Da das Spiel bereits im September erschienen ist, werden einige der Tekken-Fans das Spiel sicherlich schon besitzen, doch bietet die Wii U Edition neue Inhalte, die es so mit Sicherheit nicht auf den anderen beiden Plattformen geben könnte. Warum das so ist, werdet ihr im Verlauf des Reviews sicherlich noch feststellen. Für den Moment wollen wir jedoch zunächst einmal auf den eigentlichen Inhalt des Spiels eingehen. Eine Handlung ist in Tekken Tag Tournament 2 nicht enthalten, was wir sehr, sehr schade finden. Insbesondere der vierte Teil der Street-Fighter-Reihe hat hier bewiesen, dass eine Hintergrundhandlung die Charaktere lebensechter macht und man ihre Beweggründe nachvollziehen kann. In Tekken Tag Tournament 2 gibt es allerhöchstens so etwas wie eine Handlung, wenn man sich Violets Labor anschaut. Der Wissenschaftler konstruiert hier nur einen Roboter, der die Techniken der großen Kampfsportler erlernen soll, doch nutzt man diesen Modus eher als gutes Tutorial.

Große Charakterauswahl

Tekken Tag Tournament 2 Wii U Edition (3)Wenn man zum ersten Mal mit der Tekken-Serie in Berührung kommt, dann ist Violets Labor sicherlich die erste Anlaufstelle, doch wir können bestätigen, dass man sich direkt mit anderen Größen im Arcade-Modus messen kann. Die künstliche Intelligenz der Gegner ist zumindest in den ersten Runden auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad nämlich gerade so ausgereift, doch haben wir das Gefühl, dass die Gegnerstärke zu Runde zu Runde ansteigt. Es stehen uns von Beginn an ganze 59 Charaktere zur Verfügung, aus denen wir unsere Kämpfer hier auswählen dürfen. Das Besondere an Tekken Tag Tournament 2 ist im Gegensatz zu anderen Beat ’em ups nämlich, dass wir wahlweise als Solist oder auch im Duo gegen einen bis zwei Gegner antreten dürfen. Da viele Charaktere zwar ähnliche Kampftechniken beherrschen, finden wir es zwar schade, dass die Kämpfe dadurch ein wenig entindividualisiert werden, doch trotzdem ist die optische Vielfalt in der Kämpferriege eigentlich immer gegeben. Jun Kazama, Forest Law, Kazuya Mishima oder Christie Monteiro fügen sich wunderbar ins Artdesign des Spiels ein, doch wir finden es fraglich, warum wir gegen einen Pandas, einen Velociraptor und sogar gegen einen Bären, dem Flügel aus dem Rücken wachsen und einen Schwimmring um den Bauch trägt, kämpfen müssen. Das raubt dem kompletten Spiel unserer Meinung nach seine ernsthafte Intention und zieht das Thema Kampf ins Lächerliche.

Vielfältige Kampftechniken

Tekken Tag Tournament 2 Wii U Edition (4)Abgesehen davon können die Techniken aller Charaktere überzeugen. Wie für ein Beat ’em gewohnt, müssen wir auch hier die eine oder andere Kombination auswendig lernen, um einen Angriff zu starten. Bei 59 Charakteren ist das sicherlich nicht wenig und vermutlich wird man sich so wohl oder übel bereits nach kurzer Spielzeit auf wenige Charaktere spezialisieren. Das ist in anderen Beat ’em ups noch nicht so stark ausgeprägt, doch Tekken Tag Tournament 2 wird dadurch auf keinen Fall schlechter. Schließlich kann kaum ein Prügelspiel mit einer so großen Auswahl an Kämpfern aufwarten. Der Titel bietet innerhalb der Kämpfe zudem auch noch mehr strategische Möglichkeiten. Während man in zweidimensionalen Titeln des Genre in der Regel nicht wirklich ausweichen, aber sehr wohl blocken kann, wird bei Tekken Tag Tournament 2 beides miteinander verbunden. Greift uns ein Gegner frontal an, blocken wir und bewegen den Stick simultan in die Richtung des Schlages. Bei Angriffen in Bodennähe müssen wir uns zudem auch noch hinknien. Drücken wir den Stick jedoch schnell in eine der beiden vertikalen Richtungen, weichen wir in die entsprechende Richtung aus, die Ebene des Kampfes ändert sich wenige Sekunden später mit und wir können den Vorteil nutzen, um schnell einen Überraschungsangriff zu starten. Eine weitere strategische Raffinesse erwartet uns, wenn wir während einer Attacke schnell unseren Charakter austauschen.

Macht der Doppelkämpfe

Tekken Tag Tournament 2 Wii U Edition (5)Dann hauen wir schon mal unseren Gegner hoch in die Luft, wechseln unseren Charakter aus und schlagen dann mit diesem den Feind aus einem anderen Blickwinkel, um den ausgeteilten Schaden zu erhöhen. Wenn wir im Doppel spielen, müssen wir dennoch die Lebensenergie des jeweiligen Kämpfers im Auge behalten. Für jeden Schlag, den wir kassieren, sinkt unsere Lebensenergie, doch bleibt der Bereich zunächst rot eingefärbt, bis wir den nächsten Schlag abbekommen, dann sinkt die Lebensenergie weiter, doch es wird lediglich der Bereich in rote Farbe getaucht, welcher der letzte Angriff des Gegners bewirkt hat. Wenn wir die Charaktere immer dann austauschen, wenn ein solcher Angriff stattgefunden hat, dann kann sich immer der Charakter auf der Wartebank von dem Angriff erholen – es wird jedoch nur sehr langsam der Bereich aufgeführt, der eben in roter Farbe dargstellt wird. Das ist eine clevere Idee, denn sobald einer der beiden Kämpfer ausgeknockt wird, dann gilt die Runde auch für ein Duo als verloren. Wer allerdings gar nicht damit zurechtkommt, sich auf dieses System einzulassen und vor allem bei den Kombinationsattacken Schwierigkeiten hat, der darf (auf der Wii U) die L-Taste gedrückt halten. Nutzen wir dann eine der vier Angriffstasten, führen wir automatisch einen Kombinationsangriff aus, ohne mühselig die Kombination zuvor auswendig gelernt zu haben. Für Anfänger ist das sicherlich eine deutliche Erleichterung!

Pilz-Alarm!

