Review: Food Wars: The Third Plate (Vol. 4)

Ulkigerweise hat sich der Zeitraum, der zwischen den Veröffentlichungen der insgesamt vier Ausgaben von Food Wars: The Third Plate liegt, mit jeder Volume verlängert. Mit dem vierten und letzten Episodenpaket wurden die Fans drei Monate lang auf eine harte Probe gestellt.

Nachdem die dritte Volume im November 2019 den neuen Handlungsstrang innerhalb der 24 Episoden umfassenden dritten Staffel aufgeworfen hat, erschien die vierte Ausgabe erst drei Monate später Anfang Februar 2020. Food Wars: The Third Plate knüpft mit der neunzehnten und damit ersten Folge des vierten Episodenbündels an die Geschehnisse der letzten Folgen an. Nach wie vor steht die Tōtsuki-Kochschule unter der Herrschaft von Nakiri Azami. Einst wurde dieser von der Akademie verwiesen und rächt sich nun mit Hilfe des Zehnerrats an ihr. Er will sie jedoch nicht zerstören, sondern revolutionieren. Seine Methoden werden aber nicht von allen Schülern gutgeheißen, denn die Schließung der einzelnen Klubs führt dazu, dass sich allen voran Protagonist Yukihira Sōma gegen die neue Schulleitung stellt. Er steht jedoch nicht alleine da, weshalb sich um ihn eine Rebellengruppe gründet, die Nakiri Azami in Frage stellt. Blöd nur, dass alles mit rechten Dingen zugeht und sich Sōma und seine Freunde zum Ziel vorkämpfen müssen. Dies geschieht sowohl in der dritten als auch in der vierten Volume von Food Wars: The Third Plate über die Versetzungsprüfung, bei der im Normalfall die Hälfte aller Absolventen durchfällt. Sollten sich aber alle Nachwuchsköche an Nakiris Vorgaben halten, würden sie versetzt werden. Klar, dass sich das Sōma und Co nicht gefallen lassen.

Ehrlichkeit währt am längsten

Am Konzept haben die Köpfe bei Animationsstudio J.C.Staff nicht gerüttelt. So stehen in den vorliegenden Episoden nach wie vor spannende Kochduelle im Vordergrund, in denen einmal mehr Superlative um sich geschmissen werden. Jeder will das schmackhafteste Gericht auf den Teller zaubern und jeder will sich gegenüber seinen Kontrahenten behaupten. Nach wie vor findet die Geschichte auf Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaidō statt, wo die einzelnen Stationen der Versetzungsprüfung auf verschiedenen Routen in Food Wars: The Third Plate stattfinden. Zu Beginn der neunzehnten Episode erfährt der Zuschauer, dass bereits ein paar von Sōmas Mitstreitern aus dem Wettkampf ausgeschieden sind, nachdem sie durch ein Missgeschick voneinander getrennt wurden. Als nächstes steht für die übrigen Helden eine Aufgabe auf dem Plan, in der sie sich beim Kochen nicht untereinander absprechen dürfen. Ob Sōma und Co das gelingen wird, soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden. Es sei nur so viel gesagt, dass die Anime-Serie hierbei mit einem tollen Ergebnis überrascht. Dabei stehen selbstverständlich Ruhm und Ehre im Fokus; zwei Faktoren, die nicht ehrlicher an die Gegner vermittelt werden könnten. Gelungen ist auch die Entwicklung von Nakiri Erina, der es gelingt, sich gegen ihren Vater zu behaupten und eine folgenschwere Entscheidung trifft.

Gelungener Staffelabschluss

In weiteren Belangen bleibt die Anime-Serie auf demselben Niveau. Mit der einen oder anderen Rückblende gelingt es Food Wars: The Third Plate aber sehr wohl, die Jugend diverser älterer Charaktere wie Nakiri Azami oder Yukihira Jōichirō gelungen zu rekapitulieren und in den Kontext der eigentlichen Serienhandlung zu setzen. So und nicht anders kann die dritte Staffel zu einem befriedigenden Abschluss geführt werden. Technisch weist die Serie in der vierten Volume die gleiche Qualität wie die vorherigen drei Volumes auf. Das heißt, dass die sechs enthaltenen und jeweils 24-minütigen Episoden den Zuschauer mit sehr satten und vor allem fröhlichen Farben begeistern. Insbesondere die zubereiteten Mahlzeiten erstrahlen ein weiteres Mal mit tollen Effekten, die die Charaktere im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p zu den lustigsten Posen verleiten lassen. Hier kommt dann auch der Humor zur Geltung, an dem aber auch die beiden Synchronfassungen nicht ganz unschuldig sind. Sowohl die japanischen Originalsprecher als auch die deutschen Stimmen passen sehr gut zu ihren zugewiesenen Rollen und verleihen den Figuren passend zur stimmungsvollen Musik im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 reichlich Leben. Lediglich Bonusmaterial ist in der vierten Volume wie schon bei den letzten beiden Ausgaben abwesend. Sehr bedauerlich.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Auch wenn Food Wars: The Third Plate sicherlich keinen Blumentopf für die beste Handlung in Anime-Serien gewinnt, da sie sich zu sehr auf stets bekannten und sich ständig wiederholenden Erzählmustern ausruht, kann sie zumindest Fans des Franchises immer noch überzeugen. Es macht Spaß, die Köche dabei zu beobachten, wie sie sich mit immer besser zubereiteten Gerichten zu übertrumpfen. Auch wenn die Rahmenhandlung mittlerweile arg abgenutzt ist, gibt es immer noch eine Handvoll Figuren, die eine Entwicklung durchmachen. Insbesondere die komplette Nakiri-Familie und Sōmas Vater gehören zum Kreis der Personen, die aus der Masse in der vierten und letzten Volume der dritten Staffel herausstechen. Unter technischen Gesichtspunkten bietet die vierte Ausgabe nicht mehr und nicht weniger als die drei Episodenpakete zuvor, was den Fans der Serie aber nicht negativ auffallen dürfte. Schließlich sind diese genau die Zielgruppe, auf die Food Wars: The Third Plate abzielt – weshalb diese, abgesehen vom fehlenden Bonusmaterial, auch vom Finale der dritten Staffel der Anime-Serie begeistert sein werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Food Wars: The Third Plate (Vol. 4)!

Review: Shantae and the Seven Sirens

Zum mittlerweile fünften Mal stürzt sich die Halbdschinn Shantae in ein Abenteuer. Shantae and the Seven Sirens überflügelt bei diesem Unterfangen mit Leichtigkeit den Vorgänger, weist jedoch immer noch die bekannten Schwachstellen der bis dato 18-jährigen Reihe auf.

Im fernen Arena Town, einer kleinen Stadt auf einer kleinen und leicht mediterran angehauchten Insel, findet das große Zusammentreffen der Halbdschinn statt. Die titelgebende Shantae ist schon ganz gespannt darauf, zum ersten Mal in ihrem Leben ihre Artgenossen zu treffen. Warum aus der Zusammenkunft gleich ein so großes Event mit Tamtam für die hiesige Bevölkerung gemacht wird, erfahren weder Shantae noch wir selbst. Das farbenfrohe Action-Adventure von Entwicklerstudio WayForward legt keinen besonderen Wert auf die eigene Erzählung, was Serienfans aber sehr wohl wissen. Auch wenn sich das Spiel stattdessen mehr auf den kindgerechten und selten erwachsenen Humor konzentrieren möchte, fallen die zu kurzen, teils abgehakten und teils dürftig ins Deutsche übersetzten Dialoge erneut negativ auf. Wir wissen zwar stets, was unser nächstes Ziel ist, doch gerade die Gespräche zwischen Shantae, ihren Freunden und ihren Gegenspielern sind im Jahr 2020 einfach zu schwach, zumal die Reihe 18 Jahre Zeit hatte, sich zu entwickeln. Hinzu kommt, dass die Dialoge lediglich rudimentär mit kurzen Kommentaren synchronisiert worden sind. Das schadet der Atmosphäre des Spiels stellenweise enorm, zumal die Entführung der Halbdschinn durch einen zunächst unbekannten Antagonisten und die Rettung durch Shantae durchaus Potenzial hat.

Spaßiger Inselausflug

Wer jetzt denkt, dass Shantae and the Seven Sirens deshalb ein schlechtes Spiel ist, irrt sich aber gewaltig. Auch wenn der Titel mit der mauen Geschichte und dem trockenen Humor uns nicht voll und ganz begeistern kann, macht das Abenteuer in puncto Gameplay einiges richtig. So erkunden wir die Spielwelt mit Shantae aus der zweidimensionalen Seitenperspektive. Wir springen über Abgründe und weichen geschickt angreifenden Feinden aus. Um Gegner zu attackieren, stehen uns mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Unter anderem dürfen wir Shantaes Haar durch die Luft wirbeln, Feuerbälle auf Gegner schleudern oder Zielsuchraketen einsetzen. Shantaes Selbstverteidigungsrepertoire ist durchaus abwechslungsreich, selbiges gilt aber auch für ihre Verwandlungen, die sie im Handlungsverlauf nach und nach erlernt. Unter anderem dürfen wir als Molch an Wänden hochklettern, im sandigen Untergrund als Bohrer Tunnel graben oder als riesige Schildkröte Felsen einschlagen, um neue Wege zu öffnen. Die Verwandlungen sind also wieder einmal nötig, um neue Areale erschließen zu können. Erneut orientiert sich der Spielweltaufbau an Genre-Klassikern wie Super Metroid. Das heißt, dass in Shantae and the Seven Sirens zudem kreuz und quer kleine Verstecke vorhanden sind, in denen wir beispielsweise Objekte zum Erweitern unserer Lebensenergie finden.

Willkommene Ergänzung

Mit der in Sektoren aufgeteilten Welt kann das Spiel auch optisch unterschiedliche Gebiete vorweisen. Sonnige Strände, tropische Dschungel, dunkle Höhlen, eine verschollene Stadt unter der Erde oder ein verstecktes Laboratorium lassen grüßen. Trotzdem ist die eigentliche Level-Architektur eher gleichbleibend. Lediglich Verwandlungen und Bauchtänze bringen hier Abwechslung herein. Letztere lernen wir im Wechsel zu den Verwandlungen und können mit ihnen versteckte Plattformen sichtbar machen oder Steinfiguren zum Leben erwecken. Eine willkommene Ergänzung ist die Einführung von speziellen Monsterkarten, die wir durch das Besiegen von Gegnern oder durch den Tausch mit Goldnuggets erhalten. Haben wir genug von ihnen gesammelt, können wir bis zu drei Spezialfähigkeiten jederzeit aktivieren und deaktivieren. So ist es uns beispielsweise möglich, Items wie ein Magnet einzusammeln oder beim Sturz in einen Abgrund keine Lebensenergie zu verlieren. Das funktioniert genauso wie die restliche Steuerung sehr gut. In visueller Hinsicht erfreuen wir uns am kunterbunten Grafikstil, der mit einem thematisch passenden Soundtrack unterlegt ist. Action-Adventure-Fans dürfen durchaus einen Blick riskieren, auch wenn der von uns für die Serie gewünschte Sprung nach vorne beim immer noch guten Shantae and the Seven Sirens leider ausbleibt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Shantae and the Seven Sirens ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bietet mir das Action-Adventure genau die Elemente, die ich brauche, um Spaß zu haben. Hitzige Geschicklichkeitseinlagen, leicht verdauliche Rätsel und eine spannende Erkundung der Spielwelt sind auch beim fünften Serienteil vorhanden. Auf der anderen Seite sind die frischen Monsterkarten zum Erlernen von Spezialfähigkeiten die einzige neue Mechanik, die das Gameplay aufbohrt. Das ist mir einfach zu wenig, zumal das Spiel noch genug Baustellen hat. Die Story ist lediglich Mittel zum Zweck und der kindgerechte Humor meist flach. Hinzu kommt, dass die dadurch ohnehin schon genug gestörte Atmosphäre mit einer dürftigen Übersetzung ins Deutsche zu kämpfen hat. Auch wenn das grundlegende Spiel meiner Meinung nach immer noch ein guter Genre-Vertreter ist, schöpfen die Entwickler das Potenzial von Shantae and the Seven Sirens einfach nicht aus. Das sorgt während des Spielens für einen spürbar bitteren Beigeschmack.

Review: My Hero Academia – 2. Staffel (Vol. 4)

Im September 2019 ging die Anime-Serie My Hero Academia im deutschsprachigen Raum in die nächste Runde. Mit der vierten Volume der zweiten Staffel setzt die Superhelden-Anime-Serie ganz neue Akzente, die das bunte Franchise wesentlich düsterer machen als es je war.

Nachdem sich die Anime-Serie My Hero Academia in den ersten drei Volumes überwiegend um das Sportfest der Yūei-Akademie gedreht hat, in dem sich die Absolventen der berühmten und titelgebenden Schule mit ihren Superkräften gemessen haben, konnte sich danach der nächste Handlungsstrang entfalten. Zunächst einmal mussten sich die Nachwuchshelden rund um Midoriya Izuku einen Superheldennamen ausdenken, was einerseits zu lustigen und andererseits zu ernsten und glanzvollen Namen führte. Damit sie ihre Namen mit Fug und Recht tragen dürfen, müssen sie jedoch noch ein Praktikum absolvieren. Izukus Idol, das Muskelpaket All Might, hat von seinem ehemaligen Lehrer Sorahiko, besser bekannt unter seinem Superheldennamen Gran Torino, eine Nachricht erhalten. Der kauzige Gran Torino möchte, dass Izuku bei ihm das Praktikum absolviert. Nach anfänglichen Schwierigkeiten freunden sich Izuku und Gran Torino jedoch an, wodurch Izuku die eine oder andere Lektion lernt, die in seiner Ausbildung zum Superhelden von großer Bedeutung sind. Am Ende des dritten Episodenpakets überschlagen sich die Ereignisse eines ruhigen Abends derart, sodass Raum für den eingeführten Bösewicht Stain, den Heldenmörder, bleibt. So und nicht anders beginnt die turbulente Action in der vierten Ausgabe der zweiten Staffel der Serie My Hero Academia.

Kampf dem Heldenmörder

Neben Izuku trägt auch der durch die Geschehnisse der dritten Volume gebeutelte Īda Ten’ya, dessen Bruder von Stain schwer verletzt wurde. Er schwört Rache am Heldenmörder, um auf der einen Seite endlich seinen Bruder Īda Tensei zu rächen und auf der anderen Seite der Gerechtigkeit genüge zu tun. Auch wenn der Kampf gegen Stain ausweglos erscheint, muss Ten’ya nicht ganz alleine gegen den Superschurken antreten. An seiner Seite kämpfen auch Izuku, der seine von All Might geerbte Spezialität, das One for All, einsetzen kann. Ebenfalls mit von der Partie ist Todoroki Shōto, der mit seinen Eis- und Feuersuperkräften ordentlich austeilt. An anderer Stelle ist auch dessen Vater Todoroki Enji im Einsatz, der zusammen mit Gran Torino die Anhänger des Heldenmörders in Schacht hält. Im Hintergrund verdeckt halten sich wiederum weitere Funktionäre der Schurken. Wie lange der Kampf gegen den Bösewicht tatsächlich dauert und mit welchen Auswirkungen sich Izuku und Co konfrontiert sehen müssen, sollte der Zuschauer von My Hero Academia aber am besten selbst erleben. An dieser Stelle sei nur gesagt, dass die Anime-Serie äußerst ernste Töne annimmt, die der Zuschauer so seit dem Finale der ersten Staffel nicht mehr gesehen hat. Trotzdem bleibt in der zweiten Hälfte der fünf Episoden noch genug Platz für den überdrehten Humor der Serie.

Zeit und Raum für die Charaktere

Im selben Atemzug müssen auch die zwischenmenschlichen Beziehungen erwähnt werden, die sich durch die Vorkommnisse weiterentwickeln und die Grundlagen für den Abschluss der zweiten Staffel legen und womöglich noch in der dritten Season von My Hero Academia von Bedeutung sein werden. Der Kreativität wird jedoch auch in der bildtechnischen Umsetzung freien Lauf gelassen. Sowohl starre Einstellungen als auch sanfte Kamerafahrten haben ihre Bedeutung. Im bildschirmfüllenden 16:9-Format und in der Auflösung von 1080p glänzt ein weiteres Mal der Zeichenstil, der mit flippigen Charakteren und verhältnismäßig sterilen Umgebungen punktet. Action und Humor wird besonders durch die gelungene Mimik der einzelnen Helden unterstützt. Ebenso darf der tolle Soundtrack nicht unerwähnt bleiben, der je nach Situation für Spannung und Entspannung sorgt. Traditionsgemäß weiß auch die Synchronisation der Serie zu überzeugen. Während im Japanischen Ten’ya von Ishikawa Kaito und Shōto von Kaji Yūki gesprochen werden, übernehmen diese beiden Rollen in der deutschen Fassung Arne Stephan und Amadeus Strobl, die wirklich gut zu den Charakteren passen. Wer digitale Boni sucht, wird wie bei den letzten Volumes enttäuscht. Dafür gibt es im physischen Bereich nach wie vor immerhin ein dünnes Booklet, eine Character Card und einen Sticker obendrauf.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): My Hero Academia gelingt es immer mal wieder, sich mit neuen Handlungselementen neu zu erfinden und dennoch eine stringente und spannende Story zu erzählen. Nachdem sich die ersten drei der insgesamt fünf Volumes der zweiten Staffel überwiegend dem Sportfest der Yūei-Akademie widmeten, kann sich die vierte Ausgabe endlich einer neuen Thematik widmen. So wird der Heldenmörder Stain bekämpft und neuer Raum für neue Entwicklungen, sowohl bei den Helden als auch bei den Schurken, geschaffen. Dabei entwickeln sich die Charaktere weiter und legen damit die Grundlagen für den kommenden Abschluss der zweiten Season und womöglich auch darüber hinaus. Hinzu kommen die typische Action und der überdrehte Humor, wodurch das Anschauen der vierten Volume zu einem wahren Genuss wird. Fans von My Hero Academia kommen also ein weiteres Mal voll und ganz auf ihre Kosten!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von My Hero Academia – 2. Staffel (Vol. 4)!

Prime Time: Fairy Tail – Box 8 (Unboxing)

Fairy Tail schlägt in der zweiten Staffel nicht nur inhaltlich neue Töne an, denn auch die achte und damit erste Serienbox der zweiten Season erstrahlt in neuem Glanz und setzt sich daher umso mehr von den vorherigen Volumes ab. Wie das im Detail aussieht und wie das unserem Chefredakteur gefällt, erfahrt ihr in unserem Unboxing-Video. Wir wünschen euch viel Spaß und gute Unterhaltung beim Anschauen!

