Prime Time: Record of Lodoss War (Collector’s Edition) (Unboxing)

Im November 2016 veröffentlichte Publisher Nipponart eine Collector’s Edition zu Record of Lodoss War, die sich kein Fan entgehen lassen darf. Warum das so ist, erfahrt ihr von unserem Chefredakteur im Unboxing-Video. Wir wünschen euch gute Unterhaltung!

Review: The Crew 2

Mit The Crew 2 versucht Ubisoft auf das Konzept des ersten Teils aufzubauen und mit einem interessanten Gameplay-Kniff zu erweitern. Schade, dass der Titel von Abstürzen geplagt ist und Ubisoft die Probleme auch drei Monate nach dem Release nicht in den Griff bekommt.

In The Crew 2 schlüpfen wir in die Rolle eines aufstrebenden Rennfahrers beziehungsweise eines ehrgeizigen Piloten. Diesmal beschränkt sich das Spektakel nicht auf die Straßen und die Weiten der Miniaturversion der Vereinigten Staaten von Amerika, sondern auch noch auf Flüsse, Seen und die luftigen Höhen des Landes. Das heißt, dass wir nicht nur in Sportwagen oder Jeeps, sondern auch im Cockpit von Flugzeugen oder am Steuer von Schnellbooten Platz nehmen dürfen. Unsere Spielfigur, die wir aus einer überschaubaren Charakterriege auswählen dürfen, ist also ein Alleskönner, der ähnlich wie bei Forza Horizon bei einem über das Land verteilten Festival teilnehmen und es seiner Konkurrenz zeigen will. Straßen- und Speedbootrennen, Offroad-Meisterschaften und Kunstflüge gilt es im Rennspiel von Entwicklerstudio Ivory Tower zu bestehen. Für jedes beendete Event erhalten wir statt Erfahrungspunkten so genannte Follower, die unseren Bekanntheitsgrad erhöhen. Je populärer oder beliebter wir demnach sind, desto mehr Events stehen uns im gesamten Land zur Verfügung. Um diese Herausforderungen zu beginnen, können wir sie über eine von Anfang an freigeschaltete und zudem auch noch sehr praktische Schnellreisefunktion auf Knopfdruck auswählen – oder einfach Highways, Landstraßen, Flüsse und Flugrouten nutzen, um sie mit dem Navigationssystem langsam, aber stetig anzusteuern.

Aufstieg in der Beliebtheitsskala

Da das Fahren durch die weitläufige Spielwelt, in der auch Abbilder von realen Städten wie Chicago, Dallas, Los Angeles, Miami, New York City, San Francisco oder Seattle vertreten sind, vor allem gemeinsam mit Freunden Spaß macht, gibt es auch hier einen Anreiz, die Schnellreise zu umgehen. Jeder Drift, jeder Sprung und jedes Kunststück wird ebenfalls mit Followern belohnt. Damit wir unseren Fuhrpark erweitern können, ist es jedoch zwingend notwendig, an den Events teilzunehmen, um Geld zu sammeln, mit denen dann schließlich neue Flitzer erworben werden können. An bestimmten Stellen des Spiels sind im Übrigen auch kurze Probefahrten möglich, um vorher das Handling des jeweiligen Boliden zu testen. Dies ist eine hervorragende Idee, die auch gerne in anderen Rennspielen Anklang finden darf. So ist es möglich, bereits vor dem Kauf herauszufinden, wie sich das neue Vehikel anfühlt. Da sich die Fahrzeuge teilweise stark voneinander unterscheiden, beispielsweise schneller an Tempo gewinnen oder nur in größeren Kurven vernünftig driften können, ist eine solche Testfahrt in jedem Fall empfehlenswert. Wer in der Spielwelt im Übrigen die Augen aufhält, kann abseits der Wege Kisten finden, die neue Tuning-Teile für die Vehikel beinhalten. Im Anbetracht der wirklich gigantischen Spielwelt hätte es aber durchaus und weitaus mehr dieser Kisten geben können, um die teils immer noch ganz schön langweiligen Landstriche zu füllen.

Technisch wackeliges Grundgerüst

Während The Crew noch mit der riesigen Spielwelt für offene Münder sorgen konnte, ist die Verwendung der gleichen im zweiten Teil nicht verwunderlich. Um das Gameplay jedoch aufzubohren, haben sich die Entwickler eine besondere Idee einfallen lassen: Schon relativ früh im Spiel ist es möglich, auf Knopfdruck vom Sportwagen zum Flugzeug oder zum Boot zu wechseln. Das geht sogar soweit, dass wir in der Luft unserer Flugzeug in ein Boot verwandeln dürfen, um ins Wasser zu fallen. Das ergibt zwar kaum Sinn, macht aber dennoch Spaß, da uns so der Umweg in die Garage erspart bleibt. Wenig glaubhaft ist allerdings auch das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer. Rammen wir ein anderes Fahrzeug, bleiben diese oft einfach nur am Rande stehen und rühren sich dann nicht mehr. Das Schadensmodell ist leicht kosmetischer Natur und hat zudem keinerlei Einfluss auf das Fahrverhalten. Im Gegensatz zur Gamescom-Demo von 2017 haben die Entwickler allerdings noch stark an der Grafik gebohrt. Zwar sieht die Optik dann und wann etwas veraltet aus, hat jedoch selbst auf älteren Rechnern den Vorteil, dass es keine spürbaren Ladezeiten gibt. Zum Testzeitpunkt am 24. September 2018 wird The Crew 2 drei Monate nach Release allerdings noch von zahlreichen Abstürzen begleitet. Wir können kaum zwanzig Minuten spielen, ohne dass der Titel passend bei einem Crash abstürzt oder uns beim Laden nach dem Titelbildschirm auf den Desktop ohne irgendeine Fehlermeldung zurückwirft und sich selbstständig beendet. Dass das auf unserem Testsystem kein Einzelfall ist, beweist leider ein Blick in das offizielle Forum.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): The Crew 2 kann mit seiner großen Spielwelt zwar nicht sehr viel reißen, doch die zahlreichen Events können dank Schnellreisefunktion auch ganz bequem angewählt werden – und die sind teilweise ganz schön interessant, da nicht immer nur der erste Platz erreicht werden muss. Manchmal gilt es auch Kunststücke in der Luft zu absolvieren oder unter Zeitdruck ein Ziel zu erreichen. Hinzu kommen dutzende unterschiedliche Vehikel, die am Boden, auf dem Wasser und in der Luft allesamt mit sehr unterschiedlichen Steuerungsvarianten für Furore sorgen. Das Grundgerüst von The Crew 2 verspricht tatsächlich sehr viel Spaß. Allerdings ist davon, zumindest in der PC-Fassung, nicht sehr viel zu sehen. Andauernd stürzt das Spiel beim Laden der Spielwelt oder sogar passend zu Crashs ab und wechselt ohne Fehlermeldung zurück auf den Desktop. Es kann nicht sein, dass ein Spiel auch viele Monate nach Release auf vielen unterschiedlichen PCs noch nahezu unspielbar bleibt. Daher sollte jeder vom Kauf, zumindest von der halbgaren PC-Fassung des Spiels, so lange absehen, bis Ubisoft und Ivory Tower dieses gravierende Problem in den Griff bekommen haben.

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Crew 2!

Review: School-Live! (Vol. 1)

Kazé Anime veröffentlichte im Juli 2018 die erste Volume der Anime-Serie School-Live!, die sich mit dem „typischen“ Schulalltag an einer Oberschule beschäftigt, das ganze Spektakel aber mit einer kaum vorhersehbaren Wendung und einer traurigen Dystopie mischt.

Im Mittelpunkt der Anime-Serie School-Live! steht Oberschülerin Takeya Yuki, die sich jeden einzelnen Tag auf das quasi titelgebende Schulleben freut. So macht sie sich jeden Morgen hübsch, schnappt sich ihren kleinen Hund, den Shiba Tarōmaru, und läuft fröhlich zur Schule. Bevor der Unterricht beginnt, trifft sie sich in ihrem Klub mit ihren Freundinnen Ebisuzawa Kurumi, Wakasa Yūri und Naoki Miki, um Spaghetti Bolognese zu frühstücken. Dieses unbeschwerte Leben macht auch nicht davor Halt, wie Yuki mit ihren Lehrern umspringt. Auf dem Flur trifft sie beispielsweise auf ihre Japanisch-Lehrerin Sakura Megumi, die sie ganz einfach mit dem Vornamen anspricht und wird, auch weil sie auf den Gängen gelaufen ist, direkt dafür gerügt. Dass so ein stressiger Morgen ermüdend sein kann, äußert sich in der ersten Unterrichtsstunde: Die quirlige Yuki schläft neben ihrer Klassenkameradin Yuzumura Takae einfach ein. Damit nicht genug, reißt Miki während der Träumerei mit einer Hiobsbotschaft auch noch die Tür zum Klassenraum auf. Yukis putziger Shiba ist dem Klubraum entflohen und macht die Gänge der Schule unsicher. Anstatt also den Unterricht zu besuchen (oder währenddessen zu schlafen), machen sich die Freundinnen des Schulleben-Klubs auf die Suche nach Tarōmaru. Was nach einer lustigen Comedy-Serie klingt, zeigt am Ende der ersten Episode sein wahres Gesicht.

Zwischen Fantasie und Wirklichkeit

School-Live! ist nur auf den ersten Blick eine humorvolle Serie, da sie überwiegend aus der Sichtweise von Yuki erzählt wird. Diese hat die ernste Realität längst verdrängt und blendet die Untoten, die sich außerhalb der Mauern des im Vordergrund stehenden Handlungsortes tummeln, schlichtweg aus. Wie Kaihō Norimitsu, der Autor der Manga-Vorlage, 2012 auf diese verrückte Idee gekommen ist, mag zwar im Unklaren bleiben, frisch und unverbraucht ist das wahnwitzige Szenario aber allemal. Yukis Freundinnen, also die, die nicht ihrer Fantasie entsprechen, stellen in der postapokalyptischen Welt sozusagen ihre Familie dar und kümmern sich um sie. Das ist auch bitter nötig, denn überleben könnte Yuki in der mit Zombies bevölkerten Welt wohl kaum. Kurumi, Yūri und Miki bewundern ihre Oberschule, die für diese Notfallsituation wie gemacht zu sein scheint. Auch hoffen sie, dass sich die Seuche „nur“ auf Japan beschränkt und nicht die ganze Welt betrifft, sodass früher oder später jemand zur Hilfe schreiten kann. Irgendwann wird sie schon jemand aus dieser äußerst misslichen Lage befreien. Es hilft aber nichts, sich an diesen Strohhalm zu klammern: Die Charaktere müssen sich mit der bitteren Wirklichkeit abfinden und gewissermaßen hilft die realitätsferne Yuki ihnen dabei, den harten Alltag in der von der Außenwelt abgeschotteten Schule viel erträglicher zu machen.

Notwendige Erzählstruktur

Zu sehr ins Detail soll an dieser Stelle nicht gegangen werden, aber in der ersten Volume der Serie hat tatsächlich jede einzelne Episode ihre Daseinsberechtigung. So befasst sich die dritte Folge mit dem Zeitpunkt des Ausbruchs, der sehr gut dabei hilft, die Persönlichkeiten der Charaktere und das Universum zu verstehen. Die vierte Folge gibt hingegen Hinweise darauf, woher Tarōmaru eigentlich stammt. Teilweise erreicht School-Live! eine fast schon melancholische Stimmung, die überwiegend im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p gänzlich zu bemerken ist. Nur wenige Szenen, die aus verschiedenen Gründen ganz besonders betont werden sollen, wurden zusätzlich mit schwarzen Balken ausgestattet, um eine kinoreife Atmosphäre zu erzeugen. Hinzu kommt ein toller Soundtrack, der sämtliche Szenen stimmungsvoll unterlegt. Häufig sind die Melodien sehr fröhlich, um die oberflächlich sehr heitere Handlung auszudrücken. Daran sind aber auch die grandiosen Synchronsprecher beider Tonspuren in DTS-HD Master Audio 2.0 nicht ganz unschuldig. So können sowohl die japanischen Sprecher als auch die deutschen Stimmen den Charakteren reichlich Leben einhauchen und deren positive Energie bis zum Maximum aufladen. Digitales Bonusmaterial liegt in Form eines Clear Openings und eines Clear Endings vor. Obendrauf gibt es noch ein 20-seitiges Booklet, aus dem Fans weitere Informationen schöpfen können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wer sich die erste Folge von School-Live! anschaut, wird nicht direkt darauf schließen können, was sich hinter der Anime-Serie von Animationsstudio Lerche verbirgt. Anfänglich wird dem Zuschauer ein halbwegs normaler Schulalltag präsentiert, dessen Fassade jedoch fast unbemerkt mit jeder einzelnen Minute Laufzeit einbricht und am Ende der ersten Episode ungeschönt ein Bild der Wirklichkeit zeigt. Das Szenario, Yukis fantasievollen Schulalltag mit der von Untoten bevölkerten Außenwelt zu verbinden, ist frisch und unverbraucht. Es macht einfach Spaß, die Abenteuer der quirligen Charaktere zu erleben und sowohl heitere als auch düstere Momente mit ihnen zu teilen. Die erste Volume von School-Live! hat wunderbar gezeigt, wie diese kunterbunte Mischung funktioniert. Auch wenn die Serie wohl – wie die meisten Zombie-Serien – kaum einen roten Faden entwickeln wird, bleibt zu hoffen, dass dieser ulkige Ansatz in der zweiten Volume erneut aufgegriffen und eventuell sogar weiterentwickelt wird. Die Grundlagen dazu sind mit den ersten vier fantastischen Episoden auf jeden Fall schon einmal gelegt!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von School-Live! (Vol. 1)!

Review: Aldnoah.Zero (Vol. 7)

In der letzten Volume hat sich die sowohl spannende als auch intelligente Handlung der Anime-Serie Aldnoah.Zero konsekutiv weiterentwickelt – und an dieser Tatsache ändert sich in der siebten Ausgabe nichts, die sich vor allem um Sureins undurchsichtiges Vorgehen dreht.

Erneut sind in dieser Volume von Aldnoah.Zero drei Episoden, genauer gesagt die Folgen 19, 20 und 21 enthalten. Inhaltlich knüpfen die jeweils circa 24-minütigen Episoden an das Ende der 18. Folge an, in der Prinzessin Vāsu Envāsu Remurina die lebenserhaltenden Maschinen ihrer Schwester, deren Rolle sie mittlerweile dank Trugbildtechnologie mimt, fast vollständig abgeschaltet hat. Über eine visuelle Übertragung lässt sie den Rittern des Orbits und „ihrem“ Volk mitteilen, dass sie in Kürze Toroiyādo Surein heiraten wird und überträgt ihre Macht an ihren zukünftigen Ehemann, um gemeinsam ein neues Königreich auf der Erde zu errichten und später Hand in Hand über Vāsu zu herrschen. Gerade als der zum Graf ernannte Surein die Hoffnung aufgegeben hat, dass seine geliebte Prinzessin Aseiramu Vāsu Aryūshia aus dem Koma erwacht, erlangt diese das Bewusstsein wieder. Dies verschlechtert wiederum die Beziehung zu Remurina, die peu á peu an der Abwesenheit von Surein zerbricht. Obwohl in den letzten beiden Episodenpaketen Surein als Unsympath dargestellt wurde, ändert sich die Einstellung des Zuschauers zu seinen Taten in der siebten Volume etwas. Das lässt in jedem Falle Hoffnung aufkeimen, dass der Krieg zwischen Vāsu und der Erde noch beendet werden kann. Zwar sind alle Story-Abschnitte mit zahlreichen Wendungen und auch der einen oder anderen Überraschung gespickt, die wieder in einer neuen aussichtslosen Lage enden.

Dreiecksbeziehung mit Hindernissen

Graf Mazuūruka, der schon in der sechsten Volume von Aldnoah.Zero ein wichtiger Charakter war, spielt auch in den vorliegenden Episoden eine mittelgroße Rolle. Er geht auf Abstand zu den anderen Rittern des Orbits, um die Lage mit Weitsicht zu untersuchen, erkennt jedoch zugleich, dass die denkbar größte Machtfülle in Sureins Händen liegt. Hauptsächlich dreht sich die Story in der siebten Ausgabe um das Geschehen auf den Stützpunkten von Vāsu, die Erzählung um Kaizuka Inaho und Co wird in den Hintergrund verlagert und kaum beleuchtet. Dies ist allerdings die logische Konsequenz der vorherigen Entwicklung, denn nachdem der furiose Cliffhanger in der 18. Episode eine dermaßen große Erwartungshaltung aufgebaut hat, war es unbedingt nötig, die Handlung bewusst in dieser Form fortzuführen. Enttäuschungen gibt es dabei keine, denn die Geschichte um Surein und die beiden Prinzessinnen ist wirklich toll und mit vielen gelungenen Ideen gestaltet, sodass jeder Dialog und jede Entscheidung der drei Figuren zur Dramatik regelrecht beiträgt. Die wenigen Szenen, die auf der Erde spielen und vor allem das Kriegsgeschehen wiedergeben, können sich damit leider nicht so ganz rühmen. So wird in einer Szene der Einsatz des Schiffs Dyūkarion in Frage gestellt, da es nur aufgrund der Technologie des Feindes funktioniert. Ansonsten bleibt es bei diesem kurzen Handlungsstrang schlicht und einfach bei den Kämpfen gegen die feindlichen Kataphrakte.

Vermenschlichte Maschinen als Kriegswerkzeug

Obwohl die zwischenmenschlichen Dialoge bei Inaho und seinen Verbündeten auf der Strecke bleiben, ist auch hier die Darstellung der Kämpfe wichtig für die Atmosphäre. Es ist immer noch Krieg und auch dieser wird mit verschiedenen Stilmitteln eingefangen. Einerseits unterhalten sich die Charaktere bei den Kämpfen über ihre Taktik, die Feinde zu besiegen, die mit verschiedenen Fähigkeiten ausgestattet sind. Andererseits helfen die – vor allem in ihren Bewegungsmustern – vermenschlichten Kataphrakte bei der Vorstellung, dass jeder besiegte Kataphrakt ein Menschenleben fordert. Die computergenerierten Effekte könnten zwar nach wie vor etwas runder wirken, zeigen jedoch zumindest aus einer gewissen Entfernung ein dynamisches Bild vom Krieg. Am restlichen Gesamtbild im bildschirmfüllenden 16:9-Format ist wiederum nichts auszusetzen. Alle Charaktere sind schön animiert und passen wirklich gut zu den stets atmosphärischen Hintergründen in der Full-HD-Auflösung, die zudem mit sehr schönen Lichteffekten punkten. An einer Stelle ist die Dyūkarion zum Beispiel im Meer zu sehen, während im Hintergrund die Sonne untergeht und das Licht zudem noch auf der Wasseroberfläche reflektiert. Der Soundtrack ist nach wie vor gut, erreicht aber nicht immer die Qualität der vorherigen Volume, in der die Musikstücke prägnanter eingesetzt wurden. Alle Käufer freuen sich zudem über ein kleines Booklet mit zusätzlichen Informationen zur Serie.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): In der sechsten Volume konnte die Anime-Serie Aldnoah.Zero nicht gerade mit wirklich vielen Wendungen oder Überraschungen punkten. Dies macht die siebte Ausgabe schon wesentlich besser, zumal sich die Geschichte hauptsächlich auf drei Figuren stützt, die miteinander und gegeneinander agieren. So ist die Anspannung der verschiedenen Charaktere noch besser zu spüren als zuvor, was vor allem die Spannung beim Zuschauer in ungeahnte Höhen treibt. Dabei kommt der Handlungsstrang auf der Erde jedoch etwas zu kurz, hier wird „nur“ der dennoch wichtige Krieg thematisiert. Durch die vermenschlichten Kataphrakte wird die Bedrohung des Krieges, in dem Menschen ihr Leben lassen, nur noch einmal stärker beleuchtet. Schade ist nur, dass die Musik nicht mehr ganz so stark in den Vordergrund rückt, um die Wichtigkeit einzelner Szenen im wahrsten Sinne des Wortes zu betonen. Unterm Strich führt die siebte Volume die Geschichte gekonnt fort und liefert eine mehr als nur solide Grundlage, auf die das große Finale in der nächsten Volume aufbauen darf.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Aldnoah.Zero (Vol. 7)!

