Review: The Devil is a Part-Timer! (Vol. 1)

The Devil is a Part-Timer (Vol. 1) (1)Als gefürchteter Bösewicht muss man jederzeit darauf gefasst sein, von Helden besiegt und in die ewige Verdammnis geschickt zu werden. Dem Dämonenfürsten von Ente Isla gelingt jedoch im entscheidenden Moment die Flucht und landet in der japanischen Metropole Tōkyō.

The Devil is a Part-Timer (Vol. 1) (2)Den Niedergang des hart erarbeiteten Imperiums möchte wohl niemand, besonders der Leiter des Unternehmens, gerne miterleben wollen. Das denken sich wohl auch Dämonenfürst Satan Jakobu und sein treuer Diener Arushieru auf der Insel Ente Isla, als sie von mutigen Helden in den Kämpfen um die Vorherrschaft überrascht werden. Es öffnet sich ein Portal in eine andere Welt; genauer gesagt der Realität, in der wir uns befinden. Die beiden Dämonen stranden weit entfernt von ihrer magischen Heimat in einer Welt, in der Magie fast schon ein Fremdwort ist. Überrascht sind sie von Tōkyō schon ein wenig. Das hat nichts damit zu tun, dass unsere Welt fortschrittlicher oder gelinde gesagt anders auf die Dämonen wirkt, sondern weil die beiden Dämonen nicht länger ihre dämonischen Körper haben. Aus unerklärlichen Gründen finden sich die Übeltäter in menschlichen Hüllen wieder. Zudem wurden sie ihrer magischen Kräfte beraubt und können sich so nicht einmal zur Wehr setzen, als die Polizei sie anspricht, welche sie für Ausländer hält, da die beiden kein Wort Japanisch sprechen. Verhaftet werden sie zwar nicht, doch durch ihren kurzen Aufenthalt im Polizeirevier erhaschen die beiden einen ersten Überblick, wie unsere Welt funktioniert und wo sie sich überhaupt befinden. Ihr oberstes Ziel ist nämlich den Weg zurück nach Hause zu finden, um Ente Isla zurückerobern zu können.

Gestrandet in der Gegenwart

The Devil is a Part-Timer (Vol. 1) (3)Fürs Erste müssen sich die Dämonen allerdings zurückziehen und bekommen es zugleich mit den Tücken der Gesellschaft und des Menschendaseins zu tun. Pässe beantragen, eine Bleibe finden und Nahrung aufzunehmen, sind das Mindeste, was sie nun tun müssen. Das Problem dabei ist allerdings, dass man für alles Geld benötigt. Satan Jakobu, der sich mit dem neuen Pass übrigens Maō Sadao nennt, überlegt sich den ultimativen Plan. Wenn man schon aus der eigenen Heimat vertrieben wird und sich neue Chancen auftun, dann soll man diese gefälligst nutzen. Er plant also nicht nur Ente Isla, sondern auch Japan und die ganze Welt erobern zu wollen. Um diese Ziele zu erreichen, muss man auch als Dämonenfürst in Menschengestalt ganz unten anfangen. Ein Glück, dass die Fastfood-Kette MgRonald (die Anspielung erklärt sich vermutlich von selbst) nach neuen Teilzeitkräften sucht. Prompt wird Maō eingestellt und verkauft den Kunden mit einem freundlichen Lächeln und zuvorkommend Pommes Frites und Hamburger. Sein Untergebener Ashiya Shirō (der Name Arushieru ist anscheinend auch nicht mehr zeitgemäß) macht sich in der Zwischenzeit auf, um mehr über die Welt herauszufinden beziehungsweise wie man Magie verwenden kann, um das Portal zu öffnen. Dieses Ziel will auch Yusa Emi alias Heldin Emiria Yusutīna erreichen, die den Dämonen gefolgt ist.

Der Weg zur Weltherrschaft

The Devil is a Part-Timer (Vol. 1) (4)An der Grundthematik des Anime erkennt man unschwer, dass es sich hierbei um eine Story mit Drang zur Komik handelt. Die Geschichte wird zwar zunächst ernst präsentiert, doch sind die Dämonen einmal in Tōkyō gelandet, stapfen sie von einem Fettnäpfchen ins andere. Es macht durchaus Spaß den beiden Halunken bei ihrem Werdegang zu verfolgen; auch wenn es natürlich zweifelhaft ist, ob man als Festangestellter bei MgRonald die Weltherrschaft eher erreichen kann, als wenn man sein Geld als Teilzeitkraft verdient. Dem Witz der Serie tut dies allerdings keinen Abbruch. Zudem wird die Story in den drei vorliegenden Episoden der ersten Volume stringent erzählt; kein Aspekt der Handlung wirkt bisher deplatziert und ist elementar für den Fortgang der Storyline. Auf der technischen Seite besticht der Anime mit einem sehr guten HD-Bild in 1080p. Bunte Farben dominieren zwar, doch in nächtlichen Passagen können auch die Lichteffekte begeistern. Der Soundtrack von Ryosuke Nakanishi befindet sich auf einem mittelmäßigen Niveau, passt aber zum berieselnden Charakter des Anime von Regisseur Naoto Hosoda. Digitales Bonusmaterial liegt in Form der Karaoke-Versionen von Intro und Outro vor. Im physischen Booklet finden wir neben Informationen zum Anime auch ein Kochrezept für Sunomono. Einen feinen Bierdeckel gibt es obendrauf.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich muss gestehen, dass ich den Anime nicht auf dem Schirm hatte und sehr überrascht war, als das Rezensionsexemplar bei mir auf dem Schreibtisch landete. Spannend klingt die Inhaltsangabe auf dem Cover zwar nicht, doch sollte man sich nicht davon abschrecken lassen. Der Anime möchte zwar eine sehr ernste Geschichte erzählen, doch aufgrund der Differenzen zwischen Fantasie und Realität wirken viele Szenen so ganz besonders lustig. Der Humor des Anime steht definitiv im Vordergrund und das ist auch gut so, denn viele Szenen beginnen sehr ernst und beginnen mit der Zeit immer abgedrehter zu werden. Man kann schnell in den Anime einsteigen und sich in ihm verlieren. Schade nur, dass jede Volume nur mit drei Episoden ausgestattet ist. Gerne würde ich nämlich jetzt schon wissen, wie die Geschichte nach dem Cliffhanger am Ende der dritten Folge weitergeht. Potenzial hat der Anime in den ersten Episoden schon reichlich. Ich hoffe nur, dass der Mix aus Action und Comedy in den nächsten Folgen ebenso überzeugen kann.

Vielen Dank an Anime House für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Devil is a Part-Timer! (Vol. 1)!

Prime Time: Tari Tari – Vol. 3 (Unboxing)

Mit der dritten Volume geht Tari Tari zu Ende. Es ist keine Schande, wenn man am Schluss die eine oder andere (Freuden)träne fließen lässt! Damit wir der Tradition treu bleiben, möchten wir euch in unserem Unboxing-Video heute die Vor- und Nachteile der dritten Volume vorstellen. Wir wünschen gute Unterhaltung!

Review: Game of Thrones

Game of Thrones (1)Fragt man Serienjunkies derzeit nach ihrer Lieblingsserie, wird ziemlich oft Game of Thrones genannt werden. Nach aktuell vier Staffeln nimmt der Hype um Martins Fantasy-Epos in Serienform nicht ab. Im Juni 2012 wird hierzulande sogar ein Rollenspiel dazu veröffentlicht.

Game of Thrones (2)In unserem Review werden wir auf Spoiler verzichten, doch kommen wir nicht umher, auf ein paar Charaktere aus der Serie beziehungsweise den Romanen einzugehen. Wer also absolut nicht gespoilert werden möchte, sollte zumindest die erste Staffel von Game of Thrones noch nachholen. Die Handlung des Spiels setzt nämlich mehrere Monate vor der ersten Staffel ein. Wir schlüpfen abwechselnd in die Haut zweier Charaktere, die aus zwei verschiedenen Regionen von Westeros, dem Handlungsort des Spiels, stammen. Wer bereits von Game of Thrones gehört hat, wird vielleicht wissen, dass sich im Norden von Westeros die sogenannte Mauer befindet. Ein schier unüberwindbarer Damm aus Stein und Eis schützt die Menschen im Norden vor Wildlingen, Riesen und Untoten. Wer sich eines schweren Verbrechens in der Welt von Game of Thrones schuldig macht und zum Tode verurteilt wird, hat jedoch immer noch die Chance seine Schuld zu büßen, in dem er bis zu seinem Lebensende an der Mauer in der Nachtwache dient. Zur Nachtwache gehört auch Mors Westford. Dieser schlägt sich mit den täglichen Aufgaben an der Mauer durchs Leben. Deserteure aufspüren und hinrichten, Wildlinge vertreiben oder Entflohene aus dem Bordell vom Mulwarft zurück zur Schwarzen Festung bringen. Eines Tages wird er jedoch mit einer besonderen Aufgabe bedacht.

Zwei Handlungsstränge

Game of Thrones (3)Diese besondere Aufgabe besteht darin, eine junge Frau sicher in den Süden zu bringen. Im Süden kehrt derweil Alester Sarwyck aus dem Exil in seine Heimat Flussrath zurück, um der Beerdigung seines Vaters beizuwohnen. Sein Erbe kann er jedoch nicht antreten, da Königin Cersei aus dem Hause Lennister Alesters Schwester seinem Halbbruder Valarr versprochen hat. Game of Thrones ist in fünfzehn Kapitel unterteilt, in denen wir die beiden Protagonisten meist abwechselnd spielen. Zudem spielen die Kapitel mit Alester oft einige Wochen vor den Ereignissen im Norden. Während Alester versucht, die Hochzeit zu verhindern und das Erbe von Flussrath anzutreten, liegen die beiden Handlungsstränge zeitlich bald näher beieinander und werden schlussendlich zusammengeführt. Unterwegs treffen wir neben Königin Cersei auch auf andere Figuren. In der Schwarzen Festung treffen wir auf Lord-Kommandant Jeor Mormont und unterstützen ihn beim Lenken des Geschehens in der Nachtwache. Stolzieren wir in der Hauptstadt Königsmund umher, darf auch der Eunuch Lord Varys nicht fehlen. Wie in der Serie ist es auch im Spiel nicht klar, welches Ziel er verfolgt. Das trifft jedoch auch auf viele andere Nichtspielercharaktere zu, die wir in Westeros antreffen. Bei der Annahme von Quests kann sich das Gegenüber mitunter schnell gegen uns wenden, sobald wir lästig werden.

Der Spürhund

Game of Thrones (4)Sobald wir einen der beiden Protagonisten zum ersten Mal verkörpern, dürfen wir Punkte auf Attribute wie Stärke, Ausdauer oder Intelligenz verteilen, Stärken und Schwächen auswägen und zudem eine Charakterklasse wählen, wie wir uns am besten durchs Spiel schlagen wollen. Wir empfehlen an der Stelle klar, keinesfalls Bogenschütze zu werden. Es gibt im gesamten Spiel so gut wie keine Möglichkeiten, wo die Fähigkeiten eines Fernkämpfers genutzt werden können. Zwar können wir auf jeder Erfahrungsstufe auch in Fertigkeiten investieren, damit wir dann mit anderen Waffen besser umgehen können (was auch sehr gut funktioniert!), doch viele Fähigkeiten, die wir für unsere Fernkampfwaffe benötigen, sind dann absolut nutzlos. Hier fehlt es dem Spiel klar an Ausgewogenheit. Interessant ist jedoch der Einsatz von den Spezialfähigkeiten der beiden Hauptdarsteller. Mors ist stets mit seinem kleinen Hund, den er liebevoll auf den Namen Der Spürhund getauft hat, unterwegs. Da Mors ein Warg, also ein Mensch, der die Fähigkeit hat, sich in andere Lebewesen hineinzuversetzen und diese dann steuern kann, ist, können wir so auch mit dem Spürhund durch die Weltgeschichte laufen. Entweder spüren wir über diesen Weg wertvolle Kleinode auf, suchen vermisste Personen oder – sofern der Gegner alleine auftritt – reißen wir ihm bequem die Halsschlagader heraus.

Wenige Höhepunkte

Game of Thrones (5)Alester hingegen ist im Exil zu einem Roten Priester von R’hllor geworden. Er folgt dem Pfad des Herrn des Lichts und verfügt somit über die Macht des Feuers. Außerhalb der Kämpfe ist diese Fähigkeit jedoch auch anderweitig zu gebrauchen. Nutzen wir die Kraft, können wir an der einen oder anderen Stelle Geheimgänge finden oder gelegentlich seltene Gegenstände entdecken. Die Fähigkeiten sind wirklich abwechslungsreich. In Kämpfen können wir zum Beispiel unsere Klinge in Brand stecken, für Blutungen und Bewusstlosigkeit sorgen oder sogar bekannte Gifte wie den Würger beim Gegner einsetzen. Der Schwierigkeitsgrad ist in Game of Thrones jedoch nicht ausgeglichen. Auf der normalen Schwierigkeitsstufe sind die Kämpfe in den ersten Spielstunden gelegentlich eine echte Herausforderung. In der zweiten Spielhälfte haben wir jedoch so viel Kleingeld über, dass wir uns problemlos mit den besten Gegenständen eindecken können. Heiltränke werden zum Ende hin schon überflüssig. Wer eine Herausforderung sucht, sollte also direkt auf der höchsten Stufe beginnen. Technisch macht der Titel keinen guten Eindruck. Teilweise hinkt er 2012 optisch mindestens sechs Jahre zurück und der Soundtrack könnte, bis auf zwei, drei Stücke, wesentlich besser sein. Wenigstens überzeugt im Endeffekt noch die Story, die uns dreißig Stunden lang beschäftigt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Xbox-360-Fassung): Unverhofft kommt oft. Zwei Jahre ist es her, wo Game of Thrones bei mir eingetroffen ist. Ich bin jedoch froh, dass ich so lange mit dem Review des Spiels gewartet habe. Einer der beiden Charaktere ist nämlich mit einem doch recht wichtigen Story-Detail unmittelbar verbunden, welches erstmals in der vierten Staffel angesprochen wird. Die Handlung von Game of Thrones hinkt der Serie wirklich nur wenig hinter her. Während die Haupthandlung wirklich großartig ist und selbst in den letzten Spielminuten noch mehrere Wendungen hat und mich vor schwierige Entscheidungen stellt, stören mich einige Nebenhandlungen. Diese werden wirklich nur sehr oberflächlich behandelt und obwohl ich oft die Chance habe, etwas im Leben der Nichtspielercharaktere zu bewirken und Teile der Haupthandlung dadurch zu beeinflussen, merke ich davon jedoch nur wenig. Die Welt fällt zudem sehr steril aus. Während noch in der Schwarzen Festung das Leben pulsiert, gleicht Königsmund einer Geisterstadt, wo man nur alle paar Meter einem Bewohner über den Weg läuft. Das kratzt stark an der Atmosphäre, genau wie manche Tracks, die wirken, als ob man sie in der letzten Minute dahingeklatscht hätte. Das Kampfsystem macht nach einer kurzen Eingewöhnungszeit überraschend viel Spaß, doch finde ich es schade, dass sich eine wirkliche Dynamik erst dann entwickelt, wenn beide Protagonisten in der zweiten Spielhälfte aufeinandertreffen. Nach dreißig Stunden bin ich jedoch froh, dass ich Game of Thrones gespielt habe. Das Rollenspiel mag zwar nicht das beste Stück Lizenzsoftware sein, denn drei, vier Monate längere Entwicklungszeit hier echt geholfen hätten. Game of Thrones mag kleinere Fehler haben, doch Fans der Vorlage ist, werden die mit einem Augenzwinkern abtun und sich freuen, Entscheidungen zu treffen, die man vielleicht nicht hätte treffen sollen.

Vielen Dank an dtp entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Game of Thrones!

Review: Way of the Warrior

Way of the Warrior (1)Ältere Martial-Arts-Filme haben leider oftmals den Ruf, nicht immer mit ihrer Handlung zu punkten. Dieses Phänomen betreffen jedoch auch einige neue Filme wie Way of the Warrior. Der Film glänzt weniger mit seiner Handlung, doch umso mehr mit seinen Choreographien.

Way of the Warrior (2)Die Handlung von Way of the Warrior setzt im Zweiten Weltkrieg an. Der Film dreht sich jedoch nicht um einen aktiven Krieger beziehungsweise Soldaten in diesem Krieg. Fernab der Realität bewegt sich die Handlung des Films noch dazu. Während die japanische Streitmacht nach und nach China besetzt, bildet sich fernab der Zivilisation der geheimnisvolle Todeskult Hades. Mit dem griechisch-mythologischen Herrscher der Unterwelt hat dieser Kult jedoch nur den Namen gemein. Der Kult arbeitet seit jeher im Verborgenen. Immer wenn irgendwo auf der Welt Kinder entführt werden, besteht die Chance, dass sie an den Hades-Kult verkauft werden. Dort werden die Kinder im Glauben, dass ihre Eltern zugestimmt haben, gegen ihren Willen ausgebildet. Diese Ausbildung ist hart, da sie gehorsam sein müssen, um nicht von den Ausbildern misshandelt zu werden. Mit der Zeit verdrängen sie ihre Gefühle und es existiert nur noch der Wille, für das Wohl des Kultes zu agieren. Der Gedankengang hinter dem Kult und dessen Aufblühen ist denkbar einfach. Mit jedem Sieg der japanischen Besatzungsmacht regt sich der chinesische Widerstand ein Stück mehr – mit dem Kult möchte man alleine mit dem Geist dagegenhalten. Das ist auch das einzige, was wir von der fiktiven Ideologie dieses Kultes erfahren. Tiefer geht Way of the Warrior nicht auf den Bund der Kultisten ein.

