Review: Warriors Orochi 4

Bei der Masse an Spielen, die dem Warriors-Franchise entspringen, wissen wohl nur beinharte Fans, mit welchem Titel Einsteiger am besten in das so genannte Musō-Spielprinzip hineinschnuppern können. Warriors Orochi 4 ist definitiv eines der einsteigerfreundlichsten Spiele.

Seitdem die erste Version von Warriors Orochi 3 im Dezember 2011 für die PlayStation 3 und die Xbox 360 veröffentlicht wurde, ist zwar viel Zeit vergangen, doch schickte der japanische Publisher Koei Tecmo eher weniger die für das Spiel stark romantisierten Helden aus der japanischen und chinesischen Geschichte in weitere Abenteuer. Stattdessen konzentrierte sich Koei Tecmo auf diverse Musō-Spiele, die mit Franchises anderer Unternehmen in Verbindung stehen. Ergebnisse der Kooperationen mit Unternehmen wie Bandai Namco oder Nintendo waren Titel wie One Piece: Pirate Warriors, Hyrule Warriors oder Fire Emblem Warriors. Trotzdem wurde das Warriors-Orochi-Franchise, das im Grunde ein Crossover zwischen Dynasty Warriors und Samurai Warriors darstellt, nicht vergessen. Es folgten diverse Umsetzungen des dritten Teils für die PlayStation 4, die Wii U oder die Xbox One. Obwohl der dritte Teil Anfang 2018 auch für die Switch umgesetzt und veröffentlicht wurde, blieb dieser bis zum Testzeitpunkt den Japanern vorbehalten. Der vierte Teil, der an die Geschehnisse der vorherigen Serienableger anknüpft, hat seinen Weg hingegen direkt nach Europa gefunden und zaubert Anhängern des Franchises von der ersten Minute an ein breites Grinsen ins Gesicht, als ob sie einen Freund nach sehr langer Zeit wieder treffen und ihn doch noch kennen.

Welten kollidieren

Story, Inhalt und Umfang fühlen sich sofort vertraut an, sowohl im Positiven als auch im Negativen. Auf eine tiefgründige Handlung darf daher nicht gehofft werden, denn diese ist erneut hanebüchen. Sowohl die japanischen Krieger der Sengoku-Periode als auch die chinesischen Helden aus der Zeit der drei Reiche wurden durch Raum und Zeit katapultiert. Sie müssen untereinander ihr Kriegsbeil begraben und auf dem Schlachtfeld am eigenen Leib erfahren, dass es für sie wesentlich vorteilhafter wäre, sich gegen die bösen Mächte zu verbünden. In den ersten Spielstunden stellt sich heraus, dass Zeus, die oberste Gottheit der griechischen Mythologie, ein perfides Spiel mit den Menschen treibt. Dazu bedient er sich Armreifen, die mit der gefährlichen Macht der Medusa verzaubert sind. Perseus, der den Kampf gegen die Medusa nicht scheute und um die Gefahren weiß, will dem düsteren Treiben ein Ende setzen. Beim Diebstahl der dunklen Artefakte wird er allerdings von Athene bemerkt und sogar in eine andere Dimension verfolgt, in der sich der Daimyō Oda Nobunaga den Armreifen bemächtigt und sich den chinesischen und japanischen Kämpfern entgegenstellt. Einen Blumentopf kann die Handlung, auch aufgrund der eher seichten Dialoge zwischen den Spielfiguren, zwar sicherlich nicht gewinnen, doch motiviert die Storyline über dutzende Missionen hinweg.

Altbekannte Missionsstrukturen

Sämtliche Aufträge, die in mehrere Kapitel aufgeteilt sind, folgen den bekannten Mustern von Dynasty Warriors 8 und Samurai Warriors 4. Wir heißen diese Entscheidung gut, denn Koei Tecmo hat mit dem neunten Serienteil der Dynasty-Warriors-Reihe gezeigt, dass eine offene Spielwelt – zumindest in der fabrizierten Form – nicht mit dem actionlastigen Musō-Spielgefühl funktioniert. Wer mit dem Gameplay vertraut ist, wird ohne großartig im Tutorial verschiedene Elemente nachlesen zu müssen sofort ins Geschehen einsteigen können. Als Samurai oder chinesischer Krieger stellen wir uns aus der Verfolgerperspektive tausenden Soldaten der feindlichen Fraktionen. Unsere Aufgabe ist dabei vornehmlich, verschiedene Offiziere des Feindes auszuschalten. Hin und wieder wollen aber auch Verbündete in Not gerettet oder von einem Ort zum anderen eskortiert werden. Obwohl das Spiel für Laien zunächst wie ein reines Schnetzelspektakel wirkt, befindet sich unter der Oberfläche wie in den beiden genannten Franchise-Ablegern ein angemessener taktischer Anspruch. Das heißt, dass wir die Minimap am oberen rechten Bildschirmrand auch stets im Blick behalten sollten, um die nächsten Ziele zu erkennen. Zwar weisen uns auch die Charaktere auf Japanisch mit englischen Untertiteln daraufhin, doch im Schlachtengetümmel ist nicht immer Zeit zum Mitlesen.

Gigantische Charakterriege

Zum Bekämpfen der Gegner können wir nicht nur unsere Waffen verwenden, sondern auch mächtige Zaubersprüche und Spezialangriffe auf die Gegner entfesseln. Während sich die Magieleiste relativ schnell auffüllt, müssen für die Spezialangriffe erst einmal genügend Feinde ins virtuelle Nirwana geschickt werden. Trotz des bekannt repetitiven Gameplays macht gerade das überraschenderweise sehr viel Spaß, da die zusätzlichen Angriffsmöglichkeiten das Geschehen immer mal wieder mit hübschen Effekten und kürzeren Zwischensequenzen in Spielgrafik auflockern. Hieran ist auch der populärkulturelle Einfluss auf das Spiel zu erkennen, da die Inszenierung häufig recht effektreich und bunt ausfällt. Positiv anzumerken ist in diesem Zusammenhang, dass es in den vierten Teil über 170 (einhundertsiebzig!) verschiedene spielbare Charaktere geschafft haben, die mit langsamen, leichten, schnellen oder starken Angriffen und noch viel abwechslungsreicheren Spezialangriffen für reichlich Abwechslung sorgen. Drei davon können wir jeweils mit in eine Schlacht nehmen, um sie im laufenden Gefecht jederzeit auszuwechseln. Im ersten Moment klingt das zwar gut, doch da die Charaktere nicht etwa wie in Samurai Warriors 4 unabhängig voneinander agieren und sich an verschiedenen Stellen des Schlachtfels befinden, fehlt es hier ein wenig an Dynamik.

Angenehme Schnetzelorgie

Obwohl es immer noch eine Menge Spaß macht, zwischen den Charakteren zu wechseln und das Schlachtfeld aufzuräumen, hebelt diese Funktion ein wenig die Spielmechanik aus. Auf diesem Weg können in Windeseile mehrfach Zaubersprüche, Spezialangriffe und der Team-Angriff gekoppelt werden, was selbst die heftigsten Gefechte zu einem Kinderspiel verkommen lässt. Wer ohnehin nur mit derselben dreiköpfigen Truppe spielen möchte, erhält sehr, sehr schnell zu viele Erfahrungspunkte, sodass die Charaktere rasch im Level steigen und mit verteilten Fähigkeitspunkten häufig viel zu mächtig erscheinen. Zu einem gewissen Teil gehört dieses Gefühl der Überlegenheit zum Warriors-Franchise dazu, verringert jedoch stark den Schwierigkeitsgrad. Immerhin lohnt es sich, Schlachten so mehrfach mit anderen Gefährten zu spielen und Materialien zu sammeln, mit denen das Camp ausgebaut werden kann, wofür es weitere Boni hagelt, wenn aus einer Schlacht siegreich hervorgegangen wird. Wer noch einen zweiten Mitspieler findet, kann sich auch im Splitscreen-Modus bei fetziger Musik in die Schlachten stürzen und hat so gleich doppelt so viel Spaß am Schnetzeln. Unter technischen Gesichtspunkten läuft Warriors Orochi 4 auf der PlayStation 4 mit nahezu konstant sechzig Bildern pro Sekunde sehr flüssig, was womöglich auch an der leicht veralteten Grafik liegen mag. Wer davon und von der hanebüchenen Story absehen kann, kommt spieltechnisch in den Genuss einer durchaus angemessenen Schnetzelorgie aus dem Warriors-Universum.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Obwohl ich zum Launch der Nintendo Wii U den dritten Teil der Warriors-Orochi-Reihe ein paar Stunden lang angespielt habe, bin ich erst viele Jahre später richtig zum Franchise gekommen. Warriors Orochi 4 basiert grundsätzlich auf dem Konzept aller Musō-Spiele und wagt sich nur bedingt Neues. Das ist meiner Meinung nach auch gar nicht sonderlich schlimm, da die Schnetzelorgie gerade wegen ihrer funktionierenden Mechaniken jede Menge Spaß macht. Ich schaue mir einfach wahnsinnig gerne an, wie ich mit meinen übermächtigen Charakteren bei fetziger Musik das Schlachtfeld in Windeseile aufräume, immer stärkere Angriffe entfessle und mich schon darauf freue, neue Waffen zu erhalten, mit denen ich noch mehr Schaden anrichten kann. Leider finde ich es etwas ungünstig, dass die Charaktere meines Teams nur durchgewechselt werden können, anstatt dass sie eigene Individuen auf dem Schlachtfeld sind. Dies hebelt den vor allem aufgrund der mauen künstlichen Intelligenz der Computergegner ohnehin schon viel zu niedrigen Schwierigkeitsgrad aus. Ebenso hätte die Story etwas epischer sein dürfen, hier hat also nach wie vor Samurai Warriors 4 die Nase vorn. Nichtsdestotrotz kann auch Warriors Orochi 4 Fans des Franchises und durchaus den einen oder anderen Einsteiger begeistern!

Vielen Dank an Koei Tecmo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Warriors Orochi 4!

Review: Battlefield V

Nachdem Electronic Arts im Jahr 2016 mit Battlefield 1 in den Ersten Weltkrieg aufbrach und damit neue Gefilde in der langjährigen Ego-Shooter-Reihe erschloss, rudert der Publisher mit Battlefield V zurück und schickt uns erstmals seit 2009 wieder in den Zweiten Weltkrieg. Ein Unterfangen, das unterm Strich jedoch zumindest teilweise besser hätte ausfallen können.

Als das Deutsche Reich am 1. September 1939 sein Nachbarland Polen überfiel und damit die Nationen der Erde endgültig in den Zweiten Weltkrieg stürzte, dauerte es nur zwei kurze Tage, bis das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland Adolf Hitlers nationalsozialistische Regime den Krieg erklärte. Mit Sir Winston Leonard Spencer-Churchills berühmter Rede beginnt die Anfangssequenz von Battlefield V und zeigt danach diverse nahtlos ineinander übergehende Gefechte der darauffolgenden sechs langen Jahre, die der Krieg in Europa verschlingen sollte. Diese fallen zwar allesamt sehr kurz aus, sind aber durchweg spielbar. 1940 steht der Nachtangriff britischer Infanterie auf das Dock der norwegischen Stadt Narvik im Mittelpunkt, während das Jahr 1941 mit dem letzten Durchbruch der Deutschen im libyschen Ṭubruq symbolisiert wird. Algerische Landstriche, die deutsche Hansestadt Hamburg und das niederländische Nijmegen sind drei weitere Schauplätze, die in der Einleitung thematisiert werden. Begleitet mit melancholischer Musik wird hier die Sinnlosigkeit des Krieges ausgedrückt. Battlefield V konzentriert sich im weiteren Verlauf der übersichtlichen Kampagne sowie im Mehrspielermodus nur auf den europäischen und nordafrikanischen Raum, der für den Zweiten Weltkrieg nicht unerhebliche Pazifikkrieg wird dabei ausgeklammert. Das ist aber nicht schlimm, denn das Ausmaß des Krieges wird auch sehr verständlich ausgedrückt.

Drei sehr kurze Szenarien

Aufgeteilt ist die Kampagne von Battlefield V in gerade einmal drei einzelne und dazu auch noch sehr kurze Szenarien. Im Kapitel „Unter kleiner Flagge“ wird die so genannte Special Boat Section vorgestellt, die in Nordafrika aktiv war. Der Spieler schlüpft im Jahr 1940 in die Haut von William S. Bridger, dessen Karriere als Bankräuber glimpflich im Gefängnis endete. Gezwungenermaßen soll er als „Freiwilliger“ mit seiner Truppe Munitionslager der Deutschen sprengen, was schlussendlich in reichlich Chaos endet und die Wirren des Krieges beschreibt. Solveig Fia Bjørnstad ist hingegen eine Widerstandskämpferin, die im Szenario „Nordlys“ im norwegischen Rjukan zunächst ihre Mutter Astrid befreien und daraufhin verhindern muss, dass den Nationalsozialisten im Jahr 1943 Deuteriumoxid für den Bau möglicher Atomwaffen in die Hände fällt. Beide Szenarien zeichnen sich dadurch aus, dass ein Teil der spielbaren Abschnitte sehr offen gestaltet sind und damit aus dem Raster des sonst eher schmalspurigen Ego-Shooter-Genres fallen. Das norwegische Szenario erinnert mit seiner Struktur auch an diverse Spionagefilme oder Stealth-Action-Titel. Im dritten und eher etwas lineareren Szenario „Tirailleur“ dreht sich alles um den titelgebenden Tirailleur Deme Cisse, der aus dem Sénégal stammt und für sein „Heimatland“ Frankreich, das er wohlgemerkt nie zuvor gesehen hat, im Herbst des Jahres 1944 in der südfranzösischen Provença kämpfen soll.

Überfällige mutige Entscheidung

Im Gegensatz zu Battlefield 1, in dem gleich fünf Kriegsgeschichten von Beginn an zur Verfügung stehen, ist der Umfang des Einzelspielermodus in Battlefield V leider unverkennbar geschrumpft. Am 4. Dezember 2018 hat Electronic Arts aber noch ein viertes Szenario nachgeliefert, was an dieser Stelle ganz besondere Erwähnung finden sollte. In „Der letzte Tiger“ schlüpft der Spieler erstmals in der Battlefield-Reihe in die Haut eines deutschen Soldaten, in diesem Falle Kommandant Peter Müller. Im Rhein-Ruhrgebiet kämpft er zusammen mit seiner kleinen Gruppe in den letzten Tagen des Krieges gegen die von Südwesten anrückenden US-Truppen. Besonderheit dieses Szenarios ist nicht etwa die, dass fast die ganze Zeit im Panzer gefahren werden darf, sondern viel eher, dass sich endlich mal ein Entwickler traut, den Zweiten Weltkrieg aus der deutschen Sicht zu erzählen. Dies gelingt Entwicklerstudio Digital Illusions Creative Entertainment insofern, dass sie Spielfigur Müller leicht an der nationalsozialistischen Doktrin zweifeln lassen, aber auch Figuren inszenieren, die dem Führer auf Basis ihres Eids blind bis in den Tod folgen. Da alle vier Szenarien jedoch viel zu kurz ausfallen, können sämtliche Persönlichkeiten leider nicht so stark charakterisiert werden, wie sie es eigentlich verdient hätten. Wenn die Anzahl der Szenarien schon minimiert wird, hätten die Entwickler ruhig an deren Länge schrauben und sie tiefgründiger erzählen dürfen.

Abwechslungsarme Ziele

An dieser Stelle sei ergänzend gesagt, dass sich auch Battlefield V vorwiegend an Mehrspieler-Enthusiasten und weniger an Einzelgänger richtet. Zwar sind alle Szenarien ähnlich spannend, mal mehr und mal weniger interessant gestaltet, doch nach circa sieben bis acht Stunden sollte jeder Spieler die Kriegsgeschichten, die im Endeffekt auf irgendwelche explodierenden Stützpunkte oder die Verteidigung einer Basis hinauslaufen, abgeschlossen haben. In puncto Schwierigkeitsgrad sollte dabei zumindest die normale Stufe gewählt werden, da der leichte Schwierigkeitsgrad jedweden Feind zur Schießbudenfigur verkommen lässt. Der Mehrspieleranteil untergliedert sich ebenfalls wie gehabt in mehrere Modi, die sich jedoch sehr stark ähneln. In „Vorherrschaft“ sollen Flaggen erobert und gehalten werden. Nebenher sollen dann noch möglichst viele Abschüsse geliefert werden, um die Infanterie des Gegners soweit es nur möglich ist, zu dezimieren, um die oft hitzige Schlacht für sich zu entscheiden. Im Modus „Durchbruch“ werden der Reihe nach mehrere Sektoren erschlossen, was ebenfalls über die Eroberung von Flaggen geschieht. Des Weiteren gibt es noch den Modus „Frontlinien“, in dem sich das Schlachtfeld dem Titel entsprechend verschiebt. Hinzu kommen der selbsterklärende Team-Deathmatch-Modus und die „großen Operationen“, in denen all das zusammenläuft und über mehrere Spieltage verteilt von den Spielern in Angriff genommen werden darf.

Einzigartiges Kriegsgeschehen

Obwohl es sowohl im Einzelspieler- als auch im Mehrspielermodus am Ende oft aufs Gleiche hinausläuft, unterscheidet sich vor allem das Spielen mit Freunden und unbekannten Spielern aufgrund der Klassen Sturmsoldaten, Sanitäter, Versorgungstrupp und Aufklärer stark, da alle Klassen unterschiedliche Rollen einnehmen. Während Sturmsoldaten vorpreschen, kümmern sich Sanitäter um Verletzte auf dem Schlachtfeld. Wer im Kampf besiegt wird, ist in Battlefield V übrigens nicht gleich völlig handlungsunfähig. Es ist dann immer noch möglich, nach Hilfe zu schreien. Erreicht ein Sanitäter oder gar ein Mitglied der eigenen Truppe in der Nähe den Verwundeten innerhalb einer bestimmten Frist, kann dieser an Ort und Stelle wiederbelebt werden. Ebenfalls gelungen ist die Möglichkeit, nahezu alle Gebäude auf dem Schlachtfeld in Schutt und Asche zu legen. Hat eine Hauswand zuvor physischen Schutz vor feindlichen Einheiten gewährleistet, bleibt nach einem Panzerangriff nicht mehr viel davon übrig. Auch wenn sich die Entwickler für Battlefield V eher unbekannte Schauplätze des Zweiten Weltkriegs ausgesucht haben, gehören die einzelnen Karten, die in ländlichen Gebieten oder mitten in halbintakten Städten zu den besten Maps, die es in Ego-Shootern zu bestaunen gilt. In dieser Disziplin wurde definitiv alles richtig gemacht, weshalb es sich auf kommende Updates absolut zu freuen gilt, die hoffentlich auch die häufigen Verbindungsabbrüche tilgen.

Technische Glanzleistung

In puncto Steuerung gibt es kaum etwas zu meckern: Die typische Ego-Shooter-Steuerung auf dem PC mit Maus und Tastatur funktioniert sehr, sehr gut. Nur das Treffer-Feedback könnte etwas besser ausfallen, denn hin und wieder wird die Spielfigur mit Kugeln durchsiebt und es ist nicht ganz klar, woher diese nun stammen. Die Fahrzeuge fühlen sich ebenfalls nicht immer so an, wie sie es eigentlich sollten. Während wir mit der Panzersteuerung keinerlei Probleme haben, kleben Geländewagen zu stark am Boden. Dies ist aber zu vernachlässigen, da ein Großteil des Spiels ohnehin als Infanterist bestritten wird. Unter technischen Gesichtspunkten ist Battlefield V abermals ein Musterbeispiel geworden, was Digital Illusions Creative Entertainment auf die Beine stellen kann. Sämtliche Texturen sind hochauflösend und auf älteren Mittelklasse-Rechnern läuft Battlefield V ebenfalls noch sehr gut. Auch die Gesichtsanimationen in den Zwischensequenzen wissen zu beeindrucken. Einzig und allein dass in den meisten Zwischensequenzen am oberen Bildschirmrand diverse Bildverschiebungen stattfinden, hätte vermieden werden können. Musikalisch kann uns das Spiel mit einem guten Soundtrack, allen voran im Einzelspielermodus, bei Laune halten. Unterm Strich ist Battlefield V wieder ein sehr guter kompetitiver Mehrspieler-Titel geworden, der es jedoch abermals verpasst hat, das immense Potenzial einer Einzelspieler-Kampagne fast vollständig zu ignorieren.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Battlefield V liefert grundsätzlich einen ähnlichen guten Eindruck wie der letzte große Eintrag der langjährigen Serie. Die Rückkehr zum Zweiten Weltkrieg wurde sich schon seit einigen Jahren gewünscht und nachdem es der wohl größte Konkurrent Activision es mit Call of Duty: WWII vorgemacht hat, zieht Electronic Arts endlich nach. Zwar kann die Einzelspielerkampagne mit ihren eher blassen Charakteren und der viel zu kurzen Spielzeit der einzelnen Szenarien nicht gänzlich überzeugen, doch gibt es auch hier den einen oder anderen erinnerungswürdigen Moment. Wenn beispielsweise das Lied „It’s a long Way to Tipperary“ aus einem alten Grammophon trällert, während dutzende Feinde ins virtuelle Nirwana gepustet werden, ist das vielleicht ein wenig glorifizierend, aber immer noch sehr stimmungsvoll inszeniert. Dennoch wird an allen Ecken und Enden die Sinnlosigkeit des Krieges hervorragend dargestellt. Wer sich gerne online mit Freunden oder unbekannten Spielern auf dem Schlachtfeld tummelt, wird zwar wenig abwechslungsreiche Spielmodi entdecken, dafür aber ein umso engeres Zusammenspiel, eines daraus resultierenden Abwechslungsreichtums und unterschiedliche zerstörbare Schauplätze erleben, die es auch außerhalb der Battlefield-Reihe mit anderen Ego-Shootern problemlos aufnehmen können.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Battlefield V!

