Review: Magical Shopping Arcade Abenobashi

Magical Shopping Arcade Abenobashi (1)Japanische Einkaufsstraßen, so genannte Shōtengai, sind ein gesellschaftliches und wirtschaftliches Phänomen, welches sich seit dem Platzen der Spekulationsblase 1989 zu einem ernstzunehmenden Problem entwickelt hat – heute sind viele von ihnen menschenleer gefegt.

Magical Shopping Arcade Abenobashi (2)Die dreizehnteilige Anime-Serie Magical Shopping Arcade Abenobashi beschäftigt sich hintergründig mit diesem Phänomen, denn die beiden Hauptcharaktere Imamiya Satoshi und Asahina Arumi leben in der fiktiven und titelgebenden Einkaufsstraße Abenobashi, welche den realen Vorbildern entsprechend nicht unüblich als ganzes Viertel dargestellt wird. Obwohl die menschenleeren Gassen sehr wohl eine ausreichende Darstellungsweise als Kritik rechtfertigen, baut der Anime vorherrschend auf mythischen und mystischen Elementen auf. So wird das Viertel in allen vier Himmelsrichtungen von Schutzpatronen von äußeren Einflüssen abgeschirmt, doch als die Pelikan-Figur über dem Pelikan-Grill von Arumis Großvater zerbricht, öffnet sich in Abenobashi das Tor in eine andere Dimension. Gejagt von riesigen Pilzen, finden sich Satoshi und Arumi nach einer abenteuerlichen Flucht, in der die Häuserfassaden von Abenobashi wie Filmkulissen umfallen, in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt wieder, die noch dazu von Rollenspiel-Gesetzen beherrscht wird. Dazu kommt, dass bekannte Gesichter aus ihren Familien in der parallelen Dimension ebenfalls auftauchen und sie nur noch mehr verwirren, wo sie sich jetzt eigentlich befinden. Ihr oberstes Ziel ist ihnen und uns als Zuschauer schnell klar: Satoshi und Arumi müssen den Weg in ihre eigene Welt finden.

Interdimensionale Reisen

Magical Shopping Arcade Abenobashi (3)Der Weg zurück nach Hause ist jedoch alles andere als leicht, denn obwohl sie das Portal relativ schnell finden, landen sie nach der Reise in einer weiteren Dimension, die sich von ihrer Realität noch mehr entfernt. Dieses System zieht sich im Anime durch fast sämtliche Folgen, sodass wir in den Genuss abwechslungsreicher Welten kommen. Eine Raumstation, ein Trip nach Hongkong, eine Reise in die Steinzeit oder in die Zwanziger und Dreißiger Jahre mögen zwar zunächst nicht spektakulär klingen, doch sind es die humoristischen Elemente, welche den Anime besonders machen. Der Humor mag zwar in den Dialogen und Monologen, zumindest in der deutschen Synchronfassung, nicht wirklich zur Geltung kommen, doch die Bildsprache ist dafür gespickt mit zahlreichen Anspielungen auf die japanische und US-amerikanische Populärkultur, die uns regelmäßig zum Schmunzeln bringen. Kämpfe mit Robotern sind ebenso dabei, wie riesige Figuren, die gleich einem Kaijū-Film entsprungen sein könnten. Magical Shopping Arcade Abenobashi mangelt es nicht an Ideen und dem Anime gelingt es sogar, die verschiedenen Dimensionen interessant und noch dazu plausibel miteinander zu verbinden. So erhalten wir unter anderem Einblicke in die Aufgaben eines Onmyōji, der zwischen den vorgestellten Welten wandelt und Satoshi bei seinem Werdegang beisteht.

Gut gealterter Anime

Magical Shopping Arcade Abenobashi (4)Überraschenderweise liegt der Anime aus dem Jahr 2002 im 16:9-Bildformat vor und sieht in der 1080p-Auflösung wirklich gut aus. Einzig und allein an den Figuren und ihren Animationen kann man dem Anime die Entstehungszeit ansehen. Während die japanische Tonspur nur in PCM Stereo vorliegt, kann die deutsche Synchronisation mit dem Format Dolby Digital 5.1 punkten. Wer des Japanischen mächtig ist, sollte aufgrund von Authentizität dennoch die japanische Fassung aufgrund von Dialekten vorziehen. Der Anime liegt auf zwei Datenträgern vor, die in einem stabilen Schuber aufbewahrt werden. Während auf der ersten Disc die ersten sieben Episoden enthalten sind, findet man auf der zweiten Disc die letzten sechs Folgen. Bonusmaterial liegt in digitaler Form leider nicht vor. Das ist schade, da wir gerne mehr über die Hintergründe des Animes erfahren hätten. Außerdem wäre es interessant und genau wie der Anime sehr humorvoll gewesen, wie sich die Köpfe hinter dem Projekt für einige Design-Entscheidungen rechtfertigen wollen. Stattdessen winken in physischer Form nur ein Sticker mit einem Motiv zur Serie und ein Poster im DIN-A4-Format mit den Charakteren darauf. Ob diese Dreingaben die Bezeichnung Collector’s Edition rechtfertigen, muss im Endeffekt jeder für sich selbst entscheiden. Unserer Meinung nach wäre hier jedoch mehr möglich gewesen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Magical Shopping Arcade Abenobashi ist ein Anime, dessen Konzept mich sehr an die Neunzigerjahre-Fernsehserie Sliders: Das Tor in eine fremde Dimension erinnert. Auch hier versuchen die Charaktere, den Weg zurück in ihre Heimatwelt zu finden und ähnlicher könnte der Aufbau der Anime-Serie nicht sein. Trotzdem setzt der Anime mit dem Humor, zumindest in der Bildsprache mit aberdutzenden Anspielungen, ganz eigene Akzente. Ständig passiert etwas, was dermaßen unglaubwürdig und oft sehr gewagt ist, über das man sich totlachen kann. Man muss sich auf diese Art von Humor jedoch einlassen, denn während andere Anime ihren Humor auch über Dialoge und Monologe zum Ausdruck bringen, gelingt dies Magical Shopping Arcade Abenobashi kaum bis gar nicht – zumindest in der deutschen Fassung. Im japanischen Original nutzt man Dialekte, die man in der englischen Synchronisation sogar übernommen beziehungsweise ersetzt hat – in der deutschen Fassung fehlt davon jede Spur und ist somit ein großer Fehler, den das dafür zuständige Synchronisationsstudio gemacht hat. Meiner Meinung nach eignet sich der Anime am ehesten dazu, halbstündige Pausen im Tagesablauf zu überbrücken. Wer sich auf den Anime samt seiner Defizite genauso einlässt, wird auch sicherlich sehr zufriedengestellt werden.

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Magical Shopping Arcade Abenobashi!

© GAINAX/ABENOBASHI PROJECT (Abbildungen)

Prime Time: Selector Spread Wixoss (Vol. 1-2) (Unboxing)

Unsere beiden Reviews zur Anime-Serie Selector Spread Wixoss habt ihr mit Sicherheit schon auf unserer Seite entdecken können. Heute folgt wie so oft ein Unboxing-Video, in welchem wir euch beide Volumes und den Schuber vorstellen möchten. Wir wünschen euch dabei viel Vergnügen!

Review: Pac-Man 256

Pac-Man 256 (1)Als der japanische Videospielentwickler Iwatani Tōru 1977 bei Namco anfing, ahnte niemand, welch wichtigen Videospielcharakter er nur ein paar Jahre später erschuf. 2015 erschien mit Pac-Man 256 ein weiterer Serienteil, der sich ganz besonders mit dem Erstlingswerk definiert.

Pac-Man 256 (2)Die ursprüngliche Pac-Man-Spielversion aus dem Jahre 1980 war mit 256 Levels für damalige und teils auch noch für heutige Verhältnisse sehr umfangreich. Allerdings konnte man den letzten Level aufgrund der technischen Gegebenheiten niemals lösen, da er nicht vollständig dargestellt werden konnte. Die fragmentierte Darstellung des Levels nehmen die Entwickler von Hipster Whale und 3 Sprockets als Aufhänger für Pac-Man 256. Denn anstatt wie im Erstlingswerk ein Level nach dem anderen so zu lösen, dass Held Pac-Man alle Pac-Punkte einsammelt und den feindlichen Geistern stets entwischt, gibt es in Pac-Man 256 nur noch ein einziges Level. Hier ist es nicht mehr unsere Aufgabe, sämtliche Pac-Punkte einzusammeln, sondern so lange wie möglich zu überleben. Von allen Seiten tauchen die Spukgestalten auf, welche Pac-Man bei seiner Arbeit behindern wollen. Diese rasen aber nicht wie wild auf den Held des Spiels zu, sondern verhalten sich unterschiedlich; genauer gesagt ihrer Farbe entsprechend. Wie im Erstlingswerk haben Pac-Mans Gegner unterschiedliche Farben, woran wir ihr Verhalten vorausahnen können. In brenzligen Situationen ist dies auch bitter nötig! Wir dürfen nicht nur den Gang des Labyrinths vor uns betrachten, sondern müssen auch die anderen Schächte im Auge behalten, damit wir vorausschauend agieren und fliehen können.

Stilistisch-fragmentierter Motivationsschub

Pac-Man 256 (3)Während es in Pac-Man von 1980 nur die Power-Pille gibt, mit der Pac-Man temporär seinen Feinden überlegen ist und sie fressen kann, stehen uns nun deutlich mehr Möglichkeiten zur Verfügung, die Gegner unschädlich zu machen. Laser-Strahlen, Wirbelstürme und Flammen, die aus dem Boden schießen, sind nur drei der vielfältigen Angriffsmöglichkeiten. Um diese im Spiel benutzen zu können, müssen wir sie jedoch freischalten, indem wir massenhaft Pac-Punkte einsammeln. Zusätzlich dürfen wir sie dann mit verdienten Goldmünzen, die wir entweder vom Boden aufklauben oder für bestimmte Herausforderungen verdienen, bis zu acht Mal verbessern. Dadurch erhalten wir für das Besiegen von Geistern mehr Punkte und die jeweilige Fähigkeit hält länger an. Wir dürfen uns im Spiel allerdings nicht ausruhen, da das stilistisch-fragmentierte Bildschirmende ebenfalls nach unserem Leben trachtet, wenn wir zu lange an einem Ort verharren. Das Zusammenspiel aus Zeitdruck, motivierenden Belohungen und dem Drang, Power-ups ständig zu verbessern, geht auf. Noch spaßiger ist Pac-Man 256 jedoch im Mehrspielermodus, in welchem wir (leider nur lokal) vor einem Bildschirm zusammen mit bis zu drei Freunden auf Punktejagd gehen. Zur Unterscheidung stehen diverse Figurenmodelle zur Verfügung und das Level-Aussehen dürfen wir auch einzeln verändern.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Ich muss zugeben, dass ich die meiste Zeit meines Pac-Man-Lebenslaufs mit den Spin-offs Pac-in-Time und Pac-Attack ausfülle. Das ursprüngliche Pac-Man habe ich selbst tatsächlich erst durch die Virtual-Console-Fassung für die Wii nachgeholt. Der Klassiker ist ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Arcade-Spielhalle, doch einen besonderen Einfluss auf andere Spiele hatte Pac-Man kaum. Umso erfreulicher ist es, dass das Pac-Man-Franchise viele Einflüsse von anderen Spielen erhalten hat und sich jetzt sogar selbst auf ironische Art und Weise am Erstlingswerk inspirieren lässt. Pac-Man 256 ist nicht nur ein Spiel für Nostalgiker, sondern auch ein Titel, der sich an jene Menschen richtet, die noch nie einen Teil der langjährigen Reihe gespielt hat. Durch zeitgemäße Gameplay-Elemente, wie das Aufstufen von Fähigkeiten und dem ständigen Motivationsschub durch das stilistisch-fragmentierte Bildschirmende, welches zu neuen Höchstleistungen anspornt, ist Pac-Man 256 ein Paradebeispiel dafür, wie man angeblich verstaubte Spielideen mit neuer Lebenskraft wieder beseelen kann. Ich bin schon sehr gespannt darauf, welche kuriosen Ideen das Pac-Man-Franchise in den nächsten Jahren noch durchleben wird.

Vielen Dank an Bandai Namco für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pac-Man 256!

Review: The Kingdom of Dreams and Madness

The Kingdom of Dreams and Madness (1)Als Miyazaki Hayao am 1. September 2013 bekanntgegeben hat, dass er in den Ruhestand gehen wird, brach für viele Studio-Ghibli-Fans eine Welt zusammen. Trotz seines hohen Alters war es Miyazaki immer noch möglich, fantastische und tiefsinnige Filme zu kreieren.

The Kingdom of Dreams and Madness (2)Obwohl Miyazaki betont, dass der Firmenname von Studio Ghibli tatsächlich nur ein Name sei und genau wie das Unternehmen eines Tages verschwinden wird, verbinden zahlreiche Anime-Fans auf der ganzen Welt besondere Erlebnisse und vor allem Erinnerungen mit den von Miyazaki und seinem Team geschaffenen Werken. Prinzessin Mononoke, Chihiros Reise ins Zauberland oder Die letzten Glühwürmchen sind nur drei dieser Filme aus einer ganzen Riege von unvergleichlichen Anime, die seit der Firmengründung 1985 veröffentlicht worden sind. Die Dokumentation mit dem hervorragend ausgewählten Titel The Kingdom of Dreams and Madness geht auf die Entwicklungsgeschichte solcher Anime anhand der Filme Wie der Wind sich hebt und Die Legende von Prinzessin Kaguya aus dem Jahr 2013 ein. Von Regisseurin Sunada Mami werden wir in den Jahren 2012 und 2013 zwar nicht durch den Entstehungsprozess der Filme, aber sehr wohl durch die Fertigstellung in Form von Pressekonferenzen, Synchronisationsarbeiten und Ideenfindung geleitet. Besonders letztere ist prägnant für den Titel der Dokumentation, denn während gezeigt wird, wie die Träume von Miyazaki und seinen Mitarbeitern in die Filme einfließen, wird auch schnell klar, dass die Produktion eines Anime dieser Größenkategorie Schwerstarbeit ist und gelegentlich etwas unorganisiert abläuft.

Kinderlieber Miyazaki Hayao

The Kingdom of Dreams and Madness (3)Vordergründig wird zwar die Arbeit des gesamten Teams von Studio Ghibli behandelt, doch Sunada kann nicht leugnen, dass ihr Hauptaugenmerk bei den bewusst amateurhaft und somit besonders natürlich gehaltenen Filmaufnahmen auf der Vorstellung von Miyazaki selbst lag. So erfahren wir einige Details über den Werdegang des Künstlers, der bei Tōei Animation angefangen und unter anderem an der Anime-Serie Heidi mitgearbeitet hat. Dabei lernte er auch Takahata Isao kennen, der ebenfalls an der Gründung von Studio Ghibli beteiligt war. In der Dokumentation wird Takahata zwar ständig erwähnt, tritt tatsächlich selbst aber nur ganz am Rande auf. Wie Sunada in der Dokumentation anmerkt, redet Miyazaki sehr gerne und viel. Ständig bemerken wir, wie er aus dem Nähkästchen plaudert und mit den Zuschauern in Erinnerungen schwelgen will. Wir erfahren höchst interessante Fakten über seinen Vater und seine Kindheit. Letztere scheint ihm besonders wichtig zu sein, da einer seiner vielen Zielgruppen in seinen Werken schließlich Kinder sind. So wird er in der Dokumentation glaubhaft und nachvollziehbar als kinderlieber Mensch dargestellt, welcher jüngeren Generation gerne Sachverhalte erklärt. Kinder würden beispielsweise immer sofort bemängeln, wenn seine Stoffziegen, die einer Heidi-Ausstellung entspringen, nicht am Fenster stehen würden.

