Review: Shi Ki (Band 6)

Shi Ki (Band 6)

Nun gesellen sich immer mehr Charaktere in die Riege der Untoten. Nachdem Ozaki auch an seiner Frau jene Symptome nachweisen konnte, die darauf hinweisen, dass sie regelmäßig von einem Okiagari heimgesucht wird, fasst er einen kühnen Entschluss. Dass seine Geliebte nicht mehr zu retten ist, damit kann er sich momentan abfinden, viel mehr pocht er darauf, ein frisches Exemplar eines dieser Wiedergänger in seiner Gewalt zu wissen. Dazu müsse sie aber erst einmal wiederauferstehen, was ja nicht bei allen Opfern selbstverständlich ist. Nachdem er seine Ehefrau abgeschrieben hat, dokumentiert er nun regelmäßig die Zustandsveränderungen dieser für die Nachwelt – gleichzeitig bemüht, den Tod vor dem restlichen Klinikpersonal geheimzuhalten. Während seiner Experimente macht er dabei einige faszinierende Entdeckungen, die nun endlich Hinweise darauf liefern, wo der Schwachpunkt dieser Kreaturen liegt. Wie noch nie zuvor sind die Handlungsweisen der Figuren unverkennbar prägnant für die Charaktereigenschaften. Das sehen wir im Besonderen an Ozaki, der seine medizinische Arbeit über seine eigenen Bedürfnisse, nicht zuletzt über seine Familie, hebt.

Im Namen der Wissenschaft

Den abrupten Tot seiner Ehefrau nimmt er relativ gelassen hin und sieht es als eine Möglichkeit, den Geheimnissen der Okiagari einen Schritt näher zu kommen. Diese doch sehr harsche und konsequenzreiche Tat verdeutlicht auch noch einmal in welcher verzweifelten und prekären Lage sich alle Dorfbewohner befinden. Nach dem einen oder anderen Tiefgang und Spannungsabbau in den vorherigen Bänden, zieht die Handlung nun wieder merklich an. Wie in keinem Band zuvor wird nun auch die Wechselwirkung zwischen dem wissenschaftlichen Ansatz diese Geheimnisse zu lösen – über die Medizin – und dem spirituellen sowie religiösen Einstellungen hervorgehoben. Dieser Kontrast wird direkt zwischen den beiden Figuren Ozaki und dem Priester Seishin ausgedrückt. Nun wird auch klar, dass die Thematiken, denen sich der Manga widmet, von Band zu Band wechseln und rhythmisch verschiedene Handlungsstränge aufgreifen. In diesem Band wird zum Beispiel die in der Villa ansässige Familie Kanemasa in keinem Ton erwähnt, obwohl sie sich schon längst als Kern des Übels enttarnt hat.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Wie eh und je brilliert diese Manga-Reihe durch ihre einzigartige stilistische Umsetzung des Genres Horrors in Verbindung mit dem abgeschlagenen ruhigen Setting. Dabei macht dieser Band keine Ausnahme, sondern kehrt zu alten Höhen zurück. Besonders gefällt mir die Gegenüberstellung von Wissenschaft und Religion. Dabei wird aber löblicherweise die religiöse Partei nicht direkt als gutgläubige Schwachköpfe dargestellt, wie ich anfangs vielleicht vermutet hätte. Denn auch ein Priester kann rational denken und vielseitige Ansichten sind in fast allen problematischen Situationen hilfreich. Ich bin gespannt darauf, in welche Richtung sich das Geschehen weiterentwickeln wird.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shi Ki (Band 6)!

Review: Dark Souls II

Dark Souls II (1)Besonders unerfahrenen und unwissenden Spielern will From Software mit ihren Dark-Souls-Spielen das Fürchten lernen. Auch wenn Dark Souls II zweifelsohne kein Zuckerschlecken ist – am schwersten erscheint es immer für die, die das Spiel noch nicht einmal angerührt haben.

Dark Souls II (8)Viel wurde schon im Vorfeld über Dark Souls II gemunkelt und Unsicherheit sowie Angst machte sich unter Fans breit. Nicht aber auf Grund der Aussicht auf ein weiteres grotesk schwieriges Abenteuer – im Gegenteil! Schließlich waren die Verkäufe des ersten Teils nur moderat, was durchaus an der fokussierten Zielgruppe liegen kann. Ein Easy-Mode und ein generell sozialerer Umgang mit dem Spieler würde sicherlich den einen oder anderen interessierten Kunden herbeilocken können. Damit würde aber die Dark-Souls-Reihe nicht nur ihre besonderen Erkennungsmerkmale verlieren, sondern direkt in eines dieser unzähligen Action-Rollenspiele formatiert werden. Das erkennen auch die Entwickler und gehen somit nur kleine Kompromisse ein, was die Zugänglichkeit für blutige Anfänger anbelangt. Das Spiel ist dennoch keinesfalls simpler gestrickt und das Abenteuer stößt besonders erfahrenen Dark-Souls-Spielern ganz bewusst mit einigen Mechaniken vor den Kopf. Erst recht wird ihnen nun endlich wieder eine gepfefferte und gesalzene Herausforderung geboten. Und die beginnt direkt nach dem Prolog des Spiels, der auch diesmal aus einem bewusst rudimentär gehaltenem Tutorial, in welchem wir die Grundlagen des Spiels erlernen, und der klassischen Charaktergestaltung, wo wir unseren Recken zusammenschustern, besteht.

Zugänglichkeit ist ungleich Leichtigkeit

Dark Souls II (7)Bei der Charaktersgestaltung können wir uns zwar zwischen einigen Klassen entscheiden, die die Spielweise jedoch aber nicht allzu sehr einschränken. Erst das Aufstufen mit Seelen formt unseren Charakter richtig, sodass einem Jäger immer noch das Schicksal eines Klerikers erwarten kann. Anmerken müssen wir dabei, dass Ausrüstungsgegenstände von allen Klassen getragen werden können, solange unser Charaktere nur die vorausgesetzten Attribute besitzt. Dazu prahlt Dark Souls II noch immer mit jenen komplexen Mechaniken und Möglichkeiten, um den eigenen Charakter zu entwickeln und zu gestalten. Über jene Dinge und noch einiges mehr, informieren uns nun zahlreiche Informationsboxen, in die wir jederzeit Einsicht nehmen darf. Die melancholischen wie mystischen Charaktere sind übrigens immer noch alle ein Rätsel für sich. Eine eindeutige Zunahme an Interaktionsmöglichkeiten in Dialogen und zielführenden Hilfestellungen können wir dennoch verzeichnen. Hier haben die Entwickler genau an der richtigen Stelle gefeilt, denn schließlich gibt es in einem Rollenspiel wirklich nichts unangenehmeres, als die teuren Erfahrungspunkte in Werte zu investieren, von denen niemand weiß, was sie bewirken. Im Spielkonzept von Dark Souls II wären Einschränkungen dieser Art ohnehin fehl am Platz, denn was auch immer in Dark Souls II passiert, passiert.

Erinnerungswürdige Orte

Dark Souls II (6)Das liegt daran, dass wie in Dark Souls das Spiel mit einer permanenten Autosave-Funktion ausgestattet ist und somit bleibt alles, was wir in der Fantasy-Welt Drangleic tun, Fortschritt. Das soll uns natürlich zum Mitdenken bewegen, denn egal ob einfallslose Investitionen oder moralisch verwerfliche Taten – nichts kann durch einen schnellen Ladevorgang behoben werden und im Endeffekt müssen wir so oder so wieder an einem der Leuchtfeuer starten. Das erste dieser Ruheorte befindet sich in Majula, einer stimmungsvollen Küstensiedlung, die gleichzeitig als Zentrum der Spielwelt Drangleic fungiert. In alle Richtungen können wir das arg heruntergekommene Königreich erkunden, wobei From Software dieses mal im Bezug auf das Spielwelt-Design einen anderen Weg eingeschlagen hat, als noch beim Vorgänger. Nun ist es uns schon von Beginn an erlaubt, das Schnellreisesystem per Leuchtfeuer zu benutzen. Das macht nur Sinn, denn im Gegensatz zu Lordran ist Drangleic kaum mehr eine in sich geschlossene und vernetzte Welt, die durch ihre Verschachtelung immer wieder neue Passagen und Abkürzungen zu schon besuchten Gebieten offenbart. Die Welt ist zwar immer noch genauso verbunden, doch von Majula führen nun in alle Himmelsrichtungen schlauchähnliche Level-Abschnitte in die neuen Gebiete.

Innerer Konflikt

Dark Souls II (5)Das verkürzt das zwar allseits verhasste Backtracking enorm, doch dafür kommt in uns aber nicht mehr dieses besondere heimelige Gefühl auf, das wir noch aus Lordran kennen. Im Gegenzug warten die Entwickler mit einem echt bizarren Konzept auf, das das grundlegende Gameplay doch um einiges auffrischt. Wir verkörpern einen Charakter, genauer gesagt einen Verfluchten, der nach wirklich jedem der unzähligen Ableben zehn Prozent seiner maximalen Lebensenergie verliert. Das kann soweit gehen, bis nur noch die Hälfte übrig bleibt, wodurch von Versuch zu Versuch unsere Chancen auf einen Sieg, bei einem Boss zum Beispiel, immer weiter gegen Null sinken. Gegenwirken können nur Menschenbilder, besonders anfangs sehr seltene Items, die den Fluch – bis zum nächsten Tod – aufheben. Dadurch entsteht ein immenser innerer Zwiespalt im Bezug auf den Gebrauch dieses Gegenstands. Würden wir in den nächsten Versuchen die Herausforderung nicht meistern, wäre alles umsonst gewesen. Was für schlimme Grausamkeiten uns schon hinter der nächsten Ecke erwarten, bleibt dabei dem Spiel vorbehalten. Schlimmer geht es jedenfalls immer, wie wir herausgefunden haben. Zu allem Überfluss verschwinden die ständig wiederkehrenden Gegner, nachdem wir sie ein knappes dutzend mal ihrer Seelen beraubt haben, zunächst permanent.

Déjà-vu

Dark Souls II (4)Das spart zwar deutlich Zeit, verhindert aber geplantes Aufstufen und begrenzt die Anzahl der einzusammelnden Seelen in Drangleic enorm. Es ist also ein ewig wiederkehrender Kreislauf der Verzweiflung, der nun sogar das einzig Sichere aus Dark Souls, das ewige virtuelle Ableben, in eine Tortur verwandelt. Im Vorgänger sind dafür eigentlich fast immer die Bossgegner verantwortlich, die dem Spiel als spielerische Höhepunkte und gleichzeitig motivatorische Tiefpunkte erhalten geblieben sind. Deswegen ist es umso schade, dass einige Boss-Designs förmlich direkt aus dem Vorgänger kopiert wurden. Einige Gegnertypen feiern wohl immer wieder ihr Comeback, aber schon in den ersten zwanzig Stunden Spielzeit sind diese Kopien etwas zu viel des Guten. Natürlich sind die Angriffsmuster ein wenig überarbeitet worden, doch Kenner werden sich direkt an alte Strategien erinnern, die auch hier wieder super klappen werden. Dagegen müssen wir aber sagen, dass die Anzahl der Bossgegner drastisch erhöht wurde – ein hoher Puls konstant am Limit ist also definitiv wieder garantiert. Gleich bleibt auch die Erzählweise, die schon seit jeher immer ein wenig anders gewesen ist, sowohl im Guten, als auch im Schlechten. Hier bietet Dark Souls II also eher gewohnte und standardisierte Kost, die wir so ähnlich schon mal erlebt haben.

Leidensgenossen

Dark Souls II (3)So erwarten uns prächtige und computergenerierte Animationen ungefähr nur alle fünf bis zehn Spielstunden, um dann beispielsweise einen großen Bossgegner oder ein neues Areal vorzustellen. Daneben hat auch unser verfluchter Charakter sowie die unfreundliche Umwelt nicht viel zu erzählen – jedenfalls nicht auf die herkömmliche Art. Dass die Spielwelt Drangleic ein sehr geschichtsträchtiger Ort ist und deren spärliche Bewohner auch schon einiges erlebt haben, lernen wir spätestens im Gespräch mit Nichtspielercharakteren, von Item-Beschreibungen und nicht zuletzt von den Umgebungen selbst. Ein großer Punkt steuert hier das gleichermaßen experimentelle wie auch nützliche Nachrichtenfeature bei. Seid ihr mit dem Internet verbunden, könnt ihr jederzeit eure Gedanken in Textform als einen leuchtenden Schriftzug in der Spielwelt manifestieren, sodass andere Spieler von eurem Wissen und Tipps profitieren. Aber Obacht, naive Zutraulichkeit kann nicht nur in der echten Welt fatale Auswirkungen haben, sondern euch auch in Drangleic in die Irre führen, denn noch immer finden viele Spieler ihren Spaß daran, uns bewusst in Fallen laufen zu lassen oder uns schäbigerweise mit der Aussicht auf einen geheimen Schatz in den nächsten Abgrund zu locken. Bei laufender Internetverbindung müssen wir also immer auf der Hut sein!

Technisch Irreführung

Dark Souls II (2)Da sich das Spiel primär durch sein Gameplay und andere Elemente, die nur das Medium Videospiele transportiert, definiert wird, ist es verständlich, dass den technischen Aspekten nicht die volle Aufmerksamkeit geschenkt werden konnte. Besonders schade ist das, da die Trailer sowie die ersten Gameplay-Videos noch ein ganz anderes Licht auf die grafische Seite geworfen haben – wovon nun (auf der Konsole) nicht mehr viel übrig geblieben ist. Natürlich sind höher aufgelöste Texturen und eine schönere Ausleuchtung der Umgebung immer wünschenswert und von einem Dark Souls in Next-Gen-Optik wollen wir jetzt gar nicht erst träumen, doch etwas mehr Fleiß hätten wir schon erwartet. Lieber aber besannen sich die Entwickler auf die Kernelemente ihres Spiels, dennoch hält Dark Souls II den einen oder anderen Hingucker parat. Spielerische Einschnitte wie die markanten Framerate-Einbrüche und nervige Verbindungsprobleme zum Internet gehören nun aber tatsächlich zur finsteren Geschichte der Vorgänger (Dark Souls und das PlayStation-3-exklusive Demon’s Souls). Super, dass auch der zweite Teil wider mit einem eher subtilen Soundtrack, der sich langsam in unser Gedächtnis einschleicht, auftrumpfen kann. Meist nur singuläre Einwürfe von Sounds schaffen es dennoch mit den großen und lauten Stücken aus Blockbuster-Titeln mitzuhalten.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der Xbox-360-Fassung): Der Nachfolger eines meiner absoluten Lieblingsspiele macht sowohl einige Zugeständnisse an die Fans, aber auch an die breite komfortable Masse. Natürlich hätte dem Spiel eine rundere Spielwelt sowie eine ansprechendere Technik gut getan, doch dafür sorgen schon die kleinsten Verbesserungen im Bezug aufs Spielprinzip zu potenzierten Qualitätssteigerungen. Daneben fehlt mir aber irgendwie die eine oder andere Neuerung, mit der sich das Spiel etwas vom Vorgänger abheben könnte. Das schafft die Fackel nicht, die schon im Vorhinein als vollwertiges Feature angekündigt wurde. Ohne dieser Lichtquelle seien manche Gebiete nicht zu erkunden gewesen – das erübrigte sich aber mit dem Downgrade der Grafik und dem einhergehenden Verlust der dynamischen Ausleuchtung der Spielwelt. Somit bleibt sie eine nette Möglichkeit mit der Spielwelt zu interagieren, aber sie besitzt keinen wirklich relevanten spielerischen Nutzen – jedenfalls hat sich ein solcher noch nicht herausgestellt. Fans des ersten melancholischen Abenteuers werden sich aber auch in Drangleic zuhause fühlen. Die Spielzeit, welche sich bei einem einmaligen durchschnittlichen Durchlauf auf gute fünfzig Stunden beläuft, erübrigt den Rest, um vollends von Dark Souls II absorbiert zu werden.

Vielen Dank an Bandai Namco für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dark Souls II!

Review: Tsumitsuki

TsumitsukiIn diesem Einzelband werden fünf Kurzgeschichten von Hiro Kiyohara zusammengefasst, die sich alle mit dem titelgebenden Konzept der mysteriösen Tsumitsuki befassen. Anfangs wissen wir darüber aber noch genauso wenig, wie die ahnungslosen Figuren in den Geschichten. Die erste dreht sich beispielsweise um das Mädchen Chinatsu, die nach einem Umzug in der Schule auf die verschlossene und etwas kuriose Mayu trifft. Da sie das Gefühl plagt, dass mit Mayu etwas nicht stimmt – sie vielleicht von anderen Mitschülern schikaniert wird – versucht sie ihr näher zu kommen, woran sie jedoch kläglich scheitert. Eher zufällig – so wie es scheint – kommt sie mit dem Jungen Kuroe in Kontakt, der ihr dann von dem Mythos der Tsumitsuki erzählt. Er, zusätzlich noch der Sohn eines Schreinpriesters, behauptet, Mayu sei von einem dieser Wesen befallen. Diese sind Sündenteufel, die sich in sündende Menschen, die von Schuldgefühlen geplagt werden, einnisten. Voraussetzung dazu ist natürlich, dass diese Personen selbst auch Schuld empfinden. Dieser Tsumitsuki zerfrisst diesen Menschen von innen, bis er sich selbst physische Präsenz beschafft hat. Im Idealfall werden sie aber von Tsumigami aufgehalten, die die Rolle des Erlösers einnehmen.