Tekken Tag Tournament 2 Wii U Edition (6)Einfacher, aber nicht immer vorteilhafter, ist das Auswählen der jeweiligen Attacke über den Bildschirm des Wii U GamePads. Ein Fingertipp genügt und schon führt der Charakter seinen Angriff aus. Zugegeben funktioniert die erste Variante deutlich besser, doch echte Hardcore-Spieler werden ohnehin nächtelang die Techniken der Charaktere auswendig lernen. Falls sie Tekken schon kennen, werden sie ohnehin keine Probleme bekommen. Ein weiterer Vorteil oder eher gesagt spaßiger Modus der Wii-U-Fassung, ist der spaßige Pilzmodus. In diesem Modus können wir zwar nicht im Duo antreten, doch das ist auch nicht Sinn und Zweck des Modus. Wir kämpfen in einer zuvor ausgewählten Arena und überall auf der Stage tauchen diverse Pilze auf, die man dem Super-Mario-Universum entliehen hat. Bei Berührung wächst oder schrumpft ein Charakter. Es ist auch möglich, dass er durch die Aufnahme eines Pilzes an Schnelligkeit gewinnt oder im Falle der Berührung mit einem Stern kurzzeitig unbesiegbar wird. Schade nur, dass wir diesen Modus nicht online spielen können. Am Mehrspieler-Part des Spiels haben wir ohnehin etwas auszusetzen. Offline bietet der Titel genau das, was wir von einem Beat ’em up erwarten. Viele Modi können zu zweit angegangen werden und bieten Kämpf en masse. Online hingegen haben wir lediglich die Auswahl zwischen dem Kampf gegen einen ranggleichen Gegner oder einen Gegner eines unbekannten Ranges.

Halbgares Mehrspielervergnügen

Tekken Tag Tournament 2 Wii U Edition (7)Wäre diese dünne Auswahl nicht schon genug, dürfen wir uns noch nicht einmal einen Modus aussuchen und unsere Gegner nach dem Kampf nie zu einer Revanche auffordern. Das ist schwach, denn so vergeht unnötig viel Zeit zwischen den vielen Kämpfen, die man sicherlich erleben möchte. Weiterhin gibt es eine Rangliste, in der wir uns mit anderen Kämpfern vergleichen dürfen. Wofür wir das Spiel allerdings loben möchten, sind die Aufzeichnungen der Rangeleien. So können wir die Technik unserer Gegner immer und immer wieder ansehen und so aus unseren Fehlern lernen. Es ist unser Meinung nach wichtig, dass sich andere Beat ’em ups sich Tekken Tag Tournament 2 an dieser Stelle als Vorbild nehmen. Auf der technischen Seite kann man am Titel übrigens so gut wie nichts aussetzen. Das Spiel läuft sehr flüssig (mit Ausnahme der Laufschrift im Ladebildschirm) und lässt sich bei Bedarf auch nur über den Bildschirm des Wii U GamePads spielen. Die Grafiken sind durchweg hübsch, auch wenn die Arenen unserer Meinung nach noch ein wenig mehr Bewegung hätten vertragen können. Der Soundtrack ist zudem sehr passend gewählt und im Pilz-Modus gibt es sogar mindestens vier Tracks aus dem Super-Mario-Franchise zu hören. Nintendo-Fans freuen sich zudem über viele Kostüme von Link oder Mario, die sie ihren Kämpfern anziehen dürfen. Weitere Modi wie Tekken-Ball (eine Art Volleyball) runden das Spielerlebnis ab. Tekken Tag Tournament 2 macht zwar nicht alles, aber sehr vieles richtig. Der Titel gehört derzeit zu den besten Genre-Vertretern.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Wii-U-Fassung): Lange Zeit war ich aus gutem Grund nur auf Street Fighter fixiert, zumal mir in meinen Augen dort das beste Spielerlebnis geboten wurde. Seit letztem Jahr schaue ich aber gerne mal über den Tellerrand und erlebe dort das eine oder andere Spiel, wovon sich die Street-Fighter-Serie noch ein gutes Stück von abschneiden kann. Dazu gehört auch Tekken Tag Tournament 2: Wii U Edition. Zwar kann ich mich mit einigen der Charaktere, wie dem Panda, dem Bären oder dem Velociraptor beim besten Willen nicht identifizieren, doch davon abgesehen, bietet auch Tekken Tag Tournament 2 ein spannendes Beat-’em-Erlebnis. Die unterschiedlichen Charaktere beherrschen allesamt verschiedene Angriffstechniken und sind dementsprechend auch sehr individuell gestaltet, bis eben auf einige Kopien des jeweiligen Charakters. Immerhin stimmt die optische Vielfalt bei den Kämpfern, weshalb ich da wie aktuell bei Street Fighter IV darüber hinwegsehen kann. Die Kämpfe laufen flott, die Techniken passen allesamt ins Konzept und bieten durch einige strategische Elemente genügend Tiefgang, damit ich Tekken Tag Tournament 2 immer wieder in meine Wii U einlegen werde. Schade nur, dass der Online-Anteil des Spiels so mickrig ausfällt. Hätte dieser einen deutlich größeren Umfang und das Spiel an sich so etwas wie eine Handlung, dann würde Tekken Tag Tournament 2, unabhängig vom System, vermutlich zum neuen Genre-Primus mutieren. So bleibt dieser Platz meiner Meinung nach immer noch Street Fighter IV vorbehalten, doch Tekken Tag Tournament 2 kommt dem ganzen schon sehr nahe.

Vielen Dank an Namco Bandai für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tekken Tag Tournament 2: Wii U Edition!

Prime Time: Der Herr der Ringe: Extended Edition (15-Disc-Set) Unboxing mit Vergleich

Bis 2001 galt Tolkiens Der Herr der Ringe als unverfilmbar. Peter Jackson hat mit einem Multi-Millionen-Dollar-Projekt das geschafft, was viele für unmöglich hielten. Auch Jahre, nachdem der Film in die Kinos gekommen ist, spricht man noch von der Trilogie. 2011 ist es dann auch noch dazu gekommen, dass der Film gänzlich neu aufgelegt wurde. Zwar ist auf der Blu-ray ein deutlicher Grünstich im Bild zu erkennen, doch andere Fehler wie die Asynchronität im dritten Teil wurden später korrigiert, die Blu-rays kostenfrei ausgetauscht. Eric hat sich die Edition später mit dem Einen Ring günstig bei einem sehr bekannten Online-Händler bestellt und ist damit sehr glücklich. In seinem Unboxing-Video stellt er euch nun das 15-Disc-Set in Ruhe vor.