Einblicke in den Produktionsalltag

The Kingdom of Dreams and Madness (4)Man hört Miyazaki gerne zu und ist wissbegierig, mehr über ihn zu erfahren und von seinen Weisheiten zu gesellschaftlichen und politischen Themen zu lernen. Neben Miyazaki und Takahata kommt Suzuki Toshio zu Wort, der damals noch als Produzent tätig war und nach Miyazakis Rücktritt Teile der Leitung des sich in der Umstrukturierung befindlichen Unternehmens übernommen hat. Wer nach der 118 Minuten langen Dokumentation weitere Informationen über Studio Ghibli sammeln möchte, wird im Bonusmaterial bei der Kurzdokumentation Ushiko erkundet fündig. Hier sollen wir Ushiko, der Hauskatze von Studio Ghibli, bei einem Tag im Studio aus ihrer Sicht folgen, doch viel mehr gibt uns die halbstündige Kurzdokumentation Einblicke ins (äußere) Studiogeschehen. Einzig und allein der im Bonusmaterial angepriesene Kurzfilm ist uninteressant, da er nur Szenen aus der Dokumentation zeigt und keinen Mehrwert bietet. Die Dokumentation und das Bonusmaterial liegen im 16:9-Format (1,85:1) in einer Auflösung von 1080p bei 24 Bildern pro Sekunden vor. Eine deutsche Synchronisation gibt es nicht, der Film hat nur eine japanische Tonspur im Format DTS-HD Master Audio 5.1 inklusiver (abschaltbarer) deutscher Untertitel. Uns gefällt diese Entscheidung, keinen deutschen Sprecher über die Tonspur zu legen, um Authentizität zu bewahren, sehr.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Dokumentation The Kingdom of Dreams and Madness aus dem Jahr 2013 stellt wunderbar die letzten (richtigen) Arbeitstage von Miyazaki Hayao und den Produktionsalltag im Studio Ghibli vor. Beim Anschauen sind mir viele interessante Details im Gedächtnis geblieben, über die ich mich stundenlang mit Freunden unterhalten kann. Die Filmaufnahmen wirken durchgehend natürlich und geben somit einen sehr realistischen Einblick in den Alltag des Künstlers und seiner Mitarbeiter. Beim Ansehen habe ich mir vorgestellt, dass ich tatsächlich selbst vor Ort gewesen wäre, um den kreativen Köpfen über die Schulter zu schauen und neben Hauskatze Ushiko ein Mittagsschläfchen einzulegen. Schade nur, dass die 118 Minuten absolut nicht ausreichen, um einen ausreichenden Gesamtüberblick über Studio Ghibli zu liefern. Trotzdem sollte jeder Fan der Werke aus dem Hause Studio Ghibli der Dokumentation eine Chance geben, denn einen weiteren vergleichbaren Einblick, vor allem mit Miyazakis Mitarbeit, wird es in dieser Form bei der aktuellen Lage des Studios so schnell wohl nicht wieder geben.

Vielen Dank an Universum Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Kingdom of Dreams and Madness!

Prime Time: One Week Friends (Vol. 1-2) (Unboxing)

Begleitend zu unseren beiden Reviews zur Anime-Serie One Week Friends möchten wir euch heute einen kurzen Einblick in die Gestaltung beider Volumes geben. In unserem Unboxing-Video zeigen wir euch, auf welche Feinheiten ihr euch einstellen dürft. Viel Spaß beim Anschauen!

Prime Time: Dragon Ball Z Kai (TV-Serie, Box 2) (Unboxing)

Das Dragon-Ball-Franchise ist und bleibt ein großes Thema auf unserer Internetpräsenz. Nachdem wir euch bereits das Review zu zweiten Dragon-Ball-Z-Kai-Serienbox präsentiert haben, stellen wir euch heute auch unser Unboxing-Video vor. Wir wünschen dabei viel Spaß!

Prime Time: Rush Hour – Triple Pack (Unboxing)

Jackie Chan erreichte nicht nur im Hongkong-Kino Weltruhm. Ihm gelang auch der Durchbruch in Hollywood. Eines der bedeutensten Werke ist dabei der Film Rush Hour, der mit Rush Hour 2 und Rush Hour 3 gleich zwei Fortsetzungen erhalten hat. In unserem Unboxing-Video stellen wir euch diese Kollektion vor. Viel Spaß!

Review: Nokan – Die Kunst des Ausklangs

Nokan - Die Kunst des Ausklangs (1)Während hierzulande ständig neue chinesische und südkoreanische Filme erscheinen, werden  Werke aus Japan sehr viel weniger beachtet. Mit Nokan – Die Kunst des Ausklangs erschien 2008 in Fernost ein Film über Liebe, Familie, Musik und zu guter Letzt das Tabuthema Tod.

Nokan - Die Kunst des Ausklangs (2)Die Geschichte des Films handelt vom Cellisten Kobayashi Daigo. Sein lang gehegter Traum, Teil eines anerkannten Orchesters zu werden, ist endlich in Erfüllung gegangen. Dafür hat er sogar einen Kredit für ein teures Cello aufgenommen. Allerdings verliert Daigo seine Anstellung, als das Orchester schon kurz darauf aufgelöst wird. Um die hohen Mieten in Tōkyō zu umgehen, beschließen er und seine Frau Mika in Daigos alte Heimat zu ziehen. Hier versuchen sie in seinem Elternhaus einen Neustart zu wagen. Während Mika die Möglichkeit hat, freiberuflich arbeiten zu können, sieht sich Daigo gezwungen, eine Festanstellung zu suchen. Er wird in der Zeitung prompt fündig und vereinbart ein Bewerbungsgespräch bei einem vermeintlichen Reisebüro. Allerdings erfährt Daigo erst vor Ort, dass es sich hierbei um ein Unternehmen handelt, welches die Menschen auf ihrer letzten Reise begleitet. Da Berufe, die etwa mit Tod zu tun haben, in Japan gemeinhin als „unrein“ gelten, möchte Daigo einen Beruf in der Branche tunlichst vermeiden. Als sein künftiger Arbeitgeber Sasaki Shōei ihm jedoch ein großzügiges Angebot macht, das seine Gehaltsvorstellungen übertrifft, willigt er ein. Die Handlung des Films zieht sich über mehrere Monate, in der Daigo von seinem Chef angelernt wird. Zudem muss Daigo versuchen, seinen neuen Beruf vor seiner Frau geheimzuhalten.

Aufgaben eines Nōkanshi

Nokan - Die Kunst des Ausklangs (3)Der deutsche Titel wird für einen Japaner irreführend sein, da die Transkription einen völlig falschen sprachlichen Zusammenhang übermittelt, der an dieser Stelle nicht thematisiert werden muss. Mit dem Filmtitel ist in Wahrheit der Begriff Nōkan gemeint, den man unter anderem oder vielleicht sogar am besten als Einsargung übersetzen kann. Ausgeführt wird die Einsargung von einem Nōkanshi, wenn heutzutage auch nur noch in etwa einem Fünftel aller Fälle. Das Arbeitsspektrum des Berufs legt den Schluss nahe, dass ein Nōkanshi wohl mit dem hierzulande als solchen bezeichneten Bestatter und möglicherweise gar dem Totengräber gleichzusetzen sei. Das ist so definitiv nicht korrekt und das sagt und zeigt der Film in mehreren Szenen in Form der Tagesabläufe der Charaktere und Dialogen deutlich. Nōkanshi sind viel mehr Leichenwäscher und sind dem in Deutschland fast schon gänzlich ausgestorbenen Beruf des Heimbürgen nicht unähnlich. Die Vorbereitung auf die letzte Reise haben Nōkanshi im Lauf der japanischen Geschichte durchorganisiert und ritualisiert. Diese aufwendig und sorgfältig durchgeführte Zeremonie zeigt Hauptdarsteller Motoki Masahiro im Film sehr deutlich anhand gewissenhafter Bewegungen. Das liegt daran, dass er die Aufgaben eines Leichenwäschers von einem echten Nōkanshi in Vorbereitung auf den Filmdreh erlernt hat.

Gesellschaftskritischer Film

Nokan - Die Kunst des Ausklangs (4)Die andere Seite des Rituals wird im Film nicht vernachlässigt. Regisseur Takita Yōjirō hat vorbereitend auf den Filmdreh solche Zeremonien besucht, um die Gefühle der Hinterbliebenen noch besser nachvollziehen und im Film verarbeiten zu können. Ebenso wird reichlich der Konflikt zwischen Daigo und seiner Frau, seinen Freunden und seinen Bekannten geschildert. Obwohl man meinen könnte, dass diese Aufgabe ehrenwert sei, wird sie in Japan überwiegend nicht geschätzt. Das gesellschaftskritische Phänomen ist und bleibt integraler Bestandteil des Films, der mit vielen Drama-Elementen ausgeschmückt und einem unglaublich gut passenden Humor unterstrichen wird. Dazu kommt, dass die Glaubwürdigkeit des Films mit einem Feingefühl bei der Auswahl für die richtigen Darsteller abgerundet wird. Obwohl der Film bereits 2008 in Japan erschienen ist, mussten deutsche Zuschauer bis 2009 auf eine der raren Vorstellungen in Kinos oder sogar bis 2010 auf die DVD-Veröffentlichung warten. Auf der technischen Ebene ist der Film auf DVD zufriedenstellend. Das Bild ist stets klar und kann vor allem mit hübschen Landschaftsbildern im Wandel der Jahreszeiten aus der Präfektur Yamagata punkten. Unterlegt wird das Geschehen mit einem wunderschönen Soundtrack von Hisaishi Jō. Das Bonusmaterial fällt mit einem kurzen Interview leider sehr sparsam aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Okuribito, wie der Film im Original heißt, ist ein sehr schöner und zugleich sehr trauriger Film geworden. Er beweist, dass sich humorvolle und elegische Elemente nicht beißen müssen. Vor der landschaftlichen Idylle Yamagatas, die gar im Wandel der Jahreszeiten gezeigt wird, wird eine wunderbare Geschichte über Liebe, Familie und das Abschiednehmen erzählt. Kein gesellschaftskritischerer Hintergrund als das Tabuthema Tod, das besonders in Japan vorhanden und ein womöglich kaum oder gar zu wenig thematisiertes Tabu ist, hätte man nehmen können, um die Handlung zu erzählen. Dazu kommt, dass die Schauspieler ihre Rollen unglaublich gut verkörpern und dem Film eine ganz eigene Note verpassen. Ob der Film im Land der aufgehenden Sonne nun zur Verständigung beiträgt oder gar ein gesellschaftliches Umdenken einlenkt, darf in erster Linie natürlich einmal bestritten oder zumindest bezweifelt werden. Als künstlerisches Gut ist der Film von Takita Yōjirō jedoch unbestreitbar ein Meisterwerk geworden, das 2009 zudem zu Recht den Oscar für den besten fremdsprachigen Film erhalten hat – eine Auszeichnung, die trotz weniger Nominierungen kein japanischer Film seit über einem halben Jahrhundert mehr erhalten hat. Nokan – Die Kunst des Ausklangs sollte unbedingt von jedem Filmliebhaber und jedem Interessierten an der japanischen Kultur und Gesellschaft angeschaut werden.

Vielen Dank an Kool Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Nokan – Die Kunst des Ausklangs!

Prime Time: One Piece (TV-Box 10 + Film 9) Unboxing

Vor einiger Zeit haben wir euch die zehnte Serienbox und den neunten Film von One Piece ausgiebig vorgestellt. Wie immer möchten wir unsere beiden Reviews mit dem folgenden Unboxing-Video ergänzen. Wir wünschen euch viel Spaß mit unserem Video und natürlich wie immer auch hier gute Unterhaltung!

Review: Uncharted 4: A Thief’s End

Uncharted 4 - A Thief's End (1)Auf Uncharted 4: A Thief’s End haben Fans des Abenteurers Nathan Drake viele lange Jahre warten müssen. Dies führte unweigerlich dazu, dass die Erwartungen ins Unermessliche stiegen. Entsprechend kann das Spiel von Entwickler Naughty Dog nur bedingt zufriedenstellen.

Uncharted 4 - A Thief's End (2)Vier große Abenteuer hat Nathan Drake in Videospielform bereits erlebt und spätestens bei Uncharted 3: Drake’s Deception zeigte sich, dass der Reihe die Puste ausgeht. Uncharted 4: A Thief’s End führt das Konzept, den Fokus auf die Story und weniger aufs Gameplay zu verlegen, konsequent fort. Diesmal beschäftigt sich die Handlung nämlich nicht nur mit Nathan, sondern auch mit seinem Bruder Samuel. Seit Kindheitstagen sind die Brüder auf der Suche nach der Beute von Kapitän Henry Every. Schätzungsweise soll das Gold vierhundert Millionen US-Dollar wert sein, weshalb die beiden nicht die einzigen sind, die nach dem Schatz suchen. Nathans Konkurrent Rafe Adler tut sich mit Nadine Ross, der Chefin einer Söldnergruppe zusammen, um Nathan zuvorzukommen. Gemeinsam mit Nathans langjährigen Freund Victor Sullivan machen sich die beiden Brüder auf, um das Geheimnis von Pirat Every zu lüften und das Gold zu finden. Nach wie vor wird die Geschichte sehr spannend erzählt und wird diesmal sogar tiefgründiger. Wir erhalten neue Erkenntnisse über Nathans Familiennamen und erhaschen Einblicke in sein Eheleben mit Elena. Dieses ist auch elementarer Bestandteil der Geschichte, denn nach Uncharted 3 wollte sich Nathan eigentlich endgültig von der teils illegalen Schatzsucherei verabschieden, um sein Eheleben genießen zu können.

Mehr Story, weniger Gameplay

Uncharted 4 - A Thief's End (3)Die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den sechs Hauptfiguren werden abermals glaubhaft dargestellt und mit viel Witz und ernsten Dialogen unterlegt. Rückblicke auf gemeinsame Abenteuer oder das Herumblödeln beim Spielen an der PlayStation verleihen der Geschichte Authentizität. Selbst beim Herumklettern im Dschungel unterhalten sich die Charaktere miteinander. Das finden wir wirklich gut, da wir so jederzeit Einblicke in das Leben und Innenleben der Protagonisten und Antagonisten bekommen. Der Fokus bewegt sich in Uncharted 4 noch weiter weg vom Gameplay als beispielsweise der dritte Teil der Nathan Drake Collection. Zwar ist die bekannte Uncharted-Formel, die sich aus Erkunden, Schusswechsel und Verfolgungsjagden auseinandersetzt, immer noch spürbar, doch auch gefühlt auf ein Minimum reduziert. Das mag auch daran liegen, dass sich der Titel mehr wie ein Stealth-Shooter anfühlt, als ein Action-Adventure. Bei nahezu jedem Feindkontakt versucht uns das Spiel die lautlose Methode, Gegner auszuschalten, aufzudrängen. Natürlich dürfen wir jederzeit zur Waffe greifen und ordentlich Rabatz machen, doch selbst dann sind die Schießereien bei Weitem nicht so intensiv wie noch in den ursprünglichen PlayStation-3-Abenteuern. Wer das bei einem Teil der Uncharted-Reihe braucht, wird hier leider definitiv enttäuscht werden.

Aufgewärmtes und Unausgegorenes

Uncharted 4 - A Thief's End (4)Wahnsinnig neue Ideen sucht man in Uncharted 4 ohnehin vergebens. Es werden außerdem weitgehend dieselben Stil-Elemente beim Wechsel eines Gebietes verwendet, wie noch bei der Nathan Drake Collection. Neuerdings kann man noch an steilen Abhängen herunterrutschen oder mit einem Fanghaken über Abgründe schwingen, doch ist das nur ein kalter Tropfen auf den heißen Stein. Viel besser gefallen uns da schon ansatzweise die Open-World-Abschnitte. Die Steppe von Madagaskar oder eine Insel in der Karibik können von uns mit Jeep und Boot nahezu frei erkundet werden. Leider gibt es in diesen Gebieten nur wenig zu tun, wie beispielsweise das Suchen nach Schätzen, mit denen wir dann Bonusinhalte im Hauptmenü erwerben können. Trotzdem tut das Gefühl der Freiheit der sonst mit Schlauchlevels besetzten Reihe sehr gut. Bei einem möglichen Nachfolger sollten die Entwickler in Betracht ziehen, größere Teile des Spiels so zu gestalten. Obwohl Uncharted 4 in puncto Gameplay nur wenige Mechaniken und noch weniger Überraschungen bietet, kann der Titel vor allem in der zweiten Spielhälfte mit fantastischer Grafik und clever eingesetztem Soundtrack punkten. Wer nach dem langwierigen Abenteuer, das aber nie wirklich langweilig wird, immer noch Lust auf mehr hat, kann sich in den netten Online-Mehrspielermodus stürzen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Nachdem ich erst im Verlauf der letzten Monate die Uncharted-Reihe nachholen konnte, war ich umso mehr auf Uncharted 4: A Thief’s End gespannt. Bei Uncharted 3: Drake’s Deception war ich allerdings schon etwas ermüdet. Am Gameplay hat sich nur wenig getan und der Fokus wurde verstärkt auf die Handlung gelegt. Bei Uncharted 4 habe ich sehr gehofft, dass den Entwicklern hier der Spagat gelingt, Handlung und Gameplay gleichmäßig zu behandeln. Leider haben sie es nicht geschafft. Das macht Uncharted 4 zwar zu keinem schlechten Spiel, aber definitiv nicht zu dem Titel, den ich mir erhofft hatte. Fast sämtliche Gameplay-Elemente habe ich schon in den vorherigen Ablegern gesehen und die wenigen Neuerungen kann man gleich an einer Hand abzählen. Dazu kommt, dass sich Uncharted 4 bei Feindkontakten weniger wie ein actionreiches Abenteuer, sondern mehr wie ein Stealth-Shooter anfühlt. Auch das funktioniert zwar, passt aber einfach nicht so wirklich zur Reihe. Gut gelungen sind meiner Meinung nach die Open-World-Abschnitte des Spiels. Sie sehen nicht nur fantastisch aus, sondern bieten jede Menge Möglichkeiten, die Spielwelt zu erkunden. Warum man sich nicht verstärkt auf dieses Konzept verlassen hat, um der Uncharted-Reihe frischen Wind in die Segel zu setzen, ist mir ein Rätsel. Schlussendlich habe ich Uncharted 4 also nicht so gerne gespielt wie noch die vorherigen Abenteuer. Das Spiel bietet mir zu wenig Gameplay und eine zu gestreckte Story. Trotzdem kann man dem Titel gerade wegen der interessanten Handlung, die diesmal auf übernatürliche Inhalte gänzlich verzichtet, eine Chance geben. Das erhoffte Must-Have für die PlayStation 4 ist der Titel unterm Strich aber definitiv nicht geworden – dafür hätten die Entwickler viel mehr wagen und leisten müssen.

