Review: Re: Hamatora (Vol. 1)

re-hamatora-vol-1-1Nach einer kurzen Pause im japanischen Fernsehen wurde die Anime-Serie Hamatora – The Animation mit Re: Hamatora, also einer zweiten Staffel, bereits im Jahr 2014 fortgesetzt. Im deutschsprachigen Raum mussten wir uns auf die Fortsetzung fast ein Jahr lang gedulden.

re-hamatora-vol-1-2Das Warten auf die zweite Staffel hat sich allerdings durchaus gelohnt, wie der Auftakt von Re: Hamatora zeigt. Wer sich auf die Sequel-Serie einlassen will, sollte unbedingt die erste Staffel gesehen haben und jetzt am besten nicht weiterlesen, um nicht gespoilert zu werden. Seit der zwölften und letzten Folge von Hamatora – The Animation sind mittlerweile drei Monate vergangen. Im Yokohamaer Café, in welchem Naisu und seine Freunde die Detektei Hamatora eröffnet haben, ist Trauerstimmung zu spüren. Naisu hat das Zeitliche gesegnet und unter den männlichen Anwesenden wird darüber debattiert, wer Naisus Erbe – genauer gesagt seine pornografischen Filme – bekommen soll. In Yokohama selbst müssen sich die so genannten Minimum Holders seit den Geschehnissen in der zweiten Hälfte der ersten Staffel nicht mehr verstecken. Sie werden von der Gesellschaft akzeptiert und bringen sich in den Alltag mit ihren Fähigkeiten ein – im Guten, wie im Schlechten. Durch diese Umstände erhalten sie wesentlich weniger Aufträge und meist noch dubiose dazu. So sollen die Freunde tatsächlich den aufstrebenden Popstar Hikaru umbringen. Da sie jedoch keine Auftragsmörder sind, beschließen sie, stattdessen einen Auftrag von Hikarus Agenten anzunehmen. Sie sollen das Leben der Ikone vor seinen weiblichen und wutentbrannten Fans schützen. Anstrengend!

Alter Hase, neue Tricks

re-hamatora-vol-1-3Pro Episode steht in Re: Hamatora wieder ein Auftrag beziehungsweise eine Geschichte im Vordergrund. Diesmal sind die einzelnen Folgen aber wesentlich besser miteinander verknüpft, da die einzelnen Charaktere mit ihren Persönlichkeiten bereits bekannt sind und man den Fokus zumindest zu Beginn der zweiten Staffel auf einen durchgehenden Handlungsstrang legt. So taucht schon sehr bald einer ihrer alten Widersacher auf. Āto, der vermeintliche Mörder von Naisu, erscheint wieder auf der Bildfläche und verfolgt weiterhin seine dubiosen Pläne, die jetzt jedoch einen völlig neuen Anstrich erhalten und deutlich greifbarer sind. Da er selbst – wie er immer beteuert – kein Minimum Holder ist, geht er mit Gewalt gegen diese vor. Bewaffnet ist er jedoch vor allem mit Spritzen, die er in die Adern von den Minimum Holdern jagt, um ihr Minimum auszusaugen beziehungsweise dieses zu rauben und sie somit machtlos zu machen. Da Naisus Freunde und andere Minimum Holder dem gefährlichen Āto auf der Spur sind, muss er jedoch handeln und beginnt damit, sich je nach Bedarf und Situation das entsprechende Minimum aus seiner Sammlung in seine Blutbahn zu spritzen, um davon zu profitieren. So kann er die unterschiedlichsten Fähigkeiten nutzen, um aus jedwedem Konflikt einen Vorteil zu ziehen. Ganz schön gerissen und ganz schön gefährlich!

Bild dir (nicht) deine Meinung!

re-hamatora-vol-1-4Die dritte auf der Disc enthaltene Episode dreht sich um den Sträfling Samura. Dieser ist ein blinder Maler und wurde früher aufgrund seiner Kunstwerke von den Massen geliebt. Durch sein Minimum hatten seine Werke Einfluss auf deren Betrachter. Sobald sich der Blick eines Menschen in einem der Gemälde verliert, wird die Person gewalttätig und versucht, jedes Individuum im Umkreis zu töten. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch Āto sich in diesen Kampf verwickelt. Beim Auftakt von Re: Hamatora können wir mit Fug und Recht behaupten, dass es sich hierbei um die bisher besten Episoden der Anime-Serie handelt. Die Handlung wird besser erzählt, die Charaktere wirken glaubhafter und die Spannung will gerade deswegen nicht abnehmen. Genauso gut gelungen ist den Schöpfern der technische Aspekt, welcher der Qualität der ersten Staffel in Nichts nachsteht. So können uns die Charaktere mit ihren scharfen Konturen vor wirklich traumhaften Hintergründen stets begeistern und auch die musikalische Untermalung passt hervorragend zum dargestellten Geschehen. Die Erstauflage der ersten Volume wird mit einem schicken Schuber ausgeliefert. Ein kleines Booklet und zwei Profilkarten gibt es obendrauf. Diese Inhalte standen uns zwar nicht zum Testen zur Verfügung, doch ist es anzunehmen, dass deren Qualität den Boni der ersten Staffel ähnelt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wer meine Reviews zu Hamatora – The Animation gelesen hat, wird sehr wohl wissen, dass ich am Anfang gar nicht so sehr begeistert von der Anime-Serie war und ich nur peu á peu ein Fan des Franchises geworden bin. Ich bin deshalb sehr froh, dass ich die gesamte erste Staffel gesehen habe und bis zum wirklich guten Finale dabei geblieben bin. Der gemeine Cliffhanger am Ende der vierten Volume wird in der zweiten Staffel natürlich fast direkt am Anfang geklärt, sodass man mit ruhigem Gewissen auch weiterschauen möchte. Das liegt aber vor allem an der wirklich gelungenen Handlung. Diese ist nun alleine aufgrund der gefestigten Charaktere wesentlich greifbarer und kann stringent erzählt werden. Mit Āto hat man einen Bösewicht aufgebaut, der in der zweiten Staffel zu einer noch größeren Bedrohung heranwachsen kann und somit für genügend Spannung sorgt. Ich bin definitiv begeistert und freue mich schon sehr auf die nächsten Volumes, denn wenn die Serie weiterhin so sehr an Qualität gewinnt, wird sie sich sicherlich auch mit größeren Marken messen lassen können. Ich drücke Re: Hamatora dabei fest die Daumen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Re: Hamatora (Vol. 1)!

Preview: For Honor

For Honor (1)Bereits 2015 hat Ubisoft For Honor angekündigt. Wann genau das Spiel erscheinen soll, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Mittlerweile hat Ubisoft das Spiel auf den 14. Februar 2017 datiert. Schöner kann man den Valentinstag zu zweit sicherlich nicht zelebrieren.

For Honor (2)Diese Aussage ist vielleicht etwas gewagt, doch wer sich bereits das veröffentlichte Videomaterial angeschaut oder sogar das Glück hatte, den Titel selbst auf der Gamescom 2016 zu spielen, wird sich wünschen, am Valentinstag ein Single zu sein oder einen Partner an seiner Seite zu wissen. Selbst wenn einem der Mehrspielermodus des Spiels nicht zusagt, darf sich über die Story-Kampagne freuen. Selbst diese ist nämlich laut Aussagen von Ubisoft auch zu zweit spielbar – allerdings nur online, der ursprünglich geplante Splitscreen-Modus wurde leider kurz vor unserer Preview gestrichen. Über die Story von For Honor wissen wir einige Monate vor Release jedoch nur sehr wenig. Die Handlung spielt wohl nach einem verheerenden Konflikt, der in einer großen Katastrophe gipfelte und die ganze Welt zerstört hat. Tausende Jahre später haben Ritter, Wikinger und Samurai fast zu ihrer alten Stärke zurückgefunden. Jede der drei Fraktionen will ihre Macht durchsetzen, doch hinter diesem ewigen Kampf steckt Apollyon; laut Ubisoft eine blutrünstige Kriegsherrin. Wir schlüpfen in die Rolle eines Helden der drei Fraktionen und kämpfen Seite an Seite mit unseren Kriegsbrüdern für die Durchsetzung unserer Macht – oder tanzen nach Apollyons Pfeife, können das aber noch nicht mit hundertprozentiger Gewissheit sagen. Fakt ist jedoch, dass wir uns so oder so nicht davon aufhalten lassen, Burgen zu stürmen und Schlachten zu schlagen.

Drei Fraktionen kämpfen ums Überleben

For Honor (3)Man kann also stark davon ausgehen, dass die Handlung des Action-Spiels For Honor auf der einen Seite zwar richtiger Blödsinn ist, auf der anderen Seite jedoch reichlich Motivation birgt, das eigene beziehungsweise selbst auserkorene Volk zum Sieg zu führen. Jede der Fraktionen unterteilt sich zudem noch in weitere Klassen, die etwas mehr Abwechslung bieten sollen. In der Story-Kampagne sind unter anderem die Berufe Kensei, Plünderer und Wächter spielbar. Während sich die verschiedenen Fraktionen angeblich nicht wirklich abwechslungsreich spielen lassen, werden die Kämpfer vor allem über ihre Klasse identifiziert, die Schwung in die Partien bringen. Abseits der Story-Kampagne spielen sich die Schlachten mit bis zu acht Spielern, wobei vier auf jeder Seite kämpfen. Dabei erinnern uns die Schlachten sogar ein wenig an Titanfall, denn auch hier haben sich auf beiden Seiten nur wenige menschliche Spieler getummelt. Die restlichen Kriegsteilnehmer sind Nichtspielercharaktere, die uns entweder einfach so vor unsere Klinge laufen oder zumindest für reichlich Atmosphäre auf dem Schlachtfeld sorgen. Erst wenn wir im Kampf auf einen der anderen menschlichen Spieler treffen und die Schwerter, Äxte und Katana kreuzen, kommt so etwas wie Taktik auf. Hier müssen wir geschickt gegnerische Angriffe blocken und zur richtigen Zeit gewagt den Feind angreifen.

Angriff und Verteidigung zur rechten Zeit

For Honor (4)Daran lässt sich erahnen, dass das Blocken in For Honor ein elementarer Bestandteil sein wird. Wenn der gegnerische Angriff von links erfolgt, müssen wir unsere Verteidigung per Schild oder Waffe entsprechend auch zur linken Seite ausrichten. Drei Auswahlmöglichkeiten stehen uns hier zur Verfügung, bei denen wir unsere Reaktionsfähigkeit testen dürfen. Hin und wieder kann es natürlich vorkommen, dass wir von mehreren Seiten und Spielern umzingelt und angegriffen werden können. In diesem Falle soll der so genannte Revenge-Modus zur Geltung kommen, denn je länger wir uns gegen unsere Widersacher zur Wehr setzen, desto eher wird es uns möglich sein, mit geballter Kraft zurückzuschlagen. Sofern es den Entwicklern gelingt, mit diesem System die Balance des Spiels nicht zu gefährden, kann der Revenge-Modus eine tatsächliche Bereicherung für For Honor sein. Am besten wäre es jedoch, wenn es gar nicht erst soweit kommen müsste, denn For Honor ist in erster Linie immer noch ein Team-Spiel. Das heißt, dass wir uns mit unseren anderen drei Verbündeten im besten Falle absprechen sollten, um Punkte auf dem Schlachtfeld zu erobern und gemeinsam gegen andere Helden in den Kampf ziehen. Zusammen mit der Atmosphäre und der stimmigen Optik erwartet uns mit For Honor sicherlich ein interessantes Konzept mit einem spannenden Spiel obendrauf.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf dem veröffentlichten Videomaterial): Gerne hätte ich For Honor auf der Gamescom 2016 selbst gespielt. Leider kam es dazu zwar nicht, doch das Interesse am Spiel ist nach wie vor ungebrochen. Die gezeigten Schlachten sehen dank einer Vielzahl von Nichtspielercharakteren einfach dermaßen atmosphärisch aus, dass ich mich gleich als Samurai, Wikinger oder Ritter ins Kampfgetümmel stürzen möchte. Ich hoffe jedoch sehr, dass die dargestellten Truppen nicht dasselbe Schicksal erleiden wie damals die Überzahl an Piloten bei Titanfall. Dort haben die ganzen computergesteuerten Charaktere nämlich eher die Balance des Spiels gestört, als Anfängern wirklich einen Vorteil gegeben. Umso mehr bin gespannt, ob Ubisoft das Problem in den Griff bekommt, von dem die Konkurrenz nichts wissen wollte. Vor allem der Revenge-Modus kann eine interessante Kompensation sein, wenn es in so manchen Szenen brenzlig wird. Während das Kampfsystem des Titels sicherlich schnell erlernt ist, bin ich vor allem auf die Langzeitunterhaltung gespannt. Bisher hat man einfach viel zu wenig vom Spiel gesehen, als dass man eine endgültige Prognose abgeben könnte. Wenn die Entwickler jedoch die Klassen ausarbeiten, mehrere Spielmodi integrieren und damit reichlich Abwechslung bieten können, werde ich mit For Honor an meinem PC sicherlich mehr als nur eine Nacht verbringen – egal ob ich am Valentinstag solo bin oder nicht.

Prime Time: One Piece: Pirate Warriors 2 (Collector’s Edition) Unboxing

Spiele, die mit dem Musō-Spielprinzip aufwarten, sind meist sehr einfach gestrickt. Schnell verinnerlicht hauen wir in diesen Spielen tausenden Gegnern auf die Mütze, ohne uns dabei groß anstrengen zu müssen. Neben der Samurai-Warriors- und der Dynasty-Warriors-Serie gibt es auch noch andere Franchises, welche mit dem Konzept ausgestattet wurden. Dazu zählen unter anderem Hyrule Warriors und One Piece: Pirate Warriors. Heute stellen wir euch zur letztgenannten Serie die Collector’s Edition vor. Viel Vergnügen!

Review: The Rolling Girls (Vol. 2)

the-rolling-girls-vol-2-1Die erste Volume der zwölfteiligen Anime-Serie The Rolling Girls nutzt die ersten zwei Episoden, um die Ausgangslage zu erklären, um im Anschluss vier Freundinnen auf einen Road Trip zu schicken. Mit der zweiten Volume wird die Reise durchs knallbunte Japan fortgeführt.

the-rolling-girls-vol-2-2Mehrere Jahre sind seit dem Großen Krieg von Tōkyō vergangen. Das Land ist in zehn Nationen gespaltet, an deren Spitzen jeweils ein Anführer, so genannten Mosa, stehen. Obwohl wir bereits in der ersten Volume gerne ein paar Hintergründe und vor allem Ursache und Auslöser des Krieges erfahren hätten, so hüllen sich auch die vier Episoden der zweiten Volume in Schweigen. Nachdem sich Utoku Masami alias Maccha Green und Shigyō Kuniko die Köpfe eingeschlagen haben und anschließend im Krankenhaus gelandet sind, müssen die Aufgaben der Friedensstifterin von anderen Personen übernommen werden. Dazu meldet sich Masamis beste Freundin Moritomo Nozomi freiwillig und will gemeinsam mit ihrer Freundin Kosaka Yukina durch Japan ziehen, um die Aufgaben und Aufträge von Maccha Green zu absolvieren. Die Gruppe wächst jedoch auf vier Köpfe, sodass auch die aufbruchswillige Hibiki Ai und die schüchterne Misono Chiaya mit an Bord sind. Über letztere haben wir am Ende der vierten Episode erfahren, dass sie gar nicht mehr so sehr an den Mondlichtsteinen interessiert ist, da sie mit Nozomi, Yukina und Ai stattdessen Freundinnen gefunden hat. Allerdings gehört ihre Mutter zu einer Organisation, die jetzt auf der Suche nach den Steinen und nach Chiaya ist.

Explodierende Fisch-Dachziegel

the-rolling-girls-vol-2-3Die Reise der vier quirligen Mädchen führt zunächst in die ehemaligen Präfekturen Aichi und Mie, die seit dem Großen Krieg von Tōkyō eine noch namenlose Nation bilden. Entsprechend geht es in der fünften und sechsten Episode von The Rolling Girls um die Namensfindung der Nation. In Nagoya angekommen, erfahren sie, dass die beiden Gruppierungen Aichi Tenmusu und Mie Motors um die Vorherrschaft im Gebiet kämpfen. Während Tenmusu Aichi stolz auf das gleichnamige, berühmte Nagoyaer Gericht Tenmusu ist, fordert Mie Motors seine Feinde stets mit Motorradrennen heraus. Vor diesem Hintergrund findet jedoch die eigentliche Story statt, denn kurz nach ihrem Eintreffen in Nagoya treffen sie auch schon auf ihre Auftraggeberin Uotora Himeko, die jedoch keinerlei Erinnerungen daran hat, sich jemals per Brief an die Friedensstifterin Maccha Green gerichtet zu haben. Nach jahrelanger Abwesenheit in Form einer Weltreise und aufgrund von großer Langweile ist Himeko zu ihrem Vater, dem Ziegelsteinhersteller Mamoru, zurückgekehrt. Da in der Stadt plötzlich alle Fisch-Dachziegel explodiert sind und Mamoru angeblich nicht mehr mit seinen Händen arbeiten kann, fordert er seine Tochter dazu auf, in seine Fußstapfen zu treten. Dass sich diese dagegen sträubt und unsere vier Heldinnen unbedingt eingreifen müssen, ist von Vornherein klar und vorprogrammiert.

Musikalische Handlungsfortführung

the-rolling-girls-vol-2-4Nach diesem Abenteuer geht es für die vier Mädchen weiter nach Kyōto, wo sie auch weiterhin unermüdlich auf der Suche nach den Mondlichtsteinen sind. Diese gelten in der früheren japanischen Hauptstadt jedoch als Unglücksbringer, tauchen aber wundersamer Weise nach jedem Musikfestival wieder auf. Als sie in Kyōto eintreffen, erfahren wir als Zuschauer ebenso etwas über den ehemaligen Autoren und Musiker Momiyama Kuranosuke. Dieser arbeitet für Chiayas Mutter Haruka und soll das Mädchen selbstverständlich nach Hause bringen. Ob ihm das gelingt und welche Bedeutung der Auftritt einer Band für ihn hat, verraten wir euch an dieser Stelle aber nicht. Ihr solltet aber nicht erwarten, dass die vorliegenden Episoden sehr spannend sind. Sie erzählen die Handlung stringent und langsam weiter, sodass mehr Zeit für die Charaktere und vor allem für die einzelnen Geschichten bleibt. Das ist in unseren Augen mehr als schade, da der Anime-Serie so nur noch vier weitere Folgen bleiben, um die Story rund um die Mondlichtsteine zufriedenstellend abzuschließen. Am restlichen Gesamtbild hat sich hingegen erfreulich wenig geändert. Die kontrastreichen Charaktere stechen nach wie vor dem meist etwas verblassten Hintergrund hervor und der Soundtrack unterlegt das Geschehen mit lieblichen Klängen sinnvoll. Wer den Serienauftakt mochte, wird auch hier zufrieden sein.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem ich nur peu á peu in die Story von The Rolling Girls einsteigen konnte, habe ich mich nach der ersten Volume aber schon sehr auf das Mittelstück der dreigeteilten Veröffentlichung gefreut. Der Road Trip macht Halt in den Präfekturen Aichi und Mie, sowie in Japans früherer Hauptstadt Kyōto. Mit Motorradrennen, regionalen Spezialitäten und einem Musikfestival wird in der zweiten Volume zwar in erster Linie jede Menge Abwechslung geboten, doch vergessen die Köpfe hinter dem Projekt, dass im Hintergrund auch eine durchgehende Handlung erzählt werden muss. Diese bleibt in der zweiten Volume etwas auf der Strecke. Ich finde das auf der einen Seite zwar schade, doch auf der anderen Seite sollte diese Entscheidung auch eine Warnung für die Produzenten sein! Es bleiben nun nur noch vier Episoden, um die Geschichte zu Ende zu erzählen und aus Erfahrung weiß ich, dass sich so mancher Regisseur damit im Anime-Segment sehr schwer tut. Wem der durchgehende Handlungsfaden allerdings mehr als nur sehr wichtig ist, sollte vielleicht noch auf meine Rezension zur dritten Volume warten. Trotzdem: Wer den Serienauftakt mit seiner seichten Handlung und seinem netten Humor jedoch schon mochte, darf auch bei der zweiten Volume ohne zu zögern zuschlagen. Enttäuscht wird man dann sicherlich nicht.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Rolling Girls (Vol. 2)!

Gewinnspiel (2. bis 30. November 2016)

gewinnspiel-2-30-november-2016-1Der herbstliche Oktober stand bei Nintendo ganz im Zeichen von Brettspielpartys und Rhythmusminispielchen, die aber auch den Rest der trüben Jahreszeit wunderbar erheitern können. Genau deswegen verlosen wir in freundlicher Zusammenarbeit mit Nintendo jeweils ein Exemplar von Mario Party: Star Rush und Rhythm Paradise: Megamix. Um an unserem Gewinnspiel teilnehmen zu können, habt ihr vier kombinierbare Möglichkeiten, um so viele Lose wie möglich zu sammeln, die wiederum zum Maximieren eurer Gewinnchance dienen:

  1. Schreibt uns einen ausführlichen Kommentar (mindestens 500 Zeichen inklusive Leerzeichen) unter diesen Beitrag, in welchem ihr uns mitteilt, wie eurer Meinung nach das perfekte Minispiel aussehen sollte (3 Lose).
  2. Schickt uns eine E-Mail mit einem selbst erstellten Bild, verlinkt ein von euch persönlich aufgezeichnetes Video oder seid in anderer Form kreativ tätig und teilt uns auf diesem Wege mit, wie das perfekte Minispiel aussehen sollte (9 Lose).
  3. Schreibt uns auf unserer Facebook-Seite unter dem Gewinnspiel-Beitrag vom 2. November 2016 eine (!) Antwort, mit welchen Freunden ihr am liebsten einen Teil der Mario-Party-Reihe spielt (je Freund = 1 Los, maximal 3 Lose).
  4. Die unter Punkt 3 genannten Freunde dürfen eure Freundschaft unter eurem Facebook-Kommentar mit einer Antwort bestätigen und unsere Facebook-Seite mit einem „Gefällt mir“ versehen (je Freund = 1 Los, maximal 3 Lose).