Review: Ghost of Tsushima

2017 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, mauserte sich Ghost of Tsushima spätestens seit der Electronic Entertainment Expo 2018 zu einem der meist erwarteten PlayStation-4-Titeln. Nach fünfjähriger Entwicklungszeit wurde das Action-Adventure zum „Abschiedsgeschenk“.

Open-World-Spiele gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, das mittelalterliche Japan blieb in dieser Gattung als Setting bisher jedoch außen vor. Ghost of Tsushima von Entwicklerstudio Sucker Punch ändert dieses Defizit und überzeugt in ästhetischer Hinsicht mit einer hübschen Welt. Problematisch ist jedoch, dass Story und Gameplay nicht gänzlich überzeugen wollen. Auch in historischer Hinsicht lassen sich die Entwickler so viele Freiheiten, was jedoch der Erzählung und vor allem deren Konfliktlösung geschuldet ist. Ghost of Tsushima beginnt im Jahr 1274 beziehungsweise mit der ersten Mongoleninvasion auf Japan respektive der Insel Tsushima. Angeführt vom fiktiven Khotun Khan gelingt es der militärischen Übermacht der Mongolen, die japanischen Verteidiger der Insel zu überrumpeln. Wir erleben den Angriff in der Rolle von Sakai Jin hautnah mit. Als Samurai wollen wir Japan verteidigen, fallen jedoch in der Schlacht. Zumindest denken wir das, denn kurz darauf wachen wir – gerettet von der Diebin Yuna – in der Nähe eines Dorfes wieder auf. Da sowohl unser Onkel, Fürst Shimura, als auch Yunas Bruder Taka von den Mongolen gefangen gehalten werden, beschließen wir, sie gemeinsam zu retten. Die anfängliche Rettungsmission entwickelt sich mit ansteigender Spielzeit zu einer groß angelegten und koordinierten Befreiungsaktion von ganz Tsushima.

Repetitives Missionsdesign

Was auf dem Papier fast schon überwältigend klingt, ist in der Umsetzung aber tatsächlich äußerst ermüdend. Ghost of Tsushima versucht zwar eine spannende Geschichte zu erzählen, doch scheitert dies bereits am Missionsdesign. Sobald wir von einem der Charaktere unseren nächsten Auftrag erhalten haben, reiten wir über Hügel, Wiesen und Wälder zum Zielpunkt und töten dort meist alle mongolischen Invasoren mitsamt ihren Anführern, um die Gegend zu säubern oder einen Gegenstand zu erbeuten. Es gibt kaum bis gar keine Ausnahmen von dieser langweiligen Mechanik. Ein Beispiel: In einer Mission sollen wir einem Kriegsmönch dabei helfen, eine aus einem Tempel entwendete Buddha-Statue zurückzuholen. Hier wäre durchaus das Potenzial vorhanden gewesen, den Zielort lautlos zu infiltrieren und die Statue leise abzutransportieren. Auch wäre es möglich gewesen, dass wir beim Abtransport – nach dem obligatorischen Säubern des Ortes – von mongolischen Reitern verfolgt werden könnten, die wir dann mit Pfeil und Bogen hätten abwehren müssen. Ghost of Tsushima geht kein großes Wagnis ein. Besondere Missionen wie das Mischen von Gift in den Airag-Vorrat der Mongolen sind die absolute Ausnahme. Sucker Punch nutzt sowohl in der Hauptstory als auch in den Nebengeschichten immer wieder dasselbe und vor allem sehr, sehr repetitive Motiv.

Seelenlose Charaktere

Ebenfalls repetitiv sind auch die weiteren Nebenbeschäftigungen. Überall in der Spielwelt gibt es Shintō-Schreine zu besuchen, Übungen an Bambusständen zu absolvieren, in heißen Quellen zu baden oder auch Haiku zu verfassen. Das lockert das Geschehen zwar positiv auf, zumal wir dadurch entweder Boni auf unsere Gesundheit oder Entschlossenheit erlangen, oder auch neue, wenn meist auch nur rein kosmetische Ausrüstungsgegenstände erhalten. Unserer Meinung nach gibt es jedoch zu viele dieser Aufgaben, die noch dazu auf einer zu großen Spielwelt verteilt sind. Mitunter führt das dazu, dass wir meilenweit durch die sehr leere Spielwelt reiten und nur durch Zufall auf einen Fuchsbau oder ein von den Mongolen kontrolliertes Gehöft treffen. Leider können die eigentlich recht interessanten Charaktere dieses Defizit nicht aufwiegen, da sie allesamt Abziehbildchen voneinander sind. In ihrem Leben dreht sich alles um Rache, sie werden davon getrieben. Ishikawa-sensei wurde vermeintlich von seiner Schülerin hintergangen und verraten. Er schwört Rache. Fürstin Adachi Masakos Familie wurde vollständig getötet. Sie schwört Rache. Irgendwann ist das nicht mehr auszuhalten, zumal die mongolischen Gegenspieler allesamt als seelenlose und brutale Bestien charakterisiert werden, ohne auch nur eine weitere Facette zu ermöglichen.

Durchchoreographierte Kämpfe

All das klingt sehr negativ und in diesen Disziplinen kann Ghost of Tsushima erst im letzten Drittel bis Viertel überzeugen. Hier ins Detail zu gehen, würde zu sehr spoilern. Dennoch gibt es in puncto Gameplay ein paar Lichtblicke. Beispielsweise funktionieren die Kämpfe meistens gut. So gibt es vier Kampfhaltungen, die wir im ersten Drittel des Spiels nach und nach freischalten. Jede Haltung ist effektiv gegen einen ganz bestimmten Gegnertyp. Um Schwertkämpfer, Schildträger, Speerträger und Barbaren (die heißen leider wirklich so ungünstig) zu besiegen, ist ein Wechsel der Haltung nötig. Für getötete Gegner erhalten wir Entschlossenheit, die wir auf Knopfdruck verwenden, um uns zu heilen. Als titelgebender Geist von Tsushima ist es aber auch möglich, hinterhältig zu agieren. Beispielsweise können wir Gegner mit Windglocken oder Böllern anlocken und aus dem Schatten heraus meucheln. Wollen wir ehrenvoller kämpfen, dürfen wir in der Zeit, in der die Feinde gerade auf uns aufmerksam werden, diese auch schlicht herausfordern. Wer an klassische Schwertduelle aus älteren Samurai-Filmen denkt, liegt hierbei genau richtig. Stellen wir uns geschickt an, können wir auf einen Schlag ein paar Gegner aus dem Weg räumen. Nur wenn gelegentlich zu viele Feinde auf einmal auf uns losgehen, kostet uns das zu viel Entschlossenheit – und leider auch Nerven.

Audiovisuelle Immersion

Spannend ist in jedem Falle, dass Sucker Punch in puncto Immersion einen neuen Ansatz versucht. Bildschirmanzeigen gibt es nur in jenen Momenten, in denen sie wirklich nötig sind. Anstatt eine Minimap in der Bildschirmecke anzuzeigen, können wir über das Touchpad des Controllers streichen, um Windböen zu aktivieren, die uns zum nächsten Ziel lenken. Seit Super Mario World 2: Yoshi’s Island aus dem Jahr 1995 ist das wohl das erste Spiel, das so konsequent und bedacht mit dem Verzicht auf Bildschirmanzeigen spielt. Wenn in Ghost of Tsushima passend zum Wind auch noch Kirschblüten, Herbstlaub oder Schnee durch die Luft gewirbelt wird, ist das zudem noch ein visueller Genuss, der hervorragend zum Stil des Spiels passt. Hin und wieder tauchen auch noch Vögel auf, die uns zu Geheimnissen in der Nähe locken. Noch dazu können überall in der Spielwelt Ressourcen wie Bambus, Eisen oder Leinen eingesammelt werden, mit denen sich gegen Aufpreis in Form von Vorräten neue Ausrüstungsgegenstände fertigen lassen. Zu tun gibt es abseits der Haupthandlung also viel. Es muss jedoch jeder für sich entscheiden, ob er oder sie sich darauf einlassen will, denn das Kern-Gameplay von Ghost of Tsushima reicht nicht übers Mittelmaß hinaus. Dennoch ist das Action-Adventure trotz der Mängel als einer der letzten „großen“ Titel für die PlayStation 4 immer noch ein angenehmes und zumindest seicht unterhaltsames Spiel geworden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Ghost of Tsushima ist eines der Spiele, auf das ich mich seit Jahren gefreut habe. Vor allem europäische und nordamerikanische Entwicklerstudios trauen sich nur sehr, sehr selten daran, Japan als Setting für ihr Spiel auszuwählen und vor allem nicht in einer offenen Spielwelt. Leider ist Ghost of Tsushima aber nicht das Spiel geworden, das ich mir erhofft habe. Allen voran ist das Missionsdesign durchweg gleichbleibend, die Charaktere als rachsüchtige Figuren nichts weiter als Abziehbildchen voneinander und die zum Teil zu große Spielwelt vor allem im Norden der Karte viel zu leer. Es gibt zwar überall Kleinigkeiten wie das Baden in einer heißen Quelle oder das Aufspüren eines Inari-Schreins zu erledigen, aber das hilft nur bedingt. So sehr mir die Kämpfe mit ihren Mechaniken gefallen und ich auch die Immersionsansätze des Entwicklers gutheiße, so wenig überzeugt mich das leider das Gesamtpaket. Ghost of Tsushima ist zwar immer noch ein angenehmes Spiel für verregnete Abende, doch der große Wurf ist Sucker Punch leider nicht gelungen. Dafür hätte es repetitive Mechaniken gebraucht, unter dem Ghost of Tsushima leider bis zum Abspann leidet.

Vielen Dank an Sony Interactive Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ghost of Tsushima!

Review: Genocidal Organ

Science-Fiction-Autor Itō Satoshi verstarb im Jahr 2009 im Alter von gerade einmal 34 Jahren – er hinterließ ein großes Vermächtnis, von dem drei Werke nach seinem Tod in Form der so genannten Project-Itō-Trilogie umgesetzt wurden. Das Schlusslicht bildet Genocidal Organ.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 wurde die Freiheit der Menschen immer mehr beschnitten. Überwachungskameras und Kontrollen entwickelten sich zum Standard der Gesellschaft und wurden von dieser stillschweigend akzeptiert. Als im Jahr 2015 in Sarajevo eine Atombombe gezündet wurde, wurden diese Einschränkungen weiter ausgebaut. Damit erreicht die öffentliche Sicherheit seinen Höhepunkt. Der Terror, der sich gegen wirtschaftlich starke Nationen wie die Vereinigten Staaten von Amerika richtete, macht eine Kehrtwende und betraf nun ärmere Länder. In diesen Staaten stehen seither Bürgerkrieg und auch Völkermord und andere Gräueltaten an der Tagesordnung. So wird dem Zuschauer vermittelt, dass die Handlung von Genocidal Organ regelrecht politische Ausmaße annimmt. Wie das bei Politik so der Fall ist, werden aber nicht gleich alle Informationen an alle Beteiligten vermittelt, wodurch die Protagonisten rund um Captain Clavis Shepherd sich einige Hintergründe selbst erarbeiten müssen. Dadurch bleibt die Geschichte eher undurchschaubar und zugleich auch ein gutes Stück spannender. Erzählt wird die Story hauptsächlich aus der Sicht von Shepherd. Während sie zunächst noch zwischen drei Zeitebenen springt, entwickelt sich nach wenigen Minuten eine stringente Struktur, die chronologisch und gar logisch aufeinander aufbaut.

Agentenfilm und Politthriller

Shepherd soll im Jahr 2022 vor Gericht aussagen, wer der US-Amerikaner John Paul war. Hierbei handelt es sich im Grunde auch um den Dreh- und Angelpunkt von Genocidal Organ, denn der Zuschauer weiß zunächst nur wenig über Paul und will unbedingt mehr über den ehemaligen Gesandten der US-amerikanischen Regierung erfahren. So weiß dieser zunächst nur, dass er seine Frau und Tochter bei der Explosion der Atombombe verloren hat. Überall wo Paul nun auftaucht, entstehen Kriege. Die Erzählung setzt anschließend im Jahr 2020 ein. Hier wird Shepherd mit seiner Gruppe zu einer Moschee im von Krieg gezeichneten Georgien geschickt, wo sich Paul aufhalten soll. Dort angekommen trifft sein Einsatztrupp allerdings nur auf den Anführer einer terroristischen Gruppe, der mit Paul kollaboriert. Auf einmal eskaliert die Situation, sodass Shepherds Kollege den Terroristen erschießt und daraufhin auch noch seinen Vorgesetzten töten will. Aus Notwehr erschießt Shepherd ihn, woraufhin die Mission abgebrochen werden muss. Kurz darauf steht für Shepherd und sein geschrumpftes Team aber schon der nächste Einsatz an, denn angeblich befindet sich Paul mittlerweile in der Tschechischen Republik, genauer gesagt in deren Hauptstadt Prag. Unter dem Decknamen Bishop tritt Shepherd an Pauls Geliebte Lucia Škroupová heran, um ihn endlich zu stellen.

Philosophie des Science-Fiction-Genres

Genocidal Organ fühlt sich anhand dieser Tatsachen wie ein Agentenfilm oder gar wie ein Politthriller an, doch bleiben Science-Fiction-Elemente fester Bestandteil der Struktur des Werks von Regisseur Murase Shūkō. Sprache ist beispielsweise eines der wiederkehrenden Elemente in der facettenreichen Erzählung, die Menschen zu bestimmten Taten zwingt. An einer Stelle wird Sprache sogar anhand von Sklaverei erklärt, wodurch der durch die entstandenen Überwachungsstaaten ständig spürbare Freiheitsgedanke einen sehr wichtigen Stellenwert erreicht. Die erwachsene Erzählung, die vor allem im späteren Verlauf der Handlung eine philosophische Frage nach der anderen aufwirft, sorgt durch und durch für eine düstere Atmosphäre. Nicht ganz unschuldig daran sind auch die ernsten Themen, die sich unter anderem um Mord für einen höheren Zweck drehen. Dadurch, dass die Optik von Genocidal Organ sowohl mit hellen als auch dunklen Szenarien gestaltet ist, passt dies zum undurchsichtigen politischen Bildnis, das erst zum Ende hin mehr und mehr Form annimmt. Hinzu kommt eine fürs Genre passende Akustik. Auch beide Synchronisationen sind gut gelungen. So wird Shepherd in der deutschen Version von Rainer Fritzsche und im japanischen Originalton von Nakamura Yūichi gesprochen. Ärgerlich ist auch beim dritten Film der Project-Itō-Trilogie, dass die Blu-ray-Fassung im Steelbook nur zusammen mit der DVD erworben werden kann.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray- und DVD-Fassung): Genocidal Organ ist anfangs ein eher schwer nachvollziehbarer Film, da dem Zuschauer nicht direkt alle Informationen auf dem Silbertablett serviert werden. Dies ist aber auch zugleich der Reiz eines Politthrillers und Agentenfilms, zu dem sich das Science-Fiction-Werk mit jeder Minute weiterentwickelt. Hinzu kommen zum Ende hin immer mehr philosophische Fragen, die auch bei Mord für ein höheres Ziel nicht zurückschrecken. Hier hat Itō Satoshi mit seinem Roman zwar weitestgehend die Vorarbeit geleistet, das Ergebnis im Anime ist aber dennoch beeindruckend. Die Handlung ist spannend sowie wendungsreich und unterhält bis zum Finale, bei der auch die Action nicht zu kurz kommt. Wer sich für das äußerst wandlungsfähige Genre und die erwachsenen Themen interessiert und abseits typischer Agentenfilme und Politthriller nach äquivalenten Alternativen sucht, kommt bei Genocidal Organ voll und ganz auf seine Kosten!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Genocidal Organ!

Review: Detektiv Conan (Box 6, Episoden 156–182)

Nach der fünften Serienbox von Detektiv Conan legte die kleine Spürnase eine etwas kürzere Sommerpause ein. Nach vier Monaten hatte das Warten auf den japanischen Detektiv am 31. August 2018 endlich ein Ende. In der sechsten Volume kann Conan wieder in sich aufgehen.

Im fünften Episodenpaket der Anime-Serie Detektiv Conan stand vor allem Haibara Ai im Mittelpunkt des Geschehens. Sie wurde in aller Ausführlichkeit behandelt und rückt daher aus erzähltechnischer Sicht in den Folgen der sechsten Serienbox in den Hintergrund. Tatsächlich kommt sie nur in wenigen Episoden zur Geltung, was womöglich auch daran liegt, dass ein weiteres Mal darauf verzichtet wird, die eigentliche Rahmenhandlung um die Organisation und die Männer in Schwarz voranzutreiben. Stattdessen wird der Fokus ein weiteres Mal auf kleinere Geschichten respektive Fälle verlagert, in denen allen voran Fans des Privatdetektiv Mōri Kogorō voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Unter anderem untersuchen Herr Mōri, seine muntere Tochter Ran und der titelgebende Held Edogawa Conan einen Mord in einem Freizeitpark, in dem ein Darsteller während einer Show ins Wasser stürzt und nicht wieder auftaucht. Warum der Bungeesprung fehlschlug, während er bei den vorherigen Springern allesamt problemlos verlief, liegt sowohl an den beiden Detektiven als auch am Zuschauer selbst, der unterschwellig von der Serie immer wieder dazu angestiftet wird, seine eigenen Vermutungen anzustellen und somit quasi an der Ermittlung passiv teilzunehmen. Dies ist nach wie vor ein Merkmal, mit dem Detektiv Conan anderen Anime-Serien weit voraus ist.

Zwei erzähltechnische Schwerpunkte

Allerdings ist der Anime-Serie anzumerken, dass sie des jeweiligen Falles wegen unglaublich konstruiert ist. Beispielsweise geschieht ein Mord in der Nähe von Sakihara Megumi, einer früheren Nachhilfeschülerin von Herrn Mōri. Dieser möchte seine ehemalige Schülerin nach langer Zeit besuchen, doch wird das Treffen jäh vom Tod ihrer Schwester überschattet, die beim Eintreffen des üblichen Trios durch die Explosion einer Autobombe stirbt. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass sich die Erzählung hier und da auf die Vergangenheit von Mōri Kogorō konzentriert. So möchte dieser mit seiner Tochter Ran und Conan im Schlepptau sein Wohnheim aus Studentenzeit besuchen. Kaum sind sie dort eingetroffen, bringt sich der Sohn der Besitzerin vermeintlich um. Dass hierbei jedoch nachgeholfen wurde, ist für Conan direkt sonnenklar und nimmt die Ermittlung noch vor den Augen von Kogorō auf. Dieser ist zwar nicht gerade begeistert vom vorlauten und neunmalklugen Bengel, lässt ihn dann aber doch freie Hand, um den Mord für die Polizei zu rekonstruieren. Dies ist im Grunde auch der zweite Schwerpunkt der sechsten Serienbox von Detektiv Conan, denn häufig ist es für den kecken Conan gar nicht mehr nötig, sein „Onkelchen“ zu narkotisieren, um anschließend dessen Stimme zu mimen und den Fall zu lösen: Eine durchaus interessante Entwicklung!

