Review: Retro City Rampage DX

Die 1980er Jahre muss man einfach lieben – zumindest wenn man den vollen Spielspaß mit Retro City Rampage DX erleben will. Wir haben uns in Doc Browns DeLorean geschnallt und uns in ein Jahrzehnt begeben, das mit seiner schrillen Populärkultur unvergessen bleibt.

Zu Beginn von Retro City Rampage DX erlebt unser Held, der vom Spiel einfach nur als der Spieler bezeichnet wird, den vermutlich wahnsinnigsten Tag seines Leben – gefolgt von vielen weiteren irren Begebenheiten, die sich durch die gesamte Handlung ziehen. Zusammen mit seiner Bande unternimmt der Spieler einen Bankraub, der – wie nicht anders zu erwarten war – missglückt und im Großen und Ganzen eigentlich gar nicht so sehr von Bedeutung ist. Das liegt tatsächlich daran, dass ein verrückter Wissenschaftler mit seiner Zeitmaschine aus dem Nichts auftaucht und das Leben des Spielers auf den Kopf stellt. Nach dem Zeitsprung ist die Zeitmaschine in Automobilform aber nicht mehr zu gebrauchen, weshalb Ersatzteile gefunden werden müssen, damit der Wissenschaftler zurück nach Hause reisen kann. Diese erhalten wir, indem wir Aufträge für wahnwitzige Charaktere in der fiktiven Stadt Theftpolis erledigen. Zwar sind diese Geschichten ähnlich wie in den früheren Grand-Theft-Auto-Teilen alles andere als filmreif, amüsieren uns jedoch mit ihrem ganz eigenen Charme. Da müssen wir in einer Mission auf einem Gorilla wie wild durch die Stadt reiten und in einer anderen Mission schwängern wir eine Dame, die später Bodybuilder auf uns hetzt, damit diese uns in die Kapelle zur Hochzeit tragen. Logisch, dass wir uns aus deren Fängen entreißen müssen!

Umfangreiches Beschäftigungsfeld

In anderen Belangen spielt sich der Titel wie das große Vorbild Grand Theft Auto. Aus der Vogelperspektive durchkämmen wir eine überschaubare, aber niemals zu klein wirkende Pixelstadt, in der reichlich Passanten umherstolzieren und verschiedene Fahrzeuge zum Stehlen bereitstehen. Kaum haben wir uns einen Wagen geschnappt, können wir reichlich Chaos in Theftpolis anstellen. Wir überfahren Fußgänger beziehungsweise legen sie wie in der elektronischen Bedienungsanleitung beschrieben schlafen und rammen andere Fahrzeuge. Haben wir unser Auto einmal zu Schrott gefahren, können wir auch zu Fuß durch die Gassen und Straßen der Spielwelt laufen und mit Pistolen, Gewehren oder Nahkampfwaffen wie Baseballschläger für Angst und Schrecken sorgen. Je mehr Chaos wir stiften, desto mehr Polizisten nehmen die Verfolgung auf und wenn die nichts mehr ausrichten können, greift auch das Militär ein. Sind uns zu viele Ordnungshüter auf den Fersen, können wir sie auch abschütteln, indem wir spezielle Münzen in der Stadt einsammeln. Wer keine Lust darauf hat, Amok zu laufen oder die Missionen abzuschließen, kann sich auch als Taxifahrer versuchen, in der Arcade-Halle vollwertige Minispielchen zocken, sich in der Boutique neu einkleiden oder sich beim Frisör für einen neuen Haarstil entscheiden. Ganz schön abwechslungsreich!

Atmosphäre der 1980er Jahre

Je mehr Missionen wir abschließen und je mehr Geheimnisse wir in der Spielwelt entdecken, desto mehr Boni schalten wir frei. Unter anderem erhalten wir neue Spielfiguren, die wir im freien Spiel statt dem Spieler kontrollieren können. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel in Retro City Rampage steckt. So dürfen wir unter anderem Grafikfilter aktivieren, sodass der Titel plötzlich im Stil eines Virtual-Boy-Spiels erstrahlt. Klasse! Ebenso fantastisch fällt der Humor des Spiels aus, denn in erster Linie versteht sich der Titel als Parodie auf die 1980er Jahre. Duck Hunt, Frogger, Mega Man, Metal Gear, Skate or Die! und Super Mario Bros. sind nur ein paar der Themen, die zitiert werden. Neben Videospielen werden nämlich auch Filme wie Ghostbusters – Die Geisterjäger, Robocop oder Zurück in die Zukunft und Fernsehserien wie Das A-Team oder Knight Rider durch den Kakao gezogen. Wer mit der überwiegend US-amerikanischen Populärkultur dieser Zeit nicht aufgewachsen ist, wird viele Anspielungen in Retro City Rampage DX nicht verstehen, wodurch unverdient ein Großteil der Atmosphäre und des Charmes des Spiels verloren geht. Alle anderen werden mit dem Titel aufgrund der (teils sogar rein zufällig eingeschmissenen) Zitate ihre wahre Freude haben und genau für diese Action-Fans gehört Retro City Rampage DX zum Pflichtprogramm. Sofort zuschlagen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Switch-Fassung): Nachdem ich Retro City Rampage DX bereits vor einigen Jahren meiner Bibliothek auf dem PC und dem 3DS hinzugefügt hatte, war es mir allerdings erst mit der Switch-Fassung vergönnt, den Titel intensiv zu spielen. Als großer Fan der US-amerikanischen Populärkultur der 1980er Jahre habe ich mich nach wenigen Minuten sofort heimisch im Spiel gefühlt, denn an allen Ecken und Enden wird auf Videospiele, Filme oder Serien jener Zeit hingewiesen. Da macht es mir auch nichts aus, dass das Gameplay durchgehend recht ähnlich bleibt und nur in seltenen Momenten mit besonderen Merkmalen auf sich aufmerksam machen möchte. Die Action funktioniert nämlich schnell und macht auch mehrere Stunden am Stück Spaß, da es in der fiktiven Stadt Theftpolis einfach viel zu entdecken und vor allem freizuschalten gibt. Wer wie ich ein Herz für die 1980er Jahre hat und nicht nur NES-Spiele, sondern auch Filme und Serien des Jahrzehnts mag, kommt um Retro City Rampage DX definitiv nicht herum.

Wir wünschen euch frohe Weihnachten!

Liebe Gameplay-Gamers-Leser,

seit siebeneinhalb Jahren sind wir mit Gameplay Gamers schon für euch da, daran hat auch das tolle Jahr 2017 nichts geändert. Das liegt unter anderem auch an unserem schlichten Design, an dem wir auch in diesem Jahr nichts verändert haben und auch nichts ändern wollten. So ist es uns möglich, alte Fans, als auch neue Leser begeistern zu können, von denen viele ihren Weg über unsere treuen Partnerseiten und aus der NextGen-Community zu uns gefunden haben. Wir haben uns dazu entschieden, nicht an unserem Fokus, der sich nach wie vor auf Reviews, Previews und Specials konzentrieren, zu schrauben. Wer sich zu Weihnachten über Geldgeschenke freuen darf, dem legen wir unsere Artikel der letzten Wochen und Monate ans Herz. Wir haben viele interessante Titel für euch intensiv getestet und vielleicht ist für den einen oder anderen unter euch ja noch das passende Geschenk dabei.

An dieser Stelle möchten wir auch gar nicht mehr so viele Worten verlieren, da die meisten sicher schon im Kreis der Familie oder mit Freunden das Fest der Liebe zelebrieren. Genießt die Feier, die weihnachtliche Atmosphäre, das gute Essen, schaut euch ein paar Anime oder Filme an, zockt die Spiele, die ihr von euren Liebsten geschenkt bekommen habt und nehmt euch vor allem die Zeit dafür, all das zu erledigen, was ihr euch vorgenommen habt. Frohe Weihnachten wünscht euch im Namen des ganzen Gameplay-Gamers-Teams

Eric Ebelt

Review: Dragon Ball Z Kai (Box 7, Episode 99-114)

Während die ersten sechs Serienboxen der Anime-Serie Dragon Ball Z Kai eine weitgehend geschlossene Story bieten, öffnet sich mit der siebten Serienbox und somit der zweiten Staffel ein weiterer Handlungsstrang, der mit neuen Freunden, als auch neuen Feinden gepflastert ist.

Sieben Jahre sind seit den Geschehnissen in den Episoden der sechsten Serienbox vergangen. Seru wurde von Son Gohan und seinen Verbündeten besiegt und der Frieden ist auf der Erde zurückgekehrt. Somit wirken die ersten Folgen in der zweiten Staffel logischerweise noch ein wenig harmlos. Während Son Gohan in der Vergangenheit hauptsächlich Einzel- und vor allem Privatunterricht genießen konnte, hat sich Chichi nun dazu entschlossen, ihren Sohn auf eine öffentliche Oberschule im mehr als eintausend Kilometer entfernten Satan City zu schicken. Dort angekommen merkt Son Gohan allerdings recht schnell, dass die Kriminalitätsrate in der nach Misutā Satan benannten Stadt sehr hoch ist. Als er sich mehrfach gegen verschiedene Kriminelle in den Weg stellt, merkt er jedoch, dass er als „goldener Krieger“ zu sehr ins Interesse der Öffentlichkeit gerückt ist. Also beschließt er, sich ein Pseudonym zuzulegen und lässt sich von Buruma ein Kostüm zusammenschneidern. Fortan bezeichnet er sich als den großen Saiyaman, um für die Gerechtigkeit in Satan City zu bekämpfen. Weil Son Gohan hin und wieder zu spät zur Schule kommt, ziemlich oft den Klassenraum verlassen will und sich anderweitig verdächtig verhält, wird er von seiner Mitschülerin Bīderu, Misutā Satans Tochter und ebenfalls Kämpferin für das Gute, mehrmals verdächtigt, der große Saiyaman zu sein.

Rückkehr zum Tenka’ichi Budōkai

Es ist durchaus möglich, die ersten Folgen der zweiten Staffel als Verschnaufpause anzusehen, denn nach dem Kampf gegen Cyborg Seru gibt es auf der Erde offensichtlich keine mächtigen Gegner mehr, die dem vom Erzähler als solches bezeichneten Dragon-Team gefährlich werden könnten. Tatsächlich dümpelt die Serienhandlung von Dragon Ball Z Kai hier ein wenig vor sich hin. Das ändert sich jedoch schlagartig, als Bīderu Son Gohans wahre Stärke erkannt hat und ihn zum nächsten großen Turnier einlädt. Während des erwähnten Zeitsprungs fand das 24. Tenka’ichi Budōkai statt, das jedoch laut des Turnier-Moderators auf einem dermaßen niedrigen Niveau stattfand, sodass er sich wahnsinnig darüber freut, dass Charaktere wie Pikkoro alias Beruzebubu oder Kuririn wieder mit von der Partie sind. Selbst der in der sechsten Serienbox verstorbene Son Gokū darf Dank der Hilfe von Uranai Baba für einen ganzen Tag aus dem Jenseits ins Diesseits zurückkehren, um am Turnier teilnehmen zu können. Während die Stärken von diversen Nebenfiguren beim Turnier durchaus überschaubar sind, gibt es wie bei den Wettkämpfen aus der ersten Dragon-Ball-Serie wieder einige Überraschungen. Sowohl die nostalgischen Gefühle, als auch die neuen Konkurrenten, sorgen dafür, dass das Turnier wieder so spannend ist, wie wir es aus der Ursprungsserie noch in Erinnerung haben.

Einblicke in die japanische Kultur

Ein weiterer interessanter Aspekt der siebten Serienbox ist, dass in sieben Jahren viel passieren kann. So lernt Son Gokū den vor seinem Tod gezeugten Son Goten kennen und Bejīta hat seine Vaterliebe zu seinem Sohn Torankusu erkannt. Die verschiedenen Persönlichkeitsentwicklungen, die die einzelnen Charaktere in dieser Zeit durchgemacht haben, sind interessant und unterhaltsam. Außerdem liefert die Anime-Serie in einem Dialog zwischen Son Gohan und Bīderu einen Hinweis darauf, warum viele Charaktere des Dragon-Ball-Universums keinen Nachnamen tragen. Damit verdreht Erfinder und Manga-Zeichner von Dragon Ball, Toriyama Akira, die japanische Geschichte: In Japan war es erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts beziehungsweise nach Abschaffung der Stände möglich, dass auch Menschen, die nicht zum ehemaligen Samurai-Stand gezählt wurden, einen Nachnamen tragen durften. So spiegelt sich in vielen Punkten die japanische Kultur in Dragon Ball Z Kai wieder. Es hat sich jedoch auch etwas in puncto Gestaltung getan, denn die Zeichnungen wirken durch kräftigere Farben noch sehr viel frischer und die musikalische Untermalung wurde komplett überarbeitet. Während die vorherigen Tracks noch deutlich mit dem Franchise assoziiert werden konnten, erzeugen die neuen Stücke eine ganz andere Stimmung, an die man sich aber schnell gewöhnt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem die Episoden der sechsten Serienbox die Handlung von Dragon Ball Z Kai, deren Ereignisse im Prinzip komplett aneinander gereiht waren, vorerst abgeschlossen hat, kann sich die zweite Staffel ab der siebten Serienbox auf einen völlig neuen Handlungsstrang konzentrieren. Problematisch ist in diesem Zusammenhang nur, dass der Beginn der neuen Geschichte etwas zu langsam in Fahrt kommt. Mir persönlich hat dieser seichte Einstieg – auch aufgrund des eingesetzten Humors – zwar sehr gefallen, doch kann ich mir denken, dass viele Fans der Vorlage ihre Charaktere lieber wieder schnell in Aktion sehen möchten. Dazu kommt es früher oder später natürlich auch und dank zahlreicher Kampfkonstellationen bleiben die Kämpfe auch durch die neu eingeführten Figuren jederzeit spannend – oder zumindest ein wenig unterhaltsam, da die Helden der Serie schließlich Kampfkräfte ungeahnten Ausmaßes erlangt haben und Normalsterbliche schnell aus dem Ring werfen. Daher ist der Einstieg in die zweite Staffel für mich durchaus gelungen, sodass ich mich schon sehr auf die nächste Serienbox freue, in deren Episoden sich die Helden erneut mit einem neuen und sehr mächtigen Feind auseinandersetzen müssen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Z Kai (Box 7, Episoden 99-114)!

Review: Bud Spencer & Terence Hill: Slaps and Beans

Carlo Pedersoli alias Bud Spencer und Mario Girotti, der vor allem unter seinem Künstlernamen Terence Hill bekannt ist, haben vor allem in den 1970er und 1980er Jahren millionenfach Zuschauer begeistert. Ihre unvergesslichen Filme wurden 2017 mit einem Videospiel geehrt.

Zu Recht muss hinterfragt werden, warum nicht schon früher jemand auf die Idee gekommen ist, ein Videospiel zu entwickeln, in dem die Hauptrollen Spencer und Hill einnehmen. Zahlreiche Filme, auch die, die beide unabhängig voneinander alleine oder mit anderen Schauspielerkollegen gedreht haben, eignen sich doch hervorragend für hitzige Schlägereien! Die Erleuchtung hatte schließlich das Entwicklerstudio Trinity Team, das 2016 eine Kickstarter-Kampagne gestartet hat, die wesentlich mehr in die Entwicklerkassen eingespült hat, als sie grundsätzlich benötigt hätten. Ein Jahr nach Kampagnenstart steht der Titel auf Steam zur Verfügung und nimmt die Filmgeschichte der beiden Haudegen gehörig auf die Schippe. Gerade haben sie ihren ersten Film abgedreht und wollen ihr Gehalt, die berühmtberüchtigten Kohlen, einsacken – da wird kurzerhand Sekretärin Sofia entführt und das Geld von dubiosen Ganoven mit zu wenig Hirn eingesteckt. Also beschließen die beiden, Sofia zu retten und das Geld zurückzuholen. Storytechnisch reißt das Actionspiel sicherlich keine Bäume aus, versetzt uns aber mit seinem Stil wunderbar in die goldene Epoche der Bud-Spencer-und-Terence-Hill-Filme, da Schauplätze wie Miami Beach oder der Luna Park auch im Spiel auftauchen, aber nur lose mit der jeweiligen Filmhandlung in Verbindung gebracht werden und so untrennbarer Teil der eigenständigen, aber nicht inspirationslosen, Handlung werden.