Vielen Dank an Sony Computer Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Uncharted 4: A Thief’s End!

Prime Time: Aldnoah.Zero (Vol. 1-4) (Unboxing)

In unseren Reviews konntet ihr euch von der Qualität der Anime-Serie Aldnoah.Zero schon einmal überzeugen. In unserem Unboxing-Video dürft ihr euch nun auch ein Bild der optischen und haptischen Gestaltung der vier Volumes machen. Viel Spaß!

Review: Love, Chūnibyō & Other Delusions! (Vol. 3)

Love, Chūnibyō & Other Delusions (Vol. 3) (1)Togashi Yūta und seine Freunde werden mit einem Problem nach dem nächsten konfrontiert. Erst stand die Ostasiatische Mittagsschlaf-Vereinigung für Magie des Sommers kurz vor dem Ende und jetzt hat sich Takanashi Rikka auch noch unsterblich in den armen Yūta verliebt.

Love, Chūnibyō & Other Delusions (Vol. 3) (2)Die siebte Episode der dreizehnteiligen Anime-Reihe Love, Chūnibyō & Other Delusions! ist für den einen oder anderen Zuschauer vielleicht etwas aufwühlend gewesen. Wir haben erfahren, dass Rikkas Vater vor drei Jahren das Zeitliche gesegnet hat und sie seit seinem Tod nicht mehr mit ihrer Mutter spricht, weshalb sie auch bei ihrer Schwester Tōka lebt. Tōka verlangt von Yūta, dass er sich um ihre kleine Schwester kümmert, damit sie vielleicht nicht direkt mit ihrer Mutter spricht, aber zumindest ihr Verhalten ablegt. Rikka leidet nämlich, zumindest so wie es bisher gehandhabt wurde, am so genannten Achtklässlersyndrom und ist durch ihr populäres Verhalten mehr als auffällig und lebt in ihrer eigenen Welt. Yūta merkt während des Sommerurlaubs in Rikkas Heimat bei ihren Großeltern jedoch, wie sehr sie ihren Vater vermisst und sie deshalb dieses Verhalten an den Tag legt. Als Rikka dann auch noch wegläuft, beschließt er, nicht mehr auf Tōka zu hören und Rikka auf seine und ihre eigene Weise zu helfen. Diese Entscheidung soll jedoch ihr beider Leben verändern, denn als Yūta Rikka endlich findet, befindet sie sich schon längst in der Bahn zurück in die Stadt. Da sie in ihrer Eile aber ihren Schlüssel vergessen hat, muss sie bei Yūta übernachten. Während der Nacht bemerkt Rikka, dass sie sich unbemerkt und ganz heimlich, still und leise in Yūta verliebt hat.

Frühlingsgefühle im Sommer

Love, Chūnibyō & Other Delusions (Vol. 3) (3)In der dritten Volume steht also das Thema Liebe ganz oben an der Tagesordnung. Ob und in welcher Form Rikka und Yūta zusammenfinden, möchten wir an dieser Stelle aber nicht verraten. Es handelt sich dabei jedoch um eine besondere Liebesgeschichte, die sehr authentisch wirkt und die Charaktere trotz ihrer stellenweise vorhandenen Überdrehtheit ein ganzes Stück glaubhafter macht. Des Weiteren werden in den Episoden der dritten Volume auch die aufkeimende Liebe zwischen Tsuyuri Kumin und Isshiki Makoto behandelt. Obwohl der Romantik-Anteil in allen drei enthaltenen Folgen omnipräsent ist, regiert nach wie vor der Wahnsinn des Alltags. Die Freunde sollen im Rahmen ihres Clubs auf dem Sommerfest der Schule eine Performance abliefern, auf dem Dach der Schule passiert eine kleine Tragödie und Dekomori Sanae stellt nebenher mal wieder ihr Können als Mathematik-Profi unter Beweis. Außerdem bekommt Rikkas Schwester Tōka ein verlockendes Job-Angebot aus dem Ausland. Das ganze Spektakel wird natürlich wieder mit jeder Menge Humor unterlegt, bei dem kein Auge trocken bleibt. Das gilt sowohl für den gelungenen japanischen Originalton, als auch für die deutsche Synchronisation, die mit bekannten Sprechern wie Marie Christin Morgenstern oder Christian Zeiger aufwarten kann. Ton- und auch bildtechnisch passt hier mal wieder alles!

Vollgepackt mit tollen Sachen…

Love, Chūnibyō & Other Delusions (Vol. 3) (4)In der dritten Volume bietet die Anime-Serie auf der Blu-ray Disc nicht mehr, aber auch nicht weniger digitales Bonusmaterial wie zuvor. Enthalten sind neben drei Trailern zu weiteren Kazé-Anime-Produkten zwei knappe Bonus-Episoden, die Einblicke in Yūtas Zeit während der achten Klasse geben und Rikka beim Einkaufen begleiten. Dafür entschädigt erneut das physische Bonusmaterial, denn in der Hülle des Datenträgers schlummert neben drei reizvollen Postkarten einmal mehr ein informatives Booklet. Dieses enthält erneut einen kurzen Episodenguide, der durch die achte, neunte und zehnte Folge des Animes begleitet. Außerdem gibt uns Takahashi Hiroyuki Einblicke ins Setting und erklärt Unwissenden, welche Elemente darin überhaupt vorkommen. Regisseur Ishihara Tatsuya unterhält sich des Weiteren mit der Sängerin ZAQ, die auch den Titelsong Sparkling Daydream gesungen hat, der zeitweise auch auf dem achten Platz der Oricon-Charts war. In einem weiteren Gespräch unterhält er sich mit Sound Director Tsuruoka Yōta, der Einblick in den Wandel der musikalischen Arbeit in den letzten Jahren gibt. Abschließend bietet das Booklet abermals Informationen und Skizzen zu verschiedenen Charakteren wie Tōka und (fast) allen Mitgliedern der Togashi-Familie. Eine zweiseitige Fotokollage zu den Erlebnissen der Sommerferien und ein zweiseitiges Schulfest-Memorial-Special runden auch dieses Mal das Gesamtpaket wirklich sehr gelungen ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Folgen der dritten Volume von Love, Chūnibyō & Other Delusions! knüpfen hervorragend an die Entwicklungen und Enthüllungen der siebten Episode aus der zweiten Volume an. Man konnte es zwar schon förmlich spüren, dass es zwischen Yūta und Rikka ein wenig knistert, doch das Ergebnis endlich in animierter Form erleben zu dürfen, erfüllt einen schon mit ein wenig Freude. Mir gefällt dabei vor allem, dass die Liebesgeschichte zwischen den beiden absolut nicht dem Standard entspricht, von der einen oder anderen Peinblickt begleitet wird und dann trotzdem noch authentisch wirkt. Die Gefühle zwischen den beiden unterstützen ihre Charakterentwicklungen sehr und treiben ihre Freunde zum Teil auch noch in den Wahnsinn. Toll! Obwohl nebenher der aus den vorherigen sieben Folgen bekannte und alltägliche Wahnsinn regiert, ist es für den einen oder anderen aber vielleicht doch etwas schade, dass die Romantik omnipräsent ist. Nicht falsch verstehen – es macht im Kontext zur Handlung definitiv Sinn! Einige Zuschauer dürften sich aber sicherlich daran stören, dass die Folgen nun nicht mehr so abwechslungsreich wie zu Beginn sind und so vielleicht versuchen zu vergraulen. Aus diesem Grund bin ich natürlich gespannt, wie die Serie in der nächsten Volume zu einem Abschluss gebracht wird, denn trotz der für manch einen kleinen Defizite bin ich nach wie vor von Love, Chūnibyō & Other Delusions! überzeugt und ich bin mir sehr sicher, dass auf uns noch eine mehr als interessante Lösung für das Achtklässlersyndrom warten wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Love, Chūnibyō & Other Delusions! (Vol. 3)!

Review: One Piece: Chopper und das Wunder der Winterkirschblüte

One Piece Chopper und das Wunder der Winterkirschblüte (1)Der neunte Film des One-Piece-Franchises beschäftigt sich wie One Piece: Abenteuer in Alabasta – Die Wüstenprinzessin mit einem bereits bekannten Handlungsbogen. Diesmal werden die Episoden der dritten Serienbox aufgegriffen, chronologisch allerdings anders interpretiert.

One Piece Chopper und das Wunder der Winterkirschblüte (2)Dies merkt man bereits an der Eröffnungssequenz, denn anstatt mit ihrem kleinen Schiff, der Flying Lamb, über die Meere zu schippern, fahren die Strohhut-Piraten bereits in der stolzen Thousand Sunny über die Grandline. Frankie ist ebenfalls schon mit von der Partie, weshalb der Schluss naheliegt, man könne den Film chronologisch kurz nach dem Aufbruch von Water 7 einordnen. Dies ist zwar sehr wohl möglich, doch die klitzekleine Tatsache, dass Chopper, ihr Schiffarzt, nicht an Bord ist, relativiert diese Einordnung ins Geschehen. Nun kann man natürlich hinterfragen, wie die Geschichte ohne ihren Arzt bis hierhin überhaupt hätte verlaufen können, da sein geleisteter Beitrag in der eigentlichen Handlungslinie nicht unerheblich war, doch ignoriert die Handlung des Films seine Existenz bis hierhin – genauso wie die tatsächliche Position der Winter-Insel Drumm auf der Grandline. Der Auslöser, warum die Strohhüte die Insel überhaupt anfahren, ist jedoch sowohl in der Serie, als auch im Film, derselbe. Navigatorin Nami hat hohes Fieber und benötigt dringend einen Arzt. Also beschließt die Bande, die nächstbeste Insel anzulaufen und einen Mediziner um Hilfe zu bitten. Auf der bereits genannten Winter-Insel Drumm werden sie jedoch alles andere als freundlich begrüßt und fast schon verjagt, doch durch Ruffys Kniefall ändern die Bewohner ihre Meinung.

Chopper, das Rentier

One Piece Chopper und das Wunder der Winterkirschblüte (3)Die Geschehnisse zwischen Film und Serie alternieren geringfügig. Grund dafür dürfte vor allem die Anwesenheit von Robin und Frankie sein, da beide Charaktere zu diesem Zeitpunkt eigentlich noch gar nicht Mitglieder der Piratenbande waren beziehungsweise im Anime überhaupt noch keine Erwähnung gefunden haben. Im Film halten sie als Ersatz von Vivi und ihrer Ente Karuh her. Das ist nur sinnvoll, denn so sparen sich die Köpfe hinter dem Projekt einen weiteren wichtigen Handlungsstrang im Universum von One Piece zu erläutern – außerdem gehen wir davon aus, dass man das chronologische Verschieben des Handlungsbogens nicht noch mehr ad absurdum führen wollte. Das Hauptaugenmerk ist jedoch sowohl in der Serie, als auch im Film gleich. Die Geschichte dreht sich um das Rentier Chopper, das einst von der Mensch-Mensch-Frucht aß und humanoide Züge angenommen hat. Auf der schneebedeckten Insel hat Chopper sowohl negative, als auch positive Erfahrungen mit Menschen gemacht. In erster Linie haben ihn die schlechten Erlebnisse geprägt, doch durch Doc Bader und Dr. Kuleha war es ihm möglich, ein Studium der Medizin zu beginnen. Während eine Hälfte des Films des Films im Hier und Jetzt spielt, bedient sich das Werk genau wie die Serie einiger Flashbacks. In den Rückblenden wird Choppers Werdegang ausführlich gezeigt.

Lückenfüller für Hardcore-Fans

One Piece Chopper und das Wunder der Winterkirschblüte (4)

Technisch gesehen ist der Film im Vergleich zur Serie wesentlich besser ausgefallen. Das ist zunächst dem Bildformat geschuldet, denn während die Serie zum Story-Zeitpunkt selbst in Japan noch in 4:3 ausgestrahlt wurde, wurde der Film aus dem Jahr 2008 natürlich in 16:9 im Kino und später auch auf DVD und Blu-ray gezeigt. Letztere stand uns zum Test zur Verfügung und bietet ein sehr klares Bild in der Auflösung von 1080p. Zwar mögen die Charaktere aufgrund des Zeichenstils diesmal nicht sonderlich gut zur Geltung kommen, doch kann uns jedoch vor allem die winterliche Kulisse das eine oder andere Mal ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Während die Serie hierzulande mindestens bis zur zehnten Serienbox nur mit der deutschen Synchronisation ausgeliefert wurde, verfügt der Film auch über die japanische Tonspur. Beide Fassungen sind gut gelungen und stehen der Qualität der Seriensynchronisation in Nichts nach. Bonusmaterial ist bei One Piece: Chopper und das Wunder der Winterkirschblüte weder in digitaler, noch in physischer Form enthalten. Schlussendlich muss man sich fragen, für wen der Film gedacht ist. Serienkenner erleben dieselbe Story leicht verändert und Neulinge können nicht ins Franchise hineinschnuppern, da die Handlung dutzender Folgen auf 113 Minuten gepresst wurde. Der Film ist und bleibt ein Lückenfüller für die Hardcore-Fans.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich bin ein großer One-Piece-Fan und schaue mir auch einige der Filme sehr gerne an. Bei One Piece: Chopper und das Wunder der Winterkirschblüte bin ich mir jedoch nicht ganz sicher, was ich eigentlich von dem halten soll, was ich das überhaupt gesehen habe. Auf der einen Seite finde ich die Idee gelungen, eine bereits bekannte Geschichte intelligent neu zu interpretieren. Auf der anderen Seite bietet mir die Umsetzung der Storyline auf der Winter-Insel Drumm jedoch zu wenige neue Aspekte, als dass ich wirklich beide Varianten vergleichen könnte. Die ursprüngliche Geschichte gefällt mir nämlich ziemlich gut, da hier One Piece definitiv noch einige Qualitäten bieten konnte, die in darauffolgenden Handlungsbögen teilweise weggefallen sind. Man merkt auch dem Film an, dass sich das Franchise in diese Zeit zurücksehnt. Aus diesem Blickwinkel betrachtet wurde ich vom Film auch sehr gut unterhalten. Allerdings habe ich das Gefühl, dass sich der Film nur an die größten Fans richtet. Das Problem ist nämlich, dass die Story nur leicht verändert ist und wahre Fans gerne alle Einzelheiten selektieren und miteinander vergleichen. Wer einfach nur mal in das Franchise hineinschnuppern will, ist mit dem mittlerweile neunten Film falsch beraten und sollte mit einem der ersten Filme oder am besten gleich mit der Anime-Serie beginnen. Wer aber unbedingt alles braucht, wo One Piece draufsteht, wird sich auch mit One Piece: Chopper und das Wunder der Winterkirschblüte definitiv kein schlechtes Werk ins Regal stellen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Chopper und das Wunder der Winterkirschblüte!

Prime Time: Police Academy – The Complete Collection (Unboxing)

Wer in den Achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts gut unterhalten werden wollte, hat sicherlich Police Academy im Kino ansehen müssen. Obwohl unter Fans nur die ersten beiden Teile hochgelobt werden, kam die Filmreihe bis Mitte der Neunziger Jahre auf stattliche sieben Episoden. Diese wurden mittlerweile in der sogenannten Complete Collection zusammengefasst und auf Blu-ray veröffentlicht. Wir stellen sie euch vor.