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens das achtzehnte Lebensjahr vollendet und ihren Erstwohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben. Minderjährige Nutzer benötigen eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten. Mitarbeiter von Gameplay Gamers und Nintendo sind von der Verlosung ausgeschlossen. An der Verlosung nehmen alle Personen teil, welche die gewünschten Anforderungen erfüllen. Erfüllt kein Teilnehmer die Anforderungen, werden die Gewinne unter allen Teilnehmern gleichermaßen verlost. Die Gewinner der Verlosung werden nach Ablauf des Gewinnspiels ab dem 1. Dezember 2016 informiert. Sie haben anschließend 72 Stunden Zeit, sich bei uns zu melden. Andernfalls erhalten nach denselben Gewinnspielregeln andere Teilnehmer die Chance auf den Gewinn. Aus Datenschutzgründen werden die Gewinner namentlich nicht auf Gameplay Gamers oder Facebook erwähnt. Sie dürfen sich dort aber sehr gerne selbst als solche zu erkennen geben. Teilnahmeschluss ist der 30. November 2016, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Review: Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja

basilisk-chronik-der-koga-ninja-1In fünf Manga-Bänden erschien in Japan zwischen 2003 und 2004 erstmals Segawa Masakis Werk Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja. Wenige Jahre bevor Kizaki Fuminori seine Arbeit an der Anime-Serie Afro Samurai aufnehmen konnte, führte er bei der Anime-Umsetzung Regie.

basilisk-chronik-der-koga-ninja-2Die aus 24 Episoden bestehende Anime-Serie Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja dreht sich um den Konflikt zwischen den titelgebenden Kōga-Ninja und den verfeindeten Ninja aus Iga. Die beiden historischen Provinzen gelten als die Geburtsstätte des Ninjutsu, sodass der Konflikt in geographischer Hinsicht noch einmal eine weitere Bedeutung erhält. Obwohl in der Welt von Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja unter Hattori Hanzō noch zu Zeiten von Tokugawa Ieyasu ein Friedensvertrag geschlossen wurde, wird dieser gleich am Serienauftakt gebrochen. Der Grund dafür ist, dass die Nachfolge des Shōguns bestimmt werden muss. Daher lässt man die beiden Ninja-Klans gegeneinander antreten. Jeweils zehn Krieger stehen sich gegenüber, die sich in einem Zeitraum von zehn Tagen einen erbitterten Kampf in den Wäldern und Bergen liefern. Jener Klan, der am Ende die Krieger des Feindes ausgelöscht hat, soll entscheiden, wer der nächste Shōgun des Landes wird. Blöderweise sind in diesen Konflikt zwangsweise auch die beiden Klan-Oberhäupter verwickelt, die zuvor ihre Hochzeit planten, um der Fehde ein Ende zu setzen. Gennosuke und Oboro wollen sich nicht bekämpfen, werden aber vom Rest ihres Klans dazu getrieben. Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja zeichnet ein erbarmungsloses Gemetzel, in welchem die Sinnlosigkeit des Tötens auf die Spitze getrieben wird.

Erwachsende Zielgruppe

basilisk-chronik-der-koga-ninja-3Hinzukommt, dass jeder der Ninja über eine bestimmte Fähigkeit verfügt. Während Gennosuke seine Gegner mit purer Gedankenkraft zum Selbstmord zwingen kann, kann Oboro die Kräfte ihrer Feinde durch ihre Augen neutralisieren. Akeginu hingegen kann ihr Blut in eine Waffe formen und Kagerō verwandelt ihren Atem in ein todbringendes Gift, wenn sie sexuell erregt wird. Entsprechend richtet sich der Anime ganz klar an ein erwachsenes oder zumindest reifes Publikum. Auf der technischen Seite kann die Anime-Serie Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja mit einem angenehmen Bild im 16:9-Format und in der Auflösung von 1080p punkten. Altersbedingt kann es der Anime aber nicht mit jüngeren Werken aufnehmen, denn besonders der Einsatz von diffusem Licht als Stilmittel verhindert, dass Details gut erkennbar sind. Die Animationen der Charaktere werden davon allerdings nicht beeinträchtigt, sodass vor allem in den Kämpfen flüssige Bewegungen stattfinden können. Nur selten hatten wir den Verdacht, dass die Köpfe hinter dem Projekt hier und da ein wenig mit animationsarmen Elementen kaschieren wollten. Da das Charakterdesign allerdings sehr abwechslungsreich gestaltet ist, hatte das Team die Möglichkeit, mit vielen verschiedenen Animationsarten zu arbeiten, sodass die kaschierten Elemente kaum bis gar nicht für den einzelnen Zuschauer spürbar sind.

Wohlklingende Kampfgeräusche

basilisk-chronik-der-koga-ninja-4Soundtechnisch erklingen zu den Bewegungen die passenden Effekte, die besonders die nicht selten blutigen Auseinandersetzungen unterlegen. Dazu gesellt sich ein Soundtrack, der uns mit seinen teils melancholischen Klängen ins Japan des 17. Jahrhunderts versetzt. Darunter fällt zum Beispiel ein Flötenspiel oder nervenaufreibende Musik, wenn sich die Ninja in einen Kampf verwickeln, der in der Regel für eine Partei tödlich ausgeht. Während auf der Packung von Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja das Tonformat sowohl für die japanische, als auch für die deutsche Tonspur mit PCM 2.0 angegeben ist, handelt es sich hierbei um einen Druckfehler. Im Auswahlmenü der enthaltenen Discs ist die deutsche Tonspur nämlich in DTS-HD Master Audio 5.1 angegeben. Trotzdem können beide Tonspuren punkten. Während der japanische Originalton in puncto Betonung authentischer ausfällt, kann die deutsche Synchronisation mit stark voneinander abweichenden Synchronsprechern punkten. Diese haben allerdings die sehr blöde Angewohnheit, einige japanische Namen (insbesondere Gennosuke) falsch auszusprechen, was auf Dauer störend sein kann und aus der dichten Atmosphäre reißt. Uns wundert dies aber nicht, denn selbiges Problem hatte schon die Anime-Serie Speed Grapher aus dem Hause Nipponart, für dessen Synchronbuch ebenfalls Frank Preissler am Werk war.

Verspielte Aufwertungschancen

basilisk-chronik-der-koga-ninja-5Digitales Bonusmaterial liegt nur in Form eines Clear Openings und eines Clear Endings bei – das ist in Anbetracht einer Anime-Serie, die gleich aus 24 Episoden á 25 Minuten besteht, sehr schade. Gerne hätten wir Hintergründe über die Produktion oder die Umsetzung vom Manga zum Anime erfahren. Beim physischen Bonusmaterial sieht es diesbezüglich leider nicht besser aus. Der Blu-ray-Veröffentlichung liegt zum einen ein gefaltetes Poster im DIN-A4-Format bei und zum anderen ein knappes Booklet. In diesem werden kurz und bündig alle wichtigen Charaktere vorgestellt – besonders nützlich, wenn man zwischen vereinzelten Episoden mal eine Woche Pause gemacht hat. Ausgeliefert wird die Anime-Serie Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja in einem stabilen Pappschuber, in welchem alle vier Blu-ray Discs gut vor Staub geschützt sind. Auf der Hülle befindet sich zudem kein aufgedrucktes FSK-Symbol, sodass hier besonders Sammler auf ihre Kosten kommen. Die Altersfreigabe befindet sich stattdessen nur auf dem Schuber und ist im freien Verkauf auf der Außenhülle sicherlich nur aufgeklebt. Selbstverständlich ist dieser Service nett gemeint, doch bezeichnet Publisher Nipponart die Box als Collector’s Edition. Unserer Meinung nach hätte es da ruhig ein paar Bonusinhalte mehr geben können, um die Anime-Serie äußerlich ein wenig aufzuwerten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Handlung von Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja ist alles andere als faszinierend. Das gegenseitige Abschlachten ist grundsätzlich – abgesehen vom abgedrehten Charakterdesign – ideenlos und zieht sich zudem über alle 24 Episoden in eine fast schier endlose Länge. Hinzukommt, dass die Geschichte um Gennosuke und Oboro dank ihrer Vorbilder aus der Feder von William Shakespeare mehr als vorhersehbar ist. Die ganze Zeit habe ich darauf gewartet, dass eine überraschende Wendung eintritt, welche die Anime-Serie in eine ganz andere Richtung leitet. Genau dieses Ereignis wollte jedoch einfach nicht eintreten, sodass ich froh darüber war, als endlich ein letztes Mal der Abspann über den Bildschirm flimmerte. Das heißt aber noch lange nicht, dass Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja ein schlechter Anime ist. Im Gegenteil: Die Animationen sind toll, das Charakterdesign facettenreich und der Soundtrack unterlegt das Geschehen wunderbar. Es fehlt mir einfach nur an Alleinstellungsmerkmalen, denn so kann die Serie nur kurzzeitig unterhalten. Hat man entweder Durchhaltevermögen oder reichlich Sitzfleisch, dann kann die Anime-Serie aber dennoch auf Basis der interessanten Charaktere unterhaltsam sein.

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja!

© 2005 FUTARO YAMADA · MASAKI SEGAWA · KODANSHA/GONZO. All Rights Reserved. (Abbildungen)

Prime Time: Mad Max (Trilogie) (Unboxing)

Mit dem Blockbuster Mad Max: Fury Road erlebt die Filmreihe derzeit eine Fortsetzung, die jedoch ohne Mel Gibson auskommen muss. Wer lieber die alten Filmepisoden erleben möchte, freut sich über die alte Trilogie, die mittlerweile auch komplett auf Blu-ray Disc erhältlich ist. Wir stellen sie in unserem Unboxing-Video vor.

Special: Nintendo Switch enthüllt

Am 20. Oktober 2016 ging nach langer Wartezeit alles plötzlich ganz schnell. Publisher Nintendo kündigte plötzlich für selbigen Tag einen Trailer zur neuen Konsole, die bis dahin unter dem Projektnamen NX bekannt war, an. Wir werfen einen ersten Blick auf Nintendo Switch.Der Trailer zur neuen Nintendo-Konsole beginnt ganz unscheinbar und zeigt uns zunächst den Vorort einer typischen US-amerikanischen Stadt. Es ist dunkel, die Straßen leergefegt und nur das Zirpen der Grillen ist aus den wenigen Grünflächen zu hören. Das Geschehen konzentriert sich auf ein dezent beleuchtetes Haus in der sonst seelenruhigen Nachbarschaft. Im Inneren des Hauses bemerken wir einen jungen Mann, der gerade gemütlich vor dem Fernseher sitzt und mit Link auf dem Rücken seines Pferdes Epona in The Legend of Zelda: Breath of the Wild über saftiggrüne Ebenen reitet. Gerade als wir denken, wie schön es wäre, den Titel endlich auch auf unserer Wii U zu spielen, fährt die Kamera nah genug an den Spieler heran. Dieser spielt den Titel auf einem Controller, der nicht zu Nintendos Wii U zu passen scheint. Dank der beruhigenden und aus der Serie bekannten Hintergrundmusik verfallen wir mit den Augen des gezeigten Spielers regelrecht in Trance und werden kurz darauf mit dem Bellen seines Hundes aus unseren Träumen gerissen. Kurz darauf macht es kurz und vor allem schon bald wiederkennend „Klack“ und erstmals erfahren wir den finalen Namen der neuen Konsole, die Nintendo Switch heißen wird. Die verträumte Hintergrundmusik verwandelt sich in ein peppiges Musikstück und der Herr macht sich auf Befehl seines Hundes auf zum Fernseher.

Aus NX wird Switch – sonst ändert sich nix

Diese Zwischenüberschrift mögen wir zwar dreist von einem Twix-Werbespot von 1991 abgekupfert haben, doch passt sie gut an diese Stelle, da sich viele der Gerüchte in puncto NX in jenem Moment bestätigen. Gerade als wir denken, dass der Spaß jetzt auch schon wieder vorbei ist und wir den jungen Mann bestenfalls beim Ausführen seines Tiers beobachten dürfen, fummelt dieser zunächst am Controller herum. Von diesen nimmt er gleich zwei Steuerungseinheiten ab und pappt sie schlicht und einfach an die Außenseite der Konsole – und genau die nimmt er auch noch aus einer Vorrichtung heraus! Der Bildschirm des Fernsehgeräts verdunkelt sich und das Geschehen des Spiels läuft plötzlich auf dem Monitor der Konsole weiter. Entsprechend wird klar, dass wohl die gesamte beziehungsweise zum Spielen notwendige Hardware in einem kompakten und an ein Tablet-PC erinnerndes Gehäuse steckt. Unter freiem Himmel geht es mit dem Spielen weiter und mit einem weiteren Klack-Geräusch beobachten wir auf einmal ein Flugzeug am helllichten Tag. Am Flughafen tauscht sich ein anderer Mann mit einer gleichaltrigen Dame aus, die auch mit einer Nintendo-Switch-Konsole auf den Abflug an einem Terminal wartet. Kurz davor wurde noch ein Spiel in Form einer Cartridge, von Nintendo laut der offiziellen Internetseite Softwarekarte genannt, in das Gehäuse gesteckt.

Hin und wieder zurück

Das Disc-Format hat bei Nintendo wohl ausgedient; wir fühlen uns bei der neuen Heimkonsole gleich an die gute alte Super-Nintendo- und Nintendo-64-Zeit erinnert. Im Flugzeug wird die Switch im Anschluss mit einem Standfuß ganz einfach auf einen der Klapptische gestellt, die beiden Controller-Einheiten am Gehäuse entfernt, ein Kopfhörer eingeklinkt und eine Runde The Elder Scrolls V: Skyrim gemütlich vom Sitzplatz aus gespielt. Würde der Titel tatsächlich für die Switch entwickelt werden, wäre es immerhin der erste Teil der Rollenspielreihe, der für eine Nintendo-Konsole erscheinen würde. Das muss aber noch nichts heißen, denn für die Wii U wurden ebenso zahlreiche Blockbuster wie Battlefield 3, Battlefield 4 oder Metro: Last Light (offiziell) angekündigt. Erschienen sind die Spiele für die Wii U aber nie. Kaum ist der Protagonist von seinem Flug nach Hause zurückgekehrt, steckt er die Konsole einfach wieder in die Ladestation, die das Spielgeschehen prompt auf den heimischen Fernsehbildschirm überträgt. Diesmal bleiben die beiden Controller-Einheiten, die so genanten Joy-Con-Controller, aber am Gehäuse stecken. Stattdessen schnappt sich der Darsteller dieser Szenen einfach den (optionalen und laut Nintendo auch nur separat erhältlichen) Nintendo Switch Pro Controller, der neben der Konsole liegt und geht damit wieder auf Drachenjagd.

Vernetzte Konsolen

Wirklich gewöhnen können wir uns an die Szene aber nicht, denn dann taucht das beim dritten Mal gesehene prägnante Nintendo-Switch-Logo mit dem Klack-Geräusch wieder auf und zeigt uns die nächste Spielidee. Jetzt dürfen wir gleich zwei Spieler dabei beobachten, die auf der Rückbank eines fahrenden Busses auf einem Gerät zu zweit Mario Kart 8 spielen. Eine weitere Peripherie ist dafür nicht notwendig, da die Joy-Con-Controller fast symmetrisch zueinander aufgebaut sind und so hervorragend aufgeteilt werden können. Vorbei ist die Zeit, in der man als Handheld-Besitzer einen anderen Freund mit einem weiteren Handheld zum gemeinsamen Zocken benötigte. Dann zeigt man uns plötzlich, wie zwei Spieler an einer Nintendo Switch gegen zwei andere Spieler an einer weiteren Konsole lokal einen Teil der NBA-Serie mit- beziehungsweise gegeneinander spielen. Es folgen weitere Szenen, in denen dieses Konzept einmal mehr durchleuchtet wird. Beispielsweise wird es auch möglich sein, unter anderem Multiplayer-Titel wie Splatoon zu viert in einem Team mit vier vernetzten Konsolen zu spielen. Kurz darauf endet auch der Trailer zur kommenden Nintendo Switch. Immerhin erfahren wir am Ende noch einmal weiß auf rot, dass die Konsole ab März 2017 erhältlich sein wird. Genauere Informationen will Nintendo zur neuen Konsole noch nicht herausrücken.

Warten auf Nintendo Switch

Spätestens seit der Wii hält sich Nintendo bezüglich der Hardware-Spezifikationen ihrer Konsolen zurück. Gerüchten zufolge soll der Bildschirm der Nintendo Switch nur in der Auflösung von 720p betrieben werden können. Angeblich sei am heimischen Fernseher aber eine Auflösung von 1080p möglich, sofern der Prozessor aktiv über die Ladestation gekühlt werden würde. Hoffen wir mal, dass Nintendo trotz ihres konfliktscheuen Verhaltens der Konkurrenz diesmal nicht ganz so sehr aus dem Weg gehen wird, wie noch bei der Wii U. Der Vorsprung, den die PlayStation 4 ausgebaut hat, ist nicht leicht einzuholen. Man teilte allerdings schon mit, dass man trotz des Konzepts dem hauseigenen 3DS absolut keine Konkurrenz machen möchte und dass die Switch in erster Linie als Heimkonsole anzusehen sei. Ob so besseres Marketing als noch zu Wii-U-Zeiten aussieht, wollen wir an dieser Stelle nicht hinterfragen. Bisher wissen wir einfach viel zu wenig über die Konsole, um über derlei Fragen möglichst objektiv zu richten. Wer mehr über die Konsole erfahren will, muss sich wohl oder übel bis zum 13. Januar 2017 gedulden, denn für diesen Tag plant Nintendo eine Live-Übertragung aus Tōkyō, bei der unter anderem das Line-up präsentiert werden soll. Andernfalls dürfen wir uns die Zeit bis zu diesem Tag auch weiterhin mit Spekulationen und Gerüchten versüßen.

Harte Geduldsprobe

Viele davon haben schließlich in der Vergangenheit auf das Design und das Konzept von Nintendos neuer Konsole fast schon beängstigend genau zugetroffen. Beispielsweise würden wir nur zu gerne wissen, welche Speicherkapazitäten die Softwarekarten haben, wie groß der interne Speicheplatz ist, wie viele Stunden die Akkulaufzeit im mobilen Modus ausreicht und natürlich auch, welche Spiele wir für die neue Konsole erwarten dürfen, denn bewegte Bilder zu Nintendo-Switch-Spielen haben wir bisher wohl noch keine gesehen. Die gezeigten Spielszenen wurden im Trailer nämlich nachträglich hinzugefügt und sind sicherlich nicht final. Ob diese Videospiele in der gleichen Qualität auf Switch laufen, ist also noch ungewiss. Ebenso wenig wissen wir, ob Titel wie Mario Kart 8 oder Splatoon für die Switch nochmals erscheinen werden. Zudem hält sich Entwickler Bethesda Softworks bezüglich seines Mammut-Rollenspiels The Elder Scrolls V: Skyrim zurück. Es ist also noch lange nicht klar, ob das Rollenspiel tatsächlich für die Switch veröffentlicht wird. Stattdessen freue man sich darüber, mit Nintendo für den Trailer zusammengearbeitet zu haben. Wirklich bestätigt sind bisher nur wenige Titel wie etwa Dragon Quest XI von Square Enix oder Just Dance 2017 von Ubisoft. Nintendo stellt ihre Fans einmal mehr auf eine harte Geduldsprobe – so viel ist sicher!

Geschrieben von Eric Ebelt

Review: 3Souls

3Souls (1)Nintendo-Fans müssen sich notgedrungen über wirklich jeden exklusiven Wii-U-Titel wie 3Souls freuen. Obwohl die Idee des Spiels in der Theorie vielversprechend klingt, entpuppt sich 3Souls von Entwickler Red Column in der Praxis als eine sehr ärgerliche Frechheit.

3Souls (2)In 3Souls schlüpfen wir in die Seele von Nelesa, die im Mondgefängnis inhaftiert ist und dort nach einem Ausweg sucht. Mit ihr müssen wir aus dem zweidimensionalen Kerker ausbrechen, indem wir über große Abgründe hüpfen, Gefahren ausweichen und scheinbar leichte Rätsel lösen. Um letztere zu absolvieren, müssen wir im Übrigen regelmäßig Gebrauch von den Funktionalitäten des Wii U GamePads machen. Da nicht viele Publisher oder Entwickler Ideen für Nintendos Peripherie haben, waren unsere Erwartungen entsprechend hoch. Im ersten Moment klingt das Konzept jedoch besser, als es wirklich ist. So müssen wir wie wild ins Mikrofon pusten, um von Ventilatoren zeitversetzt in die Luft geschossen zu werden oder stillstehend das Eingabegerät um neunzig Grad  drehen, um auf dem zweiten Bildschirm versteckte Plattform zu entdecken, die jedoch ständig in Bewegung sind. Das Gamedesign nervt uns unermüdlich und mündet in zahllosen Versuch-und-Irrtum-Aufgaben, bei denen wir simultan den Fernseher anschreien. Zuweilen setzt die Steuerung des in drei Episoden aufgeteilten Spiels auch aus und starke Framerate-Einbrüche machen den Titel gelegentlich unspielbar. Dass die restlichen zwei Drittel des Titels noch zum Erwerb nachgeschoben werden, stört uns nicht – nach dreißig Minuten haben wir den Controller frustriert an die Wand geschmissen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: 3Souls ist einzelne Frechheit. Die Idee, Gefühle und Gedanken einer verpixelten Spielfigur zu spüren, klingt zwar interessant, ist aber sehr lieblos im Spiel umgesetzt. Ständig vibriert das Wii U GamePad, wenn mir Nelesa in Textform auf dem zweiten Bildschirm etwas mitteilen will und ständig muss ich meinen Blick innerhalb von einer halben Sekunde vom Bildschirm der Peripherie auf den Fernseher lenken, wenn ich dort eine Plattform sehe, die auf dem großen Bildschirm unsichtbar ist. Wer sich solch einen Quatsch ausdenkt, möchte die Spieler einfach nur quälen. Es tut mir selbst in der Seele weh, so etwas über einen Titel zu schreiben, der auf dem Papier richtig gut klingt. Dennoch können die Entwickler nicht leugnen, dass Gamedesign und Technik direkt der Hölle entsprungen sind. 3Souls macht so gut wie keinen Spaß und wenn so etwas wie Freude aufkommt, dann auch nur, weil der Grafikstil mitsamt dem Soundtrack dann doch recht charmant ist. Wir alle wissen jedoch, dass Grafik und Sound noch lange kein gutes Spiel machen. Wer tatsächlich ein auf die Hardware ausgelegtes Spiel spielen will, sollte sich lieber Tearaway auf der PlayStation Vita anschauen. Der Titel kostet nur unwesentlich mehr und macht durchgehend Spaß. 3Souls werde ich hoffentlich so schnell wie möglich aus meinen Gedanken verdrängt haben.