Jetzt gibt’s Mische!

Hauptsächlich imitiert das Spiel Klassiker wie die Streets-of-Rage-Reihe von Sega. Das heißt, dass das Geschehen in der meisten Zeit aus der Seitenperspektive zu sehen ist und wir uns mit Spencer und Hill durch Straßenschluchten, am sonnigen Sandstrand oder durch ein Laboratorium kämpfen. Dann tauchen in Intervallen, beziehungsweise je weiter wir uns durch das jeweilige Gebiet kämpfen, mehrere Gegner auf, die wir schließlich verdreschen müssen, um in den nächsten Abschnitt zu kommen. Dazu stehen uns in erster Linie unsere Fäuste zur Verfügung, doch auch Billardqueues, Bierkrüge und Bratpfannen können genutzt werden, um den Statisten das Fürchten zu lehren. Die Angriffe gehen allesamt flott von der Hand, was allerdings auch daran liegt, dass wir Attacken kaum miteinander kombinieren können und wir im Grunde zwischen einfachen Schlägen, einer Spezialattacke und einer Abwehrmechanik wählen dürfen. Der Spezialangriff bei Spencer ist der von ihm definierte Dampfhammer und bei Hill sind es ein paar aufeinanderfolgende Backpfeifen. Davon können wir maximal drei hintereinander ausführen, bis wir die Spezialleiste mit dem normalen Bekämpfen von Gegnern auffüllen oder eine Portion Bohnen futtern. Ein Bierkrug ist weitaus wertvoller, da er die Lebensenergie unserer Helden, zwischen denen wir jederzeit auf Knopfdruck wechseln dürfen, auffrischt. Derlei Gegenstände können zum Werfen außerdem zweckentfremdet werden. Toll!

Wo gehobelt wird, da fallen Zähne!

An bestimmten Stellen versucht der Titel auch ein wenig abwechslungsreicher zu sein, wie zum Beispiel bei einem Autorennen, das wir ähnlich wie die Micro-Machines-Videospiele aus der Vogelperspektive spielen dürfen. An anderer Stelle verfolgen wir einen Lieferwagen auf dem Highway und dann wollen im Hafenlevel leichte Schalterrätsel gelöst werden. Es bleibt jedoch beim Versuch, denn abseits dessen konzentriert sich das Spiel völlig auf die Schlägereien. Diese können auf dem mittleren der drei Schwierigkeitsgrade auch schon mal ein wenig brenzlig oder gar unfair werden, wenn unsere Spielfigur von Gegnern umzingelt wird und es kaum Möglichkeit gibt, die Angriffe schnell genug abzuwehren beziehungsweise aus dem Gerangel zu entkommen. Im kooperativen Zwei-Spieler-Modus können wir unserem Mitspieler zumindest schnell unter die Arme greifen. Ärgerlich ist dennoch, dass es uns beim Spielen so vorkommt, dass auf Kontrollpunkte fast gänzlich verzichtet wurde und wir weite Teile des Levels bei einem Game Over erneut spielen müssen. Aufgrund dessen, dass sich der Titel noch im Early-Access-Zustand befindet, lauern hinter vielen Ecken noch Bugs. Manchmal hängen Charaktere an Objekten fest, wollen keine Items aufnehmen oder eine wichtige Aktion zum Spielfortschritt nicht ausführen. Das sind Fehler, die bei einer fast finalen Version nicht vorkommen sollten. Unentschlossene dürfen mit dem Erwerb des Spiels noch etwas abwarten.

Um Gottes Willen, ein Harfenkonzert!

Trotz der Macken, die im Spiel noch vorhanden sind, bietet der Titel an anderer Stelle so viele tolle Momente, angefangen bei der Retro-Grafik. Obwohl sämtliche Charakter- und Schlaganimationen sehr einfach und in seltenen Fällen auch etwas dürftig gestaltet sind, sind sie dennoch richtig charmant inszeniert und nicht selten sieht man vor seinem geistigen Auge, wie der echte Spencer oder der echte Hill seine Rivalen ausgeknockt hat. Außerdem sind manche Figuren so detailliert gestaltet, dass man sogar ihre Vorbilder wie beispielsweise der Schauspieler Riccardo Pizzuti zu erkennen sind. Weiterhin gibt es in den Levels viele offensichtliche oder versteckte Anspielungen auf die Filme, was sehr zum Schmunzeln anregt. Ebenso gelungen ist der Humor, der in den (leider nicht vertonten) Dialogen zur Geltung kommt. Es ist deutlich zu merken, dass hier wahre Fans am Werke waren, die zur einen Hälfte bekannte Gags übernommen und zur anderen Hälfte die Sprüche so angepasst haben, wie sie auch der damalige Dialogautor Rainer Brandt umgesetzt hätte. Das gelbe Häubchen auf dem Buggy stellt jedoch die Musik dar, denn hierbei handelt es sich tatsächlich um die originale Filmmusik verschiedener Werke (unter anderem von Oliver Onions). Bis auf den Kritikpunkt, dass die Musik sich manchmal zu schnell wiederholt, wird jeder Fan des Komikerduos seinen Heidenspaß damit haben, beim Ausführen des Dampfhammers den Klängen zu lauschen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Nachdem bekannt wurde, dass das Spiel über Kickstarter erfolgreich finanziert wurde, konnte ich meinen Augen kaum trauen. Ein jahrelanger Traum von mir ist in Erfüllung gegangen und schickt Bud Spencer und Terence Hill endlich in ihr erstes (und hoffentlich nicht letztes) Videospiel. Bud Spencer & Terence Hill: Slaps and Beans stellt die längst überfällige Videospielumsetzung des Kultduos dar. Es ist ein liebevoll gestaltetes Actionspiel mit zahlreichen Anspielungen auf die Filme und einem Humor, den Rainer Brandt für die deutschen Fassungen der Filme zum Teil nicht besser hätte auf die Leinwand bringen können. Die Story ist zwar hanebüchener Unsinn, doch fasziniert sie zusammen mit der detaillierten Pixelgrafik und den Filmsoundtracks mit Leichtigkeit. Schade ist hier nur, dass das Gameplay meist monoton bleibt, noch einige nervige Bugs in der Early-Access-Fassung vorhanden und Kämpfe schon auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad gelegentlich etwas unfair sind. Dennoch sollten sich beinharte Fans, vor allem die es im Coop-Modus zu zweit vor dem Monitor erleben wollen, davon absolut nicht abschrecken lassen. Es ist wirklich schade, dass der 2016 verstorbene Bud Spencer das nicht mehr miterleben kann. Bud Spencer & Terence Hill: Slaps and Beans ist nicht nur ein angemessenes Lizenzspiel, sondern vor allem eine tiefe Verbeugung vor zwei meiner Lieblingshelden, die mich mit vielen tollen Filmen zum Lachen brachten.

Vielen Dank an Buddy Productions GmbH für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bud Spencer & Terence Hill: Slaps and Beans!

Prime Time: Steam Link (Unboxing)

Während des Steam Summer Sales war die Steam-Link-Peripherie sehr günstig zu haben. Da konnte unser Chefredakteur nicht widerstehen und hat einmal hineingeschnuppert. Auch wenn er von der Peripherie im Nachhinein nicht sonderlich überzeugt ist, möchte er euch trotzdem das Gerät einmal vorstellen. Viel Spaß!

Review: ACA Neogeo Waku Waku 7

Die Spielhallen der 1990er Jahre und besonders das Neogeo wurden regelrecht vom Beat-’em-up-Genre dominiert. ACA Neogeo Waku Waku 7 von Entwickler Sunsoft fällt ebenfalls in diese Kategorie, konnte sich aber damals wie heute nicht mit der Konkurrenz messen lassen.

Waku Waku 7 erzählt die Geschichte von sieben Charakteren, die auf der Suche nach sieben magischen Kugeln sind, um sich von einer Fee einen Wunsch erfüllen zu lassen. Jeder der Kämpfer besitzt bereits eine der Kugeln und muss sie seinen Kontrahenten in einem fairen Wettkampf abluchsen. Also reisen wir quer durch die Welt, unter anderem zu einem Tempel in Südamerika oder in den Großstadtdschungel von Tōkyō, um die sieben Kugeln zu sammeln. Das klingt zwar nach einer schlecht abgekupferten Geschichte vom Dragon-Ball-Universum, hat mit diesem aber sonst nichts gemein. Welchen der Charaktere wir spielen möchten, ist von Anfang an uns überlassen. Zur Auswahl stehen Rai, Slash, Arina, Dandy J, Marurun, Politank Z und Tesse: Allesamt abwechslungsreiche Charaktere mit verschiedenen Spezialfähigkeiten. Beispielsweise können wir mit Rai Gegner elektrisieren, mit Arina überdimensionale Herzen verschießen, mit Dandy J die Peitsche schwingen und mit Slashs Katana Gegner halbieren. Aus der Reihe tanzen die Waldkreatur Marurun, der Panzer-Mecha Politank Z und Tesse, die mit einer Spritze ihren Gegnern das Leben aussaugen möchte. Anhand dieser Beschreibungen ist deutlich zu erkennen, dass sich Waku Waku 7 selbst nicht ernst nimmt und die japanische Populärkultur durch den Kakao zieht. Marurun erinnert beispielsweise frappierend an Totoro aus dem Anime-Film Mein Nachbar Totoro.

Kleine, aber abwechslungsreiche Kämpferriege

Das klassische Spielprinzip ähnelt Genre-Kollegen wie Street Fighter II: The World Warrior. Soll heißen, dass wir auf uns allein gestellt gegen einen Gegner kämpfen und wer zwei Siege für sich entschieden hat, als Champion aus dem Ring beziehungsweise der Stage tritt. Um die Gegner zu verdreschen, setzen wir Schläge und Tritte ein, verbinden diese zu sehr mächtigen Kombinationsangriffen und weichen zugleich den Spezialangriffen der Gegner aus. Uns fällt auf, dass Sieg und Niederlage ein schmaler Grat sind. Zwar können wir unsere Konkurrenz gerne mal mit Button Mashing überlisten, doch sind korrekte Choreographien nicht selten der Schlüssel zum Erfolg. Aufgrund der kleinen Charakterriege ist das jedoch nicht schlimm, da sich so selbst Einsteiger nach wenigen Spielstunden alle Attacken der verschiedenen Kämpfer einprägen und die ihres Lieblingscharakters sogar sehr schnell auswendig lernen können. Es ist jedoch schade, dass ein Trainingsmodus zum Erlernen der Fähigkeiten fehlt und wir keine weiteren Charaktere freischalten können. Das ist jedoch der Arcade-Vorlage geschuldet, denn so müssen wir wie in der Arcade-Halle zu Spielbeginn eine virtuelle Münze einschmeißen. Beim Ableben schmeißen wir einfach ohne zusätzliche Kosten eine Münze nach, um einen weiteren Credit zu erhalten, um mit einem neuen Versuch und neuer Energie loszukämpfen. Wenn wir über mehr als zwei Credits verfügen, können wir uns auch im lokalen Zwei-Spieler-Modus verdreschen. Einen Online-Modus gibt es leider nicht.

Arcade-Hallen-Flair

In diesem Zusammenhang sei die tadellose Steuerung erwähnt, die sowohl über die vier Richtungsknöpfe auf dem linken Joy-Con-Controller, als auch über das Steuerkreuz des Pro Controllers tadellos funktioniert. Die technische Seite von Waku Waku 7 kann uns aber ehrlich gesagt nicht vom Hocker hauen. Der Grafikstil möchte zwar mit sehr hellen und sehr bunten Farben auf sich aufmerksam machen, doch wirkt das Bild dadurch in sämtlichen Situationen viel zu grell. Hinzu kommt, dass die Schatten, die die Charaktere werfen, ständig aufleuchten und verwirren können. In der Arcade-Halle mag das Flackern noch für ein gewisses Flair gesorgt haben, wird aber zuhause oder unterwegs sicher nicht jedem Spieler gefallen. Dennoch müssen wir sagen, dass zumindest die Animationen der Spielfiguren sehr flüssig sind und die Lichteffekte für den einen oder anderen beachtlichen Moment sorgen. Akustisch wird das Spiel mit einem passenden Soundtrack unterlegt. Unsere Motivation wird mit den Tracks während der Kämpfe in die Höhe gepusht und in manchen Szenen dröhnt sogar Gesang aus den Lautsprechern von Fernseher beziehungsweise Konsole. Da der Titel ohnehin eher als Parodie angesehen werden will, kann man die ruhige japanische Pop-Musik trotz der ernsten Kampfmechanik genießen. Unterm Strich bleibt Waku Waku 7 jedoch ein durchschnittliches Beat ’em up, da es sich zu wenig von der Konkurrenz abhebt und nur wenige Inhalte bietet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der eShop-Fassung): Es gibt Beat ’em ups, die möchte man gar nicht mehr aus der Hand legen und dann gibt es Beat ’em ups, mit denen man selbst nach ein paar Stunden Spielzeit nicht warm wird. Der Spielraum dazwischen ist nur selten gegeben, doch genau diese Kerbe möchte ACA Neogeo Waku Waku 7 ausfüllen. Mit einer überschaubaren, aber abwechslungsreichen Kämpferriege und leicht zu erlernenden Kombinationsangriffen richtet sich der Titel vor allem an Genre-Neulinge. Beat-’em-Profis, werden nur bedingt Spaß mit dem Titel haben. Das liegt vor allem am geringen Umfang. Mir ist dieser unterm Strich einfach viel zu wenig und die meisten Charaktere zu blass, um den Titel immer wieder herauszukramen. Selbst für kurze Zwei-Spieler-Matches würde ich Genre-Kollegen bevorzugen. Wer allerdings nur mal kurz eine Genre-Parodie erleben will, macht auch mit dem eher durchschnittlichen Waku Waku 7 nicht sehr viel falsch.

Prime Time: Dragon Ball Z Kai (TV-Serie, Box 6) (Unboxing)

In unserer heutigen Prime-Time-Ausgabe möchten wir euch das Unboxing-Video der sechsten Serienbox von Dragon Ball Z Kai präsentieren. Chefredakteur Eric und großer Fan des Franchises stellt euch im Rahmen des Video die haptischen und physischen Merkmale dieser Box vor. Wir wünschen euch viel Spaß!

Review: Call of Duty: WWII

Historische Schlachten gewinnen nach dem Fokus auf den Kampf gegen den Terrorismus in Videospielen wieder an Bedeutung. Nachdem Electronic Arts den kaum behandelten Ersten Weltkrieg in Battlefield 1 aufgriff, zieht Konkurrent Activision mit dem Zweiten Weltkrieg nach.