Auswirkungen von Propaganda

Way of the Warrior (3)Trotzdem regt sich innerhalb der Reichweite der Propaganda Widerstand. Einer der früheren Anhänger des Hades-Kult und seither gläubiger Shaolin-Mönch will die Sekte im Alleingang zerschlagen. Weitere Anhänger werden zur gleichen Zeit mit dem Schiff wieder an den Ort des Geschehens gebracht, nachdem sie während des Kriegers in Burma geschnappt wurden. Sie müssen sich der Ausbildung nicht weiter unterziehen. Stattdessen müssen sie drei Kämpfe überstehen, die jedoch gefährlicher nicht sein könnten. Versagt man, stirbt man. Gibt man auf, wird man als Trainingspartner wieder eingeschrieben. Jeder der Kultisten ist mit einem Tattoo beziehungsweise einer Nummer auf seinem Oberarm gebrandmarkt. K29, der Shaolin-Mönch, muss sich nicht nur gegen seine ehemaligen Freunde stellen, sondern auch mit ansehen, wie eine ganze Schiffsladung von Kindern in den Tempel gebracht wird. Das erinnert ihn an seine eigene Kindheit, wo er zudem noch eine wichtige Person in seinem Leben verloren hat. Wir möchten nicht zu viel verraten, aber wie die Figuren zum Teil in den Film eingeführt werden, wirkt schon sehr konstruiert. Jetzt hat der Mönch keine große Wahl mehr, denn nicht nur sein und das Leben der gefangenen Mitglieder steht auf dem Spiel. Er muss den Orden zerschlagen, damit die Kinder wieder in Freiheit und ohne die gefährliche Propanga aufwachsen können.

Fantastische Choreographien

Way of the Warrior (4)Obwohl die Handlung nicht übers Mittelfeld hinauskommt, können wir dem Film gar nicht absprechen, wie gut er Propaganda und dessen negative Auswirkungen darstellt. Die Kritik an Systemen, die so zum Teil auch noch in einigen Ländern der Welt durchgesetzt wird, ist sehr deutlich zu erkennen. Es ist nur sehr schade, dass die Charaktere teils unpassend in die Story geworfen werfen und Zusammenhänge kaum erklärt werden. Es ist schwierig, dem Film in seiner Tiefe gänzlich zu folgen. Dafür können wir aber den Choreographien sehr gut folgen, denn diese stammen zum Teil aus dem Kopf von Action-Legende Sammo Hung und das merkt man auch. Jeder Tritt, jeder Schlag und jede Bewegung wirken atemberaubend. Die Kämpfe zu genießen, ist in Way of the Warrior absolut nicht schwer. Man tut es einfach und wundert sich dann trotz der langatmigen Erzählung, wie schnell doch die Zeit vergeht. Das mag auch an der guten Bildqualität liegen, denn in 1080p sieht jeder Muskel der Kämpfer klasse aus. Die deutsche Synchronisation ist ebenfalls gut gelungen, doch Authentizität gibt es nur im Mandarin-Originalton. Hier sprechen Charaktere jedoch auch Englisch und Japanisch, was der Atmosphäre ein wenig mehr Tiefe verleiht, die ihm sonst an einigen Stellen fehlt. Apropos Fehlen: Bonusmaterial liegt nicht vor; 112 Minuten Film müssen hier leider reichen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wer sich auf Way of the Warrior einlässt, wird nach ein paar Minuten bemerken, dass die Handlung sehr zäh ist. Daran ändert sich im Verlauf des Films nichts. Die Story hat zwar ihre Daseinsberechtigung und hat Mut, Kritik an Systemen zu üben, doch gut erzählt ist sie meiner Meinung nach nicht. Es fehlt an plausiblen Charaktereinführungen. Verbindungen zwischen den Charakteren werden zudem nur selten wirklich klar, bis es am Ende eine kleine Überraschung gibt. Was der Film jedoch nicht mit seiner Handlung schafft, gelingt ihm auf Seiten der Action. Hinter den Choreographien steckt unter anderem der legendäre Sammo Hung und das merkt man dem Film auch an. Sämtliche Choreographien gefallen mir. Sie sind temporeich, abwechslungsreich und in Verbindung mit der wirklich tollen musikalischen Untermalung sind sie optisch ein Genuss. Schade, dass es kein einziges Stück Bonusmaterial auf die Disc geschafft hat. Das hätte Aufschluss über ein paar Entscheidungen gegeben, welche das Produktionsteam treffen musste. Wer auf eine maßgeblich ausgeklügelte Handlung verzichten kann, bekommt mit Way of the Warrior jedenfalls immer noch einen guten Action-Film mit spannender Thematik und tollen Choreographien!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Way of the Warrior!

Review: Winners & Sinners

Winners & Sinners (1)Wie man einen Film gut verkaufen kann, lässt sich am Beispiel von Winners & Sinners sehr gut erklären. Man packt einfach den großen Namen Jackie Chan aufs Cover, obwohl dieser im ganzen Film nur in einigen wenigen Szenen auftaucht. Spaßig ist der Klamauk trotzdem!

Winners & Sinners (2)Die Handlung des Films setzt an fünf unterschiedlichen Stellen ein, da wir es in Winners & Sinners mit gleich mehreren Hauptcharakteren zu tun haben. Fünf von ihnen sind Teekessel, Auspuffrohr, Vaseline, Curly und Rookie. Die ulkigen Namen spiegeln sich auch jeweils in den Verbrechen wieder, die sie recht schusselig begehen. Teekessel verbringt seine Zeit damit, in fremde Häuser einzubrechen und sie leerzuräumen. Doof nur, dass er gleich in der ersten Szene in eine Überraschungsparty stürzt und bei der anschließenden Flucht gleich im Käfig eines Polizeiwagens landet. Auspuffrohr hat es sich zur Gewohnheit gemacht, dass er fremde Autos leer räumt und dabei prompt das Auto eines Polizeibeamten knackt. Vaseline hingegen ist ein Trickbetrüger der besonderen Art. In Juweliergeschäften lässt er sich mit Hilfe seines Charmes von den Verkäuferinnen teure Uhren zeigen. Plötzlich meint er in einem der anderen Kunden ein Freund zu erkennen, drückt ihm dann eine Waffe in die Hand und drückt für ihn bereits ab. Eigentlich ganz schön ausgebufft dieser Vaseline, da er so torkelnd aus dem Laden verschwinden kann und einen Unschuldigen ins Verderben laufen lässt. Blöd nur, dass er an einem Tag einen Gauner die Waffe in die Hand drückt und so einen Überfall sabotiert, durch den überhaupt erst auffällt, um wen es sich bei Vaseline handelt. Wirklich dumm gelaufen!

Totales Tohuwabohu

Winners & Sinners (3)Curly hingegen verstößt einfach nur gegen ein paar Gesetze, in dem er eigentlich verbotene Versammlungen auf offener Straße unterstützt. Als alle vier im Wagen zum Gefängnis landen, lernen sie dort auch noch Rookie kennen. Zu fünft beschließen sie, dass sie sich hinter Gittern von niemanden etwas gefallen lassen wollen und zusammenhalten. Diese Freundschaft hält so natürlich auch nach der Zeit im Gefängnis an. Sie beschließen zunächst die frische Freiheit zu genießen und stoßen in Curlys Haus auf dessen Schwester Shirley, mit der sie zusammen eine Reinigungsfirma gründen, um über die Runden zu kommen. An der gutaussehenden Shirley sind Curlys vier Freunde natürlich allesamt interessiert und so kommt es in der ersten Hälfte des Films zu mehreren Versuchen, dieser näherzukommen. Während wir auf der einen Seite Einblick ins Geschäftsleben einer Reinigungsfirma erhalten, bekommen wir auf der anderen Seite die Machenschaften des Gangsterboss Jack Tar vorgestellt. Dieser ist am selben Tag wie die fünf Freunde entlassen worden und möchte sich nun mit dem Drucken von Falschgeld den Weg in die Hongkonger Unterwelt ebnen. Zufällig landet der Koffer mit den Druckplatten und einem Teil des Falschgeldes in den Hände der Freunde, wodurch Tar auf sie aufmerksam wird und dessen Bruder kurzerhand Shirley als Geisel nimmt, da dieser auch mitmischen will.

Gespür für Humor

Winners & Sinners (4)Da fragt man sich tatsächlich, warum der Film als ein Jackie-Chan-Film beworben wird. Der taucht in Winners & Sinners wiederholend in nur sehr wenigen Szenen als Detective CID 07 auf, der sich in eine Verfolgungsjagd auf Rollschuhen mit zwei Dieben schmeißt, sich einen kurzen Kampf mit Yuen Biao leistet und Probleme mit Schildkröten bekommt. Sein Charakter ist immerhin förderlich für die Beziehung zwischen Teekessel und Shirley. Da wäre mehr Potential gewesen, doch Hauptdarsteller Sammo Hung erklärt das im Bonusteil des Films so, dass Jackie Chan und Yuen Biao einfach zu seinen Filmen dazugehören, auch wenn sie keine große Rolle einnehmen. Das ist aber nur unter dem Aspekt, dass der Film eben als ein Jackie-Chan-Film in Deutschland beworben wird, schade. Trotzdem macht Winners & Sinners sehr viel Spaß, da Sammo Hung, der auch als Regisseur agiert, Gespür beweist, wie man Humor mit Action verbindet. Von den Namen der Protagonisten einmal abgesehen, kann der Film mit tollen Sprüchen und Dialogen punkten, bei denen kein Auge trocken bleibt. Wenn es dann zur Sache geht, können auch die unter Yuen Biaos Leitung choreographierten Kämpfe punkten. Das einzige, was man der Handlung vielleicht ankreiden kann, ist, dass sie sich sehr viel Zeit für die Charaktere nimmt und sich nicht auf einen stringenten Ablauf zum Ende konzentriert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Winners & Sinners ist durchgehend ein sehr unterhaltsamer Titel. Schon als ich die Namen der Hauptcharaktere auf der Rückseite der Blu-ray-Verpackung gelesen habe, musste ich lauthals lachen. Damit nicht genug, können mich die Dialoge und die Sprüche, welche Richard Ng, Sammo Hung, Jackie Chan, Stanley Fung oder Charlie Chin zum besten geben, zum Lachen bringen. Selbst die Sprücheschreiber von Bud Spencer und Terence Hill wären sicher manchmal neidisch. Winners & Sinners ist ein fröhlicher Film, der stellenweise ernst wird, aber dennoch bis zum Schluss darauf baut, dass ich als Zuschauer gute Laune habe. Meiner Meinung nach hätte der Martial-Arts-Teil des Films noch ein wenig kräftiger ausfallen können, doch stören tue ich mich daran absolut nicht, da der Film auch ohne übertriebene Kämpfe funktioniert. Unverständlich ist für mich allerdings, dass man den Film als einen Jackie-Chan-Film in Deutschland vermarktet. Chan taucht nur ein paar Mal auf und hat kaum Bedeutung für den Film. Es ist immer wieder nett ihn im Film zu bemerken, aber ein Jackie-Chan-Film ist das dadurch noch lange nicht. Man nimmt Sammo Hung die Ehre, seinen Namen auf die Packung zu schreiben. Verdient hätte es der Kampfkünstler, Schauspieler und Regisseur definitiv. Als Fan des Hongkong-Kinos und Anhänger von actionreichen Komödien sollte man sich Winners & Sinners nicht entgehen lassen!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Winners & Sinners!

Prime Time: Tari Tari – Vol. 2 (Unboxing)

Die Geschichte um Konatsu und Co geht in Tari Tari locker weiter, doch haben die Charaktere auch mit vielen (privaten) Rückschlägen zu kämpfen. Dazu haben wir uns in unserem Review zur zweiten Volume bereits geäußert, doch heute möchten wir euch auch die Verpackung vorstellen. Viel Spaß mit unserem Unboxing-Video!

Prime Time: Psycho-Pass (Vol. 1 – 4) (Unboxing)

Einer der wohl spektakulärsten Anime der letzten Zeit war wohl die Serie Psycho-Pass. Im Abstand von jeweils zwei Monaten zwischen den insgesamt vier Volumes hat Kazé Anime den Anime hierzulande veröffentlicht. Während ihr in den letzten Monaten daher unsere Review-Reihe verfolgen durftet, folgt heute nun auch endlich das Unboxing-Video zu den vier Veröffentlichungen auf Blu-ray. Wir wünschen euch gute Unterhaltung!

Prime Time: Death Note – Vol. 1 (Unboxing)

Bereits vor einer ganzen Weile haben wir euch die erste Volume des Animes Death Note in Form eines Reviews vorgestellt. Selbstverständlich möchten wir euch unsere Eindrücke zur Aufmachung der Box, welche die ersten vier DVDs enthält, nicht vorenthalten. Unter anderem kritisieren wir hier die fehlenden Inhaltsangaben und loben den hochwertigen Schuber. Schlussendlich wünschen wir euch viel Spaß mit unseren Eindrücken!

Review: Once upon a Time in Vietnam

Once upon a Time in Vietnam (1)Manche Filme lassen sich nur sehr schwer in Worte fassen. Once upon a Time in Vietnam ist solch ein Film, da er sich an den Elementen verschiedener Genres bedient und sie zu einem wunderbaren Kunstwerk formt. Wir gehen auf eine märchenhafte Reise nach Vietnam.

Once upon a Time in Vietnam (2)Ob es sich bei dem Schauplatz des Films tatsächlich um Vietnam handelt, lässt sich schon ab der ersten Minute bezweifeln. Zwar ist der Film aus dem Jahr 2013 tatsächlich in Vietnam gedreht worden, doch die historischen Geschehnisse, die der Film vermitteln will, spiegeln in erster Linie nicht unbedingt die Wahrheit wieder, wie sich das Land nach der Besatzung durch das japanische Kaiserreich im Zweiten Weltkrieg entwickelt. Die Handlung dreht sich um den Kriegermönch Dao. Dessen Aufgabe ist es, Deserteure im ganzen Land aufzuspüren. Findet er einen Deserteur, muss er diesen auf der Stelle hinrichten. Das Blutvergießen nimmt kein Ende, rücksichtslos führt er seine Aufträge durch. Eines Tages führt ihn sein Weg in ein Fischerdorf. Dort soll er die hübsche Anh töten. Diese hat jedoch einen Ehemann und ein Kind. Die Mutter weckt in Dao Gewissensbisse, weshalb er zunächst beschließt, Anh zu verschonen. Das Leben des Paars und das von Dao geht seinen gewohnten Gang. Während Anhs Mann im Dorf eine Bäckerei leitet, ist sie für die Erziehung ihres kleinen Sohns verantwortlich. Dieser wird in der Schule nämlich von Raufbolden schikaniert, weil er klein und schwächlich ist. Die Beziehung zwischen Kind und Eltern wird auf eine harte Probe gestellt, als seine Mutter ihm vor den drei Raufbolden beschützt. Er wünscht sich so sehr, dass er es seinen Feinden heimzahlen kann.

Vierecksbeziehung

Once upon a Time in Vietnam (3)Während sein Vater dafür ist, dass der Junge lernen soll, wie er sich zur Wehr setzen kann, hält seine Mutter pazifistisch dagegen. Als Dao jedoch der Untermieter der Familie wird, erfährt ihr Sohn zwangsläufig, dass er ein Meister ist und mit dem Schwert umgehen kann. Während der Junge im Kampf unterrichtet wird, daraufhin erst in der Schule und dann auch noch zuhause für Unruhe sorgt, holt Anh und Dao die Vergangenheit ein. Dabei bleibt es jedoch nicht, denn als Daos Vorgesetzter erfährt, dass Anh nicht hingerichtet wurde, macht sich dieser selbst auf, um das Kriegsrecht durchzusetzen. Long ahnt jedoch nicht, dass er auch mit der Vergangenheit Anhs konfrontiert wird. Wie genau die Verknüpfungen zwischen den Protagonisten aussehen, lassen wir euch an dieser Stelle nur erahnen. Bis zum Ende bleibt es jedoch spannend und wendungsreich. Wendungsreich bedeutet auch, dass verschiedene Genre des Films in Once upon a Time in Vietnam charakterisiert werden. Die erste Szene erinnert zum Beispiel an einen Western, wo ein Unbekannter (Dao) eine Bar betritt. Dann wiederum fährt Dao auf einem Motorrad den Sonnenuntergang entgegen, doch der Himmel wirkt so, als ob bereits die Apokalypse längst zurückliegt. Die Geschichte rund um Anh ähnelt eher der eines Dramas denn eines Abenteuers; Gefühle und Emotionen werden in uns allseits geweckt.

