Obwohl die Mana-Reihe zu den weniger bekannten Franchises von Square Enix gehört, zählt die Rollenspielreihe doch einige Hauptteile und so manches Spin-off. Visions of Mana stellt den nächsten großen Schritt dar. Wir haben die Demo gespielt und sind noch zwiegespalten.
Wer mit dem Game Boy oder dem Super Nintendo aufgewachsen ist, dürfte sicherlich über die Titel Mystic Quest und Secret of Mana gestolpert sein. Beide Titel stehen stellvertretend für das, zu dem sich die Mana-Reihe entwickelt hat. Flotte Kämpfe in Echtzeit, kunterbunte Farben und durchaus ein markanter Humor sind die Markenzeichen der Serie. Nachdem 2006 mit Dawn of Mana der vierte Teil für die PlayStation 2 zusammen mit dem einen oder anderen Spin-off das Franchise beschädigt hat, soll es Visions of Mana wieder richten. Nach den passablen bis überragenden Remakes der letzten Jahre standen die Zeichen bislang ziemlich gut. Die Demoversion des Spiels zeigt, wenige Wochen vor Release, jedoch ein anderes Bild. Über die Qualität der Story lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch nicht allzu viel sagen, was vor allem daran liegt, dass uns die Demo von Visions of Mana vermutlich einige Stunden nach Spielstart ins Geschehen wirft. Bekannt ist, dass Protagonist Val ein Seelenwächter ist und die sogenannten Geweihten auf dem Weg zum Mana-Baum begleiten muss. Darunter befindet sich auch seine Jugendfreundin Hina. Die Reise führt sie von einem illustren Ort zum anderen, wo sie mit passabel gestalteten Charakteren plaudern, untereinander Seitenhiebe mit einem Augenzwinkern austeilen, neue Items und Rüstungen kaufen und hier und da sogar ein paar Nebenaufträge für ein zusätzliches Einkommen annehmen können.
Flotte Kämpfe mit Einschränkungen
All das klingt nach Rollenspielstandardkost und das ist es auch. Bei den in der Demo verfügbaren Aufgaben handelt es sich, soweit wir sehen können, lediglich um einfache Aufgaben wie das Bekämpfen einer bestimmten Anzahl an Gegnern oder das Sammeln von Gegenständen. Das haben wir schon unzählige Male gesehen und gehört eher in Online-Rollenspiele wie Final Fantasy XIV: A Realm Reborn als in vollwertige Einzelspielertitel. All das Spektakel ist diesmal in weitläufigen Gebieten angesiedelt, in denen wir Schatztruhen suchen, in der Luft schwebende Honigblasen zum Eintauschen seltener Gegenstände einsammeln und vereinzelt berühmte Gegner wie die flauschigen Mümmler und gefährlichen Vampirtulpen attackieren. Die Kämpfe in Visions of Mana gehen verhältnismäßig gut aus der Hand, können aber bisweilen sehr chaotisch ausfallen. Außerdem fühlt sich der Kampf gerade mit Val ein wenig hakelig an, da er mit einem Zweihänder angreift und nicht so viele Angriffe aneinanderketten kann. Zum Glück können wir auf Knopfdruck jederzeit zu den anderen Charakteren wechseln, die mit leichteren Waffen schneller angreifen können, dafür weniger Schaden ausrichten. Auf nur eine Spielfigur sollten wir uns ohnehin nicht konzentrieren, denn jeder Held kann mächtige Spezialangriffe entfesseln und mächtig viel Schaden anrichten, was gerade bei den Bosskämpfen wie dem spektakulären Riesenkraken am Ende der Demo wirklich sehr hilfreich ist.
Defizite bei Spielwelt und Technik
Hinzu kommt, dass jeder Recke über einen ihm zugeteilten Klassentyp verfügt, der an ein innerhalb der Story freischaltbares Element gekoppelt werden kann, wodurch sich die Angriffsmechaniken mit leichten und schweren Hieben sowie Angriffen aus der Luft geringfügig verändern. Die Demo von Visions of Mana gibt diesbezüglich noch nicht viel her, doch da alle Gegner unterschiedliche Resistenzen vorweisen, dürfte das Durchwechseln der Elemente ein wichtiger wie taktischer Bestandteil der Vorbereitung auf neue Spielgebiete sein. Bei den Arealen bekommen wir aber tatsächlich leichte Kopfschmerzen. Sie sehen zwar wunderschön aus, doch unter der visuellen Oberfläche fragen wir uns, warum sich manche Hindernisse wie eine Baumkette nicht passieren lassen, dasselbe Grafikelement ein paar Meter weiter aber passierbar wird, wenn wir schnurstracks dagegen laufen. Auch warum Entwickler heutzutage der Meinung sind, dass Gebäude nicht betreten werden sollen, ist uns echt schleierhaft. Zu guter Letzt läuft die PC-Fassung selbst im Performance-Modus auf einem potenten PC nicht wirklich rund. Auf unserem Testsystem (Intel i5 13600K, GeForce RTX 4070, 32 GB DDR5 RAM) kommt es gerade bei Zwischensequenzen zu leichten, aber spürbaren Ruckeleinlagen. Damit lässt uns Visions of Mana mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die Zukunft blicken. Bleibt zu hoffen, dass es Square Enix Ende August 2024 nicht erneut vergeigt.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Seit meiner Kindheit bin ich ein großer Fan der Mana-Reihe, auch wenn ich nicht unbedingt mit jedem Serienteil uneingeschränkt meinen Spaß habe. Bei den Remakes der ersten drei Teile aus den letzten Jahren ist dies aber definitiv der Fall. Entsprechend habe ich mich sehr über die Ankündigung von Visions of Mana gefreut. Dass es aber relativ wenig im Vorfeld zu sehen gab, hat mich schon ein wenig stutzig gemacht. Bei diesem Rollenspiel scheinen die Meinungen auch sehr auseinander zu gehen. Die einen feiern die weitläufigen Areale und die actionreichen Kämpfe, die anderen finden die Gebiete zu leer und die Kämpfe zu hakelig. Ich befinde mich wohl irgendwo dazwischen. Einerseits mag ich die kunterbunte Welt, doch wirken die Honigblasen wie ein Fremdkörper und gehören wohl eher in ein Action-Adventure oder in einen Platformer. Die Kämpfe gehen in meinen Augen jedoch gut aus der Hand, zumal sich die verschiedenen Waffen der Helden unterschiedlich anfühlen. Hier ist für jeden etwas dabei. Stören dürften schon eher Gebäude, die nicht betreten werden können. Auch die Technik ist nicht über alle Zweifel erhaben. Hier sollte Square Enix unbedingt nachbessern, sodass das Spiel zumindest mit einem Patch zum Release ordentlich läuft. Daher kann ich aktuell wohl nur zur Vorsicht raten. Die allergrößten Fanboys greifen ohnehin zu, alle anderen sollten wohl zunächst die Reviews abwarten.




































































































