Review: Food Wars: The Third Plate (Vol. 3)

Im Gegensatz zur zweiten Volume der Anime-Serie Food Wars: The Third Plate, mussten die Fans des Franchises auf das dritte Episodenpaket einen Monat länger warten. Im November 2019 war es dann aber endlich soweit, sodass die Kriege rund ums Essen weitergehen.

Mit der dritten Ausgabe von Food Wars: The Third Plate wird die Serienhandlung fortgesetzt. Inhaltlich knüpft die dreizehnte und damit erste Folge dieser Volume an die große Enthüllung am Ende des zweiten Episodenbündels an. Wie Serienkenner bereits seit Beginn der Story wissen, ist Yukihira Sōma der Sohn von Yukihira Jōichirō. Für Nakiri Erina ist das jedoch eine große Überraschung und ist begeistert davon, dass Sōma einen so berühmten Vater hat. Da bleibt den Freunden grundsätzlich ein wenig Zeit zum Verschnaufen, doch die Lage an der Tōtsuki-Kochschule bleibt unverändert. Erinas Vater Nakiri Azami gibt als neuer Rektor nach wie vor den Ton an der Einrichtung an, auch wenn Sōma und Co mit einem Shokugeki bereits die eine oder andere Veränderung bewirken können. Isshiki Satoshi hat beschlossen, dass die vom neuen Rektor erlassenen Verbote zu den Klubs aufgehoben wurden, allerdings nur durch die Shokugeki genannten Kochduelle zugelassen werden dürfen. Als nächstes großes Hindernis steht in Food Wars: The Third Plate die Versetzungsprüfung an, bei der traditionsgemäß die Hälfte aller Schüler ausgesiebt wird. Wer sich jedoch an Nakiri Azamis Vorgaben hält, soll jedoch nichts zu befürchten haben. Dieser Umstand ruft natürlich den einen oder anderen Rebellen auf den Plan, der sich gegen das System auflehnt und eigenmächtig bestehen will.

Bekanntes Erzählmuster

Während die ersten beiden Volumes voll und ganz an der Akademie spielen, verschiebt sich der Handlungsort im dritten Episodenpaket an Japans nördlichste Hauptinsel Hokkaidō. Dort finden die verschiedenen Einheiten der Versetzungsprüfung statt, bei denen die Charaktere auf verschiedenen Routen Punkte für ihre Versetzung sammeln sollen. Hier müssen alle Rebellen jedoch merken, dass ihnen die Prüfungen unglaublich erschwert werden. Wer beim Unterricht des Rektors anwesend war und das Gericht genauso zubereitet, kommt sofort in die nächste Runde. Alle anderen müssen Überzeugungsarbeit bei den Prüfern leisten. Hier spielt Food Wars: The Third Place abermals seine Stärken aus, denn die Protagonisten der Anime-Serie zeigen mal wieder, welches Können in ihnen steckt. Damit wiederholt sich die Handlung erneut, was mittlerweile etwas ermüdend ist, für Fans aber sicher kein Problem sein dürfte, zumal die beeindruckenden Leistungen zum Humor beitragen. Trotz der Vorgaben sind die Prüfer gerne mal überrascht und drehen im wahrsten Sinne des Wortes durch, wenn die Gaumenfreude mal nicht zu bremsen ist. Zwischendurch kommen dann immer mal wieder die Antagonisten zu Wort, die mit heißer Luft versuchen, die Taten der Helden abzuschwächen. Auch dies sind bekannte Muster, die in diesem Falle aber deutlich zur Spannung beitragen.

Gleichbleibende Qualität

Food Wars: The Third Plate bleibt seinem technischen Erscheinungsbild auch in der dritten Volume treu. Das heißt, dass die sechs enthaltenen und jeweils 24-minütigen Episoden mit satten und allen voran fröhlichen Farben begeistern. Insbesondere die von Sōma, Erina und Co gezauberten Gerichte sehen in ihrem malerischen Anime-Look derart schmackhaft aus, sodass der Zuschauer die Serie am besten nicht mit nüchternem Magen anschauen sollte. Fischgerichte, Udon und andere Mahlzeiten sind jedoch nicht das einzige, was positiv im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Full-HD-Auflösung auffällt. Sowohl die gut animierten Charaktere als auch die hübschen Spezialeffekte machen das Anschauen der Episoden zu einem wahren Genuss. Dazu passen auch die wunderbaren Melodien, die die alternierend humorvollen, beruhigenden und actionreichen Szenen unterlegen. Beide Tonspuren liegen des Weiteren im Format DTS-HD Master Audio 2.0 vor, in dem der Zuschauer nicht nur die Musik, sondern auch die Synchronsprecher klar wahrnehmen kann. Sowohl die japanische als auch die deutsche Synchronisation sind gut gelungen und mit sehr vielen Emotionen gefüllt. Schade ist nur, dass wie bei der zweiten Volume keinerlei Boni enthalten sind. Das schadet der Qualität der Serie zwar nicht, für den Fan dürfte es aber ein kleiner Wermutstropfen sein.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit Food Wars: The Third Plate gelingt es der Anime-Serie diverse Schwerpunkte zu schaffen und logisch aufeinander aufzubauen. Nach dem ersten großen Wettkampf in der ersten Volume und den sich überschlagenden Ereignissen im zweiten Episodenpaket, steht in der dritten Ausgabe eine Reihe Prüfungen an der Tagesordnung, denen sich die Charaktere stellen müssen. Immer noch hat Nakiri Azami die Hände im Spiel, der sich allen rebellierenden Elementen an seiner Kochschule entledigen will und seine Macht bei der Versetzungsprüfung voll und ganz ausspielt. Verpackt wird das Geschehen im bekannten Muster. Das heißt, dass die Figuren immer wieder neue Gerichte aus dem Hut zaubern müssen, um nicht von der Schule zu fliegen. Diesmal wird das Konzept aber insofern auf die Spitze getrieben, indem sie sich klar gegen Nakiri Azamis Vorgaben stellen müssen. Mit der dritten Volume von Food Wars: The Third Plate wird die Anime-Serie zwar nicht revolutioniert, macht aber vor allem langjährigen Fans immer noch sehr viel Spaß.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Food Wars: The Third Plate (Vol. 3)!

Review: Command & Conquer – Remastered Collection

In den 1990er-Jahren gehörten Echtzeit-Strategie-Spiele zu den beliebtesten Genres überhaupt. Mit der Command & Conquer – Remastered Collection beschert Electronic Arts den Serienfans zwei gelungene Überarbeitungen, die aber nicht ohne Kinderkrankheiten auskommen.

Als 1995 mit dem Spiel Command & Conquer: Der Tiberiumkonflikt der erste Teil der langlebigen Echtzeit-Strategie-Serie auf dem PC erschien, ahnte wohl kaum jemand, wie sehr diese Reihe Spieler auf der ganzen Welt beeindrucken würde. Selten war es spaßiger, Einheiten von einer Stelle zur anderen zu befehligen, um nach und nach verschiedene Areale einzunehmen. Der Tiberiumkonflikt erzählt den Zwist zwischen der Global Defense Initiative und der Bruderschaft von Nod, die sich um das titelgebende Tiberium streiten. Hierbei handelt es sich um ein außerirdisches Mineral, das besonders energiereich ist und den fanatischen Kane dabei helfen soll, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Zu Beginn des Spiels müssen wir uns für eine der beiden Seiten entscheiden. Unterstützen wir die GDI, bekämpfen wir die Bruderschaft vornehmlich in Osteuropa. Fällt unsere Wahl hingegen auf Nod, helfen wir Kane hingegen bei seinem Nordafrika-Feldzug gegen die GDI. Command & Conquer: Alarmstufe Rot aus dem Jahr 1996 hat mit diesem Konflikt (bis auf wenige Anspielungen) nichts zu tun und erzählt stattdessen eine völlig andere Geschichte, die aber ebenfalls rein fiktiv ist. Mittels einer Zeitmaschine gelingt es Albert Einstein, Adolf Hitler aus der Zeit zu entfernen. Das führt jedoch zum Erstärken der Sowjetunion, die daraufhin einen Krieg mit den „Alliierten“ riskiert.

Alle Macht den Truppen

In puncto Gameplay unterscheiden sich beide Spiele der Remastered Collection nicht sonderlich. Zu Beginn einer Partie errichten wir meistens eine Basis, bauen ein Kraftwerk zur Energieversorgung und anschließend weitere Gebäude, die für uns nützlich sind. Unter anderem steht hier eine Kaserne zur Ausbildung unserer Truppen bereit oder eine Raffinerie, die ein Sammelfahrzeug aussendet, um Tiberium respektive Erz einzusammeln, worüber wir Geld verdienen, das wir in neue Gebäude und Einheiten stecken können. Diese befehligen wir mit der Maus und scheuchen sie von einem Platz zum anderen. Dort können sie beispielsweise die Stellung halten, um etwaige Angriffe abzuwehren. Ebenfalls sind sie nützlich, um Gebäude zu verteidigen. Am wichtigsten dürfte jedoch die Möglichkeit sein, den Feind an taktisch klugen Stellen anzugreifen und in die Knie zu zwingen. Die Krux an der Sache ist, dass es oft nötig ist, alle gegnerischen Truppen auszuradieren. Selbst wenn auch nur ein kleiner Soldat sich in irgendeinem Gebäude oder Winkel der Karte verschanzt, muss dieser getötet werden – selbst dann, wenn das Hauptquartier oder andere wichtige Einrichtungen bereits von uns in Schutt und Asche gelegt wurden. Das ist zwar dem Alter beider Spiele geschuldet, hätte aber in der überarbeiteten Fassung angepasst werden sollen, selbst wenn das Element nur optional wäre.

Unverzeihliches Gameplay

Um den Krieg zu gewinnen, werden wir in verschiedene Echtzeitschlachten verwickelt. Hier müssen wir sehr taktisch vorgehen, denn beide Spiele verzeihen selbst in den ersten Missionen der Kampagne keine Fehler. Unter anderem sollten wir im Hinterkopf behalten, wann genau welcher Truppentyp effektiv gegen die jeweiligen gegnerischen Einheiten besonders effektiv ist oder tunlichst vor diesen den Rückzug antreten sollte. Taucht der Feind mit ein paar Raketenwerfern auf, sollten wir unsere Artillerie außer Reichweite bringen. Einfache Infanteristen können wir hingegen mit schweren Fahrzeugen auch einfach überrollen. Wer strategisch denkt, wird in der Command & Conquer – Remastered Collection schnell den einen oder anderen Erfolg feiern. Übermütig sollten wir aber nicht werden, denn der kleinste Fehler führt dazu, dass die Mission scheitert. Entsenden wir unsere Infanterie über ein Tiberiumvorkommen, erleiden unsere Soldaten gesundheitlichen Schaden oder den Tod. Also müssen wir sie in ein Fahrzeug verfrachten, um sie unbeschadet über das Feld zu transportieren. Eigentlich ist all das kein Hexenwerk, doch auch hier macht sich das Alter beider Spiele bemerkbar, denn an keiner einzigen Stelle wird das Gameplay erklärt. Jeden Kniff müssen wir selbst herausfinden, was in Anbetracht der überschaubaren Mechaniken aber machbar ist.

Umfangreiche Remastered Collection

Gut finden wir, dass wir die Schwierigkeit in drei Stufen regulieren können. Wer eine Herausforderung sucht, kommt genauso wie Anfänger auf seine Kosten. Mit dem Anpassen der Geschwindigkeit kommt hier noch ein wenig Feintuning hinzu. Nostalgiker erfreuen sich daran, dass auch nur eine Einheit gleichzeitig produziert werden kann. Zum Glück zeigen die Entwickler Erbarmen und passen die Voreinstellung an die Gegebenheiten und Möglichkeiten des Jahres 2020 an. In optischer Hinsicht müssen sich beide Spiele auch nicht verstecken. Sicherlich wäre 25 Jahre nach dem ursprünglichen Release mehr machbar gewesen, aber alle Einheiten und Gebäude beeindrucken uns mit ihrem ursprünglichen Charme, nur eben hochauflösend. Tippen wir die Leertaste an, können wir zwischen alter und neuer Optik jederzeit wechseln, womit der Grafiksprung noch einmal mehr als deutlich wird. Für die 1990er-Jahre beeindruckend sind auch die Videosequenzen mit echten Schauspielern, die jedoch – vor allem mit der teils aufgesetzten deutschen Synchronisation – manchmal leicht albern wirken. Der Soundtrack versetzt uns hingegen einen derartigen Adrenalinstoß, dass wir stets eine Mission nach der anderen angehen wollen. Zusammen mit der großen Auswahl an weiteren Szenarien, einem Karteneditor, dem Mod-Support und umfangreichen Bonusmaterial kommt kein Echtzeit-Stratege um die gelungene Command & Conquer – Remastered Collection herum.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Command & Conquer – Remastered Collection ist ein gutes Beispiel dafür, wie zwei Klassiker neu aufgelegt werden können. Optisch und akustisch ist der Sprung zwischen dem Original und der Überarbeitung durchaus groß, wenn auch nicht weltbewegend. Den Entwicklern ist es jedoch dabei gelungen, den Charme der ursprünglichen Spiele beizubehalten. Ältere Spieler dürften sich also sofort zurechtfinden, da der unverkennbare Look erhalten geblieben ist. Selbiges gilt auch für die Videosequenzen, die ebenfalls überarbeitet wurden, wenn auch ihr Alter noch anzumerken ist. Letzteres betrifft im Übrigen auch das Gameplay, denn dieses wird zum einen an keiner Stelle erklärt und zum anderen verzeihen beide Spiele keinerlei Fehler. Da neue Spielmechaniken aber nur nach und nach eingeführt werden, ist die Lernkurve nicht so steil wie bei anderen Spielen der 1990er-Jahre. Fantastisch ist, dass deutsche Spieler beide Werke endlich ungekürzt spielen können, wenn es auch nach wie vor albern ist, die menschlichen Gegner als Cyborgs zu bezeichnen. Aufgrund des großen Umfangs sind das aber alles verschmerzbare Defizite, die ich gerne in Kauf nehme. Trotz der kleinen Macken machen sowohl Der Tiberiumkonflikt als auch dessen Nachfolger Alarmstufe Rot jede Menge Spaß, den ich einfach nicht mehr missen möchte.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Command & Conquer – Remastered Collection!

Review: One Piece: Box 21 (Episoden 629-656)

In der zwanzigsten Serienbox der Anime-Serie One Piece wurde der Handlungsstrang um die Insel Punk Hazard zwar abgeschlossen, ging jedoch zugleich in eine neue Erzählung über. So beginnt mit dieser Volume die große Geschichte auf den Inseln Dress Rosa und Green Bit.

Don Quichotte de Flamingo musste im Finale der vorherigen Serienbox als einer der sieben Samurai der Meere abdanken. Für viele eine erschreckende Nachricht, die sich auf der Grandline wie ein Lauffeuer verbreitet – schließlich ist der von der Weltregierung geduldete Pirat in so viele Machenschaften verstrickt, dass selbst Kriege durch seinen Rücktritt eine neue Wendung nehmen können. Sich ihres Sieges sicher, machen sich die beiden frischen Verbündeten Monkey D. Ruffy und Trafalgar Law auf den Weg zur Insel Dress Rosa, wo ihr Gegenspieler bisher als König geherrscht hat. Als Gegenleistung für Don Quichottes Rücktritt haben die Strohhüte ihm den kürzlich in Gefangenschaft genommenen Caesar Crown versprochen. So tüfteln sie einen Plan aus, wie sie ihre Geisel Crown gefahrlos übergeben können. Auf Dress Rosa angekommen, sind sie verwundert darüber, dass der Rücktritt des Königs keinesfalls für Chaos gesorgt hat und das Leben seinem gewohnten Gang geht. Um ihren Plan durchzuziehen, teilen sie sich in drei Gruppen auf. Während Navigatorin Nami, Musiker Brook und Schiffsarzt Chopper auf der Thousand Sunny verbleiben, das Schiff hüten und auf den kleinen Kōzuki Momonosuke aufpassen, machen sich Trafalgar Law, Archäologin Nico Robin und Lügenbold Lysop über eine Eisenbrücke auf den Weg nach Green Bit, um Crown dort abzuliefern.

Verschachtelte Erzählstränge

Entsprechend gehören zur dritten Gruppe, die sich um das Aufspüren und Zerstören der ominösen Smile-Fabrik kümmern soll, Kapitän Ruffy, Schiffszimmermann Frankie, Smutje Sanji, Schwertkämpfer Lorenor Zorro und Momonosukes Vater Kin’emon. Es dürfte aber klar sein, dass diese Gruppe aus verschiedenen Gründen leicht auseinander zu brechen ist. Zum Beispiel wird Zorro eines seiner Schwerter von der Zwergin Wicca gestohlen, während der hoffnungslose Romantiker Sanji bei der Verfolgung des orientierungslosen Dickschädels von der hübschen Violet abgelenkt wird. Ruffy erfährt hingegen, dass im Corrida-Kolosseum die erneut irgendwo auf der weiten Welt gewachsene Feuerfrucht seines vor zwei Jahren verstorbenen Bruders Puma D. Ace als Preis winkt. In der Zwischenzeit freundet sich Cyborg Frankie mit dem einbeinigen Spielzeugsoldaten Kyros an. Von diesem erfährt Frankie mehr über das Geheimnis von Dress Rosa, über das an dieser Stelle aus Spannungsgründen aber nicht zu viel verraten werden soll. Ähnlich wie in vielen vorherigen Erzählsträngen von One Piece, beginnt auch die Handlung auf Dress Rosa sehr gemächlich. Der Einstieg ist tatsächlich sehr langatmig, doch sobald die Charaktere alle an verschiedenen Stellen ums Überleben kämpfen oder sich für ihre (neuen) Freunde einsetzen, zündet auch hier einmal mehr der Unterhaltungswert.

Tiefgründige Erzählung mit dosierter Action

Es ist beachtlich, wie alle Geschichten der 21. Serienbox von One Piece miteinander verzahnt sind, obwohl sie vor allem in den ersten Episoden wie voneinander losgelöste Abenteuer wirken. Beispielsweise pflegt Kyros eine tiefgehende Beziehung mit Rebecca, die als Gladiatorin im Kolosseum kämpfen muss und damit auf Ruffy trifft. Rebecca ist wiederum mit den mysteriösen Zwergen im Bunde, mit denen sowohl Robin und Lysop als auch Zorro zunächst unabhängig voneinander interagieren. Eingewickelt sind alle diese Erzählungen selbstverständlich in die Rahmenhandlung auf Dress Rosa. So scheint alles auf Don Quichotte hinauszulaufen, der im Übrigen ein doppeltes Spiel mit allen Akteuren treibt. Wie genau das gemeint ist, sollte der Zuschauer aber am besten selbst herausfinden. Es sei nur so viel gesagt, dass in der 21. Volume einige Enthüllungen an der Tagesordnung stehen, die die gesamte Serienhandlung noch tiefgründiger und nachvollziehbarer macht, zumal auch häufig von Flashbacks Gebrauch gemacht wird, die jedoch allesamt neue Szene zeigen. Auch wenn es schon zu einer Begegnung zwischen Mitgliedern der Strohhut-Piratenbande und Don Quichotte kommt, konzentriert sich der Action-Anteil nahezu vollständig auf das Kolosseum. Da der Handlungsstrang auf Dress Rosa aber bei Weitem noch nicht abgeschlossen ist, dürfte diese Entwicklung in den nächsten Episoden in die andere Richtung gehen und die ganze Insel betreffen. Spannend!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 629 bis 656 der Serie): One Piece gelingt es auch mit der 21. Serienbox, den Zuschauer mit überraschenden Details und neuen Hintergründen zum Staunen zu bringen. Obwohl der Handlungsstrang auf Dress Rosa anfänglich noch sehr ermüdend ist, da vieles im Unklaren bleibt, kann die Anime-Serie spätestens mit der Versplitterung der Gruppe einmal mehr zeigen, wie grandios voneinander losgelöste Handlungsfäden nach und nach im Hintergrund miteinander verbunden werden – und so ein großes und vor allem stimmungsvolles Abenteuer ergeben. Ruffy kämpft in einem Kolosseum, Zorro hechtet einer diebischen Zwergin hinterher und Frankie trifft auf einen einbeinigen Spielzeugsoldaten, der einem bestimmten Märchen von Hans Christian Andersen nachempfunden ist. Dieses Spielen mit der Populärkultur macht One Piece immer mal wieder und rückt es in einen neuen Kontext. Wer sich mit den ersten und leide etwas schwerfälligen Episoden arrangieren kann, wird mit der 21. Volume der Anime-Serie One Piece aber erneut nichts falsch machen können.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 21 (Episoden 629-656)!