Während das Werk von Entwicklerstudio Electronic Arts Dice in Battlefield 1 verschiedene Geschichten in der Einzelspielerkampagne erzählt, behandelt Call of Duty: WWII tatsächlich nur eine einzelne Geschichte. Dies führt dazu, dass die US-amerikanischen, britischen und französischen Protagonisten wesentlich mehr beleuchtet werden können. Das Spiel beginnt mit der Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 und zeigt mit teils drastischen Bildern, wie grausam der Zweite Weltkrieg war. Anschließend erleben wir die Operation Cobra mit, genauer gesagt die Ereignisse am 25. Juli 1944, die dazu führten, dass die Alliierten ins Inland vorstoßen konnten. Während der Erzählung stehen vor allem die Siege der Alliierten im Vordergrund. Interessanterweise werden hier Tatsachen, beispielsweise dass die US-amerikanischen Streitkräfte sich aufgrund von irreführenden Rauchschwaden selbst bombardiert haben, als kleine Details in Dialogen beziehungsweise Monologen während der Schlacht eingefügt. Ähnliches ist auch bei der Befreiung von Paris am 25. August 1944 zu spüren, bei der wir Zivilisten befreien, die dem Hungertod nahe sind, weil die Lebensmittelpreise auf dem Schwarzmarkt für die Pariser Bevölkerung nicht mehr zu bezahlen waren. Dieser dezente Einsatz von Randnotizen sorgt dafür, dass die düstere Kriegsatmosphäre auch am Rande spürbar, glaubhaft und vor allem nachvollziehbar ist.

Beeindruckende Kriegsatmosphäre

In der Einzelspielerkampagne von Call of Duty: WWII werden die Geschehnisse an der Westfront bis kurz vor Kriegsende thematisiert. Bis nach Berlin kommt das Platoon rund um Protagonist Ronald Daniels zwar nicht, doch erleben wir wichtige Schlachten wie die Ardennenoffensive oder die Befreiung von Paris mit. Gelegentlich schlüpfen wir während der verschiedenen Szenarien auch in die Rolle von anderen Charakteren wie zum Beispiel in die Widerstandskämpferin Camille Denis. Mit Denis infiltrieren wir das Hauptquartier der Nationalsozialisten in der französischen Hauptstadt, um anschließend mit Daniels die Stadt zu erobern. Auch die Unterstützung der britischen Spezialeinheit Special Operations Executive ist in der Handlung des Spiels verankert. Die auf circa sieben Stunden ausgelegte Einzelspielerkampagne bietet in diesem Zusammenhang hitzige Schussgefechte, unbewaffnete Kämpfe ums Überleben, Panzerschlachten und gar einen Luftkampf. Letztere Gameplay-Elemente hätten zwar weitaus besser ausgebaut werden können, doch wird der Zweite Weltkrieg so aus verschiedenen Blickwinkeln gut dargestellt. Inhaltlich steht Daniels Hintergrundgeschichte im Vordergrund, die sich aus Bruderliebe, Kameradschaft und Pflichtgefühl zusammensetzt. Der Tod eines Vorgesetzten ist ebenso Bestandteil der Story wie der Verlust von Kameraden.

Maulkorb fürs Feindbild

Obwohl die Kampagne mit reichlich Patriotismus dank der Abbilder von Schauspielern wie Josh Duhamel, unter anderem bekannt aus der Fernsehserie Las Vegas, wirklich filmreif inszeniert wird, vergessen die Autoren ausgerechnet das Feindbild tiefgründig darzustellen. Sämtliche Nationalsozialisten sind als Bestien gezeichnet, die für ihren Verführer bedingungslos in den Tod gehen. Es gibt keine Antagonisten, die ihre Handlungsweise in Frage stellen und an der Ideologie ihres Reichspräsidenten zweifeln. Sicherlich ist es wichtig, das diktatorische Deutsche Reich als Gegenpol zu den demokratischen Vereinigten Staaten von Amerika darzustellen, doch sind alle Feinde nichts weiter als inhaltslose Hüllen. Da die Autoren bewiesen haben, dass sie auch auf der amerikanischen Seite Verständnis und Unverständnis für gefangene deutsche Soldaten zeigen wollen, fragen wir uns, warum man dieses Konzept nicht auf die ganze Kampagne ausgeweitet hat. Diese hat zudem das Problem, dass einige Szenen aus dramaturgischer Sicht mit übertriebenen Actionsequenzen ausstaffiert worden sind. Im ersten Spieldrittel entgleist beispielsweise ein Zug, sodass sämtliche Waggons physikalisch unkorrekt durch die Gegend fliehen. Ein wenig mehr Zurückhaltung und tiefgründige Ausarbeitung des Feindbildes hätten die interessante und spannende Story wesentlich glaubhafter machen können.

Abwechslungsreiches Gameplay

Immerhin ist das Gameplay abwechslungsreich gestaltet. Wir durchkämmen Schützengräben, Häuserruinen und Kellergewölbe, durchsuchen Bunker nach verschanzten Nationalsozialisten, retten Zivilisten sowie verwundete Soldaten, schalten Scharfschützen an erhöhten Positionen aus oder fordern Luftunterstützung im Kampf gegen die Artillerie an. Das einzige, was neben den meist grauen und braunen Texturen gleichbleibt, ist das grundlegende Gameplay. Auf der zweiten von insgesamt vier Schwierigkeitsstufen verkommen die gegnerischen Soldaten meist zu Schießbudenfiguren und die künstliche Intelligenz unserer Mitstreiter sorgt gerne mal dafür, dass sich beide Seiten offenbar fraternisieren, wenn sie nebeneinander stehen und sich gegenseitig nicht direkt an die Gurgel gehen. Trotzdem ist das Gameplay sehr dynamisch, da durch die Level-Architektur genügend Raum bleibt, damit wir verschiedene Taktiken versuchen können. Besonders in den Missionen, in denen wir ein Lager unbemerkt infiltrieren müssen, sind die verschiedenen Wege zum Ziel in den meist sehr überschaubaren Gebieten deutlich zu bemerken. Da macht es Spaß und nur Sinn, das Szenario später noch einmal auszuprobieren – schließlich dürfen wir abgeschlossene Aufgaben jederzeit aus dem Hauptmenü erneut spielen und dabei sogar den Schwierigkeitsgrad jedes Mal aufs Neue einstellen. Motivierend!

Spiel der alten Schule

Ebenfalls begrüßen wir den Schritt, von der automatischen Regeneration der Lebensenergie unserer Protagonisten abzuziehen. Stattdessen müssen wir wie am Ende der 1990er beziehungsweise Anfang der 2000er Jahre jederzeit auf unsere Energie achten und stets dafür sorgen, dass wir immer ein paar Medikamente dabei haben, um unsere Wunden zu versorgen. In den meisten Missionen kämpfen wir auch mit bestimmten Kameraden zusammen, die über Spezialfähigkeiten verfügen. Beispielsweise können wir so Verbandskästen anfragen, unsere Munition aufstocken, Granaten in die Hand gedrückt bekommen, Gegner markieren lassen oder Luftunterstützung anfragen, um die gegnerische Blockade zu durchbrechen. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich jeder hinter der nächsten Ecke verstecken und darauf warten konnte, bis die Gesundheitsleiste wieder bis aufs Maximum gefüllt wurde. In Call of Duty: WWII ist man jederzeit in Bewegung, da von allen Ecken und Enden Projektile durch die Luft fliegen und jede Kugel die letzte sein könnte, die unser Leben aushaucht. Obwohl der Schwierigkeitsgrad auf der zweiten Stufe in der Regel fast nie unfair ist, können uns die Ausnahmen den letzten Nerv rauben. Auf der Ludendorff-Brücke haben uns beispielsweise die Raketenwerfer so zugesetzt, dass wir kurz nach Laden des Kontrollpunkts ständig getötet worden sind.

Mannigfaltiger Mehrspielermodus

Ist der Spuk der Einzelspielerkampagne erst einmal vorbei, bietet das Action-Spiel mit großem Ego-Shooter-Anteil auch einen Mehrspielermodus, in dem man dutzende Stunden versinken kann. Unterschiedliche Modi wie Death Match, Capture the Flag oder Herrschaft sorgen dafür, dass trotz nicht funktionalem Matchmaking-System, so schnell keine Langeweile aufkommt. Auf mal und mal weniger großen Karten liefern wir uns schnelle Schusswechsel mit dem Feind und müssen dabei unter anderem verschiedene Missionsziele erfüllen, beispielsweise viele Treffer landen, ein Gebiet über einen bestimmten Zeitraum lang halten oder ein Objekt zu einem bestimmten Zielort bringen. Sämtliche Spielmodi sind in ihren Grundzügen schnell erlernt und da wir nach dem Ableben unserer Spielfigur in der Regel Sekundenbruchteile später schon wieder im Geschehen landen, ist der Mehrspielermodus wesentlich dynamischer und schneller als bei der Konkurrenz. Allerdings zieht Call of Duty: WWII nicht nur im Vergleich in puncto Inszenierung mit dem letztjährigen Rivalen Battlefield 1, sondern auch in diesem Jahr gegen Star Wars: Battlefront II den Kürzen. So große Karten, auf denen sich die Schlacht je nach Verlauf verlagert, gibt es im Action-Feuerwerk von den Entwicklerstudios Sledgehammer Games und Raven Software nicht. Spätestens beim nächsten Serienteil muss hier noch kräftig nachgelegt werden.

Intermezzo mit Zombies

Ganz besonders erwähnen möchten wir zum Schluss den Nazi-Zombie-Modus. Dieser hebt sich dank Schauergestalten noch einmal ganz besonders von der Historizität im Mehrspielermodus ab. Hier kämpfen wir kooperativ mit anderen Spielern gegen stetig anwachsende Gegnerhorden, die uns zum Frühstück verspeisen wollen. Für getötete Untote werden wir mit so genannten Schocks belohnt, die wir in Fähigkeitsverbesserungen oder andere Waffen investieren können. Der Modus macht sehr viel Laune, doch fragen wir uns, warum das Spiel für einen einzelnen Modus unbedingt neu gestartet werden muss. Technisch sollte das im Jahr 2017 kein Problem sein. Zwar gut, aber doch nicht ganz rund läuft Call of Duty: WWII auch sonst nicht. Während des Einzelspielermodus hatten wir einen nicht reproduzierbaren Absturz, der uns aber keine Umstände bereitet hat, da wir beim letzten Kontrollpunkt der Mission wieder ins Geschehen einsteigen konnten. Problematisch sind in solchen Fällen nur die teilweise langen Ladezeiten, da Zwischensequenzen beim Spieleinstieg nicht abgebrochen werden können. Hinzu kommt, dass das Spiel trotz ausreichender Hardware nicht immer flüssig läuft und zudem noch abseits der Figurenmodelle etwas veraltet wirkt. Hier kann man sich wieder eine Scheibe von der Konkurrenz abschneiden. Akustisch (neben mehreren Tonaussetzern im Finale) und steuerungstechnisch, sofern man die unsinnig voreingestellte Tastaturbelegung neu konfiguriert hat, gibt es hingegen nichts zu meckern.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Die letzten Ableger der Call-of-Duty-Reihe habe ich abseits von Call of Duty Modern Warfare Mobilized auf dem Nintendo DS (!) aufgrund des für mich zu langweiligen Settings nicht gespielt und als die ersten Serienteile erschienen, habe ich mich für den Zweiten Weltkrieg zumindest noch nicht ausreichend interessiert, um die Titel zum Spielen in Betracht zu ziehen. Der letzte Serienteil, der im Zweiten Weltkrieg spielte, liegt nun aber über zehn Jahre zurück und in zehn Jahren kann bekanntlich viel passieren – und so ist Call of Duty: WWII abgesehen von der Nintendo-DS-Exkursion tatsächlich meine erste Berührung mit dem Franchise. Mit dem Einzelspielermodus habe ich wirklich sehr viel Freude, da alle Missionen sehr spannend und interessant erzählt sind. Ich lerne meine Kameraden und Vorgesetzten sieben Stunden lang gut kennen und fiebere richtig mit den Charakteren mit. Warum man das Feindbild aber im direkten Kontrast so dermaßen eindimensional gestaltet hat, ist mir ein ebenso großes Rätsel, wie die maßlos übertriebenen Action-Sequenzen. Nach der Einzelspielerkampagne, so muss ich zu meinem Leidwesen gestehen, habe ich aber nicht mehr so viel Spaß mit dem Titel gehabt. Das Matchmaking-System im Mehrspielermodus funktioniert – ulkigerweise wie bei der Konkurrenz – vorne und hinten nicht und schmeißt mich direkt mit Spielern zusammen, die sich von meinem Können wesentlich unterscheiden. Immerhin sorgt der Nazi-Zombie-Modus dafür, dass man auch kooperativ Erfolge erzielen kann und in diesem Modus werde ich künftig wohl auch die meiste Zeit mit dem Spiel stecken. Dieses orientiert sich an vielen Ecken und Enden an früheren Ego-Shootern, in dem es noch mehr aufs Können und weniger aufs Glück ankam. Call-of-Duty-Fans der ersten Stunde dürfen bedingungslos zuschlagen, alle anderen müssen sich vorher jedoch gut überlegen, ob sie die Reise in die Vergangenheit (im doppelten Sinne) auf sich nehmen wollen.

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Call of Duty: WWII!

Review: Triage X (Vol. 2)

Die im Jahr 2015 produzierte Anime-Serie Triage X erzählt die Geschichte einer Spezialeinheit, die außerhalb des Gesetzes agiert und Jagd auf Verbrecher macht. In der zweiten Volume der dreiteiligen Veröffentlichung geht es weiteren Kriminellen an den Kragen.

Aufgeteilt ist das zweite Episodenpaket der Anime-Serie Triage X in drei weitgehend voneinander unabhängigen Geschichten, die hauptsächlich durch die Charaktere und nebensächlich durch die Ereignisse innerhalb der Serienhandlung miteinander verwoben sind. Die erste große Erzählung findet in der fünften und sechsten Episode von Triage X statt, die als Doppelfolge ausgelegt sind. Protagonistin und Mittelschülerin Nashida Oriha hat es endlich geschafft – sie ist seit Kurzem in einer Fernsehproduktion auf dem fiktiven Sender Neo TV in der Rolle der Detektivkönigin zu sehen. Während sie ihren Erfolg feiert und sich die einzig uns bekannte Szene aus der Produktion, in der sie auftritt, wiederholt auf ihrem Bildschirm in ihrer Umkleidekabine anschaut, ist ihr Agent alles andere als mit ihrer Leistung zufrieden – schließlich möchte er sie noch mehr ins Rampenlicht drängen, damit sie noch größere Rollen erhält. Als Dreh- und Angelpunkt der fünften Episode wird die Einweihung des neuen Firmengebäudes von Neo TV genutzt, welche von einem Konzert der Mikazuki-Schwestern Haron und Sumire begleitet wird. Da ist es nur verständlich, dass sich die quirlige Oriha den Popstars anschließt und auf der Bühne mitmischen will. Zur selben Zeit wird das Gebäude von einer unberechenbaren terroristischen Gruppe infiltriert, die vor Toten und Verletzten keinen Halt macht.

Gewalt erzeugt Gegengewalt

Wachmännern wird die Kehle aufgeschlitzt, Assistenten ins Bein geschossen oder aus dem 18. Stockwerk geschmissen und Sängerinnen vor laufender Kamera hingerichtet. Diese Gewaltdarstellung wird in Triage X in den meisten Fällen zwar nicht explizit gezeigt, doch geht die Anime-Serie viel zu wenig mit dem Tod der Personen um. Vor allem da nur eine überschaubare Anzahl an Figuren ihr Leben lassen muss, ist es unverständlich, warum die Willkürlich- und Kaltblütigkeit der Antagonisten kaum bis gar nicht kritisiert wird. Diese verfolgen vermeintlich nur den Plan, die Organisation Black Label, zu der auch Oriha gehört, aus der Reserve zu locken. Sowohl die fünfte, als auch die sechste Folge gehören aufgrund vieler intensiver Momente zu den spannendsten Episoden, die Triage X zu bieten hat. Wie und vor allem ob die neuen Gegner von Black Label für ihr Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden, lassen wir an dieser Stelle offen. Schade ist jedoch, dass der stringente Handlungsstrang mit der siebten Episode jäh unterbrochen wird. In dieser wird vorwiegend der Handel mit Drogen thematisiert. Viel wichtiger ist jedoch, dass in dieser Folge Mikami Arashis persönliche Entwicklung durch das Aufgreifen eines in der Vergangenheit spielenden Handlungsstrangs aus der Sicht von Dr. Mochizuki Masamune durchleuchtet und verständlich gemacht wird.