Review: Luigi’s Mansion

Luigi’s Mansion aus dem Jahr 2001 gehört zu den wohl besten GameCube-Spielen aller Zeiten. Um den 3DS an seinem möglichen Lebensabend noch ein weiteres tolles Abenteuer zu spendieren, hat Nintendo das Action-Adventure für den kleinen Handheld kurzerhand portiert.

In Luigi’s Mansion übernimmt Marios Bruder Luigi erstmals nach dem unpopulären Mario is Missing! aus dem Jahr 1993 wieder die Hauptrolle in einem Videospiel. Zu Beginn der Story erhält Luigi ein ominöses Schreiben, in dem er anscheinend eine wunderschöne Villa gewonnen hat, ohne jeweils an einem Preisausschreiben teilgenommen zu haben. Also verabredet sich der Klempner daraufhin mit seinem Bruder Mario vor Ort, um den Gewinn zu begutachten. Obwohl sich Luigi im schaurigen Wald vor der Villa, die auch wesentlich düsterer als im Prospekt aussieht, verlaufen hat, wagt er sich danach dennoch – todesmutig wie er ist – in das finstere Gemäuer. Dort macht er Bekanntschaft mit dem Wissenschaftler Professor Immanuel Gidd, der dem schnauzbärtigen Helden erklärt, dass die mysteriöse Villa erst vor zwei Tagen in diesem Wald aufgetaucht ist. Des Weiteren erfährt Luigi von Professor I. Gidd, wie dieser sich auch selbst gerne abgekürzt nennt, dass sich sein geliebter Bruder wohl ebenfalls in das Haus gewagt hat, seitdem aber verschwunden ist. Auch von den vielen Gespenstern, die in der Residenz ihr Unwesen treiben, lässt sich Luigi nicht entmutigen. Dementsprechend bekommt er vom Wissenschaftler die nötigen Utensilien zur Geisterjagd in die Hand gedrückt, woraufhin das Abenteuer nach einer etwas zähen Einleitung im Laboratorium endlich beginnen kann.

Einmaliges Gruselabenteuer

Nachdem das Spiel in die Gameplay-Mechanik eingeleitet hat, stünden Luigi und dem Spieler das ganze Herrenhaus offen, wären da nicht die zahlreichen verschlossenen Türen. Das heißt, dass die Spielwelt sich mit ansteigender Spieldauer peu á peu erweitert, da gefangene Geister in der Regel einen Schlüssel hinterlassen, mit denen anderweitig verschlossene Türen geöffnet werden können. Obwohl die Villa sehr überschaubar gestaltet ist, bietet sie gerade deswegen ein einmaliges Erlebnis. Alle Räume sind verschiedenen Thematiken zugeordnet, die sich auch in ihren Bewohnern widerspiegeln. In der Bibliothek gibt es einen Geist, der in seine Bücher vernarrt ist. Im Kinderzimmer wollen hingegen ein paar schemenhafte Gestalten mit Luigi Verstecken spielen. Abwechslung wird durchaus groß geschrieben und so wirken sich Architektur und Inneneinrichtung des Herrenhauses bewusst auf die Spielbarkeit aus, da sich der Spieler die Positionen aller Räume sehr schnell einprägen kann. Überall in der Spielwelt lassen sich zudem Edelsteine, Goldmünzen und jede Menge Geldnoten finden, wenn Luigi nur ordentlich Staub aufwirbelt. Das angesammelte Vermögen erfüllt zwar keinen besonderen Zweck im eigentlichen Spielverlauf, nach dem Abspann gibt es fürs Sammeln aber eine kleine Belohnung, die besonders Fans von Wario Land vom Game Boy bekannt vorkommen dürfte.

Einzigartige Gespensterjagd

Um Mario aus den Fängen der Geister zu befreien, müssen alle Bewohner des Schlosses gefangen werden. Dies geschieht mit dem auf den Namen Schreckweg 08/16 getauften Staubsauger. Während das Fangen der kleineren Geister noch relativ leicht ist, indem sie zuvor ganz einfach mit der Taschenlampe angeleuchtet werden, muss bei den individuelleren Gespenstern hingegen eine Taktik angewendet werden. Hilfestellungen gibt der Game Boy Horror, mit denen aus der Ego-Perspektive das Herz eines Geistes durchleuchtet werden kann, um wertvolle Tipps zu erhalten. Im mittleren Teil des Spiels gibt es beispielsweise einen hungrigen Geist im Speisesaal, der von seinen Dienern unaufhörlich mit Delikatessen aus der benachbarten Küche beliefert wird. Um diesen Geist einfangen zu können, müssen zunächst einmal die Diener im Magen des Staubsaugers landen. Im Verlauf des Spiels kommen zudem noch die Elemente Feuer, Wasser und Eis hinzu, um die rätselbespickte Geisterjagd noch ein wenig tiefgründiger zu gestalten. Während die 3DS-Portierung in puncto Atmosphäre dem Original in so gut wie nichts nachsteht, ist die Präsentation zumindest diskussionswürdig. Transparenz- und Schatteneffekte wirken beispielsweise nicht mehr ganz so stark wie auf dem GameCube, auch wenn Lichteffekte und Texturen auf dem 3DS allgemein kräftiger ausfallen.

Zwei Versionen, zwei Steuerungsmethoden

Steuerungstechnisch ist der Titel auf dem GameCube deutlich besser spielbar, da dem Spieler ein brauchbarer C-Stick zur Verfügung steht. Besitzer eines Circle Pad Pro oder gar eines New 3DS haben zwar ebenfalls Zugriff auf eine ähnliche Steuerungseinheit, doch fühlt sich vor allem die Eingabemethode auf dem New 3DS viel zu unempfindlich an. Besonders in brenzligen Situationen, wenn beispielsweise ein Geist aus der Decke schießt, wird der Spieler ein klein wenig benachteiligt. Es gibt aber immerhin die Möglichkeit, den 3DS nach vorne oder nach hinten zu kippen, um Taschenlampe und aktivierten Staubsauger auf die Gegner zu richten und dem Problem so ein wenig Abhilfe zu schaffen. Eine weitere Änderung gibt es bei der Intensität des Aufsaugens von Staub und Geister, sowie beim Ausspucken der Elemente: Während der GameCube-Controller über analoge Schultertasten verfügt, um die Wirkungsstärke zu regulieren, ist dies auf dem 3DS mit seinen digitalen Schultertasten nicht möglich. Den eigentlichen Spielfluss tangiert das zwar nicht, dennoch verliert das Spiel somit ein wenig seiner Originalität. Wer die GameCube-Fassung noch besitzt, muss sich die 3DS-Version nicht unbedingt zulegen, da sich beide Ausgaben inhaltlich als auch technisch nichts nehmen und bis auf die technische Umsetzung und die eine oder andere Amiibo-Spielerei identisch sind. Alle, die Luigi’s Mansion noch nicht gespielt haben, sollten spätestens jetzt zugreifen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der GameCube- und der 3DS-Fassung): Luigi’s Mansion war im Jahr 2002 zum europäischen Launch des GameCubes zugleich auch mein erstes Spiel der Konsole, womit ich den Titel in der 3DS-Fassung zum wiederholten Male durchspiele. Die Spielzeit ist mit circa fünf bis sieben Stunden für den ersten Spieldurchgang zwar recht überschaubar, doch ist diese Zeit aufgrund einer einzigartigen Spielwelt und dem individuellen Gegnerdesign sehr gut investiert. Daran hat sich auch an der 3DS-Fassung aus dem Jahr 2018 nichts geändert. Nach wie vor macht es Spaß, mit dem Angsthasen Luigi durch die Villa zu stapfen, einen Gegner nach dem anderen einzufangen, die weitgehend optionalen Buu Huus aufzusaugen und jede Menge Geld einzusammeln. Unter technischen Gesichtspunkten halten sich beide Versionen die Waage. Das einzige für mich deutlich spürbare Manko ist die Steuerung der 3DS-Fassung, denn einerseits ist der C-Stick des New 3DS viel zu lahm, um in brenzligen Situationen zu reagieren und zum anderen vermisse ich die kleine Spielerei mit den analogen Schultertasten des GameCube-Controllers. Dies ist jedoch nur der kalte Tropfen auf den heißen Stein, denn in allen anderen Belangen kann auch die Portierung für den 3DS von vorne bis hinten durchgehend an den Bildschirm fesseln!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Luigi’s Mansion!

Prime Time: Taiko no Tatsujin: Drum ’n‘ Fun! Bundle (Unboxing)

Vor einigen Wochen haben wir euch das Nintendo-Switch-Spiel Taiko no Tatsujin: Drum ’n’ Fun! im Rahmen einer Preview bereits vorgestellt. Heute möchten wir euch das Unboxing-Video unseres Chefredakteurs nachreichen, der lange auf das Spiel gewartet hat und euch im Rahmen des Videos erklärt, was sich alles im Lieferumfang des Bundles befindet. Viel Spaß beim Anschauen!

Prime Time: Super Smash Bros. Ultimate (Limited Edition, Unboxing)

Am 7. Dezember 2018 veröffentlichte Nintendo endlich Super Smash Bros. Ultimate für die Nintendo Switch. Fan der zweiten Stunde, unser Chefredakteur Eric, hat sich die Limited Edition des Spiels gegönnt und stellt euch deren Umfang in unserem Unboxing-Video vor. Welche nostalgischen Gefühle ihn dabei übermannen und über welchen veröffentlichten Titel er sich noch freut, erfahrt ihr in unserem Video. Viel Spaß beim Ansehen!

Review: Texhnolyze (Collector’s Edition)

Häufig gibt es Anime, die mit experimentellen Gestaltungsweisen auf sich aufmerksam machen wollen. Selten handelt es sich dabei jedoch um eine Serie mit mehr als zwanzig Episoden, wie es bei Texhnolyze von Animationsstudio Madhouse aus dem Jahre 2003 der Fall ist.

Texhnolyze macht von der ersten Minute an keinen Hehl daraus, den Zuschauer eine heile Welt vorzuspielen. In dieser Anime-Serie handelt es sich um das genaue Gegenteil, denn die Gesellschaft hat sich in eine völlig andere Richtung entwickelt und das wird auch genauso unkaschiert dargestellt. Das Erscheinungsbild des Universums kann von Beginn als ein sehr dystopisches Abbild der Realität eingestuft werden und reiht sich damit zugleich in die Riege von diversen Cyberpunk-Filmen und -Serien ein. In der Welt von Texhnolyze dreht alles um die titelgebende Texhnolyze-Technologie. Diese ist deshalb so bedeutend, weil es für die Menschen – zumindest in der Theorie – möglich ist, ihre Körperteile gegen künstliche auszuwechseln. Dies hat den netten Nebeneffekt, dass das eigene Leben verlängert werden kann. Es ist daher wohl auch kaum verwunderlich, dass Texhnolyze die Gesellschaft spaltet: Aufgrund dessen, dass die Technologie teuer ist, profitieren nur die Privilegierten davon. Ihre neuen Körperteile sind deshalb sowohl Luxus als auch Statussymbol. Allgemein herrscht jedoch Armut in der Welt von Texhnolyze, die auf die technische Errungenschaft zurückzuführen ist. Durch den häufigen Einsatz von diversen Elementen des Cyberpunk-Genres bleibt die Welt bis zum sehr philosophisch hinterfragten Ende der Serie düster und regelrecht hoffnungslos.

Umherirrende Seelen in einer hoffnungslosen Welt

Handlungsort von Texhnolyze ist die fiktive Untergrundstadt Lukuss, in der die ausweglose Lage noch dazu mit reichlich Gewalt, ausgelöst von verschiedenen dominierenden Banden und Organisation, unterlegt wird. Die meiste Zeit über wird die Geschichte von Texhnolyze sehr ruhig erzählt. Beispielsweise kommt die erste Hälfte der ersten Episode ohne Dialoge aus – selbst in späteren Folgen sind längere Phasen ohne gesprochenen Text absolut keine Seltenheit. Erzählt wird die Geschichte aus mehreren Perspektiven von diversen Figuren, die sich im Verlauf der Story mehrfach begegnen oder gar Teile ihres Wegs miteinander teilen. Unter anderem wird der Leidensweg von Ichise gezeigt, der zu Beginn der Handlung seinen Arm und sein Bein verliert. Von der Wissenschaftlerin Kamata Eriko wird er kurz darauf mit der nötigen Technologie ausgestattet, was zu einem inneren Konflikt führt. Hier prallen sein Überlebenswillen und seine Ablehnung Texhnolyze gegenüber aufeinander. Interessant ist auch der Charakter Yoshii Kazuho, der unterwegs auf das kleine Blumenmädchen Ran trifft, die in die Zukunft blicken kann. Über seine Absichten wird der Zuschauer anfangs arg im Dunkeln gelassen, er selbst will auch nicht, dass Ran ihn über seine Zukunft belehrt. Story und Charaktere ergänzen sich auf dieser Ebene, ohne viele Worte zu verlieren, hervorragend.

Experimentelle Gestaltungsweisen

Eines der wichtigsten optischen Kriterien ist die Gewalt, die sehr stark übertrieben und häufig sogar stilisiert dargestellt wird. Dazu gesellen sich dunkle beziehungsweise triste Farben, die höchstens von elektrischem Licht durchdrungen werden. Wenn die Farbe Rot eingesetzt wird, ist meistens das ganze Bild davon betroffen. Helle Farben sind aber stets in der Unterzahl, im großen Finale wird aus erzähltechnischen Gründen aber steter Gebrauch davon gemacht. Ein weiterer wichtiger Punkt sind die meist sehr ruhigen Kamerafahrten und meist sehr starren Kameraeinstellungen. Die verschiedenen Darstellungsmethoden sind wie schon bei Serial Experiments Lain als sehr experimentell einzustufen, was so auch auf den Rest der Serie übertragbar ist. Somit verkommt auch die Musik zur Nebensache, denn meist sind es nur die Soundeffekte wie Schüsse einer Maschinenpistole, der Schrei eines Sterbenden oder auch nur die industriellen Fabrikgeräusche, die überaus häufig im Vordergrund stehen. Auch wenn der japanische Originalton alleine aufgrund der Klangqualität zu bevorzugen ist, kann die deutsche Synchronisation mit talentierten Sprechern wie Erich Räuker oder Stefan Gossler, die in Anime-Produktionen nur selten zu hören sind, überzeugen. Bonusmaterial liegt, wie für Nipponart typisch, nur in Form eines kleinen Posters und einer Stickers bei. Das ist schade, experimentierfreudige Anime-Fans werden sich davon aber kaum vom Kauf abhalten lassen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Texhnolyze erzählt zwar keine durch und durch stringente Handlung eines bestimmten Helden, doch das muss die Anime-Serie auch gar nicht schaffen. Sie ist in allen Belangen als sehr experimentell einzustufen, sodass eher das Universum als die Akteure in diesem im Mittelpunkt steht. Von der ersten Minute an zeichnet Texhnolyze auf diesem Weg ein düsteres, gar hoffnungsloses Szenario, aus dem es kein Entkommen gibt. Die düstere Atmosphäre der Cyberpunk-Anime-Serie paralysiert vom ersten Augenblick an und lässt einen bis zum Ende nicht mehr los. Zunehmend hinterfragen die Figuren ihre Welt mit philosophischen Gedanken oder werden mit diesen konfrontiert. Hinzu kommt der aufs Nötigste reduzierte Einsatz von Musik, die eher Soundeffekte für sich sprechen lässt. Ebenso ist es den ruhigen Kamerafahrten und starren Kameraperspektiven geschuldet, die Texhnolyze zu einem sehr einzigartigen Genuss für experimentierfreudige Anime-Zuschauer macht, der garantiert nicht so schnell von diesen vergessen werden kann.

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Texhnolyze (Collector’s Edition)!

© RONDO ROBE TEXHNOLYZE COMMITTEE. All rights reserved. (Bildmaterial)

Gewinnspiel (4. bis 26. Dezember 2018)

Mit großen Schritten kommt das alljährliche Fest der Liebe auf uns zu – und um euch die Vorweihnachtszeit ein wenig zu versüßen, veranstalten wir in freundlicher Zusammenarbeit mit Nintendo und Bandai Namco ein kleines Gewinnspiel. In diesem Jahr verlosen wir zwischen dem 4. und 26. Dezember 2018 einmal das Nintendo-Switch-Spiel Super Smash Bros. Ultimate und einmal Dark Souls Remastered, ebenfalls für die Switch. Um am Gewinnspiel teilnehmen zu können, habt ihr zwei Möglichkeiten, die ihr miteinander kombinieren dürft, um Gewinnspiellose zu sammeln und so eure Gewinnchancen zu erhöhen:

  1. Verratet und begründet uns unter diesem Beitrag auf unserer Internetseite, ob ihr euch lieber in Super Smash Bros. Ultimate prügelt oder ob ihr euch lieber in Dark Souls Remastered in dunkle Dungeons voller Gefahren wagen wollt. Je nachdem für welche Erklärung ihr euch entschieden habt, erhaltet ihr im Falle eines Gewinns das dazu passende Spiel. Unentschlossene dürfen zwei Begründungen einreichen und die Gewinnchance so verdoppeln. (Je Begründung = 5 Lose, maximal 10 Lose pro Teilnehmer)
  2. Verratet uns auf unserer Facebook-Seite unter dem Gewinnspielbeitrag, der am 4. Dezember 2018 um 18 Uhr freigeschaltet wurde, ob ihr lieber Super Smash Bros. Ultimate oder lieber Dark Souls Remastered gewinnen wollt. Dazu dürft ihr noch bis zu acht Freunde in eurem Kommentar verlinken, um eure Gewinnchancen zu erhöhen (Grundteilnahme = 2 Lose, jeder verlinkte Freund = 1 Los; maximal 10 Lose pro Teilnehmer)

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens das achtzehnte Lebensjahr vollendet und ihren Erstwohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben. Minderjährige Nutzer benötigen eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten. Mitarbeiter von Gameplay Gamers, Bandai Namco und Nintendo sind von der Verlosung ausgeschlossen. An der Verlosung nehmen alle Personen teil, welche die gewünschten Anforderungen erfüllen. Erfüllt kein Teilnehmer die Anforderungen, werden die Gewinne unter allen Teilnehmern gleichermaßen verlost. Die Gewinner der Verlosung werden nach Ablauf des Gewinnspiels ab dem 27. Dezember 2018 informiert. Sie haben anschließend 72 Stunden Zeit, sich bei uns zu melden. Andernfalls erhalten nach denselben Gewinnspielregeln andere Teilnehmer die Chance auf den Gewinn. Aus Datenschutzgründen werden die Gewinner namentlich nicht auf Gameplay Gamers oder Facebook erwähnt. Sie dürfen sich dort aber sehr gerne selbst als solche zu erkennen geben. Teilnahmeschluss ist der 26. Dezember 2018, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Prime Time: PlayStation Classic (Unboxing)

Am 3. Dezember 1994 wurde in Japan die erste PlayStation veröffentlicht. Pünktlich zu ihrem jährlich – mehr oder weniger – zelebrierten Geburtstag veröffentlichte Sony am 3. Dezember 2018 die PlayStation Classic Mini. Chefredakteur Eric hat sich von der eher negativen Berichterstattung im Vorfeld nicht verschrecken lassen und die Retro-Konsole pünktlich zum Release ausgepackt. In unserem Unboxing-Video erfahrt ihr, was sich alles im Lieferumfang befindet, ob die Konsole im Miniaturformat optisch besticht und wie sie sich unter haptischen Gesichtspunkten anfühlt. Viel Vergnügen beim Anschauen unsere Unboxing-Videos!