Zeit für beliebte Randfiguren

Dennoch bleibt in der sechsten Ausgabe der langlebigen Anime-Serie genug Platz für andere Charaktere. Bei den Einsätzen der Detective Boys kann Conan selbstverständlich wieder voll und ganz glänzen, ist aber ohne seine Freunde aufgeschmissen. Unterstützt wird die vier- bis fünfköpfige Truppen vor allem von Professor Agasa Hiroshi. In einer Folge hat dieser für die Kinder im Haus seines verstorbenen Onkels ein Rätsel vorbereitet, das diese lüften dürfen, um am Ende mit Spielzeug belohnt zu werden. Als das Spielzeug aber zerstört von den Detective Boys entdeckt wird, kommt der eigentliche Fall überhaupt erst ins Rollen. Wer Rans Freundin Suzuki Sonoko mag, kommt ebenfalls in den Genuss von ein paar Geschichten. Zusammen machen die beiden Oberschülerinnen mit Conan unter anderem einen Ausflug an den Strand der Halbinsel Izu, wo es jemand doch tatsächlich auf Sonoko abgesehen hat. Alle Storys sind interessant und abwechslungsreich gestaltet. Die aus dem Jahr 1999 stammenden Episoden spielen allesamt im selbigen Jahr, weshalb es interessant zu sehen sein wird, wie die Serie in Zukunft mit zeitlichen Differenzen umgehen wird. Beispielsweise wird bei der von Professor Agasa initiierten Schatzsuche eine Münze aus dem Jahr 1955 erwähnt, die nach dem Tod seines Onkels hergestellt wurde und damit die zeitliche Abfolge der Geschehnisse im Kontext ad absurdum führt. Abgesehen davon bietet die sechste Serienbox das gewohnt gute Gesamtbild.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 156 bis 182 der Serie): Detektiv Conan hat in der fünften Serienbox mit einer neu eingeführten Figur und der Fortführung der Rahmenhandlung die Messlatte hochgelegt. Leider kann die sechste Volume der Anime-Serie in dieser Disziplin nicht ganz an die Erfolge der vorherigen Ausgabe anknüpfen. Das ist aber nicht so schlimm, wie es klingt. Fans wissen schließlich, dass die meisten Fälle nicht mit dem großen Ganzen verbunden sind. Außerdem sind die einzelnen Detektivgeschichten auch unabhängig davon sehr spannend geschildert und mit abwechslungsreichen Ideen inszeniert. Hinzu kommt, dass insbesondere Edogawa Conan und Mōri Kogorō deutlich stärker charakterisiert werden. Insbesondere die Alkoholleidenschaft von Herrn Mōri dürfte nach der einen oder anderen Entwicklung in der siebten Volume noch von Bedeutung sein. Daher überzeugen auch die vorliegenden 27 Episoden nahezu auf ganzer Linie, die zudem die zweite Staffel der Serie abschließen. Unterm Strich bleibt aber zu hoffen, dass in der dritten Season wieder ein paar Informationen mehr zur Organisation fallengelassen werden – schließlich soll der Zuschauer auch weiterhin munter angehalten werden, um in die Welt von Detektiv Conan einzutauchen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Detektiv Conan (Box 6, Episoden 156–182)!

Review: Anno History Collection

Zwischen 1998 und 2009 erschienen die ersten vier Ableger der im deutschsprachigen Raum sehr beliebten und vor allem vielgespielten Anno-Reihe. Mit einigen technischen Verbesserungen veröffentlicht Ubisoft diese vier Spiele abermals in der Anno History Collection.

Für den Autor dieses Reviews bedeutet das Spielen von Anno 1602: Erschaffung einer neuen Welt die Rückkehr in einen bestimmten Zeitabschnitt seines Lebens. Das trifft zwar auch für die anderen drei enthaltenen Werke der Anno History Collection zu, doch Anno 1602 hat ihn zusammen mit Die Siedler II: Veni, Vidi, Vici überhaupt erst auf das Genre der Aufbau- und Strategie-Spiele aufmerksam gemacht. In Anno 1602 wird keine großartige Geschichte oder gar eine zusammenhängende Kampagne erzählt. Viel mehr erleben wir in zahlreichen Szenarien, wie wir eine Insel entdecken, nach Rohstoffen absuchen, sie besiedeln, Diplomatie und Handel mit den Computergegnern betreiben und nach etlichen Stunden schließlich ein Weltreich errichten. Letzteres ist vor allem dann besonders für uns, wenn wir uns ins Endlosspiel gewagt haben. Damit das Vorhaben allerdings glückt, müssen zahlreiche Bedürfnisse der Bevölkerung erfüllt werden. Während sie zunächst mit einer Kirche und einem Marktplatz in der näheren Umgebung zufrieden sind, verlangen sie bereits wenig später nach einem Wirtshaus oder einer Schule. Dieses Konzept wirft uns in eine motivierende Aufwärtsspirale, in der wir immer neue Gebäude errichten und Waren transportieren müssen. Was wie ein Spaziergang anfängt, wird mit jeder neuen Bevölkerungsstufe auf einer Insel peu à peu anstrengender.

Fortsetzung mit Macken

Auf diesem bahnbrechenden Grundkonzept aufbauend wollten die Entwickler das Spieldesign in Anno 1503: Aufbruch in eine neue Welt weiter verfeiern. Dieser Spagat ist den Entwicklern allerdings nicht gelungen und daran ändert auch die History Edition des Spiels nichts. In vielerlei Punkten schleppt Anno 1503 unnötigen Ballast mit sich. Beispielsweise reicht es bei der Entdeckung einer Insel nun nicht mehr aus, die Ressourcen des Eilands auf Knopfdruck herauszufinden. Stattdessen müssen wir einen Scout kreuz und quer über die Insel scheuchen, um Erzvorkommen und Co ausfindig zu machen. Das klingt in der Theorie zwar interessant, ist in der Praxis aber eine zeitaufwendige und spätestens beim zweiten Mal unglaublich nervige Tätigkeit. Abgesehen davon ist auch der Aufbauaspekt im Gegensatz zum Seriendebüt ein klarer Rückschritt. So müssen die Straßen genau vor den Eingängen der Gebäude angelegt werden, denn ansonsten können beispielsweise Arbeiter mit ihren Marktkarren keine Rohstoffe abholen und zur nächsten Produktionsstätte transportieren. Da Gebäude nicht automatisch ausgerichtet werden, müssen wir sie über das Baumenü selbst drehen. Wesentlich interessanter ist da schon der militärische Aspekt, denn Einheiten lassen sich zum Beispiel auf Mauern oder in Kanonentürmen positionieren. Blöd nur, dass Anno 1503 nicht den Fokus darauf legt.

Mit neuem Wind in den Segeln

Schon immer war die Anno-Reihe für ihren Schwerpunkt auf den Aufbaupart und Diplomatie bekannt, auch wenn kriegerische Mittel im dritten Serienteil abermals mit an Bord sind. Anno 1701 orientiert sich mit seinen Strukturen deutlich stärker am Seriendebüt, entschlackt das Konzept noch dazu an den richtigen Stellen. Es ist beispielsweise nicht mehr notwendig, dass die Ressourcen einer Insel erkundet werden müssen. Beim Erreichen des Eilands werden diese sofort und schön säuberlich am Bildschirmrand aufgeführt. Ebenfalls müssen nicht mehr alle Gebäude in einer Warenkette über Wege miteinander verbunden sein. Es reicht vollkommen aus, wenn die letzte Produktionsstätte ans Straßennetz angebunden wird, damit die Ware ins Kontor oder in ein Markthaus transportiert wird. Nach dem eher unzugänglichen Anno 1503 stellt Anno 1701 einen klaren Fortschritt dar. Dank einem schlichten, verständlichen und nachvollziehbaren Tutorial finden sich hier selbst Neulinge schnell zurecht. Atmosphärisch ist auch die Einführung von Nebencharakteren, die immer mal wieder am Bildschirmrand aufpoppen und uns wie zum Beispiel im ebenfalls integrierten Add-on Anno 1701: Der Fluch des Drachen mit kleineren Quests versorgen, die Abwechslung bieten. Lediglich die sehr langsame Spielgeschwindigkeit hätte in der History Collection dringend überarbeitet werden müssen.

Rundum-sorglos-Paket

Zum Glück enthält die History Collection auch den vierten Serienteil, der über dieses Feature verfügt. Anno 1404 bietet zudem mit Okzident und Orient gleich zwei miteinander im Austausch stehende Welten, die noch ein wenig mehr Tiefgang ins Aufbauspiel bringen. Ein Tutorial im klassischen Sinne gibt es nicht mehr. Stattdessen werden alle Grundmechaniken im Verlauf der in mehrere Kapitel aufgeteilten Kampagne erklärt, wenn auch nicht ganz so detailliert wie im Vorgänger. Der Rest ergibt sich wie schon in den ersten Teilen effektiv durch Ausprobieren. Mit Anno 1404: Venedig ist auch das dazugehörige Add-on mit von der Partie, das weitere Szenarien bietet. Wer sich für die History Collection entscheidet, wird mit einem Umfangsmonster konfrontiert, das ungelogen hunderte Stunden lang unterhält. Herausforderungen in den Kampagnen und Szenarien und noch dazu nie enden wollendes Stillen von Bedürfnissen im Endlosspiel werden euch garantiert bis in die frühen Morgenstunden wach halten. In technischer Hinsicht deckt die Kollektion einen Zeitraum ab, in dem technische Sprünge in wenigen Jahren gigantisch waren. Sie laden zu einer Zeitreise ein, die die Anfänge und die Entwicklung der Serie grandios demonstriert. Dank hoher Auflösungen, Fenstermodi und Co ergibt die Rückkehr sowohl für Nostalgiker als auch Serienkenner Sinn. Wer sich nie zuvor mit dem Anno-Franchise beschäftigt hat, sollte bei dieser Kollektion unbedingt zugreifen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Ich könnte sicherlich stundenlang über jeden einzelnen Teil der Anno-Reihe philosophieren und ihn mit verschiedenen Ereignissen in meinem Leben verbinden – mit Ausnahme von Anno 1503, das ich bis heute kaum bis gar nicht gespielt habe. Gerade der zweite Teil, der wunderbar hätte demonstrieren sollen, wie die Aufbauspielreihe ins 21. Jahrhundert vorpreschen kann, enttäuscht mich damals wie heute. Da mit Anno 1602 jedoch das starke Seriendebüt und mit Anno 1701 und Anno 1404 zwei weitere fantastische Genre-Vertreter enthalten sind, kann ich über diesen Ausreißer in der Kollektion aber gerne hinwegsehen. Das Anno-Franchise erzeugt von der ersten Minute an eine motivierende Suchtspirale, in der Warenkreisläufe optimiert, der Handel zum Florieren und die guten diplomatischen Beziehungen zu den Nachbarn aufrechterhalten werden wollen. Zwar kann ich auch bewusst Krieg führen, doch sind die Möglichkeiten dazu einerseits begrenzt und andererseits passt dieser Aspekt nur bedingt in die eher friedvolle Atmosphäre der Reihe. Die History Collection bietet unterm Strich einen guten Abriss über die Anfänge der Serie, in der nicht nur die technischen, sondern vor allem die inhaltlichen Entwicklungen für offene Münder sorgen. Wer ein Spiel sucht, mit dem er oder sie sich die Nächte um die Ohren schlagen kann, wird hier vierfach fündig.

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars der Anno History Collection!

Prime Time: One Piece (TV-Box 22) Unboxing

Passend zu unserer Rezension zur 22. Serienbox der Anime-Serie One Piece möchten wir euch auch dieses Mal nicht unser dazugehöriges Unboxing-Video vorenthalten. Unser Chefredakteur und langjähriger One-Piece-Fan hat sich auch diese Volume für euch in optischer und haptischer Hinsicht einmal genauer angeschaut. Wir wünschen euch viel Spaß und gute Unterhaltung!

Review: Kabaneri of the Iron Fortress (Vol. 2)

Nachdem Kazé Anime am 5. Dezember 2019 die erste Volume der Anime-Serie Kabaneri of the Iron Fortress veröffentlicht hat, mussten Fans der ersten Stunde zwei Monate aufs zweite Episodenpaket warten. Dieses führt die Story nahtlos fort und ergänzt sie mit neuen Details.

Wer den Auftakt der Anime-Serie Kabaneri of the Iron Fortress gesehen hat, dürfte mit allen Grundlagen bestens vertraut sein – und das sollte der Zuschauer auch, da die Handlung in der fünften und damit ersten Folge der zweiten Ausgabe nahtlos an die Geschehnisse des Debüts anknüpft. So wurden die Charaktere rund um Protagonist Ikoma aus ihrer Heimat, dem Bahnhof Aragane, durch einen Angriff der untoten Kabane vertrieben. Immer noch sind sie unterwegs zu ihrem nächsten Ziel. Gemeint ist damit jener Bahnhof, an dem der Shōgun regiert und es sicher sein soll. Nach der Revolte gegen Prinzessin Yomogawa Ayame am Ende der ersten Volume, schlägt die Gruppe der Überlebenden mit der Eisernen Festung, der titelgebenden Dampflokomotive, eine neue Route über die Berge ein. Aus keinem anderen Grund müssen sie den Bahnhof Yashiro passieren, der allerdings von den Kabane bereits überlaufen wurde. Um im wahrsten Sinne des Wortes die Weichen zu ihrem nächsten Ziel zu stellen, müssen sie ins Zentrum des Bahnhofs vordringen. Genau an dieser Stelle kommt der Erfindergeist des jungen Wissenschaftlers Ikoma zur Geltung, dem es gelungen ist, mit dem Blut der Herzen der von ihm getöteten Kabane die Schwerter aller Bushi in der Gruppe einzureiben und zu verstärken. Kurz darauf rücken sie aus, um das Überleben der Gruppe zu sichern.

Kampf ums Überleben

Mit dem Bahnhof Yashiro zaubert Studio Wit in Kabaneri of the Iron Fortress ein Handlungsort auf den Bildschirm, der entfernt an Teile der Städte Corel und Midgar aus dem japanischen Rollenspiel Final Fantasy VII erinnert. In Fabriken, Straßenschluchten und gar auf dem Dach der Eisernen Festung kämpfen die Bushi, angeführt vom Samurai Kurusu, Seite an Seite mit Ikoma und Mumei gegen die furchteinflößenden Kabane. Da Mumei und Ikoma als einzige dem Zuschauer bekannten Figuren den Biss der Kabane überlebt haben, sehen sie seither als so genannte Kabaneri zwar immer noch wie Menschen aus, verfügen jedoch auch über die Fähigkeiten der Kabane. Ihre Haut ist theoretisch hart wie stahl, doch insbesondere die Kämpferin Mumei wird sich in den vorliegenden Episoden ihrer Sterblichkeit bewusst. Beim Kampf gegen die Kabane erleidet sie einen Kratzer, verheimlicht dies jedoch vor der Gruppe. Der innere Konflikt der Figur bleibt dem Zuschauer nicht verborgen, denn dieser wirft ab diesem Moment die Frage auf, ob Mumei fortan eine Gefahr für die Gruppe darstellt. Es wäre ohnehin nicht das erste Mal, dass die Situation eskalieren könnte – so wäre Ikoma seinem Blutrausch in der ersten Volume fast erlegen. Hinzu kommt, dass Mumeis aggressive Art in Yashiro einen großen schwarzen Rauch aufziehen lässt, der die bedrohliche Lage äußerst zuspitzt.

Japanischer Steampunk

Bei dem großen Spektakel ist jederzeit erkennbar, dass Regisseur Araki Tetsurō in Kabaneri of the Iron Fortress Steampunk- und Japan-Setting hervorragend miteinander verbindet. Das heißt, dass einerseits sämtliche Ortschaften trotz japanischer Architektur nicht ohne Rohre, Zahnräder und Dampf auskommen, andererseits aber auch die Standesunterschiede der japanischen Gesellschaft, die in der Meiji-Zeit nach und nach aufgehoben wurden, und auch Bräuche wie Tanabata thematisiert werden. Hierbei nimmt sich die Anime-Serie Zeit, um die einzelnen Figuren näher vorzustellen und ihre Hoffnungen und Wünsche in Anbetracht der unsicheren Zukunft auszuformulieren. In technischer Hinsicht fällt das Charakterdesign sehr detailliert aus, was besonders an den Gesichtern, den Frisuren und ebenso ihrer Kleidung zu erkennen ist. Beim Design der Kabane fallen wiederum Ähnlichkeiten zu den Riesen aus Attack on Titan auf, was aber nicht weiter verwunderlich ist, da Studio Wit auch für diese Anime-Serie verantwortlich ist. Im bildschirmfüllenden 16:9-Format ergänzen sich sämtliche Elemente hervorragend. Die stimmungsvolle Musik im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 fügt sich gleichermaßen in die vier enthaltenen Episoden à 23 Minuten ein. Lediglich beim Bonusmaterial von Kabaneri of the Iron Fortress hätte der Publisher nicht geizig sein dürfen, denn dieses fällt mit einem Episodenguide und ohne digitale Boni sehr, sehr sparsam aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Kabaneri of the Iron Fortress gehört nach wie vor zu den Überraschungen der letzten Jahre. Die Anime-Serie von Regisseur Araki Tetsurō erzählt eine erwachsene Handlung mit zahlreichen Wendungen und vielschichtigen Figuren, über die der Zuschauer im Verlauf der Geschichte immer mehr erfahren möchte. Hinzu kommt eine nachvollziehbar gezeichnete Welt, in der Steampunk- auf Japan-Setting trifft. Beide Gestaltungsweisen ergänzen sich insofern hervorragend, dass nicht nur Rohre, Zahnräder und Dampflokomotiven an allen Ecken und Enden herausstechen, sondern auch japanische Elemente wie die in der Meiji-Zeit abgeschafften Standesunterschiede und Feste wie Tanabata zum Vorantreiben der Story genutzt werden. Auch die grandiose Bildtechnik passt wie die Faust aufs Auge zu Kabaneri of the Iron Fortress, einer Anime-Serie, um die kein Steampunk-Fan herumkommt!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kabaneri of the Iron Fortress (Vol. 2)!

