Preview: Mighty No. 9

Mighty No. 9 (1)Eigentlich sollte Mighty No. 9 bereits im September 2015 erscheinen, doch zur Gamescom kam dann für viele Fans die Hiobsbotschaft: Das Spiel wurde verschoben! Einen konkreten Termin gibt es nicht, doch möchte man den Titel so schnell wie nur möglich veröffentlichen.

Mighty No. 9 (2)Das hat uns zumindest Yu Nick, Mitarbeiter des durch eine Kickstarter-Kampagne finanzierten Projekts, auf der Gamescom in einem persönlichen Gespräch während der Präsentation des Spiels verraten. Obwohl der Titel so gut wie fertig wirkt, möchte man das Spiel noch auf Hochglanz trimmen und nach den gezeigten Spielszenen möchten wir den Entwicklern bei Comcept und Inti Creates diese restliche Zeit nur zu gerne geben. Das hat auch einen ganz besonderen Grund, denn wer in der 8- und 16-Bit-Ära aufgewachsen ist, der wird den Videospielhelden Mega Man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit kennengelernt haben und genau dieses Erbe wird Beck, die titelgebende mächtige Nummer Neun spätestens im ersten Quartal 2016 antreten. Die Entstehungsgeschichte von Mighty No. 9 könnte dabei nicht schöner sein. Nach 23 Jahren verließ Inafune Keiji, der maßgeblich am Erfolg der Mega-Man-Reihe beteiligt war, im Jahr 2010 seinen Arbeitgeber Capcom. Mit seinem eigenen Entwicklerstudio Comcept startete Inafune im August 2013 die eingangs erwähnte Kickstarter-Kampagne, um den geistigen Mega-Man-Nachfolger finanzieren zu können. In wenigen Wochen kann das Finanzierungsziel nicht nur erreicht, sondern übertroffen werden. Mittlerweile ist das Spiel für alle aktuellen Heimkonsolen und Handhelds angekündigt – jeder soll den Titel erleben dürfen.

Klassische japanische 2D-Sidescroller-Action

Mighty No. 9 (3)Wer Mighty No. 9 nur einmal in die Hand nimmt, wird viele Parallelen zu Mega Man, Mega Man X und Mega Man Zero bemerken. Wir wählen uns eine Stage aus und laufen von links nach rechts durch verschiedene Gebiete, wie etwa eine Fabrik. Gegner werden mit unseren Laser-Waffen pulverisiert und wenn wir es tatsächlich bis zum Bossgegner schaffen, dürfen wir ihn befrieden und anschließend von seinen Fähigkeiten profitieren, die wir dann in den anderen Stages einsetzen dürfen. Das Spiel ist dabei meistens gewohnt knifflig und Fehler werden entsprechend auch bestraft. Das heißt, dass Sprünge zeitlich gut abgestimmt sein müssen, damit wir auch zum richtigen Zeitpunkt auf den beweglichen Plattformen landen, sie zur rechten Zeit verlassen und dabei darauf achten, dass wir während des Sprungs nicht von einem Gegner getroffen werden. Inafune hat die Zeichen der Zeit erkannt und bemerkt, dass er wohl nie wieder einen Titel so kreativ gestalten kann, wie noch vor zwanzig Jahren. Zurecht wirbt die lebende Legende mit einem klassischen japanischen 2D-Sidescroller-Action-Spiel, wie wir es noch aus der guten alten Zeit auf dem Nintendo Entertainment System gewohnt sind. Wer also schon damals seinen Spaß mit Mega Man hatte und Capcom beweisen will, dass solche Spiele auch heute noch gefragt sind, sollte diese Action-Reinkarnation begrüßen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf der Wii-U-Fassung und der Gamescom-Präsentation): In den letzten Monaten habe ich mich so sehr auf Mighty No. 9 gefreut und während der Gamescom kommt dann leider heraus, dass der Titel sich auf unbestimmte Zeit verschiebt, damit die letzten Änderungen und Verbesserungen am Spiel vorgenommen werden können. Da ich den Titel auch selbst spielen durfte und man eine freie Auswahl bei den Stages hatte, kann ich mir hier sicher sein, dass die Entwickler nichts verbergen und jetzt nur noch Feintuning betreiben wollen. Beim Anspielen habe ich mich direkt in die berühmtberüchtigte gute alte Zeit versetzt gefühlt und das Gefühl ist unbeschreiblich schön, denn wenn Capcom kein Interesse daran hat, alte Tugenden fortzuführen, dann muss der Serienschöpfer eben selbst aktiv werden und den Fans mit einem eigenen Entwicklerstudio das bieten, was sie wirklich möchten. Ich freue mich auf das Spiel und möchte jemand Action-Fan nur dazu raten, einen Blick zu riskieren.

Review: Vergessene Welt (Band 2)

Vergessene Welt (Band 2)Im Februar 2015 veröffentlichte der Splitter-Verlag mit dem ersten Band von Vergessene Welt den Auftakt zu einer dreiteiligen Comic-Serie. Im August reichte der Verlag endlich den lang erwarteten zweiten Teil nach, der an die Geschehnisse des ersten Bands anschließt. Im ersten Band wurde der Aufbruch der Expedition von London nach Südamerika dargestellt. Während der Überfahrt haben wir reichlich Einblicke in das Leben der vier Charaktere Professor George Challenger, Professor Arthur Summerlee, Lord John Roxton und Edward Malone erhalten. Unterschiedlich wie sie sind, haben sie sich zu einer Expedition zusammengeschlossen, die in Südamerika auf einem Plateau die Existenz einer vorzeitlichen Welt beweisen soll. Während Summerlee seinem Kollegen Challenger zunächst kein Wort glaubt, dass auf diesem Plateau eine prähistorische Faune und Flora überlebt haben soll, muss dieser sich im wissenschaftlichen Wettstreit geschlagen geben, als sie endlich auf dem Plateau angekommen sind. Sie staunen, als sie mehrere Iguanodons vor ihren Augen weiden sehen. Der Anblick dauert jedoch nicht lange, denn sie stellen fest, dass bald die Nacht hereinbricht, weshalb sie ihr Lager aufschlagen müssen. In der darauffolgenden Nacht machen sie schließlich die Bekanntschaft mit einem Spinosaurus aegyptiacus, einem gefährlichen Karnivoren.

Abenteuer in einer prähistorischer Umgebung

Der zweite Band von Vergessene Welt steht ganz im Zeichen der Abenteuer, welche die fünf Protagonisten auf dem Plateau erleben. Es wird ein Versuch demonstriert, wie Menschen und Dinosaurier miteinander interagieren, wenn sie tatsächlich in derselben Zeit leben würden. Es sind jedoch nicht nur Dinosaurier, mit denen sich die Expeditionsteilnehmer auseinandersetzen müssen. Insekten, Blutegel, Schlangen und Skorpione sind weitere Tiere, die den Charakteren gefährlich werden – allerdings in wesentlich größerer Form als ihre rezenten Artgenossen und somit besonders eklig für den Leser. Die Zeichnungen stammen nämlich abermals aus der Feder von Fabrizo Faina und Mauro Salvatori, welche den ausgestorbenen und mutierten Spezies reichlich Leben einhauchen. Christophe Bec ist hingegen erneut für den Text in den Sprechblasen verantwortlich, der aus dem Französischen von Resel Rebiersch gut übersetzt worden ist. Inhaltlich kann man im zweiten Band kaum Veränderungen erkennen. Das ist auch gut so, denn zeitgenössische Themen des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts, wie die angebliche Überlegenheit europäischer Ethnien und der fast bedeutungslosen Rolle der Frau in der Gesellschaft, werden auch im zweiten Band angeschnitten. So ergibt sich am Ende eine rundum gelungene Fortsetzung, die mit einem Cliffhanger Lust auf das Ende macht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Dass ich ein großer Fan der Buchvorlage und vor allem der Adaption als Fernsehserie bin, sollte man anhand meines Reviews zum ersten Band von Vergessene Welt bereits deutlich gemerkt haben. Diese Faszination nimmt mit dem mittleren Band der dreiteiligen Reihe definitiv nicht ab. Mir gefällt es, dass das Abenteuer genau an dem Punkt weitergeht, wo es im letzten Band aufgehört hat, sodass man nicht das Gefühl hat, etwas Wichtiges zu verpassen. Der ruhige Erzählton wird trotz aufkommender Action beibehalten, was ich ebenfalls positiv anmerken möchte. Es kommt mir so vor, als seien beide Bände wie aus einem Guss gefertigt, sodass das Abenteuer stringent weitererzählt werden kann. Die Abenteuer, welche die Protagonisten erleben, decken sich grundsätzlich mit dem Roman von Sir Arthur Conan Doyle und werden an wenigen Stellen auch ein wenig ausgeschmückt, was in meinen Augen aber kein Problem darstellt. Schließlich geht es dem Comic in erster Linie darum, den Leser bestmöglich zu unterhalten – und genau das hat er bei mir mit dem ruhigen Erzählton, vielen kleinen Details und hübschen Zeichnungen getan. Entsprechend gespannt bin ich jetzt, wie diese großartige Reihe (und Reise) im kommenden dritten Band abgeschlossen wird!

Vielen Dank an den Splitter-Verlag für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Vergessene Welt (Band 2)!

Review: Tearaway Unfolded

Tearaway Unfolded (1)Bereits 2013 erschien Tearaway ursprünglich für die PlayStation Vita. Obwohl genau dieses Spiel schlechthin der Kaufgrund für Sonys Handheld ist, schien der Titel nur wenig Interesse bei Videospielern hervorgerufen zu haben. Zwei Jahre später gibt man ihm eine neue und hoffentlich nicht letzte Chance.

Tearaway Unfolded (2)Die Handlung von Tearaway (Unfolded) erzählt den Lebens- und Leidensweg des Boten Iota, einem kleinen Brief mit Armen und Beinen, Augen und Briefmarke auf dem Rücken. Er soll sich selbst an das Wesen, welches aus einem großen Loch in der Sonne schaut, ausliefern und so seine Geschichte erzählen. Nichts leichter als das, denken wir uns zu Beginn des auf zehn bis fünfzehn Spielstunden ausgelegten Abenteuers – schließlich sind wir nämlich das Wesen, welches aus der Sonne starrt, eingefangen durch unsere PlayStation-Kamera der PlayStation 4. Bereits zu Beginn des Spiels müssen wir als Spieler aktiv in das Geschehen eingreifen, denn in der Region Talfalte ist die Sonne verschwunden und die bösartigen Schnipsel versuchen, sich die Welt unter den Papiernagel zu reißen. An dieser Aussage lässt sich auch der wunderschöne Grafikstils (zusammen mit einem stimmigen Soundtrack) des Spiels ausmachen. Sämtliche Spielumgebungen und Charaktere sind aus Papier geformt und könnten so auch tatsächlich von uns nachgebastelt werden. Je länger wir mit Iota oder wahlweise mit seinem weiblichen Gegenstück Atoi durch die Spielwelt reisen, desto mehr erfahren wir über die Schnipsel und unsere Bedeutung in Tearaway. Die Geschichte wird sehr fantasievoll und gelegentlich mit charmanten Synchronsprechern erzählt. Wir fühlen uns wie in unserer Kindheit.

Auf den Controller gekommen

Tearaway Unfolded (3)Im Grunde ist Tearaway ein Jump ’n’ Run und fühlt sich stellenweise wie seine Kollegen Super Mario 3D World oder Banjo-Kazooie an (inklusive mancher Kameraprobleme). Der Unterschied ist, dass wir als Spieler aktiv ins Geschehen eingreifen können. Wenn wir mit Iota einen dunklen Bereich betreten, leuchten wir ihm auf Knopfdruck den Weg. Wenn wir den Controller bewegen, leuchten wir mit dem Licht an andere Stellen und können so auch von den Schnipseln verklebte Bereiche säubern. Ebenso können wir mit dem Licht die Schnipsel in die Irre führen oder sie gegeneinander ausspielen. Später können wir auch über das Touchpad streicheln, um Wind ins Spiel zu pusten und so an manchen Stellen Papier zu unserem Gunsten entfalten. Außerdem stoßen wir gelegentlich auf größere Blöcke mit Markierungen des Controllers. Diese können wir manipulieren, indem wir die richtigen Tasten gedrückt halten und Iota so den Weg ebnen. Manche dieser Stellen sind sehr knifflig! Ab einem bestimmten Punkt im Spiel können wir uns auch zu einer Kugel formen und passen damit durch kleine Löcher, wo viele sammelbare Objekte auf uns warten, für die es jedes Mal Konfetti regnet. Konfetti können wir wiederum in Papierstücke investieren, mit denen wir den Boten und andere Charaktere individualisieren. Auch das Verbessern der Kamera mit Filtern ist möglich.

Versionsunterschiede

Tearaway Unfolded (4)Manchmal wird sogar von uns erwartet, dass wir selbst künstlerisch tätig werden. So möchte der Eichhörnchenkönig von uns eine neue Krone gefertigt bekommen und um Einlass in eine Schenke zu erhalten, brauchen wir ein Abzeichen in Form eines Herzen, welches wir uns auf eine beliebige Körperstelle tätowieren. Das Spiel kontrolliert zwar weder Form noch Aussehen des geforderten Gegenstands, doch sollte man der Vorgabe nachkommen, da es die Atmosphäre fördert. Der Eichhörnchenkönig taucht nämlich mehrmals auf und immer wenn wir ihn mit unserer Krone herumlaufen sehen, sind wir mächtig stolz auf unsere Fähigkeiten. Das müssen wir auch, denn über das Touchpad des PlayStation-4-Controllers ist es viel kniffliger, künstlerisch aktiv zu werden, da der Bereich zum Ausschneiden des Papiers viel kleiner ist, als noch auf dem großen Bildschirm der PlayStation Vita. Die Version für Sonys Handheld hat im Vergleich zur PlayStation-4-Fassung auch noch ein paar weitere Vorteile. So ist die Bindung zwischen Spieler und Boten wesentlich stärker, da wir über den Bildschirm mit unseren Fingern auch Schnipsel zerquetschen dürfen oder über das Touchpad unsere Finger ins Spiel bohren können, um Blöcke zu bewegen. Außerdem ist der Fokus auf unser Gesicht durch die Kamera wesentlich elementarer, da die PlayStation-4-Kamera nicht alle besitzen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4- und PlayStation-Vita-Fassung): Tearaway lag im letzten Jahr meiner PlayStation Vita im Bundle bei und ich bin sehr froh darüber, denn so konnte ich diesen Must-Have-Titel als erstes und wirklich perfekt auf die Vita geformtes Spiel einlegen. Nach wie vor kann ich jedem die Vita empfehlen, denn mit Tearaway bekommt man auf Sonys unterschätztem Handheld ein unverwechselbares Erlebnis spendiert, welches mit vielen zauberhaften Inhalten glänzt. Da will ein Elch von mir ein neues Fell spendiert bekommen – ich fotografiere mein Flanellhemd ab und plötzlich laufen im Spiel mehrere Elche mit einem karierten Muster durch die Welt. Auch die zahlreichen Bastelstunden haben mich bei Laune gehalten, denn kaum eine Minute vergeht in Tearaway und man fühlt sich besser; egal wie schlecht oder dreckig es einem vorher gegangen ist – was zu dieser Zeit sehr wohl auf mich zutraf. Ein Jahr später habe ich nun auch das um ein paar Funktionen ausgewechselte und wenige neue Abschnitte erweiterte Tearaway Unfolded auf der PlayStation 4 spielen können. Dieses hat mir zwar auch gut gefallen, doch habe ich nach der Hälfte des Spiels gemerkt, dass die Änderungen in der Steuerung zwar der Konsole geschuldet sind, aber die Bindung zwischen Spielcharakter und Spieler nicht mehr ganz so stark ausfällt. Selbst die umgebauten und neuen Gebiete reichen da nicht aus, um Fans des ursprünglichen Spiels zu vertrösten. Bitte nicht falsch verstehen: Tearaway Unfolded ist ein wirklich schöner Titel und wer keine Lust hat, sich für zunächst nur ein Spiel eine PlayStation Vita anzuschaffen, wird sicherlich auch auf der PlayStation 4 sehr glücklich mit dem Titel – zumal man die vielen lustigen Ideen dann noch nicht kennt und somit genauso viel Spaß haben wird, wie ich damals mit dem ursprünglichen Tearaway auf der PlayStation Vita.

Vielen Dank an Sony Computer Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tearaway Unfolded!

Review: Kill la Kill (Vol. 1)

Kill la Kill (Vol. 1) (1)Wer sich nicht einmal annähernd mit der japanischen Kultur beschäftigt, bekommt leicht den falschen Eindruck von einer angeblich total überdrehten Nation. Schaut man sich jedoch nur eine Folge des Anime Kill la Kill an, wird genau dieser falsche Eindruck schnell zur Realität.

Kill la Kill (Vol. 1) (2)Kill la Kill erzählt die Geschichte des jungen Mädchens Matoi Ryūko, die zu Beginn der Serie an die Honnōji-Akademie kommt. Sie besucht die Lehranstalt allerdings nicht, um den üblichen Schulalltag zu erleben. Ryūkos Vater wurde nämlich von einer unbekannten Person getötet und so versucht die Protagonisten an der Akademie seinen Mörder zu finden. Wie dieser aussieht oder welche Merkmale ihn am besten beschreiben würden, weiß Ryūko nicht. Ihr einziger Anhaltspunkt ist ein Teil der Waffe, mit welcher er ihren Vater ins Jenseits befördert hat. Dabei handelt es sich um eine riesige Schere, von dieser Ryūko nun selbst eine Klinge nutzt, um den Mord aufzuklären beziehungsweise die Steine zu diesem Ziel aus dem Weg zu räumen. Deshalb sucht sie an ihrer neuen Schule zunächst einmal nach der Person mit dem größten Einfluss – und diese ist in der Person von Präsidenten Kiryūin Satuski schnell gefunden. Den Mord an ihrem Vater kann Ryūko ihr aber nicht anhängen. Die Geschehnisse überschlagen sich in jenem Moment, als Ryūko ihr Zuhause aufsucht und durch eine geheime Falltür plötzlich in ihrem einstigen Keller landet, in welchem sie die Bekanntschaft mit einer sprechenden Goku-Rüstung macht, welche einst ihrem Vater gehörte. Diese Uniformen stehen jedoch eigentlich nur eben jenen Personen zu, die an der Honnōji-Akademie arbeiten.

Drei-Sterne-Akademie

Kill la Kill (Vol. 1) (3)Diese Art von Rüstung wird im Universum von Kill la Kill Kamui genannt. Der ursprünglich aus der Ainu-Sprache stammende Begriff bedeutet so viel wie Geist oder Göttlichkeit und ist den japanischen Kami nicht unähnlich. Ryūko tauft ihren neuen Freund, der sie vor jeglichen Gefahren schützen will, auf den Namen Senketsu. Das Problem mit dem redseligen Senketsu besteht aber nicht in seinem Beschützerkomplex, sondern darin, dass er dafür das Blut seines Trägers fordert. Die unglaublichen Schutzkräfte des Kamui reichen also nur so lange wie sein Träger noch Blut hat. Damit werden die Kämpfe zeitlich beschränkt. Welche Bedeutung die Goro-Uniformen in Kill la Kill haben, wollen wir an dieser Stelle nicht komplett verraten. Fakt ist jedoch, dass der Anime mehrmals in den ersten sieben Episoden auf die Entwicklung des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland der Dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts eingeht – die Parallelen zum japanischen Ultranationalismus dieser Zeit werden im Anime deutlich. Je mehr man sich in der Honnōji-Akademie bemüht, desto mehr Sterne darf die eigene Uniform zieren. Mit der Anzahl der Sterne fällt und steht auch der Wohlstand, denn wer es tatsächlich schafft, einen weiteren Stern zu erhalten, kommt auch in den Genuss einer neuen Umgebung und darf von den Slums in ein wesentlich fortschrittlicheres Hochhaus ziehen.

Kluft zwischen Armut und Reichtum

Kill la Kill (Vol. 1) (4)In dieser Form wird auch die Kluft zwischen Armut und Reichtum in Japan charakterisiert. In den ersten sieben Episoden kommt es mitunter dazu, dass Ryūko selbst die Erfahrung macht, wie es ist, in beiden finanziellen Ebenen zu leben und welche Risiken damit verbunden sind. Dadurch wird auch die Freundschaft zwischen ihr und ihrer einzigen Freundin Mankanshoku Mako an der Akademie auf eine kurze, aber harte Probe gestellt. Während vordergründig vor allem der Versuch, den Mord an Ryūkos Vater aufzuklären, behandelt wird, kommt es im Hintergrund zwischen den Eliten der Honnōji-Akademie zu Spannungen. Diese sorgen dafür, dass Ryūko ständig von irgendwelchem Klubs angegriffen wird, damit diese einen neuen Stern auf ihrer Uniform tragen dürfen. Die Spannung wird also durchweg aufrechterhalten und mit einem irrwitzigen Humor unterlegt. Durch den wirren Animationsstil und der grafischen Aufbereitung passt das auch hervorragend zusammen. Unterlegt werden die Szenen oft mit klassischer Musik und werden teils wie im US-amerikanischen Kino dargestellt. Die japanische Synchronisation ist wirklich großartig, doch auch die deutsche Synchronfassung kann sich am Original messen lassen. Als Bonusmaterial liegt bei allen Episoden der japanische Audiokommentar vor. Anders wie bei den Episoden gibt es für diesen jedoch keine Untertitel.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ehrlich gesagt hat mich Kill la Kill in den ersten Episoden noch nicht so ganz vom Hocker gehauen. Die grundlegende Handlung finde ich zwar wirklich großartig, wenn man sie auch in abgewandelter Form bereits in der Populärkultur gesehen hat. Ein Alleinstellungsmerkmal besitzt Kill la Kill in diesem Bereich aber definitiv und vor allem mit seinem irrwitzigen Humor. Eine gigantische Schere als Waffe, eine sprechende Uniform, einen väterlichen Lustmolch und einen Hund, der am Tisch fröhlich sein Essen verzehrt, sind nur ein paar der Elemente, welche Kill la Kill zu etwas Besonderem im Genre machen. Dazu passt auch hervorragend der wirre Zeichenstil, der mir auf Dauer aber etwas anstrengend ist. Dadurch, dass nicht nur Ryūkos Geschichte, sondern auch ein paar weitere Erzählstränge im Hintergrund zusammengeflochten werden, bleibt es spannend und ich werde dem Anime auf jeden Fall mit den weiteren Folgen eine zweite Chance geben. Es wäre nicht das erste Mal, dass mich ein Anime erst ab der Hälfte der Serie packen würde. Das größte Manko, welches die erste Volume jedoch hat, ist in meinen Augen der japanische Audiokommentar, der nicht einmal auf der Verpackung beworben wird. Dieser liegt zwar für sämtliche Episoden vor, doch mit deutschen (geschweige denn japanischen Untertiteln) wurde er nicht ausgestattet. So bleibt er für die meisten Käufer sicherlich nutzlos. Peppermint Anime verschenkt hier reichlich Potenzial, denn Audiokommentare im Bonusmaterial gibt es bei Anime-Veröffentlichungen in Deutschland fast nie.

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kill la Kill (Vol. 1)!