Review: Neon Drive

Neon Drive (1)Die Achtzigerjahre des zwanzigsten Jahrhunderts gehören zu den Jahrzehnten, die man hasst oder liebt. Wir jedenfalls vergöttern diese Dekade der idealisierten Seifenopern, Schulterpolstermoden, sterilisierten Zukunftsvisionen, Neonfarben und paralysierender Populärmusik.

Neon Drive (2)Wer unsere Leidenschaft nicht teilt, braucht an dieser Stelle unser Review zu Neon Drive gar nicht erst weiterlesen. Das Geschicklichkeitsspiel vom slowenischen Entwicklerstudio Fraoula besticht in erster Linie durch seine schrillen Farben und seinem Ohrwurmsoundtrack voller toller Musikstücke, die allesamt an das Kult-Jahrzehnt angelehnt sind. Die Spielmechanik von Neon Drive orientiert sich ebenfalls an den Achtzigerjahren, weshalb sich der Titel in erster Linie an Fans klassischer Arcade-Titel richtet. Mehr als zwei Knöpfe brauchen wir durchweg nicht. Obwohl das Spiel auf den Screenshots meist wie ein Arcade-Rennspiel anmutet, ist das nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich fährt das Auto automatisch. Wir klicken nur auf zwei Knöpfe, um entweder nach links oder nach rechts zu fahren und somit Hindernissen auszuweichen. Das mag für den einen oder anderen Leser in der Theorie belustigend klingen, ist in der Praxis aber alles andere als anspruchslos. Die Hindernisse sind nämlich so verteilt, dass wir Teile der Level-Architektur selbst auf dem untersten der drei Schwierigkeitsgrade erst einmal in mehreren Versuchen kennenlernen müssen. Spätestens nach dem dritten oder vierten Anlauf merken wir, dass uns der Takt der Musik dabei oft, aber nicht immer, unterstützt. Genau in diesem Moment zieht uns Neon Drive in seinen Bann und lässt uns nicht mehr los!

Suchtgefährdendes Arcade-Highlight

Neon Drive (3)Während die erste Hälfte eines Levels meist nach der gleichen Spielmechanik mit geringen Variationen abläuft, überrascht uns der zweite Teilabschnitt mit einer modifizierten Form des Spiels, ohne dem grundlegenden Gameplay untreu zu werden. Während wir gerade noch mit einem Achtzigerjahre-Sportwagen über den Neonasphalt flitzen, befinden wir uns plötzlich in einem Düsenjet oder hüpfen mit einem Transformer nicht unähnlichen Roboter durch eine Fabrik. Ein Zitat an den Science-Fiction-Film Zurück in die Zukunft II ist ebenfalls dabei. Für das einmalige Durchspielen aller sieben Levels haben wir zwei bis drei Stunden gebraucht. Haben wir einen Spielabschnitt jedoch erst einmal verinnerlicht, können wir den Titel auch in deutlich weniger Zeit durchspielen. Motivierend sind in jedem Falle die höheren Schwierigkeitsgrade, welche die möglichen Fehlversuche halbieren, Kontrollpunkte entfernen und die allgemeine Spielgeschwindigkeit erhöhen. Masochisten werden an Neon Drive in diesem Aspekt sicherlich ihre Freude haben. Selbst unerfahrene Spieler wird das System spätestens nach fünf Fehlversuchen in ihren Bann ziehen, da sich das gefürchtete Suchtgefühl auch bei Neon Drive einstellt. Kaum müssen wir beim letzten Kontrollpunkt erneut beginnen, werfen wir den Controller nicht in die Ecke – stattdessen beißen wir rein und schlucken unseren Frust runter!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Als ich die ersten Bilder von Neon Drive für den PC vor ein paar Tagen gesehen habe, musste ich einfach selbst ins Spiel eintauchen. Ich liebe das Jahrzehnt der Achtzigerjahre, das vor allem in der Populärkultur mit Pastell- und Neonfarben charakterisiert werden kann. Neon Drive ist im Grunde die Idealisierung des Jahrzehnts in Videospielform, denn auch das Gameplay des Titels könnte genau aus dieser Dekade stammen. Zwei Knöpfe zum Ausweichen nach links und nach rechts reichen, um mich stundenlang vor dem Monitor paralysiert gefangen zu nehmen. Obwohl mir das grundlegende Gameplay, sprich die erste Hälfte eines jeden Levels, immer noch am besten gefällt, haben mich die Änderungen im zweiten Teilabschnitt trotzdem zufriedengestellt und mich vor allem mit ihren tollen Ideen jederzeit überrascht. Gut gefällt mir, dass ich im Spiel die Positionen der Hindernisse nicht gänzlich auswendig lernen muss. Stattdessen genieße ich jeden Moment, merke mir die Musik und drücke schon fast im Takt auf einen der beiden nötigen Aktionsknöpfe, um den Gefahren auszuweichen. Neon Drive ist voller netter kleiner Ideen und Zitate, die den kurzweiligen Trip zu einem wahren und vor allem unvergesslichen Erlebnis machen. Videospieler, die das Jahrzehnt der Achtziger und vor allem Arcade-Titel mögen, werden mit Neon Drive eine neue Liebe finden und sie so schnell nicht mehr aufgeben wollen!

Vielen Dank an Fraoula für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Neon Drive!

Review: One Piece Box 10 (Episoden 295-325)

One Piece Box 10 (Episoden 295-325) (1)Die Episoden der letzten One-Piece-Serienbox stellten selbst für die größten Fans eine kleine Herausforderung dar, denn der Handlungsstrang, der auf der Gerichtsinsel Enies Lobby spielt, fühlt sich fast unendlich in die Länge gezogen an und kratzt stark am Gesamtbild der Serie.

One Piece Box 10 (Episoden 295-325) (2)Warum sich Tōei Animation für diesen Schritt entschieden hat, ist denkbar einfach. Bei solch großen Anime-Produktionen kommt es nicht selten vor, dass der Manga-Zeichner in Verzug gerät und einfach keine Vorlage existiert, mit der man die Episoden füllen kann. So und nicht anders werden manche Kämpfe gestreckt, die einleitenden Rückblenden auf die letzte Episode in die Länge gezogen oder im schlimmsten Fall gar Flashbacks verwendet – Letzteres ist bei der vorherigen Serienbox der Fall gewesen und auch in den vorliegenden Episoden kommen wir leider nicht ganz um diese Design-Entscheidung herum. Nach wie vor spielt die Handlung nach dem genialen Cliffhanger der neunten Serienbox auf der Gerichtsinsel Enies Lobby. Hier soll Robin durch das Tor der Gerechtigkeit geführt werden. Obwohl sie sich freiwillig gestellt hatte, wollen ihre Freunde sie nicht aufgeben und kämpfen mit allen Mitteln, um sie aus den Fängen der Marine und der Weltregierung zu befreien. Um Robin retten zu können, mussten sich die Freunde aufteilen und kämpfen nun gegen verschiedene Feinde. Während sich Ruffy mit Lucci prügelt, um den unterirdischen Durchgang zum Tor der Gerechtigkeit zu öffnen, hat sich Nami mit Kalifa angelegt. Währenddessen versuchen Zorro und Lysop sich gegen Jabura und Ecki durchzusetzen. Aufgrund der Ketten stellt sich der Kampf aber als schwierig heraus.

Auf zu neuen Ufern!

One Piece Box 10 (Episoden 295-325) (3)In diesem ganzen Gewusel versucht Frankie an verschiedenen Orten den Freunden zu helfen, zumal auch ein wütender Sanji und sogar ein unkontrollierbarer Chopper durchs Mauerwerk schleichen. Da am Ende der 294. Episode schlussendlich der Buster Call ausgelöst wurde, ist die Zeit ihr größter Feind. Im Hintergrund sammeln sich nämlich bereits zehn Kriegsschiffe der Marine, welche Enies Lobby im Meer versinken wollen, um die Strohhut-Piraten aus dem Verkehr zu ziehen. Die Kämpfe, besonders die Konfrontation zwischen Ruffy und Lucci, sind auch diesmal wieder sehr spannend inszeniert. Einzig und allein Robins Blickwinkel wird für unseren Geschmack zu oft auf ihre Vergangenheit verlegt und bereits bekannte Szenen zu oft wiederholt. Hier wäre weniger deutlich mehr gewesen, zumal auch Intro und Rückblenden zu Beginn jeder Folge den eigentlichen Beginn hinauszögern. Trotzdem konnten uns die Folgen wesentlich mehr begeistern, als die Episoden der letzten Serienbox. Das liegt aber auch daran, dass der Enies-Lobby-Handlungsstrang abgeschlossen und Grundlagen für gänzlich neue Geschichten gelegt werden. Beispielsweise müssen sich die Freunde von einer Kameradin verabschieden, welche ihnen bei ihren Abenteuern stets gute Dienste geleistet hat. Außerdem liegt es abermals an den Strohhüten, ein neues und wertvolles Crew-Mitglied anzuwerben.

Nebensächlichkeiten

One Piece Box 10 (Episoden 295-325) (4)Herausstechend ist bei den vorliegenden Episoden jedoch, dass Ruffys Familienverhältnisse aufgegriffen und stark thematisiert werden. So gibt es nicht nur ein Wiedersehen mit seinem älteren Bruder Ace – wir lernen außerdem seinen Vater und seinen Großvater kennen. Damit setzt der Anime direkt neue Akzente, die in vielen kommenden Episoden aufgegriffen werden können. Wir sind schon sehr gespannt, wie sich die Geschichte um Ruffys Familie entwickeln wird. Ein Wiedersehen mit alten Freunden und Feinden ist dank knappen Nebenhandlungen bei der zehnten Serienbox ebenso vorprogrammiert. So bekommen wir einen guten Einblick in das Leben bekannter (und eigentlich unwichtig gewordener) Charaktere in den Weltmeeren oder auf der Grandline. Fans des Paralleluniversums Grand Jipang kommen auch dieses Mal wieder in den Genuss einer Episode. Der wahre Sinn der Parallelwelt erschließt sich uns noch nicht, aber es wäre nicht das erste Mal, dass One Piece derlei unwichtige Tatsachen aufgreift und sinnvoll verwendet. Während das Finale auf Enies Lobby spannend inszeniert wird, sind es die eher ruhigen Folgen zurück in Water Seven, die durchgehend bei Laune halten. Schade finden wir jedoch, dass man mit Informationen im beiliegenden Booklet diesmal etwas geizt. Zu Ruffys Familienmitgliedern wird hier nämlich kein Wort verloren. Potenzial verschenkt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 295 bis 325 der Serie): Es ist schon etwas länger her, dass ich die 294. Episode von One Piece gesehen habe. Das hat einen einfachen Grund – ich mochte die Gestaltung der letzten Episoden so gut wie gar nicht. Der Handlungsstrang auf Enies Lobby ist gefühlt unendlich in die Länge gezogen und ärgert mich einfach mit viel zu langen Zusammenfassungen und Wiederholungen. So und nicht anders beginnen auch die Folgen der mittlerweile zehnten Serienbox. Trotzdem schafft es der Anime diesmal, nach ein paar Startschwierigkeiten, dieses Manko wettzumachen. Plötzlich sind alle Kämpfe spannend, zumal die Charaktere nach und nach auch wieder zusammenfinden und gemeinsam gegen die Marine antreten. Die Episoden nach Enies Lobby gefallen mir aber noch besser, denn hier ist das ursprüngliche One-Piece-Gefühl wieder vorhanden. Die Episoden können mit Spannung und Inhalt gefüllt werden, neue Nebencharaktere können sich in Ruhe entfalten und sogar die Filler-Episoden machen ein wenig Sinn und sind definitiv nicht störend. Mit dem neuen Crew-Mitglied und intelligenten Einblicken in Ruffys Familie freue ich mich schon sehr auf die nächsten Episoden der Serie, denn nach Enies Lobbys scheint es mit dem Franchise endlich wieder aufwärts zu gehen. Die letzte Episode der Serienbox scheint, zumindest laut Erzähler, ein wichtiges Ereignis zu zeigen, dass die Serie maßgeblich beeinflussen soll. Große Worte!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 10 (Episoden 295-325)!

Gameplay Gamers feiert den sechsten Geburtstag!

Hochgeschätzte Gameplay-Gamers-Leser,

es ist jetzt genau sechs Jahre her, als Gameplay Gamers an den Start gegangen ist. Diese sechs Jahre sind wie im Flug vergangen, denn wie in jedem Jahren bemerken wir, dass die Branche sich definitiv nicht im Stillstand befindet und sowohl von vielen schönen Momenten geprägt, als auch von traurigen Geschehnissen überschattet wird. Nach jedem Messebesuch versuchen wir die Erlebnisse zu verarbeiten und auf unser Konzept zu übertragen. Da wir Gameplay Gamers jedoch nur als rein privates Projekt betreiben, fehlte unserem kleinen, aber feinen Team in den letzten Monaten oft die Zeit, Neues zu wagen oder gar in die Tat umzusetzen und unsere Internetpräsenz zu verbessern oder zu verändern. Das heißt aber nicht, dass wir uns zurücklehnen. Im Hintergrund wird stets fleißig gewerkelt.

Natürlich wird sich an unserer Ausrichtung nichts verändern. Schließlich möchten wir euch nach wie vor die Erfahrung geben, welche ihr von uns gewohnt seid. Unser Team, das derzeit aus drei festen Mitarbeitern besteht, schreibt für euch seit dem Jahr 2010 zahlreiche Artikel zu Videospielen, Anime, Manga, ostasiatischen Filmen und Kultur. In Zukunft wird sich daran auch nichts ändern, denn dies sind schließlich genau die Themen, die uns – und vor allem euch – sehr interessieren. Ihr könnt also damit rechnen, dass wir auch in den nächsten Monaten wieder ordentlich in die Tasten hauen werden. An dieser Stelle bleibt uns wie in jedem Jahr nur eines möglich: Vielen Dank für tolle sechs Jahre mit euch!

Eric Ebelt

Review: Mirror’s Edge: Catalyst

Mirror's Edge - Catalyst (1)Im Jahr 2008 veröffentlichte Publisher Electronic Arts das Action-Adventure Mirror’s Edge von Entwickler Digital Illusions Creative Entertainment. Das Spiel bot zwar kein perfektes, doch dafür sehr wohl ein unverkennbares Gameplay. Dies ist auch beim Nachfolger der Fall.

Mirror's Edge - Catalyst (2)Mirror’s Edge orientierte sich 2008 an der so genannten und zu diesem Zeitpunkt immer beliebter werdenden Sportart Parkour. Bei dieser Sportart gilt es, nur durch den Einsatz der Fähigkeiten des eigenen Körpers von einem Punkt zum anderen zu gelangen. Eingebettet haben die Entwickler dieses System in eine eigentlich spannende Handlung, die jedoch schnell zur Hintergrundgeschichte verkam. Wer den ersten Teil damals nicht gespielt hat, muss jedoch nicht verzagen. Obwohl Electronic Arts den zweiten Ableger des Franchises bereits 2009 angekündigt hat, zeigte man ihn 2013 erstmals auf der Electronic Entertainment Expo und gab an, dass es sich dabei um ein Prequel handele. Als man dem Titel ein Jahr später den Untertitel Catalyst verpasste, fügte man jedoch hinzu, dass man das Spiel weder als Prequel, noch als Reboot bezeichnen dürfe. Der Begriff ist zwar nie seitens Electronic Arts verwendet worden, doch Reimagines scheinen nach der Trendwelle dutzender Neustarts beliebter Serien der nächste Marketing-Gag zu werden. Entsprechend benötigt man bei Mirror’s Edge keine Vorkenntnisse; die Geschichte beginnt von einem neuen Standpunkt und entwickelt sich im Verlauf der Story komplett anders. Möchte man wissen, warum Protagonisten Faith Connors zu Beginn des Spiels im Gefängnis sitzt, muss man zum Comic Mirror’s Edge: Exordium greifen.

Big Brother is watching you

Mirror's Edge - Catalyst (3)Die Handlung des Titels beginnt damit, dass Faith aus dem Gefängnis entlassen wird und sich in der dystopischen Nation Cascadia, genauer gesagt in der Stadt Glass, innerhalb von zwei Wochen einen neuen Job suchen muss. Andernfalls würde sie auch hier mit Konsequenzen rechnen müssen. Wirklich entlassen werden kann sie jedoch nicht, da ihr kurz vor der Freilassung bei der Flucht assistiert wird. An eine neue Arbeitsstelle ist nun nicht mehr zu denken. Stattdessen schlüpft Faith in ihre alte Rolle als Runner zurück. Als Runner ist es ihre Aufgabe, Botschaften und Kleinode vom Sender zum Empfänger zu übermitteln – per pedes wohlgemerkt, da digitale Übertragungen vom Konglomerat überwacht werden. Dieses entwickelt sich im Verlauf der Story zum übermächtigen Feind, der dem freien Willen der Menschen endgültig einen Riegel vorschieben will. Wie so oft in populärkulturellen Medien, wird auch Faith nur durch einen Zufall in die ganze Angelegenheit verwickelt. Als sie bei einem Einbruch in ein Gebäude von Kruger Security an geheime Dokumente gelangt, interessieren sich plötzlich mehrere Fraktionen für sie. Das klingt zwar alles recht spannend, doch dreht sich die Story ständig im Kreis und selbst der Plottwist in der Mitte des Spiels kann uns nicht überraschen. Es geht zwar stringent aufs Finale zu, doch nutzt der Titel sein Potenzial hier nicht aus.