Wer Böses tut, den holt der Teufel

Alle fünf Geschichten besitzen als Wiederkehrende Thematik die Wechselwirkung zwischen den Tsumitsuki und den Tsumigami. Verbunden werden sie inhaltlich nur durch den besonderen Charakter Kuroe, mit dem es einiges auf sich hat, und den voranschreitenden Erfahrungen und Erkenntnissen des Lesers. In jedem Kapitel dreht es sich um eine neue Figur, meist Mädchen, das mit einem Tsumitsuki in Kontakt kommt. Das wirft ein ganz besonders Licht auf die kurzen Abschnitte, denn obwohl sie auch relativ autonom funktionieren, sollten sie doch in der vorgegebenen Reihenfolge gelesen werden. Am Ende jeder der düsteren Geschichten wartet ein Kniff, eine Art Auflösung, auf den die Seiten davor aufbauen. Bis dahin entwickeln sich alle Kapitel annähernd gleich. Starten wollen sie alle möglichst klassisch und unbedeutend, um auch mit möglichst vielen Alltagssituationen möglichst viele Parallelen zum echten Leben herzustellen. Das heißt auch, dass die Kapitel nicht immer erfreulich, mit einem gekünsteltem Happy End, enden müssen. Dazu gesellen sich die realistischen Zeichnungen vom Autor und Illustrator Hiro Kiyohara, den der eine oder andere von euch vielleicht schon für seine Arbeiten am Manga Another kennt.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der zweiten Auflage): Die sehr weltlichen Charaktere und der solide Zeichenstil transportiert die Fiktion erschreckend nahe an das echte Leben heran, auch wenn es sich dabei natürlich um ein japanisches Setting und deren Kultur handelt. Daraus entsteht der praktische düsterer Horror-Drama-Happen für Zwischendurch. Dass sich der Autor doch einige Gedanken gemacht hat, erkenne ich spätestens auf den letzen Seiten jedes Kapitels – auch wenn sich bis dahin beinahe alle Geschichten und Schicksale der Figuren stark ähneln. Dennoch ist solch eine Anthologie zu einem doch etwas anderem Thema immer einen Blick wert, denn davon gibt es besonders hierzulande keine große Auswahl. Am Rande sei noch angemerkt, dass auf dem rückseitigen Covertext der Begriff Tsumitsuki im Deutschen verwechselt oder zumindest in einem falschen Kontext verwendet wird. Das ändert natürlich nichts am Manga selbst, behindert aber den Leser beim Einordnen und Verstehen der doch sehr japanischen Begriffe, die besonders auf den ersten Seiten zum einen oder anderen Zurückblättern bewegen.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tsumitsuki!

Review: Liar Game (Band 6)

Liar Game (Band 6)Eine ausweglose Situation nach der anderen, wie sie noch nie eingetreten sind, stellt Akiyama vor neue Herausforderungen. Als Anführer des Südlands muss er immer noch dafür sorgen, dass dem Nordland aufgrund seiner genialen Pläne der Geldhahn zugedreht wird. Nach seinen Anweisungen werden somit die Geldmengen über die symbolischen Grenzen transportiert und gegnerische Geldkoffer beschlagnahmt. Weite Methoden, wie sie beim Zoll wohl üblich sind, werden auch hier in den staatlichen Mikrokosmos übernommen. So wird geschmuggelt, hinterhältig getrickst und nicht zuletzt bestochen. Zudem versucht Akiyama gegnerische Spieler auf seine Seite zu ziehen, um von dem einen oder andern Verbündeten in den feindlichen Reihen zu profitieren. Das ist leichter gesagt als getan, denn Yokoya, das strategische Genie des gegnerischen Teams, hält seine Teammitglieder mit seinem eisernen Griff unter seiner despotischen Kontrolle und würde bei Verrat oder dem Verdacht, dass sein System unterwandert wird, auf gar keinen Fall Erbarmen zeigen. Da fragt man sich tatsächlich auch, ob er vielleicht sogar selbst schon Spione ins Team des Nordlandes eingeschleust hat.

Immer ein Schritt voraus

Mit einem großen Knall geht dieses Kapitel zu Ende, doch zunächst werden aber auch wirklich alle Fragen beantwortet. Im Nachhinein hören sich die Erklärungen immer logischer und verständlicher an, als während dem Rätseln. Dieses Gesetz gilt auch hier. Irgendwo war natürlich klar, dass Akiyama nicht wirklich verlieren kann, aber hier interessieren eher die Mittel und Wege – und vor allem die befriedigenden Reaktionen Yokoyas nach seiner Niederlage, da der sich selbst für unschlagbar hielt. Mit seinen Psycho-Spielchen werden vom Autor Shinobu Kaitani die verwerflichsten Teile der Menschlichkeit in Schwarzweiß präsentiert, die weit über normalen Verrat, Vertrauensbruch oder Egoismus hinausgehen. Dahinter sitzt noch die stille Liar-Game-Verwaltung, die dieses soziale Experiment interessiert verfolgt und anscheinend selbst mitfiebert, wie sich die Ereignisse überschlagen. Zum Schluss wird es wie immer noch einmal richtig knapp, aber immerhin endet dieser Band geschlossen, sodass keine offene Fragen, dafür aber ein wohliges Gefühl der Zufriedenheit – welches eine gesunde Abwechslung bedeutet – zurückbleibt. Das wird aber sicherlich nicht lange so bleiben, denn der nächste Band erscheint bereits Anfang April 2014.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Die Dualität zwischen Akiyama und Yokoya unterhält auch im dritten Band dieses inhaltlichen Kapitels durchweg, besonders da nie ganz klar ist, wer momentan dem anderen wieder einen Schritt voraus ist. Was die genauen Hintergründe mit den ganzen Geldtransferaktionen angeht, da bin ich wegen der Komplexität schon längst ausgestiegen. Falls diese drei Bände allerdings am Stück gelesen werden, könnte sich dieser Eindruck natürlich ändern. Dennoch ist es toll, dass Shinobu Kaitani zuletzt für echte Knobler und Tüftler solche verworrenen Sachverhalte erläutert und in sein Werk einbringt. Letztendlich ging dieser Storystrang zu Ende, sodass wir wieder ohne viel Vorwissen, abgesehen von der grundlegenden übergreifenden Story natürlich, frisch ins neue Kapitel des Liar Games einsteigen können.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Liar Game (Band 6)!

Review: Shi Ki (Band 5)

Shi Ki (Band 5)Arzt Ozaki ist in einer Zwickmühle. Wir fragen, wie er die Menschen im Dorf Sotoba vor den gefährlichen Okiagari warnen soll, ohne dabei seine Glaubwürdigkeit völlig zu verspielen. Auch in solchen konservativ eingestellten und abgelegenen Landstrichen glauben nicht alle Leute direkt an das Übernatürliche. Ironischerweise ist sonst der einzige, der ihm glaubst, der hiesige Priester. Beide sind auch der Meinung, dass die frisch hinzugezogene Adelsfamilie Kanemasa ihre Finger im Spiel haben muss, wenn nicht sogar sie selbst die ersten Okiagari sind. Seltsamerweise kooperiert aber das Familienoberhaupt der Kanemasa-Familie mit dem Doktor und lässt sich auf eine körperliche Untersuchung ein, jedoch ohne irgendwelche Auffälligkeiten. Damit statuiert er ein Exempel, aber ob das Herz eines Okiagari wirklich nicht schlagen darf oder sie das Antlitz der Sonne tatsächlich meiden und ob diese Regeln für alle gelten, ersucht Ozaki zu beantworten. Es sind immerhin Fragen, welche generell das klassische Vampiertum in Frage stellen. Dabei hätte Autor Fuyumi Ono ihm ruhig etwas unter die Arme greifen dürfen.

Entschleunigung

Das schreiben wir deshalb, da auf tatsächliche Antworten der Arzt und damit auch der Leser, in der ersten Hälfe des Bandes nicht wirklich trifft. Ab der zweiten Hälfte fokussiert sich der Manga dann auf Natsuno Yuki, den wir schon aus den Bänden davor kennen. Auch er ist im Wissen über die Existenz dieser Kreaturen, erkennt in ihnen aber immer noch einen menschlichen Kern, besonders in seinem alten Freund. Obwohl er im Vorteil ist, könnte ihm diese Schwäche sehr schnell zum Verhängnis werden. Auf den über 190 Seiten bringt es die Story zwar kaum auf den Punkt, die stringenten Charaktere und vor allem Zeichner Ryu Fujisaki gleichen dies wieder aus: Zeichnerisch betreibt er wieder einmal seine berühmte Schwarzmalerei – natürlich im positiven Sinne. Der markante Stil mit starken Schwarzweiß-Kontrast wird nie alt, genauso wie weitere ungewohnte Inszenierungsmittel. Aus der Reihe fallen beispielsweise viele und dazu sehr detaillierte Nahaufnahmen von Gegenständen, die aber nie Brüche im Erzählfluss verursachen, ihm höchstens ein wenig an Geschwindigkeit nehmen und gelegentlich an westliche experimentelle Filme erinnern lassen.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Für mich ist dies der erste Band, dessen Inhalt mir arg gestreckt vorkommt. Irgendwie hätte die übermittelte Handlung auch auf halb so vielen Seiten Platz gefunden. Durch die offene Erzählweise, die zu keiner Zeit ein Blatt vor den Mund nehmen muss, wird dies aber mindestens wettgemacht. Dazu gesellen sich Charaktere, dessen Handlungshintergründe immer verständlich bleiben und nie aufgesetzt wirken. Besonders in unserer heutigen oft generischen Medienindustrie ist dies nur noch selten der Fall. Als Leser bekomme ich nie das Gefühl, mich über die doch auswirkungsreichen Entscheidungen der Figuren aufregen zu müssen – was stets ein gutes Zeichen ist. Da kann ich auch über die eine oder andere Lücke in der Handlung hinweggesehen.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shi Ki (Band 5)!

Review: Liar Game (Band 5)

Liar Game (Band 5)Ohne Umschweife wird der Team-Wettstreit fortgesetzt. Schwere Zeiten kommen auf das Süd- und Nordland, den beiden repräsentativen Teams, zu. Im Team des Südlands versuchen natürlich immer noch Nao und Akiyama den Kampf ums Finanzielle in dieser Runde des Liar Games für sich zu entscheiden – die ganze Sache verkompliziert sich aber, denn das Land wird symbolisch nicht nur vom Staatsbankrott, Spionage und einem Putsch, sondern auch von einem Bürgerkrieg überschattet. Glücklicherweise können die Zwiespältigkeiten, die innerhalb des Teams entstehen, ausgerechnet von der trotteligen, aber gutherzigen Nao geschlichtet werden, womit weder der Leser, noch die Schlausten und Gewieftesten im gegnerischen Team gerechnet hätten. So auch nicht Norihiko Yokoya, der sich als direkter Gegenspieler herauskristallisiert und durch seine markante Art, wie er seine Mitmenschen behandelt, auffällt. Seine Arroganz und Überheblichkeit kann er sich aber leisten, schließlich ist er der einzige, der es mit Akiyamas Intelligenz aufnehmen kann und damit ein Lichtblick am Himmel des gegnerischen Teams. In diesem Team herrscht somit seine eiserne Zwingherrschaft, der sich wohl oder übel jeder beugen muss.

Irrungen und Wirrungen

Obwohl Super-Genie Akiyama, auf dessen Intelligenz sich der Leser natürlich verlässt, dabei ist, heizt ihm der mysteriöse neue Gegenspieler ordentlich ein. Trotzdem behält er als einer der wenigen stets die Fassung und versucht seinem direktem Rivalen immer einen Schritt voraus zu sein. Was sich schon im Band zuvor ankündigte, tritt nun vollständig in Kraft. Der Kampf des Liar Games hebt sich immer mehr von der materiellen Ebene auf die psychologische, woran auch die Liar-Game-Verwaltung ihr Interesse kundtut. Sie fungiert sozusagen als ein über allen stehender Spielleiter, der die Teilnehmer und alle Entwicklungen des Spiels stets im Blick behält. Inwiefern die Daten, die sie aus diesem Experiment der besonderen Art extrahieren können, die enormen Geldmengen, welche sie dabei aufs Spiel setzten, aufwiegen können, bleibt noch ungeklärt. Fest steht aber, dass in diesem Spiel Nao noch eine ganz spezielle Rolle spielen wird – vielleicht auch genau deswegen, weil sie die einzige ohne gierigen und profitorientierten Hintergedanken ist. Denn aufnehmen mit den Intelligenz-Bestien Akiyama und Yokoya wird sie es natürlich niemals können.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas’ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Dies ist der erste Band, der direkt die Handlung aus dem Teil davor fortführt und die gleichen Mittel verwendet, um uns Leser zu beeindrucken. Das macht sich auch bei uns bemerkbar. Aber diese repetitiven Erscheinungen stehen natürlich gegenüber den hohen Erwartungen, die wir schon gegenüber der Manga-Reihe entwickelt haben – sie werden natürlich als höchst subjektiv empfunden. Vielleicht liegt es aber auch an den mathematischen Spielereien, denn in diesem Band werden mit besonders vielen Zahlen um sich geworfen. Zum Ende hin macht Autor Shinobu Kaitani jedenfalls Anstalten, dass dieses inhaltliche Kapitel im nächsten Band sein Finale finden wird.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Liar Game (Band 5)!

Review: Shi Ki (Band 4)

Shi Ki (Band 4)Im Dorfe Sotoba herrscht immer noch eine Art Krisenstimmung. Selbst die alteingesessenen und zudem konservativen Dörfler sind in Aufruhr, während Arzt Ozaki Stück für Stück den seltsamen Überwesen auf die Schliche kommt. Er gehört zu den wenigen, die über die Machenschaften der Okiagari, also den Wiederauferstandenen, Bescheid weiß. Die Handlung in diesem Band wird nun zum großen Teil auch aus Sicht dieser Wiedergänger beleuchtet, unter denen sich schon eine Menge bekannte Figuren gemischt haben. Denn sie sind in diesem Manga tatsächlich eine Art japanische Interpretation von westlichen Vampiren. Jedenfalls sind sie nur des Nachts aktiv, ernähren sich überwiegend von Blut und können nur durch ganz spezielle Methoden zur Strecke gebracht werden. Nicht zu vergessen: Gebissene Opfer können natürlich auch die Seite der Lebenden verlassen, falls ihnen nach mehrmaligen Begegnungen eine bestimmte Menge Blut entnommen wurde und sie somit anscheinend an einer unscheinbaren Anämie sterben. Die wissenschaftliche Komponente gerät trotz der direkten Enthüllung des Übernatürlichen nicht in den Hintergrund und die Wiedergänger bedienen sich niemals Klischees.

Blutdurst

Das liegt primär daran, dass die wirklichen Ziele hinter der Infizierung, von mehr und mehr Menschen, vollständig unbekannt sind. Sie haben zwar bösartige Absichten, aber behalten trotzdem noch ihre ursprünglichen, also menschlichen, Gefühle und Einstellungen. Solche Schwächen werden natürlich gerne ausgenutzt. Unser Hauptcharakter Natsuno ist von deren Existenz im Bilde, was den Okiagari natürlich sehr wohl missfällt. Obwohl er im Gegensatz zu den restlichen verschlafenen Dörflern einen Fetisch für Geister- und Vampirgeschichten hat und sich somit zu schützen weiß, wird er dennoch von ihnen attackiert. Sein Angreifer ist ausgerechnet auch noch sein ehemaliger bester Freund, der seine Loyalität bei den Wiedergängern auf die Probe stellen muss. Seine Entscheidung und die restlichen Handlungsteile verfliegen auf insgesamt 192 Seiten erneut wie im Flug und hinterlassen am Schluss das unsägliche Gefühl, erneut lange auf die Fortsetzung der Handlung warten zu müssen. Wie auch der letzte Band, endet dieser hier mit einem gemeinen Cliffhanger, den wir als Leser so sicherlich nicht erwartet hätten. Ihr dürft euch auf den letzten Seiten des vierten Bandes also auf etwas gefasst machen!

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Wie jeder Band war auch dieser wieder sehr spannend und unterhaltsam, durch die oberflächliche Enthüllung der Okiagari ging aber ein großer Teil der Furcht vor dem Unbekannten verloren. Sie spielte sich bis jetzt hauptsächlich im Kopf ab, war der Fantasie des Lesers ausgesetzt und wurde nur stark durch die krassen Zeichnungen – die immer noch die Geschehnisse hervorragend in Szene setzen – angeregt. In diesem Band gefiel mir aber besonders gut der Perspektivenwechsel und die damit einhergehende Abwechslung. Die mehr als nur zwielichtigen Okiagari scheinen sehr gut organisiert, der Grund liegt noch im Verborgenen und macht Lust auf mehr. Ich kann den fünften Band kaum mehr erwarten!

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shi Ki (Band 4)!

Review: Liar Game (Band 4)

Liar Game (Band 4)Die Gewinner der Trostrunde im letzten Band rücken automatisch in die nun schon dritte Runde der mysteriösen Liar-Game-Spiele vor. In dieser Runde kämpft nicht jeder eigenhändig um sein finanzielles Überleben, sondern in Form eines Team-Wettstreits der besonderen Art: Zwei Teams symbolisieren zwei Länder, das Nordland und das Südland, die als zwei getrennte Räumlichkeiten dargestellt werden. Verbunden sind sie nur durch einen Gang, dem Zollbereich. Beide Teams besitzen ein Startkapital von dreihundert Millionen Yen, das sich aber auf dem Territorium des jeweils anderen Landes befindet. Ziel dieses kostspieligen Spiels ist es, bis zur Ablauf der Zeit so viel Geld wie nur möglich per neutralen Koffern in die eigene Heimat zu schaffen. Dafür muss der sogenannte Schmuggler aber über den Zoll und vor allem am Zöllner, einer der Gegenspieler, vorbei. Um zu verhindern, dass das Geld das Land verlässt, darf ihn der Zöllner befragen und kann ihn anschließend passieren lassen, der Schmuggel war also erfolgreich, oder aber einen Zweifel äußern. Bei Zweifel wird der Koffer geprüft – liegt der Zöllner mit seiner Vermutung richtig, erhält er und damit sein Team den im Koffer liegenden Betrag. Ist der Koffer jedoch leer oder der Betrag niedriger als vermutet, muss im Gegenzug noch ein teurer Ausgleich gezahlt werden.