Review: Golden Kamuy (Vol. 2)

Geno Studio bewies mit dem Auftakt der Anime-Serie Golden Kamuy, dass nicht nur Tōkyō ein hervorragender Handlungsort zum Erzählen einer Geschichte ist. Mit der zweiten Volume wird die Jagd nach dem großen Goldschatz im Herzen von Hokkaidō fulminant fortgeführt.

Angesiedelt in der ausgehenden Meiji-Zeit überlebt Protagonist Sugimoto Saichi den Krieg gegen Russland, wird aber unehrenhaft aus der Kaiserlichen Armee Japans entlassen. Um Geld zu verdienen, will er auf Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaidō Gold schürfen. Dort erfährt er allerdings von einem großen Goldschatz, über dessen Verbleib nur zwei Dutzend entflohene Sträflinge Bescheid wissen. Noppera-bō, der Dieb des Schatzes, hat die Position des Goldes im Gefängnis auf den Rücken der Häftlinge tätowiert. Jetzt liegt es an Sugimoto, die Flüchtigen aufzuspüren, um das Gold zu finden. Mittlerweile hat er sich mit der Ainu Asirpa angefreundet, die sich ihm auf der Suche nach dem Schatz anschließt. Ihre Motivation wird dadurch begründet, dass ihr Vater wegen dem Gold getötet wurde. Gemeinsam stürzen sie sich ins Abenteuer und müssen sich immer größeren Gefahren stellen. So zum Beispiel in der siebten und damit ersten Episode der zweiten Volume. Zusammen mit Shiraishi Yoshitake, der zu den entlaufenen Häftlingen zählt, kämpft Sugimoto gegen den Jäger Nihei Tetsuzō. Diesem gelingt es, Asirpa zu entführen. Wenig später tritt auch die historische Persönlichkeit Hijikata Toshizō erneut ins Rampenlicht. Der zum Zeitpunkt von Golden Kamuy eigentlich längst Verstorbene ist ebenfalls auf der Suche nach dem gestohlenen Goldschatz der Ainu.

Literarisches Verständnis von Moral

Während in der ersten Ausgabe von Golden Kamuy vor allem die Lebensweise der Ainu in den Mittelpunkt der Geschichte steht, wird im zweiten Episodenpaket das Zusammenspiel der Charaktere deutlich stärker beleuchtet. So müssen sich Sugimoto und seine Mitstreiter nicht nur mit dem Überbleibsel der Shinsengumi herumschlagen, sondern auch mit der von Tsurumi Tokushirō angeführten siebten Division. So gut wie jeder Protagonist und Antagonist denkt nur ans Gold, womit die moralische Hemmschwelle so weit gesenkt wird, dass die Figuren auch vor heimtückischen Mord nicht zurückschrecken. Der Zuschauer erhält facettenreiche Einblicke in das Verständnis von Moral und Ehre der Figuren. Gelungen ist dabei, dass die Übersetzung an einigen Stellen nah am Japanischen bleibt, womit fast schon ein literarischer Eindruck beim Zuschauen gewonnen werden kann. Dies betrifft vor allem Aktionen, die den Tod aus weitaus „löblicheren“ Gründen befürworten. Dadurch gewinnt die Serie deutlich an Tiefe, lässt an anderen Stellen aber auch Platz für Humor. Zwar wird dieser in Golden Kamuy nicht immer passend eingespielt, lockert das Geschehen aber zumindest teilweise etwas auf. Gelungen sind hingegen die verschiedenen Charakterkonstellationen, die durch diverse Rückblicke peu à peu ausgebaut werden. So bleibt die Anime-Serie stets sehr spannend.

Kontrastreiches Bild

Unter technischen Gesichtspunkten befindet sich die zweite Volume auf demselben Niveau wie das Seriendebüt. Das heißt, dass sich die beweglichen Elemente wie Charaktermodelle oder einzelne Spezialeffekte stark vom Hintergrund abheben. Positiv fällt diese sehr strikte Trennung zwischen festen und beweglichen Elementen zwar nicht aus, stört aufgrund der sehr detaillierten Charaktere und ansehnlichen Animationen aber nur zum Teil die sonst sehr dichte Atmosphäre. Letztere präsentiert sich vor allem mit ihrem farblichen Kontrast, denn das winterliche Hokkaidō ist fast durchweg mit Schnee bedeckt. Während Szenen am Tag sehr hell auf dem Bildschirm erstrahlen, bleiben die nächtlichen Szenen in der japanischen Wildnis genauso wie jene Szenen, die sich in Gebäuden abspielen, dank weniger Lichtquellen eher dunkel. Während die Anime-Serie im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p präsentiert wird, liegen die Tonspuren in DTS-HD Master Audio 2.0 vor. Alle Szenen werden mit gelungenen Melodien unterlegt und auch die deutschen als auch japanischen Synchronsprecher sind passend ausgewählt. Im digitalen Bonusbereich gibt es erneut sechs alberne, aber sehr kurze Bonus-Clips. Physisches Bonusmaterial gibt es laut Kazé Anime im Gegensatz zur ersten Volume allerdings wohl nicht. Hier wird durchaus Potenzial verschenkt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Golden Kamuy fängt unscheinbar mit der Suche nach einem Goldschatz an, entwickelt sich in der zweiten Volume jedoch zu einem perfiden Spiel zwischen den einzelnen Akteuren. Mit dem Schatz im Hinterkopf denkt jede Partei nur an den eigenen Vorteil und schreckt auch nicht vor Mord zurück, wobei derlei Taten jedoch unterschiedlich motiviert und begründet sind. Nichtsdestotrotz funktioniert das in so gut wie jeder Szene so gut, dass der Zuschauer niemals gelangweilt wird. Zusammen mit der Darstellung der Lebensweise der Ainu in der eisigen und ab der zehnten Episode langsam auftauenden Wildnis von Hokkaidō ergibt sich so ein stimmiges Gesamtbild. Auch wenn auf der technischen Ebene sicherlich ein wenig mehr möglich gewesen sein dürfte, gelingt es Studio Geno immerhin, die Geschichte mit spannenden Momenten und brenzligen Situationen gekonnt fortzuführen. Wer schon bei der ersten Volume zugeschlagen und weiterhin Interesse an der historisch-fiktiven Handlung hat, darf bei Golden Kamuy dieses Mal erneut zuschlagen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Golden Kamuy (Vol. 2)!

Review: The Ancient Magus Bride (Vol. 4)

Im März 2020 veröffentlichte Kazé Anime die vierte und letzte Volume der Anime-Serie The Ancient Magus Bride im deutschsprachigen Raum. Mit der ruhigen Erzählweise führt das Wit Studio die Geschichte der Serie aus dem Jahr 2017 zu einem recht befriedigenden Ende.

Seit 18 Episoden lebt die fünfzehnjährige Hatori Chise nun bei ihrem Lehrer Elias Ainsworth in der ländlichen Idylle Englands. Obwohl er sie auf einer Versteigerung erworben hat, ist sie für ihn weder Dienerin noch Sklavin, sondern lediglich seine Schülerin und am liebsten auch seine zukünftige Ehefrau. Allerdings hüllte sich The Ancient Magus Bride diesbezüglich seit dem Serienauftakt in Schweigen. Stattdessen konzentrierte sich die Anime-Serie viel mehr auf die Charakterisierung der verschiedenen Persönlichkeiten, ihre Beziehungen zueinander und verpackte dies in vielen kleinen Geschichten. An diesem Konzept ändert sich auch in der vierten Ausgabe nichts. Diese beginnt damit, dass sich im Haus von Elias eine ganze Gruppe von Magiern und Zauberern einfindet. Unter anderem sind Torrey Innis, Adolf Stroud, Mikhail Renfred und Alice Swayne mit von der Partie, die sich Sorgen um entführte Drachen machen. Chise möchte ihren Freunden und Bekannten selbstverständlich helfen, da sie in Island vor allem mit den Drachenkindern Freundschaft geschlossen hat. Elias ist anfänglich jedoch noch stark dagegen, gibt Chise aber relativ schnell nach. Es ist wirklich erfrischend, dass die Serie kein großes Drama mit vermeidbaren Streitigkeiten aus solchen Meinungsverschiedenheiten macht, diese schnell aus der Welt schafft und die Handlung so ruhig und besonnen fortführt.

Besonnen gelöste Streitigkeiten

Interessant ist, dass The Ancient Magus Bride den Bogen zum Auftakt der Anime-Serie mit einer Versteigerung schlägt. Hier soll ein Drachenkind an den Höchstbietenden verhökert werden. Da sich Chise zu Beginn der Handlung freiwillig zur Versteigerung angeboten hat, kann sie zweieinhalb Millionen Pfund aufbringen, während sie zusätzlich vom College mit weiteren anderthalb Millionen unterstützt wird. Allerdings entwickelt sich die Versteigerung nicht wie gedacht, da sich der Drache aus seinem Käfig befreit und das Auktionshaus in Brand steckt. Kombiniert wird das Spektakel mit der Bedeutung des Menschseins, da Chise einen Teil ihres Körpers aufgeben muss. Sie wird vor die Wahl gestellt, in ihrer verbliebenen Form weiterzuleben oder ihren menschlichen Körper aufzugeben. Interessant, in Hinblick auf die ruhige Erzählweise von The Ancient Magus Bride aber nicht sonderlich überraschend, ist in diesem Zusammenhang auch das Verhalten von Elias, der sich – wenn er wütend ist – in sein Schneckenhaus zurückzieht. Selbstverständlich kommt es auch zur Aussprache des Paares, was weitgehend mit wohl überlegten Worten stattfindet. Elias wird an verschiedenen Stellen auch schlicht als eine Vaterfigur für Chise charakterisiert, bevormundet sie bei der einen oder anderen Entscheidung, was ihn allerdings zu äußerst ungeheuerlichen Untaten treibt.

Melancholisch und beklemmend bis zum Schluss

Kaum eine andere Anime-Serie schafft es tatsächlich, sich von der ersten bis zur allerletzten Minute so dermaßen treu zu bleiben. Schade ist lediglich, dass das Ende wohl nicht dem des Anfang 2020 noch nicht abgeschlossenen Mangas entspricht. Es stellt aber, abgesehen und unabhängig von den drei Original Video Animations der folgenden fünften Volume, einen angenehmen, aber vielleicht nicht endgültigen Abschluss der Anime-Serie dar. Der Zuschauer darf also hoffen, dass eines Tages noch eine zweite Staffel folgt, die die Geschichte zu ihrem wahren Ende führen kann. Abgesehen von diesem Makel überzeugen jedoch auch die sechs Folgen des vierten Episodenbündels ein weiteres Mal in technischer Hinsicht. So sind alle Charaktere detailliert gestaltet und passen hervorragend zu den hübschen Kulissen, die je nach Handlungsort in herbstliche und winterliche Farben gehüllt sind. Die Farbgebung, die nach wie vor mit Kontrasten spielt, wird durchgehend von einer melancholischen und in den letzten drei Episoden sogar von regelrecht beklemmender Musik von Matsumoto Jun’ichi begleitet. Auch den deutschen und japanischen Synchronsprechern gelingt der Spagat, stets die richtigen Betonungen zu finden. Nur in puncto Bonusmaterial sieht es erneut düster aus, denn dieses fehlt abermals, hätte The Ancient Magus Bride im Serienfinale aber sehr gut getan.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): The Ancient Magus Bride ist eine Serie, die sich von Anfang bis Ende in ihrer Umsetzung treu bleibt. So sind die Charaktere nicht nur in ihrem Auftreten, sondern auch in ihrer Persönlichkeit äußerst detailliert gestaltet. Sie sind einzigartige Individuen, die die sehr tiefgründige und nicht mit erwachsenen Themen geizende Handlung vorantreiben. Auch wenn die Anime-Serie in den letzten Zügen beängstigend mit der Psyche der Figuren spielt und sogar Action-Elemente stärker vertreten sind, ist das im Grunde der Konflikt, auf die die Geschichte hingearbeitet hat. Auf ruhige und besonnene Art wird die Story zu einem Abschluss gebracht, bei dem höchstens zu bemängeln ist, dass er wohl nicht das Ende der Geschichte ist, wie es sich die Autorin der Manga-Vorlage Yamazaki Kore erdacht hat. Trotzdem ist es zumindest zufriedenstellend, wobei zu hoffen ist, dass eines Tages eine zweite Staffel oder zumindest mehrere Filme zur Serie folgen werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Ancient Magus Bride (Vol. 4)!

Review: Yamada-kun & the 7 Witches (Gesamtausgabe)

Im Jahr 2015 adaptierte das japanische Animationsstudio Liden Films die von 2012 bis 2017 produzierte Manga-Reihe Yamada-kun & the 7 Witches. Die Anime-Serie stützt sich wie die Vorlage auf komödiantische Einlagen und verbindet dies mit einem seichten Romantikanteil.

Yamada-kun & the 7 Witches spielt an der fiktiven japanischen Suzaku-Oberschule. Im Fokus der Erzählung stehen auf der einen Seite der titelgebende Yamada Ryū und auf der anderen Seite Shiraishi Urara. Beide Figuren könnten nicht unterschiedlicher sein, denn während Ryū als Schlägertyp charakterisiert wird, der stets zu spät zum Unterricht erscheint, in diesem munter weiter schläft und sich abseits des Klassentrubels mit anderen Schülern prügelt, ist Urara eine Streberin, die allerdings von ihren Mitschülerinnen drangsaliert und gemobbt wird. Eines Tages begegnen sich die beiden ungleichen Charaktere auf einer Treppe in der Schule, fallen diese gemeinsam herab und küssen sich währenddessen unabsichtlich. Als sie in den Krankenzimmern wieder zu sich kommen, bemerken sie, dass sie die Rollen getauscht haben und jetzt jeweils im Körper des Anderen stecken. Nachdem sie den Tag hinter sich gebracht haben, an dem sich die Lehrer über Ryūs entfachten Ehrgeiz wundern und Urara auf einmal äußerst ruppig in ihrem Verhalten auffällt, gelingt es ihnen mit einem weiteren Kuss wieder in ihre gewohnte Haut zu schlüpfen. Dabei bleibt es allerdings nicht, denn kurz darauf führen sie den Körpertausch erneut durch, um verschiedene Angelegenheiten zu regeln. Ryū muss zum Beispiel die Nachprüfung bestehen, weshalb ihm Uraras Fähigkeiten wie gelegen kommen.

Face/Off: Im Körper des Feindes

Schon in der ersten Episode von Yamada-kun & the 7 Witches wird das Konzept auf die Spitze getrieben. Ihr Mitschüler Miyamura Toranosuke kommt ihnen auf die Schliche. Im Austausch für ihren Beitritt zur phänomenalen Vereinigung verspricht er den beiden, Stillschweigen zu bewahren und ihnen Räumlichkeiten zum Körpertausch bereitzustellen. Für Toranosuke hat das den Vorteil, dass sein vor dem Aus stehende Klub nicht geschlossen wird. Damit ist die Grundlage der Anime-Serie geschaffen, doch wer Werke dieser Machart kennt, dürfte wohl sehr gut wissen, dass spätestens ab der zweiten Episode das Chaos vorprogrammiert ist. Dies trifft auch auf Yamada-kun & the 7 Witches zu: Kaum haben sich Ryū und Urara der phänomenalen Vereinigung angeschlossen, möchte auch die quirlige Itō Miyabi bei ihnen mitmischen. Anfänglich erschwert sie ihnen das Leben, da sie Ryū ständig zu verschiedenen Botengängen verdonnert. Als sie dann aber erfährt, dass sich der Klub vermutlich gar nicht um übernatürliche Phänomene dreht, verbreitet sie prompt das Gerücht, dass Ryū und Urara ein Paar seien. Um die weitere Ausbreitung des Gerüchts zu verhindern, führt er nun auch mit Miyabi den Körpertausch durch. So und nicht anders wird das illustre Körpertauschen immer weiter ausgebaut, was zu zahlreichen Verstrickungen und auch ein paar Verwirrungen führt.

Turbulente Story mit sympathischen Charakteren

Derlei Momente werden mit Humor angereichert, bei denen kein Auge trocken bleibt. Hinzu kommt ein leichter Erotikanteil, bei dem aber nur die Frauen, nicht jedoch die Männer sexualisiert werden. Wenn Ryū den weiblichen Körper aus einer neuen Perspektive erlebt, ist das zwar witzig inszeniert, doch dieselbe Option wurden den weiblichen Figuren nicht gewährt. Da der Titel insgesamt sieben Hexen suggeriert, sei an dieser Stelle gesagt, dass diese im Verlauf der Handlung ebenso auftreten. Damit gemeint ist beispielsweise Odagiri Nene, denn wer sie küsst, verfällt ihr sofort. Da sich dies mit Ryūs Fähigkeit beißt, darf sich der Zuschauer auf eine turbulente und über zwölf jeweils 24-minütige Folgen erzählte Story freuen. Auf der optischen Seite besticht Yamada-kun & the 7 Witches mit einem klaren Bild, hübsch gezeichneten Figuren, schönen Lichteffekten und tollen Hintergründen im bildschirmfüllenden 16:9-Format. Im Tonformat DTS-HD 2.0 ertönen sowohl die Melodien von Komponist Yokoyama Masaru als auch die deutschen und japanischen Sprecher. Beide Synchronisationen sind im Übrigen sehr gelungen und je nach persönlicher Präferenz empfehlenswert. Wer sich ein wenig mehr mit den Charakteren auseinandersetzen will, findet zu diesen im beiliegenden Booklet weitere Informationen und einen Episodenguide zu Yamada-kun & the 7 Witches, der die Gesamtausgabe der Serie auf gelungene Art und Weise abschließt. Schade ist nur, dass die Serie so kurz ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Im Comedy- und Romantikgenre gibt es leider öfters Serien, in denen der Humor nicht wirklich zünden kann. Ein genauso häufiges Problem ist die viel zu sehr überzeichnete Sexualisierung von Frauen. Ein Glück, dass die tolle Anime-Serie Yamada-kun & the 7 Witches von Animationsstudio Liden Films mit diesen Problemen kaum bis gar nicht zu kämpfen hat. So erzählt die Serie von Beginn an eine recht turbulente Geschichte mit zahlreichen ulkigen Situationen, die den Zuschauer antreiben, eine Episode nach der anderen zu schauen. Nicht ganz unschuldig daran dürften auch die sehr sympathischen Charaktere sein, die jede einzelne Szene zu einem wahren Genuss machen. Auch inszenatorisch befindet sich die Anime-Serie auf einem sehr hohen Niveau, sodass alle Figuren, Hintergründe und auch Animationen zusammen mit dem Wohlfühl-Soundtrack von Yokoyama Masaru ein hervorragendes Gesamterlebnis bieten. Leider ist der Spuk voller Humor und Leidenschaft nur zwölf Episoden lang. Dennoch ist Yamada-kun & the 7 Witches jedem Genre-Fan äußerst zu empfehlen, denn ähnlich hochwertige Produktionen sind selten.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yamada-kun & the 7 Witches (Gesamtausgabe)!