Modernes Märchen

Once upon a Time in Vietnam (4)Das ist jedoch noch lange nicht alles, denn Once upon a Time in Vietnam verfügt über schier unendliche Facetten. Der Martial-Arts-Anteil wird so durch Fantasy-Elemente ergänzt. Hier werden die Fäuste von Dao zu Stein und Long attackiert seine Gegner mit Flammenangriffen. Außerdem gibt es noch Schwertkämpfe, welche Action und Spannung auf den Höhepunkt treiben. Diese Elemente passen gerade deshalb so gut zusammen, weil sie durch Rückblenden in die Zeit des Krieges in Etappen eingeführt werden beziehungsweise sich abwechseln. Die Computereffekte sind zwar nicht auf der Höhe der Zeit, fallen aber nicht sonderlich störend auf. Das Bild in 1080p macht dafür einen sehr guten Eindruck; alle Kulissen werden scharf und kontrastreich eingefangen. Sowohl die deutsche, als auch die vietnamesische Tonspur liegen auf der Blu-ray Disc in DTS-HD 5.1 Master Audio vor. Im Originalton wirkt der Film zwar einen Tick authentischer, aber auch die deutsche Synchronisation kann sich die ganzen 107 Minuten absolut hören lassen. Nach dem Abspann schauen wir uns gerne noch das 56 Minuten lange Bonusmaterial an, welches aus einem Behind-the-Scenes-Video besteht. Hier wird chronologisch durch die Entstehung des Films geleitet. Once upon a Time in Vietnam ist ein vietnamesisches, modernes und erwachsenes Märchen, auf dessen Reise ihr euch unbedingt begeben solltet!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit vietnamesischen Filmen hatte ich bisher noch keine Erfahrung gemacht und mit Once upon a Time in Vietnam direkt einen Glückstreffer gelandet. Der Film ist vielleicht an einigen Stellen nicht auf der technischen Höhe der Zeit, doch das gleicht er mit seiner wirklich spannenden und wendungsreichen Handlung, die sich an sehr vielen Facetten und recht verschiedenen Filmgenres bedient, absolut wieder aus. Egal ob Western, Drama oder Martial-Arts-Streifen – die Genres wechseln sich ständig ab und greifen teilweise ineinander über. Die Ideen sind hervorragend miteinander kombiniert und werden durchweg nicht langweilig, da immer wieder neue Geheimnisse ans Tageslicht kommen und die Geschichte so durchweg spannend bleibt. Schade ist höchstens, dass der Film nach 107 Minuten wieder vorbei ist. Ich würde so gerne noch viel mehr Zeit mit Once upon a Time in Vietnam verbringen. Das kann ich dann höchstens im Bonusmaterial, wo man sich sichtlich erkennen kann, wie viel Spaß die Schauspieler beim Dreh hatten. Ich kann Once upon a Time in Vietnam nur sehr empfehlen, denn solch ein vietnamesisches modernes Märchen gibt es in der Welt nicht noch einmal!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Once upon a Time in Vietnam!

Prime Time: Tari Tari – Vol. 1 (Unboxing)

Die Coming-of-Age-Geschichte in Tari Tari gefällt uns sehr gut, wie ihr aus unserem Review zu ersten Volume unlängst wissen dürftet. Heute stellen wir euch die erste Volume des Animes in Form eines Unboxing-Videos vor. Wir wünschen euch viel Spaß dabei!

Review: Tokyo Powerman

Tokyo Powerman (1)Wie schon bei Winners & Sinners erfolgt die Veröffentlichung in Deutschland auf Blu-ray im Namen von Jackie Chan. Dieser hat mit dem Film allerdings nur sehr wenig zu tun, doch wenn schon ein großer Name lockt, dann kann der Film eigentlich auch gar nicht schlecht sein.

Tokyo Powerman (2)Korrupte Polizisten gibt es überall; auch bei der Hongkong Police scheint es einen Beamten zu geben, der vor kurzem die Seiten gewechselt hat. Mit Diamanten im Wert von hunderten Millionen Dollar verschwindet er aus der chinesischen Hafenstadt und taucht im japanischen Tōkyō wieder auf. Um den Verräter zu fassen, reisen die Polizisten Muscle und Ricky nach Tōkyō, wo sie ihn kurze Zeit später zufällig in der Tōkyōter Untergrundbahn antreffen. Die Zielperson verschwindet allerdings schneller als ihnen lieb ist. Nach einer Verfolgungsjagd landen die Polizisten in einem Vergnügungspark Fujikyū Hairando, wo ihnen der Verräter entwischt. Dummerweise arbeitet dieser mittlerweile mit der Ninja-Gang zusammen, die den beiden Ordnungshütern dicht auf den Fersen sind. Ihnen gelingt es Ricky gefangen zu nehmen, woraufhin Muscle keine andere Möglichkeit sieht, Verstärkung aus Hongkong anzufordern. Es darf sich dabei jedoch nicht um Polizisten handeln, da diese sofort auffallen würden. Dem Polizisten Muscle fällt nur eine Handvoll Leute ein, die ihm jetzt noch helfen können. Er denkt an die Brüder, die mit ihm in Waisenhauszeiten durch dick und dünn gegangen sind. Das Problem besteht darin, dass sich die Freunde, nachdem Muscle Polizist geworden ist, entfremdet haben und aufgrund unterschiedlichen Ideologien nicht mehr miteinander reden.

Fünf Perspektiven

Tokyo Powerman (3)Dummerweise ist die Gang mittlerweile entzweit. Dem Polizeichef wird durch Muscle klar, dass die Waisenhausbande nur durch Fastbuck wieder zusammengeführt werden kann. Der sitzt allerdings im Gefängnis, aus dem er angeblich aufgrund einer Begnadigung durch den Gouverneur freigelassen wird. Als er dann mit dem Auto des Aufsehers abhauen will, wird er vom Polizeichef aufgeschnappt und gezwungen, ihm bei der Ermittlung zu helfen. Fastbuck willigt ein, denn drei weitere Jahre im Kittchen möchte er nun wirklich nicht riskieren. Sein erstes Ziel ist Herb, der in Hongkong einen Juwelier nach dem anderen ausraubt, indem er die Scheiben der Geschäfte mit einer kleinen Ladung Sprengstoff aufbricht. Zusammen mit Herb sucht er Rawhide auf, der jeden Zahnarzt der Stadt um den Verstand bringt, in dem er diesen seine faulen Zähne zeigt und sie anschließend ausraubt. Gemeinsam stoßen sie dann auf den in einer Nervenheilanstalt lebenden Sandy, der die Kunst der Telekinese erlernen will, aber am Unmöglichen durchweg scheitert. Die Gruppe beschließt, dass sie auch auf die Hilfe von Holzkopf angewiesen ist. Der hat sich von der Gruppe wie Muscle entfernt, da er ehrlich bleiben will und arbeitet inzwischen bei der Coca-Cola Company. Er ist allerdings strohdumm und kann in der Arbeitswelt nicht richtig Fuß fassen. Ein Glück dass Fastbuck vorbei kommt!

Details am Rande

Tokyo Powerman (4)Sammo Hung, der in Tokyo Powerman nicht nur die Rolle des Fastbuck übernimmt, sondern auch Regie führt, hat die Inspiration für diesen Film von einer japanischen Fernsehserie, die Personen aus fünf verschiedenen Blickwinkeln zeigt. Dieses Kunststück, Action und Humor aus fünf unterschiedlichen Richtungen vereint zu präsentieren, gelingt ihm nach Winners & Sinners erneut. Alle Charaktere haben ihre Eigenheiten und auch Nebencharaktere wie die Polizistin Barbara tragen dazu bei, dass sich die Geschichte nett entfaltet. Schade nur, dass Jackie Chan und Yuen Biao, welche die beiden nach Tōkyō entsandten Polizisten spielen, nur ganz am Anfang und dann gegen Ende wirklich von Bedeutung sind. Die Handlung des nur 96-minütigen Films nimmt sich nämlich vor allem die Zeit, um die fünf wichtigen Charaktere eine lustige Szene nach der anderen zu durchleben. An Action wird dabei vor allem gegen Ende des Films nicht gespart. Es gibt zwar deutlich bessere Martial-Arts-Szenen aus anderen Filmen mit Sammo Hung, doch stören tun sie zu keiner Zeit. Ein nettes Detail am Rande ist Michiko Nishiwaki, die hier immer mal wieder zwischendurch eine Kämpferin spielt, eine Koryphäe auf dem Gebiet Bodybuilding in Japan ist. Wer den Manga Dr. Slump von Akira Toriyama kennt, freut sich zudem über einen kurzen Auftritt von einem großen Arale-Kostüm.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die deutsche Veröffentlichung des Films ist eigentlich eine Mogelpackung. Auf dem Cover von Tokyo Powerman wird freudig auf das Auftauchen von Jackie Chan hingewiesen; der Film wird als Jackie-Chan-Film vermarktet. Dass dieser aber nur in wenigen Szenen, aber immerhin öfters als in Winners & Sinners, zu sehen ist, verrät uns der Packungstext nicht. Sammo Hung, der sowohl den Posten als Stunt-Koordinator, Regisseur und Hauptdarsteller innehält, wird hier die Ehre genommen. Wenn man darüber jedoch hinwegsieht und als Jackie-Chan-Fan nicht enttäuscht darüber ist, dass er nur in ein paar vereinzelten Szenen zu sehen ist, macht Tokyo Powerman unglaublich viel Spaß. Winners & Sinners gefällt mir zwar noch einen Ticken besser, doch der Film unterhält abermals mit seinen lustigen Charakteren und heiteren Momenten, in welche die Charaktere ständig blindlings hineinlaufen. Einzig und allein der Martial-Arts-Aspekt kommt in meinen Augen ein wenig zu kurz. Er wirkt teils aufgesetzt und hätte größeren Raum verdient. Wenn man aber über die vielen Dialoge lachen kann, vergisst man diesen Makel schnell. Tokyo Powerman zaubert mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht, auch wenn der Film vor allem zum Ende hin recht ernst wird und ein wenig von seiner Faszination als Komödie verliert.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tokyo Powerman!

Review: The Suspect – Traue keinem

The Suspect - Traue keinem (1)Bei Südkoreanischen Action-Filmen und Thriller, die auch hierzulande erscheinen, kann man in der Regel blind zuschlagen. So auch bei The Suspect – Traue keinem, denn hier prallt teils geballte Action auf ein Drama, welches mit seiner Tiefe 138 Minuten lang unterhalten kann.

The Suspect - Traue keinem (2)Der Zweite Weltkrieg hat für Deutschland und Korea ein ähnliches Ende, denn beide Staaten werden aufgeteilt. Während das Deutsche Reich in die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik aufgeteilt wird, ereilt Korea das Schicksal, in eine Nord- und eine Südhälfte getrennt zu werden. Während Südkorea nach dem Ende des Krieges das mit Abstand ärmste Land der Welt war, erholt es sich in den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten unglaublich schnell. Schaut man sich Südkorea und Nordkorea im Vergleich an, wird man deutliche Unterschiede erkennen. Im Süden herrscht endlich Demokratie und im Norden hält man an einer Ideologie fest. Wie es auch während der Teilung Deutschlands der Fall war, gibt es ebenso heute noch Geheimagenten in Korea, die aus dem Norden kommen und im Süden spionieren. Wie wir aus dem Weltgeschehen wissen, wird nach dem Tod von Kim Jong-il sein Sohn Kim Jong-un der neue politische Führer des Landes. Das heißt, dass in dieser Zeit mehrere politische und militärische Positionen ausgewechselt oder gar eliminiert werden, welche der neuen Führungsebene gefährlich werden könnten. Dieses Schicksal trifft Protagonist Dong-chul. Dieser führt für das Regime nach besten Wissen und Gewissen seine Aufträge aus, wird dann jedoch von seinen Vorgesetzten fallengelassen und gefoltert.

Leben eines Flüchtlings

The Suspect - Traue keinem (3)Der Film nutzt hier die Gelegenheit deutlich, um durch die Qualen, die Dong-chul erleiden muss, das nordkoreanische System zu kritisieren. Wie in Nordkorea tatsächlich Menschen gefoltert und gequält werden, um sie der Politik entsprechend gefügig zu machen, lässt sich in der Realität durch die Berichte von Flüchtlingen erfahren. Offiziell wird die politische Ebene von Nordkorea diese Tatsachen ohnehin nur schönreden. Schöngeredet wird in The Suspect jedoch nichts. Der Film dreht sich nicht nur um die Gegensätze zwischen Nord- und Südkorea, sondern beschäftigt sich zudem noch mit möglicher Korruption im südkoreanischen Polizei-Apparat. In diesen Sumpf der Korruption wird Dong-chul jedoch nur zufällig hineingezogen. Vor einigen Jahren ist ihm die Flucht nach Südkorea gelungen. Mittlerweile genießt er seine Stellung als Chauffeur bei einem wohlhabenden Firmenvorsitzenden. Eines Abends möchte sich Dong-chul auf den Weg nach Hause machen, doch bemerkt er dabei, dass die Kameras, die das Anwesen überwachen, ausgeschaltet sind. Er kehrt zurück und muss mit ansehen, wie sein Arbeitgeber durch ein Gift langsam getötet wird. Mit seinem letzten Atemzug bitter ihn sein Arbeitgeber, doch seine Brille zu vergraben. Wie genau das genau gemeint ist, klärt sich im Verlauf der Handlung. Leider sind die falschen Polizisten ebenfalls schnell zur Stelle.

Sitzfleisch für 138 Minuten

The Suspect - Traue keinem (4)Es entwickelt sich eine Verfolgungsjagd zwischen Dong-chul, dem Geheimdienst und der Polizei. Noch dazu kommt ein ehemaliger Gegenspieler Dong-chuls, der ihm dicht auf den Fersen ist. Außerdem kommt ans Tageslicht, dass Dong-chuls Tochter noch leben könnte. Es entbrennt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn Dong-chuls Unschuld zu beweisen ist schwieriger als gedacht, da dieses Ziel unausweichlich mit Leichen gepflastert ist. An einigen Stellen des Films ist es etwas schwierig, der Handlung vollständig zu folgen. Auf der einen Seite würden wir uns wünschen, dass man einige Szenen besser zusammengefasst hätte und auf der anderen Seite konnte man die Charaktere nicht so einführen, wie es für das Verständnis besser wäre. Der Thriller verlangt entsprechend 138 Minuten lang nach Sitzfleisch. Trotz einiger Tiefen kann der Film mit seinen Action-Höhepunkten überzeugen. Ein paar Martial-Arts-Einlagen und Autoverfolgungsjagden quer durch Seoul lockern den tiefsinnigen Film auf. Das Bild in 1080p und im 16:9-Format kann mit Schärfe und Kontrast punkten. Zudem wird der Film durchweg mit passenden (meist dumpfen) Melodien unterlegt. Wer den Film im Originalton sehen will, darf deutsche oder niederländische Untertitel zuschalten. Die Synchronisation ins Deutsche ist gelungen. Bonusmaterial liegt für The Suspect – Traue keinem leider nicht vor.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Südkoreanische Action-Filme haben mich noch nie enttäuscht. In Südkorea gibt es einige Künstler, die meiner Meinung nach im Westen mehr Aufmerksamkeit verdienen. So auch Regisseur Won Shin-yeon, der mit The Suspect – Traue keinem einen spannenden Thriller inszeniert, der sich mit der koreanischen Geschichte und dessen Auswirkungen bis heute beschäftigt. Zudem kommen noch oft behandelte Themen wie mögliche Korruption bei Polizei und Geheimdienst dazu. Abschließend erhält Protagonist Dong-chul noch ein ganz eigenes Motiv, um die Verschwörung aufzudecken. Diese Elemente spielen hervorragend zusammen und ergeben die ganzen 138 Minuten lang ein schlüssiges Gesamtbild. Einzig und allein manche Szenen wirken für mich etwas zu lang und der eine oder andere Charakter könnte ruhig etwas deutlicher eingeführt oder erklärt werden. Der Film ist dennoch von vorne bis hinten durchgehend verständlich. Während der Film in Südkorea Ende 2013 vier Millionen Menschen in die Kinos lockte, wird der Film hierzulande mal wieder nur gleich fürs Heimkino veröffentlicht. Davon sollte man sich aber absolut nicht abschrecken lassen, denn The Suspect ist ein hervorragender Film mit ernster Thematik!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Suspect – Traue keinem!

Review: Shovel Knight

Shovel Knight (1)Als Nintendo 1990 das Super Nintendo veröffentlichte, gerieten 8-Bit-Spiele immer mehr aus den Augen führender Entwicklerstudios. Als dann aber Nintendo mit der Wii im Jahr 2006 die Virtual Console etablierte, erfuhr so manch ein betagter 8-Bit-Titel eine neue Renaissance.

Shovel Knight (2)Das berühmteste Beispiel dürfte wohl Mega Man sein, denn nachdem die ersten Ableger jener Videospielserie zum Download bereitstanden, begann man bei Konami mit der Entwicklung von Mega Man 9. Bis auf wenige Details fühlte sich der Titel auch genauso an, wie die ersten Teile der Reihe – die Fans liebten das Spiel, doch nach Mega Man 10 war bei Konami nicht mehr an einem neuen Serienteil zu denken. Selbst Mega Man Legends 3 wurde wenig später eingestellt. Von der 8-Bit-Welle erfasst, begannen einige Entwickler mit der Produktion von Spielen, die sich an den großen Spielen der späten Achtziger und sehr frühen Neunziger Jahre orientierten. Eines dieser Entwicklerstudios ist Yacht Club Games, welches sich für Shovel Knight ganz klar das Mega-Man-Franchise als großes Vorbild genommen hat. Die Handlung von Shovel Knight setzt mit dem Besuch des wackeren Shovel Knight und seiner geliebten Shield Knight am Turm des Schicksals ein. Was hier genau passiert, lässt das Spiel aus – das Puzzle setzt sich im Verlauf der Geschichte allerdings leicht zusammen. Jedenfalls vermisst Shovel Knight seine geliebte Shield Knight furchtbar und macht sich auf dem Weg durch ein mystisches Land voller Magie. Der Weg zurück zum Turm des Schicksals wäre grundsätzlich schnell geschafft, doch Shovels Knights ehemalige Verbündete stellen sich ihm in den Weg!