Charakterentwicklung und Vergangenheitsbewältigung

In der achten Episode rückt Krankenschwester Hitsugi Sayo in den Mittelpunkt der Handlung. Ähnlich wie eine Episode zuvor bei Arashi, werden auch ihre Hintergründe durch einen kurzen Ausflug in die Vergangenheit verdeutlicht. Weitere Worte wollen wir aus Spoiler-Gründen an dieser Stelle gar nicht über sie verlieren. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass die Charakterentwicklung von Arashi und Sayo trotz des kaum spürbaren roten Fadens gut funktionieren und die Serienhandlung abseits des Kerns bereichern. Ob Triage X in der nächsten Volume der Spagat hin zu einer abschließenden Story gelingen wird, darf an dieser Stelle ein wenig bezweifelt werden. An der optischen Gestaltung der Serie hat und wird sich vermutlich auch nichts mehr ändern – die Szenarien sind hübsch gestaltet und wirken ähnlich wie in der Anime-Serie Hamatora: The Animation realitätsnah. Einzig und allein die Charaktere setzen sich manchmal ein wenig unschön von den Hintergründen ab und sind meistens nur mit recht zweckmäßigen Animationen ausgestattet. Aufgrund überproportional großer Brüste bei den weiblichen Figuren kann der Anime einen Running Gag aufbauen, der darauf abzielt, dass in so gut wie jeder Folge das Gesicht einer Figur auf sie gedrückt wird. Der Soundtrack unterlegt die Serie passend dazu. Bonusmaterial liegt weder in physischer noch digitaler Form vor.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem mich die erste Volume von der Anime-Serie Triage X noch nicht so ganz überzeugen konnte, sieht das bei der zweiten Ausgabe schon ein wenig anders aus. Besonders die fünfte und sechste Episode gefallen mir gut, da das Produktionsteam hier eine zusammenhängende Geschichte erzählt, die einfach mehr Zeit hat, sich zu entfalten. Anders sieht es bei der siebten und achten Folge aus. Hier werden wieder einzelne Geschichten erzählt, die nur vage mit den vorherigen Ereignissen zusammenhängen. Für neue Charaktere bleibt da kaum Platz, aber immerhin können so zwei der wichtigsten Protagonisten etwas näher beleuchtet werden. Trotzdem frage ich mich immer noch, auf welches Ziel die Serie hinarbeitet. Wie so oft befürchte ich nun, dass sich Triage X als lose Umsetzung einer Manga-Vorlage entpuppt. Interessiert bin ich am Serienfinale nach wie vor, doch wer jetzt immer noch skeptisch ist, sollte auf Reviews zur finalen Ausgabe warten.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Triage X (Vol. 2)!

Review: Yomawari: Midnight Shadows

Europäische Spieler mussten auf das Survival-Horror-Spiel Yomawari: Night Alone ein ganzes Jahr warten, nachdem es in Japan veröffentlicht wurde. Beim Nachfolger Yomawari: Midnight Shadows wurde die Wartezeit auf zwei Monate verkürzt. Zum Glück – oder auch nicht.

In puncto Handlung hat Midnight Shadows nichts mit dem Serienerstling zu tun. Dieses Mal schlüpfen wir allerdings nicht nur in die Rolle eines kleinen Mädchens, sondern gleich in die Haut von zwei Grundschülerinnen. Haru und Yui sind beste Freundinnen und erleben gerade ihren letzten gemeinsamen Sommer in einer nicht näher bestimmten japanischen Kleinstadt. Sie beschließen, von den Bergen aus das Feuerwerk des Sommerfestes zu genießen, um sich künftig immer an ihre gemeinsame Zeit erinnern zu können. Auf dem Rückweg werden die beiden allerdings voneinander getrennt, woraufhin das Spiel fortan alternierend jeweils aus der Perspektive eines der beiden Mädchen erzählt wird. So begleiten wir Haru und Yui in der Regel einzeln durch die Kleinstadt, die zudem noch von facettenreichen Geisterwesen heimgesucht wird. Unsere Aufgabe ist es, während des nächtlichen Spaziergangs, unsere beste Freundin aufzuspüren und herauszufinden, was es mit dem tragischen Vorfall in der Eröffnungssequenz auf sich hat. Zu weiten Teilen ist die Story von Midnight Shadows nicht besonders spannend erzählt, spielt aber dank eines überraschenden Plottwists, abwechslungsreichen und optisch sehr hübsch beziehungsweise schaurig gestalteten Schauplätzen wie einer Bibliothek, einer Kanalisation oder natürlichen Umgebungen und einer mit ansteigender Spielzeit tiefgründigeren Mythologie ihr Potenzial zumindest voll aus.

Isolationshaft

Midnight Shadows liefert genau so wie sein Vorgänger die Grundlage für einen packenden Überlebungskampf in einem Gruselszenario. Ein Strich durch diese Rechnung macht jedoch abermals das nach wie vor exotische Gameplay, denn dieses beschränkt sich wieder hauptsächlich darauf, die Gegend zu erkunden und im Angesicht der Feinde schleunigst die Füße in die Hand zu nehmen. Obwohl sich die Wege der beiden Freundinnen zumindest halbwegs hin und wieder kreuzen und Yuis sporadisch auftauchender Hund Chako uns nicht nur einmal zum nächsten Zielpunkt führt, bleibt so das Gefühl der völligen Isolation in der menschenleeren Kleinstadt erhalten. Laufen wir dann tatsächlich mal einem Geisterwesen über den Weg, können wir nicht wie in anderen Genre-Vertretern zur Waffe greifen. Stattdessen müssen wir vor dem Gegner fliehen und uns irgendwo verstecken, bis die Luft wieder rein ist. Hinzu kommt, dass die meisten Geister unsichtbar sind und erst in Erscheinung treten, wenn wir sie mit unserer Taschenlampe anleuchten. Dadurch, dass das Gegnerverhalten abwechslungsreich gestaltet ist, kann es auch vorkommen, dass manche Feinde vor dem Taschenlampenlicht fliehen, andere wiederum davon sogar angezogen werden. Der kluge Einsatz beziehungsweise Verzicht der Taschenlampe ist in vielen Fällen lebenswichtig, da jeder Feindkontakt zum sofortigen Tod führt.

Atmosphärischer Geniestreich

Entsprechend hoch und teilweise sogar unfair ist der Schwierigkeitsgrad, da viele Situationen nur nach dem Versuch-und-Irrtum-Prinzip gelöst werden können. Ärgerlich ist in diesem Zusammenhang vor allem, dass genau bei solchen Spielabschnitten die letzte Jizō-Statue, sprich die Speicherpunkte des Spiels, zu weit entfernt ist und so nur unnötige Frustration entsteht. In einem Punkt muss man Midnight Shadows aber sehr loben: Die dichte Gruselatmosphäre ist den Entwicklern wirklich fantastisch gelungen und das auch noch mit minimalen Mitteln! Auf Musik verzichtet das Spiel weitgehend, stattdessen hören wir nur das Rauschen des Windes, das Zirpen der Grillen, das Schmatzen und Schlürfen der Geister oder unsere Schrittgeräusche – letzteres sogar inklusive Hall, wenn wir größere Räumlichkeiten durchkämmen. Die Atmosphäre wird abschließend dadurch bereichert, dass auch unser Herzschlag deutlich hörbarer aus den Lautsprechern dröhnt, wenn sich Feinde in der Nähe befinden. Einstellen können wir uns auf die Feinde dann aber doch nur selten, da sie so plötzlich auf dem Bildschirm erscheinen, dass uns fast das Herz in die Hose rutscht. Schade ist in brenzligen Situationen, dass die PlayStation-Vita-Fassung hier oft unter Einbrüchen in der Bildwiederholungsrate leidet. Zudem ist unser System innerhalb der circa zehnstündigen Einmalspielzeit aufgrund nicht reproduzierbarer Fehler mehrfach an verschiedenen Stellen abgestürzt. Unverständlich, dass dies nicht in der Qualitätssicherung aufgefallen ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-Vita-Fassung): Es ist bekannt, dass ich kein großer Fan von Yomawari: Night Alone bin. Zwar habe ich das Setting und die Atmosphäre echt genossen, doch vor allem das für mich immer sehr wichtige Gameplay hat mich wirklich sehr enttäuscht. In der Hoffnung, dass die Entwickler einen zweiten Teil mit mehr Möglichkeiten ausstatten, habe ich mich sehr auf Yomawari: Midnight Shadows gefreut, doch im Grunde passiert hier nicht sonderlich viel mehr. So laufe ich nach wie vor durch Gassen, muss den Geistern geschickt ausweichen und dutzende Tode ertragen, wenn ich versehentlich einen falschen Weg eingeschlagen habe, wo ich mich vor dem Feind wie vom Spiel eigentlich gewünscht nicht verstecken kann. Dennoch muss ich den Entwicklern zugestehen, dass sie die Gruselatmosphäre seit dem ersten Teil deutlich verbessert haben. Viele Momente überraschen mich so sehr, dass meine Finger kurz zittern oder mein Herz in die Hose rutscht. Seit Resident Evil habe ich das so nicht mehr so dezent und minimalistisch erlebt, weshalb der zweite Teil zumindest für Fans des Vorgängers und Splatter-Gelangweilten dennoch noch eine Empfehlung wert ist. Wer aber nur sporadisch ins Genre schaut und ein durchdachtes Gameplay erwartet, sollte lieber zu Genre-Alternativen greifen!

Vielen Dank an NIS America für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yomawari: Midnight Shadows!

Prime Time: Attack on Titan (Franchise-Unboxing)

In den letzten Wochen haben wir euch in vier Reviews die erste Staffel der Anime-Serie vorgestellt. Ebenso haben wir die beiden Kinofilme rezensiert und vor über einem Jahr das PlayStation-4-Spiel A.O.T.: Wings of Freedom ans Herz gelegt. Heute kompensieren wir alles auf ein einzelnes Unboxing-Video und stellen euch alle drei Medien in diesem vor. Viel Vergnügen!

Prime Time: Black Butler – Vol. 1+2 (Unboxing)

Vor einiger Zeit haben wir euch die erste Staffel der erfolgsgekrönten Anime-Serie Black Butler im Rahmen zweier Reviews vorgestellt. Heute möchten wir unser Unboxing-Video passend zu unseren Rezensionen nachliefern. Wir wünschen euch viel Spaß beim Anschauen!

Review: Dragon Ball Z Kai (Box 6, Episode 85-98)

Zu den größten Handlungssträngen im Dragon-Ball-Universum gehört definitiv die Erzählung um die Cyborgs. Bereits in der dritten Serienbox infolge kämpfen die Helden für den Frieden auf der Erde, der abermals in einem breitgetretenen Entscheidungskampf gipfelt.

Bösewicht Seru hat nach der Absorption von C17 und C18 erkannt, dass er wohl der stärkste Krieger im Universum ist. Allerdings ist er sich bewusst, dass in Torankusu noch Potenzial schlummert, da dieser in sehr kurzer Zeit unglaublich stark geworden ist. Also beschließt er, den Helden ganze zehn Tage Zeit zu geben, um zu trainieren. Obwohl Seru darauf programmiert wurde, Son Gokū zu töten, ist dieser kaum mehr an diesem Ziel interessiert. Stattdessen will er seinen wahren Kräften in einem Entscheidungskampf freien Lauf lassen. Seru hält die Seru-Spiele ab, die quasi eine Neuinterpretation des großen Kampfsportturniers ist. Das letzte Tenka’ichi Budōkai liegt viele Jahre zurück und war wichtiger Bestandteil der letzten Serienbox der ursprünglichen Dragon-Ball-Serie. Um sich für die Seru-Spiele zu wappnen, trainieren Pikkoro und Bejīta nochmals ein Jahr lang im Raum von Geist und Zeit. Leitfigur Son Gokū und sein Sohn Son Gohan benötigen hingegen kein weiteres Training, da es ihnen gelungen ist, den Status eines Super-Saiyajins auch außerhalb eines Kampfes aufrechtzuerhalten. So können sie zu Beginn der sechsten Serienbox von Dragon Ball Z Kai ein wenig verschnaufen, sodass sie zusammen mit Chichi und Kuririn einen Angelausflug machen. Die zehn Tage vergehen jedoch so schnell, dass die Seru-Spiele rasch in den Mittelpunkt der Story rücken.

Ernster Kampf mit Humor-Untermalung

Während es in der fünften Serienbox noch reichlich Abwechslung in puncto Kampfkonstellationen gab, reduzieren sich diese in den vorliegenden Episoden leider auf ein Minimum. Zwar gibt es ein paar Möchtegernkämpfer, die sich Seru in den Weg stellen, doch werden diese im Rahmen einer Episode von Seru gedemütigt, dass kurz darauf der Kampf zwischen Son Gokū und Dokutā Geros Geheimprojekt entbrennt. Über mehrere Episoden hinweg schlagen sie sich die Birne ein und obwohl der Saiyajin Seru ebenbürtig ist, tritt ab einer bestimmten Stelle ein weiterer Krieger in den Ring, der Son Gokūs Kampfkraft übersteigt. Dragon-Ball-Z-Fans wissen, wer gemeint ist – alle anderen dürfen sich auf eine kleine Überraschung freuen, die sich seit Längerem angedeutet hat. Das heißt aber nicht, dass die anderen Kämpfer nicht zum Zuge kommen – mit Klonen im Miniaturformat will Seru die anderen Helden in den Kampf einbinden. Obwohl der Kampf gegen Seru im Mittelpunkt steht, wird der Ernst der Lage – der aufgrund des eingeschränkten Settings kaum Platz zum Entfalten der Handlung lässt – durch eine neue Figur mit reichlich Humor aufgelockert. Misutā Satan wird von der Welt als Wrestling-Weltmeister gefeiert und will Seru für die Erdbevölkerung besiegen. Da er aber rasch begreift, dass Seru viel stärker ist als er, kann er sich dem Kampf immer wieder erfolgreich entziehen.

Handlungsbruch im Staffelfinale

Das Besondere an der sechsten Serienbox von Dragon Ball Z Kai ist die Tatsache, dass mit ihr die erste Staffel der Anime-Serie abgeschlossen wird und damit wie schon bei der Vorlage Dragon Ball Z ein Bruch in der Handlung besteht. Somit können wir euch zugleich aber auch versichern, dass in der vorliegenden Serienbox die Geschichte um Seru zu einem halbwegs zufriedenstellenden Abschluss gebracht wird. Einzig und allein die Tatsache, dass wir uns von verschiedenen Serienfiguren in unterschiedlicher Art und Weise verabschieden müssen, trübt den Abschied ein wenig. Dennoch wird im Finale der ersten Staffel jeder Fan des Franchises zufriedengestellt werden, da der Stil der Vorlage im bildschirmfüllenden 16:9-Format und in der Auflösung von 1080p gekonnt eingefangen wird. Ebenso können auch die typischen Dragon-Ball-Melodien das Kampfgeschehen im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 jederzeit gewohnt gut unterlegen. Bonusmaterial liegt in digitaler Form wie in den vorherigen Volumes nicht vor. Entschädigen sollen drei Postkarten mit Motiven aus der Serie und ein recht dünnes Booklet, in dem neben ein paar Artworks hauptsächlich ein Episodenguide enthalten ist. Nach sechs Serienboxen haben wir die Hoffnung zwar längst aufgegeben, doch hätte man hier bei den Fans durchaus mit tiefgründigerem Bonusmaterial sehr viel mehr erreichen können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Seru-Spiele haben begonnen und so führt die Anime-Serie Dragon Ball Z Kai ihre Handlung konsequent mit dem Kampf gegen den Bösewicht fort. So beschränkt sich die Story zwar dieses Mal wieder auf einige Informationen, die während der Auseinandersetzung mit Seru eingeworfen werden, doch fällt das dieses Mal in meinen Augen gar nicht so schwer ins Gewicht. Die Helden stehen einem Feind gegenüber, dessen Kampfkraft schließlich das Limit jeglicher Vorstellungskraft sprengt – es ist nur schwer zu glauben, dass in den nächsten Episoden noch heftigere Kämpfe auf Son Gohan und seine Freunde warten. Ich bin definitiv gespannt, wie die HD-Neuauflage weiter aufs Nötigste reduziert wird und welche Abenteuer noch auf die Helden warten. Als Fan wurde ich, auch wenn ich mehr Handlung in einer Anime-Serie immer begrüße, dennoch sehr zufriedengestellt, da ich bis zur letzten Minute gut unterhalten wurde.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Z Kai (Box 6, Episoden 85-98)!

Review: Wolf Girl & Black Prince (Vol. 3)

In der dritten und letzten Volume der Anime-Serie Wolf Girl & Black Prince wird die humorvolle Handlung mit einzelnen und wirklich schön gestalteten Geschichten wunderbar weiter erzählt. Zu einem abschließenden Ende gelangt die Erzählung der Serie hingegen nicht.

Mittlerweile braucht sich Shinohara Erika nicht mehr unter einem Deckmantel verstecken. Sie und ihr Freund Sata Kyōya sind seit wenigen Episoden offiziell ein echtes Liebespärchen und so kann sich die neunte Episode von Wolf Girl & Black Prince ausnahmsweise einem anderen Thema zuwenden. Ein Klassenausflug steht an und da Erika der Auffassung ist, dass es ihrem Freund Kyōya gut tun würde, zwischenmenschliche Beziehungen zu Mitschülern, insbesondere zu Kamiya Nozomi, aufzubauen, klammert sie sich aus dem Trubel aus. Nozomi, der aufgrund seines aus über fünfhundert weiblichen Kontakten bestehenden Telefonbuchs gerne mal als Frauenheld bezeichnet wird, kann nicht verstehen, dass Kyōya monogam leben will – und versucht ihn mit anderen Mädchen der Klasse zusammenbringen. Ob sich Kyōya von Nozomi für diese Pläne einspannen lässt, lassen wir an dieser Stelle offen. Überreaktionen von Kyōya sollten zwar alleine schon wegen seines kühlen Auftretens nach außen ohnehin nicht erwartet werden, doch gelingt es dem Charakter zumindest zum Umdenken seines Gegenübers zu bewegen. Wer darauf hofft, dass Nozomis Rolle in der dritten Volume größer als in der zweiten Ausgabe ausfällt, wird wohl enttäuscht werden. Trotz seiner Charakterentwicklung bleibt Nozomi die meiste Zeit über im Hintergrund und lässt Platz für andere und sogar neue Figuren.

Dreifache Liebe

Ein weiteres Thema, das in der dritten Ausgabe von Wolf Girl & Black Prince behandelt wird, ist der Geburtstag von Hauptfigur Erika. Nachdem sie eine Folge zuvor nur am Rande auftauchte, wird sie gleich darauf in den Mittelpunkt gerückt. Sie möchte mit Kyōya einen ganzen Tag verbringen. Dieser hat zwar Lust auf die Verabredung, zeigt seine Gefühle Erika aber nur unter dem Aspekt, dass sie ja eh keine Ruhe geben würde, wenn er die Einladung ablehnt. Hauptsächlich werden in dieser Episode die Gefühle thematisiert, denn Erika würde sich sehr darüber freuen, wenn er ihr endlich seine Liebe gestehen würde. Ob er drei magische Worte über seine Lippen bringen und seinen inneren Konflikt beilegen kann, sollte man mit eigenen Augen sehen. Die elfte und zwölfte Episode stellen das Serienfinale dar, das wegen des bisher eher langsamen Erzählstils sehr überraschend eintritt. Plötzlich steht Kyōyas furchteinflößende Schwester Reika mitten in Tōkyō und nistet sich für ein paar Tage bei ihrem Bruder ein. Trotz ihres etwas bedrohlichen Auftritts lernen sich Erika und Reika kennen, was wiederum dazu führt, dass in der letzten Episode ein Kurztrip nach Kōbe ansteht, damit Erika nicht nur ihre künftige Schwägerin, sondern auch Kyōyas Mutter besser kennenlernt. Der schief stehende Familiensegen wird genutzt, um die Persönlichkeiten der Familie Sata zu vertiefen.

Offenes Ende

Als dreizehnte Episode auf der Blu-ray Disc wird die Original Video Animation betitelt, in der sich alles um Kyōyas Geburtstag dreht, den Erika vorbereiten möchte. Dass dabei natürlich einiges in die Hose geht, dürften Fans der Serie unlängst erwarten. Der Humor von Wolf Girl & Black Prince wird bis zum Ende wunderbar aufrechterhalten. Es macht jedes Mal sehr viel Spaß, die nächste Episode anzuklicken, um sich von den netten Geschichten unterhalten zu lassen. Schade ist nur, dass die Serie plötzlich endet. Nachdem 2016 die Manga-Vorlage in Japan abgeschlossen wurde, würden wir uns an dieser Stelle freuen, wenn die Story auch in Form einer Anime-Serie fortgeführt oder gar zu Ende erzählt wird. Abseits dessen wird einem auch in der dritten Volume wieder die Qualität der vorherigen beiden Ausgaben geboten. Auf der optischen Seite punkten die blassen Hintergründe und die treffend eingefangenen Figuren in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format. Sämtliche Animationen sind zweckmäßig, doch werden vor allem Emotionen übertrieben dargestellt, um den Serienhumor zu unterstützen. Die musikalische Untermalung ist zwar nett, doch nur sehr selten zu hören. Bonusmaterial gibt es im Übrigen, wie in den beiden vorherigen Volumes, nicht. In unseren Augen ist das bei so einer tollen Anime-Serie nach wie vor eine verschenkte Chance.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten beiden Volumes von Wolf Girl & Black Prince habe ich regelrecht verschlungen. Nach jeder Episode wollte ich wissen, wie die Geschichte weitergeht. Dieses Gefühl hatte ich beim Anschauen der vorliegenden Folgen komischerweise nicht. Komischerweise deshalb, weil ich jede einzelne Episode mochte. Jede Folge erzählt eine meist alleinstehende Geschichte, die mich tiefer in das Universum und in die zwischenmenschlichen Beziehungen der verschiedenen Figuren eintauchen lässt. Obwohl ich es mag, viele kleine Details zu betrachten und mit fortlaufender Episodenzahl zusammen zu fügen, schafft es Wolf Girl & Black Prince trotz des fantastischen Humors nicht, ein – zumindest für mich – zufriedenstellendes Ende zu liefern. Wer die Manga-Vorlage bereits kennt, wird mit der Anime-Serie dennoch sehr viel Freude haben. Alle anderen erleben zwar eine wirklich süße und romantische Geschichte voller Liebe, die jedoch zu abrupt endet. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, sollte der Anime-Serie aber unbedingt eine Chance geben!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Wolf Girl & Black Prince (Vol. 3)!

Review: Food Wars (Vol. 4)

Food Wars hat eine richtige Leidensgeschichte hinter sich. Während der Anime uns mit einer tollen Einleitung begeistern konnte, folgten alsbald störende Wiederholungen im Handlungsverlauf. Hatten wir bei der dritten Volume noch Hoffnung, ist das Staffelfinale enttäuschend.

Das Leben an der Tōtsuki-Kochschule geht nach der Golden Week, die in der dritten Ausgabe der viergeteilten Veröffentlichung reichlich thematisiert worden ist, wieder seinen gewohnten Gang. Allerdings haben sich die kreativen Köpfe hinter dem Projekt sich darauf geeinigt, einen mehr oder weniger großen Zeitsprung zu unternehmen. Das heißt, dass die Sommermonate nur kurz angerissen und somit die langen Sommerferien in diesen übersprungen werden. Hauptsächlich soll sich die Storyline der vierten und letzten Volume nämlich nicht um Hauptfigur Yukihira Sōma drehen, sondern um die so genannte Herbstauslese. Hier werden abermals die talentiertesten Köche der Oberschule gesucht. Ihr Auftrag lautet, ein besonders Curry aus dem Hut zu zaubern. Sōmas größter Konkurrent ist dieses Mal Hayama Akira, der lange Zeit in Indien gelebt hat und daher besonders geschult im Umgang mit Curry-Gerichten ist. In aller Breite wird der Kochwettbewerb über sechs Episoden gestreckt, sodass für andere Handlungsstränge grundsätzlich kein Platz bleibt. Das ist besonders deshalb schade, handelt es sich bei diesen sechs Folgen doch um das Staffel-Finale! Natürlich hätten wir nicht erwarten können, dass die gesamte Oberschulzeit hier behandelt würde, doch so zucken wir am Ende nur mit den Schultern, da wir einfach nur mehr vom selben gesehen haben: Sehr, sehr schade!

In Joghurt getränkte Tintenfischarme

Auf der technischen Seite hat sich an Food Wars zum Wohlwollen aller Fans nichts verändert. Nach wie vor wird das Bildformat in der Auflösung von 1080p ausgegeben und ist bildschirmfüllend. Uns gefallen sowohl die Hintergründe, als auch die Charaktere. Hin und wieder, also immer dann, wenn es um das Verzehr von Speisen geht, spielt die Anime-Serie auch noch mit den bekannten erotischen Reizen, doch sind diese nicht mehr so omnipräsent wie noch zu Beginn der 26 Folgen langen Story. Soll heißen, dass hin und wieder mal leicht bekleidete und junge Damen von in Joghurt getränkten Tintenfischarmen umschlungen werden – und nebenbei so tun, als sei der Genuss so schön wie der beste Orgasmus in ihrem Leben. Akustisch bietet die Anime-Serie abermals einen passenden Soundtrack, der im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 ausgegeben wird. Besonders gut hat uns beim Soundtrack gefallen, dass die letzte Szene tatsächlich mit der Titelmelodie der ersten Serienhälfte abgeschlossen wird und zumindest so eine innere Geschlossenheit herrscht. Im klaren Klang erstrahlen auch die japanischen und deutschen Synchronsprecher, die nach wie vor ihre zugewiesenen Rollen gut verkörpern. Um einen Dialekt zu imitieren, wird in der deutschen Fassung ulkigerweise aufs Bayrische zurückgegriffen, was für den einen oder anderen lustigen Moment sorgt.

Purer Fanservice

Humor ist also nach wie vor ein sehr wichtiger Bestandteil der Serie, um den tristen Kochalltag mit immerhin verschiedenen Gerichten ein wenig aufzulockern. Nach wie vor kein Bestandteil ist hingegen digitales Bonusmaterial, auf das man wie bei der zweiten und dritten Volume verzichtet hat. Dafür liegt auch der letzten Volume wieder ein Booklet bei, zu dessen Qualität wir uns aber nicht äußeren können, da es uns zum Testen nicht vorlag. Wir gehen hierbei aber von der gewohnt guten Qualität des Publishers Kazé Anime aus. Schlussendlich stellt sich die Frage, ob sich die Anschaffung aller Volumes lohnt und an wen sich die Anime-Serie richtet. Diese Fragen lassen sich wohl damit beantworten, dass sich Food Wars in erster Linie an Kenner und Fans der Manga-Vorlage richtet, die ihre Helden unbedingt einmal in Farbe und animiert auf dem Fernsehbildschirm sehen wollen. Andernfalls kann die Handlung bereits mit der zweiten Volume sehr dröge werden, sodass man sich nur so von einer Folge zur anderen quälen muss. Ist man jedoch Fan, hat man sicherlich Ende 2016 auch zur limitierten Erstauflage der ersten Volume von Food Wars gegriffen. Damit würde man auch über den damals beiliegenden Schuber verfügen und kann so schließlich die letzte Volume dieser Staffel in diesen hineinschieben, ins Regal stellen und vom Sofa aus als Fan genüsslich betrachten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Noch einmal werde ich mir die 26 Episoden von Food Wars sicherlich nicht anschauen! Ich habe der Anime-Serie aus dem Hause Japan Creative Staff insgesamt vier Chancen gegeben und zwei davon hat sie mit Leichtigkeit verspielt. Dazu sollte ich erwähnen, dass ich den Manga nicht gelesen habe und daher nur vermuten kann, dass man sich wohl sehr an dessen Handlung orientiert. Was in Manga-Form jedoch wunderbar funktionieren kann, muss nicht auch als Anime umsetzbar sein. Food Wars wiederholt sich ständig, bietet oft nur dieselben Elemente in angepasster Form und verspielt die Möglichkeit, die zwischenmenschlichen Beziehungen, die in der Tōtsuki-Kochschule aufgrund der Wohnheime sicherlich sehr wichtig sein sollten, nicht gänzlich zu entfalten. Fans sollten sich von meiner harschen Kritik aber nicht abschrecken lassen. Diese werden mit der vierten Volume wieder genauso viel Spaß haben, wie in den drei Ausgaben zuvor und dieser sei ihnen auch gegönnt. Wer aber bisher noch nicht mit der Anime-Serie warm geworden ist, braucht bei der finalen Volume ebenfalls nicht zuschlagen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Food Wars (Vol. 4)!

Prime Time: Xenoblade Chronicles 2 – Collector’s Edition (Unboxing)

Am 1. Dezember 2017 wurde in Europa die Collector’s Edition von Xenoblade Chronicles 2 für die Switch veröffentlicht. Chefredakteur Eric hat auch bei dieser Collection nicht widerstehen können und stellt euch die Edition in Form eines Unboxing unter optischen und haptischen Merkmalen genau vor.

Prime Time: Acer Chromebook 14 (Unboxing)

Unser Chefredakteur hat sich vor Kurzem dazu entschieden, auch mobil Artikel zu tippen und suchte dazu nach einem schnellen Notebook. Die Wahl fiel schlussendlich auf ein Chromebook, das wir euch heute in einem Unboxing-Video kurz vorstellen wollen.

Review: Yōkai Watch (Band 6)

In den letzten Bänden von Yōkai Watch hat sich ein deutliches Bild abgezeichnet. Die Handlung der Manga-Reihe verfiel in einen Trott, sodass eigentlich nur noch Freundschaften zwischen Nathan und den Yōkai geknüpft worden sind. An diesem System hält auch der sechste Band mit eiserner Hand fest, sodass Überraschungen im Story-Aufbau ausbleiben. Schlimm ist das aber nicht, denn wer die Charaktere wie den drolligen Jibanyan mag, wird erneut sehr viel Freude beim Lesen des Mangas haben. Es gibt auf der einen Seite erneut Kapitel, in denen Nathan einen neuen Yōkai kennenlernt und auf der anderen Seite abermals Abschnitte, in denen Jibanyan ulkige Abenteuer erlebt. Zum Schließen der Freundschaften zählen unter anderem die Yōkai Don Densato und Strahlemann. Während Don Densato mit Regenwetter eher schlechte Laune verbreiten will, holt Strahlemann selbst in den tristen Abendstunden die Sonne heraus. Beide Kapitel folgen im Übrigen aufeinander, sodass der Manga geschickt mit den Gegensätzen arbeiten kann. Jibanyan trifft unter anderem auf Wabbelwutz, der ins geschlossene sentō, sprich ins Lenzhausener Badehaus, einbrechen will und daraufhin im Schornstein stecken bleibt. Diese Geschichten erheitern jedwedes Gemüt und durch den ungezwungenen Aufbau des Mangas können die Geschichten einzeln stehen und auch so gelesen werden.

Kulturelle Eigenheiten

Auch im sechsten Band von Yōkai Watch wird der Humor wieder sehr gut in Szene gesetzt und schießt nicht nur an einer Stelle sprichwörtlich den Vogel ab. Dazu zählen unter anderem Running Gags und zum anderen so irrwitzige Ideen, dass an kaum einer Stelle ein Auge trocken bleibt. Beispielsweise möchte Jibanyan mehr als nur einmal an verschiedenen Orten wie dem Meer oder in Nathans überfluteten Zuhause schwimmen gehen, doch fällt ihm stets im allerletzten Moment ein, dass er nicht schwimmen kann. Herausragend ist auch das Kapitel, das sich um Melonyan dreht. Da dessen melonenartiger Kopf ständig nachwächst, ist es für ihn kein Problem, Nathan, Whisper und Co hin und wieder ein Stück von diesem zum Verzehr anzubieten. In diesem Zusammenhang werden auch wieder kulturelle Eigenheiten des Herkunftslandes Japan vorgestellt. Unter sei an dieser Stelle suika-wari genannt, ein Spiel, bei dem sich jemand mit einem Knüppel bewaffnet, sich die Augen verbinden und durch Anweisungen anderer Personen sich zu einer Wassermelone navigieren lässt, die er oder sie mit dem Knüppel zerstören muss. Dies lässt sich am ehesten mit dem deutschen Topfschlagen beziehungsweise Hahnenköppen vergleichen. Somit ist der sechste Band von Yōkai Watch zwar informativ und unterhaltsam, führt die Geschichte um Nathan aber erneut kaum weiter.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Ein wenig schade finde ich es, dass die Manga-Reihe sich hauptsächlich auf einzelne Kapitel stützt, die untereinander durch die Auftritte der Yōkai zwar verbunden sind, aber einfach keine zusammenhängende Geschichte erzählen wollen. So führt das Schließen einer Freundschaft zur nächsten oder höchstens zu einem Abenteuer, das sich um Jibanyan dreht. Da wäre alleine aufgrund der Videospielvorlage wesentlich mehr möglich! Trotzdem habe ich auch den sechsten Band von Yōkai Watch wieder sehr gerne gelesen, da zahlreiche Witze dafür sorgen, dass ich selbst tristes Herbstwetter oder Ähnliches vergesse. Wer die Vorlage mag, mit typisch japanischem Humor unterhalten werden will und hier und da sogar ein paar japanisch-kulturelle Eigenheiten erleben möchte, sollte beim sechsten Band der Reihe unbedingt wieder zuschlagen!

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yōkai Watch (Band 6)!

Review: Attack on Titan II: End of the World

Wenige Wochen nachdem die erste Realverfilmung zu Attack on Titan in den japanischen Lichtspielhäusern angelaufen ist, folgte der zweite Teil. Nach dem enttäuschenden Debüt konnte Attack on Titan II: End of the World nur noch die Hälfte der Fans ins Kino locken.

In deutschen Kinos wurden beide Filme flächendeckend erst gar nicht gezeigt, sodass sich Publisher Eye See Movies direkt dafür entschied, die Streifen fürs Heimkino zu veröffentlichen. Attack on Titan machte einhundert Minuten lang deutlich, dass man sich zwar an der Anime- und Manga-Vorlage orientiert, sich aber weitgehend künstlerische Freiheiten lassen möchte. So geschehen auch beim zweiten Teil mit dem Untertitel End of the World, der fast nahtlos an die Geschehnisse des ersten Teils anknüpft. Nach einer kurzen Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse im Vorgänger folgt zunächst eine Erinnerungsszene. Eren erlebt in seiner Gedankenwelt, dass ihm und seinem älteren Bruder von seinem Vater, einem Wissenschaftler, eine Substanz gespritzt worden ist. Dass diese irgendwie damit zu tun haben muss, dass er sich neuerdings in einen Titanen verwandeln kann, dürfte für Kenner der Anime-Serie verständlich sein – kennt man die Vorlage allerdings nicht, bleibt die Szene genauso wie einige andere Stellen des Films irritierend. Vor allem aufgrund der weitgehenden Eigenständigkeit des Films würden wir von einem erfahrenen Regisseur wie Higuchi Shinji eine strukturierte und für jeden Zuschauer nachvollziehbare Handlung erwarten. Stattdessen versucht man sich noch mehr von Isayama Hajimes Werk abzuspalten – eine Katastrophe für jeden Fan.

Neue Ziele

Nach den Geschehnissen des ersten Films wird Eren in einem verlassenen Gebäude der Prozess gemacht. Er soll sich rechtfertigen, ob er nun ein Mensch oder ein Titan sei. Da am Ende des vorherigen Films der Sprengstoff, mit dem das Loch in der Mauer geschlossen werden sollte, verloren gegangen ist und dem Aufklärungstrupp kein weiteres Material zur Verfügung steht, nutzen Armin und Mikasa die Gunst der Stunde, um ihren Freund Eren zu retten. Sie erklären Kommandant Kubaru, dass jetzt nur Eren in seiner Titanenform im Stande ist, das Loch mit der Blindgängerbombe, die in der Nähe ihrer Heimatstadt liegt, zu schließen. In just jenem Moment bebt die Erde und Eren wird von einem intelligenten Titanen entführt. Hier spaltet sich die Erzählstruktur auf. Auf der einen Seite erfahren wir von Eren, wer hinter den übermächtigen Titanen steckt und auf der anderen Seite verfolgen wir Armin, Mikasa, Hanji, Sasha und Co dabei, wie sie den Blindgänger auf ein Transportmittel hieven und sich zur Mauer aufmachen. Mit der Zeit werden beide Handlungsstränge wieder zusammengeführt, wodurch neue Erkenntnisse ans Tageslicht kommen. Diese werden wir aus Spoiler-Gründen an dieser Stelle nicht erläutern, doch sei gesagt, dass die unterschiedlichen Beweggründe durchaus nachvollziehbar sind. Die Hintergründe werden allerdings nicht hinreichend erklärt.

Enttäuschung für Fans

Das einzige, was dem Film wirklich gut gelingt, ist die Erklärung, woher die Titanen stammen. So erhält der Action-Film eine ganz eigene Science-Fiction-Note. Ob diese Erklärung in derselben Form in Isayamas Werk irgendwann übernommen wird, sei dahingestellt. Als alleinstehendes Werk kann der Film – bis auf etwaige offene Fragen und die Szene nach dem Abspann, die die Handlung auf eine völlig neue Metaebene hievt – durchaus unterhalten. Zumindest Nichtkenner der Vorlage werden ihren Spaß mit dem Kampf gegen die Titanen haben. Attack-on-Titan-Fans werden aber an vielen Stellen den Kopf schütteln, wenn sie sehen, was Higuchi ihrem Lieblingsfranchise angetan hat. Dies ist auch an der technischen Gestaltung zu sehen. Die Animationen der Titanen sind durchschnittlich und zudem ist jederzeit beim Bild in der Auflösung von 1080p der Einsatz von Bluescreen-Technologie zu sehen. Unter musikalischen Aspekten funktioniert der zweite Teil im Tonformat DTS-HD Master Audio 5.1 ein wenig besser als der erste Film, was auch daran liegt, dass man mit Songs wie End of the World von Skeeter Davis aus dem Jahr 1963 direkten Bezug auf den Filmtitel nimmt und die Charaktere über den Songtext philosophieren. Wer schlussendlich auf Bonusmaterial gehofft hat, wird wohl erneut enttäuscht sein. Wie schon beim ersten Teil liegt im Blu-ray-Disc-Steelbook nur ein Poster bei – abermals eine verschenkte Chance.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich würde mich selbst schon als großen Fan der Anime-Vorlage bezeichnen, denn bei dieser habe ich tatsächlich eine Folge nach der anderen verschlungen. Bei den Realverfilmungen habe ich jede einzelne Minute darauf gehofft, dass der Spuk endlich vorbei ist. Das mag man jetzt bitte nicht falsch verstehen – als ein Action-Film, der nicht den Anreiz hat, die Faszination der Vorlage einzufangen, ist Attack on Titan II: End of the World durchaus ein unterhaltsamer Film. Allerdings vergisst Regisseur Higuchi Shinji dabei, dass sich eine Verfilmung in erster Linie immer an die Fans der Vorlage richten sollte – und genau das ist hier nicht der Fall. Der zweite Teil ist noch eigenständiger als sein Vorgänger, führt Waffen wie Panzerfäuste und Maschinenpistolen in das Universum ein und liefert mit seiner zeitlichen Verschiebung in die Zukunft ein anderes Szenario. In einigen Punkten dürften künstlerische Freiheiten durchaus gemacht werden. An dieser Stelle wäre vielleicht ein Vergleich mit dem Film Super Mario Bros. von 1993 angebracht. Als eine Verfilmung des Videospiels erreicht der Film kaum sein Ziel, als Science-Fiction-Orgie aber schon. Entsprechend muss jeder für sich selbst entscheiden, wie gut oder wie schlecht er Attack on Titan II: End of the World einstuft. Für mich kommt der Film jedenfalls nicht einmal ansatzweise an die grandiose Vorlage heran, weshalb ich dringend vom Ansehen abrate.

Vielen Dank an Eye See Movies für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Attack on Titan II: End of the World!

Review: Star Wars: Battlefront II

Passend zum Release von Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht hat Electronic Arts die Rückkehr der Star-Wars-Battlefront-Marke zelebriert. Im November 2017 erschien der lang erwartete Nachfolger und sorgte in der Videospielbranche für sehr viel Wirbel.

Bereits während der Beta-Phase des Spiels kritisierten deren Teilnehmer den Titel und zum Release des Actionspiels nahm die Aufruhr nicht ab. Grund dafür ist beziehungsweise war das System, mit dem sich Spieler gegen horrende Echtgeldbeträge spielentscheidende Vorteile erwerben konnten. Aus Sorge vor weiterer negativer Kritik zog Publisher Electronic Arts zum Release vom umstrittenen System vorerst ab, gab jedoch im gleichen Atemzug bekannt, dass Echtgeldtransaktionen nicht gänzlich aus dem Spiel entfernt werden. Wer das nicht gutheißt, wird sich wohl eher nicht zum Kauf durchringen können, obwohl das Spiel, fernab dieses nur unter finanziellen Aspekten funktionierenden Systems, viele tolle Ideen beinhaltet, um sich vom Vorgänger wirklich noch einmal abzuheben. Beispielsweise bietet Star Wars: Battlefront II im Gegensatz zur Serienrückkehr von 2015 eine circa vier bis fünf Stunden umfassende Einzelspielerkampagne, in der wir hauptsächlich in die Haut von Iden Versio, der Anführerin des imperialen Infernotrupps, schlüpfen. Trotzdem dürfen wir auch weitere Mitglieder des Trupps und bekannte Helden und Schurken aus dem Star-Wars-Universum spielen. Die Story, die weitgehend nach der Schlacht von Endor stattfindet, ist sowohl gut als auch spannend geschrieben und die epischen Auftritte von Luke Skywalker und Co bleiben uns im Gedächtnis.

Galaktischer Mehrspielermodus

Neben der Einzelspielerkampagne können wir uns auch im Arcade-Modus versuchen. In diesem spielen wir unter anderem berühmte Figuren wie Han Solo und müssen unter Zeitdruck eine bestimmte Anzahl an anstürmenden Sturmtrupplern besiegen oder wir können selbst, entweder auf der hellen oder der dunklen Seite der Macht als Truppler oder Soldat in die Schlacht ziehen und der künstlichen Intelligenz das Fürchten lehren. Wirklich herausfordernd sind diese Arcade-Missionen aber nicht, sodass wir unsere Zeit viel lieber in den grundsätzlich (!) wirklich gelungenen Mehrspielermodus stecken. Im Mittelpunkt des Mehrspieleranteils steht der Modus Galaktischer Angriff, in dem wir auf verschiedenen Karten in mehreren Etappen um die Vorherrschaft kämpfen. Beispielsweise können wir auf Seiten der Separatisten mit der Droidenarmee einen Angriff auf Theed, der Hauptstadt des Planeten Naboos, befehligen. Während des Angriffs müssen die Verteidiger der Stadt das Vorrücken auf den Straßen verhindern. Gelingt dies nicht, verlagert sich der Kampf peu á peu weiter, bis er schließlich im Palast endet. Ähnlich ist es beim Angriff auf Hoth: Während imperiale Truppen die Echo-Basis einnehmen wollen, muss die Rebellenallianz erst verhindern, dass die Kampfläufer den Unterschlupf erreichen und dann sicheres Geleit für die Transporter ermöglichen.

Abwechslungsreiche Spielmodi

Obwohl wir auch im Modus Galaktischer Angriff hin und wieder verschiedene Fahrzeuge beziehungsweise Raumschiffe spielen dürfen, ist der Modus Sternenjäger-Angriff sehr viel eher darauf ausgerichtet. Hier gilt es, in verschiedenen Schlachtgebieten mithilfe von Abfangjägern oder Bombern verschiedene Missionsziele zu erreichen. Ähnlich wie beim Galaktischen Angriff erkämpfen wir unser Ziel während der hitzigen Raumschlachten ebenfalls in verschiedenen Etappen. Da müssen dann entweder Sender zerstört, Truppentransporter beschützt oder gegnerische Bomber ausgeschaltet werden, um die nächste Aufgabe freizuschalten. Ganz an die Klasse von Star Wars: Rogue Squadron 2 – Rogue Leader von 2002 kommen diese Schlachten zwar noch nicht heran, doch ein Fortschritt seit 2015 ist durchaus zu erkennen. Wollen wir viel lieber mit Helden und Schurken spielen, können wir diese ebenfalls online gegeneinander antreten lassen. In diesem Falle heißt es, Jagd auf eine bestimmte Figur der Gegenseite zu machen und zugleich das Ziel der Feinde zu beschützen. Langfristig kann dieser Modus aber nicht an den Monitor fesseln. Die Modi Angriff und Gefecht eignen sich hingegen für kurze Runden zwischendurch, da sie nur auf 16 beziehungsweise 20 Spieler ausgelegt sind. Eine nette Alternative zu dem gerne mal ausufernden Galaktischen Angriff.

Die vier Musketiere

Hinzu kommt, dass sich Publisher und Entwickler in weiteren Punkten die Kritik am Vorgänger wirklich zu Herzen genommen haben, beispielsweise mit der Einführung von verschiedenen Klassen. Während in Star Wars: Battlefront aus dem Jahr 2015 Charaktere mit Jetpacks und Co individuell ausgestattet werden konnten und somit die entindividualisierte Kriegsatmosphäre ein Stück weit ausgehebelt wurde, gibt es im Nachfolger nun vier Klassen, zwischen denen wir wählen dürfen. Assault-Truppler sind einfache Fußsoldaten, die aber wesentlich wendiger agieren, als die schweren Truppler, die wiederum besser gepanzert sind beziehungsweise sich hinter einem Schutzschild teilweise verstecken können. Offiziere unterstützen ihre Kameraden und Spezialisten können als Scharfschützen Gegner aus weiter Ferne ausschalten. Je nach Spielfeld ist es entsprechend wichtig, nach dem Ableben beziehungsweise vor dem Wiedereinstieg in die Schlacht eine andere Klasse zu wählen, um sich auf die Gegebenheiten anzupassen. Auf weitläufigen Gebieten sind Spezialisten wesentlich vorteilhafter und in engen Räumlichkeiten haben schwere Truppler leichtes Spiel. Jeder Spieler wird zudem bis zu drei anderen Teilnehmern zugeordnet, denn wer im Team kämpft, erhält doppelte Kampfpunkte. Dass sich daran aber nicht jeder Spieler hält, schadet aber teils der Atmosphäre.

Spiel mit der Macht

Abwechslungsreich ist Star Wars: Battlefront II in puncto Gameplay definitiv und bedingt macht auch jeder Modus mal mehr und mal weniger Spaß. Allerdings verstecken sich unter der Oberfläche ein paar gravierende Negativpunkte, die mit zunehmender Spielzeit immer deutlicher werden und nicht jeden Spieler zufriedenstellen können. Eines dieser Defizite sind die besagten Kampfpunkte. Diese fließen einerseits nach einem Match in unsere Siegeswertung ein, können aber auch zusätzlich (ohne dass wir sie für die Siegeswertung verlieren) in Helden, Schurken, Spezialeinheiten oder Raumschiffe während einer Schlacht investiert werden. Während Anfänger oder Fortgeschrittene Spezialeinheiten oder Raumschiffe gerade noch so in der zweiten Spielhälfte einmalig aktivieren können, werden erfahrene Spieler oder gar Profis für zahlreiche Abschüsse noch einmal zusätzlich belohnt, indem sie Persönlichkeiten wie Darth Maul spielen dürfen oder ständig mit Spezialeinheiten noch einfacher Gegenspieler ausschalten können. Das pure Zufallsprinzip aus dem Vorgänger war sicherlich alles außer gelungen, aber gegen ein unfaires Modell hätte es nicht ausgetauscht werden müssen. Da es auch keine Matches gibt, in denen Helden, Schurken und Co deaktiviert werden können, ist das für Gelegenheitsspieler sehr frustrierend. Da haben wir dem Entwickler mehr zugetraut.

Glücksspielambitionen

Unfaire Vor- und Nachteile bieten zudem die Sternkarten. Mit diesen individualisieren wir jeweils einzeln unsere Einheiten. Allerdings handelt es sich dabei nicht um kosmetische Veränderungen, sondern um spielentscheidende Elemente. So können wir verschiedene Werte unserer Figuren erhöhen, sodass diese deutlich mehr aushalten oder anrichten können. Diese Karten können wir uns aber nicht gezielt kaufen, sondern erhalten sie nur, wenn wir die In-Game-Währung namens Kredits für besondere Kisten aufbringen, die wiederum die Sternkarten beinhalten. Welche Karten wir dabei jedoch erhalten, ist rein zufällig. Dieses Glücksspiel wollte Electronic Arts ursprünglich gegen Echtgeld anbieten, hat sich davon aber zumindest für den Augenblick verabschiedet. Dennoch besudelt das System, egal ob wir uns Vorteile gegen Echtgeld kaufen können oder nicht, die Marke Star Wars. Unerfahrene Spieler werden insofern belohnt, dass sie schnell Erfolge feiern dürfen und geübte Spieler haben den Nachteil, dass sie schnell ausgeschaltet werden können, obwohl sie rein von den Fähigkeiten überlegen sind. Hinzu kommt, dass das Matchmaking-System immer noch nicht überarbeitet wurde und so immer noch alle Spieler unterschiedlichen Ranges in einen Topf geworfen werden. Dass der Lizenzgeber das gutheißt, bezweifeln wir. Hier muss Electronic Arts rasch nachbessern.

Spielfilmatmosphäre

Wer sich aber trotz alledem auf Star Wars: Battlefront II einlassen möchte, bekommt jedoch nicht gänzlich ein schlechtes Spiel serviert. Besonders wer schon langjähriger Fan der Marke ist, wird an allen Ecken und Enden die typische Star-Wars-Atmosphäre spüren können. Positiv ist hierbei hervorzuheben, dass man sich nun nicht mehr nur auf die klassische Trilogie konzentriert, sondern gleich aus allen drei Filmtrilogien Schauplätze entnommen hat. Unter anderem können wir auf Planeten und Monden wie Hoth, Naboo, Kashyyk, Takodana, Tatooine oder Yavin IV gegeneinander kämpfen. Zwar stehen diese Schlachten oft nicht im Kontext zu den Filmen, doch geben sie uns stets ein gutes Gefühl, die entsprechende Ära zu erleben. Einzig und allein warum Helden wie Rey auf Schurken wie Darth Maul treffen können, ist fraglich und kostet ein paar Punkte in der Atmosphäre. Die Präsentation hingegen ist umwerfend, da sämtliche Schauplätze mit dermaßen hochauflösenden Grafiken punkten, sodass wir wie schon beim Vorgänger jederzeit glauben, wir würden uns wahrhaftig mitten in den Filmen befinden. Der Titel ist durchaus noch ein zufriedenstellendes Spiel und wenn Electronic Arts jetzt noch Vernunft Vorzug vor finanzieller Gier und Unfairness gibt, dann kann Star Wars: Battlefront II auch zu einem der besten Action-Titel des gesamten Franchises werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Bereits weit im Vorfeld zeichnete sich ab, dass Electronic Arts mit heftigen Gegenstimmen bezüglich der umstrittenen Echtgeldtransaktionen rechnen musste. Gerade noch so hat der Publisher die Notbremse gezogen und versprochen, dass das System überarbeitet wird. Wie es im Endeffekt jedoch aussehen wird, ließ der Konzern offen und verunsichert so bewusst die Star-Wars-Fan, die sich den potenziell eigentlich guten Titel kaufen möchten. Das Spiel ist nämlich sehr abwechslungsreich in puncto Spielwelt, Klassen und Modi. Allerdings setzt der Entwickler vehement auf ein Zufallsprinzip, was sowohl die Ausgestaltung verschiedener Einheiten maßgeblich beeinflusst als auch Spieler unterschiedlichen Fortschrittes in Online-Matches willkürlich zusammenwürfelt. Letzteres war schon beim Vorgänger nicht mehr zeitgemäß und sorgt für unnötige Frustmomente. Da der Titel aber an allen Ecken und Enden seine Star-Wars-Atmosphäre versprüht, fällt es mir trotz der gravierenden Defizite schwer, mich vom Spielen abzulenken und mit Geduld auf Besserung zu warten. Gerade Geduld möchte ich aber all jenen raten, die sich den Titel aus Unsicherheit noch nicht zugelegt haben. Electronic Arts steht jetzt sowohl für die Fans als auch für den Lizenzgeber in der Verantwortung, das System grundlegend zu überarbeiten. Wenn dem Publisher das gelingen sollte, dann kann das Spiel nach einem notwendigen Update auch richtig gut werden. Im aktuellen Zustand ist es aber zumindest für ein paar Runden zwischendurch immer noch zufriedenstellend und wem das reicht, darf gerne zugreifen.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Star Wars: Battlefront II!

Prime Time: Dragon Ball Z Kai (TV-Serie, Box 5) (Unboxing)

In den letzten Wochen haben wir euch bereits die vorherigen Serienboxen sowohl im Rahmen von Rezensionen, als auch in der Form von Unboxing-Videos vorgestellt. Diese Tradition wollen wir mit dem Unboxing-Video zur fünften Serienbox von Dragon Ball Z Kai vorfahren. Viel Vergnügen!

Review: Inspector Akane Tsunemori (Band 1)

Im Jahr 2012 begann man in Japan, begleitend zur ersten Staffel von Psycho-Pass, mit der Veröffentlichung der Manga-Reihe Inspector Akane Tsunemori. Während die Anime-Serie von Kazé Anime hierzulande bereits Ende 2014 veröffentlicht wurde, dauerte es bei der Manga-Umsetzung bis Oktober 2017. Unserer Meinung nach ist das schon ein wenig unverständlich, da die Serie zu den beliebtesten und bekanntesten Werken der letzten Jahre gehört. Der Manga, der sich hauptsächlich auf die titelgebende Inspektorin Tsunemori Akane konzentriert, ist im Tōkyō der Zukunft angesiedelt. Tōkyō wird in dieser fiktiven Zukunft dystopisch charakterisiert. Alle Menschen unterliegen dem so genannten Psycho-Pass, einer Maßeinheit für ihren psychischen Zustand. Sobald der Psycho-Pass eines Menschen einen bestimmten Wert erreicht, wird diese Person als latenter Verbrecher von der Polizei geahndet. Der erste Band der Manga-Reihe beschäftigt sich mit den Anfängen von Tsunemori als Ordnungshüter im vom ominösen Sibyl System kontrollierten Gesetzesapparat. Als frisches Mitglied einer Spezialeinheit des Amts für öffentliche Sicherheit ist es ihre Aufgabe, zusammen mit den so genannten Vollstreckern, latente Verbrecher aufzuspüren und je nach Wert des Psycho-Pass an Ort und Stelle zu eliminieren, was bei Tsunemori zunehmend moralische Fragen aufwirft.

Gelungene Manga-Umsetzung

Insgesamt sind im ersten Band drei Kapitel enthalten, die jeweils zwischen vierzig und achtzig Seiten umfassen. Alle drei Kapitel sind durchaus als Einleitung zu verstehen, da in jedem Abschnitt des Mangas grundlegende Fragen beantwortet werden, die für das Verständnis des Psycho-Pass-Universums notwendig sind. Unter anderem wird erklärt, welche Mittel den Inspektoren und den Vollstreckern zur Verfügung stehen. Dazu zählen auch besondere Waffen, die je nach Psycho-Pass-Wert das Ziel eliminieren oder auch nur paralysieren können. Genau wie die Anime-Vorlage ist auch die Manga-Umsetzung voller Details, die man als Leser regelrecht aufsaugen möchte. Manga-Zeichner Miyoshi Hikaru ist es gelungen, die Atmosphäre der Vorlage – auch dank des Charakterdesigns von Amano Akira – auf allen 198 Seiten des ersten Bandes sehr gut einzufangen. Wer die Anime-Vorlage allerdings bereits kennt, wird bei der Manga-Umsetzung, aufgrund des Fokus, der auf der Hauptdarstellerin liegt, nur recht wenige bis gar keine Überraschungen erleben. Dennoch eignet sich der Manga selbst für Fans hervorragend dazu, um die wichtigsten Punkte und Eckpfeiler des Psycho-Pass-Universums noch einmal Revue passieren zu lassen – und wer den Anime bisher noch nicht gesehen hat, darf sich über eine detailreiche, interessante und zeitweise wirklich spannende Story freuen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): In den letzten Jahren habe ich von Psycho-Pass nicht nur die erste, sondern auch die zweite Staffel regelrecht verschlungen. Auch der Film zu Tsunemori Akane und den Vollstreckern hat mir sehr gut gefallen, entsprechend habe ich mich sehr auf die Manga-Umsetzung gefreut. Überraschungen oder neue Details gibt es – zumindest im ersten Band – für Kenner der Anime-Vorlage allerdings nicht. Das ist auf der einen Seite zwar schade, doch auf der anderen Seite bleibt so die Nähe zum Anime bestehen und wer diesen nicht gesehen hat, kann mit dem ersten Band wunderbar und ohne Vorwissen in die Geschichte eintauchen. Diese erscheint zu Beginn zwar nicht sonderlich komplex, ist aber aufgrund ihrer vielen Details sehr gut ausgearbeitet und ist immer wieder für überraschende Wendungen gut. Obwohl auch Fans beziehungsweise Kenner der Vorlage ihre Freude am ersten Band von Inspector Akane Tsunemori haben werden, empfehle ich den Manga aber vor allem jenen Interessenten, die sich zum ersten Mal mit Psycho-Pass auseinandersetzen wollen. Diese werden den Manga nämlich gleich doppelt so schnell und gerne verschlingen.

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Inspector Akane Tsunemori (Band 1)!

Review: Pretty Guardian Sailor Moon Crystal (Vol. 4)

Mit der vierten Volume von Pretty Guardian Sailor Moon Crystal wird die erste Veröffentlichungsreihe beendet. Die in der dritten Ausgabe aufgebaute Handlung wird in der vierten Volume sowohl zu einem zufriedenstellenden, als auch fortsetzungsfreudigen Abschluss geführt.

In der letzten Volume gelangten die Sailor-Kriegerinnen ins 30. Jahrhundert. Dort hat sich der Klan Black Moon einen sehr schlechten Ruf aufgebaut, indem sie den Planeten zerstört haben und als den nächstes den Crystal Palace von Neo Queen Serenity zerstören wollen. Der wahre Strippenzieher sitzt jedoch im Hintergrund. Wiseman ist es erfolgreich gelungen, Black Moon für seine Pläne zu manipulieren und will sich nun nach und nach seinen Komplizen entledigen, um den Silberkristall zu zerstören und anschließend das Universum mit Finsternis zu überziehen. Dass die Sailor-Kriegerinnen Wiseman aufhalten müssen, steht außer Frage. Im Mittelpunkt der Story steht allerdings die kleine Tsukino Chibiusa, über die einige Hintergründe gelüftet werden. So erfahren wir unter anderem, wie sie ins 20. Jahrhundert gekommen ist und welchen Wert ihre Freundschaft mit Sailor Pluto hat. Über kurz oder lang gerät Chibiusa allerdings in eine Zeitkrümmung und gilt zunächst als verloren. Nachdem die Sailor-Kriegerinnen aufgrund von Erschöpfung kurzzeitig in ihre Zeit zurückkehren müssen, wird Chibiusa von den Mächten des Bösen verführt und stellt sich ihren einstigen Freundinnen im Kampf entgegen. Der Konflikt wird auf spannende und moralische Art und Weise gelöst. Bis zum Schluss bleibt die Geschichte von Pretty Guardian Sailor Moon Crystal spannend und lässt zudem ein Hintertürchen für weitere Folgen, die noch folgen werden, offen.

Freud und Leid

Auf der technischen Seite können die Episoden der vierten Volume von Pretty Guardian Sailor Moon Crystal ähnlich überzeugen wie die vorherigen zwanzig Folgen. Das heißt, dass die Hintergrundbilder in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format nach wie vor sehr säuberlich dargestellt werden und das gilt im Grunde auch für die verschiedenen Sailor-Kriegerinnen mitsamt ihrer Gegenspieler. Nur selten hat man das Gefühl, dass das Geschehen etwas zu steril dargestellt wird. Dafür entschädigen die tollen Synchronsprecher, die sowohl in der deutschen Synchronfassung, als auch im japanischen Originalton im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 wunderbar zu den Charakteren passen. Die Atmosphäre wird in unseren Augen beziehungsweise Ohren höchstens durch den meist austauschbaren Soundtrack geschmälert. Oft hören sich die Stücke viel zu gleich an, ohne dass dabei – bis vielleicht auf die Titel- und Abspannmelodie oder die Verwandlungsmusik dank des hintergründigen Gesangs – auch nur eine Komposition aus der Menge heraussticht. Hier hoffen wir bei künftigen Folgen auf Besserung, da sich bei uns nach 26 Episoden reichlich Sättigung eingestellt hat. Hartgesottene Fans des Franchises können darüber aber sicherlich hinwegsehen. Erfreulich ist jedoch in jedem Falle, dass die Verwandlungen, die zuvor noch so gut wie in jeder Episode stets wiederholt wurden, zum Ende hin stark reduziert eingesetzt werden.