Review: Oceanhorn: Monster of Uncharted Seas

Oceanhorn - Monster of Uncharted Seas (1)Im November 2013 erschien Oceanhorn: Monster of Uncharted Seas bereits für iOS-Geräte. Eine Android-Version erschien seitdem zwar nicht, doch dürfen Tablet-PC-Muffel seit diesem Jahr über den virtuellen Ozean auch auf dem PC beziehungsweise unter Windows segeln.

Oceanhorn - Monster of Uncharted Seas (2)Die Handlung von Oceanhorn ist schnell zusammengefasst. Wir sind der Sohn eines Abenteurers und wollen in die Fußstapfen unseres Vaters treten. Dieser hat sich nämlich auf die Jagd nach dem titelgebenden Ungeheuer gemacht und ist seitdem nicht zurückgekehrt. Wir entschließen uns die Fährte ebenfalls aufzunehmen, um sowohl unseren Vater zu finden, als auch Oceanhorn zur Strecke zu bringen. Unsere Reise beginnt auf Hermits Insel, wo wir die elementaren Grundlagen des Spiels erlernen. Schnell haben wir verinnerlicht, wie wir Gegner angreifen und mit der Umgebung interagieren. Auf der Insel finden wir zudem Schwert und Schild unseres Vaters und bekommen von Einsiedler Hermit sogar ein Boot geschenkt. Die Welt steht uns danach allerdings nicht offen, denn wenn wir nichts von anderen Ankerpunkten wissen, können wir sie auch nicht ansteuern. Deswegen sollten wir mit allen Bewohnern der Inselwelt reden und sämtliche Notizen lesen, um den Standort eines neuen Eilands auf der Oberwelt zu vermerken. Während die Story am Anfang noch recht vage formuliert ist, stellt sich bald heraus, dass wir drei wichtige Embleme finden müssen, um überhaupt die Kraft zu erlangen, Oceanhorn besiegen zu können. Unterwegs erfahren wir zudem mehr über das Volk der Arkadier, welches zum Ende des Spiels zunehmend behandelt und durchleuchtet wird.

Bekanntes Spiel

Oceanhorn - Monster of Uncharted Seas (3)Die Ähnlichkeit zur The-Legend-of-Zelda-Reihe ist nach der ersten Spielstunde unverkennbar. Monster werden mit dem Schwert bekämpft, Geschosse mit dem Schild zurückgeworfen, brüchige Stellen mit Bomben in die Luft gejagt und entfernte Ziele mit dem Bogen anvisiert. Das ist aber noch nicht alles, denn verstecken sich in der Welt Herzfragmente, von denen jeweils vier Stück einen Herzbehälter ergeben. In den kaum verzweigten Dungeons lösen wir bekannte Schalter- und Schieberätsel und finden kleine und den großen Schlüssel, um Türen zu öffnen. Mit dem im Dungeon gefundenen Gegenstand geht es schließlich einem Bossgegner an den Kragen, der in der Regel nur mit einer bestimmten Taktik besiegt werden kann. Mit dem in der Spielwelt gefundenen Goldmünzen decken wir uns in den Läden mit Hilfsmitteln ein. Neben Gold gibt es aber auch Kristalle zu finden, die quasi unsere Erfahrungspunkte darstellen. Je mehr wir von diesen sammeln, desto mehr Boni erhalten wir. Beispielsweise dürfen wir dann mehr Bomben und Pfeile tragen oder verbrauchen weniger Magie, wenn wir Zaubersprüche entfesseln. Letzteres System bietet zwar meist die Boni des großen Vorbilds, doch ist das Konzept motivierend, da wir auf jeder Insel drei zusätzliche (optionale) Aufgaben bekommen, für deren Erfüllung es oft dreistellige Kristallwerte regnet. Da schlägt man gerne zu!

Freche Kopie

Oceanhorn - Monster of Uncharted Seas (4)Schade ist nur, dass die Bootsfahrten fast automatisch ablaufen. Nachdem wir unser nächstes Ziel auf der Karte markiert haben, düst das Schiffchen los und wir dürfen höchstens noch mit der Kürbiskanone Gegner und Seeminen in die Luft jagen. Da das Spielgeschehen hier aus der Isoperspektive in die Verfolgeransicht wechselt, fühlt sich das Schießen nicht ganz so gut an, wie die restliche Steuerung an Land. Optisch reißt der Titel sicherlich keine Bäume aus, doch ist der kunterbunte Comic-Look alles andere als hässlich. Gepaart mit angenehmer Musik, die unter anderem auch aus Stücken von Uematsu Nobuo und Itō Kenji besteht, kann Oceanhorn: Monster of Uncharted Seas eine sehr schöne Atmosphäre entwickeln. An einigen Stellen ist es dennoch ersichtlich, dass der Titel zunächst für das iPad entwickelt wurde und erst danach an den PC angepasst wurde. Trotzdem vergehen die acht bis zehn Stunden, die man zum Durchspielen benötigt, wie im Flug. Das liegt aber vor allem daran, dass die Spielmechaniken meist sehr gut ineinander übergreifen. Da der Titel selbst kaum eigene Akzente setzt und vor allem auf dem fertigen Grundgerüst von Nintendos sehr beliebter Videospielreihe aufbaut und es weitgehend sogar kopiert, möchten wir keine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen. Es fehlt eindeutig der Mut, einen eigenen Weg zu gehen und bekannte Merkmale zu verbessern.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Neun Stunden lang hatte ich mit Oceanhorn: Monster of Uncharted Seas wirklich sehr viel Spaß. Das liegt aber wohl nicht daran, dass die Entwickler hier ein eigenes und innovatives Spiel entworfen haben, sondern dass ich das Spiel bereits schon dutzende Male unter anderem Namen gespielt habe. Fast sämtliche Gameplay-Elemente hat man sich einfach der Nintendo-Marke The Legend of Zelda bedient. Das ganze Spiel funktioniert auf bekannten Spielmechaniken, die Nintendo seit 1986 aufbaut und mit der Zeit verfeinert oder entschlackt. Oceanhorn hat sich eher an den jüngeren Ablegern orientiert und sie sicherlich sehr gut fürs iPad umgewandelt. Auf dem PC funktioniert das zwar in den meisten Fällen auch noch sehr gut, doch ist das Spiel entsprechend auch sehr leicht und nur selten fordernd. Das wäre mir grundsätzlich egal, wenn man denn nur eigene Akzente gesetzt hätte. Das ist aber leider absolut nicht der Fall. Kaum ein Element im Spiel wurde wirklich in den eigenen Gedanken umgesetzt, denn Rätsel, Gegner und Aufbau der Spielwelt habe ich in meinem Leben schon dutzende Male zuvor gesehen – im Original. Man sollte sich überlegen, ob man die Entwickler mit solch einer Kopie unterstützt und dann ja doch nur Aufgewärmtes auf den Tisch bekommt oder einfach auf den nächsten Teil von The Legend of Zelda wartet.

Vielen Dank an Cornfox & Bros. für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Oceanhorn: Monster of Uncharted Seas!

Review: The Escapists: The Walking Dead

The Escapists - The Walking Dead (1)Anfang des Jahres erschien mit The Escapists ein Spiel, in welchem man aus einem Gefängnis ausbrechen muss. Ein halbes Jahr später kreuzt man den Pixel-Prison-Break mit der Fernsehserie The Walking Dead. Dabei verabschieden wir uns allerdings nicht vom Gefängnisalltag.

The Escapists - The Walking Dead (2)Der Titel The Escapists: The Walking Dead bietet insgesamt fünf knackige Szenarien, die wir aus der Fernsehserie kennen. So wachen wir mit Rick Grimes im Pixel-Look im Krankenhaus auf, lernen im zweiten Spielabschnitt den Tierarzt Hershel auf seiner Farm kennen, versuchen in einem Gefängnis Schutz zu finden, machen Bekanntschaft mit dem bösen Governor und versuchen uns in Alexandria eine neue Existenz aufzubauen. Somit kommen wir also für jede der ersten fünf Staffeln in den Genuss eines Levels. Das klingt zwar wenig, doch je nach Verhalten des Spielers können sich die Levels ganz schön strecken. In The Escapists: The Walking Dead müssen wir nämlich nicht nur auf unser eigenes Wohlergehen achten, sondern auch auf das Leben unserer Mitmenschen. Diesen passiert nichts, wenn wir schön in der Gemeinschaft arbeiten. Das heißt, dass die Wäsche gemacht oder rohes Fleisch in der Küche gebraten werden möchte. Widersetzen wir uns dem Alltag und trainieren stattdessen unsere Attribute oder gehen in den umliegenden Gebieten auf die Suche nach neuen Gegenständen, ist es mit der Idylle aber ganz schnell vorbei. Die Motivation der Gruppe sinkt und sie wird unaufmerksam. So und nicht anders gelingt es den wandelnden Toten in unser Revier vorzudringen. Da dies auch unabsichtlich passieren kann, sollten wir unsere Gruppenmitglieder bewaffnen.

Vollzeitbeschäftigung

The Escapists - The Walking Dead (3)Deshalb müssen wir zwischen den verschiedenen Aktivitäten und den drei Tagesmahlzeiten unser Lager verlassen. In herumliegenden Rucksäcken und Taschen finden sich nützliche Objekte, die sich in einem einfachen Handwerkssystem auch leicht miteinander kombinieren lassen. Das führt dazu, dass wir auch aufgrund des recht kleinen Inventars oft lange Laufwege in Kauf nehmen müssen, wenn wir mal gerade einen Gegenstand brauchen, aber nicht mehr wissen, in welchem der unzähligen Verstauungsmöglichkeiten wir ihn nun schon mal gesehen haben. Da außerhalb der eigenen Mauern Untote auf uns warten, sollten wir unbedingt immer die bestmögliche Waffe mit uns führen. Allerdings reichen gute Waffen nicht aus. Nur wer regelmäßig auf dem Laufband joggt und Gewichte hebt, hat auch die nötige Kondition, um mit den Untoten fertig zu werden. Leider verfehlen die Entwickler hier klar das Ziel des Vorlage, denn Zombies lassen sich leicht von der Herde trennen und allein bekämpfen. Wer gut trainiert ist, nimmt es auch mit mehreren Beißern gleichzeitig auf. Natürlich gibt es im Spiel auch Schusswaffen, die wiederum Munition benötigen, die wir entweder auf gut Glück finden oder bei umherreisenden Händlern kaufen können. US-Dollars erwirtschaften wir, indem wir für unsere Mitmenschen bestimmte Objekte wie Batterien oder Frisörschären aufspüren.

Künstlicher Darwinismus

The Escapists - The Walking Dead (4)Die Sache mit dem Hartgeld macht zwar in einer postapokalyptischen Welt kaum Sinn, doch muss das Spiel schließlich irgendwie funktionieren; auch wenn wir uns über Tauschgeschäfte als logische Konsequenz mehr gefreut hätten. Immerhin haben wir so einen Grund mehr, auf unsere Mitmenschen, deren künstliche Intelligenz wirklich besser sein könnte, achtzugeben. Dies betrifft nicht nur die Geschwindigkeit beim Abarbeiten von Aufgaben. Gerne lassen sie sich von den hungrigen Feinden überrumpeln. Zwar haben wir dann noch dreißig Sekunden Zeit, sie zu retten, doch wenn wir gerade dann einmal im Umland feststecken, müssen wir uns über den Verlust ärgern. Weiterspielen dürfen wir trotzdem – nur sieht ein leerer Tisch über mehrere Spieltage verteilt doch ein wenig einsam aus. Wer sich jedoch einmal ans Spieltempo gewöhnt hat und vorsichtig agiert, wird kaum Probleme mit dem Spiel haben. Es ist jedoch nervig, dass alle Werte zurück auf den Basiswert gesetzt werden, wenn wir das nächste Level betreten. Das ist vor allem deshalb ärgerlich, da das Antrainieren der virtuellen Muskeln einiges an Zeit in Anspruch nimmt. Fans der Fernsehserie werden sich auch über die schwache deutsche Übersetzung ärgern. Diese stört nämlich mitunter die Atmosphäre, wenn Wanderer statt Beißer erwähnt werden. Hier hat man einfach zu direkt aus dem Englischen übersetzt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Leider konnte ich mit The Escapists bis heute noch keine Erfahrungen sammeln. The Escapists: The Walking Dead unterscheidet sich aber in den Grundlagen nur kaum vom Vorbild und vermischt das Geschehen mit der Fernsehserie The Walking Dead. Obwohl diese nach der zweiten Staffel meiner Meinung nach mehr und mehr abnimmt, bleibe ich hier trotzdem am Ball und stimme mich mit dem Spiel gerade auf die sechste Staffel ein, die im Oktober 2015 beginnt. Die elementaren Funktionen des Spiels machen auch alle Sinn. Ich muss darauf achten, dass der Gruppe nichts passiert und nutze alle erdenklichen Objekte, um nützliche Gegenstande zum Weiterkommen zu erstellen. Auch dass ich mich gegen die Zombies zur Wehr setzen muss, ist ein logischer Schritt in diesem postapokalyptischen Setting. Allerdings fühle ich mich nach den ersten drei Spieltagen oft so gut durchtrainiert, dass ich immer im Alleingang in nächtlichen Aktionen die Gegend erforsche. Irgendwann wiederholen sich diese Prozesse einfach viel zu oft, sodass ich mich auf der Suche nach einem Schlüssel gerne mal in der Welt verliere und dann durch eine der quasi zwanghaften Aufgaben wie Frühstück, Zählung der Gruppe oder andere Dienste herausgerissen werde. Nicht falsch verstehen – The Escapists: The Walking Dead verlangt dieses Zeitmanagement und das ist auch wirklich gut so. Allerdings würde ich mir wünschen, dass der Alltag für die Gruppe oder zumindest die Aufgaben für den Spieler etwas facettenreicher wären. So bleibt unterm Strich eine alternative Fassung für Kenner des Spiels und auf jeden Fall ein interessanter Zeitvertreib für alle Fans der Fernsehserie oder der Comics.

Vielen Dank an Team17 Digital für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Escapists: The Walking Dead!

Review: Sword Art Online (Extra Edition)

Sword Art Online (Extra Edition) (1)Die erste Rahmenhandlung von Sword Art Online wurde mit der vierten Volume zwar bereits abgeschlossen, doch lässt das Universum des Kult-Animes genügen Raum für weitere Abenteuer. An dieser Tatsache versucht sich die Extra Edition – zum Teil allerdings vergeblich.

Sword Art Online (Extra Edition) (2)Die Handlung der Extra Edition von Sword Art Online beginnt im Juli 2025. Es ist nun schon ein halbes Jahr her, seit Kirigaya Kazuto beziehungsweise sein Charakter Kirito die hilflose Asuna aus ihrem Gefängnis im Online-Rollenspiel Alfheim Online befreit hat. Obwohl die meisten Spieler bereits im November 2024 aus dem Koma erwacht sind, ist der Sword-Art-Online-Zwischenfall immer noch nicht vollends geklärt. An einem Tag wird Kazuto zu einer Besprechung mit seiner Lehrerin gerufen, doch ist dies nur ein Vorwand, um ihn über Sword Art Online zu befragen. Neben seiner Lehrerin erwartet ihn in ihrem Büro auch der Beamte Kikuoka Seijirō, welcher Kazuto schon einmal über die Geschehnisse in Sword Art Online befragt und ihm den Namen des Krankenhauses genannt hat, in welchem die reale Asuna immer noch im Koma lag. Obwohl Kazuto das Thema inhaltlich schon abgeschlossen hat, hilft er Kikuoka bei der Ermittlung. Dabei muss Kazuto so weit ausholen, dass er am 6. November 2022, also dem Release des Spiels, mit seiner Erzählung beginnt. Nachfolgend schildert er dem Beamten sämtliche Ereignisse, an denen er aktiv oder passiv beteiligt war. Was für Kikuoka sicherlich eine spannende Geschichte ist, ist für den Zuschauer an dieser Stelle nur semi-interessant, da sämtliche Erlebnisse mit bereits bekannten Szenen untermauert werden.

Einblicke ins Gefühlsleben

Sword Art Online (Extra Edition) (3)Die neuen Szenen, die im wahrsten Sinne des Wortes extra für diese Edition angefertigt worden sind, belaufen sich vorläufig auf dem Gespräch zwischen Kazuto und Kikuoka. Es gibt allerdings noch nebenläufige Erzählungen über die Geschehnisse, die zwischen Kazutos Freundinnen fernab des kühlen Gesprächsklimas aufgearbeitet werden. Während Kazuto mit Kikuoka im Büro seiner Lehrerin notgedrungen eine Besprechung abhalten muss, amüsieren sich seine Freundinnen nämlich draußen im Schwimmbad der Schule. Dort tummeln sich neben seiner festen Freundin Yūki Asuna auch Ayano Keiko, die in Sword Art Online als Shirika in Erscheinung tritt. Ebenso mit von der Partie sind Shinozaki Rika, die wir als Schmiedin Rizubetto in Erinnerung halten und Kazutos Cousine Suguha. Letztere hat ihn als Rīfa in Alfheim Online bei Asunas Rettung unter die Arme gegriffen. Sie reden darüber, wie sie Kazuto beziehungsweise Kirito in den beiden Spielen kennengelernt haben und welche Gefühle sie mit Asunas festem Freund verbinden. All diese Geschichten kennen wir schon und je nachdem zu welchem Zeitpunkt man sich die Extra Edition anschaut, wird man so bis auf das Einblick ins Gefühlsleben der Mädchen nicht sehr viele neue Informationen sammeln können. Nach circa 65 Minuten kriegt die Zusammenfassung dann aber doch noch die Kurve.

Kleines Extra

Sword Art Online (Extra Edition) (4)Gemeinsam treffen sich die Freunde in der Welt von Alfheim Online. Da die kleine Yui noch nie einen Wal gesehen hat, beschließen Kirito und Asuna, ihr diesen Wunsch zu erfüllen. So begeben sie sich im Süden der Spielwelt und schließen sich mit Kurain und Andoryū zusammen. Den Abend genießen sie zunächst mit Faulenzen am Strand, bevor sie einen Quest annehmen, in welchem sie eine vermeintliche Perle aus einem versunkenen Tempel borgen sollen. Die letzte halbe Stunde bietet also ungefähr den gleichen Umfang wie eine Episode des bis hierhin abgeschlossenen Anime. Genau hier hätte die Extra Edition ansetzen sollen, statt alte Geschichten in dermaßen großen Umfang aufzuwärmen. Die beiliegende Episode von Sword Art Offline im Bonusbereich der Blu-ray Disc kann zwar an die Erfolge vorheriger Episoden nicht ganz anknüpfen, bietet aber auch hier noch einige witzige Momente, die mit der bekannten fröhlichen Musik unterlegt werden. In der Extra Edition selbst wird vorwiegend auf die Musik aus der Serie zurückgegriffen. An der optischen Qualität hat sich ebenfalls nichts getan, doch das muss es auch nicht. Die technische Seite bietet nämlich ein stimmiges Gesamtbild. Ob man die Extra Edition deswegen aber benötigt, ist jedem selbst überlassen. Sie bietet im Verhältnis zu den vier Volumes der Serie leider nur sehr wenig neues Material.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Der Anime Sword Art Online hat einige Höhen und nur sehr wenige Schwächen. Wer sich einmal auf die Serie eingelassen hat, kommt gedanklich so schnell nicht mehr von ihr los. Während ich in Windeseile die gesamte Staffel verschlungen habe, haben sich die einhundert Minuten der Extra Edition weitgehend gezogen. Das liegt aber vor allem daran, dass über eine Stunde im Grunde nur alte Geschichten aufgewärmt werden. Versteht mich bitte nicht falsch – ich halte es nach wie vor für wichtig, dass elementare Bestandteile der Story jederzeit deutlich gemacht werden, allerdings nur im wirklich notwendigen Maße. Die Handlung der Extra Edition hätte auch wunderbar auf nur 45 Minuten Platz gehabt, wenn man nicht ständig Erinnerungssequenzen eingespielt hätte. Die beinharten Fans des Animes werden sich daran vielleicht nicht unbedingt stören, doch bringt man hier tatsächlich eine ganze Stunde Zeit auf und weiß danach nicht viel mehr, als vorher. Der Quest, der am Ende der Extra Edition erfüllt wird, hat zudem höchstens Bedeutung für die Charakterentwicklung von Yui. Man sollte sich also gut überlegen, ob man sich die Extra Edition wirklich anschaffen möchte oder sich stattdessen noch einmal der Serie hingeben will.

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Sword Art Online (Extra Edition)!

Review: Samurai Flamenco (Vol. 1)

Samurai Flamenco (Vol. 1) (1)Wer mit offenen Augen durch die Straßen geht, wird an allen Ecken und Enden kleine Ungerechtigkeiten entdecken, über die selbst die Polizei hinwegsieht. Hazama Masayoshi kann das nicht mehr länger tatenlos mit ansehen und beschließt, die Welt vor der Haustür zu verbessern.

Samurai Flamenco (Vol. 1) (2)Der zum Beginn des Anime 19-jährige Masayoshi verdient seinen Lebensunterhalt als Model und lebt auf Kosten seiner Agentur in einer für Tōkyōter Verhältnisse sehr großen Wohnung. Die Abende verbringt er jedoch alleine und schaut sich alte japanische Superheldenfilme an. Seit Kindheitstagen hat er den Wunsch, selbst einmal ein großer Held, der für die Gerechtigkeit eintritt, zu sein. Er schneidert sich einen Kampfanzug zusammen, doch genau in jenem Moment, als er ihn sich in einer Seitengasse anziehen will, kommt zufällig Polizist Gotō Hidenori um die Ecke. Plötzlich geht der Anzug in Flammen auf, weshalb Gotō ihm sein Hemd leihen muss. Durch die Verkettung der Umstände werden aus dem Model und dem Polizisten gute Freunde, die sich gegenseitig Einblicke in ihr Privatleben erlauben. Während Gotō eine Fernbeziehung führt und seine Freundin entsprechend selten sieht, hat Masayoshi Angst vor seiner Agentin, da diese sein Superheldenhobby abgeneigt ist. Als sie sich eines Abends eine Episode der alten Superheldenserie Harakiri Sunshine anschauen, offenbart sich Masayoshi seinem neuen und einzigen Freund. Er verabscheut körperliche Gewalt, weshalb er die Leute auf der Straße, die sich kleinerer Vergehen strafbar machen, auch nur ermahnt. Dass die meisten Menschen ihren ungenierten Lebensstil beibehalten wollen, ist ihm ein Dorn im Auge.

Harmloser Held

Samurai Flamenco (Vol. 1) (3)Masayoshi meint es dabei gar nicht böse, denn wenn jemand bei einer roten Ampel die Straße überquert, bei strömenden Regen einfach den Schirm einer anderen Person entwendet oder gar den Müll trotz streunender Katzen nicht morgens, sondern abends rausstellt, führt das unweigerlich zu Problemen. Masayoshi ist der titelgebende Samurai Furamenko, der in den Straßen Tōkyōs für Recht und Ordnung einsteht. Mit der Zeit häufen sich bei der Polizei die Berichte über den vermeintlichen Helden, wodurch auch sein Freund Gotō in die Handlung immer öfters mit einbezogen wird. Da es für Masayoshi auch immer gefährlicher wird, will Gotō natürlich, dass er seinen Kampfanzug an den Nagel hängt und die wahren Probleme der Polizei überlässt. Als Samurai Furamenko immer öfters gefilmt und somit rasch ein Internetphänomen wird, verdichtet sich der Verdacht, wer hinter der Maske steckt und Masayoshi somit seine Identität wahrhaftig verheimlichen muss. Die Ereignisse überschlagen sich jedoch so schnell, dass bald noch mehr Personen in den Alltag von Masayoshi hineingezogen werden. So gibt ihm der populäre Action-Schauspieler Kaname Jōji Tipps, wie er noch effektiver sein Dasein als Superheld fristen kann. Schließlich hat dieser in der Fernsehserie Red Axe schon genügend Erfahrung gesammelt, die er nun als Lehrer an seinen neuen Schüler weitergibt.