Prime Time: Fairy Tail – Box 2 (Unboxing)

In einer Rezension haben wir euch die zweite Volume der Anime-Serie Fairy Tail bereits ausgiebig vorgestellt. Da wir euch bereits die erste Volume im Rahmen eines Unboxing-Videos präsentiert haben, möchten wir dies heute wiederholen. Chefredakteur Eric zeigt euch, welche optischen und haptischen Merkmale die zweite Serienbox aufweist. Viel Vergnügen!

Review: Parasyte: The Maxim (Vol. 2)

Nachdem Publisher Kazé Anime die erste Volume der Anime-Serie Parasyte: The Maxim im Juni 2018 veröffentlicht hat, folgte die zweite Ausgabe nur einen Monat später im Juli 2018. Diese bohrt die Grundlagen auf und erweitert die Serie gekonnt mit vielen neuen Einzelheiten.

In der ersten Volume der Anime-Serie Parasyte wurden die Grundlagen für die Handlung der Serie gelegt. Kleine außerirdische Lebensformen haben sich überall in Japan niedergelassen und versuchen die Menschheit erst zu infiltrieren, auszunutzen, auszubeuten und zudem auch zu einem gewissen Teil zu unterjochen und schließlich zu vernichten. Der Parasit, der sich in Izumi Shin’ichis Körper einnisten wollte, wurde jedoch von Shin’ichi aufgehalten, sodass er in dessen rechter Hand verblieb. Mit der Zeit freundeten sich Mensch und Parasit an und leben jetzt seit einigen Episoden in Symbiose. Migī, so wie Oberschüler Shin’ichi seinen ständigen Begleiter fortan nennt, erklärt ihm mit der Zeit alles über seine Rasse und worauf Shin’ichi im Kampf gegen seine neuen Feinde zu achten hat. An dieser interessanten Grundlage hat sich in der zweiten Volume von Parasyte zum Glück nichts geändert, sie wird sogar noch einmal mit neuen Ideen ausgebaut. Wer sich an die sich überschlagenden Ereignisse im Auftakt der Serie erinnert, wird wohl noch sehr gut wissen, dass Shin’ichi im Kampf gegen seine – ebenso von einem Parasiten übernommenen – Mutter fast gestorben wäre. Migī erklärt zu Beginn der zweiten Volume, dass er einen winzigen Teil seines Daseins in Shin’ichis Körper übertragen musste, um sein Leben zu retten. So verfügt dieser nun selbst über besondere Spezialkräfte, die in der Anime-Serie natürlich in passenden Momenten gut erklärt werden.

Vor- und Nachteile geschärfter Sinne

Unter anderem stehen in der zweiten Volume von Parasyte Shin’ichis geschärfte Sinne im Mittelpunkt. Beispielsweise bemerkt Shin’ichi, wenn sich Personen wie seine Freundin Murano Satomi ihm nähern und kann bereits im Vorfeld erkennen, um wen es sich dabei handelt. Es sind allerdings nicht nur positive Fähigkeiten, die die Übertragung der außerirdischen Desoxyribonukleinsäure mit sich bringt. Teilweise stumpft Shin’ichi dadurch auch ab. So rettet der mutierte Oberschüler in der achten Serienfolge zwar einen angefahrenen Hund, der mitten auf einer stark befahrenen Straße liegt und manövriert sich zu ihm, ohne von einem Auto angefahren zu werden, doch kann Migī das Leben des Tieres nicht mehr retten, da seine inneren Organe zu stark beschädigt wurden. Kaum hat das Hündchen seinen letzten Herzschlag getan, schmeißt Shin’ichi – zu Satomis Erstaunen – den leblosen Körper schlicht und einfach in einen Mülleimer, anstatt ihn ordentlich zu begraben. Hinzu kommen neue Charaktere, die Shin’ichi und Migī gut oder böse gesonnen sind. Während des erneuten Kampfes gegen Shin’ichis Mutter erhält er Unterstützung von Uda Mamoru, der wie der Protagonist ebenfalls mit einem Parasiten in Symbiose lebt. Mit Shimada Hideo tritt schon kurz darauf ein neuer Gegenspieler ins Rampenlicht, der Shin’ichi und Migī mit raffinierten Tricks das Leben schwer machen und ihre gemeinsame Denkweise auseinanderbringen will.

Ernste und düstere Grundstimmung

Inhaltlich gelingt es der Anime-Serie in einem sehr angenehmen Erzähltempo wunderbar, die Geschichte voranzutreiben, ihre Figuren auszubauen und diese mit ernsten Angelegenheiten zu konfrontieren. Während die Serie anfänglich noch auf seichten Humor setzte, ist davon in der zweiten Volume so gut wie gar nichts mehr zu erkennen. In allen Episoden herrscht eine düstere Grundstimmung vor, die vor allem durch blasse und kühle Farben ausgedrückt wird. Sowohl die ruhigen Momente, die meist in trübes Licht gehüllt werden, als auch die Kämpfe zwischen beziehungsweise mit den Parasiten sind im bildschirmfüllenden 16:9-Format bei der Auflösung von 1080p durchweg spannend inszeniert. Unterlegt wird ein Großteil aller Szenen mit einem stimmungsvollen Soundtrack, der insbesondere mit Klavierklängen und teilweise sogar mit Chorgesang ausgeschmückt ist. Beide auf der Blu-ray Disc vorliegenden Tonspuren im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 können mit klarer Musik, Effekten und natürlich auch verständlichen Synchronsprechern punkten, letzteres sowohl in der deutschen als auch in der japanischen Fassung. Digitales Bonusmaterial liegt bei der zweiten Volume diesmal nicht vor, dafür gibt es im physischen Bereich insgesamt sechs Tattoos. Für den Test lagen diese zwar nicht vor, es kann aber sicher auch so gesagt werden, dass dies nur ein kleiner Bonus für Fans ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Parasyte: The Maxim erzählt nach wie vor eine sehr interessante und vor allem spannende Geschichte in einem sehr, sehr angenehmen Erzähltempo. Selten trifft eine Anime-Serie mit der Geschwindigkeit so sehr ins Schwarze wie das Werk von Animationsstudio Madhouse, basierend auf dem Manga von Iwaaki Hitoshi. Die geschaffenen Grundlagen der ersten Volume werden in der zweiten Ausgabe storybedingt auf eine neue Ebene gehievt und mit neuen Informationen ausgeschmückt, die für den Verlauf der Handlung unabdingbar sind. Hinzu kommen neue Figuren, die die Geschichte der Serie stets frisch halten. Auch auf technischer Seite kann Parasyte überzeugen, denn das kühle Bild, die stimmungsvolle Musik und die hervorragend ausgewählten Synchronsprecher setzen sich zu einem atmosphärischen Gesamtbild zusammen, an dem es sich kaum sattzusehen gilt.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Parasyte: The Maxim (Vol. 2)!

Review: Inō Battle within Everyday Life (Vol. 1)

Inō Battle within Everyday Life von Animationsstudio Trigger erzählt eine Geschichte über eine Gruppe Jugendlicher, die sich im täglichen Leben mit ihren Superkräften orientieren müssen. Trotz irrer Story beginnt die Anime-Serie aus dem Jahr 2014 mit einem holprigen Einstand.

In der allerersten Szene von Inō Battle within Everyday Life scheint noch alles in Ordnung, doch ändert sich für die Protagonisten nach der einleitenden Sequenz plötzlich alles: Eines Tages wachen die fünf Mitglieder des Literaturklubs der Senkō-Oberschule mit diversen Superkräften auf. Woher oder von wem sie diese magischen Fähigkeiten erhalten haben, ist zu Beginn der auf zwölf Folgen ausgelegten Anime-Serie aber noch nicht ersichtlich. Die fünf Freunde beschließen fürs Erste, die Situation zu akzeptieren und mit ihren Kräften zu leben beziehungsweise den Einsatz zu lernen und die Fähigkeiten zu verstehen. Hinzu kommt, dass sie einerseits ihren Kräften Namen geben und andererseits auch sich selbst Pseudonyme aussuchen wollen. Nur auf diesem Wege ist es schließlich möglich, auch weiterhin einen sozialen Umgang miteinander zu pflegen. Anhand dieses kaum spannenden Einstiegs und der noch dazu obskuren Einstellung ist ersichtlich, dass die Story an kaum einer Stelle sonderlich tiefgründig wird. Es ist eine Anime-Serie, die sich vor allem um ihre Charaktere dreht und einzelne Geschichten erzählt, die mit verschiedenen Thematiken überzeugen. Ulkigerweise rücken dabei die Fähigkeiten mehr und mehr in den Hintergrund, sodass diese – wenn überhaupt – nur noch als Werkzeug verwendet werden, um die einzelnen Probleme der Figuren zu lösen.

Fünf Freunde mit fünf Fähigkeiten

Hauptfigur Andō Jurai kann beispielsweise eine schwarze und höchstens lauwarme Flamme aus seiner Hand sprießen lassen. Wirklich viel anfangen kann er damit zwar nicht, aber das unterstreicht in gewisser Weise auch schon den Humor, der an ähnliche Anime-Serien wie Love, Chūnibyō & Other Delusions! erinnert. Kanazaki Tomoyo hingegen kann die Zeit auf Wunsch anhalten oder verlangsamen. Zurückspulen kann sie die Zeit allerdings nicht, was die Kraft nicht zu mächtig macht beziehungsweise abschwächt. Kushikawa Hatoko beherrscht dafür die Elemente und Takanashi Sayumi kann zerbrochene Dinge reparieren. Da in der Serie hin und wieder mal etwas zu Bruch geht, sind Sayumis Kräfte unter den Freunden gerne gesehen. Zu guter Letzt gehört zu den Mitgliedern des Literaturklubs noch Himeki Chifuyu, die jedoch gar nicht die Senkō-Oberschule besucht. Eigentlich ist sie eine Grundschülerin und ist nur durch Zufall in die Gruppe geschlittert. Ihre Auftritte lockern den Alltag auf, was auch an ihrer Fähigkeit liegen mag: Chifuyu kann sich und andere frei von einem Ort zum anderen teleportieren und sorgt damit für allerhand Trubel. Beispielsweise teleportiert sie Jurai – nur in Boxershorts bekleidet – in ihr Zimmer, wo Kuki Madoka, Chifuyus beste Freundin, wartet. Dass diese natürlich nicht erwartet, plötzlich einen Perversen mit angeblichem Lolitakomplex vor sich zu sehen, dürfte klar sein.

Abgedrehter Humor

Wie bereits angedeutet, konzentriert sich die Serie auf ihren abgedrehten Humor. Dieser ist nicht nur in vielen Dialogen der Charaktere zu erkennen, sondern auch in der übertriebenen Darstellungsweise. Oft werden die Figuren wie in der Manga-Vorlage in nahezu völlig starren Bildern mit offenen Mündern und leeren Augen eingefangen, zusammen mit ausdrucksstarken Strichfolgen im Hintergrund. Im – bis auf die Eröffnungsszene der Serie – bildschirmfüllenden 16:9-Format kommen alle Charaktermodelle gut zur Geltung, da sie hervorragend mit den toll gezeichneten Hintergründen harmonieren. Hinzu kommen schöne Licht- und Schatteneffekte sowie gelungene Animationen. Unterstützt wird die herausragende Bildqualität mit einem angenehmen Soundtrack, der die überwiegend heiteren Szenen im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 unterlegt. Sowohl die deutsche als auch die japanische Tonspur gehen in Ordnung, wobei die japanische Synchronisation ein wenig besser funktioniert. Beispielsweise klingt Chifuyu tatsächlich wie eine Viertklässlerin und nicht zehn Jahre älter wie in der deutschen Ausgabe. Die übertriebenen Betonungen funktionieren aber auch in der deutschsprachigen Version sehr gut. Digitales Bonusmaterial liegt neben drei Trailern zu Kazé-Anime-Titeln in Form eines Clear Openings und eines Clear Endings vor. In der physischen Ausgabe winkt laut Herstellerangaben noch ein Booklet mit zusätzlichen Informationen den Fans zu.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Inō Battle within Everyday Life mischt Comedy-Einlagen mit einer Coming-of-Age-Geschichte. Dieser nicht sonderlich schwierige Spagat gelingt der Anime-Serie sehr gut, denn die Charaktere sind sympathisch und ihre täglichen Probleme meistens für jeden Zuschauer nachvollziehbar. Alleinstellungsmerkmal sind jedoch die Superkräfte, über die die Figuren verfügen. Übertrieben oft werden diese ulkigerweise allerdings nicht eingesetzt, sie werden eher beiläufig erwähnt und als Werkzeug benutzt, um die Herausforderungen des täglichen Lebens zu meistern. In diesem Aspekt hätte sich die Serie ruhig mehr trauen dürfen, da sich so kein roter Faden entwickelt und eher eine kleine Story nach der nächsten abgearbeitet wird. Wer sich daran nicht stört und ohnehin Fan von Serien wie Waiting in the Summer oder Love, Chūnibyō & Other Delusions! ist, darf auch bei Inō Battle within Everyday Life einen Blick riskieren!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Inō Battle within Everyday Life (Vol. 1)!

Review: Pathfinder: Kingmaker

Als 2009 das Pen-and-Paper-Rollenspiel Pathfinder, das auf dem Regelwerk von Dungeons and Dragons basiert, erstmals veröffentlicht wurde, ahnte wohl noch niemand, dass der Titel einen dermaßen hohen Beliebtheitsgrad entwickelt. Mit Pathfinder: Kingmaker wurde das Franchise erstmals als Computer-Rollenspiel umgesetzt und überflügelt damit sogar die Spiele des Vorbilds.

In den 1970er-, 1980er- und 1990er-Jahren wurden jede Menge Rollenspiele für den PC auf den Markt geschmissen, die sich mit der Dungeons-and-Dragons-Lizenz schmücken konnten. Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Franchise jedoch erst mit dem 1998 veröffentlichten Baldur’s Gate, das insbesondere mit dem nur zwei Jahre später veröffentlichten Nachfolger Baldur’s Gate II: Schatten von Amn inklusive der Erweiterung Baldur’s Gate II: Thron des Bhaal bis heute einen überwältigen Kultstatus genießt. Bis auf einige wenige Titel und einer Handvoll HD-Umsetzungen der Klassiker wurde es um Dungeons and Dragons im Computerspielsektor allerdings sehr ruhig. 2017 startete das Entwicklerstudio Owlcat Games daher eine Kickstarter-Kampagne, die mit über 900.000 US-Dollar erfolgreich finanziert wurde, um das Pen-and-Paper-Rollenspielgefühl zurück auf den heimischen Monitor zu bringen. Vorweg lässt sich sagen, dass es den Entwicklern vortrefflich gelungen ist, das altbekannte Gefühl von Baldur’s Gate, Icewind Dale und Co in Form eines PC-Rollenspiels umzusetzen. Viel überraschender ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass es Owlcat Games außerdem noch geglückt ist, das angestaubte Gameplay mit nützlichen Komfortfunktionen zu ergänzen und mit einigen Verbesserungen zu versehen, damit auch jenen Spielern, die mit den geistigen Vorgängern kaum etwas anfangen konnten, in die Fantasy-Welt von Pathfinder: Kingmaker eintauchen zu können.

Aller Anfang ist schwer

Zu Beginn des auf ein paar Dutzend Stunden angelegten Abenteuers steht wie so oft auch in Rollenspielen die Charaktererstellung im Mittelpunkt. Wer schon einmal irgendein Rollenspiel mit Dungeons-and-Dragons-Lizenz oder gar irgendein Pen-and-Paper-Rollenspiel ausprobiert hat, der wird wissen, was ihn hier erwartet. Alle anderen Enthusiasten werden von Anfang an mit Aberhunderten Individualisierungsmöglichkeiten erschlagen. Damit ist allerdings weniger das äußere Erscheinungsbild des Helden gemeint, denn ausgerechnet hier fallen die Optionen sehr überschaubar und teilweise sogar etwas dürftig aus. Viel eher bringen da schon die Wahl des Volks oder der Klasse und die darauf aufbauenden Einstellungen Neulinge ins Grübeln, denn Menschen, Elfen, Zwerge, Halb-Orks und Co haben allesamt ihre Vor- und Nachteile und eignen sich daher für unterschiedliche Berufungen. Die verschiedenen Klassen bauen wiederum auf den Attributen auf, die eigens erhöht oder verringert werden können. Für einen Kämpfer ist es somit wichtig, über einen möglichst hohen Stärke- und Konstitutionswert zu verfügen, um im Kampf ordentlich austeilen und einstecken zu können. Hinzu kommen noch Talente und Fähigkeiten, um die Spielfigur sowohl in als auch außerhalb von Kämpfen auf unterschiedliche Situationen einzustellen. Alleine in diese tiefgründige Charaktererstellung können auch dank der informativen und umfangreichen Hilfetexte gerne mehrere Stunden investiert werden.

Beeinflussbare Handlung

Wer keine Lust darauf hat, sich seinen Wunschcharakter von Grund auf selbst zu erstellen, kann auch einen von mehreren vorgefertigten Helden wählen, um in die Geschichte von Pathfinder: Kingmaker eintauchen zu können. Von der Herrscherin des Landes erhalten Abenteurer den Auftrag, den ominösen Hirschkönig zu besiegen, der mit seiner Bande Dörfer und Städte terrorisiert. Obwohl die Expedition am nächsten Tag ausgeruht beginnen soll, wird die Ruhe vor dem Sturm mit einem Angriff mehrerer Assassinen auf das Schloss der Herrin unterbrochen. Zwar gelingt es den Angriff abzuwehren, doch wird dem Helden fortan ein gewisses Misstrauen entgegen gebracht. Aus Spoiler-Gründen soll an dieser Stelle auf die Story aus der Feder von Christopher Frederic Avellone, der damals schon an Baldur’s Gate oder Planescape: Torment mitgearbeitet hat, nicht näher eingegangen werden. Schon in der ersten Spielstunde müssen im Schloss Entscheidungen getroffen werden, die sich stark auf die künftige Story auswirken. Selbst unscheinbare Interaktionen, die häufig auch Einfluss auf die Gesinnung des Helden haben, können sich später als fatal herausstellen. Das führt auch im späteren Spielverlauf dazu, dass jede Tat wohlüberlegt sein will, damit die nachziehenden Konsequenzen vielleicht nicht unbedingt respektiert, aber zumindest akzeptiert werden können.

Die Würfel sind gefallen

Da Pathfinder: Kingmaker auf einem Pen-and-Paper-Rollenspielregelwerk basiert, wurden die meisten Vorgaben eins zu eins ins Spiel übernommen, weshalb bei allen Aktionen im Hintergrund der eine oder andere Würfelwurf ausgeführt wird. Wenn ein Nicht-Spieler-Charakter beeinflusst werden soll, ist ein erfolgreicher Würfelwurf auf Diplomatie vonnöten, der mit den Boni der Fähigkeiten des Helden zum Beispiel den Wert 15 überschreiten muss. An anderer Stelle können auf ähnlichem Weg Fallen entschärft oder auch ausgelöst werden. Natürlich ist es jederzeit möglich, einen früheren Spielstand zu laden, um die Auswirkungen rückgängig zu machen – wer sich aber auf die stimmige Atmosphäre einlässt und die negative Scharade mitspielt, wird sich noch sehr viel stärker mit seiner Heldengruppe identifizieren, da schließlich auch Rückschläge dazu beitragen, dass einem die Charaktere ans Herz wachsen. In den Kämpfen entscheidet ebenfalls der Würfelwurf, ob ein Angriff erfolgt oder daneben geht. Damals wie heute passt das nicht jedem Spieler, denn die strikte Einteilung der Runden in sechs Sekunden lässt die Kämpfe nur wenig spektakulär wirken. Wer mit Stift, Papier und reichlich Fantasie bewaffnet die Vorlage kennengelernt hat oder die Möglichkeit haben möchte, auf Tastendruck den Kampf zu pausieren und in aller Seelenruhe zu planen, wird an diesem engen Korsett seine wahre Freude haben.