Review: Shimoneta (Vol. 2)

shimoneta-vol-2-1Nachdem die erste Volume der zwölfteiligen Anime-Serie Shimoneta: A boring World where the Concept of Dirty Jokes doesn’t exist die dystopische Welt mit ihren Gesetzen und den an diese gebundenen Charaktere vorgestellt hat, erzählt Volume 2 die Story konsequent weiter.

shimoneta-vol-2-2An der Ausgangssituation hat sich dementsprechend nichts verändert. Vor mehr als zehn Jahren hat die Regierung das Gesetz zur Gesundheitserziehung zur öffentlichen Ordnung und guten Sitten verabschiedet. Diese Einschneidung in die Privatsphäre der Menschen, die fortan ihre Gedanken zu diversen Sexualpraktiken in der Öffentlichkeit nicht mehr formulieren dürfen, ist Dreh- und Angelpunkt von Shimoneta. Vor allem Jugendliche leiden in ihrer Entwicklung darunter und wie in der ersten Volume erhalten wir einen Einblick in das Leben mehrerer Oberschüler. Im Mittelpunkt der Erzählung steht Okuma Tanukichi, der zusammen mit seiner Mitschülerin Kajō Ayame – zunächst weitgehend unfreiwillig – die Organisation SOX gegründet hat. Gemeinsam wollen sie dafür sorgen, dass ihre gleichaltrigen Mitschüler mit dem Thema Sexualität umgehen können und ermöglichen ihnen den Zugang zu Material, das eigentlich von der Regierung als „schändlich“ und somit zugleich als verboten eingestuft wird. Um an solches Material heranzukommen, müssen die Freunde einfallsreich sein. Schließlich sind diese Inhalte nicht auf dem freien Markt erhältlich. Da das Aufspüren von solchem Material aus einer scheinbar längst vergangenen Zeit kaum möglich ist, müssen sie selbst aktiv werden. Wie gut, dass Tanukichi seine heimliche Liebe in der ersten Volume küssen konnte.

Im Namen der Liebe

shimoneta-vol-2-3Die Rede ist von der hübschen Nishikinomiya Anna, die seit dem Kuss ebenfalls in Tanukichi verliebt ist. Allerdings schwärmt sie nicht im Heimlichen für ihr ausgesuchtes Ziel der Liebe, sondern versucht ihre Gefühle mehr als offen auszuleben. Bereits in der vierten Episode von Shimoneta erreicht die Handlung im wahrsten Sinne des Wortes ihren vorläufigen Höhepunkt, denn während sich Saotome Otome in Tanukichis Wandschrank versteckt, um eine Vereinigung zweier Geschlechter zu zeichnen, taucht plötzlich Anna in Tanukichis Zimmer auf und lässt ihren Gefühlen oder eher gesagt ihren Trieben freien Lauf. Sie setzt sich einfach auf ihn und sein bestes Stück drauf und beginnt sich zu entkleiden. Wie die Szene weitergeht, möchten wir an dieser Stelle gar nicht weiter ausführen. Fakt ist jedoch, dass wir uns so köstlich in den ersten drei Episoden noch nicht amüsiert haben. Plötzlich kann sich der Humor dieser Serie mit Anime wie Kämpfer messen, ohne sich von diesen zu sehr inspirieren zu lassen. In der fünften und sechsten Episode gelingt es Shimoneta die Hüllen abermals fallen zu lassen, denn nach wie vor ist Anna verrückt nach Tanukichi. Obwohl sie für das Einhalten des Gesetzes an ihrer Schule eintritt, lässt sie sich davon nicht abhalten, viele Verbote zu brechen – schließlich glaubt sie, dass alles, was im Namen der Liebe erlaubt ist, auch rechtens ist.

Sexuelle Revolution

shimoneta-vol-2-4Hinzukommt ein Vibrator, den die Freunde in Eigenregie entwickelt haben und für jede Menge Aufregung an ihrer Oberschule sorgt. Außerdem tauchen von Anna gebackene Plätzchen mit einer ganz besonderen Zutat auf. Zu guter Letzt bekommen es die Freunde mit einer staatlich organisierten Unterschriftenaktion zu tun, die sie unbedingt sabotieren wollen, um ihre sexuelle Revolution voranzutreiben. Dazu müssen sie wiederum sexuelle Inhalte auf Papier bannen und diese verteilen, sodass ihr Vorhaben im dystopischen Japan der Anime-Serie irgendwann auch siegreich sein kann. Selbstverständlich ist ein Großteil des Universums noch albern inszeniert, kann aber in jeder einzelnen Episode unterhalten. Wir sind schon sehr gespannt, welche lustigen Ideen die Köpfe hinter dem Projekt noch auf Lager haben. Besonders der kurz vorgestellte neue Peace Maker, der wie ein Tanga geformt ist, macht Lust auf mehr. Man kann also deutlich erkennen, dass die möglichst braven Inhalte der ersten Volume nahezu im krassen Gegensatz zu den Episoden der zweiten Ausgabe stehen. War man vorher darauf bedacht, möglichst wenig nackte Haut zu zeigen, legt man es in einer Episode sehr darauf an und spielt in den anderen beiden Folgen mehr als nur einmal mit der Fantasie der Zuschauer. Wer solchen Ideen nicht abgeneigt ist, wird seine wahre Freude mit Shimoneta haben.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bereits in meinem Fazit zur ersten Volume habe ich geschrieben, dass ich Shimoneta: A boring World where the Concept of Dirty Jokes doesn’t exist eine zweite Chance geben werde, obwohl ich vom Serienauftakt alles andere als begeistert war. Hätte ich der Anime-Serie diese Chance nicht gegeben, hätte ich sehr viele lustige Momente in einem dystopischen Szenario verpasst. In der zweiten Volume gelingt Shimoneta mit nur einer Szene den Humor um ein Vielfaches zu steigern. An vielen Stellen spielt man mit den Fantasien der Zuschauer und setzt diese zum Teil sogar ordentlich in die Tat um. Das Konzept funktioniert und unterhält durchgehend. Gut finde ich auch, dass Tanukichi, nachdem immer mehr Hüllen von seiner heimlichen Liebe fallen gelassen werden, ebenfalls eine Entwicklung durchmacht. Wie genau diese aussieht, möchte ich an dieser Stelle gar nicht so sehr thematisieren. Sie ist jedoch wichtiger Bestandteil der Handlung und sorgt nur dafür, dass die sexuelle Revolution durch ihn noch erfolgreicher sein kann oder könnte – die Grundlagen dafür sind jetzt jedenfalls gelegt. Im Gegensatz zur ersten Volume bin ich nun viel gespannter darauf, wie die Handlung von Shimoneta mit viel Humor fortgeführt wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shimoneta (Vol. 2)!

Review: Resident Evil: Heavenly Island (Band 1)

resident-evil-heavenly-island-band-1-1Das Geschehen von Resident Evil: Heavenly Island findet, wie es der Titel der Manga-Reihe schon andeutet, auf einer tropischen Insel statt. Hier laufen die letzten Vorbereitungen zur amerikanisch-japanischen Koproduktion Idol Survival auf Hochtouren. In dieser Fernsehsendung sollen hübsche Models und Schauspielerinnen stark fingiert ums Überleben kämpfen. Mittendrin in diesem Trubel ist der Regieassistent Tominaga Takeru bemüht, seinen Job um jeden Preis zu behalten. Eigentlich hat er diesen nur dem Model Yuki Mayu zu verdanken, die er seit Jahren bewundert und sie ihn bereits bei einem Dreh in Eiseskälte aufgrund einer falschen Reservierung vor der Entlassung bewahrt hat. Trotz des schönen Wetters und dem Genuss der Inselidylle, wird das Produktionsteam schon bald vor ein paar Herausforderungen gestellt. So ist die Teilnehmerin Coco seit den Morgenstunden verschwunden und es fehlt zu alledem noch eine Drehgenehmigung für ein einheimisches Dorf. Dem maskierten Dorfvorsteher ist dies jedoch gleichgültig und lädt das Team ein, mit den Bewohnern des Dorfes ausgiebig zu feiern. Als Takeru dem Drang der Natur folgt, verstummen plötzlich die Trommeln. Im Dickicht trifft er auf die verschwundene Dame – allerdings scheint in ihr der berühmtberüchtigte T-Virus ausgebrochen zu sein, sodass sie jetzt großen Heißhunger auf Menschen hat.

Eingewoben ins Gesamtkonzept

Des Weiteren dreht sich der Manga um Inéz Diaco, die im Auftrag der Nichtregierungsorganisation Terrasave auf Sonido de Tortuga unterwegs ist. Sie steht im ständigen Kontakt mit Claire Redfield, welche die Befürchtung hat, dass die Insel von einem Biohazard bedroht sein könnte. Zwischen Gestrüpp und dichtem Palmenwald treffen die Charaktere auf eine verhüllte, humanoide Kreatur, die mit einer riesigen Harpune Jagd auf jedwedes Lebewesen macht. Die letzte dargestellte Fraktion stellt der skrupellose Produzent Mike Seaman dar, über den wir im ersten Band der Reihe nur sehr wenig erfahren. So bleibt es auf über 170 Seiten durchgehend spannend und geheimnisvoll. Wer nach der fünfbändigen Manga-Reihe Resident Evil: Marhawa Desire also immer noch Lust auf das Resident-Evil-Franchise in Manga-Form verspürt, kommt um den ersten Band von Resident Evil: Heavenly Island nicht herum. Hinzukommt, dass die Handlung noch stärker mit der Geschichte der ersten Ableger der Videospielreihe verknüpft ist, indem zum Beispiel nicht unwichtige Charaktere, die an der Umbrella Corporation beteiligt sind, in die Story eingewoben werden. Dadurch wirkt der Manga trotz der meist heißen Temperaturen und des tropischen Settings deutlich stimmiger, als noch Marhawa Desire oder so mancher jüngerer Serienableger der beliebten Survival-Horror-Reihe.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Ich bin und bleibe ein Fan der Videospielvorlage und fand auch die Manga-Reihe Resident Evil: Marhawa Desire sehr spannend. Im ersten Band von Resident Evil: Heavenly Island passiert inhaltlich zwar noch nicht so viel, doch gelingt es dem Auftakt wunderbar, die wichtigsten Charaktere kurz und prägnant vorzustellen. Auf über 170 Seiten werden sie peu á peu und jeder auf seine eigene Weise mit einem neuen Alptraum konfrontiert. Angst, Hilflosigkeit und Fluchtversuche sind das Ergebnis der Konflikte, die sowohl den Charakteren, als auch mich als Leser nicht so schnell loslassen werden. Besonders gut gefällt mir jedoch, dass man Heavenly Island wesentlich stärker als Marhawa Desire mit der eigentlichen Serie verbunden hat. Es bleibt also zu hoffen, dass dieser Trend in den nächsten Bänden nicht abnehmen wird und liebend gerne noch stärker werden darf. Fans von Marhawa Desire oder gar der Videospielvorlage kommen um Heavenly Island definitiv nicht herum, denn dichter kann man eine Handlung wohl kaum noch erzählen.

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Resident Evil: Heavenly Island (Band 1)!

Review: Tōkyō Ghoul √A (Vol. 1)

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-1-1Während der ersten Staffel von Tōkyō Ghoul ausgerechnet auf der Zielgeraden die Puste ausgegangen ist, kann die zweite Season an dieses kleine Fiasko anschließen. Der Übergang zur zwölfteiligen Anime-Serie Tōkyō Ghoul √A ist dem Produktionsteam nur halbwegs gelungen.

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-1-2Wir erinnern uns an die Ausgangslage der ersten Staffel: Kaneki Ken hat sich untersterblich in Kaneshiro Rize verliebt und freut sich darüber, dass er mit ihr ausgehen darf. Die Verabredung endet jedoch mit dem Tod von Rize, als auf einer Baustelle einige Stahlträger auf das Pärchen herunterfallen. Ken kann dem Tod nur knapp von der Schippe springen, denn auch er wird bei diesem Vorfall schwer verletzt. Durch eine Organtransplantation gelingt es den Ärzten, Ken zu retten – in seinem Körper stecken nun Organe von seiner Angebetenen. Diese war zu Lebzeiten jedoch eine Ghula, sodass Ken peu á peu den Appetit auf Menschenfleisch gewinnt. Wie die Geschichte in der ersten Staffel von Tōkyō Ghoul weitergeht, sollte jeder an der zweiten Season Interessierte wissen – schließlich knüpft die erste Episode an den sich überschlagenden Ereignissen am Ende der ersten Staffel an. Protagonist Kaneki Ken wurde von einer feindlichen Organisation entführt und gefoltert. Eingeschlossen in seiner Gedankenwelt musste sich der Halbghul mit seiner düsteren Seite auseinandersetzen und gab den Kampf gegen diese schließlich auf. Er hat die dunkle Seite in seinem Körper akzeptiert und mischt sich gleich ins Kampfgeschehen ein, um seine Freunde aus den Kämpfen, die seit dem Staffelfinale wüten, zu befreien. Wir mögen diese Nahtlosigkeit ohne einsetzenden Zeitsprung.

Neue Sichtweisen aufs Geschehen

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-1-3Mit der ersten Episode in der ersten Volume von Tōkyō Ghoul √A verlagert man den Fokus der Handlung allerdings weg von Ken. Sein Werdegang ist de facto abgeschlossen, sodass nun Zeit ist, die Handlung aus anderen Sichtweisen fortzuführen. Verstärkt erfahren wir, wie der Arbeitsalltag der Tauben funktioniert. Dadurch wird jedoch der Action-Anteil drastisch zurückgeschraubt, sodass vornehmlich ruhige Momente herrschen. Da die Anime-Serie wenige Monate nach dem Serienauftakt spielt, hat im Herzen von Tōkyō der Winter Einzug gehalten. Kahle Bäume und in Daunenjacken gehüllte Bürger sind das Ergebnis, das wir durch die dunkle Jahreszeit präsentiert bekommen. Die winterliche Kulisse wird jedoch stets mit warmen Farben in der Umgebung untermauert, sodass die sonst übliche düstere Atmosphäre nur selten und meistens auch nur in dunklen Innenräumen zum Vorschein kommt. Das sorgt für ein sehr wohliges Gefühl beim Zuschauer, der sich jetzt quasi mit einer bedrückenden Klarheit konfrontiert fühlen darf. Dargestellt wird das Bild dazu in der scharfen Auflösung von 1080p im bildschirmfüllenden 16:9-Format, das besonders durch die handgezeichneten Charaktere für große Augen sorgt. Die musikalische Untermalung tut ihr Übriges, um das Geschehen jederzeit mit bedrohlichen Musikstücken oder ruhigen Klavierklängen zu untermalen.

Einblicke in die Produktion

tokyo-ghoul-%e2%88%9aa-vol-1-4Die deutsche und auch die japanische Tonspur liegen laut Herstellerangaben im Format DTS HD Master Audio 2.0 vor. In dieser Disziplin wissen sowohl die deutsche Synchronisation, als auch der japanische Originalton mit prominenten Sprechern wie Ricardo Richter oder Konishi Katsuyuki zu überzeugen. Unterm Strich gefallen uns die japanischen Stimmen aber ein klein wenig besser, da sie in unseren Ohren in puncto Betonungen authentischer klingen. Das digitale Bonusmaterial besteht aus Trailern zu anderen Kazé-Anime-Titeln und einem etwa zwanzigminütigen Interview mit Regisseur Morita Shūhei. In diesem erfahren wir ein paar Hintergründe zur Faszination des Animes in Japan und erhalten ein paar Einblicke in den Arbeitsalltag und die Produktionen von Anime-Titeln. Das Interview ist durchaus sehenswert: Herr Morita hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf und stellt interessante Fakten vor. Käufer der Erstauflage erhalten neben einem Booklet auch einen limitierten Schuber, in dem alle vier Volumes der Anime-Serie Platz finden werden. Über die Qualität von Schuber und Booklet können wir nur wenig sagen, da uns diese zum Testen nicht vorlagen. Wir gehen aber davon aus, dass diese – wie für Kazé Anime üblich – wieder sehr hochwertig ausfallen. Unterm Strich feiert die erste Volume von Tōkyō Ghoul √A einen ganz gelungenen Einstand.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Anime-Serie Tōkyō Ghoul habe ich – vielleicht mit Ausnahme der vierten Volume – richtig genossen und sie auch als einer der besten Anime der letzten Jahre bezeichnet. Gerne würde ich auch sofort Tōkyō Ghoul √A dieses Kompliment machen. Allerdings ist der Funke in der ersten Volume noch nicht so ganz auf mich übergesprungen. Ich finde es gut, dass man die Geschichte von Ken abzieht, um andere Aspekte der facettenreichen Handlung mit ihren vielseitigen Akteuren zu durchleuchten. Allerdings sehe ich hier noch keinen roten Faden, der mich durch die Story führen möchte. Teilweise ist Planungslosigkeit zu spüren und ich hoffe sehr, dass das Produktionsteam sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnt, da sich die Handlung laut Regisseur Morita Shūhei nun anders als im Manga entwickeln wird. Ob es ihm und seinen Leuten gelingt, trotzdem eine spannende Geschichte zu präsentieren, bleibt abzuwarten. Lust auf die nächsten Folgen habe ich, auch wenn diese bei der ersten Staffel sicherlich sehr viel größer war, aber immer noch.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tōkyō Ghoul √A (Vol. 1)!

Prime Time: One Piece: Pirate Warriors (Treasure Edition) Unboxing

Das Musō-Spielkonzept erfreut sich nicht nur unter Samurai-Warriors- und Dynasty-Warriors-Fans großer Beliebtheit, denn hin und wieder portiert Koei Tecmo das einfache Gameplay in andere Franchises. Wie zum Beispiel Hyrule Warriors. In unserem Review erfahrt ihr, wie ihr euch das Spielgefühl vorstellen könnt. Heute möchten wir euch allerdings die Treasure Edition von One Piece: Pirate Warriors in unserem Unboxing-Video vorstellen. Wir wünschen euch gute Unterhaltung!

Review: Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 4)

Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 4) (1)Mit der vierten und letzten Volume erreicht Dusk Maiden of Amnesia das Ende. Wir schauen uns ein letztes Mal den Verlauf der Episoden an und blicken zurück auf zwei richtig tolle und eine etwas weniger gute Volume. Abgeschlossen wird die Anime-Serie aber zufriedenstellend.

Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 4) (2)An der Handlung hat sich in Dusk Maiden of Amnesia nur sehr wenig verändert. Die gesamte Anime-Serie dreht sich um den jungen Niiya Teiichi, der sich unsterblich in Kanoe Yūko verliebt hat. Allerdings ist die gute Dame seit über sechzig Jahren tot und spukt nur noch als Gespenst in der Seikyō-Mittelschule herum, die sie zudem nicht verlassen darf, wie wir schon in der dritten Ausgabe der vierteiligen Veröffentlichung erfahren haben. In der dritten Volume haben wir zudem die bisher beste Episode der Serie erlebt. Diesen Klimax kann Dusk Maiden of Amnesia in der letzten Volume zwar nicht überbieten, doch trotzdem schafft es der Anime mit zumindest zwei Folgen die Handlung stringent zu einem zufriedenstellenden Ende zu erzählen. Die Erlebnisse in der zehnten Episode haben direkte Konsequenzen für die Geschichte und die Beziehung zwischen Yūko und Teiichi. Nachdem er nahezu klaustrophobisch Gefühle und Schmerzen von Yūko miterlebt hat, kann diese sich nicht an diese Erlebnisse erinnern. Es geht sogar soweit, dass Teiichi für sie plötzlich unsichtbar und er somit quasi ein Geist für sie ist. Obwohl Teiichi sie zumindest sehen kann, können die beiden tatsächlich nur über das Notizbuch der Abteilung für Paranormales miteinander kommunizieren, indem sie Informationen in Schriftform austauschen. Das kennt man ja schon ein wenig aus dem Anime Ano Hana.

Trauriges Finale, letzte lustige Folge

Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 4) (3)Um das Problem zu lösen, nimmt Teiichi Kontakt zur Schulleiterin auf, die mit Yūko auf ganz besondere Art und Weise verbunden ist. Schlussendlich kommt es zu einer Begegnung zwischen Yūko und Schatten-Yūko, auf die in den letzten Jahren ständig alle schlechten Gefühle und Erinnerungen entladen wurden. Wie genau Teiichi diesen Konflikt aus der Welt schaffen will, möchten wir jedoch nicht verraten. Wichtig ist nur, dass die beiden Verliebten vor einem großen Problem stehen. Yūko beginnt sich peu á peu aufzulösen und aus dem Diesseits wohl endgültig auszuscheiden. Entsprechend melancholisch fällt die zwölfte Episode der Serie aus. Wie bei vielen anderen Anime kann man die letzte Episode losgelöst von der Handlung sehen, denn obwohl sie sich auf Ereignisse der gesamten Serie stützt und somit nach dem vornehmlich traurigen Finale spielt, hat ihr letztes Abenteuer eigentlich nur noch wenig mit der Story zu tun. Trotzdem mögen wir auch die dreizehnte Folge, denn hier kommt der Humor, der mit jeder Episode weniger wurde, wieder richtig zur Geltung. Vor allem die Erotik mit ihren zahlreichen Anspielungen auf weibliche Geschlechtsmerkmale sorgt ständig dafür, dass kaum ein Auge trocken bleibt. Diesmal versuchen sich nämlich alle vier Hauptfiguren zeitgleich nackt in eine hölzerne Wanne zu pressen, die daraufhin natürlich schnell damit beginnt, zu bersten.

Überspitzter Humor mit mutmaßlichen Klischees

Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 4) (4)An der technischen Qualität lässt sich wie zuvor nichts aussetzen. Die Hintergrundbilder sind schön gezeichnet und die Charaktere passen hervorragend zu den Umgebungen. Nur wenige Animationen wirken etwas albern, aber nur, weil sie gewollt überspitzt dargestellt werden und deshalb nicht unbedingt zum teils erotischen Humor passen. Wie bei den drei vorherigen Volumes gibt es auch bei der letzten Volume kein digitales Bonusmaterial. Gerne hätten wir einen Einblick in die Produktion der Anime-Serie erhascht, doch dafür muss ein letztes Mal das erneut sehr schön ausgestaltete Booklet herhalten. Wie immer finden wir hier zunächst einen Episodenguide, der Informationen zu allen drei enthaltenen Episoden bereithält. Es folgt ein Interview, in welchem Regisseur Ōnuma Shin, sowie die Drehbuchautoren Takayama Katsuhiko und Seki Ayumi zu Wort kommen. Der Mittelteil des Heftleins wirkt unverändert wie eine Zeitung, dessen Artikel auf die Geschehnisse der enthaltenen Episoden verweisen. Den Abschluss des Booklets bildet ein letztes Mal ein Manga-Kapitel, das sich diesmal um Yūkos Dasein als Geist dreht und mit Klischees über paranormale Erscheinungsformen aufräumt. Wer sich mit der Story seit der ersten Volume anfreunden konnte, wird mit der Anime-Serie Dusk Maiden of Amnesia mit Ausnahme der zweiten Volume also durchaus zufriedengestellt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Anime-Serie Dusk Maiden of Amnesia beginnt sehr, sehr stark mit einer interessanten ersten Episode. Danach entwickelt sich die Handlung, genauso wie ihre Charaktere, peu á peu. Tatsächlich hat die Serie nur mit zwei der drei Episoden der zweiten Volume einen kleinen Aussetzer. Danach kehrt die Serie nämlich zu ihrer alten Stärke zurück und liefert in der dritten Volume sogar eine dermaßen gute Folge ab, von der sich andere Anime eine Scheibe abschneiden können. In der vierten Volume wird die Handlung zwar nicht noch einmal so gut erzählt, doch wird sie schlussendlich zu einem zufriedenstellenden Ende geführt, zumindest in den ersten zwei der drei enthaltenen Folgen. Die dreizehnte Episode der Anime-Serie kann man nämlich guten Gewissens losgelöst davon betrachten. Obwohl der Anime schon vor einigen Jahren in Japan über die Fernsehbildschirme lief, hoffe ich nach diesem halbwegs offenen Ende natürlich, dass man die Serie mit einem weiteren Szenario noch fortführen wird. Da der zehnbändige Manga allerdings bereits abgeschlossen ist und sich nur das Ende beider Medien voneinander unterscheidet, stehen die Chancen dazu leider schlecht. Wer sich aber auf eine geisterhafte Liebesbeziehung zwischen Mensch und Gespenst einlassen will, wird mit Dusk Maiden of Amnesia einen wunderbaren Appetithappen erhalten, den er zwar schnell verdauen, aber nicht so leicht vergessen wird!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 4)!