Review: Ys: Memories of Celceta

Ursprünglich 2012 für die PlayStation Vita veröffentlicht, erschien Ys: Memories of Celceta 2015 auch noch für den PC und 2019 für die PlayStation 4. Europäische Spieler durften wie für die Reihe gewohnt auf den Release warten, der hierzulande Mitte 2020 endlich anstand

In nicht wenigen Rollenspielen der letzten Jahrzehnte leidet der Held zu Beginn seines Abenteuers an Amnesie, so auch in Ys: Memories of Celceta. Protagonist Adol Christin kann sich an nichts mehr erinnern, freut sich aber zumindest darüber, im idyllischen Städtchen Casnan auf Duren zu treffen, der sich als ein alter Bekannter entpuppt. Um seinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, beschließen die beiden, der amtierenden Regierung von Casnan auszuhelfen. Diese verlangt von uns, die Gebiete im Nordwesten zu kartographieren. Was nach einer notdürftig zusammengeschusterten Geschichte klingt, entwickelt sich immer mehr zu einer packenden Handlung. Nicht ganz unschuldig daran sind die Erinnerungsfetzen, die sich peu à peu wie ein Mosaik zusammensetzen. Obwohl viele dieser Erinnerungen in Ys: Memories of Celceta nicht zum Verständnis der Story wichtig sind, ergeben sie dennoch ein stimmungsvolles Gesamtbild. Hinzu kommen verschiedene Charaktere wie die Jägerin Karna, der Speerkämpfer Ozma oder die Magierin Calilica. Jede Figur hat ihre ganz eigenen Beweggründe, um uns zu unterstützen, zumal sie allesamt Adol Christin irgendwie zu kennen scheinen. Die Geschichte um das untergegangene und titelgebende Königreich Celceta wird von Anfang bis Ende über tiefgründige Dialoge erzählt, bricht nach dem letzten Bosskampf jedoch abrupt ab.

Bekannte Action-Rollenspielmechaniken

Ys: Memories of Celceta spielt sich im Grunde genau wie die meisten anderen Ableger der 1987 gestarteten Action-Rollenspielreihe. Das heißt, dass wir uns in zahlreichen und flotten Echtzeitkämpfen mit tausenden Monstern messen und nebenher auch noch die Umgebung kartographieren. Unterwegs stoßen wir immer mal wieder auf Schatztruhen, in denen nützliche Ausrüstungsgegenstände versteckt sind. Erzadern und Pflanzen werden im Vorbeiflug mit kräftigen Schwerthieben bearbeitet, um genau wie bei den Monstern an Materialien zu gelangen. Mit diesen können wir in der Stadt handeln oder sie in die Verbesserung von Waffen und Rüstungen stecken. Wer darauf keine Lust hat, muss aber nicht verzagen. Die Gegner lassen in der Regel genügend Goldmünzen fallen, mit denen neue Waffen und Rüstungen im Laden zu einem guten Teil auch so eingekauft werden können. Auch das Kartographieren der Karte ist lukrativ. Genauso sieht es mit den Nebenquests in Ys: Memories of Celceta aus, die glücklicherweise nicht im Übermaß, sondern in einer gut dosierten Menge vorhanden sind. Ärgerlich ist hierbei nur, dass es auch dringende Quests gibt, die automatisch abgebrochen werden, sobald wir in der Story zu weit voranschreiten. Das war bereits 2012 ein antiquiertes Konzept und hätte spätestens mit einem Patch oder der PC-Fassung von 2015 behoben werden sollen.

Tolles Spiel mit verschenktem Portierungspotenzial

Dennoch ergeben sämtliche Gameplay-Elemente zusammen einen positiven Synergieeffekt, der sich beim Spielen deutlich bemerkbar macht. Vor allem die schnellen Kämpfe, die nicht durch pures Button Mashing, sondern vor allem durch geschicktes Ausweichen und Kontern gewonnen werden, sorgen für einen kaum bremsbaren Spielfluss. Lediglich die Aufteilung des Kartenmaterials auf eine komplette Übersichts- und eine äußerst rudimentäre Gebietskarte, fällt beim Navigieren auch gegen Ende des Spiels hier und da leicht negativ auf. Unter technischen Gesichtspunkten betrachtet, kann Ys: Memories of Celceta auf der PlayStation 4 nicht mehr gänzlich punkten. Dem einstigen PlayStation-Vita-Spiel ist das Alter vor allem aufgrund der trägen Animationen anzusehen, auch wenn die Grafik wesentlich schärfer wirkt. Ebenso stört es uns, dass das Spiel für die Neuauflage kaum bis gar nicht nachvertont wurde. Hier wurde viel Potenzial verschenkt. So schön und passend die Musik des Weiteren an manchen Stellen auch ist, kann sie an manchen Stellen aufgrund repetitiver Melodien durchaus ermüden. Ys VIII: Lacrimosa of Dana aus dem Jahr 2016 hat beispielsweise deutlich besser gezeigt, was akustisch in der Rollenspielreihe machbar ist. Trotz seiner wenigen Defizite ist Ys: Memories of Celceta immer noch eine sehr gute Gelegenheit, um in das Franchise einzusteigen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Nachdem mich Ys VIII: Lacrimosa of Dana vor ein paar Jahren regelrecht überrascht und mich sehr neugierig auf die Reihe gemacht hat, muss ich leider gestehen, dass mein Erlebnis mit dem Remake vom Super-Nintendo-Spiel Ys IV: Mask of the Sun nach circa 25 Stunden Spielzeit eher etwas ernüchternd ausfällt. Das darf jetzt aber bitte nicht falsch verstanden werden, denn die Kämpfe in Ys: Memories of Celceta laufen flott ab, sind meistens nicht mit purem Button Mashing zu gewinnen und auch das Erkunden der Spielwelt macht sehr viel Spaß. Es fehlt mir jedoch beispielsweise an Optionen für die Artefakte, die eigentlich nur im jeweiligen Dungeon, wo ich sie gefunden habe, gebraucht werden. Außerdem finde ich es schade, dass die technischen Möglichkeiten der PlayStation 4 teilweise nicht genutzt wurden. So sind die Grafiken zwar wesentlich schärfer, manche Texturen und vor allem die Animationen fallen dennoch altbacken aus. Auch mit dem Soundtrack habe ich so meine Probleme, da er für mich an zu vielen Stellen zu repetitiv aus den Lautsprechern trällert. Das mag zwar recht negativ klingen, stört den unglaublich guten Spielfluss meines Erachtens nach aber kaum. Wer noch keine Episode der Ys-Reihe gespielt hat, darf gerne einen Blick riskieren, oder lieber gleich zum wesentlich besseren achten Teil greifen, der auch mehr als dreimal so umfangreich ist.

Vielen Dank an Marvelous Europe für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ys: Memories of Celceta!

Prime Time: Black Clover (Vol. 4, Unboxing)

Es ist mal wieder Zeit für ein Unboxing-Video zur Anime-Serie Black Clover. Wie schon bei den ersten drei Volumes möchte euch unser Chefredakteur auch bei der vierten Ausgabe einen visuellen Eindruck vermitteln, wie ihm die Serienbox optisch und haptisch gefallen hat. Viel Spaß beim Anschauen!

Review: Mega Man Zero/ZX Legacy Collection

Nachdem Capcom sowohl die Mega-Man- als auch die Mega-Man-X-Serie in je zwei Legacy Collections veröffentlicht hat, sind jetzt die Mega-Man-Zero- und Mega-Man-ZX-Spiele an der Reihe. Ganz so herausragend ist die Mega Man Zero/ZX Legacy Collection aber nicht.

Während die ersten Episoden der Mega-Man-Reihe in puncto Storytelling recht schwach auf den Beinen waren, entwickelten sich die Spiele weiter und spätestens in Mega Man X haben uns die Entwickler bei Capcom vielfältige Geschichten vorgesetzt. Auch wenn die Storylines jener Titel weitestgehend vernachlässigt werden können, waren sie ein erster Schritt zu dem, was uns in den Spielen der Mega Man Zero/ZX Legacy Collection erwartet. Tatsächlich sind die Spiele sogar vage mit der Vorgängerserie verknüpft, denn Mega Man Zero spielt zeitlich ein paar Jahrhunderte nach der Mega-Man-X-Reihe. Wer diese nicht gespielt hat, muss aber nicht verzagen. Alle Zusammenhänge werden in textlastigen Dialogen zumindest ganz kurz angerissen. Für das eigentliche Gameplay ist die Handlung aber sowieso ohne Belang. Die Geschichten von Mega Man Zero 2, 3 und 4 knüpfen jeweils aneinander an und warten hier und da mit überraschenden Wendungen auf. So gelingt es Capcom mit einem seichten World Building für interessante Charaktere zu sorgen. Dazu zählen zum Beispiel die hilfsbereite Ciel oder die angriffslustige Harpuia. Gegenseitig unterstützen sie sich im Krieg gegen die bösen Kräfte, um schließlich ihre Freunde und die Welt vor dem Untergang zu retten. Das alles ist zwar lediglich Genre-Standard, aber immerhin genügend Pulver für die darauffolgende Action.

Hart, härter, Mega Man Zero

Grundsätzlich spielen sich die sechs Spiele der Mega Man Zero/ZX Legacy Collection sehr ähnlich wie die Ableger der Mega-Man-X-Serie. Das heißt, dass wir in der zweidimensionalen Seitenansicht durch die meist recht kurzen Levels laufen, über Abgründe hüpfen, uns mit Gegnern duellieren, Geheimnisse aufspüren und Collectibles einsammeln. Hier wird der hohe Schwierigkeitsgrad der Spiele noch nicht sonderlich deutlich, denn die Levels sind bis auf die eine oder andere knifflige Stelle allesamt machbar. Hin und wieder stolpern wir jedoch über größere Zwischen- oder Bossgegner, die uns ans Leder wollen. Diese sind im Übrigen kein Vergleich zu den Halunken der erwähnten Vorgängerserien. Genau genommen schießt die Mega Man Zero/ZX Legacy Collection hier ordentlich den Vogel ab – und jeder, der schon bei Mega Man verzweifelt hat, wird spätestens beim ersten Bossgegner von Mega Man Zero in Tränen ausbrechen. Selbst hartgesottene Spieler, die Dark Souls, Sekiro und Co belächeln, dürften bei Mega Man Zero und Co ihren Meister finden. So wird in einem Großteil der Spiele jeder falsche Schritt sofort bestraft und auch wenn sich das vor allem auf die knüppelharten Bossgegner bezieht, kann sich der Frust leider sehr schnell aufs restliche Spiel übertragen. Wer zu oft ins Gras beißt, darf das Level von vorne beginnen, immer und immer wieder.

Vom Unmöglichen zum Spaziergang

Für die Mega Man Zero/ZX Legacy Collection hat sich Capcom aber zwei entscheidende Neuerungen überlegt, die aber nicht gerade das Gelbe vom Ei sind. Auf der einen Seite befinden sich in jedem Level auf Wunsch großzügig verteilte Kontrollpunkte, zu denen wir selbst beim Verlust unserer restlichen Versuche landen. Wenn der Bossgegner danach aber so hart ist, dass er uns binnen zehn Sekunden erledigt, nützt auch der Rücksetzpunkt nichts. Auf der anderen Seite hat Capcom allen sechs Spielen den so genannten Anfängermodus spendiert. Wer wirklich nur die Story erleben will, wird mit diesem sicherlich sehr gut bedient. Der große Nachteil ist jedoch, dass dieser Anfängermodus mehr einem Gottmodus gleicht und dadurch alle Spiele zu einem Spaziergang werden, die dann auch keinen Spaß mehr machen, da auch viele für den eigentlichen Spielfortschritt irrelevante Verbesserungen bereits freigeschaltet sind. Auf diese Weise eignen sich die sechs Spiele weitestgehend und nach wie vor nur für Profis, die sich gerne ins Gameplay vertiefen wollen. Immerhin sind die jüngeren Teile wie Mega Man ZX und Mega Man ZX: Advent nicht mehr ganz so schwierig und auch für den einen oder anderen fortgeschrittenen Spieler zugänglich. Dafür jedoch in die ganze Kollektion zu investieren, muss jeder selbst entscheiden. Capcom hätte hier deutlich mehr bieten müssen.

Verpasste Frischzellenkur

Unter technischen Gesichtspunkten reißen alle sechs Titel auf der Switch keine Bäume aus. Die einstigen Game-Boy-Advance- und Nintendo-DS-Titel erfreuen aber Nostalgiker, die die Wahl zwischen harten Pixeln oder einer weichgezeichneten Optik haben. Großartige Unterschiede sind mit der Lupe zu suchen. Akustisch gibt es dafür einen tollen Soundtrack auf die Ohren, der die Action gut unterlegt. In puncto Bedienung gibt es kaum etwas zu bemängeln, denn all unsere Befehle werden direkt richtig umgesetzt und jeder verpasste Ausweichkonter geht auf unser Konto, wenn unsere Reflexe zu langsam waren oder wir den Gegner noch nicht durchschaut haben. Lediglich bei den beiden ZX-Episoden fällt die Zweiteilung des Bildschirms negativ auf. Da es sich hierbei um Nintendo-DS-Spiele handelt, befindet sich in der rechten Bildschirmecke ein Abbild des Touchscreens, den wir mit dem rechten Stick bedienen. Unserer Meinung nach hätte dies dringend überarbeitet werden müssen. Da hilft es auch nicht, dass jedes Spiel mit dem zusätzlichen Modus Z Chaser, in dem Highscores aufgestellt werden können, ausgestattet wurde. Erfreulich ist aber, dass es sechs Galerien und sechs Jukeboxen gibt, in dem dutzende Artworks betrachtet und viele Musikstücke aus den Spielen gehört werden können. Aufgrund verpasster Chancen der tollen, aber verbesserungswürdigen Spiele, ist die Mega Man Zero/ZX Legacy Collection allerdings nicht uneingeschränkt zu empfehlen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-DS- und Nintendo-Switch-Fassung): Mit den ersten vier Spielen dieser Kollektion, sprich Mega Man Zero sowie die drei Nachfolger, kam ich bereits auf dem Nintendo DS in Form der Mega Man Zero Collection in den Genuss des Franchises. Auch wenn die Spiele knüppelhart sind und ich öfter als mir lieb ist den Tränen nahe bin, gefallen sie mir vielleicht gerade deshalb so gut. Allerdings sehe ich ein, dass diese vier Titel für den durchschnittlichen Spieler viel zu schwierig sind. Das hat auch Capcom bemerkt und dem Spiel leichte „Verbesserungen“ spendiert, die das Spielgefühl aber nur auf dem Papier verbessern. Die Rücksetzpunkte bringen in Anbetracht der zwar fairen Level-Architektur, aber viel zu schwierigen Bossgegner so gut wie nichts und der als Anfängermodus deklarierte Gottmodus macht die Action zu einem überflüssigen Zeitvertreib. Capcom hätte die Spiele an allen Ecken und Enden nochmals überarbeiten sollen, was auch beim zweigeteilten Bildschirm mit einer recht frickeligen Bedienung bei den beiden Mega-Man-ZX-Episoden zu spüren ist. Unterm Strich hat Capcom versucht, möglichst schnell neues Futter für Mega-Man-Fans nachzuliefern. Während die Legacy Collections der Mega-Man- und Mega-Man-X-Reihen nach wie vor zu den tollsten Videospielsammlungen der letzten Jahre gehören, müssen selbst beinharte Fans erkennen, dass die Mega Man Zero/ZX Legacy Collection hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt.

Review: Schwarzesmarken (Vol. 2)

Nachdem im Dezember 2019 die erste Volume von Schwarzesmarken im deutschsprachigen Raum veröffentlicht wurde, folgte das zweite Episodenpaket nur einen Monat später am 16. Januar 2020. Diese führt die Geschichte fort und zu einem halbwegs befriedigendem Ende.

Mit der zweiten Volume der Anime-Serie Schwarzesmarken gelingt es den japanischen Animationsstudios Liden Films und Ixtl, die Science-Fiction-Geschichte zu einem Abschluss zu bringen. Dabei knüpft der Auftakt des zweiten Episodenpakets an die Geschehnisse der ersten Volume an. Seitdem die vermeintliche Überläuferin Katia Waldheim aus dem Westen in die Deutsche Demokratische Republik geflohen ist, hat die Staatssicherheit ein Auge auf die Kompanie um Protagonist Theodor Eberbach geworfen. Als dann wie aus dem Nichts dessen Schwester Liese Hohenstein auftaucht, hält sie jeder für eine Spionin des Überwachungsapparats. Sie stellt immer mehr Fragen und versucht ihren Bruder zur Flucht in den Westen zu überreden, da der Angriff der Außerirdischen unaufhaltsam scheint. Das Szenario der Serie ist nach wie vor unverbraucht und zumindest auf der innen- und außenpolitischen Ebene sehr interessant. Lediglich die außerirdische Lebensform, Beta genannt, wird leider nicht ausreichend genug beleuchtet. Der Grund für den Angriff bleibt weitgehend unklar; es sind Lebewesen ohne Sinn und Verstand. Hier wäre zwar mehr möglich gewesen, doch storytechnisch konzentriert sich Schwarzesmarken ohnehin auf die Beziehungen der Charaktere und die Gesellschaft, in der sie leben. Auch die Kämpfe gegen die Aliens sind nur noch Nebensache.

Qualitativ gleichwertige Fortsetzung

Gestaltungstechnisch und inszenatorisch befindet sich Schwarzesmarken auf demselben Niveau wie die ersten sechs Folgen der zwölfteiligen Anime-Serie. So sind alle Szenen nach wie vor im bildschirmfüllenden 16:9-Format gehalten, wobei die Auflösung von 1080p grundsätzlich gut genutzt wird. Allerdings sind nach wie vor sämtliche Szenen mit einem Schleier von diffusem Licht überzogen, was insbesondere bei einem größeren Abstand zum Bildschirm dem einen oder anderen Zuschauer etwas negativ auffallen dürfte. Das hat zwar den Vorteil, dass Bildinhalte verschleiert werden, was zum politischen und gesellschaftskritischen Grundton von Schwarzesmarken passt, aber leider auch die Bildqualität mindert. Diese kommt somit nur selten über DVD-Qualität hinaus. Dafür fügt sich der Soundtrack von Evan Call und Elements Garden wunderbar ins Geschehen ein, sodass alle Szenen abwechselnd dramatisch oder actionreich auf den Zuschauer wirken. Beide Tonspuren der Serie liegen des Weiteren im Format DTS-HD Master Audio 2.0 vor. Bezüglich der ausgewählten Sprecher lässt sich sagen, dass beide Synchronisationen wirklich gut gelungen sind. Beispielsweise wird Hauptfigur Theodor Eberbach in der japanischen Originalfassung von Suzumura Ken’ichi gesprochen, während dieser Part im Deutschen von Benjamin Krause übernommen wird.