Das Dach der Welt

Mirror's Edge - Catalyst (4)Das liegt jedoch auch an den Charakteren. Äußerlich unterscheiden sie sich zwar stark voneinander, doch innerlich sind sie Stereotypen, deren Aktionen und Reaktionen wir weit im Voraus kommen sehen. Immerhin setzen die Entwickler auf richtige Zwischensequenzen, wodurch das Gesamtbild stimmig wirkt. Ebenfalls neu im zweiten Serienteil ist die offene Oberwelt, in der wir an Wänden entlang laufen, über kleine Abgründe springen, uns an Häuserwänden hochziehen, über Zäune klettern und uns mit dem Sicherheitspersonal prügeln dürfen. Von Beginn an können wir quasi auf allen Dächern der Stadt unterwegs sein, solange der Weg aufgrund noch nicht erlernter Fähigkeiten für uns gesperrt ist. Beispielsweise erlernen wir relativ früh im Spiel den Umgang mit einem Enterhaken nicht unähnlichen Gerät, mit dem wir uns über Abgründe schwingen können. Ferner dürfen wir etwas später auch an Wänden im 180-Grad-Winkel abspringen, um zuvor unerreichbare Plattformen zu erklimmen. Die Moves sind diesmal selbst für Einsteiger wesentlich schneller zu erlernen, als noch im Erstlingswerk von 2008. Unfaire Stellen, bei denen ein Sprung millimetergenau sitzen muss, gibt es aber dennoch hin und wieder. Dank mittellanger Ladezeiten auf der PlayStation 4 stören unzählige Neustarts an vermeintlich simplen Stellen auch acht Jahre später noch. Ärgerlich!

Im Flow durch Glass

Mirror's Edge - Catalyst (5)Die offene Spielwelt ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite fühlen wir uns vor allem in den ersten Spielstunden, in denen wir noch nicht so viele Aktionsmöglichkeiten haben, genervt von immer gleichen Wegen durch den Großstadtdschungel. Auf der anderen Seite mögen wir es, entlegene Winkel aufzusuchen, um sammelbare Objekte einzusammeln, für die wir Erfahrungspunkte bekommen, die wir wiederum in neue Fähigkeiten investieren dürfen. Diese Fähigkeiten betreffen unsere Ausrüstung, unsere Runner-Fähigkeiten und unsere Kampfkünste. Während die Kämpfe in Mirror’s Edge damals nicht immer eine Bereicherung waren, sind sie es in Catalyst zwar immer noch nicht, doch wesentlich angenehmer ins Konzept integriert. Allerdings nur, wenn wir möglichst schnell unsere verdienten Fähigkeitspunkte auf die Kampfkünste verteilen. Irgendwie ist es schade, dass wir die Runner-Fähigkeiten erst sehr viel später im Spiel ausbauen, doch wer gegen die zwar wenig intelligenten, aber dennoch starken Gegner eine Chance haben will, sollte sich wappnen. Mit Tritten und Schlägen, die mit dem linken Analog-Stick sogar noch variiert werden dürfen, können wir ordentlich austeilen. Wir merken mit jeder Spielminute, wie das Gameplay uns ins Spiel hineinziehen will. Jede Aktion verbessert den Umgang mit dem Spiel, es entsteht ein regelrechter Flow.

Sterilisierter Look

Mirrors Edge Catalyst (6)Irgendwann möchte man den Controller gar nicht mehr aus den Händen legen, so viel Spaß macht der Titel trotz des immer gleichen und eingeschränkten Gameplays. Gerne hätten wir uns über weitere Ausrüstung gefreut, welche die Spielwelt ähnlich wie in Nintendos Metroid-Franchise stetig erweitert hätte. Trotzdem motiviert uns die ausgeklügelte Architektur der Stadt, den schnellsten Weg zum Ziel zu finden und die korrekten Moves im richtigen Augenblick einzusetzen. Zudem bekommen wir durch den stark sterilisierten Look, den wir so auch schon aus dem Vorgänger kennen, ständig etwas fürs Auge geboten. Dem menschlichen Architekturverständnis zum Trotze machen die meist rechtwinkligen Objekte an jeder Stelle Sinn und der Soundtrack unterlegt das Geschehen dazu passend mit ruhigen Klängen. Bei Verfolgungsjagden mit den Sicherheitskräften gibt es aber auch ein paar temporeiche Töne zu vernehmen. Wer sich nur auf die Haupthandlung konzentriert, wird in Catalyst nach zehn Stunden den Abspann über den Bildschirm laufen sehen. Möchte man aber jede Fähigkeit von Faith freischalten und die zugegebenermaßen langweiligen und oft zu schwierigen Nebenmissionen absolvieren, darf ruhig mit der doppelten Spielzeit rechnen. Wer dann immer noch nicht genug hat, erstellt eigene Parkour-Strecken oder absolviert jene von anderen Spielern.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Mirror’s Edge war Ende 2008 und Anfang 2009 mit Erscheinen der PC-Fassung ein sehr großes Thema im Internet. Angesteckt durch den Hype habe ich dem Titel natürlich eine Chance gegeben und wurde leider an vielen Stellen enttäuscht. Die Steuerung hat nicht immer mit den Situationen im Spiel harmoniert und es kam relativ oft vor, dass ich an einer scheinbar einfachen Stelle verzweifelt bin. Das ist in Mirror’s Edge: Catalyst nicht anders, aber bei Weitem nicht mehr so schlimm. Das Spiel macht einiges besser und bleibt dennoch seiner Linie treu. Die offene Spielwelt, welche die einzelnen Missionen miteinander verbindet, entwickelt sich mit der Zeit zu einer wahren Faszination. Nicht selten habe ich mich dabei ertappt, wie ich fernab der Wege nach sammelbaren Objekten Ausschau gehalten habe. Schade finde ich jedoch, dass das Gameplay immer noch so eingeschränkt ist. Der Enterhaken erweitert die Möglichkeiten zwar, doch kann man ihn auch nur ab festgelegten Stellen einsetzen. Hier wäre sicherlich mehr möglich gewesen, auch ohne den sonst nahezu beispiellosen Flow zu unterbrechen! Selbiges betrifft auch die Handlung. Das Mirror’s-Edge-Universum bietet so viel ungenutztes Potenzial, welches die Entwickler einfach nicht ausschöpfen wollen. Die Entscheidungen der Charaktere sind vorhersehbar, der Bösewicht bleibt im Schatten des Konglomerats und der für Faith sehr wichtige Plottwist in der Mitte des Spiels kommt wenig überraschend. Am Ende kann mich auch Catalyst, genau wie sein Vorgänger Jahre zuvor, nicht gänzlich zufriedenstellen. Wer den ersten Teil jedoch bereits liebte, darf bei Catalyst bedenkenlos zuschlagen. Alle anderen warten lieber, bis es den Titel aufgrund der kurzen Einmalspielzeit, zum Budget-Preis gibt. 

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mirror’s Edge: Catalyst!

Special: Nintendo auf der E3 2016

In den letzten Jahren hat Nintendo deutlich gemacht, dass ihnen die Electronic Entertainment Expo nicht mehr so wichtig ist und setzten statt auf eine konkurrenzfähige Pressekonferenz auf ein zuvor aufgezeichnetes Digital Event. In diesem Jahr fehlte auch dieses Event gänzlich.

Trotzdem war das Unternehmen aus Kyōto auf der Messe im sonnigen Los Angeles vertreten. Der Konzern übertrug statt eines Digital Events den aus den letzten Jahren bekannten Nintendo-Treehouse-Livestream. In zwei abendfüllenden Übertragungen am Dienstag und Mittwoch der Messe, zeigte Nintendo allen voran endlich mehr vom neuen Teil der The-Legend-of-Zelda-Reihe. In The Legend of Zelda: Breath of the Wild wird es wahrscheinlich abermals um die Rettung der Welt gehen, die diesmal jedoch schon verfallen und zumindest in der auf der Messe gezeigten Demo fast menschenleer wirkt. Dies soll sich im fertigen Spiel aber noch ändern. Trotzdem haben wir schon einen guten Einblick in das Spiel bekommen, das sich sehr an großen und offenen Rollenspielen wie The Elder Scrolls V: Skyrim orientiert und die große Welt mit den Vorteilen eines Action-Rollenspiels paart. So gibt es diesmal deutlich mehr Waffen und Rüstungen, die unterschiedliche Werte bieten. Außerdem dürfen wir an allen Ecken und Enden Objekte einsammeln. Welche Spieltiefe hier schlummert, können wir nur erahnen. Trotzdem finden wir es gut, dass die Interaktion mit der Welt nun deutlich besser funktioniert. Beispielsweise können wir einen Baum fällen, um über eine Schlucht zu gelangen. Außerdem wird es möglich sein, an Felswänden und Bäumen hochzuklettern. Genial!

NX-Abstinenz und Wii-U-Mängel

Nintendo auf der E3 2016 (3)Dazu müssen wir jedoch anmerken, dass Nintendo nur die Version für die Wii U vorgestellt hat und wie das Spiel auf der kommenden Plattform NX aussieht beziehungsweise eventuell sogar funktioniert, haben wir während des Livestreams nicht erfahren. Wir hoffen sehr, dass Nintendo bewusst darauf verzichtet hat, die kommende Konsole auf der Messe vorzustellen und dafür ein eigenes Event oder gar die Tōkyō Game Show nutzt. Die Zukunft der Wii U sieht derzeit trotz eines Systemsellers nicht gerade rosig aus. Neben Breath of the Wild hat Nintendo nur zwei weitere Wii-U-Spiele vorgestellt. Tōkyō Mirage Sessions #FE erscheint bereits in Kürze und verdient keiner weiteren Worte. Paper Mario: Color Splash will mit einem Kampfsystem, welches nicht auf vordergründigen Stärke- oder Verteidigungswerten basieren soll, punkten. Stattdessen setzen die Entwickler auf die Fantasie des Spielers, der die richtigen Manöver (basierend auf einfachen Symbolen) auswählt und so als Rätsellöser fungiert. Ob das Konzept funktioniert, erfahren wir spätestens im Oktober. Am selben Tag soll auch der neue Teil der Mario-Party-Reihe erscheinen. Mario Party: Star Rush bietet ein halbwegs neues Konzept und könnte die Reihe vielleicht sogar aus der Versenkung holen. Bisher verstehen wir jedoch nur wenig davon, was auf den Handheld-Bildschirmen passiert. Schade.

Hochwertige Software für die Hosentasche

Rollenspiel-Fans werden in den nächsten zwölf Monaten jedoch Grund zum Jubeln haben. Neben Pokémon: Mond & Sonne, in welchem wir sicherlich wieder Pokémon-Meister werden wollen und diesmal eine Interpretation von Hawaii erkunden, hat Nintendo zunächst einmal ein neues Franchise enthüllt. In Ever Oasis bringen wir eine Oase zum Blühen und erkunden umherliegende Ruinen. Außerdem haben wir endlich mehr bewegte Bilder von Dragon Quest VII: Fragmente der Vergangenheit gesehen. Klassen- und Kampfsystem versprechen einmal mehr ein fesselndes Abenteuer für die Hosentasche zu werden. Yōkai Watch 2, welches in Japan schon seit Jahren erhältlich ist, findet bald auch seinen Weg über Pazifik und Atlantik. Diesmal gibt es vom Spiel gleich zwei Editionen, welche auf die Namen Bony Spirits und Fleshy Souls hören. Während also die Wii U fast leer ausgeht, wird der 3DS mit wirklich sehr hochwertiger Software weiterhin unterstützt. Kleine Ankündigungen wie Box Box Boy, das mit dem sensationell kreativen Namen der Nachfolger vom mittelprächtigen Box Boy wird, sind zwar nett, hauen auf einem Event dieser Größenkategorie jedoch niemanden vom Hocker. Trotz guter Software ist der Livestream alleine eine schlechte Alternative zu Pressekonferenz oder Digital Event. Langatmig und ermüdend möchte wirklich niemand unterhaltet werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Meinung: Seit Jahren bin ich ein großer Gegner von Nintendos Messeauftritt auf der E3. Es kann nicht sein, dass ein Unternehmen dieser Größe sich nicht traut, im Konzert der Konsolenhersteller eine vernünftige und auch ernstzunehmende Pressekonferenz abzuhalten. Die Digital Events waren meistens zwar sehr nett aufgebaut, doch durch Nintendos eigentlich spannendes Direct-Format, hatten die jährlichen Digital Events eigentlich schon fast gar keine Daseinsberechtigung mehr. Das Fehlen eines solchen Events, in welchem man kurz und knapp alle wichtige Fakten zu kommenden Spielen zeigt und man stattdessen auf einen mehr als nur breitgetretenen und echt viel zu langen Livestream setzt, zeigt mir nur, dass Nintendo an Bedeutung verliert und selbst dazu beiträgt. Sicherlich waren die vorgestellten Spiele fast allesamt toll, doch es nützt nichts, wenn ich dafür zwei volle Abende teils langweiligen Mitarbeitern zuschauen muss, wie sie ein Spiel künstlich in die Länge gezogen vorstellen. Das Live-Spielen von diversen Spielmomentan funktioniert bei der Konkurrenz deutlich besser. Man hätte das also sehr gut mit einer Pressekonferenz verbinden können. Dennoch gehört The Legend of Zelda: Breath of the Wild zu den besten Spielen, die man auf der Messe gesehen hat. Ob ich mir den Titel allerdings für die Wii U oder NX holen werde, steht immer noch in den Sternen. Solange Nintendo sich nicht traut, zusammen mit NX in den Ring mit PlayStation 4 und Xbox One zu steigen, werden sowohl Fans, als auch die Dritthersteller nicht viel mit der Konsole anfangen können. Nintendo, ich wünsche mir zukünftig mehr Mut von euch!

Prime Time: Tokyo Mirage Sessions #FE – Fortissimo Edition (Unboxing)

Heute, am 24. Juni 2016, erschien in Europa eines der wenigen und vermutlich letzten Wii-U-Spiele. Die Rede ist vom Rollenspiel Tokyo Mirage Sessions #FE, welches das Fire-Emblem- und das Shin-Megami-Tensei-Franchise miteinander kombiniert. Die Sonderausgabe des Spiels hört auf den Namen Fortissimo Edition. Diese stellen wir euch in unserem Unboxing-Video ausgiebig vor. Wir wünschen euch viel Spaß und gute Unterhaltung!

Review: Beyond the Boundary (Vol. 2)

Beyond the Boundary (Vol. 2) (1)Die erste Volume hat uns in das Leben von Kanbara Akihito eingeführt. Der Oberschüler, der halb Mensch und halb Yōmu ist, steht unter besonderer Kontrolle durch seine Freunde, da er ein ernstzunehmendes Risiko für die Gesellschaft ist. Trotzdem geht das Leben normal weiter.

Beyond the Boundary (Vol. 2) (2)Die Ereignisse der letzten Tage haben sich regelrecht überschlagen, sodass Akihito von seiner Yōmu-Seite übermannt wurde und sich nach dem Kampf gegen den so genannten Leeren Schatten plötzlich gegen seine Freunde gestellt hat. Mit Mühe und Not gelang es ihnen, Akihito zu schwächen und ihm seine menschliche Form zurückzugeben. Trotzdem müssen sie für ihr Verhalten, sich in einer Zeit, in der die Yōmu häufiger auftreten und wesentlich aggressiver werden, alleine gegen den übermächtigen Feind zu kämpfen, Rechenschaft ablegen. Zum Glück werden sie im Anwesen der Nase-Familie, welche über die Geisterkrieger in der Umgebung wachen, nur verwarnt. Zwar verlassen sie das Anwesen mit einem bitteren Nachgeschmack, doch am Abend wartet bereits das nächste große Ereignis auf sie – das Laternenfest. In der folgenden Zeit normalisiert sich für die Freunde der Alltag. Das heißt auch, dass Kuriyama Mirai mal wieder an der Existenzschwelle lebt und dringend ein paar Yen braucht, um aktiv und passiv am sozialen Leben teilnehmen zu können. Deshalb beginnt sie im Shindō-Fotoladen, in dem sie auch die erbeuteten Yōmu-Steine verkauft, sowohl als Verkäuferin und auch als Model zu arbeiten. Als ihre neue Chefin ihr etwas über einen neuen Yōmu erzählt, für den es fünfhunderttausend Yen einzusacken gilt, ist Mirai jedoch wieder auf und davon.