Prime Time: Detektiv Conan (Box 5, Unboxing)

Nachdem das letzte Unboxing-Video von der Anime-Serie Detektiv Conan auf unserer Internetpräsenz schon eine ganze Weile zurückliegt, möchten wir heute mit unserer Reihe fortfahren. Unser Chefredakteur verrät euch im Video, auf welche haptischen und optischen Merkmale ihr euch bei der fünften Serienbox einlassen dürft.

 

Review: My Hero Academia – 2. Staffel (Vol. 3)

Für alle Fans der Superhelden-Anime-Serie war der Sommer 2019 heiß, denn nachdem im Juni die zweite Volume der zweiten Staffel erschien, veröffentlichte Kazé Anime im Juli die dritte Ausgabe. Nach der Halbzeit geht es erzähltechnisch ab der ersten Minute stark weiter.

Überraschenderweise hat My Hero Academia den laufenden Handlungsstrang immer noch nicht verlassen. So steht auch in den Folgen des mittlerweile dritten Episodenpakets das glorreiche Sportfest der titelgebenden Yūei-Akademie im Fokus der Erzählung. Als Ersatz für die obsolet gewordenen Olympischen Spiele messen sich hier die Absolventen der Schule in ungeahnten Wettkämpfen, die unter Einsatz ihrer Superkräfte stattfinden. Ganz Japan blickt auf den Wettkampf, der nach wie vor in der dritten und letzten Disziplin angelangt ist. Um zu klären, wer der talentierteste Superheld ist, bekämpfen sich die besten Akteure in Kämpfen. Diese finden wie in Dragon Ball auf einem abgesteckten Ring statt, auf dem sich die Helden gegenüberstehen. Zu Beginn der dritten Volume muss der Zuschauer allerdings miterleben, dass Protagonist Midoriya Izuku seinem Gegenüber Todoroki Shōto noch nicht gewachsen ist. Mit diesem Dämpfer entwickelt sich der sportliche Wettkampf aber keinesfalls zu einer langweiligen Veranstaltung, zumal Izukus Kräfte ohnehin nur auf Sparflamme laufen können. Auch wenn Izuku nicht ins Finale einziehen kann, stehen in diesem mit Shōto und seinem Gegner Bakugō Katsuki dennoch zwei fähige Charaktere im Ring, die sich ein ordentliches, aber unter einem dunklen Stern stehenden Schlagabtausch in My Hero Academia liefern.

Praktikum für Helden

Während im Stadion und auf den Fernsehbildschirmen in der ganzen Stadt das Finale läuft, ist in den Straßen Akaguro Chizome unterwegs, besser bekannt als der Heldenmörder Stain. Was es mit diesem auf sich hat, soll an dieser Stelle aber noch nicht verraten werden. Es sei nur so viel gesagt, dass die Vergangenheit des Schurken mit der eines der Helden verwurzelt ist. Trotz der Vorkommnisse rund um den Heldenmörder geht das Leben weiter. Als nächste große Aufgabe müssen sich die Charaktere einen Superheldennamen geben, zumal sie durch die Fernsehausstrahlung des Turniers zu ruhmreichen Persönlichkeiten geworden sind. Die Wahl des Namens gehört zu den lustigsten Momenten, die die Anime-Serie bis zu diesem Zeitpunkt geboten hat. Für welchen Namen sich Izuku und die anderen entscheiden, sollte der Zuschauer sowohl aufgrund des durchgeknallten Humors als auch der Spannung aber am besten erleben. Bevor die Nachwuchshelden ihre Namen mit Stolz tragen dürfen, müssen sie jeweils ein einwöchiges Praktikum in Japan absolvieren. Mit solchen Tätigkeiten überrascht My Hero Academia, wie mit dem Sportfest, immer mal wieder. So hält sich die Anime-Serie stets frisch, weshalb der Zuschauer jede Folge mit großem Interesse erwartet. In der dritten Volume ist die Kreativität von Horikoshi Kōhei, dem Autor der Manga-Vorlage, an allen Ecken zu spüren.

Knall auf Fall

Entsprechend kreativ ist auch die Umsetzung der verschiedenen Auseinandersetzungen der Helden während des Wettkampfes. Abseits dessen entwickelt sich die Anime-Serie allerdings nicht weiter, was aber nicht weiter schlimm ist. Nach wie vor überzeugt die turbulente Action im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p. Dies liegt insbesondere am kunterbunten und zum Genre passenden Zeichenstil, den gelungenen Spezialeffekten und den spärlich gesäten, dafür flüssigen Animationen aller Charaktere. Das Bild von My Hero Academia bleibt stets in Bewegung und untermauert damit die Action und den tollen Humor der Serie. Gepaart mit dem gelungenen Soundtrack im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0, der alle Szenen stimmungsvoll unterlegt, ergibt sich so ein herausragendes Gesamtbild, an dem sich nicht nur Serienfans erfreuen dürften. Herausragend ist auch die Synchronisation, denn sowohl im japanischen Originalton als auch in der deutschen Fassung passen wirklich alle Sprecher zu den ihnen zugeteilten Rollen. Während im Japanischen Izuku von Yamashita Daiki und All Might von Miyake Kenta gesprochen wird, übernehmen diesen Part Sebastian Fitzner und Matti Klemm in der deutschsprachigen Vertonung. Boni gibt es traditionsgemäß nur in Form eines Booklets, einer Character Card und einem Sticker. Klein, aber fein!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit der dritten Volume der zweiten Staffel schlägt My Hero Academia endlich den nächsten wichtigen Handlungsstrang ein, nachdem sich die Serie in den ersten beiden Ausgaben dieser Season voll und ganz um das Sportfest der Yūei-Akademie gedreht hat. Nun müssen sich Nachwuchsheld Midoriya Izuku und seine Schulfreunde nicht nur einen Superheldennamen ausdenken, sondern dazu auch noch ein Praktikum absolvieren. Die Anime-Serie bedient sich immer mal wieder neuen Ideen, um sich mit profanen Dingen stets frisch zu halten. Zudem wird der Heldenmörder Stain erwähnt, der durchaus noch eine große Rolle in der ganzen Serienhandlung spielen könnte. Es bleibt also spannend, welchen Schwerpunkt die vierte und fünfte Volume der zweiten Staffel legen wird. Alle, die sich von den letzten beiden Volumes unterhalten fühlten, dürfen erneut zuschlagen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von My Hero Academia – 2. Staffel (Vol. 3)!

Review: Amagi Brilliant Park (Vol. 3)

Nachdem unter der Flagge des hiesigen Publisher Kazé Anime die erste Volume der Serie Amagi Brilliant Park im November 2018 erschien und die zweite Ausgabe im Januar 2019 folgte, ging sie am 29. März 2019 in die finale Runde, die alles andere als ruhig abläuft.

Amagi Brilliant Park knüpft in der dritten Volume an die Geschehnisse der zweiten Ausgabe an. So steht nach wie vor die Entwicklung des einst heruntergewirtschafteten Themenparks im Fokus der Erzählung. Zu Beginn der zehnten und damit ersten Folge des vorliegenden Episodenbündels ist zu sehen, dass der titelgebende Amagi Brilliant Park mittlerweile floriert. Dennoch ist das Ziel, über eine halbe Million Besucher bis zum 31. Juli zu erreichen, noch in weiter Ferne. Das heißt, dass der Themenpark nicht gut, sondern sehr gut laufen und Geld in die Kassen gespült werden muss. Im Mittelpunkt der irrwitzigen Geschichte, in der inzwischen auch Fantasy-Elemente nicht mehr wegzudenken sind, steht nach wie vor Oberschüler Kanie Seiya, der als tüchtiger Manager die Geschicke des Parks leitet. Der aufkeimende Erfolg des Amagi Brilliant Parks wird allerdings von einem bösen Omen überschattet, denn Prinzessin Latifa Fleuranza erleidet einen weiteren Schwächeanfall. Von Sento Isuzu, der Wächterin der Prinzessin, erfährt der Protagonist, dass die Adlige vor langer Zeit mit einem Fluch belegt wurde, der ihren Animus entzieht. Ohne diesen wird sie nicht lange überlegen können und nur die Rettung des Parks kann dem entgegenwirken. Das heizt Seiyas Ehrgeiz nur noch mehr an, sodass im Park unter den Mitarbeitern dicke Luft herrscht, die zunächst verpuffen muss.

Jeder Besucher zählt

Obwohl die Handlung von Amagi Brilliant Park äußerst ernst ist, vergisst sie deswegen aber noch lange nicht, dass sie auch einen Unterhaltungsauftrag hat. Somit ist auch der irrwitzige Humor wieder mit von der Partie. Im Angesicht der aussichtslosen Lage fragt Seiya seine Tante Kyūbu Aisu, wie er den Stress im Themenpark bewältigen kann. Als Antwort erhält er darauf die nicht gerade hilfreiche Antwort, dass er sich betrinken und alles vergessen soll. In den Vorschauen am Ende der enthaltenen Episoden bleibt Isuzu gewohnt apathisch, um der drohenden Schließung des Parks indirekt einen sarkastischen Unterton zu geben. An anderer Stelle wird Triceratops Triken hingegen mit der wichtigen Mission beauftragt, ein Fußballspiel zu organisieren. Dass Triken jedoch keine Ahnung vom Sport hat, macht sich im Gespräch mit den Investoren bemerkbar. Dennoch gelingt es den Freunden mit vereinten Kräften das Fußballspiel auf die Beine zu stellen. Organisation, Werbung und viele Entscheidungen, die Seiya als Manager wahrlich schwerfallen, trägt das Team gemeinsam. Alle Maskottchen, alle Feen und alle Mitarbeiter des Parks packen mit an, damit die Schließung des Freizeitorts noch  abgewendet wird. Der Stichtag rückt näher und näher, was sehr zur Spannung beiträgt. So gehören die letzten Sekunden zu den emotionalsten Augenblicken der Anime-Geschichte.

Hervorragender Abschluss

Ob der Amagi Brilliant Park gerettet oder geschlossen wird, sollte der Zuschauer genauso wie den drohenden Gedächtnisverlust der adligen Parkbesitzerin aber lieber selbst erfahren. Es ist aber auch in der dritten und letzten Volume der Anime-Serie positiv anzumerken, dass die Figuren hervorragend charakterisiert sind und sie sich auch auf den letzten Zügen noch entwickeln. Wer nicht genug von Moffle, Macaron und Co bekommen kann, freut sich neben den vier enthaltenen und jeweils circa 24-minütigen Episoden über drei Mini-Clips und eine Original Video Animation im digitalen Bonusbereich der Blu-ray Disc. In technischer Hinsicht bleibt in Amagi Brilliant Park jedoch alles beim Alten. So erstrahlt der Park mit hellen Farben in seiner kunterbunten Pracht, in der sich die illustren Charaktere symbiotisch einfügen. Im bildschirmfüllenden 16:9-Format ergibt sich so ein stimmungsvolles Gesamtbild, das voll und ganz mit den Figuren und dem durchgedrehten Humor harmoniert. Dazu tragen aber auch die fantastischen japanischen als auch deutschen Synchronsprecher bei, die Seiya, Isuzu und all die anderen Figuren außergewöhnlich lebhaft ihre Stimmen leihen. Neben den erwähnten digitalen Boni liegt noch ein 20-teiliger Stickerbogen bei. Amagi Brilliant Park schließt die Story in der dritten Volume grandios ab, sodass die Anime-Serie noch lange im Gedächtnis bleibt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Amagi Brilliant Park hat rückblickend die Spannung immer aufrechterhalten, da bis zur entscheidenden Folge nicht hundertprozentig gesagt werden kann, ob die Rettung des titelgebenden Themenparks gelingt oder missglückt. In der dritten und leider auch schon letzten Volume der Anime-Serie nimmt die Handlung ein weiteres Mal Fahrt auf, spielt sich trotz der immer ernster werdenden Situation mit ihrem irrwitzigen Humor an allen Ecken und Enden auf und schafft es, auch noch die Charaktere weiterzuentwickeln. Obwohl die Anime-Serie auf den ersten Blick so unscheinbar wirkt, überzeugt sie mit einer atemberaubender Leichtigkeit vor allem in den sehr emotionalen Momenten. Wer nach einer humorvollen und gut strukturierten Anime-Serie Ausschau hält, kommt um Amagi Brilliant Park definitiv nicht herum und sollte spätestens jetzt zugreifen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Amagi Brilliant Park (Vol. 3)!

Review: One Piece: Box 22 (Episoden 657-687)

In der 21. Serienbox der Anime-Serie One Piece wurde die Story nach dem Abenteuer auf der Insel Punk Hazard auf das einladende Eiland Dress Rosa verlegt. Dieses währt den fröhlichen Schein aber nur nach außen, denn hinter der Kulisse sieht das Inselidyll ganz anders aus.

Überall auf der Grand Line ging die freudige Nachricht um, dass Don Quichotte de Flamingo als einer der sieben Samurai der Meere abgedankt hat. Monkey D. Ruffys und Trafalgar Laws Plan schien aufzugehen, doch die Weltregierung hat die Neuigkeit kurz darauf als Falschmeldung abgetan, sodass das Leben auf Dress Rosa ganz normal weiterging. Nach den anfänglichen ruhigen Episoden der 21. Volume von One Piece konnte sich allmählich eine auf mehrere Schauplätze aufgeteilte, action- und wendungsreiche Handlung entwickeln, die in den Folgen der 22. Serienbox auf gewohnte und vor allem positive Art und Weise fortgeführt wird. Hauptfigur Ruffy kämpft auf Dress Rosa somit nach wie vor im Corrida-Kolosseum um die Teufelsfrucht seines verstorbenen Bruders Puma D. Ace. Es gelingt ihm, nach und nach einen Gegner nach dem anderen aus dem Ring zu schleudern, die allesamt ein Hühnchen mit ihm beziehungsweise seinem Großvater Garp zu rupfen haben, was zu äußerst hitzigen Situationen führt. Allerdings feuert der künftige König der Piraten auch die Gladiatorin Rebecca an, die in einem anderen Turnierblock kämpft. Sie will die Teufelskräfte von Ace erlangen, um den gefährlichen Don Quichotte zu entthronen. Das Turnier nimmt eine überraschende Wendung, als plötzlich ein alter Freund von Ruffy auftaucht, an den er lange nicht mehr gedacht hat.

Putschversuche

Auch wenn das Cover des beiliegenden Booklets und der Aufdruck eines der fünf enthaltenen Datenträger die Rückkehr dieser Figur ankündigen respektive regelrecht spoilern, dürften sich One-Piece-Fans sehr darüber freuen, zumal dies wieder einmal zeigt, wie verzahnt die Serie ist und wie vorausschauend Oda Eiichirō, der Autor der Manga-Vorlage, seine umfangreiche Geschichte beim Zeichnen entworfen hat. Die 22. Serienbox von One Piece ist allerdings nicht nur Ruffy gewidmet, auch die anderen Mitglieder der Strohhut-Piraten werden – abgesehen von Navigatorin Nami, Smutje Sanji, Musiker Brook und Schiffsarzt Chopper, die sich im Rahmen der vorliegenden Erzählung mit der Thousand Sunny durchweg auf dem Meer befinden – ausgiebig beleuchtet. So haben Lügner und Schütze Lysop, Schwertkämpfer Lorenor Zorro, Archäologin Nico Robin und Schiffszimmermann Frankie mit einfachen Worten das Vertrauen der zugegebenermaßen sehr naiven Zwerge des Tontatta-Königreichs erlangt. Von ihrem Geheimversteck unter einer Blumenwiese aus, planen sie wie Gladiatorin Rebecca den Sturz des selbst ernannten Königs, da dieser über fünfhundert Zwerge versklavt hat. Angeführt werden die Tontatta-Zwerge vom einbeinigen Spielzeugsoldaten Kyros, der den Piraten verrät, woher eigentlich die ganzen „lebendigen“ Spielzeuge auf Dress Rosa kommen.

Trümmerlandschaft

Mit der 22. Serienbox von One Piece wird die Erzählung auf Dress Rosa keineswegs beendet, denn viel mehr nutzen die 31 Folgen dieser Volume den Moment, um einige Charaktere nach ihrer vorläufigen Trennung in den letzten 28 Episoden wieder zusammenzuführen. So läuft es am Ende natürlich auf den Konflikt zwischen Ruffy und Don Quichotte hinaus, der aber erst einmal mit vielen dynamischen und actionreichen Kämpfen mit dessen Offizieren erkauft werden muss. Unter anderem müssen sich Ruffy und Zorro dem durchtriebenen Pica stellen, der sich mit jeglicher Form von Gestein verschmelzen kann. Durch all diese Auseinandersetzungen werden aber weniger die Helden selbst geschädigt, sondern deutlich mehr die Insel in Mitleidenschaft gezogen. Mit zunehmender Handlungsdauer wird aus dem einst freundlichen Erscheinungsbild der Insel eine Ruinenlandschaft auf den Bildschirm gezaubert, was auch für die Infrastruktur von Dress Rosa wichtige Institutionen wie den Palast mit einschließt. One Piece zeigt in dieser Serienbox sehr deutlich, wie gefährlich der zweite Teil der Grand Line tatsächlich ist. Ob es Ruffy und Co gelingen wird, Don Quichotte einen Kopf kürzer zu machen, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Es bleibt aber von der ersten bis zur letzten Szene in der Gesamtlaufzeit von circa 713 Minuten von Anfang bis Ende definitiv spannend.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 657 bis 687 der Serie): Mit den ersten Episoden der 21. Serienbox von One Piece gelingt es der Anime-Serie nicht ganz so gut, den neuen Erzählstrang auf der Insel Dress Rosa zu beginnen. Nach anfänglichem Stolpern kann sich aber eine spannende Handlung entwickeln, die auf demselben Niveau in der 22. Volume fortgeführt wird. Immer noch wird die Story dabei aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Ruffy kämpft nach wie vor in einem Kolosseum um die Teufelsfrucht seines verstorbenen Bruders, während Frankie, Lysop, Robin und Zorro sich einer aus Zwergen bestehenden Armee anschließen, um Don Quichotte zu entthronen. Hier und da kommen auch die Marine und andere Piraten zu Wort, doch im Grunde sind dies die beiden Handlungsstränge, die sich immer mehr umeinander wickeln. Schade ist nur, dass Figuren wie Sanji, Nami, Chopper und Brook so gut wie gar nicht thematisiert werden. Hier darf die 23. Serienbox gerne Abhilfe schaffen und den Kampf gegen den Bösewicht vertiefen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 22 (Episoden 657-687)!