Auf den Spuren eines Fantastilliardärs

Shovel Knight (3)Der Reihe nach kämpfen wir uns durch verschiedene Levels der Spielwelt. Wir durchkämmen einen Wald, erklimmen Burgen und trotzen kalten, sowie heißen Temperaturen. Die Regionen bieten reichlich Abwechslung, doch haben alle Levels etwas gemeinsam. In sämtlichen Levels finden sich massenweise glitzernde Klunker, die in vielen Fällen erst von uns ausgegraben werden wollen. Wie gut, dass der Shovel Knight, wie sein Name es schon vermuten lässt, mit einer Schaufel unterwegs ist. Mit der Schaufel können wir übrigens auch Blöcke zerstören und Gegner besiegen. Entweder erschlagen wir die Feinde mit dem Spaten oder nutzen ihn, um in bester Onkel-Dagobert-Gedächtnismanier auf sie draufzuspringen. So gelangen wir in einigen Fällen auch an hochgelegene Plattformen, wo neue Edelsteine auf uns warten. Da es sich bei Shovel Knight um einen Titel handelt, der sich vermehrt an ein erfahrenes Publikum richtet, ist der Schwierigkeitsgrad auch etwas höher ausgefallen. Mit genügend Motivation ist aber auch das kein Hindernis, da man schließlich mit seiner Erfahrung wächst. 1-ups suchen wir in Shovel Knight allerdings vergebens. Wenn wir besiegt werden oder in einen Graben fallen, verlieren wir nur einen Bruchteil unseres Geldes und können dies beim nächsten Start vom letzten Checkpoint wieder einsammeln – es sei denn, wir sterben zwischenzeitlich erneut.

Die Wirkungskraft des Geldes

Shovel Knight (4)Wer besonders mutig ist und auch wirklich jedes Juwel in einem Level abgrasen will, darf die Kontrollpunkte zerstören und erhält dafür eine kleine Entschädigung. Sollten wir dann jedoch besiegt werden, starten wir am Checkpoint davor und falls wir tatsächlich alle Kontrollpunkte zerstören, entsprechend am Anfang des Levels. Eine nette Idee, welche von Profis sicherlich zugenüge genutzt wird. Am Ende eines Levels wartet dann wie in Mega Man ein Bossgegner auf uns, die alle mit einer anderen Taktik besiegt werden wollen. Mole Knight springt aus den Wänden und fegt nur so über uns her, Treasure Knight zieht uns während des Kampfes Geld ab und Specter Knight wirbelt seine Sense wie Gevatter Tod persönlich. Anders wie in Mega Man gibt es allerdings nicht die eine Waffe, die einen Gegner ganz besonders viel Schaden macht. Wir verlassen uns auf unsere Schaufel und hoffen, dass wir nach dem Bosskampf mit genügend Kleingeld von dannen ziehen können. Nach dem Ende eines Spielabschnitt landen wir wieder auf der Oberwelt, die ähnlich funktioniert wie die Weltkarte in Super Mario Bros. 3. Das heißt, dass wir hin und wieder von Wegelagerern angegriffen werden, die uns an den Kragen wollen – im Gegensatz zum Jump ’n’ Run von Nintendo allerdings mit einer netten Hintergrundstory, die in Zukunft reichlich Potenzial für etwaige Nachfolger bietet.

Eine Ode an die 8-Bit-Zeit

Shovel Knight (5)Mit dem hart erkämpften Geld können wir dann erhobenen Hauptes in die Stadt spazieren, um dort unsere Schaufel verstärken zu lassen, uns eine neue Rüstung zu schmieden oder uns mit sonstigem Kleinod einzudecken, um beispielsweise unsere Lebensenergie oder Magieanzeige zu erweitern. Ebenfalls nett: Während man in typischen Action-Adventures wie Zelda II: The Adventure of Link ein Item im Verlies findet, taucht in Shovel Knight aus der Kiste gleich der Verkäufer auf, der Bares dafür sehen möchte. Es empfiehlt sich also, nicht zu viel Geld im Spielabschnitt zu verlieren. Hat man kein Kleingeld übrig, kann man sich das Item danach in der Stadt kaufen. Man kann also wirklich nichts verpassen. Shovel Knight bietet zahlreiche Anspielungen an die 8-Bit-Zeit. Mega Man, DuckTales, Super Mario Bros. oder The Legend of Zelda. Der Titel bietet aus vielen Serien quasi ein Best-of, welches man erlebt haben sollte. Die optische Gestaltung des Titels ist makellos und bietet mit mehreren Hintergründen in den Levels sogar technisch etwas, was selbst auf dem Nintendo Entertainment System in dieser Form meist nicht ohne eine Reduzierung in der Framerate möglich war. Dazu kommt eine musikalische Untermalung, welche uns – bis auf ein paar Ausnahmen – wunderbar in die späten Achtziger Jahre versetzt. Welch Barde hier auch am Werkeln war – er leistete Großes!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Wii-U-Fassung): Als ich mir 2006 die Wii gekauft habe, hätte ich niemals daran gedacht, dass mir die ganzen Mega-Man-Spiele, die ich auf diesem Wege überhaupt erst nachholen konnte, so begeistern, dass ich mich auch über Spiele freue, die heute auf alte Grafik getrimmt sind. Shovel Knight ist solch ein Spiel, welches mich von Anfang bis Ende mit seiner sehr charmanten Retro-Optik begeistert und mich dazu auch mit einem tollen Soundtrack bei Laune hält. Das Gameplay pickt sich zudem die besten Ideen aus diversen Nintendo-Entertainment-System-Titeln heraus und würzt das Ganze mit einer Prise Eigenständigkeit, um als moderner Retro-Titel durchgehen zu können. Die Idee, dass ich die Kontrollpunkte zerstören kann, nur um ein paar zusätzliche Juwelen einzusammeln, ist dabei nur die Spitze des Eisberges. Ich springe bereits auch so dem kleinsten Edelstein in den sicheren Tod hinterher – die Hoffnung irgendwie zu überleben, stirbt bekanntlich zuletzt. Man merkt, dass mir Shovel Knight sehr gut gefallen hat. Das einzige, was mich genau so sehr wie bei manch anderen Titeln der damaligen Zeit stört, ist die gelegentlich zu direkte Steuerung. Kaum tippe ich das Steuerkreuz auch nur leicht an, wird eine Aktion ausgeführt, die ich so nicht wollte und mich im schlimmsten Fall einen weiteren Tod kostet. Aber so war das eben damals, in den späten Achtzigern, mit Mega Man und Co.

Vielen Dank an Yacht Club Games für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shovel Knight!

Review: The Evil Within

The Evil Within (1)Man könnte meinen, dass die Zeit der großen Survial-Horror-Videospielserien schon lange zurückliegt. Resident Evil 5 und Resident Evil 6 zeigen mit Schrecken, was Capcom nahezu im Alleingang aus dem einstig glanzvollen Genre gemacht hat. Zum Leidwesen aller Fans!

The Evil Within (2)Shinji Mikami, der Erfinder der Resident-Evil-Reihe, musste Publisher Capcom erst verlassen, um an alte Erfolge anknüpfen zu können. Mit seinem Studio Tango Gameworks werkelte die Entwicklerlegende vier Jahre lang an The Evil Within, welches schließlich Ende 2014 unter der Flagge von Bethesda Softworks erschien. Vier Jahre, in denen Fans hofften, dass Mikami wieder ein prägendes Spiel wie Resident Evil oder Resident Evil 4 vollenden wird. Zu Beginn unseres Reviews können wir sagen, dass es ihm zumindest zum Teil gelungen ist, ein großes Spiel auf die Beine zu stellen. Ebenso verrennt sich Mikami mit The Evil Within in ideenlose Gameplay-Elemente, die in vielen Momenten nicht wirklich zusammenpassen wollen. Sehr ähnlich geht es auch Detective Sebastian Castellanos, der Hauptfigur des Spiels. In Krimson City, einer fiktiven Stadt in den Vereinigten Staaten, soll er Vorfälle in der Nervenheilanstalt untersuchen. Der Aufenthalt in der Klink verläuft allerdings alles andere als nach Plan und urplötzlich muss sich Castellanos einem Wahnsinnigen stellen, der im Kellergewölbe der Anstalt Menschen aufschlitzt und sie wie ein Metzger an Schürhaken aufhängt. Hätten wir doch nur ein paar Waffen, würden wir dem gestörten Individuum zeigen, was wir von seinen Taten halten. Ohne Waffen bleibt uns fürs Erste jedoch nur eine nervenaufreibende Flucht.

Gefahren hinter jeder Ecke

The Evil Within (3)Bereits in den ersten Spielstunden möchte uns The Evil Within ein Gefühl der Machtlosigkeit vermitteln. Wir schleichen uns durch dunkle Gemäuer und versuchen mit nur wenigen Mitteln aus diesem Alptraum zu entkommen. Als wir es mit letzter Kraft an die Oberfläche schaffen, hat sich die Welt verändert. Sie scheint menschenleer und selbst die Architektur der Stadt hat sich gegen uns verschworen und versucht zu verhindern, dass wir entkommen. So schickt uns The Evil Within lose erzählt zu verschiedenen Handlungsorten. Wir besuchen ein Dorf, viele Höhlen, mysteriöse Grabkammern, Laboratorien und kehren schließlich ins zerstörte Krimson City zurück. Alle Gebiete haben eines gemeinsam: Überall herrscht Munitionsknappheit und trotzdem schickt uns der Titel so viele Gegner auf den Hals, dass die Kugeln bei Weitem nicht für alle Feinde reichen. Zumindest in den ersten Spielstunden müssen wir sorgsam mit allen Munitionsarten haushalten. Im letzten Spieldrittel fällt das nicht mehr ganz so ins Gewicht. Es sind jedoch nicht nur die Feinde, die eine Gefahr für uns darstellen. Überall lauern Gefahren in Form von Bärenfallen, Bomben mit Bewegungssensoren oder Stolperdrähte, die noch mehr furchterregende Überraschungen für uns bereithalten, wenn wir sie denn auslösen. Zum Glück hat Castellanos die Fähigkeit, sämtliche Fallen zu entschärfen und Einzelteile zu verwerten.

Unlogischer Rückschritt

The Evil Within (4)Das hilft allerdings auch nicht viel, da The Evil Within bereits auf dem mittleren von anfangs drei Schwierigkeitsgraden sehr happig ausfällt. Ein einzelner Angriff eines Gegners raubt uns schon mal die halbe Lebensenergie, die sich anschließend nur wenig erholt und auch nur mit den seltenen Spritzen oder Erste-Hilfe-Kästen im Spiel wieder aufgefüllt werden kann. Unser Held ist auch kein Athlet – anfangs kann er gerade einmal zwei Sekunden rennen, bevor ihm die Puste ausgeht. Hin und wieder gibt es jedoch Spielpassagen, wo Sebastian mühelos von der drohenden Gefahr wegrennen muss. Das ist ebenso unlogisch wie die Gestaltung unseres Inventars. Im Verlauf der Handlung finden wir immer mehr Waffen. Wir können zwar viele schwere Waffen tragen, doch Munition können wir darüber nicht kompensieren. So reichen unsere Taschen nur für eine bestimmte Anzahl an Pistolenkugeln und auch wenn wir für die Schrotflinte keine Munition mit uns führen, können wir nicht einfach mehr tragen. The Evil Within wirft uns in eine Prä-Resident-Evil-Zeit. Vom ansatzweise logischen Tetris-Menü aus Resident Evil 4 fehlt jede Spur. Den Vergleich muss sich The Evil Within gefallen lassen, hat Mikami doch eigentlich mehr als zwanzig Jahre Erfahrung in der Branche gesammelt. Lustig ist das vor allem mit Streichhölzern – von denen dürfen wir anfangs nur fünf mit uns führen.

Individualisierungs(alp)traum

The Evil Within (5)Für besiegte Gegner erhalten wir immerhin selten ein wenig neue Munition. Viel mehr haben uns die Feinde in ihrem Testament mit grünem Glibber bedacht. Zwischenzeitlich haben wir immer mal wieder die Möglichkeit, in ein Sanatorium zur Verschnaufpause zurückzukehren. Hier können wir an einer mysteriösen Maschine unsere Fähigkeiten im Austausch für Glibber erweitern. Mehr Lebensenergie, mehr Tragekapazität oder das Verstärken unserer Waffen sind möglich. Diese Individualisierungen machen Spaß, doch kann man bei allen Optionen, die uns hier offenstehen, schnell passieren, dass man sich zu sehr auf einen Punkt verkrampft und andere Fähigkeiten erst viel später ausbaut. Dadurch kann The Evil Within zeitweise zu einer wahren Tortur werden. Da helfen auch die Schlüssel, die wir im Verlauf der Handlung finden, nicht wirklich weiter. Mit denen öffnen wir nämlich Schließfächer, die uns ein wenig mit Munition oder zusätzlichem Glibber ausstatten. Mit zunehmender Spieldauer merken wir aber deutlich, dass unser Charakter immer mächtiger und zum Ende hin vielleicht sogar schon zu mächtig wird. Anfangs krepieren wir alle zwei Minuten wegen Nichtigkeiten. Später haben wir keinerlei Mühen, Gegnern mit einem gezielten Schuss die Köpfe wegzuballern. Hier wirkt The Evil Within leider nicht ausbalanciert und bietet somit einen sehr fahlen Nachgeschmack.

Tödlicher Cineasmus

The Evil Within (6)Selbiges gilt auch für die Handlung. Diese setzt sich am Spielende zwar wie ein Mosaik recht passabel zusammen, doch merken wir von dieser Entwicklung während der Handlung nichts. Man wird an viele Orte geschmissen, die so einfach nicht zusammenpassen. Obwohl das eben storytechnisch alles erklärt wird, fühlt sich The Evil Within wie ein linearer Faden an. Das ist es im Grunde auch fast durchgehend, denn nur selten können wir unsere Umgebungen richtig frei erkunden. In der Regel lenkt uns das Spiel geschickt durch Schlauchlevels, die nur wenig (dafür aber sehr Nützliches!) abseits des Weges bieten. Ärgerlich ist da vor allem die Optik. Damit meinen wir nicht die grafische Qualität, an der wir nichts auszusetzen haben. Viel mehr bot die Ursprungsfassung des Spiels nur eine Kameraperspektive, in der schwarze Balken am oberen und unteren Bildschirmrand ersichtlich sind. Mikami wollte damit sicherlich The Evil Within ein wenig cineastisch gestalten, doch dass das in einem Spiel nicht funktioniert, hätte selbst einer Entwicklerlegende bei der Qualitätssicherung auffallen müssen. Mittlerweile hat man zum Spiel auch einen Patch spendiert, welcher die Balken abschalten lässt. Nun bleibt der Blick endlich frei auf alles Wichtige und The Evil Within ist dadurch wesentlich besser spielbar geworden, als es zum Release der Fall war. Der Ärger nimmt damit aber nicht ab.

Scheitern im Detail

The Evil Within (7)Die Bedienung von The Evil Within fühlt sich recht hakelig an. Das fällt besonders dann sehr stark ins Gewicht, wenn man mit den beiden schwarzen Balken The Evil Within bestreitet. In vielen Fällen reicht es aber auch aus, ein einziges Mal unachtsam gewesen zu sein. Der Titel bietet keinerlei Übersichtskarten und da Menschen kein zweites Augenpaar im Hinterkopf haben, müssen wir uns zudem ständig umsehen. Blöd nur, dass sowohl Sebastian als auch die Kamera öfters gleichzeitig umpositioniert werden müssen, um alles im Blick zu behalten. Im Grunde ist das nicht weiter schlimm, doch reicht ein unliebsamer Feindeskontakt aus und wir taumeln zurück, wo wir ohne Abklingphase vom nächsten Gegner getötet werden. Zudem gibt es in wenigen Szenen sogar (gewollt) unsichtbare Gegner, die man nur sehen kann, wenn man sie zufällig trifft, wenn man ins Leere schießt oder um sich schlägt. Manche Feinde töten uns sogar mit einem Schlag – egal, wie viel Lebensenergie wir noch haben. Der Grat zwischen schlechtem Gamedesign und Unfairness ist hier sehr, sehr dünn. So blöd das auch klingt, wird die düstere Atmosphäre des Spiels, die durchweg mit einem beklemmenden Soundtrack unterlegt wird, dadurch nur besser und wem das noch nicht reicht, revanchiert sich im zweiten Spieldurchlauf mit Maschinenpistole und Raketenwerfer bei seinen einstigen Peinigern.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Nachdem ich den horrenden Download des Spiels endlich abgeschlossen hatte, konnte ich The Evil Within zum Glück direkt mit einem Patch spielen – die schwarzen Balken des Todes sind mir also nahezu erspart geblieben. Das Spiel wird in meinen Augen dadurch allerdings nicht viel besser. Natürlich habe ich in The Evil Within meinen Spaß gehabt, allerdings nur sehr bedingt. Viele Szenen erinnern mich mit Freude an Resident Evil 4 und so mancher Moment lässt mich an den ersten Teil von Resident Evil zurückdenken. Man merkt, dass hier Shinji Mikami gewerkelt hat. Allerdings muss ich sagen, dass ich dem Künstler wesentlich mehr zugetraut hätte. Mit The Evil Within macht Mikami einen großen Rückschritt. Mich stört dabei noch nicht einmal, dass der Titel nicht sonderlich zugänglich ist – schließlich kenne ich die Gameplay-Mechaniken aus seinen früheren Werken bereits nur zu allzu gut. Mich stören aber diese starre Linearität, die lahm präsentierte Handlung und viele nervige Passagen, die mich zu 135 Toden in 18 Stunden bis zum Abspann des Titels getrieben haben. Manchmal kommt es mir so vor, als würde Mikami selbst nicht so wirklich gewusst haben, ob er das Survival-Horror-Genre wie Resident Evil oder eher wie der vierte Teil der Reihe (theoretisch) wiederbeleben wollte. Irgendwie ist ihm beides nicht so wirklich gelungen. Der Titel ist zwar ein frischer Ansatz abseits deplatzierter Action in neueren Spielen des Genre, doch The Evil Within stellt für mich sehr überraschend eine große Enttäuschung dar – und gegruselt und erschrocken habe ich mich nur ein einziges Mal. Schwach für ein Spiel, welches mit Horror-Elementen auf sich aufmerksam machen will.