Heiteres Intermezzo

Beyond the Boundary (Vol. 2) (3)In der sechsten Folge muss ein Yōmu auf dem Dach ihrer Schule bekämpft werden, den man allerdings nur mit viel Überzeugungsarbeit kleinkriegen kann. Auf welche originelle Idee die Geisterkrieger dabei kommen und warum sie sich selbst erst einmal überwinden müssen, solltet ihr unbedingt selbst sehen – so viel gebündelter Humor gab es in der Serie zuvor definitiv noch nicht. Die siebte Folge ist für die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Mirai und ihrer Erzfeindin Inami Sakura wichtig und interessant. Hier wird Mirai unweigerlich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und muss versuchen, Sakura von ihren Gefühlen zu überzeugen. Der Kontrast zwischen diesen beiden Episoden ist also besonders stark, doch gelingt es dem Anime dennoch, seinem Erzählstil treu zu bleiben. Der Stil des Animes in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format ist durchweg düster gestaltet und nur in der sechsten Folge ein wenig heiterer aufgebaut. Man merkt jedoch, wie sich die Charaktere den jeweiligen Umständen anpassen, mit ihren Stärken und Schwächen leben und versuchen, ihre täglichen Aufgaben neben der Jagd auf die Yōmu zu bewerkstelligen. Dabei lassen sich die recht flüssigen Animationen und schönen Effekte durchaus sehen. Vor allem Fans der Fernsehserie Supernatural freuen sich darüber, dass die Atmosphäre teils mit Filtern unterlegt wird.

Exzellente und deplatzierte Stimmen

Beyond the Boundary (Vol. 2) (4)An der Qualität der deutschen und der japanischen Synchronisation hat sich nichts geändert – die japanische Tonspur trumpft nach wie vor mit exzellenten Synchronsprechern auf, während die deutsche Fassung zwar gut, aber teils mit deplatzierten Stimmen ernüchternd wirkt. Am Umfang des Bonusmaterials hat sich im Vergleich zu ersten Volume ebenso nichts getan. In einem Bonus-Clip, der das einzige digitale Material fernab drei obligatorischer Trailer zu anderen Kazé-Anime-Produkten bildet, steht diesmal nicht Akihito, sondern Ninomiya Shizuku vor Gericht. Natürlich hat das Gerichtsverfahren nichts mit dem eigentlichen Inhalt zu tun und soll die düstere Atmosphäre des Animes nach drei Folgen, die insgesamt etwa 75 Minuten einnehmen, etwas auflockern. Das beiliegende physische Booklet beinhaltet zunächst Freundschaftsbucheinträge zu den Charakteren Nase Mitsuki und Nase Hiroomi, bevor uns ein Episodenguide durch die fünfte, sechste und siebte Folge lotst. Außerdem gibt es die in einer Szene angesprochenen Fotos von Mirai und Shindō Ai zu sehen – besonders Ai-Fans dürften hier große Augen machen. Den Abschluss machen ein paar verkleinerte Storyboard-Auszüge und Konzeptzeichnungen von verschiedenen Charakteren samt japanischen Anmerkungen. Das Bonusmaterial gibt also auch dieses Mal nur bedingt einen tieferen Einblick in die Serie.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten Folgen von Beyond the Boundary benötigen ein wenig Einarbeitungszeit in das Universum, die sich jedoch schon mit der zweiten Volume definitiv bezahlt macht. Geschaffene Grundlagen werden ausgebaut und die dezenten Erklärungen werden sorgfältig aufgenommen, sodass man richtig von der düsteren Atmosphäre des Animes verschlungen wird und man gerne selbst ein Teil der Truppe um Akihito und Mirai sein möchte. Man versteht die Zusammenstellung und die verschiedenen Charaktere mitsamt ihren Hintergründen auf einmal deutlich besser als noch zuvor. Der Kampf gegen die Yōmu ist diesmal zudem nicht nur spannend erzählt, sondern auch mit viel Humor unterlegt. Eigentlich müsste das total aufgesetzt wirken, doch die Intentionen der Charaktere bleiben erhalten und die Geschichte wird problemlos fortgeführt. So darf es gerne auch in den nächsten beiden Volumes weitergehen – ich hoffe jedoch, dass die am Ende der vierten Folge aufgegriffene Nebenhandlung bald mit der Story zusammenschließt, damit Beyond the Boundary auch ein zusammenhängendes Kunstwerk wird. Einen gemeinen Cliffhanger gab es nämlich auch dieses Mal, der Lust auf mehr macht. Ich bin also sehr gespannt!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Beyond the Boundary (Vol. 2)!

Review: The Garden of Sinners: Film 5-7

The Garden of Sinners - Film 5-7 (1)Mit der dritten Volume von The Garden of Sinners veröffentlicht Publisher Kazé Anime das großartige, hierzulande aber immer noch vorläufige, Ende der Reihe. Die dritte Volume enthält bei der dritten Veröffentlichung den fünften, sechsten und siebten Film des Franchises.

The Garden of Sinners - Film 5-7 (2)Chronologisch sind die drei Filme in aufsteigender Reihenfolge nach dem ersten Film, Thanatos., angesetzt. Der fünfte Film, Paradoxe Helix, beschäftigt sich allen voran mit der Nebenfigur Enjō Tomoe, der seine Eltern in ihrer gemeinsamen Wohnung ermordet und anschließend die Flucht ergreift. Während er durch die japanische Hauptstadt Tōkyō streift, trifft er auf die Protagonisten Ryōgi Shiki. Durch einen Zufall bemerkt Tomoe, dass seine Eltern wohl doch noch am Leben sind und versucht mit Shiki den Grund herauszufinden. Bei der gemeinsamen Untersuchung des Wohnblocks treffen sie auf den gefährlichen Magier Araya Sōren, der nur mit der Hilfe von Aozaki Tōko besiegt werden kann. Mit ihrer Hilfe versuchen sie außerdem, das Mysterium der paradoxen Helix zu lösen. Nebenbei wird erklärt, mit welchen Problemen Tomoes Familie konfrontiert wurde. In Verlorene Erinnerung, dem sechsten Teil der Filmreihe, lernen wir verstärkt Mikiya Kokutōs Schwester Azaka kennen, die ein Internat für Magierinnen besucht. Der Selbstmord einer Mitschülerin wird mit dem Auftauchen von Feen begründet. Um das Geheimnis um die Fabelwesen, die in der japanischen Mythologie nicht nach europäischem Vorbild auftauchen, zu lüften, muss Azaka mit Shiki zusammenarbeiten. Dabei stellt sich außerdem heraus, dass beide Frauen ein ähnliches Interesse an Mikiya haben.

Ausgearbeitete Charaktere

The Garden of Sinners - Film 5-7 (3)Im siebten Film, Mordverdacht Teil 2, geschehen weitere Morde in Tōkyō und Zeugen berichten von einer Person in einem Kimono, die an einem der letzten Tatorte gesehen wurde. Das ruft bei Kokutō Mikiya Erinnerungen wach und Zweifel kommen in ihm auf, dass seine sehr gute Freundin Ryōgi Shiki womöglich die Täterin sein könnte. Mikiya stellt auf eigene Faust Nachforschungen an und landet dabei in der Drogenszene, die ihn wiederum in den Unterschlupf des Übeltäters führt und das Finale der bis hierhin siebenteiligen Reihe einleitet. In unseren Augen sind dabei vor allem der fünfte und der siebte Film gelungen. Die fast zweistündigen und somit abendfüllenden Werke können mit ausgearbeiteten Charakteren und einer intelligenten Handlung punkten. Der sechste Film ist mit seiner etwa sechzigminütigen Laufzeit zwar nicht schlecht, zieht sich stellenweise aber etwas und beleuchtet mit Azaka einen Charakter, der eigentlich nicht wirklich wichtig für das Verständnis der Story ist. Er bereichert jedoch die Beziehung beider Figuren zu Mikiya, auch wenn keine finale Konfliktlösung bei den Gefühlen gefunden wird. In anderen Bereichen der drei Filme schaffen es die kreativen Köpfe vom Animationsstudio Ufotable aber, alle wichtigen Fragen zu beantworten und für den Zuschauer ein klares und weitgehend verständliches Bild des Animes zu liefern.

Grandioses Ende, bitterer Nachgeschmack

The Garden of Sinners - Film 5-7 (4)Auf der technischen Seite können wir nun auch nichts mehr bemängeln. Die Bildauflösung liegt in 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format vor. Während man die vier vorherigen Filme noch in DVD-Qualität auf die Blu-ray Discs gepresst hat, kann der Anime in den letzten Filmen endlich in hochauflösenden Bildern mit seinen hübschen Lichteffekten und flüssigen Animationen punkten. Unterlegt werden die Filme mit einem Soundtrack, der die melancholische Atmosphäre verschönert. Die Soundtrack-CDs, die den ersten Veröffentlichungen als Bonus beilagen, hat man auch dieses Mal wegrationalisiert. Während die japanische Synchronisation durchweg erstklassig besetzt ist, können aber auch die deutschen Sprecher punkten. Besonders Christin Marquitan, Petra Barthel, Tilo Schmitz und Bernd Vollbrecht hauchen den Charakteren trotz weniger Aussprachefehler bei japanischen Namen reichlich Leben ein. Obwohl die sieben Filme so wunderbar abgerundet werden und die letzte Episode nicht wirklich ein offenes Ende lässt, bleibt trotzdem ein bitterer Nachgeschmack. Von Kara no Kyōkai, wie der Originaltitel des Animes lautet, erschienen in Japan bisher nämlich zehn Filme. Diese enthalten zwar zum Teil Nebenhandlungen, würden das Franchise aber auch hierzulande ergänzen. Abschließend bleibt zu hoffen, dass Kazé Anime an der Reihe festhalten wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Der Anime The Garden of Sinners oder Kara no Kyōkai, wie er im japanischen Original heißt, gehört für mich nach wie vor zum Besten, was die Anime-Industrie bis heute hervorgebracht hat. Die Geschichte setzt sich peu á peu in unchronologischer Reihenfolge zusammen und baut zum Schluss einen stringenten Handlungsstrang bis zum großartigen Finale auf. Schade finde ich nur, dass einige Charaktere im siebten Film etwas zu kurz kommen. Das ist aber wirklich nur ein kleines Defizit, denn in fast allen anderen Belangen kann der Anime mit spannender Story, tiefgründigen Charakteren und intelligenter Bildsprache überzeugen. Trotzdem finde ich es schade, dass wir hierzulande immer noch auf die weiteren Filme warten müssen, die schon lange in Japan erhältlich sind. Es bleibt so zwar bei einem runden Abschluss, doch ist und bleibt es traurig, dass der Publisher die Serie jetzt schon zum dritten Mal veröffentlicht und weitere Episoden noch lange nicht in Sicht sind. Besonders wer schon bei der siebenteiligen DVD-Veröffentlichung oder spätestens beim Erscheinen der unhandlichen Premium Box der Blu-ray-Vermarktung zugeschlagen hat, will wohl einfach nicht länger auf eine Fortführung oder Ergänzung der The-Garden-of-Sinners-Reihe warten. Kazé Anime sollte diese Inhalte schleunigst nachliefern, denn der Anime ist und bleibt ein großartiges Kunstwerk, welches von jedem Anime-Fan gewürdigt werden sollte und definitiv in jedes Regal gehört!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Garden of Sinners: Film 5-7!

Review: Dragon Ball Z Kai (Box 2, Episode 17-35)

Dragon Ball Z Kai (Box 2) (1)Inzwischen hat sich der Aufschrei bezüglich Kazé Animes Synchronisationspolitk für Dragon Ball Z Kai gelegt. Obwohl einigen Fans sicherlich noch die markanten Stimmen fehlen dürften, können die neuen Synchronsprecher spätestens ab der zweiten Serienbox überzeugen.

Dragon Ball Z Kai (Box 2) (2)Die Handlung der zweiten Seriebox von Dragon Ball Z Kai knüpft an die Ereignisse der letzten Episoden nahtlos an. Soll heißen, dass man den fulminanten Cliffhanger nutzt, um in die Story abermals einzutauchen. Wir erinnern uns: Im Kampf gegen die beiden Saiyajin Bejīta und Nappa mussten Tenshinhan, Chaozu, Yamucha und Pikkoro ihr Leben lassen. Nachdem Bejīta bereits Nappa eigenhändig aus dem Weg geräumt hatte, gelang es Son Gokū mit letzter Kraft Bejīta unschädlich zu machen. Als dieser dann fliehen wollte, hatte Kuririn die Möglichkeit, Bejītas Leben ein Ende zu setzen und ihre Freunde zu rächen, wurde jedoch von Son Gokū aufgehalten. Trotzdem können sie froh darüber sein, dass sie die Erde mitsamt ihren Bewohnern vor der Zerstörungswut der beiden Saiyajin bewahren konnten. Da Pikkoro und somit auch Gott nicht mehr unter den Lebenden weilen, stellt das die Freunde aber vor ein großes Problem. Da Gott nicht mehr existiert, gibt es auch keine Dragon Balls mehr, mit denen sie den Drachen Shenron rufen könnten, um die Auferstehung ihrer Freunde zu erbitten. Kuririn hat im Kampf zwischen Pikkoro und den Saiyajin aufgeschnappt, dass Pikkoro und deshalb auch Gott ursprünglich nicht von der Erde, sondern vom Planeten Namekku stammen und übernatürliche Fähigkeiten besitzen würden, mit denen sie die Kugeln herstellen könnten.

Finde deine sieben Dragon Balls

Dragon Ball Z Kai (Box 2) (3)Somit steht schon in den ersten Minuten der Episoden der zweiten Serienbox das nächste Ziel für die Freunde fest – sie müssen zum Planeten Namekku gelangen. Misutā Popo greift unseren Helden dabei unter die Arme und zeigt ihnen das Raumschiff, mit dem Gott damals zur Erde gekommen ist. Für sie stellt es jedoch einen Wettlauf gegen die Zeit dar, denn der geflohene Bejīta macht sich ebenfalls zum Planeten auf, um die Drachenkugeln zu finden und sich ewiges Leben zu wünschen. Das Streben nach Unsterblichkeit ist aber nicht nur Bejītas oberstes Ziel. Bejītas Arbeitgeber Furīza hat ebenso von den Dragon Balls gehört und beginnt bei ihrer Suche sämtliche Bewohner von Namekku auszulöschen. Da mehrere Parteien auf dem Planeten nach den begehrten Kugeln suchen, ist es nur allzu verständlich, dass es eine gewisse Zeit dauern wird, bis sich alle sieben Dragon Balls an einem Ort befinden. Durch den Wegfall von Filler-Episoden vergehen diesmal gut und gerne 19 Folgen, bis die Suche zu einem vorläufigen Ende kommt. Nebenher erfahren wir als Zuschauer einige Informationen über Namekku und seine fast ausgestorbene Bevölkerung. Bejīta hingegen bekommt Einblicke in die Vergangenheit seiner Heimat und wie sie tatsächlich vernichtet worden ist. Unterdessen trainieren und kämpfen sämtliche Charaktere, um ihre Kampfstärke noch weiter zu steigern.