Mangel an digitalem Bonusmaterial

In der zweiten Volume der Anime-Serie Schwarzesmarken sind abermals sechs Episoden enthalten, die jeweils circa 24 Minuten lang sind. Im Gegensatz zur ersten Volume, bei der das digitale Bonusmaterial mit einem Clean Opening und einem Clean Ending sehr, sehr spartanisch ausfiel, hat der hiesige Publisher Kazé Anime bei der Veröffentlichung der zweiten Serienhälfte auf digitales Bonusmaterial gänzlich verzichtet. Das ist sehr schade, da vor allem Einblicke in die Umsetzung von der Light Novel zur Anime-Serie und der mögliche Einfluss des Computerspiels aus dem Jahr 2015 durchaus hätten interessant sein können. Dafür winkt ein weiteres Mal ein laut Herstellerangaben 20-seitiges Booklet in physischer Form als Bonus. Dieses stand für unseren Test allerdings nicht zur Verfügung. Es ist in diesem Falle aber wie immer davon auszugehen, dass das Booklet in der gewohnt hohen Qualität des Publishers produziert wurde. Unterm Strich ist Schwarzesmarken eine Anime-Serie, die zwar nicht unbedingt mit Werken wie Aldnoah.Zero oder Neon Genesis Evangelion mithalten kann, aber mit ihrem unverbrauchten Szenario, sprich der Deutschen Demokratischen Republik des Jahres 1983 als Hintergrund, sehr wohl punkten kann. Für Fans des Mecha-Genres, die auch nichts gegen ein bisschen pseudogeschichtliche Einflüsse haben, dürfen dennoch zuschlagen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Schwarzesmarken hat mit dem ersten der beiden Episodenbündeln eine solide Grundlage geschaffen. So sind Szenario und Setting in der zweiten Volume nach wie vor interessant gestaltet. Vor allem die zwischenmenschlichen Beziehungen, die gesellschaftskritischen Fragen und die innen- und außenpolitische Lage der Deutschen Demokratischen Republik des Jahres 1983 vor einem pseudogeschichtlichen Hintergrund zu erleben, ist nicht nur für Hobby-Historiker ein großer Spaß. Fans von Anime, die sich um Mecha-Action drehen, kommen ebenfalls hier und da auf ihre Kosten. Leider rückt der Kampf gegen die Außerirdischen immer mehr in den Hintergrund, zumal die Serie es auch verpasst, dem Widersacher der Menschheit ein nachvollziehbares Gesicht zu geben. So nutzt Schwarzesmarken leider bei Weitem nicht jede erdenkliche Möglichkeit, weshalb die Serie nicht die Qualität von Aldnoah.Zero und Konsorten erreicht. Trotzdem ist die Serie für Fans des Mecha-Genres mit einem Faible für alternative Geschichte eine kleine Empfehlung.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Schwarzesmarken (Vol. 2)!

Review: Golden Kamuy (Vol. 1)

Viele Anime-Serien nutzen als Handlungsort oftmals den Ballungsraum um Tōkyō. Die nördlichste Hauptinsel Japans wird jedoch nur äußerst selten thematisiert. Golden Kamuy versetzt den Zuschauer nicht nur nach Hokkaidō, sondern zugleich auch in die ausgehende Meiji-Zeit.

Golden Kamuy ist kurz nach dem russisch-japanischen Krieg angesiedelt. Im Mittelpunkt der Erzählung steht der ehemalige Soldat Sugimoto Saichi, der aus der Armee entlassen wurde und jetzt als Tagelöhner und Herumtreiber sein Geld verdient. Während er in der winterlichen Idylle in einem Bach Gold schürft, erzählt ihm ein alter Mann eine mysteriöse Geschichte. So gab es auf Hokkaidō einst riesige Goldvorkommen, das eine bestimmte Gruppe von Ainu angehäuft hat. Als die Japaner das Land erschlossen, wurden die Ainu von einem von Gier getriebenen Mann ermordet. Auf seiner Flucht hat der Mann den Goldschatz irgendwo in der Einöde von Hokkaidō versteckt. Im Gefängnis hat er den Weg zum Schatz auf den Rücken von anderen Häftlingen tätowiert und jenen, denen die Flucht gelingt, hätten einen Anspruch auf die Hälfte des Schatzes. Das macht Sugimoto, der sich selbst als „unsterblich“ bezeichnet, hellhörig und neugierig. Während seiner Suche nach dem Schatz respektive nach ehemaligen Gefangenen trifft Sugimoto auf die junge Ainu Asirpa. Mit dieser schließt er sich zusammen, denn ihr Vater gehörte zu den Ainu, die wegen des Goldes ermordet wurden. Während der unsterbliche Sugimoto seine Kraft und sein Können demonstrieren kann, steuert Asirpa ihr Wissen über die Wildnis bei, die die beeindruckende Kulisse der Anime-Serie ausmacht.

Lebensweise der Ainu als Erzählfaktor

Mit jeder einzelnen Episode von Golden Kamuy setzen Sugimoto und Asirpa das Rätsel um den Goldschatz immer mehr zusammen. Dabei müssen sie sich großen Gefahren wie einem Bärenangriff und gefährlichen Bedrohungen wie mordlustigen Soldaten stellen. Die Story ist spannend und zeigt mit solchen Mitteln verschiedene Facetten des Überlebens, woran auch Asirpa nicht ganz unschuldig ist. Sie zeigt Sugimoto und somit auch dem Zuschauer in vielen Szenen die Lebensweise der Ainu. Zusammen mit der Darstellung der Natur und der Tiere ergibt sich so ein symbiotisches Gesamtbild, das dem Zuschauer einen guten Eindruck von der Zeit und der Lebensweise der Ainu verleiht. Allerdings findet die Geschichte von Golden Kamuy nicht nur in der Wildnis statt. Hin und wieder führt es die Charaktere auch (zurück) in die Zivilisation, wie zum Beispiel in die Stadt Otaru, um nach neuen Informationen zu dem Verbleib der entflohenen Häftlinge einzuholen. Mit der Zeit kommen weitere Figuren wie der wahnsinnige Tsurumi Tokushirō oder der undurchsichtige Hijikata Toshizō hinzu, die sich Sugimoto und Asirpa auf die eine oder andere Weise in den Weg stellen. Trotz der ernsten Situation bleibt in Golden Kamuy auch Platz für humorvolle Einlagen, die etwas aufgesetzt wirken, die Darstellung des tristen Alltags der Charaktere aber dafür sehr wohl auflockern.

Trennung zwischen beweglichen und festen Elementen

In visueller Hinsicht besticht die Anime-Serie des noch sehr jungen Geno Studios in erster Linie mit ihren detailliert ausgearbeiteten Charakteren. Die zeitgemäßen Kleidungsstücke der Figuren sind mit zahlreichen Einzelheiten gespickt, die positiv ins Auge springen. Weniger gelungen ist jedoch das Zusammenwirken von beweglichen und festen Elementen im Bild. Die Animationen haben kaum bis gar keine Auswirkung auf die Umgebung. Wenn Fußstapfen im Schnee notwendig sind, beginnt die Einstellung meist in der laufenden Szene. Teilweise fehlen sie aber auch ganz, was die Atmosphäre zu einem guten Teil stört. Neben dem leicht defizitären Bild in Full-HD kann Golden Kamuy aber mit der guten Klangqualität in DTS-HD Master Audio 2.0 punkten. Die meist ruhigen Melodien passen hervorragend zur winterlichen Präsentation. Hinzu kommen atmosphärische Soundeffekte wie das Rauschen des Windes oder das Knistern an Feuerstellen, die in der japanischen Tonspur aber etwas klarer wirken. Dennoch warten sowohl die japanische als auch die deutsche Synchronfassung mit sehr guten Sprechern auf, die ihre Charaktere mit Leben erfüllen. Laut Herstellerangaben dürfen sich Käufer über ein Tattoo, zwei Art Cards und eine Leseprobe als physische Boni freuen. Im digitalen Bonusmaterial liegen hingegen sechs kurze und halbwegs lustige Bonus-Clips bei.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Golden Kamuy überzeugt von der ersten Minute an. Anstatt die Helden in aller Breite vorzustellen, werden sie in der Anime-Serie des Geno Studios beiläufig charakterisiert. So bleibt mehr Zeit für die Entfaltung der spannenden Story, in der sich Sugimoto Saichi und Asirpa mit gefährlichen und bedrohlichen Situationen konfrontiert sehen müssen. Um die Handlung voranzutreiben, bedient sich die Serie immer wieder an der Darstellung der Lebensweise der Ainu. So erfährt der Zuschauer nicht nur mehr über die (einstige) Lebensweise der Ainu, sondern auch mehr über die Zeit, in der Golden Kamuy spielt. Die Serie möchte dabei authentisch bleiben, bedient sich aber auch Freiheiten. Bei Hijikata Toshizō handelt es sich beispielsweise um eine historische Persönlichkeit, die 1869 als Anführer der Shinsengumi getötet wurde. Nichtsdestotrotz überzeugt die Geschichte um Sugimoto und Asirpa mit ihrem Detailreichtum, dem sich kein Interessent von historischen Werken entziehen kann. So darf es in der zweiten Volume gerne weitergehen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Golden Kamuy (Vol. 1)!

Prime Time: Bleach (Box 7, Unboxing)

Wie bei den letzten sechs Volumes von der Anime-Serie Bleach möchten wir euch heute auch die siebte Serienbox schmackhaft machen. Warum unserem Chefredakteur diese Serienbox ganz besonders gefällt, erfahrt ihr in unserem Video. Gute Unterhaltung!

Review: Kabaneri of the Iron Fortress (Vol. 1)

Am 5. Dezember 2019 startete der deutsche Publisher Kazé Anime mit der düsteren Serie Kabaneri of the Iron Fortress eine neue Reihe. Das Werk von Wit Studio dreht sich um den Kampf ums Überleben in einer faszinierenden und erschreckenden Steampunk-Welt.

Wer in Europa an das Steampunk-Szenario denkt, dem kommt zunächst eine Vorstellung eines alternativen viktorianischen Zeitalters in den Sinn. Dass das Setting aber nicht nur auf das London um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert respektive England im selbigen Zeitraum beschränkt sein muss, zeigt die Anime-Serie Kabaneri of the Iron Fortress von Regisseur Araki Tetsurō. In der zwölfteiligen Serie aus dem Jahr 2016 erlebt der Zuschauer eine vergleichbare Erfahrung, aber auf der japanisch angehauchten Insel Hinomoto. In einer der Meiji-Zeit nicht unähnlichen Epoche wird die Geschichte rund um den Wissenschaftler Ikoma erzählt. Dieser lebt mit hunderten anderen Menschen in einer geschlossenen Siedlung, die als Bahnhof fungiert. Auf Hinomoto gibt es mehrere solcher Ortschaften, die über das Schienennetz miteinander verbunden sind. Gesichert sind die Siedlungen mit übergroßen Mauern. Wer an Attack on Titan denkt, darf genüsslich schweigen. Ähnlich wie in dieser Anime-Serie gibt es außerhalb der Mauern eine große Bedrohung, die die Menschheit schützen soll. Damit sind die untoten Kabane gemeint, die willenlos sind und wie Zombies vor sich hin vegetieren. Endgültig können diese nur umgebracht werden, wenn ihr von Blei geschütztes Herz durchtrennt wird. Kabaneri of the Iron Fortress nimmt ganz schön makabere Ausmaße an!

Düsteres und erschreckendes Szenario

Arakis Anime-Serie verzichtet im Übrigen auf eine große Exposition und diese ist auch nicht nötig, da alle wichtigen Informationen wie in einem Film von Kurosawa Akira dem Zuschauer sofort gezeigt oder beiläufig erwähnt werden. So beginnt die Handlung mit einem schlimmen Ereignis, das dem Zuschauer ein gutes Bild von Hinomoto und den Zuständen auf der Insel vermittelt. Eingepfercht im Bahnhof Aragane leben die Menschen in ständiger Furcht vor den Kabane, die sie infizieren könnten. An dem Tag, an dem die titelgebende Eiserne Festung, eine überdimensional große Dampflokomotive, in Aragane eintreffen soll, brettert diese aber ungebremst und mit Kabane überlaufen in die Stadt hinein. Es bricht Panik aus, Feuer lodert in den Gassen und in den Wirren wird zu allem Übel Protagonist Ikoma während des Versuchs, einen Kabane mit einer neuen Waffe zu töten, von diesem gebissen. Was wie das tragische Ende eines Charakters im Franchise von The Walking Dead klingt, ist in Kabaneri of the Iron Fortress jedoch der Auftakt einer spannenden Geschichte. Ikoma gelingt es, das Virus in seinem Körper vor Erreichen seines Schädels zu bremsen und kann seitdem als Mensch mit der Kraft eines Kabane leben. Seine Mitmenschen fürchten sich fortan vor ihm, wodurch auch die Bushi, sprich die Samurai, auf den eifrigen Ikoma aufmerksam werden.

Durchdachte und erwachsene Erzählweise

Neben Ikoma spielt auch die Kämpferin Mumei eine entscheidende Rolle, da sie gegen die Kabane kämpft und Menschen zur Flucht verhilft. Prinzessin Yomogawa Ayame betrachtet das Geschehen wiederum aus einer entfernten Position, steht in einer Szene aber auch für Ikoma ein. Etwas wichtiger ist da schon Ikomas bester Freund Takumi, ohne den die Story keine Fahrt aufnehmen kann. Die Geschichte von Kabaneri of the Iron Fortress ist den Köpfen bei Studio Wit absolut geglückt, da sie mit mehreren Höhepunkten gepflastert ist und zudem einen durchgehenden Handlungsstrang bietet, sodass die Episoden nahtlos aneinander anknüpfen. Hinzu kommt, dass sich die erwachsene Erzählweise auch auf das Design der Charaktere auswirkt. Diese sind nicht nur detailliert gestaltet, sondern auch stark animiert. Ebenfalls gelungen sind der Kleidungsstil und das Steampunk-Szenario. An allen Ecken und Enden ergänzen sich diese beiden Punkte, sodass das bildschirmfüllende 16:9-Format mit seiner herausragenden Beleuchtung im Format 1080p im wahrsten Sinne des Wortes glänzt. So ähnelt die Anime-Serie bildtechnisch fast schon Filmen von Shinkai Makoto, auch wenn qualitativ noch Welten dazwischen liegen. Zusammen mit der stimmungsvollen Musik ergibt Kabaneri of the Iron Fortress ein wahrhaft erinnerungswürdiges Gesamtbild, das Lust auf mehr macht!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Kabaneri of the Iron Fortress gehört wohl zu den Überraschungen der letzten Jahre. Regisseur Araki Tetsurō gelingt es, Steampunk- und Japan-Setting miteinander zu verbinden und eine spannende Geschichte zu erzählen. In dieser bedient sich der Regisseur zwar altbekannter Motive, lässt diese allerdings in einem frischen Szenario aufleben. Zusammen mit den zahlreichen Höhen und Tiefen, die die Charaktere während ihrer Reise durchleben, bleibt es an keiner Stelle langatmig oder gar langweilig. Actionreiche und entspannende Szenen wechseln sich in einem angenehmen Rhythmus ab, sodass jede Episode genügend Abwechslung bietet. Das erste Drittel der Serie ist Studio Wit auf ganzer Linie geglückt, auch wenn das Bonusmaterial mit einem achtseitigen Booklet sehr dürftig ausfällt. Die eigentliche Qualität der Anime-Serie wird dadurch aber nicht tangiert, weshalb sich kein Action- und Steampunk-Fan Kabaneri of the Iron Fortress entgehen lassen darf!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kabaneri of the Iron Fortress (Vol. 1)!

Preview: Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise

Nachdem Nintendo-Spieler kurz nach der Ankündigung von Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise auf der E3 2019 in den „Genuss“ von Deadly Premonition Origins kamen, stieg die Vorfreude auf den zweiten Teil auch in unserer Redaktion ins nahezu Unermessliche.

Als Deadly Premonition im Jahr 2010 erstmals auf der Xbox 360 und der PlayStation 3 sowie drei Jahre später auch auf dem PC veröffentlicht wurde, mussten Nintendo-Besitzer bis 2019 auf das kuriose Spiel von Schöpfer Suehiro Hidetaka verzichten. In puncto Gameplay und Technik wird das Spiel selbst von Fans häufig belächelt, doch funktioniert der Genremix aus Grand Theft Auto, L.A. Noire, Resident Evil und Legend of the River King zusammen mit seinen Anleihen an Fernsehserien wie Twin Peaks oder Harper’s Island erstaunlich gut. So avancierte sich der Titel schon kurz nach seiner Veröffentlichung zum Kultspiel. Wie aus dem Nichts wurde auf der E3 2019 während der ausgestrahlten Nintendo-Direct-Ausgabe der Öffentlichkeit ein zweiter Teil in Aussicht gestellt, woraufhin Fans wie der Autor dieses Textes direkt zwei Saltos rückwärts gemacht haben. Anfang Juli 2020 soll Deadly Premonition 2 erscheinen, doch auch nach dem kürzlich veröffentlichten und durch seine Anlehnung an das Intro der Fernsehserie True Detective viel zu kryptischen Release-Trailer ist über das Spiel kaum etwas bekannt. Was bei anderen Spielen beängstigend ist, stört uns bei Suehiros neuestem Streich aber gar nicht. Wir erwarten kein cineastisches Meisterwerk, sondern eine unterhaltsame Mischung aus diversen Spielen und einer spannenden Anlehnung an Fernsehserien.

Neue Charaktere und ein altes Gesicht

Letzteres gilt anhand des Trailers halbwegs als sicher. Mit neuen Charakteren wie der Agentin Aaliyah Davis kommt zudem frischer Wind ins Spiel. Es ist jedoch noch nicht klar, wie groß die Rolle von Davis tatsächlich ausfallen wird. Laut der erwähnten Nintendo-Direct-Ausgabe soll Deadly Premonition 2 im Jahr 2019 in der US-amerikanischen Ostküstenstadt Boston spielen, wo Davis das Tor zur Vergangenheit aufstößt. Auf der deutschen Homepage von Nintendo wird auf der Unterseite zum Titel aber zum einen noch ein weiterer Agent namens Jones erwähnt, der bei der Ankündigung des Spiels noch gar nicht besetzt war. Zum anderen wird dem Fall der Agentin mit den ominösen Le-Carré-Serienmorden endlich ein Name gegeben, der wiederum den Bogen zu Francis York Morgan schlägt, den Kenner des Vorgängers als Protagonisten kennen. Dieser soll 14 Jahre vor Davis’ Ermittlung – und damit im Jahr 2005 angesiedelt – Morde in New Orleans aufklären. Hierbei ist es aber nicht ganz eindeutig, ob Le Carré im Lauf der Entwicklung mittlerweile zu einer Alternativversion der Stadt im Bundesstaat Louisiana geworden ist oder es sich dabei schlicht um einen fiktiven Vorort handelt. Wir denken, dass dies ganz darauf ankommt, wie umfangreich die Spielwelt des schon im Vorfeld als Nischenspiel gehandelten Deadly Premonition 2 im Endeffekt ausfallen wird.

Mit dem Skateboard durch Le Carré

Da wir auch im Bayou unterwegs sein werden, sollte eine ländliche Gegend fernab des geschäftigen Trubels von New Orleans durchaus passen, zumal das auch im Kontext zum verschlafenen Greenvale aus dem Vorgänger stehen würde. Außerdem wird mittlerweile explizit darauf hingewiesen, dass wir die Open World von Le Carré mit einem Skateboard erkunden dürfen. Dieses soll sich auch verbessern lassen, damit wir schneller von einem Ort zum anderen gelangen. Ob andere Fahrzeuge wie Autos ganz aus dem Spiel verschwinden, bleibt also noch ein Rätsel. Immerhin sollen wir daneben auch Tricks mit dem Skateboard erlernen können. Wofür wir diese schlussendlich brauchen, dürfte wohl zweitrangig sein. Lustig ist dieser Gedanke auf jeden Fall, um dem harten Alltag eines FBI-Agenten zu entkommen. Mit diesem, nennen wir es mal Ideenreichtum, zeigt sich einmal mehr der irre Humor von Director Suehiro, der aus einer eigentlich ernsten und tiefgründigen Angelegenheit absurde Situationen herausholt. Wie sich die Kämpfe gegen die Untoten spielen, von denen bisher nur ein größeres Exemplar zu sehen war, können wir derzeit noch nicht abschätzen. Dieser kurze Ausschnitt von der Ankündigung sieht aber verdächtig nach dem Gameplay des ersten Teils aus, weshalb wir hier guter Dinge sind. Bleibt zu hoffen, dass die Entwickler die Hardware der Switch im Griff haben, damit wir den Exklusivtitel nicht wieder deswegen belächeln müssen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Ich bin ein großer Fan des ersten Teils von Deadly Premonition, das ich in der denkbar ungünstigsten, wenn auch im storytechnisch endgültigen Director’s Cut auf der PlayStation 3 durchgespielt habe. Seitdem wollte ich unbedingt noch einmal eine vergleichbare Erfahrung erleben, doch traute sich kein einziges Entwicklerstudio an ein derartiges Kuriosum bisher heran. Ein Glück, dass es Suehiro Hidetaka noch einmal wissen will und Francis York Morgan an einen neuen Fall setzt. Einerseits finde ich es sehr schade, dass auch wenige Wochen vor Release so wenige Informationen nach außen vermittelt werden. Andererseits finde ich das auch gar nicht schlecht, denn das Spiel wird sich aller Voraussicht nach wieder zwischen Genialität und Wahnsinn einpendeln. Da Fernsehserien sowohl in der Inszenierung als auch in Geschichten und Charakterentwicklungen in den letzten zehn Jahren aber einen derartigen Sprung nach vorne gemacht haben, bleibt zu hoffen, dass sich diese erzähltechnische Entwicklung auch wieder in Deadly Premonition 2 niederschlägt. True Blood scheint Suehiro Hidetaka zumindest schon mal gesehen zu haben.