Komfortfunktionen

Im Gegensatz zu den früheren Spielen mit der Dungeons-and-Dragons-Lizenz fühlen sich die Kämpfe allerdings wesentlich besser an. Auch außerhalb der Auseinandersetzungen kann der Titel mit gelungenen Komfortfunktionen punkten und die geistigen Vorbilder übertreffen. Während es bei Baldur’s Gate nicht möglich ist, mehr als eine gewisse Anzahl an Items zu tragen, da das Inventar eines einzelnen Charakters trotz nicht ausgefüllter Traglast dann einfach voll ist, teilen sich die Figuren in Pathfinder: Kingmaker hingegen das gesamte Inventar. Die frühere umständliche Form des Mikromanagements, das vor allem in westlichen Rollenspielen schon seit den ersten Ablegern der Might-and-Magic-Reihe veraltet ist, serviert Owlcat Games wunderbar ab. Ebenfalls gut gelungen ist die Art der Kommunikation, denn während in den Ende der 1990er- und 2000er-Jahren erstmals veröffentlichten Rollenspielen von Bioware und den Black Isle Studios noch ellenlange Texte in den Dialogen ausgetauscht werden, beschränken sich die Gespräche in Pathfinder: Kingmaker auf ein gesundes Mittelmaß. Die wichtigsten Dialoge wurden zudem mit professionellen Sprechern vertont. Diesbezüglich ist es jedoch schade, dass einerseits nicht alle Texte auditiv unterstützt werden und andererseits alle Dialoge nur auf Englisch vorliegen. Bei eingeschalteten deutschen Bildschirmtexten ist das oft sehr verwirrend, da meistens Betonungen oder Auslassungen in Textform stets kommentiert werden.

Eine Ode an die Klassiker

Alleinstellungsmerkmal von Pathfinder: Kingmaker dürfte wohl die Kontrolle über ein eigenes Herrschaftsgebiet sein. Hier müssen ebenfalls Entscheidungen getroffen und die passenden Charaktere in diversen Positionen eingesetzt werden, um die Ländereien zu verwalten. Zwar tangiert dieser Modus nur leicht die eigentliche Story, er ist aber dennoch mit ihr verbunden, sodass die Herrschaft nicht ausgeklammert werden kann. Dafür verbindet dieses Element die Handlung gut mit der Spielwelt, in der dutzende schön gestaltete Ortschaften bereist werden können. Gespielt wird Pathfinder: Kingmaker wie die mehrfach angesprochenen Klassiker aus der isometrischen Perspektive, die die leicht comichaften Landschaften einfangen. An der einen oder anderen Stelle wirkt der Titel zwar nicht taufrisch, überwiegend ist die Grafik dem russischen Entwicklerstudio aber gelungen. Auch die Symbolik, allen voran Markierungen in der Spielwelt, die auf Tastendruck oder mit dem draufgehaltenem Mauszeiger erkennbar sind, erinnern abermals an Baldur’s Gate und Co. Zusammen mit dem mittelalterlich wirkenden Soundtrack ist Pathfinder: Kingmaker eine Liebeserklärung an die alten Rollenspiele, denen Fans des Regelwerks trotz ähnlicher Titel wie Pillars of Eternity oder Divinity: Original Sin immer noch hinterhertrauern. Näher an die geistigen Vorbilder kam seit Langem kein Spiel mehr heran, sodass der Titel eine uneingeschränkte Empfehlung für jedweden Fan ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: So toll die Geschichten in Baldur’s Gate, Icewind Dale und Co auch sind, hat das Gameplay dieser Rollenspiele – anders wie die durchaus gelungene Pen-and-Paper-Rollenspielvorlage – mit dem einen oder anderen Problem zu kämpfen, das den Spielspaß stark trüben kann. Zum Beispiel ist die Begrenzung und die Aufteilung des Inventars ärgerlich, da es zu unnötigem Mikromanagement und im schlimmsten Fall sogar zu nervigen Laufwegen führen kann. Das russische Entwicklerstudio hat sich solche Gameplay-Schnitzer zu Herzen genommen und gelungene Komfortfunktionen eingebaut, ohne die Komplexität des Regelwerks aus den Augen zu verlieren. So funktionieren die Kämpfe wie in der mit Papier und Stiften gespielten Vorlage, nehmen dem Spieler den Aspekt der Fantasie jedoch ab und zaubert ein stimmiges Gesamtbild auf den heimischen Monitor. Handlung, Gameplay, Optik und Akustik setzen sich auch nach Stunden noch wie ein Mosaik zusammen. Lediglich kleinere Mankos wie fehlende Übersetzungen einzelner Begriffe oder nervige Einblendungen von Kommentaren im Gesprächsverlauf nerven hier und da. Dies sind jedoch nur Kleinigkeiten, die die sonst sehr positive Rollenspiel-Erfahrung nur äußerlich ankratzen. Im Kern ist Pathfinder: Kingmaker ein atmosphärischer Titel, der sich vor allem an Fans der Vorlage oder Kenner der Klassiker von Bioware oder den Black Isle Studios richtet – und in diesem Belangen hat Owlcat Games ein wirklich schönes Spiel geschaffen, das Stunden lang an den Monitor fesseln kann.

Vielen Dank an Deep Silver für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pathfinder: Kingmaker!

Review: Food Wars: The Second Plate (Vol. 1)

In den Jahren 2016 und 2017 veröffentlichte Kazé Anime die erste Staffel der Anime-Serie Food Wars. Nur einige Monate nach der Fernsehpremiere in Japan schiebt der Publisher kurzerhand die zweite Season nach, um den Heißhunger der Fans erneut zu stillen.

Am eigentlichen Konzept der Serie hat sich auch in der zweiten Staffel, die auf den ulkigen Namen Food Wars: The Second Plate getauft wurde, nichts verändert. Genauer gesagt setzt die Handlung an den Ereignissen der vierten Volume der ersten Staffel an und führt damit die so genannte Herbstauslese fort, bei der die schlechtesten Köche ausgesiebt werden. Nach wie vor geht es hier um das Zubereiten von köstlichen Mahlzeiten durch die besten Schüler der Tōtsuki-Kochschule. Zwei dieser Schüler sind Protagonist Sōma Yukihira und seine Rivalin Nakiri Alice. In der ersten Episode sollen die beiden schlicht und einfach das vor allem in Japan bekannte und beliebte Gericht Bentō zubereiten. Was zunächst nach einem wirklich herkömmlichen Gericht klingt, entpuppt sich beim Kochduell als ganz schön anspruchsvolle Herausforderung. So kommt es stark auf die Zutaten beziehungsweise Bestandteile an, die für das Bentō ausgewählt werden. Für den Zuschauer mag das Gericht, das in der zweiten Folge der Serie gekocht wird, nicht wirklich anspruchsvoller klingen: Tadokoro Megumi und Kurokiba Ryō stehen sich in einem weiteren Duell gegenüber und müssen Ramen zubereiten. Wem die Gerichte gelingen, soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden – ohnehin urteilen die Richter und nicht der Zuschauer über die besten Gerichte. Die stringente Story kann mit ein paar Wendungen und Überraschungen punkten und bleibt somit durchweg spannend.

Klischeebelasteter Humor

Ein wichtiger Bestandteil von Food Wars: The Second Plate ist der typische Humor der Serie. Das heißt, dass die Charaktere, die das zubereitete Essen schließlich kosten, vom Geschmack betört werden und das teilweise mit Entkleidungen unterlegen. Ganz so erotisch wie in den vier Volumes der ersten Staffel wird es in der zweiten Season allerdings nicht. Dafür gibt es noch weitere witzige Ausdrucksformen, Arato Hisako zaubert beispielsweise einen eigens kreierten Schildkröten-Burger aus dem Ärmel. Beim Probieren des Gerichts stellt sich einer der Richter vor, auf einmal eine riesige Schildkröte auf zwei Beinen in der Stadt zu sehen – eine Ähnlichkeit zu Kaijū-Filmen ist nicht von der Hand zu weisen. An einer Stelle baut der Humor der Anime-Serie sogar auf typischen Klischees auf. So wird die Intelligenz einer Figur darauf reduziert, dass sie eine Brille trägt und damit natürlich ganz besonders klug sein muss. Das Behandeln von Klischees kann aber nicht an jeder Stelle so lustig aufgenommen werden, denn in einer anderen Szene wird auf der Bühne tatsächlich Döner zubereitet – bei der beigefügten Erklärung, dass es sich dabei um ein türkisches Gericht handelt, wird ein türkisch aussehender Mann in traditioneller Tracht beim Abschneiden des Fleischs am Spieß gezeigt. Die Logik dahinter, das türkische Gericht zu unterstreichen, wird zwar jedem Zuschauer bewusst sein, fragwürdig ist diese überdeutliche Abbildung der Ethnie dennoch.

Bildqualität zum Anbeißen

In weiteren Punkten übertreibt die Serie bei der Umschreibung der einzelnen Zutaten maßlos, was die Unterhaltung und die Lust auf ein frisch zubereitetes Gericht aber nur noch einmal anheizt. Besonders fies für hungrige Zuschauer ist auch die wirklich schöne Darstellung des Essens im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p. Satte Farben, der Einsatz von Spezialeffekten, die Dampf suggerieren sollen, helfen dabei, den Blick nicht mehr vom Bildschirm zu lassen. Dadurch, dass die Kochduelle fast so ausufernd wie die Kämpfe im Dragon-Ball-Universum inszeniert werden, ist auch eine spannungsaufbauende Musik mit von der Partie. Peu á peu wird jeder Schritt bei der Zubereitung der Gerichte mit passenden Klängen unterlegt, sodass bedrohliche als auch heitere Musik die Präsentation im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 untermalen. Während die japanische Synchronisation wohl die erste Wahl für Fans der Serie ist, können jedoch auch die deutschen Sprecher überzeugen. Ihre Stimmen sind angenehm und drücken die Emotionen der Charaktere wirklich sehr gut aus, einzig und allein die Aussprache japanischer Begriffe reißt hin und wieder aus der sonst makellosen Atmosphäre. Wer auf Bonusmaterial hofft, wird im digitalen Bereich mit einem Clear Opening und einem Clear Ending fündig. Das laue Material entschädigen hingegen drei physische Booklets. Da diese nicht zum Test vorlagen, ist die Qualität der Heftchen unklar. Es ist jedoch von der typisch hochwertigen Verarbeitungsweise des Publishers auszugehen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Food Wars: The Second Plate funktioniert unterm Strich noch besser als die erste Staffel der Anime-Serie. Die stringenten und in einer angenehmen Geschwindigkeit erzählten Handlungsstränge wirken wesentlich kompakter und auch die Charaktere überzeugen einerseits mit ihrer liebevollen und andererseits mit ihrer aggressiven und konkurrierenden Art. So sind alle Kochwettbewerbe trotz ihrer Differenzen spannend inszeniert und die zubereiteten Gerichte selbst in der kunterbunten Anime-Form wirklich hübsch anzusehen. Hinzu kommt ein richtig toller Humor, der total abgedreht ist und sich nur selten etwas zu viel traut. Wer schon mit der ersten Staffel von Food Wars seinen Spaß hatte, wird das Gericht auf dem „zweiten Teller” regelrecht verschlingen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Food Wars: The Second Plate (Vol. 1)!

Prime Time: Dragon Ball Z Kai (TV-Serie, Box 10) (Unboxing)

Vor Kurzem haben wir die letzte Serienbox von Dragon Ball Z Kai im Rahmen eines Reviews vorgestellt. Heute folgt unser Unboxing-Video dazu, in dem wir euch Haptik und Optik der Serienbox, sowie die beiliegenden Postkarten und das Booklet genauer vorstellen. Viel Vergnügen!

Special: Wenig Lob und viel Kritik für Nintendo Switch Online

Bereits im Launch-Zeitraum der Nintendo Switch machte der Konsolenhersteller klar, dass er künftig auf ein Online-Bezahlmodell setzen möchte. Eigentlich hätte das neue System schon im Herbst 2017 starten sollen, jedoch dauerte die Umsetzung anscheinend länger als erwartet und so ging das Konzept erst am 18. in Nordamerika beziehungsweise 19. September 2018 im Rest der Welt online.

Mit Nintendo Switch Online stehen Nintendo-Fans einige Änderungen ins Haus. Bisher konnten Spieler auf sämtlichen Nintendo-Konsolen online gegen Freunde oder unbekannte Spieler antreten und mussten – im Gegensatz zur Konkurrenz von Microsoft und Sony – keinerlei Cent dafür löhnen. Damit ist seit Mitte September, zumindest auf der Switch, endgültig Schluss. Um künftig online spielen zu können, muss eines von vier verschiedenen Abo-Modellen abgeschlossen werden. Zum Servicestart kostet ein einmonatiges Abonnement circa vier, eine dreimonatige Mitgliedschaft etwa acht und ein zwölfmonatiges Abo ungefähr zwanzig Euro. Als viertes Modell gibt es noch die ebenfalls einjährige Familienmitgliedschaft für gleich acht miteinander zu verbindenden Nintendo-Accounts, die mit circa 35 Euro zu Buche schlägt. Im Vergleich zu den Angeboten von Microsoft und Sony scheinen diese Preise, vor allem die Gebühr für die einjährigen Mitgliedschaften, auf den ersten Blick sehr human und vor allem sehr günstig zu sein. Während Spieler, die mit ihrer PlayStation 4 oder Xbox One online spielen wollen, sechzig Euro pro Jahr zahlen müssen, erscheinen die zwanzig Euro Gebühr im direkten Vergleich als durchaus akzeptabel. In diesem Zusammenhang ist es jedoch wichtig zu untersuchen, ob der Leistungsumfang von Nintendo Switch Online mit den anderen Konsolen mithalten kann oder ob Abstriche gemacht werden müssen.

Peer-to-peer-Dilemma

Sobald die Offline-Modi von Mario Kart 8 Deluxe, Mario Tennis Aces oder Splatoon 2 gesättigt haben, ist der Hunger nach weiterer Action sicherlich groß und Online-Funktionen sind dann immer eine gute Möglichkeit, um den Spielspaß auf angenehme Art und Weise zu strecken. Deshalb steht im Kern des neuen Online-Programms auch weiterhin das Online-Spiel. Dieses hat je nach Titel in der Vergangenheit halbwegs gut funktioniert, Verbindungsabbrüche beim Online-Zocken waren einigen Spielern jedoch häufig ein Dorn im Auge. Diese ständigen Abbrüche oder auch Lags, die beim Online-Spielen regelmäßig auftraten, lagen vor allem an der ungünstigen Peer-to-peer-Verbindungsart, bei der eine Konsole als Server für alle anderen Spieler in der Partie herhalten musste. Jetzt, wo Nintendo beim neuen Konzept zur Kasse bittet, war die Erwartung groß, dass der japanische Konzern die Spiele, die auf dieser Verbindungsart basieren, mit zwingend nötig Updates versorgt und eine eigene Server-Infrastruktur auf die Beine stellt. Davon ist nach dem Start von Nintendo Switch Online nichts zu sehen, nach wie vor basiert das Online-Spiel auf denselben veralteten Strukturen. Schon lange stand Nintendo dafür in der Kritik und Nintendo Switch Online zeigt, dass der Konzern stillschweigend – wie schon bei 3DS, DS, Wii und Wii U – nur geringfügig Interesse daran hat, dass der (jetzt dafür auch noch zahlende) Kunde zufriedener die Online-Funktionen nutzt.

Voice-Chat-Problematik

Um die Online-Erfahrung zu vertiefen, ist ein Voice-Chat eine gute Möglichkeit, um den Spaß mit anderen Spielern zu steigern. Während bei PlayStation 4, Xbox One oder dem PC ganz einfach ein Headset an die Controller oder ans Gerät angeschlossen werden kann, hat Nintendo derlei Optionen von Anfang an ausgeschlossen. Weder Joy-Con-Halterung noch Pro Controller geschweige denn die Konsole selbst verfügen über die Anschlussmöglichkeiten für ein Mikrofon oder Headset. Der Einsatz von Bluetooth-Headsets, die technisch gesehen mit der Switch funktionieren könnten, werden ebenfalls nicht unterstützt. So lagert der japanische Hersteller die Voice-Chat-Funktion seit jeher auf eine im Google Play Store und im App Store von Apple erhältliche kostenfreie Applikation aus, die einen recht durchwachsenen Ruf genießt. Natürlich ist es löblich, dass Nintendo den Voice-Chat auf diese einfache Art und Weise nachreicht, da die Applikation jedoch nur verschiedene hauseigene Titel unterstützt, ist der Nutzen überschaubar. Ebenfalls ist es ärgerlich, dass nur mit Freunden gesprochen werden kann. Instant Messenger wie Skype und Konsorten können dieses Manko, sich nicht mit wildfremden Spielern zu unterhalten, zwar nicht aufwiegen, doch können diese Programme nicht nur während des Online-Spiels sondern auch zur Vor- und Nachbesprechung bei Bus- und Bahnfahrten oder anderen Tätigkeiten genutzt werden. Auch hier muss klar gesagt werden, dass der kostenpflichtige Service in diesem Punkt keinen neuen Vorteil bietet und die Kommunikationsmöglichkeiten ohne Messenger gen null streben.

Spielstände fallen aus allen Wolken

Auch wenn sich das Online-Konzept in diesen beiden Punkten gar nicht verbessert hat, gibt es drei Features, die zumindest interessant sind und einen gewissen Mehrwert bieten. Die erste dieser drei Funktionen ist die so genannte Speicherdaten-Cloud, in die die Spielstände von vielen verschiedenen Titeln hochgeladen werden dürfen, solange das Abonnement des Kunden besteht. Allerdings ist das Feature nicht mit allen Spielen kompatibel, da Nintendo Betrügern respektive Cheatern, die ihre Spielstände oder das Online-Zocken manipulieren wollen, einen Riegel vorschieben will. Es ist zwar ein nachvollziehbarer Grund, aber der ehrliche Spieler wird damit indirekt bestraft und somit um eine nützliche Möglichkeit beraubt. Das Konzept, Spielstände einfach in der Cloud zu speichern, ist jedoch nicht neu. Was auf dem PC zumindest manuell schon seit Langem möglich ist, wurde auch auf der PlayStation 4 und der Xbox One etabliert. Im Falle der Xbox One ist es sogar nicht einmal nötig, eine kostenpflichtige Mitgliedschaft einzugehen, um auf die Funktion zugreifen zu können. Da ein manuelles Verschieben der Spielstände auf andere Speichermedien wie microSD-Karten auf der Switch ebenfalls noch nicht möglich ist und womöglich niemals realisiert werden wird, ist die Cloud die einzige Möglichkeit, um eigene Spielstände zumindest teilweise zu retten, sofern einem das Feature natürlich wichtig genug ist, um dafür zwischen 20 und maximal 48 Euro im Jahr zu zahlen.

