Special: Konami auf der E3 2013

Konami E3 2013 (1)Wie im letzten Jahr prescht Konami bereits vor der eigentlichen Veranstaltung auf die Spieler ein, denn anstatt im News-Hagel der Messewoche unterzugehen, möchte man die hauseigenen Titel bereits vorab der Öffentlichkeit vorstellen.

Konami E3 2013 (2)Bereits zum dritten Mal in Folge geht Konami diesen Weg. Tomoyuki Tsuboi, der Präsident von Konami Digital Entertainment America, begrüßt die Zuschauer mit diesen Worten. Als nächstes folgt eine Auflistung bekannter und unbekannter Marken, auf die man in dieser, laut seiner Meinung, aufregenden Show eingehen wird. Des Weiteren geht man sowohl auf die vierzigjährige Firmengeschichte ein, als auch auf die Marke Dance Dance Revolution, mit der man auch in Amerika es geschafft hat, dass die Spieler aktiv geblieben seien. Eventuell ist das sogar ein kleiner Sidekick auf die Fettleibigkeit vieler US-Amerikaner. Tsuboi ist sich sicher, dass auch in den nächsten vierzig Jahren Konami herausragende Spiele abliefern wird und übergibt anschließend das Wort an John Coligan. Dieser geht vor allem auf die Online-Sparte ein, in der man stolz auf ein Baseball-Spiel für iOS-Geräte und Facebook ist. Des Weiteren ist er froh, dass Konami einen Partner wie das Unternehmen Zynga hat. Kei Masuda greift als nächstes ein und stellt kurz den nächsten Teil der Pro-Evolution-Soccer-Reihe vor. Masuda gibt bekannt, dass Pro Evolution Soccer 2014 auf der neuen Fox-Engine läuft und diese Engine den Entwicklern die Möglichkeit lässt, viele weitere realistische Gameplay-Elemente in das Spiel einzubauen. Zum Abschluss folgt ein kurzer Trailer zum neuen Fußballspiel.

Geheimagenten und Vampire

Konami E3 2013 (3)Die Animation eines schleichenden Mannes unter einer Kiste gibt Auskunft über den nächsten Titel in der Show. Metal Gear Solid V: The Phantom Pain wird höchstpersönlich von Hideo Kojima vorgestellt, der uns verrät, dass das Spiel im Jahr 1984 stattfindet. Kiefer Sutherland, der die neue Stimme von Snake sein wird, meldet sich ebenfalls zu Wort und freut sich sehr über die Tatsache, dass er die neue Stimme ist. Zudem bekommen wir Filmmaterial von der Synchronisation zu sehen und wie aufwendig Sutherlands Gesichtsausdruck auf Snake im Spiel übertragen wird. Die Technologie macht wahnsinnigen Fortschritt, wie Sutherland und Kojima erkennen. Kojima ist sich durch die weiterentwickelte Technik sicher, dass Metal Gear Solid V dadurch wesentlich mehr Spieltiefe erfährt. Ob der Titel deswegen auch schon für die neue Konsolengeneration in Form von PlayStation 4 und Xbox One erscheinen wird, oder der jetzigen Konsolengeneration vorbehalten wird, ist noch nicht klar. Klarer ist da das Bild von Castlevania: Lords of Shadow 2 aber auch nicht. Dave Cox erinnert sich an die Entwicklung des ersten Teils. Dieser endete mit einem packenden Epilog, an welchem sich der zweite Teil der Reihe anknüpfen wird. Wie genau das Brückenstück in Form des Nintendo-3DS-Ablegers da rein passen soll, verstehen wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

Konfrontation mit dem PC-Markt

Konami E3 2013 (4)Nachdem der neue, verhältnismäßig lange, spannende und mit packender Musik unterlegte Trailer zum Vampirspiel über den Bildschirm geflimmert ist, meldet sich Dave Cox zurück. Dieser gibt nochmals bekannt, dass der Titel im zweiten Halbjahr 2013 nicht nur für die Xbox 360 und die PlayStation 3, sondern auch für den PC erscheint. Das freut uns, denn es scheint so, dass immer mehr japanische Konzerne erkennen, dass man den PC im Westen noch nicht ganz abschreiben sollte. Immerhin kommen so viele weitere Castlevania-Fans, die mit der Reihe damals auf dem Nintendo Entertainment System groß geworden sind und heute nur hin und wieder für den heimischen PC ein Spiel einlegen können, in den Genuss des Abenteuers. Wir können es jedenfalls kaum erwarten, Castlevania: Lords of Shadow 2, Metal Gear Solid V: The Phantom Pain und Pro Evolution Soccer 2014 anzugehen – egal auf welcher Plattform! Zum Schluss hat Dave Cox noch eine Überraschung für uns, die sich in einem recht lustigen Realfilmvideo widerspiegelt. Wer die Internetseite Mega64 beziehungsweise deren Youtube-Kanal kennt, wird sowohl Darsteller, als auch die Aufmachung sofort wiedererkennen. Zum Schluss meldet sich Tsuboi zurück und bedankt sich recht herzlich fürs Zuschauen. Wir sind zwar keinesfalls gelangweilt, aber mit nur drei Titeln fällt die Show sehr spärlich aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Show): Ich muss offen und ehrlich zugeben, dass mich die Show von Konami nicht sonderlich begeistert hat. Wer jetzt denkt, ich würde jetzt einfach mein Fazit vom letzten Jahr erneut verwenden, dem muss ich schon fast Recht geben. Auch in diesem Jahr hat der Konzern ein neues Pro Evolution Soccer angekündigt. Ein Spiel, welches mich persönlich absolut nicht anspricht, doch deswegen kann man die Show sicherlich nicht verteufeln. Als nächstes stellte Hideo Kojima höchstpersönlich den nächsten Teil der Metal-Gear-Solid-Reihe vor, welcher mich zumindest sehr beeindruckt. Zwar konnte ich bisher nur den dritten Teil der Reihe genießen, doch werde ich sicherlich auch noch in die anderen Teile der Serie eintauchen können – zumal sie bei mir teils noch verschweißt auf dem Schreibtisch liegen. Ob Kiefer Sutherland nun die beste Wahl als neue Stimme für Snake ist, kann ich als noch nicht allzu langer Fan nicht ganz beurteilen. Fakt ist jedoch, dass darüber bereits jetzt in der Community heftig diskutiert wird. Zu guter Letzt gab es dann auch noch einen Trailer zu Castlevania: Lords of Shadow 2. Dieses erwarte ich schon seit Jahren mit Hochdruck, denn besonders das Ende des ersten Teils lässt mich nicht mehr los und so freue ich mich auf das Sequel. Zwei Drittel der Show haben mir also gefallen, doch bin ich schon auf diese Titel vorbereitet und ich vermisse Neuankündigungen. Konami könnte ruhig nochmals den Versuch starten, die Ganbare-Goemon-Serie hierzulande auf dem Markt zu etablieren. Ein Highlight in diese Richtung hätte ich erwartet. Ich bin dafür jedoch gespannt auf die Pressekonferenz auf der Gamescom, denn diese ist meiner Meinung nach deutlich besser aufgebaut.

Prime Time: Die Ewigkeit, die du dir wünschst (Unboxing)

Gestern haben wir euch bereits den Anime Die Ewigkeit, die du dir wünschst in einem großen Review vorgestellt. Heute gehen wir auf die optischen und haptischen Vorzüge der Gesamtausgabe der DVD-Fassung ein. Außerdem verraten wir euch dazu die wichtigsten Details zur Story, über die man stundenlang philosophieren könnte.

E3 2013: Die Termine der Pressekonferenzen

Nachdem wir im Frühling nur bedingt mit warmen Temperaturen bedient wurden, wird es in der nächsten Woche endlich heiß. Dass liegt nicht nur am Wetter, welches endlich mit sehr viel Sonne lockt, sondern an der Electronic Entertainment Expo, kurz E3. Auf der wichtigsten Videospielmesser der Welt wird es hoffentlich viele große Ankündigungen geben, denn Sony und Microsoft müssen nach der Konsolenvorstellung ordentliche Titel zeigen, die überhaupt erst eine Vorbestellung der Hardware rechtfertigen würden.

Kurioserweise verzichtet ausgerechnet das Traditionsunternehmen aus Kyōto auf eine große Pressekonferenz. Hinter verschlossenen Türen wird Nintendo sicherlich ein paar Konferenzen für die Presse halten, doch die Öffentlichkeit wird in diesem Jahr mit einer weiteren Ausgabe Nintendo Direct abgespeist. Nach eigenen Aussagen geht Nintendo diesen Weg bewusst und so dürfen wir gespannt sein, ob eine einzelne Ausgabe Nintendo Direct mit einer wichtigeren Pressekonferenz mithalten kann. Ein großes Highlight wird jedoch der Trailer zu einem neuen Teil der Super-Smash-Bros.-Reihe sein, der im Vorfeld bereits bestätigt wurde.

Damit ihr auch keine einzige Pressekonferenz, auch nicht die von den großen Drittherstellern, Electronic Arts und Ubisoft,  verpasst, hat unser NextGen-Forum-Administrator Daniel Mayr – wie in jedem Jahr – freundlicherweise einen passenden Thread mit Terminen, Uhrzeiten und Links zu den Konferenzen erstellt. Wer eine Pressekonferenz verpassen sollte und auch kein Interesse daran hat, diese nachzuholen, darf sich auf unsere Zusammenfassungen der Events freuen. Wie gehabt mit den Schlussfolgerungen unserer Redakteure.

Hier findet ihr den passenden Thread im NextGen-Forum, in dem ihr mit uns auch über jede Neuankündigung diskutieren dürft. Wenn ihr weiterhin unsere Berichterstattung verfolgen möchtet, empfehlen wir euch auch unsere Online-Auftritte bei Facebook, Twitter und Google+. Abschließend wünschen wir euch eine tolle Messe!

Review: Die Ewigkeit, die du dir wünschst (Gesamtausgabe)

Die Ewigkeit, die du dir wünschst (Gesamtausgabe) (1)Animes mit Romantik- und Erotikanteilen sind keine Seltenheit. Hierzulande gibt es jedoch weniger Animes eines solchen Typus, die noch dazu auf einem Videospiel basieren. Kimi ga nozomu eien hat 2003 den Sprung vom Spiel in den Anime geschafft.

Die Ewigkeit, die du dir wünschst (Gesamtausgabe) (2)Die Handlung von Die Ewigkeit, die du dir wünschst spielt über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Sie dreht sich in erster Linie um die vier Freunde Takayuki Narumi, Mitsuki Hayase, Haruka Suzumiya und Shinji Taira. Die Freunde befinden sich am Ende ihrer Schullaufbahn und müssen sich Gedanken darüber machen, wie ihr Leben weiter verlaufen wird. Allerdings ist nicht nur die Karriere im Leben eines jungen Erwachsenen wichtig, sondern auch Liebe. Haruka ist seit einiger Zeit unsterblich in Takayuki verliebt, doch dieser hat nur Augen für Mitsuki. Diese ist auch heimlich in ihn verliebt, doch da sie von den Gefühlen ihrer besten Freundin weiß und nicht daran glaubt, dass Takayuki etwas für sie empfindet, verkuppelt sie Takayuki mit Haruka. Takayuki willigt dem insgeheim zunächst nur ein, weil Haruka die beste Freundin von Mitsuki ist. Das junge Paar wächst jedoch schnell zusammen und auch auf Seiten von Takayuki entstehen echte Gefühle. Als sie eines Abends beim Geschlechtsverkehr fast von Harukas jüngerer Schwester Akane erwischt werden, stellen sie fest, dass sie in ihrer gemeinsamen Zukunft noch genug Zeit für alles Unentdeckte haben. Wenige Zeit später sind die beiden verabredet, doch unterwegs trifft Takayuki auf Mitsuki. Diese hat Geburtstag und daher kauft er ihr einen Ring, wodurch er sich zu seinem Date mit Haruka verspätet.

Zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Die Ewigkeit, die du dir wünschst (Gesamtausgabe) (3)Diese Verspätung muss Haruka schließlich bezahlen, denn diese hat in der Zeit, wo Takayuki noch auf dem Weg zu ihr ist, einen Unfall. Sie fällt ins Koma! Takayuki macht sich schwere Vorwürfe, denn Haruka wacht und wacht aus dem Koma nicht mehr auf. Er verfällt in tiefe Depressionen. Anstatt die Universität zu besuchen, zieht er sich vollkommen zurück. Er kann am Leben nicht mehr aktiv teilnehmen, da ihm die Lebensfreude fehlt. Ähnlich geht es auch Mitsuki, die sich jedoch eher mit dem Fehlen ihrer Freundin abfinden kann und sich daher um Takayuki rührselig kümmert. Eines Abends entkleidet sich Mitsuki sich vor ihm, da sie seine Situation nicht mehr mit ansehen kann und ihn glücklich machen möchte. Endlich können sie sich ihre Gefühle gestehen und obwohl sie sich immer noch um Haruka sorgen, verliert diese in ihrem Leben an Bedeutung. Sie werden ein glückliches Paar und feiern beide Erfolge in ihrem Berufsleben. Drei Jahre nach dem Unfall passiert das Unfassbare: Haruka wacht aus dem Koma wieder auf, was eine Kettenreaktion in Gang setzt, die Takayuki, Mitsuki, Shinji, Akane und selbstverständlich Haruka glücklich und zugleich unglücklich macht. Takayuki steht vor der Entscheidung, ob er die Gefühle der Vergangenheit wieder aufleben lassen will oder sein restliches Leben weiterhin mit Mitsuki verbringen möchte.

Emotionale Bindungen

Die Ewigkeit, die du dir wünschst (Gesamtausgabe) (4)Die Ewigkeit, die du dir wünschst beschäftigt sich mit den psychologischen Aspekten in einer Beziehung, die auf solch einer Grundlage aufbaut. Es geht darum, echte Gefühle für einen Menschen zu entwickeln, diese nicht zu vergessen, aufrichtig zu sein, zu seiner Entscheidung zu stehen und den Mut zu fassen, auch dann glücklich zu sein, wenn andere es nicht sind. Der vierzehnteilige Anime beginnt recht fröhlich, doch die innere Zerrissenheit von Takayuki ist es zu verdanken, dass dieser seine Umwelt und somit die Atmosphäre des Animes verändert. Diese Atmosphäre wird besonders gleichaltrigen Zuschauern sehr nahegehen, da man sich sehr leicht in die Charaktere hineinversetzen kann und ehe man sich versieht, auch sehr leicht mit ihnen mitfühlen möchte. Die schönen und traurigen Momente, die Takayuki und Mitsuki erleben, gehen einem wirklich sehr nahe und man muss sich nicht schämen, wenn bei dem einen oder anderen nach dem letzten Abspann die eine oder andere Träne fließt. Das liegt sehr wahrscheinlich daran, dass man schon in der ersten Episode das Gefühl hat, dass man die Charaktere schon ewig kennt und irgendwie mit ihnen mitfühlen muss. Sie verkörpern die Archetypen, die jeder in seinem Freundeskreis entweder kennt oder sich sehr gut vorstellen kann. Übertriebene oder überzeichnete Charaktere gibt es in diesem Anime definitiv nicht.

Kimi ga nozomu eien

Die Ewigkeit, die du dir wünschst (Gesamtausgabe) (5)Dazu kommt noch, dass die Dialoge sehr gut geschrieben sind und ebenfalls hervorragend ins Deutsche übersetzt wurden. Wer die japanische Tonspur aktiviert, darf wahlweise deutsche oder polnische Untertitel hinzuschalten. Die Synchronsprecher verkörpern die Emotionen der Charaktere sehr gut und dadurch wirkt ebenfalls die Handlung sehr realistisch, auch wenn ein Unfall mit anschließendem Koma in der Wirklichkeit wohl eher die Ausnahme sein dürfte. Zu keiner Zeit ist dabei zu merken, dass es sich hier eigentlich um eine Anime-Umsetzung eines Videospiels handelt. In der Dating-Simulation wäre es sogar möglich gewesen, dass Takayuki nicht nur mit Haruka und Mitsuki eine Beziehung eingeht, sondern auch mit Akane oder der Arthelferin Manami Homura. Wir sind jedoch froh darüber, dass man den Handlungspfad mit Takayuki, Haruka und Mitsuki ausgewählt und auf Nebenhandlungsstränge verzichtet hat. So bleibt die Intention des Animes unmittelbar bestehen und ist jederzeit spürbar. Es ist jedoch schade, dass Kimi ga nozomu eien niemals in Europa erschienen ist. Japanische Adventures würden sich hierzulande aber wohl leider keiner so großen Popularität erfreuen, wie im Land der aufgehenden Sonne. Wer noch ein wenig über die Charaktere und das Spiel erfahren will, der erfreut sich am beiliegenden Booklet mit vielen interessanten Informationen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Es kommt selten vor, dass ich einen Anime, den ich noch nicht kenne, in einem Rutsch komplett anschaue. Bei Die Ewigkeit, die du dir wünschst konnte ich aber gar nicht anders und habe mir an einem Samstagabend direkt alle vierzehn Folgen angeschaut. Am Ende jeder einzelnen Episode wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht und da die Geschichte um Takayuki, Haruka und Mitsuki sehr, sehr traurig erzählt wird, kommt man nicht drumherum, um mit den Charakteren mitzufühlen. Man stellt sich wahrhaftig vor, wie es wäre, in derselben Situation zu sein und welche Entscheidung man selbst treffen würde. Ich hoffe sehr, dass ich niemals in die gleiche Situation wie Takayuki geraten werde, doch selbst wenn, dann würde ich, auch wenn es mir ebenfalls sehr, sehr schwerfallen würde, denselben Entschluss wie Takayuki treffen. Welcher das ist, möchte ich an dieser Stelle aus Spannungsgründen natürlich nicht verraten. Abschließend möchte ich noch sagen, dass man das Romantik-Genre nicht mögen muss, um sich Die Ewigkeit, die du dir wünschst, anzuschauen. Hier wird keinesfalls übertrieben, wie man es vielleicht als Unwissender vermuten würde, und auch eine alleinige Ausrichtung auf das weibliche Publikum kann ich bei diesem Anime nicht bemerken. Wer einen wirklich guten Anime sehen möchte, der sich vor allem mit den Gedanken, Emotionen, Einstellungen, Empfindungen und Entscheidungen der Charaktere beschäftigt, der muss sich Die Ewigkeit, die du dir wünschst unbedingt einmal anschauen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Die Ewigkeit, die du dir wünschst (Gesamtausgabe)!

Review: Remember Me

Remember Me (1)Einst wurde Remember Me von Sony Computer Entertainment und Dontnod exklusiv für die PlayStation 3 entwickelt, doch wenn sich zwei Firmen streiten, freut sich bekanntlich die dritte und so erschien das Spiel plattformübergreifend jetzt aus dem Hause Capcom.

Remember Me (2)Remember Me ist in einer fiktiven Zukunft, genauer gesagt im Jahre 2084, in der Stadt Neo-Paris angesiedelt. Obwohl Frankreich und Paris immer nachgesagt wird, dass hier die Kultur pulsiert, ist davon nichts mehr zu sehen. Die Zukunft im Jahr 2084 ist düster – sehr düster! Nach dem europäischen Bürgerkrieg verdient der globale Konzern Memorize sein Geld mit Erinnerungen. Diese werden Menschen entnommen, verkauft oder sogar verändert. Jeder soll sich nur noch an die schönsten Momente im Leben erinnern. Menschen, meist Verbrecher, denen jedwede Erinnerung entnommen wurde, werden ausgelagert und fristen danach ihr Dasein in der Kanalisation der französischen Metropole oder zumindest dem, was davon übrig ist. Gegen den Konzern Memorize hat sich bereits eine Widerstandsbewegung organisiert, die jedoch mit ihrer Revolution bereits gescheitert ist. In der Haut einer Erroristen, wie sich diese Widerstandsgruppe nennt, wachen wir in der Bastille, die nun als Hightech-Gefängnis und Laboratorium genutzt wird, auf. Wir erinnern uns nur noch an unseren Namen, Nilin, doch der Wissenschaftler will uns auch die letzte Erinnerung nehmen. Plötzlich meldet sich eine Stimme in unserem Kopf, welche über Sensen, einer Art mobiles Erinnerungsempfangsgerät, zu uns spricht. Diese Stimme hilft uns, aus der Bastille zu fliehen. Remember Me beginnt.

Das Jahr 2084

Remember Me (3)Das Szenario von Remember Me erinnert an Filme wie Blade Runner oder Das Imperium der Wölfe und an Spiele wie Deus Ex: Human Revolution. Science-Fiction-Elemente sind überall zu sehen und zu spüren. Die Inneneinrichtungen von Gebäuden wirken hochmodern, in jedem Haus arbeitet mindestens ein Haushaltsroboter, der direkt dem Film I, Robot entsprungen sein könnte. Die Bevölkerung trägt futuristische Kleidung und die Architektur wirkt so, als ob sie von einer einst utopischen Zukunftsvision berührt sei, doch von einer Dystopie umwuchert wird. Mittendrin in dieser Zukunftsvision stehen nun wir mit der entflohenen Erroristen, die von dem Unbekannten Edge (die Stimme, die wir in der Bastille gehört haben), zurück zu den Überbleibsel der Widerstandsbewegung gelotst wird. Unterwegs werden wir jedoch immer wieder von Leapern (verwahrloste Menschen ohne Erinnerungsgefühl), Polizisten und sogar eigenständig arbeitenden Maschinen angegriffen. Je länger wir spielen und je mehr Gegner wir besiegen, desto eher erinnert sich Nilin an ihren Kampfstil. Mit nur zwei Buttons, aber vier verschiedenen Wirkungen, bekämpfen wir wie in Batman: Arkham City mit geschickten Kombinationsangriffen unsere Feinde. Dabei teilen wir Schaden aus, heilen uns selbst, verstärken die Kombination und reduzieren die Abklingzeit von unseren Spezialtechniken.

Nilins Kampfstil

Remember Me (4)Wir dürfen dabei selbst bestimmen, wie unsere Kombinationsangriffe aufgebaut sind. Dabei gibt es jeweils eine Kombination mit drei, fünf, sechs und acht Slots, die wir mit den Buttons belegen dürfen. Die einzige Bedingung ist, dass wir schon genügend Gegner ins Nirwana geschickt haben, um neue Buttons in den verschiedenen Kategorien freizuschalten. Schon nach kurzer Eingewöhnungszeit meistern wir kinderleicht die schwierigsten Kämpfe, wenn wir denn jederzeit wachsam sind und auf die Angriffe der Gegner achten. Diese werden mit einem roten Ausrufezeichen kurz angedeutet und spätestens dann sollten wir dem Angriff ausweichen. Befinden wir uns gerade dabei einen Angriff vorzubreiten, dann sollten wir keine Zeit verlieren und diesen unverzüglich fortsetzen, um nicht die gesamte Button-Kombination zu wiederholen. Gut finden wir, dass die Kombinationen genügend Spielraum für Experten lassen und für Anfänger schnell zu verstehen sind. Button Mashing hat hier keine Chance! Mit zunehmender Spieldauer erinnert sich Nilin auch wieder an Spezialtechniken, mit denen wir dann zum Beispiel blitzschnell von einem Gegner zum nächsten rasen, dreißig Sekunden lang unsichtbar sind, um die Erinnerung eines Feindes zu überladen (und ihn zu besiegen) oder um eine Maschineneinheit für eine kurze Zeitspanne zu einem Verbündeten zu machen.