Review: Nisekoi: Liebe, Lügen & Yakuza (Staffel 2, Vol. 2)

nisekoi-liebe-luegen-yakuza-staffel-2-vol-2-1Die erste Volume der zweiten Staffel von Nisekoi: Liebe, Lügen & Yakuza hat die Handlung der Geschichte zunächst wunderbar fortgeführt, verlor sich aber schnell in Nebengeschichten, die leider nur sehr bedingt Einfluss auf die Story und die Entwicklung der Charaktere hatten.

nisekoi-liebe-luegen-yakuza-staffel-2-vol-2-2Ähnlich sieht es mit der zweiten – und leider auch schon letzten – Volume dieser Staffel aus. Direkt mit der siebten Episode und somit zum Beginn des neuen Schuljahrs im April wird ein neues Kapitel für Ichijō Raku aufgeschlagen, denn auf dem Weg zur Oberschule trifft er auf die junge Haru, die von ein paar unliebsamen Herren bedrängt wird, weshalb sie in Ohnmacht fällt und Raku, ohne sich später an sein Gesicht zu erinnern, zum Held glorifiziert. Sobald die beiden in der Schule angekommen sind, erfährt Haru jedoch, um wen es sich bei Raku wirklich handelt – schließlich ist ihr sein Name bei Weitem nicht unbekannt. Von ihrer Schwester Onodera Kosaki, die im Geheimen in Raku verliebt ist, hat sich sein Name in ihr eingeprägt. Des Weiteren hat sie natürlich Gerüchte über Rakus Lebensstil gehört. Soll heißen, dass Raku zwar mit Kirisaki Chitoge eine Beziehung führt, er aber dennoch ein großer Frauenverführer sei. Entschlossen versucht sie mehrere Episoden lang ihre Schwester vor dem vermeintlichen Schuft zu beschützen und sorgt somit für viele lustige, aber auch herzerweichende Szenen. In der nachfolgenden Geschichte muss Raku hingegen seinem verliebten Freund Maiko Shū im wahrsten Sinne des Wortes einen Schubs in die richtige Richtung geben, bevor sich die Story der Anime-Serie zum Schluss wieder dem eigentlichen Dreh- und Angelpunkt widmet.

Rückblick und Vorausblick

nisekoi-liebe-luegen-yakuza-staffel-2-vol-2-3Die letzte Folge der zweiten Staffel greift hervorragend ein schwieriges Thema auf, das schon in der letzten Episode der ersten Staffel wichtiger Bestandteil der Handlung geworden ist: Als Chitoge bei der eskalierten Theateraufführung von Romeo und Julia gemerkt hat, dass sie nun doch Gefühle für den ihr versprochenen Raku hat, hat sie das Liebesgeständnis dennoch hinausgezögert. Ob sie die Möglichkeit erhält, ihren Mut unter Beweis zu stellen, möchten wir an dieser Stelle gar nicht so sehr verraten. Es ist zwar bewundernswert, wie sehr man das Thema – eigentlich unnötig – in die Länge ziehen kann, doch besonders bei einem Staffel-Finale hätten wir hier nicht nur mehr Mut seitens Chitoge erwartet, sondern auch wesentlich mehr Mut von Seiten der Köpfe hinter dem Projekt. Viele Taten bleiben Träume und Antworten auf unsere Fragen, die wir seit der ersten Episode der ersten Volume hegen, können immer noch nicht zu unserer Zufriedenheit beantwortet werden. So bleibt uns zum Schluss nur zu hoffen, dass eine dritte Staffel der Anime-Serie Nisekoi folgen wird, um die Geschichte rund um das Scheinpaar Raku und Chitoge, sowie Rakus mysteriöses und in der zweiten Staffel kaum noch behandeltes Medaillon abzuschließen. Da die Protagonisten jedoch gerade das erste Jahr an ihrer Oberschule hinter sich gelassen haben, gehen wir sehr stark davon aus, dass eine dritte Serienstaffel nicht dazu ausreichen wird und man wohl eher zur Manga-Reihe greifen muss.

Übertriebene Mimik, untertriebenes Bonusmaterial

nisekoi-liebe-luegen-yakuza-staffel-2-vol-2-4Technisch kann Nisekoi den Qualitätsstandard der vorherigen Volume halten. Die Charaktere sind schön animiert und werden bei Mimik und Gestik ständig überzeichnet, um uns sowohl zum Lachen zu bringen, als auch eine Nähe zum Manga zu finden. Dieser Spagat gelingt der Anime-Serie äußerst gut und funktionierte bereits bei der ersten Staffel hervorragend. Hinzu gesellen sich tolle deutsche Synchronsprecher wie Dennis Saemann, Corinna Dorenkamp und Rieke Werner. Allesamt keine ungeschriebenen Blätter mehr, die dutzenden anderen Anime-Charakteren in der Vergangenheit schon ihre markanten Stimmen geliehen haben. Selbst in puncto Betonung stehen sie somit ihren japanischen Kollegen Matsuoka Yoshitsugu, Kanemoto Hisako und Tomatsu Haruka in Nichts nach. Bonusmaterial gibt es bei der zweiten Volume in digitaler Form nicht. Es liegen nur die drei obligatorischen Trailer zu anderen Kazé-Anime-Titeln bei, die einen ganz groben Einblick in das weitere Portfolio des Publishers geben. Anders sieht es im physischen Bereich aus, denn in der Papphülle der Volume wurden abermals zwei Postkarten mit hübschen Motiven und einem gefalteten Poster mit den Cover-Artworks der zweiten Volume beigelegt. Das ist schade, da man mit Einblicken in die Produktion – schon auf Basis eines Booklets – Wunder bewirkt hätte. Nisekoi hat viele Fans, die sich auch neben dem Anschauen des Animes mit diesem sehr gerne näher beschäftigen wollen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Während für Protagonist Raku gerade erst das zweite Oberschuljahr beginnt, endet mit der zweiten Volume leider auch schon die zweite und somit sehr kurze Staffel von Nisekoi: Liebe, Lügen & Yakuza. Ich muss sagen, dass die Serie zu Beginn einen sehr starken Auftakt hingelegt hat, sich dann aber immer mehr in Nebengeschichten verloren hat, die mit der Zeit nur wenig beziehungsweise kaum spürbaren Einfluss auf die Story und vor allem die Entwicklung der Charaktere hatten. Dieses Konzept wird in der zweiten Staffel gänzlich durchgezogen. In der zweiten Volume werden zwar noch neue Charaktere eingeführt oder bekannte Figuren etwas näher beleuchtet, doch ist das nur ein kalter Tropfen auf den heißen Stein. Hinzukommt, dass viele Charaktere ihre Wünsche einfach nicht in die Tat umsetzen und ihre Gedanken für sich behalten. Gerne hätte ich endlich Antworten auf meine Fragen gefunden. Insbesondere natürlich, welcher Schlüssel nun in das Schloss von Rakus Medaillon passt. All diese Geheimnisse will die zweite Staffel selbst im kurzen und knappen Finale einfach nicht lüften. Es fühlt sich so an, als ob man neben dem Manga auch die Anime-Serie künstlich strecken will. Wer die Manga-Reihe also nicht liest, der muss schlussendlich hoffen, dass die Serie in Zukunft mit weiteren Staffeln bedacht wird – und wer sich davon aber nicht abschrecken lässt, wird auch mit der zweiten Staffel und insbesondere der zweiten Volume alleine durch den Humor der Serie wieder sehr viel Spaß haben.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Nisekoi: Liebe, Lügen & Yakuza (Staffel 2, Vol. 2)!

Review: Pac-Man Championship Edition 2

pac-man-championship-edition-2-1Im Jahr 2007 entwickelte Pac-Man-Erfinder Iwatani Tōru sein bisher letztes Spiel. Die Rede ist vom Titel Pac-Man Championship Edition, der das eher ruhige Grundkonzept von Pac-Man in ein wesentlich höheres Spieltempo verfrachtete – noch dazu mit vielen bunten Farben.

pac-man-championship-edition-2-2Drei Jahre später wurde das Spiel mit einer Deluxe-Variante nochmals aufgepeppt, doch seither ist es weitgehend still um Pac-Man geworden. 2016 schickt Publisher Bandai Namco den Pillenfresser aber gleich in zwei Abenteuer, denn neben der ironischen Anspielung auf das nicht lösbare 256. Level des Ursprungsspiel in Pac-Man 256 möchte das japanische Unternehmen das oft gelobte Pac-Man Championship Edition mit einem zweiten Teil beerben. Aufgeteilt ist das Spiel in drei verschiedene Spielmodi, die wir nach der Reihe jedoch erst einmal freischalten müssen. So kommen wir um das Training, welches zugleich als Einleitung und Anleitung dient, nicht herum. Hier lernen wir die Grundlagen des Spiels, die wir für den maximalen Spielspaß auch unbedingt beherrschen sollten – schließlich spielt sich auch Pac-Man Championship Edition 2 ein wenig anders als das Arcade-Original aus dem Jahr 1980. Lange dauert das Training im Übrigen nicht, denn wir werden auch nur dazu genötigt, die Hälfte aller Aufgaben zu erledigen. Wollen wir noch ein paar Tipps für fortgeschrittene abgreifen, können wir noch ein paar weitere Lektionen nachspielen – nach der Erklärung in Textform müssen wir die Anweisungen schließlich auch in die Tat umsetzen. Obwohl die Texte dank Bildanweisungen oftmals kryptisch wirken, sind sie dennoch leicht zu verstehen.

Abprallende Geister

pac-man-championship-edition-2-3Das liegt aber auch daran, dass das Spielkonzept von Pac-Man Championship Edition 2 sehr schnell verinnerlicht ist. Wie im Ursprungsspiel flitzen wir mit Pac-Man durch ein Labyrinth und müssen dabei Pac-Punkte aufsammeln und unseren Punktekontostand in die Höhe treiben. Je nachdem der wievielte Pac-Punkt gerade vom Held gefuttert wird, erhöhen wir den Wert um einen bis maximal fünfhundert Punkte. Unterwegs sausen wir auch an schlafenden Geistern vorbei, die wir mit unserem Tempo aufwecken. Wenn dies geschieht, schließen sie sich einem Geisterzug an, der länger und länger wird, je mehr Geister wir aufwecken. Sollten wir mit einem Gespenst kollidieren, müssen wir zunächst nicht um unsere 1-ups fürchten. Stattdessen prallt der Gegner erst an uns ab – passiert dies aber mehrmals in kurzer Zeit, wird der Feind wütend und nimmt die Verfolgung auf. Nach und nach müssen wir die Stages verlassen, indem wir möglichst viele bis alle Pac-Punkte aufsammeln. Gelegentlich finden wir auch die markante Power-Pille, mit der wir betäubte Geister und auch die Geisterzüge, die auf vormarkierten Linien ihre Runden drehen, auffressen. Mit ansteigender Spielzeit pro Stage wird das Geschehen selbstverständlich anstrengender, da die Geister und Pac-Man selbst immer mehr Fahrt aufnehmen, sodass gute Reflexe oftmals die Rettung in letzter Sekunde sind. Riskant!

Zurücklehnen und genießen

pac-man-championship-edition-2-4Haben wir in einem Stage-Abschnitt alle Pac-Punkte eingesammelt, erhalten wir zudem einen Bombensprung gutgeschrieben. Mit diesem (und einzigen) Item können wir von jeder Stelle des Abschnitts zu dessen Ausgang gelangen, sodass wir nur noch eine der bekannten Früchte oder die Power-Pille einsammeln müssen. Für das Bestehen eines Levels sind die Bombensprünge zwar nicht zwingend erforderlich, können aber besonders bei Aufgaben, in denen wir nur begrenzt Zeit zur Verfügung stehen haben, die Notlösung sein. Obwohl auch Pac-Man Championship Edition 2 jede Menge Spaß macht, wird Abwechslung nicht großgeschrieben. Mit nur einem Item und nur durch Skins alternierenden Labyrinthen fällt das Gameplay sehr schmalspurig aus, da sich die Modi Punktejagd und Abenteuer so kaum voneinander unterscheiden und wir im Grunde immer wieder dieselben Aufgaben erfüllen. Immerhin stehen wir manchmal unter Zeitdruck und gelegentlich sind die Geister auch schon nach einer Kollision von uns so berührt, dass wir sie gar nicht mehr abschütteln können. Unterm Strich gefällt uns Pac-Man Championship Edition 2 vor allem abends für ein paar Runden nach einem harten Arbeitstag dank der bunten Neonfarben und des kultverdächtigen Soundtracks sehr gut. Schade ist da lediglich, dass ein Mehrspielermodus fehlt und nur Solisten auf ihre Kosten kommen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Nachdem ich einige Stunden in Pac-Man 256 investiert habe, dachte ich, dass ich vom Pac-Man-Franchise erst einmal gesättigt wäre. Mit Pac-Man Championship Edition 2 hat mich Bandai Namco aber wieder vor den PC-Monitor gezerrt – und nicht nur für ein paar Minuten. Stundenlang habe ich mit Pac-Man der Völlerei gefrönt und den Geisterjäger gemimt. Obwohl es dem Titel an Abwechslung mangelt, da man auf Items weitgehend verzichtet und sich nur auf ein Kernelement konzentriert, machen mir die ähnlich aufgebauten Levels mit ihren geringfügig variierenden Aufgaben zwischendurch immer noch eine Menge Spaß. Abende werde ich mit dem Spiel aber sicherlich nicht füllen können, denn nach einer halben Stunde kann ich den Controller jedes Mal wieder getrost beiseitelegen, aber nur um am nächsten Tag noch mal das Spiel mit einem Doppelklick zu starten. Hätte man dem Spiel einen Mehrspielermodus spendiert, hätte Pac-Man Championship Edition 2 hier die Spielzeit angenehm strecken können. Will man trotzdem alle Aufgaben im Abenteuermodus erfüllen, wird man sicherlich sehr viele kurze Abende aufbringen müssen. So eignet sich der Titel weitgehend für Gelegenheitsspieler und Hardcore-Pac-Man-Fans, die dann aber sicherlich eine ganze Zeit lang ihre Freude mit dem Titel haben werden. Wer jedoch die Abwechslung fernab des bekannten Gameplays sucht, sollte wohl eher zu einer alternativen Variante wie Pac-Man 256 greifen und so dennoch die Faszination Pac-Man zu erleben!

Vielen Dank an Bandai Namco für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pac-Man Championship Edition 2!

Review: Love, Chūnibyō & Other Delusions!: Heart Throb (Vol. 1)

love-chunibyo-other-delusions-heart-throb-vol-1-1Nachdem uns bereits die erste Staffel mit sehr viel Humor und einer fantastischen Liebesgeschichte, die allem voran glaubwürdig war, unterhalten konnte, möchte die zweite Staffel an diesem tollen Konzept gar nicht erst rütteln und bietet abermals hochwertige Anime-Kost!

love-chunibyo-other-delusions-heart-throb-vol-1-2Die zweite Staffel von Love, Chūnibyō & Other Delusions! mit dem Zusatz Heart Throb setzt an den Geschehnissen der ersten Season an. Das zweite Oberschuljahr beginnt in Kürze und besser hätte es Oberschüler Togashi Yūta nicht treffen können. Seine Mutter und seine jüngere Schwester Kuzuha sind vorübergehend ins Ausland zu Yūtas Vater gezogen. Entsprechend hat er die Wohnung ganz für sich und seine Freundin Takanashi Rikka. Da ihr Großvater – angeblich versehentlich – ihren Mietvertrag gekündigt hat, da ihre Schwester in Italien ein Job-Angebot angenommen hat, war sie plötzlich obdachlos und bekam prompt einen Schlafplatz von ihrem Freund angeboten. Gemeinsam suchen sie zwar nach Wohnungen, doch haben die beiden sehr wohl unterschätzt, wie teuer auch nur eine kleine Wohnung in Tōkyō ist. Da sie nun längere Zeit bei Yūta leben wird, müssen die beiden ihr Geheimnis vor Mitschülern und ihrer Lehrerin verheimlichen. Mit der Zeit wird das Verheimlichen aber immer kniffliger, da Briefe, die von der Schule an Rikka geschickt werden, automatisch wieder zurückkommen und der Telefonanschluss natürlich schon abgemeldet ist. Noch dazu erfährt Rikkas ältere Schwester Tōka von der Wohngemeinschaft und ist alles andere als davon begeistert. Erst als Kuzuha urplötzlich in der Türschwelle steht, kann das gemeinsame Wohnen beginnen.

Chaotische Freundschaften

love-chunibyo-other-delusions-heart-throb-vol-1-3Hauptsächlich dreht sich die erste Volume der zweiten Staffel um die Beziehung zwischen der kleinen Rikka und ihrem Freund Yūta. Diese hat in den vergangenen Wochen nämlich kaum Fortschritte gemacht. Entsprechend sind ihre Freunde um die beiden besorgt. Sie lauern den beiden Turteltauben auf und versuchen jede Information, die sie aus ihrer Observation erhalten, auszuwerten. Als sie dann von den wenigen Fortschritten in der Beziehung erfahren, wird Yūta besonders von Nibutani Shinka zurechtgestutzt. Da laut ihrer Mitschülerin natürlich der Mann den ersten Schritt machen soll, erhält Yūta von ihr einen kräftigen Schubs und lädt Rikka zu einem Date ein. Bei einem Ausflug ins Aquarium und zu einer Delfinshow lassen die beiden ihren Gefühlen beziehungsweise dem Achtklässlersyndrom freien Lauf. Wäre das nicht schon zu viel des Guten, taucht auch Yūtas frühere Mitschülerin Shichimiya Satone in der Gegend auf. Da sie Yūta schon einmal etwas nähergekommen ist, ist Rikka entsprechend eifersüchtig auf sie. Schlussendlich mischt sich auch noch Dekomori Sanae ein, die Rikka wie immer als ihren Master bezeichnet hat. Sie wendet sich von ihrem Vorbild ab, nur um plötzlich ihrer Erzfeindin Shinka, die gerade in der Wahl zur Schülerratsvorsitzenden antritt, die ewige Treue zu schwören. Dass da etwas nicht stimmen kann, dürfte wohl jedem klar sein!

Bonusmaterial zum Anfassen

love-chunibyo-other-delusions-heart-throb-vol-1-4Optisch und akustisch orientiert sich die zweite Staffel haargenau an den Vorgaben der ersten Season. Digitales Bonusmaterial liegt bei der ersten Volume der zweiten Staffel neben den obligatorischen drei Trailern zu anderen Kazé-Anime-Titeln nur ein Clear Opening und ein Clear Ending bei. Hintergründe zur Produktion in Form eines Making-ofs oder Interviews finden wir auf dem Datenträger selbst zwar nicht, doch dafür werden wir im Booklet mehr als fündig. So bietet dieses neben einem knappen Episodenguide zu allen vier enthaltenen Episoden Erläuterungen seitens des Regisseurs Ishihara Tatsuya und der Charakter-Designerin Ikeda Kazumi. Dazu gesellen sich Charakter-Vorstellungen zu mehreren Figuren, eine Kulissenszenografie, Hinweise zu den Kostümen und den fantasievollen Kampftechniken, einen Schlachtplan von Shinka, , ein Gespräch zwischen dem Regisseur und Shinkas Synchronsprecherin Akasaki Chinatsu, Storyboard-Einblicke und kurze Manga-Schnipsel, bei der Rikka für den einen oder anderen Lacher sorgt. Wer bei der Erstauflage dieser Volume zugreift, freut sich zudem auch über einen Schuber, in dem später alle vier Ausgaben dieser Staffel ihren Platz finden werden. Inbegriffen im Preis sieben schöne und hochwertige Artboards. Falls man die erste Season mochte, sollte man auch bei der zweiten Staffel unbedingt zuschlagen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Das titelgebende Herzklopfen habe ich bei der ersten Volume von Love, Chūnibyō & Other Delusions!: Heart Throb zwar noch nicht gespürt, doch dafür bin ich mit dem Staffelauftakt mehr als zufrieden. Die Geschichte von Rikka und Yūta hat mir schon in der ersten Season sehr gut gefallen, sodass ich die Story auch bei der zweiten Staffel sehr genieße. Obwohl noch gar nicht so viel in der Beziehung zwischen den beiden passiert ist, kann genau diese Entwicklung mit der zweiten Staffel schrittweise beginnen und bleibt dabei weiterhin glaubwürdig. Das Achtklässlersyndrom tut sein Übriges, um die Handlungsweisen der Charaktere glaubwürdig zu gestalten und noch dazu mit sehr viel übertriebenen Humor zu punkten. Wem die erste Staffel bereits gut gefallen hat, sollte bei der zweiten Season keinerlei Hemmungen haben, auch hierbei zuzugreifen. Wenn Love, Chūnibyō & Other Delusions!: Heart Throb die Qualität der ersten Volume beibehält, wird sich hier wieder einmal ein sehr schöner Anime entwickeln, den man sich immer wieder angucken möchte. Ich habe jedenfalls schon viel Lust, wieder von vorne zu beginnen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Love, Chūnibyō & Other Delusions!: Heart Throb (Vol. 1)!