Zurück in die Zukunft

Vor allem für jüngere Spieler, die nicht mit älteren Nintendo-Konsolen aufgewachsen sind und auf Wii, Wii U oder 3DS aus unterschiedlichen Gründen nicht in Berührung mit der Virtual Console gekommen sind, dürfte eine nur als zahlendes Mitglied nutzbare Applikation, in der Monat für Monat Nintendo-Entertainment-System-Klassiker hinzugefügt werden, vielleicht ein netter Anreiz sein. NES-Titel wie Donkey Kong, Super Mario Bros. 3 oder The Legend of Zelda können im Rahmen dieser digitalen Videospielsammlung wunderbar inklusive der Möglichkeit, jederzeit speichern und Spielstände laden zu können, nachgeholt und zusätzlich auch noch online gespielt werden. Da viele Multiplayer-Titel auf dem NES häufig noch abwechselnd gespielt werden mussten, hat sich Nintendo hier ein paar interessante Ideen ausgedacht. So kann der gerade nicht aktive Spieler mit einem Cursor auf den Bildschirm zielen, um dem anderen Teilnehmer der Online-Partie etwas zu zeigen oder zu verdeutlichen. Zum Start des Services stehen zwanzig Titel zur Verfügung und dass zumindest in den ersten Monaten kontinuierlich Spiele nachgereicht werden, ist eine wunderbare Idee. Ärgerlich ist nur, dass die Sammlung selbst bei einer einjährigen Mitgliedschaft stets alle sieben Tage mit dem Internet verbunden werden will, damit die Spiele geladen werden können. Für Vielreisende, Dauerurlauber oder Weltenbummler sollte der Konzern hier noch einmal nachbessern.

Exklusive Angebote für Fans

Selbstverständlich ist es unerfreulich, dass Super-Nintendo-Entertainment-System-Spiele entgegen der Ankündigung im Launch-Zeitraum nicht mit dem Start von Nintendo Switch Online auf ähnliche Art und Weise zur Verfügung gestellt worden sind. Es ist aber davon auszugehen, dass früher oder später auch 16-Bit-Klassiker ihren Weg in das Online-Programm finden können. Des Weiteren wirbt das japanische Unternehmen auch noch mit speziellen Angeboten, die nur den zahlungswilligen Abonnenten zur Verfügung stehen. Das erste dieser Angebote ist ein NES-Controller-Paar, das wie die Joy-Cons an die Switch angeschlossen werden kann und ausschließlich mit den NES-Titeln kompatibel ist. Ganz davon abgesehen, dass das Aufladen nur über die Switch und nicht via USB-Kabel möglich ist, ist der Preis für das Duo mit sechzig Euro ein Schlag ins Gesicht. Wohlgemerkt kostet ein einzelner Controller für das NES Mini weniger als ein Viertel des Preises für das Paket, auf das auch noch Versandkosten erhoben werden. Nintendo soll hier nicht für die Preispolitik gerügt werden, aber wenn die Technik in leicht abgewandelter Form bereits wesentlich günstiger vorhanden ist und das Angebot exklusiv für zahlende Abonnenten offeriert wird, müssen selbst die härtesten Nintendo-Fans an Sinn und Verstand an dem noch wesentlich ausbaufähigen Nintendo Switch Online zweifeln.

Verbesserungswürdiges Online-System

Unterm Strich lässt sich die Frage, an wen sich der im September 2018 gestartete Service richtet, nicht ganz einfach beantworten. Wer weiterhin Mario Kart 8 Deluxe, Mario Tennis Aces oder Splatoon 2 online mit seinen Freunden spielen will, wird wohl oder übel in den sauren Apfel beißen müssen, um den zuvor kostenfreien Service nun kostenpflichtig weiterhin nutzen zu dürfen. Dann sind auch die wenigen Annehmlichkeiten wie die Speicherdaten-Cloud und die künftig zumindest leicht ansteigende Anzahl an NES-Titeln in der dazugehörigen Applikation ein durchaus netter Bonus. Auch die exklusiven Angebote, die Nintendo in Geheimniskrämerei gehüllt für die Zukunft groß angekündigt hat, können durchaus ein Anreiz sein, sich für eines der vier Abonnements zu entscheiden. Diese sollten aber über das preislich äußerst diskutable Angebot der NES-Controller hinausgehen, denn so bieten diese selbst für die treuesten Kunden keinen wirklichen Mehrwert. Wem die letzten drei Punkte jedoch nicht wichtig genug sind, wird den Service nach der siebentägigen Testphase, die jedem Nintendo-Account einmalig zur Verfügung steht, wohl nicht weiter nutzen wollen. Steht im Übrigen noch eine Wii U zuhause, können Titel wie Mario Kart 8, Splatoon oder Super Smash Bros. for Wii U auch weiterhin in einer ähnlichen Qualität kostenlos gespielt werden, da das Abo-Modell für Nintendos letzte reine Heimkonsole und für den Handheld 3DS glücklicherweise nicht greift.

Geschrieben von Eric Ebelt

Review: WarioWare Gold

Zwischen 2003 und 2010 veröffentlicht Nintendo in regelmäßigen Abständen neue Ableger des wahnwitzigen WarioWare-Franchises. Seitdem ist es jedoch eher ruhig um Wario und seine Bande geworden, weshalb der japanische Publisher die Minispielsammlung mit einem Best-of alias WarioWare Gold neu aufleben lässt.

Wario ist schon ein lustiger Geselle, kaum hat er seinen letzten Raubzug hinter sich gebracht, kämpft er sich in einem Videospiel zum Endgegner vor und als dann auch noch der Magen knurrt, merkt der schnauzbärtige Schurke, dass er schon sein ganzes Geld verprasst hat. Um die Haushaltskasse aufzufüllen, trommelt er seine Freunde zusammen, um ein großes Turnier zu veranstalten. Die Teilnahmegebühr beträgt stolze zehntausend Münzen, der Gewinner wird jedoch mit einem exorbitanten Preisgeld überschüttet – Wario rechnet aber nicht damit, dass irgendjemand gewinnen kann und plant insgeheim schon, sich mit den Einsätzen aus dem Staub zu machen. Die Story des Spiels passt hervorragend zum Szenario und ist zudem sehr witzig inszeniert, was vor allem an den illustren Charakteren liegt, die vor allem in den eher spärlich animierten Zwischensequenzen auftreten. Beispielsweise versteckt sich im Haar von Jimmy Thang eine kleine Katze, die zwei Damen unbedingt fotografieren wollen, während er felsenfest davon überzeugt ist, es handelt es sich bei den beiden Bewundrerinnen um Fans. In einer weiteren Rolle ist die einkaufssüchtige Mona zu bewundern, die total vernarrt in Wario ist. 5-Volt, die Mutter von 9-Volt, trainiert hingegen während einer Homeshopping-Sendung mit Kochutensilien. Bei all diesem Irrsinn bleibt im ganzen Story-Modus kein Auge trocken.

Wunderbare Möglichkeiten des Handhelds

Aufgeteilt ist der mit circa zwei bis drei Stunden recht kurze Story-Modus in vier verschiedene Spielmodi, die sich den vier Steuerungsmethoden widmen. In WarioWare Gold müssen, wie schon in den zahlreichen Vorgängern, hunderte Minispiele gemeistert werden. Wer noch nie einen Ableger des Franchises gespielt hat, sollte jedoch nicht denken, dass es sich bei dieser Reihe um pure Minispielsammlungen handelt, denn dies ist nur die halbe Wahrheit. Im Kern sind es zwar Minispiele, die jedoch nur wenige Sekunde andauern und noch schneller durchschaut, verstanden und gemeistert werden wollen, bevor das Geschehen zum nächsten Mikrospiel, wie die offizielle Bezeichnung für die kurzweiligen Spielchen lautet, wechselt. Damit sich Anfänger schnell mit der Bedienung anfreunden können, sind alle Spielchen kategorisiert. Bei der Knöpfchensteuerung müssen per Steuerkreuz und dem A-Knopf die korrekten Befehle im richtigen Augenblick eingegeben werden. Hier sollen zum Beispiel ein Sportler zu zwei Sit-ups animiert oder einer Weltraumrakete zum reibungslosen Start verholfen werden. Die Minispiele, die auf Basis des Gyrosensors des 3DS basieren, verlangen von uns, den Handheld nach links oder rechts zu kippen, um den Mond zu rasieren oder um die Erde herum vor einem Monster zu fliehen. Über den Touchscreen können wir in der dritten Kategorie beispielsweise Toilettenpapier abrollen oder schlicht und einfach Linien nachzeichnen.

Spaßgeladener Minispiel-Wahnsinn

Im Finale des Story-Modus werden diese drei Steuerungsmöglichkeiten nicht nur miteinander gemischt, sondern auch noch mit der Nutzung des Mikrofons um eine vierte Variante ergänzt. Diese ist aber kaum der Rede wert, da hier einzig und allein innerhalb des Zeitlimits gepustet werden muss, um die Samen eines gewöhnlichen Löwenzahns in alle Winde zu verwehen oder einen Luftballon zum Platzen zu bringen. WarioWare Gold nutzt die Möglichkeiten des 3DS durchweg aus, was uns sehr gut gefällt. Insbesondere am Ende der Geschichte, wenn wir uns blitzschnell auf neue Steuerungsmethoden einstellen müssen, macht die bunte Mischung eine Menge Spaß und fordert zudem angenehm mit ansteigender Spielzeit. Selbstverständlich ist eine flotte Auffassungsgabe nötig, um sämtliche Mikrospiele innerhalb von ein bis zwei Sekunden analysieren zu können. Zu Beginn jedes Minispiels hilft eine Anzeige dabei, was eigentlich die Aufgabe ist. Das funktioniert im Großteil aller Fälle super, nur in wenigen Ausnahmen haben wir einzelne Minispiele erst beim zweiten oder dritten Anlauf in einem weiteren Durchlauf des Story-Abschnitts verstanden. Wirklich ins Gewicht fällt das aber nicht, da ein Story-Abschnitt mit bis zu 25 Mikrospielchen maximal drei bis vier Minuten dauert und dank der aberwitzigen Gestaltung durchweg motiviert, auch mehrmals in Angriff zu nehmen.

Liebevolles Best-of des Franchises

Abgeschlossene Minispiele werden im Rahmen eines Lexikons freigeschaltet und können dort auch einzeln ausgewählt werden, um neue Bestleistungen aufzustellen. Dafür erhalten wir Goldmünzen, die wir gegen zufällig ausgespuckte Souvenirs am Automaten eintauschen können. So zieht das Spiel auch nach dem Abspann wunderbar in seinen Bann, um es über Wochen hinweg wiederholend anzugehen. Aus unerklärlichen Gründen verfügt WarioWare Gold über keinen Mehrspielermodus, nicht einmal Ranglisten existieren, mit denen wir uns online mit Freunden hätten messen können. Dies verpasst dem Spektakel einen kleinen Dämpfer, denn selbst wenn die Minispiele auch alleine motivieren, hätte das Gameplay mit Freunden lokal oder online sicherlich noch sehr viel mehr Spaß gemacht. Dafür kann die restliche Technik voll und ganz überzeugen: Unter grafischen Aspekten dreht der Titel mit verschiedenen Stilen innerhalb der Mikrospiele ab und ergibt ein irrsinniges Gesamtbild, von dem wir nicht genug bekommen können. Genauso gut gelungen sind die Musikstücke, die hervorragend mit der Optik harmonieren. Sogar an eine deutsche Synchronisation hat Nintendo diesmal gedacht, die den Humor stark unterlegen. Die Hunde Dribble und Spitz sprechen beispielsweise Berlinerisch und Bayrisch, was noch einmal zeigt, wie abgedreht das tolle Best-of ist, das auch für Kenner sämtlicher Vorgänger definitiv eine Empfehlung wert its.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: WarioWare Gold bietet für die größten Fans des Franchises, die jeden einzelnen Titel in sich aufgesaugt haben, zwar nicht sehr viel neues, doch auch dann kann das Spiel mit seinem tollen Konzept durchweg begeistern. Es macht einfach Spaß, ein Mikrospiel nach dem anderen anzugehen und dabei zu merken, wie das Spieltempo angenehm anzieht und immer hektischer wird. Noch dazu motiviert es, Goldmünzen zum Freischalten der Souvenirs zu sammeln und immer tiefer in das Gameplay des Spiels abzutauchen, woran das ulkige Szenario und die illustren Charaktere inklusive deren grafischer Gestaltung nicht unschuldig sind. WarioWare Gold ist ein Spiel, das sowohl Stunden am Stück, als auch zwischendurch immer mal wieder unterhalten kann. Auch wenn der fehlende Mehrspielermodus ein Dorn im Auge vieler Fans von Minispielsammlungen ist, sollten auch diese unbedingt zugreifen, denn ein vergleichbares Spielvergnügen gibt es auf dem 3DS bisher noch nicht.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von WarioWare Gold!

Review: Fairy Tail (Box 2, Episoden 25-48)

Nachdem im Oktober 2017 die erste Volume von Fairy Tail im deutschsprachigen Raum von Kazé Anime veröffentlicht wurde, reichte der deutsche Publisher die zweite Ausgabe schon im Januar 2018 nach, die die Geschichte um die titelgebende Magiergilde nahtlos fortführt.

Am Ende der ersten Volume wurden Natsu Dragneel, Lucy Heartfilia, Erza Scarlet und Co mit einem mächtigen Feind konfrontiert. Gemeint ist damit ein zerstörerischer Riese, der alles in der Nähe in Schutt und Asche legen könnte, wenn er nicht aufgehalten wird. Dieser Kampf wird in den vorliegenden Episoden nahtlos fortgeführt. Nach wie vor steht der Riese unter dem Einfluss der ominösen Element Four, die allesamt besiegt werden müssen, damit die Magie des riesigen Feindes gebrochen werden kann. Den Autoren gelingt es wunderbar, diesen Handlungsstrang zu einem zufriedenstellenden Ende zu erzählen. Danach verfällt die Serie allerdings wieder in den gewohnten Trott von vielen kleineren Geschichten, was diesmal aber nicht ganz so dramatisch ins Gewicht fällt, wie noch bei der ersten Volume von Fairy Tail. So steht vor allem der Wiederaufbau der Gilde im Mittelpunkt der Erzählstruktur, um die sich die anderen Handlungsstränge ranken. In dieser Zeit versuchen die Charaktere unter anderem die vergangenen Geschehnisse zu verdrängen, in dem sie beispielsweise ein Theaterstück aufführen. Da Natsu über Feuerkräfte verfügt, darf er hier den Drachen mimen, was sehr gut zum durchgeknallten Humor der Serie passt. Wenn sich die Charaktere anfauchen, sich streiten, über Situationen lachen oder sich anderweitig amüsieren, wird es in keiner Minute langweilig.

Heilloses Tohuwabohu

Fairy Tail verkommt jedoch auch in der zweiten Volume zu keinem humorvollen Abgesang, denn die erzählten Geschichten sind teilweise ganz schön tiefgründig und setzen sich mit den einzelnen Charakteren und ihrer Vergangenheit clever auseinander. So blickt die Anime-Serie in die Kindheit von Natsu, in der seine beschränkten Lesefähigkeiten thematisiert werden. An anderer Stelle wird Lucys Beziehung zu ihrer Mutter konkretisiert, da ihre Freunde auf der Suche nach ihr in ihrem Zimmer eine ganze Menge nicht abgeschickter Briefe finden, in denen Lucy über ihre Erlebnisse bei Fairy Tail berichtet. Sie macht sich starke Vorwürfe, da die Gilde ohne sie nicht so in Mitleidenschaft gezogen wäre. Gildenmeister Makarov Drea überlegt sich hingegen, sein Amt zu räumen, in den Ruhestand zu gehen und einen Nachfolger zu suchen. Da seine Schützlinge jedoch abermals die halbe Stadt zerstören, kommt er wiederum zu der Erkenntnis, dass es vielleicht doch keine gute Idee ist, als Gildenmeister zurückzutreten. Zu allem Überdruss wird auch noch die kleine fliegende Katze Happy entführt, sodass die Magier der Gilde auch hier eingreifen müssen. Am interessantesten dürften aber wohl die Entwicklungen sein, die Loki und Erza betreffen. Diese sind kaum bis gar nicht vorhersehbar und zeigen sehr gut, dass die Anime-Serie die Erwartungshaltung der Zuschauer übertrifft.

Stimmungsvolles Gesamtbild

Am technischen Grundgerüst hat sich im Vergleich zu den vorherigen Episoden gar nichts geändert, denn nach wie vor beträgt die Auflösung 1080p im bildschirmfüllenden 16:9-Format. Fairy Tail präsentiert sich vor allem mit satten Farben, die wunderbar zur wahnwitzigen Story passen. Die Charaktere sind schön gezeichnet, auch wenn die Animationen teilweise etwas zu einfach wirken. Dennoch harmonieren die Figuren wunderbar mit dem mittelalterlichen Handlungsort Fiore; vor allem in besagter Theaterszene greift diese Symbiose. Hinzu kommt eine sehr schöne Musik, die dank dem Einsatz von Flöten oder Fiedeln zum Mitsummen einlädt, ab der 36. Episode dürfen sich Fans sogar über ein neues Intro inklusive eines neuen Songs freuen. Sowohl die deutsche als auch die japanische Synchronisation liegen im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 vor. Beide Tonspuren können mit tollen Sprechern aufwarten, die die meist ganz schön übertriebenen Situationen sehr, sehr stimmungsvoll untermalen. Im digitalen Bonusbereich winkt ein wirklich sehr sympathisches Synchronspecial mit den deutschen Sprechern, das circa zwanzig Minuten unterhalten kann. Als physische Beilage gibt es zwei Postkarten und ein überschaubares Booklet mit einem Episodenguide zu allen enthaltenen Episoden. Ausgeliefert wird die zweite Volume in einer schmucken Box, die der Box der ersten Volume optisch und haptisch in Nichts nachsteht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Fairy Tail hat von seinem Charme in der zweiten Volume nichts verloren. Nach wie vor erzählt die Anime-Serie von A-1 Pictures und Satelight eine spannende Geschichte, die mit reichlich übertriebenem Humor unterlegt ist, aber dennoch mit ernsten Angelegenheiten aufwarten kann. In diesem Zusammenhang ist positiv anzumerken, dass der begonnene Handlungsstrang am Ende der ersten Volume der Serie angenehm zum Abschluss gebracht wird und die nachfolgenden Geschichten sich alle um die zerstörte Gilde und deren anschließendem Wiederaufbau ranken. Hinzu kommen gelungene Rückblicke in die Vergangenheit der Charaktere oder in die Tiefen ihrer Seele. Auch wenn manche Übergänge innerhalb der Handlung etwas holprig gestaltet sind, ist die Serie jedoch auch in den Episoden 25 bis 48 wieder eine Empfehlung für, je nach Sehgewohnheit des Zuschauers, wenige bis viele entspannte Nachmittage oder Abende.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fairy Tail (Box 2, Episoden 25-48)!

Prime Time: Valkyria Chronicles – Memoirs from Battle Premium Edition (Unboxing)

Am 25. September 2018 veröffentlicht der japanische Konzern Sega die Memoirs from Battle Premium Edition des Spiels Valkyria Chronicles 4 endlich in Europa. Da unser Chefredatkeur Eric diese Spezialedition bereits einen Tag vor dem offiziellen Release in Empfang nehmen konnte, stellt er euch diese Sammlerausgabe in unserem Unboxing-Video vor. Wie ihm das Modell des Panzers Hafen und das Artbook unter optischen und haptischen Gesichtspunkten gefallen haben, verrät er euch im Video. Wir wünschen euch wie immer viel Spaß und gute Unterhaltung!