Der Reiz des Kampfes

Dragon Ball Z Kai (Box 2) (4)Welche Charaktere hier gegeneinander kämpfen, möchten wir an dieser Stelle gar nicht verraten, da genau das den Reiz von Dragon Ball Z Kai ausmacht. Die Auseinandersetzungen fühlen sich im Gegensatz zu Dragon Ball Z nämlich wesentlich stimmiger an, da sie nicht gefühlt in die Länge gezogen werden und die Story, sowohl elementar als auch beiläufig, ständig mit Informationen gefüttert wird. Es bleibt also durchweg spannend und wird nie langweilig. An der technischen Gestaltung hat sich nur wenig getan. Die Bildqualität bleibt beim bildschirmfüllenden 16:9-Format und bei einer Auflösung von 1080p konstant gut. Man kann dem Anime natürlich an vielen Stellen das Alter anmerken, doch der Charme der späten Achtziger Jahre dürfte gerade den großen Fans des Originals gefallen. Dazu kommen die unverwechselbaren Melodien der Vorlage, die Dragon Ball Z Kai auch dieses Mal wieder gut unterstreichen. Wer sich bei der ersten Serienbox mit der Synchronisation auch nur halbwegs anfreunden konnte, wird dieses Mal definitiv nicht enttäuscht. Selbst die von uns kritisierten Sprecherinnen Olivia Büschken und Jennifer Weiß haben sich diesmal spürbar besser mit ihren Figuren auseinandergesetzt. Wem Authentizität aber wichtig ist, schaltet sowieso zur japanischen Tonspur. Ein kurzes Booklet mit Episodenguide und drei Postkarten mit Artworks bilden das Bonusmaterial der zweiten Serienbox. Hier wäre erneut durchaus mehr möglich gewesen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Es ist gar nicht so lange her, dass ich die erste Serienbox von Dragon Ball Z Kai abgearbeitet und die 16 enthaltenen Folgen in einem Zug verschlungen habe. Während ich von der Bildqualität sofort zufriedengestellt wurde, dauerte es mit der neuen Synchronisation doch etwas, bis ich mit dieser warmgeworden bin. Mit Erstaunen stelle ich jedoch fest, dass die neuen Stimmen nach der ersten Serienbox in den Episoden der zweiten Volume noch wesentlich besser funktionieren. Die Sprecher haben sich mit ihren Figuren arrangiert – als Zuschauer und Fan fühle ich mich mittlerweile richtig heimisch und möchte die Stimmen gar nicht mehr missen. Außerdem finde ich die Suche nach den Dragon Balls auf dem Planeten Namekku gefühlt spannender als in der Dragon-Ball-Z-Vorlage, da die Charaktere mehr zur Geltung kommen und die Geschichte für mich sehr viel greifbarer ist. Allerdings bekommen auch die Fans, die sich vor allem auf die Kämpfe freuen, nicht zu wenig geboten. Illustre und gefährliche Feinde warten mit abwechslungsreichen Spezialfähigkeiten auf, welche die Auseinandersetzungen spannend und zugleich auch sehr lustig machen. Wer sich bereits die erste Serienbox gegönnt hat, darf auch bei der zweiten Volume ohne Nachzudenken zuschlagen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Z Kai (Box 2, Episoden 17-35)!

Prime Time: Paranoia Agent – 10 Year Anniversary Edition (Unboxing)

Begleitend zu unserem Review zur kurzen Anime-Serie Paranoia Agent ist heute unser Unboxing-Video an der Reihe. Chefredakteur Eric stellt euch die Gesamtausgabe in Form der 10 Year Anniversary Edition ausgiebig vor. Wir wünschen euch viel Spaß beim Anschauen des Videos!

Review: Beyond the Boundary (Vol. 1)

Beyond the Boundary (Vol. 1) (1)Jeder Mensch trifft in seinem Leben in der Regel mindestens einmal eine Entscheidung, die sein ganzes Leben verändern wird. Dem Protagonisten von Beyond the Boundary ergeht es gleich zu Beginn der ersten Folge so und muss die Entscheidung fast mit dem Leben bezahlen.

Beyond the Boundary (Vol. 1) (2)Die zwölfteilige Anime-Serie Beyond the Boundary beziehungsweise Kyōkai no Kanata, wie die Reihe im japanischen Original heißt, dreht sich um den nach außen hin ganz normalen Oberschüler Kanbara Akihito. Er nimmt am Unterricht teil, hegt seine Freundschaften und hat insgeheim einen Fetisch für Mädchen, die Brillen tragen – soweit nichts Außergewöhnliches. Allerdings hütet Akihito ein dunkles Geheimnis – er ist nur zur Hälfte Mensch. Seine andere Hälfte ist ein so genannter Yōmu, ein mystisches und gefährliches Wesen. Außerdem besitzt er die unglaubliche Fertigkeit, dass ihn so gut wie nichts töten kann. Als Akihito eines Tages über den Schulhof spaziert und auf dem Dach eines Gebäudes ein Mädchen entdeckt, das im Inbegriff ist mit einem Sprung ihr Leben zu beenden, hechtet er ohne mit der Wimper zu zucken zu ihr. Anstatt sie mit klugen Worten davon zu überzeugen, dass ihr Leben wertvoll ist, erklärt er ihr einfach, dass er Frauen mit Brillen attraktiv findet. In gewissem Maße funktioniert diese Taktik sogar, denn sie springt nicht in die Tiefe, sondern zurück über den Zaun und durchbohrt Akihitos Torso mit einem aus purem Blut geformten Schwert. In diesem Moment staunen beide über ihre Fähigkeiten und wir wohl über die interessanteste Eröffnungssequenz von Beyond the Boundary – spannender haben wir das bei einer Anime-Serie selten erlebt.

Heikle Angelegenheiten

Beyond the Boundary (Vol. 1) (3)Bei dem Mädchen handelt es sich um Kuriyama Mirai, eine Geisterkriegerin. Obwohl sie von ihrem Klan ausgebildet wurde, gegen Yōmu zu kämpfen, darf sie ihre Fähigkeiten nicht einsetzen. Der Grund dafür ist denkbar simpel. Während andere Geisterkrieger auf normale Waffen zurückgreifen, verwendet ihr Klan das eigene Blut gegen die Kreaturen der Finsternis und wird deshalb von anderen Klans verpönt. Deshalb geht sie den Yōmu ständig aus dem Weg und hat bis heute noch gegen keinen einzigen Yōmu gekämpft. Da ihr Geld knapp wird, sie die Miete und vor allem ihr Essen kaum mehr bezahlen kann, muss sie jedoch umdenken und wird von Akihito dazu ermutigt, sich gegen die Yōmu zu stellen und sie zu bekämpfen. Die hinterlassenen Yōmu-Steine kann Mirai dann wie in einem Rollenspiel gegen Yen eintauschen. Was simpel klingt, entwickelt sich bereits in den ersten Episoden zu einer heiklen Angelegenheit. Manche Yōmu sind widerspenstiger als erwartet und die Freundschaft zu Akihito wird ebenfalls auf eine harte Probe gestellt. An dieser Stelle wollen wir aber nicht zu viel verraten und euch ans Herz legen, der düsteren und mit passenden Melodien untermalten Serie eine Chance zu geben. Dabei ist vor allem die japanische Tonspur zu empfehlen; die deutsche Synchronisation kommt durch ein paar unpassende Sprecher kaum ans Original heran.

Knappes Bonusmaterial

Beyond the Boundary (Vol. 1) (4)Das Bonusmaterial von Beyond the Boundary fällt in der ersten Volume recht dünn aus. Auf dem Datenträger schlummert neben drei Trailern zu anderen Kazé-Anime-Produkten eine Bonus-Episode, in der Hauptfigur Akihito wegen seines Verhaltens vor Gericht steht und natürlich humorvoll ausgeschmückt ist. Das hat mit der eigentlichen Serie nichts zu tun und soll die düstere Stimmung nach etwa einhundert Minuten Laufzeit wohl eher etwas aufheitern. Stattdessen verlässt sich das Bonusmaterial auf das physische Booklet, welches in der Hülle der Blu-ray eingeklemmt wurde. Die ersten Seiten des beiliegenden Booklets sind aufgebaut wie ein Freundschaftsbuch. Hier bekommen wir ein genaueres Bild von den Charakteren Akihito und Mirai. Auf den folgenden Seiten finden wir einen Episodenguide, der uns durch die ersten vier Folgen des Animes führt. Außerdem bekommen wir durch Skizzen und Anmerkungen von Ishidate Taichi Einblicke in den Aufbau der Storyboards von Opening und Ending. Zu guter Letzt warten noch ein paar Konzeptzeichnungen darauf, von uns bewundert zu werden. Sowohl die Bonus-Episode, als auch das Booklet geben nur bedingt einen tieferen Einblick in Story und Charaktere. Hier hätten wir zwar durchaus mehr erwartet, doch trotzdem dürfen Fans von Blue Exorcist, Supernatural und Co gerne mal einen Blick riskieren!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Beyond the Boundary beginnt in meinen Augen mit einer sehr starken Eröffnungssequenz. Sie ist überraschend, kreativ und stellt mir direkt einmal viele Fragen, auf die ich – natürlich möglichst schnell – eine Antwort erhalten möchte. Besser kann es eine Anime-Serie nicht machen! Dazu sollte man jedoch sagen, dass diese Fragen zumindest in den ersten vier Episoden sehr langsam und vor allem dezent beantwortet werden. Im Halbschlaf sollte man sich Beyond the Boundary deswegen also auf keinen Fall anschauen, da man schnell ein paar wichtige Informationen überhören kann. Wer hingegen fit an die Serie herangeht, bekommt ein recht interessantes und klischeegeladenes Setting, eine spannende und wendungsreiche Geschichte und eine handvoll facettenreicher Charaktere vor die Nase gesetzt. Diese Mischung funktioniert in den ersten vier Folgen wirklich gut und an keiner Stelle wurde mir langweilig. Da die vierte und letzte Episode der ersten Ausgabe von insgesamt vier Volumes mit einem interessanten Cliffhanger endet, ist auch meine Lust geweckt, die Serie weiterzuverfolgen. Sie wird sich zwar sicherlich nicht zu meiner absoluten Lieblingsserie entwickeln, aber wer Kost im Stile von Blue Exorcist, Supernatural und Co braucht, wird hier definitiv fündig werden!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Beyond the Boundary (Vol. 1)!

Review: Photo Kano (Vol. 1)

Photo Kano (Vol. 1) (1)Sicherlich wird schon jeder einmal ein Foto geknipst haben. Fernab der Smartphone-Kamera besitzt aber wohl nur ein Bruchteil einen Fotoapparat. Die zwölfteilige und auf einer Dating-Simulation basierende Anime-Serie Photo Kano nutzt diese Thematik als Serienauftakt.

Photo Kano (Vol. 1) (2)In Photo Kano dreht sich alles um den Oberschüler Maeda Kazuya, der von seinem Vater eine alte Fotokamera geschenkt bekommt. Da er gerne fotografiert, bewaffnet er sich prompt mit seinem neuen Spielzeug und führt es von nun an tagtäglich mit sich in der Schule herum – es kann ja schließlich jeden einzelnen Moment etwas passieren und da sollte man natürlich den Finger unbedingt auf dem Auslöser haben. Nach den Sommerferien trifft Kazuya in der Schule auf seine Freundin Nīmi Haruka wieder. Beide waren in ihrer Kindheit zwar eng befreundet, doch hat Kazuya den Kontakt aus recht banalen Gründen beendet. In der Schule lernen sich die beiden erneut kennen und merken, anfangs noch recht unterschwellig, dass sie Gefühle füreinander haben. Haruka möchte, dass sie sich wieder wie früher verstehen. Als Kazuya dann auch noch Kudō Hiromichi, den Leiter des Fotografie-Klubs kennenlernt, scheint Harukas Plan in greifbare Nähe zu rücken. Sie merkt, dass Kazuya eine Leidenschaft fürs Fotografieren entwickelt hat und möchte urplötzlich von ihm in ihrem Badeanzug fotografiert werden. Es soll jedoch nicht nur bei Haruka bleiben, denn in den darauffolgenden Tagen wollen noch andere Mädchen regelrecht von Kazuya vor die Linse gezogen werden und selbst Kazuya beginnt damit, Fotos von dem einen oder anderen Mädchen zu schießen. Ganz schön gewieft!

Fotos von geringer Bedeutung

Photo Kano (Vol. 1) (3)Photo Kano bietet sich regelrecht dazu an, das Thema Fotografieren zu verwenden. Allerdings probieren die Köpfe hinter dem Projekt absolut nicht, sich ansatzweise mit der Thematik zu beschäftigen. Es werden also keinerlei Fotografie-Techniken erklärt. Stattdessen entwickelt man vor diesem Hintergrund eine seichte Romanze um Kazuya und Haruka, die in den fünf vorliegenden Episoden der ersten Volume aber noch nicht sonderlich tiefgründig behandelt wird. Stattdessen muss Kazuya versuchen, Haruka vor bösen Blicken seiner perversen Kollegen aus dem Fotografie-Klub zu schützen. In der gleichnamigen Dating-Simulation aus dem Jahr 2012 mag das vielleicht funktionieren, doch fällt Photo Kano für europäische Zuschauer zu Beginn wohl eher langatmig aus, da die Inhalte ständig in alternierenden Konstellationen wiederholt aufgegriffen und behandelt werden. Am technischen Gesamtbild können wir hingegen kaum etwas bemängeln. Die Charaktere sind kontrastreich gezeichnet und passen hervorragend zu ihrer Umgebung. Allerdings interagieren sie mit dieser kaum, sodass Animationen auf das Nötigste reduziert zu sein scheinen. Des Weiteren sollte man bei Photo Kano wissen, dass das Hauptaugenmerk sowohl inhaltlich, als auch im Bild auf den Brüsten liegt. Dazu kommen schöne Hintergründe, die einen Einblick in Schulleben und Klub-Aktivitäten geben.

Schwacher Serienauftakt

Photo Kano (Vol. 1) (4)Der eingesetzte Soundtrack passt mit seinen ruhigen und gelegentlich dramatischen Melodien zu den jeweiligen Situationen. Die Stücke können die Handlung untermalen, fallen in unseren Augen jedoch durchweg mittelmäßig aus. Dies scheint auch auf die deutsche Synchronisation zuzutreffen, da die Stimmen zwar passend ausgewählt worden sind, im Kontext aber sehr oft nicht genügend die Situationen betonen. Hier empfiehlt es sich also auf die japanische Tonspur zu wechseln, da diese vor allem mit passenden Betonungen punkten kann. Dazu werden abermals gelbe Untertitel automatisch hinzugeschaltet, die sich nicht deaktivieren lassen. Im Bonusbereich sieht es ebenfalls sehr dünn aus, denn bis auf die drei obligatorischen Trailer zu weiteren Kazé-Anime-Produkten, findet man auf dem Datenträger nichts. Ein physisches und schön aufbereitetes Booklet soll das Defizit entschuldigen. Es beinhaltet einen sehr knappen Episodenguide zu den ersten fünf Folgen mit einem kurzen Eintrag zum Highlight der jeweiligen Episode. Dazu kommt, dass einige Szenen in Fotoform abgebildet sind. Des Weiteren gibt es sowohl Charakterprofile mit Skizzen und Konzeptzeichnungen zu Kazuya, Haruka und sieben weiteren Figuren, als auch Artworks von Handlungsorten. Den Abschluss machen Texte, welche die Story zwar erweitern sollen, aber kläglich daran scheitern. Sehr, sehr schade!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich habe mich sehr auf Photo Kano gefreut. Zwar habe ich noch nie in meinem Leben eine Dating-Simulation gespielt, doch alleine mit dem Anime Die Ewigkeit, die du dir wünschst, hat man mich überzeugt, dass das Genre in Anime-Form ebenfalls funktioniert oder eher gesagt funktionieren kann. Photo Kano ist in den ersten Episoden nämlich alles andere als durchweg interessant. Es gibt nur wenige Szenen, die wirklich nennenswert sind und die wiederholen sich im besten Fall mit ähnlichen, aber meist identischen Stilmitteln. Sie beziehen sich dann eben nur auf eines der anderen Mädchen, die von Kazuyas Fotografie-Künsten begeistert sind. Man hätte aus Photo Kano so viel mehr machen können, doch bleibt der Serienauftakt für mich einfach nur durchschnittlich. Ich hoffe sehr, dass sich der Reiz der Handlung in der nächsten Volume entfalten kann. Wer sich aller Unkenrufe zum Trotz jetzt dennoch für Photo Kano interessiert, sollte sich zweimal überlegen, ob er jetzt schon zugreifen sollte. Einen anderen Grund als Fan der PlayStation-Portable-Vorlage zu sein, gibt es nämlich nicht!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Photo Kano (Vol. 1)!