Review: Fairy Tail (Box 4, Episoden 73–98)

Nachdem die dritte Serienbox der Anime-Serie Fairy Tail im Juni 2018 im deutschsprachigen Raum veröffentlicht wurde, folgte die vierte Volume aus dem Hause Kazé Anime nur wenige Monate später im September 2018, die storytechnisch überraschenderweise glänzen kann.

Wie so oft auch, beginnt die Story eines Fairy-Tail-Episodenpakets mit ein paar Folgen, die in keinem wirklichen Zusammenhang zum großen Ganzen zu stehen scheinen. So beginnt die 73. Episode und somit die erste Folge dieser Ausgabe mit dem japanischen Konzept der Kirschblütenschau, das wohl auch im Königreich Fiore ein alljährliches und groß aufgezogenes Ereignis ist, auf das sich ganz besonders Lucy Heartfilia freut. Zwei Episoden später steht wiederum ein Wettrennen im Mittelpunkt, das gleich einen ganzen Tag andauert und den Einsatz von Magie untersagt, was den Magiern natürlich nicht gelegen kommt. Kurz darauf kehrt auch noch der wohl stärkste Magier der titelgebenden Gilde Fairy Tail zurück nach Hause, um von seinem Auftrag zu berichten. Da seine Zauberkraft allerdings so immens stark ist, wird eine Mauer zum Schutz in der Stadt errichtet. All diese Geschichten sind schön erzählt, gut inszeniert und bringen nach den ausufernden Kämpfen in der letzten Serienbox frischen Wind ins Franchise. Auch wenn die anfänglichen Episoden kaum zum Vorantreiben der Story gedacht sind, kann vor allem der anschließende Handlungsstrang überzeugen. Nachdem die erste und dritte Volume der Serie so ihre Startschwierigkeiten hatten, kann die Geschichte der Serie in der vierten Serienbox auf einmal voll und ganz zünden. Eine fantastische Wendung!

Katzen, Katzen, Katzen!

Im Mittelpunkt des Handlungsstrangs stehen die beiden fliegenden Katzen Happy und Charle, die in einer Paralleldimension mehr über ihre Herkunft erfahren und welche Rollen sie in Fiore gespielt haben. In der Edolas genannten Welt werden sie als Exceed-Katzen bezeichnet, die dort über den Menschen stehen und als göttliche Wesen, den Engeln nicht unähnlich, verehrt werden. Exceed-Katzen nutzen jedoch ihre Macht, um die Menschen zu unterdrücken. Da es sich bei Edolas um eine Paralleldimension handelt, in die Natsu Dragneel und seine Freunde reisen, müssen sie auch stets auf der Hut sein, ihr Gegenbild zu finden. Zum Beispiel ist Erza Scarlet in Edolas, anders wie in Fiore, ihre Feindin, die den Exceed-Katzen treu ergeben ist. Wie in den Science-Fiction-Serien des Star-Trek-Franchises gelingt es auch A-1 Pictures und Satelight, das spannende Szenario in Anime-Form umzusetzen. Gepaart wird das Spektakel, das abermals 26 Episoden á 24 bis 25 Minuten umfasst, mit dem bekannten Humor, über den sich Serienkenner nach wie vor beömmeln dürfen. Fans der vierbeinigen Stubentiger freuen sich auch darüber, in einigen Episoden eine Katze nach anderen erblicken zu dürfen. Darüber hinaus gibt es wieder zahlreiche Kämpfe zu bewundern, die dieses Mal allerdings wesentlich besser in die Handlung eingewoben sind und nicht mehr so lose aneinandergereiht wirken.

Traditionelle Aufmachung

Fairy Tail baut in den vorliegenden Episoden auf dem technischen Grundgerüst der bisherigen drei Volumes auf. An der typischen Full-HD-Auflösung hat sich ebenso wenig geändert wie am bildschirmfüllenden 16:9-Format. Grundsätzlich herrschen bei den Figuren und einzelnen Objekten satte Farben vor, nur Umgebungen und Hintergründe wirken etwas blasser. Durch den Wechsel des Handlungsortes, der in einem Stil gehalten ist, erhält die Blässe eine ganz besondere Note. Ein wenig schade ist es nur um die Animationen, denn diese wirken teilweise noch zu einfach, befinden sich aber immer noch auf demselben Niveau wie bei den Episoden der dritten Serienbox. Die beiden Tonspuren in DTS-HD Master Audio 2.0 überzeugen mit der typischen Qualität, in der die mannigfaltigen Soundeffekte genauso wie die Musik, die auf den bekannten Stücken der bisherigen Serie setzt und teilweise mit Chorgesang ergänzt, punkten. Stets passt der Soundtrack zum recht turbulenten Geschehen und sowohl die deutschen als auch die japanischen Synchronsprecher können die wahnwitzigen Szenen genauso überdreht betonen. Digitales Bonusmaterial gibt wie schon bei der dritten Volume nicht, dafür gibt es in traditioneller Form ein kleines Booklet mit einem Episodenguide obendrauf. Beinharte Fans freuen sich unterm Strich noch überein Klebe-Tattoo und einen Magneten mit Happy-Motiv.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit der Anime-Serie Fairy Tail ist es in der Aufteilung in gestaffelte Volumes ein ständiges Auf und Ab. Während die ersten Episoden in der ersten Serienbox halbwegs gut einleiten konnten, funktionierte die Story in der zweiten Volume wesentlich besser und enttäuschte dann in der dritten Ausgabe mit unverhältnismäßig langen und lose aneinandergereihten Kämpfen. Ulkigerweise ist das Konzept der mittlerweile vierten Volume wieder so interessant, dass sich Handlung und Kämpfe die Waage halten und die bisher besten Episoden des Franchises bilden. Die Hoffnung, dass es bergauf geht, hat sich durchweg bezahlt gemacht, denn bis vielleicht auf die anfänglichen Episoden dieser Serienbox, die kaum bis gar nicht zur Rahmenhandlung beitragen, sind alle Folgen stets sehr unterhaltsam und mit dem typischen Humor unterlegt. Hoffentlich knüpft die fünfte Serienbox an diesem Konzept an, denn ein weiteres Mal in ein Tief zu fallen, wäre wohl für jeden Fairy-Tail-Fan ein Schlag ins Gesicht. Wer bis hierhin durchgehalten hat, wird mit der vierten Volume definitiv die bisher besten Episoden der Serie erleben!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fairy Tail (Box 4, Episoden 73–98)!

Prime Time: Bleach (Box 5, Unboxing)

Vor einiger Zeit haben wir euch die fünfte Volume der Anime-Serie Bleach im Rahmen eines Reviews vorgestellt. Damit ihr traditionell auch über die Beschaffenheiten der physischen Fassung informiert werdet, zeigt euch Eric in seinem Unboxing-Video die optischen und haptischen Merkmale der fünften Box. Viel Vergnügen!

Review: Railway Empire

Bereits im Januar 2018 veröffentlichte Kalypso Media das Eisenbahnaufbausimulationsspiel Railway Empire. In den darauffolgenden Monaten folgten Updates und zwei Erweiterungen, die den Titel weiter ausgebaut haben – und so wunderbar ein längst vergessenes Konzept wiederbelebten, das in den letzten Jahrzehnten eher weniger Beachtung gefunden hat.

In Railway Empire spielen wir zu Beginn grob die Geschichte des US-amerikanischen Eisenbahnbaus in den 1860er-Jahren nach und treffen ebenfalls auf historische Persönlichkeiten wie Thomas Clark Durant, der wesentlich zum Bau der Eisenbahn beigetragen hat. An vielen Stellen ist das Spiel aber nicht detailliert respektive historisch genug und nimmt sich einige Freiheiten, die sich zum Beispiel in der Gestaltung der Architektur oder technischen Innovationen hier und da widerspiegeln. Neben der Haupthandlung, in der es hauptsächlich darum geht, das Unternehmen Union Pacific Railroad zum Erfolg zu führen, gibt es allerdings auch noch weitere Szenarien, die im Zeitraum 1830 bis 1930 stattfinden. Durch die kostenpflichtigen Zusatzinhalte, die in den letzten Monaten erschienen sind, kommen noch Kanada und Mexiko als weitere Handlungsorte hinzu. Das heißt, dass wir uns mit verschiedenen Herausforderungen und zeitlich bedingt dem technischen Fortschritt auseinandersetzen müssen. So wurden die Dampflokomotiven in diesen hundert Jahren von Jahrzehnt zu Jahrzehnt leistungsstärker, was sich im Spiel schließlich am schneller wachsenden Profit bemerkbar macht. Geld ist auch der Dreh- und Angelpunkt des Spiels, denn nur wenn wir bestimmte Ziele erreichen, werden wir mit Prämien belohnt. Diese sind jedoch nur ein Teil des Gewinns, denn hauptsächlich machen wir den Umsatz mit dem Transport von Reisenden und natürlich Gütern, die von einem Ende der Staaten zum anderen gebracht werden wollen.

Kreislauf des Geldes

Kern des Spiels ist der Aufbau des Schienennetzes, der mit zahlreichen Aufgaben und Eigenheiten einhergeht. So ist es in Railway Empire nicht möglich, einfach nur eine Eisenbahnstrecke durch den mittleren Westen zu legen: Zunächst muss am Zielpunkt ein Bahnhof errichtet werden, damit die Strecke überhaupt erst verlegt werden kann. Anschließend können wir die beiden Orte ganz bequem miteinander verbinden, woraufhin automatisch eine Strecke generiert wird. Auch wenn diese Strecke zunächst sinnvoll erscheint, sollten wir stets kleine Feinkorrekturen vornehmen, um den möglichst günstigsten Preis zu erzielen oder die effizienteste Route zu kreieren, denn auch Zeit ist schließlich Geld. Sobald zwei Orte erst einmal miteinander verbunden sind, sollten wir schleunigst eine Lokomotive erwerben und einen Beförderungsplan erstellen. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, in der Nähe von Farmen und anderen Betrieben Bahnhöfe zu errichten, die angefahren werden können, um Waren zu transportieren. Ausschließlich in leider etwas zu verschachtelten Menüs der einzelnen auch in der Wirklichkeit existierenden Städte wie Cheyenne oder Denver erfahren wir mehr über die Bedürfnisse der ansässigen Bevölkerung, sodass die Fahr- und Beförderungspläne unserer Eisenbahnlinien daran rasch angepasst werden sollten, damit wir schnellere und höhere Gewinne erzielen können. Mit gefülltem Bankkonto können wir dann wiederum neue Bahnhöfe bauen, Eisenbahnstrecken verlegen und sogar in den Städten die Industrie ankurbeln.

Auf dem Weg zum Tycoon

Pro im Spiel vergangenen Monat erhalten wir zudem Technologiepunkte, die wir über einen verzweigten Technologiebaum in neue Innovationen investieren können. Beispielsweise ist es so möglich, effizientere Lokomotiven zu bauen, die unsere Umsätze wiederum etwas stärker ankurbeln. Das regelmäßige Freischalten von neuen Entwicklungen lohnt sich also immer, vor allem da ab einem bestimmten Zeitpunkt im Spiel auch die Konkurrenz mitmischen will, die unserem Unternehmen die Anteile am Markt abluchsen will. Grundsätzlich funktioniert die künstliche Intelligenz gut, auch wenn sie beim Transport Vorteile hat und nicht darauf achten muss, dass eine Strecke gerade nicht befahren wird. Das ist jedoch nur der kalte Tropfen auf dem heißen Stein, denn Railway Empire macht dennoch jede Menge Spaß. Dies liegt allen voran am sehr einsteigerfreundlichen Konzept, da in der Kampagne alle Elemente gut, aber auch nicht zu gut erklärt werden, sodass wir am Anfang zudem ein wenig herumtüfteln müssen, um alle Einstellungen zu finden. Optisch kann das Spiel mit einem charmanten, wenn auch leicht veralteten, realistischen Grafikstil überzeugen. Akustisch gibt es passende Westernmusik und tolle deutsche Synchronsprecher wie Eberhard Haar auf die Ohren. Mit der intuitiven Steuerung per Maus und Tastatur können alle Nachwuchs-Tycoons oder ältere Semester, die schon mit Sid Meier’s Railroads oder der Railroad-Tycoon-Reihe Spaß hatten, kinderleicht ein Eisenbahnimperium am heimischen Rechner errichten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Railway Empire ist ein fast rundum gelungenes Aufbauspiel, das sich mit dem nordamerikanischen Eisenbahnbau beschäftigt. Die Story, die sich leicht an realen Tatsachen orientiert, kann zwar getrost vernachlässigt werden, dennoch sind Kampagne und Szenarien sehr atmosphärisch inszeniert und stets motivierend gestaltet. Nach einer halbwegs kurzen Eingewöhnungsphase können Eisenbahnstrecken kinderleicht verlegt, Güter von den Produktions- zu den Verarbeitungsstätten und Personen von einer Stadt zur anderen transportiert werden. Nach und nach gilt es wie im Rausch immer mehr Güter zu befördern und zudem auch noch auf die Konkurrenz zu achten. Ein paar Minuspunkte sammelt der Titel allerdings einerseits mit der künstlichen Intelligenz, die es sich hin und wieder zu einfach mit dem Warentransport macht und andererseits mit teils unnötig verschachtelten Menüs, die erst einmal durchschaut werden wollen und auch nach vielen Spielstunden durch im Hintergrund aktualisierte Bedürfnisse der Bevölkerung nerven können . Dies ist aber bei Weitem nicht so schlimm, wie es im ersten Moment klingen mag. Durch die stimmungsvolle Spielwelt kommen sowohl Fans von Simulationen, Kenner der spielerischen Vorbilder und selbst Liebhaber der Fernsehserie Hell on Wheels voll und ganz auf ihre Kosten!

Vielen Dank an Kalypso Media für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Railway Empire!

Review: Old Man’s Journey

Point-and-Click-Adventures bieten sich auf Plattformen mit Touchscreen-Funktionen an. Auf der Switch wurde der einstige PC- und Mobile-Titel Old Man’s Journey aus dem Jahr 2017 Mitte Februar 2018 veröffentlicht und erzählt auch hier den Lebensweg eines älteren Herrn.

In Old Man’s Journey erhält der titelgebende Protagonist zu Beginn seiner Reise einen Brief. Was in dem Schreiben steht, wird dem Spieler passiv mit Gestik, Mimik und der akustischen Untermalung mitgeteilt. Von einem traurigen Ereignis geprägt, packt der alte Mann seine sieben Sachen und zieht hinaus in die Welt. Old Man’s Journey möchte von Beginn an anders sein und schafft dies vor allem mit seiner Erzählweise, die durchweg ohne Dialoge auskommt. Stattdessen wird die Geschichte vor allem mit Rückblenden vorangetrieben, die am Ende eines jeden der fünfzehn Levels darauf wartet, angeschaut zu werden. Ausgelöst werden diese durch bestimmte Objekte, mit denen der Spieler interagieren kann. Werden zum Beispiel die Glocken einer alten Kirche geläutet, erinnert sich der Protagonist an seine Hochzeit. Andere Erlebnisse führen wiederum dazu, dass die Geburtstagsfeier seiner Tochter oder eine Segelreise um die Welt vor seinem geistigen Auge abläuft. Sämtliche Flashbacks finden in einer chronologischen Reihenfolge statt, sodass am Anfang glückliche Momente dominieren, die mit der Zeit jedoch ins Tragische abdriften. Passend dazu verändert sich auch die farbliche Gestaltung der Levels. Während zu Beginn helle Farben Fröhlichkeit versprühen, sind es in der zweiten Hälfte eher trübe Töne, die die Reise zu einem melancholischen Erlebnis machen.

Einprägsame Reise

Es gibt im Spiel jedoch keine klassischen Rätsel, die mit dem Jonglieren von Items zu tun haben und vielleicht von typischen Point-and-Click-Adventure-Fans erwartet werden. Stattdessen kann der Spieler mittels eines Cursors bestimmte Hügel, Straßen oder Brücken greifen und sie auf diesem Wege verkleinern oder vergrößern. So und nicht anders kann anschließend der alte Mann auf eine bestimmte Position manövriert werden, nur um anschließend vorherige Stellen erneut zu greifen und anders einzustellen. Dies geschieht durchweg ohne Zeitdruck, auch wenn an manchen Stellen hektisch die Schienen für einen Zug in der zweidimensionalen Spielwelt gelegt werden müssen – der Zug bremst und hält einfach so lange, bis die Schienen korrekt positioniert sind. In späteren Spielabschnitten kommen noch Ziegen dazu, die von der Weide gescheucht werden wollen. Ebenfalls dürfen manche Hügel zu Abhängen geformt werden, damit Steinräder auf diesen herunterrollen können und so Mauern zum Einsturz bringen, die zuvor den Weg des Mannes blockiert haben. Zwar funktionieren fast alle Rätsel gut, doch fühlen sie sich nach einem Drittel der kurzen Spielzeit von circa neunzig Minuten repetitiv an. Der schöne Artstyle des Spiels macht das Manko aber schnell wieder wett, sodass der Titel zusammen mit der jederzeit passenden Musik zu einem kurzweiligen Vergnügen wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Switch-Fassung): Old Man’s Journey ist ein Spiel, das von Beginn an anders sein möchte als vergleichbare Titel des Genres. Das Abenteuer des titelgebenden alten Mannes erzählt sich primär über Rückblenden, die ausgehend von einem tragischen Ereignis in der Gegenwart seinen Lebensweg in chronologischer Reihenfolge aufarbeiten. Hochzeit, Vaterschaft und Selbstfindung sind nur ein paar der Elemente, die in der Geschichte von Old Man’s Journey von Bedeutung sind. Jederzeit ist der Drang da, mehr über sein Leben und das Erlebnis, das ihn zum zurückgezogenen Mann werden ließ, zu erfahren. Leider funktioniert das Spiel nur in der Erzählweise, nicht jedoch im Gameplay. Schon nach einer halben Stunde Spielzeit ist die Kernessenz der Rätselmechanik begriffen – danach sind die Denkaufgaben nichts weiter als lästige Steine auf dem Weg zum Ziel. Obwohl die Rätsel mit der Zeit mit zusätzlichen Elementen erweitert werden, fehlt auf lange Sicht gesehen die Abwechslung. Die braucht der Titel vielleicht auch nicht, da er aufgrund fehlender Kopfnüsse schon nach neunzig Minuten durchgespielt ist und keinen Grund liefert, mit dem alten Mann erneut auf eine Reise zu gehen, die schon beim ersten Erleben jeden Spieler prägen kann.

Review: Persona non grata

Der Begriff „Persona non grata“ bezeichnet eine Person im diplomatischen Dienst, die nicht mehr im Gastland erwünscht ist. Um eine solche Persönlichkeit geht es im gleichnamigen Film aus dem Jahr 2015, genauer gesagt um den japanischen Diplomaten Sugihara Chiune.

Persona non grata erzählt die Geschichte von Sugihara Chiune, der im Dienste Japans stand und in vielen Ländern Asiens und Europas arbeitete und lebte. Hauptsächlich bezieht sich der Film jedoch auf die Zeit in den 1930er- und 1940er-Jahren, in denen er vor, während und auch noch kurz nach dem Zweiten Weltkrieg als Diplomat tätig war. Als Exposition der erzählerisch hier und da sicherlich auch etwas freieren Biografie dient sein Aufenthalt in der Mandschurei respektive in Japans eben dort errichteten Marionettenstaat Manshūkoku. Hier war Chiune in der Position des stellvertretenden Außenministers eingesetzt, gab dieses Amt jedoch auf, da er die Misshandlungen der chinesischen Bevölkerung durch die japanische Besatzung nicht guthieß. Nach einem mehrjährigen Intermezzo in der Heimat, in der er auch seine zweite Ehefrau Kikuchi Yukiko kennengelernt hat, beginnt der Mittelteil und damit Haupthandlungsstrang des Films. Sugihara wurde in Litauen als Botschafter eingesetzt und muss sich bei Kriegsbeginn ganz bestimmten Herausforderungen stellen. Verfolgte Juden, die aus Polen nach Litauen geflohen sind, suchten vergeblich nach Visa, die ihnen keine Botschaft ausstellen wollte. Zudem wurden von der Sowjetunion nach und nach alle Ämter geschlossen, was Sugihara mit der Zeit auch persönlich zugesetzt und ihn zu notwendigen Maßnahmen gezwungen hat.