Lineare Spielwelt

Remember Me (5)Damit wir in späteren Kämpfen auch genügend Energiereserven und Fokuseinheiten besitzen, sollten wir die schmalspurigen Levels gründlich abzusuchen. In den ersten Spielstunden fallen die sammelbaren Items eher auf, als im restlichen Teil des Spiels. Dort müssen wir schon sehr sorgfältig vorgehen, um auch keine Ecke des Spielgebiets zu übersehen. Um entlegene Stellen zu erreichen, klettern wir an Häuserfassaden, Regenrinnen und sonstigen Vorsprüngen hoch. Wer jetzt jedoch freie Kletterpassagen im Stile eins Assassin’s Creed III erwartet, der wird von Remember Me enttäuscht sein. Man kann tatsächlich nur dort in die Höhe oder die Tiefe klettern, wo es das Entwicklerstudio Dontnod vorgesehen hat. Entsprechend gibt es auch nur abgeschlossene Spielgebiete, die wir nicht verlassen können. Man muss dem Entwickler aber zugutehalten, dass dieser im Vorfeld verkündet hat, dass die angestrebte Spielerfahrung nur so gewährleistet werden kann. Selbst wenn das die Intention des Teams war, hätten dieses aber daran denken können, dass man im aktuellen Level vielleicht vor- und zurückgehen möchte. Haben wir beispielsweise eine Abzweigung (von wenigen) nicht genommen und wollen diese noch erkunden, können wir das oft einfach nicht, da sich Türen und Durchgänge hinter uns ständig automatisch verschließen. Das Spiel sieht nicht vor, dass wir diese wieder öffnen.

Gedankenmanipulation

Remember Me (6)Das kennen wir so zwar schon aus Spielen wie Der Herr der Ringe: Die Zwei Türme, doch ist der Gamecube-Klassiker bereits gute zehn Jahre alt und bietet bestenfalls Missionen, die in zwanzig Minuten gemeistert sind. Wer jede Gesundheitserweiterung finden möchte, der muss ein Kapitel zunächst beenden, um nach mehr als einer Stunde Spielzeit erneut festzustellen, dass ihm hier und da ein Detail entgangen ist. Insbesondere schade finden wir dass bei den Informationen über die Spielwelt, die wir überall finden und in Textform im Menü nachlesen dürfen. Diese beinhalten viele interessante Hintergründe über die Spielwelt, denn ansonsten wird darüber nichts erzählt – Nilin will schließlich mehr als alles andere ihre Identität lüften und ihre Erinnerung zurückerlangen. Um das zu erreichen, müssen wir selbst die Erinnerung von so mancher Spielfigur, über die wir hier aus Spoiler-Gründen jedoch kein Wort verlieren, manipulieren. Während der Manipulation läuft für uns ein Filmchen ab, wie eine Situation tatsächlich stattgefunden hat. Anschließend dürfen wir den Film wie eine Videokassette bis zum Anfang zurückspulen. Beim erneuten Abspielen fallen uns jedoch Anomalien auf, bei denen wir eingreifen und Details verändern können. Beispielsweise das Öffnen einer Tasche oder das Verschieben eines Hockers, was gravierende Folgen für den Ablauf haben kann.

Licht- und Schattenseiten

Remember Me (7)Im ganzen Spiel sind solche Momente jedoch rar gesät. Hauptsächlich laufen wir durch die Levels, kämpfen in Gängen und großen Schauplätzen gegen Gegnerhorden, klauben überall Informationen auf und verbessern durch gefundene Items Gesundheits- und Fokusanzeige. Höhepunkte sind dabei rar gesät. Später kommen zwar noch Schießübungen und kleinere Rätseleinlagen dazu, doch bis auf ein einziges Rätsel warten keine Kopfnüsse auf uns. So setzt sich auch die relativ kurze Spielzeit von nur zwölf Stunden zusammen. Durchgehend begleitet uns ein Soundtrack, der sich eher im Hintergrund versteckt, aber besonders in den brenzligen, gefährlichen und ruhigen Momenten durchaus mit starken und ruhigen Klängen zu begeistern weiß. Ebenfalls begeistert sind wir von der optischen Gestaltung. Das schöne Gesicht der Hauptdarstellerin, das Zusammenspiel von Licht und Schatten und die wenigen Momente, wo wir bei prasselnden Regen einen Blick auf das nächtliche Neo-Paris werfen, ziehen uns in ihren Bann. Schade nur, dass in einigen Fällen der Schatten der Spielfiguren ganz vergessen wurde und die deutsche Synchronisation zwar mit guten Sprechern aufwarten kann, aber keinesfalls lippensynchron ist. Unterm Strich bleibt eine gesunde Mischung für Genre-Fans, aber der erhoffte Action-Kracher ist Remember Me nicht geworden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Als ich im letzten Jahr den Capcom-Termin auf der Gamescom wahrgenommen habe, hatte ich mit Remember Me nicht gerechnet. Das gezeigte Material hat mich positiv gestimmt und ebenso positiv hat sich die Manipulation der Erinnerung einer anderen Spielfigur auch angefühlt. Dabei handelt es sich wohl um eines der innovationsreichsten Spielelemente der letzten Jahre, doch das alleine kann Remember Me nicht retten. Selbiges gilt für die gut inszenierten Kämpfe, die kinderleicht aus der Hand gehen und auch nach zehn Stunden Spielzeit noch jede Menge Spaß machen. Zuletzt wäre noch die Spielwelt zu nennen, die so viel Potential bietet, welches aber aufgrund der von den Entwicklern gewollten Struktur nicht entfaltet werden kann. Mir wäre ein Open-World-Spiel im fiktiven Neo-Paris zwar recht gewesen, doch begnüge ich mich noch lieber mit Spielen, die vom Entwickler auch so ausgelegt sind, wie man es sich von Anfang an vorgestellt hat. Dann möchte ich aber zumindest hier Bewegungsfreiheit genießen, doch diese lässt mir Remember Me nicht. Ständig schließen sich hinter mir Türen, die nicht mehr aufgehen wollen und viel zu oft renne ich für meinen Geschmack durch abgeschlossene Gänge, nur um im nächsten Raum gegen eine Gegnerhorde zu kämpfen, mit denen ich schon felsenfest gerechnet habe. So kann ich Remember Me zwar jedem Action-Fan empfehlen, der gerne solche linearen Spiele mag, aber ein aus der Menge herausragendes Spiel ist Remember Me für mich nicht geworden.

Vielen Dank an Capcom für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Remember Me!

Prime Time: Role Play Convention 2013

Passend zu unserem Special über die Role Play Convention 2013, haben wir auch wieder zwei Videos für euch aufgenommen. Ähnlich wie im letzten Jahr, haben wir so auch dieses Jahr unseren Messerundgang durch die Ausstellungshalle aufgezeichnet. Obwohl die Role Play Convention 2013 in gleich zwei Hallen vertreten war, haben wir uns auf die Haupthalle beschränkt, um den Überblick auf das Wichtigste zu konzentrieren.

Ebenfalls haben wir uns wie 2012 auch auf den Mittelaltermarkt gewagt. Diesmal jedoch mit schönem Wetter. Das hat zwar der düsteren Rollenspielatmosphäre geschadet, doch den vielen fröhlichen Gesichtern hat das, wie man im Video sieht, nichts ausgemacht.

Special: Role Play Convention 2013

Role Play Convention 2013 (1)Jedes Jahr findet in Köln die Role Play Convention statt und ebenso pilgern wir jedes Jahr in die Rheinmetropole, um über Neuheiten in der Branche auf dem Laufenden zu bleiben, neue Rollenspiele zu testen und natürlich um leckeren Honigwein zu kosten.

Role Play Convention 2013 (2)Nachdem Nintendo bereits im letzten Jahr dem Messetrubel sowohl auf der Gamescom, als auch auf der Role Play Convention fernblieb, hat das japanische Traditionsunternehmen zwar die Teilnahme an der Gamescom bestätigt, doch sieht man in der Role Play Convention wohl keine geeignete Grundlage, um aktuelle Spiele zu vermarkten. Pokémon-Editionen verkaufen sich alleine durch den Namen, doch das Strategie-Rollenspiel Fire Emblem: Awakening hätte sicherlich den einen oder anderen neuen Fan beschert. Videospiele spielt man jedoch nicht nur auf Nintendo-Plattformen, sondern auch auf anderen Konsolen und dem PC. Rollenspieler durften sich daher wieder einmal auf viele kleinere Spiele freuen, die man an dem einen oder anderen Stand von bekannten Peripherieherstellern antesten konnte. Von der Masse hat sich jedoch ein Titel abgehoben, auf den Final-Fantasy-Fans seit vielen Monaten warten. Nachdem Final Fantasy XIV weder von der Fachpresse gut aufgenommen, noch sich gut verkauft hat, hatte Square Enix den Stecker gezogen und versprach, das Spiel zu verbessern und unter dem Titel Final Fantasy XIV: A Realm Reborn nochmals neu zu veröffentlichen. Bis zum Release des Titels im August 2013 ist es noch ein paar Monate hin, doch auf der Messe hatte jeder Interessierte endlich die Möglichkeit, die Welt von Eorzea unsicher zu machen.

Erste Anlaufstelle für Rollenspieler

Role Play Convention 2013 (3)Berichten dürfen wir darüber leider noch nicht, da wir selbst Beta-Spieler sind und uns immer noch in Verschwiegenheit hüllen müssen. Fans von Das Schwarze Auge haben sich über das Erscheinen von Produzenten und Entwickler gefreut, mit denen man im Rahmen eines ganzen Workshops über das Remake des Rollenspielklassikers und ersten Teil der Nordlandtrilogie, Schicksalsklinge, diskutieren und das Regelwerk zu verstehen lernen konnte. Leider war dies nur am Samstagnachmittag möglich, was das Interessentenspektrum doch etwas einschränkte. Auf der Kölner Rollenspielmesse geht es aber natürlich nicht nur um PC- und Videospiele. Vielmehr ist das Event klar die erste Anlaufstelle für Rollenspieler aller Art. Es tummelten sich wie jedes Jahr Fans aus allen Bereichen der Rollenspielwelt auf der Messe, um sich über Neuigkeiten in der Branche zu informieren, neue Brettspiele auszuprobieren oder sogar neue Erfahrungen zu sammeln. Wie im letzten Jahr war es auch in diesem Jahr möglich, den Umgang mit dem Bogen zu erlernen. Wer seine Muskeln spielen lassen und damit sogar einer holden Maid imponieren wollte, konnte auf dem Mittelaltermarkt das von Jahrmärkten bekannte Hau-den-Lukas-Spiel angehen und sich mit Muskelprotzen messen. In unseren Augen hätte der Role Play Convention 2013 mehr solcher Abwechslung gutgetan.

Honigweinkostproben

Role Play Convention 2013 (4)Weniger schön waren die Preise, die wir für ein Glas Kölsch, einen Flammkuchen oder eine Flasche Met auf den Tisch blättern sollten. Das war jedoch schon so in den letzten Jahren und wird sich in Zukunft wohl leider auch nicht ändern. Im Falle des Honigweins war es auf der diesjährigen Messe sogar wieder einmal möglich, die Geschmackssorten vor einem möglichen Kauf querbeet durchzuprobieren. Vom süßen Kirschgeschmack bis zu leichtherben Organen-Aroma war alles dabei, was man sich als Rollenspieler nur vorstellen kann. Das ist nach wie vor ein feiner Zug seitens des Ausstellers Metwabe. Wer Lust auf das Getränk bekommt, kann sich auch online nachträglich eindecken. Weiterhin wurden auf dem Mittelaltermarkt die typischen Rollenspielutensilien feilgeboten. So fanden Lederrüstungen, Helme, Trinkhörner oder Schilde schnell einige neue Besitzer. Am zweiten Messetag hat sich am Mittag auch die Sonne blicken lassen. Die düstere Mittelalteratmosphäre war dadurch zwar nicht mehr ganz so düster, doch die meisten Messebesucher hat das schöne Wetter sicherlich gefreut, wie man es den glücklichen Gesichtern beim Kaufen der Waren angesehen hat. Spieler von Live-Action-Rollenspielen wurden im Innenbereich ebenso gut bedient. Latexwaffen und Rüstungsteile (in Massenproduktionen) konnten auch dort für gepfefferte Preise erworben werden.

Kritik zu Herzen nehmen

Role Play Convention 2013 (5)Die Role Play Convention ist nach wie vor kein Ort für Gelegenheitsbesucher, denn wer sich nicht mit der Materie auskennt und sich nur bedingt für Rollenspiele interessiert, wird schnell die Lust beziehungsweise den Überblick verlieren. Im Vergleich zum letzten Jahr hat die Messe zwar spürbar an Qualität abgenommen, doch langweilig war sie dadurch nicht. Das erweckt zumindest unser Eindruck am zweiten Messetag. Als Beweis möchten wir euch auch in diesem Jahr gerne unsere beiden Rundgänge durch das Innenareal und den Außenbereich empfehlen. Hier fällt außerdem auf, dass auf unsere Kritik aus dem letzten Jahr eingegangen wurde und der (laute) Roccat-Stand sich jetzt in der hinteren Ecke der Halle befunden hat. So wurden wir nicht wie im letzten Jahr von lauter Musik im Eingangsbereich überrumpelt. Ob das ein Versehen seitens der Messeleitung war, wird sich auf der Gamescom herausstellen, da hier jeder Aussteller mit lauter Musik zwanghaft versucht, auf sich aufmerksam zu machen – wir wollen doch nicht das Gegröle eines Rummels ertragen. Die Role Play Convention 2013 war sicherlich nicht die beste Convention in der Messegeschichte. Das Angebot war in den letzten Jahren deutlich vielfältiger, doch das ist noch kein Anlass zur Kritik. Im Angesicht der letzten Messen sind wir uns sicher, dass die Koelnmesse nächstes Jahr wieder punkten wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf dem ersten Messetag): Zum fünften Mal in Folge habe ich nun die Role Play Convention besucht und immer hatte ich das Gefühl, dass sich die Messe von Jahr zu Jahr steigert. In diesem Jahr habe ich jedoch das Gefühl gehabt, dass die Messe ein wenig abgebaut hat. Da ich aber in jedem Jahr über die Entwicklungen in der Branche auf dem Laufenden bleiben möchte, kam ich auch in diesem Jahr nicht drumherum, mir die Messe anzuschauen. Mein Highlight wäre sicherlich Final Fantasy XIV: A Realm Reborn gewesen, doch dieses konnte ich schon daheim in der Beta spielen und zum Inhalt dürfte ich mich daher ohnehin nicht äußern. Schade nur, dass ich den Workshop zum Remake des Klassikers Das Schwarze Auge: Schicksalsklinge nicht beiwohnen konnte. Hier muss ich mich also noch ein paar Wochen und Monate gedulden. Wie im letzten Jahr habe ich Nintendo vermisst. Ich kann ja verstehen, dass man mehr und mehr andere Wege einschlägt, um die eigenen Spiele zu vermarkten, doch wenn man Titel wie Fire Emblem: Awakening, Inazuma Eleven 2 oder auch Pokémon: Schwarze Edition 2 und Weiße Edition 2 in petto hat, dann kann man die auch gut auf so einer einschlägigen Messe einem breiten Publikum vorstellen. Schade nur, dass ich auf der diesjährigen Messe nicht so viele Cosplayer gesehen habe, denn die waren für meine Augen immer ein sehr gutes Trostpflaster, wenn ich den einen oder anderen Titel mangels aus Zeit nicht anspielen konnte. Obwohl ich dieses Jahr ein wenig enttäuscht war, freue ich mich trotzdem auf das nächste Jahr, denn dann kann die Messe wieder zeigen, für was sie steht!

Vielen Dank an die Messeleitung der Role Play Convention für die freundliche Bereitstellung der Eintrittskarten!

Review: Rurouni Kenshin: The Chapter of Atonement

Rurouni Kenshin - The Chapter of Atonement (1)Viele Geschichten enden oft tragisch. Die Serie Rurouni Kenshin erhielt 2001 in Japan mit dem Kapitel der Sühne seinen offiziellen Abschluss, wenn auch weitere Produktionen zum Franchise auch Jahre später veröffentlicht wurden.

Rurouni Kenshin - The Chapter of Atonement (2)Wie Rurouni Kenshin: New Kyoto Arc ist auch Rurouni Kenshin: The Chapter of Atonement auf zwei Original Video Animations aufgeteilt. Besonders interessant könnte der Abschluss für Kenner der Manga-Vorlage und Nichtkenner der Anime-Serie sein. Die Handlung beginnt mit dem Ausbruch des Ersten Japanisch-Chinesischen-Kriegs am ersten August 1984. Der junge Kenshin Himura entzieht sich nicht seiner Pflicht und dass, obwohl er vor vielen Jahren beschlossen hat, niemanden mehr umzubringen. Er zieht wie viele andere männliche Japaner zu dieser Zeit in den Krieg, um die Streitigkeiten aufgrund des politischen Status Koreas im Konzert der asiatischen Mächte zu beenden. Als der Krieg am 17. April 1895 vorbei ist, kehrt er jedoch nicht nach Hause zurück. Grund dafür ist eine Krankheit, für die es keine Heilung gibt und Kenshin vergessen lässt, wo sein Herz hingehört. Auch Kaoru, die mittlerweile seine Frau ist, leidet an dieser Krankheit. Sie hat sie in Liebe zu Kenshin freiwillig aufgenommen. Kaoru wartet auf Kenshins Rückkehr in Yokohama. Tag für Tag sucht sie den Hafen in der Hoffnung, Kenshin endlich wiederzusehen, auf. Da das Warten für sie unerträglich wird und es ist ihr gesundheitlich wie ihrem Mann jeden Tag schlechter geht, erinnert sie sich an alte Tage. Sie erinnert sich an die Höhen und Tiefen, die sie mit Kenshin durchmachen musste.

Für Kenner und Nichtkenner

Rurouni Kenshin - The Chapter of Atonement (3)Dabei werden mehr Auszüge aus dem Manga in einen Anime verwandelt, als es Szenen in der Serie gab, an die sie sich erinnern könnte. Dieser Weg gefällt uns sehr gut, da Nichtkenner des Mangas somit einige neue Einblicke erhalten und Manga-Leser endlich diverse Geschichten in bewegten Bildern sehen können. Wer die Anime-Serie nicht kennt, der freut sich hingegen darüber, die ganze Geschichte grob umrissen kennenzulernen. Das ersetzt aber auf keinen Fall das Gewicht der Serie, denn nur wer diese gesehen hat oder sehen möchte, wird die Handlung von Rurouni Kenshin durchgehend verstehen beziehungsweise nachvollziehen können. Jeder deutsche Anime-Publisher darf sich jetzt gerne angesprochen fühlen, denn es wäre sicherlich nicht verkehrt, die Anime-Serie Rurouni Kenshin endlich in Deutschland zu veröffentlichen. Eventuell würde sich daran sogar ein Fernsehsender beteiligen. Zu wünschen wäre es. Wer sich für die japanische Geschichte interessiert, wird von The Chapter of Atonement vielleicht etwas enttäuscht sein, da die historischen Fakten nur grob umrissen werden und nicht so viele Geschehnisse erklärt werden. Uns fehlt die Erklärung für den Krieg, was die Stimmung Japans zu dieser Zeit mitunter ausdrücken kann. Dafür erfährt man, dass den Samurai (1876) das Tragen ihrer zwei Schwerter in der Öffentlichkeit untersagt wurde.

Elegische Grundstimmung

Rurouni Kenshin - The Chapter of Atonement (4)Auf der optischen Seite ist The Chapter of Atonement ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite erblicken wir wieder wunderbare Umgebungen. Vom Hafen Yokohamas bis zu Kirschbäumgärten wird Japan in seiner vollen Pracht dargestellt, auch wenn der westliche Einfluss sich nun endgültig bemerkbar macht. Auf der anderen Seite stehen jedoch wirklich schwache Animationen und vor allem Gesichtszüge. Viele Charaktere, insbesondere Kenshin und Kaoru, wirken so, als ob ihr Gesicht gleich schmelzen würde. Wenn man so das für die damaligen Verhältnisse hohe Alter der Charaktere darstellen wollte, dann haben die Köpfe hinter dem Projekt leider keine gute Arbeit geleistet. Zudem wirken die selbst für Japan sehr merkwürdigen Augen der Charaktere mehr als befremdlich. Atmosphärisch hat das jedoch den Vorteil, dass die Grundstimmung von Anfang bis Ende sehr elegisch ist und man sich auf ein trauriges Finale einstellen kann. Das Bild in 1080p und im 16:9-Format kann sonst aber mit treffenden Farben aufwarten. Unterstützt wird das durch die deutsche Synchronisation und die japanische Originaltonspur (jeweils in Dolby Digital 2.0) 82 Minuten lang sehr, sehr gut. Wer auf Bonusmaterial hofft, der wird aber enttäuscht. Wer die komplette Reihe verfolgt hat und noch einmal im Schnelldurchlauf Revue passieren lassen möchte, greift unbedingt zu!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich gebe es nur ungern zu, aber Rurouni Kenshin: The Chapter of Atonement hat mir nicht nur eine Träne entlockt. Obwohl ich wohl keine so große Bindung zu den Charakteren hatte, wie es vielleicht ein Fan, der alle Mangas verschlungen und jede Episode gesehen hat, habe ich für Shinta und Kaoru vollstes Mitgefühl. Auch dass sich Kenshin nicht der Verantwortung entzieht und selbst als Pazifist in den Krieg zieht, beweist die großartige Handlung des Franchises und die Ernsthaftigkeit, sich mit solch schwierigen Themen auseinander zusetzen. Leider kann ich mich dafür aber nicht so wirklich an die schrulligen Gesichter der Charaktere gewöhnen. Versteht das bitte nicht falsch – die Gesichter entsprechen einer Mixtur aus japanischen Augen und westlichen Gesichtszügen. Die viel zu runde Nase für einen Anime gibt dem Stil der Charaktere den Rest. Dadurch kann zwar die elegische Grundstimmung unterstützt werden, doch man hätte sich meiner Meinung nach eher auf die alten Stile des Franchises besinnen sollen. Obwohl die Geschichte von Kenshin beziehungsweise Shinta und Kaoru tragisch endet und in unseren Herzen auf alle Zeit einen hohen Stellenwert einnimmt, bleibt dennoch das Potential für eine Fortsetzung. Ich möchte an dieser Stelle nicht spoilern, aber die Geschichten einiger Charaktere können ruhig zu Ende erzählt und die Handlung ins zwanzigste Jahrhundert geführt werden – mit anderen Schwerpunkten natürlich. So oder so bleibt bei mir das Verlangen, Rurouni Kenshin als Serie zu sehen und hoffe somit sehr, dass sich ein Publisher der Veröffentlichung hierzulande annehmen wird. Mit der Zusammenfassung von Rurouni Kenshin: The Chapter of Atonement alleine wird man meiner Meinung nach nämlich nicht glücklich werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Rurouni Kenshin: The Chapter of Atonement!

Review: Rurouni Kenshin: New Kyoto Arc

Rurouni Kenshin - New Kyoto Arc (1)Einige Monate hat es gedauert, bis deutsche Fans die dritte Blu-ray von Rurouni Kenshin in Händen halten durften. Auf dieser befinden sich zwei Original Video Animations, welche eine zusammenhängende Geschichte eines bekannten Kapitels erzählen.

Rurouni Kenshin - New Kyoto Arc (2)Diese Geschichte ist Fans sicherlich nicht unbekannt, denn anstatt eine neue Handlung in das Franchise einzuführen, wärmt man hier das so genannten Kyōto-Kapitel auf und gibt dieses zusammenfassend, jedoch neu erzählt, wieder. Am Ende des Tokugawa-Shōgunat, sprich in der Zeit vor 1868, wurde Makoto Shishio zu einem grausamen Geist ohne Seele. Er ist von der Vergangenheit im wahrsten Sinne des Wortes gebrandmarkt, denn sein verhüllter Körper zeugt davon, dass er einst in lodernden Flammen stand. Durch dieses Ereignis gebeutelt, will er jetzt ein Land schaffen, in dem nur die Starken das Recht haben, leben zu dürfen. Dieses Land soll, wie könnte es auch anders sein, aus dem bestehenden Japan hervorgehen. Um sein Ziel in die Tat umzusetzen, will er Mithilfe des Schiffes Rengoku (Fegefeuer) die östlichen Häfen attackieren. Als Kenshin Himura von dessen Vorhaben hört, will dieser das unter allen Umständen verhindern und reist nach Kyōto. Unterwegs trifft Kenshin auf die junge Ninja Misao Makimachi, welche auf der Suche nach dem Schwertkämpfer mit der kreuzförmigen Narbe war. Sie beschließen, gemeinsam nach Kyōto zu reisen und werden unterwegs bereits von einem treuen Anhänger Shishios attackiert. Bei diesem Kampf zerbricht das Schwert von Kenshin, was es dem Pazifisten erheblich erschwert, sich im Kampf wehren zu können.