Die Fans von Der Herr der Ringe haben sich, wie auch unser Chefredakteur Eric, die Extended Edition sicherlich schon zu DVD-Zeiten zugelegt. Als dann letztes Jahr die Blu-ray-Ausgabe der Extended Editions erschien, konnte er nicht anders und musste auch hier einfach zuschlagen. Nach dem Unboxing-Video zum 15-Disc-Set hat er sich nun auch daran gesetzt, die beiden Ausgaben (DVD und Blu-ray) optisch zu vergleichen.

Review: Lego Der Herr der Ringe

Lego Der Herr der Ringe (1)Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden. Diese Verse kennen Fantasy-Fans spätestens seit der Verfilmung der Der-Herr-der-Ringe-Trilogie. Ein Jahrzehnt später ist das Franchise unvergessen und bietet Fans kontinuierlich Nachschub.

Lego Der Herr der Ringe (2)Lego Der Herr der Ringe beginnt wie der Film mit der Schlacht am Schicksalsberg. Elendil, Isildur und Elrond kämpfen um die Freiheit von Mittelerde gegen den dunklen Herrscher und seine Schergen. Während Elendil im Kampf den Tod findet, schafft es Isildur den Meisterring von Saurons Finger zu schneiden. Jener Ring wurde von Sauron geschmiedet, um die anderen Ringe der Macht in den Händen der Elben, Zwerge und Menschen zu beherrschen. Da ist es nur logisch, dass Isildur den Ring behalten  möchte und nicht vernichtet. Ein Nebeneffekt des Rings ist zudem, dass es den Träger unsichtbar macht. Lange konnte der Ring jedoch nicht in den Händen von Isildur bleiben. Er verlor ihn gemeinsam mit seinem Leben und Jahrhunderte später fand der Hobbit Smeagol den Ring, der ihn drei Jahrhunderte lang zum Wesen Gollum hat mutieren lassen. Als Bilbo Beutlin eines Tages das Nebelgebirge mit einer Schar Zwerge bereiste, fand er den Ring. Das führte jedoch dazu, dass der Ring in den Händen eines Hobbits unweigerlich ins westlich gelegene Auenland wanderte. Zauberer Gandalf wird klar, dass es sich bei dem Ring um den einen Ring handelt, den Sauron einst geschmiedet hat. Dieser hat nach all der Zeit sein Versteck im Düsterwald verlassen und sinnt nur darauf, sich den Ring zurückzuholen und ganz Mittelerde zu unterwerfen. Hobbit Frodo wird dazu auserkoren, den Ring bis nach Mordor zu bringen und ihn in den Feuern des Schicksalsberges zu vernichten.

Riesiges Mittelerde

Lego Der Herr der Ringe (3)Von nun an schlüpfen wir in die Haut von Frodo und erleben die eigentliche Storyline der Romane beziehungsweise der Filme. Der Reihe nach durchleben wir die meisten Stellen der Trilogie, wobei wir immer wieder auf neue Charaktere stoßen, die sich uns anschließen. Da wäre zum Beispiel Waldläufer Aragorn, Zwerg Gimli und Elbenprinz Legolas. Jeder der spielbaren Charaktere hat unterschiedliche Eigenschaften, die wir im Verlauf der Handlung immer wieder einsetzen müssen. Hobbit Merry kann beispielsweise an Flüssen und Seen die Angelrute auspacken, während Sam geübt im Umgang mit Bratpfanne und Feuermachen ist. Überall gibt es im (begehbaren) Mittelerde etwas zu tun. Auf unserem Weg von einem Level zum nächsten können wir nämlich auf der nahezu frei begehbaren Oberwelt Rätseleinlagen erkennen und lösen. Dafür winken dann entweder Studs, die Lego-Währung im Spiel, oder in vielen Fällen auch Mithril-Legosteine. Aus denen können wir wiederum in der Stadt Bree zu Items schmieden (sofern wir die nötige Skizze besitzen) und diese Items sind oftmals dann bei den vom Auenland bis Mordor weitverbreiteten Auftragsgebern gefragt. Als Belohnung winken rote Legosteine, mit denen wir im Menü besondere Eigenschaften aktivieren können, wie zum Beispiel einen Studs-Multiplikator, um noch schneller ans nötige Geld zu gelangen.

Hunderte Geheimnisse

Lego Der Herr der Ringe (4)Nach einem Level tauchen meist neue Charaktere auf, die wir teils für viele Studs einkaufen können. Dabei ist es egal, ob diese Charaktere im Verlauf der Handlung die Radieschen bereits von unten zählen oder storybedingt dort nicht auftauchen. Auswählen dürfen wir sie aber erst im freien Spiel, welches durch den Abschluss eines Levels für dieses und nach Beenden des Spiels für ganz Mittelerde freigeschaltet wird. Um tatsächlich alle Geheimnisse zu lüften, ist das auch bitter nötig. Wir haben nach fünfzehn Spielstunden den Ring zerstört und gerade einmal um die vierzig Prozent aller Rätsel gelüftet beziehungsweise Geheimnisse entdeckt. Während diese Aufgabenvielfalt in Mittelerde selbst nicht stört, fällt sie uns in den Levels sehr negativ auf. Keines dieser Spielabschnitte kann beim ersten Mal annähernd voll und ganz abgeschlossen werden. Um einen hundertprozentigen Spielstand zu erhalten, muss man jedes Level mindestens zweimal beenden und selbst dann ist nicht klar, ob man nicht die eine oder andere Stelle übersehen hat. Wir begrüßen diese vielfältige Levelnutzung zwar, aber in unseren Augen hätten es ruhig weniger Verstecke innerhalb der Levels geben können und dafür lieber zusätzliche Spielabschnitte als Bonusinhalt nach dem Durchspielen. In der Story sind die lösbaren Aufgaben dazu noch viel zu deutlich erkennbar (und ebenso schnell lösbar).