Ergreifende Momente

Im Kern baut der Film von Regisseur Cellin Gluck stark auf Sugiharas Rolle als Retter von über eintausend Juden und Verfolgten auf. In einer Zeit, in der es in der Politik und in der Öffentlichkeit kaum Menschlichkeit gegeben zu haben scheint, hilft er denen, die es wirklich nötig haben. Dies tat er entgegen der Vorschriften, die besagten, dass nur jene Personen ein Visum erhalten dürfen, die über ausreichende (unter anderem finanzielle) Mittel verfügen. Persona non grata zeigt in wirklich sehr bewegenden Bildern, welche Auswirkungen das Ausstellen der Visa für die betroffenen Personen hatte. Auf der einen Seite pure Erleichterung, wenn die Ausreise geglückt ist, auf der anderen Seite Verzweiflung, wenn die Flüchtlinge an der Grenze abgewiesen wurden. In der zweiten Filmhälfte verschärft sich die Situation zunehmend, da die Sowjetunion nicht nur das japanische Konsulat im litauischen Kaunas schließt, sondern Sugihara durch seine Versetzung nach Königsberg auch erkennt, dass das Deutsche Reich der Sowjetunion den Krieg erklärt. Dies thematisiert die schreckliche Zeit, die Juden und andere Verfolgte damals durchlebt haben mussten, auch wenn das wahre Ausmaß nie mit einem Spielfilm gleichgesetzt werden darf. Flüchtlinge, die von den Sowjets daran gehindert worden, das Land zu verlassen, wurden nach dem Einmarsch der Wehrmacht deportiert und in Konzentrationslagern hingerichtet.

Angemessene Verfilmung

Persona non grata ist ein sehr ergreifender Film, der eine oft von der Geschichte vergessene historische Persönlichkeit mit der richtigen Distanz behandelt. Ob sich alle Szenen inklusive der Darstellung der Privatperson Sugihara sich so oder so ähnlich zugetragen haben, ist an dieser Stelle fraglich. Fakt ist jedoch, dass Sugihara als mutiger Mann gezeigt wird, der sich für andere Menschen, die Hilfe benötigten, tatsächlich eingesetzt hat. Keine einzige der 139 Minuten, die der Film fürs Ansehen in Anspruch nimmt, fühlt sich ungenutzt an. Gluck hat Sugiharas Leben auf einen Kernaspekt beschränkt und alle notwendigen Fakten beleuchtet. Selbstverständlich wäre es auch interessant gewesen, spätere Teile seines Lebens wie die Reise nach Israel in bewegten Bildern zu sehen, zum Verständnis notwendig wäre dies aber nicht. Schade ist, dass der deutsche Publisher Kazé Movie bei seiner Filmoffensive im Jahr 2018 ausgerechnet den wohl sehenswertesten Film nicht mit einer Blu-ray-Fassung würdigt, sondern Persona non Grata nur auf DVD anbietet. Die Qualität ist zwar nicht schlecht, aber vor allem die viel zu kleinen Untertitel, die Handlungsorte, Personen und Ereignisse beschreiben, sind häufig kaum zu lesen und verschwinden viel zu schnell. Dafür gibt es eine gute deutsche Synchronisation, die auf einer Augenhöhe mit dem Originalton ist, in dem die Charaktere weitgehend Englisch reden, sofern sich die japanischen Figuren untereinander nicht in ihrer Muttersprache verständigen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Sugihara Chiune ist eine historische Figur, die vor allem in der westlichen Auffassung der Geschichte kaum bis gar nicht bekannt ist. Dabei hat Sugihara tausende Menschen gerettet, die ohne ihn das Kriegsende nicht mehr erlebt hätten. Der Film konzentriert sich dabei auf die für die Handlung wichtigsten Stationen seines Lebens, was durchweg in allen 139 Minuten gelingt. Besonders zum Ende hin kann der Film, vor allem mit seinem aufwühlenden Soundtrack, mit den Auswirkungen des Krieges bei Juden und anderen Verfolgten, für Tränen in den Augen sorgen. Cellin Gluck ist mit Persona non grata ein Film gelungen, der das Leben von Sugihara auf respektvolle Art und Weise würdigt und dazu beiträgt, dass er und sein nachhaltiges Wirken nicht vergessen werden darf.

Vielen Dank an Kazé Movie für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Persona non grata!

Review: Meisterdetektiv Pikachu

Seit die Professor-Layton-Reihe mit dem sechsten Teil 2013 zu Ende ging, hungern Spieler auf Nintendo-Konsolen nach neuer Detektivarbeit. Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre schaffte es nicht ganz in die Fußstapfen des Professors zu treten – Meisterdetektiv Pikachu beschreitet hingegen andere und eher rätselarme Wege.

Im 3DS-Abenteuerspiel Meisterdetektiv Pikachu schlüpfen wir entgegen der anfänglichen Erwartungen nicht in die Haut beziehungsweise ins Fell des titelgebenden Pokémon, sondern in die Rolle des jungen Studenten Tim Goodman. Bevor er im Herbst sein Studium an der Universität von Ryme City beginnt, muss er das mysteriöse Verschwinden seines Vaters aufklären. Dieser ist ein talentierter Detektiv und ist vor zwei Monaten spurlos von der Bildfläche verschwunden. Kaum in der Großstadt angekommen, wird Tim in einen Überfall verwickelt: Zwei Griffel stehlen die Halskette eines kleinen Mädchens. Alleine sind die affenartigen Pokémon viel zu gewieft für den hilflosen Tim, da erhält er plötzlich Unterstützung von einem sprechenden Pikachu, dem titelgebenden Meisterdetektiv. Tim traut seinen Augen beziehungsweise Ohren nicht, denn Taschenmonster können nicht so einfach die Menschensprache erlernen. Mit anderen Pokémon kann er sich ebenfalls nicht unterhalten, weshalb das Pikachu ein ganz besonderes Geheimnis umgeben muss. Die zwei Spürnasen beschließen, die Kette des kleinen Mädchens aus den Händen der beiden Griffel zurückzuholen. Da die Zusammenarbeit zwischen Tim und Pikachu fruchtet, beschließen die beiden auch weiterhin gemeinsam die Fälle anzugehen. Ihre Suche nach Tims Vater und Pikachus Geheimnis führt sie unter anderem in einen Park, eine Höhle, eine Forschungsstation oder eine tropische Insel.

Kindgerechte Detektivarbeit

Meisterdetektiv Pikachu präsentiert sich aufgrund seiner Handlungsorte als optisch sehr abwechslungsreiches Abenteuer, das zudem eine spannende Geschichte erzählt, die stets motiviert, mehr über Tims Vater und sein Verschwinden herauszufinden. Tiefgründig werden Handlung und Dialoge zwar selten, doch trotz der kindgerechten Aufmachung wollen wir die Story vorantreiben und mehr über die illustren Charaktere und Pokémon erfahren. Obwohl die zu erkundenden Areale weitgehend überschaubar sind, stecken sie dennoch voller kleiner Details, die wir erforschen können beziehungsweise müssen, denn kaum ein verdächtiges Merkmal darf bei der Detektivarbeit unbemerkt bleiben. So untersuchen wir raschelnde Grasbüschel, sammeln Steine und Stöcke ein und lösen kleinere Rätsel. Manche dieser Knobelaufgaben sind eindeutig an ein jüngeres Publikum gerichtet, denn während erwachsene Spieler sicherlich wissen, dass beim Mischen der Farben Rot und Gelb die Farbe Orange entsteht, kann dies bei Kindern noch zu munterem Experimentieren führen. Zu schwierig sind die Rätsel aber auch dann nicht, da die Auswahlmöglichkeiten auf der einen Seite überschaubar sind und auf der anderen Seite verraten einem verschiedene Nicht-Spieler-Charaktere und Meisterdetektiv Pikachu persönlich ein paar Tipps oder Hinweise. Wer dennoch Angst hat, irgendwann einmal nicht mehr im Spiel vorankommen zu können, kann ausschließlich vor dem Spielstart den Einfach-Modus aktivieren, der unterm Strich jedoch eine eher obsolete Dreingabe ist.

Einfache Gestaltungsweise

Ebenfalls besteht keine Sorge, den Überblick im Spiel zu verlieren: Alle Personen, Pokémon, Items und sonstige wichtige Notizen werden katalogisiert und können jederzeit in den Unterlagen des Detektiv-Duos überprüft werden. Selbst die letzten Dialoge werden im Menü zum Nachlesen gespeichert. Das Nachlesen der Gespräche ist aber eigentlich nicht notwendig, da aufmerksame Leser ohnehin nicht lange überlegen müssen und gelegentlich den beiden Detektiven in ihrer Ermittlung sogar voraus sind. Aufgrund dessen, dass die Story interessant und mit reichlich Humor gestaltet ist, bei dem auch ältere Semester hin und wieder schmunzeln und lachen, kann über diese einfache Gestaltungsweise inklusive der rudimentär eingebauten Quick-Time-Events hinweggesehen werden. Der comichafte Grafikstil tut sein Übriges, damit wir uns sehr wohl in der Spielwelt von Meisterdetektiv Pikachu fühlen. Leider gehört das Spiel aus unerklärlichen Gründen zu den Titeln, die über keinen Tiefeneffekt verfügen und das Alleinstellungsmerkmal der Handheld-Konsole ignorieren; die Spielwelt hätte so nur an Nähe gewonnen. In akustischer Hinsicht hätten wir uns über ein paar Ohrwürmer wie in den Rollenspielen des Franchises gefreut, aber auch die Musik des Spiels reicht vollkommen aus, um die lockere Atmosphäre aufrechtzuerhalten. Nicht ganz unschuldig daran ist auch die tolle Synchronisation, sowohl auf Englisch als auf Japanisch. Fans von Abenteuerspielen, die gerne mal innerhalb des Pokémon-Universums als Detektiv arbeiten wollen, dürfen ruhig einen Blick riskieren.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Meisterdetektiv Pikachu ist ein weiteres Spiel des Franchises, das gänzlich andere Wege einschlägt als die beliebten Rollenspiele. Diesmal steht Detektivarbeit auf dem Plan, die jedoch ganz entspannt vonstatten geht. Es müssen Personen und Pokémon auf meist höfliche Art und Weise ausgequetscht und Beweise gesammelt und dazu miteinander kombiniert werden. Besonders anspruchsvoll sind diese Aufgaben höchstens für jüngere Spieler, denn die Präsentation und das Gameplay sind sehr kindgerecht gestaltet. Als erwachsener Spieler sollte schon ein Faible für die Taschenmonster vorliegen, denn sonst bleibt die Faszination hinter dem Spiel weitgehend im Dunkeln. Die Geschichte ist stets interessant und motiviert auch dank des Humors, der sich vor allem in der englischen und auch japanischen Synchronisation durch die tiefe Stimme von Pikachu widerspiegelt. Wer darauf Lust hat, wird sicher einige Stunden lang ein in neun Kapitel eingeteiltes Abenteuer erleben, das lediglich im sehr linearen Spielablauf und der sehr einfachen Gestaltungsweise Nachholbedarf hat.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Meisterdetektiv Pikachu!

Review: School-Live! (Vol. 2)

Nachdem Kazé Anime im Juli 2018 das erste Episodenpaket der auf drei Teile ausgelegten Anime-Serie School-Live! veröffentlicht hat, folgte Mitte September 2018 die zweite Volume, die nahtlos an den angefangenen und offenen Handlungsstrang des Serienauftakts anknüpft.

Am Ende der vierten Episode haben die Freundinnen Takeya Yuki, Wakasa Yūri, Ebisuzawa Kurumi mit Japanisch-Lehrerin Sakura Megumi die Schule verlassen, um auf einen Ausflug in die Stadt zu gehen. Chronologisch setzt dieser Handlungsstrang kurz nach dem Ausbruch des Virus an, da weder Naoki Miki Teil der Gruppe ist noch der kleine Shiba Tarōmaru mit von der Partie ist. Dies ändert sich jedoch im Laufe der fünften Folge, denn ausgerechnet das Kaufhaus, in dem sich Miki verschanzt hat, machen auch die Freundinnen unsicher. Der Shopping-Trip ist allerdings nicht gerade ungefährlich: Überall in den Gängen und Räumen streifen die Untoten umher. Spaß muss dennoch sein und die neue beziehungsweise alte Sommermode ausprobiert werden. Wie das in Zombie-Serien so der Fall ist, werden die wandelnden Toten durch die Albernheiten auf kurz oder lang aufgeschreckt und machen Jagd auf die quirligen Oberschülerinnen. Alle sind natürlich in großer Aufruhr, nur die kleine und im Mittelpunkt der Handlung stehenden Yuki blendet das Übel aus und macht sich die Welt, wie sie ihr nun einmal am besten gefällt: Fröhlich, schrill und heiter! Auch als Miki in Gefahr gerät und von ihren künftigen Freundinnen gerettet werden muss, vergisst Yuki die zerstörte Welt um sich herum und schreitet sofort zur Tat, was alle Mädels unmittelbar in Gefahr bringt.

Fantasievolle Einbildungen

Auch nach der fünften und damit ersten Episode dieser Volume bleibt die Erzählweise in der Vergangenheit, um zu zeigen, wie sich Miki in der mittlerweile halb zerstörten Oberschule einlebt. So bekommt Yuki von ihrer Lehrerin in der sechsten Folge die glanzvolle Aufgabe, Miki doch einmal den titelgebenden Schulleben-Klub zu zeigen. Dies führt wiederum zu einer eher etwas unerwarteten Wendung, denn ein Charakter ist in der Zwischenzeit verstorben und lebt nur noch in der Gedankenwelt von Yuki weiter. Dieser erzählerische Kniff ist durchaus intelligent, da er sehr gut zeigt, dass in School-Live! Womöglich nie etwas so sein kann, wie es anfangs noch scheint. So bleibt die Serie von Animationsstudio Lerche, die auf dem Manga von Kaihō Norimitsu basiert, jederzeit sehr interessant und zudem sehr spannend. Außerdem müssen so keine traurigen Abschiede in Kauf genommen werden, da Yuki mit ihrer Fantasie den Tod überwindet beziehungsweise überlistet. Dass die Geschichte jederzeit interessant und spannend ist, liegt aber auch an den wirklich illustren Charakteren, die allesamt ihre eigene Hintergrundgeschichte haben. Zwar werden nicht alle Figuren so stark wie Miki beleuchtet, die nicht weiß, was mit ihrer Freundin Shidō Kei passiert ist und deshalb gerne mal in Erinnerungen schwelgt, doch reichen auch kleinere Informationen aus, die sich mit der Zeit wie ein kunterbuntes Mosaik wirklich hervorragend zusammensetzen.

Melancholische Heiterkeit

Obwohl Yukis Einbildungen auf den Zuschauer zunächst recht humorvoll wirken, behält die Anime-Serie den Anstand und behandelt Yukis Fantasiewelt mit der nötigen Distanz. Yukis Fantasie wird sogar von den anderen Charakteren kritisiert, sodass der Zuschauer jederzeit versteht, dass die Story eigentlich ganz schön melancholisch ist und nur oberflächlich mit dem Humor für strahlende Gesichter sorgen kann. Gezeigt wird das Geschehen stets in der Auflösung von 1080p im überwiegend bildschirmfüllenden 16:9-Format, wobei sich die Darstellung auf eine bunte Farbvielfalt stützt und nur selten düstere Farbgebungen vorherrschen, wenn zum Beispiel Untote in der Nähe sind. Die Licht- und Schatteneffekte gehören neben den detaillierten Charaktermodellen zum Schönsten, was die Serie zu bieten hat. Akustisch werden alle Szenen, jeweils passend zu den schönen und düsteren Momenten, mit heiterer oder gar bedrohlicher Musik im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 untermalt. In der sechsten, siebten und achten Episode gibt es im Übrigen neue Endings inklusive ausgetauschter Abspannmusik, die die Stimmung der einzelnen Episoden abschließend aber sehr gut ausdrücken. Zwei davon liegen auch als Clear Endings im digitalen Bonusbereich vor. Weiterhin wartet wie schon bei der ersten Volume ein 20-seitiges Booklet auf die Fans, die gerne darin schmökern wollen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): School-Live! ist eine Anime-Serie, die trotz ihrer melancholischen Hauptprotagonistin, die in einer postapokalyptischen Welt mit ihren Freundinnen lebt, sehr viel Freude bereitet. Dadurch, dass die Figuren trotz der aussichtslosen Lage immer noch Spaß haben wollen, bleibt es in keiner Episode langweilig. Das Konzept, die traurige Realität mit der Fantasiewelt von Takeya Yuki zu verbinden, ist eine erzähltechnische Meisterleistung, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Einen roten Faden gibt es, wie in den meisten Zombie-Serien, zwar immer noch nicht, doch die gute Laune, die School-Live! versprüht, macht dieses durchaus bemerkbare Manko locker wieder wett. Leider wird die kommende dritte Volume auch die letzte der Serie sein, aber wenn die Qualität der ersten und zweiten Volume aufrechterhalten wird oder die nächsten Folgen gar wieder mit der einen oder anderen Wendung und Überraschung aufwarten können, darf sich nach dem (wiederholten) Anschauen der ersten und zweiten Ausgabe sicher darauf gefreut werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von School-Live! (Vol. 2)!

Prime Time: Aldnoah.Zero (Vol. 5-8, Unboxing)

In den letzten Monaten haben wir euch in Form von vier Rezensionen alle vier Volumes der zweiten Staffel der Anime-Serie Aldnoah.Zero vorgestellt. Heute möchten wir euch diese vier Ausgaben inklusive des Schubers der ersten Volume in einem Unboxing-Video vorstellen. Neben der zweiten Staffel stellt euch Eric außerdem kurz die Manga, basierend auf der ersten Staffel, vor, da er die Cover der vier Büchlein für besonders gelungen hält. Wir wünschen euch viel Spaß beim Anschauen!

Review: Sushi Striker: The Way of Sushido

Würden wir jemanden danach fragen, was sein Lieblingsgericht aus Japan ist, würde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit „Sushi“ als Antwort fallen. So sehr wir die Mahlzeit bestehend aus Reis, Nori und einer weiteren Zutat mögen, gibt es auch viele Personen, die mit Sushi nichts anfangen können. Genauso sieht es leider auch mit Sushi Striker: The Way of Sushido aus.

In Sushi Striker schlüpfen wir in die Haut des männlichen oder der weiblichen Musashi, der oder die nach dem Sushi-Krieg als Waise in einem Dorf in der Republik aufwachen muss. In der gesamten Nation ist Sushi verboten, sodass viele Bewohner des Landes schon gänzlich vergessen haben, wie die kleinen Röllchen überhaupt schmecken. Ein paar wenige schielen hingegen neidisch auf die Sushi-Vorräte des benachbarten Imperiums, in dem Sushi nach wie vor erlaubt ist. Schon nach wenigen Minuten lernen wir den Vagabunden Franklin kennen, der sich über die Gesetze hinwegsetzt und uns zum ersten Mal im Leben Sushi kosten lässt. Kaum haben wir das erste Mal das Essen probiert, ist es auch schon um uns geschehen. Wir können nicht genug Sushi bekommen – und genau dann tauchen Imperialisten auf, die Franklin verschleppen und uns mit unserem frisch als Freund gewonnenen Sushi-Geist zurücklassen. Gemeinsam beschließen wir, auf die Suche nach Franklin zu gehen und uns den Imperialen in den Weg zu stellen. Dies geschieht jedoch nicht über hitzige Schwertkämpfe, sondern über Wettessen der ganz besonderen Art. Es dauert nicht lange, da schließen wir uns auch schon dem Sushi-Widerstand an, damit die köstliche Mahlzeit auch in der Republik legalisiert wird. Nach nur wenigen Dialogen wird uns klar, dass die Story nicht sehr tiefgründig und eigentlich völlig banal und absolut vernachlässigbar ist.

Vom Gourmet zum Tellerwerfer

Wer an die wahnsinnigen Dialoge in Puyo Puyo Tetris zurückdenkt, wird sicher auch mit der Prämisse in diesem Puzzle-Spiel äußerst zufrieden sein. Allerdings verspielt der Titel Potenzial, da Universum, Konzept und Charaktere in den ersten Minuten noch vielversprechend klingen und mit der Zeit zu austauschbaren Hüllen oder Ideen verkommen. Darüber darf natürlich auch locker hinweggesehen werden, denn das Gameplay kann durchaus für ein paar Stündchen unterhalten und, was vielleicht noch wichtiger ist, auch halbwegs motivieren. Auf dem unteren Bildschirm des 3DS* laufen vier Laufbänder mit Maki- und Nigiri-Sushi auf Tellern von links nach rechts und von rechts nach links. Während die unteren drei Reihen uns gehören, teilen wir das oberste Band mit dem Gegner, dessen drei Laufbänder wiederum sind auf dem oberen Bildschirm des Handhelds zu sehen. In diesem Zusammenhang sei schon einmal erwähnt, dass Sushi Striker auf einen Tiefeneffekt völlig verzichtet. In puncto Gameplay gilt es innerhalb von nur sieben Sekunden möglichst viele Teller mit der gleichen Farbe miteinander zu verbinden. Zwischen den Tellern darf jedoch kein anderer Teller stehen, weshalb es gelegentlich auch hilft, kurze Kombinationen auszuführen, damit die Laufbänder etwas leerer sind und die Teller so wesentlich leichter miteinander kombiniert werden können. Haben wir genug Teller miteinander verbunden, futtert Musashi das Essen darauf einfach schnell auf, um die leeren Teller anschließend als Wurfwaffe auf dem Tisch vorzubereiten.