Japanische Vorbilder

Samurai Flamenco (Vol. 1) (4)Als dann auf einmal auch noch eine Belohung ausgesetzt wird und somit ganz Tōkyō Masayoshis Identität lüften will, tauchen weitere Superhelden in der Stadt auf. Darunter befindet sich auch Furamenko Gāru, welche eine andere Auffassung von Gerechtigkeit hat, durch welche Samurai Furamenko zum Sidekick degradiert wird. Daran lässt sich auch der Humor des Anime erkennen, der teilweise wirklich überdreht ist und uns mindestens einmal pro Episode einen richtigen Lachanfall beschert. Inhaltlich orientiert sich der Anime vor allem an seinen japanischen Vorbildern. Dazu zählen Himitsu Sentai Gorenjā, Sailor Moon und Kamen Rider, welches sogar namentlich zu Beginn der Serie erwähnt wird. Obwohl die Themen in der ersten Volume der 22-teiligen Serie nur abgeschwächt präsentiert werden, gelingt es Samurai Flamenco bereits in den ersten sechs Folgen einen spannenden Handlungsstrang aufzubauen, in dem auch immer mehr bedrohlichere Sachverhalte vorkommen. Auf der technischen Ebene bietet der Anime sehr schöne Zeichnungen, bei dem die Charaktere oft hervorgehoben und die Hintergründe vor allem in Innenräumen etwas abgestumpft werden. Dazu gesellen sich zwei fantastische Synchronfassungen. Sowohl die deutsche Variante, als auch das japanische Original bieten glaubhafte Emotionen und Betonungen. So sieht eine gute Veröffentlichung aus!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Samurai Flamenco ist ein Anime, den ich schon viel zu lange aufgeschoben habe. Die ersten sechs Folgen habe ich fast direkt am Stück verschlungen und bin schon sehr von der Grundlage angetan. Diese wirkt zunächst harmlos, doch bietet sie dank des unterschwelligen Nerd-Charakters gleich so viel Potenzial, dass die Serie hier noch einige verrückte Ideen entfalten kann. Wie es die Story schafft, neue Charaktere auf beiden Seiten einzuführen und dabei nicht in den Trott verfällt, abgeschlossene Episoden zu bieten, ist wirklich großartig. Sicherlich kupfert die Serie inhaltliche Merkmale von älteren japanischen Anime und Fernsehserien ab, doch verleihen diese Elemente Samurai Flamenco einen ganz besonderen Charme vor der Kulisse der japanischen Hauptstadt. Das passt in Kombination mit dem Trubel auf den Straßen auch sehr gut zum Humor, denn schon lange musste ich nicht mehr bei einem Anime lauthals drauflos lachen. Wer Fan alter japanischer Fernsehserien oder Anime ist und eine Hommage im frischen Gewand erleben möchte, sollte Samurai Flamenco unbedingt eine Chance geben!

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Samurai Flamenco (Vol. 1)!

Partner: Mega-Gewinnspiel bei Gamecontrast

Unsere Partnerseite Gamecontrast hat ein großes Gewinnspiel gestartet, bei dem unter anderem Capcom, 2K Games, Focus, Sony, Ubisoft, Square Enix, Nintendo, Activision, Electronic Arts, Bandai Namco, 2tainment und Bethesda mitmischen. All die schönen Preise wurden auf sieben Gewinnspielpakete aufgeteilt und warten nun auf einen neuen Besitzer. Und ihr müsst nicht einmal viel machen, um von der Glücksfee beschenkt zu werden und eines der sieben großen Überraschungspakete abzustauben, die bunt gemischt sind. Werdet Fan der Facebook-Seite von Gamecontrast und kommentiert unter dem dortigen Beitrag, warum gerade ihr so ein Paket haben möchtet. Bis zum dritten Oktober 2015 habt ihr dafür Zeit. Alle Einzelheiten zum Gewinnspiel findet ihr hier. Wir wünschen euch viel Glück und drücken euch ganz fest die Daumen!

Review: Tōkyō Ghoul – Vol. 4

Tokyo Ghoul - Vol. 4 (1)Nach drei hervorragenden Volumes geht dem Anime Tōkyō Ghoul ausgerechnet auf der Zielgeraden die Puste aus. Im alles entscheidenden Moment übernehmen sich die Köpfe des Projekts und lassen uns nach der zwölften Episode mit einem recht unbefriedigten Gefühl zurück.

Tokyo Ghoul - Vol. 4 (2)Das klingt im ersten Moment zwar nach der berühmtberüchtigten Katastrophe eines Dramas, doch ist das Ende des Anime bei Weitem nicht schlecht. Die neunte Episode, die zur dritten Volume zählt, hat uns bereits auf die finalen Folgen der ersten Staffel eingestellt, weshalb wir es schon leicht befürchten konnten, dass die Staffel nicht unbedingt so endet, wie wir es vielleicht von einer gewöhnlichen Erzählweise erwartet haben. Am Ende der letzten Ausgabe ist Kirishima Tōkas Bruder Ayato bereits angedeutet worden. Dieser lebt im elften Bezirk der japanischen Metropole Tōkyō, die nach wie vor Schauplatz der Anime-Serie ist. Während seine Schwester im zwanzigsten Bezirk lebt, wo alle auf Frieden zwischen Ghulen und Menschen aus sind, herrschen im elften Bezirk andere Sitten. Hier gilt klar das Gesetz des Stärkeren, wie es der Charakter Ōmori Yakumo vortrefflich in der zehnten Episode ausdrückt. Mit dieser Folge beginnt auch die vierte Volume, in der urplötzlich Ōmori Yakumo aus dem elften Bezirk auftaucht, um Kaneki Ken im Café Anteiku aufzusuchen. Der Grund dafür ist denkbar einfach und schlägt den Bogen zum Serienauftakt. In der ersten Episode des Anime verabredete sich Ken mit Kaneshiro Rize, die sich noch während des Dates als Ghula entpuppte und Ken verspeisen wollte – durch einen Unfall konnte Ken überleben. Rize hingegen verstarb.

Sadistische Folter

Tokyo Ghoul - Vol. 4 (3)Damit aber auch Ken am Leben erhalten werden konnte, wurden die Organe des Mädchens in seinen Körper transplantiert. Seither wandelt er als Hybridwesen, halb Mensch und halb Ghul, durch die Straßen der japanischen Hauptstadt. Nachdem die ersten Schergen bereits im Café für Unruhe gesorgt haben, dreht der sadistische Ōmori Yakumo völlig durch und beginnt noch vor Ort Ken zu foltern und seinen Körper zu schänden. Ayato, einer von Yakumos Anhängern, hindert seine Schwester Tōka daran, die Entführung zu verhindern. Die Anwesenden im Café sind machtlos, doch wollen sie ihren Freund Ken nicht aufgeben und schmieden alsbald den Plan, ihn aus den Fängen von Yakumo zurückzuholen. Zur selben Zeit muss sich die Spezialeinheit der Polizei, die so genannten Tauben, ebenfalls mit den Ghulen befassen. Diese töten im elften Bezirk nach und nach alle Tauben, sodass sich die Polizei genötigt sieht, die Ghule im genannten Bezirk ein für alle Mal zu besiegen. So erleben wir in der elften und zwölften Episode, wie sowohl Kens Freunde, als auch die Tauben das Geheimversteck und alle anwesenden Ghule in einen heftigen Kampf verwickelt werden. Abseits der Auseinandersetzungen wird in einer großen Halle Ken weiterhin von Yakumo gefoltert. Die sadistischen Fähigkeiten nötigen Ken schließlich dazu, eine folgenschwere Entscheidung für alle Beteiligten zu treffen.

Lückenfüllerproblematik

Tokyo Ghoul - Vol. 4 (4)Ein spezielles und verbindendes Merkmal haben die drei Episoden der vierten Volume in erster Linie nicht. Stattdessen besinnt man sich auf die Anfänge der Serie, wo Ken ebenfalls eine wichtige Entscheidung getroffen hatte, die konträr zur gegenwärtigen Lage überdenkt werden muss. So spielt sich die letzte Episode vor allem in der Gedankenwelt von Ken ab. Stilistisch gesehen kann man diese Momente dem Anime nicht streitig machen, doch verstehen wir nicht, warum man außerhalb dieser Gedankenwelt fast ausschließlich auf die Kämpfe zwischen den verschiedenen Individuen setzt und die neuen Charaktere kaum beschreibt. Suzuya Jūzō zum Beispiel ist ein neues und sehr junges Mitglied der Tauben. Sein Auftreten hat absolut nichts mit Professionalität zu tun und stört das sonst ernste Gesamtbild. Regisseur Morita Shūhei hat in einem Interview die Schwierigkeiten mit dem Charakter bereits eingeräumt, doch sind wir vom Rest des Animes einfach Besseres gewohnt. Wir sind uns sicher, dass die Folgen in der nächsten Staffel sicherlich Licht ins Dunkle bringen werden, da viele Schicksale offen bleiben. Bevor die zweite Staffel aber nicht in Deutschland erhältlich ist, kann man sich die vierte Volume getrost sparen. Trotz elementarer Bestandteile wirken die Episoden nur als Lückenfüller und wer nicht unbefriedigt zurückgelassen werden will, sollte noch ein Weilchen abwarten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten drei Volumes der Anime-Serie Tōkyō Ghoul gehören für mich mit zum Besten, was ich in den letzten Monaten sehen durfte. Jede einzelne Episode hat mich zum Weiterschauen motiviert und diesem Schema bleibt auch die vierte Ausgabe treu. Allerdings muss man dazu sagen, dass die drei enthaltenen Episoden mit Antworten auf offene Fragen geizen und gleich noch ein paar mehr aufwerfen. Warum der Charakter Tsukiyama Shū in Erscheinung tritt und welche familiären Probleme Tōka und ihr Bruder Ayato haben, wird ebenso wenig wie Suzuya Jūzōs Rolle geklärt. Der Anime, der zuvor so viele Stärken ausgespielt hat, verlässt sich darauf, dass die Fans unbeantwortete Fragen hinnehmen und auf die erste Volume der zweiten Staffel warten. Ob das der richtige Weg ist, sei einmal dahingestellt. Ich finde es auf jeden Fall sehr schade, dass die bis zum Ende hin aufgebaute Spannung von einem Moment auf den anderen erlischt. So hinterlässt der Anime einen bitteren Nachgeschmack, doch sobald die zweite Staffel hierzulande erscheint, werden diese negativen Punkte hoffentlich alsbald vergessen sein.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tōkyō Ghoul – Vol. 4!

Review: Sword Art Online (Vol. 4)

Sword Art Online (Vol. 4) (1)Diese Staffel von Sword Art Online neigt sich mit der vierten Volume dem Ende zu. In den letzten fünf Episoden setzt Kirito zum Endspurt an, um seine geliebte Asuna aus den Fängen des selbst gekrönten Elfenkönigs Obeiron zu befreien und muss sich dabei neuen Gefahren stellen.

Sword Art Online (Vol. 4) (2)Während die ersten beiden Volumes gleich einen Zeitraum von ganzen zwei Jahren abdecken, spielen sich die Geschehnisse der letzten beiden Volumes im Grunde nur innerhalb von einer Woche ab – sofern man den Epilog und etwaige Rückblicke außer Acht lässt. Als Kazuto den Endgegner von Sword Art Online besiegt hatte, wachte er aus seinem zweijährigen Tiefschlaf auf und machte sich sobald wie nur möglich auf, seine totgeglaubte Ingame-Ehefrau Asuna im Krankenhaus zu besuchen, nur um vor Ort die Bekanntschaft mit einem neuen Feind zu machen. Die Rede ist von Sugō Nobuyuki, einem Angestellten im Unternehmen von Asunas Vater. Dieser ist schon lange an Asuna interessiert und möchte schließlich mit ihr Hochzeit feiern, obwohl Asuna nicht das geringste Mitspracherecht bei diesem Unterfangen hat. Da ihr Vater mit der Bindung allen Anschein nach einverstanden ist, musste sich Kazuto zunächst damit abfinden. Als er jedoch von seinem ehemaligen Mitstreiter Andoryū einen Screenshot aus dem Online-Rollenspiel Alfheim Online erhielt, der eindeutig Asuna in einem großen Vogelkäfig zeigt, überwand er seine Hemmungen und setzte sich abermals das NerveGear auf. So und nicht anders zog Kazuto alias Kirito ein weiteres Mal in die virtuelle Welt, um Asuna zu befreien. Ein paar Tage sind seither vergangen und sein Ziel ist in greifbare Nähe gerückt!

Versuchskaninchen

Sword Art Online (Vol. 4) (3)Das heißt, dass die vierte Volume damit beginnt, dass Kirito und seine Begleiterin Rīfa am Weltenbaum angelangt sind. Auf diesem soll der Elfenkönig Obeiron leben und jener Elfenrasse, die zuerst die Spitze des Baumes erreicht, unendliche Flugzeit in der virtuellen Welt ermöglichen. Durch die Begrenzung der Flugzeit und mittlerweile auch durch eine Höhenbegrenzung können mutige Abenteurer allerdings nicht einfach so am Stamm des gigantischen Baumes hochfliegen. Sie müssen sich einer Prüfung stellen, in der sie hunderte Wächter bekämpfen und schließlich ein Portal öffnen müssen. Genau hier kommen Kirito, Rīfa und Yui an ihre Grenzen und so müssen sie sich zunächst einen guten Plan überlegen – und im Hintergrund tickt die Zeit unermüdlich weiter. Die Handlung des Anime wird in den vorliegenden Episoden daher auch stärker aus dem Blickwinkel von Asuna gezeigt. Ihr gelingt kurzzeitig die Flucht aus dem Vogelkäfig und entdeckt das geheime Labor von Obeiron beziehungsweise dessen Spieler Sugō. Mit den dreihundert Personen, die sich am Spielende von Sword Art Online nicht ausloggen konnten, experimentiert er zu Marketing-Forschungszwecken. Gegen ihren Willen werden ihre Gehirn mit Informationen gespeist, welche die unfreiwilligen Versuchspersonen als gegeben annehmen. Auf diesem Weg will er sich Asunas Liebe erkaufen.

Akzeptanz in der Gesellschaft

Sword Art Online (Vol. 4) (4)Mehr können und wollen wir zum Inhalt der letzten fünf Episoden nicht verraten, denn jede weitere Information würde Spoiler mit sich führen. Man darf aber mit dem eigentlichen Ende der Serie aber sehr zufrieden sein. Am Ende wird der Bogen zu Sword Art Online geschlagen, wodurch die im Grunde zweigeteilte Handlung schließlich ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Während in den vorherigen Episoden oft eine deutliche Trennung zwischen Videospiel und Realität vollzogen wurde, gehen beide Existenzebenen spätestens am Ende des Animes ineinander über. In der Welt des Animes spielt Datenschutz nur eine untergeordnete Rolle und trotz der Gesellschaftskritik, die sehr wohl in Sword Art Online vorhanden ist, werden Online-Rollenspiele oder viel eher Online-Welten als legitime Möglichkeit anerkannt, sein Leben zu leben und Zeit nach eigenem Ermessen zu verbringen. Gefühle sind hier in beiden Welten echt und das ist im Grunde auch das zentrale Thema des Animes. Vor allem Liebe, die hier in besonderem Maße grenzenlos dargestellt wird, ist elementarer Bestandteil der Handlung. So wird auch das Privatleben von Kazuto mehrmals mit dem Spiel in verschiedener Art und Weise in Verbindung gebracht. Wollt aber ihr hingegen Freunde mit dem Anime in Verbindung bringen, könnt ihr die abermals die drei beiliegenden Postkarten wundervoll dazu nutzen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Es ist jetzt einige Tage her, seitdem ich den Serienauftakt des Anime gesehen oder eher gesagt regelrecht verschlungen habe. Von Beginn an war ich mit der Handlung sehr zufrieden und mag die Entwicklung, welche sie genommen hat, sehr. Zunächst stand Sword Art Online, also das titelgebende Online-Rollenspiel, im Mittelpunkt. Nach und nach lösten sich die begrenzten Strukturen der Online-Welt auf, das soziale Leben der Charaktere hat sich im Spiel verselbstständigt und schließlich existieren diese mit dem Spieler trotz zweier Ebenen in einer Person. An der einen oder anderen Stelle hätte sich der Anime zwar ruhig trauen können, etwas mehr Kritik zu äußern oder tiefgründiger als nur eine Liebesgeschichte zu werden, doch gibt es an allen Ecken und Enden Hinweise darauf – und damit kann ich ganz gut leben, da die Story vom Start des Online-Rollenspiels bis zum Epilog ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Da das Franchise mehr als nur diese Staffel umfasst, bin ich schon sehr gespannt, welche Abenteuer ich mit anderen Charakteren noch erleben werde. Sword Art Online genießt mit gutem Recht Kultstatus und das Universum bietet mit diesem Ende dieser Staffel wirklich mehr als genug Raum für weitere Geschichten!

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Sword Art Online (Vol. 4)!

Review: Hamatora – The Animation (Vol. 4)

Hamtora - The Animation (Vol. 4) (1)Nach den ersten drei Volumes, die in aufsteigender Reihenfolge an Qualität gewonnen haben, kann die vierte Volume von Hamatora – The Animation endlich unsere Erwartungen erfüllen – nur um uns am Ende noch einmal zu ärgern. Das meinen wir diesmal aber im positiven Sinne.

Hamtora - The Animation (Vol. 4) (2)In den ersten neun Episoden konnte der Anime das eigene Universum ausgiebig schildern. In der Welt von Hamatora – The Animation existieren so genannte Minimum Holders. Diese Menschen verfügen jeweils über eine Spezialfähigkeit, die sich von denen anderer Minimum Holders teilweise stark unterscheidet. Bisher lebten diese Übermenschen im Geheimen und selbst wenn etwas an die Öffentlichkeit geraten ist, wurde es von der Facultas-Akademie, dem Ort, an dem die Minimum Holders ausgebildet werden, geleugnet. Durch Surīs ungewollten Auftritt in der neunten Folge des Anime ist es mit der Geheimhaltung seit Kurzem allerdings vorbei. Die zehnte Episode nutzt den Vorfall gekonnt, um reale Parallelen zu schlagen. Im Zeitalter des Internets verbreiten sich sämtliche Informationen schnell und so schnell sich die Daten im Netz verbreiten, so schnell wird auch pauschalisiert. Die Bekanntmachung der Existenz der Minimum Holders ist jedoch nicht das einzige Problem, mit dem sich Naisu und seine Artgenossen jetzt konfrontiert sehen müssen. Es gelangt eine Liste ins Internet, welche die Minimum Holders mit Wohnort aufführt und die engstirnigen Massen mobilisiert. Wie die Massen unwissend darauf reagieren, wird zum einen in Umfragen dargestellt und zum anderen durch Kommentare auf diversen Internetseiten, welche diese Menschen abgeben.

Gefahren des Internets

Hamtora - The Animation (Vol. 4) (3)Der Strippenzieher hinter diesem Vorfall ist jedoch der Auffassung, dass damit die Gleichheit zwischen starken und schwachen Individuen nicht wiederhergestellt werden kann. Entsprechend wird bei jedem abgegebenen Kommentar zusätzlich der Wohnort des Menschen unwissend abgegeben, sodass in den sonst ruhigen Straßen von Yokohama schon bald ein kleiner Bürgerkrieg ausbricht. In den ersten drei Volumes war es bisher so, dass die Fälle, die Naisu und seine Freunde bearbeiten, im Vordergrund standen und alles wichtige eher im Hintergrund aufgebaut wurde. Bei der vierten Ausgabe dreht sich das Verhältnis endlich um, sodass nun endlich Platz für die eigentliche Handlung gemacht wird. Dennoch müssen sich die Helden auch um andere Probleme kümmern. So ist ihr alter Bekannter Takahiro aus dem Gefängnis ausgebrochen und versucht, seine wahre Gestalt wieder zu erlangen. Naisu und Co sollen ihn bei diesem Vorhaben unterstützen. In der elften Folge erkennt Takahiro jedoch, zu welcher Aufgabe er tatsächlich berufen ist. Hamatora – The Animation wartete in einigen Folgen jedoch mit einer gewissen Tragik auf und auch Takahiros Schicksal endet nicht so, wie sich das Naisu gerne gewünscht hätte. Naisu ist ohnehin immer noch damit beschäftigt, den verschwundenen Āto aufzuspüren, der nicht auf seine Besuche und Anrufe reagiert.

Höchste Qualität

Hamtora - The Animation (Vol. 4) (4)In der letzten Folge dieser Volume treffen Moraru und Naisu schließlich aufeinander. Ob und in welcher Form der Konflikt zwischen den beiden gelöst wird und ob damit der Bürgerkrieg in den Straßen von Yokohama ein Ende findet, verraten wir natürlich nicht. Das Ende dieser Staffel wartet allerdings mit einem überraschenden Cliffhanger auf, der tatsächlich große Lust auf die zweite Staffel macht. Es ist schon überraschend, wie die Qualität des Anime von einer auf die andere Volume immer besser wurde und schließlich in der Form vorliegt, die wir uns schon von Anfang an gewünscht hätten. Da die einzelnen Geschichten der Charaktere außerdem schon so gut wie zu Ende erzählt sind, haben die drei Episoden der vierten Volume eine wesentlich angenehmere Wirkung. Die Handlung formt sich zu einem Ganzen und lässt wichtige Nebencharaktere genau so einfließen, wie sie auch wirklich von Bedeutung sein sollen. In anderen Belangen hat sich der Anime nicht grundlegend verändert. Der Stil des Animes ist immer noch genauso schön anzusehen, wie in den ersten drei Volumes. Die deutsche Synchronfassung steht der japanischen übrigens in kaum einen Punkt nach. Wir vermissen jedoch digitales Bonusmaterial über die Produktion des Anime. Dafür gibt es ein letztes Mal ein feines Booklet und zwei Visitenkarten mit biografischen Daten zu zwei wichtigen Charakteren.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten drei Volumes von Hamatora – The Animation haben mir gezeigt, wie man einen Anime vielleicht nicht unbedingt aufbauen sollte, sofern man parallel nicht den Manga liest oder die Eckdaten kennt. Die vierte Volume hingegen hat meine Erwartungen endlich getroffen, die ich schon seit der ersten Ausgabe des Anime hatte. Die Handlung wird durchgehend spannend erzählt, Nebencharaktere sind nur am Rande vorhanden und alle Elemente, die in den Vordergrund gehören, tauchen auch nur noch in diesem auf. Die drei letzten Episoden dieser Staffel konnte ich mir so hervorragend in einem Rutsch anschauen. Jetzt ärgere ich mich natürlich sehr darüber, dass man am Ende tatsächlich auf einen gemeinen Cliffhanger setzt, der die Macht hat, die ganze Handlung umzuschmeißen. Dann hoffen wir mal, dass Kazé Anime die zweite Staffel schon bald in hiesigen Gefilden veröffentlichen wird. Ich kann es jedenfalls kaum mehr erwarten!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hamatora – The Animation (Vol. 4)!