Atmosphärische Spielwelt

Lego Der Herr der Ringe (5)Jederzeit erkennt man, was zu tun ist und falls doch einmal die Aufgabenstellung nicht direkt klar wird, zerstört man einfach blind alle Legosteine. Irgendetwas lässt sich sicherlich wieder zusammenbauen oder für die Lösung eines Rätsels finden. Man kann und möchte dieses Manko dem Spiel jedoch verzeihen, denn vielfältiger wurde ein Lego-Videospiel noch nie gestaltet und die von der Spielwelt ausgehende Atmosphäre bleibt jederzeit bewahrt. Es ist jedoch zumindest in der Wii-Fassung sehr schade, dass diese wohl nur eine Portierung mit grafischen Anpassungen der Version für Xbox 360, PlayStation 3 und PC ist. Es ist zwar in Anbetracht des Arbeitsaufwands sicherlich nicht anders möglich, um auf allen Plattformen ein weitgehend positives Spielerlebnis zu bescheren, aber ein durchgehend leichtes Ruckeln (insbesondere auf der Oberweltkarte von Mittelerde) stört den Spielspaßfaktor ungemein. Nur selten läuft das Geschehen absolut flüssig, wie zum Beispiel beim Pfad der Toten unter dem Dwimorberg. Zudem werden in der Wii-Fassung nur in einer spielbaren Szene alle Charaktere gleichzeitig dargestellt. Screenshots von der Xbox-360-Fassung beweisen das Gegenteil. Wir fragen uns hier allen Ernstes, wie man das Spiel portiert hat. Schaut man sich im Vergleich einmal Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs (Gamecube) von 2003 an, dann wäre es neun Jahre danach auch von Traveller’s Tales durchaus zu erwarten, das hinzubekommen.

Stimmungstöter

Lego Der Herr der Ringe (6)Wieder wett macht das der originale Filmsoundtrack von Howard Shore, der das Geschehen jederzeit unterlegt. Schade ist jedoch, dass lediglich Gollum, Sam, Merry und Legolas noch ihre Synchronstimmen aus den Filmen besitzen. Alle anderen Figuren haben neue Sprecher. Raimund Krone leiht Zauberer Saruman seine Stimme und Peter Groeger zeichnet sich für König Théoden verantwortlich. Die Sprecher sind zwar keinesfalls verkehrt, doch verbinden sie Science-Fiction-Fans unmittelbar mit Quark und Worf aus dem Star-Trek-Universum. Gelegentlich werden Orte (wie Edoras) im Spiel zudem auch noch falsch ausgesprochen, was die Atmosphäre ebenfalls trübt. Wir fragen uns, warum sich Warner Bros. Interactive nicht dazu entschieden hat, ganz einfach Sprachsamples aus den drei Filmen zu nehmen. Dann hätte man sogar noch einmal die Gelegenheit gehabt, Gandalf-Synchronsprecher Joachim Höppner ein letztes Mal zu hören. Immerhin kann der Aragorn-Sprecher seinem Charakter genügend Leben einhauchen. Es mag nun kein Zufall sein, dass Traveller’s Tales als nächstes Opfer der Lego-Versoftung sich die berühmte Filmtrilogie als Vorbild genommen hat, denn schließlich läuft dieses Jahr der erste Teil von Der Hobbit im Kino an. Die Umsetzung der Vorgeschichte ist bereits angekündigt, doch bis es soweit ist, haben wir im Lego-Mittelerde noch genug zu tun, denn größer war kaum ein Lego-Videospiel zuvor. Mittelerde sei Dank!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Wii-Fassung): Wer mich kennt, der weiß, dass ich einer der größten Der-Herr-der-Ringe-Fans auf diesem Planeten bin. In jungen Jahren und noch einige Jahre vor der Filmtrilogie habe ich Fuß im Mittelerde-Universum gefasst. Es ist einfach die größte und magischste Fantasy-Welt, die ich kenne. Aus dem Grund bin ich auch jedes Mal aufs Neue gespannt, wenn ein neues Videospiel (fernab von Add-ons für Der Herr der Ringe Online) angekündigt und vor allem veröffentlicht wird. Nachdem ich in den letzten beiden Jahren Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn nur halbwegs und Der Herr der Ringe: Der Krieg im Norden fast gar nicht genießen konnte, ordnet sich dieses Spiel hier in der Mitte ein. Der Herr der Ringe vermittelt grundsätzlich eine ernste Thematik, die im Spiel mit Gags untermauert wird. Leider hat man sich viel zu sehr auf ernste Texte (die dann aber konsequent aus den Drehbüchern der Filme stammen!) gesetzt und dann versucht, diese noch mit dem typischen Lego-Slapstick-Humor zu untermauern. Das funktioniert in der Regel aber nicht. Nur sehr selten kann der Humor hier überzeugen, wenn zum Beispiel der am Boden liegende und sterbende König Théoden behauptet, sein Körper sei zermalmt und seine Nichte Éowyn dann nur noch eine Lego-Figur ohne Beine hochhält, dann kann das schon sehr witzig sein. Solche Momente sind jedoch eine Seltenheit. Zudem stört es mich, dass Dialoge auf ein Minimum reduziert wurden und so wieder nur einmal die Kenner der Vorlage jeden Zusammenhang verstehen. Zum Schluss hin fehlen auch wichtige Story-Abschnitte, wie zum Beispiel Gandalfs und Pippins Ritt nach Minas Tirith, um dort das Leuchtfeuer zu entzünden. Außerdem wird der Kampf um Minas Tirith auf ein Minimum reduziert. Die Minen von Moria fallen für meinen Geschmack auch etwas zu klein aus. Es hat also ganz den Anschein, dass die Entwicklung des Spiels noch nicht völlig abgeschlossen war. Schlussendlich stören mich auch die einfallslosen Nebenquests, die ebenso einfallslos in das Spiel integriert werden. Da steht dann schon mal ein Verwundeter am Wegesrand fröhlich herum, der einfach nur einen Gegenstand von uns geschmiedet haben möchte. Witzig ist das jedenfalls nicht, dafür sind die Dialoge zu wenig sarkastisch. Traveller’s Tales hat sich zwar bemüht, das bisher größte Lego-Videospiel aller Zeiten zu schaffen, doch scheitern sie bereits an Kleinigkeiten. Trotzdem ist das Spiel für Fans der Vorlage einen Blick wert, sofern sie die dünne Rätselkost, das einfach gestrickte Gameplay und auf der Wii die mittelmäßig gelungene Portierung akzeptieren können.