Verstärkung durch Sushi-Geister

Ziel des Spiels ist es, möglichst viele leere Teller zu sammeln und sie dann auf den Gegner zu werfen. Je mehr Teller auf einmal geworfen werden, auch Combo-Angriffe helfen bei der Maximierung des Schadens, desto schneller reduzieren wir die Lebensenergie unseres Feindes.  Selbiges probiert der Gegner auch mit uns, weshalb stets Tempo geboten ist. Dessen Lebensenergie zuerst geleert wurde, verliert das Duell. Zu gierig sollten wir beim Kombinieren jedoch auch nicht sein, denn wenn die sieben Sekunden überschritten werden, bricht die Verbindung abrupt ab und Teller kommen so nicht auf den Tisch. Ein wenig Abwechslung wird mit den bereits erwähnten Sushi-Geistern geboten, die mit der Zeit ihre Energieleiste füllen und dann auf Befehl eine Spezialtechnik ausführen können. Beispielsweise erhalten alle zu sehenden Teller bei uns dieselbe Farbe, der Schaden beim Werfen wird für ein paar Sekunden erhöht oder Süßigkeiten sind auf einmal auf den Laufbändern zu sehen, die bei Berührung unsere Wunden heilen. Hinzu kommen spezielle Ausrüstungsgegenstände wie Zahnräder, die die Geschwindigkeit der Laufbänder unsere Spielweise betreffend beeinflussen oder einmalige Items, die unter bestimmten Voraussetzungen automatisch aktiviert werden. So werden wir zum Beispiel bei einer Niederlage zurück ins Duell geschickt oder befreien einen Sushi-Geist nach dem Duell. Von den hilfreichen Begleitern gibt im Übrigen einhundert Stück zu finden und zu sammeln, Pokémon lässt grüßen.

Dauerhaft simples Gameplay

Für gewonnene Kämpfe regnet es Erfahrungspunkte, die unsere Kraft und die Verteidigung der Sushi-Geister stärken. Erfahrungspunkte winken aber selbst dann in etwas geringerer Form, wenn wir einmal im Kampf verlieren sollten. Ebenfalls dürfen wir über die Oberweltkarte zu bereits besuchten Orten oder Kapiteln zurückkehren, um abgeschlossene Levels noch einmal auch ohne Story-Anleihen zu spielen, Herausforderungen abzuschließen und neue Bestleistungen aufzustellen. Grundsätzlich funktioniert das Puzzle-Gameplay hervorragend, es lässt uns jedoch nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten: Das Kombinieren ist nicht sonderlich anspruchsvoll und hängt weitgehend auch von Glück ab, denn manchmal kann der Gegner seine Spezialfähigkeiten wesentlich früher entfesseln als wir, wodurch die Laufbänder sich temporär schneller bewegen und gelegentlich kann das dazu führen, dass wir gute Ketten nicht mehr bilden dürfen. Es gibt haufenweise Puzzle-Spiele, die tiefgründiger sind, was aber nicht heißt, dass Sushi Striker gar keinen Spaß macht. Zwar ist die Story weitgehend langweilig, die zahlreichen Gags ermüdend, das Gameplay zu simpel, die englische Synchronisation nervtötend und die Optik mit Ausnahme der schicken Anime-Figuren selbst für 3DS-Verhältnisse maßlos veraltet sein, doch eignet sich der Titel gerade wegen seiner Einfachheit für die eine oder andere kurze Bus- und Bahnfahrt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der 3DS-Fassung): Sushi Striker: The Way of Sushido ist kein Spiel, das ernst genommen werden möchte. Das ist alleine schon am Titel, der mit seiner Anspielung auf den Bushidō ins Deutsche übersetzt so viel wie „der Weg des Sushi-Weges“ bedeuten würde, zu merken. Wer bei Nintendo auf diesen Einfall gekommen ist, ist sicher nicht gerade der kreativste Kopf des sonst eigentlich sehr innovativen Unternehmens. Es zählen jedoch vor allem die inneren Werte des Spiels, aber auch diese wissen nicht durchweg zu gefallen. Positiv anzumerken ist die Steuerung per Touchpen, die anstandslos funktioniert, und das leicht zu erlernende Gameplay, das oberflächlich viele Möglichkeiten verspricht. Dieser Abwechslungsreichtum hilft jedoch nicht, wenn das Gameplay auf Dauer viel zu simpel bleibt und sich nicht weiterentwickeln will. Dutzende andere Puzzle-Spiele wie Puyo Puyo Tetris bieten anspruchsvollere Unterhaltung und bieten ab Werk die Möglichkeiten, den Titel auch im Mehrspielermodus zu spielen – in Sushi Striker muss dieser tatsächlich im Story-Verlauf freigeschaltet werden. Zwischendurch ist Sushi Striker: The Way of Sushido aber dennoch ein nettes Spielchen, das die eine oder andere kurze Bus- oder Bahnfahrt leicht überbrücken kann.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Sushi Striker: The Way of Sushido!

*Die Bildschirmaufnahmen dieses Tests stammen aus Gründen der besseren Darstellbarkeit von der Switch-Fassung, sie geben das Spielgefühl bis auf den gemeinsamen Bildschirm aber sehr gut wieder.

Review: My Hero Academia (Vol. 2)

In der ersten Volume von My Hero Academia hat die Anime-Serie die Grundlagen geklärt und das Superhelden-Universum mit Regelwerk ausführlich vorgestellt. Vor allem ging es um die Aufnahmeprüfung der titelgebenden Akademie, woran die Story ab sofort anknüpft.

Protagonist Midoriya Izuku hat es nach den Strapazen in der ersten Volume endlich geschafft, auf der berühmten Yūei-Akademie aufgenommen zu werden. Obwohl er denkt, dass er sich jetzt etwas zurücklehnen kann, beginnt der Ernst des Alltags schon am ersten Tag. Anstatt in den anfänglichen Stunden die Theorie zu verinnerlichen, beschließt Izukus Idol und Lehrer All Might die Schüler in Kampfanzüge und somit ins Kampftraining zu schicken. Ein Glück, dass Izukus Mutter die Unterlagen und Notizen des Anwärters aufs Superheldenamt gesehen und somit aus weiser Voraussicht einen Anzug für ihren Sohn angefertigt hat. In ihren farbenfrohen und teils auch recht ulkigen Kostümen werden die Schüler in ein abgetrenntes und abgeschottetes Areal geschickt, in dem sie sich gegenseitig bekämpfen müssen. Während die eine Hälfte der Truppe in die Rolle der Helden schlüpft, übernimmt der Rest der Bande die Rolle der Schurken. Hinzu kommt, dass die Helden in dieser Trainingseinheit noch eine Bombe finden und zudem entschärften müssen. Die Handlung mag zwar nicht sonderlich kreativ sein, doch da Izuku in My Hero Academia noch nicht so wirklich über Superkräfte verfügt, muss er seine Feinde mit List und Verstand bekämpfen. Im letzten Augenblick geschieht genau das, woran alle Charaktere zuvor gezweifelt haben, was ein neues Problem aufwirft.

Schüler, Idole und Rivalen

Welches schwerwiegende Problem das ist, soll aus Spoiler-Gründen an dieser Stelle nicht genauer ausgeführt werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang jedoch, einen genaueren Blick auf die zwischenmenschlichen Beziehungen zu werfen. In den Episoden der zweiten Volume steht allen voran der Zwist zwischen Izuku und seinem Konkurrenten Bakugō Katsuki im Mittelpunkt der Story. Mit Hilfe von Rückblenden in die Kindheit der ungleichen Charaktere wird klar gezeigt, wie die beiden männlichen Figuren in jungen Jahren miteinander interagiert und kommuniziert haben respektive wie aus einer ungleichen Freundschaft eine Feindschaft wurde. Dieser Streit erreicht mit dem Kampf in der siebten Episode seinen Höhepunkt und verknüpft sich wunderbar mit der Ausarbeitung von All Might. Dieser ist nicht der klassische Lehrer, der seine Schüler in ausufernden Kämpfen stoppt, sondern sie anheizt und noch dazu fordert. Des Weiteren muss er darauf achten, seine Kräfte nicht vor seinen Schülern zu verlieren. Anders als die erste Volume besteht die zweite Ausgabe nur noch aus vier Folgen anstatt fünf Episoden. Grundsätzlich ist das für die Rahmenhandlung nicht so schlimm, doch die geringere Gesamtlaufzeit ist nicht förderlich für die Ausarbeitung der vieler Charaktere. Sie werden kaum vorgestellt und bleiben eher stumme, fast schon überflüssige Statisten.

Leichter Verlust der Identität im Zeichenstil

Obwohl die Nebenfiguren kaum zur Geltung kommen, sind sie dafür ausführlich gestaltet und agieren zumindest am Rande mit Izuku. Im Vergleich mit den ersten fünf Episoden von My Hero Academia ist auffällig, dass die Orientierung an US-amerikanische Comics im Rahmen der Charaktergestaltung und Ausführung der Animationen stark heruntergeschraubt wurde. In nur noch sehr wenigen Szenen, die sich vor allem um All Might drehen, ist diese Nähe noch vorhanden. So wirken die vorliegenden Episoden wesentlich eher wie ein japanischer Anime als die Folgen zuvor. Ob dieser Wechsel als positiv oder negativ zu werten ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Auf jeden Fall verliert die Serie damit optisch an Identität. Das heißt aber nicht, dass die Atmosphäre darunter leidet. Sowohl die humorvollen als auch die ernsten Dialoge funktionieren in der deutschen Synchronisation und im japanischen Originalton sehr gut, auch wenn die japanischen Sprecher verschiedene Situationen besser betonen können. Nicht ausschaltbare deutsche Untertitel helfen jedoch beim Verständnis. Weniger verständlich ist, dass digitales Bonusmaterial auf der Blu-ray Disc fehlt. In physischer Form spendiert der Publisher jedoch Sticker, eine Character Card und ein Booklet. Leider lag das Material nicht für den Test vor, es ist jedoch von der typisch guten Qualität des Publishers auszugehen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): My Hero Academia hat mit den ersten Episoden gut in die Anime-Serie eingeführt und verschiedene Facetten des Universums mit seinen Regeln beleuchtet. Zwar knüpfen die Folgen der zweiten Volume daran an und zeigen Izukus erste Tage an der Yūei-Akademie, doch wird die Geschichte aufgrund einer kürzeren Laufzeit wesentlich langsamer erzählt. Das führt leider dazu, dass nur wenige Charaktere tatsächlich zur Geltung kommen und womöglich interessante Nebenfiguren im Hintergrund verbleiben. Insbesondere durch die ungetrübte Darstellung des Schulalltags wäre hier mehr möglich gewesen, anstatt sich nur auf zwei bis drei Personen zu konzentrieren. Auch dass der Zeichenstil mit seiner Orientierung an US-amerikanischen Comics abgeschwächt wurde, kostet bei der Präsentation Punkte. Wer jedoch bereits mit der ersten Volume seinen Spaß hatte, wird sicherlich auch von der angemessenen Atmosphäre des zweiten Episodenpakets von My Hero Academia begeistert sein.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von My Hero Academia (Vol. 2)!

Review: Detroit: Become Human

Detroit: Become Human von Entwicklerstudio Quantic Dream versetzt uns in eine möglichst dystopische Zukunftsvision, in der wir um Leben und ums Überleben kämpfen. Schuld daran ist die fesselnde Story aus der Feder von Director David Cage, die viele philosophische und sozialkritische Fragen aufwirft und uns durchweg einfach nicht mehr loslassen will.

Angesiedelt ist die spannende Handlung des Abenteuerspiels Detroit: Become Human in der titelgebenden US-amerikanischen Stadt Detroit im Novembers des Jahres 2038, aus dem Blickwinkel der Erstveröffentlichung im Jahr 2018 also zwanzig Jahre in der Zukunft. In den Vereinigten Staaten von Amerika gehören Androiden, menschenähnlichen Maschinen, mittlerweile zum Alltag vieler Bürger. Sie verrichten für sie ihre Arbeiten, verbringen mit ihnen ihre Freizeit oder werden sogar als reine Lustobjekte missbraucht – die Einsatzmöglichkeiten sind durchaus vielfältig. Das merken wir auch an den drei Protagonisten des Spiels, die wir circa zwölf Stunden lang auf Schritt und Tritt begleiten. Connor ist Android, der die polizeilichen Behörden dabei unterstützt, durch sogenannte Abweichler ausgelöste Verbrechen aufzuklären. Bei den Abweichlern handelt es sich ebenfalls um Androiden, die aus den Strukturen ihrer Programmierung ausbrechen und als intelligentes Leben von den Menschen wahrgenommen werden möchten. Kara ist hingegen ein Android, der gerade aus der Reparatur zurückkehrt und anscheinend erneut im Haushalt des arbeitslosen und vom Alkoholkonsum sichtlich gezeichneten Todd Williams und dessen vermeintlicher Tochter arbeiten muss. Der dritte Charakter ist Markus, der als Betreuer für den gealterten Künstler Carl Manfred tätig ist, aber auch ständig mit dessen androidenfeindlichen Sohn Leo Manfred aneinander gerät.

Entscheidungsvielfalt

Wie genau die Geschichten der drei Protagonisten verlaufen, möchten wir an dieser Stelle aus Spoiler-Gründen nicht verraten. Die Geschichte von Detroit: Become Human ist wie schon in Heavy Rain das Herzstück des Spiels, das mit zahlreichen Wendungen und auch mit der einen oder anderen Überraschung aufwarten kann, die sich um philosophische Themen wie die Anerkennung von intelligentem Leben drehen. Die Betonung liegt hier definitiv auf „kann”, denn es gibt zwar einen einigermaßen roten Faden durchs Spiel, der jedoch mit hunderten Abweichungen für jeden einzelnen Charakter mit anderen Facetten aufwartet. Jedes kleine Detail, das wir in Gesprächen aufschnappen oder bei der Überprüfung der Umgebung aufklauben, öffnet neue Möglichkeiten im filmreifen Gesprächs- und Handlungsverlauf, was wiederum auch zu einer Verbesserung oder Verschlechterung der Beziehung zu diversen Nebenfiguren führen kann. Bringen wir beispielsweise den Namen eines Entführers schon im Vorfeld in Erfahrung, können wir damit Vertrauen zu ihm aufbauen, sodass er seine Geisel womöglich eher freilässt. Entdecken wir an anderer Stelle eine Waffe in einem Schrank oder einer Tasche, merkt sich die jeweilige Figur den Fundort der Pistole und kann sie – sofern wir es wollen – dort in einem späteren Kapitel aufspüren und den Verlauf der Geschichte auf andere Art und Weise prägen. Das ist spannend und erhöht den Wiederspielwert enorm.

Eingeschränkte Spielweise

Nach dem Abschluss eines Story-Abschnitts des fast schon zum interaktiven Films gewordenen Videospiels wird uns der Geschichtsverlauf präsentiert, in dem wir zahlreiche Knotenpunkte entdecken, an denen wir andere Entscheidungen hätten treffen dürfen, die zumeist zu kleinen, aber auch zu großen Veränderungen hätten führen können. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele verschiedene Wege in Detroit: Become Human möglich sind, hier strotzt das Spiel nur so vor Details. Inhaltlich gehört der Titel, auch aufgrund seiner dezent am Rande verstreuten Magazine und immer wieder eingespielten Nachrichtensendungen, zu den Abenteuerspielen, die eine wirklich dichte, atmosphärische und vor allem glaubhafte Geschichte trotz des düsteren Science-Fiction-Szenarios erzählen. Allerdings wird diese Präsentation mit einer arg eingeschränkten Spielweise erkauft: Alle Spielgebiete sind sehr überschaubar und wenn es mal darum geht, in ein Gebäude einzubrechen oder ein Versteck aufzuspüren, handelt es sich dabei schlicht um lineare Schlauchlevels. Hinzu kommt, dass alle Befehle im Spiel über simple Bildschirmanzeigen und häufig sogar Quick-Time-Events ausgelöst werden. Bei Letzteren bleibt im Übrigen auch nur bedingt viel Zeit zum Überlegen. In Gesprächen müssen wir binnen weniger Sekunden eine Auswahl treffen, sonst bleibt der Charakter stumm oder wählt die einfachste Antwort aus, was die Geschichte auch logisch in einer gewissen Weise vorantreibt.

Simple Bedienung

Wohlüberlegte Entscheidungen sind also nicht immer möglich. Das ist aber bei Weitem nicht so schlimm, wie es eigentlich klingt. Schon nach kurzer Zeit wachsen einem die Charaktere so sehr ans Herz, dass eine vordefinierte Sichtweise bei den einzelnen Figuren vorhanden ist und die für sie passenden Entscheidungen locker von der Hand gehen. Irgendeine Antwort sollten wir dennoch nicht auswählen, denn besonders in den letzten Kapiteln ist der Tod von Haupt- und Nebenfiguren nur einen Knopfdruck weit entfernt. Entsprechend simpel fällt die Steuerung von Detroit: Become Human aus. Abseits davon können wir uns nur langsam durch die Areale bewegen – es sei denn, wir verfolgen einen Tatverdächtigen auf der Flucht, bei der das Spiel den Charakter automatisch rennen lässt. Das Verhalten ist zwar nachvollziehbar, aber eine lockere Bedienung, bei der sich die Figuren besonders in engen Räumen nicht wie schwer beladene Panzerwagen anfühlen, wäre etwas angenehmer gewesen. Technisch gehört das Spiel zur Oberklasse, was es auf der PlayStation 4 im Jahr 2018 zu bestaunen gibt. Die Texturen sind knackig, die Charaktermodelle schön modelliert und Wettereffekte wie Schnee oder Regen eine Augenweide. Stimmungsvoll werden alle Szenen mit einem adrenalingeladenen Soundtrack unterlegt, nur die Lautstärke der deutschen Sprachausgabe schwankt teilweise zu stark. Fans von gut geschriebenen Storys sollten sich davon aber nicht abschrecken lassen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Fans von David Cages tollen Geschichten, werden auch mit Detroit: Become Human wieder sehr viel Spaß haben. Die Charaktere haben mit verschiedenen Problemen, Ängsten und Entscheidungen zu kämpfen, die zum Teil Einfluss auf soziale, politische und wirtschaftliche Aspekte des gesamten Landes haben. Noch dazu agieren die drei Spielfiguren in einer dystopischen Zukunftsvision, die atmosphärisch und vor allem glaubhaft vermittelt wird. An wenigen Punkten überschneiden sich die Handlungsstränge auch, was im Umkehrschluss zu Entscheidungsschwierigkeiten führen kann, wodurch das Spiel es noch einmal schafft, persönlich zu berühren. In puncto Handlung und Atmosphäre gibt es im Adventure-Genre nur wenig Konkurrenz, die es mit dem Spiel aufnehmen kann. So toll Cages interaktive Geschichten auch sind, so lahm spielen sie sich: Die Areale sind überschaubar gestaltet und trotz vieler Interaktionsmöglichkeiten fühlt sich das Voranschreiten nicht so schnell an, wie die Geschichte tatsächlich erzählt wird. Hier kämpft das Spiel mit seinen übermäßig vielen Bildschirmanzeigen, die einem ständig vorgekaut werden, mit ähnlich eingeschränkten Mitteln wie schon Heavy Rain, funktioniert im direkten Vergleich dennoch wesentlich besser und bietet auch deutlich mehr Spielraum bei der Entscheidungsfindung. Adventure-Fans kommen nicht um den Titel herum, wer jedoch auch abseits der Handlung über Quick-Time-Events heraus gefordert werden will, sollte sich lieber nach Alternativen umsehen.

Vielen Dank an Sony Interactive Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Detroit: Become Human!

Review: Bleach (Box 5, Episoden 92–109)

Mit der vierten Serienbox öffnete die Anime-Serie Bleach einen Handlungsstrang, der so nicht im Manga vorkommt. Daran knüpfen die Folgen 92 bis 109, die in der fünften Box enthalten sind, nahtlos an. Entsprechend handelt es sich auch hierbei wieder um Filler-Episoden.