Review: The Candidate for Goddess

the-candidate-for-goddess-1Zwischen 1997 und 2001 zeichnete Sugisaki Yukiru an insgesamt fünf Manga-Ausgaben seines Werkes The Candidate for Goddess. Noch vor dem Abschluss der Reihe lief im japanischen Fernsehen die gleichnamige Anime-Adaption, die auch ihren Weg nach Europa fand.

the-candidate-for-goddess-2Obwohl es schon in den letzten Jahrzehnten einige Anime in den deutschsprachigen Raum geschafft haben, entwickelte sich hierzulande um die Jahrtausendwende ein regelrechtes Anime-Interesse. Nicht nur im Nachmittagsprogramm, sondern auch im Spätprogramm wurden einige Titel ausgestrahlt, zu denen auch The Candidate for Goddess gehörte. Mehrere Wiederholungen folgten, doch seit 2010 war die Serie kein einziges Mal mehr im Fernsehen zu sehen. Der einzige Weg, die zwölfteilige Serie anzuschauen, war der Griff zur DVD-Fassung, die bereits 2003 erstmals veröffentlicht wurde. Im Jahr 2016 entschied man sich dazu, die Serie nach vielen Jahren nicht ruhen zu lassen, sondern in einer Gesamtausgabe nochmals zu veröffentlichen. Angesiedelt ist das Science-Fiction-Drama im Jahr 4084. Nachdem es den Menschen gelungen war, neben der Erde auch andere Planeten zu bevölkern, mussten sie sich einem neuen Feind stellen. Aus den Tiefen des Alls tauchen nämlich immer wieder die gefürchteten Victims auf, die mittlerweile fast jeden einzelnen Planeten der Menschheit zerstört haben. Zurückgezogen leben die Überlebenden in Raumstationkolonien rund um den Planeten Zion, dem letzten Himmelskörper in ihrem System. Um Zion zu beschützen, lassen die Menschen auf der Goddess Operator Academy Piloten ausbilden, die gegen die Victims kämpfen.

Zwischenmenschliche Beziehungen

the-candidate-for-goddess-3Die Akademie ist ebenfalls eine Raumstation, die über dreitausend Kadetten aufnehmen kann. Allerdings dürfen nur fünf der Nachwuchspiloten die mächtigen Göttinnen steuern. Seit Enna Rei (Zero) denken kann, wünscht er sich, hinter dem Steuer eines solchen Mechas Platz zu nehmen, um Zion vor den Victims zu verteidigen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss er jeden Tag hart trainieren, festgelegte Essenszeiten mit vorgeschriebenen Mahlzeiten akzeptieren und seine Fähigkeiten ständig optimieren. Schon bald landen er und vier seiner Freunde auf der Anwärterliste für die Göttinnen, da ein Pilot diese Mechas nicht ewig kontrollieren kann. Hauptsächlich werden in The Candidate for Goddess die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den Charakteren thematisiert. Ähnlich wie im Star-Trek-Franchise wird auf Kämpfe weitgehend verzichtet und wenn es zu einem Konflikt mit den angreifenden Victims kommt, wird dieser schnell abgehandelt. Das Hauptaugenmerk der Serie ermöglichte es dem Produktionsteam, die Dialoge und Monologe der Figuren reichlich auszuarbeiten. Sie sind wahrlich tiefgründig gestaltet, was aber auch daran liegt, dass Zero seine Träume für sich und im Alltag mit Freunden ausarbeitet. Das führt jedoch auch dazu, dass wir Zusammenhänge selten verstehen und der Anime dadurch viel Raum für Spekulationen und zum Philosophieren lässt.

Nostalgische Gefühle durch altbackene Technik

the-candidate-for-goddess-4Noch dazu endet die Serie zu plötzlich, sodass wir ohne die nicht erfolgte Fortsetzung selbst erahnen müssen, wie die Handlung zu Ende geführt wird. Wem es also wichtig ist, in einem Anime eine in sich geschlossene Geschichte zu erleben, wird mit The Candidate for Goddess nicht sehr viel Freude haben. Schlimmer fällt die technische Seite der Anime-Serie aus. Ein Dauerflimmern fällt bei der unterdurchschnittlichen DVD-Qualität, die schon fast an grausige VHS-Zeiten erinnert, an vielen Stellen negativ auf. Zudem stört auch ein fragmentierter linker oder oberer Bildschirmrand durchgehend das Geschehen. Anhand solcher vermeidbaren Defizite merkt man dem Anime in jeder einzelnen Episode das Produktionsjahr an. Besonders auf großen Flachbildschirmen und zu geringer Distanz vom Sitzplatz zu diesem kann die Bildqualität ein Ärgernis sein. Nostalgiebonus hin oder her – für die erneute Veröffentlichung wäre eine digitale Überarbeitung wünschenswert gewesen. Eine Blu-ray-Fassung gibt es aber sowohl hierzulande, als auch im japanischen Handel nicht. Aus heutiger Sicht nicht mehr beeindruckend sind zudem die CGI-Elemente, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung jedoch zum Besten gehörten, was die Anime-Landschaft zu bieten hatte. Dazu gesellt sich ein sehr schönes Artdesign, das sich auch hier sehr gerne am Star-Trek-Universum recht frech bedient.

Orientierung an drei großen Vorbildern

the-candidate-for-goddess-5So wird in einer der späteren Folgen ein toter Kadett ähnlich wie ein wichtiger Charaktere in Star Trek II: Der Zorn des Khan bestattet. An anderer Stelle orientiert man sich sogar an einer Star-Wars-Kameraeinstellung. Das Charakterdesign von Yamaoka Shin’ichi hingegen will es am ehesten mit den Figuren aus der Star-Ocean-Serie aufnehmen. Zusammen mit den Mechas als verbindendes Element, können alle Merkmale gut miteinander harmonieren und erzeugen in der 4:3-Auflösung ein stimmiges Gesamtbild, das auch mit Anime-Titeln des Genres aus den späten Achtziger- und frühen Neunzigerjahren vergleichbar ist. Der Soundtrack von The Candidate for Goddess bietet dazu ruhige und mit Klavierklängen unterlegte, als auch dramatische Stücke mit Gesang, die hervorragend in die Szenen eingearbeitet sind und die Serie trotz ihrer technischen Schwächen in Dolby Digital 5.1 aufpeppen. Besonders Aim for Zion, the Planet of Hope aus der Feder von Asakawa Tomoyuki, sprich die Melodie, die das Intro fröhlich unterlegt, weiß uns zu gefallen. Ebenfalls nicht schlecht ist die Hymne der Akademie. Bei der deutschen Synchronisation hat man sich auf bekannte Synchronsprecher verlassen, die man heute aus Anime-Produktionen gar nicht mehr kennt. Zum Beispiel wird der Hauptcharakter von Philipp Moog vertont, den man eher als die Stimme von Ewan McGregor kennt.

Kurzer Science-Fiction-Appetithappen

the-candidate-for-goddess-6Bis auf ein paar Aussprachefehler bei japanischen Namen ist die Synchronisation gelungen, da die Stimmen gut zu unterscheiden und auf die Charaktere mit ihren unterschiedlichen Berufen und Berufungen zugeschnitten sind. Zwar ist die japanische Synchronisation etwas authentischer, doch kann es die deutsche Vertonung mit ihr aufnehmen – hier hat das Synchronisationsstudio Circle of Arts sehr gute Arbeit geleistet. Ausgeliefert wird die Serie auf drei Datenträgern, die die gesamte Serie (inklusive der Original Video Animation) umfassen und in einem schön illustrierten Digipack mit Schuber ausgeliefert werden. Es zeigt wunderbar Artworks der Göttinnen und der Charaktere. In physischer Form liegen dem Paket, wie für Publisher Nipponart typisch, ein Poster und ein Sticker bei. Im digitalen Bonusbereich finden wir auf den Discs kurze Interviews, die sich unter anderem mit dem CGI-Aspekt des Animes beschäftigen. Hier wird die Bedeutung der (damals) frischen Animationstechnik verständlich erläutert. Des Weiteren gibt es Einblicke in die Vertonung mit den japanischen Synchronsprechern, die aber sehr unspektakulär präsentiert werden. Das Opening und Ending kann über den Bonusbereich ebenso angewählt werden, falls man es ohne Bildschirmtexte sehen möchte. Das Bonusmaterial ist also wie die Serie ein kurzer Appetithappen für Science-Fiction-Fans!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Selbst als die Anime-Serie The Candidate for Goddess auf meinem Schreibtisch gelandet ist, habe ich gar nicht mehr gewusst, dass ich sie damals schon im Fernsehen gerne verfolgt habe. Zwar hatte ich beim Anschauen nicht mehr jede Szene oder gar Episode in Erinnerung, aber einige Momente kamen mir dennoch bekannt vor. So war die Anime-Serie für mich als Science-Fiction-Fan nicht nur ein, zugegeben recht kurzer, Genuss, sondern auch eine nostalgische Reise in die Vergangenheit. Auf der technischen Seite kann man das Alter dem Anime auch ansehen, denn das Bild im 4:3-Format stört mich alternierend am linken und oberen Bildschirmrand mit kleinen Fragmenten und ständig flimmern irgendwelche Kanten. Das ist insofern schade, da der Anime bereits 2003 erstmals auf DVD veröffentlicht wurde und man keine digitale Überarbeitung vorgenommen hat. Solche Defizite müssen bei einer Veröffentlichung im Jahr 2016 nämlich nicht mehr sein. Davon abgesehen kann The Candidate for Goddess inhaltlich eine interessante Geschichte erzählen, die es aber meist bei zwischenmenschlichen Dialogen belässt und nur sekundär spannende Raumschlachten zeigt. Da die Serie leider niemals so abgeschlossen wurde, wie man es vielleicht erwartet hätte, bleibt The Candidate for Goddess für mich unterm Strich ein kurzer Appetithappen, den man sich locker an einem Wochenende anschauen kann – nur um dann noch mehr Lust auf ähnliche Titel des Genres zu bekommen. Science-Fiction-Fans mit einem Drang zum Spekulieren und Philosophieren dürfen uneingeschränkt zuschlagen!

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Candidate for Goddess!

© Yukiru Sugisaki·WANI BOOKS / Bandai Visual·TCFG committee All Rights Reserved. (Abbildungen)

Prime Time: Ocean’s Trilogy Collection (Unboxing)

Der Filmklassiker Frankie und seine Spießgesellen wurde um die Jahrhundertwende vom 19. auf das 20. Jahrhundert mit George Clooney und Co neu erfunden. Es folgten dazu zwei Fortsetzungen, die zusammen in der Ocean’s Trilogy Collection auf Blu-ray Disc veröffentlicht worden sind. Wir stellen die Trilogie vor.

Review: Mafia III

mafia-iii-1Vor über einem Jahrzehnt erzählte der erste Mafia-Teil eine packende Geschichte. Der zweite Serienableger von 2010 scheiterte durch eine magere zweite Spielhälfte daran und die dritte Episode weiß oft nicht so recht, in welcher Form sie die Handlung überhaupt erzählen will.

mafia-iii-2Angesiedelt ist Mafia III im Jahr 1968. Wir schlüpfen in die Haut von Lincoln Clay, der gerade aus dem Vietnamkrieg zurück nach Hause in seine Heimatstadt New Bordeaux kommt. In der Südstaatenstadt, die am realen Vorbild New Orleans angelehnt ist, wollen wir eigentlich gar nicht so viel Zeit verbringen. Es zieht uns nach Kalifornien, doch da unser altes Viertel oder viel mehr unser Onkel Sammy Robinson Probleme mit dem hiesigen Chef der Mafia hat, wollen wir zunächst die Wogen glätten und alles für unsere Familie ins Reine bringen. Kaum haben wir uns mit dem Oberhaupt der Marcano-Familie unterhalten, schlittern wir auch schon in unseren ersten Job. Wir überfallen eine Bank, entkommen nach einem Schusswechsel den Ordnungshütern und freuen uns über zahlreiche Millionen US-Dollar. Lange dürfen wir uns an dem Geld aber nicht ergötzen, denn sprichwörtlich kommt es erstens anders und zweitens als man denkt. Nur knapp überleben wir einen Vorfall, bei dem unser Onkel und dessen Sohn Ellis sterben. Einige Zeit später wachen wir bei Priester und Ziehvater James und unserem früheren Kriegskameraden John Donovan, der inzwischen für das Federal Bureau of Investigation arbeitet, auf. Während Vater James alles andere als begeistert von unseren Racheplänen ist, hilft uns unser treuer Freund, Sal Marcano und seine Organisation zu Fall zu bringen.

Stärken und Schwächen der Handlung

mafia-iii-3In den ersten zwei bis drei Spielstunden setzt sich Mafia III wie ein Mosaik zusammen. Wir erfahren bruchstückhaft und im Dokumentarcharakter Hintergründe über Clay und wie der Bankraub abgelaufen ist. Im restlichen Spielverlauf trennt sich diese Erzählweise vom Spiel und erzählt dann entweder in Zwischensequenzen gegenwärtige Ereignisse oder nutzt Rückblenden, um von einer Szene zur nächsten zu springen, um so Logiklücken zu vermeiden. Größtenteils gelingt den Entwicklern die Erzählung; problematisch sind in diesem Zusammenhang auch nur zwei Punkte. Auf der einen Seite ist Clays Rachefeldzug zwar nachvollziehbar, doch seine Motivation, die Geschäfte in der Stadt zu übernehmen und Marcanos Stelle einzunehmen, wird nicht wirklich erklärt. Am Ende des Spiels lässt sich hier sogar eine folgenschwere Entscheidung treffen, die dann mehr uns, als Clay die Wahl lässt. Auf der anderen Seite kann sich die Geschichte streckenweise einfach nicht entwickeln, da wir immer wieder dazu gezwungen werden, in den verschiedenen Bezirken von New Bordeaux die Geschäfte zu übernehmen, indem wir Informationen aus Kleinganoven herauspressen, ganze Lagerhäuser verwüsten oder Funktionäre in der Organisation umbringen. Natürlich macht das im Rahmen der Handlung Sinn, wird jedoch einfach zu repetitiv und austauschbar eingesetzt.

Einer für alle, alle für keinen

mafia-iii-4Während wir in Mafia und Mafia II in der Regel für jemanden arbeiteten, dreht der dritte Teil den Spieß um. Jetzt lassen wir verschiedene Figuren mit ihren Handlangern für uns schwitzen – dachten wir uns zumindest vor den dutzenden Spielstunden, die wir mit Mafia III verbracht haben. Die Wahrheit ist nämlich, dass alle drei Mitverschwörer, mit denen wir die Stadt aufräumen wollen, sich gegenseitig einen Zickenkrieg liefern. Da das organisierte Verbrechen in New Bordeaux nicht von einer Person alleine gehandhabt werden kann, müssen wir die Geschäfte nach unserer – nicht gewaltfreien – Übernahme entweder an Cassandra, an Thomas Burke oder Vito Scarletta verteilen. Jeder möchte in der Stadt schließlich ein Stück vom Kuchen abbekommen und so müssen wir darauf achten, dass wir die Geschäfte geschickt und die Bezirke später noch gewiefter verteilen. Es ist nämlich nicht gerade die feine englische Art, die Geschäfte erst an Cassandra und Burke zu verteilen, nur um den Bezirk später Vito zu überschreiben. Wer hier zu hoch pokert, wird erst die Loyalitätsboni wie verbesserte Gesundheit oder größere Magazingrößen, und dann sogar den Freund verlieren. In unserem Test haben wir beispielsweise Burke zu wenige Gebiete zugeteilt, sodass dieser nicht mehr mit uns arbeiten wollte und wir ihn schließlich – zur Sicherstellung des Geschäfts – töten mussten.

Es ist nichts Persönliches, es geht nur ums Geschäft

mafia-iii-5Da der Titel nur über einen Spielstand verfügt, der zudem genau bei solchen entscheidenden Faktoren automatisch gespeichert wird, wird das für den einen oder anderen Spieler sicherlich mehr als ärgerlich sein. Eine Aktion ungeschehen zu machen bedeutet, noch einmal von Vorne zu beginnen. Immerhin wird man so dahingehend erzogen, Verantwortung für seine Taten zu übernehmen und mit den Konsequenzen wohl oder übel zu leben. Neben zahlreichen und abwechslungsreichen Boni bekommen wir durch diese Charaktere auch Zugriff auf diverse Nebenbeschäftigungen. Der Schmuggel von Rauschgift ist dabei genauso vertreten wie das Ausschalten feindlicher Krimineller. Allerdings wirken auch diese Aufträge sehr austauschbar, da sie immer nach demselben Schema ablaufen. Immerhin erfahren wir auf diesem ungalanten Weg, was aus Scarlettas Freund Joe Barbaro geworden ist. Hier fehlt es uns an allen Ecken und Enden an Interaktionsmöglichkeiten. Wunderbar hätten wir mit den Charakteren doch auch in der Stadt in Restaurants dinieren oder verschiedene Sportarten ausprobieren können. Leider nutzen die Entwickler hier bei Weitem nicht das Potenzial aus, denn auch in der offenen Spielwelt gibt es neben dem Einsammeln von Playboy-Heften, Propaganda-Postern und Konsorten nichts zu tun. Aus den Fehlern von Mafia II wollte man hier einfach nicht lernen.

Mobster am laufenden Band

mafia-iii-6Selbst im Kern ist Mafia III leider keine runde Nummer geworden. Das Konzept des Spiels ähnelt nun wesentlich stärker der Grand-Theft-Auto-Reihe und mit der ehrenwerten Gesellschaft hat das nur noch sehr wenig zu tun. Wir stehlen uns ein Auto von der Straße, fahren zum Zielpunkt, schießen alle Mobster über den Haufen, sammeln Geldbündel ein und lassen unserer kriminellen Ader allen Lauf der Welt. Das wiederholt sich so lange, bis wir den gegnerischen Geschäften so viel Schaden zugefügt haben, dass wir den Laden übernehmen können. Allerdings sind die Gegner nicht besonders klug. Wir können uns hinter einer Mauer oder hinter einer Kiste verschanzen, mit einem Pfiff einen Feind herbeilocken und so von der Truppe sondieren und ihn dann mit unserem Messer einen tödlichen Stich verpassen. Da wir auf diesem Weg immer nur einen Gegner anlocken können, haben wir alle Zeit der Welt und können so die Konkurrenten peu á peu dezimieren. Fallen wir doch mal auf, hilft nur noch ein Griff zur Schusswaffe. Da die Feinde jedoch wie Schießbudenfiguren auf uns zugelaufen kommen beziehungsweise hinter diversen Ecken ausharren, wo wir sie ebenfalls gut erledigen können, ist das für uns ein Kinderspiel. Während die Stealth-Elemente viel zu mächtig ausfallen, fällt die sehr schwache künstliche Intelligenz besonders bei Schusswechseln ins Gewicht.

Gesellschaftskritische Äußerungen

mafia-iii-7Nur selten verlangt Mafia III unser Können ab. Schließlich ordert das Wachpersonal, wenn wir es nicht rechtzeitig ausschalten, per Telefon Hilfe – das können wir übrigens auch, denn per Funkgerät können wir ein Einsatzkommando bestellen. Während die mageren Gefechte an Eintönigkeit leiden, gilt dies keinesfalls für deren Schauplätze. Unter anderem schleichen wir uns durch einen Vergnügenspark, ballern uns durch ein Apartment, jagen eine Mülldeponie in die Luft oder befreien in Hinterhöfen gefesselte Afroamerikaner, die von der Southern Union (vergleichbar mit dem Ku-Klux-Klan) als Sklaven gehalten oder hingerichtet werden. Mafia III macht in diesen Punkten keine Kompromisse. Den Entwicklern war es spürbar wichtig, die Bürgerrechtsbewegung in den Vereinigten Staaten der 1960er mit all ihrer Grausamkeit auf der Gegenseite möglichst glaubhaft in Videospielform zu präsentieren. Besonders in Erinnerung bleibt uns hier eine Versammlung der Southern Union, bei der schon fast zu einem Genozid aufgerufen wird. Kritischer geht es selbst in den zahlreichen und vor allem vielschichtigen Dialogen, in denen rassistische Äußerungen seitens der Charaktere getätigt werden, kaum. Die Hautfarbe des Protagonisten bleibt nicht nur einmal Thema der Unterhaltungen. Selbst in Radiosendungen wird einprägsam gepredigt, welchen Stellenwert Hautfarben letztlich haben.

Solide Technik, toller Soundtrack

mafia-iii-8Abseits der inhaltlichen Tiefe kann uns auch New Bordeaux überzeugen. Obwohl es nur sehr wenige unterschiedliche Aufgaben zu tun gibt, mögen wir die Stadt mit ihren verschiedenen Stadtteilen sehr. Unterschiedliche Architekturen zeugen von Ungleichheit in der Bevölkerung und sogar die Bewohner und Ladeneigentümer reagieren verschieden auf unser Auftreten. Selbst die Polizei betrachtet uns als Afroamerikaner gleich als Kriminellen. Wirklich glaubhaft ist ihr Auftreten aber nicht, da sie selbst bei einem Einbruch gleich das Feuer eröffnet und im Gegenzug sämtliche Verkehrsregeln, mit Ausnahme von Kollisionen, toleriert. Warum all diese kleinen Macken bei der Qualitätssicherung nicht aufgefallen sein wollen, ist uns ebenso ein Rätsel wie die geradeso noch solide Technik. Auf unserem PC ist das Spiel regelmäßig abgestürzt und lief selbst bei verringerten Details und gar niedrigeren Auflösungen mit einem Rechner, der die empfohlenen Systemvoraussetzungen fast erfüllt, selten flüssig. Die Updates, die über Steam am Veröffentlichungswochenende nachgeschoben wurden, haben die Performance nur bedingt verbessert. Nach einiger Zeit hat man sich aufgrund des tollen Soundtracks aber daran gewöhnt, denn mit Songs von Steppenwolf, The Rolling Stones und The Beach Boys taucht man sehr gerne 25 bis vierzig Spielstunden in die virtuellen Sechzigerjahre ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Ich habe mich im Vorfeld sehr auf Mafia III gefreut und wurde am Ende leider „nur“ zufriedengestellt. Der erste Teil der Mafia-Reihe wird heute als Klassiker und Meisterwerk verehrt, kratzte damals aber schon am Fehlen einer funktionierenden offenen Welt. Ähnlich war es in Mafia II und meine Hoffnungen, dass die Entwickler es mit dem dritten Teil endlich richtig machen, waren entsprechend sehr hoch. Die Welt ist zwar wieder einmal stimmig geworden, ist aber leider nur mit Sammelobjekten gefüllt, die zum Erkunden einladen. Immerhin kann ich neben den Story-Aufträgen auch kleinere Aufgaben von meinen drei Mitverschwörern erledigen; am Ende fehlt mir hier tatsächlich aber die soziale Komponente, die mir sagt, weshalb ich mich gerade so besonders um die Figuren kümmern möchte. Selbst das zentrale Gameplay ist ein klarer Rückschritt seit dem zweiten Teil. Die Mobster sind allesamt Schießbudenfiguren und zu leicht zu überwältigen. Zudem nervt es mich, immer und immer wieder auf ein- und dieselbe Weise die Geschäfte der Stadt zu übernehmen. Das einzig Interessante daran ist die Verteilung an meine Freunde, die sich dann einen regelrechten Zickenkrieg liefern, sich so auch schnell zu Feinden entwickeln können und dann prompt von mir aus dem Weg geräumt werden müssen. Neben dieser wirklich guten und konsequenten Spielmechanik, hätte man aber wesentlich besseren Feinschliff walten sollen. Meiner Meinung nach hätte man dem Spiel an einigen wichtigen Stellen noch ein paar Monate Entwicklungszeit gönnen sollen. So hat sich Mafia III zwar zu keinem umwerfenden Spiel gemausert, aber immerhin noch zu einem zufriedenstellenden Titel entwickelt, mit dem man ein paar dutzende Stunden trotz klarer Defizite seine Freude haben kann.