Vielen Dank an Warner Bros. Interactive für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Lego Der Herr der Ringe!

Review: PlayStation All-Stars: Battle Royale

PlayStation All-Stars Battle Royale (1)Man kann nicht von der Hand weisen, dass sich Sony sehr oft von Nintendo-Hardware hat inspirieren lassen. Rumble-Funktion, Control-Sticks oder auch PlayStation Move basieren im Grunde auf Nintendos Idee. Leider bedient sich Sony jetzt auch noch mehr an Spielkonzepten.

PlayStation All-Stars Battle Royale (2)Selbstverständlich gilt in der Branche, dass man besser ein Spiel gut kopiert, als es schlecht in Eigenregie zu erfinden. In der heutigen Zeit können sich viele Unternehmen, wozu sich Sony mittlerweile auch zählen muss, grundsätzlich keine Flops leisten. Also hat man sich bei Sonys Santa Monica Studio wohl gedacht, dass man sich ein Erfolgsrezept als Vorbild nehmen muss und so den Markt exklusiv auf den eigenen Systemen erobert. So hat man sich wohl oder übel die Super-Smash-Bros.-Reihe von Nintendo einmal genauer angeschaut. Charaktere aus dem gesamten Nintendo-Universum treten hier in bester Beat-’em-up-Manier gegeneinander an. So wollte man selbiges Konzept mit PlayStation-Charakteren realisieren, doch gibt es da einen Haken, der den Entwicklern hätte auffallen müssen. Während Nintendo tatsächlich auf ein Repertoire von hunderten Charakteren zurückgreifen kann, sieht das bei Sony doch etwas dünn aus. Von den zwanzig enthaltenen und spielbaren Kämpfern sind sechs Stück überhaupt keine Sony-Charaktere, sondern lediglich von anderen Unternehmen entliehen. Im Vergleich: Super Smash Bros. Brawl kann 2009 bereits mit 37 spielbaren Charakteren aufwarten, doch befinden sich gerade einmal zwei Gäste von anderen Spielen darunter. Wir möchten uns nicht über Lappalien streiten, wenn denn PlayStation All-Stars genügend Eigenidentifikation hätte.

Hanebüchener Unsinn

PlayStation All-Stars Battle Royale (3)Im Menü fällt uns natürlich zunächst einmal der Einzelspielerbereich auf. Hier finden wir den Arcade-Modus, in dem wir aus den zwanzig Charakteren unseren Favoriten wählen und dann eine hanebüchene Handlung erleben. Eingeläutet wird jeder Modus charakterspezifisch mit einem aus Bildern bestehenden Intro, das Outro verläuft genauso. Mittendrin gibt es gerade einmal eine Stelle, wo so etwas wie ein Dialog zwischen zwei Charakteren stattfindet. Nur blöd, dass man hier Potenzial verschenkt und weder die Handlung vertieft, noch die Helden in irgendeiner Weise stärker charakterisiert. Wer die einzelnen Spiele, aus denen die Charaktere stammen, nicht kennt, der wird wohl oder übel auf dem Schlauch stehen und sich fragen, was sie eigentlich bezwecken wollen – aber auch so gibt die Handlung keinen Sinn. Kratos zieht beispielsweise los, um den Olymp zu erobern. Soweit nichts Neues, doch wir verstehen nicht, warum er plötzlich gegen Charaktere eines anderen Universums antreten muss. Selbiges gilt auch für Nathan Drake. Es ist zwar schön und gut, wenn der Schatzsucher eben auf die Suche nach Schätzen gehen möchte, aber auch hier wird nicht erklärt, wie es zur Konfrontation mit der fetten Prinzessin, Sly Cooper, PaRappa oder Sir Daniel Fortesque kommt. Wer letzteren übrigens noch kennt, der wird eventuell schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben.

Starre Arenen

PlayStation All-Stars Battle Royale (4)Der Arcade-Modus, übrigens der einzige Modus, der so etwas wie eine Story verspricht, kann in keiner Weise mit dem Subraum-Emissär vom aktuellen Nintendo-Pendant mithalten. Die Story blieb dort zwar auch dünn, doch da viele Nintendo-Charaktere ohnehin nie sprechen, ist der Schritt in unseren Augen nur logisch gewesen. Von Sony Computer Entertainment kann man hier aufgrund einiger deutlich vielschichtigeren Persönlichkeiten mehr erwarten. Sehen wir jedoch über diesen eigentlich wichtigen Teil hinweg, kann der Titel jedoch auf ein solides Grundgerüst blicken. Die Kämpfe laufen in zweidimensionalen Arenen ab, die sich aber nur selten verändern. So vielschichtig wie in Dead or Alive 5 sind sie nicht und so verspielt wie in Super Smash Bros. Brawl ebenfalls nicht. Dann tauchen gelegentlich Items, wie zum Beispiel ein Raketenwerfer auf, mit denen wir dann stärkere Attacken auf unsere bis zu drei Gegner ausführen können. Aber auch so stehen uns vielschichtige Angriffe zur Verfügung. Der Big Daddy hat seinen gigantischen Bohrer, Nathan Drake ein Maschinengewehr und Kratos haut mit seinem Schwert ordentlich zu. Prozentzahlen wie in Super Smash Bros. Brawl oder auch natürliche Lebensenergiebalken suchen wir vergebens. Mit jedem Angriff füllt sich lediglich der Balken mit den Aktionspunkten. Ist dieser voll, starten wir unseren Spezialangriff.

Monotone Kämpfe

PlayStation All-Stars Battle Royale (5)Auf diese müssen wir unbedingt zurückgreifen, denn wir können unsere Gegner nicht mit den einfachen Angriffen aus der Arena kicken. Können ist also leider nur wenig gefragt, denn so verläuft jede Runde gleich. Der Balken kann maximal dreimal gefüllt werden und je nachdem wie oft wir ihn gefüllt haben, desto stärker fällt unser Angriff aus. Das ist zwar eine tolle Idee, doch wenn die Charakterstärken und -schwächen nicht ausgeglichen sind, dann hilft uns das auch nicht sehr viel weiter. Ein Beispiel: Kratos sticht mit seinem Schwert unmittelbar zu, aktivieren wir die Fähigkeit vor einem Gegner. Nathan Drake wirft zunächst ein Fass, welches wir zur Explosion bringen können. Es ist jedoch notwendig, dass wir nach dem Wurf still an unserem Platz verweilen und uns von keinem Gegner treffen lassen, denn sonst ist es nicht mehr möglich, das Fass explodieren zu lassen, auch wenn wir eine freie Schussbahn hätten. In PlayStation All-Stars mangelt es an vielen Enden und Ecken an Feinheiten. So erhalten unsere Charaktere zwar für jeglichen Kampf Erfahrungspunkte und steigen Stufen auf, doch schalten wir damit nur (kosmetische) Inhalte frei, die uns keine Vor- oder Nachteile in den Kämpfen bringen. Talentierte (und weniger talentierte) Spieler werden aber keine Probleme mit der künstlichen Intelligenz der Feinde haben. Hier könnte mit einem Patch nachgebessert werden.