Review: Selector Infected Wixoss (Vol. 2)

Selector Infected Wixoss - Volume 2 (1)Wer bei der ersten Volume von Selector Infected Wixoss noch auf eine Yū-Gi-Ō-Kopie gewartet hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Das Kartenspiel ist zweitrangig. Genau so sieht es auch in der zweiten Volume aus – das Leben der Figuren rückt in den Vordergrund.

Selector Infected Wixoss - Volume 2 (2)Die ersten sechs Episoden haben sich die Zeit genommen, um uns in das Leben von der Protagonisten Kominato Rūko einzuführen und zu durchleuchten. Rūko lebt gemeinsam mit ihrem Bruder Ayumu bei ihrer Großmutter inmitten der japanischen Metropole Tōkyō. Da Rūko keine Freunde hat, beschließt Ayumu, ihr ein Starterdeck des angesagten Sammelkartenspiels Wixoss zu schenken. Über das Spiel lernt sie in der Schule unter anderem ihre neuen Freundinnen Kurebayashi Yuzuki und Uemura Hitoe kennen, durch welche sie tiefer in die Spielmechanik eingeführt wird. Als Zuschauer erleben wir davon jedoch kaum etwas. Wie Wixoss genau funktioniert, wird sowohl in der ersten, als auch in der zweiten Volume nicht wirklich gezeigt. Man nimmt es im Grunde genauso hin, wie Rūko, die zu Beginn ihrer Karriere sogar nächtelang gegen ihre Großmutter antritt und dabei oft verliert. Die Handlung des Anime setzt aber vor allem auf eine fantasievolle Begebenheit. Manche Spielerinnen von Wixoss werden nämlich ausgewählt und kommen in den Genuss von so genannten LRIGs; besonderen Karten, mit denen man als Spieler kommunizieren kann. So erfahren wir auch, dass jeder Ausgewählte beziehungsweise Selector sich einen Wunsch erfüllen darf, wenn er oft genug gewinnt und bestimmte Voraussetzungen gegeben sind. Unheil droht jedoch, wenn man dreimal verliert.

Verbotene Liebe

Selector Infected Wixoss - Volume 2 (3)Am Ende der ersten Volume haben wir erlebt, wie Hitoe zum dritten Mal verliert und sich ihr Wunsch ins Minus umkehrt. Sie hatte keinerlei Freunde und hat diese sich so sehr gewünscht. Obwohl sie diese durch Rūko und Yuzuki eigentlich bereits gefunden hatte und sie somit keinen Grund mehr hätte, sich weiterhin Wixoss zu beschäftigen, wurde sie von einer Gegenspielerin zum Duellieren gezwungen. Sie hat verloren, kennt ihre Freundinnen nicht mehr wieder und es ist ihr nicht mehr möglich, neue Freundschaften zu schließen. Yuzuki hingegen ist seit ihrer Kindheit in ihren eigenen Bruder verliebt. Obwohl sie sich dessen bewusst ist, dass ihre Liebe zu ihrem Bruder von der Gesellschaft verboten wird, wünscht sie sich dennoch mehr als alles andere seine Nähe. Ob ihr dies nun gelingt oder nicht, sei einmal dahingestellt. Yuzukis Wunsch ermöglicht uns jedoch einen tiefgehenden Einblick in die Wahrheit hinter den LRIGs. Wir möchten auch hier nicht zu viel verraten, doch entwickelt sich durch die Erkenntnis, wie die LRIGs die Spielerinnen zum Teil belügen und wichtige Fakten verheimlichen, eine ganz neue Dynamik im Anime. Dieser frische Wind tut dem Anime sichtlich gut und entwickelt ihn konsequent weiter. So und nicht anders würden wir uns das auch von anderen Produktionen ebenfalls wünschen, die sich gerne mal nach einigen Folgen in Filler-Episoden verlieren.

Ein Funken Hoffnung

Selector Infected Wixoss - Volume 2 (4)Der Anime über ein Sammelkartenspiel um Freundschaft, Liebe und Wahrheit endet allerdings nicht mit der zwölften und letzten Folge. Am Ende erwartet uns ein gemeiner Cliffhanger, der durch eine einzige Entscheidung der beteiligten Charaktere erzeugt wirkt und ein wenig künstlich wirkt. Man muss dazu sagen, dass der Anime auch ohne Cliffhanger noch einige Episoden gebraucht hätte, um offene Fragen über die LRIGs und ihre Hintergründe zu beantworten. Fortgeführt wird die Handlung im Anime Selector Spread Wixoss und nach den vorliegenden Episoden sind wir uns sicher, dass auch dort neue Akzente gesetzt werden können. An der technischen Gestaltung hat sich kaum etwas geändert. Das Bild in 1080p besticht mit vielen kontrastreichen Charakteren. Hintergründe wirken gelegentlich so, als seien sie in ein diffuses Licht gerückt. Die Serie wirkt zwar nicht mehr ganz so düster wie bei den Folgen der ersten Volume, was aber auch daran liegt, dass in einer Episode bereits Schnee fällt. Diese Metapher zeigt wunderbar, dass auch Hoffnung auf ein Happy End in den Charakteren aufkeimt. Die japanischen Sprecher tun ihr Übriges, um den Figuren Emotionen zu verleihen. Es ist nur schade, dass in der zweiten Volume keine Wixoss-Karte als Bonus beiliegt. Trotzdem sind die drei Postkarten eine nette Idee, um Freunde auf den Anime aufmerksam zu machen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): In den ersten Episoden von Selector Infected Wixoss hat es mich ein wenig gestört, wie sich die Figuren zum Teil richtig an die Gurgel gegangen sind und die Motivationen nicht ganz so gut zur Geltung gekommen sind, wie es der Anime zum Beispiel in der zweiten Volume geschafft hat. Endlich erfahren wir, was sich Charaktere wie Rūko wünschen und was ihr Wunsch mit dem Kartenspiel zu tun hat. Weiterhin gibt es ein paar Hintergründe mehr zum Leben der Figuren. In der zweiten Volume nimmt der Anime zudem deutlich an Fahrt auf, spielt mit gesellschaftlichen Themen wie die Liebe unter Geschwistern und lüftet eines der wichtigsten Geheimnisse der LRIGs. Ich hoffe sehr, dass die Fortsetzungsserie Selector Spread Wixoss, welche an die Geschehnisse von Selector Infected Wixoss anknüpfen wird, nicht damit aufhört und weiterhin neue Akzente setzen wird. Bisher kann ich nämlich nicht viel am Anime aussetzen und freue mich schon auf die nächsten Folgen, welche die Handlung genauso spannend fortsetzen dürfen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Selector Infected Wixoss (Vol. 2)!

Review: Tōkyō Ghoul – Vol. 3

Tokyo Ghoul - Vol. 3 (1)In Tōkyō Ghoul wird Japans Hauptstadt von Ghulen heimgesucht, welche die Stadt in Angst und Schrecken versetzen, indem sie die Bevölkerung unterwandern. Kaneki Ken lebt in dieser Welt halb als Mensch und halb als Ghul und wird diesmal auf die Gewissensprobe gestellt.

Tokyo Ghoul - Vol. 3 (2)Die dritte Volume von Tōkyō Ghoul macht genau da weiter, wo die zweite Ausgabe aufgehört hat. Die Ghula Fueguchi Ryōko ist mit ihrer Tochter Hinami einkaufen gegangen. Unterwegs wurden die beiden von zwei Tauben, dem Spezialkommando der Polizei, aufgelauert. Ryōko gelang es, ihre Tochter vor den Tauben zu schützen und ihr genügend Zeit zu verschaffen, um vom Ort des Geschehens zu entkommen. Bei ihrer Flucht vor den Tauben trifft sie auf ihren Verbündeten Kaneki Ken, den sie um Hilfe bittet. Sie kommen zwar noch rechtzeitig am Tatort an, doch sind Ken die Hände gebunden. Er kann Ryōko nicht helfen und sich den Tauben stellen, da sie in der Überzahl sind. Ihm bleibt nichts anderes möglich, als Hinami zurückzuhalten und ihr den Anblick zu ersparen, was mit ihrer Mutter geschieht. Hinami wird vom Tod ihrer Mutter überwältigt und fällt in eine tiefe Trauer. Um Ryōko zu rächen beschließt Kirishima Tōka, die zusammen mit Ken im Café Anteiku arbeitet, ihre tote Freundin zu rächen. So macht sie Jagd auf die Tauben, die für den Tod von Ryōko verantwortlich sind. Mit keinem Wort stellt sie diese zur Rede und sucht die offene Konfrontation, in welche auch die beiden Ermittler Amon Kōtarō und Mado Kureo hineingezogen werden. Die Auseinandersetzung ist für keine der beiden kämpfenden Seiten von Vorteil; die Lage spannt sich nur noch mehr an.

Tödliche Auseinandersetzung

Tokyo Ghoul - Vol. 3 (3)Die Nerven zwischen den Parteien liegen blank. Jede Seite erleidet permanente Verluste, denn während manche Ghule mittlerweile bewusst Jagd auf die Tauben machen, werden diese durch die Gräueltaten von ihren Gefühlen übermannt und haben inzwischen keinerlei Mitgefühl mehr, wenn es darum geht, einen Ghul auszuschalten. Als Hinami wieder zu sich kommt, beschließt sie auf eigene Faust zu handeln und lockt die Tauben Amon und Mado in die Nähe einer Grundschule, um ihnen dort aufzulauern. Tōka und Ken bemerken zum Glück ihr Verschwinden und folgen ihr in die Nähe von Abwasserkanälen, wo es schlussendlich zur Eskalation kommt. Während sich Tōka mit dem wahnsinnigen Mado auseinandersetzen muss, duelliert sich Ken mit Amon. Hinami, die ihre Gefühle nicht mehr unter Kontrolle hat, wird ebenso in die Auseinandersetzung mit einbezogen. Wer in diesen Kämpfen sterben wird, möchten und werden wir an dieser Stelle selbstverständlich nicht verraten. Es sei nur so viel gesagt, dass der Tod der entsprechenden Person mit Tränen auf beiden Seiten endet und in den nächsten Episoden sicherlich noch von großer Bedeutung sein wird. Während die achte Episode der Serie den ersten großen Akt abschließt, eröffnet die neunte Folge tatsächlich neue Möglichkeiten, welche in einem familiären Drama enden könnte – ein paar neue Charaktere inklusive.

Zum Schutz der Lieben

Tokyo Ghoul - Vol. 3 (4)Die drei Episoden der dritten Volume können uns inhaltlich ebenso begeistern wie die Folgen der zweiten Ausgabe. Abermals werden neue Akzente gesetzt, die frischen Wind in die Story bringen und sie noch tiefgründiger machen. So wird sowohl den Tauben, als auch den Ghulen bewusst, dass sie im Grunde nur noch für ihre Freunde und Familie kämpfen. Sie wollen sie nur von der Gegenseite bewahren und beschützen. Tragischerweise wird kaum einer Person in diesem Drama klar, dass die andere Partei ebenso mit diesem Schicksal zu hadern hat. Ken ist als Hybrid hier das Schlüsselelement, der mit dieser Intention in dem beginnenden Krieg noch eine wichtige Rolle spielen wird. Durch diese nervenaufreibende Handlung bleibt es durchgehend spannend und wir sind jederzeit motiviert nach einer Folge direkt die nächste Episode in Augenschein zu nehmen. Leider ist auch auf dieser Disc nach drei Episoden Schluss und wir müssen abermals einmal mehr warten, bis die Serie mit der nächsten Volume weitergeht beziehungsweise zu einem Ende geführt wird. Auf der technischen Seite besticht der Titel auf ganzer Linie. Insbesondere die Musik von Yamada Yutaka kommt in der neunten Episode zur Geltung und geht wahrhaftig ins Ohr. Wir sind zuversichtlich, dass der Anime es auch in den kommenden Episoden schaffen wird, die Qualität in allen Bewertungspunkten zu halten!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Tōkyō Ghoul konnte mich nun schon alle neun bisherigen Episoden bei Laune halten. Nie wurde mir dabei langweilig und nie habe ich gedacht, dass etwas in diesem Anime deplatziert oder aufgesetzt wirkt. Auch die Episoden der dritten Volume habe ich nur so in mich aufgesogen. Wie die offene Konfliktlösung vom Ende der sechsten Folge nun gelöst wurde, finde ich wirklich grandios umgesetzt, da die Handlung so direkt wieder in einer nächsten Katastrophe landet, die gelöst werden will. Man bekommt reichlich Einblicke in die Intention der Charaktere und für was sie in ihrem Leben eigentlich einstehen. Außerdem wird die Kriminalarbeit der Tauben durchleuchtet und bietet auf diesem Weg eine ganz neue Erkenntnis. Man lernt beide Seiten mit ihren Vorzügen und Nachteilen zu verstehen. Tōkyō Ghoul ist ein Anime, der kritischer und exakter nicht sein kann. Ich bin sehr gespannt, wie der Anime den aufkommenden Konflikt in der abschließenden Volume klärt.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tōkyō Ghoul – Vol. 3!

Prime Time: Super Mario Maker – Amiibo + Artbook Edition (Unboxing)

Am 11. September 2015 ist nach langer Wartezeit endlich Super Mario Maker für die Wii U erschienen, welches wir in den Grundzügen bereits in einem Preview vorgestellt haben. Unser Chefredakteur Eric hat sich den großen Level-Editor zum Release natürlich zugelegt und präsentiert euch heute in seinem Unboxing-Video, welche zwei – wirklich nur schwer zu erratenden – Bonusinhalte in der Amiibo + Artbook Edition enthalten sind. Wir wünschen euch gute Unterhaltung und viel Spaß mit unserem heutigen Unboxing-Video!

Review: Sword Art Online (Vol. 3)

Sword Art Online (Vol. 3) (1)Die ersten vierzehn Episoden von Sword Art Online haben sich dem gleichnamigen fiktiven Online-Rollenspiel gewidmet, dessen Ausgang für einige Spieler tragisch endete. Die Story wird zwar in der dritten Volume fortgesetzt, doch steht jetzt ein anderes Spiel im Mittelpunkt.

Sword Art Online (Vol. 3) (2)Das muss man erst einmal verdauen. Man gehört zu den wenigen Auserwählten, die das lang erwartete Online-Rollenspiel Sword Art Online ab Release spielen dürfen und dann fehlt auf einmal der Logout-Befehl und man sitzt zwei Jahre lang wegen einem perfiden Entwickler in der virtuellen Online-Welt Aincrad fest. Als Kirigaya Kazuto nach dem Tod des Endbosses, der zugleich vom Entwickler des Spiels verkörpert wurde, endlich die Augen öffnen und sein NerveGear, eine Virtual-Reality-Brille in Form eines Helmes, abnehmen kann, wacht er in einem Krankenhaus auf. Hier wurde er die letzten 24 Monate künstlich ernährt und entsprechend schwach ist Kazuto noch auf den Beinen. Die medizinische Rehabilitation schlug zwar schnell bei Kazuto an, doch beim Kendō-Training mit seiner Cousine Suguha fällt auf, dass er noch zu sehr in den Kampfstrukturen von Sword Art Online steckt. Nicht nur das besondere Verhältnis zum Spiel, sondern auch seine Beziehung zu Yūki Asuna beutelt ihn zusehends. Dadurch, dass er der Polizei alle Informationen zum so genannten Sword-Art-Online-Zwischenfall mitgeteilt hat, wurde ihm der Aufenthaltsort von Asuna verraten. Diese hat sich am Ende der zweiten Volume für ihren Ingame-Ehemann geopfert, weshalb Kazuto sie auch in der realen Welt zunächst für tot hielt. In Wahrheit wird sie aber noch am Leben erhalten.

Prinzessinnenrettung

Sword Art Online (Vol. 3) (3)Schnell stellt sich heraus, dass insgesamt dreihundert Spieler am Ende von Sword Art Online nicht ordnungsgemäß ausgeloggt worden sind. Der perfide Plan von Kayaba Akihiko ist somit zwar nicht aufgegangen, doch dadurch, dass die Wartung der Server von der ursprünglichen Firma an das Unternehmen von Asunas Vater übergeben wurde, konnte sich eine neue Figur in die Liebesbeziehung der beiden Protagonisten einmischen. Sugō Nobuyuki, ein Mitarbeiter der Firma und Teil der Familie, hat sich Asuna schon lange ausgesucht und möchte sie in der Realität heiraten, auch wenn sie de facto noch im Koma liegt. Als Kazuto von seinem früheren Mitstreiter Andoryū einen Screenshot vom Spiel Alfheim Online zugeschickt bekommt und auf diesem Bild eindeutig Asuna zu erkennen ist, beschließt er, trotz seiner Erfahrungen mit Sword Art Online abermals sein NerveGear aufzusetzen, um Asuna aus ihrem Gefängnis zu befreien. Wie die Rettungsaktion aussehen soll, weiß sowohl Kazuto, als auch der Zuschauer nicht. Für dieses Unterfangen hat Kazuto zudem nur eine Woche Zeit, da die Hochzeit von Asuna und dem gefährlichen Sugō in genau sieben Tagen stattfinden soll. Im Hintergrund tickt die Uhr unermüdlich weiter und wer jetzt an Prince of Persia denkt, mag damit gar nicht mal so falsch liegen. Die Parallelen zur klassischen Thematik sind deutlich erkennbar.

Alfheim Online

Sword Art Online (Vol. 3) (4)Während in Sword Art Online ganz im Zeichen von Schwertern stand und somit keine Magie vorhanden war, gelten in Alfheim Online ganz andere Regeln. So schließt man sich einer von neun Elfenrassen an, die um die Vorherrschaft im Online-Rollenspiel konkurrieren. Da Elfen in Alfheim Online fliegen können, wird die Spielwelt gleich um eine entscheidende Komponente erweitert. Einzig und allein das Erreichen einer bestimmten Ebene ist die gemeinsame Komponente beider Spiele, denn Kazuto alias Kirito muss zum so genannten Weltbaum vordringen, der sich in luftigen Höhen auf einer der fliegenden Inseln befindet. Obwohl sich die realen Gefahren auf ein Minimum beschränken und er sich jederzeit ausloggen kann, ist das Online-Rollenspiel trotzdem voller Hindernisse. Unterstützung erhält er daher von der hilfsbereiten Rīfa, die ihre wahre Identität vor Kirito verborgen hält. Daraus ergibt sich dennoch eine interessante Geschichte, welche die Familienverhältnisse von Kazuto ein wenig aufklärt. Fans der kleinen Yui dürfen sich ebenfalls über ein Wiedersehen freuen. Mehr wollen wir an dieser Stelle aber gar nicht vorwegnehmen. Der fortlaufende Handlungsstrang bietet zwar weniger Überraschungen als die ersten vierzehn Episoden, doch werden genug interessante Fakten und Informationen gestreut, dass man weitere sechs vollwertige Folgen bei Laune gehalten wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Sword Art Online gefiel mir von der ersten Minute an sehr gut. Ebenso mag ich die Entwicklung, welche der Anime in der zweiten Volume durchgemacht hat beziehungsweise durchmachen musste. Dadurch beginnt auch die erste Episode der dritten Volume hervorragend. Das Leben der Protagonisten läuft jetzt auf zwei verschiedenen Ebenen, einmal in Alfheim Online und einmal in der Realität, ab und bietet damit einen größeren Spielraum zur Entfaltung der mittlerweile zur Love-Story verwandelten Handlung. Hierbei bedient sich der Anime der typischen Geschichte des strahlenden Ritters, der seine Prinzessin aus den Klauen des Bösewichts befreien muss. Das mag zwar nicht sehr originell sein, aber ich bin der Meinung, dass dies in Sword Art Online genau so dargestellt werden muss, um die Brücke zu richtigen Videospielen beziehungsweise deren oft nicht so unterschiedlichen Handlungen zu schlagen. Da die meisten Charaktere aber ohnehin eigenständig reagieren und die Aktionen ihrer Spieler ausführen, kann sich der Anime in solchen Momenten trotzdem dynamisch entfalten. Das Ende der dritten Volume ändert das Mächteverhältnis noch einmal geringfügig, sodass die letzten Folgen in der nächsten Volume den Anime noch einmal ein kleines Stückchen packender werden kann. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf diese Entwicklung!

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Sword Art Online (Vol. 3)!

Review: Aldnoah.Zero – Vol. 2

Aldnoah.Zero - Vol. 2 (1)Das Science-Fiction-Spektakel, welches sich vor allem an Fans von Neon Genesis Evangelion und Co richtet, erhält mit der zweiten Volume auf Blu-ray und DVD drei weitere Folgen. Diese setzen die Handlung des Serienauftakts fort und formen sich regelrecht zu einem Thriller.

Aldnoah.Zero - Vol. 2 (2)Die Beziehungen zwischen der Erde und dem Kaiserreich Vuāsu, welches sich in den letzten vierzig Jahren auf dem Mars bildete, könnten nicht schlechter stehen. Bei einem Staatsbesuch von Prinzessin Aseiramu Vuāsu Aryūshia wird ein Anschlag auf eben diese verübt und offensichtlich von Terroristen getötet. Diesen Angriff nimmt die militärische Begleitung der Prinzessin als Grund, um einen Krieg zu beginnen, da auf Seiten des Kaiserreichs ohnehin schon Aggressionen gegen die Erde aufkeimten. Wie wir allerdings aus den ersten drei Episoden der ersten Volume wissen, hat die Prinzessin überlebt, da ein Double bei der Parade ihren Platz eingenommen hat. Auf ihrer Flucht traf sie auf den Kadetten Kaizuka Inaho, mit dem sie sich mittlerweile undercover auf einem Schiff befindet. Einerseits, damit sie niemand erkennt und andererseits, da es an Land ohnehin nicht mehr sicher ist. Durch die Offensive des Kaiserreichs Vuāsu wurden die Großstädte der Erde vernichtet und Soldaten auf die Oberfläche des Planeten entsandt. Damit gelang es dem Anime in der ersten Volume starke Kritik am Krieg zu äußern. Diese Kritik bleibt auch in den vorliegenden drei Episoden erhalten, doch auf einem anderen Niveau, wie der Ehrung der Beteiligung am Krieg. So soll Inaho in einer Folge mit einem Orden geehrt werden, da er einen der Angriffe erfolgreich abwehren konnte.