Vielen Dank an 2K Games für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mafia III!

Review: Another (Vol. 1)

another-vol-1-1Wie viele Romane in Japan erschien das Werk aus der Feder von Uchida Naoyuki zunächst in Kapitelform in einer Zeitung, in diesem Falle zwischen 2006 und 2009 in der Yasei Jidai. Nur ein Jahr später erschien eine Manga-Reihe, die kurz darauf auch als Anime adaptiert wurde.

another-vol-1-2Die Anime-Serie Another erzählt die Geschichte des jungen Mittelschülers Sakakibara Kōichi, der das dritte und letzte Jahr der Mittelschule im Jahr 1998 nicht in seiner Heimat Tōkyō, sondern auf dem Land in der Kleinstadt Yomiyama verbringt. Während sein Vater in Indien ein Forschungsvorhaben verfolgt, lebt er bei seinen Großeltern und seiner Tante. Die Handlung der dreizehnteiligen Serie quasi beginnt mit Kōichis Entlassung aus dem Krankenhaus, in dem er sich erholen musste, da seine Lunge kollabiert ist. Während des Aufenthalts lernt er auch die kleine Misaki Mei kennen, die im Untergeschoss des Krankenhauses eine dubiose Besorgung machen muss, über die wir weiter nichts erfahren. Nachdem Kōichi sich wenige Tage später mit seinen neuen Mitschülern angefreundet hat, trifft er in seiner Schulklasse Mei wieder. Allerdings scheint sie niemand außer ihm zu sehen. Wie hätte es auch anders sein können, hat Mei bereits 1972 das Zeitliche gesegnet. Kurz darauf erfährt Kōichi außerdem, dass die Klasse 3-3, die er besucht, seit genau 26 Jahren verflucht ist. Seit dieser Zeit steht beispielsweise Meis alter Tisch in der letzten Reihe, wo sie fast Tag für Tag immer noch Platz nimmt. Da man Kōichi jedoch nicht so viel über Mei erzählt, wie er eigentlich wissen müsste, geschehen bald merkwürdige und schlimme Dinge, die einige Personen mit dem Tod bezahlen.

Flüche und Unglücke

another-vol-1-3Wie man diesen Fluch brechen kann, erfahren wir im Serienauftakt noch nicht. Durch Handlungsorte wie einen kuriosen Puppenladen bleibt es also durchgehend spannend. Wer sich aber fernab des Anschauens mit Another beschäftigen möchte, wird vom Bonusmaterial sicherlich enttäuscht sein. Neben den obligatorischen Trailern zu weiteren Kazé-Anime-Titeln liegt kein digitales Material auf der Blu-ray Disc vor. Ein Booklet gibt es laut Herstellerangaben ebenfalls nicht, doch liegt der limitierten Erstauflage von Another ein Schuber bei, in dem alle vier Volumes ihren Platz finden können. Für unseren Test lag der Schuber zwar nicht vor, doch gehen wir stark davon aus, dass dieser ähnlich stabil wie die vergleichbaren Schuber aus dem Hause Kazé Anime sind, von denen wir bisher eigentlich nie enttäuscht worden sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte den Weg in die Tonträgerabteilung nicht scheuen und sich selbst ein Bild davon machen. Auf der technischen Ebene brilliert die Anime-Serie Another mit sehr schönen Hintergründen und kontraststarken Charakteren, die im Vordergrund aber spärlich animiert sind. Das macht aber nichts, da der Anime in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format es sowieso darauf abzielt, uns mit möglichst langsamen oder gar starren Bildern, vor allem bei den dargestellten Unglücken, schocken will.

Düsterer Gruselspaß

another-vol-1-4Die Farbgestaltung in der Anime-Serie Another ist zudem sehr trüb und weitgehend auch trist gehalten, sodass die Bilder oftmals eine recht deprimierende Wirkung auf uns haben. Das ist in erster Linie aber gar nicht so schlimm, da Another auf diesem Weg gerne mit unserer Psyche spielt und sich dadurch verstärkt an japanischen Horror-Filmen und Anime des Gruselgenres orientiert. Dunkle Wolken und Regen verdeutlichen den Effekt, dass wir in Another auf alles gefasst sein dürfen, sodass wir intensiv mit den Helden der Serie vor dem Fernseher mitfiebern müssen. Selten gelingt einem Anime eine so dichte Atmosphäre! Allerdings überträgt sich diese fast schon elegische Stimmung sehr auf die Dialoge, die sowohl von den deutschen, als auch von den japanischen Synchronsprechern meist gewollt monoton vorgetragen werden. Gelegentlich verkommen solche Dialoge sogar zu Monologen, sodass die Figuren ihre Umgebung ignorieren und vor allem ihren Gesprächspartner unbewusst gar nicht immer wahrnehmen. Diese ruhige Erzählweise passt mit der düsteren Musik, die im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 erklingt, zwar hervorragend zum Gesamtkonzept des Animes, doch wer schnellere Zeilen in derlei Werken bevorzugt, wird mit Another wohl kaum glücklich werden. Wem das aber nichts ausmacht, wird vier Episoden lang hervorragend zum Gruseln animiert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Another ist für mich bisher ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite mag ich die Kulisse, die mich an Anime-Serien wie Dusk Maiden of Amnesia und Blood-C: Die Serie erinnert, wirklich sehr. Die fiktive Kleinstadt Yomiyama bietet mit dem tristen Bild die typische Atmosphäre, in der mysteriöse und auch gefährliche Dinge einfach geschehen müssen. So werde ich durchgehend zum Gruseln und Mitfiebern animiert. Auf der anderen Seite sind mir die Dialoge aber manchmal etwas zu trocken. Dass das gewollt ist, merkt man zum Beispiel in Szenen, in denen die Dialoge fast schon zu Monologen verkommen und die Umgebung des Sprechenden fast gänzlich ignoriert wird. Ich weiß noch nicht so recht, ob ich mich daran über die nächsten drei Volumes gewöhnen kann. Im Großen und Ganzen habe ich mich bei Another dennoch sehr amüsiert, da diese Anime-Serie bereits zwei Figuren den Tod gekostet hat – hier kann es wohl oder übel jeden treffen. Ich werde die Serie weiterverfolgen und bin schon jetzt gespannt auf die nächsten Episoden!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Another (Vol. 1)!

Review: Psycho-Pass: The Movie

psycho-pass-the-movie-1Psycho-Pass 2, sprich die zweite Staffel der Anime-Serie, lief in Japan bereits 2014 über die Fernsehbildschirme. Ein Jahr später schaffte es der Film in die japanischen Kinos. Hierzulande landet auch dieser Anime-Film leider (und sehr unverdient) direkt auf Blu-ray und DVD.

psycho-pass-the-movie-2Dass diese Veröffentlichung dem wesentlich geringeren Interesse an Produktionen aus Japan geschuldet ist, dürfte in diesem Zusammenhang, so schade er auch ist, natürlich jedem Leser dieses Reviews bekannt sein. Trotzdem steht die Vermarktungsstrategie dem Inhalt des Films in keiner Weise im Wege. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2116 und das Sibyl System ist nach wie vor im fiktiven Japan der Zukunft im Einsatz. Inspektorin Tsunemori Akane gelingt es bei ihrem aktuellen Einsatz einen Terroranschlag zu verhindern. Allerdings bemerkt sie dabei, dass die Übeltäter allesamt illegale Einwanderer und vermutlich aus Südostasien nach Japan gekommen sind. Für die Mitarbeiter des Amts für Öffentliche Sicherheit ist es nicht ganz nachvollziehbar, wie die Terroristen das Sibyl System ohne Hilfe überlisten konnten. In einem Gespräch mit ihrer Vorgesetzten Kasei Jōshū erhält Tsunemori Einblicke in die Welt der Politik, denn eine Rohfassung des Sibyl Systems wurde auch nach Südostasien verkauft. Im Superstaat der südostasiatischen Union herrscht jedoch seit längerer Zeit ein Bürgerkrieg, in dem auch Tsunemoris frührer Mitarbeiter Kōgami Shin’ya involviert ist. Sie beschließt, in das Krisengebiet zu reisen und Kōgami, der womöglich für den glücklicherweise vereitelten Terroranschlag verantwortlich gemacht wird, zu verhaften und nach Japan zu überführen.

Zwei Seiten der Medaille

psycho-pass-the-movie-3Es entwickelt sich eine zunächst undurchsichtige Story, in der Tsunemori zwischen die Fronten gerät. Sie muss sich entscheiden, ob sie sich Kōgamis Verbündeten anschließt oder ob sie die Regierung unterstützt, das umstrittene Sibyl System einzusetzen. Die Anime-Serie, die mit ihren 33 Episoden bisher auf zwei Staffeln kam, funktioniert auch als abendfüllender Film sehr gut. Daran hatten wir im Vorfeld auch keine Zweifel, da schon die verkürzte zweite Season keinerlei Probleme hatte, eine große Handlung komprimiert einzufangen. 113 Minuten lang kann uns Psycho-Pass: The Movie sehr gut unterhalten und uns stets bei Laune halten. Ständig fiebern wir mit Tsunemori und Kōgami bis zum Finale, das wie in beiden Staffeln mit einer überraschenden Wendung und einer zufriedenstellenden Lösung aufwarten kann, mit. Die hier getroffene Entwicklung bietet wieder einmal die Möglichkeit, das Psycho-Pass-Universum künftig mit weiteren Inhalten zu füllen. Ihr seht also, dass nicht nur die Serie, sondern auch der Film einen bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen hat. Wir möchten eine weitere Staffel und gerne auch einen weiteren Film sehen. Bis wir diesen möglicherweise aber zu Gesicht bekommen, werden noch einige Jahre ins Land ziehen. Solange geben wir uns aber auch mit Psycho-Pass: The Movie zufrieden, an dem es inhaltlich nichts auszusetzen gibt.

Belustigende Aussprachefehler

psycho-pass-the-movie-4Technisch lehnt sich der Film sehr stark an die Anime-Serie an. Die Charaktere sind erwachsen gezeichnet und passen hervorragend in den Zeichenstil. Dieser orientiert sich bei Schauplätzen an realen Vorbildern, um sie leicht überzeichnet im wundervollen Bild mit der Auflösung von 1080p und im 16:9-Format zu präsentieren. In keinem Anime zuvor haben wir unter anderem die Tempelanlage Ângkôr Vôtt ähnlich gut inszeniert gesehen. Zur Inszenierung trägt natürlich auch die musikalische Untermalung bei. Diese ist Komponisten Kanno Yūgo abermals gelungen, da der Soundtrack die meist düsteren Szenen mit entsprechenden Klängen geradezu paralysierend einfängt. Sowohl bei der japanischen, als auch bei der deutschen Synchronisation, hat man sich abermals auf die bisherigen Sprecher verlassen, sodass die bekannten Stimmen positiv auffallen. Einzig und allein jene Dialoge des Animes, die handlungsbedingt in Englisch vorgetragen werden, können uns bei beiden Synchronisationen gelegentlich zum Schmunzeln bringen. Bei der deutschen Synchronisation fallen leichte Aussprachefehler auf und bei der japanischen Vertonung kommt es gelegentlich ebenfalls dazu, wenn japanische Namen ausgesprochen werden. Dieser Wermutstropfen ist allerdings alles andere als hinderlich, wenn es darum geht, den Anime mit seiner packenden Handlung zu verfolgen.

Diskussionswürdige Versionsunterschiede

psycho-pass-the-movie-5Einen leichten Dämpfer erhält die Veröffentlichung nur durch das fehlende Bonusmaterial in der Standard-Version. Sowohl bei der Blu-ray-, als auch bei der DVD-Fassung befindet sich kein digitales Material auf der Disc. Dies wird auch bei der limitierten Ausgabe nicht anders sein, die den Film gleich in beiden Versionen, sprich einmal auf Blu-ray Disc und einmal auf DVD, beinhaltet. Allerdings liegen hier Postkarten und ein Booklet bei. Ob die Postkarten einen Mehrwert bieten, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Über das inhaltliche Gewicht des Booklets können wir ebenfalls keine Worte verlieren, da es uns für unseren Test aufgrund der einfachen Blu-ray-Fassung nicht zur Verfügung stand. Trotzdem finden wir diese Entscheidung, in den normalen Versionen auf das physische Material zu verzichten, sehr schade. Zudem werden wohl nur die wenigsten Käufer denselben Film gleich zweimal und noch dazu einmal in einer geringfügigeren Auflösung im Regal stehen haben möchten. Hier sollte sich Publisher Kazé Anime für die Zukunft eine andere Lösung einfallen lassen. Wem das Booklet jedoch gänzlich egal ist, bereits die beiden tollen Staffeln von Psycho-Pass kennt und sich für dystopische (Cyber-)Kriminalität interessiert, kommt um den Kauf von Psycho-Pass: The Movie definitiv nicht herum. Inhaltlich ist der Film bedenkenlos zu empfehlen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Psycho-Pass gehört für mich zu den besten Franchises der jüngeren Anime-Geschichte. Seit der ersten Episode verfolge ich die Serie mit Spannung und habe mich entsprechend auch sehr über den Film auf meinem Schreibtisch gefreut. Meine Erwartungen waren nach zwei grandiosen Staffeln wirklich sehr hoch und 113 Minuten später habe ich gemerkt, dass diese in allen Belangen erfüllt worden sind. Sowohl die Serie, als auch der vorliegende Film, haben es wunderbar geschafft, jeweils eine ganz besondere Geschichte zu erzählen. Der Film traut sich sogar, Japan als Handlungsort zu verlassen und das Sibyl System in einem anderen Land mit zerstörter Infrastruktur zum Einsatz kommen zu lassen. Nur so war es im Film möglich, die Handlung dermaßen spannend zu gestalten, ohne die Grundthematik des Franchises zu vernachlässigen. Ansonsten bleibt auch bei Psycho-Pass: The Movie alles beim Alten, denn die Atmosphäre ist nach wie vor düster und dystopisch. Sie macht nachdenklich, stößt moralische und ethische Themen an und bietet am Ende sogar genug Spielraum, um Psycho-Pass mit weiteren Staffeln oder Filmen fortzuführen. Ich kann mir beide Medien sehr gut dazu vorstellen und hoffe, dass es in Psycho-Pass: The Movie nicht das letzte Mal gewesen sein wird, dass ich Inspektorin Tsunemori Akane bei der Arbeit begleitet habe. Jedem Fan der Serie möchte ich den Film sehr ans Herz legen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Psycho-Pass: The Movie!

Prime Time: Samurai Flamenco (Vol. 1-4) (Unboxing)

Begleitend zu unseren Reviews zu Samurai Flamenco möchten wir euch auch die insgesamt vier Volumes der Anime-Serie im Rahmen eines Unboxing-Videos vorstellen. Wir wünschen euch gute Unterhaltung mit dem Video!

Review: Romance of the Three Kingdoms XIII

Romance of the three Kingdoms XIII (1)Manche Videospielserien kennt man hierzulande seit mehreren Jahrzehnten in- und auswendig. Andere wiederum bleiben europäischen Spielern entweder völlig verwehrt oder sie werden allerhöchstens nur alle paar Jahre auf eine sehr überschaubare Zielgruppe losgelassen.

Romance of the three Kingdoms XIII (2)Die Romance-of-the-Three-Kingdoms-Reihe ist leider solch ein Beispiel. In Europa feierte sie zwar mit dem achten Teil im Jahr 2004 für die PlayStation 2 ihr Debüt, doch im deutschsprachigen Raum war dies erst mit dem elften Serienteil im Jahr 2008 der Fall. Damit ist sie ähnlich unbekannt wie die Nobunaga’s-Ambition-Serie, die wohl am ehesten durch Nobunaga’s Ambition: Sphere of Influence von 2013 (in Deutschland erst 2015 erschienen) dem einen oder anderen unserer Leser etwas sagen wird. In Romance of the Three Kingdoms XIII verlassen wir jedoch Japan und schauen uns die politischen Verhältnisse Chinas im dritten Jahrhundert unseres Zeit an. Fast das gesamte Jahrhundert wird als die so genannte Zeit der Drei Reiche bezeichnet. Das hat einen ganz einfachen und plausiblen Hintergrund. Nach vierhundert Jahren zerfiel das Kaiserreich China nach seiner Gründung in die drei Königreiche Wèi, Dōng Wú und Shǔ Hàn. Keines dieser Königreiche hatte jedoch so viel Macht, um seine eigenen Interessen durchzusetzen. Tatsächlich waren sie teilweise innenpolitisch stark geschwächt. Der historische Hintergrund wird sowohl mit dem Werk Sānguó Zhì, den offiziellen Chroniken der Drei Reiche, als auch mit dem Roman Sānguó Yǎnyì, also Die Geschichte der Drei Reiche, ergänzt. Auch der dreizehnte Serienteil möchte so Drama und Geschichte verbinden.

Klassischer Roman in Videospielform

Romance of the three Kingdoms XIII (3)Zu Beginn des Spiels haben wir die Auswahl zwischen dem Heldenmodus und dem Hauptspiel. Während der Heldenmodus die Kampagne des Spiels darstellt, die in mehrere Szenarien unterteilt ist, dürfen wir im Hauptspiel weitgehend unabhängig agieren. Uns wird allerdings eindringlich geraten, zunächst den Heldenmodus zu spielen. Mit dieser Vorwarnung hat der Titel nicht unrecht, denn schon nach wenigen Minuten zeigt sich, dass wir aufgrund der komplexen Menüstrukturen im Hauptspiel schnell verloren wären. Also schlüpfen wir zunächst in die Rollen von mehreren historischen Persönlichkeiten, um die Grundlagen des Spiels in den Szenarien zu erlernen, auszuführen und zu verfeinern. Zum Beispiel dürfen wir im Auftakt des Spiels Liú Bèi, dem Gründer des Königreichs Shǔ Hàn verkörpern. Ebenfalls spielen lässt sich einer der wichtigsten politischen und militärischen Funktionäre. Die Rede ist von Cáo Cāo, der sich unter anderem mit Yuán Shào gegen Dǒng Zhuō verschworen hat. Tatsächlich ist es direkt im zweiten Szenario der Kampagne unsere Aufgabe, genau diese Allianz zu bilden. Wer sich mit chinesischer Geschichte oder gar der grundlegenden Erzählung, die gar zu den vier klassischen Romanen gezählt wird, auskennt, wird sich schnell heimisch fühlen. Alle anderen werden in die Geschehnisse über wenig ausschweifende Dialoge schnell eingeführt.

Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft

Romance of the three Kingdoms XIII (4)Direkt im ersten Szenario erfahren wir eine der wichtigsten Grundlagen des Spielsystems, das sich vor allem auf eines stützt: Politik. Jedweder politischer Einfluss beginnt mit Freundschaften und wie jeder weiß, wollen Freundschaften gehegt und gepflegt werden. So können wir in den zahlreichen Städten des Landes Menschen kennenlernen und uns mit ihnen unterhalten. Manchmal möchten sie auch gerne einen Gefallen von uns erwidert haben, sodass wir ihnen Geschenke unterbreiten müssen. All das vertieft die zwischenmenschlichen Beziehungen, worüber wir wiederum neue Persönlichkeiten kennenlernen können, die dann vielleicht wiederum Kontakt in die höchsten Verwaltungsebenen haben und uns die Tür zu neuen Möglichkeiten öffnen. Das System ist schnell erlernt, artet aber durch die komplexen Menüstrukturen teilweise in Fummelei aus. Besonders wenn wir einen Charakter von einer Stadt in die andere bewegen müssen, ist es vor allem in der Konsolenfassung mehr als nervig, die Figur einzeln auszuwählen, den Ort zu suchen und dort hinzuschicken. Endlich am Zielort angekommen, beginnt die eigentliche Arbeit allerdings erst. Oft müssen wir mehrere Monate ausharren, um das Vertrauen unseres Gegenübers zu gewinnen. Gerne wird von uns auch erwartet, dass wir dessen Militär mit Gold aus unserer Schatzkammer unterstützen. Ganz schön anstrengend!

Kein Blatt vor den Mund nehmen

Romance of the three Kingdoms XIII (5)Damit unsere Überzeugungskraft wirkt, ist es oftmals auch notwendig, den Stab des Stadtverwalters zu überzeugen. Das funktioniert in der Regel über hitzige Debatten. Wie in einem Beat ’em up stehen sich beide Politiker dann gegenüber, doch anstatt die Fäuste zu erheben, schmeißen sie sich gegenseitig Argumente an den Kopf. Wie gut das funktioniert, hängt oftmals vom Intelligenzwert ab. Je besser dieser ist, desto eher können wir unseren Gegner mit Worten einschüchtern. Taktik ist dabei dennoch gefragt, denn die Debatte dauert maximal nur fünf Runden. Eine Eingabehilfe an der rechten Bildschirmecke hilft, die richtige Entscheidung zu treffen beziehungsweise ein wenig vorauszuplanen. Wenn man, besonders bei seinen Gegnern, mit Worten nichts erreichen kann, dann ist der Griff zur Waffe die letzte Option. Umso wichtiger erscheint es uns, möglichst schnell Bündnisse mit anderen Anführern zu schließen und die militärischen Kräfte zu bündeln. Mit der Zeit erlernen die Charaktere neue Fähigkeiten, mit denen wir die feindlichen Armeen schwächen oder unsere Streitkräfte stärken dürfen. Die Kämpfe laufen jedoch weitgehend unspektakulär ab. Auf dem großen Bildschirm erkennen wir ein paar kleine Truppen, die sich mit Lanzen oder Bögen bekriegen. Hieran merkt wohl jeder deutlich, dass das Militär eine meist unterpräsente und eher endgültige Rolle spielt.