Mehrspielervergnügen

PlayStation All-Stars Battle Royale (6)Wie jedes Beat ’em up, kann auch PlayStation All-Stars erst im Mehrspielermodus das volle Potenzial entfalten, auch wenn das Grundgerüst des Spiels auf wackligen Beinen steht. Bis zu vier Spieler dürfen an einer Partie, auch aufgeteilt in Teams, gegeneinander antreten. Da die künstliche Intelligenz bei voller Besatzung ausgedient hat, ist zumindest hier ein klein wenig strategisches (und wenig psychologisches) Denken gefragt. Wer keine Freunde zur Hand hat, der darf das Spiel auch online spielen. Hier kann das Santa Monica Studio jedoch punkten, da der Online-Modus zum Testzeitpunkt sehr flüssig lief – davon kann sich Nintendo mit Super Smash Bros. Brawl eine ganz dicke Scheibe abschneiden, denn das Online-Gemetzel läuft da selbst nach vier Jahren nach Veröffentlichung nur sehr selten flüssig. Flüssig läuft aber auch der Rest des Spiels. Das betrifft nicht nur die direkte und sehr präzise Steuerung, sondern ebenso die technische Seite. Egal auf welcher Arena wir uns befinden, alle Farben und Töne strahlen und ziehen uns in ihren Bann. Oftmals wird das ganze mit einem aus den jeweiligen Spielen entliehenem Soundtrack gut unterlegt, wenn auch ein Ohrwurmfeuerwerk ausbleibt. PlayStation All-Stars ist wieder einmal ein Paradebeispiel dafür, dass eine gute technische Infrastruktur optisch und akustisch stimmt, aber eben noch kein gutes Spiel ausmacht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-3-Fassung): Als der Titel angekündigt wurde, habe ich mir direkt meine Gedanken gemacht. Ich fand es zwar komisch, dass Sony jetzt auch noch Spielkonzepte abkupfern muss, um erfolgreich zu sein, doch habe ich an eine bestimmte Qualität geglaubt, die das Spiel halten wird. Bei einer grandiosen Vorlage wie Super Smash Bros. Brawl kann doch eigentlich überhaupt nicht schiefgehen, habe ich mir gedacht, doch da habe ich mich wohl geirrt. Die meisten Charaktere haben durchaus Charakterzüge in ihren eigenen Titeln, die hier aber so gut wie gar nicht zur Geltung kommen und eine Handlung, die die verschiedenen Universen der Helden miteinander mischt, gibt es ebenfalls nicht. So sieht jeder Kampf in seinem Ablauf gleich aus. Dazu kommt, dass die Arenen sich nur sehr wenig verändern und auch nicht wirklich verspielt sind. Zudem denkt mir die künstliche Intelligenz zu wenig, denn wenn ich nach einem Kampf an die zwanzig Punkte auf dem mittleren der drei Schwierigkeitsgrade erreiche und meine Kontrahenten gerade einmal zwei bis drei Punkte, dann fühle ich mich unterfordert und alleine macht das Spiel dann auch keinen Spaß mehr. Wenigstens kann ich den Titel für die eine oder andere Runde online oder mit Freunden empfehlen, aber auch nur dann, wenn ihr Super Smash Bros. Brawl oder Street Fighter IV nicht euer Eigen nennt. Diese beiden Titel können nämlich durchweg und besser unterhalten.

Vielen Dank an Sony Computer Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von PlayStation All-Stars: Battle Royale!

News: Demoversion von Rayman Legends

Rayman Legends (3)Rayman Legends war ursprünglich als Launch-Titel für die Wii U geplant, doch das exklusive Wii-U-Spiel wurde kurzerhand auf das nächste Jahr verschoben. Unser Partner N Insider berichtet nun, dass Ubisoft den Release des Spiels nun für den 28. Februar 2013 geplant hat. Das sind zwar vom jetzigen Zeitpunkt ausgesehen noch mehr als zwei Monate, doch veröffentlicht Ubisoft bereits am 13. Dezember 2012 eine spielbare Demoversion des Spiels im eShop der Wii U. Wer das Spiel vorab also ausprobieren möchte, hat nun bald die Gelegenheit dazu. Zusätzlich zur Demo empfehlen wir euch auch unsere Preview von der Gamescom, wo wir auf einzelne Spielinhalte bereits eingegangen sind.

Erics Meinung: Schlecht sah das Spiel auf der Gamescom absolut nicht aus und mit ein paar Spielern hat mir der Titel dort auch sehr viel Spaß gemacht, jedoch haben damals noch Programmierfehler das Gesamtbild des Spiels getrübt. Ich bin daher umso mehr gespannt, ob die Entwickler es geschafft haben, die letzten Fehler auszubügeln und die Demoversion des Spiels einigermaßen rund ist. Anschauen werde ich sie mir auf jeden Fall und dann werde ich auch entscheiden, ob ich mir Rayman Legends zulegen werde.

Review: V/H/S: Eine mörderische Sammlung

Horrorfilme sind eines der Genres, die bisher am meisten ausgeschlachtet worden sind. V/H/S: Eine mörderische Sammlung ist jedoch ein Horrorfilm, der sich ein besonderes Stilmittel zunutze macht, um Spannung zu erzeugen, jedoch gelingt das im Film nicht immer.