Review: Inspector Akane Tsunemori (Band 5)

Dass es in der Manga-Reihe Inspector Akane Tsunemori auf das Finale zugeht, ist seit dem dritten Band absehbar. Nachdem der vierte Band den Haupthandlungsstrang um eine weitere Geschichte bereichert hat, fallen im fünften und somit vorletzten Band peu á peu die Masken verschiedener Figuren. Am Ende des vierten Bandes erreichten die Charaktere trotz des in der Stadt herrschenden Chaos den Nona-Turm, in dem das berühmt-berüchtigte Sibyl-System aufbewahrt wird, das über die mentale Verfassung der japanischen Bevölkerung richtet. Der offensichtliche Bösewicht der Handlung, Makishima Shōgo, hat sich in der Spitze des Turms einquartiert. Sein Ziel ist die Abschaltung des Systems, um den Menschen ihre Freiheit wiederzugeben. Obwohl die Einsatztruppe um die titelgebende Inspektorin Tsunemori Akane die Verfolgung ihres Gegenspielers mit allen nötigen Maßnahmen in Kauf nimmt, besteht die Direktorin des Amts für öffentliche Sicherheit darauf, dass die Gefangennahme von Makishima friedlich verläuft. Dieses Unterfangen wird von Makishima jedoch verkompliziert, da er versucht, einen der Vollstrecker auf seine Seite zu ziehen und für seine Zwecke zu missbrauchen. Inwiefern es Tsunemori gelingt, den Übeltäter zu verhaften, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Für den Leser bleibt es dank unvorhersehbarer Wendungen jedoch spannend.

Tücken des 22. Jahrhunderts

Schon mehrfach hat die Manga-Serie von Miyoshi Hikaru unter Beweis gestellt, dass Details sehr wichtig sind, um eine stimmige Welt aufs Papier zu zaubern. Dies gilt nicht nur an dem facettenreichen Charakterdesign von Amano Akira und an der futuristischen Architektur, die sowohl in Innenräumen als auch in Außenarealen trotz Science-Fiction-Anleihen durchaus glaubhaft und nachvollziehbar wirkt, sondern auch für die zahlreichen Details in den Dialogen zwischen verschiedenen Charakteren. Damit sind weniger dezent platzierte verbale Schlagabtausche oder Gespräche über das weitere Vorgehen im aktuellen Fall gemeint, sondern eher zahlreiche Informationen, die wie Randnotizen in die Dialoge eingebaut worden sind. Beispielsweise wird in Zusammenhang mit dem Sibyl-System konkret auf den dritten Teil des satirischen Romans Gullivers Reisen von Jonathan Swift Stellung bezogen. Auch dass gedruckte Bücher im 22. Jahrhundert eine Seltenheit sind, wird bewusst mit dieser Angabe verbunden, um zum einen das Universum von Inspector Akane Tsunemori zu vertiefen, und zum anderen, um die Handlung auf eine neue Meta-Ebene zu hieven. Der Aufbau dieser Manga-Reihe versprüht an allen Ecken und Enden eine regelrechte Faszination auf den Leser, die so ungebrochen ins Finale mit dem nächsten und leider auch schon letzten Band einziehen wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Mit dem fünften Band von Inspector Akane Tsunemori gelang es Miyoshi Hikaru die tiefgründige Geschichte der gelobten Anime-Serie Psycho-Pass auch in Manga-Form gekonnt fortzuführen. Wer die Anime-Serie kennt, wird deshalb auch in dieser Ausgabe der Reihe keine neue Erkenntnisse erfahren –  wer aber nicht mit der Handlung von Psycho-Pass vertraut ist, freut sich umso mehr über die vielen Enthüllungen und einzelnen Details, die auch im fünften Band wieder für offene Augen beim Lesen sorgen. Zusammen mit der Jagd aus der vorletzten Ausgabe ist der fünfte Band ein herausragendes Beispiel dafür, wie ein Manga erzählt werden sollte!

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Inspector Akane Tsunemori (Band 5)!

Review: Bad North

Zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert unserer Zeitrechnung gingen die Wikinger auf Raubzüge und versetzten somit die Bevölkerung in Angst und Schrecken. In Bad North vom schwedischen Entwicklerstudio Plausible Concept geht es um die Abwehr der gemeinen Plünderer.

Wer auf eine tiefgründige Geschichte hofft, die sich mit der Lebensweise der Wikinger, ihren Intentionen und vielleicht auch ein wenig der nordischen Mythologie beschäftigt, wird in Bad North nicht fündig werden. Beim Titel aus dem Jahr 2018 handelt es sich um ein minimalistisches Strategiespiel, das mit seinem aus verwaschenen Farben bestehenden Look dennoch Stunden an den Bildschirm fesseln kann. Wir schlüpfen in die Rolle von verschiedenen Verteidigern – welche das sind, ist von Spieldurchgang zu Spieldurchgang unterschiedlich. Über besondere Attribute verfügen diese grundsätzlich nicht, sodass einzig und allein das Charakterporträt am unteren Bildschirmrand darüber entscheidet, ob wir Sympathie zu den Figuren aufbauen wollen. Die Spielwelt von Bad North besteht einzig und allein aus kleinen Inseln, die meist rechteckig und fast schon quadratisch aufgebaut sind. Topografisch unterscheiden sich die Inseln lediglich in ihrer Struktur, so ragen Felsen und kleinere Hügel aus dem Boden. Auf jeder Insel befinden sich noch dazu verschiedene Gebäude beziehungsweise Wohnhäuser, die unsere Truppen vor den brandschatzenden Angreifern verteidigen müssen. Diese attackieren die Insel in regelmäßigen Angriffswellen, die fließend ineinander übergehen. Einzig und allein die erste und vor allem die letzte Angriffswelle, die im späteren Spielverlauf mit immer mehr Wikingern deutlich heftiger ausfällt als noch zu Beginn, werden vorher angekündigt.

Einheiten-Einmaleins

Sonderlich viel müssen wir anfangs nicht tun, wenn aus der frei justierbaren Kamera aus der versetzten Vogelperspektive Boote mit den Angreifern zu sehen sind. Zu Beginn reicht es aus, sobald das akustische Hornsignal erklingt, unsere Truppen am Strand zu positionieren. Je weiter wir in Bad North allerdings vorankommen, desto weniger geht dieser schlichte und einfache Plan auf. Plötzlich befinden sich auf so manchem Boot auch noch Bogenschützen, die unsere Truppen nur allzu gerne als Zielübung missbrauchen. Also müssen die Truppen zunächst außerhalb der Reichweite der Schützen positioniert und erst dann kommandiert werden, wenn die Feinde am Strand angelangt sind. Jedes Mal heißt es schnell zu handeln, denn die Wohnhäuser halten nur wenige Angriffe der Feuerteufel aus, bis sie schließlich in Schutt und Asche liegen. Die Schlacht kann zwar auch dann gewonnen werden, wenn alle Gebäude zerstört worden sind, doch erhalten wir dann am Ende keine Belohnung in Form von Goldmünzen, die wir den Anführern der jeweiligen Einheiten spendieren. Außerhalb der Schlacht investieren wir den Sold der Figuren in verschiedene Upgrades. So können wir die standardmäßigen Einheiten zunächst zu Infanteristen, Pikenieren oder Bogenschützen befördern, um sie später mehrfach zu stärkeren Einheiten zu graduieren. Noch dazu können unsere Charaktere mächtige Spezialangriffe erlernen, die sie im Kampf einsetzen dürfen.

Reise übers Meer

Infanteristen können beispielsweise von einer Klippe aus mit einem Angriff darunterstehende Feinde attackieren und Pikeniere sausen mit ihren Lanzen in Gegnerhorden hinein. Jede Aktion kann nur in Intervallen eingesetzt werden, sodass die Abklingzeit den taktischen Ansatz des Spiels vertieft. Nach jeder Schlacht vergeht im Übrigen eine Runde, die die Reise unserer Charaktere immer weiter zum rechten Kartenrand drängt, da die Karte am linken Bildschirmrand immer weiter abgeschnitten wird. Da es auf manchen Inseln Ausrüstungsgegenstände wie im Kampf zu werfende Bomben oder weitere Spielfiguren aufzulesen sind, müssen hier und da wichtige Entscheidungen getroffen werden. Im Endeffekt ist es aber immer ratsam, die Truppenstärke zu erhöhen. Maximal vier Charaktere können unsere Armee in einer Schlacht bilden. Das Kommandieren funktioniert per Knöpfchensteuerung im Handheld-Modus oder über den Pro Controller gut, wesentlich besser funktioniert jedoch die Touchscreen-Steuerung, auf die der Titel zugeschnitten scheint. Die Zoomfunktion, wie es mit zwei Fingern ähnlich wie bei Smartphones oder Tablet-PCs ausgeführt wird, fühlt sich aber ein wenig umständlich an, da immer nur zentral vergrößert oder verkleinert wird und die Kamera danach noch manuell verschoben werden muss. Ebenso ärgerlich ist die doppelte Bestätigung beim Bewegen der Spielfiguren, was bei der puren Steuerung per Cursor über die Knöpfchensteuerung entfällt.

Leicht zu erlernen, peu á peu zu meistern

Mit der Zeit gehen beide Steuerungsarten jedoch in Fleisch und Blut über, zumal beide Varianten sehr einsteigerfreundlich sind. Positiv fällt auch auf, dass sobald eine Einheit befehligt wird, das Geschehen stark verlangsamt abläuft. Im Rahmen der Zeitlupe können wir sämtliche Befehle wesentlich besser planen. Ausruhen sollten wir uns aber dennoch nicht, da vor allem in der zweiten Spielhälfte mehrere Boote gleichzeitig die Inseln erreichen und wir kaum Luft holen können. Da ist es von Vorteil, alle Figuren und Fähigkeiten zu kennen. Sind die Einheiten verletzt, sollten wir sie zudem schleunigst in einem Wohnhaus kurieren lassen, damit sie den nicht den Heldentod sterben. Der Tod ist in Bad North im Übrigen permanent, was die ganze heikle Angelegenheit noch einmal verschärft. Auch wenn regelmäßig neue Truppen angeheuert werden können, sind alle Upgrades mit dem Tod der Spielfigur unwiderruflich verloren – neue Einheiten haben kein Vorwissen und sind dementsprechend schwach. Im Test hat sich gezeigt, dass die Drittelung oder Halbierung der Armeestärke spätestens in der darauffolgenden Schlacht zum Game-Over-Bildschirm führt. Hier sollte das Entwicklerstudio aus Malmö nachträglich noch etwas an der Balance feilen oder einen leichten Schwierigkeitsgrad per Patch nachreichen, damit Gelegenheitsspieler, die sich durch die schlichte Präsentation wohl als erstes angesprochen fühlen, vom sonst wirklich gelungenen Lückenfüller nicht vergrault werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Bad North ist ein minimalistisches Strategiespiel, das vor allem für Erholungsphasen zwischendurch geeignet ist. Jede Insel lässt sich in wenigen Minuten vor den angreifenden Wikingern verteidigen und als Belohung winken Goldmünzen, mit denen die Truppen graduiert und somit verstärkt werden können. Dieses Konzept ist zwar nicht neu, funktioniert im Spiel von Plausible Concept jedoch außergewöhnlich gut. Bis auf die Tatsache, dass die Balance nach dem Tod einer Spielfigur stark kippt und die sonst wirklich gute Touchscreen-Steuerung mit kleinen Defiziten in puncto Zoomfunktion und doppelter Bestätigung von Aktionen ein wenig ärgerlich sein kann, läuft in Bad North auch sonst alles wie es sollte. Der optische und akustische Minimalismus sorgen dafür, dass der Einstieg ins Spielgeschehen jederzeit aufs Neue gelingt. Durch die Spielstruktur und das Konzept wird deutlich, dass der Titel über Tage oder gar Wochen hinweg immer mal wieder gestartet werden möchte. Freizeit-Strategen kommen um Bad North nicht herum!

Vielen Dank an Plausible Concept für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bad North!

Prime Time: Bleach (Box 4, Unboxing)

Vor wenigen Wochen haben wir euch in unserem Review die Episodenqualität der vierten Serienbox von der Anime-Serie erläutert. Welchen haptischen und optischen Eindruck die phsysische Serienbox macht, erfahrt ihr hingegen in unserem Unboxing-Video. Viel Vergnügen!

Gewinnspiel (20. bis 30. September 2018)

Am 7. September 2018 veröffentlichten Nintendo und Level-5 hierzulande die beiden 3DS-Titel Yōkai Watch Blasters: Rote-Katzen-Kommando und Yōkai Watch Blasters: Weiße-Hunde-Brigade. Für alle, die sich noch nicht an das unkonservative Gameplay herangewagt haben, veranstalten wir in freundlicher Zusammenarbeit mit Nintendo ein Gewinnspiel, bei dem ihr jeweils ein Exemplar der beiden Spiele gewinnen könnt. Wer am Gewinnspiel teilnehmen möchte, hat zwei Möglichkeiten, die miteinander kombiniert werden können, um die Gewinnspielchancen zu verdoppeln:

  1. Verratet und begründet uns unter diesem Beitrag auf unserer Internetseite, ob ihr Katzen oder Hunde als Tiere favorisiert. Je nachdem für welche Tierart ihr euch entschieden habt, erhaltet ihr im Falle eines Gewinns das jeweils dazu passende Spiel.
  2. Verratet und begründet uns auf unserer Facebook-Seite unter dem Gewinnspielbeitrag, der am 20. September 2018 um 18 Uhr freigeschaltet wurde, ob ihr lieber Jibanyan oder Komasan als Yōkai favorisiert. Je nachdem für welches Wesen ihr euch entschieden habt, erhaltet ihr im Falle eines Gewinns das jeweils dazu passende Spiel.

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens das achtzehnte Lebensjahr vollendet und ihren Erstwohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben. Minderjährige Nutzer benötigen eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten. Mitarbeiter von Gameplay Gamers, Level-5 und Nintendo sind von der Verlosung ausgeschlossen. An der Verlosung nehmen alle Personen teil, welche die gewünschten Anforderungen erfüllen. Erfüllt kein Teilnehmer die Anforderungen, werden die Gewinne unter allen Teilnehmern gleichermaßen verlost. Die Gewinner der Verlosung werden nach Ablauf des Gewinnspiels ab dem 1. Oktober 2018 informiert. Sie haben anschließend 72 Stunden Zeit, sich bei uns zu melden. Andernfalls erhalten nach denselben Gewinnspielregeln andere Teilnehmer die Chance auf den Gewinn. Aus Datenschutzgründen werden die Gewinner namentlich nicht auf Gameplay Gamers oder Facebook erwähnt. Sie dürfen sich dort aber sehr gerne selbst als solche zu erkennen geben. Teilnahmeschluss ist der 30. September 2018, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Review: Marvel’s Spider-Man

Seit seinem Erstauftritt in der 15. Ausgabe von Amazing Fantasy im Jahr 1962 schwingt sich Spider-Man durch die US-amerikanische Comic-Welt – fünf Jahrzehnte später hat die Spinne unter anderem auch die Leinwand erobert und war Protagonist zahlreicher Videospiele.

Obwohl die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft, wie sich der titelgebende Spider-Man selbst bezeichnet, vor allem in den 2000er-Jahren fast jährlich in einem Videospiel auftrat, wurde es zwischen 2014 und 2018 eher still um den Superhelden aus New York City. Meist erreichten die Lizenzspiele zwar eine Qualität, die Fans sicher zufriedengestellt haben, doch auch durch nicht sonderlich hochwertige Eskapaden litt das Franchise darunter, es mit den anderen großen Spielen, die auf keiner Vorlage basieren, aufzunehmen. Nachdem wir uns durch das etwa – je nach Spielweise – circa zwanzig bis vierzig Stunden lange Abenteuer geprügelt und geschwungen haben, können wir mit Fug und Recht behaupten, dass sich Marvel’s Spider-Man nicht von der Konkurrenz verstecken muss. Inhaltlich orientiert sich der Titel grob an den Comics und den Filmen, erzählt aber eine völlig eigenständige Geschichte. Jeder wird wohl schon einmal gehört haben, dass Peter Parker eines Tages von einer genveränderten Spinne gebissen wurde und seitdem über Superkräfte verfügt, die er für das Gute einsetzt und somit Verbrechen in der Metropole an der Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika bekämpft. Peter muss nicht mehr lernen, wie er seine Fähigkeiten richtig einsetzt – er ist ein Superheld und hat bereits mehrere Kämpfe gegen einige üble Schurken überstanden.

Bekannte Gesichter, alternative Story

Marvel’s Spider-Man baut peu á peu auf dieser Grundlage auf. Nachdem Spidey, so eine der vielen Bezeichnungen für den Helden, den Superkriminellen Wilson Fisk alias Kingpin hinter Schloss und Riegel gebracht hat, macht er damit zugleich den Weg frei für andere Ganoven, die ein Stück vom Kuchen abbekommen wollen. Einer von ihnen ist der für Peter Parker noch unbekannte Mister Negative, der es mit seinen Handlangern, den so genannten Dämonen, aus anfangs unerklärlichen Gründen auf Bürgermeister Norman Osborne abgesehen hat. Das Rätsel wird im Verlauf der Handlung ebenso gelöst wie die Hintergründe über Osbornes und Doktor Otto Octavius’ gemeinsame Vergangenheit. Letzterer ist in Marvel’s Spider-Man Peters Arbeitgeber aus dem Labor, in dem er ihm als Assistent unter die Arme greift. Fans von Spider-Man kennen all diese Namen in verschiedenen Kontexten, Überraschungen gibt es für diese daher kaum. Dennoch ist die Story interessant und vor allem spannend genug, um sie Minute für Minute in sich aufzunehmen. In Verbindung mit dem Gameplay werden hier Action-Abschnitte mit ruhigen Szenen, in denen Peter ohne sein Kostüm agiert, verbunden – um beispielsweise im Labor an verschiedenen Projekten oder mit seiner Tante May Parker zu sprechen. Gelegentlich dürfen wir auch in die Rolle von zwei weiteren Charakteren schlüpfen, beispielsweise in die von Peter Ex-Freundin Mary Jane Watson, die als Reporterin tätig ist.

Spinnenfähigkeiten

Während die Schleichmissionen mit Mary Jane stark zur Story beitragen und auch tatsächlich Spaß machen, können die Aufgaben mit der anderen Figur, über die wir an dieser Stelle aus Spoiler-Gründen nichts verraten, ganz schön ermüden. Sie wirken einfach viel zu willkürlich in die Rahmenhandlung eingewoben und wirken auch nicht sonderlich glaubhaft. Viel wichtiger ist jedoch der Kern des Spiels, das Spider-Man-Gameplay, das überwiegend hervorragend funktioniert. Mit Spider-Man können wir uns mit Gegnern prügeln, sie mit Spinnfäden lautlos an die Decke ziehen oder mit Krawall an die Wand nageln. Noch dazu dürfen wir überall in der Gegend herumliegende Objekte wie Kisten oder Motorräder packen und auf die Gegner wirbeln. Letzteres ist ebenfalls mit nahezu jedem Feind möglich, wichtig ist dabei nur, dass der Feind vorher ordentlich eingesponnen wurde. Da Spider-Man nicht gegen leere Hüllen kämpft, muss er auch auf Gegenschläge achten: Selbst aus der Entfernung nehmen ihn Scharfschützen oder mit Panzerfäusten ausgestattete Söldner aufs Korn. Zum Glück kann Spidey bevorstehende Angriffe mit seinen Sinnen orten und wir mit ihm auf Knopfdruck im richtigen Moment ausweichen. Alle Aktionen gehen wie in der Batman-Arkham-Reihe sehr leicht von der Hand und lassen sich schon nach einer einigermaßen kurzen Spielzeit meistern.