Jonas‘ Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Besonders da sich für mich die Resident-Evil-Reihe in letzter Zeit immer weiter entfremdet hat, war ich um so gespannter darauf, wie Shinji Mikami seine moderne Interpretation eines Horror-Adventures in die Tat umsetzen würde. The Evil Within konnte dabei zwar den Resident-Evil-4-Charme nur bedingt kopieren, ein reißendes Abenteuer im alten Stil kam aber trotzdem herum. Klassisch ist allem voran das Gameplay, was aber auch mal wieder eine schöne Abwechslung darstellt. Die Handhabung der Waffen ist fordernd und die zähen Gegner tun ihr übriges, um mich auch ohne stupide Jump Scares und ohne unfair zu werden ins Schwitzen zu bringen. Genau so soll es sein! Daneben ging für mich das Konzept von Mikamis schauriger Welt voller Fallen und Illusionen voll auf, auch wenn sie mitunter eine der größten Feinde der Spielfigur ist. Da stört doch die hölzerne Erzählweise von fast schon autistischen Charakteren nur bedingt, stammen diese Inhalte wohl selbst noch aus jenen älteren Zeiten. Leider verliert das gesamte Spiel in den letzten Stunden etwas an Fahrt, was merklich an der künstlichen Streckung des Titels liegt. Etwas weniger Spielzeit wäre hier auf jedem Fall mehr gewesen. Dennoch war The Evil Within die sehr interessante Erfahrung auf jeden Fall wert, dessen fehlender Feinschliff von Mikami vielleicht in einem Nachfolger korrigiert wird.

Vielen Dank an Bethesda für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Evil Within!

Special: Du bist der Auserwählte!

Da ist es wieder geschehen. Mindestens zum dritten Mal im Lauf eines Jahres bietet Nintendo (in Deutschland) ein exklusives Angebot ausgewählten Kunden an. Diesmal ist das Thema ein klein wenig brisanter. Wir sprechen über Sinn, Unsinn und Wirkung eines solchen Angebots.

Exklusivangebote gibt es schon seit jeher und wird es auch immer wieder geben. Besondere Editionen von Spielen erscheinen exklusiv bei bestimmten Händlern. Meistens trifft es dabei den Branchenriesen Amazon, wo momentan die Collector’s Edition von The Witcher 3: Wild Hunt exklusiv und nur dort angeboten wird. Wer ungern im Internet bestellt, hat grundsätzlich keine andere Wahl und muss wohl oder übel auf die begehrte Spezialausgabe verzichten. Zum einen ist das jedes Mal ärgerlich für den Kunden und zum anderen ermöglicht es sowohl dem Publisher als auch dem Händler dem Wettbewerb aus dem Weg zu gehen und das Angebot zu einem festgelegten (meist unveränderlichen) Preis zu offerieren. Würden Einzelhandelsketten ebenfalls die Collector’s Edition verkaufen dürfen, würde ein Wettbewerb existieren und der Kunde wäre glücklich – er kann sich das Produkt bei dem Händler kaufen, dem er vertraut. Es gibt jedoch auch diese kleinen Zusatzangebote. Ketten wie Gamestop erhalten vom Publisher zusätzliche Boni, die sie den potenziellen Käufern im Austausch für eine Vorbestellung bieten dürfen. Das ist grundsätzlich eine nette Idee, doch problematisch wird es, wenn man ein sehr großer Fan eines Spiels ist und man dieses unbedingt in seiner Gänze erleben will. Man wird dazu genötigt, den Titel bei Gamestop zu kaufen und zahlt dafür meist einen höheren Preis.

Kauf das Spiel und eine neue Konsole

Die Kette Gamestop soll jetzt aber nicht diffamiert werden. Das Problem betrifft die gesamte Branche, denn auch Online-Versandhäuser wie Amazon oder Einzelhandelsketten wie Saturn und Media Markt locken den Käufer im Voraus mit speziellen Downloadcodes, die das Spiel im Umfang leicht bis mittelstark erweitern. Das fängt recht harmlos bei zusätzlichen Waffen oder Autos an, kann aber auch gleich eine neue Mission bedeuten. Der Ärger kann sogar so weit gehen, dass diese eine Mission nur auf einer bestimmten Konsole verfügbar ist. Ubisoft hat das 2014 mit dem Action-Spektakel Watch Dogs demonstriert. Auf der PlayStation-3- und auch auf der PlayStation-4-Schachtel prangern deutliche Hinweise, dass hier sechzig Minuten exklusives Gameplay enthalten ist. Wer Microsoft das Vertrauen schenkt und Watch Dogs auf Xbox 360, Xbox One oder dem PC spielen will, hat eben Pech gehabt. Von den gebeutelten Wii-U-Besitzern, die noch ein halbes Jahr länger auf das Spiel warten mussten, wollen wir gar nicht erst sprechen. Der Sinn hinter solchen Aktionen lässt sich leicht erklären. Die Publisher wollen die Spiele bewerben und mit zusätzlichen Inhalten klappt das natürlich leichter. Damit die Fans nicht Sturm laufen, kann man sich mehr als kleinen Inhalte ohnehin nicht erlauben. In Zukunft erscheinende Download-Inhalte bieten ohnehin weitere lukrative Einnahmequellen.

Der Kunde als Werbeträger

Wichtig: Niemand wird gezwungen, sich das Spiel in irgendeinem Laden oder für irgendeine Plattform zu kaufen. Diese Entscheidung liegt immer noch beim Käufer und dieser ist für eine Entscheidung selbst verantwortlich. Während sich besonders große Dritthersteller wie Ubisoft, Electronic Arts oder Activision die Köpfe über solche verlockenden Angebote zerbrechen, entziehen sich die drei großen Namen Microsoft, Nintendo und Sony dieser Streitigkeiten. Sie lassen Spiele nur für die hauseigene Plattform entwickeln und bieten Erstkäufern nur selten digitale Inhalte an. Eher winkt mal ein Steelbook wie im Falle der neuen Pokémon-Editionen Alpha Saphir & Omega Rubin als Vorbestellerbonus. Trotzdem ist es genau diese Firma, über die aktuell im Internet so viel geredet wird. Nintendo ist derzeit erpicht darauf, nur speziellen Nutzern bestimmte Inhalte zu ermöglichen. 2014 hat Nintendo an ausgewählte Kunden Codes zu einer Probeversion von Super Smash Bros. for Nintendo 3DS geschickt. Wohlgemerkt ein Spiel, das von vielen Fans heiß erwartet wurde. Wie die Kunden ausgewählt worden sind, ist bis heute ungeklärt. Die Aufgabe der Kunden war es jedoch, drei weitere Downloadcodes an Freunde weiterzuleiten, um so auf das Spiel aufmerksam zu machen. Günstiger kann man sich Werbung nun wirklich nicht mehr vorstellen. Den Verkäufen des Titels hat es nicht geschadet.

Treue Kunden kaufen mehr

Nun hat Nintendo am sechsten Januar 2015 abermals zugeschlagen und sich an die angeblich treuesten Kunden des Konzerns gerichtet. Im Falle unseres Chefredakteurs trifft das auch sehr gut zu, da er übers Jahr verteilt dutzende Nintendo-Spiele digital als auch physisch erwirbt. In der E-Mail wird damit geworben, dass sich Nintendo bei dem treuen Kunden bedankt und ihm die Möglichkeit bietet, den New Nintendo 3DS schon vor der deutschen Markteinführung zu erwerben. Grundsätzlich ein sehr netter Zug, der aber (zumindest bei unserem Chefredakteur) seine Wirkung verzielt und gar auf Gegenliebe stößt. Kaum hat man sich auf der Produktseite mit seinen Zugangsdaten eingeloggt, wird einem auch schön aufgeführt, was uns im Falle der positiven Kaufentscheidung alles geboten wird. Neben dem New Nintendo 3DS erhält man im so genannten Ambassador-Edition-Bundle exklusiv eine Ambassador-Edition-Zierblende für die Vorderseite, Zierblenden im Super-Smash-Bros.-Design für Vorder- und Rückseite und in weißer Farbe auch noch eine Ladestation. Schön säuberlich daneben aufgereiht sind die Werte oder eher gesagt die Preise. Während der Handheld mit 169,99 Euro zu Buche schlägt, haben die drei zusätzlichen Inhalte einen Wert von jeweils 9,67 Euro. Summa summarum ist der Kaufpreis also exakt 199,00 Euro. Eine kaufmännische Meisterleistung der Preiskorrektur.

Zukünftige Probleme

Bitte nicht falsch verstehen: Das Angebot oder eher gesagt die Möglichkeit, einen Handheld vor dem Launch erwerben zu können, ist sicherlich großartig. Die Umsetzung ist es in diesem Falle aber mal wieder bei Weitem nicht. Wer sich nur für den New Nintendo 3DS interessiert, muss die albernen Zierblenden und die für Nintendo-3DS-Besitzer unnötige Ladestation auf jeden Fall dazu erwerben. Nintendo bietet keinerlei Option an, den Schnickschnack aus dem virtuellen Warenkorb zu entfernen. Ebenso unschön: Im Kleingedruckten wird hingewiesen, dass man sich noch ein zusätzliches Ladekabel anschaffen muss, da dieses abermals nicht im Lieferumfang enthalten ist. Wer seine Daten also vom Nintendo 3DS zum New Nintendo 3DS übertragen will, kann das sicherlich problemlos tun, bekommt dann aber womöglich Probleme beim Verkauf seines alten Handhelds, da das Ladekabel aus guten Gründen fehlt. Während das im Online-Auktionshaus eBay trotz Angabe des Fehlens des Ladekabels im Artikeltext eine somit grundlose negative Bewertung nach sich ziehen könnte, kommt man zum Beispiel bei der nächsten Gamestop-Filiale gar nicht erst weiter. Die Einzelhandelskette prüft penibel den Zustand des Geräts und legt somit besonderen Wert auf Vollständigkeit. Etwas, was man als Kunde von einem Unternehmen der Größenordnung Gamestop mindestens erwarten kann.

Du bist der Auserwählte!

Wenn Nintendo sich also schon an die angeblich treuen Kunden richtet, die im Jahr drei- bis vierstellige Beträge für qualitativ hohe und meist gute Videospielunterhaltung zahlen, dann sollte ein renommiertes Unternehmen auch dazu in der Lage sein, ein paar Euros locker zu machen, um ein Ladekabel aus dem Lager gratis draufzupacken. Zudem spart sich Nintendo den Weg über Groß- und Einzelhändler und hätte dadurch theoretisch keinerlei schmerzhafte Verluste zu erwarten. Ärgerlich für alle Interessierten des Handhelds ist außerdem, dass das japanische Traditionsunternehmen nur den New Nintendo 3DS anbietet. Ein Auswechseln zu einer anderen Version, sprich den New Nintendo 3DS XL, ist unmöglich. Vor allem unter den Indizien, dass Nintendo die Produktion des normalen Nintendo 3DS vermutlich eingestellt hat und das Interesse am Handheld mit dem kleinen Bildschirm sinkt, ist das ebenso unsinnig wie engstirnig. Obwohl Aktionen wie diese leicht negativ wirken, ist der Effekt für den Konzern dennoch ein positiver. Es wird wieder über Nintendo geredet. Die Leute wissen, dass der New Nintendo 3DS bald erscheinen wird. Wenn dann auch die ersten exklusiven New-Nintendo-3DS-Spiele erscheinen, sind solche Aktionen recht schnell vergessen; denn ob man als treuer Kunde nun ausgewählt worden ist oder eben nicht – es wird einem (fast) nichts aufgedrückt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Meinung: Ich finde es sehr schade, wie manche Unternehmen ihre Kunden auswählen und vor allem mit ihnen umgehen. Über Vorbestellerboni rege ich mich gar nicht mehr auf, denn die meisten Titel von Drittherstellern interessieren mich nicht wirklich und wenn dann doch mal ein Spiel dabei ist, ist das wiederum so ein Nischentitel, bei dem in vielen Fällen gar die in Japan bereits erhältlichen Download-Inhalte kostenlos auf der Disc schlummern. Aber es regt mich auf, dass Unternehmen wie Nintendo versuchen, eine Zweiklassengesellschaft in einer sonst wohlfühlenden Umgebung durchzusetzen. Wenn zufällig Downloadcodes zu einer recht dünnen Demo viele Wochen vor Release des Titels in Umlauf geraten, kann ich gerne beide Augen zudrücken. Wenn mich das Spiel interessiert, kaufe ich es mir sowieso. Warum jetzt der Spalt zwischen beiden Klassen, den Wenig- und den Vielkäufern, noch weiter auseinander gezogen werden muss, verstehe ich beim besten Willen nicht. Selbstverständlich möchte ich gerne in den Genuss eines New Nintendo 3DS kommen, aber wenn, dann soll es auch ein New Nintendo 3DS XL sein – und es müssen Spiele für das System vorliegen und der Preis stimmen. Nintendo könnte ruhig so kulant sein und das Angebot zu einem wirklich tollen Preis anbieten. Schließlich bezeichnet mich der Konzern als Botschafter, der die freudige Nachricht hinaus in die Welt trällern soll. Mit diesen Zeilen merkt Nintendo aber hoffentlich, dass ich mich nicht als Werbefigur missbrauchen lassen möchte. Ich erinnere mich gern an das Jahr 2001 zurück – Nintendo veranstaltet auf der Pokémon-Internetseite ein Gewinnspiel, bei dem man eines von je 250 Exemplaren der Goldenen oder Silbernen Editionen gewinnen konnte, in dem man das Gewinnspiel (als Botschafter) mit seinen Freunden per Mail empfiehlt. Da hatte jeder die gleichen Chancen und die Bedeutung, ausgewählt worden zu sein, war wirklich etwas besonderes!

Review: Captain Toad: Treasure Tracker

Captain Toad - Treasure Tracker (1)Als Kapitän Toad zum ersten Mal 2007 im Nintendo-Wii-Titel Super Mario Galaxy als kleine Nebenfigur erschien, ahnte wohl niemand, dass der kleine Held sieben Jahre später sein eigenes Videospiel erhalten würde. Wir haben Captain Toad: Treasure Tracker durchgespielt.

Captain Toad - Treasure Tracker (2)Nach den Abenteuern im Weltraum hat sich Kapitän Toad ins Pilz-Königreich aufgemacht. In den entlegensten Winkeln des Reiches sucht er zusammen mit Toadette die sagenumwobenen Power-Sterne. Als Toadette an der Spitze einer verfallenen Ruine einen der glänzenden Sterne entdeckt, klettern die beiden frohen Mutes hinauf. Als sie den Stern jedoch beanspruchen wollen, taucht der riesige Vogel Wingo aus dem Nichts auf und krallt sich den Stern – samt Toadette, die den Stern einfach nicht loslassen will. Die Geschehnisse kommen ins Rollen. In der Haut des titelgebenden Kapitän Toads machen wir uns auf, um unsere Freundin aus den Fängen des Riesenvogels zu befreien. Unterwegs hält uns das aber nicht davon ab, Juwelen, Münzen und Power-Sterne zu sammeln. Die Handlung von Captain Toad: Treasure Tracker reißt wie erwartet keine Bäume aus, reicht aber vollkommen aus, um uns in die Spielwelt in Windeseile einzuführen. Schade ist nur, dass das Spiel in drei Episoden unterteilt ist und jede Episode mit einem ähnlichen Plot aufwartet. Wir müssen uns also während der ganzen Spielzeit mehrmals sehr ähnliche Zwischensequenzen anschauen, die in den meisten Fällen auch nicht abgebrochen werden können. Das geht selbst dann nicht, wenn wir ein bestimmtes Ziel in einem Level verpassen und wir dieses nur kurz zur Wiederholung spielen wollen.

Auf zur Schatzsuche!

Captain Toad - Treasure Tracker (3)Eine Oberwelt gibt es nicht wirklich. Die Levels wählen wir über ein Buch aus, in welchem wir von links nach rechts und von rechts nach links blättern können. Das ist unübersichtlich, da wir unsere Lieblingslevels so ständig mühsam suchen müssen. Haben wir uns aber erst einmal für einen Level entschieden, kann das Spiel mit seinen Inhalten punkten. Jedes Level besteht in der Regel aus einem abgetrennten Bereich, in dem wir uns mit Captain Toad frei bewegen können. Hindernisse tauchen auf in Form von Gegnern, Blöcken und natürlichen Begrenzungen in der Architektur des Levels. Ziel in jedem Level ist, den Power-Stern zu ergattern. Haben wir einen Level beendet, erhalten wir für dieses noch eine Spezialaufgabe. Da müssen wir beispielsweise eine bestimmte Anzahl an Münzen sammeln, unentdeckt vor patrouillierenden Shy Guys bleiben oder unbeschadet ans Ziel gelangen. Manchmal müssen wir auch einen verborgenen Goldpilz finden. Fakt ist, dass diese Aufgaben uns motivieren. Zum einen, um jedes Level noch gründlicher abzusuchen und zum anderen, um neue Rekorde aufzustellen. Da Kapitän Toad nicht wie Klempner Mario über Kampffähigkeiten verfügt, werden die Spielabschnitte dadurch manchmal auch zu einer kleinen Herausforderung. Wer aber mit Ruhe an die Sache herangeht, wird merken, dass der Titel sehr leicht ausgefallen ist.