Intrigen im Militär und am Hofe

Aldnoah.Zero - Vol. 2 (3)Die Episoden der zweiten Volume geben allerdings auch Einblicke in die militärische Riege des Kaiserreichs Vuāsu. Surein Toroiyādo gelingt es sich der Verantwortung für seine Tat in der dritten Episode zu entziehen und versucht sogar den Kaiser persönlich aufzusuchen, um den weiteren Krieg einzudämmen oder gar einzustellen. Ob ihm das gelingt, wollen wir an dieser Stelle aus Spoilergründen selbstverständlich nicht verraten. Allerdings wird nicht nur innerhalb des Militärs, sondern auch am Kaiserhof intrigiert, weshalb es definitiv spannend bleibt und die Grundlage für Sureins künftigen Werdegang legt. Der Charakter steht in den vorliegenden Episoden ohnehin im Vordergrund, da wir in der fünften Folge unter anderem erfahren, wie er Prinzessin Aryūshia überhaupt kennengelernt hat. Diese hat derzeit auf der Erde damit zu kämpfen, ihre Identität auf der Wadatsumi, dem erwähnten Schiff, geheimzuhalten. Inaho, der dritte wichtige Charakter im Bunde, macht sich ebenfalls einen Namen, da das Schiff von den vermeintlichen Feinden nicht unentdeckt bleibt und mehrmals angegriffen wird. Dem Kadetten gelingt das, was ausgebildeten Piloten nicht zu schaffen vermochten. So und nicht anders erhalten wir Einblicke in alle drei Charaktere, deren Lebenswege schließlich zusammenlaufen und die erste Staffelhälfte zu einem vielversprechenden Abschluss bringen.

Ritterliche Futuristik

Aldnoah.Zero - Vol. 2 (4)Obwohl der Handlungsstrang von Aldnoah.Zero fortlaufend ist und keine wichtigen Informationen auslässt, wird er auf die wichtigsten Punkte reduziert. Das ist insbesondere deswegen schade, da die Intrigen im Militär von Vuāsu so nicht immer ganz durchschaubar sind. Genau das könnte aber für den einen oder anderen Zuschauer aber sogar der Reiz sein, sich die Episoden mehrmals anzuschauen. Dafür gibt es sogar mehr als einen Grund, denn die Kämpfe zwischen beiden Fraktionen werden nach wie vor richtig gut zur Schau gestellt. Die beiden Parteien kämpfen nämlich nicht wie im üblichen Sinn gegeneinander, sondern in eigens dafür entwickelten Mechs, die im Anime Kataphrakte genannt werden. Mit dieser mittelalterlichen Bezeichnung gelingt es dem Anime wunderbar, den Aufbau des Kaiserreichs Vuāsu mitsamt seiner eigenen Kultur zu erklären. Die Kämpfe an sich sehen hingegen bis auf die üblichen Bewegungen sehr konträr aus, da hier mit Maschinenpistolen geschossen wird und auch Laser-Schwerter zum Einsatz kommen. Die Kämpfe werden hervorragend in Szene gesetzt und auch die restliche Optik (sogar inklusive der vereinzelten und sehr dezent eingesetzten Lens-Flare-Effekte) des Anime weiß uns zugefallen. Unterlegt wird Aldnoah.Zero bei dieser Pracht mit einer teils mythisch wirkenden Musik, die uns durchgehend an den Bildschirm fesselt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten Episoden von Aldnoah.Zero haben mir einen guten Einblick in die Welt des Anime (und Manga) gewährt. Die Episoden in der zweiten Volume führen die Handlung sehr gut fort und so langsam entwickelt sich die Serie zu einem Politthriller. Vor allem durch die vielen Intrigen in der militärischen Ebene, die bis zum Kaiserhof reichen, entwickelt sich regelrecht eine besondere Dynamik, die der Anime in den nächsten Episoden ausfüllen kann. Die Episoden der zweiten Volume machen grundsätzlich nicht sehr viel anders wie die vorherigen Folgen, doch die Einblicke in die Werdegänge von Prinzessin Aseiramu Vuāsu Aryūshia, Kaizuka Inaho und Surein Toroiyādo ermöglichen es, die Hintergründe in diesem Krieg auf beiden Seiten besser zu verstehen. Ich bin gespannt, wie sich Aldnoah.Zero weiterentwickeln wird, doch die erste Hälfte der ersten Staffel empfinde ich bis hierhin als sehr angenehm.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Aldnoah.Zero – Vol. 2!

Review: Hamatora – The Animation (Vol. 3)

Hamatora - The Animation (Vol. 3) (1)Hamatora – The Animation ist und bleibt ein zweischneidiges Schwert im Anime-Sektor. Die Fälle, die einzeln pro Folge erzählt werden, sind zwar durchaus spannend, doch gelingt es der Serie nicht, die Zusammenhänge zwischen den Episoden in den Vordergrund zu stellen.

Hamatora - The Animation (Vol. 3) (2)Die Handlung der dritten Volume von Hamatora – The Animation setzt an der letzten Episode an und führt die Story stringent fort. Die Elemente, welche die einzelnen Folgen zusammenschweißen, bleiben dabei aber weiterhin im Hintergrund. Nach wie vor werden in allen drei Folgen der dritten Volume abermals einzelne Fälle behandelt. Im nun mehr siebten Fall werden Naisu und seine Kollegen auf einen Minimum Holder beziehungsweise dessen Kopf aufmerksam gemacht, da dieser aus einer Haftanstalt speziell für Minimum Holder entwendet wird. Gemeinsam mit Kommissar Āto sucht Naisu den Ort des Geschehens auf, doch Āto ist strickt dagegen, dass Naisu am Fall mitarbeitet. Āto steht auch im Mittelpunkt der siebten Episode. So erfahren wir, dass er der einzige Absolvent der Facultas-Akademie ist, der über kein Minimum verfügt, aber dennoch den Abschluss geschafft hat. Entsprechend rückt die Beziehung zu seinen Kollegen in den Vordergrund, welche über Spezialfähigkeiten verfügen. Wie wir aus den ersten sechs Folgen wissen, werden im Hintergrund vom durchtriebenen Moraru die Fäden gezogen. Dieser predigt zwar Gleichheit unter den Minimum Holders, doch ist seine eigentliche Intention eine ganz andere. Er möchte unter allem Umständen Naisu treffen, da er damals in der Facultas-Akademie gearbeitet und dort Naisu ausgiebig beobachtet hat.

Drogen in Okinawa

Hamatora - The Animation (Vol. 3) (3)Wie genau das in die Handlung passt, können wir an dieser Stelle immer noch nicht sagen. Der Anime bleibt in dieser Hinsicht sehr undurchsichtig. Wir hoffen sehr, dass diese Fakten in der vierten und letzten Volume aufgelöst und erklärt werden. Aufgrund der Freundschaft zwischen Naisu und Āto verläuft das Gespräch zwischen dem Bösewicht und dem Hüter des Gesetzes alles andere als geplant. Es geht sogar sehr tragisch aus, doch möchten wir an der Stelle nicht zu viel verraten. Auf jeden Fall hat der Ausgang der Auseinandersetzung zwischen Āto und Moraru eine wichtige Bedeutung für den restlichen Verlauf der Serie. Bereits in der achten Episode wird Naisu mit diesem Problem konfrontiert. Der achte Fall führt die Freunde von Yokohama nach Okinawa, wo sich alles um blutverschmierte Bittermelonen dreht. Der Humor der Serie wird durch den Episodentitel wunderbar in Schau gesetzt, doch der Spaß am Strand wird schnell mit dem Ernst des Lebens abgelöst. Naisu und Co müssen herausfinden, wie die gefährliche Droge Ideal in den Umlauf gekommen ist. Dabei handelt es sich um eine Droge, die man nur einmal nehmen muss. Man fällt in einen tiefen Schlaf, aus dem man nicht erwachen kann. Ob ihnen das gelingt und was es mit dem Ideal noch auf sich hat, werden in der achten Folge geklärt, bevor in der neunten Episode Moraru einen weiteren Auftritt hat.

Hintergrund um Hintergrund

Hamatora - The Animation (Vol. 3) (4)Der neunte Fall spielt sich wieder in Yokohama ab und rückt Surī in dem Mittelpunkt, über dessen Vergangenheit wir einige Informationen sammeln können. Seine Vergangenheit holt ihn ein, in der damals wie heute ein Waisenhaus eine große Rolle spielt. So ist es nicht sehr verwunderlich, dass wir auch in der dritten Volume wieder Hintergrund um Hintergrund erfahren, doch die wichtige Handlung weiterhin nicht wirklich zum Vorschein kommt. Dafür fällt es uns in dieser Ausgabe definitiv leichter, die Charaktere zu akzeptieren. Man muss die Manga nicht unbedingt lesen, um mit dem Anime warm zu werden. Das Verständnis aus dem ersten Manga könnte aber auch hier immer noch von Vorteil sein. Am weiteren Kritikpunkt von Hamatora – The Animation, die japanische Synchronisation, hat sich kaum etwas geändert. Sie richtet sich weiterhin und vor allem an Japaner, da Dialoge zum Teil zu schnell sind oder mit verrückten Ideen in eingespielten Bildern aufwartet. Die deutsche Synchronisation gefällt uns aber ausgesprochen gut, sodass man sich nicht unter allen Umständen die japanische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln zwangsweise anschauen beziehungsweise anhören muss. Unterm Strich lässt sich festhalten, dass sich die dritte Volume etwas gebessert hat; die grundsätzlichen Kritikpunkte sind aber nach wie vor vorhanden. Es bleibt spannend.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich tue mich mit dem Anime immer noch ein wenig schwer. Auf der einen Seite mag ich das Setting und die einzelnen Fälle sind nicht minder interessant. Allerdings finde ich es auf der anderen Seite absolut nicht gut, dass die eigentliche Handlung von Hamatora – The Animation im Hintergrund verweilt. In jeder Folge erhalte ich zwar ein paar neue Informationen, die sich wunderbar ins Gesamtbild fügen, doch bleibt es dabei, dass ich das Gefühl habe, die Episoden eine nach der anderen einfach nur abzuarbeiten. Ich bin sehr gespannt, wie mich der Anime in der kommenden vierten und somit auch letzten Volume in diesen Punkten noch überzeugen möchte. Viel Zeit bleibt nicht mehr, um den Handlungsbogen zu einem (für mich) zufriedenstellenden Ende zu bringen. Besonders die Auflösung bezüglich des Zwischenfalls mit Āto kann ich kaum mehr erwarten. Wem es bis hierhin noch nicht langweilig geworden ist, wird auch gerne bis zum Ende dabei bleiben!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hamatora – The Animation (Vol. 3)!

Review: Trinity Blood (Collector’s Edition)

Trinity Blood (1)Wer an Vampire denkt, verlagert die Handlung des entsprechenden Mediums entweder in die Vergangenheit oder in die Gegenwart. Dass es zwischen Dracula und Underworld auch noch eine Alternative gibt, beweist der Anime Trinity Blood mit einem recht beeindruckenden Stil.

Trinity Blood (2)Obwohl man es beim Betrachten der verschiedenen Szenen nicht für möglich halten würde, spielt sich die Handlung von Trinity Blood tatsächlich in der Zukunft ab. Sie spielt nämlich nach einem verheerenden Weltkrieg, der für die ganze Erde schwere Folgen hatte. Die Welt teilte sich in neue Herrschaftssphären, wichtige Technologien gingen für immer verloren und ein aufkommender Virus sorgte dafür, dass sich die Menschen voneinander abgrenzten. Zwischen diesen Fronten findet sich Pater Abel Nightroad wieder, der im Dienst des Vatikans nicht nur als Priester tätig ist, sondern vielmehr auch als Problemlösung für die entstandenen Vampire dient. Während seiner Aufträge lernt er Schwester Esther kennen, die ihn fortan bei seiner Reise begleitet. Sein Ziel ist die Einigung der Reiche, um den Frieden einzuläuten. Sowohl auf Seiten der Menschen, die von den überlegenen Vampiren abfällig als Terran bezeichnet werden, als auch auf Seiten der Methuselah, also den fast unsterblichen Vampiren, gibt es große Differenzen und Hass schürt sich in der Gesellschaft. Terrorismus verhindert in dieser düsteren Zukunftsvision eine Annäherung zwischen den Ethnien. Der Zwietracht führt auch dazu, dass die Beziehungen zwischen dem Vatikan und dem Königreich Albion, dem ehemaligen Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland, sich nicht vertiefen.

Neobarock-Oper

Trinity Blood (3)Das Geschehen von Trinity Blood spielt sich dabei aber vor allem in verschiedenen Städten des ehemaligen christlichen und islamischen Einflussbereiches ab. Verwendet werden dabei meist lateinische Termini, um die Nähe zum einstigen Römischen Reich herzuleiten. So wird aus London schnell Londinium, aus Rom Roma und Istanbul nennt man in der Zukunft wohl wieder Byzantium, um den früheren Stadtnamen Byzanz zu untermauern. Andere Städte wie Köln werden zudem in Dialogen erwähnt. Fiktive Städte wie István sind im Anime aber auch vertreten, um den geografischen Bereich etwas ungenauer zu gestalten beziehungsweise zu verzaubern. Durch das Verschwinden diverser Technologien darf man sich die Welt zudem absolut nicht futuristisch vorstellen. Stattdessen leben viele Menschen wieder wie im späten 19. Jahrhundert. Selbst Transportmittel wie Autos suchen wir in den meisten Episoden vergeblich. Tatsächlich sind sie nur in wenigen Folgen zu sehen. Dennoch ist es Wissenschaftlern gelungen, Cyborgs zu bauen. Kunst und Architektur wirken hingegen wie aus dem 17. und 18. Jahrhundert entnommen, womit sie sich der Epoche des Barocks zuordnen lassen. Tatsächlich bezeichnet so mancher Kopf im Anime-Geschäft Shibamoto Tōresus Designstil als Neobarock, woraus sich bei Trinity Blood schließlich die Neobarock-Oper gebildet hat.

Ein Fall für die Meta-Ebene

Trinity Blood (4)Trinity Blood ist ähnlich wie Ghost in the Shell – Stand Alone Complex nicht leicht zu verstehen. Das liegt daran, dass einige Folgen abgeschlossen sind oder zu einer zusammenhängenden Episodenreihe gehören. Es werden immer wieder Informationen in den Raum geworfen, die erst am Ende ein stimmiges Gesamtbild ergeben und sich mit den metaphysischen Fakten vermischen. Erst nach dem Abspann und nachdem man sich das beiliegende Booklet durchgelesen hat, versteht man, welch tiefgründigem Anime man hier eigentlich gesehen hat. Das ist auf der einen Seite sehr schade, da viele Zuschauer erwarten, alles Wichtige auf dem Silbertablett serviert zu bekommen. Wer absolut nicht damit klarkommt, dass viele Punkte wie in der Mystery-Serie Lost nicht oder zumindest nur teilweise aufgeklärt werden, wird Trinity Blood nur schwerlich genießen können. Das offene Ende lässt sich auf den frühen Tod des Autors der Romanvorlage, Yoshida Sunao, zurückführen. Es handelt sich unterm Strich also um einen Anime, für den man sich Zeit lassen muss, um das Universum gänzlich verstehen zu können. Neben dem Booklet befindet sich noch ein netter Aufkleber in der Collector’s Edition der Blu-ray-Fassung. Digitales Bonusmaterial gibt es neben Eröffnungs- und Endsequenzen aber nicht. Schade, denn dieses hätte sehr zum besseren Verständnis beigetragen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Als ich mich im Vorfeld zur Berichterstattung bezüglich des Animes Trinity Blood informiert habe, habe ich viele positive Erfahrungen gemacht. Trailer, die einen den Anime schmackhaft machen, waren ebenso dabei wie Kritiken, die den erwachsenen Anime sehr gelobt haben. Nach der ersten Episode wollte ich mich den Meinungen anschließen, doch schnell verliert sich der Anime in verschiedenen Handlungsfäden und es ist nicht immer ganz klar, wer eigentlich die zentrale Hauptfigur ist. Nach einer gewissen Zeit kristallisiert sich zwar das Zweigespann, bestehend aus Pater Nightroad und Schwester Esther, heraus, doch auch dann ist bis zu den letzten Folgen nicht klar, wie die ganzen Story-Elemente zusammen passen. Bei der ersten Staffel von Ghost in the Shell – Stand Alone Complex hat mich das auch schon ein klein wenig gestört, doch auch bei Trinity Blood akzeptiere ich das nach dem Ansehen vollkommen. Dazu sollte auch erwähnt sein, dass es sich beim Anime (und Manga) um eine Romanumsetzung handelt und wenn man sich an die leider nie beendete Vorlage hält, die für Japan üblich jahrelang in einer Zeitung fortgeführt wurde, geht es auch gar nicht anders. Stören tue ich mich da nämlich sogar mehr an der Technik des Anime. Das Bild mag zwar im Full-HD-Format vorliegen, erreicht aber höchstens die Bildqualität ähnlich einer DVD. Schade finde ich am fertigen Produkt aber vor allem, dass man beim Einspielen der japanischen Synchronisation nicht darauf geachtet hat, dass diese immer zu den Lippenbewegungen passen. Wem das stört, sollte vielleicht der ebenfalls nicht schlechten deutschen Synchronisation lauschen, damit Trinity Blood auch ablenkungsfrei eine dystopische Zukunftsvision zeigen kann, die mit Rassismus, Technologieschwund und politischen Problem zu kämpfen hat. Wenn man jedes kleine Teilchen von diesem 24-teiligen Anime absorbiert und richtig zusammensetzt, versteht man endlich das große Ganze in Trinity Blood, von dem ich trotz anfänglicher Schwierigkeiten so gerne noch so viel mehr sehen möchte.

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Trinity Blood (Collector’s Edition)!

© 2005 Trinity Blood Partners (Abbildungen)

Review: Sword Art Online (Vol. 2)

Sword Art Online (Vol. 2) (1)Die ersten sieben Episoden von Sword Art Online wurden dazu genutzt, um uns in die Spielwelt Aincrad mit ihren Regeln einzuführen. Die nächsten sieben Episoden der zweiten Volume hingegen stellen das Leben der beiden Charaktere Kirito und Asuna in den Vordergrund.

Sword Art Online (Vol. 2) (2)Es ist kaum zu glauben, dass in der Handlung des Animes schon fast zwei Jahre vergangen sind, seit das Online-Rollenspiel Sword Art Online an den Start gegangen ist. Nach nur wenigen Spielstunden kam in der ersten Episode für die einzigen zehntausend Spieler jedoch die Ernüchterung: Sie konnten sich nicht ausloggen und mussten seither in Aincrad verweilen. Hinter diesem bewussten Bug steckt der Entwickler des Spiels, Kayaba Akihiko. Welchen perfiden Plan er damit verfolgt, bleibt bislang weitgehend unbekannt. Da das Spiel einzig und allein über den ebenfalls von Kayaba entwickelten Virtual-Reality-Helm gespielt werden kann, ist das Ausloggen somit unmöglich, da alle Impulse des Gehirns gleich an die Spielfigur weitergeleitet werden. Sowohl der Tod der Spielfigur selbst, als auch das Entfernen der Steuerungseinheit durch eine andere Person würde den Spieler töten. Um das Spiel zu verlassen beziehungsweise zu beenden, gibt es somit nur die Möglichkeit, Sword Art Online durchzuspielen und den Endgegner niederzustrecken. Nach anderthalb Monaten leben noch fast siebzig Prozent der Spieler, doch viele sind des Kämpfens müde und haben sich dem wirtschaftlichen, politischen und soziologischen Strukturen der Spielwelt angepasst. Dennoch gibt es noch eine Elite, die für das Ende des Spiels kämpft. Zu dieser gehören Kirito und Asuna.

Ruhe vor dem Sturm

Sword Art Online (Vol. 2) (3)Die Episoden der ersten Volume haben die Spielwelt zugenüge beschrieben und nur wenig Platz für die Charaktere gelassen. Bei der zweiten Volume hat sich dieses Verhältnis stark geändert. Es werden nur noch beiläufig Erklärungen gemacht und hauptsächlich konzentriert sich die Handlung nun auf die beiden wichtigen Protagonisten. In den letzten Folgen des Serienauftakts hat es sich zwar schon angedeutet, doch entwickelt sich erst in den vorliegenden Episoden endlich die Liebesgeschichte zwischen Kirito und Asuna, die einige Zuschauer sicherlich erhofft haben. Kiritos innerer Konflikt zwischen Solo- und Gruppenspieler erreicht somit direkt einen neuen Höhepunkt, da er sich entscheiden muss, alleine weiterzukämpfen oder die Gesellschaft von Asuna zu genießen und dabei durch eine Story-Wendung sogar in eine Gilde aufgenommen zu werden. Da Kirito hier schon schmerzliche Erfahrungen gesammelt hat, ist das für ihn sichtlich keine leichte Veränderung seiner Lebensweise. Außerdem verlieren die Kämpfe zwischenzeitlich an Bedeutung, da man sich vor allem auf die Charakterentwicklung der beiden Liebenden konzentriert. So spielt sich die Handlung weniger Episoden sogar völlig fernab des Kampfgeschehens auf einer niedrigeren Ebene ab. So erhalten wir auch Einblick in das Leben von Charakteren, die sich nicht auf den Kampf konzentrieren.

Kreatives Online-Rollenspiel

Sword Art Online (Vol. 2) (4)Mittlerweile haben die Helden von Sword Art Online gut drei Drittel der Ebenen hinter sich gelassen, doch genau dann wird eine entscheidende Spielregel geändert und der Handlungsverlauf nimmt eine überraschende Wendung. Welche das ist, wollen wir euch aber an dieser Stelle nicht verraten, da sie von großer Bedeutung für den Fortgang der Serie ist. Eigentlich ist die Geschichte nämlich so gut wie zu Ende erzählt, doch bietet diese Design-Entscheidung reichlich Ideen für weitere elf Episoden, auf die wir uns schon sehr freuen. Apropos Design: Die optische Gestaltung des Anime ist wirklich gelungen. Sowohl die Kleidung, als auch die Frisuren der Spielfiguren erinnern an japanische Rollenspiele wie Tales of Symphonia. Dazu kommen die wunderbaren Monsterkreationen, die mit tollen Animationen in den Kämpfen zur Schau gestellt werden. Unterlegt wird der Anime jederzeit mit einem passenden Soundtrack. Dabei werden die actiongeladenen Kämpfen mit dynamischer Musik unterlegt und die ruhigen Momente in den Wäldern und am See mit einer idyllischen Melodie begleitet. Wer nach den sieben spannenden und wendungsreichen Episoden von Sword Art Online immer noch Lust zum Weiterschauen hat, darf sich als Intermezzo sehr gerne die beiden Bonusfolgen von Sword Art Offline anschauen, die sich mit ihrem Humor einmal mehr selbst übertreffen. Toll!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Den Einstieg in Sword Art Online in der ersten Volume des Animes fand ich bereits wirklich großartig, doch war es zu diesem Zeitpunkt noch ein wenig schade, dass die wichtigen Charaktere noch ein wenig zu unterpräsent waren. Das ändert sich in der zweiten Volume allerdings schlagartig. Informationen zur Spielwelt gibt es zwar immer noch, doch werden diese in der zweiten Volume nur sehr beiläufig eingespielt. So kann sich die nun viel stringentere Handlung auf die beiden Liebenden Kirito und Asuna konzentrieren. Es sind zwar keine sehr tiefgründigen Figuren, doch halte ich es für wichtig, dass die Beweggründe beider Charaktere etwas mehr in den Vordergrund gestellt werden. Die zwischenzeitliche Entwicklung weg von den Kämpfen und hin zu ruhigen Momente halte ich dabei für eine wichtige Entscheidung seitens der Produktion, da auf diesem Weg auch Unkundige einen deutlich besseren Einblick in die soziale Struktur von den berühmtberüchtigten Online-Rollenspiele erhalten können. Abgerundet wird der gelungene Anime mit zwei weiteren Bonusfolgen Sword Art Offline, wo die elementaren Szenen noch einmal von den Anime-Charakteren auf sehr witzige Art und Weise aufgearbeitet werden.