Review: Superliminal

Seit Menschengedenken beschäftigen wir uns mit Träumen. Bewusst und unterbewusst erleben wir sie in unterschiedlicher Intensität. An die wenigsten erinnern wir uns im Nachhinein. Superliminal wird uns mit seinem Traumszenario allerdings langfristig im Gedächtnis bleiben.

Auch wenn das Spiel nicht den Anschein macht, blickt Superliminal auf eine etwas längere Entwicklungsgeschichte zurück. Bereits 2013 entwarf Director Albert Shih erste Ideen, die noch im selben Jahr auf der Tōkyō Game Show im Rahmen einer spielbaren Demo der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Aufgrund seines Studentenstatus und der damit verknüpften finanziellen Lage, die Nebenjobs unumgänglich machte, zog sich die Entwicklung über ein paar Jahre hin. Im November 2019 wurde Superliminal zunächst zeitexklusiv für den PC im Epic Store veröffentlicht. Mehr als ein halbes Jahr später wurde der Titel im Juli 2020 für die PlayStation 4, die Xbox One und auch die Nintendo Switch endlich nachgereicht. Das Puzzle-Spiel von Entwicklerstudio Pillow Castle beschäftigt sich mit dem Traumzustand einer nicht näher definierten Testperson. Aus den Augen dieses Charakters erleben wir in dessen Traum eine Aneinanderkettung von konsekutiven Ereignissen, die jedoch keinen kausalen Zusammenhang bilden. Mit diesem Ansatz trifft das Entwicklerteam um Shih genau ins Schwarze, denn auch in der Realität zeigen Träume Erlebnisse, die in der Wirklichkeit so niemals stattfinden können. Superliminal erzählt hierbei allerdings keine Geschichte, sondern stellt uns stattdessen vor diverse Herausforderungen in Form von unverbraucht wirkenden Logikrätseln.

Optische Täuschungen

In den ersten Minuten von Superliminal reicht es noch völlig aus, mit Hilfe des stets in der Bildschirmmitte zentrierten Fadenkreuzes Gegenstände zu packen, zu verschieben oder auf Schalter am Boden zu legen, um etwa eine Tür geöffnet zu halten. Mit ansteigender Spielzeit werden die Aufgaben aber wesentlich kniffliger, was vor allem mit der Rätselmechanik zusammenhängt. Diese trotzt den physikalischen Gesetzen, sodass wir mit etwas Geschick Objekte vergrößern oder schrumpfen können. Wenn wir Richtung Decke schauen und den besagten Gegenstand loslassen, fällt dieser hinunter und wächst im freien Fall auf eine stattliche Größe an. Andersherum können wir Items schrumpfen, wenn wir zum Boden schauen und sie direkt vor uns positionieren. Das klingt im ersten Moment ziemlich albern, ist in Wahrheit jedoch sehr, sehr clever. Superliminal spielt in seinen Rätseln wie kein anderes Spiel mit dem Konzept der optischen Täuschung. Was weiter weg zu sein scheint, ist natürlich wesentlich größer, wenn wir uns nähern – und was direkt vor unserer eigenen Nase liegt, ist und bleibt vergleichsweise winzig. So und nicht anders basteln wir uns beispielsweise Treppen, um zum Ausgang des Raumes zu gelangen. Dies ist jedoch nur ein einzelner Aspekt des Gameplays. Superliminal bietet noch sehr viel mehr und vor allem abwechslungsreiche Möglichkeiten.

Alles eine Frage der Perspektive

Hin und wieder scheinen Objekte mitten im Raum zu stehen, sind jedoch nur an Boden, Wänden, Säulen und anderen Teilen der Architektur aufgemalt. Hier müssen wir die richtige Perspektive finden, um dem Objekt eine greifbare Form zu geben. Manchmal ist es auch notwendig, Gegenstände zu verdoppeln. Auch mehrfaches Klonen ist möglich und sogar gewollt, um beispielsweise einen Aufgang zu bauen. An anderer Stelle müssen wir in Superliminal wiederum Türen umpositionieren, um einem Labyrinth zu entkommen. Da sich die Größe der Tür auch auf das Volumen des Raumes dahinter auswirkt, sind das ganz und gar liebevolle Physikspielereien. An diesen gibt es nur selten etwas zu rütteln – und wenn, dann ist auch nur die gelegentlich etwas fummelige Steuerung daran schuld. Besonders das Verändern der Größe der Objekte treibt uns zur Weißglut. Ebenfalls schade ist, dass die Nintendo-Switch-Fassung mit einer leicht stotternden Bildwiederholungsrate läuft. Das beeinträchtigt das Gameplay zwar nicht, doch wem ein flüssiges Spielvergnügen wichtig ist, sollte bei Möglichkeit zur PC-Version greifen. Untermalt wird das Geschehen weitgehend mit angenehmen Klavierklängen. Besonders gelungen ist das Sounddesign, denn wenn eine überdimensional große Schachfigur auf den Boden knallt, ist das lauter, als wenn wir einen Miniaturwürfel vor uns fallen lassen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Superliminal ist ein Puzzle-Spiel, das sein Potenzial an nahezu jeder Stelle ausreizt. Sämtliche Logikrätsel funktionieren, auch wenn sie nicht immer auf Anhieb zu durchschauen sind. Es macht mir unglaublich viel Spaß, einen Raum nach Hinweisen abzusuchen, mit den vorhandenen Objekten zu interagieren und eine Physikspielerei mehr als nur einmal über mich ergehen zu lassen – schließlich muss das Puzzle irgendwie zu lösen sein! Unterm Strich fällt Superliminal aber sehr kurz aus. Nach zwei bis drei Stunden dürfte bei jedem der Abspann über den Bildschirm flitzen. Diese Zeit ist mit dem anspruchsvollen Gameplay in meinen Augen aber unglaublich gut und dank vieler verschiedener optischer Täuschungen zudem abwechslungsreich gefüllt. Lediglich die leicht stotternde Bildwiederholungsrate der Nintendo-Switch-Fassung und die etwas fummelige Bedienung beim Vergrößern der Gegenstände fallen mir persönlich aber zu negativ auf.

Prime Time: Black Clover (Vol. 5, Unboxing)

Mittlerweile haben wir die fünfte Volume von Black Clover rezensiert. Da darf – ganz traditionell – unser dazugehöriges Unboxing-Video natürlich nicht fehlen. Ein weiteres Mal stellt euch unser Chefredakteur die Hülle, den Pappschuber und die beigefügten Booklets vor, damit auch ihr einen visuellen Eindruck von der Veröffentlichung bekommt. Viel Spaß beim Anschauen!

Preview: Final Fantasy: Crystal Chronicles – Remastered

Im August 2003 schickte Square Enix die Final-Fantasy-Fangemeinde ein Weiteres Mal in eine Spin-off-Reihe. Final Fantasy: Crystal Chronicles versprühte mit seinem interessanten Multiplayer-Modus das Gefühl von Secret of Mana, scheiterte aber leicht an der Umsetzung.

Haben wir Anfang der 2000er-Jahre die Worte Final Fantasy vernommen hat, so dachten wir an epische Geschichten, androgyne Charaktere und rundenbasierte Kampfsysteme. All das sind Elemente, die in Final Fantasy: Crystal Chronicles nicht oder zumindest nur teilweise zu finden sind. 2003 erstmals in Japan veröffentlicht, erzählt das Spiel eine zauberhafte Story in einer nicht näher genannten Fantasy-Welt. In dieser zerbrach vor über eintausend Jahren ein für alle Lebewesen wichtiger Kristall. Seitdem wird das Land vom tödlichen Miasma vernebelt und die verbliebenen Siedlungen der vier Völker sind auf die heldenhaften Kristallkarawanen angewiesen. Diese ziehen jährlich aufs Neue in die Welt hinaus, um die seltene Flüssigkeit Myrrhe zu sammeln, damit die schützende Kraft des örtlichen Kristalls nicht versiegt. Das ist zwar im Grunde eine schöne Hintergrundgeschichte, aber nicht gerade auf dem Niveau der Hauptreihe. Crystal Chronicles will das aber auch gar nicht sein und setzt den Fokus vor allem auf das actionreiche Gameplay. Nachdem wir uns zu Beginn des Spiels einen Helden kreiert haben, erkunden wir nach dem Auszug aus unserem Heimatdorf sehr fantasiereich designte Dungeons, in denen wir uns mit mal mehr und mal weniger bekannten Monstern aus dem Final-Fantasy-Franchise im Kampf messen – und das mit bis zu drei Freunden.

Online im Kampf gegen das Miasma

Crystal Chronicles überrasche auf dem GameCube mit der Möglichkeit, im Mehrspielermodus vier Game Boy Advance mittels Link-Kabeln mit der würfelförmigen Konsole zu verbinden. Da die Anschaffungskosten für diesen Spaß aber recht hoch sind, dürfte wohl kaum jemanden das Spiel so erleben. Im Remaster des Spiels dürfte das Problem jedoch der Vergangenheit angehören, da das Action-Rollenspiel auf der Switch über einen Online-Modus verfügen wird. Ob es noch einen lokalen Mehrspielermodus gibt, verrät der Trailer zum Spiel jedoch nicht. Gespannt sind wir vor allem darauf, ob die Entwickler das Tragen des Kristallkelchs in irgendeiner Form überarbeitet haben, denn in den Sümpfen und Höhlen musste immer ein Spieler den Kelch tragen, um das Miasma in einem großzügigen Radius um die Helden herum zu vertreiben. Für viele Spieler war dies ein ebenso großes Hindernis wie die Navigation im Menü über den Bildschirm des Handhelds, da das Geschehen auf dem großen Fernsehbildschirm nicht pausiert wurde. Das Ringmenü aus dem Klassiker Secret of Mana hätte 2003 Abhilfe schaffen können. Im Jahr 2020 könnte Square Enix für das Remaster von Crystal Chronicles jedoch auch eine elegantere Lösung finden. Immerhin sollen die Dungeons erweitert werden und neue Gebiete enthalten sein, weshalb nicht nur Neulinge, sondern auch Kenner des Originals den für Sommer 2020 angekündigten Titel im Auge behalten dürfen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf der GameCube-Fassung und dem veröffentlichten Videomaterial zum Remaster): Auf Final Fantasy: Crystal Chronicles – Remastered freue ich mich als Kenner des ursprünglich für den GameCube veröffentlichten Spiels bereits sehr. Zwar habe ich das Original mangels fehlender Mitspieler nie durchgespielt, doch das kann sich auf der Switch dank des Online-Modus sehr schnell ändern, denn meiner Meinung nach entfaltet gerade der Mehrspieleraspekt das volle Potenzial von Crystal Chronicles. Da bleibt tatsächlich nur zu hoffen, dass die Verbindung stets stabil bleibt oder der Titel zumindest noch einen lokalen Mehrspielermodus enthält, der auch angenehm spielbar ist. Das ist in der GameCube-Fassung das nächste große Manko, da er mit der Auslagerung auf den zweiten Bildschirm viel zu hektisch wirkt. Ob es den Entwicklern auch gelingt, eine Alternative zum Tragen des Kristallkelchs zu finden, ohne dabei das Spielgefühl zu verwässern, ist eine ebenso aufregende wie von Square Enix noch unbeantwortete Frage. Ich bin und bleibe gespannt, wie sich das Spiel im Sommer 2020 nach fast 17 Jahren schlagen wird.

Review: Harmony

Im Alter von 34 Jahren verstarb im Jahr 2009 der japanische Science-Fiction-Autor Itō Satoshi. Drei seiner vielen Werke wurden in der so genannten Project-Itō-Trilogie auch als Anime veröffentlicht. Das Mittelstück dieser Trilogie stellt der zweistündige Film Harmony dar.

Harmony respektive <harmony/>, wie der Film auf dem Cover stilisiert genannt wird, erzählt den Lebens- und Leidensweg der Helix-Inspektorin Tuan. Als solche ist es ihre Aufgabe, Risiken in Form von Genmanipulationen zu erkennen und zu beobachten. Tuan wird von einem Krisengebiet ins nächste geschickt. Unerlaubterweise betreibt sie Tauschgeschäfte mit der dort lebenden Bevölkerung, um an Genussmittel wie Alkohol oder Tabak zu gelangen. Bei diesem Unterfangen wird sie erwischt und zurück in ihr Heimatland Japan geschickt; ein Ort, den sie mehr als alles andere hasst. Hier wird dann auch gleich das ganze Ausmaß des futuristischen Szenarios deutlich. Die japanische Gesellschaft wird als Beispiel einer idealen Nation charakterisiert, in der es kaum mehr Anzeichen von Individuen gibt, weshalb Konflikte nahezu ausgeschlossen sind. Ablehnend diesem sterilen System gegenüber trifft Tuan in der japanischen Hauptstadt Tōkyō auf ihre alte Freundin Cian. Diese Verabredung nutzt die Story, um die Vergangenheit beider Figuren aufzuarbeiten. Hier erfährt der Zuschauer Einzelheiten über die Vergangenheit der Frauen, die sich in ihrer Jugend zusammen mit ihrer damaligen Freundin Miach umbringen wollten, um sich gegen das System aufzulehnen. Während Tuan und Cian von ihrem Suizid abgehalten werden konnten, verstarb Miach leider zu jener Zeit.

Aufgezwungener und freier Wille

Schuld an dieser Misere ist das ominöse WatchMe, das jedem Japaner nach seiner Geburt in den Körper eingepflanzt wird. WatchMe aktiviert sich im Erwachsenenalter automatisch und verhindert, dass der eigene Körper gesundheitliche Schäden nimmt. So und nicht anders wird die Gesellschaft als Geißel ihrer selbst gehalten. Harmony von den beiden Regisseuren Nakamura Takashi und Michael Arias spielt genauso mit philosophischen Fragen wie schon The Empire of Corpses, dem ersten Teil der Project-Itō-Trilogie. Dennoch verliert sich der Film nicht darin und erzählt von Anfang bis Ende eine stringente Geschichte, die lediglich hier und da mit kurzen Rückblenden unterbrochen wird. Verknüpft sind die philosophischen Fragen mit einer spannenden Kriminalgeschichte, denn kurz nachdem Tuan in Japan eintrifft, erschüttert eine Reihe von Suiziden die Bevölkerung. Tuan nimmt die Ermittlung auf und entdeckt, dass die schockierenden Ereignisse in gewisser Weise mit ihrer verstorbenen Freundin Miach zusammenhängen. Um den mysteriösen Selbstmord von tausenden Menschen aufzuklären, nimmt Tuan Kontakt mit Miachs Mutter und diversen Wissenschaftlern, darunter auch ihrem Vater, auf. Dadurch kommen immer mehr Details ans Tageslicht, die den nur mit reichlich hellen Farben gestalteten Film zu einem düsteren Erlebnis unter der Oberfläche machen.

Verschleierte Darstellung einer Dystopie

Im Gegensatz zu Filmen wie zum Beispiel Blade Runner, die ebenso ein dystopisches Abbild der Gesellschaft zeigen, setzt Harmony auf eine helle und weitgehend sterile Farbgestaltung. Allerhöchstens driftet das Werk von Studio 4°C in einzelnen Einstellungen in einen seichten Sepia-Effekt ab, lässt aber auch hier die hellen Farben durch. Stellenweise spielt der Science-Fiction-Film auch mit ein bisschen diffusem Licht, wodurch der Zuschauer zum Nachdenken über das undurchsichtige WatchMe-System angeregt wird. Für die dichte Atmosphäre ist jedoch auch der Soundtrack verantwortlich, der meist mit ruhigen Klängen im Hintergrund verbleibt und in den wichtigsten Szenen umso prägnanter aus den Lautsprechern ertönt. Gelungen ist ebenso die deutsche Synchronisation. Beispielsweise wird Protagonistin Tuan von Claudia Urbschat-Mingues gesprochen, ihr Vater hingegen von Sascha Rotermund. Wer Anime aber lieber im japanischen Originalton hört, freut sich hier über die Stimmen von Sawashiro Miyuki und Morita Junpei. Ärgerlich ist am Ende nur, dass Blu-ray-Käufer zugleich die im Paket enthaltene DVD bezahlen müssen. Eine Einzelveröffentlichung der Blu-ray gibt ist im deutschsprachigen Raum nicht vorgesehen. So spannend wie der erste Teil der Project-Itō-Trilogie ist Harmony zwar nicht, doch dafür umso tiefgründiger, vielschichtiger und nachdenklicher.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray- und DVD-Fassung): Harmony ist ein tiefgründiger Film über eine nach außen mit reichlich hellen Farben und idealen Vorstellungen verschleierte Dystopie, in der sich die Menschheit in der Zukunft einem System unterwirft und auf die freie Selbstbestimmung verzichtet. Verpackt in eine aufeinander aufbauende Kriminalgeschichte deckt die Protagonistin immer mehr Einzelheiten über diese Dystopie auf. Hinzu kommen die für Itō Satoshi typischen philosophischen Fragen, die hier neben dem Verzicht auf den freien Willen auch Suizid und Tod beinhalten. Ganz so spannend wie The Empire of Corpses, dem ersten Teil der Project-Itō-Trilogie, ist Harmony zwar nicht, doch ist die Geschichte deshalb nicht weniger mitreißend. Sie ist sogar tiefgründiger und vielschichtiger und regt noch einmal etwas mehr zum Nachdenken an. Science-Fiction-Fans, die sich philosophischen Fragen stellen wollen, dürfen Harmony also gerne eine wohlverdiente Chance geben.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Harmony!

Review: Detektiv Conan (Box 5, Episoden 130–155)

Lange mussten Hobby-Detektive nicht auf die Fortführung der Anime-Serie Detektiv Conan warten, denn nur zwei Monate nach der vierten Volume erschien am 25. Mai 2018 die fünfte Serienbox von Detektiv Conan – inklusive einiger wichtiger Folgen für die Haupthandlung.