Der Auftritt der Rüben

Captain Toad - Treasure Tracker (4)Um Abwechslung ins Spiel zu bringen, finden wir gelegentlich ein paar Items, mit denen wir das jeweilige Level bestehen können oder müssen. Mit der Doppelkirsche können wir einen Klon des Kapitäns erstellen und Rätsel lösen, die wir nur mit zwei oder mehreren Duplikaten angehen können. Mit dem Hammer zerstören wir klassisch zu einer aufgepeppten Melodie aus Donkey Kong einen Block nach dem anderen – oder entledigen uns arglistigen Gumbas, wenn mal wieder keine Rübe mehr im Boden wächst, die wir dem Gegner wie in Super Mario Bros. 2 aka Yume Kōjō: Doki Doki Panic an den Kopf pfeffern könnten. Tiefgründiger wird das Rätsellösen, wenn wir die Level-Architektur verändern müssen. Da reicht es manchmal aus, leicht ins Mikrofon zu pusten, um ein paar Plattformen über einen See aus Lava erscheinen zu lassen oder wir tippen Blöcke auf dem Wii U GamePad an, um diese umzupositionieren oder sie als Fahrstuhl zu missbrauchen. Hin und wieder hilft auch das nicht und wir müssen im wahrsten Sinne des Wortes am Rädchen drehen und auf einmal ändert sich die Hälfte der Stage und gibt den Weg zu neuen Mysterien des Levels frei. In einigen wenigen Levels düsen wir auch mit einer Lore durchs Geschehen, schauen uns dann mit dem Touchscreen um und schießen Rüben auf alles, was irgendwie danach aussieht, von uns getroffen werden zu wollen.

Tropfen auf den heißen Stein

Captain Toad - Treasure Tracker (5)Das klingt zwar alles sehr abwechslungsreich, doch in der Praxis wiederholen sich sämtliche Mechanismen relativ schnell. Auch der Fakt, dass es gerade einmal nur zwei Bossgegner gibt, die sich abwechselnd die Klinke in die Hand drücken, fällt negativ auf. Natürlich gibt es auch Bonuslevels, die den Spielumfang leicht erweitern und den Rätselalltag auflockern, doch kann das nicht über die sehr kurze Spieldauer von circa neun bis zehn Stunden hinwegtrösten. Ein wichtiger Punkt bei einem Rätselspiel ist vor allem die eingehende Bedienung. Die Steuerung funktioniert grundsätzlich tadellos. Das Problem ist die Kontrolle über die Kamera. Die will von uns ständig nachjustiert werden. Während das manchmal von den Entwicklern so gewollt ist und wir auch begrüßen, stört sie in anderen Fällen extrem. Besonders in einem speziellen Spielmodi, über den wir euch hier nichts verraten wollen, fällt das auf, da wir hier so unter Druck stehen, dass es mehr als kompliziert ist, gleichzeitig den Charakter zu bewegen und ungelogen alle zwei Sekunden die Kameraperspektive manuell zu ändern. Optisch ist den Köpfen von Nintendo EAD Tōkyō ein großer Wurf gelungen. Das Spiel sieht fantastisch in HD aus und steht Super Mario 3D World in Nichts nach. Musikalisch bietet der Titel auch den einen oder anderen Ohrwurm – und das hilft über so manche Wiederholung sehr hinweg!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Als Kapitän Toad in Super Mario 3D World wiederkehrte, ahnte ich noch nicht, welche geniale Spielidee hinter dem Minispiel steckte. Schnell wünschte ich mir eine richtige Umsetzung des Minispiels als vollwertiges Spiel – wie wohl viele andere auch, denn plötzlich kündigte Nintendo unerwartet Captain Toad: Treasure Tracker an. So schnell es nur möglich war, legte ich die Disc ins Laufwerk meiner Wii U und startete mit dem Abenteuer, welches ich mir schon ein ganzes Jahr wünschte. Leider, und anders kann ich es nicht sagen, hat mich der Titel allerdings mittelstark enttäuscht! Das liegt nicht daran, dass ich nicht erkenne, dass man sehr viel Herzblut ins Spiel gesteckt hat, sondern eher daran, dass sich die Mechanismen im Spiel zu stark wiederholen. Das beginnt bei der Aufteilung in Episoden, die mit ähnlichen Zwischensequenzen nerven und endet bei gerade einmal zwei verschiedenen Bossgegnern. In meinen Augen hätte dem Spiel eine leicht längere Entwicklungszeit wirklich gut getan, denn so gerne ich die Rätsel im Spiel löse, so schnell wird mir auch langweilig, weil sich Captain Toad: Treasure Tracker immer nur sporadisch etwas Neues wagt. Einzig und allein der Einsatz fast immer anderer Umgebungen kann davon mehr als gut ablenken. Nach circa neun Stunden kommt das Spektakel auch abrupt zu einem Ende und ich frage mich abermals, warum man den Titel unbedingt Ende 2014 beziehungsweise Anfang 2015 veröffentlichen musste. Selbst vom angekündigten amiibo-Support, sieht man zum aktuellen Zeitpunkt absolut nichts. Es darf nicht passieren, dass jetzt auch noch Nintendo Spiele leicht unfertig auf den Markt wirft. Wer bereits das Minispiel in Super Mario 3D World liebte, wird sicherlich auch sehr viel Spaß mit Captain Toad: Treasure Tracker haben, doch ein Überraschungshit wurde der Titel nicht.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Captain Toad: Treasure Tracker!

Umfrage: Die Besten des Jahres 2014

Traditionell wählen wir auch zum Jahresbeginn 2015 die Besten des Vorjahres. Jeder Titel, den wir in den letzten zwölf Monaten besprochen haben, steht zur Wahl. Dabei ist es egal, ob der Titel erst zum Weihnachtsgeschäft in den Läden stand oder der Titel schon vor ein paar Jährchen veröffentlicht wurde. Da wir uns in diesem Jahr dazu entschlossen haben, auf die News-Sektion weiterhin zu verzichten und uns auf vor allem auf Reviews zu konzentrieren, stehen in diesem Jahr wieder sehr viele Titel zur Auswahl. Daher haben wir uns erneut dazu entschieden, dass ihr in jeder Kategorie so viele Titel wie ihr wollt wählen dürft, um euch die Wahl ein wenig zu erleichtern. Ihr entscheidet nun jeweils, welche Titel das Potenzial zur Bestplatzierung in den Kategorien Nintendo, PlayStation 3 & PlayStation 4, Xbox 360, PC, Download, Anime, Manga und Film haben. Wählt nun die besten Spiele auf Nintendo-Plattformen im Jahr 2014 aus:

Als nächstes bitten wir euch darum, die besten Titel für die beiden Heimkonsolen aus dem Hause Sony Computer Entertainment auszuwählen.

Neben der PlayStation 3 und der PlayStation 4 halten wir natürlich auch der Xbox 360 die Treue. Ihr entscheidet nun, welche Spiele zu den besten Titeln des Jahres 2013 gehören.

Auf dem PC sind letztes Jahr ebenfalls interessante Titel erschienen. Wählt bitte nun eure Kandidaten aus, die eurer Meinung nach die Gewinner des letzten Jahres sind.

Dank Download-Plattformen wie dem eShop von Nintendo kommen wir jedes Mal wieder in den Genuss neuer Entwicklungen und alter Klassiker. Wählt nur eure Kandidaten.

Im letzten Jahr erschienen neben Videospielen natürlich auch viele Animes, die uns unzählige Stunden begeistert haben. Wählt bitte nun die besten Titel 2014.

Neben Animes haben wir uns im letzten Jahr auch etwas intensiver mit Mangas beschäftigt. Auch hier dürft ihr eure Favoriten wählen.

Zum Abschluss haben wir für euch auch die Liste der rezensierten Filme zusammengestellt – ihr dürft nun aus diesen Titeln eure Favoriten wählen.

Die Auswertung der Umfrage erfolgt in einigen Wochen und wird an verschiedenen Stellen bekanntgegeben. Wer unseren Newsletter abonniert hat, der wird ebenso schnell über die Ergebnisse informiert sein, wie all jene, die uns auf Facebook, Twitter und Google+ die Treue halten. Wir bedanken uns für eure rege Teilnahme!

Wir wünschen euch einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr!

Hochgeschätzte Gameplay-Gamers-Leser,

morgen beenden wir nicht nur ein erfolgreiches Jahr voller nennenswerter Spiele, sondern gleich ein ganzes Jahr voller fantasiereicher Animes, spannender Filme und lesenswerter Mangas. In diesem Jahr haben wir zu unserem zweitägigen Rhythmus in puncto Publikation neuer Artikel zurückgefunden. Auf der übersichtlichen Startseite findet ihr nun alle zwei Tage aktuelle Themen. Außerdem sind wir nicht von unserem Kurs abgekommen und haben die News nicht wieder ausgebuddelt. Unser Fokus liegt nach wie vor auf Reviews, Previews und Specials. Zudem hat sich unsere Chefredaktion ein klein wenig verändert. Björn hat seinen Posten als stellvertretender Chefredakteur im letzten Oktober geräumt. Wir wünschen ihm alles Gute!

Nintendo musste sich in diesem Jahr sowohl viel Kritik als auch Lob von Fans und von der Fachpresse anhören. Auf der einen Seite verkauft sich die Wii U noch immer nicht so, wie sich das Nintendo gerne vorstellt, doch scheint der Konzern langsam aber stetig Inhalte für die Konsole nachzuliefern. Trotzdem sind wir gespannt darauf, mit welchen innovativen Titeln Nintendo uns im nächsten Jahr überzeugen will. Die amiibo-Figuren bieten zwar noch nicht viele Möglichkeiten, doch dies könnte sich 2015 schließlich ändern. Die Konkurrenz schläft allerdings nicht. Sony freut sich über hervorragende Verkaufszahlen der PlayStation 4 – und kann sich den Erfolg intern nicht erklären. Microsofts Xbox One verkauft sich ebenfalls gut, doch scheint sich längst herauskristallisiert zu haben, wer das Rennen in dieser Generation machen wird. Der zweite Platz wird wohl wie in der vorletzten Konsolengeneration zwischen Microsoft und Nintendo entschieden werden. Wir sind gespannt, wie sich die Lage im Jahr 2015 ändern wird.

Das Jahr 2014 hat uns aber auch in anderer Hinsicht geprägt. Nach wie vor leben wir in einer Welt, in der man mit kriegerischen Mitteln in andere Länder einfällt. Nach wie vor sterben Menschen, die sich für eine gerechte Sache einsetzen. Wir sind gespannt, wie sich die Welt zu einem Besseren verändern wird und vor allem welche Rolle jeder einzelne Mensch dazu beitragen wird. Mit diesen Worten beenden wir dieses Jahr. Einen guten Rutsch uns ein frohes neues Jahr wünscht euch

Eric Ebelt

Review: Teslagrad

Teslagrad (1)Nintendo legte mit der Metroid-Reihe den Grundstein zu einem ganz neuen Erkundungssystem in Videospielen. Später kopierte Konami das System für einige Teile der Castlevania-Serie. In Fankreisen wird das Genre als Metroidvania bezeichnet und auch auf andere Titel übertragen.

Teslagrad (2)Einer dieser Titel ist Teslagrad vom norwegischen Entwicklerstudio Rain Games. In diesem Spiel übernehmen wir die Rolle eines kleinen Jungen, der nachts aus einer Herberge flieht und sich auf den Weg zum Teslaturm macht. Unentdeckt bleiben wir dabei nicht, denn zahlreiche Stadtsoldaten wollen uns prompt wieder einfangen. Im Turm erst einmal angekommen, steht uns dieser quasi von der ersten Spielminute offen – zumindest bis zu den Stellen, wo wir nach dem erwähnten Metroidvania-Spielprinzip einen Gegenstand benötigen, um voranzuschreiten. Wie es der Name des Spiels, der sich wohl am berühmten Physiker Nikola Tesla orientiert, vermuten lässt, bekommen wir es mit allerhand Facetten von Elektrizität und Magnetismus zu tun. Beispielsweise erhalten wir bereits früh im Spielverlauf Handschuhe, mit denen wir den einen oder anderen Block positiv oder negativ magnetisieren können. Später kommen wir in den Genuss von verschiedenen Capes für unseren Helden, den jungen Burschen. Damit ist es uns möglich, uns von verschiedenen Magnetfeldern abblocken oder anziehen zu lassen. Das System schlängelt sich durch den gesamten Spielverlauf, was uns sehr gut gefällt. Allerdings fragen wir uns öfters, warum wir das überhaupt tun. Eine Geschichte wird nur im Hintergrund mittels kleinen Theaterstücken oder Zwischensequenzen – ohne einen einzigen Text erzählt.

Versuch und Irrtum

Teslagrad (3)Die Rätsel von Teslagrad bewegen sich auf einem humanen Niveau. Es ist eigentlich immer recht schnell ersichtlich, wie die Aufgabenaufstellung aussieht. Allerdings gestaltet sich die Steuerung in vielen Fällen als recht schwammig und fummelig. Das artet schnell in Versuch und Irrtum aus. Oftmals entscheiden auch kleine Pixel-Millimeter darüber, ob ein Sprung nun gelingt oder nicht. Was bei Mega Man 1987 noch für Begeisterung sorgte, funktioniert bei Teslagrad jedoch nicht mehr. Solche Stellen strecken das Spiel künstlich, zumal unser Held bei einem einzigen Fehlversuch am Anfang des Raumes oder zumindest bei gelegentlichen Kontrollpunkten wieder aufwacht. Das ist besonders ärgerlich bei den Bossgegnern, dessen Taktik erst einmal durchschaut werden möchte. Dumm nur, dass der Kampf abbricht und wir den ganzen Kampf von vorne beginnen und hoffen müssen, dass es diesmal klappt. Geklappt hat jedoch die Technik des Spiels, denn die Comic-Grafik ist in Verbindung mit den schönen Klavier-, Violinen- und Xylophonklängen ein wahrer Genuss, den man sich nicht entgehen lassen darf. Schade, dass nach bereits vier bis fünf Stunden der Abspann über den Bildschirm flimmern kann. Wer alle versteckten Dokumente finden will, ist gut eine Stunde länger mit dem spaßigen Teslagrad beschäftigt. Die Metroidvania-Offenbarung ist der Titel aber nicht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Wii-U-Fassung): Als ich den ersten Screenshot von Teslagrad gesehen habe, habe ich mich direkt in den Grafikstil des Spiels verliebt. Der wird im fertigen Spiel mit wunderbarer Musik begleitet. Eigentlich eine wirklich großartige Grundlage aus norwegischem Hause, doch das Spiel hat mich dann leider doch stellenweise zur Verzweiflung getrieben. Grundsätzlich finde ich die vielen Rätsel, die mit Elektrizität und Magnetismus spielen, wirklich spannend. Ärgerlich ist in meinen Augen nur, dass der Held gerade einmal einen Lebenspunkt hat – wird man also elektrisiert, zerquetscht oder von einem Monstrum angegriffen, dann darf ich am Anfang eines Raums oder beim Checkpoint erneut in den Rätselalltag starten. Das wäre sicher anders möglich gewesen und auch der Einsatz der dem Metroidvania-Genre entliehenen Elemente hätten die Norweger wohl sehr viel besser umsetzen können. Was ich jedoch absolut nicht verstehe, ist, warum der Fernsehbildschirm schwarz bleiben muss, wenn ich das Spiel ganz auf den Bildschirm des GamePads auslagere. Trotz des selten genutzten Potentials macht Teslagrad für ein paar kurze Stunden Spaß.

Review: Projekt B

Projekt B (1)Der Film Projekt B aus dem Jahr 1987 ist die Fortsetzung von Der Superfighter von 1983. Der englische Titel des Vorgängerfilms ist jedoch Project A, weshalb in Deutschland ein weiteres Mal unnötig Verwirrung gestiftet wurde. Diesmal leider ohne Sammo Hung und Yuen Biao!

Projekt B (2)Waren die beiden Schauspieler, die öfters mit Jackie Chan zusammengearbeiteten, bei Project A noch mit von der Partie, kommt die Handlung von Projekt B gänzlich ohne die beiden aus. Der Film konzentriert sich auf den von Jackie Chan verkörperten Charakter Dragon. Der wird von der Marine zur Polizei versetzt, wo er den übermütigen Polizeibeamten Chun ablösen soll. Chun hat nämlich zwei Diebe auf der Flucht eiskalt erschossen, obwohl sich beide schon auf offener Straße nahezu ergeben haben. Wie wir im Verlauf der Story erfahren, hat Chun seine Hände im Spiel mit der Unterwelt Hongkongs und ist augenfällig erbost darüber, dass er vom jungen Dragon abgelöst wird. Obwohl er befördert und von einiger Arbeit befreit wird, fühlt sich Chun schikaniert und will seine alte Stellung unter allen Umständen zurück erlangen. In der Zwischenzeit hat Dragon mit seinem durch und durch korrupten Polizeirevier zu kämpfen. Bereits bei seinem Amtsantritt haben die Beamten zusammengelegt, um Dragon zu schmieren. Der will nämlich aus der Polizeistation im Westbezirk endlich ein anständiges Revier machen. Dragon weiß, dass der Gangsterboss Einsamer Wolf für alle illegalen Geschäfte im Westen der Hafenstadt verantwortlich ist. Als er plant, diesen zu verhaften, muss er in seinen Reihen mit hartem Widerstand rechnen. Die Beamten sind so verängstigt, dass sie kündigen wollen.

Auf dem Weg zur Revolution

Projekt B (3)Dragon hat aber noch mit mehr Ärger zu rechnen. Als er eine Feierlichkeit des Gouverneurs mit seinem Team überwachen soll, wird ein wertvolles Medaillon gestohlen. Der Diebstahl wird anders aufgeklärt, wie Dragon das recht wäre. Das Kleinod befindet sich plötzlich in seiner eigenen Tasche und prompt wandert Dragon hinter Gittern. Zumindest sollte er das, doch durch verschiedene Verwicklungen kann er der Polizei helfen, den gefährlichen Chun und der Rest der Verbrecher zu schnappen. Dabei kommt er ständig jenen Piraten in die Quere, mit denen er sich schon in Der Superfighter herumschlugen durfte. Projekt B spielt durchweg vor dem Szenario der letzten Tage des Kaiserreichs. In den Dialogen erfahren wir, dass man nicht mehr sonderlich gut aufs Kaiserhaus (und besonders die einflussreiche Cixi) zu sprechen ist und im Hintergrund bereits die Revolution langsam vorbereitet wird. An der Stelle wird klar, dass der Film vor 1908 spielen muss. Selbst auf den wohl wichtigsten aller Revolutionären, Dr. Sun, wird in einer Szene hingewiesen. Dadurch gelingt es dem Film, die Auffassung von Dragon, dass jedes Leben schützenswert ist, doppelt zu unterstreichen. Das Leben des Polizisten kommt aber nicht ohne Action und Gewalt aus und so sterben dennoch ein paar Nebencharaktere. Das weist indirekt auf die kommende (blutige) Revolution hin.