Sozialdarwinismus

Rurouni Kenshin - New Kyoto Arc (3)Leitthemen sind in Rurouni Kenshin: New Kyoto Arc vor allem Vertrauen und Liebe. Sowohl Kenshin, als auch seinem Gegenspieler Makoto stehen eine Frau bei, die für sie blind durchs Feuer gehen würden. Während Kaoru und Yahiko Kenshin auf dem Weg nach Kyoto dicht auf den Fersen sind, genießt Makoto die Freude des Geschlechtsaktes. Yumi Kamagata ist Kenshins Antagonisten mit Haut und Haar verfallen. Sie versteht ihn und unterstützt ihn auch bei seinem Vorhaben, an die Macht zu putschen und eine sozialdarwinistische Ordnung in Japan aufzubauen. Bis es zum Showdown und zum Kampf zwischen Kenshin und Makoto auf der Rengoku kommt, dauert es jedoch ein wenig. Der Film baut langsam Spannung auf, reißt uns jedoch immer wieder mit, wenn plötzlich und unerwartet eine Veränderung oder gar eine Wendung stattfindet, wodurch die Charaktere neuen Antrieb erhalten. Sowohl die deutschen, als auch die japanischen Synchronsprecher verrichten ihr Werk hervorragend. Die deutsche Fassung liegt jedoch nur in Dolby Digital 2.0 vor, während die japanische Tonspur in DTS HD 5.1 über die gesamte Spieldauer von 92 Minuten glänzt. Auf der optischen Seite besticht Rurouni Kenshin: New Kyoto Arc dazu wieder einmal mit sehr hübschen Umgebungen.

Schwarze Schiffe

Rurouni Kenshin - New Kyoto Arc (4)Auch die Charakterzeichnungen und Animationen heben sich nicht sehr stark von diesen ab, weshalb im optischen Sektor ein schönes Gesamtwerk entsteht. Dieses Mal sogar im 16:9-Bildformat, da der Anime erst in den letzten Jahren veröffentlicht beziehungsweise produziert wurde. In 1080p sieht der Film auf Blu-ray entsprechend noch einmal ein ganzes Stück besser aus als Rurouni Kenshin: Trust & Betrayal und Rurouni Kenshin: The Movie. Atmosphärisch erreicht der Anime jedoch höchstens den Detailgrad des Vorgängerfilms, denn weder Soundeffekte noch nebensächliche Details häufen sich an. Das macht den zweigeteilten Film natürlich nicht schlechter, doch mehr Hintergründe über Japan wären sehr nett gewesen. Trotzdem wird zum Beispiel die Metapher der Schwarzen Schiffe erklärt, wenn auch nicht vollkommen verständlich und zudem wird jeder Historiker die Existenz der Rengoku leugnen. Hier nimmt sich die Handlung, die während der Meiji-Restauration stattfindet, wieder genügend Freiheiten. Wer die Serie, die hierzulande noch nicht einmal angekündigt ist, nicht kennt, der wird wohlmöglich Probleme damit haben, die Zusammenhänge zu verstehen. Kann man darüber hinwegsehen und will man einfach nur in die letzten Tage der Samurai-Ära eintauchen, dann kann man sich Rurouni Kenshin: New Kyoto Arc guten Gewissens ansehen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Rurouni Kenshin: New Kyoto Arc ist für mich leider nur ein netter Film für zwischendurch geworden. Der Zauber, den ich noch bei den ersten beiden Blu-ray-Veröffentlichungen erlebt hatte, ist leider verflogen. Das liegt aber nur daran, dass ich die Serie nicht kenne und somit eine Zusammenfassung der Umstände in einem neu erzählten Rahmen nicht wirklich Sinn macht. Kenner der Anime-Serie werden sich sicherlich sofort heimisch fühlen, die Veränderungen begrüßen oder verteufeln, doch ohne das Hintergrundwissen schaue ich dem Film 92 Minuten lang zu, werde dabei gut bis sehr gut unterhalten, doch die Hintergründe und Zusammenhänge erschließen sich mir nur sehr selten. Hier hätte man mit Bonusmaterial glänzen können, in welchem man ein Video hätte bereitstellen sollen, in welchem die originale Story kurz zusammengefasst wird und zudem Hintergründe erläutert werden. Leider existiert zu Rurouni Kenshin: New Kyoto Arc solch ein Bonusmaterial nicht. Trotzdem ist der Film bei weitem keine Enttäuschung, denn spannend und aufschlussreich ist auch diese Original Video Animation und besonders jene, die dem Samurai-Genre verfallen sind, kommen ohnehin nicht um den Kauf herum.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Rurouni Kenshin: New Kyoto Arc!

Review: Lego City Undercover: The Chase Begins

Lego City Undercover - The Chase Begins (1)Lego City Undercover für die Wii U ist zwar kein herausragendes Spiel, aber dennoch einer der besten Wii-U-Exlusivtitel. Das 3DS-Prequel erreicht nicht annährend diese Qualität des Vorgängers, wie wir in unserem Review schmerzlich feststellen müssen.

Lego City Undercover - The Chase Begins (2)In Lego City Undercover: The Chase Begins schlüpfen wir wie schon im chronologisch zwei Jahre später angesiedelten Wii-U-Spiel in die Haut vom Polizisten Chase McCain und somit erleben wir entsprechend die Vorgeschichte, die auf der Wii U ebenso knapp angeschnitten wurde. Das Spiel fängt sehr unscheinbar an, denn Aufgaben wie der Transport von Doughnuts oder die Befreiung eines eingesperrten Hundes sind sicherlich nicht die primären Aufgaben, die unser Freund und Helfer eigentlich zu bestreiten hätte. So leben wir mehr und mehr in den Tag hinein – bis die Reporterin Natalia Kowalski vom Ganoven Rex Fury entführt wird. Während es im Sequel für die Wii U ständig irgendwelche Höhepunkte gibt, fehlen diese in der 3DS-Fassung bis zum Finale fast völlig. Die Handlung ist durchgehend flach. Das liegt vor allem daran, dass The Chase Begins seinen Humor nicht völlig ausspielen kann. Waren in der Wii-U-Fassung von Flachwitzen bis zu intelligenten Anspielungen auf die Pop-Kultur nahezu alles enthalten, gibt es davon auf dem 3DS fast nichts zu hören beziehungsweise zu sehen. Durch die fast vollständig fehlende Sprachausgabe, die nur in den viel zu seltenen Zwischensequenzen zum Einsatz kommt, könnte der Humor höchstens durch Slapstick in Erscheinung treten, doch auch hier wurde The Chase Begins nur spärlich bestückt.

Diverse Einsatzgebiete

Lego City Undercover - The Chase Begins (3)Was der Humor nicht leisten kann, machen die verschiedenen Kleidungsstile von Chase wieder wett. So kommen wir haargenau in denselben Genuss wie in der Wii-U-Fassung. Das heißt, dass wir erneut die Rolle eines Bauarbeiters, eines Astronauten oder eines Farmers zusätzlich zum Beruf des Polizisten übernehmen, um im Spiel voranzukommen. Jede Verkleidung bietet spezielle Fähigkeiten, wie das Teleportieren von einer Plattform zur nächsten oder das Bewässern einer Ranke, die daraufhin an einer Wand in den Himmel sprießt und wir an ihr hinaufklettern, um so das Dach eines Gebäudes zu erreichen. Weitere Neuerungen oder Veränderungen suchen wir in diesem Aspekt leider vergebens. Einen Unterschied bietet das Prequel auf Nintendos Handheld im Gegensatz zum großen Vorbild auf der Wii U. Anstatt uns ständig in abgetrennte Levels zu schicken, um dort das nächste Missionsziel zu erfüllen, erledigen wir nun fast alle Aufgaben jeweils im entsprechenden Stadtgebiet. Das erinnert verstärkt an Grand Theft Auto IV und unterstützt den Spielfluss. Lego City hängt jetzt jedoch leider nicht mehr wie im Vorgänger zusammen. So warten auf uns während des Wechselns der verschiedenen Stadtteile lange Ladezeiten, die wir auf einer auf Cartridges basierenden Handheld-Konsole definitiv nicht wohlwollend hinnehmen.

Technisches Desaster

Lego City Undercover - The Chase Begins (4)Man kann dem Spiel zwar zugutehalten, dass es die gesamte Spielwelt der großen Version für die Wii U nahezu eins zu eins einfängt, doch Ladezeiten von bis zu sechzig Sekunden gehen bei der technischen Infrastruktur beim Zusammenspiel von Soft- und Hardware einfach nicht. In Lego City scheint durchgehend Smog-Alarm zu herrschen, denn keine zwanzig Meter vor unserer Spielfigur poppen Vehikel, Fußgänger und noch seltener sammelbare Legosteine, die so genannten Studs, auf. Cartridges bieten genau den Vorteil, Ladezeiten auf ein erträgliches Minimum zu reduzieren und dafür trotzdem viele Daten zu laden. Dazu kommt noch, dass bei eingeschaltetem Tiefeneffekt die Bildwiederholungsrate um gefühlt dreißig Prozent sinkt. Ein erträgliches Dauerruckeln müssen wir jedoch auch ohne Tiefeneffekt nahezu permanent in Kauf nehmen. Dabei haben Spiele wie C.O.P.: The Recruit bereits vor mehr als drei Jahren gezeigt, wie man Open-World-Spiele auf dem Nintendo DS richtig und grafisch aufwendig simulieren kann. Hinzu kommt noch, dass die Sprachausgabe – wie eingangs bereits erwähnt – fast durchweg nicht präsent ist. Eine durchgehende Vertonung ist bei den Speichergrößen der heutigen 3DS-Cartridges durchaus möglich und bei heutigen Spielen Standard. Zumindest einen optionalen Download in einer Sprache unserer Wahl hätte The Chase Begins gutgetan.

Vorzeitige Veröffentlichung

Lego City Undercover - The Chase Begins (5)Eine angenehme Steuerung, wie der Vorgänger auf der Wii U liefert, bietet das Spiel für den 3DS übrigens nicht. Anstatt dass Nintendo als Publisher fungiert und dem Entwicklerstudio vorschreibt, dass man das Circle Pad Pro als optionale Steuerungseinheit zulässt, schaut das japanische Traditionsunternehmen ruhelos zu und veröffentlicht lieber ein Spiel, bei dem man sich nur mit dem Touchpen in der Spielwelt umschauen kann. Erstens ist es nervig, den Touchpen in solchen Momenten rauszusuchen und zweitens funktioniert das Umsehen nicht in allen Momenten zu unserer Zufriedenheit. Unterm Stich hätte The Chase Begins einige Monate zusätzliche Entwicklungszeit gutgetan. Der Titel ist das Paradebeispiel dafür, wie ein gutes Spiel aussehen könnte, wenn man es nicht vorzeitig veröffentlichen würde. Die grauenvolle technische Umsetzung, das monotone Gameplay, die Abwesenheit des Humors und fehlende Höhepunkte in der Handlung machen das Spiel nur für beinharte Fans der Wii-U-Fassung vielleicht zum Genuss, zumal bereits nach nur sechs Stunden der Abspann über den kleinen Screen des Handhelds flimmert. StreetPass-Funktionen wie der Tausch erspielter Extra hilft da auch nicht mehr viel. Wer unbedingt in die Welt von Lego City Undercover eintauchen will, der sollte eher zum deutlich besseren Vorgänger auf der Wii U greifen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Lego City Undercover war für mich zwar ein tolles Spiel, wenn man auch kein herausragender Titel für Nintendos aktuelles Flagschiff. Es ist schade, dass man heutzutage als Publisher fungiert und nicht mehr alles daransetzt, dass ein Spiel fehlerfrei und sauber programmiert wird. Das Prequel Lego City Undercover: The Chase Begins ist solch ein Spiel, denn es wirkt für mich an allen Ecken und Enden unfertig. Die gesamte Handlung bietet kaum Höhepunkte. Es gibt keinen Ritt auf einem Dinosaurierskelett und ein Besuch auf dem Mond ist ebenfalls nicht wieder mit von der Partie. Zudem ist der Humor in The Chase Begins nicht präsent. Zumindest gibt es kaum vertonte Dialogpassagen und Slapstick-Einlagen, welche den Humor zum Vorschein hätten bringen können, fehlen ebenfalls fast durchgehend. Zudem finde ich es schade, dass man exakt dieselben Verkleidungen wie auf der Wii U zum Repertoire hinzugefügt hat. Dies wäre zwar verträglich, wenn man das Gameplay etwas weniger monoton gestaltet hätte. Da hilft es auch nicht, dass der Spielfluss gefühlt besser als auf dem großen Vorbild vonstatten geht. Technisch ist das Spiel aber eine Katastrophe, denn wenn die (niedrige) Framerate bereits mit Nebel, aufpoppenden Elementen, getrennten Spielabschnitte und ewig langen Wartezeiten bei ausgeschaltetem Tiefeneffekt teilweise spürbar wird, dann kann etwas absolut nicht stimmen. Über das Fehlen einer Circle-Pad-Pro-Unterstützung rege ich mich schon gar nicht mehr auf, auch wenn die fehlende Unterstützung in gewisser Weise schon die Haltung Nintendos ausdrückt, dass man kein Vertrauen in die eigenen Peripherien steckt. In meinen Augen scheint es so, als ob man alle Augen auf die Wii-U-Fassung von Lego City Undercover gerichtet hätte und jetzt versucht mit dem Franchise noch einmal bei den Fans abzukassieren. Um Lego City Undercover: The Chase Begins sollte man zwar einen großen Bogen machen, doch Lego City Undercover auf der Wii U darf man ruhig eine Chance geben!

Review: Confession of Murder – Tödliches Geständnis

Confession of Murder - Tödliches Geständnis (1)Intelligent gestrickte Filme sind selten. Confession of Murder – Tödliches Geständnis hebt den Anspruch intelligent zu sein, wird mit schwarzen Humor, Zynismus, übertriebenen Action-Szenen und einer Prise Trash jedoch zu einem vermeintlich frischen Mosaik.

Confession of Murder - Tödliches Geständnis (2)Der Film Confession of Murder von Jeong Byeong-gil dreht sich um den jungen Mann Lee Du-seok, der von sich behauptet, dass er vor fünfzehn bis siebzehn Jahren Morde an zehn Frauen begonnen hat. Da in Südkorea (zumindest laut Film) Mord nach fünfzehn Jahren verjährt, gibt sich Lee der Öffentlichkeit preis und bereut seine Taten – jedoch auf eine sehr makabere Art und Weise, denn Lee hat seine Straftaten in einem Buch festgehalten und teilt jede Einzelheit mit seinen Lesern. Durch gezielte Provokation und Ausnutzen der Medien wird das Buch zu einem Kassenschlager. Sowohl Detective Choi und die Familie eines der Opfer sind empört darüber. Besonders Han Ji-soo, Mutter eines der Opfer, schwört mit dem Auftauchen des geständigen Mörders Blutrache und setzt alles daran, von Lee den Ort zu erfahren, an dem er ihre Tochter verscharrt hat, um ihn danach umzubringen. Dieser Plan geht zunächst auf, denn der Familie gelingt es, Lee im Hotel durch Schlangengift zu lähmen, um ihn dann als Notarzt-Team zu entführen. Dadurch wird jedoch auch Detective Choi in die Sache verwickelt, da die Entführung in seinem Zuständigkeitsbereich passiert. Diese kann er nicht mehr verhindern, doch aus einem (zu diesem Zeitpunkt) nicht näher genannten Grund, deckt er die Entführer und macht sich in der folgenden Nacht auf, um Lee zu retten.

Der geheimnisvolle Dritte

Confession of Murder - Tödliches Geständnis (3)Nun könnte man argumentieren, dass Choi nur seinem Berufsethos folgt, doch so einfach ist es nicht. Confession of Murder ist, wie eingangs erwähnt, wesentlich intelligenter. Hier und da hat man zwar schon eine Vermutung, in welche Richtung sich der Film entwickeln könnte, doch nimmt das nicht weniger die Spannung aus Jeongs Werk. Den Höhepunkt erreicht die Story bei einer Fernsehdebatte, in der Choi und Lee ihre Differenzen ausdiskutieren sollten. Ein Live-Anruf eines Zuschauers ändert jedoch alles für die beiden. Nach und nach mischt sich ein Dritter ein, der noch mehr zu wissen scheint, als Choi und Lee zusammen. An dieser Stelle wäre es von uns jedoch töricht, euch mehr zu verraten. Seid jedoch gewiss, dass die Spannung bis zum Ende nicht abflachen wird und es eine Antwort auf jede Frage gibt, die man sich während der 121 Minuten stellen könnte. Hauptsächlich konzentriert sich der Film auf die Dialoge, in denen die Schauspieler Trauer, Wut, Zorn, Wahnsinn, Heiterkeit und im Falle von Jeong Jae-yeong (Detective Choi) auch Zynismus zum Ausdruck bringen können. Mit welcher Leichtigkeit ein vermeintlicher Mörder in Erscheinung treten kann, beweist uns Park Si-hoo, der in die Rolle von Lee Du-seok schlüpft. Einen Film im Stile eines I saw the Devil, wie auf der Verpackung geworben wird, kann man hier jedoch nicht erwarten.

Erinnerung an Filmklassiker

Confession of Murder - Tödliches Geständnis (4)Die Action kommt in Confession of Murder ebenfalls nicht zu kurz und hier hat Regisseur Jeong sich darauf konzentriert, abwechslungsreiche Kost zu liefern. Eine Verfolgungsjagd bei Regen durch dunkle Gassen und über die Dächer der Stadt, eine Autobahnverfolgsjagd, in der Lee und einer der Han-Angehörigen miteinander kämpfen, während sie bei einer sehr hohen Geschwindigkeit von Autodach zu Autodach springen, und eine Fluchtszene nach Infiltration eines Hauses mit Nachtsichtgerät gehören zu prägnanten Momenten, die man nicht so schnell vergisst. Wenn wir hier schon etwas bemängeln, dann ist es so mancher Spezialeffekt. In einer Szene wird beispielsweise ein Armbrustbolzen geschossen, welchem ein Ex-Sträfling schnell ausweicht – in Zeitlupe! Falls man sich hier an The Matrix orientieren wollte, ist es kräftig in die Hose gegangen und man hätte sich den Effekt ruhigen Gewissens sparen können. Szenen, die an andere Filme erinnern, gibt es in Confession of Murder auch. Im Swimmingpool wird Lee von einer Schlange angegriffen. Musik und Kamerafahrt erinnern an Der weiße Hai. Sind einem solche erinnerungswürdigen Momente egal, dann kann man als Filmfan darüber auch mal schmunzeln. Gar nicht schmunzeln können wir über das Bonusmaterial, denn diees fällt mit einem relativ kurzen Behind-the-Scenes-Anteil überraschend sparsam aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ein Fan des südkoreanischen Kinos bin ich und ein großer Bewunderer des Films I saw the Devil bin ich auch – umso besser, denn der Film wirbt damit, ein Psychoduell im Stile eines I saw the Devil zu liefern. So ganz stimmt das nicht, denn I saw the Devil hat einen größeren Fokus auf die Gewaltdarstellung gelegt. Diese ist in Confession of Murder nicht sonderlich hoch, denn oft, wenn es etwas gewalttätiger wird, nutzt der Film Stilmittel, um davon abzulenken. Beispielsweise wenn Choi beim Fernsehduell jemanden angreift und daraufhin einfach Werbung des (fiktiven) Senders eingespielt wird. In Confession of Murder geht es viel mehr darum, den Wahnsinn eines Mörder zu verstehen und sich zu fragen, ob man einem Mörder in einem Land, wo es anscheinend eine Verjährungsfrist für Mord gibt, nach dieser Zeit verzeihen kann, ohne dass er für seine Verbrechen sühnen muss. Dass der Film dabei nicht nur pädagogisch wirkt, beweisen glücklicherweise Zynismus und Action. Sowohl im koreanischen Originalton, als auch in der deutschen Synchronisation gefallen mir die Dialoge. Die deutsche Fassung hat jedoch den Vorteil, auf David Nathan zu setzen, der Choi seine Stimme leiht und seinen Charakter kräftig zum Ausdruck bringen kann. Confession of Murder fehlt es schlussendlich jedoch teilweise an Eigenidentifikation, was unter anderem die Szenen, die an Filmklassiker erinnern, unterstreichen. Das verwährt dem Film leider den Einstieg in die besten Filme des südkoreanischen Kinos, aber jeder, der südkoreanische Filme liebt, wird auch mit Confession of Murder zwei Stunden lang bestens unterhalten, ohne dass einem dabei langweilig wird.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Confession of Murder – Tödliches Geständnis!

Preview: Yakuza 1 & 2 HD for Wii U

Yakuza 1 & 2 HD for Wii U (1)Unter dem Titel Ryū ga Gotoku erschienen in Japan sieben Videospiele, die hierzulande als Yakuza-Reihe bekannt sind. Im kommenden August feiert die Serie ihren Einstand auf einer Nintendo-Konsole. Zunächst jedoch exklusiv in Japan!

Yakuza 1 & 2 HD for Wii U (2)Ursprünglich schien es so, als würde die hochgelobte Videospielserie, die hierzulande eher als Geheimtipp gehandelt wird, für alle Zeiten exklusiv auf Sony-Konsolen erscheinen. Nintendo hat jedoch erkannt, dass sich die Wii U in den ersten Monaten alles andere als gut verkauft hat und entsprechend eingelenkt. In einer großen Kooperation mit Sega hat Nintendo im Rahmen der Nintendo-Direct-Ausgaben am 17. Mai 2013 nicht nur einen neuen Teil der Sonic-The-Hedgehog-Reihe exklusiv für Nintendos Flagschiff angekündigt, sondern auch das in Japan bereits für die PlayStation 3 erhältliche Remake der PlayStation-2-Klassiker Yakuza und Yakuza 2. Die komplette Story von Yakuza zusammenzufassen, würde den Rahmen sprengen. Intelligent und wendungsreich wie diese inszeniert ist, würden wir euch zudem nur die Spannung nehmen. Trotzdem möchten wir euch einen kurzen Umriss vom Ausgangspunkt der Handlung geben. In beiden Teilen übernehmen wir die Rolle des Yakuza Kazuma Kiryu. Als Kiryus bester Freund Akira Nishikiyama den Mord an einem Clan-Offizier begeht, nimmt Kiryu die Schuld auf sich. Zehn Jahre später wird dieser aus der Haft entlassen und versucht im Gangstermilieu wieder Fuß zu fassen. Der Tojo-Clan schließt ihn wegen des Mordes jedoch aus und so begibt sich Kiryu auf die Suche nach seiner Jugendliebe Yumi Sawamura.

Atmosphärisches Tōkyō

Yakuza 1 & 2 HD for Wii U (3)Das klingt für Außenstehende sicherlich alles andere als spannend, doch sowohl Sawamura, Nishikiyama, Kiryu und dessen Ziehvater Shintaro Fuma sind in einen Komplott um zehn Milliarden Yen verwickelt. Dieses Geld gehörte dem Tojo-Clan, doch ist diese gigantische Summe aus unerklärlichen Gründen verschwunden. Dadurch verliert der Tojo-Clan peu á peu seine Macht. Somit steht fest, dass wer auch immer die zehn Milliarden Yen erbeutet, sich die Vormachtstellung in der Tōkyōter Unterwelt sichert. Die Ereignisse kommen ins Rollen und damit hat sich der Vorruhestand für Kiryu ein für alle Mal erledigt. Obwohl die Story des ersten Teils sehr gut und in Yakuza 2 grandios erzählt wird, nimmt sie bei weitem nicht den Großteil des Spiels ein. Das macht aber nichts, denn wer sich einmal in der Spielwelt verloren hat, findet aus dieser nicht mehr so schnell heraus. Der Haupthandlungsort von Yakuza ist der Tōkyōter Stadtteil Shinjuku oder eher gesagt dessen Rotlichtbezirk Kabukichō, der in Yakuza fiktiv als Kamurochō in Erscheinung tritt. Im zweiten Teil wechselt das Geschehen zeitweise in die Stadtteile Sōtenbori und Shinseicho von Ōsaka, die von Dōtonbori und Shinsekai inspiriert sind. Schaut man sich Fotos von den realen Schauplätzen an und vergleicht diese mit den Spielen, fühlt man sich wahrhaftig in die entsprechenden Städte versetzt.