Stadt der (un)begrenzten Möglichkeiten

Zwischen den Story-Abschnitten gibt es in Marvel’s Spider-Man viel zu tun. Zur Erkundung steht der beeindruckt nachgebildete New Yorker Stadtteil Manhattan zur Verfügung. Wahrzeichen können fotografiert, Notfallrucksäcke mit interessanten Informationen über Peters Leben eingesammelt, gegnerische Basen auseinandergenommen oder Verbrechen auf offener Straße bekämpft werden. Zwar läuft alles darauf hinaus, irgendwelche Gegner zu vermöbeln oder Collectibles einzusammeln, doch sind die Aufgaben stets motivierend, da sie immer Erfahrungspunkte spenden, mit denen wir Peters Kräfte stärken und neue Fähigkeiten lernen können. Selbiges gilt auch für Nebenmissionen, die bis auf wenige Ausnahmen nicht ganz so spannend sind wie die Haupthandlung, aber immerhin ein wenig mehr in die Atmosphäre des Superhelden-und-Superschurken-Kosmos eintauchen lassen. Für letzteres zeigt sich auch die Grafik des Spiels verantwortlich: Es macht unglaublich viel Spaß, durch das sehr schöne New York City vor allem dann zu schwingen, wenn die Sonne die Stadt ins Abendrot tränkt. Einen dynamischen Tag-und-Nacht-Wechsel gibt es allerdings nicht, die Zeit bleibt bis zum Abspann stillstehend und lässt sich erst danach an bestimmten Stellen leicht manipulieren. Der stimmungsvolle Soundtrack und die filmreife Inszenierung der Kämpfe machen den Action-Titel von Insomniac Games zu einem echten Genuss – nicht nur für Superhelden-Fans!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Vor allem in den letzten beiden Jahrzehnten scheint die Zahl der Filme, die sich mit Superhelden beschäftigen, zu explodieren. Entsprechend gesättigt dürfte so mancher Kinogänger sein, was beinharte Fans von Spider-Man und Co aber nicht abschrecken wird, sich auch auf weitere Ableger ihrer Comic-Franchises zu freuen. Im Videospielsektor sah es in den 2010er-Jahren eher etwas dürftig aus, denn nur wenige Titel, die auf einer Vorlage –wenn auch nur lose – basieren, konnten tatsächlich begeistern. Bei Marvel’s Spider-Man muss jedoch niemand die Sorge haben, dass er hier ein schlichtes Lizenzspiel kauft: Inhaltlich als auch technisch gehört der Titel auch unabhängig vom Franchise definitiv zu den besten Action-Titeln, die es in den letzten Jahren gegeben hat. Es macht unglaublich viel Spaß, durch New York City zu schwingen, an allen Ecken Gegner in flotten Kämpfen zu vermöbeln, Collectibles einzusammeln und vor allem mehr über die verschiedenen Charaktere und das, zu dem sie geworden sind, zu erfahren. Marvel’s Spider-Man ist ein gelungenes Spiel, das alleine schon aufgrund des Cliffhangers am Ende nach einer möglichst baldigen Fortsetzung schreit, auf die sich selbst Nichtkenner der Vorlage nach dem Durchspielen freuen dürften!

Vielen Dank an Sony Interactive Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Marvel’s Spider-Man!

Prime Time: Dragon Quest XI: Streiter des Schicksals (Edition der Verlorenen Zeit, Unboxing)

Am 4. September wurde Dragon Quest XI: Streiter des Schicksals endlich in Europa veröffentlicht. Da Eric ein großer Fan der Reihe ist, hat er sich die so genannte Edition der Verlorenen Zeit geschnappt und stellt euch die Inhalte in einem Unboxing-Video allesamt vor. Wir wünschen euch viel Vergnügen beim Anschauen!

Review: Aldnoah.Zero (Vol. 6)

Nach der etwas längeren Pause der Anime-Serie Aldnoah.Zero, wurde die sechste Volume nur zwei Monate nach dem ersten Episodenpaket im April 2018 im deutschsprachigen Raum veröffentlicht. Die sechste Ausgabe knüpft nahtlos an den Auftakt der zweiten Staffel an.

Wie schon bei den fünf vorherigen Volumes befinden sich auch diesmal wieder drei Episoden auf dem Datenträger, genauer gesagt die jeweils 24-minütigen Folgen 16 bis 18. In der ersten Szene erlebt der Zuschauer, wie Protagonist Kaizuka Inaho das Bewusstsein nach den Vorfällen am Ende der ersten Staffel wiedererlangt. Eine Genesungsphase scheint für ihn kaum nötig zu sein, denn schon beim ersten Kampfeinsatz in der 16. Episode ist er wieder einsatzbereit. Sein Verhältnis zu seiner Schwester Kaizuka Inaho bleibt jedoch gespalten, denn ein Willkommensgruß während der Schlacht reicht für Inaho offenbar aus, um wieder seinen alten Posten einzunehmen. Des Weiteren wird auch das Schiff der Erdentruppen, die Dyūkarion, zurück zur Erde beordert und Hauptmann Marito Kōichirō muss sich immer noch mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen, die ihn während der Schlacht einholt. Nicht nur die vereinten Kräfte der Erde müssen sich mit verschiedenen Problemen auseinandersetzen, sondern auch die Anhänger des Königreichs Vāsu. Dadurch, dass Prinzessin Aseiramu Vāsu Aryūshia im künstlichen Koma am Leben erhalten wird, hat ihre Schwester Vāsu Envāsu Remurina ihre Rolle eingenommen. Toroiyādo Surein, der sich vom „Streuner zum Wolf entwickelt hat“ und somit mittlerweile für so manchen Ritter des Orbits immer mehr zum Feind wird, muss beziehungsweise will auch die ausgetauschte Prinzessin beschützen und ihr dienen.

Konsekutive Erzählstruktur

Ein weiterer wichtiger Charakter in der vorliegenden Volume ist Graf Mazuūruka, der auf der Erde gefangengenommen wird. Inaho erkennt allerdings, dass er der wahren Prinzessin und dem Königreich zur Treue verpflichtet ist. Er darf zurückkehren und soll die Absichten von Surein herausfinden. Ob und inwiefern dieses neue Bündnis von Belang sein wird, soll an dieser Stelle offen bleiben. Definitiv sind auch die drei Episoden in dieser Volume von der Anime-Serie Aldnoah.Zero wieder sehr spannend, zumal auch der eine oder andere Aspekt des feudalen Systems angesprochen wird. Surein duelliert sich beispielsweise mit einem anderen Ritter des Orbits, bei dem der Gewinner den gesamten Besitz des Verlierers übertragen bekommt. Technologie ist ebenfalls ein wichtiges Thema, so kann Inaho mit seinem modifizierten linken Auge Dinge erkennen, die für andere im Verborgenen bleiben. Positiv fällt auch auf, dass selbst die Kämpfe in den Kataphrakten einmal mehr nicht ohne Dialoge auskommen, sodass die Action durch die Charaktere zugleich kommentiert wird. Gepaart werden die Situationen mit der einen oder anderen Wendung, die in den meisten Fällen jedoch nicht überraschend kommen, sondern eher das Ergebnis der stringenten und konsekutiven Handlung sind. Eine Ausnahme stellt der Cliffhanger am Ende der 18. Episode dar, der direkt wahnsinnig große Lust auf die siebte und vorletzte Volume der Serie macht.

Atmosphärische Stilmittel

Am technischen Gerüst im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p hat sich nichts verändert. So gefallen vor allem die vielen Charaktermodelle und die angenehmen Animationen, die eine starke Symbiose mit den meist futuristisch gestalteten Hintergründen eingehen. Hinzu kommen schöne Lichteffekte, die zum einen die warme Atmosphäre auf der Erde und zum anderen die kühle Atmosphäre im Weltraum unterstreichen. Es wirkt nahezu alles aus einem Guss, allerdings hätten die Effekte beziehungsweise die Darstellung der Kataphrakte wesentlich runder sein können. Akustisch unterlegen im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 sehr wohlklingende Musikstücke die bedrohlichen und spannenden Szenen, teilweise wird hier sogar Gesang eingesetzt, um die Dramatik auf die Spitze zu treiben, die aber ohnehin gut durch die deutschen und japanischen Synchronsprecher eingefangen wird. Leider gibt es auch bei dieser Volume, abgesehen von drei Trailern zu anderen Serien, kein digitales Bonusmaterial, dafür will jedoch ein kleines Booklet mit Konzeptzeichnungen inklusive Anmerkungen auf Japanisch, einem Interview mit Animationsproduzent Nagano Toshiyuki und Artboards zu verschiedenen Handlungsorten entschädigen. Zwar ist das Booklet gut verarbeitet, inhaltlich aber eher mau. Dies tut der sonst sehr guten Qualität der Anime-Serie aber keinen Abbruch, sodass sich Aldnoah.Zero-Fans zumindest ein wenig über das kleine Heftchen freuen dürften.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Aldnoah.Zero gehört im Anime-Sektor absolut zu den spannendsten Science-Fiction-Serien, die es gibt. Der Aufbau von Spannung und Dramatik gelingt der Anime-Serie vor allem durch zahlreiche Wendungen. Viele davon sind zwar im Vorfeld zu erahnen, dennoch wird es mit den facettenreichen Figuren und der Story niemals langweilig, da immer wieder neue Hintergründe und kleine Details eingefügt und auf natürliche Art und Weise erklärt werden. Ein wenig mehr Überraschungen wären zwar wünschenswert, doch alleine mit dem Cliffhanger nach dem Abspann der 18. Episode hat wohl jeder Zuschauer Lust auf die nächste Folge in der siebten Volume – und wenn das einer Serie gelingt, hat sie unterm Strich doch irgendwie alles richtig gemacht!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Aldnoah.Zero (Vol. 6)!

Review: Dragon Ball Z Kai (Box 10, Episode 151-167)

Mit der zehnten Serienbox von Dragon Ball Z Kai endet das tolle Abenteuer von Son Gokū und seinen Freunden, zumindest in diesem Erzählstrang. Um den Kampf gegen das ultimative Böse zu gewinnen, benötigen die Kämpfer dieses Mal jede Hilfe, die sie kriegen können.

Immer noch kämpft Son Gohan gegen Majin Bū, der losgelöst von seinem Meister Babidi die Erde menschenleer gefegt hat. Die stärksten Kämpfer, unter anderem Pikkoro und Gotenkusu mitsamt ihrer Fähigkeiten, hat der gefährliche Dämon bereits absorbiert und somit scheint es für ihn im gesamten Universum außer Son Gohan keinen ebenbürtigen Gegner mehr zu geben. Durch seine Regenerationsfähigkeiten ist er Son Gokūs Sohn dennoch überlegen, da ihm die Kräfte im Prinzip niemals ausgehen. Es entwickelt sich ein Kampf, der sich mal mehr und mal weniger zum Gunsten für das Gute entwickelt, bis Bū sich wieder von den Strapazen erholt und seinen zerstörten Körper wiederhergestellt hat. Aus der Welt der Kaiōshin beobachtet Son Gokū den aussichtslosen Kampf seines Sohnes gegen den wohl stärksten Feind, den es in der Anime-Serie bisher zu bekämpfen galt. In diesem Moment fällt dem Kaiōshin von vor fünfzehn Generationen ein, dass es eine weitere Möglichkeit geben dürfte, wie Bū endlich besiegt werden kann. Mithilfe der ominösen Potara-Ohrringe, die die Kaiōshin tragen, können sich zwei verschiedene Individuen zu einer Person verschmelzen. Obwohl die Verschmelzung im ersten Moment stark dem Konzept der Fusion ähnelt, hat sie einen entscheidenden Nachteil: Laut Legende können die fusionierten Kämpfer nie mehr voneinander getrennt werden!

Neue Möglichkeiten, alte Probleme

Son Gokū hat zwar kein großes Interesse daran, mit seinem Sohn in einem Körper für alle Zeit gefangen zu bleiben, insbesondere die Schulbank will er nicht drücken, doch hat er keine Wahl. Der friedliebende Charakter möchte vor allem die Erde und seine Bewohner retten. Um ins Diesseits zurückkehren zu können, schenkt ihm der Kaiōshin von vor fünfzehn Generationen sein Leben. Unter diesen Voraussetzungen kann der Kampf gegen Bū eine gänzlich neue Dynamik erreichen; es folgt ein Schlagabtausch auf den nächsten. Wie es für die Story des Dragon-Ball-Franchises üblich ist, verläuft selten etwas nach Plan und so verliert Son Gohan direkt einmal den von seinem Vater zugeworfenen Ohrring. Es könnte kaum schlimmer werden, da gelingt es Bū in einem Moment der Unachtsamkeit Son Gohan zu absorbieren. Um zu verschmelzen, bleiben Son Gokū nur noch Dende und Misutā Satan übrig, die das Geschehen aus halbwegs sicherer Entfernung beobachten. Allerdings ist Dende kein Kämpfer und Misutā Satan ist nicht sonderlich stark. Ein Glück, dass Uranai Baba im Jenseits mitgedacht hat und den verstorbenen Bejīta zurück auf die Erde schickt. Dieser hat aufgrund seines Stolzes natürlich noch sehr viel weniger Lust darauf, mit seinem ärgsten Konkurrenten Son Gokū für immer und ewig zu verschmelzen. Im Angesicht der Ausweglosigkeit willigt er schließlich ein.

Ausuferndes Schlusskapitel

Andere Anime-Serien füllen mit diesen „Überraschungen“ und Wendungen ganze Staffeln. In Dragon Ball Z Kai geschieht dies innerhalb der ersten vier von insgesamt siebzehn Episoden, die auf den beiden Datenträgern vorliegen. Während des Endkampfes gegen Bū wechselt der Schauplatz häufig und auch die grundlegende Situation verändert sich mehrfach, auf der einen Seite durch die Verschmelzung von Son Gokū und Bejīta zu Bejitto und auf der anderen Seite durch die verschiedenen Formen, die ihr dämonischer Gegner annimmt. Anhand dieses letzten Kampfes ist anzumerken, dass auch der Zeichner der Manga-Vorlage, Toriyama Akira, 1995 mit seinen Kräften am Ende gewesen sein musste. Mittlerweile sind die Charaktere dermaßen stark, dass sie selbst die robuste Welt der Kaiōshin in Schutt und Asche legen könnten. Dementsprechend fällt die letzte Auseinandersetzung mit dem Bösen ausufernd und brachial aus. Kurze Pausen zum Verschnaufen gibt es im zehnten Episodenpaket aber reichlich. So wird das hektische Kampfgeschehen zugunsten interessanter Story-Elemente gelegentlich verlassen – beispielsweise erfährt der Zuschauer so, wie der Kaiōshin von vor fünfzehn Generationen zu seinem Aussehen gekommen ist. Mit dem typischen Humor, der insbesondere von Misutā Satan getragen wird, wird die Serie mit dieser Volume zu einem runden Abschluss gebracht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): In den Episoden der neunten Serienbox von Dragon Ball Z Kai haben sich die Ereignisse regelrecht überschlagen. Die Situation war und ist zu Beginn der Folgen der zehnten und letzten Volume einfach aussichtslos. Dennoch gelingt es den Charakteren, den finalen Schlag gegen Bū immer weiter nach hinten zu verschieben, da ihnen immer neue Möglichkeiten einfallen, wie der zugleich lästige als auch gefährliche Gegner ausradiert werden kann. Dabei wechseln mehrfach die Schauplätze, die Kämpferkonstellationen und schließlich auch die Situation selbst. Obwohl oder gerade weil die Konfrontation so ausufernd und brachial dargestellt ist, wird es niemals langweilig, den Helden beim Bekämpfen des Bösen zuzusehen. Mit dem Kampf gegen Bū und dem darauffolgenden Epilog wird die Serie mit einem zufriedenstellenden Ende abgeschlossen. Dragon-Ball-Z-Kai-Fans, die das Abenteuer verfolgt haben, dürfen auch hier unbesorgt zugreifen, um ein Remake einer der besten Anime-Serien aller Zeiten zu würdigen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Z Kai (Box 10, Episoden 151-168)!

Prime Time: Beyond the Boundary (Unboxing)

Von Juni bis September 2016 haben wir euch im Rahmen unserer Rezensionsreihe die Anime-Serie Beyond the Boundary vorgestellt. Mit diesem Unboxing-Video möchten wir euch die Serie nun auch in physischer Form näherbringen. Viel Spaß beim Anschauen!

Review: Ōkami HD

2006 veröffentlichte Capcom das Action-Adventure Ōkami für Sonys PlayStation 2. Obwohl oder gerade weil sich das Spiel trotz spürbarer Qualitäten nur durchschnittlich gut verkaufte, wurde der Titel 2008 auf die Wii portiert. Jahre später folgten HD-Umsetzungen für verschiedene Systeme. Seit dem 9. August 2018 ist der Titel weltweit auch für die Switch verfügbar.

Dem japanischen Shintō zufolge gibt es eine schier unendliche Anzahl an göttlichen beziehungsweise spirituellen Wesen, die so genannten Kami, die überall im Land an verschiedenen Plätzen leben oder heimisch sind. Ōkami bedeutet aus dem Japanischen ins Deutsche übersetzt zwar so viel wie „großes göttliches Wesen“, doch haben sich die Entwickler hier einem Wortspiel bedient: In einem anderen Schriftzeichen geschrieben bedeutet der Begriff Kami auch Wolf. Dieser intelligente Kniff ist im Spiel anhand der Protagonistin auch deutlich zu erkennen: Wir schlüpfen in die Rolle der Sonnengöttin Amaterasu, die in einer Zeit der größten Not eine Wolfsgestalt annimmt, um das Land Nippon vor dem drohenden Untergang zu retten. Obwohl Nippon klar als Japan identifiziert werden kann, handelt es sich in diesem Falle jedoch um eine Fantasy-Welt, die sich frech japanischen Mythen und Legenden bedient, sie umformuliert oder in einen neuen Kontext setzt. Schon im Intro wird von einem Helden namens Nagi gesprochen, der einhundert Jahre vor der Handlung des Spiels seine Geliebte Nami aus den Klauen des achtköpfigen Drachen Orochi rettete. Diese Figuren können zum Beispiel mit Izanagi no Mikoto und Izanami no Mikoto gleichgesetzt werden, die nach der Glaubensvorstellung das Land Japan erschufen. Wer sich mit der japanischen Mythologie beschäftigt, wird darüber schmunzeln – alle anderen erleben so einen nicht weniger epischen Spielauftakt.

Spirituelles Wesen, göttlicher Pinsel

Ōkami HD beginnt damit, dass der übermütige Krieger Susanō den seit einem Jahrhundert währenden Bann bricht, mit dem Orochi versiegelt wurde, und damit das Unheil heraufbeschwört. Überall wird Nippon in Dunkelheit gehüllt, weshalb Amaterasu erwacht, um dem Land seinen alten Glanz zurückzubringen. Unterstützung erhält sie dabei von dem vorlauten kleinen Issun, der ihr mit seiner Größe von circa drei Zentimetern im wahrsten Sinne des Wortes auf der Schnauze herumtanzt. Anfangs sind Amaterasu Kräfte von ihrem jahrhundertelangen Schlaf noch sehr geschwächt, sodass sie der Reihe nach dreizehn verschiedene Kami im ganzen Land aufsuchen muss. Diese verleihen ihr neue Fähigkeiten beziehungsweise Maltechniken. Ausgestattet ist Amaterasu mit dem göttlichen Pinsel: Auf Knopfdruck können wir das Spielgeschehen einfrieren und mit dem Tintenvorrat in die Luft kritzeln. Durch ein paar Pinselstriche können so beispielsweise zerstörte Brücken repariert werden. Im weiteren Spielverlauf lernt Amaterasu aber noch wesentlich praktischere Techniken kennen. Mit einfachen Strichen können Behältnisse wie Krüge zerstört, ein Sturm entfacht oder rissige Wände zum Einsturz gebracht werden. Später dürfen wir so auch noch die Elemente Feuer und Wasser kontrollieren, um allerhand Rätsel in der dreidimensionalen und zudem noch stetig größer werdenden Spielwelt zu lösen – oder einfach nur experimentellen Schabernack anzustellen.