Review: The Ancient Magus Bride (Vol. 2)

Nachdem Kazé Anime im November 2019 die erste Volume von The Ancient Magus Bride im deutschsprachigen Raum veröffentlicht hat, folgte die zweite Ausgabe im Januar 2020. Diese führt die Grundlagen des ersten Episodenpakets mit äußerst spannenden Mitteln fort.

Seit die fünfzehnjährige Hatori Chise auf einer Auktion in London für fünf Millionen Pfund an den Magier Elias Ainsworth verkauft wurde, sind ein paar Wochen vergangen. Seine Absicht war es nicht, die magisch begabte Slay Vega als Dienerin oder gar Sklavin in seinem Haushalt einzustellen, sondern sie zu einer Magierin auszubilden – und zu allem Überdruss auch noch zur Ehefrau zu nehmen. Nachdem Chise mehr über ihren womöglich zukünftigen Ehemann erfahren hat und die beiden das eine oder andere Abenteuer rund um Drachen und Feen erlebt haben, setzen sie ihre gemeinsame Reise fort. Zu Beginn der siebten und damit ersten Folge des zweiten Episodenbündels von The Ancient Magus Bride wird das ungleiche Paar zu einer Kirche beordert. Obwohl Elias mit dieser Institution gebrochen hat, erledigt er immer noch Aufträge für sie. In der Umgebung des ländlich gelegenen Gotteshauses soll ein Schwarzer Hund sein Unwesen treiben. Elias und Chise sollen gemeinsam herausfinden, ob es sich bei dem Unhold des britischen Volksglaubens um eine gefährliche Bestie handelt oder sie ihn als harmloses Hündchen beurteilen dürfen. In diesem Zusammenhang fügt die Serie unter der Regie von Naganuma Norihiro weitere Charaktere ein, die wie die Situation an sich in mehreren aufeinanderfolgenden Episoden vorkommen. Zu diesen Figuren gehören unter anderem Alice Swayne, ihr Meister Mikhail Renfred und ihr formwandelnder Begleiter Ruth.

Vergänglichkeit des Lebens

Auch wenn die Anime-Serie aus dem Hause Wit Studio bisher weitgehend mit einer hellen Farbgebung dargestellt wurde, nehmen in der zweiten Volume von The Ancient Magus Bride zunehmend auch düstere Szenen Einzug in die Handlung. Beispielsweise ist in der achten Folge zu sehen, wie Elias in einer sehr viel größeren und bedrohlichen Gestalt einen Gegner zerfetzt. Dies passt vor allem zum grundlegenden Ton, der in den vorliegenden Episoden angeschlagen wird. Nichts ist so wie es scheint und jeder Charakter hat mehr als nur ein Gesicht. Zusammen mit den Fantasy-Elementen wird die ruhige, aber dennoch spannende Erzählweise somit niemals langweilig. Durch den dunkleren Anstrich werden auch ernste und erwachsene Themen wie Tod, Vergänglichkeit und Vertrauen ausgesprochen. Dies wird auch in den Kontext mit der Erkenntnis aus der ersten Volume gesetzt. So verbleiben Chise bis zu ihrem Tod nur noch drei Jahre. Elias hat allerdings einen Plan in der Hinterhand, um dieses trübsinnige Ereignis zu verhindern. Wie dieser Plan aussieht, muss der Zuschauer aber selbst herausfinden. Ohnehin verliert die mit Zauberei vollgestopfte Anime-Serie nicht sehr viele Worte darüber, welche Richtung sie zukünftig einschlagen wird. Das ist aber auch nicht sonderlich schlimm, da die meistens Charaktere die recht ruhige Handlung harmonisch vorantreiben.

Problembewältigung

Selbst wenn die Charaktere miteinander streiten, versöhnen sie sich kurz darauf wieder. Sie teilen ihre persönlichen Probleme miteinander, was sie zu unglaublich menschlichen Figuren machen. Ein Problem, unter dem hingegen schon die ersten sechs Episoden von The Ancient Magus Bride zu leiden hatte, ist die falsche Aussprache japanischer und englischer Begriffe – zumindest in der deutschen Fassung. Wem so etwas wichtig ist, sollte wohl lieber die japanische Tonspur aktivieren. Dennoch warten beide Synchronisationen mit tollen Sprechern auf. Vor allem Franciska Mirka Friede und Achim Buch könnten mit dem angenehmen Klang ihrer Stimmen nicht besser für Chise und Elias geeignet sein. Die Originalsprecher Tanezaki Atsumi und Takeuchi Ryōta gehen aber ebenfalls ganz in ihren Rollen auf. Im Hintergrund ertönt häufig keine Musik, was die sehr ruhige Erzählweise unterstreicht. Wenn die Melodien von Matsumoto Jun’ichi hingegen erklingen, sind sie meist melancholischer Natur und greifen damit ins Innenleben der Charaktere ein. Unter technischen Gesichtspunkten stehen die Folgen der zweiten Volume den Episoden des Seriendebüts in Nichts nach. Sie überzeugen vor allem mit ihren detaillierten Charaktermodellen und fantasievollen Kulissen. Lediglich auf Bonusmaterial muss der Zuschauer gänzlich verzichten, was äußerst bedauerlich ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit der zweiten Volume der Anime-Serie The Ancient Magus Bride knüpft das Wit Studio an die Geschehnisse des Seriendebüts an. Chise lernt Elias immer besser kennen und erlebt an dessen Seite kleinere Abenteuer, die mit erwachsenen Themen wie Vergänglichkeit oder Tod zusammenhängen und damit die Brücke zu den Episoden der ersten Volume schlagen. Nach wie vor ist Chises Zukunft ungewiss, da sie in drei Jahren sterben wird. Hiermit setzt sich die zweite Ausgabe aber noch zu wenig auseinander und konzentriert sich eher auf das Leiden von Elias. Neue Charaktere wie Ruth ergänzen das Figurenensemble hervorragend und zeigen deutlich, wie menschlich die von Yamazaki Kore im Manga erdachten Persönlichkeiten eigentlich sind. Zudem driftet die Serie nicht mit einem absurden Dramatik- oder Romantikanteil in die Belanglosigkeit ab. So dürfte das zweite Episodenpaket immer noch allen gefallen, die nach der ersten Volume mehr über Chise und Elias erfahren wollten. So darf es mit The Ancient Magus Bride gerne weitergehen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Ancient Magus Bride (Vol. 2)!

Review: Black Clover (Vol. 4)

Nachdem sich die Helden in der Anime-Serie Black Clover in einen mysteriösen Dungeon begeben und in den Straßen der königlichen Hauptstadt für Recht und Ordnung gesorgt haben, sehen sie sich in der vierten Volume mit einem weitaus gefährlicheren Feind konfrontiert.

Ein paar Tage sind vergangen, seitdem die königliche Hauptstadt von der Terrororganisation Das kalte Auge der weißen Nacht attackiert und in Brand gesteckt wurde. Während des groß angelegten Wiederaufbaus beruhigen sich die Gemüter. Asta und seine Mitstreiter bekommen ihren Lohn ausgezahlt und dürfen ihren freien Tag genießen. Das führt Asta in die Stadt Nean, in der er während eines Gruppen-Datings die hübsche Rebecca Scarlet kennengelernt hat. Da er ihr versprochen hat, mit ihren Geschwistern zu spielen, will er seine Zeit mit den Kindern verbringen. Zur gleichen Zeit macht sich auch Gauche Adlai auf nach Nean, um seine kleine Schwester Marie zu besuchen und mit Geschenken zu überhäufen. Hier erhält der Zuschauer tiefgehende Einblicke in die tragische Vergangenheit der beiden Charaktere, die mit dem Tod ihrer Eltern in Verbindung steht. Als Gauche Marie endlich findet, muss er feststellen, dass gerade Asta mit ihr spielt – und als Marie dann auch noch frech behauptet, dass Asta eines Tages ihr Bräutigam wird, eskaliert die Situation zwischen den beiden Kämpfern. Stets im Hintergrund wird diese Szene von Noelle Silva beobachtet, die heimlich in Asta verliebt ist. Sie kann es nicht ertragen, wenn jemand anderes ihn ihr wegschnappen würde. Als Rebecca Asta dann noch fragt, ob er nicht bei ihr übernachten will, liegen die Nerven bei ihr blank.

Kampf dem Terror

Mit der 30. Episode fängt Black Clover eher unscheinbar an, doch wird Sinn und Zweck der vermeintlichen Nebenhandlung schnell deutlich: Außerhalb von Rebeccas Haus wird es mit jeder Minute kälter und auf einmal bedeckt Schnee die Dächer von Nean – obwohl es noch nicht einmal Winter ist. Mitten in der Nacht verschwinden Kinder und werden in eine Höhle in den Bergen gelockt. Asta und Gauche machen sich zusammen mit Ordensschwester Theresa Rapual auf den Weg, um die Kinder zu retten. Während Asta alle Kinder im Sinne hat, ist Gauche tatsächlich nur an seiner kleinen Schwester Marie interessiert, was die Rettungsaktion etwas verkompliziert. Noelle verweilt hingegen weiterhin in Nean, um die Stadt zu schützen. Zudem gibt sie dem Hauptquartier des magischen Ritterordens Bescheid und wendet sich dort an Sekke Bronzazza, der den Schwarzen Stier informieren soll. Dort angekommen, hat er jedoch erhebliche Kommunikationsschwierigkeiten. Während Gordon Agrippa ihm Angst einjagt, glaubt Sukehiro Yami eher, dass Sekke irgendwelche Trinkschulden einsammeln will. Es entbrennt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn den Kindern soll ihre Magie entzogen werden. Einmal mehr tritt Das kalte Auge der weißen Nacht in Erscheinung, sodass ein Kampf gegen ein Schlammmonster und einen übermächtigen Lichtmagiebenutzer auf dem Plan steht.

Stilistisch bekanntes Gesamtbild 

An der künstlerischen Gestaltung von Black Clover hat sich im vierten Episodenpaket nichts verändert. Nach wie vor sind die verwendeten Farben eher trist und schlicht. Häufig werden sie dabei in diffuses Licht gehüllt. Da viele Szenen im Dunkeln respektive in geschlossenen Räumen spielen, werden auch Lichteffekte zum Aufhellen der Schauplätze genutzt, was im bildschirmfüllenden 16:9-Format regelrecht begeistert. Stilistisch erinnert die Serie weiterhin an Anime-Serien wie Attack on Titan oder Fairy Tail. Das sehr gelungene Charakterdesign könnte wiederum aus Videospielen wie Fire Emblem: Three Houses stammen. Im Gegensatz zu den ersten drei Volumes können die deutschen Synchronstimmen ein ganzes Stück mehr überzeugen; die japanische Synchronisation ist aber immer noch ein wenig atmosphärischer. Am Bonusmaterial hat sich ebenfalls nur wenig getan. So befindet sich auf dem ersten der zwei Datenträger sowohl ein Clear Opening als auch ein Clear Ending. Eine Bonus-Episode im Chibi-Format bleibt Kazé Anime dem Zuschauer diesmal aber schuldig. Dafür gibt es im physischen Umfang ein weiteres Mal sowohl ein 24-seitiges Artbook mit vielen Artworks und Konzeptzeichnungen als auch ein 16-seitiges Booklet mit interessanten Informationen zur Serie obendrauf. Hier wird sicherlich jeder einzelne Fan von Black Clover zufriedengestellt!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Schon nach wenigen Minuten fällt auf, dass Black Clover ähnlich wie die Anime-Serie One Piece kaum bis gar nicht auf überflüssige Geschichten setzt. So bekommt auch das Gruppen-Dating, das bis dahin die Wirkung einer Filler-Episode versprühte, eine essentielle Bedeutung für den Einstieg in den neuen Handlungsstrang. So fällt dieser mit seiner durchgehenden Erzählweise nach wie vor positiv auf. Hinzu kommt, dass die Erzähltechnik aufgrund der intelligent gestrickten Charakterkonstellationen stets spannend bleibt. Beispielsweise erfährt Asta, dass die Schwester Theresa Rapual aus der Stadt Nean Lily Aquaria aus dem Dorf Hage oder den adligen Fuegoleon Vermillion aus ihrer Zeit als Zofe kennt. Marie Adlai ist wiederum nicht nur die Schwester von Gauche, sondern auch mit Rebecca befreundet, die insgeheim Gefühle für Asta hegt. Mit jeder neuen Figur wird dieses Konzept weiter auf die Spitze getrieben. So kann auch die vierte Volume von Black Clover mit durchweg nachvollziehbaren Charakterkonstellationen überzeugen. Es bleibt abzuwarten, welche Ideen in den nächsten Ausgaben noch auf den Zuschauer warten.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Clover (Vol. 4)!

Prime Time: Xenoblade Chronicles – Definitive Edition (Collector’s Set, Unboxing)

Am 29. Mai 2020 veröffentlichte Nintendo das einstige Nintendo-Wii-Rollenspiel Xenoblade Chronicles, nachdem es bereits vor einigen Jahren für den New Nintendo 3DS bereitgestellt wurde, in einer Definitive Edition für die Switch. Unser Chefredakteur hat sich das Collector’s Set vorbestellt gehabt und präsentiert es euch heute im Rahmen eines Unboxing-Videos mit allen optischen und haptischen Vor- und Nachteilen. Wir wünschen euch viel Spaß und gute Unterhaltung beim Anschauen!

Review: Food Wars: The Third Plate (Vol. 2)

Nachdem Kazé Anime im August 2019 mit der ersten Volume von Food Wars: The Third Plate die dritte Staffel der Anime-Serie eingeläutet hat, folgte nur einen Monat später die zweite Ausgabe. In dieser dreht sich wieder einmal alles um Gerichte und deren Zubereitung.

Inhaltlich knüpft die zweite Volume von Food Wars: The Third Plate an die Geschehnisse des ersten Episodenpakets an. Das Mondbankett-Festival ist vorbei – und obwohl Yukihira Sōma sich nicht gegen seinen Rivalen Kuga Terunori durchsetzen konnte, gelang es ihm immerhin Terunori an einem Tag der Festlichkeiten zu schlagen. Für Sōma und seine Freunde bleibt nach dem Festival aber nicht viel Zeit zum Verschnaufen, denn die Tōtsuki-Kochschule wird kurz darauf von einem neuen Ereignis überschattet. Das Unheil beginnt mit dem Auftauchen von Nakiri Erinas Vater Azami. Auf einmal ist der Zehnerrat der Tōtsuki-Kochschule mit der Führung durch Erinas Großvater Senzaemon unzufrieden und will den amtierenden Rektor absetzen. Dessen Position soll niemand geringeres als Nakiri Azami übernehmen, der zu Beginn der siebten und damit ersten Episode der vorliegenden Volume diverse Änderungen ankündigt. Beispielsweise sollen alle Klubs der Schule mit sofortiger Wirkung geschlossen und jedes einzelne Gericht soll nach strikten Vorgaben zubereitet werden, damit jeder Schüler die gewünschte Perfektion erreichen kann. Dass Sōma und die anderen Köche damit definitiv nicht konform gehen, sollte jedem Kenner der Anime-Serie bereits bewusst sein. Es kommt wie es kommen muss: Ein weiteres Kräftemessen in Form eines Shokugeki steht vor der Tür.

Ernste, aber aufgelockerte Erzählweise

Handlungstechnisch reißt Food Wars: The Third Plate natürlich keine Bäume aus – und das muss die Anime-Serie auch nicht. Sie verzaubert mit einer lockeren, aber dennoch ernsten Storyline, die Sōma und Co zu neuen Höchstleistungen antreibt. Entsprechend ist Humor auch in den vorliegenden Episoden wieder einmal ein wichtiger Bestandteil der Erzählweise, denn wenn die Charaktere gegenseitig ihre Mahlzeiten kosten lassen und die Gaumenfreuden dann noch in aberwitzigen Posen mit übertriebener Mimik umsetzen, bleibt dabei kein Auge trocken. Zudem wird dem Zuschauer durch die sehr leichte Ausarbeitung der zwischenmenschlichen Beziehungen verdeutlicht, welchen Stellenwert Freundschaft hat, um sich gegen einen Feind zu behaupten. So erleben Sōma und seine Freunde zusammen Siege und Niederlagen, die auch in der zweiten Volume von Food Wars: The Third Plate enthalten sind. Ob es Sōma und Co gelingt, gegen Nakiri Azamis fiese Machenschaften zu bestehen, soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden. Äußerst schade ist allerdings, dass der Publisher es versäumt, Charakterkonstellationen und Hintergründe mittels Bonusmaterial zu untermauern. Nachdem es bei der ersten Volume immerhin noch ein Clean Opening und ein Clean Ending gab, gibt es in digitaler Form diesmal nichts. Ein Booklet mit Zusatzinformationen fehlt leider ebenso.

Fortführung bekannter Grundlagen

Unter technischen Gesichtspunkten bleibt die Anime-Serie auch in der zweiten von insgesamt vier Volumes auf einem gleichbleibenden Niveau. Die sechs enthaltenen Episoden begeistern mit satten und vor allem fröhlichen Farben, wobei der Fokus ganz klar auf den Gerichten liegt, die die Charaktere zubereiten. Gyōza und andere Mahlzeiten sehen dermaßen zum Anbeißen aus, dass der Zuschauer die Geschmacksexplosion im Mund regelrecht schmecken kann. So wunderbar das Essen mit Effekten erstrahlt, so sehr gefallen auch die wichtigsten Charaktere, die mit überdrehten Frisuren und gelungenen Animationen in den schön gestalteten Küchen von Food Wars: The Third Plate herumwuseln. Diese kommen erneut im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p zur Geltung und versprühen die für die Anime-Serie typische Atmosphäre. In puncto Tonqualität wurde erneut auf das klangvolle Format DTS-HD Master Audio 2.0 gesetzt, sodass die mal angenehme und mal hektische Musik wunderbar zur Geltung kommt. Alle Figuren wurden des Weiteren – sowohl in der deutschen als auch in der japanischen Fassung – hervorragend synchronisiert, was vor allem dem Humor zugute kommt. Wer die Anime-Serie bis hierhin verfolgt hat oder auch nur die erste Volume von Food Wars: The Third Plate kennt, darf auch bei der zweiten Ausgabe bedenkenlos zuschlagen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem das erste Episodenpaket von Food Wars: The Third Plate mit einem spannenden Wettkampf im Rahmen eines Schulfests überzeugte, werden in der zweiten Volume die Zügel stramm gezogen. In der siebten Episode der dritten Staffel wird das Zepter des Rektors an Nakiri Azami weitergereicht, weshalb an der Tōtsuki-Kochschule ein neuer Wind weht. Da Hauptfigur Yukihira Sōma das Problem aus der Welt schaffen will, werden mehrere Shokugeki durchgeführt. Handlungstechnisch ist das zwar die gewohnte Kost, doch dürfte das den langjährigen Food-Wars-Zuschauer nicht sonderlich stören. Auch in anderen Punkten gelingt es der Anime-Serie, das Niveau zu halten – der Humor zündet mit bekannten Mustern, die Charaktere halten stets zusammen und in der Realität leckeres Essen sieht selbst in der gezeichneten Form überaus schmackhaft aus. Nur in puncto Bonusmaterial ist die zweite Volume eine große Enttäuschung, da dieses einfach nicht existiert. Wer die Anime-Serie jedoch mag, kommt um die zweite Volume von Food Wars: The Third Plate aber definitiv nicht herum.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Food Wars: The Third Plate (Vol. 2)!