Freizeitbeschäftigungen

Yakuza 1 & 2 HD for Wii U (4)Hinzukommen Geschäfte wie Don Quijote, die es ebenso in der Wirklichkeit gibt. Restaurants und Hostessenclubs runden die Atmosphäre wunderbar ab und laden uns abseits der Handlung immer wieder aufs Neue ein, sie zu besuchen. Eine Adoption des Club Sega ist ebenfalls mit von der Partie. Hier spielen wir am Greifhakenautomat, um Plüschtiere zu gewinnen. Wir können außerdem in die Spielhalle gehen, um an den einarmigen Banditen überflüssige Yen zu verlieren. Um den Geldbeutel wieder aufzufüllen, spielen wir an anderer Stelle Mahjong. Die Möglichkeiten sind durchaus groß und sehr abwechslungsreich. Wer immer die Augen offenhält, der findet sogar Schließfachschlüssel, um seltene oder gar luxuriöse Gegenstände aus den Schließfächern ins eigene Repertoire zu übernehmen. Objekte, Geld und Erfahrung erhalten wir auch für die zahlreichen Nebenquests, die wir überall in der Stadt absolvieren können und dabei teilweise sogar sehr bezaubernde Geschichten erleben. So entdecken wir beispielsweise einen Mann, der Selbstmord begehen möchte, da er sich von seiner geliebten Frau betrogen fühlt. Wir müssen ihn auf dem Dach eines Hochhauses so überzeugen, das sein Leben lebenswert ist und er keinesfalls springen soll. Oder wir helfen dem kleinen Mädchen Haruka, dessen Bedeutung für die Handlung recht wichtig ist, dabei, ein Popstar zu werden.

Das Erbe von Shenmue

Yakuza 1 & 2 HD for Wii U (5)Leider gibt es in Yakuza und Yakuza 2 aber größtenteils Aufgaben, die in einer körperlichen Auseinandersetzung enden und die dabei erzählte Geschichte alles andere als facettenreich ist. Kämpfe sind ein weiterer großer Aspekt der Yakuza-Serie. Um Erfahrung zu sammeln, reicht es nämlich nicht aus, ständig nur in Restaurants zu essen oder Nebenaufgaben abzuschließen. Kämpfe möchten ebenfalls von uns bestritten werden! Diese Auseinandersetzungen laufen in einem separaten Bereich ab, in welchem wir uns mit Schlägen, Tritten, Wurfgegenständen, Schusswaffen und Schwertern zur Wehr setzen. Für erledigte Gegner, die aus allen möglichen Gesellschaftsschichten stammen, erhalten wir Erfahrungspunkte, die wir in die Ausbildung von Kiryu stecken können. So erhöhen wir dabei unsere Lebensenergie, können länger im Heat-Modus bleiben, um kräftige Attacken vom Zaun zu lassen oder erlernen ganz neue Kampfmanöver. Verschiedene Kampfstile können wir ebenfalls von Lehrern erlernen, um für die späteren und schwierigeren Kämpfe gewappnet zu sein. Die Yakuza-Reihe vereint grob gesagt die Qualitäten, welche Shenmue und Shenmue II auf Segas Dreamcast unvergesslich gemacht haben. Das ist in unseren Augen auch kein Wunder, denn Erfinder Toshihiro Nagoshi hat schließlich ebenfalls mit an Shenmue gearbeitet.

Exklusiv für Japan

Yakuza 1 & 2 HD for Wii U (6)Große Neuerungen sollte man von der Wii-U-Fassung jedoch nicht erwarten. Es wird möglich sein, das gesamte Spiel auch über den Bildschirm des Wii U GamePads zu spielen. Ebenfalls kann man sich eine große Stadtkarte auf dem kleinen Bildschirm einblenden lassen. Ihr dürft uns glauben, wenn wir sagen, dass das für Neulinge eine große Hilfe ist, denn bis man sich in Tōkyō erst einmal zurechtfindet, vergehen locker einige Spielstunden. Weitere Features, wie Optionen während eines Gespräches mit einer Hostess auf dem Wii U GamePad auszuwählen, sind zwar nett, aber nicht essentiell. Viel wichtiger ist, dass die Steuerung überarbeitet sein soll. An einer schwammigen Steuerung leidet die Serie teilweise noch mit dem vierten Teil. Grafisch reicht die HD-Neuauflage allerdings keinesfalls an die PlayStation-3-Teile heran, denn mehr als nur hochskalierte Grafiken, die besonders in den Zwischensequenzen ihre Herkunft nicht leugnen können, bieten die Titel nicht. Das ist aber überhaupt nicht schlimm, denn schließlich muss ein Spiel nicht unbedingt eine bombastische Grafik haben, um uns begeistern zu können. Interessierte müssen jetzt jedoch tief Luft holen, denn bisher wurde Yakuza 1 & 2 HD for Wii U nur für den japanischen Markt angekündigt. Nintendo und Sega sollten Mut zeigen und uns diese Meisterwerke der japanischen Videospielindustrie nicht vorenthalten!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf den PlayStation-2-Fassungen und des Wii-U-Trailers von Yakuza 1 & 2 for Wii U): Seitdem ich 2010 den zweiten Teil der Yakuza-Reihe zufällig im Laden für den Spottpreis von zehn Euro entdeckt habe, bin ich ein großer Bewunderer der Serie. In wirklich jedem Winkel der Spielwelt pulsiert das Leben des virtuellen Japans. Eine dermaßen dichte Atmosphäre gibt es in Videospielen nur sehr selten und Yakuza 2 ist bis heute sogar mein Lieblingsteil der Reihe. Ich mag es, wenn ich virtuell einfach mal für ein paar Stunden mit Kazuma Kiryu durch Tōkyō streifen darf, mich bei einem köstlichen Sushi oder einem Schluck Yamazaki entspannen kann. Dabei muss ich nicht zwingend die Story vorantreiben, denn die Yakuza-Reihe muss man einfach genießen und sie nicht hektisch abarbeiten. Für Genießer wird Yakuza 1 & 2 HD for Wii U also der heilige Gral der Rollenspiele sein, doch auch wer Beat ’em ups mag, wird den Spielen nicht abgeneigt sein. Schließlich basieren die Kämpfe des Spiels vornehmlich auf Martial-Arts-Elementen. Wer nicht abwarten will, ob der Titel überhaupt in Europa für die Wii U (oder die PlayStation 3) erscheint, der kann, sofern man denn eine PlayStation 2 sein Eigen nennt, auch ruhig zu den Originalen greifen. Den Kauf der Spiele wird man ohnehin nicht bereuen!

Prime Time: Black Lagoon (Unboxing)

Nachdem wir uns bereits vor einiger Zeit die erste und zweite Staffel, sowie die Original Video Animation Roberta’s Blood Trail von Black Lagoon angeschaut haben, möchten wir euch diese drei Blu-ray-Packungen in einem kurzen Unboxing-Video vorstellen. Außerdem verraten wir euch im Video unsere Meinung zum Anime, die für all jene interessant sein dürfte, die sich nicht durch Textzeilen quälen wollen. Viel Vergnügen beim Anschauen!

Review: Mass Effect – Paragon Lost

Mass Effect - Paragon Lost (1)Die Mass-Effect-Videospielreihe erfreut sich größter Beliebtheit, wie unser Review zu Mass Effect 3 oder unser Unboxing-Video zur Mass Effect Trilogy beweisen. Wie Dragon Age bekam jetzt auch das Mass-Effect-Franchise die Anime-Umsetzung spendiert.

Mass Effect - Paragon Lost (2)Zeitlich angesiedelt ist Mass Effect: Paragon Lost vor dem dritten Serienteil. Erzählt wird hier jedoch keine Geschichte, die sich um Commander Shepard, sprich den Protagonisten der Videospiele, dreht, sondern um den Charakter James Vega. Vegas Vorgeschichte beginnt auf der Kolonie Fehl Prime, welche von Kroganern angegriffen wird. Die Marines, die sich um Vega versammelt haben, können die Kroganer nahezu vollständig besiegen. Am Ende ist nur noch einer der Kroganer übrig, den die Marines als Kriegsverbrecher einsperren. Später wird klar, dass der Kroganer niemals vom Planeten eskortiert wurde, was sich noch positiv für Vega und seinen Trupp bemerkbar machen wird. Zwei Jahre später ist Vega immer noch auf der Kolonie stationiert. Als plötzlich ein Signal auf dem Planeten ertönt, werden die Marines ausgeschickt, um dem Ursprung des Signals zu erkunden. Einige Stunden später kehren die Marines zurück zur Kolonie und müssen schmerzlich eine Entdeckung machen. Aliens, die als Kollektoren bekannt sind, sind auf dem Planeten eingefallen. Sie betäuben die Menschen, um sie schlussendlich einzusammeln. Welche Zwecke die Kollektoren verfolgen, möchten wir euch an dieser Stelle jedoch nicht verraten, denn schließlich sind Vega und sein Team zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch nicht im Besitz dieser Information.

Die Entscheidung seines Lebens

Mass Effect - Paragon Lost (3)Gegen die Überzahl der Kollektoren kann das kleine Team nur wenig ausrichten, doch wird schon alsbald an einem Plan gearbeitet, um die Eindringlinge kampfunfähig zu machen. Dafür wird als primäres Ziel die Zerstörung ihres Raumschiffs angesetzt, was jedoch nicht möglich ist, da das Schiff über eine ausgeklügelte Schildtechnik verfügt und man dummerweise nicht mit voller Kraft auf das Schiff geschossen hat. Fehler, die noch vielen weiteren Menschen das Leben kosten werden. Schlussendlich beschließt man, den Planeten zu verlassen und später mit Verstärkung zurück zu kommen. Da man das Leben des eingangs erwähnten Kroganers damals verschont hat, bietet der an, dass man sein Schiff für die Flucht nutzen könnte. Dieses Unterfangen geht jedoch gehörig schief, denn man schafft es lediglich, ins Innere des fremden Schiffs zu gelangen, um es von innen zu zerstören. Mehr möchten wir hier jedoch ebenfalls nicht verraten, denn an dieser Stelle fallen die Masken diverser Charaktere, was dazu führt, dass Vega und sein Team sich einen gänzlich anderen Plan einfallen lassen müssen. Wichtiger sind jedoch die letzten Szenen des Films, in denen Vega wahre Stärke beweisen muss. Vega steht vor der Entscheidung seines Lebens, denn durch seine Hand entscheidet sich, ob er die Frau, die er liebt, oder sämtliche Kolonisten gerettet werden. Spannend und herzerweichend!

(Keine) Verständnisprobleme

Mass Effect - Paragon Lost (4)Beide Optionen versprechen das Überleben von mehr als nur einem Individuum, was uns aber  nicht davon abhält, begeistert zu sein. Mit der Entscheidung, die Vega trifft, haben wir (aus der Sicht eines Nichtkenners des dritten Teils) nicht gerechnet und so müssen wir uns einmal mehr bei BioWare, Production I.G. und Funimation bedanken, dass man hier keine bekannte Heldenstory verwendet, sondern Größe zeigt, um zudem auch noch die Entscheidungsfreiheit zu unterstreichen, die besonders Fans den Videospielentwicklern positiv zu schreiben. Nachdem man bereits mit der Anime-Umsetzung Dragon Age: Dawn of the Seeker zufrieden war, hat man auch mit Mass Effect: Paragon Lost nichts verkehrt gemacht. Während man den Dragon-Age-Anime ohne Vorwissen anschauen kann, ist das bei Paragon Lost jedoch nicht so einfach. So werden außerirdische Rassen erwähnt, die einem als Nichtkenner der Spiele nur wenig sagen und auch wer eigentlich Shepard ist, wird nicht genau erklärt. Unverständlich bleibt die Handlung nicht, doch nur wer die Serie kennt, wird alles verstehen können. Optisch macht der Film einen spärlichen Eindruck. Besonders die Animationen wirken abgehakt. Auf der Disc schlummern sowohl die deutsche, die französische und die englische Sprachausgabe. Eine japanische Tonspur gibt es bei diesem Anime kurioserweise nicht. Irgendwie schade.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich muss zunächst einmal gestehen, dass ich die Mass-Effect-Reihe bis heute nicht gespielt habe. Zwar habe ich bereits alle drei Teile erworben, doch leider kann man zugleich keine Zeit kaufen. Früher oder später werde ich die Spiele sicher nachholen, denn einen guten Vorgeschmack lieferte mir bereits der Anime. Es gibt zwar einige Zusammenhänge, die ich nicht ganz verstehen kann, weil mir einfach das Vorwissen fehlt, doch dafür hat mich der Anime erstaunlich gut unterhalten. Die Story wird (bis auf die Verknüpfungen zu den Spielen) flüssig und stringent erzählt, beschert mit vielen Action-Szenen reichlich Spannung und das eine oder andere beeindruckende Bild gibt es in auch in Mass Effect: Paragon Lost. Dazu muss ich allerdings sagen, dass man hier deutlich mehr hätte erschaffen können. Charaktere sind oftmals zu detailarm, die Animationen wirken nicht nur einmal abgehakt und auch der eine oder andere Spezialeffekt könnte in meinen Augen deutlich besser ausfallen. Außerdem finde ich es ein wenig befremdlich, dass das Bonusmaterial als dreiste Werbetrommel für Electronic Arts genutzt wird. Warum man sich nicht auf BioWare konzentriert hat und stattdessen eher andere Entwickler zu Wort kommen lassen möchte, verstehe ich beim besten Willen nicht. Darüber kann ich aber im Angesicht des spektakulären Abschluss des Films hinwegsehen, denn hier präsentiert mir das Studio mal ein Ende, was ich so in Filmen nur selten gesehen habe. Da respektiere ich auch gerne, dass man Star Trek II: Der Zorn des Khan und Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock zitiert.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mass Effect: Paragon Lost!

Prime Time: Kämpfer für die Liebe (Unboxing)

Nachdem wir euch die vier Ausgaben der Anime-Serie Kämpfer sowohl in Reviews als auch in Unboxing-Videos vorgestellt haben, folgt jetzt der Abschluss des Franchise mit Kämpfer für die Liebe. Passend zu unserem Review möchten wir euch die Original Video Animation in einem Unboxing-Video vorstellen. Wir wünschen viel Spaß beim Anschauen!

Review: Kämpfer für die Liebe

Kämpfer für die Liebe (1)Japaner haben gewissermaßen ein Faible für deutsche Namen in Bezeichnungen, so auch bei der Kämpfer-Fortsetzung Kämpfer für die Liebe. Die zwei zusätzlichen Episoden unterhalten zwar so gut wie die zwölfteilige Serie, doch abschließen wollen sie sie nicht.

Kämpfer für die Liebe (2)Kämpfer für die Liebe richtet nur an die Kenner von Kämpfer, denn alle anderen werden die Zusammenhänge kaum verstehen und die Charaktere eventuell gar nicht akzeptieren können. Wichtig ist eigentlich nur, dass man die ersten elf Episoden gesehen hat, denn die letzte Folge aus Kämpfer (Vol. 4) braucht man nicht gesehen haben, da sie sich nicht linear in die Story einbinden lässt. Nach dem Kampf zwischen den blauen und roten Kämpfern gegen die weißen Krieger, hat sich die weiße Kämpferin Kaede zurückgezogen. Um vor weiteren Angriffen geschützt zu sein, beschließen die Freundinnen, sich die Nacht über in einem Haus zu verbarrikadieren. Da sie vom Kampf durchgeschwitzt sind, schlägt Schulsprecherin Shizuku vor, dass sie doch alle gemeinsam baden gehen sollen – ohne den männlichen Natsuru versteht sich! Mikoto und Akane willigen zwar ein, doch fällt ihnen schon bald auf, dass Shizuku nicht nur die Gedärmkuscheltiere ins Bett bringen möchte. Die ist nämlich derweil mit Natsuru beschäftigt, der mit dem Rücken auf einem Bett liegt und recht wehrlos gegen die dominante Shizuku ist. Zwar verwandelt sich Natsuru wieder in eine Frau, doch die Szene bleibt – Mikoto und Akane sind sprachlos. Die beiden beschließen daraufhin, das Küssen zu üben, um Natsuru näherzukommen, doch werden sie dabei von einer weißen Kämpferin beobachtet.

Stress und Heiterkeit

Kämpfer für die Liebe (3)Kämpfer für die Liebe bleibt also auf dem Niveau der Serie, was keinesfalls als schlecht zu werten ist, denn wer die Serie schon mochte, wird Kämpfer für Liebe, wie könnte es anders sein, lieben. In den beiden einzigen Episoden der Fortsetzung, die auch als Original Video Animation gilt, geht es also wieder gewohnt chaotisch zu und gipfelt bereits am Ende der ersten Folge in einem weiteren Kampf gegen Kaede und Mikoto, welche nämlich von Natsurus großer Liebe hypnotisiert wurde. Der Kampf weckt den Anschein, dass es in der nächsten Episode endlich zu einem wohlverdienten Finale kommt, doch auch Kämpfer für die Liebe möchte die Geschichte nicht zu Ende erzählen. In der letzten Episode werden Mikoto und Akane von den weißen Kämpfern erpresst und müssen einen Tag lang in einem Dating-Café arbeiten. Lustigerweise wird Natsuru von seinem besten Freund just in diesem Moment dazu gedrängt, sich einer Doppelverabredung anzuschließen – in besagtem Café. Da Shizuku ebenfalls mit von der Partie ist, verlangt sie beim Date doch ständig nach der weiblichen und dem männlichen Natsuru, der sich immer wieder verwandeln und abhetzen muss – definitiv eine der lustigsten Szenen des Animes. Am Ende des Tages landet Natsuru mit einer seiner Freundinnen völlig nackt in einem Wandschrank. Mit wem verraten wir jedoch nicht!

Unbefriedigender Abschluss

Kämpfer für die Liebe (4)Wir finden es klasse, dass sich die Serie ihrem Humor treu bleibt und auch das bietet, was wir kennen, doch sofern man kein Interesse hat, die Serie zu Ende zu bringen, dann sollte man sie – zum Wohle der Fans – abschließen. Kämpfer für die Liebe tut dies nicht und bleibt somit unter unseren Erwartungen. Für Kämpfer-Fans bleibt der Anime aber empfehlenswert und interessant. Optisch hat der Anime ebenfalls nichts einbüßen müssen, denn nach wie vor sehen alle Charaktere, Hintergründe und Effekte so aus, wie wir es auch erwarten. Farbenfroh und mit allen Konturen und Schärfen. Dazu gesellt sich die gute deutsche Synchronisation in Dolby Digital 2.0, sowie der japanische Originalton, der nicht weniger schlecht ist und durch die japanische Mentalität noch etwas besser zur Serie passt. Die Laufzeit beträgt nur fünfzig Minuten, denn bis auf ein paar Trailer zur Kazé-Anime-Produktpalette, fehlt Bonusmaterial auf der Blu-ray. Als Entschädigung bekommen wir jedoch nicht nur zwei reizvolle Postkarten spendiert, sondern auch ein Booklet. In diesem befindet sich ein Episodenguide zu Kämpfer und Kämpfer für die Liebe, Informationen zu den Charakteren, Interviews mit den Sprechern Marina Inoue und Michiko Nomura, sowie Kommentaren von Regisseur Ysauhiro Kuroda, Kazuyuki Fudeyasu (Konzept) und Mariko Fujita (Charakterdesign).

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich habe Kämpfer wegen der verrückten Ideen regelrecht genossen, doch habe ich immer darauf gehofft, dass Natsuru sich auch mal für eines der Mädchen entscheidet oder die Geschichte immerhin zu einem befriedigenden Ende kommt. Am Ende bleiben somit viele Fragen offen und das ist wesentlich schlimmer als bei großen Serien wie Lost, wo man ja noch sehr viel interpretieren und deuten kann. Bei Lost können immerhin noch alle notwendigen Erzählstränge beendet werden, doch Kämpfer für die Liebe lässt mich im Unklaren darüber, wer der Moderator ist, warum die Kuscheltiere aus dem All stammen (können) und warum sich Kaede dermaßen ins Negative entwickeln konnte. Das mag vielleicht irgendwo im Kontext zum verkörperten Chaos und der Unklarheit stehen, doch für den Zuschauer ist das alles andere als ausreichend. Der Humor von Kämpfer (für die Liebe) ist durchweg toll, die Charaktere illustern und die Story in ihren Grundzügen noch spannend, doch genau an dieser mangelt es am Endeffekt, weshalb ich Kämpfer nicht jedem Fan von Comedy- und Romance-Serien beziehungsweise Animes empfehlen kann. Wer aber über zusammenhanglose Inhalte hinwegsehen möchte und sich auch ohne eine ausgeklügelte Handlung amüsieren kann, der sollte sich Kämpfer für die Liebe unbedingt ansehen – wenn man denn mindestens elf von zwölf Folgen von Kämpfer gesehen hat.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kämpfer für die Liebe!

Review: Fire Emblem: Awakening

Fire Emblem Awakening (1)Vier Jahre mussten europäische Fans warten, um wieder in den Genuss eines neuen Teils der Fire-Emblem-Reihe zu kommen. Nachdem wir das Spiel dreißig Stunden lang auf Herz und Nieren getestet haben, können wir bestätigen, dass sich das Warten gelohnt hat!

Fire Emblem Awakening (2)Fire Emblem: Awakening beginnt anders, als man es von der Serie eigentlich gewohnt ist. So erstellen wir in einem überschaubaren Baukasten-Editor unseren persönlichen Protagonisten, der Sekunden später schon einen wichtigen Teil der Handlung einnimmt. Vorausblickend erfahren wir, dass unser männlicher oder weiblicher Held, der auf den Namen Robin hört oder auch umgetauft werden darf, für den Tod des Prinzen Chrom verantwortlich ist. Einen kurzen Wimperschlag später wachen wir jedoch auf einer idyllischen Blumenwiese auf und werden von besagtem Prinzen aufgelesen, mit den wir in den nächsten Spielstunden Freundschaft schließen und ihn bei seinem Werdegang helfen. Die Spielwelt von Fire Emblem: Awakening besteht unter anderem aus den drei Königreichen Ylisse, Plegia, Regna Ferox und dem aufstrebenden Imperium Valm. Untereinander sind die verschiedenen Königshäuser sich sehr unähnlich, teilweise sogar stark verfeindet. Politik ist eines der Themen, welche die Handlung des Spiels spannend gestalten. Selbstverständlich dürfen auch im nun mehr vierzehnten Videospielableger Intrigen, Liebesgeschichten und auch Geheimnisse nicht fehlen, welche die Hirten, wie sich Chroms Gefolgsleute bezeichnen, durchleben müssen. Von der ersten bis zur letzten Minute zieht uns die zauberhafte Story regelrecht in ihren Bann.

Taktisches Vorgehen

Fire Emblem Awakening (3)Eine Handlung ohne ein großes Spektrum an facettenreichen Charakteren könnte aber niemals spannend sein, doch auch hier muss sich Fire Emblem: Awakening nicht vor der Konkurrenz verstecken, denn wie in bisherigen Teilen ist jeder Charakter einzigartig und kommentiert das Spiel in diversen Momenten, wie etwa beim Level-Aufstieg nach Ausschalten eines Gegners oder einem Dialog außerhalb der Hauptmissionen anders. Von zynischen Anmerkungen bis wissenschaftlich fundierten Feststellungen ist alles dabei, was man sich als Rollenspieler wünschen kann. Mit dem illustren Trupp ziehen wir, eher untypisch für die Serie, auf einer Weltkarte von Ort zu Ort oder eher gesagt von Schlachtfeld zu Schlachtfeld. Zwar werden in der Regel zunächst freundliche Worte in Zwischensequenzen, die meist in Spielgrafik und nur gelegentlich in Anime-Sequenzen ablaufen, getauscht oder bissige Wortduelle geliefert, doch dann wird zu den Waffen gegriffen. Bevor die Charaktere rundenbasiert gegeneinander antreten, müssen wir bereits vor dem eigentlichen Kampf taktisch vorgehen. So platzieren wir kräftige Nahkämpfer in den vorderen Reihen. Bogenschützen und schwächliche Heiler stellen wir im mittleren Feld auf. Da während einer Schlacht immer wieder gegnerischer Nachschub eintreffen kann, ist es ebenfalls klug, für eine starke und eingespielte Nachhut zu sorgen.