Eine Reise in die Vergangenheit

Projekt B (4)Die Choreographien von Chan wirken in Projekt B einmal mehr herausragend. Egal ob Chan nun im Polizeirevier, im Versteck von Einsamer Wolf oder auf Gerüsten des authentisch an das um die Jahrhundertwende angelehnte Hongkong kämpft – alles wirkt wie aus einem Guss. Selbiges gilt auch für die Kostüme, Requisiten und Kulissen. Die Außenaufnahmen von einer mehr als einhundert Jahre alten Stadt wirken pompös und werden durch feine Kleidung der Oberschicht unterstützt. Neben Chan sind in weiteren Rollen unter anderem Rosamund Kwan, David Lum und der 2006 verstorbene Bill Tung zu sehen, die sich hervorragend in das Bild einfügen. Apropos Bild: Dieses macht einen ordentlichen Eindruck und kann nur dann recht negativ auffallen, wenn man sehr nah vor dem Fernseher sitzt und das Bildkorn und das kleine Flackern bemerkt. Bei angemessener Entfernung kann man aber nichts beanstanden. Die Musik des Films erinnert abermals an die alte Zeit, in der die Briten Hongkong besetzt hielten. Schaut man sich die deutsche Übersetzung an, muss man mit einigen geschnittenen Szenen leben; die Intention des Films geht hier zu Bruch. Daher empfehlen wir unbedingt den Film im kantonesischen Originalton zu schauen, da die deutsche Synchronisation an vielen Stellen einen Humor verwendet, der deplatziert wirkt und das Gesamterlebnis schmälert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Es ist schade, dass ich Der Superfighter bis heute noch nicht gesehen habe. Dafür bin ich aber wohl das beste Beispiel dafür, dass der Film auch ohne das Vorwissen funktionieren kann. Natürlich ist es schade, dass Sammo Hung und Yuen Biao, die eigentlich immer viel Humor mit in Jackie Chans Filme bringen, diesmal nicht mit von der Partie sind. Trotzdem unterhält mich der Film mit vielen irrwitzigen Ideen, die in den letzten drei Dekaden einfach nicht langweilig geworden sind. Hinzukommen spektakuläre Stunts, in denen Chan ein paar ältere US-amerikanische Filme zitiert und somit die Kampfeinlagen sehr abwechslungsreich ausfallen. Viel interessanter finde ich jedoch den Aspekt, dass man mit ein wenig Feingefühl die Situation um die Jahrhundertwende erkennen und verstehen kann. Ganz so tiefgründig wie Bodyguards & Assassins wird Projekt B zwar nicht, aber ein Stück chinesischer Geschichte lässt sich in Jackie Chans Film dennoch finden. Und wer auf Blu-rays gerne das Bonusmaterial verschlingt, bekommt einen Audiokommentar von Bey Logan und ein interessantes Interview mit Yao Lin Chen obendrauf spendiert.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Projekt B!

Wir wünschen euch frohe Weihnachten!

Wir wünschen euch frohe Weihnachten 2014Liebe Gameplay-Gamers-Leser,

viereinhalb Jahre existiert Gameplay Gamers bereits und dieses Jahr war wieder einmal ein erfolgreich Jahr für uns. Durch unser einfaches Design konnten wir auch in diesem Jahr viele User ansprechen, von denen viele ihren Weg zudem in die NextGen-Community gefunden haben, in der fleißig über Videospiele und Co diskutiert wird. Im zweitägigen Rhythmus veröffentlichen wir auf unserer Seite fast nur noch Reviews, Previews und Specials. Somit haben wir uns in diesem Jahr von unserem News-System einmal mehr verabschiedet, damit wir uns wichtigeren Dingen widmen können. Obwohl wir sehr gerne Gewinnspiele für euch veranstalten, haben wir in diesem Jahr leider nicht genügend Ressourcen gehabt, um diese auf unserer Seite durchzuführen. Wer aber trotzdem kein Glück bei unseren Gewinnspielen hatte und sich zu Weihnachten über Geldgeschenke freuen darf, dem legen wir unsere Artikel der letzten Wochen ans Herz. Wir haben viele interessante Titel für euch intensiv getestet und vielleicht ist für den einen oder anderen unter euch das passende Geschenk dabei.

Viel mehr Worte möchten wir an dieser Stelle aber nicht verlieren, da die meisten unter euch wahrscheinlich gerade im Kreis der Familie oder mit Freunden das Fest der Liebe zelebrieren. Genießt die Feiertage, das weihnachtliche Essen, schaut euch ein paar Animes oder Filme an, zockt die Spiele, welche ihr geschenkt bekommt und nehmt euch vor allem die Zeit dafür, all das zu erledigen, was ihr euch vorgenommen habt. Frohe Weihnachten wünscht euch

Eric Ebelt

Prime Time: PlayStation 4 (Unboxing)

Das ging schneller als gedacht! Eigentlich wollte sich unser Chefredakteur Eric sich die PlayStation 4 erst zum Release von Final Fantasy: Type-0 zulegen, doch dann kam Anfang November 2014 einfach ein zu gutes Angebot auf ihn zu, welches er einfach wahrnehmen musste. In diesem Video stellen wir euch die PlayStation 4, den Controller, die Kamera und das Spiel The Last of Us: Remastered vor. Wir wünschen euch viel Spaß beim Anschauen des Videos!

Review: Wooden Man

Wooden Man (1)Beim Film Wooden Man aus dem Jahr 1976 ist Lo Wei nicht als Regisseur tätig, sondern hält sich als Produzent im Hintergrund zurück. Der Qualität des Films tut dies keinen Abbruch, da uns der von der ersten bis zur letzten Minute mit einer tollen Story und tollen Kämpfen packt.

Wooden Man (2)Kein Kind der Welt möchte wohl sehen, wie der eigene Vater vor den eigenen Augen getötet wird. Little Mute oder Stummer, wie er in der deutschen Synchronfassung genannt wird, muss diese Tragödie allerdings in jungen Jahren erleben. Nach dem Tod seines Vaters wird er von den Shàolín-Mönchen eines Klosters großgezogen und ständig aufgezogen. Jahre vergehen und dennoch bleibt Little Mute schwach und überlebt das Training jeden Tag nur, um abends überhaupt noch einmal einschlafen zu können. Er träumt davon, eines Tages ein ganz großer Kampfkünstler zu sein und schlägt in seinen Träumen auch seinen Meister mit Leichtigkeit. Dann ist es jedoch wieder Morgen und Little Mute muss den Tag überleben. Das Training beginnt mit dem Aufsuchen der Wasserquelle, wo alle Mönche zwei Eimer füllen und das Wasser die lange Treppe zum Kloster hinauf befördern müssen. Die Crux an der Sache ist aber die, dass die Eimer jeweils ein kleines Loch haben. Man muss sich also beeilen, um das Fass vor dem Tempel rechtzeitig vor dem Nachmittag zu befüllen. Gefaulenzt darf aber auch dann nicht. Enttäuscht vom Tagwerk seines Schützlings, schickt der Meister Little Mute zum Holzhacken. Während der beiden Tätigkeiten trifft Little Mute auf eine Nonne Buddhas und einen ständig betrunkenen Mönch, die ihm Hilfe im Erlernen der Kampfkunst gewähren.

Freund und Feind in einer Person

Wooden Man (3)Die wichtigste Inspirationsquelle ist allerdings ein Gefangener unter den Höhlen des Klosters. Dieser scheucht alle Mönche direkt fort und möchte auch kein Essen von ihnen haben. Alle Mönche wehren sich natürlich mit Worten, doch Little Mute kann nicht sprechen. So bildet sich zwischen Little Mute und dem Gefangenen eine tiefe Freundschaft, was allerdings dazu führt, dass Little Mute auf den falschen Weg geleitet wird. Vom Gefangenen erfährt er, dass er in einem Kampf schnell dafür sorgen muss, dass der Gegner kampfunfähig gemacht und am besten auch noch tödlich verletzt wird. Von ihm erfährt Little Mute auch, wie er gegen die Holzmänner kämpfen kann. Die hölzernen Männer bewachen nämlich eine Kammer, die jeder, der das Kloster verlassen will, bezwingen muss. Als Gegenleistung muss Little Mute eine Nachricht an einen Apotheker in der nächsten Stadt überbringen. Damit fangen die Probleme allerdings erst richtig an. Der Gefangene hat schon mehrere Menschen auf dem Gewissen und jetzt ist ihm anscheinend eine Möglichkeit in den Sinn gekommen, um aus dem Verlies zu entkommen. In der nächstgelegenen Kneipe trifft Little Mute zudem auf ein Mädchen, welches prompt von den Mitglieder der Bande seines alten Freundes für diesen entführt wird. Little Mute nimmt seinen Mut zusammen und stellt sich seinem Freund mit allen Mitteln.

Menschlichkeit

Wooden Man (4)Wooden Man ist im Grunde eine einzige Ode an die Humanität. Während der Gefangene dem Protagonisten Little Mute die schlechte Handlungsweise nahelegt, fordert ihn die Nonne dazu in seinen Gedanken auf, sich für den Pfad der Gerechtigkeit einzusetzen. Zwiegespalten ist er dabei gefangen in einer brutalen Welt, in der er einfach nur den Mörder seines Vaters finden will und dabei ist genau dieser ihm eigentlich näher, als er bis zum finalen Kampf eigentlich denkt. Die Rachestory ist durchdacht und zeigt uns einen Kämpfer, der von seinem Dasein als Anfänger bis zum Experten Triumphe und Rückschläge einstecken muss. Jackie Chan nimmt eine seiner ersten erwachsenen Rollen sehr ernst und ist für Wooden Man neben seiner Rolle als Little Mut, auch noch als Stunt-Koordinator und Action-Regisseur tätig. Die Kämpfe in Wooden Man können sich wirklich sehen lassen und bis auf wenige Ausnahmen wird hier alles ohne Drahtsteile erledigt. Das gefällt uns gut! Genauso gut gefällt und das Bild der HD-Fassung. Sicherlich wäre hier bei einer gründlichen Digitalüberarbeitung viel mehr möglich gewesen, doch für einen Film aus dem Jahr 1976 kann sich das Bild bis auf ein paar leichte (durchgehende) Verunreinigungen sehen lassen. Die deutsche Synchronisation ist gelungen und zieht den kantonesischen Originalton (beides in DTS-HD 5.1) nicht ins Lächerliche.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bisher bin ich mit Lo-Wei-Produktionen nicht ganz klar gekommen, doch das hat sich bei Wooden Man sehr stark geändert. Mir hat besonders die Story um Rache und Verrat sehr gut gefallen, da diese wirklich von Beginn an durchdacht ist und zu einem fast achtminütigen Endkampf führt. Dazu kommen Dialoge, die ich den Protagonisten und Antagonisten abkaufe; ins Lächerliche wird hier nichts gezogen. Wenn man Martial-Arts-Filme mag, merkt man schnell, dass einem auch die Kämpfe sehr gut gefallen. Der Kampf in der Kammer mit den hölzernen Männern mag vielleicht doch recht gewöhnungsbedürftig sein, aber alle anderen Kämpfe zwischen Menschen machen durchaus einen gut choreographierten Eindruck. Jackie Chan hat hier nicht nur eine tolle Hauptrolle gespielt, sondern auch hinter der Kamera einen guten Job in Bezug auf Action und Stunts bewiesen. Die 108 Minuten von Wooden Man vergehen wie im Flug, doch umso ärgerlicher ist es, dass dann kein Bonusmaterial auf der Disc vorhanden ist. Gerne hätte ich hier den einen oder anderen Einblick in die Produktion erhalten, was bei einem Film aus dieser Zeit allerdings nicht immer so einfach ist. Trotzdem: Wooden Man lohnt sich für allem für Fans von Martial-Arts-Filmen. Alle anderen suchen sich lieber eine Komödie mit Jackie Chan!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Wooden Man!

Prime Time: Senran Kagura – Vol. 1 – 4 (Unboxing)

Unglaublich, aber wahr! Senran Kagura hat es schon vor einer ganzen Weile in den Westen geschafft. Die Reviews zu ersten, zweiten, dritten und vierten Volume haben wir euch bereits von Juni bis August vorgestellt. Heute schließen wir das Kapitel Senran Kagura mit einem Unboxing-Video, in dem wir euch gleich alle vier Volumes vorstellen, ab. Dazu erinnert sich unser Chefredakteur Eric auch an Senran Kagura: Burst auf dem Nintendo 3DS. Welche Erinnerungen er mit dem Anime und dem 3DS-Spiel verknüpft, erfahrt ihr gebündelt in unserem Video mit einem der schlechtesten Wortwitze aller Zeiten. Wir wünschen trotzdem viel Spaß dabei!

Prime Time: amiibo (Mario) & amiibo (Link)

Ende November 2014 veröffentlichte Nintendo die erste Welle an amiibo-Figuren. Diese sorgen in der Community für ein breitgefächertes Meinungsangebot. Was unser Chefredakteur Eric von den amiibo hält, lässt er euch in seinem Unboxing-Video wissen, in welchem er euch den amiibo von Mario und den amiibo von Link vorstellt.

Review: Action Hunter

Action Hunter (1)Der Film Action Hunter von 1988 markiert einen historischen Punkt in der Geschichte des Martial-Arts-Films. Man erinnert sich vor allem deshalb an diesen Film, da hier Jackie Chan, Sammo Hung und Yuen Biao bisher zum letzten Mal gemeinsam vor der Kamera stehen.

Action Hunter (2)Etwas wehmütig wirkt Hongkong-Kino-Experte Bey Logan schon, als er in dem beiliegenden Making-of Dragons Remembered an den Film aus den Achtziger Jahren denkt. Drei der wohl bedeutendsten Schauspieler Chinas stehen in Fei lung maang jeung, der in den Vereinigten Staaten Dragons Forever und hierzulande noch unpassender Action Hunter genannt wird, zum letzten Mal gemeinsam vor der Kamera. Bey Logan spricht sogar davon, dass Golden Harvest, das Filmproduktionsunternehmen hinter Action Hunter, in dieser Zeit auf dem Höhepunkt der Firmengeschichte angelangt ist. Man merkt dem Experten an, welchen Stellenwert der Film einnimmt. Dramatisch ist auch die Handlung des Films, denn hier vertritt Chan in seiner Rolle nicht von Anfang an die gute Seite. Er verkörpert den gerissenen Anwalt und Schürzenjäger Jackie Lung, der jeden Fall annimmt, um über die Runden zu kommen. Trotzdem verpasst er dem einen oder anderen Mandanten eine Ohrfeige, wenn dieser trotzt Freispruch im Unrecht ist. Seine Tage verbringt er damit, dass er alle seine Damenbekanntschaften zum Essen einlädt – zum Unwohl seiner Assistentin, die wohl insgeheim in ihn verliebt ist. Eines Tages tritt der Leiter eines großen Chemiekonzerns an ihn heran, der ihn bittet, ihn zu vertreten. Der Grund dafür ist eine Fischfarm in der Hongkonger Bucht, die die Expansion des Konzerns verhindert.

Die Sache mit dem Holzwurm

Action Hunter (3)Um Beweise beziehungsweise Informationen zu sammeln, nutzt er die Hilfe seines Freundes Luke Wang. Dieser zieht neben der Leiterin der Fischfarm ein. Während dieser die Frau im Haus neben ihn mit einer (für die Achtziger Jahre) modernen Abhöranlage überwacht, ist ein weiterer Teilnehmer ins Spiel eingestiegen. Um Luke zu unterstützen, wählt Jackie seine Freund Tim aus. Dieser soll bei Miss Yip einbrechen und eine Wanze verstecken. Der nicht eingeweihte Luke versteht dies natürlich falsch und schreitet zur Tat. Der Vorfall endet damit, dass Jackie Tim auf Kaution aus dem Gefängnis holen muss. Die Handlung des Films beginnt jedoch eigentlich genau mit dieser Szene, wodurch ein heilloses Durcheinander innerhalb der Story entsteht. Jackie verliebt sich nämlich ebenfalls in die Anwältin von Miss Yip, Nancy Lee. Während die beiden Damen ein ganz anderes Bild von Luke und Tim machen, muss der gerissene Jackie dafür sorgen, dass sie sich nicht begegnen. Dass das früher oder später aber passieren wird, dürfte kein Spoiler sein. Die Szenen, in denen Jackie seine Freunde vor den beiden Damen verstecken muss, sind aber derlei Highlights, die auch mit Sprüchen versehen sind, die in der deutschen Synchronisation repräsentativ für die Achtziger und Siebziger Jahre stehen. Zum Beispiel geht es um den harten Kampf gegen einen hartnäckigen Holzwurm.