Review: The Empire of Corpses

2009 verstarb der japanische Science-Fiction-Autor Itō Satoshi im Alter von 34 Jahren. Unter seinem Künstlernamen Project Itō veröffentlichte er viele Werke, von denen drei nach seinem Tod in Anime-Form umgesetzt wurden. Den Anfang macht der Film The Empire of Corpses.

Im ersten Teil der so genannten Project-Itō-Trilogie wird der Zuschauer ins Jahr 1878 versetzt. Am Ende des 19. Jahrhunderts macht die Menschheit einen großen technologischen Sprung, denn seit rund einhundert Jahren beherrscht die Leichentechnologie die Gesellschaft. Obwohl die Bevölkerung zunächst Angst vor dem technischen Fortschritt hatten und diesen sogar als Gotteslästerung betrachteten, konnte sich die neue Technologie durchsetzen. So muss sich der weibliche Anteil der Bevölkerung nicht mehr um ihre Ehemänner und Söhne sorgen, denn statt den Lebenden werden nun die Toten im Krieg geopfert. Die gesellschaftliche Akzeptanz geht in The Empire of Corpses jedoch ins Philosophische über, denn es heißt, dass nach dem Tod ein Leichnam 21 Gramm weniger wiegt. Dieses geringe Gewicht ist der Seelenstoff, der die Person zum Menschen machte. Durch den Austausch des ominösen Seelenstoffs ist es der Menschheit über Lochkarten möglich, Tote beispielsweise als Kutscher oder sonstige Diener zu versklaven. Zurückzuführen ist dies auf den Wissenschaftler Victor Frankenstein, der vor einhundert Jahren den ersten Toten zurückgeholt hat. Frankenstein war es jedoch möglich, ein Wesen zu schaffen, das reden, Liebe empfinden und sogar Mordgedanken entwickeln konnte. Frankensteins Kreation verschwand jedoch mit den Aufzeichnungen seines Erschaffers.

Science-Fiction- und Abenteuerfilm

Genau an dieser Stelle kommt der Protagonist von The Empire of Corpses ins Spiel, den der Zuschauer aber vermutlich eher aus einem anderen Werk kennen dürfte. Gemeint ist damit der junge Medizinstudent John Watson. Dieser hat seinen verstorbenen Freund Friday aus dem Totenreich verbotenerweise zurückgeholt, doch bleibt dieser wie jeder andere Zurückgeholte eine seelenlose Puppe, die nur einfachen Anweisungen Folge leisten kann. Von einem Mann namens M erwischt und erpresst, muss er fortan für das britische Empire und die Königin arbeiten. Seine Reise führt ihn unter anderem nach Indien, Afghanistan oder Japan – immer auf der Suche nach den Aufzeichnungen von Doktor Frankenstein. Unterwegs trifft Watson auf verschiedene historische Persönlichkeiten wie den britischen Militär Frederick Gustavus Burnaby oder den japanischen Offizier Yamaza Seigo, die ihn auf seiner Reise begleiten oder zumindest unterstützen. So müssen sich die Charaktere sowohl mit einem durchgedrehten russischen Wissenschaftler, der Bomben in die lebenden Leichen einpflanzt und als Waffe einsetzt, als auch mit toten Samurai auseinandersetzen, die sie in Kämpfe verwickeln. Es folgt ein spannendes Erlebnis auf das andere, sodass aus dem Science-Fiction-Werk ein Abenteuerfilm wird, der den Zuschauer mit wundervollen und wundersamen Ereignissen überschüttet.

Paralysierender Film über Leben und Tod

The Empire of Corpses von Studio Wit zaubert optisch ein Feuerwerk der Effekte ab. Der erwachsene Stil wird mit tollen Lichteffekten und sehr flüssigen Animationen begleitet. Hinzu kommen wie in einem Film von Regisseur Werner Herzog einprägsame Landschaftsbilder, in denen verschneite Berge mit Wolkenfetzen oder dem Sternenhimmel überzogen sind. Studio Wit, das auch für die Serie Attack on Titan verantwortlich ist, zeigt im Film von Makihara Ryōtarō sein ganzes kreatives Schaffen. Jede einzelne Szene wird im 16:9-Bildformat auf Blu-ray inklusive der Auflösung in 1080p zu einem düsteren Erlebnis, an dem sich der Zuschauer nicht sattsehen kann. Ebenfalls gut gelungen ist die deutsche Synchronisation, die mit den überaus prägnanten Stimmen von Erich Räuker, Sebastian Schulz und Co sehr gut besetzt ist. Letzterer spricht Watson ulkigerweise auch in der Fernsehserie Sherlock und könnte somit nicht passender sein. Im Japanischen wird er hingegen von Hosoya Yoshimasa, den Vielgucker aus zahlreichen Anime-Serien kennen dürften. Zusammen mit dem packenden Soundtrack ergibt sich so ein atmosphärisches Gesamtwerk. Wer die Blu-ray erwirbt, bekommt den Film nur im Doppelpack mit einer DVD, was ein wenig ärgerlich ist. Trotzdem: Wer sich auf The Empire of Corpses einlässt, wird einen Film erleben, den er nicht mehr so schnell vergisst.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray- und DVD-Fassung): The Empire of Corpses ist ein faszinierender Film über Leben und Tod sowie den Grenzen und Überschreitungen zwischen den beiden Zuständen. An vielen Stellen bleibt die Geschichte bewusst philosophisch, was jedoch dem interessanten und düsteren Szenario zugute kommt. Ebenfalls tragen die vielen Anspielungen an Werke wie Frankenstein, Sherlock Holmes oder Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer und die Erwähnung von diversen historischen Persönlichkeiten wie Thomas Alva Edison oder Charles Babbage der düsteren Stimmung bei, die für den Zuschauer somit wesentlich greifbarer ist. Mit der Zeit entwickelt sich die aus vielen Stoffen bunt zusammengenähte Science-Fiction auch zu einem intelligent durchorganisierten Abenteuerfilm, der die Protagonisten vor dutzende Herausforderungen stellt, die für ordentliche Spannung sorgen. Fans des Science-Fiction-Genres kommen definitiv nicht um The Empire of Corpses herum!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Empire of Corpses!

 

Review: Fairy Tail (Box 8, Episoden 176–203)

Nach vier Monaten des Wartens veröffentlichte Publisher Kazé Anime die achte Volume der Anime-Serie Fairy Tail. Diese führt auf der einen Seite das große magische Turnier fort und wirft auf der anderen Seite einen gänzlich neuen und sehr spannenden Handlungsstrang auf.

Ab der 176. Episode von Fairy Tail zeigt sich nicht mehr Animationsstudio Satelight, sondern Animationsstudio Bridge verantwortlich. An der inhaltlichen Erzählweise ändert sich dadurch aber glücklicherweise nichts. So befinden sich die Freunde Natsu Dragneel, Lucy Heartfilia, Wendy Marvell, Gray Fullbuster, Erza Scarlet und Co im Finale des magischen Turniers, das in der siebten Volume im Mittelpunkt der Story stand und in der achten Serienbox endlich zu Ende geführt wird. So müssen sich die Kämpfer der Gilde Fairy Tail mit den stärksten Feinden ihrer Laufbahn auseinandersetzen. Die Gilde wird allerdings auch außerhalb des Turniers mit dem einen oder anderen Problem konfrontiert. Dadurch, dass Lucy überraschenderweise von den Soldaten des Königshauses entführt wird, müssen Natsu und Wendy zur Rettung eilen. Beim Rettungsversuch werden die unerschrockenen Figuren in den Katakomben voneinander getrennt, während das Finale in vollem Gang ist. Unter anderem treffen im Turnier Gray und Rufus Lore aufeinander, die seit Anbeginn des Wettkampfs im Clinch miteinander liegen. Es entbrennen zahlreiche Kämpfe, die mit betörenden Effekten und dem typischen Soundtrack der Serie unterlegt sind. Hier kommt ein jeder Fan voll und ganz auf seine Kosten, zumal die Magie der Protagonisten die Vorstellungskraft des Zuschauers regelmäßig sprengen können.

Herausforderungen und Hindernisse

Am Horizont ziehen aber auch schon die nächsten Gewitterwolken auf, denn Natsu und seine Freunde entdecken des Nachts einen Drachenfriedhof. Wendy gelingt es hier mit ihrer Magie, mit einem der verstorbenen Drachen zu kommunizieren. So erfahren sie, dass alle, die zu oft Drachentötermagie wirken, früher oder später selbst zu einem Drachen werden. Auch wenn sie dies zunächst nicht glauben wollen, bestätigen Arcadios und Yukino Agria die Geschichte. Hier wird Fairy Tail inhaltlich wunderbar mit der fünften Serienbox beziehungsweise mit den sich überschlagenden Ereignissen vor dem Zeitsprung verknüpft. Arcadios und Yukino wollen vierhundert Jahre in die Vergangenheit reisen, um den bösartigen Magier Zeref zu töten. Auch diesem Vorhaben werden Steine in den Weg geschmissen. Zu viel soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden, da einige Überraschungen den Zuschauer wirklich mitreißen. In Fairy Tail ist die Persönlichkeitsentwicklung der Figuren eng mit den Herausforderungen verknüpft, die sie in so gut wie jeder einzelnen Folge erwarten. Trotz der ernsten Thematik bleibt auch in der achten Volume von Fairy Tail reichlich Platz für den Humor der Serie. Fairy Tail spart nicht mit flotten Sprüchen, arg überzeichneten Emotionen und ulkig gestalteten Figuren. Wer die ersten sieben Serienboxen schon kennt, weiß also ganz genau, was ihn hier wieder erwartet.

Mit frischem Gewand in die zweite Staffel

Nicht nur inhaltlich, auch technisch bleibt Fairy Tail auf demselben Stand wie zuvor. Es ist kaum bis gar nicht zu bemerken, dass mit Bridge ein anderes Animationsstudio am Werke ist. Das ist besonders für all jene Fans sehr erfreulich, die hier womöglich einen Stilwechsel befürchtet haben. Alle Animationen und Effekte befinden sich auf einem ähnlichen Niveau, was alle 28 und auf drei Blu-ray Discs verteilten Episoden zu einem Genuss beim Ansehen machen. Die drei Datenträger befinden sich im Übrigen erneut in einem ähnlich gestalteten Pappschuber, der sie sicher aufbewahrt. Dieser verfügt jedoch über ein neues und helles Design, was vor allem die erste von der zweiten Season trennen möchte, aber auf Kosten der Kontinuität geht. Sammler dürften sich womöglich daran stören, an der eigentlichen Qualität der Anime-Serie kratzt das aber keinesfalls. Digitales Bonusmaterial gibt es bei der achten Volume von Fairy Tail wie erwartet nicht, doch bei den physischen Boni hat Kazé Anime nicht gegeizt. Neben dem Episodenguide, der in Booklet-Form genügende Informationen zu allen Folgen enthält, liegen auch ein gefaltetes A3-Poster mit dem Motiv des Covers und ein Stickerbogen mit neun Abziehbildchen bei. So ist der Staffeleinstand mit einem frischen Gewand durchaus gelungen, denn trotz aller Unkenrufe zählt am Ende immer noch der Inhalt und der ist wirklich gelungen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit der 176. und damit ersten Episode der achten Serienbox werden die Befürchtungen, Fairy Tail könnte sich durch den Wechsel des Animationsstudios zu stark verändern, direkt zertrümmert. Sowohl die Erzählweise als auch der Zeichenstil und die Qualität der Animationen sind auf demselben oder zumindest auf einem ähnlichen Niveau wie zuvor. Wer also mit den teils überdrehten Charakteren schon in der ersten Staffel sehr viel Spaß hatte, wird auch mit der zweiten Season durchaus zufrieden sein. Das Finale des magischen Turniers ist erfreulicherweise keine Abhandlung einzelner und aufeinander folgender Kämpfe, sondern eine chaotische Zusammensetzung zahlreicher Kämpfe. Hinzu kommt, dass sich die Auseinandersetzungen auch außerhalb des „Rings“ in den Katakomben unterhalb der Stadt parallel zum eigentlichen Turnier abspielen und mit der einen oder anderen Story-Idee ergänzt und miteinander verknüpft werden. Die achte Ausgabe von Fairy Tail ist wirklich gut gelungen und wer bisher seinen Spaß mit der Anime-Serie hatte, wird auch mit der zweiten Season zufrieden sein – Animationsstudiowechsel hin oder her.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fairy Tail (Box 8, Episoden 176–203)!

Review: My Hero Academia – 2. Staffel (Vol. 2)

Nachdem im Mai 2019 die erste Volume der zweiten Staffel der Superhelden-Anime-Serie My Hero Academia im deutschsprachigen Raum veröffentlicht wurde, mussten Fans nicht lange auf die Fortsetzung warten. Bereits im Juni 2019 erschien das zweite Episodenbündel.

Inhaltlich knüpfen die vorliegenden Episoden von My Hero Academia an die Geschehnisse der ersten Ausgabe der zweiten Staffel an. In dieser hat der Zuschauer erfahren, dass die Olympischen Spiele mittlerweile ohne Belang sind, zumal achtzig Prozent der Menschheit mittlerweile über Superkräfte verfügt. Aus keinem anderen Grund musste ein Ersatz für das sportliche Event gefunden werden. In der Welt von My Hero Academia rückt an die Stelle von Olympia das Sportfest der titelgebenden Yūei-Akademie, in der die Absolventen der Schule ganz Japan zeigen, was in ihnen steckt. Mitten in diesem Wettkampf befindet sich der noch recht unerfahrene Nachwuchsheld Midoriya Izuku, der eigentlich ohne Superkraft geboren wurde. Nachdem er sich an der Akademie auch ohne Spezialität durchsetzte, wurde sein großes Idol, der Superheld All Might, mehr und mehr auf ihn aufmerksam. Durch anfängliche Sympathie wurde Freundschaft, die schließlich dazu führte, dass All Might seinem Bewunderer seine Superkraft vererbte. So und nicht anders ist es Izuku möglich, am Wettkampf teilzunehmen. Während in der ersten Volume die ersten beiden von insgesamt drei Disziplinen behandelt wurden, steht in der zweiten Ausgabe endlich die wohl spannendste Aufgabe auf dem Tagesplan. Hierbei handelt es sich um ein großes Turnier im Stile von Dragon Ball und Co.

Kampfsport mit Superkräften

Aufgrund der Spezialfähigkeiten der Superhelden, die über das rein physische Talent üblicher Kampfsportler weit hinausgehen, sind die Kämpfe wie im vergleichenden Werk von Toriyama Akira von Anfang bis Ende spannend inszeniert. Das fängt schon in der ersten Runde an, in der Protagonist Izuku gegen seinen Rivalen Shinsō Hitoshi antritt. Dieser verfügt über die Spezialität, die Gedanken anderer Menschen zu manipulieren. So lässt er Izuku von Beginn an einen Schritt nach dem anderen auf den Rand des Rings zubewegen. Dass das für den Helden natürlich glimpflich ausgeht, sollte alleine aufgrund des Storytellings jedem Zuschauer von My Hero Academia bewusst sein. Spannender ist schon die Art und Weise, wie Izuku den Fängen seines Gegners entkommt. Diese Wendung sollte der Zuschauer aber am besten selbst erleben. Kurz darauf steht dann auch schon das Duell zwischen Todoroki Shōto und Sero Hanta an, in dem Hanta im wahrsten Sinne des Wortes mit Bandagen kämpft, während Shōto seinen Gegner mit einem Eisangriff bearbeitet. Aufgrund der begrenzten Episodenzahl darf nicht erwartet werden, dass all diese Kämpfe die epischen Ausmaße von Dragon Ball annehmen, doch aufgrund der kurzweiligen Auseinandersetzungen nutzt die Serie die Gunst der Stunde, um in wenigen Sätzen die einzelnen Figuren deutlich stärker zu charakterisieren.

Mit Wucht in die zweite Runde

Auf technischer Ebene gelingt es My Hero Academia das Grundgerüst der Anime-Serie noch weiter auszubauen. Großartige technische Entwicklungen dürfen zwar nicht erwartet werden, aber trotzdem überzeugt der zum Setting passende und kunterbunte Zeichenstil durchweg. Im bildschirmfüllenden 16:9-Format laufen die Charaktere zu Glanzleistungen auf, begeistern mit spärlichen, aber dafür flüssigen Animationen und fügen sich insofern in den Humor der Serie ein, indem vor allem ihre Mimik aus der Masse heraussticht. Unterlegt wird das witzige und zugleich actionreiche Geschehen mit gelungener Musik im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0, sodass auch die letzte Disziplin respektive die Auseinandersetzungen zwischen allen Kämpfern umso stimmungsvoller auf den Zuschauer wirken. In puncto Synchronisation ist die japanische Originalfassung mit Sprechern wie Yamashita Daiki oder Miyake Kenta zwar sehr prominent besetzt, doch auch die hiesigen Synchronsprecher von Izuku und All Might, sprich Sebastian Fitzner und Matti Klemm, passen hervorragend zu den Charakteren. Im Gegensatz zur ersten Volume der zweiten Staffel bietet diese Ausgabe leider keine digitalen Boni. Laut Herstellerangaben gibt es als physische Dreingaben in der Tradition von My Hero Academia aber ein knappes Booklet, eine Character Card und einen Sticker obendrauf.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): My Hero Academia ist eine sehr illustre Anime-Serie, die sich erst einmal finden musste. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hat sie sich spätestens mit dem Finale der ersten Staffel gefunden. Der zweiten Season fehlt es zwar noch an einem Hauptziel, auf das die Charaktere hinarbeiten, doch ist das Sportfest der Yūei-Akademie alles andere als langweilig. Aufgrund dessen, dass es sich bei der dritten und letzten Disziplin der sportlichen Veranstaltung um ein Kampfturnier handelt, ähnelt die Serie hier dem Favoriten Dragon Ball, ohne jedoch die epischen Ausmaße dessen großangelegten Kämpfe anzunehmen. Sonderlich schlimm ist das aber nicht, da jeder Superheld über eine ganz andere Spezialität verfügt. Zudem werden die Charaktere hier in kurzen und prägnanten Sätzen charakterisiert, sodass es zusammen mit der spannenden Action und dem keinesfalls geringen Anteil an Humor nicht langweilig bleibt. Wer bereits mit der ersten Volume der zweiten Staffel seinen Spaß hatte, kommt auch um die zweite Ausgabe definitiv nicht herum!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von My Hero Academia – 2. Staffel (Vol. 2)!

Prime Time: Black Clover (Vol. 3, Unboxing)

Mit diesem Unboxing-Video wird es auch bei Black Clover zur Tradition: Nachdem wir vor Kurzem unseren Test zur dritten Volume von Black Clover veröffentlicht haben, soll heute unser dazugehöriges Unboxing-Video folgen. In diesem stellt euch unser Chefredakteur abermals vor, welche optischen und haptischen Merkmale die Verpackung aufwirft. Wir wünschen euch gute Unterhaltung!

Review: Schwarzesmarken (Vol. 1)

Zwischen 2010 und 2014 erschien in Japan die Light Novel von Autor Uchida Hiroki. Im Jahr 2015 folgte ein Computerspiel, woraufhin 2016 eine Anime-Serie von Regisseur Watanabe Tetsuya folgte. Die erste von zwei Volumes der Serie erschien Ende 2019 in Deutschland.