Nach wie vor befindet sich die Geschichte im so genannten Bount-Handlungsstrang, der sich mit speziellen Menschen beschäftigt, die über Vampirfähigkeiten verfügen. Obwohl sämtliche wichtigen Protagonisten schon in der letzten Volume beziehungsweise im letzten Kapitel, wie die Einteilung in bestimmte Abschnitte durch Fans ebenfalls genannt wird, mit ihren neuen Gegnern gekämpft haben, geht der Konflikt in der fünften Serienbox in die nächste Runde. Der Schauplatz dieses Kampfes wechselt in den vorliegenden Episoden zugunsten der dynamischen Erzählweise in die Soul Society, die die Helden bereits in der zweiten und dritten Volume schon einmal besucht haben. Zudem ist der Wechsel des Schauplatzes begründet, denn die ominösen Bount wurden einst von den Shinigami erschaffen und wollen sich im Jenseits nun an diesen rächen. Das darf natürlich nicht zugelassen werden, sodass Kurosaki Ichigo gemeinsam mit seinen Freunden und Verbündeten Inoue Orihime, Ishida Uryū, Sado Yasutora und der Shinigami Kuchiki Rukia den Bount in die Soul Society folgt, um das drohende Unheil abzuwenden. Das klingt allerdings einfacher, als es eigentlich ist: Die Bount verstecken sich hier und da in der Soul Society und damit diese dort gefasst werden können, müssen sich die Charaktere aufteilen, was schließlich zu verschiedenen Duellen führt. Neu ist an diesem Konzept freilich nichts, funktionierten doch auch die vorherigen Episoden schon genauso.

Tolle Kämpfe, seichter Humor

Wer sich mit Bleach anfreunden kann, wird vor allem die einzelnen Kämpfe der Anime-Serie sehr schnell ins Herz schließen. Sie sind abwechslungsreich gestaltet, schön animiert und effektreich inszeniert. Genau genommen sind auch die Charaktere mit ihren Persönlichkeiten nicht ganz unschuldig an diesem Umstand, da sie sich während der einzelnen Auseinandersetzungen zudem anstacheln, um Wut oder Zorn beim Kontrahenten hervorzurufen. Damit geht auch der Humor von Bleach einher, da vor allem Ichigo einen lockeren Spruch nach dem anderen auf seine Feinde entfesselt. An anderen Stellen kann der Humor aber ebenfalls zünden, denn vor dem Ausritt in die Wildnis der Soul Society auf verschiedenen ausgewachsenen Wildschweinen stellt ihr Besitzer die Tiere namentlich vor. Das letzte Schwein Kanbei hebt sich mit seinem Namen jedoch so stark von den anderen Tierchen ab, dass Ichigo sich ein, zwei Sekunden lang so sehr darüber aufregt, dass die Namensgebung ja eigentlich gar keinen Sinn macht. Fans der Serie sind sich dieser aberwitzigen Designentscheidung bewusst und mögen die seichten Gags, mit der die Handlung der Serie gepflastert ist. Inhaltlich haben die vorliegenden Episoden zwar kaum etwas mit der Story des Mangas gemein, sie sind aber gerade für Fans der Vorlage eine nette Ergänzung, damit diese ihre Helden in einem spannenden und interessanten Abenteuer, eingebettet in die Haupthandlung, einmal mehr erleben können.

Technische Fortführung des Altbewährten

Technisch gesehen hat sich die Serie seit der letzten Volume nicht weiterentwickelt. So sind sämtliche Episoden nach wie vor im 4:3-Format gestaltet. Auf HD-Fernsehgeräten befinden sich daher links und rechts schwarze Balken, die das Geschehen einrahmen. Während so gut wie alle Figuren mit satten Farben begeistern können, bleiben die Hintergründe meistens eher blass – der Stil wirkt dennoch wie aus einem Guss. Insbesondere die Innenräume in der Soul Society passen zum schön gestalteten Kleidungsstil der Figuren. Unter optischen Gesichtspunkten ist der Schauplatzwechsel jedoch vielmehr etwas hinderlich, da ein paar Orte bereits aus den Episoden der zweiten und dritten Serienbox bekannt sind und auch da schon ein wenig ermüdet haben, weil die Story in der Soul Society zumindest gefühlt gestreckt war. Akustisch wird die Serie erneut mit den bekannten Musikstücken in Dolby Digital 2.0 unterlegt, sodass sich die Fans des Franchises sofort wieder in einer heimeligen Stimmung versetzt fühlen dürfen. In puncto Synchronisation können die deutschen als auch die japanischen Sprecher überzeugen, jedoch ist die japanische Tonspur in jedem Fall zu bevorzugen. Viele japanische Begriffe, Bezeichnungen und Namen wie der Ort Seireitei oder das Wildschwein Kanbei werden auch in der aktuellen Vertonung weitgehend falsch ausgesprochen, was der deutschen Synchronfassung einen wirklich unnötigen Punktabzug im Bereich Atmosphäre beschert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 92 bis 109 der Serie): Nachdem sich die Story in der Anime-Serie Bleach bereits in der letzten Volume stark von der des Mangas abwendete, wird dieses Konzept in den Folgen der fünften Ausgabe fortgeführt, um den Handlungsstrang um die gefürchteten Bount nahtlos fortzuspinnen und schließlich zu einem durchaus runden Ende zu führen. Das funktioniert im Grunde auch sehr gut, zumal der Ausflug in die Soul Society sich nicht ganz so sehr zieht wie noch im ersten Drittel der Serienhandlung. Höchstens die Schauplätze, die Fans schon aus vorherigen Volumes kennen, können auf der optischen Seite auf Dauer etwas ermüden und auch warum das deutsche Synchronstudio trotz mehrfacher Kritik immer noch konsequent an der falschen Aussprache japanischer Begriffe festhält und damit bewusst die Atmosphäre in der deutschen Fassung lindert, dürfte Puristen ein Dorn im Auge sein. Immerhin liegt auf allen drei Datenträgern auch die japanische Tonspur mit Untertiteln vor, die zumindest bei diesem Kritikpunkt Abhilfe schaffen kann.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bleach (Box 5, Episoden 92-109)!

Prime Time: Fairy Tail – Box 3 (Unboxing)

Wie wir es schon bei der ersten und bei der zweiten Volume von der Anime-Serie Fairy Tail gemacht haben, soll auch die dritte Serienbox mit einem Unboxing-Video gewürdigt werden. Was unser Chefredakteur von den physischen Inhalten, einem Aufklebe-Tattoo und einem Magneten, hält, erfahrt ihr von ihm in unserem Unboxing-Video. Wir wünschen euch viel Spaß!

Review: Blue Exorcist: Kyōto Saga (Vol. 1)

2011 sorgte die Anime-Serie Blue Exorcist, basierend auf der 2009 gestarteten Manga-Reihe von Katō Kazue, für Furore. 2017 folgte nach langer Wartezeit die zweite Staffel mit dem Untertitel Kyōto Saga, deren erste Hälfte Kazé Anime im August 2018 im deutschsprachigen Raum veröffentlichte.

Wer die erste Staffel von Blue Exorcist nicht gesehen hat, wird definitiv Probleme haben, in das Universum der Serie in der zweiten Season einzusteigen. Die einzelnen Figuren werden kaum mehr charakterisiert, sodass die zwischenmenschlichen Beziehungen zunächst einmal durchschaut werden wollen. Hinzu kommt, dass die erste von sechs Episoden dieser Volume direkt und ohne jedwede Erklärungen ins Geschehen wirft, anstatt die Geschehnisse der ersten Staffel oder gar des Films aus dem Jahr 2012 zu rekapitulieren. Nach wie vor dreht sich die Story von Blue Exorcist um Okumura Rin, der Satans Sohn ist. Sein Zwillingsbruder Okumura Yukio kam hingegen ohne teuflische Kräfte zur Welt. Oft verstehen sich die beiden Brüder nicht sonderlich gut und auch zu Beginn der zweiten Staffel scheint das Verhältnis zwischen den beiden gespalten. Allerdings gehen auch Rins Freunde, insbesondere Suguro Ryūji, ihm seit der neuesten Erkenntnis, dass Rin der Sohn des Teufels ist, aus dem Weg. Vor allem die Zugfahrt auf ihrem Ausflug ins entfernte Kyōto wird davon belastet. Dennoch raufen sich die Freunde, wie könnte es auch anders sein, mit der Zeit wieder zusammen – schließlich müssen sie einen wichtigen Auftrag erfüllen. Abgesehen vom komplexen Protagonisten-Ensemble ist der Einstieg in den weiteren Handlungsstrang jedoch wesentlich leichter und angenehmer.

Koffer gepackt und ab nach Kyōto

Inhaltlich beschäftigt sich Blue Exorcist: Kyōto Saga mit einem Dämon, der am Ende der Edo-Zeit in Japan gewütet und mit seinem tödlichen Miasma tausende Menschen getötet hat. Zwar konnte die Gefahr des so genannten „unreinen Königs“ gebannt und seine Macht in dessen beiden Augen eingeschlossen werden, doch müssen diese beiden Gefäße seither unter strenger Bewachung aufbewahrt werden. Während in der Heiligkreuz-Akademie, dem Schauplatz der ersten Staffel, das linke Auge gehütet wird, befindet sich in Kyōto das rechte Auge des Dämons. Da das linke Auge noch vor Einsetzen des neuen Handlungsstrangs aus der Heiligkreuz-Akademie gestohlen wurde, werden Rin und Co nach Kyōto entsandt, um zu verhindern, dass auch noch das rechte Auge des Dämons abhanden kommt. An der eigentlichen Erzählweise hat sich seit der ersten Staffel nichts geändert, denn neben der Haupthandlung laufen noch ein paar kleinere Geschichten ab, die sich um den roten Faden schlängeln. Sie sind interessant gestaltet und unterstützen die spannende Storyline, die sich in der zweiten Staffel leider nur auf zwölf Episoden beschränkt. Wer sich für die limitierte Erstausgabe entscheidet, kommt zudem in den Genuss eines praktischen Sammelschubers und eines 140-seitigen Buchs. Zum Test stand uns leider nur die normale Fassung zur Verfügung, weshalb wir keine Angaben darüber machen können, ob sich die Anschaffung der Limited Edition lohnt.

Wiedersehen mit einem alten Bekannten

Optisch und stilistisch orientiert sich die Serie von Animationsstudio A-1 Pictures stark an der ersten Staffel. Das heißt, dass die detaillierten Charaktermodelle und die oftmals sehr weich gezeichneten Hintergründe immer noch ein angenehmes Gesamtbild im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p ergeben. Dadurch, dass die Handlung der zweiten Serienstaffel in der früheren Kaiserresidenz Kyōto stattfindet, spielt das Bild auf der einen Seite auch stark mit klassischer Architektur und verbindet es auf der anderen Seite mit der Architektur des 21. Jahrhunderts. Auch die Animationen können mit ihrer Darstellungsweise punkten, da sie bei allen Charakteren durchaus facettenreich ausfallen. Kombiniert wird das Bild mit einem stimmungsvollen Soundtrack, der sowohl die ruhigen als auch die brenzligen Situationen wunderbar unterlegt. Nicht ganz unschuldig an der sehr dichten Atmosphäre sind die Synchronsprecher sämtlicher Charaktere, die sowohl in der japanischen Originalversion als auch in der deutschen Fassung mit reichlich Charme ihren zugeteilten Figuren jede Menge Leben einhauchen. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass diverse japanische Namen und Begriffe von den deutschen Sprechern falsch ausgesprochen werden. Diese Fehler halten sich jedoch im Rahmen und stören das sonst richtig schöne Erscheinungsbild somit kaum.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Viele Jahre mussten Fans auf der ganzen Welt auf eine Fortsetzung der Anime-Serie Blue Exorcist warten. 2017 lief dann endlich die zweite Staffel über die japanischen Fernsehbildschirme und hat wohl jeden Fan erlöst. Die Story von Blue Exorcist: Kyōto Saga ist, vor allem durch den neuen Handlungsort, sehr interessant und durchweg spannend gestaltet. Sämtliche Charaktere tun ihr Übriges, um die typische Atmosphäre der Serie weiterhin aufrechtzuerhalten. Schade ist nur, dass die zweite Staffel nach all den Jahren keine Einführung bietet, weshalb es anfangs für die nicht ganz so beinharten Fans etwas schwierig oder zumindest ein wenig holprig sein kann, in das Universum zurückzufinden. Nach ein paar Episoden ist diese Hürde jedoch halbwegs genommen und überrascht dann auch mit ein paar wendungsreichen Momenten. Wer die erste Staffel noch nicht gesehen hat, sollte vor dem Anschauen von Blue Exorcist: Kyōto Saga diese unbedingt nachholen – und wer die Seriengrundlagen von Blue Exorcist kennt, darf uneingeschränkt auch bei der zweiten Season zugreifen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Blue Exorcist: Kyōto Saga (Vol. 1)!

Review: Aldnoah.Zero (Vol. 8)

Mit der achten Volume beginnt das große Finale der Aldnoah.Zero-Reihe. Im Gegensatz zu vielen anderen Anime-Serien traut sich Animationsstudio A-1 Pictures jedoch, die Serie zu einem abschließenden und vor allem zu einem sehr zufriedenstellenden Ende zu erzählen.

In der achten und letzten Volume sind wie bei den vorherigen Ausgaben abermals drei Folgen enthalten. Die 22. Episode der Anime-Serie knüpft nahtlos an die Geschehnisse der siebten Volume an. Graf Toroiyādo Surein, der mittlerweile die Machtbefugnisse von Vāsu Envāsu Remurina übernommen hat, hat sie und Aseiramu Vāsu Aryūshia unter Arrest gestellt, als die beiden aufeinander getroffen sind und ihm seine wahren Absichten entlocken wollten. Nur so kann er halbwegs sicherstellen, dass er seine Pläne in die Tat umsetzen kann. Obwohl beide Adligen gegensätzlicher Meinung sind, raufen sie sich in dieser Situation zumindest teilweise zusammen. Allzu lange hält die Zusammenarbeit zwischen den beiden Halbschwestern nicht, denn die Truppen der Erde planen den Mondstützpunkt anzugreifen. So wird das Raumschiff Dyūkarion abermals in den Krieg involviert, sodass außerhalb des Mondstützpunktes eine der wichtigsten Schlachten beginnt. Der Angriff auf die feindliche Basis ist allerdings, wie Kaizuka Inaho schnell klar wird, nur ein Ablenkungsmanöver. Ein Bodentrupp soll Prinzessin Aseiramu Vāsu Aryūshia töten, um den Feind zum Aufgeben zu bewegen. Um ein unschuldiges Leben zu beschützen, mischt er sich ebenfalls unter den Landungstrupp und versucht die Prinzessin zu retten. Das Wiedersehen währt jedoch nicht lange, zumal Surein ebenfalls auf dem Mond unterwegs ist und die Prinzessin vor den Angreifern von der Erde genauso beschützen will.

Spannendes Endspiel

Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass es auch zu einem kurzen Treffen zwischen Surein und Inaho kommt. Unterdessen kämpfen die Truppen des Kaiserreichs Vāsu und der Erde in den Gängen und dem Hangar des Mondstützpunktes gegeneinander. Die Ereignisse in den vorliegenden Episoden von Aldnoah.Zero überschlagen sich regelrecht, sodass neben Graf Mazuūruka auch der Sohn von Graf Kurūteo eine wichtige Rolle bei der Rettung der Prinzessin spielt. Das futuristische Szenario ermöglicht des Weiteren, dass Aryūshia mit dem mittlerweile gesundheitlich stark angeschlagenen und altersbedingt verwirrten Kaiser reden kann, um den Krieg aufzuhalten. Zusätzlich plant sie eine Proklamation, um ihre Verbündeten zu beschwichtigen. Dennoch kommt es im letzten Drittel dieser Volume zu einer wohl alles entscheidenden Schlacht, die von zahlreichen Wendungen und Überraschungen überschattet wird, sodass die Action stets spannend bleibt. Nachdem die Kämpfe in den letzten Volumes vor allem auf der Erdoberfläche stattgefunden haben, verlagert sich der Krieg in der achten und leider auch letzten Ausgabe nahezu vollständig in den Weltraum, wodurch die Kämpfe viel dynamischer gestaltet werden konnten. Hinzu kommen die typischen Dialoge zwischen verbündeten und verfeindeten Einheiten, die mit der Technologie ihrer Kataphrakte prahlen. In dieser Form sind die Kämpfe nicht nur spannend, sondern zugleich auch noch unterhaltsam.

Gelungener Abschluss der Serie

Auf der technischen Seite lässt sich sagen, dass keine großen Veränderungen stattgefunden haben. Nach wie vor können vor allem das Charakterdesign, das unglaublich gut mit den sehr schönen Hintergründen harmoniert, und die Licht- und Schatteneffekte überzeugen. Das ist in vielerlei Hinsicht nicht verwunderlich, hat das Animationsstudio A-1 Pictures doch schon viele Erfahrungen sammeln können. So wird dem Zuschauer auch diesmal eine tolle Geschichte im bildschirmfüllenden 16:9-Format und in schicker Full-HD-Auflösung präsentiert. Einzig und allein die bei den Kataphrakten eingesetzten Spezialeffekte hätten besonders beim furiosen Finale, das sich sehr auf den Kampf konzentriert, anspruchsvoller ausfallen dürfen. Das Weltraum-Setting ist dafür ein weiteres Mal mit gelungenen Musikstücken unterlegt –  und anders wie in der vorherigen Ausgabe kommt auch dieses Mal wieder Gesang zum Einsatz, sodass vor allem die Kämpfe aus der Masse herausstechen können. Auf dem Datenträger liegen drei Trailer zu Kazé-Anime-Titeln vor; Bonusmaterial, das Aldnoah.Zero betrifft, gibt es abermals nicht. Wie schon bei den vorherigen Volumes möchte stattdessen ein Booklet, in dem unter anderem ein Gespräch zwischen den japanischen Synchronsprechern Amamiya Sora, Hanae Natsuki und Ono Kenshō sowie ein paar Konzeptzeichnungen zu finden sind. Die Informationen im Büchlein sind zwar überschaubar, aber ein allerletztes Mal ein kleiner, aber feines Bonus für Fans.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Aldnoah.Zero gehört definitiv zu den besten Anime-Serien mit Science-Fiction-Setting. Das wurde zwar bestimmt schon mehrfach gesagt, doch bei diesem Werk von Animationsstudio A-1 Pictures stimmt einfach so gut wie alles. Die Geschichte ist stets spannend erzählt und punktet je nach Episode mit wenigen bis vielen Wendungen und Überraschungen, die liebevoll gestalteten Charaktere können in diesem Rahmen hervorragend miteinander agieren und auch optisch weiß Aldnoah.Zero zu gefallen. Schade ist nur, dass so manche Animation der Kataphrakte aufgrund der Spezialeffekte nicht ganz so gelungen wie der Rest des Bildes aussieht. Dies ist jedoch nur der kalte Tropfen auf den heißen Stein, denn in allen anderen Belangen kann die Serie mit ihren interessanten Ideen stets punkten. Außerdem sollte dem Animationsstudio für die Entscheidung, die Serie mit der 24. Episode definitiv enden zu lassen, Lob ausgesprochen werden – das Ende ist zwar kurz gefasst und ähnlich wie in der Serie werden nicht alle Handlungsfäden lückenlos erzählt, doch macht das wiederum den Charme von Aldnoah.Zero aus, den jeder Anime-Fan einmal mit eigenen Augen und Ohren erlebt haben sollte.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Aldnoah.Zero (Vol. 8)!

Review: Black Butler II (Vol. 1)

Obwohl die erste Staffel der Anime-Serie Black Butler mit einem befriedigenden Abschluss endete, führte A-1 Pictures das Franchise im Jahr 2010 mit einer zweiten Staffel fort, die die Ereignisse am Ende der ersten Staffel zunächst bewusst kaschiert und dann eigens aufarbeitet.

Zu Beginn der ersten Episode der zweiten Staffel scheint ein neuer Hausherr und auch ein neuer Butler im Mittelpunkt der Erzählung zu stehen: Alois Trancy wird als der Abkömmling eines Adelsgeschlechtes dargestellt, der über ein riesiges Anwesen verfügt. Seine Diener, allen voran sein überaus sorgfältiger Butler Claude Faustus, erleichtern ihm Tag für Tag sein Leben. Allerdings handelt es sich bei dem jungen Grafen um einen kleinen Tyrannen, denn er behandelt die Dienerschaft mehr schlecht als recht, dem Dienstmädchen Hannah Anafeloz reißt er aus einer Laune ein Sehorgan heraus, weil sie ihm in die Augen gesehen hat. Alois Onkel Arnold Trancy kann nicht glauben, dass es sich bei diesem Bengel um seinen Neffen handelt, weshalb er mit einem Priester versucht, das möglicherweise falsche Spiel zu entlarven. In der darauffolgenden Nacht wird es noch mysteriöser, denn während eines starken Regenschauers klopft ein vermummter Mann mit einem Koffer an der Tür, der um eine Übernachtung bittet. Neugierig lassen Alois und Claude den Mann herein, der sich nach wenigen Augenblicken als Sebastian Michaelis zu erkennen gibt. Kenner der ersten Staffel wissen, dass sich hierbei um den titelgebenden schwarzen Butler handelt, der im Dienst von Ciel Phantomhive steht – und genau dessen lebloser Körper befindet sich in der ganzen ersten Folge in Sebastians Koffer.