Bekanntes Spielkonzept neu aufgelegt

Anhand der ständig wachsenden Möglichkeiten und der somit wesentlich zugänglicheren Spielwelt lässt sich nicht leugnen, dass sich Ōkami HD stark an Nintendos The-Legend-of-Zelda-Reihe orientiert. Das heißt auch, dass Amaterasu in regelmäßigen Abständen verschiedene Dungeons wie Höhlen, Ruinen oder Schreine erkunden muss. Hier gilt es die richtigen Pinseltechniken einzusetzen und zu kombinieren, Schlüssel zum Öffnen von Türen aufzuspüren, Schalterrätsel zu lösen und am Ende den obligatorischen Bossgegner herauszufordern. Wie im großen Vorbild aus dem Hause Nintendo ist auch dieser nur mit einer bestimmten Taktik zu besiegen, nicht selten hilft im Kampf auch die im jeweiligen Dungeon erlernte Pinseltechnik. Neben den Bosskämpfen warten im Spiel auch viele kleinere Kämpfe auf Amaterasu, die rollenspielartig in einem abgegrenzten Bereich innerhalb der Areale stattfinden. Hier greifen wir entweder mit langsamen und wirkungsvollen oder beständigen und schnelleren Nahkampfangriffen an, um die Lebensenergie von Oni und Co zu reduzieren. Auch hier ist es möglich, den Pinsel zu schwingen: Mit Windzügen können fliegende Gegner aus der Luft oder mit Flammen hölzerne Gegner in Brand gesetzt werden –  und wer es ganz einfach mag, darf die Feinde auch schlicht in zwei Hälften spalten. Diese Vielfalt sorgt zusammen mit den Belohnungen bei einem Sieg dafür, dass jeder Kampf gerne in Angriff genommen wird.

Alle Hände voll zu tun

Obwohl es naheliegen würde, winken für gewonnene Kämpfe in der Regel keine Erfahrungspunkte. Diese erlangen wir jedoch für viele andere Tätigkeiten: Sobald wir ein Tor von einem Fluch befreien, an die knochigen Äste eines Baume Blüten und Blätter zaubern oder schlicht Tiere füttern, erhalten wir dafür Erfahrungspunkte in Form von Glück. Dieses dürfen wir jederzeit sowohl in die Kapazitäten von Lebensenergie und Tintenvorrat investieren als auch für eine größere Geldbörse oder einen weiteren Magen ausgeben. An jeder Ecke in der Spielwelt kann Amaterasu allerhand feine Köstlichkeiten im Vorbeigehen mampfen, die den Magen füllen und sie zurück ins Leben rufen, wenn ihre Lebensenergie aufgebraucht ist. Geld, das es ebenfalls für gewonnene Kämpfe gibt oder in Krügen versteckt ist, ist auch in Ōkami HD ein wichtiger Faktor. Nur mit der alten japanischen Währung Ryō, die in den deutschen Fassungen des Spiels seit 2006 ulkigerweise in den erst seit 1870 verwendeten Yen umgetauft wurde, können bei Händlern hilfreiche Items erworben und im Dōjō neue Kampftechniken erlernt werden, die den Alltag der Göttin spürbar erleichtern. Detektiven sollte es ebenso wenig wie Teilzeitjobbern jedoch selten an Münzen mangeln: An vielen Stellen lassen sich Schätze ausgraben oder Fische angeln, die bei den Kaufleuten zu Geld gemacht werden können. Da somit praktisch niemals Leerlauf ankommt, motivieren die optionalen Tätigkeiten zunehmend.

Benutzerfreundlichste (und beste) Version eines Meisterwerks

Auf der technischen Seite kann Ōkami HD trotz seines Alters mit Titeln des Jahres 2018 mithalten. Der wunderschöne Grafikstil, der an sumi-e, japanische Tuschmalerei, angelehnt ist, verzaubert mit satten Farben und leichten bis starken schwarzen Pinselstrichen und Schattierungen. Zudem ist es möglich, einen Papierfilter über das Spiel zu legen, um den künstlerischen Anspruch zu vertiefen. Einzig und allein, dass manche Objekte verspätet in der Gegend aufpoppen, ist im Jahr 2018 nicht mehr zeitgemäß und hätte schon bei den vorherigen HD-Fassungen vermieden werden sollen. Mit konstanten dreißig Bildern pro Sekunden läuft das Spiel dafür im stationären Betrieb in der Full-HD-Auflösung genauso flüssig wie im portablen Modus in 720p. Das gesamte Geschehen wird mit einem fantastischen Soundtrack unterlegt: Während in Dörfern und am Tag auf den Ebenen meist fröhliche Musik aus den Lautsprechern ertönt, dürfen wir uns vor allem in Dungeons und verfluchten Bereichen mit bedrohlichen Klängen konfrontiert sehen. Wer schon einmal an der Ryōshima-Küste mit Amaterasu entlang gelaufen ist, wird auch den Ohrwurmcharakter sofort ins Herz schließen. Spielbar ist das Abenteuer zu guter Letzt auf drei verschiedene Weisen. Wenn auf Knopfdruck das Geschehen eingefroren wird, kann der göttliche Pinsel via Stick bewegt, mit einem Joy-con per Bewegungssteuerung in die Luft geschwungen oder mit dem Finger auf dem Touchscreen kontrolliert werden. Trotz gelegentlicher Aussetzer funktioniert die Bedienung überwiegend gut, was die Switch-Fassung von Ōkami HD zusammen mit Optionen für Links- und Rechtshänder zur benutzerfreundlichsten und möglicherweise besten Version des Spiels macht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch- und Nintendo-Wii-Fassung): Schon auf PlayStation 2 und Wii gehörte Ōkami zu den besten Spielen beider Plattformen. An seinem alten Glanz hat der Titel in der HD-Fassung nichts verloren und spielt sich nach wie vor herausragend gut. Die an japanische Legenden und Mythen angelehnte Story ist interessant, mit liebevollen Haupt- und Nebenfiguren besetzt und mit reichlich Humor angereichert, sodass kein Auge trocken bleibt. Inhaltlich orientiert sich der Titel stark am The-Legend-of-Zelda-Franchise, was aber nicht negativ zu werten ist, da es sich bei Ōkami HD nicht um einen stumpfen Klon handelt. Alle Grundlagen der ruhmreichen Vorlage wurden verfeinert und zu einem eigenständigen Erlebnis gemacht. Die Übertragung des Item-Einsatzes auf den göttlichen Pinsel, der auf Wunsch auch per Joy-con geschwungen oder mit dem eigenen Finger im Handheld-Modus auf dem Touchscreen bewegt werden kann, ist sowohl intuitiv als auch innovativ – und sorgt obendrein in dem auf dutzende Stunden angelegten Abenteuer für viele kreative Rätsel und einen bemerkenswerten Spielfluss ohne jeglichen Leerlauf. Ōkami HD ist mit seinem prächtigen Grafikstil und dem phänomenalen Soundtrack ein Titel, der förmlich danach schreit, von jedem gespielt zu werden. Es ist damals wie heute ein Meisterwerk und gehört definitiv in die Sammlung aller Action-Adventure-Fans mit exzellentem Geschmack!

Jonas‘ Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Ōkami hat auch in seiner HD-Neuauflage nichts von seinem Charme verloren und ist auch heute noch ein richtig gutes Spiel – auf der Nintendo Switch vielleicht sogar besonders. Dank Steuerungsmethode über die Joy-Con-Einbindung wird die malerische Spielwelt im Handumdrehen durch den göttlichen Pinsel nach meinen Wünschen gestaltet. Dadurch werden Erkundungen in der mythischen Spielwelt sowie die Kämpfe durch ein innovatives und spaßiges Gameplay-Konzept geprägt – auch wenn letzteres vielleicht etwas zu leicht ausfällt. Selten befindet sich Amaterasu an der Schwelle des Todes, dafür sind weder die Gegner allzu fordernd, noch die Heilgegenstände zu knauserig verteilt. Lediglich die träge Kamera dürfte den einen oder anderen Spieler beim Erkunden der Welt etwas einschränken. Das ist aber nichts, was dem Spaß am Spiel maßgeblich einschränkt. Den werden junge wie ältere Spieler an diesem fantasievollen Action-Adventure auf jeden Fall haben!

Review: Strike the Blood (Vol. 4)

Mit der vierten und damit letzten Volume ist Strike the Blood am Ende angelangt. Dabei traut sich die Serie nicht über ihren eigenen Schatten zu springen und erzählt abermals eine vage zusammenhängende Story, anstatt tatsächlich auf ein abschließendes Finale vorzubereiten.

In der 19. Episode der Anime-Serie benötigt Protagonist Akatsuki Kojō dringend Blut, um die Lage auf der fiktiven Insel Itogami unter Kontrolle zu bringen. Diese löst sich nach und nach in Nebel auf, was einen völlig neuen Grad der Zerstörung darstellt und unbedingt von Kojō und seinen Freunden verhindert werden muss. Hexe Tokoyogi Aya, gegen die die Gruppe seit dem Ende der dritten Volume angeht, ist es jedoch gleichgültig, was mit der Insel geschieht. Da ihrer Meinung nach Hexen als minderwertige Wesen vorverurteilt werden, beschließt sie, die Welt nach ihren Gedanken und Ideen zu formen. Wie dieser Konflikt beigelegt werden kann, wird an dieser Stelle nicht verraten. Ohnehin baut die meist nur sehr vage zusammenhänge Story nach der Auseinandersetzung mit der Hexe auf einem neuen Handlungsstrang auf. So taucht der Alchemist Amatsuka Kō auf und versucht Kojō auf offener Straße zu töten. Dass das natürlich nicht so einfach funktioniert, dürfte jedem Serienkenner bewusst sein. Immerhin erfahren die Freunde so etwas über die ominöse Nina Adelard, die in der Hierarchie über dem durchtriebenen Kō steht. Kō versucht mit seiner Magie ein uraltes Wesen wiederzubeleben, was schließlich zur letzten Konfrontation mit dem Bösen in der Anime-Serie führt. Leider bedeutet diese Erzählweise, dass es kaum zu einem angemessenen Abschluss kommt.

Angemessene Action, etwas Erotik und wenig Humor

Wie schon in den vorherigen drei Ausgaben gehört auch ein guter Schuss Erotik zu Strike the Blood. Diesmal bieten sich gleich mehrere der weiblichen Figuren Kojō an, sich an ihrem Blut zu bedienen – und entkleiden sich insofern, dass Kurven und Rundungen deutlich sichtbar für Kojō und auch den neugierigen Zuschauer hervorstechen. In einer anderen Szene landet wiederum Kojōs Freundin Aiba Asagi im Gebüsch auf ihn, die beiden werden danach prompt ertappt. Fans und Liebhaber solcher heiklen Angelegenheiten wird dies sicher sehr gefallen, nach wie vor ist es aber fraglich, ob die Anime-Serie solche Eskapaden tatsächlich gebraucht hätte. Immerhin sind derlei Szenen gut in die Handlung eingewoben und trotz der teils plumpen Inszenierung fallen sie kaum störend auf. Sämtliche Charaktere behalten im Angesicht der sonst sehr ernsten Handlung stets die Nerven, sodass die Spannung niemals darunter leidet. Im Vergleich mit den vergangenen Episoden fallen der Humor und sogar der Anteil erotischer Elemente dieses Mal sogar noch nebensächlicher aus. Wer also in den letzten Folgen glaubte, zu sehr mit lustigen Szenen leben zu müssen, wird sich im Finale womöglich etwas wohler fühlen. Allerdings bleiben Kämpfe auf ein Minimum reduziert; zwar stehen sich die Gegner weiterhin teils lange gegenüber, der eigentliche Schlagabtausch beschränkt sich allerdings auf ein paar wenige Angriff- und Verteidigungsmechanismen. Das geht besser!

Abschließende Volume in bekannter Tradition

Unter technischen Gesichtspunkten befinden sich die Episoden der vierten Volume von Strike the Blood auf demselben Niveau wie die Folgen der drei vorherigen Ausgaben. So sind alle positiven und negativen Merkmale weiterhin vorhanden: Im bildschirmfüllenden 16:9-Format können sämtliche Szenen mit sterilen Hintergründen und klar gezeichneten Charakteren punkten. Das Gesamtbild bei der Auflösung von 1080p überzeugt des Weiteren mit diversen Lichteffekten, enttäuscht aber weiterhin mit eher schwachen Animationen. Eine Entwicklung der Effektspielerei von der ersten bis zur letzten Episode fand somit seitens der Köpfe hinter dem Projekt nicht statt, sie blieb dem Konzept dafür treu. Wenigstens kann der Soundtrack in allen Szenen mit angenehm dazu passenden Klängen punkten. Heitere Musik unterlegt die fröhlichen Momente und düstere Musik unterstreicht vor allem die Auseinandersetzungen mit den Feinden. Durch die deutschen und japanischen Synchronsprecher wird die Kulisse auch in der vierten Volume durchweg gut unterlegt, zu erwähnen sei jedoch, dass der japanische Originalton leicht die Nase vorn hat. Digitales Bonusmaterial liegt in Form eines Clear Openings und eines Clear Endings vor, in der physischer Ausgabe spendiert Publisher Kazé Anime zusätzlich ein 24-seitiges Booklet und zwei Postkarten. Das beiliegende Material lag für den Test zwar nicht vor, es ist aber davon auszugehen, dass es der typisch guten Qualität des Publishers entspricht. Fans werden sich über die zusätzlichen Infohäppchens sehr freuen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Unterm Strich ist Strike the Blood ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite kann die Anime-Serie mit ihrem Humor, ihren vielen ulkigen Szenen, den heiteren Charakteren und tatsächlich auch so manchem ernsten Handlungsstrang durchaus punkten. Auf der anderen Seite hängen genau diese Elemente nur in wenigen Episoden so eng zusammen, dass sie ein schlüssiges Gesamtbild für die ganze Serie bilden können. Auch für die vierte und somit letzte Volume gilt dieser Grundsatz; so gibt es kaum Überraschungen und im Grunde nur noch mehr vom Gleichen. Der letzte Handlungsstrang hat wie verschiedene Storylines zuvor nichts mit der Ausgangslage zu tun, sodass eigentlich nur Fans der Manga-Vorlage voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Für diese bleibt zu hoffen, dass früher oder später auch die Original Video Animations im deutschsprachigen Raum veröffentlicht werden. Eine vollwertige weitere Staffel existiert bisher leider noch nicht.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Strike the Blood (Vol. 4)!

Review: Bleach (Box 4, Episoden 64–91)

Bleach schlägt mit der vierten Serienbox das nächste Kapitel in der sehr abenteuerlichen und fantasievollen Geschichte auf. Obwohl es sich bei den Folgen 64 bis 91 aus Manga-Sicht um Filler-Episoden handelt, können gerade die neuen Ansätze die zuletzt starre Handlung sehr gut auflockern.

Kaum sind die Freunde aus der Soul Society in ihre Heimat zurückgekehrt, könnte theoretisch der Schulalltag wieder losgehen. Daraus wird jedoch nichts, denn einerseits erinnern sich die Charaktere an die erlebten Abenteuer zurück und andererseits tauchen auch alte Bekannte wie der Shinigami Abarai Renji in ihrem alten Umfeld auf, der fortan über die Stadt Kamakura wachen soll. Damit nicht genug, verschwindet eines Nachts auch noch Inoue Orihime spurlos, weshalb Renji zusammen mit Kurosaki Ichigo, Sado Yasutora und Ishida Uryū versucht, die entführte Orihime zu finden. Die Entführung können die Ermittler zwar relativ früh mit einer höllentorartigen Vorrichtung in Verbindung bringen, doch schon bald meldet sich Entführerin Ririn per Telefon bei den Freunden. Sie treibt ein perfides Spiel mit ihnen. Zunächst werden sie kreuz und quer durch die Stadt unter Zeitdruck gejagt und kaum sind sie ihrem Ziel nahe, wird auch noch Yasutora entführt. Im weiteren Handlungsverlauf sind die Freunde auch noch in einem viergeteilten Zimmer unterwegs, das durch seine Ein- und Ausgänge wie ein nahezu endloser Raum wirkt. Die Geschichte, die in der dritten Volume etwas an Dynamik und somit auch Spannung verloren hat, entwickelt sich im vierten Episodenpaket endlich wieder in eine angemessene und angenehme Richtung, die die ermüdeten Zuschauer und Fans aufweckt.

Perfide Gegenspieler

Für Fans der Manga-Vorlage, die die Anime-Serie bisher nicht verfolgt haben, sind die Folgen der vierten Serienbox durchaus interessant, sind sie doch schlicht Filler-Episoden – und somit nicht Teil der Kernhandlung von Kubo Noriaki. Uninteressant ist die Handlung dadurch aber noch lange nicht, da sich Ririn als clevere Gegenspielerin erweist und ihr perfides Spiel nicht abbrechen will. Beispielsweise schickt sie die Freunde wieder zurück in ihre Schule, mit dem Unterschied, dass einer von ihnen nur eine Kopie und nicht das Original ist. Wenn sie bis zum Mittag nicht herausfinden können, wer von ihnen die Fälschung ist, wird Ririn einen Schüler nach dem anderen auslöschen. Ob und vor allem wie Ichigo und Co feststellen, wer denn die Kopie ist, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Dieses Beispiel zeigt jedoch sehr gut, dass Ririn kein durchschaubarer Gegner ist. Zusammen mit ihren Komplizen, die mit der Zeit ebenfalls gut charakterisiert werden, bleibt es also durchweg spannend. Es sei jedoch gesagt, dass dieser Story-Abschnitt nur der Auftakt zu einem noch viel größeren Handlungsstrang ist, der sich um die mysteriösen Bount, Menschen mit Vampirfähigkeiten, dreht. Hier sind dann auch noch Mitarbeiter der Soul Society involviert, sodass sich der Zuschauer über das Wiedersehen mit alten Bekannten freut und eine Episode nach der anderen schauen will.

Bekannte technische Gestaltung

An der technischen Gestaltung hat sich an Bleach auch in der vierten Serienbox kaum etwas geändert. Nach wie vor wird das Bild altersbedingt im 4:3-Format wiedergegeben, es befinden sich somit links und rechts neben dem Bild also schwarze Balken. Diese stören jedoch kaum, da das Geschehen auf das Bildformat ausgelegt ist. Viel wichtiger ist jedoch die Gestaltung der einzelnen Schauplätze, denn während die Szenen in Karakura wunderbar das Stadtbild wiedergeben und nach dem Soul-Society-Szenario in der letzten Volume eine willkommene Abwechslung sind, können die Kampfschauplätze mit wüsten Gebieten überzeugen. Hin und wieder ist auch die Soul Society ein wichtiger Bestandteil der Handlung, die meistens über Dialoge vorangetrieben wird. Sowohl die japanischen als auch die deutschen Sprecher hauchen ihren Figuren reichlich Leben ein, doch ist die japanische Synchronisation ein wenig stimmiger, da in der deutschen Fassung diverse Charakternamen falsch ausgesprochen werden. An der Tonqualität ändert die Wahl nichts, da beide Tonspuren in Dolby Digital 2.0 auf allen vier Datenträgern mit 28 Episoden vorliegen. Digitales Bonusmaterial gibt es ebenso wenig wie im physischen Bereich. Ein Booklet mit einem Episodenguide hätte hier Wunder bewirkt, an der überdurchschnittlichen Qualität der Anime-Serie ändern die fehlenden Boni aber nichts.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 64 bis 91 der Serie): So mancher Bleach-Fan musste mit der dritten Serienbox, die das Finale innerhalb der Soul Society umfasste, sehr stark sein. Nicht nur der vorzeitige Abschied von Kuchiki Rukia zerrt in diesen Folgen an den Kräften des Zuschauers, die Erzählweise hat ebenfalls dafür gesorgt, dass Ermüdungserscheinungen auftraten. Das hat sich trotz Filler-Episoden, zumindest aus der Sicht der Manga-Leser, in der vierten Serienbox geändert, da sowohl die Kämpfe, als auch die Story eine neue Dynamik erreichen. Auch die neuen Gegenspieler der Charaktere, zum einen die perfide Ririn und zum anderen die vampirartigen Bount, motivieren stets zum Weiterschauen. Das Wiedersehen mit dem einen oder anderen liebgewonnenen Charakter aus den letzten drei Ausgaben hilft ebenfalls dabei, dass es stets spannend bleibt. Selbst oder ausgerechnet die Bleach-Fans, die nur den Manga lesen, werden mit der vierten Volume sehr zufrieden sein.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bleach (Box 4, Episoden 64-91)!