Bekannte Technik

Action Hunter (4)Mit der Zeit nimmt der Drama-Anteil ab und der Anteil an Martial-Arts-Einlagen steigt. Dies geht einher mit der Story-Wendung, wo sich Jackie gegen den Chemiekonzern stellt. An der Stelle wollen wir jedoch nicht mehr über den Inhalt verraten. Während Chan, Hung und Biao ihre typischen Künste demonstrieren, bleibt die Schauspielerei der anderen Charaktere hinter den Erwartungen zurück. Trotzdem gefallen uns auch hier einige Szenen, wie die, in der Luke mit einem Megafon seiner Liebe hinterherläuft. Neben einem Auftritt in Power Man ist Benny Urquidez, ein US-amerikanischer Kampfkünstler, auch in Action Hunter als Gegner von Chan zu sehen. Der mehrfache Preisträger kann im Showdown mit Chan als Bösewicht glänzen. In technischer Hinsicht kann der Film jedoch nicht immer glänzen. Das Bild in Full-HD macht zwar fast durchgehend einen überzeugenden Eindruck, doch manche Szenen wurden über die Jahrzehnte hinweg falsch gelagert, weshalb sich das Bild in wenigen Szenen wellt. Uns hat die deutsche Synchronisation aus dem Kantonesischen zwar einigermaßen gefallen, doch an vielen Stellen blödelt man mit deplatzierten Witzen herum. Dafür entschädigt das gelungene Bonusmaterial. Neben dem 99-minütigen Film (geschnittene Szenen sind in Kantonesisch enthalten und deutsch untertitelt) wartet mehr als zwei Stunden Bonusmaterial auf uns. Toll!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wenn man bemerkt, dass ein Film im Jahr der eigenen Geburt erschienen ist und seitdem schon so viele Jahre vergangen sind, kann man schon etwas wehmütig werden. Wehmütiger wird man, wenn man erfährt, dass hier drei der besten Schauspieler Chinas beziehungsweise drei der besten Darsteller Hongkongs zum letzten Mal gemeinsam vor der Kamera stehen. Den Hongkong-Kino-Experten Bey Logan kann ich sehr gut verstehen, da der Film somit einen wichtigen Punkt der Geschichte des Martial-Arts-Kinos markiert. Den eigentlichen Film finde ich dann jedoch gar nicht mal so herausragend. Er erzählt eine Handlung, die erst gegen Ende wirklich spannend wird und zwischendurch immer mal wieder mit kleineren Highlights punktet. Regisseur Sammo Hung, der zugleich auch als einer der Hauptdarsteller auftritt, hätte ich hier mehr zugetraut. Die vielen kleinen Ideen, die in Action Hunter jedoch verarbeitet sind, machen den Film aber absolut nicht langweilig. Ebenso wenig langweilig ist das Bonusmaterial. Die Interviews, die mit einzelnen Personen gut und gerne mal dreißig Minuten dauern, sind besonders deshalb so interessant, da sie nicht mit Chan, Hung und Biao gedreht worden, sondern mit Personen, die dem Film nur wenig beigesteuert haben. Man bekommt einen ganz anderen Blick auf die Entstehung des Films. Den krönenden Abschluss stellt jedoch das Making-of von und mit Bey Logan dar, denn hier führt mich der Experte an die Schauplätze rund 17 Jahre nach dem Dreh des Films. Nicht sehr spektakulär, aber die Zeitreise ist dennoch einen Blick wert.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Action Hunter!

Prime Time: Kingdom Hearts HD II.5 ReMIX (Limited Edition) (Unboxing)

Ein großer Disney-Fan war unser Chefredakteur Eric noch nie und hat dies sicherlich oft genug verlauten lassen. Seine Liebe zum Genre des Rollenspiels ist dennoch nach wie vor ununterbrochen. So hat er sich auch die Limited Edition von Kingdom Hearts HD II.5 ReMIX gekrallt und stellt sie euch in seinem Unboxing-Video so ausführlich wie möglich vor. Gute Unterhaltung!

Review: Ninja Apocalypse

Ninja Apocalypse (1)Wenn man durchs Kaufhaus schlendert, in der Tonträgerabteilung landet und die Blu-rays in den Regalen durchstöbert, entdeckt man Filme mit wahnsinnig tollen Covern. Steckt man den Film zuhause ins Abspielgerät, merkt man aber, dass der Film gar nicht so wahnsinnig toll ist.

Ninja Apocalypse (2)Mit diesem Problem hat Ninja Apocalypse von Regisseur Lloyd Lee Barnett zu kämpfen. Der Produktion aus dem Jahr 2014 merkt man allen Ecken und Enden an, dass sie nur mit einem sehr dünnen Budget auskommen musste. Die Makel sind bereits bei der Handlung deutlich zu erkennen. Ninja Apocalypse spielt in der Zukunft eines Landes, welches im Film an keiner einzigen Stelle genannt wird. Der Ausnahmezustand wird durch die Regierung erlassen und es folgt kurz darauf ein Krieg, der wohl die ganze Welt in Mitleidenschaft zieht. Die Menschen hausen in Atombunkern, um dem Fallout zu entgehen. Darauf wird zumindest an der einen oder anderen Stelle im Film hingewiesen, denn zeitlich ist die Story nach dem großen Krieg angesiedelt. Die überlebenden Menschen leben verstreut über das Land in Clans zusammen, die untereinander verfeindet sind. Ninja-Meister Fumitaka, der im zwanzigsten Untergeschoss eines solchen Bunkers haust, kann diese Streitigkeiten nicht mehr ertragen. Er lädt sämtliche Clan-Führer in den Bunker ein, um über den Frieden zu verhandeln. Zu dieser Verhandlung ist auch Cage, der Anführer des so genannten verlorenen Clans, eingeladen. Cage wird dazu bestimmt, vier seiner besten Leute mit auf die Reise zu nehmen. Begleitet wird er deshalb von seinem Bruder Surge, dem taubstummen Sky, dem Kämpfer Trillion und der Kriegerin Mar.

Das einhundertste Untergeschoss

Ninja Apocalypse (3)Wer jetzt denkt, dass der Film eine Reise zum Ninja-Meister markiert, auf der die Gefahren nur so aus allen verseuchten Erdlöchern kriechen, der irrt. Wenige Minuten nach Filmauftakt landet der verlorene Clan nämlich schon im Atombunker. Während der Verhandlung wird Fumitaka nämlich umgebracht und sofort fällt der Verdacht auf Cage und seine Leute. Diese fliehen natürlich direkt vor den anderen Clans, um nicht als blutige Opfer zu enden. Ohne Blut kommt Ninja Apocalypse allerdings nicht aus. Ständig trifft die Truppe auf andere Clans, die nicht nur mit Katana, Shuriken und Wurfmessern ausgestattet sind. Der Fallout hat auch dafür gesorgt, dass die Menschen übernatürliche Fähigkeiten erlangen und sich nun auch mit Blitzen und Feuerbällen gegenseitig umbringen können. In der Mitte des Films wird es dann noch kurioser. Zwar entdeckt die Gruppe einen Fahrstuhl in die Freiheit, doch prompt geht die Fahrt in die einhundertste Unterebene. Dort erfahren sie von Hiroshi, Fumitakas Nachfolger, dass er Beweise für Cages Unschuld habe. Sie müssen nur den Weg nach draußen finden und ihn aufsuchen. Blöd nur, dass aus der einhundertsten Unterebene bisher noch kein lebender Mensch entkommen ist. Grund dafür sind die Zombies, die dort vor sich hin vegetieren und von Trillion als solche erkannt werden. Dumm nur, dass ausgerechnet er zuerst gebissen wird.

Begrenzte Mittel

Ninja Apocalypse (4)Man muss sich nichts vormachen. Die Handlung hat zwar durchaus Potential, doch Barnett ist es mit einem kleinen Budget einfach nicht vergönnt, einen ansehnlichen Film zu erschaffen. Die Story würde für ein nettes Hack-and-Slay-Videospiel reichen, doch als Film selbst für den Heimkinobereich ist das unterirdisch. In nahezu jeder Szene kann man erahnen, wie es mit der Gruppe weitergeht – abgesehen vom unspektakulären Endkampf, wo der Film doch noch mit einem interessanten Storytwist aufwartet. Hinzukommen die hölzernen Dialoge und Sprüche, sowie dämliche Selbstopferungsversuche, die uns nur ein müdes Lächeln entlocken können. Seine ganz kleinen Sternstunden hat Ninja Apocalypse höchstens in den Kämpfen. Nein, besonders gut choreographiert sind diese vorne und hinten nicht. Schauspieler wie Christian Oliver, der schon in deutschen Top-Produktionen (Achtung: Ironie!) wie Der Bergdoktor oder Alarm für Cobra 11 mitgespielt hat, sind für derlei Kämpfe absolut nicht geeignet. Trotzdem ist es erfrischend, von der selten spannenden Hetzjagd durchs Gebäude Blutspritzer zu sehen. Sämtliche Klingen bleiben dabei übrigens trocken, was für heiteren Gesprächsstoff an einem Filmabend mit Freunden sorgt. Ninja Apocalypse sollte man übrigens unbedingt mit Freunden oder Bekannten zusammen anschauen, denn geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Unter objektiven Wertungskriterien kann man Ninja Apocalypse ruhigen Gewissens in die Tonne treten. Die Filmhandlung bleibt weit hinter meinen Erwartungen zurück und ist von Beginn an sehr durchschaubar. Nur der Twist am Ende kommt doch ein wenig überraschend und gibt Ninja Apocalypse eine kleine eigene Note. Wer darauf hofft, dass tiefgründige Dialoge vorherrschen, wird ebenfalls enttäuscht. Das Setting würde es durchaus hergeben; nur geht es Barnett wohl nur darum, den Filmdreh so schnell wie möglich zu einem Ende zu bringen. Dabei hat er sich wohl gedacht, dass es hölzerne Dialoge wohl auch tun werden. Im Grunde passt das ja auch alles super zusammen. An keiner Stelle merkt man, dass man sich besonders viel Mühe gegeben hat. Wenigstens sind die Kämpfe zwischen den Clans ganz nett inszeniert, aber bei weitem unter dem Niveau, welches man wirklich erwarten könnte. Ninja Apocalypse muss oder sollte man am besten nicht gesehen haben. Wenn man sich aber (immerhin kurze) 84 Minuten lang vom Alltag ablenken will, sollte man den Film unbedingt mit jemandem zusammen anschauen; dann ist die Qual bei Weitem nicht ganz so schlimm.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ninja Apocalypse!

Review: Godzilla: Final Wars

Godzilla - Final Wars (1)Wer Teile des gesamten Star-Trek-Franchise, Star Wars: Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter, den einen oder anderen Michael-Bay-Film, X-Men und Matrix kennt, wird Godzilla: Final Wars auf der einen Seite verteufeln und auf der anderen Seite abgöttisch lieben.

Godzilla - Final Wars (2)Nachdem die vorherigen beiden Teile der Millennium-Reihe inhaltlich aufeinander aufbauen, kann man bei Godzilla: Final Wars nicht wirklich sagen, ob dieser Film im selben Universum angesiedelt ist. Typisch für die Millennium-Filmreihe wäre wieder ein neuer Ansatz und der Beginn (und das Ende) einer neuen Zeitrechnung. Die erste Szene des Films setzt im Kampf gegen Gojira am Südpol ein, wo die Riesenechse zugleich im ewigen Eis für immer begraben werden soll. Die Anspielung an Godzilla kehrt zurück bringt uns direkt zum Schmunzeln; es geht jedoch nahtlos in den Kampf Jahre später gegen die Riesenschlange Manda über und die Kollisionen mit dem Hybrid-Flug-Unterseeboot zeigen Szenen, die wir aus dem kompletten Star-Trek-Universum kennen – eine wankende Brücke, in dem die Offiziere durch die Gegend geschleudert werden. Herrlich! Durch waghalsige Manöver wird Lieutenant Douglas Gordon von der Earth Defense Force allerdings abgezogen und darf fortan kein Team mehr leiten, um den Planeten vor Monstern zu beschützen, die durch Umweltverschmutzung hervorgerufen werden. Ein Mitglied seines Teams, Shinichi Ōzaki, wird in der Zwischenzeit dazu verdonnert, die Biologin Miyuki Otonashi zu beschützen. Diese soll nämlich die Überreste des Monsters Gaigan, welches halb eine Maschine ist, untersuchen und für die Organisation analysieren.

Besuch vom anderen Stern

Godzilla - Final Wars (3)Wäre das Monster, welches vor über zehntausend Jahren aus dem Weltraum kam, nicht schon kurios genug, tauchen in jenem Moment überall auf der Welt Monster auf. Sowohl Shànghǎi, Sydney, New York und Tōkyō werden von Riesenkreaturen heimgesucht. Die Zerstörung der großen Städte nimmt kein Ende – dutzende Explosionen und Häusereinstürze inklusive; eben wie in einem Film von Regisseur Michael Bay. Die Earth Defense Force rückt aus, um gegen die Monster mit ihren Hybrid-Fahrzeugen anzutreten oder mit hochtechnologischen Waffen auszuschalten. Zu diesen Leistungen sind die Mitglieder der Einheit nur fähig, da sie allesamt Mutanten sind. Das ist für die Godzilla-Reihe nichts Neues, denn Mutanten gab es in sehr viel schwächerer Form schon in der Heisei-Reihe. Kurz darauf scheint die Handlung jedoch total durchzudrehen, als plötzlich auch noch Außerirdische auftauchen, die Monster verschwinden lassen und den Menschen den Frieden anbieten. Dem Anschein nach scheint es sich bei den Außerirdischen um genetisch aufgebesserte Menschen zu halten, doch da der Name ihres Heimatplaneten zu schwer für Menschen auszusprechen sei, sollen die Menschen ihn doch einfach X nennen. Durch Fernsehauftritte und Inszenierung der Aliens denken wir an die US-amerikanische Fernsehserie V: Die außerirdischen Besucher kommen aus dem Jahr 1983.

Suche nach Eigenidentität

Godzilla - Final Wars (4)Das ist jedoch nicht genug! Später gesellen sich nämlich noch Kämpfe zwischen Mutanten und Aliens dazu, die in einigen Szenen stark an Matrix erinnern. Markante Ledermäntel, die prägnante Sonnenbrille und das Ausweichen von Pistolenkugeln sind unverkennbar mit dem Werk der Wachowskis verbunden. Als es dann zum Äußersten kommt, lassen die Aliens die eingefangenen Monster wieder frei. Der aus dem Exil gerettete Gordon nimmt seinen alten Posten wieder ein und flieht mit seinem Team an den Südpol, um Gojira zu befreien, da der keine M-Base in seinen Genen hat und somit nicht vom Anführer der X-Aliens beherrscht werden kann. Was folgt ist ein Best-of von Monsterauftritten der Godzilla-Reihe, um dem eigentlichen Kaijū-Film weg von Science Fiction und Fantasy zu locken und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das geht leider nicht ganz auf, da sämtliche Kämpfe viel zu kurz ausfallen und Gojiras Feinde allesamt in sehr abgeschwächter Form dargestellt werden, damit alles in 125 Minuten Platz findet. Obwohl der Film aus dem Jahr 2004 mit einigen Spezialeffekten aufwarten kann, die zum Veröffentlichungszeitpunkt zum Teil schon stark veraltet sind, hat man den Großteil immer noch per Suitmation-Verfahren umgesetzt, was Godzilla: Final Wars trotz vieler Filmanleihen immer noch ein wenig Eigenidentität verleiht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bereits nach zehn bis fünfzehn Minuten wollte ich auf die Fernbedienung drücken und den Film vorzeitig beenden. Was man hier im Auftakt des Films abliefert, ist eigentlich eine Frechheit und beleidigt die gesamte Godzilla-Serie. Wenn man sich allerdings darauf einlässt und den Finger weg von der Fernbedienung legt, dann kann man Godzilla: Final Wars tatsächlich mögen lernen. Wohlgemerkt sind fast sämtliche Ideen des Films von großen Film- und Fernsehproduktionen geklaut, ergeben jedoch – so seltsam das auch klingen mag – unterm Strich ein stimmiges und vor allem funktionierendes Gesamtbild. Das Auftauchen der Monster, das Eingreifen der X-Aliens, die politischen und sozialen Änderungen, die Enthüllung der wahren Absichten der Außerirdischen, der Einsatz der gefangenen Monster, die Zerstörung des Raumschiffs, der Kampf zwischen Gojira, Mosura, Minira, Angirasu, Kingugidora, Gaigan, Baragon und sogar jenem Gojira-Klon, den Roland Emmerich 1998 auf die Welt losgelassen hat, ist bis zum Ende wirklich durch und durch genial konstruiert. Da sehe ich gerne darüber hinweg, dass der Film bis auf seinen Kaijū-Anteil, der erst zum Ende richtig zünden möchte, nahezu keine Eigenidentität hat. Es klingt zwar alles recht negativ, doch man muss Godzilla: Final Wars unbedingt einmal mit eigenen Augen gesehen haben, um das Konzept lieben oder hassen zu lernen. Dennoch ist es wirklich sehr, sehr schade, dass die japanischen Godzilla-Filme hier nach fünfzig Jahren vorerst ihr Ende finden. Nachdem man sich in der Millennium-Reihe hoffentlich genug ausgetobt hat, hoffe ich nämlich inständig, dass Tōhō einen guten Regisseur finden möge, der den Ruhm von Gojira zu neuem Glanz verhelfen will – er hat es verdammt noch mal verdient!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Godzilla: Final Wars!

Partner: Adventskalender bei WiiG

Lange ist es her, seit WiiG den letzten Adventskalender veranstaltet hat. In diesem Jahr feiert er sein großartiges Comeback und da möchten wir doch gleich einmal auf unsere tolle Partnerseite aufmerksam machen. An jedem Tag, sprich vom 1. bis zum 24. Dezember 2014, könnt ihr bei WiiG einen tollen Preis abstauben, wenn ihr wie früher zwei Fragen richtig beantwortet. Wir hoffen, dass ihr ebenso viel Freude an der Rückkehr des Adventskalender von WiiG habt wie wir und wünschen euch viel Glück!