Wer Detektiv Conan kennt, der weiß, dass es zwar einen Haupthandlungsstrang gibt, der sich wie ein roter Faden durch die ganze Anime-Serie zieht, doch ist dieser meistens unterpräsent. Im Klartext heißt das, dass sich der titelgebende Detektiv in den meisten Folgen mit kleineren Fällen auseinandersetzen muss, die nicht mit dem großen Ganzen zusammenhängen. Daran ändert sich auch in der fünften Volume nichts, auch wenn diese die eigentliche Storyline mit überraschend vielen Fakten ergänzt. Mit dem Überfall auf einen Banktransporter wird dieser Handlungsverlauf ins Rollen gebracht, denn Kudō Shin’ichi alias Edogawa Conan vermutet die Männer in Schwarz hinter dem Vorfall. Um die im Verborgenen operierende Organisation, die ihn hat schrumpfen lassen, zu überführen, nimmt er die Ermittlung auf. Kurze Zeit später bekommen Conan und seine hilfsbereiten Freunde Kojima Genta, Tsuburaya Mitsuhiko und Yoshida Ayumi eine neue Klassenkameradin. Hierbei handelt sich um Haibara Ai, die direkt ein Auge auf Conan wirft und fortan bei den Detective Boys mitmischt. Conan merkt schnell, dass es sich bei Ai um ein ganz besonderes Mädchen handelt, das von Geheimnissen umgeben ist. Zu viel soll nicht verraten werden, aber Ai scheint in Verbindung mit der Organisation zu stehen, was in vier zusammenhängenden Episoden wirklich sehr ausführlich behandelt wird.

Allgegenwärtige Detective Boys

Als neue Hauptfigur in Detektiv Conan wird Ai jede Menge Screen Time geschenkt, zumal sie fortan als neues Mitglied bei jedem einzelnen Fall der Detective Boys mitmischt. Während die Detective Boys zum Leidwesen ihrer Fans in den letzten Volumes etwas zu kurz gekommen sind, sind sie im fünften Episodenpaket fast schon omnipräsent. Unter anderem lösen die Kinder mit Conans Hilfe einen Fall über Zahlenkombinationen, die an sie geschickt werden. In einer anderen Folge machen die Nachwuchsdetektive wiederum einen Ausflug mit Professor Agasa Hiroshi, wobei sie in einem Schloss voller Geheimgänge und Geheimnisse landen. Unterstützt werden Conan und Co von den Erfindungen des Wissenschaftlers. Erstmals zu sehen ist beispielsweise das Lichtchronometer, halb Armbanduhr und halb Taschenlampe. Damit gelingt es den Detective Boys wunderbar, sich im alten Gemäuer zurechtzufinden. Fans von Mōri Kogorō müssen aber nicht verzweifeln, denn auch der Teilzeitalkoholiker und selbsternannter Frauenheld kommt hier und da zur Geltung, um zum Beispiel einen Direktor als Leibwächter zu beschützen. Suzuki Sonoko wird zur Fallaufklärung von Conan in zwei weiteren Fällen ebenfalls kurzerhand narkotisiert. Warum auch immer kommt am Ende einer Episode sogar Kaitō Kid ganz kurz vor, was für die Story aber leider absolut irrelevant ist.

Zeitgeist des ausgehenden 20. Jahrhunderts

In vielen Episoden von Detektiv Conan ist der Zeitgeist der ausgehenden 1990er-Jahre zu spüren. Beispielsweise erklärt Professor Agasa, dass er den ganzen Tag telefonisch nicht zu erreichen war, weil er zum Surfen im Internet den Hörer neben das Telefon legen musste. An anderer Stelle sind Fotografien auf Disketten gespeichert und selbst der Begriff „Chat“ und wie er funktioniert, muss noch ausführlich erläutert werden. Auch wurden Fotoapparate noch nicht von Digitalkameras verdrängt. Selbst an Gojira und Co angelehnte Kaijū-Filme werden erwähnt, die gegen Ende des Jahrtausends selbst in Japan fast nicht mehr relevant waren. Jüngere Zuschauer werden damit aber keine großen Probleme haben, da alle Inhalte logisch in einen Kontext gesetzt und erklärt werden. Aufgrund des Alters der enthaltenen Folgen ist es nachvollziehbar, dass die Anime-Serie von TMS Entertainment passend zum Zeitgeist im 4:3-Format ausgegeben wird. Sämtliche Szenen sind aber so gestaltet, dass die Entfaltung von Dynamik darauf zugeschnitten ist. Wer den Inhalt einer Episode nachlesen möchte, darf in das beiliegende Booklet mit Episodenguide schielen, wo alle Folgen kurz und knapp für den Zuschauer erläutert werden. Digitales Bonusmaterial gibt es erneut nicht, was aufgrund des endlich stark fortgesetzten Haupthandlungsstrangs aber auf jeden Fall zu verzeihen ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 130 bis 155 der Serie): Nachdem die vierte Volume von Detektiv Conan die Serienhandlung so gut wie gar nicht vorangetrieben hat, ändert sich das im fünften Episodenpaket. Mit Haibara Ai steht eine neue Figur im Mittelpunkt der Story, die in so gut wie jeder einzelnen Episode stark beleuchtet wird. Der Zuschauer erfährt mehr über sie, ihre Verbindung zur Organisation und auch über das Gift, das Kudō Shin’ichi auf Kindergröße hat schrumpfen lassen. Auch wenn klar sein dürfte, dass der Schülerdetektiv keine großen Erfolge feiern wird, bleibt die Geschichte dennoch äußerst spannend. Das liegt vor allem daran, dass der Zuschauer zum Miträtseln ermuntert wird, wer denn nun der Täter des jeweiligen Falles ist. Wer nach der vierten Volume etwas enttäuscht war, wird mit der gelungenen fünften Serienbox wieder versöhnt. Bleibt nur zu hoffen, dass es TMS Entertainment gelingen wird, diesen Spagat auch künftig weiterzuverfolgen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Detektiv Conan (Box 5, Episoden 130–155)!

Review: The Ancient Magus Bride (Vol. 3)

Nachdem die zweite Volume von The Ancient Magus Bride im Februar 2020 in Deutschland veröffentlicht wurde, mussten Fans der märchenhaften Geschichte glücklicherweise gar nicht lange auf die nächsten Episoden der tollen Anime-Serie aus dem Hause Wit Studio warten.

The Ancient Magus Bride knüpft in der dritten Volume wie zuvor an die Geschehnisse des letzten Episodenbündels an, ohne jedoch direkten Bezug auf diese zu nehmen. Das passt auch ganz gut, da die dreizehnte und damit erste Folge dieser Ausgabe mit einem frischen Opening beginnt. Das Vorspannlied Here von Iwasato Yūho, Shirato Yūsuke und Sakai Junna wurde durch den Song You von Nakano Ryōta und Nakabayashi Mei ausgetauscht, bei dem Iwasato aber immerhin noch den Text verfasst hat, wodurch das Lied inhaltlich nach wie vor zur Serie passt. Zu Beginn der Episoden der dritten Volume ist Hatori Chise zu ihrem Lehrer und womöglich künftigen Ehemann Elias Ainsworth heimgekehrt. In der malerischen Idylle Englands lernt sie nicht nur neue magische Wesen kennen, sondern offenbart Elias mehr und mehr, dass sie ihn über gemeinsame Bekannte besser kennengelernt hat. Was in typischen Dramaserien spätestens jetzt zu recht unnötigen Konflikten geführt hätte, wird in The Ancient Magus Bride traditionsgemäß in ruhiger Zweisamkeit langsam und mit gut gewählten Worten auf einer sehr persönlichen Ebene besprochen. Unter der Regie von Naganuma Norihiro gelingt es dem Fantasy-Werk ein Weiteres Mal, realitätsnah gezeichnete Charaktere miteinander agieren zu lassen, was zu einem eindrucksvollen Erzähltempo führt, das sich Zeit nimmt.

Über das Lehrer-Schüler-Verhältnis hinaus

Im Mittelpunkt der Handlung steht nach wie vor die zwischenmenschliche Beziehung von Chise und Elias, die sich nach und nach vertieft. Da Chise weiß, dass Elias möglicherweise schon einmal einen Menschen verspeist hat, fragt ihr Lehrmeister sich natürlich, ob seine Schülerin nun Angst vor ihm hat. In The Ancient Magus Bride vermischen sich Licht und Schatten, sodass niemals eindeutig ist, welche Werte und Emotionen in den Figuren stecken. Das passt wunderbar dazu, dass Chise im Auftakt des dritten Episodenpakets die Fähigkeit erlernt, ihre Gestalt zu verändern. Mit dieser Verbildlichung reflektiert Chise sogar das Verhalten von Elias, der sich wie ein Kind verhält und seine Vergangenheit weitgehend vor seiner von ihm auserkorenen zukünftigen Ehefrau verborgen hält. Trotz alledem verbindet beide Charaktere etwas, das aber nicht mit aufgesetzt wirkender Romantik oder Dramatik ausgedrückt wird. In der vierzehnten Episode versucht das Paar beispielsweise, einen von Chises Freunden zu helfen. Dieser liegt im Sterben und kann nur mit Magie gerettet werden. Ob die Rettung gelingt, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Der Zuschauer erkennt allerdings schnell, dass die Beziehung von Chise und Elias über die Ausbildung hinausgeht und weitreichende Auswirkungen auf weitere Charaktere wie der magischen Redcurrant hat.

Konträre Gestaltungsmaßnahmen

In stilistischer Hinsicht verbinden sich in The Ancient Magus Bride sowohl dunkle als auch helle Perspektiven, die die wiederkehrenden Gegensätzlichkeiten visuell unterstreichen. So ist der Eingang zum Feenreich beispielsweise pechschwarz, der Ort selbst jedoch ist wiederum auf angenehme Art und Weise in herbstliche Farben gehüllt. Dort erwarten die Charaktere sowohl Freude als auch Trauer, was die Anime-Serie zu einem wunderbar konträren Erlebnis macht. Selbiges gilt für den Wechsel der Jahreszeiten, denn in der 16. Folge hält auch der Winter Einzug in England. Unter technischen Gesichtspunkten erstrahlt das Werk des Wit Studios jederzeit im bildschirmfüllenden 16:9-Format, in dem die detaillierten Figuren vor malerischen Kulissen agieren. Hinzu kommt der gelungene Soundtrack von Matsumoto Jun’ichi, der The Ancient Magus Bride mit einem sehr melancholischen Unterton ausstaffiert, sodass die erwachsenen Themen wie Vergänglichkeit und Tod in den emotionalen Szenen nie an Bedeutung verlieren. Auch die beiden enthaltenen Synchronfassungen sind gelungen, denn sowohl den deutschen als auch den japanischen Sprechern gelingt es wunderbar, ihren Rollen Persönlichkeit zu verleihen. Leider hat es der hiesige Publisher Kazé Anime erneut versäumt, der Anime-Serie irgendein Bonusmaterial zu spendieren. Das dämpft das Vergnügen leicht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit der dritten Volume bricht in der Serie The Ancient Magus Bride die zweite Serienhälfte an. Diese sollte grundsätzlich die Storyline auf das Finale vorbereiten, doch werden stattdessen eher einzelne Geschichten erzählt, die leicht aufeinander aufbauen und im Vorbeiflug die Vergangenheit von verschiedenen Figuren aufarbeiten. Aufgrund der langsamen Erzählweise macht das aber nichts, da jede Folge die Charaktere nicht nur sympathischer, sondern zugleich auch authentischer macht. Trotzdem bleibt es unglaublich spannend, wie The Ancient Magus Bride mit dieser Struktur zu einem runden Ende gebracht werden kann. Wer jedoch die ersten beiden Volumes schon mochte, wird mit ziemlicher Sicherheit auch das dritte Episodenpaket in sein Herz schließen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Ancient Magus Bride (Vol. 3)!

Prime Time: One Piece (TV-Box 21) Unboxing

Lange ist es her, seitdem wir das letzte Mal eine Serienbox der Anime-Serie One Piece ausgepackt haben. Dieses Versäumnis möchten wir heute korrigieren. Unser Chefredakteur stellt euch in unserem Unboxing-Video die 21. Volume der Serie vor und verrät euch, über welche optischen und haptischen Eigenschaften ihr euch freuen dürft. Wir wünschen euch gute Unterhaltung!

Review: Story of Seasons: Friends of Mineral Town

Stardew Valley hat das Genre der Bauernhofsimulationen im Alleingang revolutioniert. Selbst die Harvest-Moon- und Story-of-Seasons-Franchises erstarren davor in Ehrfurcht. Story of Seasons: Friends of Mineral Town entpuppt sich im Test jedoch als angemessene Alternative.

Als im Jahr 1999 Harvest Moon: Back to Nature für die PlayStation veröffentlicht wurde, war noch nicht abzusehen, dass damit der Grundstein für den vermeintlich besten Serienteil gelegt wurde. Mit Harvest Moon: Friends of Mineral Town respektive Harvest Moon: More Friends of Mineral Town erschienen 2003 gleich zwei Remakes des PlayStation-Klassikers für den Game Boy Advance, in denen wir der titelgebenden Mineralstadt einen erneuten Besuch abstatten können – je nach Spielversion als Junge oder als Mädchen. Unter neuem Seriennamen, aber gleichem Untertitel, sprich Story of Seasons: Friends of Mineral Town, werden diese beiden Spiele genau so zusammengefasst, wie es bereits das ebenfalls auf Back to Nature basierende Harvest Moon: Boy & Girl aus dem Jahr 2005 auf der PlayStation Portable geschafft hat. An der Grundprämisse hat sich in all den Jahren aber nichts geändert. Nach wie vor erben wir den Bauernhof unseres verstorbenen Großvaters. Als neuer Farmer ist es unsere Aufgabe, dem heruntergewirtschafteten Hof zu neuem Glanz zu verhelfen. Im Mittelpunkt des Spiels steht dabei jedoch nicht unbedingt die Farmarbeit, denn auch daneben gibt es noch zahlreiche Sachen zu erledigen und Entdeckungen zu machen. Dabei fällt uns schnell auf, dass der Tag nur 24 Stunden hat – und dieser will schließlich auch gut geplant und vor allem genutzt sein.

Carpe diem

Den Spruch, dass es auf einer Farm keine Sonntage gibt, hat wohl jeder sicherlich schon einmal gehört. Dankbar müssen wir den Bauern sein, die auch am Wochenende hart für uns arbeiten. In Friends of Mineral Town nehmen wir diese Rolle ein. In der Stadt besorgen wir uns mit unserem Startkapital die ersten Gemüsesamen, pflügen anschließend auf unserem Hof das Feld um, sähen die Saat aus und müssen diese dann einige Tag nacheinander bewässern. Deshalb wird auch jeder Regentag zu einem Freudentag, da wir dann unsere Energie für andere Tätigkeiten aufsparen können. Beispielsweise Holzhacken im Wald, um irgendwann unser Haus zu vergrößern. Ebenfalls können wir die Natur nach Kräutern und anderen natürlichen Erzeugnissen abzusuchen, um sie genau wie geerntetes Gemüse in der Sammelbox auf unserer Farm zu verkaufen. Jeden Tag um 17 Uhr erscheint dort der Händler Zack, der uns für unsere Mühen belohnt. Wollen wir finanziell richtig absahnen, sollten wir uns überlegen, auch Hühner und Kühe auf unserem Hof zu halten. Bis wir dieses Ziel erreichen, sollten wir jedoch Zeit und Geduld aufbringen. Tiere benötigen Futter und bis wir erst einmal genügend Heu mit der Sichel gemäht haben, muss auf dem Feld auch viel Gras gewachsen sein. All das geht auf Kosten unserer knappen Energie, die wir aber zum Glück erweitern und regenerieren können.

Begrenzte Kapazitäten

Leider ist die Energieleiste der erste Kritikpunkt in Friends of Mineral Town, denn einerseits haben wir eine in Zahlen messbare Energieleiste und andererseits noch eine visuelle Angabe, wie es um unsere Kondition gestellt ist. Selbst wenn unser Charakter seine ganze Energieleiste geleert hat und kurz davor gleich mehrfach mit gefühlt unendlich in die Länge gezogenen Animationen zusammenbricht, können wir danach immer noch ein gutes Stück bis zur tunlichst zu vermeidenden Ohnmacht weiterarbeiten. Hier wäre es unserer Meinung nach besser gewesen, sich auf eine Anzeige zu konzentrieren. Haben wir uns jedoch einmal ans Konzept gewöhnt, regen wir uns darüber zwar nicht mehr auf, das Kopfschütteln bleibt aber bestehen. Sind wir dennoch mal dem „Tode“ nahe, können wir unsere Energie beim Arzt, im Restaurant oder mit einem Bad in der heißen Quelle wieder auffrischen, was jedoch nicht ohne Verlust von Zeit (und Geld) auskommt. Ebenfalls fragwürdig ist auch der regelmäßige Besuch der Mine. Hier sammeln wir seltene Erze zum Verbessern der Werkzeuge, die dann effektiver genutzt werden können. Warum wir beim Verlassen jedoch immer wieder von vorne starten müssen, ist uns ein Rätsel. Gerade bei einem Remake erwarten wir, dass derlei Designentscheidungen vielleicht nicht rückgängig, aber zumindest überdacht und überarbeitet werden.

Familiäre Atmosphäre

Ein nicht zu unterschätzender Aspekt von Friends of Mineral Town sind die zahlreichen zwischenmenschlichen Beziehungen, die wir eingehen können. Beschenken wir die Bewohner von Mineralstadt mit für sie nützlichen Gegenständen, spiegelt sich das im Vertrauen wieder. Das führt regelmäßig zu neuen Zwischensequenzen in Spielgrafik, in denen wir mehr über die einzelnen Figuren herausfinden. Schinden wir bei den Jungs oder Mädels mit Geschenken ordentlich Eindruck, kann das sogar zur Hochzeit führen. Im Remake von Friends of Mineral Town sind jedoch auch homosexuelle Partnerschaften erlaubt, was positiv heraussticht. Allerdings leidet die „Glaubhaftigkeit“ der Erzählweise darunter, da so jedem Hochzeitskandidaten im Spiel eine bisexuelle Ausrichtung in die Wiege gelegt wird, obwohl das in den Dialogen unter den Charakteren so kaum bis gar nicht deutlich wird. Charmant und interessant bleiben die Figuren trotzdem, was im Grunde so auch auf die Spielwelt umgemünzt werden darf. Als Remake einer frühen Episode des Franchises ist diese jedoch sehr überschaubar. Hier und da fehlt es an Abwechslung. Da helfen auch die regelmäßigen Festlichkeiten nicht, die weitgehend rudimentär wirken. Im direkten Vergleich zu Stardew Valley kann Friends of Mineral Town aus derlei Gründen zwar nicht gänzlich mithalten, ist aber dank der überschaubaren und vor allem einsteigerfreundlicheren Optionen vor allem für Neulinge eine sehr gute Alternative.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-, Game-Boy-Advance- und Nintendo-Switch-Fassung): Story of Seasons: Friends of Mineral Town bietet bis auf die eine oder andere Abweichung genau dieselben Inhalte wie schon Harvest Moon: Friends of Mineral Town oder gar Harvest Moon: Back to Nature. Das ist im Grunde aber nicht schlimm, denn alle drei Spiele bieten eine tolle, wenn nicht sogar die beste Erfahrung des gesamten Story-of-Seasons-Franchises. Es macht einfach Spaß, mit immer effektiveren Werkzeugen das Feld zu bestellen, Viehzucht zu betreiben, den Wald nach naturellen Erzeugnissen zu durchforsten, sich eine Braut oder einen Bräutigam zu suchen und die Jahre im Wechsel der Jahreszeiten zu erleben. Leider fällt die immerhin sehr liebevolle designte Spielwelt mit ihren illustren Charakteren nach heutigen Maßstäben recht klein aus und ist deshalb auch ebenso schnell abgelatscht und verinnerlicht. Auch die zweigeteilte Energieleiste ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln und hätte ich zumindest nicht gebraucht, zumal die viel zu langen Animationen beim Zusammenbrechen meiner Spielfigur spätestens beim dritten Male an einem Tag einfach nur nerven. Nichtsdestotrotz spiele ich Friends of Mineral Town immer wieder gerne, denn das Spiel gibt mir ein heimeliges Gefühl. Fans des Franchises oder von Bauernhofsimulationen allgemein greifen hier sowieso zu. Wer jedoch zum ersten Mal ins Genre hineinschnuppern will oder wem Stardew Valley zu komplex ist, bekommt mit Friends of Mineral Town den wohl besten Einstieg in das Reich der Bauernhofsimulationen, den er oder sie sich nur vorstellen kann.