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Sword Art Online (Vol. 2)!

Review: Until Dawn

Until Dawn (1)Lange Zeit entwickelte sich das Survival-Horror-Spiel zu einem Überlebenskampf mit purer Waffengewalt. Nur wenige Spiele konzentrieren sich in dieser Zeit tatsächlich auf die Angst, die beim Spieler hervorgerufen werden soll. Until Dawn bereitet uns diese Angst durchweg.

Until Dawn (2)Until Dawn dreht sich um zehn Freunde, die sich mitten im Winter in den Wäldern und Bergen in einer Hütte einnisten, um eine unvergessliche Zeit zu erleben. Um sich die Zeit zu vertreiben, entschließen sie sich dazu, Hannah einen Streich zu spielen. Diese hegt nämlich romantische Gefühle für Mike und als sich dieser Hannah angeblich hingeben will, erschrecken sie Hannah und erniedrigen sie vor laufender Kamera. Sie flieht aus dem Haus hinein die die dunkle Nacht und den Schneesturm. In der Rolle von ihrer Schwester Beth folgen wir der armen Hannah, bemerken unheimliche Geräusche, erschrecken uns vor jedem Schatten und einem Mann mit einem Flammenwerfer. Wir finden zwar Beth, doch unser Schicksal scheint besiegelt. Wir stürzen gemeinsam mit unserer Schwester ab und sterben. Unsere Leichen sind allerdings unauffindbar, weshalb seit einem Jahr die polizeilichen Ermittlungen andauern. Um seinen beiden Schwestern zu gedenken, lädt Josh zwölf Monate später die sieben Freunde ein, die beim Verschwinden der beiden Mädchen dabei gewesen waren. In dieser Zeit hat sich viel verändert, denn Mike ist nicht mehr mit Emily zusammen. Während er mit Jessica flirtet, wird Emilys neuer Freund Matt ständig von ihr schikaniert. Chris hat hingegen immer noch nicht seinen Mut gefasst, um Ashley seine Liebe zu gestehen. Josh schaut sich das amüsiert an.

Gruselstimmung

Until Dawn (3)Freundschaft, Liebe und Vertrauen sind die zentralen Themen des Spiels. Greifbare Themen, die jeder von uns nachvollziehen kann. Obwohl das Spiel schon bald wie ein Teenie-Drama wirkt, kann Until Dawn glaubhaft seine Geschichte erzählen. Kurios sind hingegen die ganzen Einflüsse des Spiels, welche sich um einen entflohenen Massenmörder, einem Indianerfluch und gefährlichen Tieren drehen. Zwischen den zehn Kapiteln des Spiels wachen wir zudem immer mal wieder bei einem Psychiater auf, der eher den Begriff Psychopath verdient und von uns wissen will, vor was und in welchem Maße wir in dieser Welt eigentlich Angst haben. Lassen wir uns auf sein Spielchen ein, wirkt das Zusammentreffen der Freunde noch einmal um eine ganze Ecke gruseliger. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es in Until Dawn keine Schusswaffen – wir achten in der Dunkelheit auf jeden Schatten und jedes Geräusch. Hinter jeder Ecke könnte schließlich eine neue Bedrohung auf uns warten. In besonders gruseligen Momenten schaltet sich übrigens für wenige Sekunde unsere PlayStation-Kamera ein, die dann ein Video für uns aufnimmt, in dem dann zu sehen ist, wie wir uns vor einem Waschbär oder einer Krähe erschrecken. Aber auch wenn die Kamera nicht eingeschaltet ist, läuft uns jederzeit ein Schauer über den Rücken. Die Atmosphäre des Spiels ist hier sehr, sehr dicht.

Schmetterlingseffekt

Until Dawn (4)Until Dawn ist kein gewöhnliches Survival-Horror-Spiel, denn verkörpern wir hier nicht nur einen der Freunde, der innerhalb der zehn Stunden bis zur Morgendämmerung überleben soll, sondern gleich alle acht Charaktere. Abwechselnd spielen wir die Figuren, die entweder alleine oder im Duo die Hütte mitsamt ihrer Umgebung erkunden. Ziel des Spiels ist es, das möglichst viele Freunde überleben. Sollte jemand in dieser Nacht sterben, bleibt er tot. Jede Entscheidung, die wir mit den Charakteren treffen, verändert die Handlung mal mehr oder weniger stark. Der berühmtberüchtigte Schmetterlingseffekt, der (ausgedrückt in einer Metapher) besagt, dass ein Flügelschlag des Insekts hunderte Kilometer entfernt einen Tornado auslösen kann, wird in Until Dawn zur Lebensweisheit. Die kleinste Entscheidung kann den Ausgang der verschiedenen Handlungsstränge beeinflussen. Ein genaues Beispiel aus dem Videospiel möchten wir euch aus Spoiler-Gründen nicht verraten, aber stellt euch einmal vor, ihr wäret mit euren besten Freunden ebenfalls in solch einer Hütte während eines Schneesturms gefangen. Der Strom fällt aus und jemand muss den Generator aktivieren. Schickt ihr eure Freundin Anna in den Keller, wird sie sich zu Tode fürchten. Geht ihr selbst, werdet ihr zwar auch die Angst spüren, doch schließlich wird Anna euren Mut bewundern und sich in euch verlieben.

Quick-Time-Tode

Until Dawn (5)Je schneller die Charaktere den Tod erleiden, desto schneller endet das Spiel. Bei uns haben am Ende, weil wir zu ungeschickt, zu neugierig, zu unüberlegt und zu egoistisch gehandelt haben, nach circa sieben Spielstunden nur zwei Charaktere überlebt. Die Einmalspielzeit fällt zwar kurz aus, doch ist der Wiederspielwert enorm. Schließlich weiß man dann, wie man seine Fehlentscheidungen vermeidet, sodass jeder gerettet werden kann. Until Dawn fühlt sich stellenweise wie Heavy Rain an und verbindet es mit der beklemmenden Atmosphäre von The Evil Within. Trotzdem sollte man sich vor dem Kauf im Klaren darüber sein, dass der Titel viele (faire) Quick Time Events beinhaltet und das Erkunden der oft schlauchartigen Spielabschnitte auf ein Minimum reduziert ist. Immerhin finden wir abseits der Wege jede Menge Informationsmaterial, dass sich auch in der Form eines recht furchteinflößenden Videos immer mehr wie ein Mosaik zusammensetzt. Auf der technischen Seite ist Until Dawn ein sehr zweischneidiges Schwert. Die wunderschöne Optik mit einer meist butterweichen Bildwiederholungsrate beeindruckt uns gemeinsam mit der Soundkulisse. Dazu gesellen sich gute deutsche Sprecher, deren nicht lippensynchrone Soundfiles häufig blechern klingen. Fans von filmartigen Videospielen und des Survival-Horror-Genres müssen hier dennoch zugreifen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Bis wenige Wochen vor Release des Spiels habe ich von Until Dawn gar nichts gewusst. Erst die aggressive Werbekampagne im Fernsehen hat mich auf das Videospiel aufmerksam gemacht. Nach den ersten positiven Kritiken zu Until Dawn habe ich dann auch selbst Hand an das Spiel gelegt. Auch wenn die grundlegenden Gameplay-Mechaniken sich nur auf das Erkunden der Spielabschnitte, das Sammeln von Informationen und dem Ausführen von Quick Time Events beschränken, kann Until Dawn gerade mit seiner grandiosen Erzählweise diese Punkte ausgleichen. Zunächst erzählt das Spiel nur banale Geschichten über sämtliche Figuren, doch später fließen noch fingierte, psychotische, mythische und übernatürliche Elemente mit ein und es ist beeindruckend, wie Entwickler Supermassive Games es geschafft hat, diese Elemente miteinander zu verbinden, sodass die Handlung am Ende tatsächlich noch einen Sinn ergibt. Je länger man dazu Zeit mit den Freunden in den Bergen verbringt, desto mehr wachsen sie einem ans Herz. Genau hier spielt Until Dawn immer im richtigen Moment mit den Entscheidungen, die ich stellvertretend für die acht Charaktere treffen soll. Besonders in der zweiten Hälfte des Spiels könnte jede dieser Entscheidungen die letzte sein, welche der Charakter trifft. Wer gut überlegt und kombiniert, wird aber zumindest eine Person aus dem Albtraum befreien können – Until Dawn bleibt mit seinen Quick Time Events und Entscheidungsmöglichkeiten immer sehr fair und diesen Spagat hinzukriegen, ist wahrhaftig nicht leicht. Um den Charakteren etwas näher zu sein, habe ich das Spiel ebenfalls in einer Nacht durchgespielt – eine Nacht, die ich nicht so schnell vergessen werde.

Vielen Dank an Sony Computer Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Until Dawn!

Preview: Metal Gear Solid V: The Phantom Pain

Metal Gear Solid V - The Phantom Pain (1)Für viele Fans war es ein Schock zu erfahren, dass Entwicklerlegende Kojima Hideo und Publisher Konami künftig getrennte Wege gehen. Es war ein kaum überhörbarer Streit und man kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass beide Parteien nicht in Frieden auseinander gegangen sind.

Metal Gear Solid V - The Phantom Pain (2)Somit ist es gut möglich, dass Metal Gear Solid V: The Phantom Pain der letzte Teil der bekannten Serie sein wird. Jedoch möchten wir nicht Schwarzmalen und uns eine düstere Zukunft zusammen reimen, sondern den neuen Teil mit voller Vorfreude genauer unter die Lupe nehmen. Auf der Gamescom hatten wir die Möglichkeit hinter den Kulissen einen Spielabschnitt in Afghanistan anzuspielen und uns mit der Mechanik vertraut zu machen. Unsere Reise beginnt mitten in der Wüste, wo wir jedoch mit eigenem Pferd zumindest eine Transportmöglichkeit besitzen. Direkt fällt auf, dass die weitläufige Spielwelt eine hervorragende Weitsicht bietet. In der Mission ist es das Ziel, einen Gruppenanführer in seiner Basis auszuschalten. Die Spielsteuerrung unterscheidet sich dabei nicht wesentlich von Metal Gear Solid V: Ground Zeroes. Die einzige Neuerung, die bisher auffallen, ist, dass wir bewusstlose oder getötete Feinde sowie Gegenstände mit einer Art Heißluftballon in unsere Basis transportieren konnten. Dies dient der Möglichkeit unsere Basis auszubauen und uns gegen andere Spieler abzusichern. Das genaue Konzept wollten uns die Verantwortlichen vor Ort nicht verraten. Da aber bald der Release des Spiels erfolgt, wird es nicht mehr allzu lange dauern, bis diese Informationen endlich das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Auf jeden Fall sind die wenigen angedeuteten Fakten schon mal vielsprechend.

Offen präsentierte Spielwelt

Metal Gear Solid V - The Phantom Pain (3)Welchen Zielen wir in der offenen Spielwelt nachgehen, ist uns komplett frei überlassen. Wie bereits erwähnt wurde uns auf der Präsentation ein bestimmtes Ziel vorgegeben. Unsere Vorgehensweise – ob schleichen oder in Rambo-Manier alles niedermähen – können wir selber aussuchen und entscheiden uns somit für eine Mischung aus beidem. Während wir schleichend die ersten Gegner ausschalten, wurde gegen Ende die Zeit der Präsentation etwas knapp, so dass wir stürmend auf die Zielperson losgehen. Besonders auffallend ist dabei, dass unsere Gegner gar nicht mal so dumm agieren. Schleichend behalten wir stets die Kontrolle über das Schlachtfeld, müssen aber wesentlich mehr Zeit einplanen. Gehen wir jedoch aggressiv und offensiv vor, wird es um einiges knapper, da die Gegner mit hoher Präzision schießen und uns geschickt flankieren. Nicht mal eine Deckung nützt hier etwas, da dort sofort die Granaten fliegen oder Gegenstände aus Holz sich langsam unter Beschuss abnutzen. Da uns in der Präsentation nur wenig Zeit gegeben wurde, uns mit dem Spiel zu beschäftigen, können wir abschließend festhalten, dass uns von der Spielmechanik kaum etwas Neues in Erinnerung geblieben ist. Einzig und allein ein neues Bild von der offenen Spielwelt durften wir an diesem Tag verinnerlichen und müssen sagen, dass wir gerade auf diese mehr als gespannt sind – zum Glück steht der Release kurz bevor.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Leider muss ich gestehen, dass ich von einer Präsentation hinter verschlossenen Türen selbst auf der Gamescom mehr erwartet hätte. Den Unkenrufen zu trotz, freue ich mich gewaltig über das, was ich bisher gesehen habe. Ich denke, das Spiel hat eindeutig das Potenzial, ein ganz großer Knaller zu werden und auch Personen anzusprechen, die bisher nichts mit dem Franchise am Hut hatten. Die offene Spielwelt kann viele Möglichkeiten bieten, sofern diese auch richtig genutzt werden – denn genau da fehlten uns die Eindrücke und somit bleibt genau dieser Aspekt des Spiels weiterhin ein großes Geheimnis. Ich hoffe, dass die Saga rund um Snake ein würdiges Ende findet und sich vielleicht eines Tages Kojima Hideo und Konami wieder vertragen werden.

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Ich finde die Metal-Gear-Solid-Reihe wirklich großartig und obwohl ich nur wenige Berührungen mit der Serie hatte, freue ich mich auf den fünften Teil sehr. Die offene Spielwelt sagt mir zwar zu, doch bin ich noch etwas skeptisch, wie das Setting in Afghanistan und Co im Spiel umgesetzt wird. Da werde ich wohl abwarten müssen, zumal ich auch noch fast alle anderen Serienableger vorher verinnerlichen möchte. Ich finde es aber sehr dreist von Konami, Kojima Hideos Namen vom Cover des Spiels zu entfernen. Selbst wenn man nicht im Guten auseinandergeht, ist er immer noch der Kopf hinter dem Franchise und wenige Monate vor dem Release plump den Namen vom Cover zu entfernen, fühlt sich in etwa so an, als würde ein Kleinkind dem anderen zwei Bauklötze stehlen. Hoffen wir mal, dass die internen Meinungsverschiedenheiten dem Spiel nicht geschadet haben.

Vielen Dank an Konami für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation!

Review: Art Academy: Atelier

Art Academy Atelier (1)Fast schon jährlich schickt uns Nintendo seit 2009 auf die Kunstakademie. Was als Download-Software auf dem Nintendo DSi begann, mauserte sich ein Jahr später bereits zum Retail-Titel für den alten Nintendo DS. 2015 bekommt auch die Wii U ihr eigenes Spiel spendiert.

Art Academy Atelier (2)Die Art-Academy-Reihe hat in den letzten sechs Jahren eine stete Entwicklung durchgemacht. Zwar konnte uns bisher kein einziger Serienteil vollends überzeugen (und Art Academy: Atelier macht hierbei vorweg keine Ausnahme), doch haben die Entwickler zumindest immer am Spielkonzept gefeilt und es oft verbessert. Das Szenario ist dabei dasselbe wie damals auf dem alten Nintendo DS: Wir gehen bei Künstler Vincent in die Lehre. Dieser ist mit seinem mittlerweile ausgewachsenen Hund Bacon in die malerische Landschaft von England gezogen, wo wir in seinem Atelier diverse Werkzeuge und Kniffe des Malens und Zeichnens kennenlernen. Wenn wir die Vorgänger schon gespielt haben und somit nicht mehr ganz so vieles von ihm lernen können, dürfen wir uns direkt an der Leinwand austoben. Für all jene, die bisher noch nie Hand an einen Teil der Art-Academy-Reihe legen konnten, bieten sich die Einsteigerkurse an. Hier lernen wir die Grundlagen des Spiels kennen, erfahren wie wir unsere Motive formen, betonen und einfärben. Einfache Landschaften oder Stillleben, wie Tomaten oder Äpfel, die auf einem Tisch liegen, werden hier behandelt. Vincent geht mit uns Schritt für Schritt das Malerhandwerk durch und lässt auch keine Informationen offen, die richtige Künstler nicht beachten würden. Anfänger werden hier behutsam an die Hand genommen.

Werkzeuge eines Künstlers

Art Academy Atelier (3)Wer sich schon ein wenig mit dem Malen und Zeichnen auskennt, kann die Einsteigerkurse auch überspringen und direkt in die Fortgeschrittenenkurse einsteigen. Hier warten dann schon schwierigere Stillleben wie Katzen oder Büsten auf uns. Komplexe Landschaften sind ebenfalls Bestandteil dieser Kurse. Haben wir alles gelernt, was uns Meister Vincent beibringen kann, so dürfen wir uns in den Werkzeugkursen wahrhaftig austoben und unseren richtigen Umgang mit Bleistiften in verschiedenen Stärken, Buntstiften, Pastellkreide, Zeichenkohle, Wasserfarben und sogar unterschiedlichem Papier demonstrieren. Dadurch, dass das Wii U GamePad, über welches wir sämtliche Aktionen ausführen, den Bildschirm mit der bisher höchsten Auflösung bei Nintendo-Systemen bietet, können wir unsere Eingaben sehr viel genauer bestimmen, als noch bei den Vorgängern. Zusammen mit der Zoom-Funktion und dem Gitternetz, können wir sehr effektiv unsere Fortschritte erarbeiten. Während die Lektionen sowohl auf dem Bildschirm des Wii U GamePads, als auch auf dem Fernsehbildschirm von Vincent in unsynchronisierten Texten und Beispielen erklärt werden, findet das Zeichnen nur auf dem GamePad statt, während die Vorlage auf dem Fernsehbildschirm verbleibt. Das ist realistischer als noch auf den Handhelds, erfordert zugleich aber deutlich mehr Konzentration.

Präsentation der Kunstwerke

Art Academy Atelier (4)Haben wir erst einmal ein paar Kunstwerke auf die Leinwand gebannt, dürfen wir sie auch mit der Welt teilen. Entweder stellen wir sie in einer privaten Galerie aus, wo sich Familienmitglieder umsehen dürfen oder wir laden sie ins Miiverse hoch, wo andere Spieler unsere Bilder gar kommentieren können. Alternativ dürfen wir den Malvorgang in Videoform auch auf YouTube hochladen oder das Bild auf einer SD-Karte speichern und am PC ausdrucken. Leider liegen die Bilder in Dateiform maximal in einer Auflösung von 1024 mal 768 Bildpunkten vor. Wir hoffen sehr, dass Nintendo mittlerweile erkannt hat, dass die Wii U auch eine HD-Konsole ist und einfache Bilder in Full-HD-Auflösung ausgeben kann. Ansonsten können wir an der Technik des Spiels nur wenig bemängeln. Die mittellangen Ladezeiten fallen zwar gelegentlich nervig auf, stören das Gesamterlebnis aber kaum. Das Malen wird zudem vom bekannten ruhigen Soundtrack unterlegt, wodurch ein entspannendes Gefühl aufkommt. Das alte Problem bleibt mit Art Academy: Atelier dennoch bestehen. Zwar verkauft Nintendo den Titel als Lernspiel, doch ist und bleibt es eine Simulation. Man wird zwar viel übers Zeichnen in den gut strukturierten Lektionen lernen, doch ein Ersatz für Pinsel und Co ist der dürre Stylus sicherlich nicht. Hier verspricht Nintendo dem Kunden definitiv zu viel.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Als Nintendo im letzten Jahr Art Academy: SketchPad veröffentlicht hat, ging es mit dem Franchise ein wenig bergab. Für günstige vier Euro bot man Spielern zwar die Möglichkeit, das Miiverse mit deutlich schöneren Kunstwerken zu füllen, doch mehr Optionen wurden nicht geboten. Die Bildbearbeitungssoftware versprach immerhin Lektionen, doch die wurden bis zum heutigen Tage nicht veröffentlicht und ob diese noch nachgereicht werden, darf dank Art Academy: Atelier stark bezweifelt werden. Bis auf die originalen Ursprünge auf dem DSi habe ich zudem jeden Titel der Reihe gespielt und mehr oder weniger genutzt, um meine Skills zu verbessern. Die grundlegende Idee finde ich super und zwischenzeitlich ist die Art-Academy-Serie eine erholsame Alternative fernab von reaktionsfordernden Spielen. Es gibt wieder einmal viele Möglichkeiten, wie man Kunstwerke aufs Papier bannt und abermals wird die Kulisse sowohl mit Vincent und seinem Hund Bacon, als auch mit einem ruhigen Soundtrack wunderbar unterlegt. Vielleicht mag es an meinem bescheidenen Können liegen, aber wirkliches Malen und Zeichnen lerne ich mit der Simulation nur in der Theorie. Das Gefühl wird in die Praxis nicht übernommen, da haptische Merkmale niemals vollkommen übertragen werden können, wenn man alle Werkzeuge nur mit dem immer gleichen Stylus auf dem unveränderbaren Wii U GamePad nutzt. Nintendo sollte sich überlegen, wie sie den Titel nach außen hin verkaufen, auch wenn das Ziel der Software im Kern sehr, sehr löblich ist.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Art Academy: Atelier!

Review: Sword Art Online (Vol. 1)

Sword Art Online (Vol. 1) (1)Die Faszination von Online-Rollenspielen wie Final Fantasy XIV: A Realm Reborn hat sicherlich schon jeder Videospieler in irgendeiner Form entweder aktiv oder passiv miterlebt. Der Anime Sword Art Online macht aus dieser Faszination ein Spiel auf Leben und Tod.

Sword Art Online (Vol. 1) (2)Sword Art Online beginnt im November 2022 und zwar genau am Release-Tag des titelgebenden Online-Rollenspiels. Schon im Vorfeld ist Sword Art Online so beliebt, dass sich vor den Läden lange Schlangen bilden. Auf gerade einmal zehntausend Exemplare ist das Spiel limitiert, sodass nicht jeder das Glück hat, in die Spielwelt Aincrad eintauchen zu können. Protagonist Kirigaya Kazuto, der sich im Spiel Kirito nennt, ist einer der verhältnismäßig wenigen Auserwählen. Bereits am ersten Tag lernt er dort den Spieler Kurain kennen, der aber noch ein wenig unbeholfen wirkt. Zum Glück war Kazuto einer der Beta-Tester des Spiels, weshalb er dem unerfahrenen Kurain unter die Arme greifen kann. Als sich Kurain abends ausloggen will, bemerken die beiden, dass der Logout-Befehl im Hauptmenü gesperrt ist. Da das Spiel über das so genannte NerveGear, einem Virtual-Reality-Helm, gespielt wird, ist es ihnen nicht möglich, Aincrad zu verlassen. Schließlich werden alle Befehle des Gehirns nur an die Spielfigur und nicht an den Körper übertragen. Sollte eine dritte Person probieren, den Helm des Spielers abzunehmen, würde eine Strahlung freigesetzt werden, welche das Gehirn des Teilnehmers zerstört. Es gibt nur einen Weg, die Online-Welt Aincrad lebend zu verlassen – ein Spieler muss alle einhundert Ebenen des Spiels bezwingen. Ganz schön zeitaufwendig!

Atmosphärische Online-Spielwelt

Sword Art Online (Vol. 1) (3)In einer Episode erwähnt Kirito, dass er als Beta-Tester zwei Monate benötigte, um auf die achte Ebene vorzudringen. Nach einem Monat hat noch kein einziger Spieler es geschafft, die erste Ebene hinter sich zu lassen. In dieser Zeit sind zudem schon zweitausend Charaktere und somit zweitausend Spieler gestorben. Obwohl es zunächst so scheint, als würde der perfide Plan des Erfinders aufgehen, schließen sich schon bald die ersten Gruppen zusammen und es werden auch Gilden gegründet. Das Leben in der virtuellen Online-Welt verselbstständigt sich. Die Charaktere leben, handeln und kämpfen miteinander. Soziale Strukturen, die in der realen Welt große Strafen nach sich ziehen würden, sind in Aincrad in gewissen Maße erlaubt. Es bilden sich aber auch neue Freundschaften, die sogar in einer Heirat enden können. Geschieht dies, wird das Inventar der beiden Spieler verbunden. Anhand der Erklärungen lässt uns der Anime wunderbar in die Online-Welt eintauchen. Selbst wie Goldmünzen, Items und Erfahrungspunkte nach den Kämpfen aufgeteilt werden, wird in so mancher Situation debattiert – natürlich nachdem die Taktik, wie man den nächsten Bossgegner besiegt, erklärt wurde. Dazu gesellen sich gelegentlich angezeigte Icons und Effekte beim Tod eines Monsters oder Spielers, welche die virtuelle Struktur von Sword Art Online unterstreichen sollen. Genial!

Diskriminierte Beta-Tester

Sword Art Online (Vol. 1) (4)Vor dieser atmosphärischen Kulisse, die an allen Ecken und Enden wirklich spürbar ist, behandelt der Anime typische Klischees. Auf der einen Seite wird schon in der ersten Episode klargestellt, dass hinter hübschen Kriegerinnen auch fettleibige Spieler stecken können und auf der anderen Seite dürfen auch Schwertkämpfer von Damen gespielt werden. Unterschiede zwischen Einzelgängern und Gruppenspielern bleiben nicht unerwähnt. Des Weiteren werden neben Leben und Tod auch andere wichtige Themen wie Diskriminierung, die hier stellvertretend die ehemaligen Beta-Tester trifft, behandelt. Manchmal wirkt Sword Art Online in Bezug auf den Protagonisten Kirito sogar wie eine Selbstfindungsgeschichte. In den ersten sieben Episoden versucht er seinen Platz in der Spielwelt und im sozialen Gefüge zu finden. Genaueres wollen wir aus Spoiler-Gründen aber nicht verraten. Neben den ersten sieben Folgen liegen dem Anime auf Blu-ray Disc noch drei circa zehnminütige Bonusfolgen namens Sword Art Offline bei. Hier treten die Charaktere Kirito, Kurain, Asuna, Shirika und Rizubetto auf und kommentieren die Ereignisse des Anime in Form von Parodien. Die japanischen Synchronsprecher lassen uns hier herzhaft lachen. Dies ist auch bei Sword Art Online der Fall, denn sowohl die japanische, als auch die deutsche Synchronisation sind wirklich fantastisch.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Obwohl die erste Volume schon eine ganze Weile bei mir auf dem Schreibtisch in greifbarer Nähe lag, habe ich es aus diversen Gründen bis heute leider nicht geschafft, mir den Anime Sword Art Online anzuschauen. Mit den ersten sieben Episoden, die in der ersten Volume enthalten sind, habe ich das nun endlich ansatzweise nachgeholt. Wenn ich mich mit anderen Anime-Fans in den letzten Monaten unterhalten habe, wurde sehr oft Sword Art Online erwähnt und alleine das zeigt mir, dass der noch sehr junge Anime schon heute Kultstatus genießt. Sword Art Online verschwendet beim Auftakt der Serie gar keine Zeit mit einer Vorgeschichte und lässt mich bereits in der zweiten Minute in die Welt von Aincrad eintauchen. Die Regeln, die in Aincrad herrschen, werden der Reihe nach in den einzelnen Folgen immer mal wieder am Rande erläutert. Obwohl man jederzeit merkt, dass Kirito und Co in einer Online-Welt gefangen sind, wirken die Konsequenzen dennoch sehr real und genau das macht den Anime so spannend. Man fiebert jederzeit mit den Figuren mit, denn die Lieblingscharaktere könnten schließlich jederzeit sterben. Das einzige, was ich ein wenig kritisiere, ist die deutsche Synchronisation. Die Sprecher verrichten ihren Dienst wirklich hervorragend und können auch mit ihren japanischen Kollegen mithalten, doch manchmal werden wichtige Informationen und kulturelle Merkmale der japanischen Kultur unterschlagen. Das halte ich für sehr wichtig, da es sich bei den Spielern zumindest bisher um Japaner handelt und die Interaktionen somit etwas glaubhafter machen könnte – das ist aber nur Kritik auf hohem Niveau, denn sonst ist der Anime wirklich hervorragend.

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Sword Art Online (Vol. 1)!

Preview: Super Mario Maker

Super Mario Maker (1)Am 11. September 2015 wird für viele Super-Mario-Fans ein Traum in Erfüllung gehen, denn an diesem Tag veröffentlicht Nintendo Super Mario Maker in Europa. Wir haben den Level-Editor ausprobiert und verraten euch, auf welche Inhalte ihr euch einstellen dürft.

Super Mario Maker (2)Bereits im letzten Jahr hat Nintendo den Stand-Alone-Editor auf der Electronic Entertainment Expo in Los Angeles vorgestellt. Der Jubel war bei den Fans groß, die nun seit einem Jahr auf das kommende Wii-U-Highlight warten. Super Mario Maker verfügt zwar über einige Levels, von denen ein paar den Nintendo World Championships entspringen, doch handelt es sich bei dem Titel definitiv nicht um eine Sammlung von Levels, die von Nintendo entwickelt worden sind. Super Mario Maker legt wahrhaftig den Schwerpunkt auf das Erstellen eigener fantasievoller Levels, die wir ganz nach unseren Wünschen ausrichten können. Manche Videospieler haben schon als Kinder davon geträumt, solche Levels zu entwerfen. Anstatt diese Levels mit Bleistift oder Kugelschreiber auf Papier zu bannen, kann man dies nun wesentlich einfacher mit Stylus und Wii U GamePad hinbekommen – noch dazu muss die Fantasie nicht mitspielen, welche die reglosen Objekte auf dem Papier zum Leben erweckt, denn dies geschieht auf der Wii U ganz einfach auf Knopfdruck. Auf beiden Bildschirmen, sprich auf dem Fernseher und auf dem Bildschirm des Wii U GamePads, wird übrigens dasselbe Bild wiedergegeben. In der Praxis macht das Sinn, denn so kann man auf dem GamePad in Ruhe werkeln, während sich Schaulustige im Sofa zurücklehnen oder gar Verbesserungsvorschläge anmerken dürfen. Nett!

Intuitiver Editor

Super Mario Maker (3)Wer schon einmal mit Editoren wie einer der vielen Versionen des RPG Makers gearbeitet hat und sich damit nicht unbedingt zurechtfinden konnte, darf aufatmen. Der Super Mario Maker verlangt nicht, dass man sich in komplexes Wissen einarbeitet. Er lässt sich regelrecht intuitiv bedienen! Sowohl am oberen, als auch am unteren Bildschirmrand befinden sich selbsterklärende Anzeigen, über welche man Ebenen, Blöcke, Röhren und Gegner auswählt, die man mit dem Stylus dann platzieren darf. Zudem müssen wir das Level nicht abspeichern, um es auch ausprobieren zu können. Das funktioniert kinderleicht auf Knopfdruck, weshalb wir fließend zwischen Editor und Spiel wechseln können. Haben wir das Level, welches wir in den Stilen von Super Mario Bros., Super Mario Bros. 3, Super Mario World und New Super Mario Bros. U gestalten dürfen, einmal erfolgreich beendet, dürfen wir es ins Internet hochladen, wo es im Anschluss von tausenden anderen Spielern heruntergeladen werden kann. Entsprechend haben wir auch Zugriff auf tausende Levels, die von uns gespielt werden wollen. Publisher Nintendo bezeichnet dies als endloses Spielvergnügen und genau das wird es sicherlich auch sein. Am Ende hoffen wir aber, dass Super Mario Maker endlich eine sinnvolle Amiibo-Unterstützung bietet und man die Levels auch mit Freunden gemeinsam bestreiten kann. Notfalls per Update.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf der Vorführversion und gezeigtem Videomaterial): Nintendo gibt den Kunden mit Super Mario Maker ein sehr mächtiges Werkzeug in die Hand. In den letzten Jahren hat der japanische Konzern das Super-Mario-Franchise dermaßen ausgeschlachtet, dass Innovationen rar gesät waren. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Nintendo den Super Mario Maker entwickelt hat, um die vielen kreativen Ergebnisse zu sehen, die von den wahren Fans entworfen werden. Anhand dieser Ideen wird sich dann absehen können, welche Elemente Videospieler in Super-Mario-Titeln am ehesten mögen und auf welcher Basis die hauseigenen Entwickler noch weitere Ideen entwickeln dürfen. Wenn dem so ist, ist das ein feiner Deal, denn ganze Oberwelten oder gar komplette Spiele werden sich mit dem Super Mario Maker allen Anschein nach nicht entwickeln lassen, weshalb Nintendo sich sicher sein kann, dass auch weitere Spiele mit dem schnauzbärtigen Klempner gekauft werden.

Review: Nisekoi – Liebe, Lügen & Yakuza (Vol. 4)

Nisekoi - Liebe, Lügen & Yakuza (Vol. 4) (1)Nach fünfzehn Episoden voller Humor und Verwirrungen für die Protagonisten biegt Nisekoi – Liebe, Lügen & Yakuza mit der vierten und letzten Volume auf die Zielgerade ab. Obwohl sich die Geschichte von der Tragödie Romeo und Julia unterscheidet, ist die am Ende das Thema.

Nisekoi - Liebe, Lügen & Yakuza (Vol. 4) (2)Nach fünfzehn Episoden hat Nisekoi bei uns eine gewisse Erwartungshaltung aufgebaut. Der Anime folgt immerhin einem stringenten Handlungsfaden, der auf ein ganz bestimmtes Ziel hinausläuft. Zwei Menschen sollen sich ihre Liebe zueinander gestehen, doch bis dies passiert, ist es ein langer und steiniger Weg, zumal die Ausgangslage das Leben zweier Teenager völlig auf den Kopf stellt. Die Familien der beiden Protagonisten Ichijō Raku und Kirisaki Chitoge sind verfeindet und damit die Yakuza den Frieden aufrechterhalten, beschließen ihre Väter, dass die beiden fortan ein Liebespaar sind. Das Problem dabei ist, dass sich Chitoge und Raku eigentlich gar nicht ausstehen können. Raku ist nämlich in Onodera Kosaki verliebt, die ebenso für ihn schwärmt, aber zu schüchtern ist, sich ihm zu offenbaren – obwohl sie im Klaren darüber ist, dass die Beziehung zwischen Raku und Chitoge nur gespielt ist. Trotzdem ist sie von ihrem Ziel nicht abzubringen und lädt Raku zu Beginn der 16. Episode zu sich nach Hause ein. Unter dem Vorwand, dass er ihrer Mutter in deren Süßwarenladen aushelfen soll, willigt er selbstverständlich ein. Dabei vergessen die drei Charaktere, dass sich ein Taifun auf Japan zubewegt. Frau Onodera erkennt, dass es für Raku beim Taifun selbstverständlich viel zu gefährlich sei, um nach Hause zurückzukehren. Er soll bei Koseki übernachten.

Was sich liebt, das neckt sich

Nisekoi - Liebe, Lügen & Yakuza (Vol. 4) (3)Wie sich die beiden Verliebten dabei anstellen, wollen wir an dieser Stelle nicht vorwegnehmen. Eine Folge später entschließen sich die Freunde zu einem Strandausflug, den sie mit Faulenzen am Strand, Sandburgenbauen, Schwimmen, Grillen und Feuerwerk zwar zu einem besonderen Erlebnis machen, doch schon bald gibt es Ärger im Paradies, denn an einem Abend verkrachen sich Chitoge und Raku nach einem Gespräch am Strand so sehr, dass sie die ganzen Sommerferien über kein Wort mehr miteinander wechseln. Chitoge denkt, Raku würde sie hassen und Raku versteht absolut nicht, was in Chitoges Kopf vorgeht. Die beginnt nämlich langsam zu realisieren, welche Gefühle sie wirklich für Raku hat. Wie genau sich diese Gefühle im Anime zeigen, überlassen wir an dieser Stelle eurer Fantasie. Zu Beginn des neuen Schuljahres wird traditionell ein Sommerfest abgehalten, auf dem ein Theaterstück präsentiert werden soll. Diesmal soll es Rakus Klasse ausrichten und wie es der Zufall so will, werden er und Chitoge für die Hauptrollen vorgeschlagen. Bei dem Theaterstück handelt es sich im Übrigen um eine Umsetzung von Romeo und Julia. Dadurch, dass Chitoge immer noch sauer auf Raku ist, schlägt sie die Rolle allerdings aus und ermöglicht somit Koseki, in die Rolle der Julia zu schlüpfen, um ihrer großen Liebe so nah wie nur möglich zu kommen.

Romeo und Julia 2.0

Nisekoi - Liebe, Lügen & Yakuza (Vol. 4) (4)Die Theateraufführung auf dem Sommerfest ist auch der große Abschluss des Anime. Allerdings dürfte es klar sein, dass diese Version von Romeo und Julia sich ebenso von der Vorlage unterscheidet, wie der Anime von selbiger. Es verkörpern gleich mehrere Damen die Julia, die nicht auf ihren Schwarm verzichten wollen. Eine Kampfeinlage, bei der die Requisiten zu Bruch gehen, wird ebenfalls geboten. An der Stelle merkt man, dass der Humor nicht mehr in erster Linie gewollt ist, sondern außer Kontrolle gerät. Uns gefällt der Wandel zwar sehr gut, doch kommt er einige Episoden zu spät. Wir hoffen wirklich sehr, dass die erste Staffel in puncto Humor nur der Anfang war und man in der zweiten Staffel, die in Japan bis Mitte 2015 ausgestrahlt wurde, noch eine Schippe Witz drauflegt. Anhand dessen, dass der Manga noch bis heute nicht abgeschlossen ist und die zweite Staffel ebenfalls noch von Kazé Anime veröffentlicht wird, sollte man in Nisekoi nicht erwarten, eine allumfassende Lösung geboten zu bekommen. Die zwei elementaren Fragen werden in der ersten Staffel nämlich nicht beantwortet. Sie verlieren in den letzten Episoden sogar ein wenig an Stellenwert. Wem es also wichtig ist, Antworten auf seine Fragen zu erhalten, sollte vielleicht noch warten, ob sich dies mit der zweiten Staffel ändert. Handlung und Humor können bis hierhin dennoch überzeugen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nisekoi – Liebe, Lügen & Yakuza konnte mich nun zwanzig Episoden lang in seinen Bann ziehen. Der Anime hat eine sehr unterhaltsame Story, die zwar mit vielen Verwirrungen und Verwechslungen gespickt ist, aber gerade darin einen besonderen Reiz hat. Nach jeder Folge möchte ich wissen, wie die Geschichte um Raku, Chitoge und Koseki weitergeht. Langweilig wird das aufgrund ständig neuer Erkenntnisse absolut nicht. Ergänzt wird das mit einem typisch japanischen und sehr überzeichneten Humor, der auch in der deutschen Synchronisation fast nichts an seiner Faszination verloren hat. Hier gilt mein großes Lob den deutschen Synchronsprechern, die ihren Figuren glaubhaft Leben eingehaucht haben. Es sind greifbare Charaktere. Sicherlich ticken sie ein wenig als es lebendige Wesen tun würden. Das liegt aber vor allem daran, dass sehr viel Wert auf das Innenleben der Charaktere gelegt wird und somit Gedankengänge im Vordergrund stehen. Mich regt das dann auch immer auf, wenn zu viel nachgedacht, als überhaupt gehandelt wird. Ich hoffe sehr, dass sich das in der zweiten Staffel ein wenig ändern wird, denn lange kann die Story so (vortrefflich gut sie mir bisher für das Genre gefällt) nicht weitermachen. Kenner der Vorlage dürfen unbedenklich zugreifen, alle anderen sollten die Vor- und Nachteile abwägen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Nisekoi – Liebe, Lügen & Yakuza!

Review: Ghost in the Shell – Stand Alone Complex (Staffel 2)

Ghost in the Shell - Stand Alone Complex 2nd GIG (1)Die erste Staffel von Ghost in the Shell – Stand Alone Complex besteht in erster Linie aus abgeschlossenen Folgen, die sich vor allem mit kurzen Kriminalgeschichten befassen und uns in die Welt des Animes einführen. In der zweiten Staffel steigen wir gleich in die Story ein.

Ghost in the Shell - Stand Alone Complex 2nd GIG (2)Während die erste Staffel im Jahr 2030 angesiedelt ist und mit Rückblicken auch das vorherige Jahrzehnt einfängt, beschäftigt sich die zweite Staffel mit den Jahren 2031 und 2032, die in einigen Episoden aber auch Handlungen aus den drei Jahrzehnten davor aufgreift. Die beiden Staffeln unterscheiden sich vor allem in der Erzählweise. In der ersten Staffel wurde zum Beispiel großen Wert darauf gelegt, die einzelnen Aspekte des Universums zu erläutern und diese innerhalb von kurzen Kriminalgeschichten zu erklären. Die zweite Staffel verzichtet in der Regel darauf, denn der Rahmen wurde mit den 26 vorherigen Episoden gelegt und möchte nun mit neuen Inhalten gefüllt werden. Der fortlaufende Handlungsstrang in den letzten Folgen der ersten Staffel hat gezeigt, dass diese Erzählweise funktioniert und so wird in Staffel 2 gleich ein neuer Handlungsstrang aufgebaut. Dieser dreht sich um die Unabhängigen Elf, die mit ihren Idealen als terroristische Gruppierung bezeichnet werden können. Diese wollen auf die frisch gewählte Premierministerin Kayabuki Yōko einen Mordanschlag verüben, welcher von Sektion 9 in letzter Sekunde abgewehrt werden kann. Damit die Premierministerin nicht ein weiteres Mal Ziel eines solchen Anschlags wird, werden neue Akteure ins Spiel gebracht. Darunter befindet sich auch der durchtriebene Gōda Kazundo, der Sektion 9 übergestellt ist.

Folgen des Krieges

Ghost in the Shell - Stand Alone Complex 2nd GIG (3)Major Kusanagi Motoko gefällt die undurchschaubare Intervention von Gōda genauso wenig wie ihrem Vorgesetzten Chief Aramaki Daisuke. Während Gōda vordergründig mit Sektion 9 zusammenarbeiten will, verfolgt er im Hintergrund seine ganz eigenen Pläne. Im Verlauf der Ermittlung erkennt Kusanagi, dass sie einem weiteren Stand Alone Complex auf der Spur ist. Um der Handlung in der zweiten Staffel folgen zu können, muss man die fiktive Geschichte verstehen können. In der Vorgeschichte der Serie gab es sowohl einen dritten, als auch einen vierten Weltkrieg. Diese spielten sich unter anderem auf den japanischen Inseln und in Indochina, sprich Teilen Südostasiens, ab. Die Kriege führten dazu, dass Flüchtlinge in die umliegenden Länder geströmt sind. Als das nördlich gelegene China die Grenzen für Flüchtlinge geschlossen hat, flohen die Flüchtlinge auch nach Japan. Da Großstädte wie Tōkyō nicht mehr aufgebaut worden und stattdessen Mega-Metropolen wie Niihama entstanden sind, entschloss sich die Regierung dazu, eben dort Camps für Flüchtlinge zu errichten. Auf der Insel Dejima sind ebenfalls Flüchtlinge zu finden, aus denen der Terrorist Kuze Hideo hervorgeht und gemeinsam mit den Unabhängigen Elf einen souveränen Staat gründen will, da die Flüchtlinge wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden. Leider nimmt der Terrorismus überhand.

Parallelen zur Realität

Ghost in the Shell - Stand Alone Complex 2nd GIG (4)Ob und wie Kusanagi und ihr Team die Bedrohung, bei der sogar von Plutonium die Rede ist, abwenden können, verraten wir euch an dieser Stelle nicht. Dadurch, dass alle Episoden nun enger zusammenhängen, wird fast bis zur letzten Minute Spannung aufgebaut. Durch manche Rückblenden und durch die tiefere Einwebung von Nebencharakteren, kommen auch Figuren abseits von Kusanagi, Togusa und Batō zur Geltung. So hat auch der Charakter Ishikawa für den Ausgang der Handlung eine elementare Bedeutung. Wenn man die Anime-Serie aus dem Jahr 2015 betrachtet, so fallen einem zunächst die Parallelen zur europäischen Flüchtlingsproblematik auf. Geht man allerdings zeitlich in der Vergangenheit Japans zurück, so sind die Parallelen noch deutlicher. Beispielsweise wird in der Serie über den umstrittenen Artikel 9 der japanischen Verfassung gesprochen, der besagt, dass Japan darauf verzichtet, die Selbstverteidigungskräfte außerhalb der Landesgrenzen einzusetzen. Außerdem verläuft der Dialog zwischen Japan und den Vereinigten Staaten in Ghost in the Shell sehr schleppend, weshalb der Vertrag über gegenseitige Kooperation und Sicherheit zwischen Japan und den Vereinigten Staaten von 1960 ebenso Thema des Animes wird. Dieses Wissen wird für das Verständnis nicht vorausgesetzt, doch bereichert es die Atmosphäre in der zweiten Staffel enorm.

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem sich die erste Staffel sehr viel Zeit genommen hat, um mich in die Welt von Ghost in the Shell einzuführen und die einzelnen Elemente zu erläutern, gelingt es der zweiten Staffel von vornherein einen durchgehenden und fortlaufenden Handlungsstrang aufzubauen. Trotzdem werden nebenher noch ein paar kleine Details erläutert und auf die sowohl fiktive, als auch realitätsmögliche Politik Japans seriös eingegangen. Der Stil von Ghost in the Shell – Stand Alone Complex geht auch in der zweiten Staffel nicht verloren, denn die bereits bekannten Charaktere agieren gewohnt und führen ihr Leben wie bisher fort. Die Grundlage, die Shirō Masamune 1989 mit dem Manga gelegt hat, funktioniert im Anime aus dem Jahr 2004 auch heute noch. Es wird eine fiktive und beklemmende Welt gezeigt, die aber mit realen Problemen zu kämpfen hat, die im Verlauf der Story ausführlich behandelt werden. Wer die erste Staffel bereits mochte und kein Problem damit hat, dass die Details in den Hintergrund rücken und so mehr Platz für eine durchgehende Handlung lassen, kommt um die zweite Staffel nicht herum. Sie ist wirklich empfehlenswert!

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ghost in the Shell – Stand Alone Complex: 2nd GIG!

© 2002-2005 Shirow Masamune-Production I.G/KODANSHA (Abbildungen)

Review: The Garden of Sinners: Film 1-2

The Garden of Sinners Film 1-2 (1)Bereits 2011 erschien der Anime The Garden of Sinners hierzulande auf DVD. 2012 folgten dann auch die Blu-rays, doch zum Leid der Fans blieb es bei einer Gesamtausgabe in Form der Premium Box, in der die ersten sieben Filme mitsamt den Soundtracks enthalten waren.