Minimalistische Politik

Romance of the three Kingdoms XIII (6)Während die Städte nett modelliert sind und auch Innenbereiche entweder schön gezeichnet oder gestaltet sind, kann die Landkarte diese Faszination nicht einfangen. Die Oberweltkarte ist nämlich weitgehend minimalistisch gestaltet. Steppen existieren soweit das Auge reicht; hin und wieder überqueren wir einen Fluss, stoßen an Berge oder gelangen ans Meer – das war es aber auch schon. Nur ein paar alternierende Texturen, vor allem beim Wechsel der vier Jahreszeiten, sorgen hier für Abwechslung. Trotzdem ist diese Entscheidung nachvollziehbar, da sie so mehr einer politischen Karte ähnelt und die Übersicht deutlich besser gewahrt bleibt, da es sehr viele Städte gibt, zu denen wir reisen können. Musikalisch ist der Titel dafür umso anspruchsvoller, da die Musik und sogar die Soundeffekte stets zum Geschehen passen und teilweise sogar zum Mitsummen einladen – da macht Politik gleich doppelt so viel Spaß. Wer Wert auf Authentizität legt, kann von der japanischen Synchronisation auch zur chinesischen Ausgabe wechseln. Die Bildschirmtexte bleiben dabei jedoch stets Englisch. Schade, denn so minimiert der Titel seine kleine Zielgruppe um ein Vielfaches. Besonders Einsteiger werden sich an Fachbegriffen die Zähne ausbeißen. Wer sich nicht entmutigen lässt und einen PC sein Eigen nennt, sollte definitiv zu dieser weitaus angenehmer zu bedienenden Version greifen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Nachdem ich letztes Jahr Nobunaga’s Ambition: Sphere of Influence kennengelernt habe, habe ich zugleich auch ein Interesse an der Romance-of-the-Three-Kingdoms-Reihe entwickelt. Beide Serien machen mir, auch hier wieder nach einer überdurchschnittlichen Einarbeitungszeit, sehr viel Spaß. Interessant ist der Aspekt, dass Romance of the Three Kingdoms XIII sich mehr auf Politik, Dialoge und Debatten konzentriert, als auf den historisch ebenfalls wichtigen Krieg. Durch die schöne Soundkulisse mit beruhigenden Klängen macht das aber nur wenig, denn es ist auch mal ganz interessant und angenehm, abends einmal abzuschalten und die politischen Probleme mit Worten anstatt mit den Waffen zu lösen. Schade finde ich jedoch, dass die Entwickler es nicht schaffen, im nunmehr dreizehnten Serienteil eine vernünftige Menüstruktur zu entwerfen, die auf den ersten und nicht erst auf den verflixten dreizehnten Blick verständlich ist. Auch nach mehreren Stunden muss ich immer noch nach verschiedenen Punkten suchen – und das liegt nicht daran, dass der Titel nur mit englischen Bildschirmtexten ausgestattet ist. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass es sich wohl kaum lohnen wird, solch ein textlastiges Spiel zu übersetzen. Auf der anderen Seite vergrault der Publisher so interessierte Kunden. Das ist genauso unschön wie das schmerzliche Fehlen eines Mehrspielermodus, denn egal ob lokal oder online – besonders in Strategie-Spielen möchte man seine Freunde herausfordern. Wer das verschmerzen kann und sich für die chinesische Geschichte oder auch nur ansatzweise für die Zeit der drei Reiche interessiert, wird nach einer mittellangen Einarbeitungszeit dennoch sehr viel Spaß mit dem Titel haben. Hoffen wir schlussendlich nur, dass die nächsten Ableger des Franchises für jeden Hobby-Historiker wieder ihren Weg nach Europa finden werden.

Vielen Dank an Deep Silver für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Romance of the Three Kingdoms XIII!

Review: Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 3)

Dusk Maiden of Amnesia (1)Nachdem die Anime-Serie mit den ersten vier Episoden in der ersten Volume einen grandiosen Auftakt hingelegt hat, verfiel Dusk Maiden of Amnesia in der zweiten Ausgabe in einen etwas ermüdenden Trott. Die dritte Volume kann dafür jedoch voll und ganz entschädigen.

Dusk Maiden of Amnesia (2)Während die fünfte und die sechste Episode in der zweiten Volume etwas enttäuschend waren, konnte die siebte Folge mit einem Cliffhanger aufwarten, der uns regelrecht zappeln ließ. Am Ende der siebten Episode wurde Niiya Teiichi nämlich von seiner geliebten Kanoe Yūko auf dem Dach des Schulgebäudes der Seikyō-Mittelschule die Treppe hinuntergestoßen. Fortan ist es ihm nur noch möglich, mit Gehhilfen zur Schule zu gelangen. Momoe Okonogi, die insgeheim Gefühle für Teiichi hegt, nutzt diese Gelegenheit natürlich aus, um ihm näherzukommen. Dass das Glück nicht von großer Dauer ist, merkt sie schnell. Obwohl Teiichi allen Grund dazu hätte, auf Yūko wütend zu sein, erkennt dieser nun, was er wirklich für sie empfindet. Es ist nun jedoch so, dass Yūko sämtliche Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit vergessen hat – Teiichis Aufgabe ist dem Zuschauer sofort klar: Er muss um seine große Liebe kämpfen und die Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit in ihr Gedächtnis zurückrufen. Durch die verständlichen Depressionen, die Teiichi erfährt, leidet der Klub für Paranormales. Schließlich passieren durch das fehlende Eingreifen von Yūko viel weniger paranormale Ereignisse in der Seikyō-Mittelschule. Wie Teiichi und Yūko wieder zusammenfinden, werden wir zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht verraten. Schon bald ist das Gespenst aber wieder mit von der Partie.

Ursache und Wirkung

Dusk Maiden of Amnesia (3)Die neunte Episode dreht sich entsprechend darum, zu ergründen, warum Yūko ihre Erinnerungen an Teiichi verloren und rigoros versucht hat, zu ignorieren. An dieser Stelle kommt Schatten-Yūko ins Spiel, die bereits ein paar Mal angesprochen wurde und jetzt bedrohlicher denn je ist. Welche Absichten Yūkos vermeintlich bösartiges Gegenstück hat, erfahren wir in Dusk Maiden of Amnesia jedoch erst halbwegs in der zehnten Folge. Diese gehört unserer Meinung nach sogar in der gesamten Anime-Landschaft zu den definitiv besten Episoden von Anime-Serien, die wir jemals gesehen haben. Das liegt vor allem an der künstlerischen Gestaltung, denn hier erleben Yūko und Teiichi isoliert dieselbe Story und empfinden dieselben Freuden und Schmerzen. Ausstaffiert wird die Folge, da sie im Jahr 1962 spielt, in genau diesen Momenten mit einem Filter, der uns an einen Schwarzweißfilm aus der Epoche erinnert, jedoch mit modernen Stil-Elementen ergänzt wird. Umwerfender ist da jedoch, dass es genau diese Episode mit möglichst wenig Aufwand schafft, uns zum Gruseln zu bringen. Durchweg wird eine melancholische und klaustrophobische Stimmung aufgebaut, die die ganze Episode lang aufrechterhalten wird. Wer schon immer wissen wollte, warum Yūko ihr Leben lassen musste und was das ganze mit der ominösen Seuche zu tun, erfährt es in exakt in dieser Folge.

Alles wie immer

Dusk Maiden of Amnesia (4)Auf der technischen Seite kann die Anime-Serie in den anderen beiden Episoden mit bekannten Elementen punkten. Das Bild in der Auflösung 1080p ist meist scharf und kontrastreich, spielt sowohl mit hellen, als auch mit dunklen Farben und ergibt zusammen mit dem jederzeit passenden Soundtrack ein schlüssiges und vor allem angenehmes Gesamtbild. Beide Tonspuren liegen in DTS-HD Master Audio 2.0 vor, sodass neben der Musik auch die deutschen und japanischen Synchronsprecher hervorragend zur Geltung kommen können. Wer bei der dritten Volume abermals auf digitales Bonusmaterial gehofft hat, wird diesmal erneut enttäuscht. Der Publisher Kazé Anime entschädigt jedoch wieder mit einem wirklich fantastischen Booklet in der Blu-ray-Hülle. Der Aufbau ist dabei fast identisch geblieben. Neben einem Episodenguide mit Anmerkungen zu den drei enthaltenen Folgen, finden wir natürlich wieder ein paar Illustrationen und Interviews mit den Verantwortlichen. Diesmal werden Maybe (Meibii), der Autor der Manga-Vorlage, und Regisseur Sakamoto Takashi (fälschlicherweise mit dem Vornamen Ryū abgedruckt) ausgefragt. Hinzukommt der obligatorische Zeitungsanteil über die Ereignisse der vorliegenden Episoden und ein recht kurzes Manga-Kapitel über Yūkos Essensgewohnheiten. Fans der ersten beiden Volumes dürfen also abermals bedenkenlos zugreifen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mein Vertrauen in die Anime-Serie Dusk Maiden of Amnesia hat sich gelohnt. Nachdem ich die erste Volume fantastisch und die zweite Volume eher mittelmäßig fand, konnte sich die Anime-Serie mit allen drei Folgen in der dritten Volume wieder fangen und mir sogar die bisher beste Episode von Dusk Maiden of Amnesia präsentieren, in der nicht nur die Story tiefgründig ist, sondern die Folge auch mit speziellen Stilmitteln so ausgebaut wird, dass sie einzigartig in der Anime-Landschaft ist. Man hat sich also deutlich mehr auf die Handlung konzentriert, jedoch ohne dabei die Charakterentwicklung zu vernachlässigen. Besonders die Beziehung zwischen Teiichi und Yūko kommt besonders zur Geltung und erreicht in der zehnten Folge ihren wohlverdienten Höhepunkt. So legt die Anime-Serie die Messlatte natürlich deutlich höher, als ich überhaupt erwartet hätte. Entsprechend gespannt bin ich, ob Dusk Maiden of Amnesia in den letzten drei Episoden noch einmal zulegen kann, um die Serie zu ihrem wohlverdienten Abschluss zu führen. Wer bis zur dritten Volume durchgehalten hat, wird die letzte Ausgabe wohl kaum mehr erwarten können! 

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 3)!

Review: Pretty Guardian Sailor Moon Crystal (Vol. 1)

pretty-guardian-sailor-moon-crystal-vol-1-1In den Neunzigerjahren wurde der Manga Pretty Soldier Sailor Moon in etwa gleichzeitig als Anime adaptiert. Unter dem heutigen (offiziellen) Titel Pretty Guardian Sailor Moon (Crystal) wird diese Serie ohne Filler-Episoden neu aufgelegt. Diese orientiert sich stärker am Manga.

pretty-guardian-sailor-moon-crystal-vol-1-2In Pretty Guardian Sailor Moon Crystal dreht sich alles um die durchschnittliche und tollpatschige Mittelschülerin Tsukino Usagi. Direkt in der ersten Episode kommt Usagi zu spät zur Schule und tritt versehentlich auf eine schwarze Katze, die im Verlauf der Handlung noch von zentraler Bedeutung für die junge Japanerin sein wird. Bereits am Abend offenbart sich Luna, so der Name der sprechenden Katze, als Usagis Schicksal. In Usagi sollen nämlich mächtige Kräfte schlummern, welche sie aktivieren muss, um gegen das Böse zu kämpfen. Diese bösen Kräfte haben nichts in der Welt der Menschen zu suchen und sollen tunlichst davon abgehalten werden, die Erde und das ganze Universum zu unterwerfen. Blöd nur, dass die Bösewichter auf der Suche nach dem Silberkristall, dem unvorstellbare Kräfte innewohnen, sind. Also gibt Luna ihr nicht nur die Aufgabe, das Böse zu bekämpfen, sondern auch nach dem Kristall zu suchen und ihre Prinzessin zu beschützen. Wer das genau ist, erfahren wir aber noch nicht – allgemein bleiben einige wichtige Elemente noch im Hintergrund und unerklärt, sodass sich die ersten Episoden durchgehend um Usagi und ihre Freunde drehen. Als Usagi nämlich spürt, dass eine ihrer Freundinnen bedroht wird, eilt sie zum Ort des Geschehens und muss mit ansehen, wie ihre dämonische Mutter sie quält, sodass Usagi ihre Kräfte erstmals einsetzen darf.

Gut gegen Böse

pretty-guardian-sailor-moon-crystal-vol-1-3Gemeint ist hiermit ihre Verwandlung in die ominöse Kriegerin Sailor Moon. In dieser Form ist es ihr überhaupt erst möglich, gegen das Böse zu kämpfen. Schnell merkt sie jedoch, dass sie ihrer Feindin unterlegen ist. Wie sie ihren ersten Gegner besiegt, wollen wir an dieser Stelle aber nicht verraten – das Ergebnis ist zugleich lustig und verstörend. Die wichtigste Kernaussage dabei ist aber wohl, dass Usagi unbedingt Unterstützung braucht. Also machen sich Usagi und Luna auf den Weg, die anderen Sailor-Kriegerinnen zu finden. Eigentlich leben sie jedoch in den Tag hinein und lernen diese Charaktere nur per Zufall kennen. Das macht aber nichts, da sich die Geschichte dennoch sehr schnell entfaltet, da man auf Filler-Episoden wie im originalen Anime, der ganze zweihundert Episoden umfasst, weitgehend verzichtet. Nach nur wenigen Episoden ist die Truppe, Katze Luna eingeschlossen, zu fünft und nimmt vermehrt den Kampf gegen Queen Beryl und ihre Schergen auf. Sailor Moon Crystal verzichtet zum Leidwesen kampfeslustiger Zuschauer jedoch auf ausufernde Auseinandersetzungen, sodass die Gegner spätestens nach einem oder maximal zwei Angriffen außer Gefecht gesetzt sind. Das wirkt in unseren Augen allerdings etwas sinnlos, da alleine schon die Verwandlung der Mittelschülerinnen in die Sailor-Kriegerinnen jedes Mal fast schon mehr Zeit einnehmen.

Erfüllung von Klischees

pretty-guardian-sailor-moon-crystal-vol-1-4Dadurch, dass man sich nicht mit Filler-Episoden in Nebensächlichkeiten verlieren will, ist die Charakterentwicklung so mancher Charaktere eher unzweckmäßig. Die Mädchen nehmen ihre Rolle als Sailor-Kriegerinnen viel zu schnell als gegeben hin und müssen sich kaum bis gar nicht an ihre neuen Kräfte gewöhnen. Am glaubhaftesten wirkt hier noch Usagi, die in den ersten Folgen noch sichtlich Angst vor ihren Gegnern hat, aber mit der Zeit ein gewisses Maß an Mut entwickelt. Zudem möchte Sailor Moon Crystal durch den reduzierten Action-Anteil in erster Linie ein weibliches Publikum ansprechen. Neben dem Kampf gegen das Böse im Namen der Liebe und der Gerechtigkeit steht nämlich vor allem Romantik im Vordergrund – in ihrer kitschigsten Form wohlgemerkt. Ständig schwärmt Usagi vom geheimnisvollen Tuxedo Mask und bedient damit alle Klischees heranwachsender Frauen. Die omnipräsente Schwärmerei wird männliche Interessierte schon nach ein bis zwei Episoden stören. Wer dennoch durchhält, kommt zumindest in den Genuss einer spannenden und zusammenhängenden Geschichte. Optisch kann Sailor Moon Crystal aber in allen Punkten glänzen. Die Anime-Serie aus dem Jahr 2014 verkörpert den Charme der frühen Neunzigerjahre in puncto Charakterdesign und kombiniert die Atmosphäre mit der aktuellen Lebensweise dieser Generation.

Wiederhören mit Lisa Simpson

pretty-guardian-sailor-moon-crystal-vol-1-5So tauchen in den Episoden beispielsweise statt Videokassetten nun DVDs auf. Das Bild in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format macht aber auch in puncto Animationen einiges her, sodass es ständig etwas zu erleben gilt. Hinzukommt ein sehr guter Klang der deutschen und der japanischen Tonspur in DTS-HD Master Audio 2.0. Sowohl der passende Soundtrack, als auch passende Synchronstimmen wissen uns zu überzeugen. Obwohl in der deutschen Fassung Sabine Bohlmann Sailor Moon bereits früher kurzweilig ihre Stimme lieh, kostet es einige Zeit, bis man nach zwei Dutzend Staffeln Die Simpsons eine achtjährige Lisa Simpson aus dem Kopf bekommt. Digitales Bonusmaterial fällt bei Sailor Moon Crystal zumindest in der ersten Volume sehr spärlich aus. Einzig und allein ein Clear Opening und ein Clear Ending warten im Bonusbereich auf die Fans. Wer sich hingegen für die Erstausgabe der ersten Volume entscheidet, kommt in den Genuss eines Schubers, in welchem für vier alle vier Ausgaben dieser Staffel Platz ist. Immerhin winken in diesem Schuber auch zwei Magnete und die Volume selbst ist mit einem 48-seitigen Booklet ersatzweise bestückt. Über die Qualität des Heftchens können wir allerdings nichts sagen – es stand uns für unseren Test nicht zur Verfügung. Unterm Strich ist der Serienauftakt dennoch sehr gelungen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Vorweg möchte ich sagen, dass ich nie ein großer Fan von Sailor Moon war. Das liegt aber nicht daran, dass ich Manga oder Anime schlecht finde, sondern dass ich einfach nie den Zugang zum Franchise gefunden habe. Als ich den Anime das letzte Mal im Fernsehen bewusst wahrgenommen habe, habe ich mich eher für Pokémon und Dragon Ball interessiert – und ein großer Manga-Leser bin ich heute immer noch nicht, sodass ich mich sehr darüber gefreut habe, dass ich zumindest mit Pretty Guardian Sailor Moon Crystal endlich den Anschluss finden und ein wenig mitreden kann. Grundsätzlich ist Sailor Moon Crystal auch ein solider Anime mit einer spannenden Handlung, die ich gerne weiterverfolgen möchte. Allerdings muss ich gestehen, dass mir die aufs Nötigste reduzierten Kämpfe und der übertriebene Romantik-Anteil nicht gefallen. Während die Kämpfe gegen Queen Beryl und ihre Handlanger auf diesem Weg so witzlos wirken wie das Auftreten von Jessie und James in der Anime-Serie Pokémon und Usagi schwärmt leider viel zu oft von Tuxedo Mask, sodass sich ihre Gefühle nicht wirklich entwickeln können und sich Gedanken nur wiederholen. Ob das in der ursprünglichen Anime-Serie anders war, kann ich leider mit meinem Wissensstand nicht sagen. Trotzdem möchte ich wissen, wie sich die Serie in den nächsten Episoden und Staffeln weiterentwickeln wird. Sailor-Moon-Fans kommen mit diesem in meinen Augen sehr gelungenen Serienauftakt aber so oder so definitiv auf ihre Kosten!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pretty Guardian Sailor Moon Crystal (Vol. 1)!

Review: Shimoneta (Vol. 1)

shimoneta-vol-1-1Die zwölfteilige Anime-Serie Shimoneta: A boring World where the Concept of Dirty Jokes doesn’t exist feiert mit der ersten von insgesamt vier Volumes nach nur einem Jahr der Erstveröffentlichung in Japan ihr Deutschlanddebüt und entführt uns in eine dystopische Welt.

shimoneta-vol-1-2Die Ausgangssituation von Shimoneta ist gleichermaßen schnell erklärt als verinnerlicht. Vor über einer Dekade hat die Regierung das Gesetz zur Gesundheitserziehung zur öffentlichen Ordnung und guten Sitten verabschiedet. Dahinter verbirgt sich eine wesentliche Einschneidung in die Privatsphäre der Menschen, denn Gedanken zur Sexualität dürfen in der Öffentlichkeit nicht mehr formuliert werden. Das hat zur Folge, dass entsprechende Aussagen in abstrusen Umschreibungen enden und vor allem Jugendliche nur noch ein sehr verschwommenes Bild vom Thema Liebe haben und nicht verstehen, wie Geschlechtsverkehr überhaupt erst funktioniert. Überprüft wird dieses System über so genannte Peace Makers. Diese tragen alle japanischen Bürger um ihren Hals und an ihren Armgelenken. Sollte ihnen ein „schlimmes“ Wort über die Lippen fallen, so schlägt das Halsband genauso Alarm, als würden sie mit ihren Händen „schändliche“ Aktionen wie Masturbation ausführen. Durch diese entstandenen Nachteile, unter denen vor allem Jugendliche in ihrer Entwicklung leiden, kann sich Japan mit dem Titel des Landes, dessen öffentliches Leben als moralisch am vorbildlichsten funktioniert, schmücken. Noch dazu sind in dieser Welt Werke, die auch nur leichte pornografische Inhalte bieten, verboten und werden von entsprechenden Einsatzgruppen aufgespürt und vernichtet.

Chaotischer Oberschulalltag

shimoneta-vol-1-3In diese dystopische Welt hineingeboren ist der frische Oberschüler Okuma Tanukichi. Dieser besuchte einst eine Mittelschule, auf der die meisten seiner Mitschüler nicht so moralisch wie er gewesen sind. Zudem ist Tanukichi von seinem Vater gezeichnet, der ihm bereits im zarten Kindheitsalter schmutzige Witze beigebracht hat. Während sein Vater für sein Verhalten von den Behörden als Terrorist eingestuft und schlussendlich verhaftet wurde, lernte er im Kindergarten Nishikinomiya Anna kennen. Über ein Jahrzehnt später, immer noch voller Bewunderung für ihren Anstand seit Kindheitstagen, erfährt Tanukichi, auf welche Oberschule Anna gehen wird und schafft es, in dieselbe schulische Einrichtung eintreten zu können. Der erste Tag an der neuen Schule soll jedoch sein neues Leben verändern, bevor es überhaut begonnen hat. Während einer Bahnfahrt wird er fälschlicherweise als Grabscher bezeichnet und von der Polizei verfolgt. Während seiner Flucht lernt er die Terroristin Setsugen no Ao kennen, die sich gegen das System stellt und das Gesetz mit aller Macht versucht abzuschaffen. Sie geht ebenfalls auf dieselbe Schule wie Tanukichi, sodass es ihr ein Leichtes ist, ihn zu erpressen. Damit sie ihn nicht bei der Polizei verrät, gründen die beiden neuen Freunde die Organisation SOX und versuchen, den Schulalltag mit emanzipierenden Aktionen auf den Kopf zu stellen.