In den ersten Minuten der Anime-Serie Schwarzesmarken wird dem Zuschauer verdeutlicht, dass es sich hierbei um ein Werk handelt, das auf ein unverbrauchtes Szenario setzt. Nach der kurzen und knappen Einführung, ist sich der Zuschauer dem Setting bewusst. So spielt Schwarzesmarken 38 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, genauer gesagt in der Deutschen Demokratischen Republik. Die Teilung Deutschlands ist allerdings nicht alleiniger Dreh- und Angelpunkt der Handlung, denn die Serie vermischt in ihrer Exposition Realität mit Fiktion. Unter anderem wird darauf hingewiesen, dass die Menschen 1967 auf der Oberfläche des Mondes Kontakt mit der außerirdischen Lebensform Beta aufgenommen haben. Einige Jahre später ist es den Aliens gelungen, auf der Erde zu landen. Ausgehend von Südostasien hat sich der Feind bis nach Europa vorgekämpft. Sechs Kilometer von Frankfurt an der Oder entfernt, kämpft die 666. TSF-Kompanie der nationalen Volksarmee gegen die Beta. So gilt Ostdeutschland respektive die DDR als letzter Wall von Europa. Die Regierung nutzt diese Stellung aus, verschärft die Überwachung durch die Staatssicherheit, sodass die Soldaten bedingungslos für ihr Land kämpfen müssen. In Schwarzesmarken ist der letzte Funken Glauben erloschen, wodurch sich ein aussichtsloses oder gar trostloses Szenario entwickelt.

Politik und Science-Fiction

Dies ist vor allem daran zu erkennen, dass im Fokus der Geschichte der Kampf zwischen den Menschen und der außerirdischen Lebensform steht. Gekämpft wird an der Front im Cockpit von so genannten Balalaikas. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Instrumente, sondern um große Kampfmaschinen, die im Genre auch als Mechas bezeichnet werden. Wer Anime und Manga wie Aldnoah.Zero bereits kennt, dürfte sich in Schwarzesmarken von der ersten Folge an zurechtfinden. Unter technologischen Gesichtspunkten sind diese Gerätschaften jedoch so ziemlich das einzige, was – abgesehen vom durchweg spürbaren Science-Fiction-Einschlag – den Entwicklungsstand der frühen 1980er-Jahre entspricht. An anderen Stellen agieren die Charaktere unter anderem mit Computern, die in diesem Jahrzehnt tatsächlich existierten. Mitten im Kampfgeschehen behandelt die Handlung der Anime-Serie den Werdegang von Leutnant Theodor Eberbach. Aus Furcht vor dem Regime beugt er sich stets den Befehlen und hinterfragt sie nicht. Erst als die junge Frau Katia Waldheim in sein Leben tritt, ändert sich seine Einstellung gegenüber seiner Position. Bei Waldheim handelt es sich um ein früheres Mitglied der Bundeswehr, das zu Beginn der Handlung zur DDR überläuft. Dies führt jedoch dazu, dass die Staatssicherheit mehr und mehr auf die Kompanie aufmerksam gemacht wird.

Erwachsene und düstere Thematik 

Auch im Hintergrund entwickeln sich verschiedene Handlungsstränge, von denen oftmals nur in Dialogen etwas erwähnt wird. Der Zuschauer erfährt somit auch davon, dass verschiedene Individuen die Einheitspartei der DDR stürzen wollen. Schwarzesmarken überzeugt mit einer ernsten Thematik, die gesellschaftliche und politische Fragen aufwirft und teils sogar selbst beantwortet. Da passt es nur allzu gut, dass das actionreiche und emotionale Geschehen im bildschirmfüllenden 16:9-Format an vielen Stellen mit diffusem Licht unterlegt ist. Dies heißt aber im Umkehrschluss, dass besonders bei einem gesunden Abstand zum Fernseher ein leicht verschwommenes Bild vom Zuschauer wahrgenommen wird und das Bild gefühlt auf DVD-Qualität mindert, auch wenn die Auflösung von 1080p bei der Blu-ray-Fassung meist gut genutzt wird. Von den Animationsstudios Liden Films und Ixtl wäre hier aber deutlich mehr zu erwarten gewesen. Immerhin passen die von Elements Garden und Evan Call komponierten Musikstücke, die die Szenen im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 recht stimmungsvoll unterlegen. In puncto Synchronisation überzeugt sowohl die deutsche als auch die japanische Tonspur mit passenden Sprechern. Als digitale Boni gibt es ein Clean Opening und Ending obendrauf. Liebhaber von physischem Material erfreuen sich an einem 20-seitigen Booklet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Schwarzesmarken überzeugt in erster Linie mit einem recht unverbrauchten Szenario. So findet die Story der ersten sechs Folgen der Anime-Serie weitestgehend in der DDR statt, wobei das Kampfgeschehen vor allem im Winter auf schneebedeckten Feldern stattfindet. Allgemein ist die Farbgebung sehr kühl, was zur erwachsenen und düsteren Atmosphäre passt. Neben dem Schicksal von einer Handvoll Charakteren dreht sich in Schwarzesmarken auch vieles um das Militär und die Politik des Landes. Es werden gesellschaftliche und politische Fragen aufgeworfen, was die Serie für das erwachsene Zielpublikum vielseitiger macht. Allerdings gelingt es der Geschichte nicht, so etwas wie einen Spannungsbogen zu entwickeln. Handlungstechnisch bleibt die Serie weitgehend auf demselben Niveau und bietet nur sehr wenige Höhen und Tiefen. Dieser Umstand sollte sich in der zweiten und damit letzten Volume unbedingt ändern.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Schwarzesmarken (Vol. 1)!

Preview: Shantae and the Seven Sirens

Rechtzeitig zum dreißigjährigen Firmenjubiläum veröffentlicht Entwicklerstudio WayForward das nächste Abenteuer von Shantae. In Shantae and the Seven Sirens muss sich die Halbdschinn ab dem 28. Mai 2020 mit den sieben titelgebenden Sirenen arrangieren.

Auch wenn wir Shantae and the Seven Sirens selbst noch nicht spielen konnten und unsere Preview vor allem auf den Trailern und erstem Gameplay-Material basiert, dürfen wir in puncto Story aller Voraussicht nach kein Feuerwerk der Gefühle erwarten. Während des Fests der Halbdschinn verschwinden plötzlich Shantaes Artgenossen – und wir sollen sie daraufhin natürlich retten. Unterwegs treffen wir dann neben kleineren Feinden und den sieben Sirenen auch auf unsere Gegenspielerin Risky Boots. Mehr ist zur Handlung zwar noch nicht bekannt, doch sind wir uns sicher, dass der berühmtberüchtigte Humor der Serie wieder mit an Bord ist, um uns bei Laune zu halten. Schauplatz des Spiels ist im Übrigen mal wieder eine tropische Insel. Hinzu kommt noch eine versunkene Stadt, die am Grund des Meeres womöglich ein wenig Abwechslung ins Abenteuer bringt. Gespielt wird das Action-Adventure von WayForward einmal mehr aus der zweidimensionalen Seitenansicht. So werden wir die kunterbunte Level-Architektur ähnlich wie im Vorbild Super Metroid mit zahlreichen Sprüngen erkunden, um Insel und Stadt in den letzten Winkeln der Spielwelt auch die letzten Geheimnisse zu entlocken. Dabei fällt jedoch schon im Release-Trailer stark auf, dass sich Shantae and the Seven Sirens dieses Mal etwas häufiger an etwaigen Vorbildern aus dem Hause Nintendo orientiert.

Große Vorbilder

Um in der Spielwelt voranzukommen, müssen wir uns beispielsweise ähnlich wie in etwaigen Spielen des Super-Mario-Franchises durch den Boden bohren. Einer der Bossgegner will uns hingegen mit Stachelstanzen aufspießen, die aus so mancher Festung aus Super Mario World oder New Super Mario Bros. Wii stammen könnte. An anderer Stelle schießen uns Kanonen wiederum ähnlich wie die Fässer in der Donkey-Kong-Country-Reihe durch die Spielabschnitte. Das muss per se nichts schlechtes sein, aber ein wenig mehr Eigenständigkeit schadet bekanntlich keinem Spiel. Trotzdem gefällt uns diese bunte Mischung, da sie mal wieder stellvertretend für den restlichen Humor des Spiels steht. Nicht ganz unschuldig daran dürfte auch die knallbunte Comicgrafik sein, die zu einem Wiederkennungsfaktor der Reihe geworden ist. Das Eröffnungsfilmchen stammt im Übrigen vom japanischen Studio Trigger, das vor allem durch Anime-Serien wie Kill la Kill oder seine Mitwirkung am 3DS-Spiel Project X Zone bekannt wurde. Zusammen mit dem leicht orientalisch angehauchten Soundtrack und den im Spielverlauf zunehmenden Verwandlungsmöglichkeiten der Halbdschinn wird sicher auch Shantae and the Seven Sirens wieder ein spaßiges Action-Adventure werden. Wir blicken gespannt auf Ende Mai, um zu sehen, wie sich Shantae im Jahr 2020 schlagen wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf dem veröffentlichten Videomaterial): Shantae and the Seven Sirens ist eines der Spiele, auf das ich mich schon seit Längerem sehr freue. In den letzten Jahren wurde aus mir ein richtiger Shantae-Fan, der dem Setting, dem durchgedrehten Humor und dem Gameplay, wenn es auch stark von Super Metroid und Co beeinflusst ist, durchaus etwas abgewinnen kann. Mit dem letzten Serienteil, Shantae: ½-Genie Hero, bin ich zwar nie ganz warm geworden, doch aufgrund der versunkenen und hoffentlich schön verzahnten Stadt von Shantae and the Seven Sirens, kann sich das aber schnell ändern. Ansonsten bekommen Kenner der Serie anscheinend wieder das vorgesetzt, was sie bisher in jedem Teil gesehen haben: Ansprechende Geschicklichkeitspassagen, spannende Verwandlungsmöglichkeiten, knackige Bosskämpfe und eine stets motivierende Suche nach den letzten Geheimnissen der Spielwelt. Sollte WayForward nichts an dieser Formel geändert haben, erwartet mich hier mit großer Sicherheit ein weiteres kompakt verschnürtes und tolles Abenteuer auf mich.

Review: Dragon Ball Super (Vol. 7, Episoden 95–112)

Nachdem Publisher Kazé Anime die sechste Volume der Anime-Serie Dragon Ball Super im November 2019 veröffentlicht hat, dauerte es ganze drei Monate, bis die siebte Ausgabe im Februar 2020 auf die Fans losgelassen wurde. In dieser dreht sich alles ums Turnier der Kraft.

Dragon Ball Super knüpft in der 95. Folge an die Entwicklung des vorherigen Episodenpakets an. Da sich Majin Bū immer noch mitten in einem Nickerchen befindet, sind Protagonist Son Gokū und seine Freunde für das anstehende Turnier der Kraft, bei dem das Schicksal ihres Universums auf dem Spiel steht, auf der Suche nach einem weiteren Mitstreiter. Mittlerweile ist die Situation derart aussichtslos, dass sich Gokū zu Uranai Baba aufmacht. Mit ihrer Hilfe gelingt es ihm, in die Hölle zu reisen und seinen Erzfeind Furīza zurück ins Diesseits zu holen – einen Tag lang soll dieser ihre Rivalität vergessen und an der Seite von Gokū kämpfen, da auch sein Fortbestehen auf dem Spiel steht. Sollten die Kämpfer des siebten Universums verlieren, wird das siebte Universum aufhören zu existieren. Da dies auch nicht im Interesse von Furīza ist, schließen sie sich zusammen. Allerdings verlangt Furīza im Gegenzug für die Hilfe, dass ihn Gokū nach dem Sieg mit den titelgebenden Dragon Balls wiederbelebt. Auch wenn der Schurke dies nicht verdient hat, und wie schon die 95. Episode zeigt auch wohl nie verdienen wird, willigt Gokū ein. Kurz nachdem sie die Hölle verlassen haben, werden sie von Auftragsmördern des neunten Universums attackiert, um einen Vorteil beim Turnier der Kraft zu erlangen. Hier wird direkt deutlich, wie stark Furīza in seiner goldenen Form tatsächlich ist.

Battle Royale

Mit welchen hinterhältigen Mitteln der gemeingefährliche Furīza versucht, aus dem Pakt mit Gokū auszutreten, soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden. Gokū kann allerdings von Glück reden, dass Birusu und Uisu auf der Suche nach ihm sind, da das Turnier der Kraft in Bälde beginnen wird. Die Arena setzt sich mehr und mehr zusammen – und kurz darauf werden für den Zuschauer passend dazu auch noch einmal die Regeln in den Vordergrund gerückt. Das gesamte Turnier dauert zum Beispiel nur kurze 48 Minuten an. Langjährige Fans des Franchises dürften aber sehr wohl wissen, dass das Kampfgeschehen hier zeitdehnend erzählt wird. Im Gegensatz zu den ganzen Kampfsportturnieren aus der ursprünglichen Serie treten hier jedoch nicht nacheinander je zwei Kämpfer in den Ring, um sich an die Spitze zu kämpfen. Beim Turnier der Kraft springen gleich achtzig Haudegen in die Arena, um sich nach den typischen Battle-Royale-Regeln zu bekämpfen. Dadurch werden die kurzen 48 Minuten wieder relativiert, da das Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird. Das heißt, dass in einem Moment noch der Kampf zwischen Cyborg C17 und der Kämpferin Kakunsa aus dem zweiten Universum über den Bildschirm flimmert, während im nächsten Augenblick Gokūs Sohn Son Gohan gegen den bärigen Botamo antritt. Mehr Kämpfe gab es noch nie!

Schlag auf Schlag

Wie anhand dieser Entwicklung zu erkennen ist, liegt der Fokus diesmal auf Kämpfen und der Inszenierung von Kampftechniken. In puncto Story entwickelt sich die Anime-Serie leider so gut wie gar nicht weiter. Dennoch sollte bei diesem Spektakel in Dragon Ball Super an keiner einzigen Stelle vergessen werden, dass das Turnier der Kraft nur zur Belustigung von Zen’ō, dem König von Allem stattfindet. Er und sein anderes Ich aus der alternativen Zeitlinie feuern die Kämpfer zwar unermüdlich an, doch müssen sie in den vorliegenden Episoden gleich mehrfach ihre ungeheure Kraft demonstrieren, ein ganzes Universum von einer Sekunde auf die andere verschwinden zu lassen. Das ist trotz oder gerade wegen der dahintersteckenden Tragik recht unspektakulär, aber vielleicht gerade deshalb so beeindruckend. Optisch befindet sich die Anime-Serie nach wie vor auf demselben Stand. So ist der markante Zeichenstil von Toriyama Akira an allen Ecken und Enden stets zu erkennen, die Animationen können jedoch nur selten mit denen von Dragon Ball Z Kai und Co mithalten. Immerhin überzeugt die Akustik in den brenzligen Kämpfen insofern, dass der Zuschauer umso stärker mitfiebert. In puncto Bonusmaterial liegen der siebten Volume von Dragon Ball Super zwei Postkarten und ein Episodenguide als Booklet bei, um die chronologische Kampfreihenfolge zu verinnerlichen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Dragon Ball Super erreicht in der siebten Volume endlich den seit einigen Folgen erwarteten Höhepunkt: Das Turnier der Kraft. Voll und ganz stehen bei diesem Event Kämpfe und Kampftechniken im Mittelpunkt, bei dem Schöpfer Toriyama Akira ein weiteres Mal aus seinem kreativen Fundus schöpfen, gar seine bisherigen Grenzen überwinden kann. Teleportationen, Zeitsprünge, Blitzangriffe, Zaubersprüche und Verführungstechniken – hier werden alle Möglichkeiten genutzt. Die Dramatik spitzt sich beim furiosen Turnier insofern stets weiter zu, indem alle paar Episoden ein neues Universum von Zen’ō ausgelöscht wird. Hinzu kommt, dass mit dem Ausscheiden der Kämpfer die Elite übrig bleibt und das Turnier stets spannender wird. Diese Entwicklung wird sich in der achten Serienbox definitiv noch zuspitzen. Wer den starken Fokus auf Kämpfen nicht mag und auch eine interessante Story erwartet, kann von der siebten Volume leicht enttäuscht sein, denn in puncto Story entwickelt sich Dragon Ball Super hier nicht weiter. Ein Umstand, den vermutlich auch die achte Serienbox treffen wird. Kampfenthusiasten wird es aber sicherlich freuen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Super (Vol. 7, Episoden 95–112)!

Review: Saga of Tanya the Evil (Vol. 3)

Im Monatstakt veröffentlichte der hiesige Publisher Kazé Anime zwischen September und November 2019 die Anime-Serie Saga of Tanya the Evil. Mit der dritten Volume wird das Ende der Serie erreicht, das mit noch weitaus größeren Gräueltaten schockiert.

Saga of Tanya the Evil schildert auch in der dritten und leider letzten Volume die Geschichte eines ermordeten japanischen Geschäftsmanns, der in einer fiktiven Welt, die dem Europa des frühen 20. Jahrhunderts ähnelt, wiedergeboren wird. In der Haut des jungen Mädchens Tanya Degretschow erhält er von Gott den Auftrag, so lange wie möglich zu überleben, um aus der anhaltenden Kriegshölle zu entkommen und ebenso das Recht auf eine weitere Wiedergeburt zu erhalten. Zeitlich ist die Story der Anime-Serie inzwischen im Mai 1925 nach der fiktiven Vereinigungszeitrechnung angekommen. In der ersten Episode der dritten Ausgabe wird Tanya, die mittlerweile im Rang eines Majors Entscheidungen trifft, mitgeteilt, dass sich die Truppen des Imperiums von der Westfront am Rhein zurückziehen werden. Das heißt jedoch nicht, dass sich die Lage entspannt oder der Krieg als verloren eingestuft wird. Stattdessen will die oberste Heeresleitung mit der sogenannten Operation „Nebel und Sonne“ lediglich die feindliche Hauptstreitmacht hervorlocken, um sie mit einem Angriff vernichtend zu schlagen. Es sollen so viele Gegner wie nötig erledigt werden, um den weiteren Vorstoß zu verhindern, zumal bereits ein Weltkrieg droht, wie am Ende der achten Episode von Saga of Tanya the Evil mit einer Szene, die in den Vereinigten Staaten spielt, bereits angedeutet wurde.

Möglichkeiten des Neuen und Unbekannten

Obwohl die bisherigen Geschehnisse in der Anime-Serie schon schrecklich genug waren, legt die dritte Volume noch eine Schippe drauf. Allen voran liegt das am technischen Fortschritt, von dem auch die Magier profitieren. Der durchtriebene Wissenschaftler Dr. Schugel hat die Waffe V1 erfunden: Auch wenn der Begriff „Vergeltungswaffe 1“ in Saga of Tanya the Evil in dieser Form nicht fällt, darf aufgrund der optischen Gestaltung der Waffe stark davon ausgegangen werden, dass sich das Nut Animation Studio an der im Zweiten Weltkrieg von den Nationalsozialisten eingesetzten Waffe orientiert hat. Mit dem Durchbruch der Schallmauer, gegen die die Magier natürlich gefeit sind, gelingt es Tanya und ihrem Trupp in der Operation „Angst und Schrecken“ wichtige Stützpunkte des Feindes in die Luft zu jagen – und damit dem Imperium zu einem großen Schritt auf dem Weg zum Sieg zu verhelfen. Die Hauptfigur bleibt bei ihren Aktionen nach wie vor rücksichtslos und bezeichnet Gott als Sadisten, da er sie in diese Situation gebracht hat. Andernfalls bittet sie ihn auch um Beistand, wenn sie in der Klemme steckt. Hinzu kommt, dass Tanya mit einem Gegenspieler konfrontiert wird, der von Gott den Auftrag erhalten hat, sie respektive den „Teufel vom Rhein“ auszuschalten. Wer im Namen des metaphysischen Wesens sein Leben lässt, sollte der Zuschauer selbst sehen.