Eine kleine Gruppe gestörter Kleinkrimineller nimmt ihre Vergehen mit Kameras auf, um ihre Taten anonym an ihre Kunden zu verkaufen. Da werden Pärchen überfallen und Fensterscheiben eingeschlagen. Schamlos wird auch nur aus dem kleinsten Vergehen versucht Geld zu machen. Eines Tages sind sie jedoch der Auffassung, dass sie in einer Nacht mehr als fünfzig Dollar einnehmen können. So nehmen sie einen Auftrag von jemanden an, der die Kleinkriminellen zu kennen scheint, an. Dieser Auftrag führt sie in das Haus eines alleinstehenden Mannes, der ein ganz bestimmtes Videotape besitzen soll. Dieses sollen sie stehlen, doch im Haus werden sie von eben jenem Mann überrascht, doch nicht auf die übliche Weise. Dieser sitzt nämlich tot in seinem Sessel und starrt auf seine Fernseher, bei welchen nur das Rauschen läuft. Zudem besitzt er eine beachtliche Sammlung an Videokassetten und so müssen die Ganoven erst einmal das richtige Tape finden. Während sich der Großteil der Gruppe im Haus umsieht, um nach weiteren Tapes zu suchen, wird ein einzelner der vier Ganoven zum Anschauen der Videos verdonnert und macht dabei jedoch mehr als nur eine schreckliche Entdeckung, die er lieber nicht gemacht hätte. Die Rahmenhandlung wird ab diesem Moment geschickt genutzt, um verschiedene Schicksale zu zeigen und am Ende die Kleinkriminellen selbst in eine ähnliche Lage zu bringen.

Mysteriöse Schicksalswendungen

Auf den Videokassetten sind nämlich die mysteriösesten Mordfälle festgehalten, die man so noch nie gesehen hat. Ganz besonders keiner der Kleinkriminellen. Die Filmchen drehen sich allesamt um Teenager oder um junge Erwachsene, die nicht nur seltsame, sondern auch sehr gefährliche, mordlustige und übernatürliche Erfahrungen machen müssen. Es handelt sich dabei jeweils um einen Film im Heimvideoformat. Also um Filme, die jeder der Betroffenen selbst mit einer eigenen Kamera aufgenommen hat. Da wollen dann schon mal ein paar Freunde zwei Mädchen zum Geschlechtsverkehr überreden, doch während ein Fräulein vorab aufgrund zu viel Alkohol einschläft, verwandelt sich das andere Mädchen während des Aktes zu einer nymphomanischen Bestie, welche ihre Opfer zerstückelt und auffrisst. In einem anderen Video wird ein Pärchen überfallen und ermordet, dann taucht in einem Waldgebiet ein unsichtbarer Killer aus dem Nichts auf und tötet grundlos aus dem Hinterhalt. Auf einer anderen Kassette befindet sich eine Skype-Aufzeichnung, bei der seltsame Dinge im Hintergrund passieren und zu Verletzungen eines der beiden Gesprächspartner führen. Abschließend geht es auch noch zu einer Halloween-Party, zu der aber gar kein Gast erscheint und auf einmal eine junge Frau auf dem Dachboden der Location hingerichtet werden soll. Die Geschichten sind durchaus abwechslungsreich gestaltet, sind jedoch teilweise zu langatmig inszeniert und werden erst zum jeweiligen Finale spannend.

(Un)logische Stilmittel-Entscheidung

Die Qualität der einzelnen Filme sollte eigentlich durchgehend auf VHS-Ebene basieren, doch das ist nur am Anfang so. Später ist das Bildmaterial deutlich klarer und wurde dementsprechend auch mit neuerer Technik gefilmt. Beim Skype-Gespräch wird sogar angedeutet, dass es nicht aufgezeichnet wird, doch das kann man natürlich auch anders deuten, wenn man den Film gesehen hat. Trotzdem: Die Qualität des einen oder anderen Film kann auf einer handelsüblichen Videokassette niemals so eingefangen werden und daher verliert der Film an diesem Punkt auch ein wenig an Glaubhaftigkeit. So schwankt das Bild im 16:9-Format und in 1080p zwischen schlecht und sehr gut, doch können wir dem Streifen an dieser Stelle keinen Vorwurf machen, da die miese Qualität als Stilmittel genutzt wird. Die Tonformate liegen in Deutsch und Englisch (beide DTS-HD 5.1 Master Audio) vor und werden an entsprechender Stelle auch von den bekannten Makeln der Videoaufnahmen gestört. Auch hier können wir dem Film aufgrund des Stils keinen Vorwurf machen. Das Bonusmaterial gibt dazu nur wenig Einblick in die Produktion des Films. Wir hätten gerne mehr über die Stilmittel-Entscheidungen gehört. So bleibt unterm Strich ein 116 Minuten langer und amüsanter Horrorfilm, der im Grunde jedoch nur versucht, alle Klischees zu erfüllen. Fans des Genres kommen aber sicherlich auf ihre Kosten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): V/H/S: Eine mörderische Sammlung ist ein Film, den ich mir aufgrund der stilistischen Erscheinungsweise gerne mal ansehen wollte, zumal The Blair Witch Project, welcher mit ähnlichen Mitteln arbeitete, schon sehr lange her ist und mir nicht mehr richtig in Erinnerung geblieben ist. Der Film bedient sich jedoch aller klassischen Mittel des Genres und so werden nicht nur Waldgebiete und Spukhäuser, sondern auch die dunkle Einsamkeit der Nacht wieder einmal mehr thematisiert. Das ist nicht neu und für mich auf die Dauer dann doch etwas zu innovationslos. Die verschiedenen Episodenfilme, die wirklich gut in die Rahmenhandlung eingewoben sind, haben dafür dennoch sehr interessante Geschichten, die clever inszeniert sind, zu erzählen. Zudem wirken die schwachen Effekte durch das meist schlechte Bild richtig gut. Auf stilistischer Ebene kann man mit V/H/S: Eine mörderische Sammlung also definitiv nichts falsch machen. Wer aber auf der Suche nach einer von Anfang bis Ende funktionierenden Handlung ist, der sollte sich vielleicht den ersten Saw-Teil anschauen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von V/H/S: Eine mörderische Sammlung!

Review: Iron Sky: Wir kommen in Frieden!

Fast eine halbe Million Kinobesucher haben sich den Film in Deutschland angeschaut. Ende Oktober ist der Film auf Blu-ray erschienen, womit wir endlich die Gelegenheit bekommen haben, um uns mit Iron Sky: Wir kommen in Frieden! auseinanderzusetzen.