Gelungene Charakterisierung neuer und bekannter Figuren

Wie dieses seltsame Aufeinandertreffen der Hausherren und der Butler in die Geschichte der Anime-Serie, die mit der zweiten Staffel übrigens nicht mehr auf einer Manga-Vorlage basiert, eingeordnet werden kann, ist in den darauffolgenden elf Episoden dieser Volume einzig und allein die Aufgabe des Zuschauers. In der zweiten Folge von Black Butler II ist Ciel wieder der viel zu ernste und neunmalkluge Bengel, wie der Zuschauer ihn aus der ersten Staffel kennen- und vielleicht sogar liebengelernt hat. Mit gelegentlich eingespielten Rückblenden und einer dazu schrittweisen Annäherung an den Handlungsstrang um Alois und Claude, setzt sich die Story mit der Zeit wunderbar zu einem sehr stimmigen Mosaik zusammen. Leider werden in diesem Zusammenhang einige Punkte nur spärlich erläutert, sodass der eine oder andere Zuschauer Verständnisprobleme haben könnte, um die Verbindungen zwischen beiden Charakteren zu sehen. Positiv ist hingegen anzumerken, dass Alois, Claude und Hannah keine austauschbaren Nebenfiguren sind und vor allem in den letzten Folgen dieses Episodenpakets genauso stark wie die Hauptfiguren charakterisiert werden. Insbesondere Alois’ Vergangenheit, die ebenfalls durch Flashbacks dargestellt wird, macht ihn zu einer der interessantesten Figuren des Franchises. Hier beweist A-1 Pictures sehr gut, dass sie die Anime-Serie auch ohne Manga-Vorlage formen können.

Rundum gelungene Fortführung

Bis zur letzten Minute der zwölften Episode, die sogar mit einem runden Ende punkten kann, bleibt es durchweg spannend. Durch die Einführung von Claude wird die Mythologie um den Teufel von einem Butler, wie sich Sebastian häufig selbst bezeichnet, weiter ausgebaut, was zur Glaubhaftigkeit des fantasievollen Szenarios im viktorianischen London beiträgt. Auch viele bekannte Nebenfiguren wie Elizabeth Midford oder Soma Asman Kadar haben in der zweiten Staffel ihre gebührenden Auftritte. Selbst der schrullige Tanaka kann den Zuschauer in einer einzigen Szene zum Lachen bringen. Humorvoll ist die zweite Staffel deswegen aber nicht, es ist nach wie vor eine düstere und teils makabre Serie, die nur so an den Bildschirm fesseln kann. Dementsprechend sind die Handlungsplätze, die in der Auflösung von 1080p im bildschirmfüllenden 16:9-Format gruseln oder begeistern sollen, vor allem mit Braun- und Grautönen ausstaffiert. Selbiges gilt auch für die Charaktere, deren Hautton meistens auch noch sehr blass wirkt. Die Animationen mitsamt ihrer Kamerafahrten funktionieren in dieser Season ebenso gut. Beide Tonspuren können mit toller und klarer Musik punkten, die sich vor allem auf Klavierklänge stützt. Die gut ausgewählten deutschen Sprecher überflügeln sogar die japanischen Synchronsprecher. Zwei Booklets, die jedoch weitgehend einen zweigeteilten Episodenguide mit wenigen Zusatzinformationen umfassen, winken als physischen Bonus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Black Butler endete offen und auch beim Anschauen der ersten Episoden der zweiten Staffel ist es nicht wirklich verwunderlich, dass der Cliffhanger zunächst kaschiert und auch danach nur lose aufbereitet wird. Zwar wird das Ereignis von Episode zu Episode erläutert, so richtig erklärt wird in Black Butler II aber nichts. Die Serie spielt mit Mysterien, die sich der Zuschauer am liebsten selbst erschließen soll und gerade deshalb ist es so spannend, die interessante Geschichte mit ihren facettenreichen Charakteren zu verfolgen. Obwohl der Übergang von der ersten zur zweiten Staffel nur am Rande thematisiert wird, gibt es ansonsten nur wenige Lücken oder zumindest Stellen, die sich beim ersten Ansehen womöglich nicht jedem Zuschauer erschließen. Black Butler II ist unterm Strich – und das trotz fehlender Manga-Vorlage – eine sehr gelungene Fortsetzung, über die sich jeder Black-Butler-Fan freuen dürfte. Bleibt zu hoffen, dass die zweite Volume der zweiten Staffel an der Qualität der ersten Ausgabe heranreichen wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Butler II (Vol. 1)!

Prime Time: Pumpkin Scissors (Gesamtausgabe) (Unboxing)

Anfang Mai 2017 haben wir euch die Gesamtausgabe von Pumpkin Scissors im Rahmen eines Reviews vorgestellt. Zu unserer Rezension gesellt sich heute ein Unboxing-Video, in dem wir euch die Gesamtausgabe auch einmal optisch vorstellen. Viel Spaß!

Review: Castlevania Requiem: Symphony of the Night & Rondo of Blood

In den letzten Jahrzehnten avancierte das Castlevania-Franchise zu den wohl kultigsten Serien im Videospielsektor. Obwohl zwischen 2014 und 2018 mit vier Jahren die wohl größte Dürre der Reihe anhielt, erlöst Konami die Fans mit zwei Portierungen wichtiger Ableger der Serie.

1993 veröffentlichte der japanische Publisher Konami mit Castlevania: Rondo of Blood für das TurboGrafx-16 den damals wohl besten Serienteil. Schon am Intro, das in der neuen Synchronisation von 2009, die extra für die Virtual-Console-Fassung für die Wii angefertigt wurde, ist die dichte Atmosphäre des Spiels zu spüren. Der Schauspieler und Synchronsprecher Klaus-Dieter Klebsch verrät dem Spieler hier die Ausgangslage des Abenteuers: Im Jahr 1792 ist Dracula, der Herr der Finsternis, auferstanden und hat Annette, die Geliebte von Protagonist Richter Belmont, entführen lassen. Richter, ein Abkömmling des Vampirjäger-Klans Belmont, beschließt, sich dem Fürsten zu stellen und macht sich auf dem Weg ins titelgebende Schloss des Vampirs. Wie schon die vorherigen Serienableger, die für unterschiedliche Systeme wie NES oder MSX2 erschienen sind, verläuft das Action-Adventure, das stets aus der zweidimensionalen Seitenansicht gespielt wird, bis auf wenige Ausnahmen sehr linear. Fledermäuse, Skelette, Ritterrüstungen, Werwölfe, fliegende Medusenköpfe, Minotauren und bestialische Scheußlichkeiten lauern innerhalb und außerhalb der Burgmauern darauf, vom Spieler aus dem Weg geräumt zu werden. Am Ende der Reise, die durch Katakomben, Kerker, Ballsäle oder einen Uhrenturm führt, wartet das Rendezvous mit Dracula höchstpersönlich.

Motivierende Vampirjagd

Bis zum großen Finale ist es jedoch ein langer und vor allem steiniger Weg, denn Rondo of Blood ist damals wie heute ein Spiel, das mit einem hohen Schwierigkeitsgrad aufwartet. Das heißt, dass sowohl die Gegnerpositionen als auch ihre Angriffsmuster in mehreren Durchläufen verinnerlicht werden wollen. Wer zudem unterwegs Schlüssel aufnimmt und sie an der richtigen Stelle einsetzt, kann beispielsweise einen weiteren spielbaren Charakter treffen, der mit Doppelsprüngen wendiger ist und zudem mit tierischer Unterstützung den teuflischen Gegnern das Fürchten lehrt. Hinzu kommen kleine auf Japanisch synchronisierte Zwischensequenzen in Anime-Optik, die noch tiefer in die Materie eintauchen lassen. Da jedes Ableben der Spielfigur auch die Möglichkeit offeriert, das Spiel zu speichern, gehören Frustmomente oder das nervige Aufschreiben von Passwörtern so manches vorherigen Titels weitgehend der Vergangenheit an. Der adrenalingeladene Soundtrack sorgt dafür, dass beim Schwingen der Peitsche und Werfen von Dolchen, Äxten oder Weihwasser nicht nur mitgesummt, sondern jedes Continue auch gerne in Kauf genommen wird. Wer wirklich sämtliche Verstecke und alle geheimen Routen aufspüren will, wird trotz der im Grunde kurzen Einmalspielzeit lange genug bei der Stange gehalten, um das Spiel auch zum wiederholten Male angehen zu wollen.

Sequel aus neuer Sichtweise

In Castlevania: Symphony of the Night für die PlayStation knüpfte Konami 1997 an der Story von Rondo of Blood an. Wer absolut unbefangen an diesen Titel herangehen möchte, der von vielen Castlevania-Fans als bester Ableger des Franchises bezeichnet wird, sollte Rondo of Blood zuvor tatsächlich beenden, da Symphony of the Night den Endkampf gegen Dracula unkaschiert spoilert und sogar spielbar macht. Jahre nach den Geschehnissen von Rondo of Blood ist Richter 1796 verschwunden – Draculas Schloss, das eigentlich nur alle einhundert Jahre erscheint, ist hingegen wieder aufgetaucht. Um diesem mysteriösen Ereignis auf den Grund zu gehen, macht sich Alucard, der Sohn des Vampirs, zum alten Gemäuer auf. Dies macht er jedoch nicht, um seinem vermeintlich besiegten Vater die letzte Ehre zu erweisen, sondern um das Schloss niederzubrennen. Unterwegs trifft er auf Maria Renard, die Seite an Seite mit Richter auf Vampirjagd war und ein recht ähnliches Ziel wie er verfolgt. Im Gegensatz zu Rondo of Blood ist die Geschichte von Symphony of the Night wesentlich tiefgründiger und abwechslungsreicher. Es kommt gar zu ein paar unerwarteten Überraschungen und Wendungen, die starken Einfluss auf die Handlung der langjährigen Reihe haben, aber nicht nur in puncto Storytelling hat Konami in Symphony of the Night die Zeichen der Zeit erkannt.

Unter dem Einfluss von Super Metroid

An die Stelle von geradlinigen Levels der vorherigen Serienableger rückt diesmal eine wesentlich offenere Spielwelt in den Mittelpunkt des Geschehens. Bereits besuchte Orte können erneut aufgesucht und mit neuen Fähigkeiten neue Bereiche erschlossen werden. Als Vorbild haben sich die Entwickler sehr stark an Nintendos Super-Nintendo-Meilenstein Super Metroid orientiert und das Spielprinzip für ihre Zwecke umgemünzt. Zwar ist die Spielwelt von Symphony of the Night nicht ganz so logisch aufgebaut wie das Vorbild, doch auch hier macht es unglaublich viel Spaß, jeden Winkel zu erkunden, um alle Relikte aufzuspüren. Diese haben einen mal mehr und mal weniger starken Einfluss auf die Spielweise, können im Menü allerdings jederzeit aktiviert oder deaktiviert werden. Mit einem Artefakt kann beispielsweise im Kampf der Schaden angezeigt werden, den Alucard bei seinen Gegnern anrichtet. Manchmal ist das ganz schön praktisch, da es durch die relativ offene Spielwelt auch dazu kommen kann, dass sich der Spieler verläuft und so gegebenenfalls vor zu starken Gegnern landet. In diesem Falle heißt es nur, sich durch die Monsterhorden zu schnetzeln, Erfahrungspunkte zu sammeln und damit schließlich im Level aufzusteigen. Auch an die Implementierung von Rollenspiel-Elementen haben die intelligenten Köpfe von Konami gedacht – und das schon im Jahr 1997!

Vollgepackt mit tollen Sachen

Symphony of the Night bietet allerdings noch mehr als Level-ups und eine offene Spielwelt, denn hin und wieder lassen sich in Draculas Schloss auch neue Ausrüstungsgegenstände finden, mit denen sich Alucard im Kampf wesentlich besser verteidigen kann. Um Angriffe von Feinden abzuwehren, kann sich der Schwertschwinger beispielsweise mit einem Schild schützen. Jeder Ausrüstungsgegenstand verbessert zudem die Attribute des Charakters, womit sich schnell eine stark motivierende Aufwärtsspirale einstellt. Wenn sich ein Gegner anfangs noch etwas zäh anfühlt, dreht der Spieler eine Stunde später den Spieß einfach um und pulverisiert ihn mit ein bis zwei Schwertschlägen. Um die Übersicht in all dem Spektakel nicht zu verlieren, gibt es zu guter Letzt noch eine Übersichtskarte, die ebenso stark von Super Metroid inspiriert zu sein scheint und Hinweise darauf liefert, wo es noch nicht erkundete Räume gibt. Der gotisch-düstere Grafikstil ist auch Jahrzehnte nach der Erstveröffentlichung noch sehr ansehnlich und sorgt mit dem Soundtrack dafür, dass beim Erkunden des Gemäuers jedem ein leichter Schauer über den Rücken läuft. Trotz der atmosphärischen Hintergrundmusik ist der Soundtrack von Symphony of the Night allerdings nicht ganz so hitverdächtig wie bei Rondo of Blood, was aber kaum davon abhält, jede einzelne Minute der Titel durchweg zu genießen.

Action-Adventures auf Meisterhand

Positiv ist hier ebenfalls zu erwähnen, dass Symphony of the Night über ein Speichersystem verfügt. Überall in der Spielwelt sind Speicherräume versteckt, in denen sich der Spieler einfach nur in einen Sarg legen muss, um einerseits Alucards Wunden zu heilen und andererseits um das bisherige Erlebte zu sichern. Gelegentlich kommt hierbei jedoch das Gefühl auf, dass die Speicherräume zu weit voneinander entfernt sind. Vor allem vor kritischen Stellen fehlen sie häufig, sodass Alucards Ableben die Konsequenz birgt, einen alten Speicherstand zu laden und die letzte Viertelstunde erneut nachzuspielen. Das ist zwar bei den meisten anderen Ablegern davor und danach ähnlich gestaltet, doch durch den regelrechten Anstoß in den Erkundungsdrang ist dies bei Symphony of the Night etwas kritischer zu beäugeln als bei Rondo of Blood. Auch dass manche Gegner zu plötzlich aus dem Boden kriechen und gegebenenfalls von einer Bildschirmanzeige im ersten Moment verdeckt werden oder einfach so fies positioniert sind, dass die Konfrontation beim Betreten eines Spielabschnitts sofort vorprogrammiert ist, hätte schon bei der Erstveröffentlichung vermieden werden müssen. Dies alles sind jedoch nur kalte Tropfen auf den heißen Stein, denn sowohl Symphony of the Night als auch Rondo of Blood sind zwei grandiose Action-Adventures, die jeder unbedingt einmal spielen sollte!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4- und Virtual-Console-Fassung): Castlevania Requiem: Symphony of the Night & Rondo of Blood ist ein gelungenes Doppelpack aus dem Hause Konami. Der japanische Videospielhersteller aus Tōkyō zeigt, dass er eine seiner wohl beliebtesten Marken nicht vergessen hat. Vor allem jüngere Spieler, die bei den Erstveröffentlichungen beider Titel noch zu jung oder noch nicht einmal geboren waren, haben mit dieser kleinen Kollektion die einmalige Gelegenheit, zwei der besten Serienableger zu spielen. Während es mit Castlevania: Rondo of Blood möglich ist, das ursprüngliche Castlevania-Gefühl in seiner wohl besten Form inklusive Speichermöglichkeit zu erleben, bietet Castlevania: Symphony of the Night das überarbeitete Konzept mit starkem Super-Metroid-Einfluss. Rondo of Blood und Symphony of the Night bieten nahezu alle Elemente, die die Castlevania-Reihe bis heute so spannend und interessant machen. Fans und Kenner der Reihe werden die Sammlung gerade deswegen lieben, während sich Spielern, die bisher noch nicht in Berührung mit dem Franchise gekommen sind, mit Castlevania Requiem die einmalige Chance bietet, mit zwei der wichtigsten Serienableger in die Geschichte rund um Dracula und Co einzutauchen.

Vielen Dank an Konami für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Castlevania Requiem: Symphony of the Night & Rondo of Blood!

Review: Corpse Party

Aufgrund der anhaltenden Popularität des Corpse-Party-Franchises wurde das einstige Videospiel, nachdem es schon in Anime- und Manga-Form für Furore sorgte, auch als Film umgesetzt. Da das Budget anscheinend aber zu gering war, geht der Horror diesmal gänzlich flöten.

Wer noch nie etwas von Corpse Party gehört hat, muss im letzten Jahrzehnt wohl oder übel unter einem Zimmer ohne Sonnenlicht geschlafen haben. Erstmals 1996 auf dem NEC PC-9801 veröffentlicht, erreichte die Videospielreihe nach dem Remake aus dem Jahr 2008 ungeahnte Beliebtheit unter Horrorfans. Verschiedene Manga- und Anime-Reihen folgten genauso wie zwei Realfilmadaptionen, die 2015 und 2016 veröffentlicht worden sind. Die erste davon hört schlicht auf den Namen Corpse Party und beginnt mit der typischen Handlung des Franchises. Mehrere Schüler der Kisaragi-Lehranstalt wollen eines Abends ihre Mitschülerin Suzumoto Mayu verabschieden, die die Schule verlassen wird. Damit ihre Freundschaft auch dann weiter besteht, wenn sie getrennte Wege gehen, verbinden sie den Abschied mit einem mysteriösen Ritual. Sie schneiden aus einem Blatt Papier eine menschenähnliche Figur aus, die sie daraufhin zerreißen, indem jeder ein Stück der Figur festhält. Sie beten eine ominöse Sachiko an, die ihren Freundschaftswunsch erfüllen möge. Während diese Vorstellung auf den Zuschauer schon gruselig genug wirkt, ist für die Teilnehmer das Ritual der Auftakt zu ihrer persönlichen Horrorgeschichte: Auf einmal reißt der Boden auf und zieht die Schüler in den Abgrund. Als sie zu sich kommen, finden sie sich plötzlich an einem anderen Ort wieder.

Horror auf Abwegen

An einen gänzlich neuen Handlungsort muss sich der Zuschauer aber nicht gewöhnen, denn aus der Kisaragi-Lehranstalt wird einfach die Tenjin-Grundschule. Diese ist an vielen Stellen verfallen und heruntergekommen, grundsätzlich also ein recht klaustrophobischer und grausiger Schauplatz für einen Horrorfilm. Da auch das ungeahnte Böse mehr und mehr von den stets voneinander getrennten Charakteren Besitz ergreift, ihre Psyche gegeneinander ausspielt und keinen logischen Plan verfolgt, kann so theoretisch eine Illusion des Grauens aufgebaut werden. In der Praxis sieht das aber wieder ganz anders aus, denn an allen Ecken und Enden sind die häufig sehr schlichten Kulissen zu erkennen. Den letzten Funken Horror rauben wiederum die spärlich eingesetzten Splatter-Effekte, die nicht zeigen, wie eine Figur den Tod erleidet. Einzig und allein Blut spritzt in der Nahaufnahme auf Hintergründe oder Charaktere, was allerhöchstens zweckmäßig ist, aber auch diese Form des Horrors in keiner Weise würdigt. Dass Horror-Filme mit einem geringen Budget funktionieren können, zeigt am besten der US-amerikanische Film The Blair Witch Project aus dem Jahr 1999. Inhaltlich sind beide Filme, alleine aufgrund ihres Kulturraums, zwar nicht zu vergleichen, doch wirkt Corpse Party selbst in den düsteren Momenten einfach nur wie ein Schülerdrama im Jugendtheater.