Krieg bleibt immer gleich

Mit der ungeschönten Darstellung von zahlreichen Verletzungen, Verkrüppelten und Toten ist die Kriegsatmosphäre auch in der letzten Volume in jeder Minute zu spüren. Gegen Ende der Serie beißen sich sogar die politischen Ansichten des Oberkommandos und Tanyas militanter Einstellung so sehr, dass auf einmal eine ganze Welt für sie zusammenbricht. Dargestellt wird das Kriegsgeschehen im bildschirmfüllenden 16:9-Format mit braunen und grauen Farbtönen, die den positiven Nebeneffekt haben, dass der Zuschauer die erzählte Zeit besser greifen kann. Nicht vergessen werden darf hierbei der fantastische Soundtrack, der in den wichtigsten Szenen hervorragend aus den Lautsprechern trällert und die Atmosphäre so stimmungsvoll untermalt, wie es die deutschen und japanischen Synchronsprecher mit ihren Stimmen schaffen. Neben den vier und jeweils ungefähr 24-minütigen Episoden liegt auf der Blu-ray Disc jedoch kein weiteres Material vor. Boni, die die Umsetzung von der Light Novel zum Anime zeigen oder sich gar mit dem Krieg in der Realität auseinandersetzen, wären äußerst wünschenswert gewesen, fehlen allerdings. Dafür erhält der Käufer ein letztes Mal ein 36-seitiges Booklet mit weiteren Informationen zur Anime-Serie. Wie in Valkyria Chronicles 4 oder The Man in the High Castle funktioniert alternative Geschichte auch in Saga of Tanya the Evil wirklich gut, weshalb jeder mit einem Faible für Parallelwelten und Co hier unbedingt zugreifen sollte.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Alternative Geschichtsschreibung ist nach wie vor ein sehr interessanter Ansatz, der auch in Saga of Tanya the Evil sehr gut funktioniert. In der dritten und leider auch schon letzten Volume funktioniert das sogar noch etwas besser, da sich jetzt auch Elemente des Ersten mit denen des Zweiten Weltkriegs verbinden. Mit den neuen technologischen Möglichkeiten, wie der V1-Rakete und dem Einsatz vom Panzern, ist das gefährliche Ausmaß des Krieges für den Zuschauer noch furchteinflößender zu erkennen. Leider endet Saga of Tanya the Evil mit der zwölften Episode halbwegs offen, zumal auch die Light-Novel-Vorlage bis heute erscheint. Wer die ersten beiden Volumes gesehen hat, sollte auch beim dritten Episodenpaket zugreifen. Dennoch bleibt unterm Strich nur zu hoffen, dass irgendwann noch eine zweite Staffel dieser großartig inszenierten Anime-Serie folgt, da das Szenario von Saga of Tanya the Evil so viel hergibt und unbedingt fortgesetzt werden muss!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Saga of Tanya the Evil (Vol. 3)!

Prime Time: Fairy Tail – Box 7 (Unboxing)

Da wir zur Anime-Serie Fairy Tail bereits sechs Unboxing-Videos zu den ersten sechs Ausgaben produziert haben, wollen wir euch auch ein Filmchen zur siebten Serienbox nicht schuldig bleiben. Unser Chefredakteur hat die siebte Volume ausgepackt und stellt euch Haptik und Optik im Video vor. Viel Spaß beim Anschauen!

 

Review: Trials of Mana

1995 erschien mit Seiken Densetsu 3 in Japan eines der schönsten Rollenspiele seiner Zunft. Das seit 2019 als Trials of Mana bekannte Spiel schaffte nach 24 Jahren endlich den Sprung nach Europa und Nordamerika. Nur ein Jahr später verblüfft Square Enix einmal mehr und reicht zu diesem Klassiker eines der besten und vor allem sinnvollsten Remakes nach.

Angesiedelt in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt schildert das Rollenspiel Trials of Mana die Schicksale von sechs Helden. Welche Geschichten dabei genauer beleuchtet werden, hängt stark davon ab, für welchen Haudegen wir uns zu Beginn des auf über dreißig Spielstunden ausgelegten Abenteuers entscheiden. Neben dem Protagonisten dürfen wir zudem zwei Begleiter aus dem Sechserpack ernennen, die sich uns im Handlungsverlauf anschließen. Die nicht für die Gruppe auserkorenen Recken tauchen in der Spielwelt nur als Randnotiz auf. Entscheiden wir uns beispielsweise für den Ritter Durand, erleben wir im Auftakt hautnah mit, wie seine Heimatstadt Valsena vom ominösen Purpurmagier mitsamt Schergen attackiert wird. Geplagt von Schuldgefühlen, seine Kameraden beim Angriff nicht beschützen zu können, zieht er hinaus in die Welt, um neue Stärke zu sammeln. Wollen wir stattdessen lieber mit der zunächst zauberunfähigen Magierin Angela starten, erfahren wir hingegen, wie ihre Nation Altena den fürchterlichen Angriff auf Valsena plant und sie dabei geopfert werden soll. Da sie sich nirgends zugehörig fühlt, zieht auch sie aus in die Welt. So und nicht anders lassen sich die Hintergründe der Helden erklären, von denen jeweils zwei Charaktere, wie am Beispiel von Durand und Angela zu erkennen ist, einen gemeinsamen Feind haben, denen sie sich für ihre persönliche Entwicklung stellen müssen. Das erhöht den Wiederspielwert von Trials of Mana enorm, wenn das Remake hier sogar einen kleinen Schritt weiter als das Original geht.

Inflationäre Erkundung der Spielwelt

Während Trials of Mana auf dem Super Nintendo den Prolog exklusiv dem gewählten Helden vorbehält, können wir uns im Remake kurz nach der ersten längeren Begegnung mit unseren Mitstreitern auch dafür entscheiden, ihren Prolog nachzuspielen. Schade ist hierbei lediglich, dass wir die gesammelten Erfahrungspunkte, Gegenstände und Lucre, der Währung der Fantasy-Welt, nicht ins laufende Spiel übertragen können. Das macht ein wenig die Immersion des Spiels kaputt, die äußerst gut gelungen ist. Während wir die Super-Nintendo-Version vollkommen aus der leicht versetzten Vogelperspektive spielen, steuern wir unseren Helden im Remake bis auf wenige Ausnahmen aus der Third-Person-Perspektive. So haben wir sehr viel mehr das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein, da wir ständig dazu angehalten werden, auch mal hinter ein Haus, einen Baum oder Sträucher zu schauen, um auch keine Schatztruhe oder Kleinkram zu übersehen. Den Entwicklern ist es vortrefflich gelungen, das Spielgefühl des ursprünglichen Werks von 1995 ins Jahr 2020 zu übertragen und angenehm zu gestalten. Auch wenn wir im Gegensatz zum Original mit Items inflationär überhäuft werden, macht das Erkunden bis in die letzten Winkel der Spielwelt sehr viel Spaß. Da können wir dem Spiel auch das fehlende Übertragen des Spielfortschritts aus den Prologen der beiden Begleiter verzeihen, da die Schatzsuche von der ersten bis zur letzten Minute voll und ganz überzeugt.

Breitgefächerte Individualisierungsmöglichkeiten

Ein weiterer und noch viel wesentlicher Aspekt von Trials of Mana sind die zahlreichen und vor allem actionreichen Echtzeitkämpfe, in denen es jetzt auch auf Sprungattacken und Ausweichen ankommt. Sobald wir eine Örtlichkeit verlassen, lauern auf der Straße zwischen den Städten und Dörfern mal mehr und mal weniger gefährliche Monster auf uns. Diese bearbeiten wir auf der einen Seite mit gewöhnlichen und heftigen Angriffen und auf der anderen Seite mit Spezialtechniken und Magie. Je mehr wir kämpfen, desto mehr Energie sammeln wir durch das Aufsammeln von kristallsplitterartigen Objekten an, um so kräftige Attacken zu entfesseln. Zaubersprüche verbrauchen hingegen Magiepunkte, doch egal für welche Angriffsmethode wir uns auch entscheiden, die Fähigkeit müssen wir vor dem Einsatz durch Stufenaufstiege erlernt haben. Für jedes Level-up erhalten wir Lernpunkte, die wir in verschiedene Kategorien investieren dürfen. Um bestimmte Zaubersprüche zu erlernen, ist es zudem nötig, zuvor den dazugehörigen Elementargeist aufzuspüren, über die wir jedoch alle im Verlauf der Handlung zwangsweise früher oder später stolpern. Hier unterscheiden sich die beiden Versionen von Trials of Mana aber stark, da auf dem Super Nintendo beim Stufenaufstieg lediglich einzelne Attribute verbessert werden. Zudem sind dort direkt alle Zaubersprüche für die magiebegabten Helden verfügbar, sobald der jeweilige Elementargeist mit von der Partie ist. Im Gegensatz dazu lässt das Remake mehr Individualisierungen zu.

Programmierbare Begleiter

Ein großer Pluspunkt des Remakes ist allerdings, dass die Auseinandersetzungen mit der fantasievollen Monsterfauna wesentlich flüssiger ablaufen als im ursprünglichen Rollenspiel. Während im Original bei der Verwendung eines Items oder beim Wirken eines Zauberspruchs die Zeit eingefroren wird, um das Augenmerk auf die Effekte zu legen, fällt diese Wartezeit im Remake glücklicherweise weg und radiert damit einen nicht mehr zeitgemäßen Makel aus. Wir freuen uns allerdings auch darüber, dass sich Square Enix an alte Tugenden erinnert und das Ringmenü aus der Versenkung der Rollenspielwelt zurückgeholt hat. Wollen wir eine Aktion abseits eines vorher auf vier respektive acht Slots festgelegten Befehls ausüben, öffnen wir das ringförmige Menü am unteren Bildschirmrand und dürfen in aller Seelenruhe unseren nächsten Schritt planen. Dies gilt im Übrigen auch für unsere beiden Mitstreiter, denen wir so im Kampf Befehle erteilen dürfen. Es sei denn, wir wollen sie lieber selbst kontrollieren und wechseln auf Knopfdruck einfach zwischen den Figuren. Daneben ist es aber auch problemlos möglich, die Begleiter vorab zu programmieren. So dürfen wir unter anderem einstellen, bis zu welchem Prozentsatz an Magiepunkten sie Zaubersprüche wirken dürfen, sie eher offensiv oder defensiv agieren sollen und wie der Einsatz von Gegenständen geregelt ist. In der Praxis funktioniert das ordentlich, doch auf der sicheren Seite sind wir natürlich nur, wenn wir das Kampfgeschehen stets selbst analysieren und somit zum richtigen Zeitpunkt auch eingreifen. Die Zwei-Spieler-Option des Originals wurde ersatzlos gestrichen.

Sinnvolles Remake trotz technischer Defizite

Obwohl die märchenhafte Story im Jahr 2020 keinen Preis für Originalität gewinnt, erreicht der Titel eine solide Spieltiefe. Vor allem der mehrfache Klassenwechsel, der im Remake sogar rückgängig gemacht werden kann, sticht positiv hervor. Die Gefahr, eine schlechte Entscheidung zu treffen, die in der 16-Bit-Version fatal sein kann, gehört der Vergangenheit an. In sonstigen Belangen fühlt sich Trials of Mana wie ein japanisches Rollenspiel der 1990er-Jahre an, das an heutige Standards angeglichen wurde. So begrüßen wir, dass das chaotische und verschachtelte Menü einem aufgeräumten und strukturierten Menü gewichen ist. In technischer Hinsicht sind Original und Remake nicht vergleichbar. Im Gegensatz zur schwächeren Nintendo-Switch-Fassung läuft das Remake auf dem PC jedoch butterweich und mit satteren Farben als auf der Hybridkonsole. Fraglich ist dennoch, warum es in seltenen Fällen auch verwaschene Texturen es in die PC-Fassung geschafft haben und die Gesichtsanimationen dort ebenfalls hölzern ausfallen. Immerhin sind die wichtigsten Dialoge und inneren Monologe der Helden komplett auf Englisch und Japanisch vertont, wobei wir hier klar zur japanischen Synchronisation raten, da die englische Variante durchgehend lustlos wirkt. Wem derlei Lappalien nicht stören, kommt dank des überarbeiteten und tollen Soundtracks, der wahlweise in der stimmungsvollen 16-Bit-Variante erklingt, dank zahlreicher Verbesserungen wahrlich in den Genuss eines der besten und vor allem sinnvollsten Remakes aller Zeiten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-, Nintendo-Switch-, und Super-Nintendo-Fassung): Trials of Mana ist sowohl in der ursprünglichen als auch in der überarbeiteten Version eines der besten und erinnerungswürdigen Rollenspiele. Zwar mag die Story hier und da altbacken wirken, das Spielgefühl ist aber nach wie vor äußerst frisch. Das liegt zum einen daran, dass ich die sehr verspielte Welt von Trials of Mana aus der Third-Person-Perspektive erkunde und damit in jeder Sekunde dazu angehalten werde, die Augen stets nach Items und Schatztruhen offen zu halten. Zum anderen fühlen sich die Kämpfe wesentlich besser und vor allem flüssiger an. Der Verbrauch von Gegenständen und das Wirken von Zaubersprüchen verschlingt nun keine Zeit mehr, die mir auf dem Super Nintendo vor allem in ausufernden Kämpfen gerne mal den letzten Nerv raubt. Ich muss stets taktieren und mich auf das Gegnerverhalten einstellen, was dem Spiel wirklich gut tut. Ebenso gefällt mir der überarbeitete Soundtrack, der dem Original verblüffend ähnlich ist. Wer sich mit diesem dennoch nicht anfreunden kann, hat ebenso die Möglichkeit, ihn im Optionsmenü gegen die 16-Bit-Melodien zu tauschen. Unter technischen Gesichtspunkten hinkt die Switch-Fassung den Versionen für den PC und die PlayStation 4 etwas hinterher, was jedoch nur leicht am sonst außerordentlich positiven Gesamtbild kratzt, denn auf allen Plattformen macht das Spiel sehr viel Spaß!

Review: The Ancient Magus Bride (Vol. 1)

Obwohl die Manga-Reihe Die Braut des Magiers beim Verlag Tokyopop erscheint, konnte sich der hiesige Publisher Kazé Anime die Rechte für die Anime-Serie sichern. Die erste Volume von The Ancient Magus Bride erschien im November 2019 und lässt die Zauberei beginnen.

Im Mittelpunkt der Erzählung von The Ancient Magus Bride steht die fünfzehnjährige Hatori Chise, der zu Beginn der Handlung auf vermeintlich freiwilliger Basis Ketten angelegt und für fünf Millionen Pfund Sterling an den zunächst undurchschaubaren Elias Ainsworth versteigert wird. Er hält sie weder als Sklavin noch als Dienerin – und behandelt sie außerordentlich mit Respekt und Anstand, sieht sie sogar als Teil seiner Familie. Letzteres ist für Chise von ganz besonderer Bedeutung, da sie ihre letzten lebenden Verwandten nicht als Familie ansieht. Stattdessen will der Magier sie in seinem Haus außerhalb Londons als seine neue Schülerin unterrichten. Als eine Slay Vega zieht sie fantasievolle Wesen wie Feen magisch an, woher wohl auch das Interesse von Elias rührt. Hinzu kommt, dass er Chise nicht nur ausbilden, sondern auch noch ehelichen will, womit dann auch der Titel The Ancient Magus Bride geklärt sein dürfte. Ironischerweise tickt Chise am Ende der ersten Episode, in der Elias seinen Plan offenbart, nicht aus. Stattdessen lässt sie alles auf sich zukommen und konzentriert sich in erster Linie auf ihre Ausbildung zur Magierin. Moralische Unterstützung erhält Chise unter anderem von der Magierin Angelica Barley, die sie in die Grundlagen einweist. Elias bemüht sich aber ebenso, um zu Chise vorzudringen und mehr über das Mädchen zu erfahren.

Besonnene, charmante und ruhige Erzählung

Handlungstechnisch bauen die ersten Episoden von The Ancient Magus Bride logisch und stringent aufeinander auf. Beispielsweise reisen Chise und Elias in der zweiten Serienfolge nach Island, um ein Drachennest aufzustöbern. Bei diesem Unterfangen wird Chise von einer der legendären Kreaturen mitsamt Drachenreiter entführt, wodurch sich in der dritten Episode die Story diesbezüglich weiterentwickeln kann. Wer bei dieser Umschreibung eine Handlung voller Dramatik und Romantik erwartet, wird vermutlich enttäuscht. Die Anime-Serie vom Wit Studio, das sich auch für Attack on Titan oder Kabaneri of the Iron Fortress verantwortlich zeigt, erzählt gegen alle Erwartungen eine ruhige und entspannende Geschichte, die sich in ihrer Exposition sehr viel Zeit nimmt, um die Ausgangslage zu schildern und Charaktere zu zeichnen. Aufgrund der Erzählweise, die selbst ernste Angelegenheiten locker präsentiert, bleibt in The Ancient Magus Bride an mehreren Stellen Platz für Humor. Unter anderem wird Elias’ Kopf, der das bedrohliche Aussehen eines Wolfsschädels mit den Hörnern einer Ziege hat, während eines Gesprächs mit dem Priester Simon Callum einfach abgedeckt. An anderer Stelle ist wiederum die Erklärung, die Chise bezüglich der Flugunfähigkeit der Menschen an die Drachenkinder gibt, genauso charmant wie die besonnene und ruhige Erzählweise.

Vielschichtige Reflektion der Innenwelt

Wenig überraschend für ein Werk vom Wit Studio sind die Charaktere in The Ancient Magus Bride detailliert gestaltet und fügen sich hervorragend in die vielschichtige Geschichte um Hoffnung, Verlust, Trauer und Lebensfreude ein. Lediglich diverse Hintergründe sind zu steril und hätten etwas mehr Abwechslung verdient. Schade ist ebenfalls, dass in der deutschen Vertonung ein paar englische und japanische Begriffe falsch ausgesprochen werden. Warum das bei der Synchronisation nicht auffiel, ist fraglich. So wird der Zuschauer regelmäßig aus der zauberhaften Atmosphäre herausgerissen, obwohl allen voran die deutschen Synchronsprecher Franciska Mirka Friede und Achim Buch wie gemacht für ihre Rollen Chise und Elias zu sein scheinen. Besonders in den zahlreichen emotionalen Szenen vermitteln sie dem Zuschauer einen authentischen Blick in die Innenwelt der Charaktere. Wer auf eine korrekte Aussprache wert legt, sollte hingegen unbedingt die japanische Sprachfassung auswählen. Hier darf sich der Zuschauer wiederum über die Stimmen von Tanezaki Atsumi und Takeuchi Ryōta freuen, die den Figuren vor einer verträumten musikalischen Kulisse nicht weniger Persönlichkeit verleihen. Neben der physischen Sammelbox der Limited Edition fällt der digitale Bonus mit einem Clean Opening und einem Clean Ending leider sehr marginal aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): The Ancient Magus Bride ist nicht das, was der Titel der Anime-Serie suggeriert. Dramatik, Romantik und alles was damit zu tun hat, ist in den ersten sechs Episoden aufs Nötigste reduziert. Stattdessen konzentriert sich die Erzählung auf die Charakterisierung von Chise und Elias, baut dabei Stück für Stück ihre Beziehung aus und schickt die Figuren in verschiedene Situationen, die sie lösen müssen. Positiv fällt auf, dass die einzelnen Geschichten trotz unterschiedlicher Inhalte aufeinander aufbauen. Die verschiedenen Akzente, die diese kleinen Geschichten setzen, werden vor allem von Chise reflektiert, was die Figur unglaublich menschlich erscheinen lässt. Somit ist der Serienauftakt, abgesehen vom mageren Bonusmaterial, sehr gelungen und macht Lust auf die kommenden 18 Episoden von The Ancient Magus Bride!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Ancient Magus Bride (Vol. 1)!

Review: Star Wars: Jedi Knight – Jedi Academy

Mittlerweile ist die Nintendo Switch nicht nur für ihre vielen Independent-Spiele im eShop bekannt, sondern auch von Portierungen von jahrzehntealten Titeln, die ihr Debüt auf einer Nintendo-Plattform feiern. Diesmal ist Star Wars: Jedi Knight – Jedi Academy an der Reihe.

Erstmals wurde Star Wars: Jedi Knight – Jedi Academy im Jahr 2003 für den PC und die Xbox veröffentlicht. Im Gegensatz zum zweiten Teil, Star Wars: Jedi Knight II – Jedi Outcast, erschien das Spiel nicht mehr für den GameCube. Star-Wars-Fans, die bis heute keine Option hatten, den mittlerweile als Klassiker zu bezeichnenden Titel nachzuholen, bekommen auf der Switch seit dem 26. März 2020 endlich ihre Chance. Zeitlich ist das nicht leicht in ein Genre einzuordnende Spiel zehn Jahre nach der Schlacht von Endor und damit dem Abschluss der ursprünglichen Filmtrilogie einzuordnen. Luke Skywalker hat den Jedi-Orden wiederbelebt und die titelgebende Akademie gegründet, um eine neue Generation an Machtbegabten auszubilden. Wir schlüpfen allerdings nicht in die Haut des bekannten Helden, sondern in die Rolle von Jaden Korr. Diese Figur dürfen wir vor dem eigentlichen Spielbeginn mit Hilfe eines rudimentären Baukastens selbst zusammenschustern und dabei Ethnie, Aussehen und die Farbe unseres Lichtschwerts aussuchen. Im Auftakt erfahren wir, dass wir das Schwert ganz ohne Anleitung konstruieren konnten und uns unter anderem wohl deshalb auf den Weg zur Akademie machen. Dorthin unterwegs wird unser Raumschiff jedoch abgeschossen, weshalb der Beginn unserer Ausbildung zum Jedi von Anfang an stark überschattet wird.