Um Iron Sky zu verstehen, müssen wir ins Jahr 1945 zurückdenken. Die Rote Armee steht wenige hundert Meter vor der zerstörten Hauptstadt Berlin, Hitler begeht Selbstmord und ein paar Tage später kapituliert die deutsche Wehrmacht bedingungslos. Der Nationalsozialismus hat in Deutschland sein Ende gefunden, doch Iron Sky greift jetzt die Theorie auf, dass Hitler Raumschiffe hat bauen lassen, mit denen ein kleiner Teil der deutschen Bevölkerung auf den Mond geflogen ist, wo sie ihre Ideologie von der Herrenrasse weiter hat ausleben können. Im Film schreiben wir jedoch mittlerweile das Jahr 2018. Damit die Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika wiedergewählt wird, entscheidet sie sich dazu, nach 49 Jahren zwei neue Astronauten auf den Mond zu schicken, um Gefühle beim amerikanischen Volk zu wecken, doch dann ändert sich das Leben der Mond- und Erdenbewohner schlagartig. Während einer der beiden Astronauten bei Entdeckung einer Fabrik auf dem Mond direkt erschossen wird, ist dem anderen Astronauten einigermaßen das Glück hold, doch ist dieser afroamerikanischer Abstammung. Die Nationalsozialisten nehmen an, dass er zur Stoßtruppe der Erde gehört und die Invasion auf dem Mond einläuten will. Der Führer, Wolfgang Kortzfleisch, will durch die Gefangennahme des Astronauten James Washington den Invasoren zuvorkommen.

Facetten des Nationalsozialismus

Hauptsächlich dreht sich die Handlung des Films jedoch um Klaus Adler, welcher selbst gern der neue Führer sein möchte und jetzt seine Chance sieht, dieses Ziel zu erreichen. Zusammen mit der Lehrerin Renate Richter und Washington begibt er sich auf die Erde, um einige Smartphones zu beschaffen, denn diese erreichen mehr als die tausendfache Geschwindigkeit des modernsten Computers auf der Mondbasis. Diese sollen das neue Flagschiff des Reiches, die Götterdämmerung, flugtauglich machen. Auf der Erde gelingt es Adler jedoch, zur US-Präsidentin vorgelassen zu werden, unterstützt sie in ihrem Wahlkampf und kann so später bequem einen Krieg zwischen den beiden Planeten anzetteln. Die Charaktere des Film zeigen verschiedene Facetten des Nationalsozialismus und selbstverständlich auch den Widerstand. Die intellektuelle Lehrerin Richter (Julia Dietze) erkennt somit zum Beispiel, wie sehr ihre Weltanschauung durch die nationalsozialistische Propaganda beeinflusst wird. Adler (Götz Otto) und Kortzfleisch (Udo Kier) nutzen hingegen ihre Machtpositionen aus, beeinflussen die Minderheiten und zwingen somit jedem die nationalsozialistische Ideologie auf. Während die Schauspieler ihre Rollen hervorragend verkörpern, ist es leider das Drehbuch, welches die Thematik zu sehr ins Lächerliche zieht. Eine Komödie soll unterhalten, aber nicht langweilen.

Einfallslose Komödie

Nur in einigen wenigen Szenen wird es für den einen oder anderen Zuschauer doch etwas makaber, wenn zum Beispiel bei Schüssen die ersten Töne der deutschen Hymne zu erkennen sind oder die Mobilisierung der Kräfte mit dem Walkürenritt von Richard Wagner unterlegt wird. Auch lustig ist die Behauptung, dass Charlie Chaplin in seinem Film zeigen wollte, wie groß Hitler gewesen sei und wie die Welt eines Tages ihm gehöre. Jene Momente sind jedoch selten. Viele Gags sind eher albern und deutlich weniger tiefgründig – sie zaubern uns nur ein müdes Lächeln ins Gesicht! Dabei hat man doch in Filmen wie Frühling für Hitler oder Mein Führer schon gesehen, wie geistreich man eine Komödie mit nationalsozialistischem Einfluss umsetzen kann und das gesamte System dabei noch kritisiert. Das möchte Iron Sky vielleicht auch nicht, denn so cool die Story um und von den Nationalsozialisten hinterm Mond für einen Science-Fiction-Film auch klingen mag, sie ist es einfach nicht. Wären nicht die guten Darsteller und die verhältnismäßig überdurchschnittlichen Spezialeffekte während der großen Weltraumschlacht am Ende des Films, würde der Film schnell in der Versenkung landen. Das Bonusmaterial gibt nur wenig Einblicke in den Film, aber immerhin befindet sich auf der Disc noch ein englischer Audiokommentar. Das Gesamtbild ist jedoch überraschend enttäuschend.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Vor mehr als einem Jahr hat ein Freund von diesem Film geschwärmt, auf den er so lange gewartet hat. Entsinne ich mich richtig, hat sich eben dieser Freund den Streifen auch im Kino angeschaut und war begeistert. Nachdem ich endlich die Gelegenheit hatte, mir den Film selbst anzuschauen und ich mich sogar schon richtig darauf gefreut hatte, wurde ich doch sehr enttäuscht. Schulisch bedingt habe ich im letzten Jahr den Nationalsozialismus abermals durchgekaut und zur Abwechslung auch Filme gesehen, die das nationalsozialistische Regime kritisierend, aber dennoch komödiantenhaft in Szene setzen. Ähnliches habe ich mir bei Iron Sky erhofft und meine Erwartungen wurden bei weitem nicht erfüllt. Ich kann nicht verstehen, wie man um einen Film einen Hype entwickeln kann und dann ein unterdurchschnittliches Produkt abliefert. Die Gags sind schwach und die Handlung ist hanebüchener Unsinn. Einzig und allein die durchweg gelungene Besetzung und die Spezialeffekte bewahren den Film noch vor der untersten Schublade. Timo Vuorensola hätte sich mit Iron Sky deutlich mehr Mühe geben müssen. So bleibt der Film interessant für jene, die einen anspruchslosen Humor zu schätzen wissen und auch sonst kaum Erwartungen an einen Film stellen. Iron Sky: Wir kommen in Frieden! brauche ich mir sicherlich nicht ein weiteres Mal ansehen, denn dafür ist mir die Zeit einfach zu schade.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Iron Sky: Wir kommen in Frieden!