Reale Parallelen

shimoneta-vol-1-4Wäre das noch nicht genug, wird das Chaos mit dem Thema Liebe verknüpft. Verschiedene Charaktere haben Gefühle füreinander – ein wenig fühlen wir uns hier an die Anime-Serie Kämpfer erinnert. Der Humor erreicht aber leider noch nicht ganz deren Qualität. Natürlich klingt der Inhalt von Shimoneta, auch ohne den Vergleich mit äquivalenten Anime-Serien, für den einen oder anderen Interessenten im ersten Moment sicherlich albern, da das Ausleben der eigenen Sexualität in der japanischen Öffentlichkeit zu alledem eher ein Nischendasein fristet. Dennoch kann dieses fiktive Gesetz selbstverständlich mit jedweder anderen Thematik ausgetauscht werden, sodass die Kritikwürdigkeit – vor allem aufgrund der Tatsache, dass Pornografie in Japan seit Jahrzehnten zensiert wird – erhalten bleibt. Man muss sich jedoch unbedingt vor Augen führen, dass die Anime-Serie womöglich eine Kritik am neuen Jugendschutzgesetz, das 2011 in Tōkyō für eben diese Präfektur verabschiedet wurde, darstellen könnte. Seit Mitte 2011 sind in Tōkyō Werke mit explizitem Inhalt nämlich nur noch in entsprechenden Erwachsenenbereichen vertreten. Aufgrund seines wertvollen Beitrags und dem Fehlen einer expliziten Darstellung, ist Shimoneta in Japan davon allerdings nicht betroffen. Deutsche Fans, die mindestens 16 Jahre alt sind, dürfen ebenso im freien Verkauf zuschlagen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Shimoneta: A boring World where the Concept of Dirty Jokes doesn’t exist ist unterm Strich eine interessante Anime-Serie geworden, die womöglich Kritik am japanischen Jugendschutzgesetz in der Präfektur Tōkyō äußern will. Ob diese Kritik berechtigt ist oder nicht, muss schlussendlich jeder Zuschauer oder Interessent für sich selbst entscheiden. Inhaltlich gehört die Serie aber wohl zu den seichtesten Ablegern ihrer Zunft. Hauptcharakter Tanukichi wird in einen Konflikt zwischen angeblichen Terroristen und der schützenden Regierung geworfen, doch tiefgründig wird die Serie selbst mit Rückblenden auf das eigentliche Geschehen oder das Zusammenleben mit Tanukichis Vater niemals. Tanukichi bleibt zudem die meiste Zeit über blass und nur die Damen in seiner Gefühlswelt können ihre Persönlichkeit, teils mit recht interessanten Stilmitteln, wirklich frei entfalten. Natürlich könnte man hier auch wieder die Angst vor dem Gefängnis oder der Züchtigung in einer dystopischen Welt als Erklärung herbeiziehen, doch selbst dann würde es sich die Anime-Serie zu einfach machen, um aus dem anfänglichen Handlungstief herauszukommen. Wirklich gespannt auf die nächsten Abenteuer von Tanukichi und Co bin ich zwar noch nicht, gebe Shimoneta aber gerne noch eine weitere Chance – es wäre nicht das erste Mal, dass mich eine Anime-Serie erst nach mehreren Episoden tatsächlich begeistern kann.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shimoneta (Vol. 1)!

Review: Beyond the Boundary (Vol. 4)

Beyond the Boundary (Vol. 4) (1)Während die erste Volume von der Anime-Serie Beyond the Boundary das Grundgerüst mitsamt Charakteren und ihren Motivationen festigen konnte, führten die zweite und dritte Ausgabe die Handlung konsequent fort. Die vierte und letzte Volume macht da keine Ausnahme.

Beyond the Boundary (Vol. 4) (2)Am Ende der dritten Volume überschlugen sich die Ereignisse regelrecht. Der Geisterkriegerin Kuriyama Mirai wurde auferlegt, ihren Mitschüler und guten Freund Kanbara Akihito aus dem Verkehr zu ziehen, sprich zu töten. Da in ihren Adern verfluchtes Blut fließt, war es ihr vorbehalten, diesen Schritt zu unternehmen. Da sie Akihito mit der Zeit jedoch sehr zu schätzen gelernt hat, hat sie sich dagegen entschieden, ihn ins Jenseits zu befördern. Stattdessen hat sie ihr gesamtes Blut aufgegeben, um dem Halb-Yōmu das Leben zu retten. Sie hat seine dämonische Seite aufgenommen, damit er endlich ein alltägliches und vor allem menschenwürdiges Leben führen kann. Der Preis dafür war jedoch sehr hoch, denn als Akihito nach einem dreimonatigen Koma aufwacht, erfährt er von seinen Freunden, dass Mirai ihr Leben bei dem Unterfangen gelassen hat. So wirklich wahrhaben möchte Akihito das immer noch nicht und versucht in einem Gespräch mit seiner kuriosen Mutter herauszufinden, ob es eine Möglichkeit gibt, Mirai zu retten. Diese befindet sich mittlerweile in einer anderen Dimension, in der die Welt unter einer leichten Schneedecke begraben liegt. Die Idylle trübt jedoch, denn in der anderen Existenz, die in einer Kugel über Nagatsuki schwebt, kämpft Mirai unerbittlich gegen den titelgebenden Yōmu Kyōkai no Kanata, der einst im Körper von Akihito schlummerte.

Anfang und Ende

Beyond the Boundary (Vol. 4) (3)Dafür verantwortlich ist niemand geringeres als ein bestimmtes Mitglied der Geisterkriegervereinigung; die Rede ist vom Anzugträger Fujima Miroku. Dieser führt der Kugel unentwegt Energie zu, indem er sämtliche Yōmu anlockt, die für Kyōkai no Kanata als Nahrung dienen sollen. Wie Akihito in die Sphäre eindringen kann und ob es ihm gelingt, seine Freundin Mirai vor den Qualen zu retten, verraten wir euch an dieser Stelle natürlich nicht. Inhaltlich gehören die abschließenden drei Episoden genau wie die drei vorhergehenden Folgen wirklich zum Besten, was die Anime-Serie nur bieten kann. Bis zum Endkampf fiebern wir regelrecht mit unseren beiden Helden mit und hoffen auch, dass Nase Izumi dem durchtriebenen Miroku das Handwerk legen kann. Der Epilog ist den Schöpfern ebenfalls sehr gut gelungen, denn die Kernaussage, dass es bei Romanen nicht um das Ende, sondern um die Geschichte geht, wird in der zwölften Folge sogar in Dialogform aufgegriffen und verleiht dem Finale eine romantische Note. Die abschließende dreizehnte Folge wird im Übrigen als Episode Null bezeichnet, da sie zeitlich vor allen anderen Erlebnissen spielt. Da diese Episode sich jedoch hervorragend mit der Handlung verwebt und auf spätere Enthüllungen ungeniert eingeht, macht es für uns nur Sinn, dass man sich bei dieser Folge für den letzten Episodenplatz entschieden hat.

Lupenreiner Abschluss

Beyond the Boundary (Vol. 4) (4)Es gibt an Beyond the Boundary tatsächlich nicht sehr viel auszusetzen, denn sowohl auf der inhaltlichen, als auch auf der technischen Seite ist die dreizehnteilige Serie herausragend. So können uns Landschaftsbilder, Hintergründe, Charakteranimationen und Lichteffekte genauso zufriedenstellen wie die Ausstaffierung der Charaktere, der Verlauf der spannenden Handlung und die damit einhergehenden Design-Entscheidungen. Schade ist aber, dass das Bonusmaterial dürftig ausfällt. Im digitalen Bereich gibt es zwei Bonusclips, welche wie die vorherigen Clips Gerichtsverhandlungen zeigen, bei denen die Charaktere für illustre Verbrechen verurteilt werden. Immerhin liefert der letzte Bonusclip eine halbwegs plausible Erklärung für den Blödsinn. Das Booklet gibt ebenfalls nur einen bedingten Einblick in die Produktion der Serie. Im Heftchen finden sich unter anderem Charakterporträts zu Shindō Ai, Shindō Ayaka, Fujima Miroku, Nase Izumi und Ninomiya Shizuku, sowie ein knapper Episodenguide zu den drei auf der Disc befindlichen Folgen, Abbildungen von wenigen Szenen, ein paar Konzeptzeichnungen, Skizzen und eine kurze Danksagung von Regisseur Ishidate Taichi. Wer bei der Erstauflage des Animes zugegriffen hat, wird sich aber definitiv über den schönen und stabilen Schuber freuen, in den auch wir jetzt zufrieden die vierte und letzte Volume verstauen werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Beyond the Boundary gehört für mich definitiv zu den besten, spannendsten und auch interessantesten Anime, die ich im Jahr 2016 bisher gesehen habe. Die Handlung ist mit ihren Charakteren wirklich greifbar und gerne stelle ich mir in meinen Gedanken vor, wie ich selbst als Geisterkrieger mit den Protagonisten auf die Jagd gehe. Viel zu oft habe ich mich dabei ertappt, wie ich mit den Charakteren mitfiebere – das spricht aber nur für die hervorragende Qualität des Anime, der nicht nur inhaltlich, sondern auch auf der technischen Ebene wirklich großartig funktioniert. Man arbeitet sogar sehr oft mit Filtern, sodass die verschiedensten Stimmungen atmosphärisch auf unterschiedlichste Art und Weise eingefangen werden können. Obwohl die Story nun zu einem Ende gekommen ist, würde es mich sehr freuen, wenn auch die beiden Filme hierzulande noch veröffentlicht werden und man in Japan darüber nachdenken würde, das Franchise auszubauen. So gerne würde ich eine zweite Staffel um Akihito, Mirai und Co sehen und auch in das eine oder andere Videospiel eintauchen – schließlich bietet das Universum dafür genug Spielraum und Anhaltspunkte. Bevor ich mich jedoch zu viel in Nebensächlichkeiten verliere, möchte ich euch den Anime an dieser Stelle ein letztes Mal wärmstens empfehlen – er verdient es wirklich, von jedem Anime-Liebhaber gesehen zu werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Beyond the Boundary (Vol. 4)!

Preview: Mafia III

Mafia III (1)Als der Publisher 2K Games in Zusammenarbeit mit dem Entwicklerstudio Illusion Softworks, heute 2K Czech, im Jahr 2002 das PC-Spiel Mafia veröffentlichte, hat man der Grand-Theft-Auto-Reihe erstmals einen Konkurrenten vorgesetzt; zudem mit einer richtig guten Handlung.

Mafia III (2)Bis heute gehört der erste Teil der Mafia-Reihe zu den besten Spielen seiner Zunft – und das alleine aufgrund seiner dichten und atmosphärischen Handlung. Inhaltlich hätte Mafia, ganz besonders aufgrund des Vergleichs mit Grand Theft Auto III, deutlich mehr bieten müssen. Selbst beim Nachfolger aus dem Jahr 2010 hat sich daran nichts geändert; so konnte man sich zwar an bestimmten Straßenecken etwas zu essen gönnen oder sich im Waffenladen mit Munition eindecken, doch die offene Spielwelt war abermals eine Fassade. Genau dieses Problem haben sich die Entwickler bei Hangar 13, die zum Teil aus ehemaligen Entwicklern des Spiels und zum Teil aus neuen Mitarbeitern bestehen, angeblich zu Herzen genommen. Welche Freizeitbeschäftigungen nun abseits der Story-Missionen möglich sind, hat man zwar immer noch nicht verraten, doch soll man deutlich mehr zu tun haben, als in den beiden Vorgängern. Wir hoffen sehr, dass derlei Aussagen zutreffen werden. In Mafia III spielen wir abermals nicht einen der bekannten Helden, sondern schlüpfen in die Rolle von Lincoln Clay. Der Vollwaise ist laut seiner Biografie in armen Verhältnissen aufgewachsen und sein Leben lang auf der Suche nach einer Familie. Erst als er 1968 aus dem Vietnamkrieg in seine Heimatstadt New Bordeaux zurückkehrt, kann sein Verlangen danach in mafiöser Form gestillt werden.

Südstaatencharme

Mafia III (3)Der afroamerikanische Lincoln schließt sich der Black Mafia an, die sich mit der italienischen Mafia anlegt. Innerhalb der Handlung werden wir auch auf Vito Scarletta treffen. Serienfans werden wissen, dass es sich bei dem Italiener um den Hauptcharakter aus Mafia II handelt. Nachdem wir sechs Jahre lang darauf warten mussten, was denn mit seinem Freund Joey am Ende des Spiels tatsächlich geschehen ist, hoffen wir sehr, dass wir in Mafia III beziehungsweise in New Bordeaux endlich eine zufriedenstellende Antwort auf diese brennende Frage erhalten werden. In veröffentlichten Videoschnipseln hat 2K Games bereits ein paar Einzelheiten zum Handlungsort preisgegeben. So orientiert sich das fiktive New Bordeaux offensichtlich an der US-amerikanischen Stadt New Orleans im Bundesstaat Louisiana. Unterteilt ist die Stadt in mehrere Bezirke, die abwechslungsreich dargestellt werden. In Friso Fields finden sich gepflegte Vorgärten, in French Ward werden Fantasien Wirklichkeit, Bayou Fantom wird als idyllischer Ort umrissen und in Pointe Verdun sollen irische Immigranten ihren Stolz und ihrer Wut freien Lauf lassen. Genauso wie die anderen Bezirke Soutdowns, Barclay Mills, Tickfaw Harbor, River Row und natürlich Downtown ist im Grunde aber alles nur Fassade, denn unter der Oberfläche von New Bordeaux grassieren Verbrechen und Gewalt.

Zurück in die Sechzigerjahre

Mafia III (4)Entsprechend wird es uns möglich sein, die Bezirke in den Wirren der Bandenkriege an uns zu reißen. Mit Verstärkung im Schlepptau, unter anderem von Vito, werden wir in den Missionen nach typischer Mafia-Manier unsere Feinde ausradieren. Um zu diesen zu gelangen, schmeißen wir uns in der offenen Spielwelt in ein Auto unserer Wahl, drehen das Radio an, lauschen während der Fahrt dem charmanten Soundtrack der Sechzigerjahre und erreichen so auf atmosphärische Art und Weise unser Ziel. Das Gameplay, das seit mehr als einer Dekade funktioniert, wird Mafia III sicherlich nicht revolutionieren, aber definitiv etwas verfeinern. Unter anderem soll es möglich sein, Gegner zu markieren, um sie schlussendlich gezielt auszuschalten. Außerdem soll es uns weitgehend überlassen sein, eine Mission stürmend mit Waffengewalt abzuschließen oder unbemerkt voranzuschleichen. Das wird den Widerspielwert etwas erhöhen. Wie viel Zeit wir in Mafia III zum Durchspielen investieren müssen, verrät uns der Publisher jedoch noch nicht. Wenn die Entwickler es geschafft haben, die Welt mit Inhalten abseits der Haupthandlung zu füllen und die Missionen einen ähnlichen Umfang einnehmen wie in den beiden Vorgängern, dann werden wir sicherlich mindestens zehn bis fünfzehn Stunden gut unterhalten werden. Ein Angebot, das wir einfach nicht abschlagen können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf dem veröffentlichten Videomaterial): Der erste Teil der Mafia-Reihe gehört für mich bis heute zu den besten Spielen aller Zeiten. Dessen Nachfolger Mafia II war zwar ebenfalls ein gutes Spiel, hat die Atmosphäre aber nur in den ersten zwei Dritteln des Spiels wirklich halten können. Am Ende hatte der Titel kaum mehr etwas mit der ehrenwerten Gesellschaft zu tun und das Finale hat wohl weder mich, noch irgendeinen anderen Spieler zufriedengestellt. Zudem haben die Entwickler die offene Spielwelt einfach nicht mit Inhalten gefüllt, sodass man abseits der Missionen im Grunde nichts machen konnte, außer durch die Stadt zu fahren. Das muss Mafia III einfach besser machen und die Chancen dazu stehen auch wirklich gut, denn die Entwickler haben bereits eingeräumt, dass man mit den Vorgängern in diesen Punkten Fehler gemacht hat. Ich hoffe sehr, dass die Entwickler das nicht nur so sagen, sondern auch so meinen. Gerne möchte ich mich im exotischen New Bordeaux verlieren, Freizeitbeschäftigungen nachgehen und eine dichte Atmosphäre genießen. Da ist es mir auch egal, dass das Spiel trotz hübscher Lichteffekte noch wie sein Vorgänger aussieht. Auch hier kann ich nur hoffen, dass Hochleistungsrechner zumindest die PC-Version noch ein klein wenig ansehnlicher auf den Monitor zaubern werden. Mir kommt es aber in erster Linie darauf an, dass die Geschichte spannend bleibt und ich diesmal wie schon beim ersten Serienteil wirklich bis zum Finale gut unterhalten werde. Am 7. Oktober 2016 werde ich dies hoffentlich erfahren, denn an diesem Tag soll Mafia III endlich erscheinen!

Preview: Dragon Quest Builders

Dragon Quest Builders (1)Seit vielen Jahren erfreut sich der Titel Minecraft großer Beliebtheit. Es gibt wohl kaum ein Spiel, in dem wir genauso kreativ unsere Welt gestalten können. Jetzt möchte der japanische Konzern Square Enix mit Dragon Quest Builders die japanische Antwort darauf liefern.

Dragon Quest Builders (2)Dieses Vorhaben klingt ganz schön ambitioniert, denn aus Erfahrung wissen wir, dass japanische Videospiele lieber weniger Freiheiten lassen, die enthaltenen Features dafür umso mehr stärken. Dragon Quest Builders könnte also ein Spiel werden, das mit dieser Ansicht aufräumen könnte. Der Titel spielt in der Fantasy-Welt Alefgard, welche Kenner des Erstlingswerks bekannt vorkommen sollte. Schließlich ist dies der Handlungsort von Dragon Quest. Anstatt jedoch den Bösewicht zu besiegen, ist der Held auf die Worte des Feindes hereingefallen. Der schlug nämlich eine Koexistenz von Gut und Böse vor, doch an diese Abmachung hielt der Schurke sich natürlich nicht, sodass die Welt heute von Monstern beherrscht wird. Mit der Zeit tauchte ein neuer Held, nämlich wir, auf. Allerdings haben wir keinerlei Erinnerungen an unsere Vergangenheit und scheinen sogar all unsere Kenntnisse verloren zu haben. Von einer mysteriösen Stimme, die sicherlich von der Göttin stammt, geweckt, beginnen wir unser Abenteuer in einer dunklen Höhle. Noch ein wenig benommen und geschwächt, erklärt die Stimme uns, dass wir doch drei Heilkräuter einsammeln sollen. Nichts leichter als das, doch dann beginnt auch schon die richtige Arbeit. Der nächstbeste Baumstumpf soll als Werkbank zweckentfremdet werden. Also verarbeiten wir die Heilkräuter auf Knopfdruck zu einer Salbe.

Auf dem Weg in die Freiheit

Dragon Quest Builders (3)Später werden diese Aufgaben natürlich wesentlich komplexer ausfallen, zumindest in puncto Beschaffung der Rohmaterialien. Für den Moment soll die Paste jedoch reichen, damit wir unsere Wunden verarzten können. Anschließend basteln wir aus einem herumliegenden Zweig einen Zypressenstab. Die aus der Hauptreihe bekannte Magierwaffe benutzen wir aber nicht, um Zaubersprüche zu entfesseln, um uns zum Beispiel aus der Höhle zu teleportieren. Stattdessen hauen wir mit dem Stab auf die Erde ein, denn die Spielwelt ist wie das Vorbild Minecraft in Blöcken aufgebaut. Jeder zerstörte Block wandert schließlich in unser Inventar. Ein Ausschnitt davon ist am unteren Bildschirmrand auf der Item-Leiste zu erkennen. Mit Hilfe der Blöcke gelingt es uns, die Treppen aus der Höhle zu vervollständigen und hinauszuklettern. Kaum haben wir die Höhle durch ein Eisengittertor verlassen, liegt uns auch schon die große, weite Welt zu Füßen. Zumindest fast, denn wie aus Geisterhand halten wir plötzlich ein Banner in unserer Hand und sollen damit zu den Ruinen in der Nähe zur Lichtsäule, die in den Himmel schießt, wandern. Sobald das Banner im Boden steckt, haben wir auch schon unsere Basis errichtet. Je mehr wir uns um diese Siedlung kümmern, desto mehr Nichtspielercharaktere sollen hier auftauchen. Die junge Pippa ist die erste, die unserem Ruf folgt.

Blaupausen als Bauanleitung

Dragon Quest Builders (4)Von den ganzen Nebencharakteren, die wir im Verlauf der Story treffen werden, erhalten wir spezielle Aufgaben, die erfüllt werden wollen. Als nächstes sollen wir eine Hütte reparieren, indem wir Erdblöcke in die blockartigen Löcher setzen. Nach getaner Arbeit erhalten wir als Belohnung natürlich Rohstoffe; in diesem Falle ein paar Heilkräuter. Damit es in der Behausung aber schön gemütlich bleibt, müssen wir ein paar Fackeln herstellen, um die Räumlichkeiten von innen zu erhellen. Da die Zeit in Dragon Quest Builders niemals stillsteht und unser Held irgendwann auch gerne mal schlafen möchte, stellen wir als nächstes ein paar Strohmatratzen her. Die nötigen Materialien erhalten wir, indem wir mit unserem Stab ein paar Grasbüschel mähen. Zu guter Letzt hat unser Held auch noch das Bedürfnis, Nahrung zu sich zu nehmen. Neben der Energieleiste prangt nämlich auch die Hungerleiste, die am besten niemals auf Null fallen sollte. Um sich von Minecraft abzuheben und das Bauen ein wenig einfacher zu gestalten, erhalten wir mit der Zeit auch Blaupausen. Dann müssen wir nur noch kinderleicht diesem Plan, ähnlich wie in unserer Kindheit der Bauanleitung bei diversen Lego-Modellen, folgen. Zusammen mit dem typischen Rollenspielaspekt der Hauptreihe kann Dragon Quest Builders tatsächlich zu einem Überraschungshit werden. Wir sind gespannt!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Leider war es mir noch nicht möglich, selbst Dragon Quest Builders zu spielen. Die Elemente, die ich jedoch bereits gesehen und in mich aufnehmen konnte, haben mir aber schon sehr, sehr gut gefallen. Erst vor wenigen Wochen habe ich nämlich deutlich gemerkt, wie viel Spaß mir der Titel Minecraft machen kann. Während ich mich in Minecraft aber vor allem zu Beginn noch etwas verloren fühle und einfach viel zu viel experimentieren muss, bis ich mich in das Spielkonzept reingefuchst habe, scheint mir Dragon Quest Builders diese Hürde von Beginn an zu nehmen. Die Erklärungen sind simpel, das Konzept verständlich und durch die vertraute Welt fühle ich mich als Fan des Franchises direkt heimisch. Sogar der Story-Ansatz des parallelen Endes von Dragon Quest finde ich spannend. Ich kann es kaum mehr erwarten, durch Alefgard zu reisen, Monster zu besiegen, Materialien zu sammeln und meine Siedlung mit und ohne Blaupausen zu errichten. Ab dem 14. Oktober 2016 wird man mich jedenfalls so schnell nicht von der Konsole wegziehen können, denn das Spiel schreit schon jetzt nach Aufmerksamkeit!

Vielen Dank an Square Enix für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation!