Gamescom 2014: Pressekonferenzen im Überblick

Es ist wieder Gamescom-Zeit. Eine Woche lang tagen die wichtigsten Videospielhersteller der Welt in der rheinischen Metropole Köln. Um das künftige Line-up der vielen Publisher vorzustellen, nutzen drei große Konzerne die Möglichkeit einer Pressekonferenz und strahlen diese via verschiedenen Streams aus. Den Anfang macht Microsoft, welcher am Dienstag, den 12. August 2014 um 14 Uhr die Neuheiten für die Xbox One präsentieren wird. Am Abend geht es weiter mit Sony Computer Entertainment – um 19 Uhr stellt der japanische Konzern die nächsten Spiele für die PlayStation 4 vor. Am Mittwoch, den 13. August 2014, stellt Electronic Arts die Spiele vor, welche in den nächsten Monaten (und Jahren) für die beiden genannten Konsolen und auch den PC erscheinen.

Erics Meinung: Am Dienstag werde ich in Köln noch nicht vor Ort sein. Ich werde jedoch sehr wahrscheinlich die Gelegenheit nutzen, die Pressekonferenzen zuhause zu verfolgen. Ich rechne jedoch nicht damit, dass hier großartige Ankündigungen gemacht werden. Auf der E3 haben die meisten Firmen ihr Pulver schon verschossen, weshalb es schwer wird, mit großen Neuheiten punkten zu können. Trotzdem sollte vor allem Microsoft die Chance nutzen, die viel kritisierte Konsole endlich zu pushen, um sich gegen die PlayStation 4 durchsetzen zu können. Vernachlässigt wird bei diesen Pressekonferenzen jedoch sicherlich Nintendo. Electronic Arts könnte ruhig Mut beweisen und mindestens ein Spiel für die Wii U vorzustellen.

Prime Time: Samsung Galaxy S4 (Unboxing)

Alle Jahre wieder kommt es vor, dass ein Redakteur sein Smartphone auswechseln muss. Nachdem unser Chefredakteur Eric sich besonders in den letzten Monaten mit seinem Samsung Galaxy S herumquälen musste, hat er sich aufgrund eines sehr guten Angebots entschieden, auf das Samsung Galaxy S4 umzusteigen. Wie seine ersten Eindrücke des Geräts waren, als er es aus der Packung entnommen hat, verraten wir euch in unserem Unboxing-Video. Gute Unterhaltung!

Review: I, Frankenstein

I, Frankenstein (1)Der von Mary Shelley geschriebene Roman Frankenstein wird im Jahr 1818 erstmals anonym veröffentlicht. Zu dem Zeitpunkt lässt sich natürlich noch nicht absehen, welchen Einfluss der Roman auf Kultur und Populärkultur der nachfolgenden Jahrzehnte und Jahrhunderte hat.

I, Frankenstein (2)Besonders im zwanzigsten Jahrhundert gibt es dutzende Filme und Theaterstücke, die auf dem Roman basieren, Auszüge zitieren oder ihn inhaltlich gar erweitern. Der Film I, Frankenstein aus dem Jahr 2014 fällt jedoch in eine gänzlich andere Kerbe. Der fiktive Wissenschaftler, der auch diesem Film seinen Namen gibt, hat nur einen kurzen Auftritt. Der Film stützt sich voll und ganz auf die Kreatur, die allgemeingültig als Frankensteins Monster bezeichnet wird. Der ist auf seinen Erschaffer, Viktor Frankenstein, sehr wütend und möchte ihn am liebsten töten. Stattdessen nimmt er jedoch seiner Frau das Leben und Frankenstein folgt seinem Monster in den höchsten Norden. Frankenstein ist der Kälte jedoch nicht gewachsen und erfriert, doch seinem Monster kann die Kälte nichts anhaben. Als er den Wissenschaftler nach christlichem Glauben begraben will, wird er jedoch von Dämonen angegriffen, die wiederum vom Klan der Gargoyles attackiert werden. Frankensteins Monster gerät zwischen die Fronten eines Krieges, wie er nach seiner Gefangennahme durch die Gargoyles von dessen Königin erfährt. Königin Leonore erkennt jedoch nicht das Monstrum im Mann, sondern den Menschen. Sie gibt ihm den Namen Adam, der sich aus der Waffenkammer der Kathedrale gleich noch eine Waffe aussuchen darf, bevor er direkt wieder in die Freiheit entlassen wird. Hanebüchen!

Unliebsame Schachfigur

I, Frankenstein (3)Das klingt zwar zunächst nach einer gelungenen Einleitung, doch weit gefehlt. Welche Ideen in Kevin Grevioux’ Kopf zum Zeitpunkt der Entstehung des Drehbuchs herumschwirren, können wir nur erahnen. Anstatt dass sich der frisch getaufte Adam den Gargoyles anschließt und seine Kräfte nutzen kann, wird er von diesen verstoßen. Er versteckt sich in Wäldern, an Küsten und im Gebirge fernab jeglicher Zivilisation. Jahrzehnte und Jahrhunderte vergehen, Adam altert nicht und nichts passiert. Nach zweihundert Jahrhunderten der Einsamkeit will Adam jedoch nicht mehr tatenlos zusehen und macht Jagd auf die Dämonen. Wohlgemerkt ohne jeglichen Grund mischt sich Adam ein. Bei der Dämonenjagd wird jedoch ein Mensch getötet, wodurch die Diener Gottes, die Gargoyles, wieder auf Adam aufmerksam werden und ihn erneut verhaften. In der Zwischenzeit bemerkt jedoch der Anführer der Dämonen, dass Frankensteins Monster kein Mythos ist. Naberius arbeitet mit zwei Wissenschaftlern daran, Tote wiederzubeleben. Dieser Plan, der ungeheure Ausmaße annehmen soll, kann jedoch nur aufgehen, wenn er die Aufzeichnungen von Viktor Frankenstein bekommt, die in der bereits erwähnten Kathedrale der Gargoyles aufbewahrt werden. Es entbrennt ein Kampf zwischen Gut und Böse, in dem Adam jedoch nichts weiter als eine unliebsame Schachfigur bleibt.

Gleichgültigkeit zweier Ideale

I, Frankenstein (4)I, Frankenstein versucht zuweilen dramatische Ausmaße anzunehmen. Dies gelingt jedoch nicht immer, da die Handlung nicht über ihre stereotypische Superheldenzeichnung hinaus kommt. So gut zumindest Aaron Eckhart auf seine Rolle (Adam) passt, so erstaunt sind wir, welche Fehlbesetzungen man sich mit Bill Nighy (Naberius) und Miranda Otto (Leonore) geleistet hat. Beide Schauspieler haben schon viele gelungene Auftritte in Filmen hingelegt, doch hier treffen schließlich zwei Ideale aufeinander, die jedoch völlig unbekümmert wirken. Leonore ist der einzige Kontakt der Gargoyles zu ihrem Herrn und Naberius will unbedingt sein Ziel, die Erde für die Dämonen zu erobern, erreichen. Sehen wir nicht! Verstehen wir nicht! Trotzdem hat der Film auch positive Seiten. Beispielsweise wirkt das Bild in 1080p sehr scharf und vor allem die Spezialeffekte beim Tod von Dämonen und Gargoyles sind hervorragend und fantasiereich gestaltet. Während Dämonen sich in Flammen hüllen und zur Hölle zurückkehren, wehen Gargoyles in blauem Schimmer gewandt in den Himmel. Der Ton klingt sowohl in der deutschen als auch in der englischen Sprachfassung hervorragend, doch der Soundtrack hätte etwas energischer sein können. Interviews und drei Motion Comics bilden das recht dünne Bonusmaterial, welches nur bedingt Einblick in die Produktion gibt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): So sehr kann man sich von einem Trailer doch blenden lassen. Diesen fand ich nämlich wirklich gelungen und hat mir Lust auf mehr gemacht. Nach der Einleitung des Films stellt sich jedoch schnell Ernüchterung bei mir ein. Viele Informationen, die man mir über Frankensteins Monster liefern müsste, fehlen einfach. Es existieren keinerlei Angaben, wie sich Adam in den zweihundert Jahren gewandelt hat; seine Motivation ist unglaubwürdig. Weniger unglaubwürdig, aber unverständlich ist die Ausarbeitung der Charaktere Leonore und Naberius. Ich verstehe einfach nicht, wie diese beiden Charaktere zwei gegensätzliche Ideale verkörpern sollen, das aber im Film einfach nicht deutlich wird, weil sie nahezu nihilistisch veranlagt sind. Ein Krieg zwischen Gut und Böse sieht meiner Meinung nach anders aus. Tatsächlich fühlt sich I, Frankenstein für mich wie ein seichter Superheldenfilm an – nur ohne Superhelden als solches. Wer nicht genug vom nie enden wollenden Frankenstein-Epos haben kann, sollte sich I, Frankenstein dennoch (zumindest einmal) anschauen, da die Ansätze im Prinzip wirklich gut sind.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von I, Frankenstein!

Partner: Gamecontrast-Gewinnspiel

Bei unserer Partnerseite Gamecontrast gibt es derzeit wieder ein Gewinnspiel, auf welches wir euch heute gerne hinweisen wollen. Zu gewinnen gibt es drei Media-Pakete, in denen sich zum Beispiel Spiele und Merchandise verstecken. Wir würden uns freuen, wenn ihr bei unserer Partnerseite vorbeischauen und beim Gewinnspiel bis zum 28. August 2014 teilnehmen möchtet. Was ihr für den Gewinn tun müsst, erfahrt ihr wie immer bei Gamecontrast. Wir drücken euch natürlich ganz fest die Daumen!

Umfrage-Ergebnis: Absoluter Sieger der E3

Am 15. Juni 2014 haben wir euch in unserer Umfrage gefragt, wer die diesjährige E3 für sich entschieden hat. Aus zeitlichen Gründen waren wir leider nicht in der Lage, das Ergebnis auf unserer Seite bekanntgeben zu können. Das holen wir heute nach und das Ergebnis kann sich im Grund nur für einen Publisher tatsächlich sehen lassen. Alle Umfrageteilnehmer haben für Nintendo gestimmt, weshalb Sony und Microsoft für die meisten unserer Leser auf der Messe somit in keiner Weise existent waren. Während die Dritthersteller während der Pressekonferenzen bei Sony und Microsoft für ordentlichen Trubel sorgen, konzentriert sich Nintendo voll und ganz auf die eigenen Marken – das scheint bei unseren Lesern sehr gut angekommen zu sein. Wir gratulieren Nintendo zum absoluten Sieg!

Prime Time: Mario Premium Playing Cards (Unboxing)

Heute haben wir ein kleines Schmankerl für euch. Im Sternekatalog hat Nintendo zeitweise Mario Premium Playing Cards angeboten. Das Besondere an den Karten: Sie sind nicht aus Papier und nutzen deshalb nicht so schnell ab. In unserem Unboxing-Video stellen wir euch die Karten vor und verraten euch, welche Besonderheiten die Karten aufweisen und was Nintendo bei der nächsten Auflage verbessern könnte. Viel Spaß beim Anschauen!

Review: Police Story – Back for Law

Police Story - Back for Law (1)Das Police-Story-Franchise gehört zu den beliebtesten Filmreihen, in denen Jackie Chan als gewitzter Polizist auftritt. Bereits in New Police Story mimt der Schauspieler jedoch eine eher ernstere Rolle. Einen noch ernsteren Charakter verkörpert er in Police Story – Back for Law.

Police Story - Back for Law (2)Wie New Police Story ist auch Police Story – Back for Law keine inhaltliche Fortführung der Reihe, sondern ein eigenständiger Film. Vom einstmaligen Polizist mit Drang zum Komiker ist in Back for Law nichts mehr übrig geblieben. Stattdessen erfahren wir direkt in der ersten Szene, wie ernst sich die Handlung entwickeln wird. Anscheinend bringt sich Hauptcharakter Detective Zhong Wen direkt zum Auftakt des Films mit einem Pistolenschuss um. Wie es zu diesem Vorfall überhaupt erst kommen kann, erfahren wir in einhundertelf Minuten. Danach setzt die Handlung an einem von insgesamt drei zentralen Schauplätzen ein. Zhong liegt betrunken im Taxi, welches ihn in Peking zu einer bestimmten Bar bringen soll. Benommen steigt er aus dem Wagen und torkelt zur Wu Bar. Dort möchte man ihn erst nicht hinein lassen, doch wenige Augenblicke später erfährt Zhong, dass er wohl doch auf der Gästeliste steht. Welche Gästeliste das sein soll, scheint ihm egal zu sein. In der Wu Bar ist er nämlich nur mit seiner Tochter Miao Miao verabredet, die ihm etwas mitzuteilen hat. Das Verhältnis zwischen Zhong und seiner Tochter ist jedoch seit fünf Jahren, genauer gesagt seit dem Tod von seiner Frau und Miao Miaos Mutter, gespalten. In der Bar trifft er nach sehr langer Zeit wieder auf seine Tochter – sie ist tätowiert, überschminkt, trägt eine Perücke und verhält sich zickig.

Der Mensch als Feindbild

Police Story - Back for Law (3)Zhong ist enttäuscht darüber, wie sich das Leben seiner Tochter entwickelt hat. Dazu kommt, dass sie ihm ihren Freund vorstellen möchte. Wu Jiang, der Besitzer der Bar, ist seit geraumer Zeit mit Miao Miao zusammen. Das enttäuscht Zhong noch mehr, denn zum einen kennt er den neuen Freund seiner Tochter noch nicht und zum anderen kann er ihn vor allem deshalb nicht sonderlich gut einschätzen, da die Bar sich in einem Milieu befindet, dass er kritisiert. Als plötzlich Unruhen in der Bar ausbrechen, geht alles ganz schnell. Zhong bekommt von einem Mitarbeiter Wus einen Schlag auf den Kopf spendiert und fällt danach in Ohnmacht. Als er wieder zu sich kommt, muss er mit ansehen, wie er hilflos an einen Stuhl gefesselt ist und wie die unschuldigen Besucher der Kneipe in einen Käfig gesperrt werden. Wu stellt sich als Strippenzieher vor, der Zhong irgendwie zu kennen scheint. An dieser Stelle arbeitet der Film mit mehreren Rückblenden, die den Täter als bekannte Person entlarven sollen. Das ist jedoch schwieriger als gedacht. Anstatt den Verbrecher als puren Bösewicht darzustellen, wie es in früheren Teilen der Reihe oder anderen Kriminalfilmen gemacht wird, wird Wu in Back for Law jedoch als verwundbarer Mensch mit nachvollziehbaren Motiven personifiziert. Das macht die Handlung ein ganzes Stück undurchschaubarer. Die Transparenz folgt mit der Zeit.

Verletzbarer Held

Police Story - Back for Law (4)Wie sich die Handlung entwickelt, möchten wir an dieser Stelle nicht weiter verraten. Sie ist jedoch sehr intelligent gestrickt und selbst Nebenpersonen tragen einen wichtigen Teil dazu bei. Es ist jedoch nicht nur der Bösewicht, der als verwundbarer Mensch auftritt. Der von Jackie Chan gespielte Zhong ist ebenfalls sehr verwundbar. Für Back for Law hat sich der Schauspieler nämlich die Haare kurz rasiert, obwohl er seit Armour of God: Der rechte Arm der Götter eine (sichtbare) Kopfverletzung hat. So funktioniert Chans Rolle nicht nur als moderner Polizist, sondern auch als ein Mensch mit Hintergrund. Fans des Kampfkünstlers profitieren von diesem Hintergrundwissen doppelt. Sie müssen jedoch Abstriche bei den Kampfszenen machen. Martial-Arts-Einlagen gibt es in Back for Law nämlich kaum. Zwar schlängelt sich Chan durch rohrversetzte Gänge und kämpft in einem Käfig sogar gegen einen Muay-Thai-Boxer, doch wahre Highlights wie in Police Story oder Police Story II gibt es in Back for Law nicht. Nach Armour of God: Chinese Zodiac zieht sich die sechzig-jährige Action-Legende wohl immer mehr zurück, um andere Rollen zu verkörpern. Vor allem da Jackie Chan für seine Komödien bekannt ist, fällt es schwer, ihm diese ernste Rolle gänzlich abzunehmen. Wer dem Film jedoch eine Chance gibt, wird über den Schauspieler staunen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Police Story, Police Story II und New Police Story gehören meiner Meinung nach zu den besten Filmen mit Jackie Chan. Daher waren vorab meine Erwartungen an Police Story – Back for Law sehr, sehr hoch. Wer dem Film ebenfalls eine Chance geben will, sollte sich jedoch direkt darüber im Klaren sein, dass Back for Law ein wesentlich ernsterer Film als die Vorgänger ist. Chan mimt nicht mehr den lustigen Polizisten, der den Ernst der Lage zwar erkennt, aber mit Leichtigkeit durchs Leben geht, sondern spielt diesmal eine sehr ernste Rolle mit einem bitteren Hintergrund. Obwohl es ungewohnt ist, den Darsteller in der Haut solch einer Person zu sehen, nimmt man Chan sehr schnell die Rolle ab. Der ganze Film hat bis auf wenige Szenen eine mulmige Grundstimmung, wodurch auch die Beweggründe von Zhongs Tochter Miao Miao und Wu Jiang hinterfragt werden und man eventuell sogar Verständnis dafür erlangt. Weniger Verständnis habe ich jedoch für das beiliegende Bonusmaterial. Interviews mit den drei Hauptdarstellern und dem Regisseur, die in jeweils circa vier Minuten abgehandelt werden, bieten nur einen marginalen Einblick in die Filmentstehung. Besonders die Szenen, die in den U-Bahntunneln von Peking gedreht worden, hätten eine besondere Erwähnung verdient. Zum besten Jackie-Chan-Film möchte ich Back for Law nicht erheben, aber wer den Film sieht, wird erstaunt sein, wie ein Komiker in eine ersten Rolle schlüpfen kann; ohne dabei unfreiwillig komisch zu sein!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Police Story – Back for Law!

Prime Time: Planet der Affen – Evolution Collection (Unboxing)

Nachdem im Jahr 2001 Tim Burton mit Planet der Affen eine ambitionierte Neuverfilmung des Filmsklassikers Planet der Affen ins Kino brachte, wurde es wieder still rund und um das Franchise. Erst vor kurzem wurde mit Planet der Affen: Prevolution ein weiterer Teil in die Kinos gebracht. Die ersten sieben Filme des Franchises finden derzeit in der Evolution Collection ihren Platz. Wir haben bei einem günstigen Saturn-Angebot zugeschlagen und präsentieren euch heute unser Unboxing-Video zu dieser wunderbaren Collection. Wir wünschen euch gute Unterhaltung!

Review: Prisoners of the Sun

Prisoners of the Sun (1)Hin und wieder kommt es vor, dass ein Film gedreht und sogar die Nachbearbeitung komplett fertiggestellt wird; der Streifen dann aber jahrelang unveröffentlicht bleibt. Der bereits 2006 gedrehte Prisoners of the Sun ist solch ein Film, der erst in diesem Jahr veröffentlicht wurde.

Prisoners of the Sun (2)Die Handlung des Films setzt vor ungefähr fünftausend Jahren ein. Außerirdische haben die Erde erreicht und verhelfen dem ägyptischen Volk zu einer Hochkultur. Göttergeschichten von Osiris und Ra sind Jahrhunderte hinweg überliefert worden, doch eine Legende bleibt die ganzen fünftausend Jahre verschollen. Der Pharao stahl demnach den Himmelsschüssel, um die Außerirdischen in der Pyramide, dem Grab von Prinzessin Amanphur, einzuschließen. In der Grabkammer sind das Heiligste jedoch nicht die Überreste von Prinzessin Amanphur! Da die Außerirdischen die Pyramide mitkonstruiert haben, befindet sich in der Grabkammer noch ein Tor, welches sich jedoch nur dann öffnen wird, wenn fünftausend Jahre vergehen und die Gestirne wieder in derselben Position stehen wie in jener Nacht. Die Legende berichtet davon, dass alle Ungläubigen von Feuer hinweggefegt werden, während die Anhänger von Osiris von der Macht verschont bleiben. Wie es der Zufall so will, stehen die Sterne im Jahr 2006 in der richtigen Position. Der Nachteil daran ist jedoch, dass die Pyramide verschollen ist. Professor Hayden Masterton und sein Team, bestehend aus weiteren Wissenschaftlern, arbeiten gegen die Zeit. Ganze drei Tage haben sie; die Pyramide zu öffnen und das Tor zu finden. Ärgerlich, dass dem Professor jetzt ein Mord angehängt wird und der Himmelsschlüssel verschwindet.

Fallen einer Pyramide

Prisoners of the Sun (3)Schnell werden alle wichtigen Personen in die Handlung eingeführt. Der Professor wird von einem alten Freund, Professor Mendella, begleitet. Da dieser jedoch an einer Herzkrankheit leidet, muss dessen Student Doktor Doug Adler einsteigen. Zudem besteht Masterton darauf, dass eine Tochter Sarah beim Öffnen der Pyramide dabei ist. Weiterhin wird die Truppe von einem Medium und dem Militär begleitet. Zu guter Letzt gibt sich auch noch der Erpresser, der mit dem Stab des Professors den eigentlichen Eigentümer des Himmelsschlüssels getötet hat, zu erkennen, um sich der Expedition anzuschließen. Während die illustre Gruppe in die Pyramide vordringt, machen sie immer mehr Bekanntschaft mit Fallen. Hornissen, die seit Jahrhunderten nur darauf warten, wieder einen Menschen zu stechen, sind nur der Anfang. Weitere Fallen, wie verschlossene Türen, die hinuntersausen, wenn man einen Goldschatz von einem Podest entfernt, hätten verhindert werden können, wenn man sich nur einmal im Leben die ersten zehn Minuten von Jäger des Verlorenen Schatzes angeschaut hätte. Dazu gesellen sich weitere Fangfallen, herunterfallende Deckensteine und lose Bodenplatten. Mit dem Krach in der Pyramide wird außerdem ein Wächter aus seinem tausendjährigen Schlaf geweckt, der sich der Gruppe in den Weg stellt. Die Gefahren nehmen und nehmen nicht ab.

Dreiergespann

Prisoners of the Sun (4)Nachdem wir John Rhys-Davies zuletzt in Planet der Monster gesehen haben, wo er nur eine viel zu kurze Nebenrolle eingenommen hat, freuen wir uns darüber, dass er diesmal wieder in einer der drei Hauptrollen (Masterton) zu sehen ist. Dazu gesellen sich David Charvet, der in die Rolle von Adler schlüpft und Carmen Chaplin, Enkelin von Filmlegende Charlie Chaplin. Letztere sehen wir in Prisoners of the Sun als Sarah Masterton. Während Rhys-Davies und Chaplin durch ihre Schauspielkünste überzeugen, bewegt sich Charvet ein wenig unter dem Niveau. Er sondert sich jedoch stark von den Nebendarstellern ab, die zum Teil doch laienhaft wirken. Laienhaft wirken jedoch vor allem die Computereffekte. Einige machen für das Jahr 2007 zwar einen guten Eindruck, doch größtenteils wirken diese so, als wären sie schon sechs Jahre zuvor möglich gewesen. An der eigentlichen Bildqualität kann man jedoch so gut wie nichts bemängeln. Das Bild in 1080p wirkt meistens sehr scharf und sehr kontrastreich. Die Requisiten wirken zudem oft hochwertig. Nicht sonderlich hochwertig ist jedoch die deutsche Synchronisation. Alle Sprecher verrichten ihre Arbeit zwar gut, doch geht von Emotionen und Ausdruck viel verloren. Möchte man sich Prisoners of the Sun anschauen, sollte man die englische Sprachfassung auswählen, da die Künstle des Walisers hier einfach grandios sind.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Handlung von Prisoners of the Sun klingt im ersten Moment wie der Film Stargate aus dem Jahr 1994 beziehungsweise dessen Fortsetzung als Fernsehserie in den Folgejahren. Entsprechend vorbelastet bin ich an den Film herangegangen, der mich jedoch schnell eines Besseren belehrte. Zwar scheinen beide Filme diverse Parallelen, wie gleiche Stereotypen, zu haben, doch das war es dann eigentlich auch schon. Prisoners of the Sun entwickelt relativ schnell eine eigene Handlung, die dann nur noch wenig mit Außerirdischen zu tun hat. Es geht mehr um das Abenteuer, einen noch unbekannten Ort zu erforschen und den Gefahren, die mit dem einhergehen, auszuweichen. Das ist durchaus spannend, zumal es zum Ende des Films auch Wendungen und sogar lose Enden gibt, die vielleicht sogar noch auf einen Nachfolger hoffen lassen. Als großer Fan von John Rhys-Davies (ich habe den Schauspieler bereits selbst getroffen), ist es für mich immer wieder ein Genuss, seine walisisch-geprägte Stimme zu hören. Aus keinem anderen Grund empfehle ich auch die englische Originalfassung. Hier gehen nicht wie in der deutschen Synchronisation Emotionen verloren, die wichtig für die Persönlichkeiten der Charaktere sind. Prisoners of the Sun ist ein Abenteuerfilm, den man sich an einem verregneten Nachmittag sehr gut anschauen kann – einen abendfüllenden Blockbuster darf man jedoch nicht erwarten.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Prisoners of the Sun!

Prime Time: Game & Watch – Ball (Unboxing)

1980 veröffentlicht Nintendo mit Game & Watch – Ball den ersten Handheld des Unternehmens. Lange vor dem GameBoy konnten die Game-&-Watch-Handhelds ohne austauschbare Module, sprich mit vorinstallierter Software, die Massen begeistern. Dabei wollte Nintendo grundsätzlich nur Geschäftsleute ansprechen, die unterwegs ein kleines portables Gerät zum Spielen nutzen wollten. Nach all den Jahren hat Nintendo das Gerät nachproduzieren lassen und exklusiv im Sternekatalog für beinharte Fans angeboten. Wir haben natürlich zugeschlagen und präsentieren euch in unserem Video das Gerät mitsamt seinen Feinheiten. Viel Spaß beim Anschauen unseres Videos!

Review: Senran Kagura – Vol. 4

Senran Kagura - Vol. 4 (1)Mit der vierten Volume von Senran Kagura schließt Publisher Kazé Anime die zwölfteilige Reihe um die Shinobi zweier konkurrierender Schulen ab. Zum Finale hin erwartet uns nicht nur jede Menge Action, sondern auch eine sehr wichtige Wendung innerhalb der Story.

Senran Kagura - Vol. 4 (2)Wir erinnern uns die drei Episoden der dritten Volume. Shinobi Hibari hat sich entschieden, die Hanzō-Akademie zu verlassen und ihre Ausbildung bei der strenggeheimen Schlangen-Mädchenschule fortzusetzen. Zumindest hat dies nach außen den Anschein. Stattdessen will sich Hibari ein Bild von der verfeindeten Schule machen; sie sozusagen infiltrieren. Ihr Ziel ist es nämlich, im Alleingang die Schriftrolle der supergeheimen Ninja-Kunst zurückzuholen, die zuvor aus der Hanzō-Akademie von den Schülerinnen der Schlangen-Mädchenschule gestohlen wurde. Als sie einige Tage dort ist und langsam in den Schuleintag eingeführt wird, staunt sie nicht schlecht, wie unterschiedlich das Training in beiden Schulen verläuft. In der Hanzō-Akademie geht es vor allem darum, sich immer weiter zu verbessern und dabei vor allem seine Mitmenschen zu respektieren und zu lieben. In der Schlangen-Mädchenschule wiederum steht zwar auch das Ziel, sich immer weiter zu verbessern, an oberster Stelle, doch sind die Trainingsmethoden sehr viel unmenschlicher. Im Training wird sozusagen mit scharfer Munition geschossen. Entdeckt man eine Kommilitonin mit dem Bambusrohr im Fluss, darf man ohne zu zögern Shuriken auf diese abfeuern. Außerdem ist das Training sehr viel intensiver. Unter der Erde versteckt man sich hier über einen Tag, bevor man Luft holt.

Die Erkenntnis des Bösen

Senran Kagura - Vol. 4 (3)In der Zwischenzeit wird das Fehlen von Hibari in der Hanzō-Akademie natürlich bemerkt. Ihr Lehrer Kiriya ist überzeugt davon, dass Hibari den auf eigene Faust ausgeführten Einsatz nicht ohne Hilfe abschließen kann. Schnell trommelt er seine anderen vier Schülerinnen und Asukas Großvater zusammen, um die Lage zu besprechen. Sie treffen den Entschluss, dass sie der armen Hibari helfen müssen und schreiten zur Tat. Die Schlangen-Mädchenschule ist zum Glück nämlich nicht mehr geheim, da Kiriyas ehemalige Schülerin Rin ihm den Standort der Schule mitgeteilt hat. Schnell werden die Fluggeräte beschafft und die Reise zur Schlangen-Mädchenschule beginnt. Asuka, Ikaruga, Katsuragi und Yagyū sind sich im Klaren darüber, dass sie auf Widerstand treffen werden. Das liegt vor allem daran, dass Rin ihrem Meister Dōgen gesteht, dass sie den Standort verraten hat. Dieser ist empört darüber, doch auch dieser Fauxpas kommt ihm nur gelegen. Neben der gestohlenen Schriftrolle gibt es nämlich noch eine weitere, die nun beide in seinen Händen sind. Sie symbolisieren Yin und Yang. Jedoch sind die beiden Schriftrollen nutzlos, wenn nicht beide Auserwählte als Gefäße zur Verfügung stehen, damit diese Dōgen als Katalysator zur Machtaufnahme nützlich sind. Dabei müssen sowohl die guten, als auch die durchtriebenen Shinobi eine sehr wichtige Entscheidung treffen.

Fanservice bis zum Schluss

Senran Kagura - Vol. 4 (4)Die Handlung von Senran Kagura bleibt bis zur letzten Minute spannend. Das liegt vor allem daran, dass man bei den letzten drei Episoden durchweg aufs Outro in der klassischen Form verzichtet und die Minute jeweils nutzt, die Dramatik zu verarbeiten und auf die nächste Episode vorzubereiten. Action gibt es in den letzten Episoden derweil zu genüge, da sich die Shinobi in der zunächst letzten Konfrontation gegenüberstehen. Da wird mit harten Bandagen gekämpft und viele Wunden müssen die Shinobi dadurch erleiden. Das freut Fans deshalb so sehr, da hier die Kleidung der Shinobi zerrissen und dann in Unterwäsche weitergekämpft wird. In der Auflösung von 1080p sehen aber nicht nur die weiblichen Geschlechtsmerkmale im Anime-Format sehr scharf aus, sondern auch sämtliche Umgebungen und Charaktere. Auch die Animationen lassen sich sehen. Die deutsche Synchronisation geht – wie schon bei den Vorgängern – zwar in Ordnung, doch möchten wir euch einmal mehr den japanischen Originalton ans Herz legen. Aufgrund des durchgedrehten Settings und der illustren Charaktere kommt der Humor genau in dieser Sprachfassung nämlich am besten zur Geltung. Abgerundet wird die vierte Volume abermals von zwei anregenden Postkarten. Das Beste ist jedoch, dass der beiliegende Schuber von der ersten Volume nun mit vier Ausgaben gefüllt ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem sich bei den letzten Episoden trotz der spannenden Handlung ein wenig Ernüchterung eingestellt hat, kann der Anime mit den letzten drei von insgesamt zwölf Episoden nochmals mit seinen Stärken punkten. Witze auf Kosten der holden Weiblichkeit, jede Menge Action (um weibliche Geschlechtsmerkmale zu betonen) und eine dramatische Handlung, die bis zum Schluss unterhält. Ich erinnere mich gerne an die letzten Monate zurück, wo ich die Serie in Etappen angeschaut habe. Wer sich für Ecchi-Anime interessiert, kommt bei Senran Kagura auf jeden Fall auf seine Kosten. Man darf jedoch nicht zu viel erwarten. Die Serie ist ab zwölf Jahren freigegeben, weshalb alles auf einem humanen Niveau bleibt und dem Anime somit noch ein ganzes Stück Ernsthaftigkeit verleiht. Es geht eben um die kleinen Dinge, die diesen Anime ansehnlich machen. Schade, dass das Ende jedoch halbwegs offen und eine Anime-Fortsetzung noch nicht in Sicht ist. Da jedoch weiterhin fleißig Spiele im Franchise produziert werden, wird man Senran Kagura so schnell jedoch nicht vergessen können – wenn man denn gewillt ist, sich darauf einzulassen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Senran Kagura – Vol. 4!

Prime Time: Acer Iconia Tab A210 & A510 (Hardware-Vergleich)

Nachdem wir euch bereits das Acer Iconia Tab A210 und das Acer Iconia Tab A510 in zwei separaten Unboxing-Videos vorgestellt haben, möchten wir euch in einem abschließenden Video einen Vergleich zwischen dem Vorgänger- und dem Nachfolgermodell schließen. Dabei gehen wir sowohl auf die technischen Spezifikationen laut Packungsangabe, als auch auf die optischen und haptischen Unterschiede beider Tablet PCs ein.

Review: Pokémon Trading Card Game

Pokémon Trading Card Game (1)Als japanische Videospieler 1998 in den Genuss des digitalen Pokémon Trading Card Games kommen, wissen nur wenige informierte Fans, welcher Boom erst ein Jahr später in Europa losgetreten wird. Die Pokémon beginnen in Europa ihren Siegeszug nämlich erst im Jahr 1999.

Pokémon Trading Card Game (2)Bis nach den ersten beiden Pokémon-Editionen das Sammelkartenspiel in Videospielform in Europa Einzug hält, vergehen zum Glück nicht erneut drei weitere Jahre. Schon im Dezember 2000 kann man den Titel Dank der anhaltenden Faszination der Pokémon in hiesigen Läden für den GameBoy Color erstehen. Der ebenfalls für Nintendos GameBoy Color entwickelte Nachfolger Pokémon Card GB2: Great Rocket-dan Sanjō! erblickt 2001 dann nur noch das Licht der Welt in der japanischen Heimat. Hierzulande wartet man darauf vergeblich und man muss sich die Zeit entweder mit der goldenen und der silbernen Edition der Rollenspielreihe vertreiben oder in das richtige Sammelkartenspiel einsteigen. Trotz prädestinierter Technik der nachfolgenden Handhelds DS und 3DS gibt es bis heute leider keinen weiteren Vertreter des Franchises auf einer Videospielkonsole. Wer den Titel im Jahr 2000 leider verpasst hat, bekommt jetzt jedoch für einen sehr günstigen Preis in den Genuss der Download-Variante für den 3DS. Nach wie vor übernehmen wir die Rolle eines Jungen, der eines Tages die vier legendären Pokémon-Karten erben will. Um diese Pokémon-Karten zu erhalten, muss er am Ende seiner Reise die vier Meister besiegen. Bis dahin ist es jedoch ein steiler Weg, denn um überhaupt zu den vier Meistern vorgelassen zu werden, muss er acht Club-Meister bezwingen.

Aller Anfang ist… leicht!

Pokémon Trading Card Game (3)Am Anfang des Abenteuers finden wir uns im Labor von Doktor Mason wieder. Der Forscher beschäftigt sich mit dem Pokémon-Sammelkartenspiel und führt uns mit seinem Assistent Jan prompt in die Grundlagen des Spiels ein. Wer das echte Sammelkartenspiel bereits kennt, darf die Einführung zwar müde belächeln, doch Nichtkenner der Vorlage freuen sich über eine gut verständliche Präsentation. Am Anfang eines jeden Duells ziehen wir sieben Karten von dem aus sechzig Karten bestehenden Kartenstapels. Anschließend wählen wir ein Basis-Pokémon aus, welches den Kampf zuerst bestreiten darf. Weitere Basis-Pokémon platzieren wir auf der Bank, wo sie auf ihren Einsatz warten. Danach werden noch Pokémon-Karten als Preise auf dem Feld platziert und eine Münze geworfen, wer den Kampf beginnt. Danach gilt es unser Pokémon so schnell wie möglich einsatzbereit zu machen. Dies funktioniert nur, indem wir Energie-Karten auf dem aktiven Basis-Pokémon platzieren. Jedes Pokémon verfügt nämlich wie in der Rollenspielserie über bestimmte Attacken. Diese können jedoch nur vom Pokémon durchgeführt werden, wenn dieses über ausreichend Energie-Karten verfügt. Mit den nächsten Angriffen ziehen wir dem gegnerischen Taschenmonster in Kartenform Kraftpunkte ab. Das funktioniert im Sammelkartenspiel so, dass wir Schadensmarken auf der Karte platzieren.

Taktik des Rollenspielvorbilds

Pokémon Trading Card Game (4)Dabei müssen wir auch darauf achten, dass wir Stärken und Schwächen unserer Karten auf die des Gegner anpassen. Ein Wasserangriff mit einem Turtok schädigt ein Feuer-Pokémon wie Arkani natürlich umso mehr. Andersherum fügt ein Kampf-Pokémon einem fliegenden Tauboga aufgrund dessen Resistenz nur wenig Schaden zu. Auch Items haben es in das Spiel in Form von Trainer-Karten geschafft. Man sollte also nicht davor zurückschrecken, Tränke einzusetzen, wenn ein Pokémon geschwächt ist. Pokémon Trading Card Game bietet also eine Spieltiefe, wie wir sie aus der Rollenspielreihe bereits kennen. Dadurch, dass sich bis auf die Münzwürfe, die eine kräftige Portion Glück ins Spiel bringen, nahezu alles berechnen lässt, wirkt der Titel sogar etwas taktischer als die Hauptreihe. Nach jedem Kampf ernten wir hier jedoch keine Erfahrungspunkte, sondern erhalten eine oder mehrere Booster-Packungen, die neue Karten beinhalten. Diese stecken wir dann wiederum in unser Deck oder basteln uns mit den neuen Karten von Grund auf ein neues Kartendeck. Sind wir dazu zu faul, können wir uns in Doktor Masons Labor sogar vorgefertigte Zusammenstellungen zu einem Deck formen lassen – sofern wir denn alle nötigen Karten besitzen. Wer wie in der Hauptreihe von Beginn an mit einem nahezu unveränderten Team durchstarten will, wird bald Niederlagen einstecken.

Komplexes Regelwerk trotz begrenzter Technik

Pokémon Trading Card Game (5)Läuft man beispielsweise mit seinem Schiggy-und-Freunde-Deck nicht in den Feuerclub, ist man im Elektro-Club schnell aufgeschmissen. Das heißt jedoch nicht, dass wir wie in der Mega-Man-Reihe eine nahezu perfekte Route durch die Herausforderungen finden müssen – im Gegenteil: Mit jedem gewonnenen Kampf erhalten wir neue Karten, aus denen sich schon bald eigene Decks erstellen lassen. Die Welt von Pokémon Trading Card Game ist nämlich von Beginn an offen und über eine Oberwelt, die in diesem Titel gleich auf einem einzelnen Bildschirm Platz hat, wählen wir die acht verschiedenen Clubs, Doktor Masons Labor oder das Haus von Herrn Ishihara aus. Hier erkennt man auch, dass nicht das Entwicklerstudio Game Freak, welches die Rollenspiele der Serie erstellt, am Werke war, sondern Hudson Soft. Technisch ist das Spiel in einigen Punkten den Rollenspielen unterlegen, was man besonders in der teils mauen Menüführung und den Bewegungsanimationen merkt. Der Soundtrack ist zwar passend, könnte aber wesentlich stimmiger oder spannender sein. Trotzdem muss man die Entwickler loben, denn wie diese 1998 das komplexe Regelwerk auf die sehr begrenzte technische Grundlage von GameBoy und GameBoy Color zaubern, ist atemberaubend. Wir hoffen sehr, dass nach dreizehn langen Jahren bald wieder eine Fortsetzung erscheinen wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der GameBoy-Color- und der Virtual-Console-Version): Schon nach wenigen Spielminuten habe ich mich in der Spielwelt wieder richtig heimisch gefühlt. Ich weiß noch sehr, sehr gut, wie ich vor unzähligen Jahren die Meister der Clubs herausgefordert habe und ich weiß noch viel besser, wie viele Rückschläge ich als junger Videospieler einstecken musste. Diesmal gehe ich an das Spiel jedoch mit der einen oder auch anderen Sichtweise heran, erstelle meine Decks wesentlich besser und berechne Angriffe im Voraus. Kaum schaue ich auf die Uhr, bemerke ich auch schon, wie schnell die Zeit vergeht. Pokémon Trading Card Game ist sicherlich kein Spiel, welches man mal eben zwischendurch einlegen oder starten kann. Genau dieses Spielprinzip ist es auch, was Sammelkartenspiele in der Realität ausmachen – nur ist das digitale Pokémon Trading Card Game die wesentlich günstigere Variante! Wer nur mit den Pokémon der roten und blauen Edition spielen will, ein wenig Nostalgie empfinden oder sein Interesse ausweiten will, erhält mit diesem Titel einen sehr guten Einstieg ins Franchise. Obwohl ein digitales Spiel eigentlich keine Gerüche über ein Gerät verteilen kann, habe ich mehr als nur einmal den Farbgeruch von frischen Karten aus den ebenfalls digitalen Booster-Packungen gerochen. Unglaublich, aber wahr!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pokémon Trading Card Game!

Review: Chibi-Robo! Let’s Go, Photo!

Chibi-Robo! Let's Go, Photo! (1)Am 3. Juli 2013 erscheint Jissha de Chibi-Robo! in Japan. Exakt ein Jahr dauert es, bis das Spiel aus dem Hause Nintendo zwischenzeitlich in Nordamerika als Chibi-Robo! Photo Finder und hierzulande unter dem Titel Chibi-Robo! Let’s Go, Photo! erscheint.

Chibi-Robo! Let's Go, Photo! (2)Chibi-Robo! dürfte wohl nur den allerwenigsten von euch noch ein Begriff sein. Schließlich erschien bisher nur ein einziger Teil des Franchises in Europa. 2005 legt das Entwicklerstudio Skip den Grundstein dazu, doch hierzulande ist es erst im Mai 2006 soweit. Somit ist der Titel eines der letzten Spiele, die für den Gamecube noch erscheinen. Das Spielprinzip scheint für den westlichen Markt zunehmend uninteressant zu sein. Zwei Nachfolger für den Nintendo DS folgen zwar, doch während Chibi-Robo!: Park Patrol gerade noch so den Sprung auf den amerikanischen Kontinent und nach Australien schafft, bleibt Okaeri! Chibi-Robo! Happy Richie Ōsōji! ein Exklusivtitel für Japan. Selbst die New-Play-Control-Reihe für die Wii kommt im Westen ohne den kleinen Roboter aus. 2014 wagt man den Schritt und bringt den Download-Titel Chibi-Robo! Let’s Go Photo! auch ins westliche eShop-Angebot. Der Titel für Nintendos 3DS nutzt die Funktionen des Handhelds dabei auch gut aus, doch der Reihe nach: Chibi-Robo ist nicht in Vergessenheit geraten. In der nahen Zukunft treten wir aus der Versenkung wieder zurück ins Tageslicht. Bekanntschaft machen wir mit dem Direktor eines Museums, der uns prompt einstellt und uns mit den ersten Aufgaben betraut. Wir sollen ihm dabei helfen, die Ausstellungsflächen des noch leeren Museums mit Objekten zu füllen.

Auf der Suche nach dem besten Schnappschuss

Chibi-Robo! Let's Go, Photo! (3)An einem großen Laptop erfahren wir von einem sprechenden Smartphone beziehungsweise eines Personal Digital Assistant, wie dieser zu verwenden ist und wie unsere ersten Schritte im Museum aussehen werden. Am Laptop erstellen wir uns für eine bestimmte Anzahl an Happy-Punkten bestimmte Vorlagen; dann müssen wir uns in der realen Umgebung sehr gut umschauen beziehungsweise mit der 3DS-Kamera interagieren. Auf den Silhouettenkarten sind nämlich – wie könnte es auch anders sein – Silhouetten abgebildet. Sieht die Silhouette also so aus wie eine Dose, dann sollten wir eine Dose suchen und sie fotografieren. Können wir in der Silhouette ein Buch ausmachen, sollten wir ein Buch suchen. Grundsätzlich sind diese Aufgaben eine spaßige Angelegenheit, da wir so auch Objekte suchen, die eigentlich gar nichts mit der Silhouette zu tun haben, aber recht gut auf diese zutreffen. Anstatt eines Buchs haben wir uns beispielsweise eine Blu-ray-Schachtel gesucht und dabei einhundertprozentige Übereinstimmung erreicht. Nachdem wir das Foto gemacht haben, müssen wir mit Chibi-Robo in die Vergangenheit reisen und das Objekt aus dem Foto ausreißen. Der Titel macht jedoch keinen Hehl daraus, mit lustigen Ideen zu spielen. Die genannte Dose spricht mit uns und wir können sie nur zum Schweigen bringen, wenn wir sie ins Schwindeln bringen.

Durchgeknalltes Gameplay

Chibi-Robo! Let's Go, Photo! (4)Sobald wir das Objekt aus der Vergangenheit in die Gegenwart (oder Zukunft) bringen, ist es nur noch ein Katzensprung zum Abgeben des Objekts, um die Ausstellungsfläche zu füllen. Wollen wir neue Silhouettenkarten erstellen, brauchen wir die bereits genannten Happy-Punkte. Die gibt es für Jobs, die wir für andere Roboter und Co. erfüllen dürfen. Dabei kann es sich um das Abmessen einer bestimmten Länge oder einer einfachen Shooter-Einlage handeln. Dennoch gibt es Aufträge wie das Suchen eines Schweinemagens unter mehreren Fleischartikeln, die man nur dann erfüllen kann, wenn man denn auch tatsächlich weiß, wie der Schweinemagen aussieht. Die Prozedur wiederholt sich zwar ständig, doch trotzdem sollten wir aufpassen, dass Chibi-Robo nicht die Energie ausgeht. Hat Chibi-Robo nämlich kaum mehr Watt gespeichert, sollten wir schleunigst die nächste Steckdose aufsuchen, wo wir den Titel derweil auch direkt abspeichern können. Apropos Steckdose: Bei der Erkennung von Gegenständen ist das Spiel leider nicht immer perfekt. Manchmal können einfach andere Objekte genommen werden und gelegentlich erkennt das Spiel Motive nicht, wenn sich die nicht explizit vom Hintergrund abweichen. Das langwierige Gameplay wird so durchaus zu einer Geduldsprobe, den sich vor allem die langjährigen Chibi-Robo-Fans stellen dürfen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Trotz weitverbreiteter günstiger Angebote habe ich Chibi-Robo! damals nicht in meine Sammlung aufgenommen. Ein wenig ärgere ich mich darüber, da das Spielkonzept aus dem Jahr 2005 sehr interessant ist. Weniger interessant finde ich das Konzept jedoch im Jahr 2014. Das Suchen nach den richtigen Motiven macht zwar durchaus Spaß, doch wenn man in seiner Wohnung nur ein mögliches Motiv für etwas steckdosenförmiges findet und sich dieses aufgrund der hellen Tapete nicht stark genug absetzt und dadurch das Motiv nicht erkannt wird, ärgert mich das sehr. Man kommt zum Teil also nicht umher, den 3DS mit zu Freunden zu nehmen und dort den einen oder anderen Schnappschuss zu knipsen. Zudem bietet es sich an, den Titel bei Tageslicht zu spielen, da die 3DS-Kamera sehr, sehr oft gebraucht wird. Im Kern macht Chibi-Robo! Let’s Go, Photo! zwar eine Menge Spaß, da die verrückten Ideen bei mir punkten, doch auf Dauer werde ich sicherlich nicht so viel Spaß mit dem Titel haben. Hin und wieder ein Spielstart werde ich zwar wagen, aber auf Dauer ist das Gameplay mir dann doch etwas zu dröge. Ist man jedoch Fan des kleinen Roboters und möchte endlich mal einen lokalisierten Nachfolger spielen, kommt man um den Download des Titels nicht herum!

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Chibi-Robo! Let’s Go, Photo!

Review: Meister aller Klassen III

Meister aller Klassen III (1)Die Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts sind schon sehr kurios. Martial-Arts-Filme sind hierzulande meistens nur in sehr geschnittener Form erhältlich und Titel, die inhaltlich nichts miteinander zu tun haben, werden zu einer eigenen Filmreihe erkoren, wie es hier der Fall ist.

Meister aller Klassen III (2)Eine richtige Trilogie wird mit Meister aller Klassen III dementsprechend nicht vollendet. Die Filme tragen im Original ohnehin andere Titel. Während der zweite Serienteil deshalb schon vor dem ersten Teil gedreht werden kann, ist es nicht verwunderlich, dass der dritte Teil somit beim Kinostart der zweiten Filmepisode schon lange im Kasten ist. Die Einordnung des Films, der im Original New Fist of Fury heißt, ist jedoch nicht nur deshalb abenteuerlich. Regisseur Wei Lo dreht 1972 zusammen mit Bruce Lee Todesgrüße aus Shanghai. 1973 stirbt der bis dahin wohl bekannteste Kampfkünstler an bis heute nicht gänzlich geklärten Umständen. Zu diesem Zeitpunkt kennt Lo Jackie Chan bereits, da dieser in Todesgrüße aus Shanghai als Stuntdouble tätig ist. 1976 dreht Lo in Anlehnung an diesen Film, der auf den Namen Fist of Fury hört, New Fist of Fury beziehungsweise Meister aller Klassen III. Chan erhält in diesem Film seine erste große Rolle. Eine wichtige Rolle spielt auch der historische Kontext für den Film. 1895 muss China in Folge des Ersten Chinesisch-Japanischen Kriegs die Insel Taiwan an Japan abtreten. Taiwan wird zu einer Kolonie Japans, wodurch das Kaiserreich im Zeitalter des Imperialismus an Prestige gewinnt. Der Film thematisiert die Gegensätze zwischen Japanern und Taiwanesen über eine kurze Zeitspanne, gefühlt mehrere Wochen, hinweg.

Von Shanghai nach Taiwan

Meister aller Klassen III (3)Nach der Schlacht um Shanghai im Jahr 1937 fliehen Rebellen aus der Stadt. Ihr Ziel ist die Insel Taiwan, denn eine der Rebellen möchte dort ihren letzten Verwandten, ihren Großvater, aufsuchen. In Shanghai hat ihre Familie eine Kampfschule besessen, doch durch die Angriffe der Japaner kamen diese ums Leben. Sie schwört Rache, doch anstatt von ihrem Großvater in Schutz genommen zu werden, möchte dieser sie lieber fort schicken, da ihr Leben auf Taiwan wohl ebenso gefährdet ist. Sie bleibt jedoch standhaft und verweilt auf Taiwan. Ein anderer der Rebellen verliert bei der Ankunft im Hafen jedoch sein Nunchaku beziehungsweise wird es ihm dort von einem Dieb gestohlen. Dies ist die erste Szene im Film, in dem sich die zwei elementaren Handlungsstränge überschneiden. Der Dieb ist niemand geringeres als Ah Lung, der im Ort bereits bestens bekannt ist, Ärger zu machen. Grund dafür ist jedoch die japanische Besatzung, die ihm und seinem Onkel den Handel untersagt. Lung gerät zudem ständig mit den Japanern zusammen und zieht ebenso ständig den Kürzeren. Als er sich eines Tages mit einer Kampfschule anlegt, wird er bewusstlos geschlagen. Von besagter Enkelin wird Lung in einem Graben gefunden und gesund gepflegt. Als ihr Großvater dann auch noch durch einen Japaner den Tod ereilt, schließt sich Lung ihrer Sache an und lernt in ihrer Schule Kung Fu.

Kritikpunkte

Meister aller Klassen III (4)Die Gegensätze zwischen der taiwanesischen und japanischen Kultur werden dabei vor allem durch die Dialoge deutlich gemacht. Es ist klar, dass der Film 31 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Kritik an der japanischen Nation übt. Wenn ein Taiwanese davon spricht, dass er alle Japaner wie Hunde abschlachten will, sollte man sich jedoch fragen, ob es die einzige Aufgabe des Films sein soll, Kritik auszuüben. Kritik wird jedoch auch in weitaus humanerer Form geäußert. Der Film liegt zudem in drei Fassungen auf der Blu-ray Disc vor. Die ungeschnittene Fassung hat 121, die deutsche Kinofassung noch 93 und die internationale Version kommt mit 83 Minuten aus. Geschnitten wird nicht nur an Kampfszenen. Ebenso sind die Dialoge von der Schere betroffen, weshalb interessante Fakten in den kürzeren Fassungen verloren gehen. Es empfiehlt sich definitiv die Langfassung zu sehen. Die unsynchronisierten Stellen sind dabei mit deutschten Texten untertitelt. Leider liegen nur die kürzeren Fassungen in 5.1 DTS-HD vor; die Langfassung kommt mit 2.0 (Mono) DTS-HD aus. Die Qualität der Tonspur und auch die Qualität des Bildes lassen stellenweise leider sehr zu wünschen übrig. Die Tonspuren beinhalten teilweise dumpfes Klopfen und Walzgeräusche im Hintergrund. In puncto Bild gibt es regelmäßig verschiedene Verunreinigungen. Bonusmaterial liegt nicht vor.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Geschichte Chinas und Japans ist für mich immer sehr interessant. Diese Charakterisierung in Filmen zu bestaunen, ist immer ein Genuss. Meister aller Klassen III, egal ob der Titel für diesen Film nun Sinn ergibt oder nicht, ist – im Hinblick auf das Entstehungsjahr – sicherlich ein netter Versuch, die Vergangenheit in unterhaltsamer Weise aufzuarbeiten. Die Martial-Arts-Einlagen mögen zwar nicht die besten seien, doch da Chan hier noch am Anfang seiner Karriere steht, habe ich damit kein Problem. Viel interessanter sind ohnehin auch die Dialoge, welche die beiden Kulturen vorstellen. Schade finde ich jedoch, dass die Geschichte recht einseitig wirkt, da das Geschehen in vielen Fällen nur (negativ) aus Sichtweise der taiwanesischen Bevölkerung erzählt wird. Unpassend ist in meinen Augen jedoch, dass man den Film vor einem ernsten Hintergrund zeigt, ihn aber zudem auch noch einmal nutzt, um an Bruce Lee zu erinnern. In zwei Szenen wird nämlich einfach kurz ein Bild von Lee eingespielt. Das ist zwar eine Verbeugung vor seiner Leistung, aber einfach unpassend. Trotzdem sollte man sich Meister aller Klassen III anschauen, wenn man Chan in seiner ersten großen Rolle unbedingt einmal in Aktion sehen möchte.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Meister aller Klassen III!

Review: Mega Man VI

Mega Man VI (1)Nachdem bisherige Mega-Man-Spiele in Europa erschienen sind, muss man sich beim 1993 in Japan veröffentlichten Mega Man VI ganze zwei Dekaden gedulden. 2014 erscheint der Titel hierzulande endlich für die Virtual Console der Wii U und treibt uns erneut in den Wahnsinn.

Mega Man VI (2)Mega Man VI führt die Geschichte der Vorgänger fort. Es kommt zum ersten alljährlichen Wettstreit zwischen Robotern. Der pazifistische Dr. Light hält solch einen Wettstreit jedoch für falsch und bangt um den Weltfrieden. Aus keinem anderen Grund entsendet er seinen Schützling Mega Man, der das Turnier beaufsichtigen soll. Dr. Light sollte Recht mit seiner Vermutung haben, denn plötzlich gibt sich ein fehlgeleiteter Wissenschaftler namens Mr. X zu erkennen. Dieser prahlt damit, dass er die Roboter allesamt umfunktioniert habe und er nun die Weltherrschaft an sich reißen will. Zum Glück ist Mega Man zur Stelle, den wir bei seiner Aufgabe, die acht gegnerischen Roboter zu besiegen, tatkräftig zur Seite stehen. Mega Mans Reise führt ihn rund um den fiktiven Globus zu acht verschiedenen Schauplätzen der Erde. Dort trifft er diesmal auf Blizzard Man, Centaur Man, Flame Man, Knight Man, Plant Man, Tomahawk Man, Wind Man und Yamato Man. Bereits an den Namen der Roboter ist wie in den Vorgängern zu erkennen, in welchem Setting sich die Feinde bewegen und über welche Fähigkeiten sie verfügen. Während Blizzard Man also in schneebedeckten Bergen haust, hat sich Tomahawk Man in einem uramerikanischen Gebiet niedergelassen, Knight Man versteckt sich in einer Burg und Yamato Man genießt den Blick auf den Berg Fuji im schönen Japan.

Selbstmordabenteuer

Mega Man VI (3)Jeder der acht feindlichen Roboter verfügt über Spezialtechniken, die zunächst durchschaut werden müssen. Bis wir jedoch überhaupt erst einmal in den Ring mit solch einem Feind treten dürfen, gibt es unzählige Gefahren und Fallen zu überstehen. Wie die fünf Vorgänger ist nämlich auch Mega Man VI kein Zuckerschlecken. Betrachtet man sich die sehr bunten Screenshots, bemerkt ein Laie sicherlich nicht, welcher Schwierigkeitsgrad in Mega Man VI steckt. Die ersten Schritte in jedem Level mögen vielleicht einfach sein, doch sobald man auf den nächsten Bildschirm gelangt, entfaltet sich schon das wahre Gesicht des Spiels. Gegner, die mit Lasersalven auf einen schießen und neu auftauchen, sobald wir das Gebiet auch nur um ein paar Meter verlassen haben, sind da nur der Anfang. Zudem möchten Plattformen mittels Sprüngen gut abgestimmt werden. Fallen wir nämlich in ein Loch oder berühren die gefürchteten Stacheln, verlieren wir unmittelbar einen Versuch. Diese sind erneut sehr, sehr wertvoll, da 1-ups und selbst Energiekugeln zum Auffüllen der Energieleiste rar gesät sind. Man entdeckt zwar ständig Power-ups am Wegesrand, doch um an diese zu gelangen, ist der Einsatz einer bestimmten Waffe unumgänglich. Diese erhalten wir nach dem Mega-Man-Prinzip jedoch nur, wenn wir aus einem Gefecht mit einem der Roboter siegreich hervorgehen.

Die Suche nach der besten Route

Mega Man VI (4)Es wird wohl kaum einen Spieler geben, der nicht zuerst alle Stages versucht bis zum Ende durchzuhalten und dann entscheidet, in welcher Reihenfolge er die diversen Roboter angeht. Das System funktioniert 1993 wie heute und motiviert uns, die Techniken der Gegner und die Level-Architektur auswendig zu lernen. Mit der Zeit erkennen wie selbst Schwachstellen von gewöhnlichen Gegnern und erinnern uns an abgetrennte Bereiche, die wir nur mit einer der verschiedenen Waffen erreichen können, um so eine nahezu perfekte Route durch das Spiel zu finden. Mega Man VI ist zunächst nach wie vor kein Spiel, welches man kurz einlegen und Erfolge feiern kann. Der Titel entfaltet erst mit mehreren Spielstarts sein volles Potential. Ärgerlich ist es 1993 dann jedoch schon, dass der Titel über keinen batteriegeschützten Speicherstand verfügt. Sollten wir das Spiel in der Urversion spielen, ist das Aufschreiben von Gitternetzpasswörtern unumgänglich. In der Download-Variante für die Wii U können ungeübte Spieler jedoch tricksen und sich den Spielstand separat notieren. Mega Man VI bleibt uns jedoch vor allem deshalb in Erinnerung, weil es mit verrückten Ideen (Tanuki, die mit Spielbällen werfen) aufwartet und technisch seinerzeit gar mit diversen physikalischen Gesetzen spielt. Dazu gesellt sich der typische Grafikstil und ein toller Ohrwurmsoundtrack.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Virtual-Console-Fassung des Spiels): Die Mega-Man-Reihe ist definitiv nichts für schwache Nerven. Wer hier nach dem ersten Versuch bereits frustriert den Controller in die Ecke schmeißen will, hat mein vollstes Mitgefühl. Dennoch ist dies der falsche Weg, um mit diesem Spiel Spaß zu haben. Man muss es einfach immer und immer wieder versuchen, die Situation zu meistern. Eine Lektion, die von Videospielherstellern heutzutage viel zu wenig gelehrt wird. Bereits beim zweiten Versuch bemerkt man, dass man den letzten Checkpoint mit etwas mehr Energie erreicht hat. Man wird tatsächlich besser – man muss es nämlich einfach nur wollen und genau dann funktioniert Mega Man VI als Action-Titel mit einigen Jump-’n’-Run-Einlagen hervorragend. Dutzende Löcher, die zunächst ein unüberwindbares Hindernis darstellen, sind anschließend nur noch eine Lappalie. Ein Roboter, der einfach nicht kleinzukriegen ist, ist nur noch Altmetall, wenn man den Gegner aus einer anderen Perspektive beziehungsweise mit einer anderen Waffe betrachtet. Wer einen Klassiker erleben und spüren will, wie Videospiele damals funktionierten, kommt um Mega Man VI nicht herum!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Downloadcodes von Mega Man VI!

Review: Death Note – Box 1

Death Note - Box 1 (1)Vor einigen Jahren erschienen die Death-Note-Anime-Episoden bei einem anderen Anbieter in mehreren Volumes. Mittlerweile hat sich Kazé Anime die Rechte am Anime gesichert und veröffentlicht die von vielen Fans gelobte 37-teilige Serie in zwei einzelnen schicken Boxen.

Death Note - Box 1 (2)Light Yagami ist eigentlich ein normaler Oberschüler in der japanischen Hauptstadt Tōkyō, der jedoch mit dem Shinigami, einem Todesgott (beziehungsweise Todesgeist) Ryuk eine Gemeinsamkeit teilt. Sie sind der Welt der Menschen überdrüssig geworden, da sie Straftäter, welche die Welt schlechter machen, nicht verstehen. Eines Tages verliert Ryuk in der Welt der Menschen das Death Note. Beim Death Note handelt es sich um ein Notizbuch, welches übernatürliche Kräfte hat. Davon ahnt Light Yagami jedoch noch nichts, als er während des Unterrichts auf den Rasen schaut und dort das Buch bemerkt. Nach dem Unterricht nimmt er das Buch jedoch mit nach Hause. Die in Englisch geschriebene Anleitung im Buch kommt dem talentierten Schüler nur gelegen. Diese besagt nämlich, dass ein Mensch, dessen Namen und Gesicht man kennt, in vierzig Sekunden stirbt, wenn man seinen Namen in das Notizbuch schreibt. Als im Tōkyōter Stadtteil Shibuya ein Verbrechen geschieht und es im Fernsehen live durch die Nachrichten übertragen wird, probiert Light das Death Note aus. Überrascht ist er, dass dies tatsächlich funktioniert und schon bald sucht er sich neue Opfer, die einen Tod seiner Meinung nach verdient haben. Ein Vergewaltiger und selbst ein Klassenkamerad, der Schwächere ausnutzt, stehen schon bald auf seiner Todesliste. Da erscheint ihm Ryuk.

Mit der Lizenz zum Töten

Death Note - Box 1 (3)Light hat vor Ryuk jedoch keine Angst und nachdem Ryuk von Light erfährt, dass er mit der Macht des Death Note eine neue und bessere Welt erschaffen will, in dem die Menschen ohne Angst vor dem Bösen leben können, beschließt der Todesgott, dass er Ryuk beim Vorhaben stillschweigend unterstützen wird. Wir möchten nicht zu sehr ins Detail gehen, mit welcher Macht das Death Note tatsächlich ausgestattet ist, doch im Verlauf der ersten achtzehn Folgen erfahren wir genügend Regeln und Einschränkungen, die das Büchlein vielleicht doch nicht so allmächtig erscheinen lassen. Nach einigen Wochen leeren sich die Gefängniszellen in Japan. Gibt man jedoch nicht die Art des Todes an, an welchem die Person sterben soll, erliegen die Betroffenen dem Herzversagen. Genau dieses Herzversagen taucht jedoch so oft auf, dass die Polizei auf die Tode aufmerksam wird. Interpol leitet eine Untersuchung ein, die klären soll, wer dahinter steckt. Während man anfangs noch von einer Einzelperson absieht und größere Organisationen in Betracht zieht, ändert sich der Verdacht alsbald, als man beschließt, den mysteriösen Ermittler L einzubeziehen. Dieser ist Light in vielerlei Hinsicht nicht unähnlich und verfügt ebenfalls über einen scharfen Verstand. In wenigen Tagen gelingt es L, mehrere Tatsachen über Light herauszufinden. Dieser nimmt insgeheim Ls Herausforderung an.

Betagte DVD-Fassung

Death Note - Box 1 (4)Die Handlung von Death Note ist von Beginn an sehr ausgeklügelt. Mittendrin gibt es zwar immer die eine oder andere Szene, die den ganzen Anime um einigen Minuten pro Folge doch gerne mal streckt, aber im Endeffekt kann jede Episode gut unterhalten. Nicht nur Light und L sind dabei interessante Charaktere, auch ein bestimmter Inspektor bei der Polizei und noch eine weitere Figur, die nicht unwichtig für die Serie ist, mischen sich ins Geschehen ein und gestalten die Story um das Death Note sehr interessant. Was man am Inhalt nicht bemängeln kann, müssen wir jedoch an der technischen Seite anmerken. Death Note ist bisher – selbst in der japanischen Heimat – nur auf DVD erschienen. Das heißt, dass es sich hierbei immer noch um dieselbe technische Fassung handelt, die damals im Fernsehen ausgestrahlt und auf DVD schon einmal erschienen ist. Die Qualität geht größtenteils in Ordnung, doch einige Szenen wirken etwas unscharf, da man zu stark mit Weichzeichnern gearbeitet hat. Das unterstützt auf der anderen Seite die nicht vorhandene Transparenz der Handlung. Unterlegt werden die Szenen meist mit düsteren und teils melancholischen Klängen. Sowohl der japanische Ton als auch die deutsche Synchronisation wissen zu überzeugen. Wer die Serie nicht kennt und auf Bonusmaterial keinen Wert legt, bekommt mit Death Note – Box 1 einen sehr guten Einstieg.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Dadurch, dass ich vor ungefähr zwei Jahren bereits die Realverfilmungen gesehen habe, kannte ich die Handlung von Death Note bereits. Interessanterweise decken die Verfilmungen genau das ab, was wirklich wichtig ist. Das heißt, dass der Anime mit (für mich) bekannten Fakten arbeitet und diese zum Teil deutlich streckt. Kennt man die Filme jedoch noch nicht, ist der Anime sicherlich einer der spannendsten und vor allem storytechnisch ausgeklügelten überhaupt. In wirklich jeder Episode gefallen mir die Charaktere und wie sie im Anime mit der Zeit langsam, aber zielstrebig, eingeführt werden. Später kommen dann noch einige Überschneidungen dazu, die die Verbindungen unter den Charakteren wesentlich komplexer gestalten. Es gibt zahlreiche Wendungen, die den Anime zudem sehr intelligent erscheinen lassen. Kaum denkt man, dass Light L oder L Light auf die Schliche kommt, passiert etwas völlig unerwartetes und macht die Handlung um ein paar Folgen länger. Man bemerkt kaum, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man sich auf Death Note einlässt. Wer unbefangen an diesen genialen Anime herangeht, wird eines der besten Werke erleben, die in den letzten Jahren für Furore sorgten.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Death Note – Box 1!

Review: Wii Sports Club

Wii Sports Club (1)2006 ist das wohl wichtigste Jahr in der Videospielgeschichte von Nintendo. In diesem Jahr erscheint nicht nur die zuvor noch von der Konkurrenz belächelte Wii, sondern auch Wii Sports. Das Spiel präsentiert in diesem Jahr hervorragend, wozu die Wii im Stande ist.

Wii Sports Club (2)Als ein Videospielsystem für Vielspieler will Nintendo 2006 die Wii nicht vermarkten. Nach dem eher mittelmäßig verkauften Gamecube ändert Nintendo nicht nur das Marketing. Auch die Zielgruppe wird erweitert. Anstatt wie die Jahre zuvor die üblichen Hardcore-Spieler in erster Linie anzusprechen, positioniert man sich schon mit dem 2004 in Japan veröffentlichten Nintendo DS so, um jeden Spielertyp anzusprechen. Mit Wii Sports gelingt Nintendo 2006 schließlich der Durchbruch. In Europa liegt jeder Konsole das Spiel bereits bei, sodass sich Wii Sports mit der Zeit zu einem der meistverkauftesten Videospiele aller Zeiten avanciert. In Windeseile ist die Wii ausverkauft; das Spiel in aller Munde. Um der großen Nachfrage Herr zu werden, sind Promoter von Nintendo auch in kleineren Städten unterwegs, um in dortigen Läden die Wii vorzustellen, sodass Interessierte gleich das Spiel vor Ort ausprobieren können. Bei Wii Sports handelt es sich um ein Sportspiel, bei dem man mit der damals innovativen Wii Remote Tennis, Bowling, Boxen, Baseball und Golf spielen kann. Das Interessante daran ist, dass der Fernbedienungscontroller die Bewegung des Spielers erkennt und diese ins Spiel übernimmt. Das sorgt 2006 für offene Münder, eine verdutzte Konkurrenz und Muskelkater. Zudem zählt seitdem die Ausrede nicht mehr, dass man sich mal kurz wo kratzen wollte.

Genauigkeit punktet (theoretisch)

Wii Sports Club (3)Mit der Zeit machen sich aber Stimmen laut, die von der anfangs suggerierten 1:1-Steuerung nicht überzeugt sind – sie existiert schlicht nicht. Um Abhilfe zu schaffen, veröffentlicht der japanische Konzern im Jahr 2009 den Nachfolger Wii Sports Resort. Hier warten nicht nur neue Sportarten wie Bogenschießen auf uns, sondern auch eine erweiterte Steuerung. Dem Spiel liegt ein Wii-MotionPlus-Adapter bei, der einen zweiten Gyrosensor beinhaltet und die Steuerung theoretisch noch genauer gestaltet. Diese Technik sei drei Jahre zuvor noch zu teuer gewesen; später veröffentlicht man jedoch auch Wii-Fernbedienungen, welche diesen zweiten Sensor beinhalten. Genutzt hat diese Technik jedoch kaum ein Spiel, die Beliebtheit des Wii Balance Boards lässt grüßen. Während die Konkurrenz ähnliche Gehversuche in diesem Markt unternimmt, aber teils kläglich daran scheitert, kann Nintendo auf die Technik dank Abwärtskompatibilität der Wii U zurückgreifen. Obwohl die Wii U alleine durch den Preis nicht mehr jeden Spielertyp anspricht, möchte Nintendo auf diese eine Stärke der Wii abermals setzen und veröffentlicht in mehreren Paketen die alten Sportarten des ersten Teils als Download für die Wii U. Im Sommer 2014 folgt dann die Retail-Version, die ohne einen Vor- oder Nachteil alle Download-Pakete in ein seit 2006 bekanntes Gewand hüllt.

(Praktisch) ungenaue Steuerung

Wii Sports Club (4)Alle fünf eingangs erwähnten (ursprünglichen) Sportarten sind in Wii Sports Club enthalten. Diese fünf Sportarten liegen jetzt nicht nur in einer höheren Auflösung vor; sie unterstützten auch die bereits genannte Wii-MotionPlus-Technologie. Theoretisch ist es so möglich, die Schläge in Tennis, den Abschlag in Golf, einen Schlag beim Boxen, das Ausholen mit dem Baseball-Schläger und das Werfen einer Bowling-Kugel genau abzustimmen. In der Realität ist dieses Unterfangen jedoch komplizierter als gedacht. Zum einen muss man sich wirklich sehr gut konzentrieren, damit man beispielsweise Schläge im Golfsport nicht verzieht und der Golfball im Bunker landet. Zum anderen kommt es derzeit noch ungewohnt oft vor, dass sich die Wii-Fernbedienung dekalibriert und wir sie rekalibrieren müssen. Das ständige Einstellen von etwas, was eigentlich eine Ausnahme sein sollte, nervt auf die Dauer gewaltig. Besonders ärgerlich ist das, wenn man nach den gewohnten Tennis-Regeln online oder lokal gegen einen Gegenspieler antritt. Bemerkt man die Fehlkalibrierung erst bei einem Schmetterschlag, hat man direkt einen Punkt eingebüßt. Nach fünf Jahren Erfahrung mit Wii MotionPlus hätten wir hier sehr viel mehr Feingefühl seitens Nintendo erwartet. Wir trauen jedoch unseren Augen noch weniger, als wir uns durch die Sportarten klicken und beim Boxsport angekommen sind.

Erweiterte Steuerung

Wii Sports Club (5)War es 2006 in Wii Sports noch möglich, mit einer Wii-Fernbedienung und dem Nunchuck zu spielen, geht dies derweil nicht mehr. Wir können entweder eine Fernbedienung in die eine und eine weitere in die andere Hand legen, um zweihändig boxen zu können, oder wir machen dies tatsächlich einhändig! Das macht nicht nur wirklich Sinn, ist im Mehrspielermodus auch noch unfreiwillig komisch. Zudem ermüdet dies einen unserer Arme ungemein. In der Regel ist es bei solch einer undurchdachten Steuerung wirklich nötig, bald eine Pause einzulegen, wie sie uns das Spiel nach so gut wie jeder Übung vorschlägt. Das ist zwar auch nervig, doch ist nicht alles schlecht an Wii Sports Club. Man hat beispielsweise die Baseball-Steuerung überarbeitet. Ist man der Pitcher, kann man den Ball nun mit Hilfe des Wii U GamePads nun einer genauen Richtung zuordnen und zusätzlich die Art des Wurfes bestimmen. Ebenso ist es jetzt unsere Aufgabe, den Ball mit Hilfe des GamePads zu fangen, wenn der Gegner einen Ball ins Feld schleudert. Großartig! Eine weitere tolle Idee ist, dass man das GamePad beim Golfen auf den Boden legen kann. Da holen wir mit der Fernbedienung aus und sehen unseren Schläger den Ball treffen, wenn wir über den Fußboden und auf das GamePad blicken. Wie der Golfball fliegt, erleben wir selbstverständlich auf dem heimischen HD-Fernseher.

Logische Verbesserungen

Wii Sports Club (6)Um zu üben bietet das Spiel verschiedene Trainingsmöglichkeiten. Beim Bowlen können wir verschiedene Pin-Aufstellungen abarbeiten und beim Tennis Aufschläge auf große Maulwürfe schmettern. Wir sind gespannt, ob sich hier wieder eine bestimmte Tierschutzorganisation einmischen wird. Erreichen wir in den verschiedenen Sportarten Erfolge, hagelt es (sogar im lokalen Mehrspielermodus) Punkte, um unser Können in einem Rang auszudrücken. Online können wir nun ebenfalls gegen Gegenspieler antreten. An fast allen Ecken und Enden hat man trotzdem versucht, Wii Sports so gut es geht zu erweitern und zu verbessern. Optisch sieht schon Wii Sports trotz der altbackenen Technik auf einem HD-Fernseher sehr gut aus, doch durch Wii Sports Club merkt man erst recht, wie viel Luft eigentlich nach oben ist. Die schönen HD-Grafiken machen das Spiel ein klein wenig stimmiger. Beim Soundtrack hat man sich teils neue Stücke ausgesucht oder bekannte Tracks aufgemöbelt. Kurioserweise hat man sich einen neuen Sprecher für Tennis besorgt und den Sprecher beim Golfen wegrationalisiert. Diese Entscheidung ist zwar kurios, doch nicht so fragwürdig, warum die Steuerung in Wii Sports Club (im Vergleich zum Original zum Veröffentlichungszeitpunkt) leider nicht so gut funktioniert, wie wir das im Jahr 2014 erwarten. Kurz vorm Ziel geht dem Spiel die Puste aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii- und der Wii-U-Fassung): Wie bei den meisten Wii-Besitzern war 2006 Wii Sports auch mein erstes Spiel für die Konsole. Besonders in den ersten Monaten habe ich das Spiel immer wieder mit Freunden gespielt, bis genügend andere Mehrspielertitel erschienen und Wii Sports langsam abgelöst haben. Trotzdem habe ich Wii Sports immer wieder hervorgekramt, um den Titel mit Freunden zu spielen. Selbiges Schicksal wird Wii Sports Club bei mir direkt erfahren. So schön ich die neuen HD-Grafiken jetzt finde und so gut Nintendo die einzelnen Sportarten mit neuen Features ergänzt hat, so schade finde ich, dass die Steuerung in der Praxis bei mir nicht funktioniert. Kaum habe ich in Tennis drei bis vier Bälle abgewehrt, hält mein Mii seinen Schläger schon wieder ganz verkehrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich mit derlei Problemen im ursprünglichen Spiel gekämpft habe. Gut finde ich jedoch, dass Nintendo endlich einsieht, dass die Menschen online spielen wollen und bis auf ein bis zwei Ausnahmen hat der Online-Aufbau bei mir doch gut geklappt. Inständig hoffe ich jedoch auf einen Patch, der sowohl die Steuerungsprobleme in den Griff bekommt, gegebenenfalls auch alte Wii-Fernbedienungen spieltauglich macht oder gar eine Arcade-Steuerung ermöglicht wird. Wer auf einen Online-Modus verzichten kann und noch nie Wii Sports gespielt hat, kann ruhigen Gewissens zur günstigen Wii-Fassung greifen. Wer sich von den Steuerungsdefiziten, die ich im Test erlebt habe, nicht abschrecken lässt, darf natürlich auch zur Wii-U-Fassung greifen. Wii Sports bleibt so oder so ein Meilenstein der Videospielgeschichte, den man unter keinen Umständen verpassen darf!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Wii Sports Club!

Review: Psycho-Pass – Vol. 3 (Episoden 13 – 17)

Psycho-Pass - Vol. 3 (1)Mit Psycho-Pass – Vol. 3 erscheint die vorletzte Volume der Anime-Serie. Die Handlung der vorherigen Episoden wird dabei nahtlos fortgesetzt, gibt Einblicke in das Sicherheitssystem in der Stadt beziehungsweise hinterfragt dieses durch Antagonisten und Protagonisten.

Psycho-Pass - Vol. 3 (2)Nach den Geschehnissen der vorherigen Episoden geht es in Psycho-Pass nonstop weiter. Die Trauerfeier für Akane Tsunemoris Freundin, die vom Straftäter Shōgo Makishima vor ihren Augen hingerichtet wurde, findet gerade statt. Sie erkennt, dass sie zum Trauern jedoch keine Zeit hat. Sie unterhält sich mit ihrem Kollegen Shinya Kōgami, der ihrer Meinung ist und sie fortan bei der Ermittlung unterstützt. Es geht ihr nicht nur darum, ihre Freundin zu rächen, sondern Gerechtigkeit für alle Opfer von Makishima zu erkämpfen. Der Direktorin des Amts für öffentliche Sicherheit ist es jedoch wichtig, dass Makishima nicht getötet wird. Das Team soll ihn unter keinen Umständen töten und ihn lebendig gefangen nehmen. Der Psycho-Pass von Makishima steigt jedoch nicht an, wie wir es in den letzten Folgen erfahren haben. Daher ist es schwierig, den Verbrecher dingfest zu machen. Trotzdem findet das Team schon bald eine Spur; sie sind Makishima dicht auf den Fersen. Das nützt jedoch nur wenig, denn gerade als sie die Ermittlung vertiefen wollen, wird die Stadt von einer neuen Welle des Verbrechens heimgesucht. Mit Helmen maskierte Personen beginnen willkürlich friedliche Bewohner und korrekte Angestellte zu ermorden. Das Problem ist dem Team auch bestens bekannt, denn der Psycho-Pass von den Übeltätern steigt ebenfalls nicht an. Sie kopieren gar den der Opfer!

Ausnahmezustand

Psycho-Pass - Vol. 3 (3)Die Handlung von Psycho-Pass bleibt gewohnt spannend. Die Ermittlungsmöglichkeiten sind zwar weitgehend erklärt, doch werden uns aufgrund der Vorfälle weitere Einsatzoptionen mit neuen Gegenständen erläutert. Da der Dominator nur reagiert, wenn der Psycho-Pass einen bestimmten Wert überschreitet, ist dieser nutzlos, um auf Personen zu zielen, deren Psycho-Pass sich nicht verändert. Entsprechend wird das Team um Akane Tsunemori zum einen mit Elektro-Schlagstöcken ausgerüstet, um im Nahkampf gegen ihre Gegner gefeit zu sein. Zum anderen erhalten sie Granaten, die einen elektromagnetischen Impuls aussenden und auch die Umgebung elektronisch überlasten. Diese Granaten sollen sie zwar nur im Notfall einsetzen, da sie die direkte Umgebung in Mitleidenschaft ziehen, doch ihr Einsatz zeichnet sich von Anfang an unwiderruflich ab. Nachdem die Maskierten willkürlich durch die Bevölkerung morden, beginnt diese sich zu wehren und zu drastischen Maßnahmen zu greifen. Somit ist es verständlich, dass sich Kōgami und Co. mit der Waffe zur Wehr setzen müssen, um der Überzahl der Gegner Herr werden zu können. Interessanter ist jedoch, dass wir langsam ein Gespür dafür und Tatsachen serviert bekommen, welchen Plan Makishima eigentlich verfolgt. Auch ein sehr interessanter Storytwist am Ende von Episode 16 sorgt für offene Münder.

Song-Austausch

Psycho-Pass - Vol. 3 (4)Die gesamten Episoden haben uns nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch wieder einmal sehr gut gefallen. Der düstere Stil, der an dystopische Filme und Spiele erinnert, gefällt uns vor allem deshalb sehr gut, da er mit der erwachsenen Handlung hervorragend harmoniert. Lichteffekte und Animationen machen im 16:9-Format bei 1080p auch einen hervorragenden Eindruck. Außerdem passt sich die musikalische Untermalung den jeweiligen Situationen sehr gut an. Zudem fällt auf, dass die Köpfe hinter dem Projekt mit dieser Volume eine geänderte Titelmelodie und einen neuen Song beim Abspann verwenden. Anstatt also Abnormalize und Namae no nai Kaibutsu beim Vor- und Abspann zu hören, vernehmen wir nun durchgehend Out of Control und All alone with you. Das macht aber nichts, denn beide Songs passen thematisch sehr gut zum Anime. Bei der Synchronisation schenken sich beide Tonspuren nichts. Sowohl der japanische Originalton (der nur mit deutschen Untertiteln auswählbar ist), als auch die deutsche Synchronisation gefallen uns sehr gut. Die Sprecher hauchen sämtlichen Charakteren in beiden Sprachfassungen Leben ein. Bonusmaterial liegt in digitaler Form nur von Trailern von weiteren Kazé-Anime-Titeln vor, Einblicke in die Produktion gibt es leider abermals nicht. Dafür entschädigen drei physische Postkarten mit Motiven der Charaktere.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Psycho-Pass ist derzeit unschlagbar der Anime, bei dem ich ungeduldig auf die nächste Volume warte. Wirklich jede Episode ist sehr spannend und führt mich immer tiefer in die Welt von Psycho-Pass ein, ohne dabei auch nur im geringsten langweilig zu werden. Hinzukommen gelegentliche Storytwists, die mal mehr, mal weniger das bisher erlangte Wissen umschmeißen oder erweitern. In die Tiefe möchte ich nicht gehen, doch die Entwicklung eines bestimmten Charakters habe ich vielleicht vermutet, aber nicht in dieser Form kommen sehen, wie sie tatsächlich in Episode 16 vorkommt. Es bleibt also auch noch in den kommenden Episoden sehr spannend und ich frage mich tatsächlich, wie das noch enden wird. Ich kann den Anime an dieser Stelle aufgrund seiner erwachsenen Handlung, seines düsteren Stils, seinen tiefgründigen Charakteren und seinem interessanten Zukunftsszenario nur einmal mehr empfehlen. Psycho-Pass gehört in jede gut sortierte Anime-Sammlung!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Psycho-Pass – Vol. 3 (Episode 13 – 17)!

Review: Devil Survivor 2 – The Animation (Vol. 1)

Devil Survivor 2 - The Animation (Vol. 1) (1)Im Juli 2011 erscheint in Japan Shin Megami Tensei: Devil Survivor 2 für den Nintendo DS. Mehr als zwei Jahre soll es dauern, bis der Titel in hiesigen Gefilden erscheint. Während man noch an einer 3DS-Version des Spiels werkelt, versüßt man uns die Wartezeit mit dem Anime.

Devil Survivor 2 - The Animation (Vol. 1) (2)Das Leben geht für jeden Menschen seinen gewohnten Gang in der japanischen Hauptstadt Tōkyō. Zu den Bewohnern der Metropole gehören auch die beiden Oberschüler und Freunde Daichi Shijima und Hibiki Kuze. An einem Sonntag treffen sich die beiden im Stadtbezirk Shibuya, um über ihre Zukunft nach der Oberschule zu sprechen. Beide haben bereits die Testprüfung abgelegt, die notwendig ist, um an einer Universität studieren zu können. Die beiden sind sich jedoch noch nicht im Klaren darüber, wie ihr Studium später aussehen wird. Während für Daichi definitiv der Spaß im Vordergrund stehen soll, hat Hibiki noch keinen Plan, was er überhaupt studieren möchte. Es ist ein ganz normaler Sonntag, der jäh durch ein bestimmtes Ereignis unterbrochen wird. Daichi stellt seinem Freund die Internetseite Nicaea vor. Ist man mit der Seite verbunden, erhält man kurz vor dem Tod eines Freundes dessen Bild aufs Mobiltelefon geliefert. Hibiki und Daichi denken, es sei nur ein makabrerer Spaß. Anscheinend ist die Seite doch schon so populär, dass zwei Mädchen im Café ebenfalls eine Erfahrung mit Nicaea gemacht haben; ihre Freundin ist gestorben und tatsächlich haben sie kurz vor ihrem Tod ein Bild von ihr im virtuellen Briefkasten gehabt. Aus Witz wird Ernst, denn als die beiden auf ihre Untergrundbahn warten, erhalten sie ein Video von ihrem Tod.

Tōkyō unter Beschuss

Devil Survivor 2 - The Animation (Vol. 1) (3)Gerade in dem Moment, wo es ihnen zu unheimlich wird, wollen sie die Haltestelle zwar verlassen, doch hindert sie ein Erdbeben daran. Kurz bevor der Zug einfährt, taucht eine Frage auf ihren mobilen Geräten auf. Sie sollen sich entscheiden, ob sie leben oder sterben wollen. Selbstverständlich entscheiden sich die beiden in letzter Minute für das Leben; sie bleiben vom Unglück unverzehrt. Ebenfalls unter den Überlebenden ist die junge Io Nitta. Auch sie durfte die entscheidende Wahl treffen. Als wäre dieser Vorfall noch nicht schon kurios genug, tauchen plötzlich Dämonen auf, die sie fortan in brenzligen Situationen beschützen und für sie kämpfen wollen. Nach dem Verlassen des Schachts erfahren sie leider, dass das Unglück mit der Untergrundbahn nicht das einzige Problem in Tōkyō ist. In der Ferne sehen sie, wie sich eine gigantische Staubwolke bildet. Als das Mobilfunknetz ausfällt und quasi der Notstand ausgerufen wird, beschließen die beiden, sich an einem ruhigen Ort zu verstecken. Daraus wird jedoch nichts, da mysteriöse Monstren erscheinen, gegen die sie beziehungsweise ihre Dämonen kämpfen müssen. Daraufhin wird das Japan Meteorological Agency Geomagnetism Research Department auf die drei Charaktere aufmerksam, welches sie unmittelbar gefangen nimmt. Interessanterweise verfügt die Organisation über ein großes Hintergrundwissen.

Spannende Rollenspielhandlung

Devil Survivor 2 - The Animation (Vol. 1) (4)In den ersten vier von insgesamt dreizehn Episoden erfahren wir leider noch nicht sehr viel über das, was der Auslöser von allen Vorfällen angeht. Jedoch scheinen die Eindringlinge, wie die übernatürlichen Wesen genannt werden, verantwortlich zu sein. Der Kampf gegen die Eindringlinge beginnt und wird bereits in den ersten Episoden mehrere Todesopfer fordern. Devil Survivor 2 – The Animation zeigt, dass der Anime keine Kompromisse machen will. Keine Kompromisse werden auch beim Bildmaterial gemacht. Die Animationen sehen sehr gut aus und werfen das Geschehen in eine bedrohliche, teils sogar dystopische, Atmosphäre. Unterstützt wird das mit einem gelungenen Soundtrack, der keinen Moment langweilig wirkt. Obwohl die Geschichte auf einem Videospiel basiert und gerade einmal dreizehn Episoden für die Umsetzung einer Rollenspielhandlung wohl sehr wenig sind, kann man der Story trotz alledem sehr gut folgen. Die Geschichte um Freundschaft, Selbstfindung und Bestimmung ist in den ersten vier Episoden schon mal ein sehr gutes Beispiel, was man vom Rest des Anime und auch des Spiels erwarten darf. Käufer der Erstauflage erhalten neben dem Anime auf Blu-ray auch eine Sammlerbox, in der alle vier Volumes Platz finden werden. Obendrein gibt es noch ein kurzes Booklet mit farbigen Abbildungen und ein paar Informationen zu den Folgen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Gespielt habe ich Shin Megami Tensei: Devil Survivor 2 zu meiner Schande leider nie. Nachdem ich die ersten vier Episoden des Anime gesehen habe, würde ich das aber nur zu gerne sobald als möglich nachholen. Rollenspiele für Nintendos DS haben mich bisher nämlich so gut wie nie enttäuscht. Die Story des Anime ist nämlich sehr spannend und unterhaltsam, weshalb ich mir das im Spiel nicht anders vorstellen kann. Zudem gefällt mir das in Tōkyō angesiedelte Setting sehr gut, welches durch das Gameplay des Videospiels in Anime-Form prächtig ergänzt wird. Die Dämonen, die man mittels Mobiltelefon beschwört und die Einwirkungen verschiedener Fantasy-Typen ist klasse! Umso mehr ist es schade, dass die erste Volume nur vier Episoden enthält und mich jetzt noch gut einen Monat auf Nachschub warten lässt. Ein Grund mehr, sich alle vier Folgen noch einmal anzuschauen, um auf die nächste Volume hinfiebern zu können oder vielleicht auch das Spiel nachzuholen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Devil Survivor 2 – The Animation (Vol. 1)!

Review: Pokémon: Art Academy

Piccadilly_TS_0228Die Pokémon-Reihe war zunächst nur als Rollenspielserie geplant, doch schon bald haben die japanischen Köpfe das Potential der Reihe erkannt. Pokémon Snap ist wohl der exotischste Titel des Franchises. Pokémon: Art Academy erweitert das Franchise um einen Malkurs.

Pokémon Art Academy (2)Grundsätzlich kann Pokémon: Art Academy als eine Art Crossover zwischen Pokémon und Art Academy gewertet werden. Wir schlüpfen in die Rolle eines Jungen oder Mädchens und schreiben uns nach einem Übungskurs in die Pokémon-Kunstakademie ein. Fortan werden wir von Professor Albrecht, der übrigens der Bruder von Vince ist, in der Kunst des Malens und des Zeichnens unterrichtet. Für alle Nichtkenner der Art-Academy-Reihe ist der Name Vince sicherlich gewöhnlich, doch ist er jener Künstler, bei dem wir zuletzt in New Art Academy so viele Kunstwerke geschaffen haben. Eine weitere wichtige Figur, um die nette Story vorantreiben zu können, ist die junge Emily. Diese schreibt sich zur selben Zeit in der Kunstakademie ein wie wir. Während unsere Werke bei den ersten Lektionen bereits nach kleinen Kunstwerken aussehen, sieht die Realität bei Emily anders aus. So sehr sie sich auch bemüht, ihre Bilder sind eine halbe Katastrophe. Sehr nett, wenn die Rivalität im Franchise auch mal zu unserem Gunsten ausfällt. Dennoch ist es Professor Albrecht egal, wie das Bild im Endeffekt aussieht. Getadelt wird nicht, doch auch nicht unbedingt gelobt. Stattdessen wird man immer wieder angespornt, weitere tolle Ergebnisse zu erzielen. Das ist im Gegensatz zum freudigen Nihilismus von Meister Vince eine willkommene Abwechslung.

Ansteigende Lernkurve

Pokémon Art Academy (3)Die Lektionen in Pokémon: Art Academy bauen wie in der Art-Academy-Reihe aufeinander auf. Aufgebaut sind diese so, dass Professor Albrecht uns zeigt, was in der jeweiligen Phase zu tun ist. Anschließend sind wir an der Reihe und führen Pinselstriche und Co. nach. Zudem sind die Lektionen in verschiedene Kurse unterteilt. Im Anfängerkurs lernen wir einfache Formen kennen und in welcher Reihenfolge wir beim Malen arbeiten. Weitführende Hilfe gibt es im Studentenkurs, auf den später der Absolventenkurs folgt. Vom anfänglichen Erstellen von Konturen, dem Ausfüllen von Teilbereichen bis hin zum Schraffieren und Skizzieren erlernen wir viele hilfreiche Techniken. In der Realität ist das Arbeiten mit Radiergummi und mehreren Ebenen so vielleicht nicht machbar, doch gefallen uns diese vielen Optionen sehr. Kaum haben wir ein Pokémon gemalt, wollen wir auch schon das nächste auf die digitale Leinwand bannen. Haben wir uns noch bei New Art Academy darüber beschwert, dass es keine Bewertungskriterien für von uns gemalten Bildern gibt, setzt Pokémon: Art Academy neue, wenn auch kleine, Maßstäbe. Für ein beendetes Werk erhalten wir entweder eine goldene oder eine silberne Medaille. Das Spektrum könnte zwar größer sein, doch finden wir es schade, dass uns der Titel die Bewertungskriterien nicht offenlegt. Potential verschenkt!

Ein Schritt nach dem anderen

Pokémon Art Academy (4)Auf der technischen Seite ist Pokémon: Art Academy ein zweischneidiges Schwert. Die Optik ist zwar absolut ausreichend, unterstreicht den Pokémon-Charme mit farbenfroher Grafik und ist für eine Simulation definitiv zweckmäßig, doch nutzt der Titel niemals den Tiefeneffekt des Nintendo 3DS. Beim Erstellen von Kunstwerken können wir das sehr gut verstehen, da hier Genauigkeit (auch beim Zoomen) zählt. Warum man jedoch auf diese Spielerei auch bei den Story-Einheiten verzichtet hat, ist uns ein Rätsel. Akustisch unterscheidet sich der Titel jedoch von der Art-Academy-Serie. Hier sucht man die Nähe zur Pokémon-Reihe, in der es eher fröhliche Musikstücke gibt, denen wir lauschen dürfen. Der Soundtrack ist passend, doch hin und wieder fehlt uns die lockere Gelassenheit des Vorbilds. An der Steuerung hat sich seit den letzten Ablegern der Art-Academy-Reihe nichts geändert. Über den Touchscreen wählen wir die verschiedenen Werkzeuge aus und zeichnen ebenfalls über diesen. Nur für einzelne Aktionen, wie in einer Lektion zum nächsten Schritt überzugehen, ist Knöpfchendrücken gefragt. Wer bereits bei früheren Teilen Spaß beim Zeichnen und Malen hatte, wird (sofern die Pokémon-Affinität vorliegt) auch mit Pokémon: Art Academy zufriedengestellt. Möchte man jedoch ins Franchise hineinschnuppern, empfehlen wir eher die früheren Serienteile.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Ich verfolge die Art-Academy-Reihe seit ihrem Bestehen. Entsprechend habe ich die vielen kleinen Veränderungen im Lauf der Jahre mitbekommen. Pokémon: Art Academy macht meiner Meinung nach kaum etwas anders und nicht unbedingt besser. Es ist nach wie vor ein erholsames Spiel für zwischendurch. Möchte man jedoch wirklich viel Spaß mit dem Titel haben, ist ein Mindestmaß an Kreativität erforderlich. Lernresistenz ist ebenfalls ein sehr wichtiger Faktor, denn mit der Zeit werden immer mehr Techniken abgefragt, die man beherrschen sollte. Das gefällt mir zwar, doch finde ich es nach wie vor schade, dass auch Pokémon: Art Academy an den bekannten Problemen krankt. Eine Sprachausgabe gibt es nicht. Wie Vince bleibt auch Professor Albrecht stumm. Zwar gibt es jetzt zwei verschiedene Bewertungen für abgegebene Bilder, doch sind beide Wertungen undurchschaubar. Für die Zukunft wünsche ich mir hier mehr Transparenz, auch wenn es vielleicht schwierig ist, ein allgemeines Bewertungsmaß zu etablieren. Unterm Strich muss ich jedoch abermals sagen, dass der Titel das echte Gefühl, einen Pinsel zu schwingen, nicht ersetzen kann. Pokémon: Art Academy trägt jedoch stark dazu bei, seine persönlichen Interessen daraufhin auszuweiten!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pokémon Art Academy!

Review: Senran Kagura – Vol. 3

Senran Kagura - Vol. 3 (1)Mit großen Schritten geht es auf das unausweichliche Finale zu. In der dritten Volume von Senran Kagura dreht sich wieder einmal alles um die Shinobi, ihre Widersacherinnen, einer Verräterin und weiblichen Geschlechtsmerkmalen; wie das bei einer Ninja-Ausbildung so ist.

Senran Kagura - Vol. 3 (2)Gegen ihre Widersacherinnen von der feindlichen Schlangen-Mädchenschule haben die fünf Freundinnen Asuka, Ikaruga, Katsuragi, Yagyū und Hibari von der Hanzō-Akademie absolut keine Chance. Die Lage ist aussichtslos und bald kommt ihr Lehrer Kiriya dahinter, dass es vermutlich eine Spionin in der Akademie geben muss. Anders ist es wohl nicht zu erklären, warum die gegnerische Schule übermächtig erscheint. Er vermutet eine Verräterin und um zu erkennen, wer dies wohl sein kann, plant er zusammen mit Daidōji, seine fünf Schülerinnen zu testen. Sie organisieren einen Hiking-Ausflug für die Freundinnen. Irgendwo in Japan gibt es ein geheimes Areal, in dem Extreme wie Kälte und Hitze aufeinander treffen und genau in diesem Bereich schlummert eine sagenumwobene Schriftrolle, welche sie finden sollen. Um schnellstmöglich ans Ziel zu kommen, teilen sie sich auf. Jeder kämpft alleine in Dschungel, Eiswüste und auf einem Floß, welches über einen Fluss fährt, in dem hungrige Piranhas nur darauf warten, den Shinobi die Kleider vom Leib zu reißen. Am Ende machen sie schließlich Bekanntschaft mit Daidōji; der Hiking-Ausflug ist jedoch ohne Ergebnis. Kiriya kommt zur Überlegung, dass die Verräterin vielleicht eine frühere Schülerin von ihm sein könnte. Hier käme jedoch nur Rin in Frage, die bei einer gefährlichen Mission jedoch einst ums Leben kam.

Zwei Schulen, zwei Gegner

Senran Kagura - Vol. 3 (3)Senran Kagura gewinnt abermals an Tiefe. Das liegt nicht nur an den tiefen Ausschnitten der Charaktere, die hin und wieder dezent gezeigt werden, sondern viel mehr an der Handlung. In erneut drei Episoden, die inhaltlich aufeinander aufbauen, bekommen wir nicht nur eine rasante Geschichte präsentiert, die mit viel Action auftrumpft. Einblicke in den Beginn der Ausbildung von unseren Heldinnen gewährt man uns ebenfalls. Das ist besonders deshalb wichtig, da man die Charaktere so wesentlich besser verstehen lernt. Überraschungen sind in diesen Szenen nicht ausgeschlossen, da sich einige Charaktere über die Zeit hin doch sehr zu den uns bekannten Charakterzügen entwickelt haben. Das Geschehen schwenkt zudem diverse Male zur gegnerischen Schlangen-Mädchenschule, doch finden wir es schade, dass die dortigen Charaktere nur am Rande auftauchen. Immerhin erfährt man etwas mehr über die geheimnisvolle Anführerin und eine ihrer wertvollsten Handlangerinnen. Richtige Duelle mit Schwertkampf und Co. gibt es in den drei vorliegenden Episoden jedoch kaum. Am Ende der neunten und somit letzten Episode dieser Blu-ray Disc gibt es jedoch ein Duell, welches das Finale einläutet, welches dann hoffentlich sämtliche Fragen beantworten wird. Da nützen dann auch keine, manchmal recht plumpe, Kameraschwenks auf die Brüste der Heldinnen.

Japanische Lautmalerei

Senran Kagura - Vol. 3 (4)Die Ecchi-Elemente des Animes sind natürlich nicht Hauptaugenmerk; auch wenn einzelne Szenen des Anime das nur zu gerne suggerieren möchten. Viel wichtiger ist dabei nämlich der sehr tolle Humor, der unzertrennlich mit diesen Elementen verbunden ist. Anspielungen aufs Grapschen oder Vergleiche zwischen Körbchengrößen unter Frauen sind sehr amüsant. Auch andere Einspielungen wie das Auftauchen eines Eisbären mit der einhergehenden Lautmalerei der japanischen Sprache ist einfach großartig. Deshalb empfehlen wir euch sehr, den Anime in der japanischen Synchronisation anzuschauen. Emotionen kommen dort wesentlich besser zur Geltung, als in der deutschen Fassung. Diese ist zwar für sich genommen nicht schlecht, kann aber eben nicht das volle Potential entfalten. Beide Tonspuren liegen in DTS-HD Master Audio 2.0 vor, während die Bildschirmauflösung der Blu-ray selbstverständlich in 1080p auf der Disc schlummert. Japanischkundige werden es jedoch abermals schade finden, dass die japanische Synchronisation nur mit nicht abschaltbaren Untertiteln anzuhören ist. Neben drei Episoden, die circa 75 Minuten Laufzeit einnehmen, liegt kein digitales Bonusmaterial mehr vor. Dafür entschädigen zwei doch sehr reizvolle Postkarten, die der dritten Volume beiliegen. Senran Kagura – Vol. 3 bricht die Tradition, im Guten wie im Schlechten, nicht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nach sechs Episoden habe ich gehofft, dass der Anime so langsam das Finale einläutet. Bei recht wenigen Folgen ist es nämlich immer recht kompliziert, einen vernünftigen Handlungsbogen zu konstruieren. Senran Kagura tut sich damit meiner Meinung nach etwas schwer; trotzdem ist die Einleitung zu erkennen. Der Konflikt zwischen beiden Schulen wird mit spaßigen Elementen, die aus Humor und einer gesunden Ecchi-Portion bestehen, charakterisiert. Zudem kommt die Action nicht zu kurz und auch der Ernst der Lage bleibt allseits bestehen – so kurios das auch klingen mag. Sofern man bis hierhin durchgehalten hat, wird man auch mit der dritten Volume seinen wahren Spaß haben. Einzig schade finde ich nur, dass abermals auf Bonusmaterial verzichtet wird. Die zwei Postkarten schaue ich mir zwar gerne an, doch bieten sie mir kein Hintergrundwissen, nach dem ich mich mit jeder weiteren Folge von Senran Kagura so sehr sehne. Wer darauf verzichten kann, erhält mit Senran Kagura – Vol. 3 dennoch abermals ein sorgenfreies Paket!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Senran Kagura – Vol. 3!

Review: Btooom! (Band 2)

Btooom! (Band 2) (1)Der zweite Manga von Btooom! beginnt genau dort, wo der erste Band aufgehört hat. Ryōta Sakamoto befindet sich in einem Kampf mit einem hübschen Mädchen. Dieses schockt sich mit ihrem Elektroschocker jedoch selbst, weshalb sie bewusstlos wird. Sie hat Angst vor dem Protagonisten, der sie huckepack nimmt, um sie in Sicherheit zu bringen. Aus Furcht davor, dass Ryōta sie vergewaltigen wird, aktiviert sie eine ihrer Bomben, da sie lieber sterben will. Nachdem Ryōta sie davon überzeugt hat, dass er ihr nichts Böses antun wird, finden sich die beiden bei Kiyoshi Taira ein. Dieser ist quasi Ryōtas Partner im perfiden Spiel von Btooom!. Die drei beschließen, zu dritt und gemeinsam zu agieren, um der Insel entkommen zu können. Ihr Unterfangen wird jedoch jäh gestört, als im Schutz der Dunkelheit funkelnde Augen im Dschungel auftauchen. Wenig später geben sich die riesigen Komodowarane zu erkennen, die sie daraufhin am Fluss attackieren. Zwar gelingt ihnen die Flucht ins Wasser, doch haben sie ihre Bomben an ihrem Lagerplatz vergessen. Herr Taira macht sich auf, um die Bomben und ihre Taschen zu holen. Die Komodowarane fühlen sich dadurch jedoch provoziert und beißen Taira ins Bein. Nun steht Ryōta vor der moralischen Entscheidung, das betäubte Mädchen und den verletzten Taira zurückzulassen oder einen Weg zu finden, um alle zu retten.

Zwischenmenschlichkeit

Selbst wenn der Vorfall mit den Komodowaranen nicht unbedingt der Realität entspricht, ist die Jagd durch den Dschungel spannend inszeniert. Die zwischenmenschlichen Beziehungen der drei Freunde werden auf eine harte Probe gestellt – und das nicht nur im Kampf gegen die Echsen. Wir befinden uns immerhin immer noch auf der Insel und ihre Feinde, der Söldner Masashi Miyamoto und der dubiose Anwalt Sōichi Natsume, sind ihnen dicht auf den Fersen. Das gipfelt in einem Kampf in einem Gebäudekomplex, bei dem nicht alle überleben werden und den Fortschritt der Spielteilnehmer, welcher durch die Mikrochips symbolisiert wird, einmal mehr neu verteilt. Die Spannung, die im ersten Band aufgebaut wurde, ist im zweiten Manga immer noch vorhanden. Das liegt zum einen daran, dass man nicht auf die Flashbacks verzichtet und somit auch das Leben von Ryōta und dem Mädchen Himiko vor der Insel gut geschildert wird. Viel wichtiger sind jedoch die zwischenmenschlichen Beziehungen, welche die sozialen Verhältnisse auf der Insel bestimmen. Nebenher wird auch kurz auf die Firma Tyrannos Japan eingegangen. Das bringt zumindest etwas Licht ins Dunkle. Wir sind jedoch immer noch nicht im Klaren darüber, welche Geheimnisse Btooom! noch für uns bereithalten wird. Junya Inoue arbeitet am Manga Btooom! schließlich immer noch fleißig bis heute.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Da ich den Anime bereits kenne, wusste ich leider schon, was mich ungefähr in diesem Band erwartet. Somit blieb die große Spannung für mich zwar aus, doch kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass der Manga für jeden, der den Anime noch nicht gesehen hat, dennoch spannend ist. Btooom! ist in vielen Punkten einfach unberechenbar. Man weiß nie, was in der nächsten Szene passiert und jedes Mal hat man unweigerlich im Hinterkopf, dass einem Verbündete jederzeit verraten könnten. Als Leser geht es einem also nicht anders, als den Protagonisten und Antagonisten des Manga. Btooom! ist aber besonders deshalb so interessant, weil gelegentlich zwischen den Zeiten gesprungen wird und ich das Leben der Charaktere aus verschiedenen Zeitebenen kennenlerne. Btooom! ist ein Manga, um den man nur schwer herumkommt. Da der Anime nur über wenige Episoden verfügt, kann ich mir zudem sehr gut vorstellen, dass mit dem nächsten Manga für mich definitiv mehr Spannung aufkommen wird.

Vielen Dank an Tokyopop für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Btooom! (Band 2)!

Review: Canton Godfather

Canton Godfather (1)Die erste Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts wird in US-amerikanischen Filmen sehr oft in Form von Gangsterfilmen charakterisiert. Jackie Chan möchte das Treiben von Triaden in den Straßen von Hongkong vorstellen, geht jedoch weitgehend einen deutlich unblutigeren Weg.

Canton Godfather (2)In der Mitte der Dreißiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts nimmt sich Chen-Wah Kuo vor, von Kanton nach Hongkong zu reisen, um dort Arbeit zu finden. In der Metropole wird Kuo jedoch zunächst nicht fündig. Stattdessen fällt er auf einen Arbeitsvermittler herein. Dadurch verliert er den Großteil seiner Ersparnisse, die von den Reisekosten übrig geblieben sind. Von dem Glück verlassen, verbringt er seine Zeit auf einer Parkbank. Dort trifft er auf eine Frau, die ihm eine Rose verkaufen will. Angeblich solle diese ihm Glück bringen. Zunächst zögert Kuo, doch in dem Moment, als er ihr seinen letzten Dollar gibt, rast ein Auto hinter ihm über die Parkbank und die nahen Treppen hinunter. Er sieht sofort nach, ob sich jemand verletzt hat. Als er Hilfe leisten will, tauchen mit Maschinenpistolen bewaffnete Triaden auf. In Kuos Augen und als Kampfkünstler sei es seine Aufgabe, den Personen im Wagen zu helfen. Nach einem kurzen Kampf erfährt Kuo, wen er da eigentlich gerettet hat. Es handelt sich dabei um einen hoch angesehenen Triadenboss in Hongkong. Als Kuo ihn in Sicherheit bringt, ist die hoch angesehene Persönlichkeit jedoch nicht von Kuo überzeugt und will ihn eigentlich aus dem Weg räumen. Er erliegt jedoch seinen Wunden mit unvollendeten Sätzen. Es kommt wie es kommen muss: Die Komplizen des Triadenbosses ernennen Kuo zu ihrem Großen Bruder.

Verkettung ungünstiger Zufälle

Canton Godfather (3)Großer Bruder bedeutet in diesem Falle so viel wie, dass Kuo jetzt ihr Anführer ist. Dieser lehnt jedoch Gewalt und jegliche Form von Verbrechen ab. Entsprechend schlecht kann sich Kuo unter seinen Leuten behaupten. Einige sind der Meinung, dass Fei die Rolle des neuen Bosses besser stehen würde. Dieser intrigiert, indem er sich mit Kuos Gegenspieler Tiger zusammentut. Der Auslöser der Fehde zwischen Kuo und Tiger ist jedoch ein Nachtclub. Nach dessen Fertigstellung verlangt Tiger die Hälfte aller Einkünfte, was wiederum nicht in den Interessen von Kuo steht. Eingewoben in die Haupthandlung ist jedoch eine Geschichte, die nur lose mit den eigentlichen Geschehnissen verknüpft ist. Die eingangs schon erwähnte Rosenverkäuferin hat eine Tochter, die glaubt, dass ihre Mutter wohlhabend sei. Dadurch ist es der Tochter möglich, sich mit ihrem reichen Freund zu verloben. Als Kuo davon erfährt, hilft er der Rosenverkäuferin, die Täuschung durch finanzielle Mittel aufrechtzuerhalten. Da es dazu jedoch nötig ist, Polizeichef Ho von dem eintreffenden Multimilliardär abzulenken, verstrickt sich die Geschichte in viele ungünstige Zufälle und lustige Situationen, mit denen sowohl die Charaktere, als auch die Zuschauer zukämpfen haben. Humor und weniger Action heißt die Devise, die Regisseur und Hauptdarsteller Jackie Chan hier an den Tag legt.

Willkürliche Schnittfassung

Canton Godfather (4)Trotzdem gibt es in Canton Godfather einige Action-Szenen zu sehen. Besonders die Szene, in der sich Altmeister Jackie Chan in einer Seilerei mit Feis Schergen prügelt, ist mal wieder eine Filmstelle, die Fans in ihren Gedanken seit 1989 bereits verankert haben. Der Humor ist auf einem gewohnt guten Niveau, doch kann dieser in der deutschen Fassung nicht immer in vollem Glanz erstrahlen. Der Grund ist schnell gefunden. Während die deutsche Fassung nur 93 Minuten umfasst, bietet die Filmfassung im kantonesischen Original satte 128 Minuten. Positiv hervorheben möchten wir hier Publisher Splendid Film. Dieser ermöglicht es, dass der Film entweder in der deutschen Fassung, im Original oder in der deutschen Fassung mit den ausgebliebenen Szenen untertitelt angesehen werden kann. Wir empfehlen auf jeden Fall eine der letzten beiden Varianten, denn man hat hier nicht etwa brutale Action-Szenen entfernt, sondern willkürlich die Szene angesetzt, dass zum Teil die Handlung nicht nachvollziehbar sein kann. Bonusmaterial liegt in Form eines Audiokommentars von Bey Logan, einem recht kurzen Special mit Jackie Chan (der über seinen Filmschnitt philosophiert) und auch in der Originalfassung entfernten beziehungsweise ersetzten Szenen vor. Canton Godfather mag zwar unterm Strich keine originelle Geschichte erzählen, aber zumindest eine sehr witzige!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bei Canton Godfather habe ich zunächst auf einen ernsten Film gewartet, doch bereits nach wenigen Szenen wird klar, dass auch hier nicht Gewalt verherrlicht wird. Auf der einen Seite wird Gewalt negativ dargestellt und auf der anderen Seite steht bei dieser Jackie-Chan-Produktion abermals der Humor wieder im Vordergrund. Die Geschichte in Canton Godfather mag zwar nicht sonderlich originell sein, doch der Humor, der besonders durch Jackie Chan, Bill Tung und Richard Ng betont wird. Auch wiederkehrende Motive, wie die Rose (hier als Symbol des Glücks), bringen Running Gags in den Film. Auch die Übersetzung ins Deutsche ist gut gelungen, doch sollte man sich definitiv nicht die deutsche Schnittfassung anschauen. Die Zusammenhänge der Handlung sind hier sehr schwer zu verstehen, da die Schere beim Schnitt einfach willkürlich angesetzt wurde und Canton Godfather verstümmelt. Wer sich den Film jedoch komplett in der auf der Blu-ray Disc enthaltenen kantonesischen Sprachfassung anschaut oder zumindest die in der deutschen Fassung nicht enthaltenen Szenen untertitelt anschaut, wird mit Canton Godfather zwar immer noch keine originelle Story erleben, aber zumindest einen ganzen Nachmittag mit witzigen Dialogen, illustren Begegnungen und weiteren humorvollen Inhalten gut unterhalten.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Canton Godfather!

Review: Meister aller Klassen II

Meister aller Klassen II (1)Während Meister aller Klassen im Jahr 1980 die Kinos erobert, wurde Meister aller Klassen II bereits zwei Jahre zuvor gedreht. Der Grund dafür ist einfach: Beide Filme tragen im Original unterschiedliche Titel, die hierzulande willkürlich in eine Trilogie gepresst werden.

Meister aller Klassen II (2)Inhaltlich haben die beiden Filme somit nichts gemeinsam. Während Meister aller Klassen die Geschichte zweier Kampfsportler und ihren unterschiedlichen Werdegang erzählt, versetzt der zweite Teil den Zuschauer in einen Shàolín-Tempel. Hier verbringt Lung seine Zeit, der zwar unter Shàolín-Mönchen lebt, jedoch eine andere Mentalität an den Tag legt. Trotzdem ist sein Lebensinhalt die Kampfkunst, die er zu perfektionieren versucht. Eines Tages wird jedoch das Buch der sieben Fäuste aus dem Shàolín-Tempel gestohlen. Während fünf Mönche gar nichts gegen den Übeltäter ausrichten können, schläft Lung am Eingang der Bibliothek einfach ein. Der Abt des Ordens nimmt die Schuld auf sich und lässt sich für einhundert Tage unter dem Tempel in den Katakomben einsperren. Die fünf Mönche und Lung werden dazu verdonnert, drei Tage lang zu fasten. Der Ärger nimmt jedoch nicht ab, da Lung stattdessen lieber in der Natur Kleintiere fängt und sie zu einem Eintopf verarbeitet. Obwohl die anderen Mönche von der seltsamen Suppe ebenfalls kosten, wird nur er zu einer Strafarbeit verordnet. Er fühlt sich ungerecht behandelt und muss mit einem riesigen Pinsel Schreibarbeiten verrichten. Während das Leben im Shàolín-Tempel wieder seinen gewohnten Lauf nimmt, erlangt der Dieb des Buchs unermessliche Kräfte und beginnt seinen Feldzug durchs Land, um Stärke zu zeigen.

Training mit Geistern

Meister aller Klassen II (3)Die Technik der sieben Fäuste lässt sich nur mit einer einzigen Kampftechnik besiegen. Dabei handelt es sich um die Technik der fünf Fäuste, welche jedoch seit langer Zeit verschollen ist. In einer weiteren Nacht donnert ein Komet in den Tempel, welcher dafür sorgt, dass dubiose Geister in der Bibliothek herumspuken. Der furchtlose Lung widersetzt sich den Geistern und überlistet sie. Nach einigen Scherereien im Tempel, führen die fünf Geister Lung zum Buch der fünf Fäuste. Von den Geistern verlangt er, dass sie ihn in den Techniken des Drachens, der Schlange, des Kranichs, des Tigers und des Leoparden unterrichten sollen. Noch ahnt Lung jedoch nicht, dass sich jemand des Buchs der sieben Fäuste bemächtigt. Erst als ein Kampfkunstlehrer mit seiner Tochter im Tempel erscheint, wird dem Orden klar, dass sie es mit einem gefährlichen Kampfsportler zu tun haben, dessen oberstes Ziel ist, Ansehen zu erlangen. Als plötzlich jener Kampfkunstlehrer ermordet wird und der Verdacht auf einen Mönch im Tempel fällt, eskaliert die Situation. Flucht, Verfolgung und Hexenjagd stehen an der Tagesordnung. Als dann auch noch der Bösewicht in der besagten Kampfkunstschule auftaucht und das Siegel beansprucht, muss sich Lung mehreren Prüfungen unterziehen, die ihn nicht nur vordern, sondern auch für die finale Auseinandersetzung vorbereiten sollen.

Kuriositätenkabinett

Meister aller Klassen II (4)Meister aller Klassen II kann die Qualität des Vorgängers, sofern wir bei der Trilogie-Theorie bleiben, absolut nicht einfangen. Die Geschichte ist weitgehend in die Länge gezogen und die komischen Szenen beziehungsweise das, was man hier als Humor verkauft, ist in den meisten Fällen nicht lustig. Beispielsweise gibt es eine Szene, in der Lung (gespielt von Jackie Chan) versucht, die Geister aus ihrem Versteck zu locken, indem er auf sie uriniert. Außerdem sind die Kostüme der Geister alles andere als gut. Sie wirken viel zu künstlich und ein Großteil der Spezialeffekte ziehen viele Szenen ins Lächerliche. Beispielsweise ist der Komet einfach nur die Lunte eines Feuerwerkskörpers, der vor einem schwarzen Bild nicht mal annähernd als ein Komet identifiziert werden kann. Immerhin kann der Film mit zwei grandiosen Kampfszenen am Ende die Qualität zumindest noch ein klein wenig heraufschrauben. Ebenfalls gefällt uns, wie der Film die Geschehnisse auflöst (selbst wenn die Lösung ein klein wenig unlogisch ist). Das Bild in 1080p geht für einen Film des Jahres 1978 halbwegs in Ordnung, für die Blu-ray hätten wir jedoch mehr erwartet. Die Synchronisation kann nur in seltenen Fällen mit Humor punkten. Wir empfehlen hier also klar den kantonesischen Originalton. Nach 99 Minuten ist der Spuk vorbei und dann sind wir auch froh, dass man uns hier mit Bonusmaterial verschont.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich finde es schade, wie man damals den einen oder anderen Film in eine Reihe gepresst hat, obwohl diese gar nichts miteinander zu tun haben. So habe ich mich bei Meister aller Klassen II auf eine Fortsetzung, oder zumindest auf eine inhaltliche Orientierung am Vorgänger, gefreut. Leider wurde ich hier enttäuscht. Dass Geschichte und Schauplatz nichts mehr mit Meister aller Klassen zu tun haben, kann ich noch absolut nachvollziehen. Doch erwarte ich ein wenig mehr, als das was hier abgeliefert wird. Das fängt schon mit manchen Kostümen an, denn die Kostüme der Geister wirken viel zu künstlich; ich kann sie beim besten Willen als solche Erscheinungen nicht ernst nehmen. Da hilft auch der zeitweise gute Effekt, der die Geister als halbdurchsichtige Erscheinung einblendet, beim besten Willen nicht mehr viel. Ebenso ulkig ist der Komet, der mit der Lunte eines Feuerwerkskörpers charakterisiert wird. Das ist bereits 1978 eine antiquierte Technik. Leider ist der Humor in Meister aller Klassen II auch nicht besonders gut. Viele Sprüche wirken deplatziert und auch Aktionen wie das Fangen von Kleintieren oder das Urinieren in einer Ecke sind in diesem Zusammenhang einfach nicht spaßig. Meister aller Klassen II kann man sich meiner Meinung nach getrost schenken. Man verpasst absolut nichts, wenn man den Film nicht gesehen hat. Bis auf einige der Martial-Arts-Einlagen wird man bitter enttäuscht!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Meister aller Klassen!

Review: Godzilla kehrt zurück

Godzilla kehrt zurück (1)1954 begründet Regisseur Ishirō Honda das Kaijū-Filmgenre, als Godzilla – Das Original in die Kinos kommt. Aufgrund des überraschenden Erfolgs versucht Regisseur Motoyoshi Odaman nur ein halbes Jahr später eine direkte Fortsetzung auf die Leinwand zu bannen.

Godzilla kehrt zurück (2)Dass eine Fortsetzung nur ein halbes Jahr später in die Kinos kommt, ist heutzutage einfach nicht möglich. Zu hoch sind die Kosten bei der Produktion eines Films und zu hoch ist das Risiko Ideen nicht gut genug umsetzen zu können. Im April 1955 denkt Odaman jedoch nicht daran und bringt mit Godzilla kehrt zurück die direkte Fortsetzung des ersten Films mit der Riesenechse in die Kinos. An der eigentlichen Intention des Monsters hat sich nichts geändert. Gojira, wie das Monster eigentlich heißt, ist nach wie vor Kritik an Atomkraft. Zwar werden die Ereignisse, sprich die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945 und auch das Schiffsunglück der Daigo Fukuryū Maru 1954, nicht thematisiert, doch wird in einer Szene darauf hingewiesen, was zum Auftauchen des Monsters geführt hat: Atomtests. Die Handlung des zweiten Films setzt damit ein, dass der Pilot Kobayashi auf der Insel Iwato vor der Küste Japans notlanden muss. Als der Pilot Tsukioka zur Hilfe eilt und Kobayashi verarztet, machen die beiden eine überraschende Entdeckung. Als der Boden bebt, bemerken die beiden, dass hinter den Bergen zwei gigantische Monster miteinander kämpfen. Sofort ist ihnen klar, dass es sich bei einem der beiden Monster um Gojira handelt; obwohl dieser am Ende des letzten Teils bekanntermaßen durch den Oxygen-Zerstörer vernichtet wurde.

Gojira gegen Anguirus

Godzilla kehrt zurück (3)Bei ihrer Rückkehr nach Ōsaka berichten sie den Behörden von dem Zwischenfall auf Iwato. Dr. Yamane, der ebenfalls schon im ersten Teil zu Rate gezogen wurde, stellt sofort klar, dass es sich hierbei nicht um den besiegten Gojira handelt, sondern um ein neues Monster seiner Art. Dass andere Monster wird als Ankylosaurus identifiziert, jedoch fortan Anguirus genannt. Diese Kreaturen nehmen jedoch monströse Ausmaße an, so dass sich Japan nur ein Jahr nach der Zerstörung von Tōkyō mit einer weitaus größeren Bedrohung konfrontiert sehen muss. Das Militär ermittelt fortan die Standorte beider Monster und kommt zum Schluss, dass sich beide Wesen auf Ōsaka zu bewegen. Dr. Yamane stellt klar, dass jegliche Waffen machtlos gegen beide Wesen sind und der Oxygen-Zerstörer nicht mehr eingesetzt werden könne, da das Wissen über dieses Mittel mit Dr. Serizawa gestorben sei. Ōsaka wird dennoch verteidigt, in dem man Gojira mit Leuchtraketen von der Stadt ablenken will. Als jedoch während eines Gefangentransports Sträflinge entfliehen und durch einen Unfall ein Fabrikgelände in Ōsaka in Brand gesetzt wird, wird Gojira von den Raketen abgelenkt und lässt anschließend seine Wut an der Stadt aus. Anguirus folgt dem Monster aus dem Meer. Es folgt ein Kampf, der nur einen Gewinner haben kann, aber Ōsaka definitiv in ein Trümmerfeld verwandeln wird.