Waffendreieck

Fire Emblem Awakening (4)Jeder Kampf beginnt mit dem Bewegen unserer Figuren. Diese können nur eine bestimmte Anzahl an Schritten voranschreiten und dann eine Aktion ausführen, wie zum Beispiel einen Angriff starten oder einen Heiltrank benutzen. Wenn wir einen Feind aufs Korn nehmen, sollten wir darauf achten, mit der richtigen Waffe anzugreifen. Lanzenträger sind im Vorteil gegen Schwertkämpfer, ein Schwerthieb bringt hingegen einen Axtwerfer aus der Fassung und ein mit einer Axt bewaffneter Kämpfer besiegt wiederum leicht einen Lanzenträger. Da fließen Werte wie Stärke oder Geschwindigkeit natürlich noch in das Kräfteverhältnis mit ein, doch das berühmtberüchtigte Waffendreieck sorgt bei Strategen seit jeher für rauchende Köpfe. Weiterhin gibt es Zaubersprüche oder Bögen, mit denen man aus einer bestimmten Entfernung angreifen kann. Das geht aber nur, wenn der entsprechende Charakter über die Fähigkeit beziehungsweise Klasse verfügt. Für jeden Gegner gibt es Erfahrungspunkte, durch welche unsere Recken aufsteigen und ab dem zehnten Level können wir ein Meistersiegel nutzen und den Charakter verbessern. Dadurch kann er neue Fähigkeiten erlernen und andere Waffen meistern. Gefällt uns die Klasse nicht, verwenden wir einfach ein Zweitsiegel und wechseln die Klasse. Das lässt uns bei der Charakterentwicklung freie Hand. Toll!

Primäre Ziele

Fire Emblem Awakening (5)Ziel einer jeden Schlacht ist es meist, alle feindlichen Einheiten zu besiegen. In seltenen Fällen reicht es auch aus, den Bossgegner auf der Karte im Kampf überlegen zu sein. Leider gibt es nur selten und meist nur in den je nach Spielfortschritt absolvierbaren Nebenquests sekundäre Ziele, wie etwa das Beschützen von Bauern oder das Warnen eines Wüstendorfes vor dem Feind. Hier wäre deutlich mehr möglich gewesen, wie zum Beispiel ein gezieltes Einsetzen eines bestimmten Charakters oder das Eskortieren einer Nichtspielerfigur. Auch das Ausharren über eine bestimmte Rundenanzahl hätte sich durchaus bezahlbar gemacht. Dazu kommt noch, dass sich die künstliche Intelligenz oft gleich verhält. Ein Feind greift in der Regel den Charakter an, der gerade seinen Wirkungskreis betreten hat. Wir fragen uns jedoch, warum auch ein Wyvernritter ausgerechnet auf einen Charakter zufliegen muss, der seinem Angriff zu hoher Wahrscheinlichkeit ausweicht und dann auch noch mit einem sehr effektiven Angriff, der wirkungsvoll gegen Drachen ist, ihm den Gnadenstoß verpasst. Es ist sicherlich nicht schwer, hier alternative Subroutinen zu entwerfen, um Glaubwürdigkeit zu vermitteln. Noch dazu kommt, dass man Gameplay-Elemente aus früheren Ablegern der Serie gestrichen hat, wie zum Beispiel die Artillerie aus Fire Emblem: Shadow Dragon.

Beziehungskrisen

Fire Emblem Awakening (6)Das ist in Anbetracht neuer Features nicht so schlimm, wie man vielleicht befürchtet. In Fire Emblem: Awakening können unsere Helden Beziehungen zueinander aufbauen. Kämpfen und interagieren sie nebeneinander in der Schlacht oder kombinieren sich so, dass zum Beispiel ein starker Kämpfer einen angeschlagenen Heiler in Schutz nimmt, schalten wir Dialoge frei, in denen sich die Charaktere außerhalb des Schlachtfeldes näherkommen. Heterosexuelle Beziehungen können in einer Heirat enden, die Kinder mit sich zieht, welche wir im späteren Spielverlauf ebenfalls in den Kämpfen einsetzen dürfen. Wie genau das funktionieren soll, verraten wir euch aus Spoiler-Gründen jedoch nicht. Der Vorteil der Beziehungen spiegelt sich schlussendlich in Boni auf dem Schlachtfeld wieder. Gleichgeschlechtliche Beziehungen enden übrigens maximal in einer sehr guten Freundschaft. Hier trauen wir Nintendo zu, dass man ruhig einen Schritt weitergehen könnte. Eine weitere Neuerung von Fire Emblem: Awakening ist der Anfänger-Modus. Der wurde zwar schon in Fire Emblem: Heroes of Light and Shadow eingeführt, doch da dieses in Europa nie erschienen ist, wird er für die Fans hierzulande gegebenenfalls eine willkommene Abwechslung sein. Wer die Reihe nämlich kennt, der weiß, dass der Tod eines Charakters in Fire Emblem normalerweise endgültig ist.

Der Fehler liegt im Detail

Fire Emblem Awakening (7)Fällt ein Held im Kampf, kann man im restlichen Abenteuer auf ihn verzichten. Im Anfänger-Modus, der unabhängig vom Schwierigkeitsgrad ausgewählt wird, sind solche permanenten Tode ausgeschaltet. Der Charakter landet dann für den Rest der Schlacht im Lazarett. Wir finden es gut, dass die Entwickler uns die Wahl lassen und uns nichts aufzwingen. Wer auf den Anfänger-Modus verzichten kann, baut dafür umso mehr eine emotionale Bindung zu den Charakteren auf und geht erfahrungsgemäß sehr viel taktischer, klüger, sowie defensiver vor und ertappt sich auch schon mal dabei, wie nach dem Ableben eines Charakters der Spielstand neugeladen wird. Auf der optischen Seite stören die seltsamen Charaktermodelle, denn die haben hufenähnliche Extremitäten anstatt Füße. Akustisch macht der Titel das aber wieder wett, denn wenn auf dem Schlachtfeld im Hintergrund ein Chor singt, ist das unglaublich atmosphärisch. Fire Emblem: Awakening ist ein tolles Spiel, das an Kleinigkeiten krankt. Bei Missionszielen und der künstlichen Intelligenz hätten sich die Entwickler nach mehr als ein Dutzend Serienablegern mehr anstrengen müssen. Einen ausgereiften Mehrspielermodus vermissen wir ebenfalls. Wer jedoch über diese Mankos hinwegsehen kann, der entdeckt in Fire Emblem: Awakening ein sehr gutes Strategie-Rollenspiel für seinen Nintendo 3DS!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Ich habe die Fire-Emblem-Titel, die ich gespielt habe, wirklich sehr gemocht und das obwohl ich sie niemals durchgespielt habe. Fire Emblem: Awakening ist die Ausnahme, denn binnen weniger Tage habe ich schnell über dreißig Stunden in das Spiel gesteckt und ich hätte auch noch sehr viel mehr Zeit an Fire Emblem: Awakening verlieren können, wenn ich denn noch alle Charaktere miteinander verkuppelt hätte. Wohlgemerkt im positiven Sinne, denn die Schlachten und Kämpfe machen unglaublich viel Spaß – zumindest bis zu einem bestimmten Zeitpunkt! Bei mir kam es nämlich nach etwa der Hälfte der Spielzeit vor, dass ich einige Charaktere (unbemerkt) öfters eingesetzt habe und diese dadurch wesentlich mehr an Erfahrung gewonnen haben. Da sich die anderen Charaktere nur mäßig angepasst haben, ist es gegen Ende des Spiels so gewesen, dass mittelstarke Charaktere nicht wirklich auf das Schlachtfeld passten und einfach nur mitgezogen wurden. Dadurch, dass die Beziehungen der Charaktere sich mit der Zeit mehr oder weniger stark vertiefen, habe ich dadurch sehr viele Boni erhalten, die das Spiel weiterhin vereinfacht haben. Beim Finale war es dann so, dass ich das letzte Gefecht nur mit zwei Charakteren innerhalb von vier Zügen überwunden hatte – mit meiner ganzen Gefolgschaft habe ich zuvor zwei Niederlagen erlebt. Eine Niederlage heißt hier übrigens, dass einer meiner Charaktere nicht überlebt hat und ich deshalb den Spielstand neugeladen habe. Wie ihr seht, spiele ich im Klassik-Modus, denn auch wenn mich der Anfänger-Modus weniger Zeit gekostet hätte, brauche ich einfach diese gewisse Portion Nervenkitzel, Anspannung, Logik und Ruhe, die ich im Anfänger-Modus sicherlich so nicht bekommen hätte. Trotzdem finde ich es klasse, dass man so auch allen Spielern die Option lässt, wie man Fire Emblem: Awakening erleben möchte. Schlussendlich hätte ich mir für die Zeit nach dem Abspann einen vernünftigen Mehrspielermodus gewünscht, denn einfach nur einzelne Charaktere lokal gegeneinander antreten zu lassen, ist sowohl für den Entwickler, als auch für den Publisher ein Armutszeugnis. Beim nächsten Fire Emblem hoffe ich deshalb auf spannende Online-Massenschlachten. Trotzdem: Wer dringend Rollenspielfutter für den Nintendo 3DS sucht und nichts gegen Strategie-Elemente hat, wird hier definitiv fündig!

Umfrage: Wie viel News verträgt Gameplay Gamers?

Wie ihr sicherlich schon mitbekommen habt, sind auf Gameplay Gamers in den letzten Wochen und Monaten so viele News wie seit unserem Gründjahr 2010 nicht mehr erschienen. Da wir allerdings deutlich mehr Aurufe bei unseren anderen Artikeln, sprich Reviews, Previews und Specials, erzielen, fragen wir uns, ob wir gegebenenfalls etwas an unserem System ändern sollten. Da wir uns ohnehin nur auf wichtige News konzentrieren, wäre es interessant, von euch zu erfahren, wie viele News ihr auf Gameplay Gamers wollt, oder ob wir uns viel lieber auf andere Artikel konzentrieren sollten. Im Vorfeld möchten wir uns vielmals für eure Teilnahme und eure Zeit bedanken!

Prime Time: The Garden of Sinners (Unboxing + Box-Vergleich)

Vor vielen Monaten haben wir euch bereits die DVD-Fassung von The Garden of Sinners ausführlich vorgestellt. Letzten Oktober ist die Serie endlich auch auf Blu-ray erschienen. Passend zu unserem Review liegt es natürlich nahe, dass wir euch die Premium Box ebenfalls in einem Unboxing-Video vorstellen. Wir wünschen gute Unterhaltung!

Wer keine Blu-ray-Abspielmöglichkeit hat oder sich einfach für die Haptik und Optik der DVD-Fassung interessiert, dem bieten wir in einem zusätzlichen Box-Vergleich, in dem wir die DVD-Ausgaben mit der Premium Box der Blu-ray-Fassung vergleichen.

Review: The Garden of Sinners (Premium Box)

The Garden of Sinners Premium Box (1)Nachdem die siebenteilige Filmreihe The Garden of Sinners von Oktober 2010 bis September 2011 bei Kazé Anime ausschließlich auf DVD erschienen ist, folgte im letzten Oktober auch hierzulande die Veröffentlichung auf Blu-ray in einer Premium Box.

The Garden of Sinners Premium Box (2)Die Filmreihe dreht sich um die Oberstufenschülerin Shiki Ryōgi, die von ihrer Familie dazu gedrillt wird, bestimmte Schwertkampftechniken zu erlernen und übernatürliche Fähigkeiten zu entwickeln. Zudem entwickelt sie eine gespaltene Persönlichkeit, um die unterschiedlichen Aspekte anderer Individuen besser verstehen zu können. In der Schule wird sie jedoch nicht von allen Schülern akzeptiert. Der Schüler Mikiya Kokutō ist da eine Ausnahme. Obwohl sie auch nicht mit ihm auf Anhieb Freundschaft schließen kann, entwickelt sich diese zunehmend über den Zeitraum von insgesamt vier Jahren. Durch den Magier Araya Sōren kommt es zu einem Autounfall, bei dem Shiki Ryōgi verletzt wird und ins Koma fällt. In den folgenden zwei Jahren macht Mikiya Kokutō seinen Abschluss und arbeitet anschließend für die Magierin Tōko Aozaki, welche seiner Freundin nach deren Aufwachen hilft, sich in einer Welt, in der sie ihre gespaltene Persönlichkeit verloren hat, wieder zurechtzufinden. Zudem erhält sie von der Magierin wie Mikiya Kokutō Arbeit, in der sie vordringlich gegen Mächte kämpfen muss, welche die Vorstellungskraft normaler Mensch übersteigen. Mit fortlaufender Handlung wird klar, dass hinter allem Übel ein ausgeklügelter Plan des Magiers Araya Sōren steckt, der nach dem Ursprung des Daseins mit allen dafür nötigen Maßnahmen forscht.

Tiefsinnige Schwerpunkte

The Garden of Sinners Premium Box (3)Da die sieben Filme in einer unchronologischen Reihenfolge stattfinden, ist es beim ersten Ansehen schwierig, wirklich jeden Aspekt, jede Verknüpfung und jedes Detail zu bemerken. Ab dem zweiten Durchlauf ist es dafür umso angenehmer, die Komplexität der Filmreihe zu erkennen, selbstständig die Verknüpfungen zu ziehen und die Filme zu analysieren. Jeder der sieben Filme ist zwar ein Teil der großen Handlung, doch legen diese ganz verschiedene Schwerpunkte. Film 1: Thanatos hinterfragt, ob Selbstmorde richtig sind und wie man damit umzugehen habe, Film 2: Mordverdacht Teil 1 dreht sich vollkommen um die gespaltene Persönlichkeit Shiki Ryōgis und Film 3: Verbliebener Sinn für Schmerz thematisiert den Wunsch zu sterben und das Gefühl des Schmerzempfindens. Film 4: Der leere Tempel nutzt die titelgebende Metapher, um das Innerste von Shiki Ryōgi auszudrücken. Lebensfreude ist ein weiteres Thema im vierten Film. Im fünften Film (Paradoxe Helix) kommen Themen wie Familie, der Verlauf der Zeit, das Innerste des Menschen und der Ursprung des Daseins zur Geltung. Film 6: Verlorene Erinnerung dreht sich um die Erinnerung an die Kindheit, an (verlorene) Liebe und die Wahrnehmung Shiki Ryōgis, da diese im sechsten Film Feen sehen kann. Film 7: Mordverdacht Teil 2 schließt die Filmreihe mit dem Thema Tod ab.

Sorgfältige Synchronisation

The Garden of Sinners Premium Box (4)Erstaunlich, mit welcher Präzision die Charaktere mit den Themen umgehen können. In den Dialogen, die tiefsinnig sind und mit teils stark poetischen Stilmitteln das Ohr des Zuschauers erreichen, werden die Einstellungen der Protagonisten verdeutlicht. Die Antagonisten bleiben, bis auf Araya Sōren, ziemlich stumpf. Das liegt jedoch nicht an der fehlenden Fähigkeit des Autors, sondern an den Charakteristika der Figuren. Cornelius Alba und Lio Shirazumi sind eben auf ihr Ziel fixiert, doch lässt dies keine Möglichkeit zu, die Charaktere nachvollziehen zu können, zumal sie nur am Rande in den Filmen auftauchen. Ausgleich schafft hier jedoch die gelungene Synchronisation, sowohl auf Japanisch und auf Deutsch. Shiki Ryōgi wird im Japanischen von Maaya Sakamoto gesprochen, die einige von euch vielleicht noch als Alphard-Stimme in Canaan kennen. In der deutschen Fassung wird sie von Petra Barthel gesprochen, welche auch Uma Thurman oft ihre Stimme leiht. Während Ken’ichi Suzumura, der auch Kamui Shirō in X seine Stimme geliehen hat, Mikiya Kokutō spricht, nimmt seine Position in der deutschen Fassung Tobias Nath ein, der erst kürzlich als Stimme von Ben Wishaw als junger Q in Skyfall zu hören war. Christin Marquitan und Tilo Schmitz (Stargate: Kommando SG-1) sind auch zu hören. Das beweist nur noch einmal, welche Sorgfalt man hat walten lassen.

Elegische Grundstimmung

The Garden of Sinners Premium Box (5)Die Premium Box, die wie ein übergroßes Buch aufgebaut ist, besteht aus insgesamt zehn Datenträgern. Drei davon sind Blu-rays, auf denen die sieben Filme untergebracht sind. Auf der ersten Blu-ray befinden sich die ersten beiden Filme, auf der zweiten Blu-ray die Filme 3 und 4 und auf der letzten Disc befinden sich die letzten drei Filme. Leider befinden sich die ersten vier Filme optisch nahezu auf demselben Niveau wie die DVD-Fassung. Erst auf der letzten Blu-ray bemerken wir sofort, dass The Garden of Sinners optisch auf einem neuen Niveau angelangt ist. Schlecht sehen die ersten Filme dadurch immer noch nicht aus, denn die hypnotisierenden Lichteffekte, die Liebe zum Detail und die Charakteranimationen sind noch immer so schön anzusehen wie bereits Jahre zuvor. Auf den anderen sieben Datenträgern, die allesamt CDs sind, befindet sich zu jedem der sieben Filme jeweils ein Soundtrack. Wer den bis heute, auch unabhängig davon, ob man den Anime nun gesehen hat oder nicht, noch nicht gehört hat, der sollte dies schleunigst nachholen. Der Soundtrack gehört definitiv zum besten, was wir im Anime-Bereich bis heute gehört haben und unterlegt The Garden of Sinners mit einer meist elegischen, traurigen und bedrückenden Grundstimmung, teilweise aber auch mit packenden Tracks zu den Action-Szenen und heiteren Stücken zu fröhlichen Momenten.

Keine Komplettbox

The Garden of Sinners Premium Box (6)Auf den CDs fehlen, wie schon bei der DVD-Veröffentlichung (vermutlich wegen der rechtlichen Lage) die abschließenden Songs. Bei der Aufmachung müssen wir negativ ankreiden, dass die Datenträger nicht vor Kratzern geschützt sind. Sie werden an gummierten Halterungen zwar festgehalten, doch um sie aus der Verpackung herauszunehmen oder um sie wieder zu verstauen, müssen sie unter Umständen gedreht werden. Das führt zu unnötigen Kratzern. Während man sich im Internet schon über Lesefehler beschwert, haben wir in unserem Test ähnliche Fehler nicht verzeichnen können. Ein Umtausch sollte aber in jedem Falle möglich sein. Als Dreingabe erwartet uns noch ein übergroßes Booklet, welches mit fantasiereichen Zeichnungen beeindruckt. Obwohl die Premium Box vollständig wirkt, kann man sie nicht als Komplettbox der Filmreihe bezeichnen. Bis heute hat Kazé Anime noch nicht den Epilog, sprich den achten Film, nachgereicht. Wer in den Genuss des Ausklangs der poetischen Geschichte um Liebe und Tod, Freundschaft und Differenzen kommen möchte, kommt um einen Japan-Import nicht herum – die nötigen Sprachkenntnisse vorausgesetzt. Die sieben Filme kommen auf circa 505 Minuten Laufzeit, die man unbedingt investieren sollte. Kara no Kyōkai, so der Originaltitel, gehört zum Pflichtprogramm eines jeden Anime-Fans!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray- und DVD-Fassung inklusive Soundtrack-CDs): Als ich mir 2011 alle sieben Filme auf DVD angeschaut habe, habe ich mich sofort in die optische Prämisse, die Figuren und die Erzählstruktur verliebt. Durch die unchronologische Reihenfolge setzt sich die Story erst nach und nach zusammen, wie man es als Nichtkenner so vermutlich nicht erwarten wird. Früher, das kann man in meinen alten Reviews nachlesen, habe ich immer vorgehabt, die Filme in chronologischer Reihenfolge einmal nachzuholen. Nachdem ich mir die Filme jetzt wieder in der unchronologisch-korrekten Reihenfolge angeschaut habe, kann ich nur sagen, dass man sich die Filme absolut nicht chronologisch anschauen sollte. Genau so würde die Handlung und ihre Zusammensetzung nämlich an Reiz verlieren. The Garden of Sinners gehört für mich zu den besten Animes, die ich in meinem Leben jemals gesehen habe, denn sowohl die vorkommende Poetik, als auch die angewandte Rhetorik, machen den Anime mit seiner düsteren und beklemmenden, gar melancholischen Atmosphäre zu einem wahren Genuss. Umso mehr finde ich es schade, dass Kazé Anime sich bis heute nicht dazu entschlossen hat, den Epilog von The Garden of Sinners hierzulande zu veröffentlichen. Genau jetzt wäre doch der richtige Zeitpunkt gewesen, den Film einzeln auf DVD auf den Markt zu werfen und als Blu-ray mit in die Premium Box aufzunehmen. Diese Entscheidung kann ich vor allem deshalb nicht nachvollziehen, da The Garden of Sinners von Kritikern und Fans gleichermaßen bejubelt wird. Auch wenn die Hoffnung zuletzt stirbt und sich Besitzer der DVD-Ausgabe es sich zweimal überlegen sollten, aber sie die bedingte Aufwertung von Bild und Ton benötigen, kann jeder andere Interessierte auch bei der Premium Box von The Garden of Sinners bedenkenlos zugreifen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Garden of Sinners (Premium Box)!

Special: Elf Jahre Nintendo Gamecube

Heute vor elf Jahren erschien Nintendos würfelförmige Heimkonsole in Europa. Die Rede ist von der Spieleplattform Gamecube, welche das Schlusslicht der hauseigenen Konsolen-Charts von Nintendo bildet. Wir blicken auf die Glanzzeiten und Schattenseiten zurück.

Die Geschichte des Gamecubes beginnt eigentlich bereits schon einige Jahre vor dem Launch. Als sich der japanische Konzern dazu entschieden hat, mit dem Nintendo 64 nicht auf das im Videospielmarkt neue Speichermedium CD, sondern wieder einmal auf Module zu setzen, hat er sich zugleich zwei Feinde gemacht. Sony konnte mit der PlayStation ungleich mehr Daten auf einer CD speichern, als es Nintendo mit dutzenden Modulen hätte schaffen können. Sony hat mit der PlayStation bereits anderthalb Jahre zuvor eine kleine Revolution ausgelöst. Unser Lieblingskonzern hat mit seiner Aktion seinem Konkurrenten in die Hände gespielt und eine Konsole gestärkt, die ohne Nintendos Zutun zu Zeiten des Super Nintendos in dieser Form so nicht hätte entstehen können. Ein weiteres großes Problem war, dass Nintendo Square als sehr langjährigen Unterstützer der hauseigenen Konsolen an Sony verloren hat. Final Fantasy VII sollte nun nicht mehr für das Nintendo 64, sondern für die PlayStation erscheinen. Lange Zeit sollte es kein Final Fantasy, wie wir es in unserem Final-Fantasy-Special erörtert haben, mehr auf eine Nintendo-Plattform schaffen. Nachdem sich der Kubus nicht wie erhofft verkaufen konnte und zunehmend die guten Spiele ausblieben, entschied sich Nintendo zum Umdenken. Die Firma setzte allerdings nicht auf handelsübliche CDs, sondern auf MiniDVDs.