Gewinnspiel (10. bis 30. Juni 2016)

Inazuma Eleven Gewinnspiel (Seite)Vom 10. Juni bis zum 10. Juli 2016 findet die Fußball-Europa-Meisterschaft in Frankreich statt. Damit wir euch noch mehr ins Fußball-Feeling bringen, verlosen wir in Zusammenarbeit mit Nintendo und Kazé Anime drei tolle Preise! Diesmal gibt es im Videospielbereich Inazuma Eleven Go – Chrono Stones: Flammenwall und Inazuma Eleven Go – Chrono Stones: Donnerknall für den Nintendo 3DS zu gewinnen. Im Anime-Sektor könnt ihr hingegen die Gesamtausgabe der ersten Staffel von Inazuma Eleven abstauben, welche die Geschehnisse des ersten Videospiels des Franchises nacherzählt. Um an unserem Gewinnspiel teilnehmen zu können, dürft ihr bis zu zwanzig Lose sammeln. Je mehr Lose ihr sammelt, desto höher ist eure Gewinnchance. Zur Auswahl stehen euch zwei einfache Möglichkeiten, die ihr zum Maximieren eurer Gewinnchance natürlich sehr gerne kombinieren dürft:

  1. Schreibt uns einen Kommentar unter diesen Beitrag, in welchem ihr uns in Form von mindestens einem bis zu maximal zehn aufgelisteten Details (beispielsweise 1. bis 10., A bis J etc.) ausführlich mitteilt, wie man die Fußball-Europa-Meisterschaft im Jahr 2016 unbedingt zelebrieren muss (1 Detail = 1 Los, maximal 10 Lose).
  2. Schreibt uns auf unserer Facebook-Seite unter dem Gewinnspiel-Beitrag vom 10. Juni 2016 eine kurze Antwort, wie ihr die Fußball-Europa-Meisterschaft zelebriert (2 Lose). Nennt und markiert in eurem Beitrag außerdem bis zu vier Freunde, mit denen ihr die Meisterschaft verfolgt (je Freund = 1 Los, maximal 4 Lose). Bestätigen dies eure Freunde mit einem Kommentar unter eurer Antwort, steigert dies eure Gewinnchance (je Freund = 1 Los, maximal 4 Lose).

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens das achtzehnte Lebensjahr vollendet und ihren Erstwohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben. Minderjährige Nutzer benötigen eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten. Mitarbeiter von Gameplay Gamers, Nintendo und Kazé Anime sind von der Verlosung ausgeschlossen. An der Verlosung nehmen alle Personen teil, welche die gewünschten Anforderungen erfüllen. Erfüllt kein Teilnehmer die Anforderungen, werden die Gewinne unter allen Teilnehmern gleichermaßen verlost. Die Gewinner der Verlosung werden nach Ablauf des Gewinnspiels ab dem 1. Juli 2016 informiert. Sie haben anschließend 72 Stunden Zeit, sich bei uns zu melden. Andernfalls erhalten nach denselben Gewinnspielregeln andere Teilnehmer die Chance auf den Gewinn. Aus Datenschutzgründen werden die Gewinner namentlich nicht auf Gameplay Gamers oder Facebook erwähnt. Sie dürfen sich dort aber sehr gerne selbst als solche zu erkennen geben. Teilnahmeschluss ist der 30. Juni 2016, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Prime Time: Aku no Hana – Die Blumen des Bösen (Vol. 1-2) (Unboxing)

Die Anime-Serie Aku no Hana – Die Blumen des Bösen hat viele Alleinstellungsmerkmale, wie ihr vielleicht schon in unseren Reviews gelesen habt. Heute möchten wir euch über die Qualität der beiden Volumes in optischer und haptischer Form im Rahmen eines Unboxing-Videos aufklären. Viel Spaß!

Review: Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 1)

Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 1) (1)Paranormale Erscheinungen werden in der Regel als Humbug abgetan. Ist man jedoch allzu leichtgläubig, wird das Interessensspektrum gleich viel größer und Paranormales greifbarer. Dusk Maiden of Amnesia erzählt die geisterhafte Geschichte zwischen Mensch und Gespenst.

Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 1) (2)Die Handlung von Dusk Maiden of Amnesia dreht sich um den Schüler Niiya Teiichi an der Seikyō-Mittelschule, die eine schwierige Vergangenheit hat. Über die Zeit wurden dauernd neue Gebäude errichtet, um die Schule zu erweitern und irgendwann wurden die Räumlichkeiten nur noch sporadisch miteinander verbunden und das Korridorkonzept scheint sich in Sackgassen zu verlaufen. Des Weiteren geht an der Schule die Legende von einer Schülerin um, die vor sechzig Jahren hier ums Leben gekommen ist und nun als böser Geist durch die Gänge spukt. Diese sagenumwobene Gestalt geht ihm nicht mehr aus dem Kopf, sodass er sich eines Tages schließlich auf die Suche nach dem Gespenst macht. Als er eine verstaubte Abstellkammer findet, entdeckt er zugleich die Gebeine eines schon lange verstorbenen Menschen. Kurz darauf manifestiert sich die Tote, Kanoe Yūko, vor Teiichis Augen. Da er Yūko berühren kann, glaubt er ihr erst nicht, dass sie tatsächlich ein Geist ist. Als er jedoch bemerkt, dass nur er sie sehen kann und sie von den anderen Schülern ignoriert wird, ist das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Teiichi möchte so gerne so viel mehr über Yūko erfahren, doch ist sie am typischen Syndrom eines Rollenspielcharakters zu Beginn der Weltenrettung erkrankt – sie leidet an Amnesie und kann sich deshalb an ihr früheres Leben nicht erinnern.

Spannendes Szenario

Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 1) (3)Um ihrem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, wird kurzerhand die Abteilung für Paranormales gegründet. Besonders die leichtgläubige Okonogi Momoe setzt sich, ohne von Yūkos tatsächlicher Existenz zu wissen, für dieses Vorhaben ein und beschließt, sämtliche paranormale Ereignisse gründlich zu dokumentieren. Da es Yūko allerdings oft langweilig wird, ist die arme Momoe vor ihrem Schabernack nicht gefeit und wird mit umkippenden Steinen und wegrollenden Stiften an der Nase herumgeführt. Später stößt auch noch Kanoe Kirie zur illustren Truppe hinzu und sorgt dafür, dass Teiichis Wahrnehmung auf die Probe gestellt wird. Die ernste (und hintergründig auch traurige) Handlung, bei der es zwischen Yūko und Teiichi gelegentlich ein wenig knistert, funktioniert hervorragend mit dem eingesetzten Humor, der häufig auf den körperlichen Geschlechtsakt anspielt und kein Auge trocken lässt. In diesem Zusammenhang funktioniert auch die sehr gute deutsche Synchronisation. Man kann sagen, dass es die Tonspur problemlos mit dem guten japanischen Original aufnehmen kann. Amadeus Strobl, den viele wohl als Stimme von Son Gokū aus Dragon Ball Z Kai kennen, leiht Teiichi seine Stimme und Esra Vural schafft es wirklich mit Leichtigkeit als Yūkos Stimme sowohl Teeichi, als auch uns als Zuschauer zu verführen und an den Bildschirm zu fesseln.

Hypnotisierender Ersteindruck

Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 1) (4)Technisch bietet Dusk Maiden of Amnesia ein faszinierendes Bild, welches gleichermaßen düster, als auch fröhlich ausstaffiert wurde. Zusammen mit dem Soundtrack ergibt sich hier ein hypnotisierendes Gesamtbild, das vor allem durch die geschickt eingesetzten Lichteffekte unvergesslich bleibt. Leider bietet der wirklich tolle Anime im digitalen Bonusbereich nur ein Clear Opening und ein Clear Ending. Außerdem gibt es neben einem Trailer zum Manga von Dusk Maiden of Amnesia auch Trailer zu weiteren Kazé-Anime-Produkten. Allerdings bietet die erste Volume des Animes ein wirklich schönes Booklet. Dieses beinhaltet einen ausführlichen Episodenguide mit Randnotizen zu den ersten vier Folgen, die zusammen etwa einhundert Minuten Laufzeit einnehmen. Daneben gibt es Charakterprofile zu Okonogi Momoe und Kanoe Yūko und je eine Illustration zu den vier Episoden. Kurze Interviews mit Regisseur Ōnuma Shin, Yūkos Synchronsprecherin Hara Yumi, Charakterdesignerin Ban Yukiko und Momoes Synchronsprecherin Fukuen Misato geben einen interessanten Einblick in die Produktion. Dazu gibt es einige deutschsprachige Zeitungsartikel der fiktiven Dies-und-das-Zeitung, welche den Geschehnissen der Serie in redaktioneller Form folgen. Das Booklet wird zwar mit zwei kurzen, dafür aber exklusiven Manga-Kapiteln, hervorragend abgeschlossen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich Dusk Maiden of Amnesia erst gar nicht anschauen wollte. Die Handlung klang für mich einfach nicht spannend genug, sodass ich dem Anime lange genug aufgeschoben habe. Nachdem ich aber die ersten vier Folgen des Animes gesehen habe, bin ich eines besseren gelehrt worden. Die Serie ist wirklich ehr spannend geschrieben, kann mit interessanten und illustren Charakteren punkten, mich mit spontanen Wendungen überraschen und mich mit dem gelungenen Humor an den Bildschirm fesseln. Dusk Maiden of Amnesia ist ein Anime, den man am liebsten in einem Stück verschlingen will, da man nach jeder Episode sofort die nächste Folge sehen möchte. Das liegt wohl auch daran, dass Bild und Ton miteinander harmonieren und eine hypnotisierende Wirkung auf mich haben. Ich bin schon sehr gespannt, ob und wie es den Freunden gelingen wird, Yūkos Vergangenheit aufzudecken und mit welchen paranormalen Ereignissen sie dann konfrontiert werden. Wer sich auf Dusk Maiden of Amnesia einlässt, bekommt mit ersten Volume zumindest schon mal einen fulminanten Serienstart geboten – da kann eigentlich gar nichts mehr schiefgehen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 1)!

Review: Aku no Hana – Die Blumen des Bösen (Vol. 2)

Aku no Hana (Vol. 2) (1)Die erste Volume von Aku no Hana – Die Blumen des Bösen beziehungsweise die ersten sieben Episoden führten nach und nach zur unausweichlichen Katastrophe für den Protagonisten der Anime-Serie. Die sechs Folgen der zweiten Volume erreichen jedoch kaum diese Brillanz.

Aku no Hana (Vol. 2) (2)Am Ende der siebten Episode geschah in der Mittelschule von Kasuga Takao die Katastrophe. Takao stieg in der Nacht zusammen mit seiner Mitschülerin Nakamura Sawa durch ein offenes Fenster in die Schule ein. Sie verlangte von ihm, dass er auf der Tafel einen Aufsatz mit seinem Namen darunter verfassen soll, der ihn als den perversen Dieb der Sportsachen von seiner mittlerweile festen Freundin Saeki Nanako entlarvt hätte. Obwohl sich Takao gegen diese Aufforderung zunächst sträubte und Sawa sichtlich enttäuscht den Klassenraum verlassen wollte, begann er wie wild auf der Tafel zu schreiben und mit Tinte den Raum zu beschmieren. Die achte Folge beginnt nach der vermeintlichen Katastrophe mit ruhigen Szenen, doch die Idylle des Morgens wird jäh mit dem Weg zurück zur Schule unterbrochen. Takao hat mehr Glück als Verstand, denn sein Name wird glücklicherweise von der Tinte verdeckt, sodass der Verdacht unmöglich auf ihn fallen kann. Trotzdem bemerkt Nanako das Symbol auf dem Fußboden, das dem Cover von Takaos Lieblingsbuch, Die Blumen des Bösen, frappierend ähnlich sieht und stellt ihn zur Rede. Takao möchte die Romanze mit ihr beenden, doch Nanako fühlt sich nun nur noch mehr von ihm angezogen. Die Situation eskaliert in den folgenden Tagen, sodass Takao alles hinter sich lassen möchte und von Zuhause wegläuft.

Offenes Ende mit Flashforward

Aku no Hana (Vol. 2) (3)In den sechs Episoden der zweiten Volume, die zusammen eine Laufzeit von circa 150 Minuten einnehmen, geht es nicht mehr fortwährend darum, dass Takao die Hüllen seiner wahren Persönlichkeiten verlieren soll, damit seine perverse Natur zum Vorschein kommt. Viel mehr möchte der Anime deutlich machen, dass Takao Sawas Absichten verstehen will und beleuchtet das Thema Liebe und Abhängigkeit von dieser aus einem ganz anderen Blickwinkel. Hier leidet die Anime-Serie jedoch unter ein paar zu gestreckten und surrealen Szenen, welche die Story gefühlt in die Länge ziehen. Zudem werden wir als Zuschauer mit einem offenen Ende, welches sogar mit einem Flashforward Lust auf mehr macht, zurückgelassen. Zwar schließt sich der Kreis zum Auftakt der Serie wunderbar, doch ohne eine Fortführung im Sinne einer zweiten Staffel kann Aku no Hana nicht zufriedenstellen, zudem nicht einmal die Manga-Vorlage hierzulande erschienen ist und somit nicht als Ersatzdroge verwendet werden kann. Regisseur Nagahama Hiroshi hat zwar laut einem Interview Interesse daran, die Serie aus dem Jahr 2013 fortzuführen (zumal die Manga-Reihe 2014 abgeschlossen wurde), doch jedes weitere verstrichene Jahr lässt die Hoffnung ein wenig verschwinden. Auf der technischen Ebene bietet der Anime unverändert dieselben positiven und negativen Eigenschaften, die schon bei den vorherigen Episoden vorlagen.

Wahrer Fan-Service

Aku no Hana (Vol. 2) (4)Wie bei der ersten Volume von Aku no Hana setzt man auch bei der zweiten Ausgabe in Form von digitalem Bonusmaterial bis auf ein paar Trailern zu weiteren Kazé-Anime-Produkten auf ein physisches Booklet. In diesem sind abermals Erläuterungen zu sämtlichen Folgen der zweiten Volume enthalten. Diesmal wirken sie auch weniger aufgesetzt, da man auf allgemeine Erklärungen weitgehend verzichtet, sich mehr mit der Handlung des Animes auseinandersetzt und wichtige Informationen zu beiläufigen Elementen wie Kabuki-Holzpuppen liefert. In unseren Augen definitiv ein klarer Fortschritt, da das Verständnis für die Geschichte und die Hintergründe somit wesentlich gestärkt wird. Wie beim vorherigen Booklet unterstützt ebenfalls ein Interview, diesmal einzig und allein mit der Band Asa-chan & Junrei, das Gesamtbild. Es ist fraglich, warum man nicht weitere Interviews mit dem Regisseur, dem Produzenten, dem Manga-Zeichner oder gar den Verantwortlichen für das genutzte Rotoskopie-Verfahren abgedruckt hat, welche tiefgehende Einblicke in die Entstehung hätten vermitteln können. Besonders letzteres fehlt uns auch beim digitalen Bonusmaterial. Dafür entschädigen zwei eingedeutschte Manga-Auszüge aus der Sicht verschiedener Charaktere und ein knapper Aufsatz zum Gedicht „Das Ziel, wohin das Wasser fließt“ von Oshimi Shūzō – interessanterweise sowohl auf Deutsch, als auch auf Japanisch. Wahrer Fan-Service!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten sieben Episoden von Aku no Hana – Die Blumen des Bösen finde ich absolut genial, denn der Anime möchte mir eine Coming-of-Age-Geschichte mit unkonventionellen Mitteln und einer deutlich von anderen Anime differenzierten Handlung vorstellen. Das gelingt dem Anime in der ersten Volume wie gesagt auch hervorragend, doch bei der zweiten Volume treten leider starke Ermüdungserscheinungen auf. Es gibt nur noch wenige Momente in der Geschichte, die mich wirklich mitreißen. Viel zu oft verfällt die Serie in einen müden Trott, in dem ruhige Momente vorherrschen und mit surrealen Erlebnissen untermauert werden. In meinen Augen ist das recht langweilig und so wirkt der Anime einfach nur noch gefühlt in die Länge gezogen; die Kernaussagen kommen etwas zu kurz. Außerdem haben die Köpfe hinter dem Projekt während der Produktion nicht gelernt, besser mit dem Rotoskopie-Verfahren umzugehen. Aku no Hana ist zwar einzigartig, weil er der erste Anime ist, der vollständig auf Rotoskopie basiert, doch abgehackte Animationen, unvollständige Gesichter und teilweise aufgesetzte Emotionen können sicherlich nicht im Sinne des Erfinders gewesen sein. Über das offene Ende im Anime ärgere ich mich jedoch am meisten, da die Reihe kurz vor Schluss noch einmal an Fahrt gewinnt, mit einem Flashforward auf künftige Ereignisse blickt und somit Lust auf mehr, genauer gesagt auf viel mehr, macht. Seit 2013 warten Fans nun auf die Fortsetzung, doch glaube ich nicht, dass wir diese in der nahen Zukunft zu sehen bekommen. Vielleicht schafft es stattdessen ja der Manga in hiesige Gefilde, denn wie die Geschichte um Takao, Sawa und Nanako ausgeht, will ich schon noch sehr gerne erfahren. Bis die Serie vielleicht fortgeführt oder ergänzt wird, kann man mit dem Kauf also warten, wenn einem eine vollständig abgeschlossene Serie wichtig ist. So bietet Aku no Hana nur einen bitteren Nachgeschmack, den man zwangsweise dulden muss.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Aku no Hana – Die Blumen des Bösen (Vol. 2)!