Godzilla, Gojira und Gigantis

Godzilla kehrt zurück (4)Damit ist die Handlung jedoch nicht abgeschlossen und es folgt der Showdown fernab des japanischen Handelszentrums im Norden Japans. Die Geschichte um die beiden Piloten wird nach Hokkaidō verlegt, wo eines der Monster mit den Tücken eisiger Temperaturen kämpft. Obwohl der Kampf gegen Gojira in Godzilla kehrt zurück verstärkt aufgegriffen wird, bleibt es dabei natürlich nicht. Neben einer Liebesgeschichte wird diesmal auch das Rachemotiv aufgegriffen, welches in der japanischen Geschichte durch den insbesondere von Inazō Nitobe geprägten Begriff Bushidō erklärt wird. Die Handlung hat durchaus Potential, welches aber nicht genutzt werden kann. Der Film kommt selbst 1955 zu früh und erreicht deshalb nicht die Qualität des Vorgängers. Trotzdem befindet sich der Film technisch auf einem ähnlich hohen Niveau wie der Vorgängerfilm. Der Kampf zwischen Gojira und Anguirus wirkt spannend und die Zerstörung von Ōsaka ist ein Genuss für Fans alter Modellstädte. Leider kann der Soundtrack des Films da nicht mithalten. Er versteckt sich zu oft im Hintergrund, anstatt die Atmosphäre zu untermauern. Wer nichts vom legendären Monster verpassen will, schlägt bei Godzilla kehrt zurück abermals zu, da es sich hierbei tatsächlich um die japanische Fassung handelt und Gojira nicht wie in der amerikanischen Ausgabe in Gigantis umbenannt wurde.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Heutzutage würde es sich kein Regisseur trauen, einen Nachfolger in so kurzer Zeit nach einem erfolgreichen Film zu drehen. Zeitlich ist das bei aufwendigen Produktionen heutzutage zudem auch gar nicht mehr möglich. Auch 1955 hat sich Odaman beeilen müssen, um noch auf der Erfolgswelle von Godzilla – Das Original mitschwimmen zu können. Gelungen ist ihm das nur bedingt. Godzilla kehrt zurück ist zwar kein schlechter Film, kommt aber nicht an Gojiras Debüt heran. Die Handlung wird sinnvoll fortgeführt, ein neues Monster eingeführt und wichtige Themen und Charaktere ins Universum eingeleitet. Unterm Strich ist das jedoch zu wenig, da die eigentliche Intention des Monsters nicht deutlich gemacht, wenn auch kurz erläutert wird. So bleibt unterm Strich in meinen Augen immer noch ein guter Monsterfilm, der sich jedoch in erster Linie nur an die Kenner des Vorgängers richtet, welche die Geschehnisse weiterverfolgen wollen – und in Anbetracht des spannenden Kampfes zwischen Gojira und Anguirus ist Godzilla kehrt zurück als Fortsetzung genau der richtige Film!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Godzilla kehrt zurück!

Review: City Hunter

City Hunter (1)Nachdem Tsukasa Hōjō seinen Manga Ein Supertrio beendet hat, beginnt er 1985 damit, den Manga City Hunter zu zeichnen. Bis zur letzten Seite des Mangas im Jahr 1991 erfreut sich dieser großer Beliebtheit. 1993 will Hongkong-Regisseur Wong Jing den Manga adaptieren.

City Hunter (2)Privatdetektiv Ryo Saeba, der auch City Hunter genannt wird, muss mit ansehen, wie sein Partner von Gaunern erschossen wird. Sein letzter Wunsch ist es, dass City Hunter sich um seine kleine Cousine Kaori (in der westlichen Fassung Carrie genannt) kümmert, die durch seinen Tod nun alleine auf der Welt ist. City Hunter willigt ein, doch in Windeseile ist das Mädchen erwachsen geworden und es fällt ihm schwer, seine Gefühle zu unterdrücken. Carrie ist es jedoch wichtig, dass er ihr seine Gefühle gesteht. In mehreren Situationen während der Handlung könnte es dazu kommen, doch wird die Story von unvermeintlichen Wendungen durchzogen. Das beginnt bereits mit der Ausgangssituation des Films. Verlagsleiter Imamura bittet den Privatdetektiv, seine verschwundene Tochter Kiyoko aufzuspüren. City Hunter erhält von seinen Kontakten schnell den Aufenthaltsort von Kiyoko. Er trifft sie in Hongkong an einem Platz, wo sich Kiyoko mit verschiedenen Skatern aufhält. Da sie sich weigert, mit ihm zu ihrem Vater zurückzukehren, hetzt sie ihre Freunde auf City Hunter, während sie in Ruhe verschwinden kann. Durch eine Verkettung unglücklicher Zufälle gelangt Kiyoko so an die Bordkarte eines Erholungsschiffs. Die ungewollte Einladung nimmt sie gerne an, doch ebenfalls durch pure Zufälle wird auch City Hunter an Bord des Dampfers getrieben.

Eine Schifffahrt, die ist lustig…

City Hunter (3)Damit jedoch nicht genug! Nicht nur City Hunter, Carrie und Kiyoko haben ihren Weg auf das Schiff gefunden. Auch eine Gruppe von Terroristen haben sich unter die Passagiere gemischt. Um punkt Mitternacht wollen diese die Kontrolle über das Schiff übernehmen, sämtliche Passagiere ausrauben und ein Blutbad anrichten. Bis City Hunter den Verbrechern auf die Schliche kommt, dauert es nicht lange. In der Zwischenzeit kann sich der Film aber in aller Ruhe die Zeit nehmen, um weitere Charaktere vorzustellen. Saeko Nogami, die Rivalin von City Hunter, befindet sich mit einer Kollegin undercover auf dem Schiff. Sämtliche Fäden der Handlung werden nach und nach zusammengeführt und miteinander verknüpft. Bis die Situation eskaliert, vergehen zwar einige Minuten, doch kann der Film bereits vorher mit irrwitzigen Martial-Arts-Einheiten und recht humorvollen Szenen begeistern. Das liegt vor allem an der Mitwirkung von Jackie Chan, der in dieser Hongkong-Version von City Hunter den titelgebenden Helden spielt. Kumiko Gotō, die in diesen Jahren fast Miss Japan geworden wäre, ist als Kiyoko zu sehen, die ebenfalls sehr zum Humor beiträgt. Der Australier Richard Norton übernimmt die Rolle des Bösewichts MacDonald und Gary Daniels ist als dessen Handlanger zu sehen. Chan legt sich mit beiden Gegnern in bester Kampfsportmanier an.

Die berühmteste Street-Fighter-Hommage der Welt

City Hunter (4)Fans der Vorlage werden wohl kritisieren, dass sich die Hongkong-Adaption von City Hunter fernab des Originals bewegt. Die Manga-Anleihen sind zwar durchweg zu erkennen und in jenen Momenten auch sehr gut umgesetzt, doch alleine die Nichtnennung von bestimmten Namen und Martial-Arts-Einlagen, die weniger auf den Manga, sondern viel mehr auf Jackie Chan zurückzuführen sind, können Kenner des Mangas abschrecken. Auch das westliche Publikum könnte doppelt überfordert sein, den Humor zu verstehen. Wer jedoch sowohl den Humor japanischer Comics und lustige Dialoge eines Hongkong-Films mag, wird sich sehr schnell an diese Umsetzung von City Hunter gewöhnen. Auf der technischen Seite besticht das Bild im 16:9-Format mit einem sauberen Bild auf Blu-ray. Ebenso gut gelungen ist der Ton. Sowohl in der deutschen Synchronisation, als auch im kantonesischen Original erhalten wir in 5.1 DTS-HD einen sauberen Klang. Die Szene, in denen Street-Fighter-Charaktere quasi zum Leben erweckt werden, erzeugt jedoch eher nostalgische Gefühle an eines der besten Beat ’em ups aller Zeiten, als mit hochkarätigen Soundeffekten zu brillieren. Auf der Disc schlummert zudem ein Audiokommentar von Bey Logan, ein alternatives Opening, das sich mehr an der Manga-Vorlage orientiert und sehr interessante Interviews mit der Filmcrew.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Manga-Vorlage wurde hierzulande wegen Lizenzproblemen leider nie vollständig veröffentlicht. Nur einzelne Filme des Anime und die Realverfilmung haben es in den letzten Jahren geschafft, sich hierzulande zu etablieren. City Hunter war mir schon länger ein Begriff; schließlich kenne ich den Film noch von der Fernsehausstrahlung auf diversen Sendern. Zuletzt habe ich den Film vor mehr als zehn Jahren gesehen, weshalb mir viele Szenen gar nicht mehr in Erinnerung geblieben sind – bis auf die berühmte Szene mit Charakteren aus dem Street-Fighter-Franchise natürlich. Aus heutiger Sicht muss ich jedoch sagen, dass der Film weder dem Manga gerecht wird, noch als Jackie-Chan-Film funktioniert. City Hunter hat die Elemente beider Medien, doch während die Manga-Elemente irgendwann zu stark zurückgefahren werden, dreht Jackie Chan irgendwann zu sehr auf. Man kann bei einer Verfilmung nicht einfach sich die künstlerische Freiheit nehmen und Elemente einführen, die nur halbwegs in den Film passen. Ich kann Jackie-Chan-Fans verstehen, die ihren Helden gerne in seinen besten Choreographien sehen wollen, das möchte ich in den meisten seiner Filme bekanntermaßen auch, doch in City Hunter hat das einfach nicht ganz geklappt. Am Ende bleibt ein Film, der zwar rund einhundert Minuten lang sehr witzig ist und auch unterhält, doch kann er City-Hunter-Leser und Jackie-Chan-Fans nicht gleichermaßen zufriedenstellen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von City Hunter!

Review: Jin-Roh: The Wolf Brigade

Jin-Roh The Wolf Brigade (1)Animes, die einen Zeitabschnitt der japanischen Geschichte behandeln, gibt es sehr häufig. Es ist jedoch weitaus schwieriger einen Anime zu finden, der historische Tatsachen aufgreift und sie so verändert, dass ein düsteres und fiktives Abbild unserer Erde gezeichnet wird.

Jin-Roh The Wolf Brigade (2)Jin-Roh: The Wolfs Brigade oder Jin-Roh: Die Wolfsbrigade, wie der Titel hierzulande auch genannt wird, erzählt solch eine Geschichte. Wir befinden uns im Japan der Fünfziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts. In der fiktiven Welt von Jin-Roh hat Deutschland den Zweiten Weltkrieg gewonnen und beherrscht trotz des Drei-Mächte-Pakts nun auch Japan. Von diesen Hintergründen erfährt man in Jin-Roh aus Dialogen jedoch nichts. Es wird einleitend nur von einer Besatzungsmacht gesprochen, doch wenn man sich einzelne gezeichnete Elemente näher anschaut, fallen sofort Volkswagen auf und auch Helme, welche denen der Wehrmacht ähneln, lassen sich in Jin-Roh ausmachen. Die Bevölkerung wird von einem Polizei-Staat unterdrückt, den es so in dieser Form nicht einmal während der Zeit des Tokugawa-Shōgunats gegeben hätte. Wo Menschen ihrer Rechte beraubt werden, regt sich für gewöhnlich Widerstand. So auch im Tōkyōter Stadtteil Akasaka. In diesen Wirren ist es eine Terroristische Organisation, die als Die Sekte bekannt wird, welche sich gegen die Polizei durchsetzen will. Die Regierung bildet daraufhin eine Spezialeinheit, welche den Terror bekämpfen soll. Zu der Wolfsbrigade gehört auch der Soldat Kazuki Fuse. Während eines Auftrags weigert er sich, ein kleines und mit einer Bombe bewaffnetes Mädchen zu erschießen. Die Bombe explodiert dennoch.

Zweifel und Moralvorstellungen

Jin-Roh The Wolf Brigade (3)Da er sein Verhalten nicht rechtfertigen kann, wird er von seinen Vorgesetzten suspendiert. Er wird zurück auf die Akademie geschickt, doch anstatt sich dort seiner Ausbildung zu erinnern, kommen in Fuse immer mehr Gewissensbisse auf. Er stellt seine Moral oder zumindest das, was er für moralische Werte hielt, in Frage. Er sucht das Grab des toten Mädchens auf, wo er auf deren angebliche Schwester Kei Amemiya trifft. In Wahrheit ist sie jedoch genau wie das tote Mädchen eine Laufbotin für Die Sekte. Die beiden kommen sich näher und verbringen Zeit miteinander, um die Geschehnisse zu verarbeiten. Das macht sie beide zur Zielscheibe der Polizei. Als diese ebenfalls auch noch die Wolfsbrigade aus dem Verkehr ziehen will, ist der einzige Ausweg für Fuse und Amemiya die Flucht. Wie das Schicksal der beiden endet, wollen wir an dieser Stelle gar nicht verraten. Die Handlung von Jin-Roh ist diesbezüglich ohnehin schwer zu verstehen, da diese vor allem durch die politischen Motive der Regierung und auch die moralischen Ansichten der beiden Hauptfiguren geleitet wird. Als Zuschauer wird man in Jin-Roh nach einer kurzen Einleitung einfach ins Geschehen geworfen und am Ende des Films endet die Story plötzlich mit einer Metapher, die nicht zutreffender für die Rollen von Fuse und Amemiya sein könnte. Es wird zuweilen sehr melancholisch.

Das Märchen vom Rotkäppchen

Jin-Roh The Wolf Brigade (4)Das liegt vor allem daran, dass sich der Anime sehr oft auf das Märchen Rotkäppchen von Jacob und Wilhelm Grimm bezieht. Während Fuse Teil der Wolfsbrigade und somit auch als Wolf charakterisiert wird, ist Amemiya ein Rotkäppchen im Dienste der Sekte. Allerdings müssen wir erwähnen, dass sich das Märchen in der hier behandelten Fassung teils stark von der europäischen Vorlage unterscheidet. Zwar sind einzelne Elemente nicht von der Hand zu weisen, aber grundlegend kann man sagen, dass diese Interpretation durchaus düsterer ist. Düster ist auch der Stil des Anime. Die meisten Szenen spielen sich in der Nacht oder in den dunklen Katakomben ab und nur einzelne Lichtquellen unterstreichen diese Atmosphäre. Es gibt ebenso Tagszenen, doch hier wird die Umgebung relativ trist und trostlos dargestellt. Das Bild wirkt in der Blu-ray-Fassung nicht scharf, sondern eher schwammig und grobkörnig. Bei der Blu-ray-Auflage wäre bei diesem Film aus dem Jahre 1999 tatsächlich mehr möglich gewesen. Dafür ist die Klangqualität wirklich sehr gut und der Soundtrack unterstreicht das melancholische Geschehen hervorragend. Neben Originalskizzen, Animationsstudien und Trailern, liegt auf der Disc neben einem internationalen Featurette auch ein Making-of bei, welches sogar durch einen deutscher Sprecher auszugsweise übersetzt wird. Definitiv ein angenehmer Bonus!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bereits vor einigen Monaten konnte ich den Film im Fernsehen verfolgen und war direkt von der Qualität des Animes begeistert. Dazu sollte ich jedoch direkt sagen, dass sich der Film vor allem an jene Zuschauer richtet, die sich auch gerne nach dem Ansehen eines Films mit dessen Bedeutung befassen und nicht alles auf dem Silbertablett serviert bekommen wollen. Jin-Roh: The Wolf Brigade ist in dieser Hinsicht ein Paradebeispiel, denn der Film erzählt einem wirklich wenig über die Ereignisse der fiktiven Geschichtsschreibung und vieles erkennt man nur, wenn man sich einzelne Teile des Films genau betrachtet. Auch wenn ich sehr gerne tiefer in das Universum von Jin-Roh einsteigen will und ich es deshalb schade finde, dass der Film mit Informationen geizt, finde ich genau diese Erzählweise dennoch sehr interessant. Beim zweiten Ansehen sind mir doch einige Elemente aufgefallen, die ich beim ersten Anschauen nicht bemerkt habe. Schade ist jedoch, dass gerade die gute japanische Synchronfassung, welche die melancholische Gestaltung Japans in Jin-Roh hervorragend zum Ausdruck bringt, schlecht abgemischt ist. Im Vergleich zur restlichen Geräuschkulisse ist diese einfach viel zu leise. Die deutsche Synchronisation ist jedoch alles andere als schlecht und wartet zudem mit bekannten Synchronstimmen auf, weshalb man definitiv auf seine Kosten kommen wird. Wer sich gerne mit tiefgründigen Animes beschäftigt, sollte bei Jin-Roh unbedingt zugreifen!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Jin-Roh: The Wolf Brigade!

Gameplay Gamers feiert den vierten Geburtstag

Hochgeschätzte Gameplay-Gamers-Leser,

die Zeit vergeht wie im Flug. Es kommt uns erst wie gestern vor, dass sich Eric und Thomas an einen Tisch gesetzt und Gameplay Gamers ins Leben gerufen haben. Trotzdem ist dieses Ereignis jetzt schon mehr als vier Jahre her. Unser Team besteht nicht mehr aus zwei Leuten, sondern aus einer beschaulichen Anzahl von Redakteuren. Jahr für Jahr, Monat für Monat, Tag für Tag ist es seit 2010 unsere Aufgabe, euch mit Artikeln zu Videospielen, Anime, Manga, asiatischen Filmen und Kultur zu versorgen. In diesen vier Jahren haben wir sehr viele Erfahrungen gesammelt, die wir jederzeit in Gameplay Gamers einfließen lassen. Entweder in unseren Artikeln oder in der Gestaltung unserer Seite. Auch wenn wir mit unserer Internetpräsenz im derzeitigen Zustand sehr zufrieden sind, überlegen wir uns für die nächsten Monate bereits, welche Änderungen wir noch an ihr vornehmen können, um euch ein noch besseres Erlebnis bieten zu können; dass Gameplay Gamers eine Seite ist, die ihr jederzeit gerne aufsuchen möchtet.

Eine dieser Änderungen habt ihr vielleicht schon selbst bemerkt. Bisher war es so, dass wir nur die neun aktuellsten Artikel auf unserer Startseite angezeigt haben. Da Internetleitungen immer schneller und Benutzerfreundlichkeit immer wichtigere Aspekte von Websites werden, haben wir uns dazu entschlossen, ab sofort stolze dreißig Artikel auf einer Seite anzeigen zu lassen. Damit ersparen wir euch unnötiges Weiterklicken, falls ihr euch für einen älteren, aber noch nicht ganz vergessenen Artikel interessiert. Die Räder stehen natürlich nicht still. Im Lauf des Jahres werden wir sicherlich noch die eine oder andere Änderung an Gameplay Gamers vornehmen. Abschließend möchten wir uns aber natürlich noch bei euch bedanken. Ohne die stetig ansteigenden Besucherzahlen und freundlichen Kommentare würden wir nicht wissen, dass wir mit unserer Seite den richtigen Weg einschlagen. Bei Vorschlägen und Kritik, wie wir Gameplay Gamers noch besser machen können, freuen wir uns natürlich jederzeit über eine Nachricht von euch!

Eric Ebelt & Björn Rohwer

Prime Time: Fate/Zero – Vol. 2 (Unboxing)

Nachdem wir euch bereits vor einiger Zeit die erste Volume sowohl in einem Unboxing-Video, als auch in einem Review vorgestellt haben, folgt nun das Video zur zweiten Volume. Passend zu unserem aktuellen Review präsentieren wir euch abermals alle optischen und haptischen Vor- und Nachteile dieser Ausgabe. Wir wünschen euch viel Spaß beim Anschauen!