Vielen Dank an Marvelous Europe für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Story of Seasons: Friends of Mineral Town!

Review: 51 Worldwide Games

In vielen Familien war und ist es immer noch üblich, Spielabende zu veranstalten. Was früher oftmals Brett- und Kartenspiele waren, sind heute immer häufiger Videospiele. 51 Worldwide Games von Entwicklerstudio NDCube verbindet beide Welten zu einer tollen Spielsammlung.

Dass große Spielsammlungen Anklang im Videospielbereich finden, bewies bereits 42 Spieleklassiker für den Nintendo DS aus dem Jahr 2005. Da die Switch nicht nur am heimischen Fernseher, sondern auch im Handheld- und Tabletop-Modus für ein derartiges Konzept prädestiniert zu sein schien, kam die Entwicklung ins Rollen. Schon vorweg lässt sich sagen, dass 51 Worldwide Games eine überaus gelungene Spielsammlung ist. Das Angebot ist mit den 51 titelgebenden Spielen nicht nur besonders groß, sondern auch überaus abwechslungsreich. NDCube hat sich verschiedene Gesellschaftsspiele aus diversen Kulturen der Welt angeschaut und diese mit viel Liebe zum Detail in ein digitales Korsett gezwängt. Vertreten sind beispielsweise Klassiker wie Ludo, das die meisten von euch vermutlich als „Mensch ärgere dich nicht“ kennen dürften. Hier wird sich brav abgewechselt und der virtuelle Würfel geworfen, um seine Spielfigur auf dem Spielbrett fortzubewegen. Wie im echten Leben gehört hier ein wenig Glück dazu. Soll heißen, wer keine Sechs würfelt, muss gegebenenfalls mehrere Runden warten, bis er wieder loslegen darf. Auch wenn die Berechnung zufällig ist, muss sich jeder im Klaren darüber sein, dass die virtuellen Würfel niemals das Gefühl eines echten Kubus ersetzen. 51 Worldwide Games stellt damit eher eine sehr platzsparende Alternative dar.

Spiele aus der ganzen Welt

Neben in ganz Europa und Nordamerika bekannten Spielchen wie Domino, Hasenjagd, Käsekästchen, Mühle oder Schach haben auch Exoten ihren Weg in die Sammlung gefunden. Als Beispiel wollen wir da Mankalla nennen, das vor allem in afrikanischen und asiatischen Ländern gespielt wird. Hier müssen wir klug taktieren und kleine Spielsteine von einer Mulde in die nächste transportieren, sodass wir am Ende die meisten der klunkerförmigen Objekte besitzen. Fans von chinesischen und japanischen Spielen dürfen hingegen auch die Bekanntschaft mit Hanafuda, Mahjongg oder Shōgi machen. Da diese Spiele eine steile Lernkurve aufweisen, finden wir es gut, dass die Entwickler auch an mehr oder weniger aussagekräftige Anleitungen gedacht haben. Starten wir eines der 51 Spiele, wird uns eine – glücklicherweise auch überspringbare – Einführung vorgesetzt, in der wir ein erstes Bild vom jeweiligen Spiel bekommen. Über das jeweilige Untermenü dürfen wir uns dann auch ein elektronisches Regelwerk durchlesen und in wenigen Fällen sogar kurze Tutorials spielen. Hinzu kommt, dass die vertonten Einführungen mit prominenten deutschen Synchronsprechern wie Bernd Vollbrecht oder Sebastian Fitzner besetzt sind. Da hier auch nicht an der einen oder anderen humorvollen Einlage gespart wird, ist die Aufmachung insgesamt als charmant einzustufen.

Ungebremster Spielfluss online und offline

Da das Spiel grundsätzlich auf Mehrspielerpartien ausgelegt ist, bleibt die berechtigte Frage, ob und inwiefern Solisten vom Spiel profitieren. Jedes der enthaltenen Werke lässt sich auch alleine gegen den Computergegner spielen. Die künstliche Intelligenz des Computers ist in unseren Augen jedoch ein zweischneidiges Schwert. In vielen Fällen agiert er in sämtlichen Schwierigkeitsstufen äußerst clever, macht aber gerne mal den spielentscheidenden Fehler. Wer keine Freunde auf der Couch versammeln will oder schlicht nicht den Platz oder die Möglichkeit dazu hat, darf sich auch online mit ihnen oder echten Gegnern messen. Gut vier Fünftel des Angebots lässt sich mit verschmerzbaren Lags online spielen. Dabei können wir über eine Auswahl bis zu drei Spiele selektieren, auf die wir Lust haben. Kommt eine Internetbegegnung nicht sofort zustande, dürfen wir auch im Einzelspielermodus weiterspielen. Sobald die Online-Partie losgeht, wird der Einzelspielermodus mit einem „Lesezeichen“ pausiert, was dem ununterbrochenen Spielfluss wirklich gut tut. In puncto Bedienung überzeugt 51 Worldwide Games vor allem mit der Knöpfchen- und Touchscreen-Steuerung. Die Bewegungssteuerung, die bei Bowling, Darts und Angeln vorausgesetzt wird, enttäuscht jedoch mit unglaublicher Ungenauigkeit. Bei der sonst gelungenen Spielsammlung ist das verzeihlich.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: 51 Worldwide Games ist aus Sicht eines deutschen Spielers eine wirklich gelungene Ansammlung von abwechslungsreichen Spielen aus der ganzen Welt. Brettspielklassiker wie Ludo, Dame oder Hasenjagd unterhalten genauso gut wie das exotische Mankalla. Kartenspiele wie Hanafuda oder Präsident tun ihr übriges, um mich langfristig an die Switch zu fesseln – und das nicht nur mit Freunden. Auch alleine macht 51 Worldwide Games sehr viel Spaß, zumal ein Online-Modus über die im entscheidenden Moment etwas zu plumpe künstliche Intelligenz hinwegtäuscht. Schade finde ich jedoch, dass es keine Möglichkeit gibt, mit meinen Mitspielern zu kommunizieren. Was bei kurzen Plänkeln in Golf oder Viererreihe sicherlich nicht nötig wäre, stört bei dreißigminütigen Ludo-Partien ungemein. Hier sollte bei Publisher Nintendo endlich ein Umdenken stattfinden. Genauso sollte mit einem Patch auch eine Knöpfchensteuerung für Bowling, Darts und Angeln stattfinden, denn diese drei Spiele lassen sich nur mit regelmäßigen Wutanfällen überstehen. Nichtsdestotrotz ist 51 Worldwide Games genau die Sammlung, die keinem gesellschaftsfähigen Switch-Besitzer fehlen darf.

Gewinnspiel (4. bis 31. Juli 2020)

Am gestrigen Tage ist Gameplay Gamers stolze zehn Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass veranstalten wir in freundlicher Zusammenarbeit mit Nintendo ein kleines Gewinnspiel. Zwischen dem 4. und 31. Juli 2020 verlosen wir unter allen Teilnehmern eine Nintendo Switch Lite im Farbton „Koralle“. Um an unserem Gewinnspiel teilnehmen zu können, habt ihr zwei miteinander kombinierbare Möglichkeiten, bei denen ihr insgesamt bis zu 10 Lose beziehungsweise Gewinnchancen sammeln könnt:

  1. Kommentiert zwischen dem 4. und 31. Juli 2020 einen beliebigen Artikel auf unserer Internetpräsenz. Der Kommentar muss sich inhaltlich auf den jeweiligen Artikel oder einen bereits verfassten Kommentar einer anderen Person beziehen, eine Länge von mindestens 300 Zeichen (inklusive Leerzeichen) aufweisen und am Ende den Hashtag „#NintendoSwitchLite“ enthalten. (Je Artikel ein Kommentar möglich, jeder Kommentar gibt 1 Los, maximal 5 Lose möglich)
  2. Markiert unsere Facebook-Seite mit „Gefällt mir“, teilt unseren Gewinnspielbeitrag mit Bild vom 4. Juli 2020 öffentlich auf eurer Facebook-Seite und markiert in einem Kommentar unter dem Beitrag auf unserer Seite bis zu 5 Freunde. (Jeder markierte Freund gibt 1 Los, maximal 5 Lose möglich)

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens das achtzehnte Lebensjahr vollendet und ihren Erstwohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben. Minderjährige Nutzer benötigen eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten. Mitarbeiter von Gameplay Gamers und Nintendo sind von der Verlosung ausgeschlossen. An der Verlosung nehmen alle Personen teil, die die gewünschten Anforderungen erfüllen. Erfüllt kein Teilnehmer die Anforderungen, wird der Gewinn unter allen Teilnehmern gleichermaßen verlost. Der Gewinner der Verlosung wird nach Ablauf des Gewinnspiels ab dem 1. August 2020 informiert. Er hat anschließend 72 Stunden Zeit, sich bei uns zu melden. Andernfalls erhält nach denselben Gewinnspielregeln ein anderer Teilnehmer die Chance auf den Gewinn. Aus Datenschutzgründen wird der Gewinner namentlich nicht von uns erwähnt. Teilnahmeschluss ist der 31. Juli 2020, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Gameplay Gamers feiert den zehnten Geburtstag!

Hochgeschätzte Gameplay-Gamers-Leser,

aus heutiger Sicht scheint es schier unglaublich, dass es schon ganze zehn Jahre her ist, dass wir unseren allerersten Artikel veröffentlicht haben. In diesen zehn Jahren hat sich die ganze Videospielindustrie entwickelt und verändert. Mit Innovationen und frischen Ideen haben uns Nintendo, Sony, Microsoft und Co mit Konsolen überrascht und mit Spielen begeistert. Unser rein privat betriebenes Projekt wurde davon natürlich auch berührt, denn schließlich sind wir es, die sich mit den Auswirkungen neuer Konzepte beschäftigen. Mit unserem kleinen Team wollen wir auch in Zukunft weiterhin auf diesem Grundgerüst aufbauen und werkeln fleißig im Hintergrund weiter, um euch auf Gameplay Gamers auch künftig ein tolles Erlebnis zu bieten.

An unserer Ausrichtung wird sich dabei selbstverständlich nichts verändern. Nach wie vor möchten wir euch die Erfahrung präsentieren, die ihr von uns einfach gewohnt seid. Soll heißen, dass wir unseren Fokus auf Artikel über Videospiele, Anime, Manga, ostasiatische Filme und Kultur legen und nicht verschieben werden. Dazu gehören hin und wieder auch Specials, deren Gedanken nur noch darauf warten, verfasst zu werden. In den nächsten Monaten dürft ihr von uns also erneut viele interessante Artikel erwarten. An dieser Stelle bleibt uns wie in jedem Jahr aber nur eines möglich: Vielen Dank für tolle zehn Jahre mit euch!

Eric Ebelt

Review: Black Clover (Vol. 5)

Nachdem der magische Ritterorden Schwarzer Stier in letzter Sekunde die Entführung von wehrlosen Kindern aufhalten konnte, gibt ihr Feind, Das kalte Auge der weißen Nacht, aber immer noch keine Ruhe. Die fünfte Volume führt Asta und Co unter die Meeresoberfläche.

Black Clover orientiert sich erzähltechnisch an den vorherigen vier Volumes. Das heißt, dass das fünfte Episodenpaket nahtlos an die Geschichte der vorherigen Ausgabe anknüpft. So ist die Terrororganisation Das kalte Auge der weißen Nacht weiterhin und unermüdlich auf der Suche nach den magischen Steinen, um eine höhere Existenzebene zu erreichen. Drei von den magischen Steinen fehlt ihnen noch – und einer davon soll im Meerestempel in der Nähe der Stadt Raque aufbewahrt werden. Um ihren Feind zuvorzukommen, machen sich Asta und die anderen Mitglieder des Schwarzen Stiers zum Meer auf. Dort angekommen, müssen sie nach dem Meerestempel Ausschau halten. Sonne, Strand und Meer sorgen allerdings dafür, dass bei den Freunden auch ein wenig Urlaubsstimmung aufkommt. Dennoch vergessen sie den Ernst der Lage nicht und erfahren bald mehr Einzelheiten über den Meerestempel, der sich am Boden des Meeres befinden soll. Das Mana um den Tempel herum wehrt jedoch alle neugierigen Blicke ab. Lediglich in Vollmondnächten ist das Mana abgeschwächt. Um zum Meerestempel zu gelangen, ist es aber notwendig, dass Noelle Silva ihre Wassermagie voll und ganz beherrscht. Dementsprechend nutzen die Freunde die Zeit, um sich zu erholen und ihre Kräfte zu sammeln, während Noelle versucht, ihre Kräfte unter Kontrolle zu bringen.

Tief unter dem Meer

Haupthandlungsort der fünften Volume von Black Clover sind die Höhlen des Meerestempels. Hier müssen sich die Mitglieder des Schwarzen Ordens mit den Kämpfern des Hohepriesters in einem Battle Royale messen, um an den schwarzen Stein zu gelangen. Ihre Vorgesetzten lehnen sich in der Zeit zurück und schauen sich das Spektakel lieber aus sicherer Entfernung an. In der Zwischenzeit tauchen an der Oberfläche einige Anhänger der Terrororganisation, angeführt vom durchtriebenen Vetto, auf. Sie mischen sich in die Kämpfe ein und verhindern mittels mächtiger Raummagie, dass Yami Sukehiro und der Hohepriester ihren Kämpfern zur Hilfe kommen. Diese sind somit weitgehend auf sich allein gestellt und müssen lernen, sich gegen übermächtige Feinde zu behaupten. Neben den hitzigen Auseinandersetzungen bleibt in den Episoden der fünften Ausgabe aber reichlich Platz, um auch die einzelnen Charaktere und ihre persönliche Entwicklung abzubilden. Noelle möchte mit ihrem besonders hübschen Bikini beispielsweise Asta bezirzen, der jedoch von der restlichen Chaostruppe abgelenkt wird, was Noelles Gemüt erhitzt. Gauche Adlais Schwesterkomplex ist ebenfalls Bestandteil der Handlung. Ständig informiert er die kleine Marie über den Ausflug zum Strand – sobald er jedoch den Meerestempel betritt, bricht die magische Übertragung zu seinem Leidwesen ab.

Traditionsreiches Erscheinungsbild

Finral Roulacase versucht unterdessen Greys Fähigkeiten auszunutzen, um am Strand die eine oder andere Frau aufzureißen. Anhand dieser Beispiele ist zu sehen, dass der Humor – wohlgemerkt in einer gesunden Dosis – genauso zu Black Clover gehört wie die Fressorgien zu Dragon Ball und One Piece. Dargestellt wird das Geschehen nach wie vor mit schlichten und tristen Farben, die im bildschirmfüllenden 16:9-Format mit Licht- und Schatteneffekten aufgehübscht werden. Der Soundtrack entspricht bis auf Ausnahmen derselben Musik wie in den vorherigen Episoden – und ist dementsprechend absolut hervorragend den Situationen angepasst. In puncto Bonusmaterial orientiert sich die fünfte Volume an den vier vorherigen Veröffentlichungen: So liegt neben dem ab Folge 40 verwendeten Clear Opening und Clear Ending sowie einem alternativen Ending eine siebenminütige Bonusfolge im Chibi-Look vor. Diese ist im Gegensatz zum Rest der Serie aber nur auf Japanisch abspielbar. Hier zeigt sich jedoch, dass die japanische Synchronisation immer noch ein kleines Stückchen besser ist als die deutsche Vertonung, die aber ebenfalls sehr gelungen ist. Im Pappschuber haben des Weiteren ein 24-seitiges Artbook und ein 16-seitiges Booklet Platz. Diese orientieren sich in Aufbau und Gestaltung an den vorherigen Serienboxen. So und nicht anders muss das sein!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Black Clover überzeugt ein fünftes Mal auf ganzer Linie. Das liegt vor allem am stringenten Handlungsstrang, der mit jeder Folge spannender wird, mit Überraschungen spielt, logische Ziele aufwirft und auch starken Einfluss auf die Charakterkonstellation hat. Aufgrund dessen, dass die fünfte Volume zwölf statt neun bis zehn Episoden enthält, bleibt für die tiefgründige Charakterentwicklungen, die teilweise mit Rückblenden gespickt sind, deutlich mehr Platz. Das gilt im Übrigen auch für das stete Überwinden der mentalen und physischen Grenzen der Charaktere, was ganz besonders im actionreichen Kampf gegen Vetto von erzähltechnischer Bedeutung ist. Black Clover kann somit also auch in der fünften Serienbox begeistern. Schlussendlich bleibt nur zu hoffen, dass die sechste Volume respektive die zweite Staffel nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Clover (Vol. 5)!

 

Prime Time: Dragon Ball Super (Vol. 7, Unboxing)

Dragon Ball Super ist von unserer Internetseite nicht mehr wegzudenken. Im Rahmen eines Unboxing-Videos möchten wir euch heute die mittlerweile siebte Volume der Anime-Serie vorstellen. Über welche optischen und haptischen Merkmale diese Serienbox verfügt, erfahrt ihr von unserem Chefredakteur im Video. Viel Spaß!