Auf zum nächsten Reiseziel

Während sich die Ausbildung zum Jedi mit erlernbaren Fähigkeiten wie Machtblitzen im Grunde durchs ganze Spiel zieht, steht im Fokus von Jedi Academy zunächst eine Einführung. In dieser lernen wir die Grundlagen des Spiels kennen. Hier macht sich das Alter des Titels aber deutlich bemerkbar: So erklärt das Spiel zwar, welche Aktion wir ausführen sollen, aber nicht, wie wir diese ausführen. Das heißt, dass wir in den ersten Spielminuten mehrfach die Steuerung im Hauptmenü überprüfen und im besten Falle verinnerlichen müssen. Aus heutiger Sicht mag das umständlich erscheinen, ist nach wenigen Minuten aber ein vernachlässigbarer Kritikpunkt. Haben wir das Training hinter uns gebracht, erfahren wir von Luke Skywalker und Kyle Katarn, dem Helden aus Jedi Outcast, mehr über einen aufsteigenden Sith-Kult. Um diesen zu bekämpfen, reisen wir quer durch die Galaxis an bekannte Handlungsorte des Franchises. Positiv fällt auf, dass wir diese Reiseziele halbwegs in freier Reihenfolge angehen dürfen. Uns steht es also frei, ob wir uns erst auf dem Wüstenplaneten Tatooine mit Söldnern anlegen, Sprengstoffladungen auf dem Planeten Bakura entschärfen oder auf Han Solos Heimatwelt Corellia versuchen, mehr über den verdächtigen Kult herauszufinden. Bei diesem atmosphärischen Unterfangen treffen wir hin und wieder auch auf bekannte Star-Wars-Charaktere wie etwa Wookie Chewbacca oder Kopfgeldjäger Boba Fett.

Ausgelegt auf Kenner des Franchises

Wer die klassische Filmtrilogie des Franchises nicht kennt und nicht einmal den Vorgänger gespielt hat, wird an Jedi Academy aufgrund dieser Orte, Namen und sonstiger Termini nicht sonderlich viel Spaß haben. Das Spiel erwartet, in den großen Kosmos der Weltraumoper abzutauchen und setzt voraus, mit den entsprechenden Begrifflichkeiten vertraut zu sein, auch wenn die Handlung fast zwei Jahrzehnte nach der Erstveröffentlichung nicht mehr zum offiziellen Star-Wars-Kanon gehört. Wem diese Verbindungen aber nicht so wichtig sind, darf sich dennoch auf angenehmes und weitgehend leicht von der Hand gehendes Gameplay freuen. So metzeln wir uns mit unserem Lichtschwert durch Sturmtruppen, Tusken-Räuber und Co. Wahlweise stehen uns auch Schusswaffen zur Verfügung, um unsere Feinde aus der Ferne anzugreifen. In den einzelnen Spielabschnitten von Jedi Academy müssen wir diverse Ziele erreichen, wie das Abschalten eines Traktorstrahls oder die Rettung eines Droiden. Letztere Aufgabe bleibt uns ganz besonders im Gedächtnis, da sie stellvertretend für die zusammenhängende Level-Architektur steht. So müssen wir einen von Sandleuten gestohlenen Sandkriecher infiltrieren, den Droiden im Innern finden und am Ende wieder verlassen, was nahtlos funktioniert und überaus vorbildlich für das Gamedesign der frühen 2000er-Jahre ist. Zudem laden die selten linearen Abschnitte stark zum Erkunden ein.

Zwei Seiten der Macht

In puncto Steuerung ist Jedi Academy ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist die Schussmechanik mehr als fair. Lasergeschosse flitzen schnell durch die Luft und lassen uns genügend Zeit zum Ausweichen. Zudem achtet das Spiel penibel darauf, dass sich der Feind genau im Fadenkreuz befinden muss, damit wir treffen. Selbiges gilt auch für unseren Gegner, der sich ebenso bemühen muss. Je nachdem ob wir das Spiel aus der Ego- oder Third-Person-Perspektive spielen, zieht das Fadenkreuz allerdings zu langsam nach. Auf der anderen Seite fühlen sich gerade die Kämpfe mit unserem Lichtschwert viel zu ungenau an, denn die Animation beim Herumwirbeln kaschiert nur den Angriff. Das Trefferfeedback ist nicht ausgereift, sodass wir einen Treffer erst dann richtig signalisieren, wenn der Leib des Gegners zu Boden sackt. Unter technischen Gesichtspunkten gehört Jedi Academy zu den schönsten Titeln des Jahres 2003. Die Wechsel zwischen den Cutscenes sind aber zu holprig und reißen aus der dichten Star-Wars-Atmosphäre regelmäßig heraus, die vor allem mit John Williams’ markanter Filmmusik punktet. Wer der Kampagne überdrüssig wird, kann sich im Mehrspielermodus mit Computergegnern oder online mit fremden Spielern messen, sofern diese denn auffindbar sind. Schon kurz nach Release kam bei uns leider keine einzige Verbindung zustande, was den Nutzen des zwanzig Euro teuren Gesamtpakets schmälert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Star Wars: Jedi Knight – Jedi Academy verpackt Elemente des Ego-Shooter- und des Third-Person-Shooter-Genres in einem märchenhaften Action-Adventure mit Star-Wars-Flair. Auch wenn das Gameplay aus dem Jahr 2003 für sich genommen funktioniert, setzt die Geschichte darauf, dass Wissen zur klassischen Filmtrilogie oder zumindest zum Vorgänger vorhanden ist. Andernfalls werden viele Termini ein Buch mit sieben Siegeln bleiben und sich die regelmäßigen Rendezvous mit bekannten Star-Wars-Charakteren zu schlechten Dates entwickeln. Spieltechnisch bietet Jedi Academy mit vielen erlernbaren Jedi-Kräften, hitzigen Lichtschwertkämpfen und ausufernden Ballerorgien viel Action, die mir als Star-Wars-Fan – abgesehen von der hakeligen Steuerung und der mauen Einführung – auch gut gefällt. Jedi Academy kratzt lediglich im Detail, denn die holprigen Aneinanderreihungen von Cutscenes wären schon bei der Erstveröffentlichung vermeidbar gewesen. Schade finde ich auch, dass ich mit dem Mehrspielermodus keinen Spaß habe, da er auf der Switch anscheinend nicht gespielt wird. Fans des Franchises, bei denen sich vor allem Fans des alten Kanons angesprochen fühlen können, dürfen sich bei Jedi Academy über einen alternativen Story-Verlauf freuen.

Review: Cloudpunk

Science-Fiction hat sich nicht nur auf der Leinwand oder in der Literatur bewährt – das Genre ist selbst aus Videospielen nicht mehr wegzudenken. Die Untergattung Cyberpunk beeinflusst immer mehr Kunstschaffende, wie auch die Designer von Ion Lands für ihr Werk Cloudpunk.

Fliegende Autos zwischen Gebäuden, die meilenweit in den Himmel ragen, an allen Ecken und Enden Neonreklametafeln und dazu ein unaufhörlicher Dauerregen. Was nach einer beliebigen Szene aus dem Science-Fiction-Filmklassiker Blade Runner klingt, trifft ebenso auf das Spiel Cloudpunk vom deutschen Entwicklerstudio Ion Lands mit Sitz in Berlin zu. In der bunten Genre-Mischung, einem Action-Adventure-Cyberpunk-Rennspiel, schlüpfen wir in die Haut der frisch eingestellten Lieferbotin Rania, die für das titelgebende kriminelle Unternehmen Cloudpunkt arbeitet. Gerade erst ist sie aus dem Süden in die Megastadt Nivalis gezogen und muss sich dort – genau wie wir – erst einmal zurechtfinden. Kaum hat das Spiel begonnen, erhalten wir auch schon unseren ersten Auftrag. Wir sollen ein Paket an einer Stelle abholen und an einer anderen Stelle ausliefern. Dieses Gameplay wiederholt sich in Cloudpunk in den folgenden Spielstunden immer und immer wieder. So suchen wir uns zunächst einen Parkplatz, müssen von dort aus per pedes zum Auftraggeber laufen, das Paket einsacken, zurück zum Hova genannten Flugmobil schlendern, eine Route zum Zielpunkt finden, wieder aus dem Wagen steigen, den Zielort zu Fuß ausfindig machen und bei Übergabe die Bezahlung einstreichen. Das ist einerseits äußerst repetitiv, andererseits aber irgendwie entspannend.

In den luftigen Höhen von Nivalis

Insbesondere das Fliegen und Schweben mit unserem Hova durch die Straßenschluchten hat es uns angetan. Um den Auftrag möglich zeitsparend auszuführen, sollten wir die Schnellstraßen nutzen und erst dann verlassen, wenn wir uns dem Zielpunkt nähern. Allerdings dürfen wir uns in Cloudpunk wie in einem Open-World-Spiel nahezu völlig frei bewegen. Limitiert wird das Spektakel nur durch die Aufteilung der Spielwelt in verschiedene und voneinander isolierte Viertel und unsichtbare Begrenzungen nach oben und unten. Hier wäre mehr möglich gewesen, denn häufig wollen wir einfach nur die Stadt erkunden. Zudem reißen die – zugegebenermaßen kurzen – Ladezeiten zwischen den gelegentlichen Gebietswechsel aus der dichten Cyberpunk-Atmosphäre heraus, zumal beim Betreten eines neues neuen Areals unser Hova mitten auf der Straße stillsteht. Immerhin haben die Entwickler daran gedacht, dass die über Funk eingehenden Nachrichten von der Zentrale beim Laden nicht verloren gehen, sondern genau an der Stelle weiterlaufen, an der sie unterbrochen wurden. Die beiläufige und auf Deutsch untertitelte Kommunikation über Funk lässt sich in Cloudpunk aber nicht wie die ebenso komplett auf Englisch vertonten Dialoge mit Nicht-Spieler-Charakteren auf der Straße beschleunigen oder abbrechen, was nervig sein kann, wollen wir so einen Dialog beginnen.

Cyberpunk zum Einatmen

Abseits des Lieferdienstes können wir die Stadt frei erkunden und in den leicht verwinkelten Fußgängerpassagen auch Items finden. Vieles können wir bei Straßenhändlern verkaufen, da wir regelmäßig bare Münze benötigen, um Schäden an unserem Hova zu reparieren oder ihn aufzutanken – und wir können euch sagen, dass Sprit in der dystopischen Zukunft in Cloudpunk nicht gerade günstig ist. Manche Objekte entpuppen sich jedoch als Quest-Gegenstände, die wir für etwaige Nebenaufträge benötigen. Diese schalten wir frei, indem wir an den verschiedenen Orten von Nivalis mit anderen Personen sprechen. Auch wenn diese Nebenfiguren menschlich wirken, können sich dahinter auch Androiden oder künstliche Intelligenzen verbergen. Das passt wunderbar zur trostlosen Spielwelt, in der nur die Neonbeleuchtung und andere elektrischen Quellen mit Licht die Dunkelheit durchdringen. Wenn ihr den Stil von Filmen wie Sir Ridley Scotts Blade Runner oder Spielen wie der Shadowrun-Reihe mögt, werdet ihr auch mit dem optisch und akustisch ähnlich atmosphärischen Cloudpunk definitiv euren Spaß haben, sofern ihr euch mit der teils gewöhnungsbedürftigen Voxelgrafik anfreunden könnt. So fallen die Modelle der Nicht-Spieler-Charakter detailarm aus. Dafür erstrahlt die Megastadt Nivalis in vollem Glanz – und die ist schließlich der heimliche Star des Spiels.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Cloudpunkt erzählt vielleicht keine mitreißende oder gar epische Einzelgeschichte, berichtet jedoch an allen Ecken und Enden der Spielwelt über Einzelschicksale von Menschen, Androiden und künstlichen Intelligenzen. Das Szenario wirkt durchweg nachvollziehbar und versprüht wie beispielsweise der Film Blade Runner einen ganz eigenen Reiz. Nicht nur die zahlreichen Nebencharaktere verleihen Cloudpunk eine besondere Stimmung, auch die Megastadt Nivalis selbst überzeugt mit ihren tiefgehenden Straßenschluchten und großzügig verteilten Neonreklametafeln auf Englisch und Japanisch. Das Gameplay ist in meinen Augen aber zu repetitiv, da ich von Anfang bis Ende nur als Lieferbote herhalte, ohne dabei großartige Abwechslung zu erleben. Insbesondere die Abschnitte zu Fuß fallen mir hier negativ auf, doch sobald ich wieder hinter dem Steuer sitze, paralysiert mich das stilistisch durchdachte Cloudpunk dank der gelungenen Musikuntermalung von Harry Critchley regelrecht, zum nächsten Zielpunkt durch Nivalis zu fliegen – und das ist ein Gefühl, das ich in anderen Computer- und Videospielen in dieser Form noch nicht erlebt habe.

Vielen Dank an Ion Lands für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Cloudpunk!

Prime Time: Dragon Ball Super (Vol. 6, Unboxing)

Ein weiteres Mal möchten wir euch die Anime-Serie Dragon Ball Super in Form eines Unboxing-Videos vorstellen. In der sechsten Volume schlummern erneut ein Booklet mit Episodenguide und zwei Postkarten, die euch unser Chefredakteur ausgiebig präsentiert, damit ihr euch ein visuelles Bild davon machen könnt. Ob sie ihm in optischer und haptischer Hinsicht gefallen haben, erfahrt ihr in unserem Video. Viel Spaß!

Review: Food Wars: The Third Plate (Vol. 1)

Wer sich darüber geärgert hat, dass die zweite Staffel von Food Wars nur über 13 Episoden verfügte, darf bei Food Wars: The Third Plate aufhorchen. Die dritte Season kommt auf 24 Folgen, die den Werdegang von Protagonist Yukihira Sōma mit neuen Mahlzeiten fortführen.

An der grundlegenden Thematik hat sich auch in Food Wars: The Third Plate nichts getan, denn nach wie vor steht das Zubereiten von verschiedenen Mahlzeiten und das gegenseitige Übertrumpfen in Kochwettwerben im Fokus der Erzählung. Darin eingeschlossen ist der übereifrige Yukihira Sōma, der nach den Ereignissen am Ende der zweiten Staffel zurück an den Dreh- und Angelpunkt des Geschehens kehrt. Gemeint ist damit die Tōtsuki-Kochschule. An dieser findet das herbstliche Mondbankett-Festival statt, auf das sich alle Schüler fleißig vorbereiten. Auch hier gilt es erneut, mit den anderen Schülern respektive Köchen zu konkurrieren, um noch schmackhaftere Gerichte vorzubereiten, als es den Charakteren in den letzten Duellen möglich war. Der stärkste Gegner während der Festlichkeiten ist Kuga Terunori, der mit seiner chinesischen Küche jeden Kontrahenten aus dem Rennen schicken will. Dies führt natürlich dazu, dass Sōma unter allen Umständen besser sein möchte und fordert ihn heraus. Sollte es Sōma möglich sein, seinen Rivalen zu schlagen, würde dieser ihm sogar ein Shokugeki, sprich ein persönliches Kochduell, anbieten. Der Einstieg beginnt sehr turbulent, denn leider bedenkt Sōma nicht, dass er – sollte er mit seinem Feststand rote Zahlen schreiben – von der Schule fliegen wird. Daher muss Sōma jede Hilfe annehmen, die ihm geboten wird.

Spärliche Boni trotz bekanntem Gesamtbild

Storytechnisch bleibt es damit in der ersten Volume von Food Wars: The Third Plate bereits sehr spannend, da sich alles um das Vorbereiten aufs Fest, die Durchführung des Festivals und nicht zuletzt ums Konkurrenzdenken zwischen Sōma und Terunori dreht. Abseits des Trubels werden natürlich auch die zwischenmenschlichen Beziehungen der illustren Figuren ausgebaut und ihre Freundschaft gefestigt. Ebenso kommt die überdrehte Darstellung beim Verköstigen der mannigfachen Mahlzeiten hinzu, die wie für die Serie üblich auch leicht ins Erotische abdriften. So absurd das auch klingt, unterstreicht das für den Zuschauer zum einen den Geschmack der Mahlzeiten und zum anderen bleibt die Serie damit immer sehr humorvoll und sehr charmant inszeniert. Ein wenig schade und eigentlich schon unverständlich ist aber der äußerst geringe Umfang des Bonusmaterials. Während bei Food Wars: The Second Plate pro Volume noch mehrere Booklets beilagen, gibt es dieses Mal keinerlei kleine Heftchen mit weiterführenden Informationen zur Serie. In puncto digitales Bonusmaterial sieht es ebenfalls nicht sehr viel besser aus, denn neben dem Clean Opening und dem Clean Ending ist auf dem Datenträger rein gar nichts zu finden. Das schmälert zwar nicht die Qualität der Anime-Serie, aber dennoch das Erscheinungsbild der Veröffentlichung von Food Wars: The Third Plate.

Anime-Essen zum Anbeißen

Unter technischen Gesichtspunkten steht Food Wars: The Third Plate in der Tradition zu den ersten beiden Staffeln der Serie. So überzeugen die sechs Folgen der ersten Volume bereits mit fröhlichen und sehr satten Farben. Insbesondere die zubereiteten Gerichte der Charaktere erstrahlen in einem derart kunterbunten Glanz, dass ihr schmackhaftes Aussehen sehr positiv auffällt. Kaum ist eine neue Mahlzeit auf dem Bildschirm zu erkennen, knurrt auch schon der Magen des Zuschauers. Hinzu kommen hübsch gezeichnete Charaktere, die mit mal seichten und mal hektischen Animationen hervorragend zur Thematik passen. Die Umgebungen sind im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p des Weiteren wieder schön gestaltet und insbesondere in der Küche kommt der absolut typische Flair des Franchises auf. Sowohl der japanische Originalton als auch die deutsche Synchronisation liegen im Format DTS-HD Master Audio 2.0 vor. Bei den Synchronsprechern hat sich nicht viel getan. Fast alle Sprecher der ursprünglichen Besetzung sind mit von der Partie. Fans von Nakiri Erina sollten aber stark sein, denn in der japanischen Fassung hat Taneda Risa den Stab an Kanemoto Hisako weitergegeben. Diese haucht Erina aber ebenfalls reichlich Leben ein und macht den Stimmenwechsel in der gelungenen ersten Volume von Food Wars: The Third Plate erträglich.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Food Wars: The Third Plate gelingt es mit dem ersten Episodenpaket wunderbar, die Geschichte in der mittlerweile dritten Staffel recht gut fortzuführen. Mit dem Mondbankett-Festival steht ein neues Ereignis im Mittelpunkt der Erzählung, was für einen spannenden Wettkampf zwischen Hauptfigur Yukihira Sōma und seinem Rivalen Kuga Terunori sorgt. Zusammen mit dem übertriebenen Humor, der auch vor der einen oder anderen erotischen Anspielung keinen Halt macht, ergibt so ein sehr schickes Gesamtbild. Auch optisch weiß die Anime-Serie mit der Darstellung von diversen Gerichten zu überzeugen, die wieder so schmackhaft inszeniert sind, dass der Zuschauer gerne sofort in den Bildschirm springen möchte. So und nicht anders darf es auch in der zweiten von insgesamt vier Volumes weitergehen. Vielleicht überrascht die Serie dann ja auch noch mit dem Bonusmaterial, denn dieses ist im Staffelauftakt leider fast gar nicht vorhanden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Food Wars: The Third Plate (Vol. 1)!