Wer wagt gewinnt

Gehirnakrobaten sowie Spieler mit einem guten Spürsinn sind in dieser Runde immer noch im Vorteil, aber gute Menschenkenntnisse sind nun wesentlich wichtiger. Gewinnen kann am Ende nur ein Team, die Geldbeträge werden aber den Spielern privat gutgeschrieben beziehungsweise angerechnet. Somit will natürlich kaum jemand etwas riskieren und schmuggelt lieber nur leere Koffer, die auf keinen Fall einen Verlust mit sich bringen. Dadurch scheitert natürlich das ganze ehemalig verfeindete Team, das nun gezwungen wird, zusammen zuarbeiten. Nao fühlt sich in dieser Runde wesentlich sicherer, denn auch Akiyama steht ihr schon von Anfang an im selben Team bei. Ob er aber diesmal wieder eine unfehlbare Methode finden wird, niemals den Kürzeren zu ziehen, erfährt der Leser auf 226 Seiten intensivierter Spannung, denn Autor Shinobu Kaitani hat sich auch für diesen Band wieder eine spannende Prämisse einfallen lassen. Die Zeichnungen sind im Kontrast dazu noch immer sehr zweckmäßig und präsentieren die Handlung direkt und simpel. Erfrischen hingegen wirken die neuen Mitspieler. Sprich neue Charaktere, die teilweise nicht auf den Kopf gefallen sind und sich als echte Konkurrenten für Akiyama herausstellen. Gut finden wir auch, dass die Liar-Game-Verwaltung langsam aber sicher ein Gesicht erhält und die Hintergründe des verrückten Spiels ans Licht kommen.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Das Liar Game entwickelt sich immer mehr zu einem Spiel, in dem es nicht nur darauf ankommt, die anderen so gemein es nur irgendwie möglich ist, hinters Licht zu führen. Im Team-Wettstreit werden im Kontrast dazu der Zusammenhalt und das Vertrauen untereinander auf eine harte Probe gestellt, um den sonst dominierenden Egoismus und die Feigheit zu brechen. Ich finde es auch immer wieder spaßig mit anzusehen, in wie vielen unterschiedlichen lebensnahen Situationen die Mathematik, im speziellen die Stochastik, sinnvoll eingesetzt werden kann. Der vierte Band ist der erste Manga der Reihe, der nicht in sich abgeschlossen ist und mit einem bösen Cliffhanger endet. Auch das ist sicherlich ein Zeichen dafür, dass ich mich auf nachfolgende handlungsreiche Entwicklungen gefasst machen muss.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Liar Game (Band 4)

Review: Shi Ki (Band 3)

Shi Ki (Band 3)Nachdem sich die Lage im sonst so ruhigen Bergdorf Sotoba nicht bessert, breitet sich langsam aber sicher Panik unter den verängstigten Bewohnern aus. Der einzige anwesende Arzt in dem rituell veranlagten Dörfchen Ozaki ist völlig überarbeitet und macht sich zu allem Überfluss auch noch selbst für die vielen Verstorbenen verantwortlich, dessen genaue Todesursache er immer noch nicht zu prognostizieren im Stande gewesen ist. Zudem zeichnet sich im Dorf ein seltsamer Trend ab: Viele Dörfler ziehen urplötzlich um – ohne Ankündigung! Dass das nicht nur an der normalen Landflucht liegen kann, folgert auch Ozaki, als er die merkwürdige Verbindung zwischen den Opfern bemerkt. Außerdem scheint jemand hinter seinem Rücken seine Arbeit zu manipulieren – jedenfalls verschwinden wichtige Unterlagen und die Totenscheine spurlos. Der Verzweiflung nahe, kann er sich dennoch wieder fangen, als der von Muroi, dem Priester, mit dem Konzept der Okiagari, sogenannte Wiedergänger, vertraut gemacht wird. Dass an dieser Sache etwas dran sein könnte, meint auch Natsuno Yuki, der sich immer noch von seinem verstorbenen Schwarm Megumi verfolgt fühlt. Er wird einfach den Gedanken nicht los, dass mit ihrem Tot irgendetwas nicht in Ordnung sein kann. Dieser Gedanke manifestiert sich zunehmend in seinem Kopf, aber auch in denen anderer Dörfler.

Geisterstunde

Öffentlich äußern will sich darüber natürlich niemand, schließlich will man nicht für dumm verkauft werden. Übernatürliche Phänomene in Form von Vampiren, Zombies oder Okiagari sind reiner Unfug, sowohl für uns, als auch für die Bewohner Sotobas – sollte man jedenfalls meinen! Natsuno will Gewissheit, aber die kann er sich nur verschaffen, indem er sich Zugang zu Megumis Grab verschafft. Davor schreckt er in einer schaurigen Nacht-und-Nebel-Aktion auch nicht zurück. Die Angst vor dem Unbekannten, die primär bis jetzt vom Autor Fuyumi Ono erzeugt wurde, gerät nun fast vollständig in den Hintergrund und tatsächliche Gegner, eben die Okiagari, manifestieren sich im Gegenzug. Der Auftakt des elfteiligen Horror-Trips ist sozusagen geschafft und der Hauptteil beginnt. Das erkennen wir auch daran, dass Fuyumi Ono in diesem Band noch unglimpflicher und lapidarer mit seinen Charakteren umgeht. Er verabschiedet sich sogar von Figuren, denen er im Band zuvor besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt hat und deren Handlungsstrang gerade anfing besonders interessant zu werden. Das verstärkt natürlich die beklemmende Atmosphäre und das tiefsitzende Gefühl einer trügerischen Sicherheit, die sich auch sehr ansehnlich im speziellen und verschroben undurchsichtigen Zeichenstil widerspiegelt.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas’ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Übernatürlich Ereignisse sind für die Bewohner Sotobas (selbst für den Priester) genauso unnormal wie für uns, sodass es mich besonders interessiert hat, wie beispielsweise ein Mann der Wissenschaft, wie Ozaki, mit dieser Enthüllung umgeht und was er tun wird, um sein Heimatdorf und seine Mitbewohner zu schützen. Endlich nimmt die Handlung an Fahrt auf und steuert einen spannenden Höhepunkt nach dem anderen an. Mit dem nächsten Band ist schon fast die Halbzeit erreicht, aber dennoch bin ich schon heiß darauf, wie es weitergeht. Schließlich besitzt der Autor genauso wenig Skrupel, wie die Okiagari, wenn es um seine Charaktere und Handlungsstränge geht, sodass ich mich als Leser wirklich noch auf alles gefasst machen muss.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shi Ki (Band 3)!

Special: Im Zeichen des Remakes

Remakes und Neuerscheinungen (1)Noch nie gab es so viele Remakes und Neuveröffentlichungen wie in unseren heutigen Tagen der Videospielgeschichte – die einen lieben sie und die einen hassen sie. Aber die Kontroverse über ihre Existenzberechtigung gab es schon immer.

Remakes und Neuerscheinungen (2)Auf den ersten Blick scheint es natürlich völlig offensichtlich, warum Publisher überhaupt erst Neuveröffentlichungen von bereits erschienenen Spielen anstreben. Schließlich bedeutet ein weiteres Spiel gleichzeitig auch neuen Umsatz, doch gibt es daneben noch einige weitere Gründe. Manche Firmen entscheiden sich erst ein Remake zu veröffentlichen, bevor sie ein Franchise fortsetzen wollen. Das im Jahr 2011 erschienene Star Fox 64 3D, basierend auf dem Nintendo-64-Klassiker, fällt unter diese Kategorie. Nach Nintendos eigener Aussage hängt es von den Verkaufszahlen der 3DS-Portierung ab, ob ein Nachfolger überhaupt erscheinen noch wird. Schließlich wünschen sich Fans schon lange etwas Neues in diese Richtung. Ähnlich sieht es derzeit mit der Neuauflage von DuckTales aus, welches erstmals 1989 für das Nintendo Entertainment System erschienen ist. Publisher Capcom kann es sich durchaus vorstellen, weitere Klassiker wiederzubeleben, wenn sich das Remake, welches unter anderem für Nintendo Wii U, Xbox 360 und PlayStation 3 erschienen ist, gut verkauft. Ein Remake fungiert sozusagen manchmal als Testobjekts eines Unternehmen, welches herausfinden will, ob eine bestimmte Videospielreihe unter heutigen Gesichtspunkten bei der Masse ankommt. Schließlich hat sich in den letzten 24 Jahren einiges im Videospielsektor getan!

Remakes – die besseren Originale

Remakes und Neuerscheinungen (3)Ein Vorteil sollte aber allen und allen voran dem jüngeren Publikum klar sein. Remakes machen es überhaupt erst möglich, relativ unkompliziert ältere Spiele nachzuholen, ohne sich um längst vergessene Konsolen zu kümmern. Die Anschaffung einer alten Konsole kann in einigen Fällen sehr teuer werden. Wer die Metal-Slug-Reihe nachholen möchte, zahlt für die  Neo-Geo-Module horrende Preise. Günstiger geht es mit der Spielesammlung für Nintendo Wii und der PlayStation 2. Neben der Ausstattung mit modernen und gängigen Features, wie die Einbindung von Erfolgen oder Social-Media-Inhalten, sind bei längst erschienenen Spielen natürlich auch eine Menge Bugs, Spielfehler, Balancing-Probleme und auch generelle Mängel am Spiel und Gameplay selbst bekannt geworden. Remakes haben hier die Möglichkeit, technische Mängel auszumerzen und sogar noch am Spiel selbst zu feilen. Die Mischung macht es aus, denn wird zu viel verändert, raubt man dem Spiel seinen Charme und verärgert Fans. Zudem würden die Entwickler unklug handeln, würde man freiwillig auf den Nostalgiebonus vieler Spiele verzichten. Fans sind technischen und grafischen Updates meist nicht abgeneigt. Tomb Raider hat in diesem Jahr bewiesen, wie man ein Spiel auf eine neue Stufe hievt – auch wenn sich der Gameplay-Fokus deutlich auf die Action verschoben hat.

Neu ist nicht immer besser

Remakes und Neuerscheinungen (4)Bevor aber groß Kritik geübt wird, sollte man natürlich wissen, was man überhaupt vor sich hat. Ein Remake ist nicht immer gleich ein Remake. Zwischen Remakes beziehungsweise Neuauflagen und HD-Remakes liegen genauso große Welten wie zwischen einer simplen Portierung und HD Collections. Die Industrie kennt viele Namen, um ihr Produkt passend zu umschreiben. Das ist aber noch nicht weiter schlimm, solange wenigstens das neue Spiel nicht schlechter ist, als das Original. Konami hat zum Beispiel mit der Silent Hill: HD Collection bewiesen, dass sie sogar die alt eingefleischten Horror-Fans doch noch einmal kalt erwischen können – aber sicherlich nicht so, wie sie es sich gewünscht hätten. Die zusammenfassende Neuauflagen vom zweiten und dritten Teil der Serie waren hoffnungslos verbugt, hatten eine Menge Steuerungs- und Soundprobleme und dazu noch eine Bildwiederholungsrate, bei der es sogar Gruselveteranen schauderte. Netterweise schob Konami ein verspätetes Update für die leidtragenden Fans hinterher, aber nur für die PlayStation-3-Version. Xbox-360-Spieler müssen noch bis heute in die Röhre gucken und hoffen, dass Konami Gnade walten lässt. Warum sich Konami hier so verhält, liegt sicherlich am finanziellen Interesse. Der Konzern agiert aber auch anders, denn mit der HD Collection von Metal Gear Solid ging es doch auch.

Remake-Raffinerie

Remakes und Neuerscheinungen (5)Die Arbeiten von Nintendo stechen dabei fast schon positiv heraus. Ihre Remakes sind den von anderen Videospielherstellern meistens erhaben. Das kann daran liegen, dass sie darin schon besonders geübt sind, aber nur wenige ihrer Neuauflagen sind bei den eigenen Fans unerwünscht. Die regelmäßigen Pokémon-Remakes sind genauso heiß begehrt wie die der ganz großen The-Legend-of-Zelda-Titel. Man möchte zwar meinen, dass Spiele im Cel-Shading-Grafikstil visuell langsamer altern, aber im Anbetracht der Tatsache, dass sich der GameCube damals miserabel verkauft hat, ist das Remake von The Legend of Zelda: The Wind Waker durchaus gerechtfertigt. Viele Spieler sind trotzdem noch der festen Meinung, dass doch gleich ein neues Spiel der Serie herausgebracht werden könnte, anstatt immer nur Remakes. Dabei wird natürlich vergessen, dass ein Remake wesentlich weniger Zeit und Ressourcen beansprucht, als ein komplett neues Spiel. Auf der anderen Seite können mache Spieler nicht verstehen, wieso einige Klassiker einfach nicht neu aufgelegt werden. Square Enix besitzt eine erstaunlich hohe Remake-Veröffentlichungsquote. Zu Final Fantasy VII oder VIII dürfen wir aber sicherlich noch einige Generationen warten, da eine Umsetzung auf heutigen Konsolen angeblich zu kostspielig sei. So wirklich glauben wollen wir das nicht.

Unvergessliche Remakes

videoimageBis dahin können und müssen die Hersteller die Fans mit anderen Remakes vertrösten, die wir euch zum Teil wirklich bedingungslos empfehlen können. Die Resident-Evil-Reihe wäre ein Paradebeispiel dafür. Bereits 2002 kündigte Capcom an, dass Resident Evil in Zukunft nur noch für Nintendo-Plattformen erscheinen soll – was daraus geworden ist, wissen wir heute nur zu gut. Trotzdem hat man die klassischen Resident-Evil-Teile von der PlayStation auf den Spielewürfel gut portiert. Im Falle des ersten Teils kann man auch von einem hervorragenden Remake sprechen. Man hat sich hier absolut nicht von den Wurzeln der Reihe entfernt und in Resident Evil noch immer das Spiel gefunden, welches man bereits kannte. Später wurde noch Resident Evil 4 vom Gamecube auf die Wii portiert und selbst Resident Evil und dessen chronologischer Vorgänger Resident Evil hat den Weg in der Form von Resident Evil: Archives auf die Wii gefunden. Sehr interessant ist auch Black Mesa, basierend auf dem Ego-Shooter-Meilenstein Half-Life. Darin dürfen wir uns diesmal in einer detailreicheren Anlage umschauen – und das auch noch kostenlos! Möchten manche Spieler Neuveröffentlichungen auch verschmähen – sie müssen sie ja nicht kaufen. Erspart bleiben sie uns sowieso nicht und wer gerne mal ein Spiel im frischen Gewand nachholen will, wird sich darüber freuen.

Geschrieben von Jonas Maier und ergänzt von Eric Ebelt

Review: The Legend of Zelda: The Wind Waker HD

Zelda The Wind Waker HD (1)Das erste The Legend of Zelda für die Wii U ist leider kein völlig neues Spiel. Dennoch dürfte The Legend of Zelda: The Wind Waker für viele Spieler ein frisches Erlebnis bieten. Das liegt primär an der damalige Plattform, dem Nintendo Gamecube, der sich nur zäh verkauft hat. Trotzdem Spiel dürfte das Spiel auch für Kenner mehr als nur eine Überlegung wert sein.

Zelda The Wind Waker HD (2)Wenige Spiele spalteten eine Fangemeinde so extrem, wie das 2002 in Japan veröffentlichte The Legend of Zelda: The Wind Waker. Schon beim bloßen Hinsehen wurde so manchem eingefleischten The-Legend-of-Zelda-Fan schwindelig – schließlich hatte man Link zuvor noch nie im Cel-Shading-Gewand gesehen. Konnten sie darüber noch hinwegsehen, stießen sie schon über das nächste Hindernis, nämlich den grundlegenden Änderungen am Design der Oberwelt, welche die verschiedenen Schauplätze miteinander verbindet. Diese besteht nur aus einem großen Meer! Auch bei der Story mussten sich Fans auf etwas anderes einstellen. Zwar bekämpft Link immer noch heroisch das sprichwörtliche Böse, aber Zelda wird in diesem Plot zur Ausnahme nicht von Anfang an zur Hauptfigur. Protagonist Link lebt auf der idyllischen Insel Präludien friedlich vor sich hin, bis eines Tages seine Schwester von einem mysteriösen Greifvogel entführt wird. Link kann das natürlich nicht auf sich sitzen lassen und setzt sofort Himmel und Erde in Bewegung, um seine Schwester Aril zu befreien. Dafür lässt er sich auch mit einer schatzsuchenden Piratenbande ein, dessen Anführerin Tetra ihn auch direkt, aber nicht ohne profitable Hintergedanken, auf ihr Schiff lässt, um dem Vogel zu folgen. Link nimmt schweren Herzens Abschied von seiner Heimat nehmen und hisst die Segel.

Auf dem Holzweg?

Zelda The Wind Waker HD (3)The Wind Waker ist bis jetzt der Teil der Serie, der sich am meisten durch seine Erlebnisse, Eindrücke und Erfahrungen abseits der Hauptquest definiert. Diese ist mit vergleichsweise wenigen Tempeln beziehungsweise Dungeons nicht sonderlich umfangreich und wird auch nicht unbedingt als Highlight deklariert. Der Kern des Spiels ist deswegen noch lange nicht so einfach zu fassen und erst recht nicht so schnell durchzuspielen, denn der besteht aus den unergründeten Weiten des Meeres mit seinen unzähligen Inseln, Schätzen und weiteren Geheimnissen, die auf ihre Erkundung beziehungsweise Entdeckung warten. Einige Spieler sprach diese Abweichung von einer der grundlegenden The-Legend-of-Zelda-Mechaniken überhaupt nicht an. Diese konnten sich nicht vom Sammeln oder Erforschen begeistern lassen, denn in diesem Punkt kommt kaum ein anderer Serienableger an The Wind Waker heran. Leider ist der Ozean mit weitaus mehr Schätzen gefüllt, als unsere Taschen Platz hätten. Obwohl in diese anfänglich schon fünfhundert Rubine passen, haben wir das Limit schnell erreicht – auch ohne unsere Umgebung besonders aufmerksam zu erkunden. Das fällt eigentlich in genau die Kategorie Fehler, die in einer Neuveröffentlichung ohne Weiteres ausgebessert werden hätte können. An anderen losen Enden wurde schließlich auch geschraubt.

Rauschende Winde

Zelda The Wind Waker HD (4)Der Spieler wird schon bald nach der ersten Bootsfahrt über den gesamten Ozean geschickt. Wie jedes Segelboot ist auch Links Boot vom Wind abhängig. Steht dieser einmal ungünstig, hilft der Taktstock des Windes weiter. Mit ihm lässt sich nämlich die Windrichtung frei justieren. Dieses Gameplay-Element findet sich zudem auch in einigen Rätseln wieder und mit der Zeit wächst Link mit immer neuen Melodien zu einem regelrechten Dirigenten heran. Musikinstrumente finden in fast jedem Zelda ihren Platz, in diesem wurden sie aber besonders gut implementiert. Das gilt auch für Links Waffenarsenal, das ihm nun auch zur See von Nutzen ist. Die klassischen Bomben werden Futter für die kleine Bordkanone und der Enterhaken wird als Bergungskran für versunkene Schätze zweckentfremdet. Das alles ändert aber nichts daran, dass das Meer sehr groß und Segelboote immer noch eher langsam sind. Diesem unangenehmen Umstand und vielleicht größten Kritikpunkt an dem ursprünglichen The Wind Waker, wurde Abhilfe geschaffen, denn nach ungefähr einem drittel der Spielzeit bekommen wir ein spezielles Segel, mit dem die Windkorrektur per Taktstock wegfällt. Zudem sind wir von fortan um einiges flotter unterwegs. Dieses Item ist aber optional und erfordert außerdem ein wenig Geduld, sodass wir es uns erst einmal verdienen müssen.

Link bleibt Link, Zelda bleibt Zelda

Zelda The Wind Waker HD (5)Steuern wir mit Link eine der unzähligen kleinen Inseln an und gehen an Land, können wir das tun, ohne von Ladezeiten unterbrochen zu werden. Mit festen Boden unter den Füßen steuert sich Link wie wir es von der Ursprungsfassung gewohnt sind. Die Kampfmechaniken aus The Legend of Zelda: Skyward Sword per Wii Motion Plus wurde nicht übernommen und Link schwingt sein Schwert klassisch per Knopfdruck. Bei einigen Items wie dem Bumerang oder dem Bogen wechselt das Geschehen in die Ego-Ansicht, um das Zielen zu erleichtern. Hier kommt optional der Gyrosensor des Gamepads zum Einsatz. Wer zuvor Skyward Sword gespielt hat, wird von Links Bewegungs- und Sprunggenauigkeit enttäuscht werden, denn diese stammen noch aus den Zeiten des Gamecubes. Weitere sinnvolle Einbindungen des Controllers suchen wird jedoch vergeblich. Nur der Touchscreen wird lediglich zum Item-Management und Kartenlesen verwendet. Letzteres ist in den Tempeln schon eine ziemliche Entlastung. Wie nicht anders von Nintendo erwartet, glänzen diese immer noch mit einem intelligentem Aufbau, tollem Design und jederzeit logischen Rätseln. Dasselbe gilt auch für die Bosse, die immer am Ende eines Dungeon-Komplex auf uns warten. Natürlich gibt es in diesen Punkten in jedem Teil Höhen und Tiefen – The Wind Waker ist dabei keine Ausnahme.

Bunte Technik

Zelda The Wind Waker HD (6)Erzählt wird die, für die Serie typische, kompakte Handlung, auch wenn Link selbst immer noch nichts zu erzählen hat, wie immer in Ingame-Zwischensequenzen. Stumm wie eh und je, muss er uns und den anderen Bewohnern der Spielwelt seine Emotionen und Gedankengänge per Gestik und Mimik verständlich machen. Hier brilliert der Cel-Shading-Grafikstil ganz besonders. Wie in richtigen Animes, Comics oder Mangas lässt sich Links momentane Gefühlslage sprichwörtlich vom Gesicht ablesen. In keinen anderen Serienableger ist er so vergleichsweise so ausdrucksstark. Dazu gesellen sich stets flüssige Charakteranimationen und die gestochen scharfe und ebenso knallbunte Texturen. Da fällt, dank dem Grafik-Stil, die niedrige Polygonanzahl aber kaum ins Gewicht. Ein weiteres Merkmal ist die Musik, denn einige der schönsten Stücke stammen aus diesem Teil der Reihe. Deswegen ist es umso mehr schade, dass Nintendo nachträglich keinen vollständig orchestrierten Soundtrack springen lassen wollte, aber die musikalische Untermalung im Hintergrund und die Soundeffekte wurden dennoch um einiges aufgebessert. Das ganze wird mit vernachlässigbaren kurzen bis nicht vorhandenen Ladezeiten abgerundet. Damit ist und bleibt The Legend of Zelda: The Wind Waker immer noch ein Spiel wie aus dem Bilderbuch – in zweierlei Hinsicht!

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der Wii-U-Fassung): Anfangs konnte mich dieser Teil der Reihe noch überhaupt nicht packen. Wie sich schnell herausstellte, lag das primär am zähen und linearen Einstieg, von dem aber fast alle Teile des Franchises geplagt sind. Sobald sich nämlich die freie und weite Welt öffnet, war ich wieder voll im The-Legend-of-Zelda-Fieber, denn schließlich ist es immer noch ein klassisches Action Adventure und ein klassischer Teil der Reihe, auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so scheinen mag. Im Grunde hatte ich also eine Menge Spaß mit diesem Spiel, auch wenn ich dadurch eine der nervigsten Eskortmissionen in einem Videospiel überhaupt durchleben musste, die sogar Dungeon-Ausmaße annimmt (Kenner werden wohl wissen, wovon ich rede). Dass Fahrzeuge in späteren Ablegern der Reihe auch noch präsent sind, zeigt, dass Nintendo damit wohl nicht alles falsch gemacht haben kann. Die HD-Version bietet ein wesentlich angenehmeres Erlebnis und das nicht nur, weil die langen Passagen, in denen ich mit Link und dem Roten Leuenkönig über das Meer schippere, der Verbreitung des Spiels weit voraus geeilt sind, einfach der Geschichte angehören.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Legend of Zelda: The Wind Waker HD!

Review: Liar Game (Band 3)

Liar Game (Band 3)In der zweiten Runde des Liar Game konnte Akiyama gerade noch den Sieg davontragen, musste sich dafür aber für die dritte Runde verpflichten. Nao, die das kostspielige Spiel zwar indirekt verloren hat und nur dank Akiyama von allen Lasten und Schulden des Liar Game befreit wurde, wird genau deswegen von Gewissensbissen geplagt und lässt sich wegen ihrer Gutmütigkeit in die Trostrunde des Liar Game hineinziehen. An dieser Runde können nur die Verlierer der vorhergegangenen Runde teilnehmen. Wir treffen also das erste mal in dieser Manga-Serie wieder auf mehrere altbekannte Charaktere. In dieser ganz besonderen Auseinandersetzung bekommt jeder Spieler zu Beginn wieder einhundert Millionen Yen in Form eines Schecks ausgehändigt. In der Trostrunde wird es aber nur einen Verlierer geben – wer das sein wird, das bestimmen die restlichen acht Teilnehmer in mehreren Abstimmungen. Anfangs wussten weder Nao noch die anderen so recht, was sie mit dem Geld diesmal anfangen sollen, aber schon bald wird den Teilnehmern klar, dass in dieser Runde die Stimmen mit Geld aufgewogen werden.

Nur eine Trostrunde

Nur die gewieftesten unter ihnen werden sich behaupten können. Nao tut sich mit ihrer gewissenhaften Einstellung natürlich besonders schwer, aber wie auch schon in vorherigen Bänden bewiesen, kann sich im Liar Game eine schier aussichtslose Situation innerhalb von Sekunden bessern, wenn nur der richtige Denkansatz verfolgt wird. Der Leser wird deswegen erneut überrascht sein, wie sich die Handlung im Endeffekt entwickelt. Ein wenig ähnelt die Spielstruktur der aus dem zweiten Band. Dieser war aber mit seiner Originalität und mit seiner intensiveren Erzählweise spannender und über diesen hier auf jeden Fall erhaben. Dafür punktet Band Nummer drei an anderen losen Enden. So treffen wir das erste Mal auf ältere Charaktere, sodass die Anzahl an fest etablierten Personen in diesem Universum gewachsen ist. Endlich wurde sich auch mehr Zeit für den Hauptcharakter Akiyama genommen, um seinem Profil mehr Tiefe zu geben. Zum Beispiel erfahren wir mehr über seine Vergangenheit, die seine aktuellen Taten begründen und für uns verständlicher machen.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): In die Trostrunde des Liar Game hat Schöpfer Shinobu Kaitani sicherlich nicht seine besten Ideen gesteckt. Einige Plot-Twists sind sicherlich nicht von schlechten Eltern und haben mich auch beeindruckt, aber trotzdem konnte sich nicht das Gefühl einstellen, dass ich das Ganze irgendwo schon einmal gesehen habe. Die zusätzlichen Abschnitte, in denen mehr Zeit für die Charakterentwicklung gesteckt wurde, entschädigen dies nur teilweise. Nun heißt es für uns deutsche Leser abwarten und hoffen, dass ab dem nächsten Band, wenn das Hauptspiel wieder seinen Lauf nimmt, wieder ursprüngliche Qualitäten erreicht werden können. Davon gehe ich in Anbetracht der ersten beiden Bände aber aus.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Liar Game (Band 3)!

Review: Shi Ki (Band 2)

Shi Ki (Band 2)Noch immer wird das kleine japanische Bergdorf Sotoba von der mysteriösen Epidemie heimgesucht, die Woche um Woche neue Todesopfer fordert. Auch als die mehrfachen vollständigen Untersuchungen der Verstorbenen keine neuen Ergebnisse zu Tage bringen konnten, will der Dorfarzt Ozaki nicht in Betracht ziehen, dass die Vorfälle möglicherweise doch übernatürliche Hintergründe besitzen. Er geht immer noch von einer Krankheit aus, die in Folge einer Anämie ausbricht. Dies und weitere medizinische Prozesse und Prognosen stellt er dem Leser gerne sehr ausführlich vor. Dass da natürlich nicht jeder vollständig durchblickt, war auch dem Autor Fuyumi Ono klar, denn medizinische Fachbegriffe und Vorgänge werden nicht selten mit Infokästen und Anmerkungen verständlicher. Das ändert aber nichts an der aussichtslosen Lage im Dorf, bis ausgerechnet Seishin Muroi, der junge Prister vom ansässigen Schrein, urplötzlich eine logische Verbindung zwischen den Todesfällen entdeckt. Was diese seltsame Enthüllung allerdings zu bedeuten hat, konnte nicht bis zum Ende des Bandes festgestellt werden, weswegen wir schon auf den weiteren Verlauf der Handlung gespannt sind.

Ein Dorf voll Chraraktere

Obwohl das Dorf relativ klein ist, hantiert Autor Fuyumi Ono mit mehr Figuren, als wir es von Medien dieser Art gewohnt sind. Viele Charaktere werden deswegen zum besseren Verständnis bei ihrem Erscheinen mit Info-Texten versehen. Zusätzlich befindet sich auf der letzten Seite des Mangas eine Übersicht in Form der Dörfler-Akte, die nochmal alle Personen samt Erläuterungen auflistet. Der Teenager und eigentlich Hauptcharakter Natsuno Yuki, der erst kürzlich mit seinen Eltern in das kleine Dorf gezogen ist, wurde im Angesicht des Wirbels um die vielen Toten etwas in den Hintergrund verdrängt, wodurch dafür auf den insgesamt 192 Seiten mehr Platz für die Weiterentwicklung anderer Figuren bleibt. Die teils echt bizarren Bildperspektiven, entworfen vom Zeichner Ryu Fujisaki, tragen ihren Teil zu den schaurigen Geschehnissen im Dorf bei. Obwohl in schwarzweiß gezeichnet (wobei die schwarze Farbe eindeutig im Vordergrund steht), lassen sich in den Bildern eine Menge feine Details erkennen. Der zweite Band wird dem Genre Horror allemal gerecht, auch wenn er nicht direkt auf Gewaltdarstellungen, wie sie im ersten Band vorhanden waren, zurückgreifen muss. Das ändert aber nichts daran, dass der Manga erst an 16-jährige empfohlen wird.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Der zweite Band lässt ungeduldige Leser noch ein wenig zappeln, denn die Horror-Geschichte bringt er nur marginal voran. Lieber wird sich Zeit genommen, sich erneut um die Etablierung der Persönlichkeiten zu kümmern und das Dörflerleben einzufangen. Ich finde es toll, wie trotz der hohen Figuren-Anzahl, die auch gut in das realistische Bild des Dorfs passen, der Leser immer noch den Überblick mittels der Akte im hinteren Teil des Mangas behalten kann. Im Aktuellen Band kommen zum Beispiel einige seltsame Figuren aus dem ersten Band, die nur darauf warten, eine wichtige Rolle in der Story einzunehmen, gar nicht oder kaum vor. Wem das nicht passen sollte, der wird sich dafür zumindest von den visuellen Inhalten auf jeden Fall gut unterhalten fühlen, denn selbst ohne Sprechblasen würde es immer noch spaßig sein, sich den kleinen Kunstwerken, die sich in dem Manga verstecken, zu ergeben.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shi Ki (Band 2)!

Special: Das Xbox-One-Debakel

Microsoft Special (1)

Seit der ersten Ankündigung hat sich Microsoft mit der Xbox One nur wenige Freunde unter den Gamern machen können – dafür aber umso mehr bei Unternehmen wie großen Publishern.

Microsoft Special (2)

Der Konsolenkampf der nachfolgenden Generation darf sich ohne Zurückhaltung eindeutig zu einen der größten überhaupt zählen. Nicht nur, weil Videospiele derzeit so verbreitet sind wie noch nie zuvor. Wir Spieler warten nun schon sicherlich seit über fünf Jahren auf neue Konsolen, die mit brandneuer Technik und neuen Innovationen von Spiele-Entwicklern für sich werben wollen. Zudem ist das Internet zu der wichtigsten Kommunikations- und Informationsplattform geworden, die es Spielern und Unternehmen erlauben, Neuigkeiten in Sekunden um den Globus zu jagen. Somit waren alle Parteien bis aufs Äußerste gespannt, als die ersten Ankündigungen der Konsolenhersteller anrollten. Den ersten Schritt unternahm Sony und präsentierte uns auf ihrer Konferenz zwar noch nicht die Konsole selbst, aber zumindest schon mal alles andere drum herum. Microsoft hatte nun einige Monate Vorsprung, um aus den Fehlern des Vorgängers zu lernen. So zeigten sie mitunter gleich die Konsole – im Ausgleich aber auch eine Vielzahl deren Features, auf die die versammelte Videospiel-Presse aus aller Welt sicherlich hätte verzichten können. So will Microsoft zum Beispiel mit neuartigen TV-Funktionen, die vor allem mit Hilfe von Kinect erweitert werden sollen, die Videospielkonsole mit gewöhnlichen TV-Receivern konkurrenzfähig zu machen.

Sport, TV und Sport im TV

Microsoft Special (3)

Daneben versucht der Konzern seine anscheinend neu entdeckte Liebe zum digitalen Sport besonders vordergründig auszudrücken. Dank einer umfangreiche Partnerschaft mit Electronic Arts und einigen konsoleninternen Features werden Spieler mit live ausgetragenen Sportpartien interagieren können, womit Microsoft den Kreis der Sport- und TV-Funktionen schließt. Das Ganze nahm während der Präsentation Überhand, was zumindest hierzulande und in weiteren Territorien abseits Nordamerikas auf nur wenig Begeisterung gestoßen ist. Nicht, weil wir Europäer besonders unsportlich wären, aber für uns werden diese Spielereien, wenn überhaupt, erst wesentlich später zugängig gemacht. Die ersten Informationen von Microsoft, bezüglich des ab Herbst international vertriebenen Produkts, bezogen sich zu sehr auf das amerikanische Publikum, wohingegen die große E3-Pressekonferenz mit einer Menge Spiele wiederum allgemeiner gehalten wurde. Das ist aber noch gar nicht der Grund, warum sich gefühlt das gesamte Internet auf eine Hetzjagd gegen Microsoft aufgemacht hat. Themen wie der Online-Zwang, die Gebrauchtspiel-Sperre und die potentielle Datenschutzapokalypse, ausgelöst durch die stets aktive und wachsame Kinect-Kamera, versuchte Microsoft auf den Events zu umgehen. Im Endeffekt weiß jetzt jedoch trotzdem jeder bestens Bescheid.

Marketing-Massaker

Microsoft Special (4)

Nicht wenige Spieler predigten Microsoft schon damals wegen diesen infamen Innovationen als Verlierer der Konsolengeneration. Der Druck wurde unerträglich, bis Microsoft selbst klein bei geben und alle noch so verhassten Konzepte über den Haufen werfen musste und aus dem Plan der Xbox One strich. Vielleicht aber war die ganze Zeit über schon im Vorhinein klar, dass die Firma diesen Werdegang der Konsole nach einiger Zeit der Empörung ändern wird. Dieser freche Rundumschlag der Dreistigkeit, verbreitet wie ein Lauffeuer, erreichte wesentlich mehr Personen, als die tollen und zufriedenstellenden Nachrichten der PlayStation 4. Solche weitreichenden und noch nie dagewesenen Änderungen in der Konsolenpolitik, wie sie Microsoft vorgeschlagen hat, können die Aufmerksamkeit der Allgemeinheit abseits der Gaming-Presse wesentlich leichter auf sich ziehen, als eine schnieke Konsole mit toller Technik und einem angenehmen Preis – wie eben die PlayStation 4. Der einhundert Euro teurere Preis verpasste dem Sarg den letzten Nagel und die Xbox One war für jede logisch denkenden Person gestrichen – sogar für einige eingefleischte Xbox-Fans. Da die Sache nun abgeblasen wurde, wird Microsoft von vielen nun tatsächlich in ein wesentlich positiveres Licht gezogen, als sie es eigentlich verdient hätten.

Verzehrte Wahrnehmung

Special (5)

Nur für uns Spieler habe Microsoft die Pläne aufgegeben, um uns alle glücklich zu machen, heißt es. Und für die Leute, die noch einen kühlen Kopf bewahren können, hat Microsoft noch eine weitere starke Waffe auf seiner Seite. Die Zeit, denn die heilt nicht nur alle Wunden, sondern lässt den einen oder anderen im Angesicht der täglichen Informationsflut auch vergessen oder verdrängen. Erst heimste Electronic Arts Lob ein, als sie sich entschlossen haben, den Online-Pass für zukünftige Spiele abzuschaffen. Möglicherweise wusste der Konzern schon von Microsofts Online-Spielereien, die zusammen noch wirkungsvoller als ein einzelner Online-Pass wären, und entschloss sich dazu, erst ein paar Pluspunkte für die pechschwarze Beliebtheitsskala der Firma zu sammeln. Es ist gut möglich, dass auch Sony in diese Richtung plante, sich aber umentschied, um sich von der vollends in den Boden gestampften Xbox One weiter zu distanzieren. Schlussendlich wird nun keine der neuen Konsolen diese Online-Miseren besitzen. Positiv muss man Electronic Arts anrechnen, dass sie schon in Interviews angegeben haben, den Online-Pass nicht mehr zurückzubringen, aber Vorsicht: Aktionen von Electronic Arts und Microsoft haben gezeigt, zu was Konzerne mittlerweile fähig sind und Unwahrheiten haben sich in den traurigen Alltag der Videospielindustrie eingeordnet.

Geschrieben von Jonas Maier

Erics Meinung: Ob die ursprünglich geplanten Funktionen der Xbox One besser für die Konsole gewesen wären, kann ich jetzt nicht mehr sagen. Die Pläne sind umgeworfen! Ob die Xbox One, angepasst an den Konsolenstandard, nun besser ist als zuvor, kann ich ebenfalls nicht sagen. Die Pläne sind umgeworfen! Ich finde es jedoch gut, dass Microsoft die Pläne geändert hat, denn die Konsole hätte mich mit ihrem vorherigen System absolut nicht interessiert. Ich möchte Spiele wie mein restliches Eigentum besitzen. Ich möchte nicht ständig mit meiner Konsole online sein. Ich möchte nicht ständig von Kinect ausspioniert werden! Zumindest wäre letzteres schön, denn Kinect gehört zur Konsole genauso dazu wie der Controller und das ist für mich der Grund, warum mich die Xbox One nicht interessiert. Nach dem ganzen Überwachungsskandal, wie wir Bundesbürger von den Vereinigten Staaten bereits abgehört und ausspioniert werden, ist so etwas nicht tragbar. Microsoft dementiert zwar, dass persönliche Daten übermittelt werden, aber wie mein Kollege Jonas schon richtig erkannt hat, darf man Konzernen heute alles zu trauen und Microsoft, so leid es mir auch tut, traue ich das zu. Zudem kann ich mir nicht vorstellen, dass Drittentwickler Kinect voll und ganz in Core-Titeln zum Einsatz bringen werden und bisher sind auch keine Kinect-Features von irgendeinem großen Spiel in bewegten Bildern gezeigt worden. Da spare ich doch lieber einhundert Euro und greife eher zur PlayStation 4 oder bleibe bei meiner liebgewonnenen Wii U.

Jonas‘ Meinung: Microsoft hat das ursprüngliche Konzept über den Haufen geworfen. Man muss das natürlich nicht als Strategie werten, sondern eher als alternative Lösung, die es dem Konzern nun ermöglicht, die Implementierungen der Xbox One wegzulassen. Das ganze Thema ist natürlich trotzdem noch lange nicht vom Tisch, denn diese Schritte hinterließen bereits tiefe Spuren und beweisen, zu was Konzerne im Angesicht güldener Profitaussichten fähig sein können. Momentan ist es aber wirklich alles andere als einfach, einen kühlen Kopf zu bewahren un die gesamte Angelegenheit aus einer neutralen SIcht einzuschätzen. Im Grunde werden uns erst die Konsolen im Weihnachtsgeschäft reinen Wein einschenken und dann stellt sich im Nu heraus, ob Sony oder Microsoft das bessere Produkt anbietet.

Review: Liar Game (Band 2)

Liar Game (Band 2)

Das Liar Game geht in die zweite Runde. Mit ihm werden unsere Charaktere in einem Katz-und-Maus-Spiel um irrsinnige Geldmengen erneut auf eine harte Probe gestellt. Nao Kanzaki, die Unschuld und Reinheit in Person, dachte nach dem plötzlichen und unverhofften Sieg über das Liar Game zurecht, dass die Verwaltung dieses kostspieliges Projekts sie nun in Ruhe lassen würde und die Sache ein für alle Mal aus der Welt geschafft sei. Unglücklicherweise findet sie sich erneut in der Teilnehmerliste der nächsten Runde des Liar Game, die nur von den Gewinnern der ersten Runde bestritten werden können, wieder. Sogar ihr Verbündeter Akiyama, der schon in der Vergangenheit des Öfteren mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist und genau deswegen einen entscheidenden Vorteil gegenüber Otto-Normal-Bürgern besitzt, kann ihr in dieser Sache nicht helfen, sodass die beiden wieder einmal ganz schön in der Patsche sitzen. Diesmal spielen 23 Teilnehmer um insgesamt 2,2 Milliarden Yen, also knapp 17 Millionen Euro. In der zweiten Runde geht es nicht mehr darum, seinen Kontrahenten auf möglichst geschickte Art und Weise das Geld direkt abzuluchsen. Die Teilnehmer müssen sich stattdessen in den Räumlichkeiten der Liar-Game-Verwaltung mit einem Quiz der ganz besonderen Art auseinandersetzen.

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte

Ein Teilnehmer muss eine selbstgewählte Frage stellen, auf die nur mit Ja oder Nein geantwortet werden kann. Alle Mitglieder haben bis zum Ablauf der sechsstündigen Bedenkzeit per Wahlurne abzustimmen und auch erst dann wird das Ergebnis verkündet. Das interessante dabei ist, dass nicht etwa diejenigen in die nächste Runde vorrücken, die mit ihrer Antwort richtig liegen. Gewonnen hat immer die Minderheit, also die Personen, deren Antwort weniger oft getippt wurde. Es geht primär also darum, so viele wie irgendwie möglich dazu zu verleiten, die Antwort zu wählen, die man selbst nicht wählt. Das Fragespiel wird solange wiederholt, bis nur noch der Sieger, nun Millionär, übrig bleibt. Nao, im Angesicht der drohenden Verschuldung schon wieder total am Verzweifeln, kann sich wieder fassen, als Akiyama ihr erzählt, dass er dank seines genialen Verstands eine hundertprozentig sichere Lösung gefunden hat, das anscheinend glücksabhängige Spiel zu kontrollieren. Dieser ausgefeilte Plan wird auch den Leser packen, der sich immer wieder aufs Neue, neben Akiyamas Fähigkeiten, ruhig etwas unklug fühlen darf. Deswegen und wegen der direkten Spannung, die im gesamten Manga über präsent bleibt, steht der Band seinem Vorgänger in Nichts nach.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Der Manga war dermaßend packend, sodass ich regelrecht gezwungen war, ihn in einem Rutsch zu lesen. Das hat Liar Game natürlich seinem intelligenten Plot und den immer treffenden Zeichnungen vom Schöpfer Shinobu Kaitani zu verdanken, die die jeweiligen Situationen optimal veranschaulichen. Mögliche Schwächen, die die Detailarbeit betreffen und die Tatsache, dass sich die gesamte Handlung in nur einem Gebäude, primär sogar nur in einem Raum, abspielt, werden locker mit ganzen 224 Seiten, die der zweite Band bietet, ausgeglichen. In dieser Runde des Liar Game steht der Handlungsrahmen mit dem Konzept des Minderheitsprinzip eindeutig vor den Charakteren, aber generell gibt es in diesem Universum noch immer zu wenig etablierte Persönlichkeiten. Zudem fällt auf, dass Kaitani sein besonderes Augenmerk auf die ausgeklügelten Intelligenzduelle der Charaktere legt und deswegen für die Charakterentwicklungen und andere gewohnte erzählerische Elemente nur wenige Platz bleibt. Die Beziehung zwischen Nao und Akiyama erinnert noch wie in dem Kapitel, in dem sie sich trafen, an ein durchgeplantes Kalkül. Das sind meine wenigen Kritikpunkte, die sich vielleicht sogar schon im nächsten Band in Luft auflösen werden. Diese Manga-Reihe gehört bisher zu den besten, die ich bis dato gelesen habe.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Liar Game (Band 2)!

Preview: Pokémon X & Y

Pokemon X und Y (1)Mit Pokémon X und Y will Game Freak endlich eine Menge der längst fälligen Neuerungen und Innovationen bieten, die schon in den letzten Pokémon-Generationen schmerzlich vermisst wurden.

Pokemon X und Y (2)Zu diesen Innovationen zählen glücklicherweise nicht die Unmengen an neuen Pokémon, die mit (fast) jeder Edition irgendwie zwangsweise eingeführt werden. Das ist natürlich eine sehr subjektive Einschätzung, aber Artworks und Namen neuerer Kreationen von Game Freak kommen kaum an den Charme der ersten Taschenmonster heran. Das soll sich jetzt aber zusammen mit vielen weiteren Dingen ändern und erste Screenshots bestätigen das auch. Wieder lehnt sich die Spielwelt an eine real existierende Umgebung an. Denn die neue Region namens Kalos erinnert stark an Frankreich. Aber auch in unserem europäischen Nachbarland setzen die Entwickler auf die klassischen Rundenkämpfe, die durch den einen oder anderen neuen Kampfmodus aufgelockert werden. Waren in Einall, der Region der fünften Pokémon-Generation, noch Dreierkämpfe neu, stehen jetzt die Massenbegegnungen im Mittelpunkt. Wird ein Pokémon darin verwickelt, muss es mit bis zu fünf Gegnern gleichzeitig fertig werden. Zudem gibt es nun noch die Himmelskämpfe, die nur von flugtauglichen Pokémon bestritten werden dürften. Strategisches Denken ist dabei bei allen Modi Pflicht.

Visuelle Überholung

Pokemon X und Y (3)Grafisch müssen wir uns wohl von der klassischen Vogelperspektive auf die relativ flache Oberwelt verabschieden. Sie wird nun durch echte 3D-Umgebungen ersetzt, in der wir sogar allem Anschein nach die Kamera in bestimmten Arealen frei bewegen dürfen. Besonders macht sich das bei den Stadtbesuchen bemerkbar. Einen weiteren echten Fortschritt in Sachen Grafik soll uns in den Kämpfen geboten werden. Tatsächlich werden nun alle Monster vollständig animiert, sodass wir auch von den pixeligen Sprites und Attacken-Animationen Abschied nehmen. Für viele wohl die bahnbrechendste Neuerung ist die Implementierung eines völlig neuen Pokémon-Typs. Seit Pokémon Goldene Edition und Pokémon Silberne Edition haben wir davon keinen mehr gesehen und mit dem neuen Typ Fee, der sehr effektiv gegen Drachen, Kampf und Unlicht sein wird, sich dafür aber gegen die Typen Gift und Stahl in Acht nehmen muss, steigt die Anzahl nun auf insgesamt achtzehn Typen. Zudem werden auch die Typen älterer Pokémon abgeändert, sodass noch mehr Monster den neuen Typ ihren eigenen nennen dürfen. Das betrifft zum Beispiel Maril, Guardevoir und Pummeluff.

Geschrieben von Jonas Maier

Erics Prognose (basierend auf dem veröffentlichten Videomaterial): Ich finde es erstaunlich, wie lange Nintendo und Game Freak gebraucht haben, um zu bemwerken, dass man einzig und allein mit einer neuen Hundertschaft Pokémon keinen Blumentopf mehr gewinnen kann. Die Pokémon-Rollenspiele gehören zwar nach wie vor zu den besten Handheld-Rollenspielen, doch selbst mich als Fan hat es gestört, dass man seit vierzehn Jahren keinen neuen Pokémon-Typ erfunden hat. So verlaufen in meinen Augen die meisten Kämpfe seit der goldenen und silbernen Edition der Reihe alle nach demselben Prinzip. Ob ich im Oktober Zeit für die neuen Editionen finden werde, steht noch in den Sternen, doch dank des neuen Typs und der veränderten Optik habe ich auf jeden Fall Interesse daran, mindestens ein neues Abenteuer mit den Taschenmonster zu erleben!

Jonas‘ Prognose (basierend auf dem veröffentlichten Videomaterial): Die neue Generation wird sicherlich wieder die gewohnt fesselnde Pokémon-Kost bieten, hat aber auch das Potenzial, die alten Fans zu überraschen. Abseits der standardisierten Rollenspielkost, die jedes mal aufs Neue mit unzähligen neuen Pokémon aufwartet, wurde ich schon jetzt total positiv überrascht. Die Möglichkeit, bestimmte Pokémon nun als Reittiere zu verwenden, um damit seine Füße zu schonen, finde ich total genial, auch wenn es wahrscheinlich nur wieder eine neue VM sein wird, die nur in besonderen Gebieten beschränkt eingesetzt werden kann. Zudem bin ich besonders darauf gespannt, wie die Japaner die neue Kalos-Region an unseren europäischen Standard angepasst haben. In Einall, das primär auf den Vereinigten Staaten, insbesondere New York, basierte, gab es schließlich auch eine Menge amerikanischer Elemente.

Preview: X

X (1)

Rollenspiele gehören zu den teuersten und aufwändigsten Projekten, auf die sich ein Entwickler einlassen kann. Da freut es uns besonders, dass Nintendo dieses Risiko tragen will und sich für das Genre einsetzt.

X (2)

So wird das neueste Spiel von Monolith Soft, das wir bis jetzt nur unter dem Kürzel X kennen, exklusiv für die Nintendo Wii U erscheinen. Schon allein deswegen, weil das Spiel bisher eines der einzigen renommierten Rollenspiele für die Wii U ist, sollten wir es im Auge behalten. Vielleicht kann in naher Zukunft sogar eine langfristige Partnerschaft zwischen Nintendo und Monolith Soft entstehen, wenn auch dieses Spiel vom Erfolg gekrönt wird. Nintendo könnte in ihrer aktuellen Position exklusive Entwickler mit neuen Marken auf jeden Fall gut gebrauchen. Zudem hat die Zusammenarbeit mit diesem Entwickler schon in der Vergangenheit Früchte getragen. Das von ihnen entwickelte Xenoblade Chronicles, 2011 auf der Nintendo Wii erschienen, gehört für viele Rollenspielliebhaber zu den herausragendsten Titeln dieses Genres – sogar plattformübergreifend. Nicht nur spielerisch sondern auch grafisch und soundtechnisch holten die Entwickler alles aus der vergleichbar schwachen Wii heraus. Deswegen ist es auch nur verständlich, dass sie sich nun die neue Technik der Wii U zunutze machen, um ein ähnliches Spiel zu kreieren. Vielleicht sogar etwas zu ähnlich, denn selbst einem Videospiellaien dürften eine Menge Übereinstimmungen zu Xenoblade Chronicles auffallen.

X wie Xenoblade?

X (3)

Dazu zählen beispielsweise die enorm weitläufigen und erkundbaren Areale, die Hand in Hand mit der hohen Weitsicht unglaubliche Ausblicke schaffen. Einige Landstriche könnten direkt aus Xenoblade Chronicles stammen. Auch die Bildschirmanzeigen und die gigantischen Gegner, die wohl wieder mittels eines actionbetonten Kampfsystems bezwungen werden, zeugen davon. Neu hingegen scheinen auf den ersten Blick die übergroßen Mechs zu sein, mit denen wir die Spielwelt im Fluge überqueren dürfen. Sie verkürzen die Laufwege natürlich ungemein – aber nur solange der Treibstoff reicht. Dabei sind sie gar nicht so neu, denn Monolith Soft hat in der Vergangenheit schon an Xenosaga und Xenogear gearbeitet, in dem auch schon eine Menge Roboter und Mechs ihren Platz gefunden haben. Es ist auch gut möglich, dass unsere Computer-Begleiter in Form einer Multiplayer-Komponente durch echte Spieler ersetzt werden, sodass Kämpfe noch taktischer ausgefochten werden dürfen. Xenoblade Chronicles ließ ja leider jegliche Mehrspielermodi-Einbindungen vermissen. Wenn dann auch noch die Story und die Charakterisierung stimmt, erwartet uns möglicherweise ein Rollenspiel, das ohne Weiteres an Xenoblade Chronicles anknüpfen kann.

Jonas Maier

Erics Prognose (basierend auf dem veröffentlichten Videomaterial): Vorletztes Jahr habe ich Xenoblade Chronicles über einen längeren Zeitraum ausführlich gespielt und getestet. Schwer war es für das Spiel nicht, 2011 den Genre-Thron zu erklimmen, doch störten mich einzelne Elemente wie die lahmen Nebenquests, das Handwerkssystem und stellenweise auch die künstliche Intelligenz der Computerbegleiter. Wenn Monolith Soft diese Probleme bei X, das in meinen Augen wie ein mögliches Xenoblade Chronicles 2 aussieht, ausmerzt, dann kann ich mich hier wahrhaftig auf ein tolles Rollenspiel freuen. Weitere Anzeichen, wie die integrierten Mechs, die große Spielwelt und das Design der Gegner sprechen jedenfalls schon für einen potentiellen Hit und so einen kann die Wii U in ihrer derzeitigen Position auf dem Konsolenmarkt durchaus gebrauchen.

Jonas‘ Prognose (basierend auf dem veröffentlichten Videomaterial): Viel wissen wir nicht über X, aber im Bezug auf vorherige Projekte des Entwicklers können wir uns schon einiges zusammenreimen. Mit Sicherheit erwartet uns ein wunderbares und umfangreiches Rollenspiel, das mit einer atemberaubenden Spielwelt ohne Zweifel an vorherige Erfolge anknüpfen wird. Zwar ähnelt es Xeboblade Chronicles in fast allen Punkten unbestreitbar, aber ich würde das nicht als negative Kritik durchgehen lassen. In den steuerbaren Fahrzeugen zum Beispiel, die uns in Kämpfen auch noch unterstützen werden, sehe ich ein Spielelement, das sich wunderbar in die weitläufige und offene Welt einbinden lässt. An Innovationen wird es sicherlich nicht fehlen.

Review: Fuse

Fuse (1)Die aktuellen Konsolen werden immer weiter in den Hintergrund verdrängt. Dennoch beschert uns der eine oder andere Entwickler noch das eine oder andere Spiel. Sie sind aber zum Glück nicht alle so durchschnittlich wie Fuse.

Fuse (2)Wenn wir einmal die Werke, an denen das Entwicklerstudio Insomniac Games vor der Programmierung von Fuse gearbeitet hat, betrachten, werden wir sehr schnell ernüchtert. An die PlayStation-exklusive Resistance-Reihe oder an die Spyro-Spiele (Jump ’n‘ Runs mit einem kleinen Drachen in der Hauptrolle) kommt der neuste Deckungs-Shooter bei Weitem nicht heran. Ihr neuster Streich kann damit nicht mithalten und schafft es mit seinen generischen Inhalten, vom Startmenü bis zu den Credits, mit Leichtigkeit die Messlatte für Überraschungen und richtigen Innovationen so niedrig wie möglich zu halten. Lieber verwenden die Entwickler die immer wieder gleiche Formel für erfolgreiche Action-Spiele, sodass das Spiel zumindest mit seinen hitzigen Feuergefechten punkten kann. Diese werden durch das neuartige Material namens Fuse noch interessanter gestaltet, denn mit dessen unglaublichen Energien wurden noch nie dagewesene Technologien und Waffensysteme entwickelt. Der extrem vom Zerfall geprägte Stoff wird in einem geheimen Militär-Labor untersucht und auf seine Tauglichkeit geprüft. Diese Informationen sind unseren Haupthelden noch vorenthalten, denn zunächst werden sie als Mitglieder von Overstrike 9 in Form eines Militäreinsatzes zu genau diesem Laborkomplex geordert.

Actionhelden aus dem Bilderbuch

Fuse (3)Schnell wird klar, dass an einem so wertvollen Rohstoff noch andere Parteien interessiert sind und auch bereit dazu sind, eine Militärbasis zu überfallen. Overstrike 9, ein gleich vierköpfiges Elite-Agenten-Team, bestehend aus Dalton Brooks, Naya Deveraux, Isabelle Sinclair und Jacob Kimble, kann zwar nicht verhindern, dass das Fuse gestohlen wird, darf sich dafür aber mit den mit Fuse verstärkten Waffen ausrüsten. Die sind nicht nur besonders effektiv, sondern heben auch den Spielspaß enorm an. Die leicht humoristisch überzeichneten Charaktere, zwischen denen wir im Spielgeschehen auch frei wechseln dürfen, passen nicht wirklich in die angeblich so harte und ernste Militär-Action, wie sie vom Spiel suggeriert wird – davon zeugt auch der comicartige Cel-Shading-Grafikstil. Sprücheklopfende Videospiel-Actionhelden sind heutzutage aber sowieso schon an der Tagesordnung – ob in Borderlands 2, Bulletstorm oder Duke Nukem Forever, da können wir auch über die gezwungen wirkenden Bröckchen an gebotener Hintergrund-Story, die fast jedes Overstrike-9-Mitglied mit sich bringt und die die Story nur mäßig beflügeln, hinwegsehen. Dadurch, dass auch die Bösewichte wenig charakterisiert werden, fiel es uns dann nicht ganz so schwer, der moderat interessanten Geschichte um das Fuse zu folgen.

Intensive Feuergefechte

Fuse (4)Fuse ist ein völlig gewöhnlicher Third-Person-Shooter und will zum Glück auch nicht viel mehr sein. Das gesamte Spiel hindurch funktionieren alle Gameplay-Mechaniken, die dieses Genre heutzutage bieten muss und das ohne einen einzigen Aussetzer. Besonders das flinke und intelligente Deckungssystem überlässt uns die volle Kontrolle darüber, ob wir uns dem gegnerischen Kugelhagel aussetzen wollen oder nicht. Die Action ist schnell und die Waffen fühlen sich gut an. Fuse hat auch die kurze Spielzeit von seinen Genre-Kollegen geerbt. Bis hierhin scheint noch alles in Ordnung, aber selbst in der Hand kann das Spiel nach einigen Stunden nicht mehr verbergen, dass das ziemlich eintönige Gameplay eigentlich nicht auf so eine Spielzeit ausgelegt ist. Zwar werden die netten Ballereien von einigen vorhersehbaren Stealth-Einlagen und Kletterpassagen aufgelockert, doch ändern die nichts an der Tatsache, dass wir immer und immer wieder mit denselben Gegnern und Level-Strukturen konfrontiert werden. Dann und wann stoßen wir zwar auf den einen oder anderen imposanteren Gegnertypen, die die gewöhnlichen simplen Fußsoldaten schnell in den Hintergrund verdrängen. Es dauert aber auch hier nicht lange, bis wir uns an diesen genauso satt gesehen haben.

Die Vorzüge der Fuse-Technologie

Fuse (5)Zu diesen zählen gepanzerte Mechs, so genannte Panzersöldner und futuristische Flugmaschinerien. Bosse gibt es auch, die haben aber nicht mehr auf Lager, als darauf zu warten, bis wir ihre kategorisch leuchtenden Schwachpunkte mit Blei und Fuse eingedeckt haben. Es freut uns zu sehen, dass wir Waffen von Gegnern aufsammeln können – auch die großen, die gewöhnlich nur von den Mechs benutzt werden, dürfen unsere vier Helden in Beschlag nehmen. Zumindest solange die Munition reicht. Wenn sie aufgebraucht ist, müssen wir wieder zu unseren normalen Fuse-Waffen wechseln, die eindeutig zum Highlight des Spiels gehören. Jedes Overstrike-9-Mitglied besitzt seine eigene persönliche Waffe mit unverkennbaren Eigenschaften. Dalton kann zum Beispiel ein künstliches, durchsichtigen und variables Schild erzeugen, auf welchem dann feindliche Kugeln abprallen, unsere Munition aber mühelos hindurchfliegen kann. Naya kann dagegen mit ihrem Warp-Gewehr wesentlich aggressiver agieren, denn die mit Fuse modifizierten Projektile erzeugen Singularitäten und lassen, bei richtiger Verwendung, die Gegner in Kettenreaktionen verbrennen und in schwarze Löcher ziehen. Eine simple aber extrem wirkungsvolle Methode, um sich vielen Gegnern auf einmal zu entledigen.

Zusätzliche Spieler – zusätzlicher Spaß

Fuse (6)Im Laufe des Spiels dürfen wir weitere Fuse-Fähigkeiten freischalten – dafür verteilen wir in einem Untermenü Skill-Punkte, die wir bei einem Stufenanstieg erhalten. Richtig gehört, in Fuse können wir wie in einem normalen Rollenspiel unsere Charaktere aufstufen. Die nötigen Erfahrungspunkte liefern uns die Gegner oder die Spielwelt, wenn wir die Augen offenhalten. Am schnellsten geht das allerdings durch zusätzliche Punkte, die wir uns im Coop-Modus durch das geschickte Zusammenspiel der unterschiedlichen Waffenfähigkeiten verdienen können. Entweder stellen wir uns mit unseren bis zu drei weiteren Coop-Partnern der normalen Story oder wir versuchen uns am Zusatzmodus namens Echelon. Darin erwarten uns Gegnerhorden, die Welle um Welle angerückt kommen. Es bleibt nicht bei der stumpfen Ballerei, denn kaum eine Runde verläuft dank den Mini-Missionszielen gleich. Schließlich müssen wir bestimmte Territorien vor Gegnern sichern, besondere Mechs ausschalten oder eine Runde in einem vorgegebenen Zeitraum abschließen. Wer niemanden kennt, der das Spiel besitzt, kann natürlich auch auf die automatische Spielersuche über das Internet zurückgreifen. Immer und immer wieder neue Rekorde aufzustellen und unsere Mitstreiter zu übertrumpfen, macht hier den absoluten Reiz aus.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der Xbox-360-Fassung): Fuse ist kein Triple-A-Titel, was schon jeder Laie an der Präsentation des Spiels, die auf keine Fall mit aktuellen Titeln des Action- und Shooter-Genres mithalten kann, erkennen sollte. Glücklicherweise wird das matte Gameplay mit den interessanten Fuse-Fähigkeiten aufgelockert, die zudem auch den Coop-Modus sichtlich bereichern. Sehr schön fand ich auch die stylishen Interfaces, die störende Bildschirmanzeigen verdrängen. Mit der Entscheidung die größte Zeit unter Tage in diversen Anlagen unterwegs zu sein, konnte ich mich jedoch nicht anfreunden. Die Außenpassagen kommen viel zu kurz und zählen trotzdem zu den visuellen Schmankerln. Insgesamt ist das Spiel auf keinen Fall schlecht, auch wenn es das im Hinblick auf die öffentlichen Meinungen möglicherweise den Anschein macht. Der Spieler muss sich nur im Klaren darüber sein, dass er nicht zu viel erwarten darf.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fuse!

News: Nintendo verkauft gebrauchte Hardware

Nintendo verkauft gebrauchte Hardware (1)Videospiele gehören leider nicht immer zu den kostengünstigen Freizeitbeschäftigungen. Deswegen ist es nur verständlich, dass immer mehr Spieler viel lieber zu gebrauchter Soft- und Hardware greifen, als für Neuware oftmals wesentlich höhere Preise zu zahlen. Das hat nun auch Nintendo erkannt und bietet im hauseigenen Online-Shop gebrauchte, aber gerichtete und gesäuberte, Nintendo DSi XL und Nintendo 3DS an. Ein DSi kostet dabei 100 Dollar, der 3DS sogar nur 30 Dollar mehr. Nintendo legt zusätzlich noch eine einjährige Garantie für alle Geräte obendrauf. Leider gilt dieses Angebot nur für den amerikanischen Raum, aber wer weiß, ob bei einem Anklang dieses Konzepts nicht auch wir Europäer davon profitieren dürfen.

Erics Meinung: Sofern Nintendo die Ware als gebraucht deklariert, sehe ich darin kein Problem, denn schließlich weiß der Kunde dann auch, was er tatsächlich bekommt. Dafür finde ich es aber schade, dass man nur eine einjährige Garantie bekommt (wobei ich hier ganz klar sagen muss, dass ich nicht weiß, wie die verrückten Gesetze in den Vereinigten Staaten bei diesem Problemfall aussehen). Jedenfalls hätten weniger betuchte Menschen dann die Möglichkeit, sich einen Handheld in gutem Zustand zu erwerben. Persönlich würde ich, selbst wenn Nintendo derlei Konsolen in Deutschland anbieten würde, nicht zu solch einem Angebot greifen. Das liegt aber daran, dass ich eine neue Konsole ohnehin zum Launch kaufe und ich sowieso immer der Erstbesitzer der Hardware sein möchte.

Jonas‘ Meinung: Ich bin mir sicher, dass auch in Deutschland eine Menge Leute den Kauf der gebrauchten Handhelds in Erwägung ziehen würden. Sicherlich gibt es eine Menge Läden, die geprüfte Konsolen im neuwertigen Zustand verkaufen, wenn das Angebot aber von Nintendo selbst kommt, fühlt man sich als Käufer, auch ohne die Garantie, doch gleich wesentlich sicherer. Jetzt stellt sich nur die Frage, ob sich Nintendo gegenüber den neuen Produkten nicht vielleicht sogar selbst Konkurrenz macht.

News: Gehören Videospiele zum Massenmarkt?

Gehören Videospiele nicht zu einem Massenmarkt? (1)Aus der Sicht des CCO von Activision, Richard Hilleman, sind unsere Videospiele noch bei Weitem nicht so verbreitet, als dass sie sich zu einem Massenmarkt zählen dürften. Wenn überhaupt, dann kommen diesem noch die mobilen Social-Games am nächsten. Gegenüber dem großen Fernsehen, decken Spiele nur ein kleines Randgebiet ab. Nach Hilleman müssten die meisten Entwickler erst noch lernen, wie der Massenmarkt richtig angesprochen wird, damit Spieleentwickler ein größeres Publikum gewinnen können.

Erics Meinung: Manche Spiele verkaufen sich dutzende Millionen mal und selbst wenn sich Spiele nur knapp einhunderttausendmal verkaufen, ist das für mich ein Beweis, dass Spiele von den Massen konsumiert werden. Es erscheinen jährlich hunderte Spiele, damit jeder erdenkliche Konsument befriedigt werden kann. Es ist kein Geheimnis, dass selbst deutsche Landwirte den Landwirtschaftssimulator spielen. Es geht hier meiner Meinung nicht darum, Vergleiche zum Fernsehen zu ziehen (den das Fernsehen sehe ich in erster Linie als Informationsmedium an), sondern zu klären, ob Spiele zum Massenmarkt gehören. Meiner Meinung nach sind sie aus diesem nicht mehr wegzudenken.

Jonas‘ Meinung: In diesem Punkt kann ich Hilleman nicht zustimmen. In Deutschland mag es zwar stimmen, dass die Spiele in der Gesellschaft nicht so akzeptiert sind, wie sie es vielleicht sein könnten, aber in Ländern wie dem Vereinigten Königreich oder auch den Vereinigten Staaten von Amerika sieht das schon ganz anders aus. Dort ist das Medium im Bewusstsein der Menschen stärker vertreten, was trotzdem nicht unbedingt heißt, dass sich mehr Spiele verkaufen. Und einen so enormen Vergleich mit dem Fernsehen zu ziehen, erinnert eher an den Größenwahnsinn eines Publishers, der auch mit der aktuellen Verbreitung von Videospielen schon genug verdient.

News: Remote-Play-Unterstützung der PlayStation Vita

Vollständige Remote-Play-Unterstützung der PlayStation Vita (1)Sony kann nicht verbergen, dass ihr Handheld, die PlayStation Vita, zur Zeit ähnliche Probleme hat, wie Nintendos Wii U. Es mangelt an Must-Have-Titeln und viele finden, dass das Gerät überteuert sei und auch die Laufzeit des integrierten Akku lässt oftmals zu wünschen übrig. Um die PlayStation Vita an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen, wird die Remote-Play-Funktion des Gerätes alle zukünftigen PlayStation-4-Titel auf den kleinen Bildschirm streamen können, sodass sie darauf auch spielbar werden.

Erics Meinung: Für mich klingt das nach einem krampfhaften Versuch, die PlayStation Vita noch irgendwie zu pushen. Anstatt die eigenen Entwicklerstudios an neuen Spielen werkeln zu lassen, versucht man jetzt (schon wieder) Nintendo abzukupfern und an der Innovation der Wii U anzuknüpfen. Besser kopiert, als schlecht selbst gemacht, heißt es so oft in der Branche, aber bei Sony Computer Entertainment ist das langsam echt nicht mehr witzig. Ich bin jedoch gespannt, ob PlayStation-Jünger das Angebot wahrnehmen.

Jonas‘ Meinung: Das Konzept erinnert natürlich stark an das des Wii U GamePad. Sinn macht das ganze nur, wenn es dem Spieler nichts ausmacht mit den geringfügig kleineren Bedienungselementen zu spielen und er keine Lust hat sich lieber vor den großen Fernseher zu setzen.

News: Microsoft-Entwickler lassen PC außen vor

Microsoft-Entwickler lassen PC außen vor (1)Jetzt, nach der offiziellen Ankündigung von Microsofts Xbox One, lässt das Unternehmen verlauten, dass es sich bei der Entwicklung von Spielen primär auf neue Xbox-Titel konzentrieren will. Zwar haben sie und auch Sony in puncto Hardware einen unverkennbaren Schritt in Richtung einer PC-Architektur gemacht, aber allein die neue Konsole soll vorerst im Vordergrund stehen.

Erics Meinung: Es ist nur logisch, dass Microsoft diesen Schritt gehen wird. Titel wie Fable und Forza Motorsport könnte man wunderbar auch auf dem PC veröffentlichen, doch so hätte man schließlich keinerlei Exlusivtitel mehr, um die Konsole zu pushen und wie wir alle aus Erfahrung wissen, fällt und steht eine Konsole mit guten Spielen. In den nächsten Jahren werden wir von Microsoft im PC-Sektor höchstens ein neues Windows erwarten dürfen, was das aktuelle Betriebssystem (die Rede ist von Windows 8) in puncto Qualität noch einmal unterbieten wird.

Jonas‘ Meinung: Das ist möglicherweise ein Schritt, um die Xbox-One-Spiele um eine weitere Ecke exklusiver zu machen. Denn obwohl Microsoft die Ressourcen hat, besitzt der japanische Konkurrent noch immer wesentlich mehr exklusive Spiele. Gerade jetzt, als sich der PC-Markt wieder etwas gefangen hat, sind solche Aussagen natürlich bedrückend. Vielleicht bleibt es auch nur bei den üblichen Strategie, Spiele für den Rechner erst einige Monate nach dem Konsolen-Release zu veröffentlichen.

News: Biofeedback in Videospielen

Biofeedback in Videospielen (1)Valve schafft es immer wieder, die Spieler durch geniale Spiele und Spielideen zusammen mit deren Umsetzungen zu begeistern. Nun wagt das gewitzte Unternehmen aber einen Vorstoß in noch völlig unerschlossene Gewässer. Mit Hilfe von Psychologen untersucht es das Potential des Biofeedbacks, mit dem sich ungeahnte Spielmomente erzeugen lassen sollen. Dabei handelt es um ein System, dass den Herzschlag, die Körpertemperatur, aber auch Schweißausbrüche erfasst und diese Daten sinnvoll in das Spiel implementiert, um zum Beispiel interaktiver auf den Spieler einzugehen.

Erics Meinung: Ich hoffe, dass sich hier jemand an den Vitality-Sensor erinnert, der auf der Electronic Entertainment Expo im Jahr 2008 vorgestellt wurde und ähnliches versprach. Es wurde zwar immer wieder bestätigt, dass Nintendo mit dem Gerät noch experimentiert, doch obwohl genügend (gute!) Konzepte von den Fans erdacht wurden, hat sich Nintendo seit langer Zeit schon nicht mehr dazu geäußert. Ebenso wenig ist die Peripherie bis heute erschienen. Jetzt könnte die Lorbeeren ein anderes Unternehmen einholen, doch frage ich mich tatsächlich, ob ich mich denn tatsächlich mit sehr vielen Kabeln verdrahten lassen möchte. Immerhin ist dies realistischer, als das aus Star Trek bekannte Holodeck, doch an diesem darf auch sehr gerne jetzt noch gewerkelt werden.

Jonas‘ Meinung: Für mich hört sich das zwar nicht nach einem unmöglichen Traum an, aber ich frage mich, wie viele Spieler gerne mit einem zusätzlichen Kostenfaktor verkabelt vor ihrem Bildschirm sitzen wollen. Solange auch nicht wirklich geniale Ideen eine Umsetzung erfahren würden (wobei Valve dabei noch am ehesten Erfolg hätte), verkommt das ganze zu einem Gimmick, das schneller in der Ecke landen wird, als eines der unzähligen Nintendo-Wii-Peripherien und davon gab es schlichtweg reichlich!

Review: Shi Ki (Band 1)

Shi Ki (Band 1)Abgelegene und unscheinbare Dörfer, geplagt von mysteriösen Vorfällen, Ereignissen und Verbrechen sind sicherlich nicht keine unverbrauchten Schauplätze für Krimis, Mystery- oder Horrorgeschichten. Sie überzeugen aber immer wieder durch eine starke und stimmige Atmosphäre, die uns beim Lesen immer mehr in die Welt des künstlerischen Werkes zieht. Das geschieht insbesondere dann, wenn das Medium noch genügend Alleinstellungsmerkmale aufbringen kann, was bei Shi Ki glücklicherweise der Fall ist. Schon Megumi Shimizu, eine fünfzehnjährige Bewohnerin des kleinen Dorfes Sotoba in Japan, verabscheut das müde und simple Landleben und kann mit den ganzen Landeiern, so nennt sie jedenfalls insgeheim ihre Freunde und Bekannte, überhaupt gar nichts anfangen. Einen kleinen Hoffnungsschimmer sieht sie in ihrem Schwarm Natsuno Yuki, einem passiven und schweigsamen Jungen, der anscheinend auch davon träumt, in die Stadt zu gehen und die wenigen hundert Menschen hinter sich zu lassen. Nicht einmal der neuste Dorftratsch, die Nachrichten über doch sehr ungewöhnliche Todesfälle innerhalb der Dorfgrenzen, interessiert sie in irgendeiner Art und Weise. Weitaus interessanter findet sie dagegen die geheimnisvollen neuen Dorfmitglieder, die urplötzlich eine leerstehende Villa beziehen.

Mysteriöse Morde

Doch der Dorftratsch macht seine Runde, die Anzahl der Verstorbenen steigt rasant und bald wird auch Megumi unweigerlich und auf direkte Art und Weise mit den Todesfällen stark konfrontiert. Schnell verbreitet sich das Gerücht einer gefährlichen Seuche, doch was nun die tatsächliche Ursache der seltsamen Todesfälle ist, bleibt noch ungeklärt. Der erste Band von Shi Ki bringt die Geschehnisse langsam ins Rollen und legt die Basis für die nachfolgende, insgesamt elf Bände umfassende, Handlung – noch spielt sie sich komplett im isolierten Dorf ab. Das erkennen wir auch an den Charakteren, von denen noch nicht wirklich jemand die Position eines Hautcharakters angenommen hat und die Ereignisse zunächst noch aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln verfolgt werden. So bleibt das Lesen und Bewundern des gezeichneten Werkes vielseitig und jederzeit spannend. Der Leser begleitet neben Megumi und Natsuno, dem noch wirklich alles total egal zu sein scheint, den ansässigen Arzt Ozaki, der zusammen mit dem Dorfpolizisten eine logische Begründung für die mysteriösen Todesfälle finden will. Dabei kann auch noch nicht ausgeschlossen werden, dass der seltsame und undurchsichtige Priester vom örtlichen Tempel, wenn nicht sogar die neuen Anwohner der Villa ihre Finger im Spiel haben.

Erschreckender Detailgrad

Shi Ki versprüht vor allem durch seine diffusen Charaktere, die in nachfolgenden Bänden hoffentlich noch stärker ins Licht gerückt werden und den sehr speziellen Zeichenstil von Ryu Fujisaki seinen einzigartigen Charme. Die Bilder wirken durch den harten Kontrast, den die sowohl sehr hellen mit unzähligen schwarzen Kanten und Schatten übersäten Szenen mit den dunkleren Passagen, in denen weiße Elemente unnatürlich grell herausstechen, bilden, sehr unruhig und verstärken noch die bedrohliche Atmosphäre, die im Laufe des Mangas immer dichter wird. Die grafische Konzeption gliedert sich hervorragend in den Gesamteindruck ein, so als wäre der Manga ein Originalwerk und basiere nicht auf dem gleichnamigen Roman von Fuyumi Ono, der auch zum Manga die Texte geschrieben hat. Der hauptsächlich durch den hohen schwarzweißen Kontrast entstehende Detailreichtum entfaltet sich besonders bei der Darstellung von grausig verwesten Leichen, die beim Leser sicherlich besonders Tiefe Eindrücke hinterlassen werden. Nicht umsonst wird der zweihundert Seiten starke Band auf dem rückseitigen Cover auch erst ab einem Alter von sechzehn Jahren empfohlen, was wir als völlig gerechtfertigt empfinden.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Wie wir im Laufe des ersten Bandes des Mangas feststellten, besitzt Shi Ki auf jeden Fall mehr Potential als etwaige andere Medien, die sich das abgelegene simple Setting eines Dorfes im Wald zunutze machen, um uns stümperhaft das Gruseln zu leeren. Abschreckend ist möglicherweise nur die beachtliche Anzahl an Dorfmitgliedern, die allesamt namentlich eingeführt werden. Der Leser muss sie zum Glück nicht alle im Kopf behalten, um der Handlung zu folgen. Durch die Erwähnung und Verwendung so vieler Charaktere wird sogar noch der Eindruck des friedlichen und innigen Dörflerlebens verstärkt, selbst wenn sie nur in einer Szene vorkommen. Wenn sich in den nächsten Bänden noch die Charaktere entfalten und an Tiefe gewinnen, erwartet uns mit den nächsten Bänden mit Sicherheit noch ein packender Horror-Manga für Jugendliche und Erwachsene.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shi Ki (Band 1)!

Review: Liar Game (Band 1)

Liar Game (Band 1)Selbst die ehrlichsten und gesetzestreusten Personen werden dann und wann von Habgier und Geldsucht gepackt. Das trifft aber ganz und gar nicht auf Nao Kanzaki zu. Sie ist eine gutherzige, offene, aber leider auch etwas naive japanische Studentin, der an einem ganz normalen Tag ein Paket zugestellt wird, dessen Öffnung die automatische und unwiderrufliche Teilname an einem gewissen Liar Game mit sich zieht – so steht es jedenfalls auf dem Päckchen. Natürlich denkt sich die ahnungslose Nao noch nicht viel dabei, als sie es eher im Affekt als bewusst öffnet. Dem Inhalt schenkte sie aber auf der Stelle ihre gesamte Aufmerksamkeit, denn darin befinden sich einhundert Millionen Yen (ungefähr eine Millionen Euro) in bar und die Anleitung des Liar Game. Was erst nach einem schlechten Scherz klingt akzeptiert Nao im Angesicht der Tatsache, dass die enorme Menge an Geld tatsächlich echt ist, als wahr: Denn in den nächsten dreißig Tagen muss sie ihrem Kontrahenten des Liar Game, für den haargenau dieselben Bedingungen gelten, seine zugeschickten Millionen abknöpfen – mit welchen Methoden spielt dabei keine Rolle. Nach dem Ablauf der Frist müssen die Teilnehmer den genauen Startbetrag von hundert Millionen Yen wieder an einen Mitarbeiter der Liar-Game-Verwaltung abgeben.

Lug und Trug

Geldbeträge, die sie darüber hinaus erbeuten konnten, dürfen sie behalten. Falls sich ein Spieler bestehlen lässt und ins Minus rutscht, muss er den entsprechenden Betrag als Schulden aufnehmen und aus eigener Tasche an die Verwaltung zurückzahlen. Nao ist zunächst mit der Situation völlig überfordert. Freunde, Familie und sogar der Staat in Form eines Rechtsanwalts wollen oder können ihr auch nicht weiterhelfen, sodass sie wohl oder übel auf andere Methoden zurückgreifen muss. Zu allem Überfluss stellt sich ihr Kontrahent auch noch als ein ehemaliger Bekannter heraus, von dem sich sie auch direkt, treudoof wie sie ist, das gesamte Geld abluchsen lässt. Frustriert beschließt sie Gleiches mit Gleichem zu vergelten und wendet sich an Shinichi Akiyama, einen ehemaligen Häftling und bekannten Betrüger, der schon einen ganzen Konzern finanziell hat untergehen lassen. Zunächst unwillig sie anzuhören, lässt er sich doch überreden ihr zu helfen. Aber nicht kostenlos, denn für seine Hilfe, die nun zweihundert Millionen Yen mit Hilfe seines genialen Verstandes zurückzugewinnen, verlangt er ein üppiges Honorar, nämlich ein Viertel vom gesamten Betrag. Nao, der es schwer fällt, den wahrscheinlich lebenslangen finanziellen Ruin ihres Gegenspielers abzunicken, stimmt letztendlich im Not der Lage doch zu.

 Spannend bis zum Schluss

Damit setzt sie den ersten Schritt auf das verworrene und betrügerische Spielfeld des Liar Game, fesselnd bleibt der Band aber durchweg vom Anfang bis zum Ende. Der Manga hantiert geschickt mit nur einer kleinen Riege an Charakteren. Abgesehen von Nao handeln sie eigentlich alle verwerflich, aber zutiefst menschlich. Deswegen passt auch der sehr realitätsnahe Zeichenstil. Nur an wenigen besonderen Stellen wird das Charakterdesign durch starke Verzerrungen und Grimassen ins Unechte gezogen, um die jeweilige Mimik zu verstärken und Verzweiflung, Hass und vor allem den Wahn einer Figur überspitzt darzustellen. Dadurch, dass sich der Manga direkt auf die inhaltlichen Werte fokussiert, was der Autor und gleichzeitig Zeichner Shinobu Kaitani überhaupt nicht verbergen will, sind die Zeichnungen größtenteils zweckmäßig und prahlen nicht mit Details. Im Gegenzug versorgt uns der erste Band mit seinen knappen zweihundertdreißig Seiten ordentlich mit Lesestoff. Außerdem hat der Manga inzwischen einige Jahre auf dem Buckel. Denn schon 2005 kamen die Japaner das erste Mal in den Genuss von Liar Game – inzwischen existieren schon TV-Serien und Kinofilme. Es bleibt zu hoffen, dass die restlichen Manga-Ausgaben wesentlich schneller bei uns erscheinen, denn wir wollen schon jetzt unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Immer wieder ertappte ich mich, wie ich mich selbst in die jeweiligen Situationen der Teilnehmer des Liar Game hineinversetzte. Das geht aber sicherlich vielen Lesern so, denn einfach urplötzlich ein mit Geld gefülltes Paket in die Hände gedrückt zu bekommen, gehört sicherlich zu den einfachen aber dennoch unrealistischen Wunschszenarien, die sich viele Menschen erträumen. Und auf der anderen Seite gehört die totale finanzielle Verschuldung auf jeden Fall zu den größten Sorgen unserer modernen Gesellschaft. Manche Parallelen zu Mangas wie Mirai Nikki oder zum Klassiker Death Note sind nicht weiter schlimm, denn solch eine direkte Spannung kombiniert mit einer packenden Story sieht man heutzutage leider immer seltener. Deswegen kann ich den Manga auch Leuten empfehlen, die vielleicht noch nicht so viele Erfahrungen mit dieser japanischen Form der Literatur gesammelt haben. Denn die präsentierte Kost kann im Grunde jeden Ansprechen, der dem Thriller- und Mystery-Genre etwas abgewinnen kann.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Liar Game (Band 1)!

News: Medienfazit zu Xbox One, PlayStation 4 und Wii U

Aktuelle Pressemeinungen zur nächsten Konsolengeneration (1)Indigo Pearl Communications hat erneut eine Umfrage unter der Videospielfachpresse ausgewertet, an der auch Gameplay Gamers teilgenommen hat, um die aktuellen Meinungen zur Xbox One und PlayStation 4 einzufangen. Dabei ist eines klar: In fast allen Belangen übertrumpft die PlayStation 4 die Microsoft-Konsole. Zum Beispiel im Bereich Spiele, Features und Qualität der letztlichen Konferenzen, auf denen die Geräte von den jeweiligen Unternehmen angekündigt wurden. Außerdem sind die Erwartungen an das Weinachtgeschäft 2013 innerhalb von nur wenigen Monaten gekippt, sodass nun viele Journalisten in Sony einen Sieger sehen.

Erics Meinung: Ich denke derzeit, dass weder die Xbox One, noch die PlayStation 4 im Weihnachtsgeschäft 2013 die Nase vorne haben wird, zumal Microsoft und Sony wieder den Fehler machen und die Konsole zu einem übermäßig hohen Preis veröffentlichen. Da eine Konsole in der Entwicklung und spätestens in der Produktion jede Menge Gelder der Unternehmen verschlingen wird, kann ich mir einen Preis unter vier- bis fünfhundert Euro nicht vorstellen. Ich gehe daher weiter davon aus, dass die Wii U das Rennen machen wird und sich selbst PlayStation 3 und Xbox 360 besser verkaufen werden. Zumindest die Software wird auf der jetzigen Konsolengeneration deutlich besser abverkauft werden können, denn wenn ein Spiel auf einer aktuellen und einer kommenden Generation gleich doppelt erscheint, dann holen sich die meisten Spieler den Titel ohnehin auf dem System, welches sie schon ihr Eigen nennen. Bei der Wii U war es letztes Jahr leider fast ganz genauso!

Jonas‘ Meinung: Damit bestätigt Indigo Pearl Communications meine Befürchtung bezüglich der Aufnahme der Xbox One, aber noch lange nicht meine Meinung zur Konsole. Microsoft hat schon im Voraus gesagt, dass die Spiele erst auf der Spielemesse gezeigt werden und bevor man voreilige Schlüsse ziehen sollte, hätte man die Electronic Entertainment Expo 2013 ruhig abwarten sollen. Trotzdem ist es verständlich, dass Sony besonders stark ihre zugesprochene Rolle als Gaming-Konsolen-Hersteller wahrnimmt und eine Videospiel-News nach der anderen veröffentlicht.

News: Michael Pachter schlägt wieder zu

Michael Pachter schlägt wieder zu (1)Michael Pachter mag zwar ein umstrittener Videospielmarkt-Analytiker sein, aber es wird wohl einen Grund geben, warum so viele seinen Worten so viel Gehör schenken. Nach seinen neusten Aussagen wird die Xbox One satte vierhundert und die PlayStation 4 350 Dollar kosten – diese Angaben machte er vor der Electronic Entertainment Expo 2013! Über Nintendo spekuliert er, dass bei einem weiteren Abnehmen der Verkaufszahlen und der Unterstützung von großen Publishern, sich die Wii U zu einer reinen First-Party-Konsole entwickeln könne. Das heißt, dass nur noch Nintendo-Entwicklungen auf der Konsole veröffentlicht werden.

Erics Meinung: Wie man gesehen hat, lag Michael Pachter falsch und die Konsolen kommen zu einem überhöhten Preis in den Handel. Die Exklusivtitel finde ich derzeit auf der Xbox One zwar besser, aber Microsoft weiß einfach nicht (mehr), wie man eine gute Konsole vermarktet. Online-Zwang, Gebrauchtspielsperre, das Aufzwingen von Kinect und der zu hohe Preis von fünfhundert Euro sprechen nicht gerade für die Konsole. Bei der PlayStation 4 ist der Preis zwar ebenfalls zu hoch angesetzt, aber zumindest geht Sony den kundenfreundlichen Weg! Ob sich die Wii U zu einer reinen First-Party-Konsole entwickeln wird, mag ich ebenfalls noch bezweifeln. Es erscheinen zumindest in den nächsten sechs Monaten noch reichlich Spiele für Nintendos Konsole und wenn es das japanische Traditionsunternehmen schaffen sollte, mit einer möglichen Preissenkung gegen die Konkurrenz erfolgreich sein wird, werden auch weiterhin Spiele von Ubisoft und Co. auf der Wii U erscheinen.

Jonas‘ Meinung: Die Preise klangen schon einmal realistisch, auch wenn diese im Endeffekt noch übertroffen worden. Ich dachte erst, dass Microsoft seine Konsole für den gleichen Preis, wenn nicht sogar preiswerter anbieten wird. Die Aussage über die Wii U kann ich dagegen nicht nachvollziehen, denn spätestens dann, wenn die größeren Nintendo-Marken Ende oder Anfang nächsten Jahres anlaufen, wird sich das Gerät sofort um einiges besser verkaufen. Und dann will natürlich keiner der großen Publisher und Entwickler zu kurz kommen. Das erkennen wir auch am 3DS, der anfangs auch alles andere als gut lief.

Special: Ubisoft auf der E3 2013

Ubisoft E3 2013 (1)Im letzten Jahr konnte uns Ubisoft mit seiner Pressekonferenz auf der Electronic Entertainment Expo alle überzeugen – ob das daran lag, dass die Konferenz so überragend war oder die Konkurrenz kaum etwas bieten konnte, sei einmal dahingestellt.

Ubisoft E3 2013 (2)Den rockigen Start macht der Musiker Jerry Cantrell mit einem Gitarren-Live-Auftritt, um gleich einmal die Aufmerksam des Publikums vollends auf sich zu ziehen. Gleichzeitig bewirbt er auch noch einen neuen Teil der Rocksmith-Reihe, die so genannte All New 2014 Edition. Schnell wird er aber von Aisha Tyler abgelöst, die schon letztes Jahr die Präsentation erfolgreich geleitet hat. Sie selbst bezeichnet das neue Rocksmith-Spiel als die beste und zugleich schnellste Möglichkeit, um den Umgang mit einer Gitarre zu erlernen. Für Tyler, selbst eine überzeugte Gamerin, ist die Electronic Entertainment Expo eine der besten Zeiten des Jahres und deswegen scheint sie auch sichtlich froh zu sein, auf der Bühne von Ubisoft zu stehen. Zunächst schenkt sie aber noch Spielen Aufmerksamkeit, die schon demnächst erscheinen werden. So geht der französische Konzern noch einmal auf Splinter Cell: Blacklist und auf Rayman Legends in Form von einem Trailer genauer ein und nennt natürlich noch einmal die genauen Erscheinungstermine, damit auch keiner diese Top-Titel verpasst. Neuer dagegen ist das extrem bunte The Mighty Quest, ein Burgen-Simulator, in dem wir unsere eigenen Festungen errichten, mit Fallen bestücken und schließlich gegen feindliche Spieler verteidigen, die es natürlich auf unsere Schatzkammer abgesehen haben.

Grafische Kontraste

Ubisoft E3 2013 (3)Bunt geht es mit einer kurzen Meldung zu South Park: The Stick of Truth weiter. Das Spiel soll nämlich noch dieses Jahr erscheinen. Lang will man sich mit der Zeichentrickadaption nicht aufhalten und schwenkt lieber direkt zu einem Genre über, dass für Ubisoft noch relativ neu ist. Dafür lässt sich auch Yves Guillemot, seines Zeichens CEO von Ubisoft, auf der Show-Bühne blicken und kündigt stolz The Crew an. Dieses Rennspiel will die gesamten Vereinigten Staaten von Amerika zu seinem einzelnen Schauplatz machen und besonders von den diversen Kulissen, die das Land bietet, profitieren. So sollen neben unterschiedlichen Städten auch schneebedeckte Gebirge sowie offene Felder befahren werden können. Im Mittelpunkt steht die Konnektivität mit anderen Spielern, mit denen wir unterschiedliche illegale Rennmissionen erledigen und infolgedessen des Öfteren von der Polizei fliehen müssen. Das Spiel nimmt sich viel vor und bis jetzt ist es auch alles andere als grafisch auf einer Höhe mit vergleichbaren aktuellen Rennspielen. Wie groß die Spielwelt aber im exakten Vergleich zu Titeln wie Forza Horizon ist, lässt sich nur erahnen. Die Grafikbombe Watch Dogs profitiert davon gleich doppelt, denn zu dem ansehnlichen Open-World-Action-Spiel im Zukunftsszenario gibt es einen neuen Trailer mit einer neuen Gameplay-Demo zu bestaunen.

Keine Ubisoft-Konferenz ohne Assassinen

Ubisoft E3 2013 (4)Im direkten Kontrast wird das ganze mit Just Dance 2014 aufgelockert, dass zum Glück nur mit einem kurzen Ankündigungsvideo beworben wird. In die Läden kommt das Tanzspiel schon in diesen Oktober. Interessanter wird es mit Rabbids Invasion. Dahinter verbirgt sich nicht etwa nur ein neuer Rabbids-Ableger, sondern gleich eine ganze Fernsehserie, die sogar interaktiv mit Minispielen auf Touchscreen-Geräten beeinflusst werden können soll. Wie genau das allerdings vonstatten geht, will uns Ubisoft noch nicht verraten. Viel zu viel Zeit schenken die Franzosen dagegen Assassin’s Creed IV: Black Flag. Die zwei dazugehörigen Videoclips bestätigen noch einmal, dass nun auch das Assassinentum auf den Weltmeeren weitergeführt wird. Danach kündigt Ubisoft noch zwei Nachfolger der Erfolgsmarke Trials Evolution an – einen für mobile Geräte und einen für die großen Konsolen. Und zum Schluss kommt noch Massiv Entertainment auf die Bühne, um über ihren Online-Multiplayer-Third-Person-Shooter mit Rollenspielelementen, Tom Clancy’s The Division, zu reden. Es spielt in einem Endzeit-Setting, an dem ein verheerender Virus schuld ist. Parallelen zu anderen Tom-Clancy-Reihen wie zu Splinter Cell sind anhand des Interface-Designs und nicht zuletzt des Charakter-Movements eindeutig zu erkennen. Mit diesem Spiel wird die Pressekonferenz erfolgreich beendet.

Geschrieben von Jonas Maier

Erics Fazit (basierend auf der Ubisoft-Pressekonferenz): Ich habe mir, und dass muss ich ganz ehrlich zugeben, erst in diesem Jahr eine Presssekonferenz von Ubisoft auf der Electronic Entertainment Expo angeschaut. Sonst haben mich nur die drei typischen Konferenzen der Konsolenhersteller interessiert, doch nachdem man mit Watch Dogs im letzten Jahr die Messe für sich gewinnen konnte, habe ich auch der französischen Firma in diesem Jahr eine Chance bekommen. Dass Watch Dogs und Assassin’s Creed IV: Black Flag gezeigt werden, war bereits im Vorfeld klar, doch trotzdem gehören diese Titel mit zu den Highlights der Pressekonferenz. Viel mehr freue ich mich allerdings auf das neue Tom Clancy’s The Division und sogar auf The Crew. Ubisoft versteht es derzeit, entgegen dem Trend der Franchise-Ausschlachtung, neue Franchises zu kreieren. Davon können sich Unternehmen wie Electronic Arts eine Scheibe von abschneiden. Trotzdem kann Ubisoft noch an der Aufmachung der Pressekonferenz üben, denn ich kaufe Aisha Tyler bei Weitem nicht ab, dass sie eine Videospielerin ist. Ihre Kommantere während der Show sind meiner Meinung nach mehr als lachhaft. Da es aber wie immer in erster Linie um die Spiele geht, bin ich doch zufriedengestellt und darf mich mit Splinter Cell: Blaclist auf gefühlt fünf gute bis sehr gute Ubisoft-Titel in den nächsten zwölf Monaten freuen.

Jonas‘ Fazit (basierend auf der Ubisoft-Pressekonferenz): Wie schon im letzten Jahr präsentierte Ubisoft eine sehr offene und lockere Konferenz, was natürlich nicht zuletzt an Aisha Tyler liegt. Davon können sich andere Firmen meiner Meinung nach ruhig eine Scheibe abschneiden. Es ist unverkennbar, dass Ubisoft nun auch in noch unerschlossenen Genres Fuß fassen will und sich das erste Mal so richtig an einem Open-World-Racer und einem Online-Third-Person-Rollenspiel-Shooter, auch wenn es in einem vertrauten Stil designed wird, versuchen will. Ubisoft hat sich nicht auf dem Titel der besten Konferenz aus dem letzten Jahr ausgeruht und konnte auch dieses Jahr mit einer Menge interessanter Spiele begeistern. Schon allein aus psychologischer Sicht war es klar, dass alle Zuschauer auf genau die Enthüllung gewartet haben, die es letztes Jahr in Form von Watch Dogs gegeben hat und die dieses Jahr auf keinen Fall wiederholt werden konnte. Deswegen beendete Ubisoft ihren Auftritt auch nur mit einem akustischen Knall, der den gesamten Saal erhallen ließ, um die Journalisten, egal ob sie eingedöst waren oder nicht, aus den Träumen wieder zurück in die Realität zu holen und ihnen klar zu machen, dass die Präsentation doch ziemlich ordentlich war.

Special: Microsoft auf der E3 2013

Microsoft E3 (1)Schon bei der Vorstellung der Xbox One hatte Microsoft angekündigt, dass die richtigen Spiele erst auf der E3 gezeigt werden sollen. Das Ansehen der noch nicht veröffentlichten Konsole bisher beträchtlich, obwohl Microsoft nun Wort hält und vieles richtig macht.

Microsoft E3 (2)Die Microsoft-Pressekonferenz beginnt nicht mit nebensächlichen Begrüßungen und einer großen Portion Eigenlob, sondern direkt mit den Spielen. Microsofts Aushängeschild Don Mattrick zeigt auf der Bühne mit Hideo Kojima persönlich einen Trailer zu Metal Gear Solid V: The Phantom Pain. Beides, besonders die Präsenz von Kojima, ist schon ein guter Aufhänger, um die Zuschauer zu begeistern und mit weitgreifenden Ankündigungen zu neuen Spielen für die Xbox One fortzufahren. Bevor Microsoft aber mit ihrer neuen Konsole den Schritt in die Zukunft wagt, bleiben wir erst noch in der Gegenwart und bekommen ein neues und abermals schlankeres Xbox-360-Design zu sehen. Die neueste Überarbeitung kommt im Zuge mit neuen Xbox-Live-Ankündigungen, sodass monatlich einige Xbox-360-Spiele kostenlos verteilt werden sollen. Kostenlos ist auch eines der ersten Free-to-Play-Titel für die aktuelle Konsole, denn die Xbox-360-Edition von World of Tanks wird noch diesen Sommer kostenlos zum Download bereitstehen. Zuletzt werden noch für die aktuelle Konsolengeneration ein paar zusammengeschnittene Trailer gezeigt, die kommende Spiele beleuchten. Darunter befindet sich auch Dark Souls II, was leider unglücklicherweise verschoben wurde und nun im März 2014 erscheinen soll.

Im Namen der neuen Xbox One

Microsoft E3 (3)Mit Phil Spencer von den Microsoft Studios fokussiert sich die Präsentation nun vollends auf die Xbox One. Das beginnt direkt mit einem neuen exklusiven Spiel, welches die anwesende Masse sichtlich begeistern kann. Ryse: Son of Rome wird mit einem Trailer und zudem mit umfangreichen Gameplay-Material angekündigt. Noch ist nicht sicher, in welche Richtung das brachiale und blutige Action-Spiel gehen will, aber uns erinnert es schon jetzt an eine Mischung aus God of War und einer Action-Variante von Total Ware: Rome II. Der nächste exklusive Titel folgt sogleich. Forza Motorsport 5 wurde schon bei der Konsolenenthüllung vor einigen Wochen angekündigt, aber nun bekommen wir das erste Mal bewegte Ingame-Grafiken zu sehen. Es scheint, als sei der Ausflug mit Forza Horizon in die arcade-lastige Rennlandschaft abgeschlossen, denn im fünften Teil wird wieder der Realismus der Rennsimulation großgeschrieben. Angeblich erwartet uns sogar der Anbruch einer neuen Ära – jedenfalls im Bezug auf die künstliche Intelligenz, die noch ausgereifter und noch agiler die heißen Rennwagen lenken soll. Danach gab es mehr von Quantum Break zu sehen. Zwar auch nicht mehr ganz so frisch, aber immerhin wollen die Entwickler Remedy neue Storytelling-Methoden entwickelt haben.

Kreative Kreationen dank Kinect

Microsoft E3 (4)Bis jetzt bleiben uns großartige Kinect-Performances erspart. Das ändert sich aber schnell mit Projekt Spark, ein mittels Kinect gesteuerter Landschafts-Designer, der es nicht nur erlaubt, eigene Spielwelten zu kreieren, sondern auch eigene Spielmodi und Spielziele zu definieren. Im Gegensatz zu Minecraft, das übrigens auch für die Xbox One angekündigt wird, erstrahlen hier die eigenen Strukturen in farbenfrohen HD-Texturen und so lebhaft, als wären sie von professionellen Entwicklern zusammengestellt worden oder sogar natürlich gewachsen. Inwiefern dieses sehr offene und freie Erstellen von Welten funktioniert, wird sich wohl erst beim privaten Spielen herausstellen. Wäre damit der Kreativität noch nicht Genüge getan, stolziert als nächstes Marc Whitten, verantwortlich für den Xbox-Live-Service, auf die Bühne und präsentiert uns Upload Studio. Dieses Xbox-One-Programm erinnert stark an die Funktion des Share Buttons der PlayStation 4. Spielszenen können von uns aufgezeichnet, bearbeitet und gespeichert, sowie verschickt und hochgeladen werden. Das alles, ohne das Spiel zu beenden. Zu guter Letzt enthüllt uns Whitten, dass im Zeitalter der unendlichen virtuellen Konnektivität nun auch auf der Xbox One unendlich viele Freunde in der Freundesliste Platz haben werden.

Von Zombies und Soldaten

Microsoft E3 (5)Als nächstes entsendet Capcom zwei Vertreter auf die grüne Bühne, um ein neues Zombie-Spiel anzukündigen. Für das nächste Resident Evil ist es noch zu früh und angesichts der Qualität von Resident Evil 6 sind alle froh, dass es sich doch um Dead Rising 3 handelt. Das nun Open-World-Zombie-Survival-Spiel wird erneut mit innovativen Waffen aufwarten, um die Untoten mit noch derberen Gewaltakten in die Schranken zu weisen. Wir finden, dass das Spiel schon bei seiner Präsentation den Survival-Aspekt wunderbar offenbart, wenn sich unser Charakter allein und primär nur mit provisorischen Blankwaffen ausgestattet durch die offene, von Zombies überflutete Stadt flüchten muss. Das Spiel erscheint noch dieses Jahr ausnahmslos für die Xbox One. Danach folgen kurze Impressionen zu The Witcher 3: Wild Hunt und Battlefield 4 inklusive einer actionzersetzten Gameplay-Demo der Kampagne. Leider bekommen wir keine neuen Informationen zum Herzstück von Battlefield, nämlich dem Multiplayer-Modus, den sich Electronic Arts für seine eigene Konferenz aufheben will. Darauf folgt ein kurzer Teaser zu einem neuen Halo-Ableger. Ob es sich dabei um Halo 5 oder etwas völlig anderem handelt, ist noch unklar. Wir wissen nur, dass das Spiel mit sechzig Bildern pro Sekunde laufen und erst 2014 kommen wird.

Die Katze ist aus dem Sack

Microsoft E3 (6)Zur Abwechslung bezieht sich die nächste Ankündigung nicht auf ein Spiel, sondern auf die Konsole selbst, denn endlich wird der vorläufige Preis und der Erscheinungstermin der Öffentlichkeit mitgeteilt. Das Gerät erscheint entsprechend allen Erwartungen kurz vor Weihnachten, nämlich im November. Die Amerikaner müssen für die Xbox One 499 Dollar hinblättern, wobei wir Europäer dank der mathematisch falschen, aber immerhin simplen und profitablen Umrechnungsformel 499 Euro blechen werden müssen. Um dem Schock beziehungsweise den Freuden Einhalt zu gebieten, holt Microsoft noch einmal tief Luft, um mit der letzten Enthüllung für diesen Abend allen Zuschauern die Sprache zu verschlagen. Das gelingt aber nur teilweise, denn das Erstlingswerk vom neuen Entwicklerstudio Respawn Entertainment namens Titanfall, ist ein weiterer First-Person-Shooter, der sich primär auf den Multiplayer-Part konzentrieren will. Das ist auch verständlich, schließlich sitzen in dem Studio eine Menge ehemalige Call-of-Duty-Entwickler, die nun ihren eigenen Ego-Shooter im Science-Fiction-Gewand produzieren wollen. Der Clou ist, dass der Spieler auch in Mechs beziehungsweise den titelgebenden Titanen, einsteigen darf, um dann noch destruktiver vorzugehen.

Geschrieben von Jonas Maier

Erics Fazit (basierend auf der der Microsoft-Pressekonferenz): Die Konferenz hat mir in erster Linie sehr gut gefallen, da auch einige Titel gezeigt worden, die mich sehr ansprechen. Das fängt mit dem Multiplattformtitel Metal Gear Solid V: The Phantom Pain an, wobei ich mir hier noch nicht ganz sicher bin, ob man den Titel auch für Xbox 360 und PlayStation 3 veröffentlichen wird oder man ihn der neuen Generation vorbehalten möchte. Das Open-World-Spiel im Metal-Gear-Solid-Universum macht echt Lust auf mehr. Ebenfalls interessant ist Ryse: Son of Rome, welches ursprünglich ja auch ein Kinect-Titel werden sollte und wohl jetzt zur Quick-Time-Event-Schnetzelei wird. Da muss aber noch mehr kommen, damit mich das Spiel anspricht. Genauso sieht es auch bei Quantum Break aus. Ich weiß einfach nicht, was hier auf mich zukommen wird, doch macht der Titel Lust auf mehr und ich hoffe sehr, dass wir hier sehr bald von Microsoft mit neuen Informationen gefüttert werden. Zu guter Letzt wäre da noch der fünfte Teil der Forza-Motorsport-Reihe, der wieder einmal mit einer exzellenten Grafik aufwarten kann. Einen Nachfolger von Forza Horizon hätte ich mir zwar mehr gewünscht, aber bei Forza Motosport 5 werde ich früher oder später sicherlich auch zuschlagen müssen. Es fehlt mir jedoch eindeutig an herausragenden Exklusivtiteln. Ich hatte schon felsenfest mit einem vierten Teil von Fable gerechnet und ebenso die Wiederbelebung der Marke Banjo-Kazooie wäre angebracht gewesen. So bleibt die Xbox One zwar interessant, aber für den Preis von fünfhundert Euro werde ich mir Konsole sicher nicht vorbestellen.

Jonas‘ Fazit (basierend auf der Microsoft-Pressekonferenz): Microsoft hat tatsächlich sein Versprechen gehalten und uns eine beachtliche Menge an Spielen gezeigt. Und das Beste daran ist, dass im Gegenzug Kinect, SmartGlass oder neuartige TV-Funktionen überhaupt nicht die Oberhand gewonnen haben. Trotzdem vermisste ich zum Schluss den zündenden Aufhänger. Titanfall sah zwar beeindruckend aus, war aber auch schon im Voraus angekündigt worden und glich anderen Shootern zu sehr, um damit die Präsentation zu beenden. Das ist aber immerhin noch besser, als Nintendos Nintendo-Land-Feuerwerk im letzten Jahr. Insgesamt bin ich aber von Microsoft positiv überrascht. Auf der einen Seite war es eine zutiefst amerikanische Konferenz mit einer Menge Gewalt und Blut – vor allem in Ryse und Dead Rising – aber auf der anderen Seite wurde kaum um den heißen Brei geredet und Microsoft ist direkt zum Punkt gekommen. Den Preis schätzt jeder sehr subjektiv ein und meiner Meinung nach ist er doch zu hoch angesetzt, auch wenn mit jeder Konsole die neue Kinect-Kamera mitgeliefert wird. 

News: Auswirkungen der Xbox-One-Ankündigung

Auswirkungen der Xbox One Ankündigung (1)Microsoft wollte mit der Ankündigung der neuen Xbox One natürlich noch vor der Electronic Entertainment Expo versuchen, Sony die Show zu stehlen. Anscheinend waren aber viele Beobachter nicht minder enttäuscht, sodass nicht nur Sonys Aktien einen ordentlichen Sprung nach oben gemacht haben, sondern auch direkt die Verkaufszahlen eines bisher unterschätzten Konkurrenten gestiegen sind. Die Nintendo Wii U konnte sich umgerechnet um knappe neunhundert Prozent öfter absetzen, als noch vor der Konferenz.

Erics Meinung: Ich habe mir beide Konferenzen, also die von Microsoft und die von Sony angeschaut. Wirklich umgehauen hat mich keine der beiden Präsentationen, auch wenn mir die Xbox One gleich sehr viel sympathischer ist. Ich denke aber nicht, dass die beiden Konsolen sich zum Weihnachtsgeschäft besser als noch die Wii U verkaufen. Die Sache ist die, dass die neuen Konsolen sicherlich an die fünfhundert Euro kosten werden und das kann sich nicht jeder Spieler leisten. Nintendo wird sicherlich eine Reduzierung des Wii-U-Preises in Betracht ziehen und mit tollen Exklusivtiteln womöglich sogar der lachende Dritte sein. Ob ich mit dieser Prognose falsch liege, erfahren wir nächstes Jahr.

Jonas‘ Meinung: Es ist interessant zu sehen, was eine Pressekonferenz doch auch für Auswirkungen auf die Konkurrenz hat. Anscheinend haben wirklich eine Menge Käufer noch auf die Enthüllung der neuen Konsolen gewartet, bevor sie sich für Nintendos Variante entscheiden wollten. Während der Electronic Entertainment Expo 2013 wird es sicherlich nochmal einen Umschwung der Verkaufsverhältnisse geben, auch was die alten Konsolen, also Xbox 360, PlayStation 3 und Wii, betrifft.