Mediendebakel

Die Möglichkeit, Spiele zu kopieren wurde somit stark eingeschränkt. Dies war sicherlich ein Kompromiss, denn nun war es Entwicklern möglich, auf einer Disc bis zu 1,4 Gigabytes an Spieldaten auf einem Medium zu speichern. Leider war auch hier die Konkurrenz ein wenig schlauer und setzte nun auf die uns allen bis heute noch bekannte DVD, welche unweit mehr Speicherplatz bietet. Genau dies wurde Nintendo immer wieder angekreidet, denn während Videospielfans mit dem Kauf einer PlayStation 2 auch einen integrierten DVD-Player spendiert bekamen, durften Besitzer eines Gamecubes im wahrsten Sinne des Wortes in die Röhre gucken und sich bei Bedarf noch ein zusätzliches Gerät zum Abspielen von Filmen kaufen. Nintendo konterte und gibt auch heute noch bei der Wii und Wii U an, dass man keine Kosten für hohe Lizenzen ausgeben und sich viel lieber auf das Wesentliche konzentrieren möchte, nämlich guten und zugänglichen Spielen. Im Verhältnis war der Gamecube damals ungefähr einhundert Euro günstiger als die Konsole aus dem Hause Sony, aber auch nur, da Nintendo die schleppenden Absatzzahlen bemerkt und die Preise in Europa um fünfzig Euro gesenkt hat. Chefredakteur Eric erinnert sich, dass er am Tag des Launchs gerade einmal 179 Euronen für den Würfel blechen musste.

Gelungene Launch-Titel

Gamecube Special (4)Hinzukamen jedoch noch Anschaffungskosten in Höhe von zwanzig Euro für die Memory Card, denn schließlich verfügen Speichermedien in Form von MiniDVDs und ähnlichem nun nicht mehr über den sonst gewohnten batteriegeschützten Speicher, den Nintendo-Fans noch aus Super-Nintendo- und Nintendo-64-Zeiten her kennen. Zum Launch legte sich Eric zudem noch die Titel Luigi’s Mansion und Star Wars Rogue Squadron II: Rogue Leader zu, die mit jeweils 59 Euro zu Buche schlugen. Unter den Launch-Titeln versteckten sich außerdem noch Wave Race: Blue Storm, Super Monkey Ball, Tony Hawk’s Pro Skater 3, Sonic Adventure 2 Battle oder Crazy Taxi. Obwohl der obligatorische Super-Mario-Launch-Titel ausblieb, war der Start der Konsole auf Seiten der Software durchaus gelungen. Obwohl Nintendo mit der Konsole zum Start vieles richtig gemacht hat, konterte Sony bereits kurze Zeit später mit einer drastischen Preissenkung der PlayStation 2. Der attraktive Preis konnte viele Spieler überzeugen, sich doch keinen Gamecube mehr zuzulegen und stattdessen lieber auf zusätzliche Funktionen, wie dem bereits angesprochenen DVD-Player zu setzen. Außerdem konnte man bei der Konkurrenz auf eine viel größere Spieldatenbank setzen, auch wenn sich mit der Zeit zunehmend Software-Gurken im Repertoire ansammelten.

Ein neuer Konkurrent

Spiele wie Final Fantasy X, God of War, Shadows of Colossus und andere Exklusivtitel fanden schnell ihre Fans, doch eines fehlte Sony unserer Meinung nach sehr – sympathische Maskottchen. So konnte Nintendo auf Fans von Mario, Link, Samus und den mittlerweile auch in Europa vertretenen Pokémon setzen. Ankündigungen wie die zeitweilige Exklusivität von Top-Marken wie Resident Evil und die Ankündigung eines Final-Fantasy-Spin-offs für den Gamecube von dem mittlerweile zu Square Enix fusionierten Konzern konnten sicherlich den einen oder anderen Spieler zur Rückkehr bewegen, doch Sony war mittlerweile nicht mehr der einzige Konkurrent, der Nintendo gefährlich werden konnte. Nachdem sich Sega aus finanziellen Gründen aus dem Konsolengeschäft zurückgezogen hatte und fortan nur noch Spiele für andere Konsolenhersteller produzieren wollte, stellte Microsoft seine neue Konsole vor. Die Xbox stieg 2002 fast zeitgleich mit dem Würfel in den Ring. Bis 2004 sollten sich beide Konsolen einen harten Schlagabtausch liefern, doch zunehmend war es für Nintendo immer schwieriger geworden, Dritthersteller für die Konsole zu gewinnen. Es erschienen immer weniger Spiele für den Würfel. Einzig und allein Nintendo konnte es über die gesamte Lebenszeit der Konsole schaffen, uns durchgehend mit Neuheiten zu faszinieren.

Innovationsreiche Spiele

Gamecube Special (6)Bereits kurz nach dem Start konnte der Mehrspieler-Hit Super Smash Bros. Melee seine Fans finden und Suchtpotential wecken, welches wohl erst ein Jahr später mit Mario Kart: Double Dash!! halbwegs getoppt werden konnte. Letzteres ist bis heute übrigens das innovativste Spiel der Reihe, denn zwei Fahrer in ein Kart zu setzen ist einfach eine Idee, die wir gerne noch einmal mit ein paar zusätzlichen Features in Mario Kart erleben möchten. Innovativ war auch der Start eines neuen Franchises. Mit Pikmin schickte Nintendo Astronaut Olimar auf einen Planeten, der unserer Erde ähnelt, jedoch nicht maßstabsgetreu. Käfer und Insekten waren auf einmal riesig und mussten mit den pflanzenartigen Pikmin bekämpft werden, damit wir Olimars Raumschiffteile allesamt wieder einsammeln konnten. Eine irrwitzige Idee, die Shigeru Miyamoto im Garten eingefallen ist. Mit Super Mario Sunshine schickte Nintendo im selben Jahr den Klempner in den wohl verdienten Urlaub, um dort ein völlig neues Abenteuer zu erleben. Ausgestattet mit einer Wasserspritze sorgte Mario in diesem Jump ’n‘ Run für viele neue Spielideen, die mit den aus dem Vorgänger bekannten Moves völlig neue Möglichkeiten offenbarten. Das Spiel wurde von der breiten Masse leider nicht angenommen, was wir sehr schade finden, doch auch wir Bemängeln das Fehlen einer Eiswelt im Spiel.

Abschied von Rare

Gamecube Special (7)Abschied nehmen musste Nintendo in jenem Jahr allerdings von einem treuen Entwickler, dem wir Spiele wie die klassische Donkey-Kong-Country-Trilogie, Banjo Kazooie oder Perfect Dark verdanken. Mit Star Fox Adventures stellte Rare das letzte Spiel für eine Nintendo-Heimkonsole fertig. In einem der The-Legend-of-Zelda-Reihe recht ähnlichen Spielprinzip musste Fox McCloud auf einem Dinosaurierplaneten die natürliche Ordnung wieder herstellen. Eigentlich war der Titel bereits für das Nintendo 64 in Planung gewesen, doch umso mehr freuen wir uns, dass Star Fox Adventures ein würdiger Abschluss des Jahres 2002 geworden ist und wir Rare in guter Erinnerung behalten dürfen, denn wie sich der Entwickler bis heute unter der Kontrolle von Microsoft gewandelt hat, dürfte im Falle der zahlreichen Kinect-Spiele mehr als deutlich sein. Während Microsoft mit der Xbox im Online-Markt bereits Fuß fassen konnte, hat Nintendo es damals versäumt, ebenfalls in dieser Szene mitzumischen. Einzig allein Phantasy Star Online: Episode I&II und Phantasy Star Online Episode III: C.A.R.D. Revolution haben das Gamecube-Modem beziehungsweise den Breitbandadapter offiziell in Europa genutzt. Mit der Wii U hat es Nintendo heute halbwegs geschafft, sich im Online-Markt zu behaupten. Trotzdem besteht noch Verbesserungsbedarf.

Rollenspiel-Alarm

Gamecube Special (8)Rollenspieler waren auf der PlayStation 2 zwar sicherlich besser aufgehoben, doch auch auf dem Gamecube gab es einige Perlen, die nicht unerwähnt bleiben sollten. Skies of Arcadia: Legends legte 2003 den Anstoß. Das Sega-Dreamcast-Remake spielt in einer Welt über den Wolken, in der Schlachten mit Luftschiffen tagtäglich sind. Kaum ein anderes Rollenspiel hat uns bis zu diesem Zeitpunkt so sehr begeistert gehabt, doch 2004 erschien mit Tales of Symphonia ein Spiel, welches noch mehr Fans für sich gewinnen konnte und dass obwohl zum ersten Mal ein Teil der Reihe in Europa erschienen ist. Paper Mario: Die Legende vom Äonentor führte das innovative Spielkonzept des Nintendo-64-Vorgängers nahtlos fort. Der zweite Teil schaffte es mit seinem Spielprinzip zwar ebenfalls wieder zu begeistern, doch die Mario-Welt aus dem ersten Teil wurde zunehmend mit anderen Elementen gemischt. Das macht zwar bei weitem kein schlechtes Spiel, doch viele Spieler mussten sich erst einmal an den, wenn auch nur geringen, Stilbruch gewöhnen. Der Herr der Ringe: Das Dritte Zeitalter, Baten Kaitos (Origins), Lost Kingdoms, Lost Kingdoms II und das Strategie-Rollenspiel Fire Emblem: Path of Radiance reihen sich in die Ruhmeshalle der Gamecube-Rollenspiele ein. Letzterer Serienableger erhielt mit Fire Emblem: Awakening kürzlich einen Nachfolger.

Rückkehr von Samus Aran

Gamecube Special (9)Nachdem Samus Aran nach ihren Auftritten auf dem Nintendo Entertainment System, dem GameBoy und dem Super Nintendo auf dem Nintendo 64 zwangsweise pausieren musste, war es umso schöner, sie ist in einer ungeahnten Grafikpracht auf dem Gamecube wiederzusehen. In Metroid Prime und Metroid Prime 2: Echoes kämpft sie wieder gegen Weltraumpiraten und um den Frieden in der Galaxis. Besonders wer den ersten Teil verpasst hat, sollte diesen schleunigst nachholen, denn er zählt bis heute zu einem der besten Spiele aller Zeiten. Fans des Survival Horrors freuten sich auf dem Gamecube noch über ein ordentliches Remake von Resident Evil, sowie über die Vorgeschichte Resident Evil Zero. Während der zweite und der dritte Serienteil nur im Ausland erschienen sind, gelang es Capcom Resident Evil 4 in Deutschland fast ungeschnitten zu veröffentlichen. Es fehlten lediglich ein paar Zusatzkapitel, die ebenfalls in der deutschen Fassung der späteren Wii-Portierung fehlten. Mit Resident Evil 4 gelang es Capcom jedoch, das angestaubte Spielprinzip mit Action zu versüßen. Viele Fans waren zwar empört, da sie von der Serie anderes gewohnt waren, aber trotzdem fand der Titel Gefallen bei Millionen Videospielfans. Als Geheimtipp unter den Survival-Horror-Spielen gilt bis heute übrigens Eternal Darkness – ebenfalls ein Gamecube-Titel.

Der The-Legend-of-Zelda-Stilbruch

Gamecube Special (10)Ähnliches widerfuhr auch der The-Legend-of-Zelda-Serie. Als der Gamecube, damals noch unter dem Codenamen Dolphin, vorgestellt wurde, hat man zudem auch Screenshots von einem (für damalige Verhältnisse) sehr hübschen Titels der weiten Welt präsentiert. Der Kampf zwischen Link und Ganondorf beeindruckte, doch dann entschied sich Nintendo dazu, einmal einen Comic-Stil auszuprobieren. Im Cel-Shading-Look erschien The Legend of Zelda: The Wind Waker fast auf den Tag genau zum einjährigen Geburtstag des Gamecubes und spaltete die Gemüter. Die einen liebten die neue Grafik, die anderen konnten sich mit ihr nicht identifizieren. Trotz dieser Diskussion entschied sich Nintendo dazu, das Spiel später indirekt mit The Legend of Zelda: Phantom Hourglass fortzusetzen. 2013 erscheint zudem noch ein Remake des Gamecube-Spiels für die Wii U. Viele schrecke das Segeln über den blauen Ozean ab, doch wir können euch beruhigen. Obwohl der Titel an der einen oder anderen Stelle unkonventionell wirkt, ist er im Kern dennoch ein echtes The Legend of Zelda. Selbiges gilt auch für The Legend of Zelda: Four Swords Adventures. Dieses bot die Möglichkeit, es mit bis zu vier Spielern anzugehen. Dafür war es aber wie bei Final Fantasy: Crystal Chronicles nötig, dass alle Spieler über einen GameBoy Advance samt Link-Kabel verfügten mussten.

Zauberwort Connectivity

Auf dem Fernseher wurden die vier Links dargestellt und sobald ein Spieler ein Haus oder eine Höhle aufsuchte, so wechselte das Geschehen auf seinen GameBoy-Advance-Bildschirm. Ein sehr innovatives, aber leider sehr teures Konzept. Wir kennen kaum jemand, der sich die Anschaffung für ein paar Titel leistete. Die Gamecube-GameBoy-Advance-Konnektivität war anfangs vielleicht ein Kaufargument, doch ging das Potential des Features schon sehr bald im Laufe der Zeit verloren. Wer allerdings GameBoy-Advance-Titel spielen, sich aber den Handheld nicht extra anschaffen wollte, konnte auch auf den GameBoy Player von Nintendo zurückgreifen, den man einfach an der Unterseite (ähnlich wie das Modem) andocken konnte. Der Gamecube bot trotz des immer dünneren Spiele-Angebots dennoch einige Features, die den Kauf auch Jahre nach dem Launch rechtfertigten. Leider verkaufte sich der Würfel noch weniger als die Vorgängerkonsole, weshalb Nintendo 2005 reagieren musste. Damals noch unter dem Namen Revolution kündigte Nintendo eine neue Konsole an, die Videospiele für immer verändern sollte. Wir alle wissen heute, dass Nintendo damit Recht behalten sollte. Die Wii ist nach der PlayStation 2 die bis heute meistverkaufte Konsole. Daran kam nur noch die erste PlayStation heran, die sich knapp mehr als einhundert Millionen mal verkauft hat.

Das Ende einer Ära

Gamecube Special (12)Einige Spiele wie Baten Kaitos Origins oder Harvest Moon: Magical Melody erschienen für dem Gamecube hierzulande nicht mehr. Letzterer Titel wurde 2008 noch auf die Wii portiert, doch konnte er uns zu diesem Zeitpunkt nicht mehr begeistern, da die Steuerung noch auf den gelungenen Gamecube-Controller ausgelegt war und nicht auf die neue Wii-Fernbedienung. Um dem Gamecube einen würdigen Abschluss zu spendieren, kündigte man 2004 bereits The Legend of Zelda: Twilight Princess an. Nachdem der Titel bis Mitte 2005 immer noch nicht erschienen war, wurde so jedem Nintendo-Jünger schnell klar, dass der Titel ein Launch-Titel für die Wii sein werden würde. So war es dann auch, doch eine Woche nach dem Launch der Wii erschien der Titel trotzdem noch für den Gamecube. Obwohl noch zwei, drei weniger wichtige Spiele für den Gamecube erschienen sind, kann man mit Fug und Recht behaupten, dass Nintendo den Gamecube mit The Legend of Zelda: Twilight Princess begraben hat. Eine Ära ist nach nur viereinhalb, oder wenn wir nach dem japanischen Launch gehen, fünf Jahren zu Ende gegangen. Eine sehr kurze Zeitspanne, wenn man sich im direkten Vergleich die aktuelle Konsolengeneration anschaut, die teilweise seit sieben langen Jahren in unseren Wohnzimmern residiert und uns ebenso viele schöne Stunden bereitet hat.

Erinnerungen

Wir blicken auf eine Zeit zurück, in der Nintendo viel experimentiert, Spieler vergrault und neue Fans gewonnen hat. Eine Zeit, in der wir zum ersten Mal mit Link über die Meere schippern konnten, mit Luigi auf Geisterjagd gegangen sind, im Flipper-Spiel Odama mittels eines Mikrofons Befehle ausführten und in Donkey Konga wie wild auf Bongos getrommelt haben. Wir werden diese Epoche niemals vergessen und in guter Erinnerung behalten und in gewisser Weise lebte der Gamecube weiter, denn in den ersten Auflagen der Nintendo Wii schlummert noch immer Gamecube-Architektur samt Anschlüsse für Controller und Memory Cards. Wer den einen oder anderen Klassiker von damals verpasst hat, darf diesen sehr gerne auf seiner Wii nachholen, sofern seine Wii noch abwärtskompatibel ist. Nintendo geht mit den Zeichen der Zeit und hat die Abwärtskompatibiltät mittlerweile gestrichen, um die Konsole in ihren vermeintlich letzten Tagen noch einmal mit einem günstigen Preis zu pushen. Dass was Nintendo mit der Wii mini erschaffen hat, meinen wir damit jedoch nicht. Wir sind gespannt darauf, ob wir in Zukunft wieder Kontakt mit dem Gamecube bekommen werden. Immerhin bietet die Wii U genügend Speicherplatz für den einen oder anderen Klassiker, den man ruhig zum Download anbieten könnte. Der Gamecube muss weiterleben – irgendwie.

Geschrieben von Eric Ebelt

Review: Professor Layton und die Schatulle der Pandora

Professor Layton und die Schatulle der Pandora (1)Bis heute erfreut sich die Professor-Layton-Reihe über eine große Fangemeinde. Der bunte Mix aus Point-and-Click-Adventure-Manier und Rätseleinlagen begeistert nicht nur das junge Publikum, sondern auch ältere Semester gleichermaßen.

Professor Layton und die Schatulle der Pandora (2)Nachdem Professor Hershel Layton mit seinem Assistenten Luke Triton vom Ausflug in das geheimnisvolle Dorf Saint-Mystère zurückgekehrt ist, erwartet die beiden auch schon das nächste große Abenteuer. Professor Laytons Lehrmeister, Dr. Andrew Schrader, hat nach jahrelanger Suche endlich die sagenumwobene Schatulle der Pandora gefunden. Jeder, der die kleine Truhe zu öffnen vermag, solle angeblich auf der Stelle den Tod widerfahren. Obwohl sich Schrader der Gefahr bewusst ist, hält er die Neugier nicht länger aus und öffnet die Schatulle. Das wissen Layton und Luke zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht und begeben sich zunächst zu Schraders Wohnung, um diesen dort auf dem Boden liegend vorzufinden. Von der Schatulle ist keine Spur zu sehen, doch verspricht Layton, Schraders Studien zu Ende zu führen. Der einzige Anhaltspunkt, wie das Abenteuer nun weitergeht, ist eine Fahrkarte für den Molentary-Express. Dabei handelt es sich um den luxuriösesten Zug der Welt! Somit lassen es sich Layton und Luke nicht nehmen, die Reise mit dem Zug fortzusetzen. Allerdings wissen sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wo die Zugfahrt tatsächlich enden wird und auf welche illustren Charaktere sie noch stoßen werden. Eines dürfte für den Professor und seinen selbsternannten Lehrling feststehen: Es wird wieder fleißig gerätselt werden!

Facettenreiche Rätselkost

Professor Layton und die Schatulle der Pandora (3)Der Spielverlauf hat sich gegenüber dem ersten Teil nicht wesentlich verändert. Nach wie vor klicken wir uns mit Hilfe des Touchpens durch die verschiedenen Örtlichkeiten, um dort viele verschiedene Personen anzusprechen oder Objekte zu untersuchen. Oft erzählen uns die Leute dann etwas über die besagte Ortschaft und noch öfter stellen sie uns ein Rätsel, welches wir nach Lust und Laune lösen dürfen. Uns werden zum einen leichte bis schwierige Logik- und Denkaufgaben gestellt und zum anderen gibt es Rätsel, die sich als Geschicklichkeitsanlagen entpuppen. Bei letzteren müssen wir beispielsweise in einem Tetris-ähnlichen Spielfeld den einen oder anderen Stein so verschieben, dass wir eine Kugel durch ein Labyrinth bewegen können. Oder wir dürfen den Springer auf unterschiedlichen Schachbrettern so hin- und her springen lassen, dass er währenddessen jedes einzelne Feld genau einmal berührt. In der Regel stellt uns das Spiel jedoch die besagten Logik- und Denkaufgaben. Da möchten von uns mathematische Aufgaben gelöst, Spielkarten in einer bestimmten Reihenfolge angeordnet oder die Rückseite eines Würfels erraten werden. Je nach Schwierigkeitsgrad des Rätsels und erfolgten Fehlversuchen in diesem, hagelt es für die Lösung am Ende eine bestimmte Menge Pikarat, die unser Können kurz und bündig ausdrücken sollen.

Abseits des Weges: Minispiele

Professor Layton und die Schatulle der Pandora (4)Kommen wir in einem Rätsel einmal nicht weiter, so dürfen wir Hinweismünzen für bis zu drei Hinweise ausgeben. Während der erste Hinweis eines jeden Rätsels meistens nur einen kleinen Tipp darstellt, sind die beiden anderen Hinweise schon sehr viel deutlicher. Man sollte mit den Hinweismünzen jedoch haushalten, da diese nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Finden können wir diese überall in der Spielwelt, wenn wir wahllos auf den Hintergründen des jeweiligen Geländes herumtippen. Im Molentary-Express schließt sich uns früher oder später ein Hamster an, den wir das Fett in einem Minispiel abtrainieren können, in dem wir verschiedene Objekte mitsamt unterschiedlichen Wirkungen, in seinem Käfig positionieren. Ist der Hamster fit genug, hilft er uns mit seinem frechen berlinerischen Dialekt bei der Suche nach den Münzen. Des Weiteren erhalten wir im Verlauf der Handlung immer mehr Bauteile einer Kamera, die wir schlussendlich zusammensetzen und somit an neun verschiedenen Orten Fotos von der Umgebung schießen können, um anschließend in Wimmelbildern die drei Unterschiede auszumachen. Wer wirklich ein richtiger Gentleman ist, der serviert auch vielen Notbedürftigen feinen und leckeren Tee, der jedoch ebenfalls erst in einem Minispiel durch gefundene Zutaten und meist nur durch Experimentieren gekocht werden kann.

Gesteigerter Umfang

Professor Layton und die Schatulle der Pandora (5)Diese Aufgaben sind jedoch nicht zwingend, doch wer auch nach dem Durchspielen noch ein paar schwierigere Rätsel lösen möchte, der sollte die Augen offenhalten und Fotos knipsen und Tee servieren. Während im Verlauf der Handlung maximal 138 Rätsel gelöst werden können, kommen zusätzlich noch 15 freischaltbare Rätsel hinzu. Falls ihr auch den Vorgänger des Spiels besitzt, könnt ihr dort mit Hilfe eines Passwortes Grafikskizzen und mit einem weiteren Passwort aus Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf ein weiteres Rätsel im zweiten Teil der Reihe freischalten. Wer mit seinem Nintendo DS online geht, hat zusätzlich die Möglichkeit, 33 weitere Rätsel herunterzuladen. Summa summarum macht das satte 187 Rätsel, die gelöst werden wollen. Das sind 25 Rätsel mehr als im Vorgänger und das sieht man auch deutlich an der Spielzeit. Wer wirklich alle Rätsel lösen, alle Gespräche führen, jeden Tee servieren, jedes Foto knipsen und den Hamster aufs Maximum trainieren möchte, der wird je nach Talent 25 bis 35 Stunden Spielzeit in das Spiel investieren können. In dieser Zeit erlebt man eine schöne Geschichte, viele tolle Kopfnüsse, einen charmanten Wortwitz, eine gute deutsche Sprachausgabe, wunderbare Anime-Szenen und für DS-Verhältnisse eine ebenso prächtige Grafikkulisse, die es so in Videospielen viel zu selten zu sehen gibt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Die letzte Berührung mit der Professor-Layton-Reihe hatte ich vor mehr als zwei Jahren. Damals war ich vom Gameplay sehr angetan und ich hatte nur wenig auszusetzen am Spiel. Das ändert sich mit dem zweiten Teil nur geringfügig. Zum einen kommt es mir leider so vor, dass ich viele Rätsel bereits irgendwie kenne und sie nur eine abgewandelte Form von Rätseln aus dem ersten Teil sind. Dass ich dann aber trotzdem stellenweise noch sehr viel knoble, was denn nun die richtige Antwort ist, spricht aber wiederum für das Spiel. Ich mag es, wenn mir die Antwort nicht direkt auf dem Silbertablett serviert wird. In Professor Layton und die Schatulle der Pandora gibt es meiner Meinung nach deutlich mehr Kopfnüsse als im Vorgänger, doch trotzdem gibt es zur Entspannung immer mal wieder ein paar leichte Rätsel. Zum anderen ist es schade, dass sich manchmal auch die unwahrscheinlichte Antwort als richtig entpuppt. Das soll keine Kritik sein, jedoch merkt man es einem Rätsel gelegentlich am Aufbau an, was auf dem Touchscreen nun angetippt werden muss. Außerdem finde ich es schade, dass es auf die Spielzeit umgerechnet zwar einige Anime-Sequenzen gibt, die jedoch fast allesamt sehr kurz ausfallen. Ebenfalls hätte ich mir gewünscht, wenn die (gute) deutsche Sprachausgabe öfters zum Einsatz gekommen wäre. Wer Rätsel mag oder bereits den ersten Teil der Serie mochte, kommt auch nicht um den zweiten Serienableger herum.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Professor Layton und die Schatulle der Pandora!