Verschwendetes Budget

Bildtechnisch ist Corpse Party ebenfalls kein angenehmer Genuss für Cineasten. Der Film ist durchweg im bildschirmfüllenden 16:9-Format gehalten und ist, womöglich zur frechen Kaschierung der Einfachheit, an zahlreichen Stellen mit unschönen Unschärfe-Effekten versehen. Trotz der Auflösung von 1080p wirkt das Bild wie hochskalierte DVD-Qualität, HD sieht definitiv anders aus. Immerhin kann die Kameratechnik mit verdrehten Perspektiven und hin und wieder verwackelten Einstellungen punkten, um ein bisschen Dynamik in den trockenen Horrorfilm zu bringen. Beide Tonspuren, die in DTS-HD Master Audio 2.0 vorliegen, wurden mit passenden Musikstücken ausgestattet, die oft aber viel zu hastig eingespielt oder beendet werden. In puncto Synchronisation ist definitiv der japanische Originalton zu bevorzugen, da in der deutschen Fassung einige, wenn bei Weitem auch nicht alle, Sprecher eher gelangweilt wirken und so manchen japanischen Begriff auch falsch aussprechen. Wer das letzte Stück Authentizität genießen will, das in Corpse Party steckt, kommt um den Originalton des Films nicht herum. Regisseur Yamada Masafumi hat aus Corpse Party ein möglichst jugendfreies Erlebnis geschaffen, vor dem sich nur ein Zuschauer gruseln kann, der vorher noch nie einen Horrorfilm gesehen hat oder sich schon erschreckt, wenn es tagsüber an der Haustüre klingelt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Für viele europäische Zuschauer sind japanische Horrorfilme häufig zu speziell, da sie sich auf einer für sie nicht greifbaren Kultur stützen. Corpse Party kann allerdings auch nicht unter diesen Gesichtspunkten für Fans des Genres abgenickt werden, denn der Film ist weder besonders spannend noch besonders gut oder gar tiefgründig gestaltet. Häufig verkommen die Szenen, insbesondere in der mittelmäßigen deutschen Synchronisation, ins Lächerliche. Der japanische Originalton hilft jedoch auch nicht dabei, dass der 94 Minuten lange Film wesentlich erträglicher wird. An viel zu vielen Stellen ist das zu geringe Budget zu spüren, wodurch der Horrorfilm eher zu einem Jugenddrama verkommt, das vor schlichten Kulissen stattfindet. Selbst die größten Fans von Corpse Party sollten sich zweimal überlegen, ob sie Yamada Masafumis Film eine Chance geben. Mit Manga, Anime und Spielen des Franchises sind diese definitiv besser beraten.

Vielen Dank an Kazé Movie für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Corpse Party!

Review: Fairy Tail (Box 3, Episoden 49-72)

Obwohl die zweite Box der Serie Fairy Tail im Januar 2018 nach nur zwei Monaten nach dem Release der ersten Serienbox veröffentlicht wurde, dauerte es bis zur dritten Ausgabe etwas länger. Im Juni 2018 war es jedoch soweit und Fans konnten abermals nach Fiore reisen.

Im äußerst fantasievollen Königreich Fiore verläuft endlich wieder alles in gewohnten Bahnen. Nach dem halbwegs ausufernden Kampf gegen den magischen Riesen und die Element Four wurde die titelgebende Magiergilde Fairy Tail ein weiteres Mal aufgebaut und erstrahlt seitdem in neuem Glanz. Dennoch sollte es jedem Fan der Serie klar sein, dass dadurch der Frieden nicht aufrechterhalten werden kann und neue Feinde auf den Plan ruft. Gemeint ist damit die dubiose Gilde Oracion Seis. Diese besteht zwar nur aus sechs Mitgliedern, doch leicht sind diese nicht zu besiegen, da es sich dabei um sechs starke Magier handelt. Also schließt sich Fairy Tail mit anderen Gilden zu einer Union zusammen, um eine Chance gegen ihre Gegner zu haben. Das bedeutet jedoch auch, dass es zu vielen verschiedenen Konstellationen unter den Kampfteilnehmern kommt und die Anime-Serie erneut mit reichlich Kämpfen vollgestopft ist. Dadurch, dass manche Charaktere handlungsbedingt sogar mal die Seite wechseln, bleibt es stets spannend und sorgt zudem abermals für reichlich Humor im Freundeskreis. Wer die verschiedenen Figuren bereits in den ersten beiden Volumes ins Herz geschlossen hat, wird auch definitiv in der dritten Ausgabe von diesen gut unterhalten werden. Bis auf die eine oder andere Ausnahme heißt das aber auch, dass sich die Charaktere kaum weiterentwickeln.

Nette Boni

Dennoch werden die Hintergrundgeschichten von manchen Figuren weiter ausgebaut. In der dritten Volume von Fairy Tail ist trotz des Haupthandlungsstrangs daher nebenbei abermals Platz für viele weitere Geschichten. Unter anderem erfahren die Zuschauer, dass die hübsche Lucy in ihrem Leben wohl noch nie eine Liebesbeziehung führen konnte und jetzt nach einem Gefährten Ausschau hält. Nur einen kurzen Augenblick später lernt sie zwei verschiedene Herren kennen, mit denen sich womöglich so etwas anbahnen könnte. Des Weiteren gibt es in der dritten Box ein Wiedersehen zwischen Lucy und ihrem Vater, der mittlerweile sein ganzes Hab und Gut verloren hat und sie deshalb jetzt um Geld anfleht. Während es in der zweiten Volume ein unterhaltsames Synchronspecial mit den deutschen Sprechern gab, liegt auf keiner der drei Blu-ray Discs, die in der dritten Volume enthalten sind, digitales Bonusmaterial vor. Dafür hat sich Publisher Kazé Anime dazu entschieden, das physische Material ein wenig aufzuwerten. Nach wie vor befinden sich alle Discs in einer sehr hochwertigen Box, in der wieder einmal ein Episodenguide Informationen zu allen 24 Folgen herunterbetet. Schöner wäre es jedoch gewesen, wenn neben den Inhaltsangaben auch noch Details zu den Charakteren gegeben worden wären. Stattdessen gibt es einen dünnen, aber großen Magneten mit Natsu Dragneel als Motiv. Als nächstes gibt es noch ein Klebe-Tattoo mit Fairy-Tail-Logo zum einmaligen Angeben für die größten Fans.

Gelungenes Gesamtkonstrukt

Mittlerweile traditionell, kann die Anime-Serie mit einem durchweg gestochen scharfen Bild in der Auflösung von 1080p im bildschirmfüllenden 16:9-Format begeistern. Alle Charaktere sind schön gezeichnet und setzen sich positiv von den tristen Hintergründen ab, die aber dennoch ein angenehmes Gesamtbild ergeben. Ebenfalls gelungen sind Effekte, die mit einer ganzen Menge Licht- und Schatteneffekten vor allem bei den Kämpfen für ein lebhaftes Bild sorgen. Abseits dessen gibt es allerdings viele Animationen, die repetitiv eingesetzt werden und nur im Detail etwas schöner als in den vorherigen 48 Episoden wirken. Nicht unähnlich der ersten beiden Volumes liegen die Tonspuren auch bei der dritten Ausgabe in DTS-HD Master Audio 2.0 vor, sodass Dialoge und Soundeffekte klar zu hören sind. Musikalisch werden die Folgen mit stimmungsvoller Musik unterlegt, die in actionreichen oder heiteren Szenen die ganze Zeit über die dichte Atmosphäre aufrechterhält. Noch dazu wechselt die Titel- und Abschlussmelodie zweimal in den Episoden der dritten Serienbox. Sowohl die deutschen als auch die japanischen Synchronsprecher verleihen ihren Charakteren auch dank der tollen Betonungen in irrsinnigen Szenen reichlich Leben. Zwar wirken die japanischen Sprecher etwas authentischer, aber im Großteil aller Szenen passen auch die deutschen Stimmen weiterhin sehr gut zur Serie – und an diesem Punkt dürfen die kommenden Volumes von Fairy Tail sehr gerne anknüpfen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem die zweite Volume der Anime-Serie Fairy Tail die Handlung auf die nächste Ebene gehievt hat, kommt sie mit der dritten Ausgabe leider wieder zum Stillstand. Hauptsächlich gibt es in den enthaltenen Folgen Kämpfe, die noch dazu viel zu schnell aufeinanderfolgen und so nur lose zusammenhängen. Interessanter sind da schon die wesentlich kürzeren Geschichten, die nebenbei oder gänzlich losgelöst von der Haupthandlung erzählt werden und dabei helfen, die Hintergründe über so manchen Charakter wie beispielsweise Lucy zu verdichten. Am technischen Gesamtbild gibt es hingegen nichts auszusetzen, denn sowohl optisch als auch akustisch kann die Serie mit vielen Merkmalen wie den tollen Sprecher oder den schönen Effekte punkten. Bleibt zu hoffen, dass sich die Serie mit der vierten Volume das technische Grundgerüst erneut als Vorbild nimmt und Fairy Tail auch inhaltlich wieder voranbringt.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fairy Tail (Box 3, Episoden 49-72)!

Preview: Taiko no Tatsujin: Drum ‘n’ Fun!

Fans der Taiko-no-Tatsujin-Reihe mussten lange Zeit den Importweg wählen, um die witzigen Rhythmusspiele genießen zu können. Mit Taiko no Tatsujin: Drum ‘n’ Fun! erscheint zeitgleich mit Taiko no Tatsujin: Drum Session! einer der ersten beiden Serienteile außerhalb Japans.

Wer japanische Videospiele mag, wird sicherlich schon einmal von der Reihe gehört haben – und sei es nur als Arcade-Minispiel in Segas Yakuza 5 für die PlayStation 3. Drum ‘n’ Fun beschäftigt sich in erster Linie mit japanischer Musik, die sich vor allem auf die Bereiche Popmusik, Anime- und Vocaloid-Songs und Soundtracks aus Videospielen beschränkt. Auch wenn mit klassischen Stücken wie „Orpheus in der Unterwelt” auch Jacques Offenbach und somit ein deutsch-französischer Komponist vertreten ist, kann der Fokus auf fast durchweg japanischen Stücken nicht geleugnet werden. Wer mit Donkey Konga und Co auch Spaß mit internationalen Interpreten hatte, sollte bei den Taiko-no-Tatsujin-Spielen ein Faible für Musik aus Fernost mitbringen. Alle Stücke können, wie beispielsweise „Furi-furi♪Nori-nori♪” beweist, aber dennoch sowohl zum Mitsummen und Mitsingen anregen als auch anspornen, die Noten beziehungsweise Elemente im Rhythmus auf einer virtuellen Taiko, einer japanischen Röhrentrommel, zu treffen. Hauptsächlich existieren zwei verschiedene Elemente, die im Takt getroffen werden wollen, selten gibt es jedoch auch Ausnahmen, bei denen wie verrückt bestimmte Eingaben getätigt werden müssen. Anfänger sollten dabei auf dem leichten oder normalen Schwierigkeitsgrad starten, da der Schnitt zu den beiden höheren Schwierigkeitsgraden etwas unschön ausfällt. Diese sind mit zu treffenden Elementen nur so vollgestopft, dass wir uns am liebsten noch eine weitere Zwischenstufe wünschen würden.

Erinnerungen ans Schwingen mit der Wii-Fernbedienung

Bei einem Rhythmusspiel kommt es vor allem auf eine funktionierende Steuerung an. Dank der Demoversion, die im eShop zum Download bereitsteht, konnten wir bereits Wochen vor dem offiziellen Europa-Release am 2. November 2018 fast alle Bedienungsmethoden ausprobieren. Mit der Bewegungssteuerung fühlen wir uns stark an die Nintendo-Wii-Zeit und unzählige Spiele mit nerviger Fuchtelsteuerung erinnert. Im Klartext heißt dies, dass die Erkennung, ob wir nun die richtige Note treffen, nicht ganz so gut funktioniert. Wollen wir das virtuelle Schlagfell berühren, müssen wir einen der beiden Joy-Cons vertikal nach unten schlagen. Häufig erkennt das Spiel trotz exakt gleicher Bewegungen allerdings, dass wir angeblich eine der beiden Controller-Einheiten diagonal nach unten bewegt hätten, was nötig wäre, um den Rand der im Mittelpunkt stehenden Taiko zu treffen. Da das Spiel vor allem auf den beiden höchsten Schwierigkeitsgraden auf erfolgreiche Combos aufbaut und ein einzelner Fehler schon dafür sorgen kann, dass der neue Highscore von einer Sekunde auf die andere zunichtegemacht wird, ist diese Steuerungsmethode nicht sonderlich empfehlenswert. Hinzu kommt die Latenzzeit zwischen Ausführung und Treffer im TV-Modus, was in den Optionen mit zwei sehr großzügigen Reglern allerdings anpassbar ist, sodass die Noten beispielsweise die Elemente zeitverzögert auf dem Fernsehbildschirm erscheinen.

Genauere und intuitive Steuerungsmethoden

Drum ‘n’ Fun kommt uns bei der Anpassung sehr entgegen, denn nach erfolgter Kalibrierung können wir die gemachten Einstellungen auf Knopfdruck im Taiko-Modus testen. Hier gibt es zwar eine kurze Ladezeit, die aber nicht sonderlich arg ins Gewicht fällt. Je nach Spielertyp kann es zwar durchaus mehrere nervige Anläufe brauchen, bis die für den eigenen Geschmack zugeschnittene Spielerfahrung geschaffen wird, doch da diese Einstellungen im Optimalfall nur einmal vorgenommen werden müssen, schreckt die Kalibrierung nicht ab. Im Gegensatz zur Demoversion lassen sich die Einstellungen in der Vollversion jedoch speichern, zumindest ist dies in der japanischen Fassung der Fall. Wesentlich effektiver und weniger anstrengend ist die Knöpfchensteuerung, die wirklich sehr direkt wirkt. Ähnlich gut funktioniert die Touchscreen-Steuerung im Handheld-Modus, bei der zwei großflächige Bereiche zum Interagieren genutzt werden können. Unterwegs dürfte dies aber durchaus problematisch zu handhaben sein, da bei manchen Noten beide Hälften der beiden Bereiche zeitgleich betätigt werden müssen. Die letzte und wohl intuitivste Variante, das Spielen mit dem Taiko-Controller, konnten wir auf der Gamescom 2018 bereits mit Drum Session! auf der PlayStation 4 ausprobieren. Nach ein paar Startschwierigkeiten ist dies mit Abstand das Spaßigste, was mit dem Rhythmusspiel erlebt werden kann – und wer einmal Gefallen am ulkigen Spielkonzept gefunden hat, wird nicht so schnell davon loskommen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Schon mit dem Arcade-Minispiel in Segas Yakuza 5 bin ich ein großer Fan des Franchises geworden und habe alleine Stunden damit verbracht, immer und immer wieder die gerade einmal drei enthaltenen Stücke zu spielen. Ein ähnliches Verhalten kann ich derzeit beim wiederholten Spielen der Demoversion von Taiko no Tatsujin: Drum ‘n’ Fun! bemerken. Es macht unglaublich viel Spaß, zu unterschiedlichen Musikgenres den Rhythmus zu finden, irgendwann die meist fröhlichen Melodien mitsummen zu können und früher oder später den Text einzelner Lieder sogar mitzusingen! Zwar enttäuscht mich die Bewegungssteuerung auf ganzer Linie, die Knöpfchen- und Touchscreen-Steuerung können mich jedoch anspornen, um nach einem Rhythmusfehler nicht voreilig die Flinte ins Korn zu werfen. Es wird Zeit, dass der 2. November 2018 kommt und mir der Paketbote das Spiel mitsamt Taiko-Controller in die Hand drückt. Meine Nachbarn werden sich bestimmt über jedweden Trommelschlag freuen!

Review: Mirai Nikki (Vol. 1)

Zwischen 2006 und 2010 wurden in Japan ganze 14 Bände der Mystery-Manga-Reihe Mirai Nikki veröffentlicht, die 2011 als Anime-Serie umgesetzt wurde. Im September 2018 hat Publisher Kazé Anime die erste Volume des Animes endlich in Deutschland verfügbar gemacht.

Mirai Nikki erzählt die Geschichte des 14-jährigen Mittelschülers Amano Yukiteru, der auf den ersten Blick ein ganz normaler Junge zu sein scheint. Er interagiert jedoch kaum mit seinen Freunden oder Mitschülern und verbringt die Zeit lieber damit, sein Tagebuch zu füllen. Bei diesem Tagebuch handelt es sich jedoch nicht um ein Buch, sondern um ein aufklappbares Mobiltelefon. Dies zeigt nicht nur den ungefähren Entstehungszeitpunkt des Mangas und des Animes, sondern auch die Einfachheit, mit der Yukiteru durchs Leben geht. Weltbewegende Texte schreibt er nicht, er fasst eher akribisch die Dinge zusammen, die er Tag ein, Tag aus erlebt. In seiner Fantasie kommuniziert er zudem mit dem Herrn von Raum und Zeit, der in Mirai Nikki auf den Namen Deus ex machina getauft wurde. Als er eines Morgens aufwacht und sein Tagebuch untersucht, bemerkt er Einträge, die aus der Zukunft stammen. Er findet es erst ganz amüsant, erschreckt sich aber, dass diese Ereignisse genauso eintreten. Damit nicht genug, gibt es auch noch elf weitere Menschen, die mit Deus ex machina in Verbindung stehen und eines der titelgebenden Zukunftstagebücher besitzen. Sie sind Teilnehmer des Spiels auf Leben und Tod, was nicht weniger bedeutet, als sich gegenseitig umzubringen. Der Gewinner des Spiels soll den Götterthron von Deus ex machina erben; ein netter Anreiz!

Liebevolle Integration deutscher Bildschirmtexte

Handlungstechnisch ist Mirai Nikki wirklich spannend und intelligent erzählt, Wendungen und Überraschungen in jeder einzelnen Episode sind vorprogrammiert. Um den Einstieg für jeden deutschen Zuschauer zu erleichtern, setzt die Serie auf zahlreiche eingeblendete Texte, die stilistisch nicht nur über das Bild gelegt, um zum Beispiel den Schauplatz und die Uhrzeit einzufangen, sondern auch in das Bild integriert sind. So schaut der Hauptcharakter häufig aufs Mobiltelefon, um die künftigen Ereignisse in Erfahrung zu bringen. Da der durchschnittliche Zuschauer wohl von den vielen japanischen Texten erschlagen worden wäre, wurde die von Kazé Anime vertriebene deutsche Fassung von Mirai Nikki zusätzlich mit deutschen Texten ausgestattet. Es handelt sich hierbei aber nicht, wie vielleicht anzunehmen wäre, um schlichte Untertitel, sondern um tatsächlich in den jeweiligen Kontext gebrachte Anzeigen. Die Schriftart auf dem Display des Handys ist wie die mit Kreide an die Tafel geschriebene Buchstaben dem jeweiligen Zusammenhang angepasst. Diese wohl mühselige Art der Ausarbeitung ist tatsächlich liebevoll umgesetzt und zeigt sehr gut, wie es möglich ist, auf zumeist nervige Untertitel zu verzichten. Es ist jedoch nur selten notwendig, die Texte mitzulesen. In vielen Fällen sprechen die Figuren die angezeigten Texte in ihren Gedanken auch einfach aus.

Düstere Geschichte, noch düstere Atmosphäre

Mirai Nikki setzt auf illustre Figuren, um das perfide Konzept auszuschmücken. Yukiteru und seine Freundin Gasai Yuno arbeiten wunderbar zusammen, mit Uryū Minene gibt es aber eine gewiefte Gegenspielerin, die das Leben Unschuldiger in Gefahr bringt. Kurusu Keigo ist wiederum ein Polizist, der stets versucht, das Richtige zu tun und eigentlich kein Interesse daran hat, den Götterthron zu besteigen. Die trüben und häufig dunklen Farben werden im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p gelegentlich mit diffusem Licht kombiniert. Hinzu kommen schaurige Licht- und Schatteneffekte und der Einsatz von Regenschauern, um die düstere Atmosphäre zu untermauern. Nicht ganz unschuldig daran ist die stimmungsvolle Musik, die die spätestens ab der vierten Episode pechschwarze Story vortrefflich gut im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 unterlegt. Beide Tonspuren wissen auch mit den Synchronsprechern zu gefallen, denn sowohl die deutschen als auch die japanischen Sprecher verleihen ihren zugeteilten Charakteren Leben und betonen gekonnt sehr viele Sachverhalte der Mystery-Serie. Digitales Bonusmaterial liegt in Form eines Clear Openings und eines Clear Endings vor, ein physisches 12-seitiges Booklet und Memo-Karten winken hingegen als physischer Bonus. Obendrauf gibt es einen Handy-Hintergrund zum Download. Das Material stand zu Testzwecken nicht zur Verfügung, weshalb diesbezüglich keine Wertung erfolgen kann, es ist jedoch von der typischen Qualität des Publishers auszugehen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mirai Nikki fängt in den ersten Minuten noch sehr harmlos an. Diese Fassade bröckelt allerdings schon in den ersten Minuten, denn das typische Leben des 14-jährigen Hauptcharakters wird jäh auf den Kopf gestellt. Mit dem Spiel auf Leben und Tod erzählt die Anime-Serie eine perfide Geschichte, die in einigen Punkten auch genauso niederträchtig umgesetzt wird. Dartpfeile treffen mitten ins Auge, Sehorgane werden sogar gänzlich entrissen oder mit einer Axt Jagd auf hypnotisierte Menschen gemacht. Hinzu kommen Figuren, die sich psychologisch gegenseitig manipulieren, ausnutzen und sich auch gegeneinander ausspielen, um am Ende den Götterthron besteigen zu können. Mirai Nikki ist intelligent erzählt und in jeder einzelnen Minute spannend umgesetzt. Fans von makaberen Anime-Serien wie Corpse Party und Co kommen um Mirai Nikki definitiv nicht herum, ängstliche Gemüter sollten sich hingegen nach Alternativen umsehen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mirai Nikki (Vol. 1)!