The Garden of Sinners Film 1-2 (2)Mittlerweile sind zweieinhalb Jahre vergangen und endlich zeigt Kazé Anime Erbarmen mit den Fans, denn in insgesamt drei Volumes soll einer der besten Anime aller Zeiten endlich veröffentlicht werden. Ein Vorteil der vorliegenden Veröffentlichung ist zudem, dass die sieben in Deutschland erhältlichen Filme nicht einzeln, sondern zweimal im Doppelpack und einmal in einer dreifachen Filmausführung erscheinen. So müssen Nichtkenner nicht sehr lange auf die Fortsetzung der Reihe warten, da der Anime zu Beginn ohnehin nicht sonderlich zugänglich erscheint. So fällt es uns 2011 wie heute schwierig, die Handlung von The Garden of Sinners zu umschreiben, da die Filme in einer unchronologischen Reihenfolge spielen. Ein Makel, das wiederum für die Serie spricht. In Film 1: Thanatos erfahren wir nur wenig über die Protagonistin Ryōgi Shiki. Sie tritt als eine Art Medium auf, welche mit Geistern kommunizieren kann, diese aber wie eine Dämonentöterin jagt. Gemeinsam mit ihren Freunden Kokutō Mikiya und Aozaki Tōko untersucht sie die mysteriösen Mordfälle in der Fuji-Siedlung. In den Achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts erbaut, sollen die dortigen Gebäude seit Kurzem abgerissen werden. Gewöhnliche Mädchen, die keinerlei Gemeinsamkeiten oder Kontakt zueinander haben, springen hier Tag für den Tag von den Dächern der Gebäude in den Tod.

Dunkle Geheimnisse

The Garden of Sinners Film 1-2 (3)Für Shiki steht schnell fest, dass es sich dabei um keine selbstgewollten Suizide handeln kann und beginnt mit der Aufklärung. Wer jetzt nicht mehr gespoilert werden will, da wir jetzt auf den zweiten Film eingehen wollen, darf diesen Absatz in unserem Review getrost überspringen. Die Handlung von Film 2: Mordverdacht (Teil 1) spielt drei Jahre vor den Geschehnissen des ersten Films. Somit wird die Story aus dem Jahr 1998 ins Jahr 1995 verlegt. Hier erfahren wir, wie der noch junge Kokutō Mikiya die ebenfalls noch junge Ryōgi Shiki zunächst während einer Schneeschauer auf der Straße trifft und später auf der Oberschule kennenlernt. Obwohl die Freundschaft noch auf wackeligen Beinen steht, fangen die beiden an sich in gewisser Weise zu mögen, doch die Freundschaft wird alsbald durch eine Mordserie getrübt. Auf offener Straße werden fünf Menschen grausam getötet. Mikiyas Cousin arbeitet bei der örtlichen Polizei und soll die Morde aufklären. Von ihm erfährt er, dass wohl ein Schüler hinter der mysteriösen Mordserie steckt, da an einem Tatort das Emblem seiner Schule gefunden wurde. Außerdem soll sich der Täter am Ellbogen verletzt haben, was leider auch auf seine Freundin Shiki zutrifft. In Mikiya beginnen zugleich Zweifel und Optimismus zu wachsen. Je besser er Shiki kennenlernt, desto mehr erfährt er über ihr dunkles Geheimnis. Spannend!

Auftakt eines Meisterwerks

The Garden of Sinners Film 1-2 (4)Die ersten beiden The-Garden-of-Sinners-Filme sind kurz und geizen anfangs mit Informationen. Stellenweise fühlen sich die Filme dadurch in die Länge gezogen an, doch sollte jedem Zuschauer mit den späteren Filmen klar werden, warum die Story genau so erzählt wird. Als zeitgemäßer Anime sind die Filme im 16:9-Format aufgebaut und liegen in der Blu-ray-Fassung in HD vor. Allerdings befinden sich beide Filme auf demselben Niveau wie die letzte Blu-ray-Veröffentlichung, die wir vor zwei Jahren bereits kritisiert haben. Schlecht sehen die ersten beiden Filme dadurch immer noch nicht aus, denn die hypnotisierenden Lichteffekte, die Liebe zum Detail und die Charakteranimationen sind noch immer so schön anzusehen wie bereits Jahre zuvor. Schön gezeichnete Orte, wie der Bambuswald oder das Anwesen der Ryōgi werden mit den passenden Klängen unterlegt, was der Atmosphäre sehr zu Gute kommt. Sowohl die japanische, als auch die deutsche Synchronisation sind gelungen, da man sich auf bekannte Sprecher verlassen hat. So gibt es unter anderem ein Wiederhören mit der deutschen Sprecherin von Uma Thurman. Wer sich auf die japanische Synchronisation freut, muss jedoch mit deutschen Untertiteln leben. Diese lassen sich abermals nicht abschalten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nun sehe ich The Garden of Sinners mittlerweile zum dritten Mal und noch immer hat der Anime nichts an seiner Faszination verloren. Die Zeichnungen sind wundervoll animiert und mit paralysierenden Klängen unterlegt. Schade ist nur, dass die HD-Fassung der ersten beiden Filme in puncto Bildqualität nur auf höherem DVD-Niveau liegt. Das war zwar bereits bei der Premium Box so, doch glaube ich nicht, dass man im Land der aufgehenden Sonne die Bildqualität dieses Meisterwerks in den Anfängen nicht anpassen will. Die Hoffnung auf eine anständige Umsetzung des Bildmaterials rückt mit dieser Veröffentlichung in weite Ferne. Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt jedoch einen Anime zu spüren, der wirklich faszinieren kann. Die Handlung ist zwar schwer durchschaubar, doch setzen sich die Elemente aufgrund der unchronologischen Erzählung mit der Zeit vortrefflich zusammen und ergeben ein wirklich rundes Gesamtbild, das mich auch aufgrund des Soundtracks immer und immer wieder angucken will. The Garden of Sinners hat direkt einen Platz in meiner Liste der besten Anime aller Zeiten gefunden. Wer sich auf das Mystery-Genre und viele japanische Elemente einlässt, wird mit The Garden of Sinners wirklich seine wahre Freude finden. Ich kann die ersten beiden Filme als Einstieg nur empfehlen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Garden of Sinners: Film 1 – 2!

Review: Splatoon

Splatoon (1)Auf der Electronic Entertainment Expo 2014 hat Nintendo im Rahmen des Digital Events das Wii-U-Spiel Splatoon angekündigt. Das frische Franchise hat sich binnen der ersten Wochen mehr als eine Million mal verkauft. In unserem Review hinterfragen wir jedoch den Erfolg.

Splatoon (2)Obwohl Splatoon vor allem auf dem Online-Modus aufbaut, wollen wir zunächst einmal auf die (fast versteckte) Einzelspielerkampagne des Titels eingehen. Wenn wir uns auf der Plaza, dem Ausgangspunkt des Spiels, einmal genauer umsehen, entdecken wir den aus einem Gulli schauenden Kapitän Kuttelfisch. Folgen wir ihm, landen wir in einer Welt unter der Metropole, die ein wenig an Japans Hauptstadt Tōkyō erinnert. In dieser Welt schweben Plattformen umher und überall haben sich die gemeinen Oktarianer verschanzt, die es zu besiegen gilt. Die Oktarianer haben nämlich den großen Elektrowels vom Turm in der Stadt geklaut, sodass der Metropole langsam die Energie ausgeht, da der Elektrowels sie mit Strom versorgt. Wann wir die Kampagne jedoch angehen, ist vollkommen uns überlassen. Es gibt leider keinerlei negative Auswirkungen, wenn wir den Elektrowels gar nicht retten wollen. An dieser Stelle hätte Splatoon ruhig etwas großzügiger mit Belohnungen sein können. Trotzdem macht die Suche nach den vielen kleinen und dem einen großen Elektrowels jede Menge Laune. Wenn wir eine der Oktarianer-Luken aufgespürt haben, bespritzen wir sie mit Farbe, um das Level betreten zu können. Die verschiedenen Levels erinnern stark an die klassischen Spielabschnitte aus dem Gamecube-Klassiker Super Mario Sunshine, in denen viel Geschicklichkeit gefordert ist.

Humanoide Tintenfische

Splatoon (3)In Splatoon dreht sich jedoch bei Weitem nicht alles nur um Geschicklichkeit. Im Vordergrund steht Farbe, die Dreh- und Angelpunkt des Spiels ist. Damit können wir nicht nur Kisten zerstören und Gegner abschießen, sondern auch Teile der Spielwelt verändern. So können wir Ballons damit vollpumpen, welcher daraufhin platzt und den Radius um ihn herum in Farbe tränkt. Außerdem können wir kleine Schwämme mit Farbe volltanken, die daraufhin eine wesentlich größere Form annehmen. Wir können aber auch selbst den Boden und die Wände mit Farbe bespritzen, damit wir diese Oberflächen als taktische Elemente nutzen können. Unser Charakter ist nämlich ein so genannter Inkling, ein weiblicher oder männlicher humanoider Tintenfisch, der sich flugs in seine Tintenfischform verwandeln und so in der Farbe tauchen kann. Auf diesem Wege sind wir viel flotter, können zeitlich richtig abgestimmt große Sprünge vollführen und auf anderen Plattformen landen. Aufpassen sollten wir nur auf andere Farben, denn wenn wir damit in Berührung kommen, werden wir erst verlangsamt und können von den Oktarianern anschließend schnell ausgeschaltet werden. Zusätzlich warten in der Einzelspielerkampagne noch ein paar Bossgegner auf uns, die nur mit einer bestimmten Taktik besiegt werden können. Vor allem der herausfordernde Endboss hat es uns hier angetan.

Taktische Elemente

Splatoon (4)Jetzt müsst ihr euch diese taktischen Elemente des Spiels in Kombination mit dem Mehrspielermodus vorstellen. Hier treten zwei Teams, bestehend aus jeweils vier Inklingen, gegeneinander an. Ziel des Spiels ist es jedoch nicht, so viel Abschüsse wie möglich zu machen, sondern möglichst viele Quadratmeter des Schlachtfelds in der Team-Farbe einzufärben. Ist ein großer Bereich eingefärbt, heißt das aber noch lange nicht, dass einem der Sieg sicher ist. Der Gegner kann diesen Bereich nachträglich mit seiner Farbe übersprühen und so das Gleichgewicht wiederherstellen oder gar einen Vorteil für sich gewinnen. Es ist jedoch nicht zwangsweise jeder Spieler mit einer Pistole ausgerüstet. Je öfter man online gegen andere Teams antritt, desto mehr Punkte und Geld sammelt man. Mit Punkten steigen wir Stufen auf und schalten in den Läden neue Waffen und Ausrüstungsgegenstände frei. Unter den Waffen befinden sich zum einen die bereits erwähnten und zudem stark schadenverursachenden Pistolen und zum anderen Flinten mit höherer Reichweite, Scharfschützengewehre und Farbroller. Die Waffen bieten unterschiedliche Möglichkeiten, das Schlachtfeld in Farbe einzutunken. So ist es mit dem Farbroller wesentlich schneller möglich, einen Großteil der Böden des Schlachtfelds einzufärben, doch ist es so nicht möglich, Wände einzufärben, um sie taktisch zu nutzen.

Keine Renaissance

Splatoon (5)Das klingt nach dem Heiligen Gral, der eine Renaissance im allgemeinen Shooter-Genre einleiten könnte, welches seit Jahren quasi auf der Stelle tritt. Splatoon ist das aber bei Weitem nicht. Die grundlegenden Elemente des Spiels sind Nintendo wirklich gelungen, doch hapert es am Ende wieder einmal an der Umsetzung des Spiels. Zwar betritt Nintendo hier vermutlich internes Neuland, doch muss der Konzern lernen, allgemeine Standards zu akzeptieren, bevor man inkrementelle Innovationen anstrebt. Das liegt vor allem am grauenvollen Matchmaking-System des Spiels. Man wird von Anfang an direkt wahllos mit Spielern zusammengewürfelt, die bereits seit dutzenden Stunden Splatoon spielen. Sind gleich alle im Team neue oder noch unerfahrene Spieler, kommt es sehr häufig vor, dass diese vom Gegner sehr schnell und mit Leichtigkeit besiegt werden. Erst ab der zehnten Stufe wird der Revierkampf freigeschaltet, der das grundlegende Spielkonzept ein wenig aushebelt. Hier sollte zwar weiterhin die Umgebung eingefärbt werden, doch geht es in erster Linie darum, einen fahrbaren Turm zu kapern und in die gegnerische Basis damit einzudringen. Gelingt dies, erhält das feindliche Team keinerlei Punkte. Im Standardkampf ist es so, dass man für seine eigenen Bemühungen genau belohnt wird. Beide Bewertungssysteme sind nicht optimal und verbesserungswürdig.

Mangelhafter Online-Modus

Splatoon (6)Es darf zudem nicht unerwähnt bleiben, dass man die Waffe während einer laufenden Partie nicht wechseln kann. Somit ist es nicht möglich, dass wir uns auf eine veränderte Situation in keiner Weise einstellen können. Überlaufen uns beispielsweise die Gegner mit Farbrollern, während wir uns nur mit einem Scharfschützengewehr verteidigen können, haben wir absolut keine Chance, die Partie irgendwie zu gewinnen. Wenn wir mit denselben Mitspielern weiter Seite an Seite kämpfen wollen, müssen wir selbst nach der Partie unsere Waffe behalten. Hier hilft es nur, den Kampf nach der Partie abzubrechen und eine neue Waffe zu wählen, die dann in einem der beiden möglichen Schlachtfelder vielleicht sogar sehr suboptimal ausfällt. Nintendo hat auch an dieser Stelle geschlampt. So wählt der Konzern anscheinend tagesaktuell zwei Arenen pro Modus aus, die bestritten werden können. Warum man den Spielern selbst nicht die Wahl lässt, ist uns zweifelhaft. Bei Mario Kart 8 funktioniert das schließlich auch. Immerhin lassen sich alle Waffen und gar die Schlachtfelder abseits des eigentlichen Geschehens nach Lust und Laune testen, doch sind diese Tests oft nutzlos, da optional keine computergesteuerten Figuren ins Geschehen eingreifen, obwohl diese in der Einzelspielerkampagne auftreten. Splatoon bleibt eine gute Idee, die leider nicht sehr gut umgesetzt wurde.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Ich habe mich wirklich sehr auf Splatoon gefreut. Bereits im letzten Jahr konnte ich es auf der Gamescom 2014 anspielen. Die ersten Eindrücke waren durchweg positiv, doch habe ich in den letzten Monaten selbstverständlich erwartet, dass Nintendo noch wesentlich am Spiel schrauben wird. Das war anscheinend leider nicht der Fall. Mir gefällt zwar vor allem die Einzelspielerkampagne, doch fällt diese mit circa fünf bis sechs Stunden Spielzeit sehr kurz aus – trotz der vielen tollen Ideen, die wunderbar als Tutorial für den langwierigen Online-Modus dienen. Diese kurze Spielzeit ist zwar einer der negativen Standards des Genres, doch dem japanischen Unternehmen habe ich hier wesentlich mehr zugetraut. Dafür habe ich gehofft, dass mich Splatoon langfristig an die Wii U fesseln wird, da das Augenmerk vor allem auf dem Online-Modus liegt. Hier ist es zunächst ärgerlich, dass genau acht Mitspieler vorhanden sein müssen. Kleinere Teams sind nicht gestattet und computergesteuerte Mitspieler kommen ebenfalls nicht zum Zug. Der Online-Modus macht zudem auch nur bedingt Spaß, sofern es mal dazu kommt, dass die Teams ausgeglichen sind. Mich ärgert das schlechte Matchmaking sehr, welches noch dazu unterstützt wird, dass man sich mit seinen Mitspielern überhaupt nicht vernünftig absprechen kann. Das funktioniert höchstens, wenn ich mit Freunden spiele und auch nur, wenn ich eine weitere Peripherie mit Skype und Co benutze. Ebenso ärgert es mich, dass ich nicht während einer laufenden Partie (in geregelten Abständen wohlgemerkt) meine Waffe wechseln darf. So kann man sich unmöglich auf veränderte Begebenheiten einstellen. Neben dem Standard- und dem Rangkampf gibt es zudem keine weiteren Spielmodi. Nintendo war so motiviert, ein neues Franchise zu schaffen, dass wichtige Spiel-Elemente nicht beachtet worden sind. Zwar verspricht Nintendo sich in den nächsten Monaten um das Spiel zu kümmern und neue Inhalte regelmäßig nachzuliefern, doch zum jetzigen Zeitpunkt kann man Splatoon noch im Regal stehen lassen.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Splatoon!

Review: Selector Infected Wixoss (Vol. 1)

Selector Infected Wixoss (Vol. 1) (1)Anime, die auf Kartenspielen basieren oder diese thematisieren, sind schon ein alter Hut. Anders wie Yū-Gi-Ō nutzt Selector Infected Wixoss das Kartenspiel allerdings, um das Leben diverser Mädchen vorzustellen, die allesamt mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen haben.

Selector Infected Wixoss (Vol. 1) (2)Kominato Rūko ist ein Mädchen wie jedes andere. Das einzige, was sie von ihren Klassenkameradinnen unterscheidest, ist, dass sie keine Freunde hat. Sie geht mit diesem Sachverhalt sehr gut um und das weiß auch ihr Bruder Ayumu nur zu gut. Er hat für ihr Verhalten vollstes Verständnis. Die beiden leben jedoch bei ihrer Großmutter, die sich Sorgen um Rūko macht. Damit ihr Gemüt besänftigt wird, entscheidet sich Ayumu dazu, seiner kleinen Schwester ein besonderes Geschenk zu machen. Er schenkt ihr ein Starterdeck des titelgebenden Sammelkartenspiels Wixoss. Dieses ist bei beiden Geschlechtern sehr beliebt und Rūko erinnert sich sofort daran, dass ein paar Mädchen aus ihrer Klasse ebenfalls regelmäßig Wixoss spielen. Als sich Rūko ihr erstes Deck am Abend vor dem Schlafengehen anschaut, bemerkt sie jedoch eine ganz besondere Karte. Diese beginnt tatsächlich mit ihr zu sprechen, doch anscheinend ist es nur wenigen Menschen möglich, mit den Motiven auf solchen Karten zu kommunizieren. Ihre Großmutter vernimmt keine Stimme, die von der Karte ausgeht. Anders sieht es da schon mit Kurebayashi Yuzuki aus, welche am nächsten Tag in der Mensa auf Rūko aufmerksam wird. Es stellt sich im Gespräch zwischen den beiden heraus, dass man solch eine Karte als LRIG bezeichnet und der Besitzer nichts weiter als ein Selector, also ein Ausgewählter, ist.

Angst vor der Niederlage

Selector Infected Wixoss (Vol. 1) (3)Obwohl das Sammelkartenspiel von beiderlei Geschlechtern gespielt wird, werden im Anime bisher ausschließlich weibliche Spielerinnen charakterisiert. Jedes Mädchen kämpft mit einem anderen LRIG, um sich irgendwann einen geheimen Wunsch erfüllen zu können. Dieser Wunsch geht in Erfüllung, wenn man genügend Kämpfe gewonnen hat und ganz bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Welche das sind, verrät man in den ersten sechs Episoden nicht. Es wird jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man maximal zwei Kämpfe mit seinem LRIG verlieren darf. Verliert man den dritten Kampf, so verschwindet der LRIG und auch der Wunsch des Selectors wird nicht in Erfüllung gehen. Es kommt sogar noch schlimmer für den entsprechenden Kampfteilnehmer, doch aus Spoiler-Gründen wollen wir an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen. Wer darauf hofft, wie in bekannten Anime wie im eingangs erwähnten Yū-Gi-Ō ein komplexes Regelwerk beigebracht zu bekommen, irrt sich gewaltig. Die Regeln bleiben gewollt im Hintergrund. In den ersten sechs Episoden wird kaum ein Wort über sie verloren und die Kämpfe sind nur Mittel zum Zweck, damit die Persönlichkeiten der Charaktere an Bedeutung gewinnen. So erfahren wir in jeder Minute, wie es um die Verfassung der Teilnehmerinnen steht, welche Wünsche sie haben und wie sie mit dem Konflikt umgehen.

Psychische Belastung

Selector Infected Wixoss (Vol. 1) (4)Die Angst vor dem Versagen und was dann passiert, wird gleich zu Beginn der Serie mit einer tollen Videospielmetapher unterlegt. In Rūkos Nachbarschaft in der japanischen Metropole Tōkyō wird gerade ein neuer Wolkenkratzer errichtet, der senkrecht in die Höhe schießt. Im selben Moment sitzt Ayumu im Wohnzimmer und spielt auf seinem Handheld kein geringeres Puzzle-Spiel als Tetris, wo der lange Stein gerade vier Reihen auflöst. Eine geniale Idee, die im Anime immer und immer wieder in Form von Versagensängsten dargestellt wird. Während Rūko sich erst noch auf einen persönlichen Wunsch einstimmen muss und somit noch nicht unter Druck steht, ist es für ihre neuen Freundinnen und Feindinnen Yuzuki, Uemura Hitoe, Aoi Akira und Urazoe Iona eine ungeheure psychische Belastung. Das artet zuweilen auch in mehr oder minder leichten Zickenkriegen aus, die besonders männlichen Zuschauern auf die Nerven gehen können. Trotzdem macht der Anime in anderen Belangen vieles richtig. Er setzt sich vom Kartenspiel gewollt ab und betont viel lieber das Innenleben der Charaktere und wie sie nach außen damit umgehen. Dadurch, dass die Serie im (späten) Herbst spielt und somit Laub auf den Straßen liegt, diffuses Licht exzellent eingesetzt wird und die Stimmung allgemein düsterer wirkt, kann Selector Infected Wixoss in dieser Kategorie hervorragend punkten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Gerne und offen gebe ich zu, dass ich mit einer völlig falschen Erwartung an den Anime herangegangen bin. Ich habe Selector Infected Wixoss sofort als Yū-Gi-Ō-Alternative für das weibliche Publikum eingestuft. Damit liege ich, wie ich nach dem Ansehen der ersten sechs Episoden zugeben muss, weit daneben. Wixoss, das Sammelkartenspiel, wird nur als Mittel zum Zweck eingesetzt. Der Anime baut zwar auf dem Kartenspiel auf, dreht sich allerdings nicht nur um dieses. Vor allem möcht der Anime mich in das Innenleben der Charaktere einführen und mir vor Augen halten, welcher Druck auf den Figuren lastet und wie sie schließlich damit umgehen. Das geht sogar soweit, dass ich den Anime als leichte Kritik der japanischen Gesellschaft ansehe. Da passen auch hervorragend die jungen Mädchen ins Konzept, denn schließlich müssen japanische Schulkinder unglaublich viele Informationen auswendig lernen und spätestens bei der Aufnahmeprüfung an einer Universität wiedergeben können. Sie stehen unter einem hohen Leistungsdruck und genau das wird von den Selectors im Anime ebenfalls erwartet, da die Konsequenzen mitunter furchtbar sein können. Ich bin sehr gespannt darauf, wie man die Serie in der zweiten Volume fortsetzen möchte und welche kritischen Akzente man noch setzen kann.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Selector Infected Wixoss (Vol. 1)!