Review: Black Lagoon – Roberta’s Blood Trail

Black Lagoon - Roberta's Blood Trail (1)Auf vielen verschiedenen Fernsehsendern wurden 2006 in Japan die beiden Staffeln von Black Lagoon ausgestrahlt. Bis 2010 mussten japanische Fans auf eine Fortsetzung hoffen, die den Kreis um Rokuro, Revy und Co. jedoch abermals nicht schließt.

Black Lagoon - Roberta's Blood Trail (2)Das Leben in Roanapur geht seinen gewohnten Gang, denn auch einige Monate nach den in den ersten Staffeln gezeigten Abenteuern hat sich das Bild der Kriminalität in der fiktiven thailändischen Stadt nicht geändert. In der fünfteiligen Original Video Animation suchen sich die Mitglieder der Lagoon Company ihren Auftrag nicht aus. Um die Handlung jedoch zu verstehen, ist es einigermaßen wichtig, auch die erste Staffel der Serie gesehen zu haben. In dieser tauchte nämlich der Charakter Roberta erstmals auf und sorgte für jede Menge Unruhe. Nachdem der Vater ihres Dienstherren Garcia bei einem Attentat, durchgeführt von der Central Intelligence Agency, versehentlich ermordet wurde, möchte Dienstmädchen Roberta Vergeltung üben und begibt sich auf einen Rachefeldzug rund um die Welt. Garcia macht sich dementsprechend auf die Suche nach ihr und wird dabei von Fabiola Iglesias unterstützt. Sie ist sozusagen Vertreterin und Nachfolgerin von Roberta, ist jedoch nicht sehr viel älter als Garcia. Ihre Suche führt sie, wie es der Zufall so will, nach Roanapur und da Rokuro Garcia noch gut im Gedächtnis geblieben ist, ersucht er seine Hilfe. In der Zwischenzeit sind jedoch auch Agenten der Agency aus Langley in Roanapur eingetroffen. Dass Hotel Moskau und den Triaden diese Ankunft missfällt, dürfte jedem Kenner klar sein. Ein Straßenkrieg entbrennt!

Lösung des Konflikts

Black Lagoon - Roberta's Blood Trail (3)In den insgesamt fünf Episoden versucht der Anime nun die Geschichte von Roberta wieder aufzugreifen und weiterzuerzählen. Das gelingt ihm auch sehr gut, denn der Charakter wird mit seiner Medikamentensucht und seinen Wahnvorstellungen hervorragend eingefangen. Es bleibt bis zum Ende spannend, wie der innere Konflikt von Roberta und der zentrale Konflikt der Story gelöst werden wird. Am Ende entbrennt ein Kampf, der uns ein klein wenig auch an Videospiele wie Metal Gear Solid: Snake Eater 3D erinnert. Trotz der gelungenen Action-Szenen im Anime, sind es wieder einmal die Charaktere, mit denen die Handlung steht und fällt. Jede Bewegung, jede Reaktion und jeder Kommentar der Charaktere sind bedeutsam für die Story, denn sollte eines dieser Elemente falsch positioniert sein, kann die ganze Szene ins Unglaubhafte geschickt werden. Das liegt hier zum Glück nicht vor, was unter anderem an der deutschen und auch der japanischen Synchronisation liegt. In der deutschen Fassung hat man zudem wieder die alten Synchronsprecher aus der Serie engagiert, womit durchgehend dieselbe Atmosphäre, sowohl in der Serie als auch in der Original Video Animation, erzeugt wird. Schade ist nur, dass nicht alle Charaktere an Bedeutung erlangen. Dutch, Benny und Balalaika sind nur selten zu sehen. Rokuro und Revy dominieren den Anime wieder einmal.

Längere Episoden

Black Lagoon - Roberta's Blood Trail (4)Auf der optischen Seite besticht Black Lagoon – Roberta’s Blood Trail mit wunderschönen und den Situationen immer treffend zugehörigen Hintergründen, sowie mit an der Realität orientierten Charakteren. Es entsteht ein Look, den wir so leider viel zu selten in Animes erleben und trotz der Altersfreigabe ab 16 Jahren sehr erwachsen wirkt. Obwohl die Original Video Animation nicht weniger brutal und überzogen ist als die beiden Fernsehserienstaffeln, fragen wir uns hier, ähnlich wie bei Blood-C: Die Serie, wie die Freiwillige Selbstkontrolle Werke bewertet, zumal einige angesprochene Themen für jüngere Zuschauer ohnehin noch nicht so verständlich sind. Nichtsdestotrotz überzeugt uns die Geschichte, die in fünf Folgen erzählt wird, mehr als üblich. Die Qualität der letzten Episoden der zweiten Staffel kann die Original Video Animation zwar nicht erreichen, doch die zusammenhängende Story erreicht zumindest mehr den Anspruch der Zuschauer, als vielleicht noch die erste Staffel. Insgesamt kann Black Lagoon – Roberta’s Blood Trail ganze 168 Minuten unterhalten. Das heißt, dass jede Episode mit 33 Minuten ganze zehn Minuten länger ist, als eine herkömmliche Folge aus der Fernsehserie. Die Rahmenhandlung wird zwar abermals nicht geschlossen, doch wer die beiden Staffeln gesehen hat, wird hier wohl ohnehin keine Erwartungen mehr schnüren.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Vorweg kann man sagen, dass auch Black Lagoon – Roberta’s Blood Trail keinen Hehl daraus macht, die Geschichte um Rokuro und den Rest der Lagoon Company nicht zu einem wohlverdienten Ende zu erzählen. Dafür bekomme ich wieder eine Handlung spendiert, die mich wunderbar durch alle fünf Episoden der Original Video Animation führt. Da finde ich es auch sehr gut, dass man sich an einem bereits existierenden Charakter orientiert hat und nicht schon wieder neue Persönlichkeiten geschaffen hat. Der tragische Charakter der Roberta passt hervorragend in das Gesamtbild der Original Video Animation, welche in vier der fünf Episoden überwiegend in Roanapur, dem Sumpf des Verbrechens, spielt. Dass dadurch aber bestehende Charaktere wie Benny, Dutch und Balalaika storytechnisch leiden müssen, halte ich nicht für besonders gut. Jetzt, da ich sowohl die Serie, als auch die Original Video Animation konsumiert habe, habe ich aber dennoch Hunger nach mehr. Mir sind die Charaktere richtig ans Herz gewachsen und auch wenn die Handlung von Black Lagoon – Roberta’s Blood Trail im Grunde nur in der letzten Episode so wirklich an Tiefe gewinnt, würde ich mich sehr darüber freuen, wenn wir irgendwann wieder eine neue Staffel bekommen, um Platz für neue Abenteuer zu schaffen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Lagoon – Roberta’s Blood Trail!

Review: Black Lagoon – Die komplette 2. Staffel (The Second Barrage)

Black Lagoon - Die komplette 2. Staffel (The Second Barrage) (1)In der ersten Staffel von Black Lagoon haben wir bereits erkannt, dass sich die Serie die Zeit nimmt, um ihre Charaktere vorzustellen und dabei die Rahmenhandlung vernachlässigt. Das ändert sich in der zweiten Staffel zumindest ein wenig.

Black Lagoon - Die komplette 2. Staffel (The Second Barrage) (2)Wir erinnern uns an den Beginn der ersten Staffel. Der Büroangestellte Rokuro Okajima soll für seine Firma eine wichtige Datendiskette nach Borneo bringen. Auf dem Weg wird er von Piraten als Geisel genommen und von seiner Firma für tot erklärt. Nachdem sich auch noch die russische Mafia eingeschaltet hat, bekommt Rokuro zwar die Gelegenheit, wieder in sein altes Leben zu verfallen, doch beschließt er, sich den Piraten anzuschließen und somit ein Teil der Lagoon Company zu werden. Rokuro ist auf der Suche nach etwas. Nach etwas, was sein Leben erfüllt und einen neuen Sinn ergibt, denn in seiner Heimat, so denkt er, wird es dieses Etwas niemals finden. So lebt er zunächst wie die Piraten in den Tag hinein, um Aufträge für diverse Verbrechersyndikate anzunehmen. Nach Aufträgen und Kämpfen gegen Anhänger des Nationalsozialismus und Terroristen, kehrt so langsam der normale Alltag in der fiktiven thailändischen Hafenstadt Roanapur ein. Morde stehen zwar in der von Verbrechern regierten Stadt zwar an der Tagesordnung, doch dass binnen kurzer Zeit so viele Gangster aus dem Weg geräumt werden, ist auch für Roanapur ungewöhnlich. Balalaika, der Kopf von Hotel Moskau, setzt ein Kopfgeld auf die Verbrecher aus, die sich schon bald als rumänische Kinder entpuppen. Hier stellt der Anime eine Verbindung zur Realität und zum Zeitgeschehen her.

Das Beste kommt zum Schluss

Black Lagoon - Die komplette 2. Staffel (The Second Barrage) (3)Vor der rumänischen Revolution im Jahr 1989 wurden obdachlose Kinder zu Staatseigentum erklärt und zu Soldaten ausgebildet. Grund dafür war, dass Abtreibungen unter der Regierung von Diktator Nicolae Ceaușescu in der sozialistischen Republik Rumäniens verboten waren und das Land zunehmend mit einer Versorgungskrise zu kämpfen hatte. Die hier vorgestellten Kinder sind psychisch nicht der Situation gewachsen gewesen und kämpfen in Black Lagoon nach ihren Vorstellungen weiter. So lässt sich der Anime vermutlich in den frühen Neunziger Jahren einordnen. In den ersten Episoden erhält Revy Unterstützung von Schwester Eda, denn die beiden haben ganz andere Pläne als Hotel Moskau. In der zweiten Hälfte der Staffel, die insbesondere für Rock wichtig ist, sind Revy und Rock in Tokio unterwegs, um Balalaika dabei zu helfen, in Japan Fuß zu fassen. Rock dient dabei als Dolmetscher und Revy als seine Leibgarde. Es kommt zu einer Eskalation zwischen Hotel Moskau und der Yakuza. Hier kann der Anime deutlich beweisen, wie spannend er sein kann, wenn sich ganze sechs Episoden am Stück intensiv mit einer Thematik beschäftigen. Dementsprechend sind die letzten Folgen der Höhepunkt der Serie. Ebenso erfahren wir, wie sich Rocks Einstellung in dem einen Jahr, in welchem er mit der Lagoon Company kooperiert hat, verändert und nicht verändert hat.

Ästhetischer Anime

Black Lagoon - Die komplette 2. Staffel (The Second Barrage) (4)Ein großes Finale, auf dem die Serie in den zwei (einzigen) Staffeln hinzielt, gibt es leider nicht. Das finden wir sehr schade, denn selbst der Anime Cowboy Bebop, der sich ebenfalls vor allem auf seine Protagonisten konzentriert, hat mit einem Paukenschlag geendet. Zwar bleibt Black Lagoon alles andere als ein schlechter Anime, aber ein durchlaufender roter Faden bis zum Ende hätte uns gut gefallen. Dafür schafft es jedoch auch die zweite Staffel mit ihrer Ästhetik, ihrem Soundtrack und ihren abgeschlossenen Geschichten zu punkten, die uns wohl noch für einige Zeit sehr gut im Gedächtnis bleiben werden. Alle Charaktere wirken realistisch und gehen einher mit Hintergründen und Objekten. Jeder Moment wird mit einer vortrefflichen Geräuschkulisse und mit der passenden Musik unterlegt. Die deutsche Synchronisation ist zwar wie in der ersten Staffel gut gelungen, doch bemerken wir deutlich, dass die Sprecher einfach nur ablesen, wenn englischsprachige Sätze gesprochen werden. Da hätte man tatsächlich das Eingesprochene nach der Aufnahme mehrmals überprüfen beziehungsweise überarbeiten müssen. Neben der deutschen Tonspur liegt der Anime auch noch in Japanisch, Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch vor. Wer bereits die erste Staffel mochte, wird Black Lagoon – Die komplette 2. Staffel (The Second Barrage) lieben!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem mir die erste Staffel bis auf die angesprochenen negativen Punkte gut gefallen hat, habe ich natürlich auch die zweite Staffel angeschaut und bekam im Grunde dasselbe geliefert, wie noch bei den ersten zwölf Episoden. Ein roter Faden zieht sich nicht nur den Anime und dieser möchte sich wieder viel lieber auf die Charaktere, insbesondere Rokuro, Revy und Balalaika, konzentrieren. Zu einem Finale der Extraklasse haben die vielen Informationen jedoch nicht gereicht, was ich aber gar nicht bemängele, denn das Ende der zweiten Staffel ist für den Moment sehr, sehr zufriedenstellend. Leider taucht jetzt nicht nur Benny, sondern auch Dutch kaum mehr auf. Das ist besonders deshalb nicht gerade gut, da es sich hierbei ja um ein Unternehmen und ein Team handelt. Dafür erhalte ich viele Einblicke in Balalaikas Charakter und ihre Vergangenheit. Nicht nur an der Machart, sondern auch an den historischen Eckpunkten kann ich als Mensch mit einem Faible für Geschichte erkennen, welchen Zeitgeist der Anime einfangen möchte. Black Lagoon eignet sich also vor allem für jene Anime-Liebhaber, die sich für den Werdegang der auftretenden Protagonisten und Antagonisten interessieren. Wenn dieses Merkmal bei euch vorliegt, dann könnt ihr auch mit der zweiten Staffel von Black Lagoon nichts falsch machen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Lagoon – Die komplette 2. Staffel (The Second Barrage)!

Review: Black Lagoon – Die komplette 1. Staffel

Black Lagoon - Die komplette 1. Staffel (1)Black Lagoon – Die komplette 1. Staffel begeistert mit toller Action, vielschichtigen Charakteren, einer ordentlichen Prise Humor und Anspielungen auf die amerikanische Filmindustrie, doch enttäuscht der Anime etwas mit seiner Erzählstruktur.

Black Lagoon - Die komplette 1. Staffel (2)Ein Büroangestellter hat es absolut nicht leicht. Hier spricht der Redakteur nicht etwa über seine vor Jahren abgeschlossene Ausbildung, sondern über das Schicksal vom jungen Rokuro Okajima. Dieser hat von Asahi Industries, der Firma für die er arbeitet, eine Datendiskette anvertraut bekommen und soll diese persönlich nach Borneo bringen. Anstatt jedoch ein Flugzeug zu nehmen, wählt Rokuro den umständlichen Seeweg. Piraten und Söldner, die von der russischen Mafia angeheuert wurden, fangen den Büroangestellten auf hoher See ab und nehmen ihn gefangen. Doch anstatt ihn in Ketten zu legen, wird er relativ freundlich von dem dreiköpfigen Piraten-Team, bestehend aus dem Anführer Dutch, dem Computercrack Benny und der toughen Revy, aufgenommen. Unterwegs bekommt Rokuro die Möglichkeit, mit seinem Vorgesetzten Kageyama zu telefonieren. Dieser ist zwar alles andere von den Machenschaften seiner Firma überzeugt, doch sieht er ein, dass die geheimen Daten auf der Diskette nicht in falsche Hände geraten dürfen und beauftragt ein Spezialkommando, Rokuro und die Piraten auf offener See abzuschießen und Rokuro anschließend offiziell für tot erklären zu lassen. Nachdem dieses Manöver misslingt, einigt sich Asahi Industries mit den Auftraggebern der Piraten. Rokuros Wut auf seinen Auftraggeber steigt weiter an.

Charakterbetonte Handlung

Black Lagoon - Die komplette 1. Staffel (3)Bei der Übergabe beschließt Rokuro jedoch nicht zu seinem Arbeitgeber zurückzukehren und ab sofort gemeinsame Sache mit den Piraten zu machen. Dass das der Aufhänger für eine tolle Handlung sein kann, dürfte jedem klar sein. Allerdings wird dieser als solcher nicht genutzt, denn anstatt eine fortlaufende Handlung zu erzählen, verstrickt sich die Story lieber in viele kleine Geschichten. Diese können uns jedoch durchaus überzeugen, denn so kämpfen die Piraten mit Waffengewalt gegen nationalsozialistische Anhänger, die glaubhaft auf Werten des Dritten Reiches aufbauen, und gläubigen Terroristen, die vor Entführung und Folter keinen Halt machen. Anstatt die Handlung in den Vordergrund zu rücken, konzentriert sich der Anime stärker als andere Werke der japanischen Zeichentrickkunst auf seine Charaktere. Dutch behält immer einen klaren Kopf, sieht jede erdenkliche Möglichkeit so nüchtern wie nur möglich und Benny verhält sich eher gekonnt im Hintergrund. Viel wichtiger wird jedoch die Beziehung zwischen Rokuro, der fortan von seinen Kameraden nur noch Rock genannt wird, und Revy. Während Rokuro zunächst noch an feste Ideale glaubt, legt dieser diese sehr schnell ab und unterstützt die Lagoon Company wo er nur kann. Revy hingegen sieht Rokuro zunächst nicht als gleichwertigen Team-Kollegen an und wirkt deutlich gewalttätig.

Seitenhiebe auf Hollywood

Black Lagoon - Die komplette 1. Staffel (4)Optisch befinden sich alle zwölf Episoden der ersten Staffel auf einem hohen Niveau, denn das Bild macht in 1080p und im 16:9-Format eine gute Figur. Hintergründe wirken glaubhaft und bezaubern mit der Landschaft im südostasiatischen Raum. Die Charaktere machen einen sehr realistischen Eindruck, haben realitätsbezogene Konturen und durch die gelungene deutsche Vertonung wirken sie sehr echt. Insbesondere durch den Humor, der nicht nur einmal einen Seitenhieb auf Hollywood loslässt, können die Charaktere bei uns punkten. In einer Kneipenschießerei wird sogar einmal Bud Spencer erwähnt. Fein! Neben der deutschen Tonspur befinden sich auch noch der japanische Originalton, sowie die Synchronisationen aus Italien, England, Spanien und Frankreich auf der Disc. Untertitel lassen sich jedoch im Menü nicht frei wählen und eine Kombination aus mehreren Sprachen ist somit ebenfalls nicht möglich. Wer auf Bonusmaterial hofft, wird jedoch enttäuscht. Auf beiden Blu-rays befinden sich lediglich ein paar Trailer zu anderen Anime-Produktionen. Insgesamt erreichen die zwölf Episoden der ersten Staffel eine Laufzeit von etwa 280 Minuten und können, sofern man eher den Anspruch auf Charaktere anstatt eine Handlung legt, durchaus überzeugen. Dadurch, dass ein Cliffhanger am Ende der zwölften Episode fehlt, macht das Paket einen runden Eindruck.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray): Black Lagoon ist einer der Namen, den man immer wieder in Verbindung mit guten Anime-Empfehlungen hört. Lange habe ich darauf gewartet, Black Lagoon in vernünftiger Qualität anschauen zu können und wurde fast nicht enttäuscht. Ich finde die vielen kleinen Geschichten des Animes interessant, die Musik absolut passend zu den jeweiligen Situationen und die Charaktere mit ihrem sehr ausdrucksstarken Humor (insbesondere Revy) einfach nur grandios. Black Lagoon erinnert mich ein wenig an Cowboy Bebop, da die charakterbetonte Handlung doch recht ähnlich ist. Trotzdem hat Black Lagoon genügend Merkmale, um nicht mit anderen glorreichen Animes verglichen werden zu müssen. Obwohl mir die auf den Charakteren liegende Betonung gefällt, stört es mich dann und wann doch ein wenig, dass die Handlung nicht so ganz auf der Höhe der Zeit ist. Zwischenzeitlich hängen zwar immer mal wieder die eine oder andere Episode zusammen, doch das war es dann auch schon. Außerdem stören kleine Logikfehler die Storyline (jedoch nicht wesentlich). Eine übergreifende Geschichte erzählt Black Lagoon höchstens in den ersten beiden Episoden und ebbt danach in diesem Punkt stark ab. Ich hoffe sehr, dass sich das in der zweiten Staffel ändern wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Lagoon – Die komplette 1. Staffel!

News: Armutszeugnis für die Wii U

Battlefield 4 (1)Die Redaktion unserer Partnerseite N Insider berichtete auf ihrer Internetseite über eine eher dunkle Zukunft der Wii U, denn zwei Grafik-Engines, genauer gesagt die Unreal Engine 4 und die Frostbite Engine 3, sollen wohl nicht auf der Wii U laufen beziehungsweise für diese umgesetzt werden. Während Epic bereits Klarheit schaffte und sagte, dass die Unreal Engine 4 auch bei der Spielentwicklung für die Wii U genutzt werden könnte, bleibt das Rückrudern beim Entwickler Dice noch aus. So werden sicherlich einige Spiele wie die künftigen Spiele der Dragon-Age- und Mass-Effect-Reihe für die Wii U nicht erscheinen können. Schwach!

Erics Meinung: Für Nintendo ist es derzeit echt nicht leicht, denn nach und nach springen wohl immer mehr Entwickler ab und wenn Entwicklern jetzt schon diverse Engines verwehrt werden, dann ist das ein Armutszeugnis. Auch wenn ich mich für Battlefield 3 so gut wie gar nicht interessiere, ist das für Dice schon ein starkes Stück. Immerhin stellt Electronic Arts auf der letzten E3 Bildmaterial vom Ego-Shooter zur Verfügung, der auch auf der Wii U möglich hätte sein sollen. Wenn schon Battlefield 3 für die Wii U gecancelt wird, dann kann man doch wohl erwarten, dass man die Konsole zumindest mit dem Nachfolger beliefern will. Die Köpfe bei Electronic Arts denken wirklich, dass sich eine Konsole erst einmal verkaufen muss, bevor die hauseigenen Spiele für diese erscheinen beziehungsweise die Engine diese Spiele erst möglich macht. Diese Engstirnigkeit macht mich richtig krank, denn die Marken Dragon Age und Mass Effect sind sehr groß und es wird sicherlich auch mehr interessierte Wii-U-Käufer geben, wenn das Angebot durch solche Marken aufgewertet wird.

Review: Monster Hunter 3 Ultimate

MH3イラレAls vor drei Jahren Monster Hunter Tri für die Wii erschien, fasste das Franchise erstmals Fuß auf einer Nintendo-Plattform. Besagtes Spiel erstrahlt jetzt erneut für Wii U und 3DS – mit besseren Qualitäten und größeren Schwächen als das Original.

Monster Hunter 3 Ultimate (2)Wer jetzt darauf hofft, dass sich Spielwelt, Interaktionsmöglichkeiten und Gameplay stark von der Wii-Fassung abheben, wird sicherlich von der Portierung enttäuscht sein. In Monster Hunter 3 Ultimate bekommen wir nämlich nach wie vor die gewohnte Kost vorgesetzt, die sich nur minimal von den im Jahr 2010 veröffentlichten Spiel unterscheidet.  Das fängt bereits mit der Story an, denn anstatt die Handlung zu erneuern und zu verbessern, landen wir in der ersten Spielminute wie gehabt im Hafen des Ortes Moga und werden direkt Zeuge von einer vermeintlichen Naturkatastrophe. Ein Erdbeben erschüttert das Dorf – die Bewohner sind außer sich! In Gesprächen mit den Dorfbewohnern erfahren wir, dass der Leviathan Lagiacrus für die Beben verantwortlich ist und dass es noch kein Monsterjäger geschafft hat, die Bestie zu erlegen. Das klingt nach einem Auftrag für unseren Recken, der jedoch zu Spielbeginn noch viel zu schwach für die Jagd auf solch ein riesiges Monster ist. Nicht mehr und auch nicht weniger wird uns in Monster Hunter 3 Ultimate vorgesetzt – das war bereits vor drei Jahren nicht ausreichend! Bevor wir jedoch auf die Jagd gehen, müssen wir unseren Recken zunächst in einem Editor erstellen, der Dank des Wii U GamePads wesentlich komfortabler zu bedienen ist. Es bleiben bei der Charaktererstellung kaum Wünsche offen. Muskelprotze, Milchbubis und toughe Damen können wir mit dem Werkzeugkasten erstellen. Wer allerdings Rassen oder gar Klassen auswählen will, ist hier an der falschen Adresse.