Review: Reverie

Im Mai 2018 kombinierte das neuseeländische Entwicklerstudio Rainbite das Insel-Setting von StarTropics mit dem Gameplay von The Legend of Zelda und einem Grafikstil, der an die Mother-Reihe erinnert, und erschuf damit das kunterbunte Reverie. Eine schöne Mixtur, die durchweg funktioniert und wunderbar unterhält, jedoch schon nach fünf kurzen Stunden vorüber ist.

Reverie dreht sich um den jungen Protagonisten Tai, der mit seiner Mutter auf die Insel Toromi per Schiff übersetzt. Unterwegs erzählt sie ihrem Sohn, dass es einst ein paar Brüder auf der Insel gegeben hat, die sich bei einem Angelausflug zerstritten haben und daraufhin in den tosenden Wellen des Meeres umgekommen sind. Seitdem lassen die Geister der verstorbenen Brüder die Insulaner nicht mehr schlafen. Kaum haben Mutter und Sohn die Insel erreicht, wird Tai auf der Insel prompt ausgesetzt. Obwohl das Abenteuer in den ersten zwei Minuten sehr düster zu werden scheint, ändert sich die Story in diesem Moment schlagartig: Auf einmal begrüßt Tais Großvater seinen Enkel, der auf der Insel anscheinend nur seine Ferien verbringen soll. Aus dem Urlaub auf der fiktiven neuseeländischen Insel wird jedoch nichts, denn nach ein paar Schritten auf Toromi erhält Tai die ersten Arbeitsaufträge von seinen Großeltern. Zum einen soll er im Laden eine Lampe für seinen Großvater kaufen, wird dann mit einem Kricket-Schläger ausgestattet und muss im von Ratten und anderem Getier verseuchten Keller ein altes Buch aufstöbern. Im Bosskampf gegen eine besessene Waschmaschine – der Humor der Mother-Reihe lässt grüßen – wird Tai auf den ersten Geist der Brüder aufmerksam, der ihn schließlich quer über die Insel schickt. Dort soll er die anderen Geister besänftigen, um Toromi wieder zu einem friedlichen und angenehmen Ort zu machen.

Kleine Insel mit vielen Geheimnissen

Obwohl Reverie eine durchaus interessante Geschichte voller Mysterien erzählt, die laut den Entwicklern sogar von einer Māori-Legende inspiriert wurde, bleibt die Handlung weitgehend im Hintergrund. In den Mittelpunkt des recht turbulenten Geschehens rückt das Gameplay, das stark an die The-Legend-of-Zelda-Reihe erinnert. Tai rennt durch die Gegend, kämpft gegen kleine Gegner, sammelt fallengelassene Münzen für Einkäufe und futtert Pizza oder Chips, um die Lebensenergie nach gegnerischen Treffern zu regenerieren. Wie im großen Vorbild gibt es künstliche und auch natürliche Grenzen, die Tai beim Vorankommen behindern. Diese Grenzen werden mit zunehmender Spielzeit weniger, da sie mit neuen Items umgangen werden können. Erdhügel werden mit der Schaufel abgebaut, Flüsse mit der Taucherbrille durchschwommen und entfernte Schalter mit dem Yo-Yo betätigt. Es macht Spaß, die Gegenstände in der Spielwelt aufzuspüren und die Insel mehrfach abzusuchen, um versteckte Geheimnisse zu entdecken. Dazu gehören vor allem die zwanzig Federn, die überall auf Toromi versteckt sind und von rezenten Vögeln aus dem neuseeländischen Raum stammen. Des Weiteren warten noch zwei Minispiele darauf, entdeckt zu werden: In der Arcade-Halle gibt es ein Shoot ’em up zum Ausprobieren und an anderer Stelle eine Air-Hockey-Variante gegen einen ungewöhnlichen Gegner zu bestreiten – auf Toromi gibt es also reichlich zu entdecken.

Charmante, aber zu kurze Ferienreise

Qualitativ erreicht Reverie zwar nicht ganz das Original, doch kann der Titel vor allem mit seinem Dungeon-Design überzeugen. Ein riesiger hohler Baum, eine gigantische Sandburg, eine verfluchte Gruft oder das Innere eines Vulkans dienen als Kulissen für clevere Rätsel und hitzige Kämpfe. Beide Bestandteile halten sich die Waage, sodass sowohl Rätselfans als auch Kämpfernaturen gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. Manche Knobeleien sind recht knifflig, sodass die Lösung nicht direkt ersichtlich ist und somit zum Experimentieren motiviert. Die Auseinandersetzungen mit den Gegnern könnten wiederum ein wenig besser sein, da sich die Gegner teilweise zu hektisch bewegen, sodass das Ausholen mit dem Schläger erschwert wird. Letzteres ist allerdings nicht so schwerwiegend, wie es klingt. Der Schwierigkeitsgrad ist stets human und selbst wenn Tai einmal das Zeitliche segnet, erwacht er danach am Anfang des Dungeons. Auf der technischen Seite begeistert das Spiel mit einem kunterbunten Look, der stark an Nintendos Mother-Reihe erinnert. Leider wird das Bild in Momenten, in denen viele Objekte gleichzeitig auf dem Bildschirm dargestellt werden, von leichten Einbrüchen in der Bildwiederholungsrate getrübt. Die Spielbarkeit wird von diesem Defizit aber nicht beeinträchtigt. Abseits dessen stören höchstens ein paar eher repetitive Musikstücke die charmante, aber mit gerade einmal fünf Spielstunden leider viel zu kurze Ferienreise.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-Vita-Fassung): Reverie gehört zu der Masse an Spielen, die sich stark am Gameplay der The-Legend-of-Zelda-Reihe orientieren. Der Kopier- beziehungsweise Inspirationsvorgang ist in diesem Falle aber nichts Schlimmes, da das Insel-Feeling á la StarTropics und die charmante Geschichte es mit Bravour schaffen, davon abzulenken. Zudem gibt es auch noch optische Einflüsse der Mother-Reihe, die Reverie optisch zu einem kleinen Genuss machen. Es gibt wirklich nur sehr wenig, was an Reverie nicht funktioniert oder ausgereifter sein könnte: Beispielsweise hätte es noch ein paar Items mehr gebraucht, um die Erkundungstour auf der Insel vielseitiger zu gestalten und auch die Kämpfe könnten angenehmer und weniger hektisch sein. Die leichten, aber dennoch spürbaren Einbrüche in der Bildwiederholungsrate hätte es in der PlayStation-Vita-Fassung auch nicht geben dürfen, da das Spiel mit seinem 16-Bit-Gewand Sonys Handheld wohl kaum an den Rand der Leistungsfähigkeit drängt. Größter Kritikpunkt ist aber wohl die sehr kurze Spielzeit, denn nach fünf Stunden ist das Spiel mit allen Secrets und der Platin-Trophäe abgeschlossen.

Vielen Dank an Rainbite für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Reverie!

Review: Inspector Akane Tsunemori (Band 4)

Im dritten Band von Inspector Akane Tsunemori wurde endlich der Gegenspieler des Teams rund um die titelgebende Inspektorin enthüllt. Obwohl die vierte Ausgabe diesen Handlungsstrang aufgreift, entwickelt sich die Story in eine völlig andere Richtung. Von Jägern und Gejagten ist hier nur am Rande etwas zu bemerken, viel mehr beschäftigt sich die Geschichte mit einem neuen Fall. Dieser steht zwar ebenso mit Bösewicht Makishima Shōgo in Verbindung, nutzt die Gelegenheit jedoch, um die Kehrseiten des Sibyl-Systems aufzudecken. Nach wie vor fragen sich Tsunemori und ihr Team, wie es möglich gewesen sein konnte, dass der Dominator den Psycho-Pass von Makishima nicht korrekt erkannt hat und Tsunemoris Freundin im Eifer des Gefechts deshalb getötet wurde. Einige Zeit nach dem tragischen Verlust für die Hauptfigur der Manga-Reihe, betritt eine mit einem Helm maskierte Person eine Apotheke – sie fordert Medikamente, die sie nur auf Rezept und bei ungetrübtem Psycho-Pass erhalten würde. Da sich das Personal weigert, die Medizin auszuhändigen, wird es von der Person unbehelligt ermordet. Kurz darauf geschehen in der Stadt weitere Verbrechen von Personen, die ebenfalls mit Helmen maskiert sind. Auch sie können unbestraft ihren Schandtaten nachgehen. Wie das im Rahmen des Sibyl-Systems möglich ist, versuchen die Ermittler herauszufinden.

Schöne neue Welt

Schwerpunktmäßig werden im vierten Band die Lücken im System des Überwachungsstaates aufgedeckt und thematisiert. Ähnlich wie schon im dritten Band von Inspector Akane Tsunemori wird ein Bezug auf die vergangenen Jahrzehnte gesucht und die gegenwärtigen Fehler in Zusammenhang mit der Vergangenheit gesetzt, in der das System noch nicht existierte. Dieser Ansatz, dass Vertrauen in die Gesellschaft nur durch das Sibyl-System aufrechterhalten wird, fördert die Tiefgründigkeit der Handlung enorm und lässt auch den Leser darüber nachdenken, inwieweit er sich von Regierungen überwachen oder bevormundet lassen will. Aufgeteilt ist der vierte Band in insgesamt fünf Kapiteln, von denen jeder Abschnitt circa vierzig Seiten in Anspruch nimmt. Ausgenommen davon ist das letzte und unnummerierte Kapitel, dass in die Rahmenhandlung zwar integriert werden kann, jedoch losgelöst von der momentanen Storyline steht. Das typische Flair des Mangas von Miyoshi Hikaru bleibt im vierten Band erhalten: Kompromisslos illustriert die Inspector-Akane-Tsunemori-Reihe eine dystopische Szenerie, die sich ursprünglich durch das Gesetz zu einer Utopie entwickeln sollte. Mit jeder Seite festigt sich der Eindruck, dass es aus dieser Welt kein Entkommen gibt. Dies gilt zu guter Letzt auch für den Leser, der durch die spannende Erzählweise erneut gefangen genommen wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Für Fans der Anime-Serie Psycho-Pass gibt es auch beim vierten Band von Inspector Akane Tsunemori kaum etwas Neues zu erleben. Stets bleibt der Manga der Anime-Serie treu. Das ist wie schon bei den ersten drei Ausgaben der Manga-Reihe nichts schlimmes, schmälert aber den Mehrwert für Kenner der Vorlage. Im Falle dessen, dass die Anime-Serie vorher noch nicht konsumiert wurde, kann Inspector Akane Tsunemori jedoch ein umwerfendes Erlebnis sein. Die spannende Handlung, die eine moralische Frage nach der anderen aufwirft, zieht den Leser magisch in ihren Bann. Schade ist an diesem Punkt der Handlung nur, dass das Finale des dritten Bandes eher rudimentär aufgegriffen wird und zur Nebensache im neuen und damit immer noch verbundenen Kriminalfall verkommt. Wer sich daran nicht stört, wird auch mit dem vierten Band viel Spaß haben!

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Inspector Akane Tsunemori (Band 4)!

Prime Time: The Rolling Girls (Unboxing)

Zwischen September 2016 und März 2017 haben wir euch im Rahmen von drei Reviews die Anime-Serie The Rolling Girls vorgestellt. Heute ergänzen wir unsere Rezensionen mit einem Unboxing-Video zu allen drei Volumes. Viel Spaß beim Anschauen!

Review: Shin Megami Tensei: Strange Journey Redux

2009 veröffentlichte Atlus das Rollenspiel Shin Megami Tensei: Strange Journey für den Nintendo DS in Japan. Nach Europa schaffte der Titel damals leider nicht; ein Grund mehr, um die überarbeitete und erweiterte Redux-Fassung für den Nintendo 3DS einmal auszuprobieren.

Mittelpunkt der Handlung und Ort des Geschehens von Shin Megami Tensei: Strange Journey Redux ist ein mysteriöses Ereignis, das in der Antarktis stattfindet: Eine Raumanomalie voller dunkler Energie droht den Planeten Erde zu verschlingen. Die Vereinten Nationen schicken ein Team von Wissenschaftlern und Soldaten, um den Vorfall zu untersuchen und zu stoppen. Hinzu kommt, dass aus der Anomalie Dämonen dringen, die den Forschern und Kämpfern die Arbeit erschweren. Erzählt wird die düstere Geschichte über den bevorstehenden Untergang der uns bekannten Welt hauptsächlich über ausufernde Gespräche zwischen den zahlreichen Charakteren. Direkt zu Beginn des Spiels werden wir von ellenlangen Dialogen regelrecht erschlagen – bis der erste Kampf auf den beiden Bildschirmen des Handhelds zu sehen ist, vergehen gut und gerne sechzig Minuten. Auch danach ist das Spiel nicht weniger textlastig, denn nach jedem Ausflug in die sogenannte Schwarzwelt, die angesprochene Anomalie, wird das Erlebte breitflächig mit den anderen Crewmitgliedern ausdiskutiert. Für einen Dungeon Crawler ist das recht ungewöhnlich und stellt uns anfangs auf eine harte Geduldsprobe. Ist diese Hürde allerdings erst einmal genommen, kann die sehr interessante Story einigermaßen motivieren und mit dem eigentlichen Gameplay auch weitgehend harmonieren.

Unterstützung von Dämonen

Wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei Strange Journey Redux um ein Rollenspiel und bedient sich als solches frech den Regeln eines Dungeon Crawlers. Nach und nach steigen wir mit unserem frei benennbaren Held in die Tiefen der Schwarzwelt hinab, um einen Ausweg aus dieser zu finden und das Problem zu lösen. Nach nur wenigen Schritten erhalten wir dafür Unterstützung von einem Dämonen, der sich unserer Truppe anschließt und uns in den vielen rundenbasierten Kämpfen tatkräftig unterstützt. Ein besonderes Merkmal des Spiels sind die Interaktionsmöglichkeiten mit den Dämonen, denn anstatt sie mit Schwert, Schusswaffe oder Magie zu bekämpfen, können wir uns auch ganz schlicht mit ihnen unterhalten. Die Dialoge mit den Dämonen sind humorvoll geschrieben und lassen nur selten erahnen, in welche Richtung sich das Gespräch entwickeln wird. So ist es möglich, Geld oder Gegenstände von den Feinden zu erbitten oder sie gar dazu zu bewegen, sich uns anzuschließen. Finden wir einen Gegner mit besonderen Fähigkeiten, sollten wir ihn möglichst bald für unsere Gruppe rekrutieren. Entwickeln sich die Dämonen zu langsam weiter, können wir zwei Wesen auch miteinander fusionieren und so immer stärkere Kampfbestien erschaffen. Die Stufe unseres Helden setzt der Experimentierfreude einen Riegel vor, abwechslungsreich ist das System trotzdem.

Nah an der Vorlage, wenige Neuerungen

Im Gegensatz zu den facettenreichen Monstern, die ausgedacht sind oder verschiedenen Mythologien entspringen, können die Dungeons nicht so ganz überzeugen. Lange Gänge, große Räume, Türen und Truhen sind recht einfach gestrickt. So bewegen wir uns Schritt für Schritt durch den rechteckig angelegten Raum. In der oberen rechten Bildschirmecke zeigt ein Symbol, wann uns Feinde angreifen können. Sichtbar sind diese leider zu keiner Zeit, aber wenigstens können wir uns so vage auf die Zufallskämpfe einstellen. In der oberen linken Ecke wird hingegen die Mondphase angezeigt, die das Verhalten der Dämonen im Kampf und in den Dialogen beeinflusst. Neben den Kämpfen, in denen wir Erfahrungspunkte und Geld sammeln, tauchen in der Spielwelt noch weitere sammelbare Objekte auf, die zum Herstellen von neuen Ausrüstungsgegenständen nötig sind. Alle Elemente greifen in Strange Journey wirklich gut ineinander, es dauert jedoch anfangs sehr lange, bis sich die Spielwelt mit ihren Möglichkeiten gänzlich geöffnet hat. Der Soundtrack des Spiels passt hervorragend zum kunterbunten Mix aus Mythologie und Militär, unter anderem ist ein gregorianischer Choral zu hören. Grafisch erinnert Strange Journey Redux stark an die Vorlage, ein paar Anpassungen wären hier und da jedoch wünschenswert gewesen. Kenner der Nintendo-DS-Fassung freuen sich immerhin über zusätzliche Story-Abschnitte, die ins Spiel integriert worden sind.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-3DS-Fassung): Dungeon Crawler haben das Problem, dass sie sehr schnell sehr eintönig werden können. Shin Megami Tensei: Strange Journey Redux muss sich zusätzlich noch die Vorwürfe eines sehr langsamen Spieleinstiegs gefallen lassen. Es dauert mehrere Stunden, bis die Dialoge nicht mehr ganz so stark ins Gewicht fallen wie im Auftakt des Spiels. Wer diese Hürde einmal überwunden hat, wird durch die verzahnten Spielmechaniken jedoch nicht mehr so schnell aus der ominösen Schwarzwelt ausbrechen wollen. Dämonen möchten gezüchtigt, miteinander fusioniert, eine willensstarke Truppe aufgebaut und die – leider etwas eintönige – Spielwelt nach Objekten abgesucht werden, um daraus neue Ausrüstung für unseren Helden zusammenzustellen. Die Kämpfe motivieren mit mythologisch angehauchtem Dämonendesign und das Abenteuer mit einem ansprechenden Soundtrack, weshalb Fans von Dungeon Crawlern gut unterhalten werden. Wer jedoch so gar keine Lust darauf hat, dutzende Stunden eine klaustrophobische Spielwelt zu erkunden und wiederholend einige Gebiete nach Materialien abzusuchen, wird mit Strange Journey Redux trotz gelungenem Spielsystem jedoch genauso wenig Spaß wie mit jedem anderen Dungeon Crawler haben.

Jonas‘ Fazit (basierend auf der Nintendo-3DS-Fassung): Shin Megami Tensei: Strange Journey Redux ist im Kern ein klassisches japanisches Rollenspiel, schlägt aber sehr seltsame Töne an – und das gilt nicht nur für den eindringenden Soundtrack. Vor allem die verschrobene Atmosphäre und das unwirkliche Setting hat es mir angetan. Tatsächlich war ich auch am Werdegang der Figuren und der Story interessiert, da haben mich die teils langen Textpassagen auch nicht abgeschreckt. Vielleicht lag das am isolierten System, in dem sich der Spieler bewegt. Die wenigen relevanten Figuren auf dem Kommandoschiff und die regelmäßige Rückkehr auf jenes wurden schnell zu einem vertrauten und sicheren Hafen in der sehr fremden und gefährlichen Welt von Strange Journey. Die Spielsysteme greifen schön ineinander, die schnellen Kämpfe machen Spaß und motivieren, ebenso wie das Sammeln und Aufstufen der unzähligen Dämonen. Vorwissen aus anderen Teilen des Franchises ist nicht vonnöten, mit dem Durchwandern von zweidimensionalen Dungeons und textlastigen Abschnitten sollten Interessierte aber ihren Spaß haben.

Vielen Dank an Atlus für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shin Megami Tensei: Strange Journey Redux!