Waidmanns Heil!

Monster Hunter 3 Ultimate (3)Egal wie unser Charakter im Endeffekt aussehen wird. Er ist und bleibt ein humanoider Monsterjäger, der bereit für seine erste Jagd in der fast unveränderten Spielwelt von Monster Hunter 3 Ultimate ist. In den nächsten Spielstunden geht es also in erster Linie um die Monsterjagd und die hat es stellenweise wahrhaftig in sich! Während wir bei unseren ersten Gehversuchen in der Regel nur auf kleinere Monster treffen, die sich an morphologischen Merkmalen von Dinosauriern oder rezenten Tieren orientieren, sind es mit zunehmender Spieldauer immer größere Exemplare, die von uns ins virtuelle Nirwana geschickt werden wollen. Die Kämpfe gegen die großen Wyvern gehören dann auch zu den Highlights des Spiels, denn solch ein Kampf kann schon mal eine halbe Stunde Zeit in Anspruch nehmen. Nur Monsterjäger, die sich im Dorf mit den wichtigsten und hilfreichsten Items eingedeckt haben, die beste Ausrüstung tragen und die Taktik der Gegner durchschauen, können so einen Kampf überhaupt erst überstehen. Um sich für so einen Kampf zu rüsten, müssen wir in der Spielwelt Erze mit einer Spitzhacke schürfen, Insekten mit einem Netz einfangen, Knochen sammeln und Tiere ausbeuten. Für letzteres sollten wir uns übrigens beeilen, denn trotz der starken Hardware der Wii U schafft es die Technik des Spiels immer noch nicht, die Leiche eines besiegten Monsters lange genug auf dem Fernsehbildschirm darzustellen.

Definition eines Helden

Monster Hunter 3 Ultimate (4)Kämpfen wir gegen mehrere Monster, ist es nach dem Ableben aller Kreaturen fast ein Ding der Unmöglichkeit, wirklich jedes einzelne Individuum auszubeuten. Die gefundenen Items können wir im Dorf entweder verkaufen, sie zu gänzlich neuen Items kombinieren oder uns auch Ausrüstungsgegenstände zusammenschustern lassen. Letzteres ist für das Vorankommen unvermeidlich! Anstatt wie in anderen Action-Rollenspielen Erfahrungspunkte zu sammeln und nach und nach Stufen aufzusteigen, definiert sich unser Charakter nahezu ausnahmslos über seine Ausrüstung. Das heißt, dass unser Jäger auch nur so viel Schaden anrichten kann, wie seine Waffe es zulässt und er entsprechend auch nur so starke Treffer aushalten kann, wie seine Rüstungsgegenstände aushalten. Eine Energieleiste, die mit Tränken wieder aufgefüllt werden kann, gibt es aber selbstverständlich auch in Monster Hunter 3 Ultimate. Neben unserer Energie sollten wir aber auch auf unsere Ausdauer achten, denn je mehr wir uns durch die unterschiedlichen Themenwelten außerhalb des Dorfes bewegen, desto eher nimmt diese rapide ab. Dass schwache Jäger starken Monstern fast aussichtslos unterlegen sind, dürfte klar sein. Haben wir vom Einzelspielermodus genug, können wir die Jagd online fortsetzen. Dazu segeln wir einfach von Moga aus in eine neue Stadt und treffen dort auf andere europäische Spieler, mit denen wir uns in Vierergruppen für die Jagd zusammenschließen.

Online-Jagden

Monster Hunter 3 Ultimate (5)Um uns im Kampf abzusprechen, können wir entweder aus vorgefertigten Sätzen wählen, Eingaben auf der eingeblendeten Wii-U-GamePad-Tastatur machen oder – am effektivsten – einfach den Sprachchat nutzen, der über das Mikrofon der Steuerungseinheit abläuft. Besitzen wir jedoch nur die 3DS-Fassung und keine Wii U, können wir mit dem 3DS-Spiel nicht online gehen. Alternativ können wir höchstens lokal mit bis zu drei Besitzern der 3DS-Fassung den Mehrspielermodus der Wii-U-Fassung genießen. Einen lokalen Splitscreen-Modus gibt es schon wieder nicht. Schwach! Da die Neuauflage des Spiels für Wii U und den 3DS erscheint, ist den Entwicklern jedoch eine nette Idee gekommen. Besitzen wir beide Versionen, können wir den Spielstand von einer Fassung auf die andere übertragen und mit ein- und demselben Jäger unterwegs die Jagd fortsetzen. Wer von Bus- und Bahn abhängig oder beruflich viel unterwegs ist, wird diesen Vorteil der neuen Versionen zuschätzen wissen. Ansonsten halten sich die Neuerungen stark in Grenzen, denn bis auf ein paar einzelne neue Monstertypen, neue Waffen und Begleiter, sowie eine geringfügig überarbeitete Technik, bekommen wir in Monster Hunter 3 Ultimate keine neuen Inhalte zu Gesicht. Die Technik ist es im Endeffekt jedoch, welche Monster Hunter 3 Ultimate das Genick bricht. Anstatt die Auflösung einfach nur zu erhöhen, hätte man deutlich mehr an der Optik feilen müssen.

Veraltete Technik

Monster Hunter 3 Ultimate (6)Was auf der Wii noch für offene Münder gesorgt hat, geht auf der HD-Konsole einfach nicht mehr. Verwaschene Texturen und magere Charaktermodelle stehen an der Tagesordnung. Auf dem 3DS macht das Spiel hingegen noch einen ganz ordentlichen Eindruck, zumal man dort auch alle Texte problemlos lesen kann. Sitzt man weiter als anderthalb Meter vom Bildschirm des Fernsehers entfernt, was aus gesundheitlichen Gründen unbedingt der Fall sein sollte, muss man die Augen schon sehr zusammenkneifen, um Spaß an den Dialogen zu haben. Eine Sprachausgabe hat man dem Spiel nämlich nicht spendiert. Wenn man sich vor Augen führt, dass das Spiel ursprünglich für die PlayStation 3 entwickelt wurde, fragt man sich wahrhaftig, wo die Überreste der einstigen Entwicklung geblieben sind. Diese hätte man wunderbar in Symbiose mit der Wii-Fassung bringen können, um Monster Hunter 3 Ultimate optisch zu einem Erlebnis zu machen. So bleibt unterm Strich nahezu das gleiche Spiel wie 2010. Es wird einem kaum etwas erklärt, vieles muss in der komplexen Spielmechanik schmerzlich selbst herausgefunden werden und Einzelspieler werden ohnehin nicht lange Spaß am Spiel haben. Wer jedoch sehr gerne online spielt, nichts gegen ein auf Dauer eher stark monotones Spielprinzip hat und die technischen Mängel des Spiels im Kopf ausblenden kann, der kommt um Monster Hunter 3 Ultimate nicht herum!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii- und Wii-U-Fassung): Als ich 2010 zum ersten Mal mit dem Monster-Hunter-Franchise konfrontiert wurde, war ich auf der PlayStation Portable schon nicht sonderlich angetan. Als ich dann für das NMag auch noch Monster Hunter Tri testen durfte, habe ich nicht sonderlich viel mehr Spaß mit dem Titel gehabt. Da es sich um ein Action-Rollenspiel handelt, erwarte ich auch, dass ich eine entsprechende Story erfahre, doch das ist hier nicht der Fall. Während ich darüber vielleicht noch hinwegsehen kann, will ich aber unbedingt, dass man mir das Spiel auch erklärt. Insbesondere jetzt, wo Capcom die Bedienungsanleitung gerade mal auf ein Blatt Papier runtergeschraubt hat (was bei einem solch komplexen Spiel wie Monster Hunter 3 Ultimate sicherlich nicht förderlich ist!), finde ich mich noch weniger in der Spielwelt mit ihren teils komplexen Mechaniken absolut nicht mehr zurecht. Mir fehlen die Verknüpfungen zwischen den Interaktionen, mir fehlen Hinweise darauf, wie man Arbeitswege optimiert und mir fehlen Erklärungen zur ökonomischen Jagd. Ich habe nichts dagegen, wenn ich in einem Spiel auch mal selbst etwas herausfinden muss, aber Monster Hunter 3 Ultimate verschließt sich so sehr, dass ich auch drei Jahre nach der ersten Veröffentlichung des Spiels nicht warm mit dem Franchise werde. Die Wii-U-Fassung leidet zudem auch noch unter technischen Defiziten, die mir den Spielspaß fast vollständig nehmen. Die Dialogtexte und manche Beschreibung sind so dermaßen klein, dass ich für das Verständnis gesundheitliche Risiken in Kauf nehmen und mich anderthalb Meter vor meinen Fernseher setzen muss. Monster Hunter 3 Ultimate ist für mich also alles, nur keine liebevolle Portierung von der alten auf die neue Konsolengeneration. Capcom, nachsitzen!

News: Anzeichen für No More Heroes 3

Die Redaktion von N Insider berichtete über ein mysteriöses Artwork, welches womöglich auf ein weder angekündigtes, noch bestätigtes No More Heroes 3 hinweist. Die ersten beiden Teile erschienen zunächst exklusiv für die Wii, doch der erste Teil wurde nachträglich für die Xbox 360 und die PlayStation 3 umgesetzt. Ob Suda51 auch diesmal Nintendo die Treue halten wird und das Spiel zunächst exklusiv für die Wii U veröffentlichen wird, ist indessen ebenso unklar. Zu wünschen wäre es Nintendo, denn die Wii U verkauft sich bei weitem nicht so gut, wie sich das Unternehmen das vorgestellt hat.

Erics Meinung: Da ich derzeit alle aktuellen Konsolen mein Eigen nenne, ist es mir egal, auf welcher Plattform der Teil der No-More-Heroes-Reihe erscheint, sofern es sich überhaupt um besagtes Spiel auf dem Artwork handeln sollte. Seitdem ich vor einigen Jahren die beiden Spiele für die Wii gespielt habe, warte ich sehnsüchtig auf eine Fortsetzung. Suda51 ist ein genialer Entwickler, dem viele skurrile Ideen durch den Kopf schwirren und ebenso viele in seinen Spielen verarbeitet werden. Sollte das Spiel zunächst exklusiv für die Wii U erscheinen, gibt es für Nintendos Konsole zumindest zeitweise einen Interessenschub bei Spielern, die ein außergewöhnliches Spiel zu schätzen wissen.

Review: Toki Tori

Toki Tori (1)Europäische Entwicklerstudios haben nicht nur ein Faible für Rollen- und Strategiespiele, sondern auch für Denk- und Geschicklichkeitsspiele. Das niederländische Entwicklerstudio Two Tribes beweist dies 2001 mit Toki Tori für den GameBoy Color.

Toki Tori (2)Seit dem Release sind nun mehr elf Jahre vergangen und endlich hat das Spiel seinen Weg in den eShop des Nintendo 3DS gefunden. Grund dafür dürfte wohl die Veröffentlichung von Toki Tori 2 für den eShop der Wii U im April 2013 sein, um die Spieler auf den zweiten Teil einzustellen. Wie sich das für Geschicklichkeitsspiele gehört, ist die Handlung zweitrangig, doch beginnt sie mit einem schönen Tag auf einer namenlosen Hühnerfarm. Unbesorgt picken die Hühner ein Korn nach dem anderen auf, doch dann werden plötzlich alle Eier aus dem Stall gestohlen. Ein Ei wird dabei jedoch zurückgelassen und zufällig schlüpft gerade in dem Moment aus diesem Ei der titelgebende Held Toki Tori. Obwohl das Küken gerade erst aus dem Ei geschlüpft ist, beschließt Toki Tori, die Entführer zu suchen. Gerade noch kann der Hühnerheld den Hügel mühselig erklimmen, um zu schauen, in welche Himmelsrichtungen seine Brüder und Schwestern entführt wurden. Zugegeben klingt das alles sehr weithergeholt, doch logischer könnte der Aufhänger für das nachfolgende Abenteuer nicht sein. Dutzende Levels warten nämlich nur darauf, von uns erforscht zu werden. Ziel eines jeden Level ist es, jedes einzelne Ei einzusammeln und am Ende die große Reunion zwischen allen Küken zu feiern. Dass dieses Unterfangen nicht ganz ohne Gefahren auskommt, dürfte klar sein.

Geplantes Vorgehen

Toki Tori (3)So durchkämmen wir zunächst noch die relativ freundlichen Forest Falls, um danach im Creepy Castle auf schaurige Gespenster zu treffen. Anschließend machen wir noch die Slime Cave und die Bubble Barrage unsicher. Auf den ersten Blick macht das Spielgeschehen den Eindruck, dass es sich hierbei um ein Jump ’n’ Run handelt, doch das stimmt nur zum Teil. Toki Tori kann man zwar springen, doch dieser Sprung ist so unscheinbar, dass er nur für eine einzelne kleine Stufe reicht. Viel mehr müssen wir unseren Weg durch die Levels im Vorfeld planen, denn um jedes Ei einzusammeln (was für den Abschluss eines Levels erforderlich ist), müssen wir wohl überlegt vorgehen. So kann man sich eigentlich relativ sicher sein, dass das Ei in einer Grube wohl das letzte Ei ist, was wir in dem jeweiligen Level einsammeln sollten. Es gibt jedoch auch Items, welche die Levels sehr viel facettenreicher machen. Beispielsweise können wir mit der Fähigkeit Brückenbauer ein kleines Brückenstück auf einem Abgrundfeld platzieren, um dieses unbeschadet zu überqueren beziehungsweise zu einem Ort zu gelangen, an dem wir ohne diese kleine Brücke niemals gelangt wären. Mit dem Telewarp können wir ein unüberwindbares Feld auslassen, um so etwa eine Felswand mittels Teleportation zu umgehen. Liegen Blöcke im Weg, verändern wir mit Ziegelschaltern einfach ihre Position.

Kombinierbares Item-Repertoire

Toki Tori (4)Schon nach wenigen Minuten bekommen wir es in Toki Tori mit dem ersten Gegner zu tun. Da unser Held, das Küken, für eine direkte Konfrontation viel zu schwach ist, müssen wir hier ebenfalls zu einem Item greifen – der Gefrierautomatik. Mit diesem Gewehr können wir Feinde einfrieren und den daraus entstandenen Eisblock womöglich noch als Überbrückung dienen. Um Geister loszuwerden, empfiehlt es sich sogar, die eine oder andere Geisterfalle zu errichten. Wo genau wir die Items einsetzen sollen, erkennen wir, wenn wir die Augen des Kükens benutzen und uns im gesamtem Level frei umschauen können (der Timer läuft in dem Falle aber trotzdem weiter). Egal wie wir es wenden oder drehen – bereits nach wenigen Levels müssen wir die verschiedenen Items allesamt miteinander kombinieren, denn manche Items können sowohl für die eine als auch die andere Situation genutzt werden. Nur wer clever vorgeht, kann Toki Tori auch zu einem Abschluss bringen. Die ganz schwierigen Levels einer Spielwelt lässt uns der Titel aber freundlicherweise auch überspringen. Hardcore-Spieler werden sich vor etwaigen Herausforderungen aber selbstverständlich nicht drücken. Toki Tori besticht nahezu durchgehend mit einer liebevollen Grafik, einem munteren Soundtrack und vielen interessanten Spielideen, die auch heutzutage noch taufrisch wirken.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Virtual-Console-Fassung): Einen Kontakt mit Toki Tori hatte ich zuletzt auf einem Event von Nintendo in Köln, wo ich die Wii-U-Fassung des zweiten Teils anspielen konnte. Diese hatte allerdings noch einige kleine Kinderkrankheiten und krankte teilweise auch an Bugs. Zum Glück lag das aber wohl nur an der Vorführungsversion, denn die GameBoy-Color-Ausgabe, die es nach langer Zeit endlich in den eShop des Nintendo 3DS geschafft hat, hat diese Fehler nicht. Von der ersten Minute an kann mich Toki Tori überzeugen, denn die Entwickler haben es nicht versäumt, den Schwierigkeitsgrad leicht ansteigend zu programmieren und hin und wieder mir die eine oder andere Kopfnuss in den Weg zu legen. Langweilig, uninteressant und anspruchslos wird es also nie! Bemerkenswerter ist dabei sogar, dass die meisten Spielideen heutzutage zwar schon in dem einen oder anderen Spiel in abgewandelter Form auftauchen, doch die Grundsätze in Toki Tori noch allesamt taufrisch wirken. Das einzige, was ich bisher am Spiel bemängeln kann, ist, dass der Soundtrack zwar mit munteren Melodien punktet, diese sich aber zu wenig abwechseln. Ein Fehler, den man unter Umständen aber getrost ignorieren kann. In erster Linie geht es um die Geschicklichkeitseinlagen von Toki Tori und diese funktionieren auch heute, elf Jahre nach dem Release, noch bestens!

Review: A Company Man

A Company Man (1)Der Verpackungstext der Black Edition von A Company Man verspricht, dass sich Regisseur Lim Sang-yoon auf die Spuren von Kim Jee-woon begibt. Dieses Versprechen kann der Film nicht ganz halten, doch schlecht ist Lims Erstlingswerk sicherlich nicht.

A Company Man (2)Ji Hyeong-do ist ein engagierter Mitarbeiter einer mysteriösen Firma. Äußerlich ist die Firma ein Metallverarbeitungsunternehmen, doch der Schein trügt. In Wahrheit kümmern sich die Mitarbeiter des Konzerns um Auftragsmorde. Ji hat zuvor keine Fragen an seine Vorgesetzten gestellt und die Aufträge sorgfältig ausgeführt, doch als dann eine Aushilfe eingestellt wird, die mit Ji zusammenarbeiten soll, bekommt Ji zum ersten Mal in seiner beruflichen Laufbahn Gewissensbisse. Als die Aushilfe ein Gebäude infiltrieren und dort einige Männer umbringen soll, läuft zunächst alles glatt. Ji hat jedoch den Auftrag, die Aushilfe noch im Gebäude so zu exekutieren, dass es wie ein Unfall aussieht. Als die Aushilfe jedoch nicht sofort tot ist, bittet der Junge Ji um einen letzten Gefallen, denn Ji soll des Jungen Erspartes seiner Mutter geben. Es kommt wie es kommen muss und Ji lässt den Jungen am Leben, was Jis Auftraggebern gar nicht gefällt, da so die Polizei auf die Firma aufmerksam wird. Ärgerlich ist zudem, dass sich Ji in die Mutter des Jungen verliebt und die beiden Auftragmörder deren kleine Familie mit in den Sumpf des Verbrechens zieht, der in einem Blutbad enden wird. Wer nämlich Probleme anzieht und die Firma in Schwierigkeiten bringt, wird niemals lebend aus dem schmutzigen Geschäft aussteigen können. Ji sieht sich mit einer schmerzlichen Erfahrung konfrontiert.

Kurzer Prozess

A Company Man (3)Der Film Noir, der sich in A Company Man widerspiegelt, ist durchzogen mit Dialogen und Action-Szenen, die für die Freiwillige Selbstkontrolle wohl stellenweise so gewaltvoll sein müssen, dass es neben der Uncut-Fassung (in Form der Black Edition) auch eine entschärfte FSK-18-Ausgabe gibt. Wir finden jedoch, dass sich der Brutalitätsgrad auf einem humanen Niveau bewegt, denn es gibt keine Szene, die in die Länge gezogen wird und mit Gewalt nur so protzt. Alle Schießereien und Faustkämpfe sind kurz, knackig und auf das Wesentliche reduziert, zumal Ji fast durchgehend nur aus Notwehr handelt und erst am Ende eigenmächtig entscheidet. Dass sich die Handlung ebenfalls auf das Wesentliche reduziert, erkennt man an so gut wie jeder Szene. Ji ist relativ verschlossen, redet nicht viel und interagiert nur mit der Umwelt, wenn sich ihm sonst keine andere Möglichkeit eröffnet. Zudem gibt es keine Szenen, die Einblicke in das restliche Leben der Figuren ermöglichen. Man kann hier im Grunde von einer personalen Erzählerperspektive sprechen, da wir nur die Gefühle, Emotionen und die Gedanken der handelnden beziehungsweise sich erinnernden Personen miterleben. Das reicht im Falle von A Company Man jedoch nur gerade so aus, denn aufgrund des verschlossenen  Ji hätten wir uns durchaus mehr Einblicke in das Leben der Auftragskiller gesehen.

Opfer des Marketing

A Company Man (4)Während zwar ein Einblick fehlt, offenbart uns in A Company Man jedoch ein Anblick, den wir selbst in aktuellen hochauflösenden Filmen nur zu sehen bekommen. Das Bild in 1080p und im 16:9-Format (2,35:1) macht einen sehr guten Eindruck. Einzelne Haare, Hautpartikel und ein richtiges Verhältnis zwischen Schärfe- und Unschärfeeffekt beeindruckt uns ganze 97 Minuten lang. Wer die geschnittene Fassung kauft, muss mit insgesamt zehn Schnitten rechnen, welche den Film um ganze vierzig Sekunden verkürzen. Beide Fassungen sind mit dem koreanischen Originalton und mit der deutschen Synchronisation ausgestattet, welche beide nicht unpassend sind. Es fällt jedoch – wie so oft auch – auf, dass das Original ausdrucksstärker ist, doch auch die deutschen Sprecher haben mit ihren zugewiesenen Figuren gute Arbeit geleistet. Insbesondere der deutsche Synchronsprecher von Ji drückt sehr gut die Gleichgültigkeit des Charakters aus. Beide Tonformate liegen im Übrigen in DTS-HD 5.1 Master Audio vor. Für das erste Filmwerk von Regisseur Lim ist A Company Man gelungen, wenn wir den Film auch nicht so in Erinnerung behalten werden, wie zum Beispiel The Man From Nowhere und genau in diesem Punkt verspricht uns der Verpackungstext des Films etwas, was er nicht halten kann. A Company Man wurde zum Opfer des Marketing.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Südkoreanische Filme haben bei mir in den letzten zwei Jahren einen sehr viel höheren Stellenwert eingenommen als im selben Zeitraum US-amerikanische Filme. Bei südkoreanischen Produktionen bekomme ich in der Regel alles so dosiert, wie es ein guter Film verdient. A Company Man hat dieses Ziel leider übertroffen, denn anstatt den Film auf wichtige und fortlaufende Bestandteile zu reduzieren, hat man sich bei A Company Man das wohl nicht gedacht und einen Film entworfen, der auf ein Minimum reduziert wurde, um ihn so schnurstracks verstehen zu können. Daran wäre im Grunde nichts Verwerfliches, doch mangelt es dem Film einfach an jenen Komponenten, die uns die Figuren näherbringen sollen. Andere Filme des Genres, wie A bittersweet Life, zeigen, wie man es stattdessen richtig macht. Außerdem stört mich die eingehende Handlung, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Firma, die sich auf Auftragsmorde spezialisiert hat, eine Aushilfe (!) einstellen will. Vor allem wie Ji auf eben diese Person gekommen ist, bleibt auch nach dem Abspann ein Rätsel. Dadurch wird A Company Man sicherlich nicht zu einem miesen Film, doch ein sehr guter wird er dadurch absolut nicht. Wer sich auf A Company Man einlässt, der bekommt zwar das vorgesetzt, was das Genre verspricht, jedoch auf ein fast unerträgliches Minimum reduziert.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von A Company Man!