Einblicke von der Leipziger Buchmesse

Im digitalen Bonusbereich liegt auf der Blu-ray Disc die dreizehnminütige Dokumentation Pretty Guardian Sailor Moon Crystal – Der Beginn einer neuen Legende vor. In dieser Dokumentation kommen sowohl die drei Synchronsprecherinnen Sabine Bohlmann (Tsukino Usagi), Lea Kalbhenn (Kino Makoto) und Maresa Sedlmeir (Luna), als auch der Synchronregisseur Dominik Auer zu Wort. Auf der Leipziger Buchmesse geben sie in einer illustren Frage-und-Antwort-Runde Einblicke in die Synchronarbeit und erzählen, was sie mit dem Sailor-Moon-Franchise verbindet. Stavros Koliantzas, Inhaber des Blogs SailorMoonGerman, taucht in der Dokumentation zwar ebenfalls am Rande auf und auch wenn mehrmals auf den Fan-Blog hingewiesen wird, erhalten wir im Rahmen der Dokumentation keinen Einblick in seine Arbeit. Im Großen und Ganzen ist die Dokumentation als kurzes und nettes Schmankerl zu bezeichnen. Auf Einblicke in die Synchronisation der japanischen Fassung oder gar in die Entstehung der neuen Serie hat man gar gänzlich verzichtet. Hier hätte Publisher Kazé Anime zum vorläufigen Ende der Veröffentlichungsreihe im Oktober 2016 fernab des physischen Bonusmaterials in Form von Booklet und Postkarten noch einmal punkten können. Dennoch reiht sich die vierte Volume in eine hochwertige Produktionsreihe ein, die zumindest jeden Fan der deutschen Sprachfassung bedienen sollte.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die vorerst letzten Episoden von Pretty Guardian Sailor Moon Crystal sind durchaus spannend und actionreich inszeniert. Zwar kommt die Lüftung des wahren Bösewichts nicht gerade überraschend, doch dafür erwartet Nichtkennern der Vorlage beziehungsweise des Originals andere Wendungen, die man so nicht unbedingt sehen kann. Bis zur letzten Folge habe ich deshalb definitiv mit den Sailor-Kriegerinnen mitgefiebert. Auf der optischen und akustischen Seite bietet die Anime-Serie genau das, was man auch in den letzten drei Volumes gesehen hat. Säuberliche Hintergründe und hübsche Charaktere stehen für sich. Nur selten hat man das Gefühl, dass das Gesamtbild mit den Animationen ein wenig zu steril ausfällt. Das digitale Bonusmaterial ist in meinen Augen einzig und allein eine nette Dreingabe. Die Synchronsprecherinnen kamen in den beiden Synchronspecials der letzten beiden Ausgaben bereits zu Wort, sodass tiefgründige Einblicke in die Synchronisationsarbeit ausbleiben. Das Feeling der Leipziger Buchmesse, auf der die Dokumentation aufgezeichnet wurde, kann auf diese Weise ebenso nicht vermittelt werden. Hier hätte ich persönlich von einem großen Publisher wie Kazé Anime mehr erwartet. Pretty Guardian Sailor Moon Crystal ist und bleibt ein Anime, der sich vor allem ans weibliche Publikum richtet und dieses mit einer romantischen Geschichte um Liebe und Gerechtigkeit bis zur letzten Minute begeistern wird. Trotz der halbwegs abgeschlossenen Handlung bleibt am Ende ein Hintertürchen für weitere Folgen offen, auf die man sich noch freuen darf.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pretty Guardian Sailor Moon Crystal (Vol. 4)!

Review: Super Mario Encyclopedia: Die ersten 30 Jahre (1985 – 2015)

Wenn ein Firmenmaskottchen wie Super Mario ein Unternehmen bereits über drei Jahrzehnte begleitet, dann ist es nur logisch, nachvollziehbar und gerecht, dieser Figur ein ganz besonderes Werk zu widmen. Zu diesem Anlass wurde bereits im Jahr 2015 in Japan vom Shōgakukan-Verlag eine Enzyklopädie veröffentlicht, die das digitale Leben des Klempners beziehungsweise Allround-Talentes auf 260 Seiten würdigte. Rund zwei Jahre später erschien 2017 schließlich auch die vorliegende deutsche Ausgabe. Direkt fällt die hochwertige Verarbeitung des Werkes aus. Sämtliche 260 Seiten, die in ein Deckenband gebunden sind, sind reichlich bebildert und mit sehr schönen und kräftigen Farben bedruckt. Jede einzelne Seite weist zudem eine ordentliche Dicke auf, die das Lesen und vor allem das Umblättern in der Super Mario Encyclopedia sehr angenehm gestaltet. Die Originaltexte des Werkes stammen unter anderem von Sakai Kazuya, Fukuda Junko und Takayama Kunio, die deutsche Übersetzung erfolgte durch Yamada Hirofumi, während die Redaktion Sabine Scholz und Benjamin Spinrath leiteten. Grundsätzlich sind sämtliche deutschen Texte gut und flüssig zu lesen, doch haben sich ein paar entscheidende Fehler eingeschlichen, auf die später kurz eingegangen wird.

Fokus aufs Wesentliche

Wer sich mit der Geschichte von Nintendo schon einmal beschäftigt hat, dem wird der Titel des Nachschlagewerks ein wenig seltsam vorkommen – schließlich war Super Marios erster Auftritt schon im Jahr 1981 und zwar im Arcade-Automatenspiel Donkey Kong, wenn auch noch unter dem Pseudonym Jumpman. Inhaltlich beschäftigt sich die Enzyklopädie, nach einer kurzen Einleitung von Tezuka Takashi und einer Vorstellung von Super Mario Maker, fast ausschließlich mit den Auftritten des Klempners in den Jump ’n’ Runs der Hauptreihe. Chronologisch werden die wichtigsten Super-Mario-Abenteuer der Reihe nach abgearbeitet, beginnend mit Super Mario Bros. von 1985 bis hin zu Super Mario 3D World aus dem Jahr 2013. Die japanische Veröffentlichungshistorie ist die Grundlage dieser Übersicht, sodass Titel wie Super Mario Bros. USA entsprechend nicht als Super Mario Bros. 2 aufgeführt werden. Andere Titel wie Wario Land: Super Mario Land 3 und Super Mario World 2: Yoshi’s Island werden ignoriert, obwohl sie (zumindest aufgrund ihrer Titel) zur Hauptreihe gezählt werden. Alle anderen Titel, in denen der schnauzbärtige Klempner seinen Auftritt hatte, werden in einer separaten Liste aufgeführt. Dazu zählen sämtliche Super-Mario-Rollenspiele, die theoretisch ein eigenes und dazu auch noch sehr umfangreiches Kapitel hätten füllen können.

Stringenter Aufbau

Da das Nachschlagewerk ursprünglich im Jahr 2015 erschienen ist und so übernommen wurde, ist es verständlich, dass Titel wie Super Mario Odyssey, also Spiele, die danach erschienen sind, auch nicht in der deutschen Fassung auftauchen. Jede Übersicht einer Videospielvorstellung beginnt mit einer Einleitung. Hintergrundinformationen und ausgewählte Fakten fallen hier zum jeweiligen Spiel. Daraufhin folgt sowohl eine Übersicht zu den Auftritten der verschiedenen Protagonisten und Antagonisten, als auch eine ausführliche Vorstellung zu allen Gegenständen im Spiel. Zu jeder Übersicht gehört auch eine Zusammenfassung sämtlicher Levels beziehungsweise Aufgaben, die in den Spielen erfüllt werden müssen. Jedes Level beziehungsweise jede Aufgabe beschränkt sich dabei jedoch auf einen Bildschirmausschnitt und einen kurzen Text. Wirklich wertvoll sind diese Texte nur selten, da die Inhalte alternierend Informationen zur Spielwelt oder Tipps zum Lösen des Spielabschnitts geben. Letzteres ist für eine Enzyklopädie eher ungeeignet. Immerhin runden Zusatzinformationen die einzelnen Ausführungen genauso gut ab, wie seltene Kolumnen, die zwischen manchen Spielvorstellungen einfach eingeschoben werden. Die Einordnung dieser halbwegs interessanten Kolumnen erfolgte leider recht willkürlich und passt nicht zum zuvor und danach vorgestellten Spiel.

Kleinere Unklarheiten

Unbedingt zu erwähnen ist jedoch, dass jedes Spiel und jede Kolumne mit wirklich hübschen Artworks vorgestellt werden, die zum Teil auch aus dieser Zeit stammen und das Originalkonzept darstellen. Sprachstilistisch richtet sich das sehr populärkulturelle Werk vor allem an eine junge Zielgruppe, da die Leser in der zweiten Person Plural angesprochen werden. Problematisch ist die verwendete Umschrift japanischer Begriffe, denn zum einen wird die weltweit meist verbreitete Hepburn-Umschrift gänzlich ignoriert und zum anderen werden verschiedene Umschriften benutzt (Osaka statt Ōsaka, Yume Koujou statt Yume Kōjō). Zu guter Letzt haben sich noch ein paar Fehler eingeschlichen, die vor allem vor dem Hintergrund, dass es sich hierbei um ein offiziell lizenziertes Nintendo-Produkt handelt, mehr als ärgerlich sind. Tanuki werden als Waschbären, statt korrekt übersetzt als Marderhunde, bezeichnet und offizielle (!) Fachtermini wie Game Boy werden falsch geschrieben (Gameboy). Da umfangreiche Register fehlen, erschwert die sonst durchdachte Enzyklopädie so die Suche nach einzelnen Begriffen erheblich. Dennoch blättert man, zumindest als ein Super-Mario-Fan, immer mal wieder gerne durch das Buch – allerdings nicht aus dem Grund, wirklich etwas nachzuschlagen, sondern viel eher, um eine wunderbare Zeitreise in die Vergangenheit zu machen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Schon seit meiner Kindheit begleitet mich der schnauzbärtige Klempner aus dem Hause Nintendo in meiner Laufbahn als Videospieler. In erster Linie ist die vorliegende Enzyklopädie, die rein populärkulturell gestaltet ist, für mich eine Möglichkeit, vom Alltag abzuschalten, in Erinnerungen zu schwelgen und vergangene Abenteuer auf Super Nintendo, GameCube oder Wii zu rekapitulieren. Beinharte Super-Mario-Fans werden in diesem Nachschlagewerk nicht sehr viele neue Fakten oder Informationen aufklauben können, dazu hält sich das offiziell von Nintendo lizenzierte Produkt viel zu sehr zurück. Dementsprechend werden auch sämtliche Werke glorifiziert. Eine wertneutrale Haltung ist meiner Meinung nach in solch einem Nachschlagewerk, selbst wenn es vom Publisher unterstützt wird, wesentlich angebrachter. Wer wie ich ein Fan des Klempners ist, sich nicht von Selbstbeweihräucherung, kleineren Fehlern bei der Verwendung von Fachtermini und japanischen Begriffen und nicht immer wertvollen Informationen abschrecken lässt, kommt um die Super Mario Encyclopedia definitiv nicht herum.

Vielen Dank an Tokyopop für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Super Mario Encyclopedia – Die ersten 30 Jahre (1985 – 2015)!

 

Review: Invaders of the Rokujōma (Vol. 2)

Gerade einmal auf zwölf Episoden hat es die Anime-Serie Invaders of the Rokujōma gebracht – und das obwohl der Manga noch nicht abgeschlossen ist. Wie befürchtet kann die verrückte Handlung um eine ganz bestimmte Wohnung in dieser Zeit nicht zu Ende geführt werden.

Nach wie vor dreht sich in Invaders of the Rokujōma alles um den Oberschüler Satomi Kōtarō. Zu Beginn der Serie ist er in seine erste eigene Wohnung eingezogen, deren Mietpreis zudem noch spottgünstig war. Mit der Idylle ist es aber jäh vorbei, als Kōtarō vom ersten Tag an der neuen Oberschule nach Hause kommt. Der Geist von Higashihongan Sanae, das Magical Girl Nijino Yurika, Kurano Kiriha aus der Unterwelt und die intergalaktische Prinzessin Theiamillis Gre Fortorthe haben ebenfalls ein Interesse an der Wohnung und sorgen dafür, dass Kōtarō keine Ruhe mehr bekommt. Der Lärm veranlasst seine Vermieterin Kasagi Shizuka dazu, dass alle fünf Beteiligten ihren Konflikt friedlich lösen sollen und so entscheiden sie sich, mit dem einen oder anderen Spiel den wahren Mieter zu bestimmen. Mit fortlaufender Story verlieren die Figuren dieses Ziel allerdings aus den Augen, sodass genügend Raum bleibt, um weitere Geschichten um die fünf ungleichen Freunde zu erzählen. An diesem Aufbau hat sich in der zweiten und leider auch schon letzten Volume von Invaders of the Rokujōma nichts geändert. Allerdings werden sämtliche Episoden der zweiten Ausgabe wesentlich stärker dazu genutzt, die zwischenmenschlichen Beziehungen tiefgründiger zu gestalten. Dies gefällt uns einerseits zwar sehr, doch andererseits merken wir auch, dass die Geschichte ein wehes Ende nimmt.

Freunde und Feinde

Zwölf Episoden sind entweder zu wenig oder zu viel, um die Handlung so zu erzählen, wie es sich Takehaya, so der Künstlername des Autors der Manga- und Light-Novel-Vorlage, vorgestellt hat. Auf der einen Seite hätten weniger Episoden dazu geführt, dass die Story fast schon in Filmform komprimiert erzählt werden könnte und auf der anderen Seite sind zwölf Folgen dafür wiederum zu viel, da die Story so nur künstlich in die Länge gezogen würde. So bleibt am Ende nur ein Einblick in Geschehnisse um Kōtarō bis zum Jahresende, die auf zwei größere Handlungsstränge und eine kleinere Geschichte aufgeteilt werden können. Lange Zeit wollte niemand von Yurikas Freunden ihr glauben, dass sie tatsächlich ein Magical Girl ist – stattdessen wurde sie bisher immer nur als Cosplayerin abgestempelt. Dieser Umstand ändert sich, als endlich ihre Feindin Aika Maki auftaucht und ihre dunklen Pläne in die Tat umsetzen will. Die zweite der drei Geschichten wäre die Vergangenheitsbewältigung von Kiriha. Bereits in der ersten Volume haben wir erfahren, dass dies nicht ihr erster Besuch an der Oberfläche ist und sie schon einmal in einem Freizeitpark war. Zusammen mit Kōtarō besucht sie diesen und genau in diesem Moment tauchen vermeintlich Verbündete von ihr aus der Unterwelt auf, um die Herrschaft auf der Erde zu übernehmen. Abgefahren und durchgedreht bis zum Ende!

Solider Abschluss

Da ist es schon verwunderlich, dass die zwölfte Episode einen gewöhnlichen Eindruck bei uns hinterlässt. Weihnachten steht im Mittelpunkt der Folge und somit kommen die Streitigkeiten um die Wohnung, die im Grunde in den anderen Episoden auch kaum mehr behandelt werden, endgültig zum Stillstand. Bei der technischen Gestaltung der Serie hat sich Animationsstudio Silver Link wenig überraschend am soliden Grundgerüst der ersten Volume orientiert. Soll heißen, dass sämtliche Szenen und Kamera-Einstellungen in der Auflösung von 1080p und im 16:9-Format überzeugen. Nur Animationen oder Charakterzeichnungen stoßen hin und wieder negativ aus der Gesamtmasse heraus. Akustisch bietet die Anime-Serie abermals einen recht angenehmen Soundtrack, der die heiteren und spannenden Momente wunderbar unterlegt. Die deutschen und japanischen Synchronsprecher tun ihr Übriges, um die Charaktere verhältnismäßig glaubhaft darzustellen. Wie schon bei der ersten Volume liegt auf der Disc kein digitales Bonusmaterial vor. Einblicke in die Umsetzung von der Vorlage zum Anime wären aufgrund der geringen Episodenzahl unserer Meinung nach angebracht gewesen. Dafür entschädigt das beiliegende Booklet, über dessen Qualität wir bei Invaders of the Rokujōma allerdings nichts sagen können, da es uns zum Testen leider nicht zur Verfügung stand. Wie so oft gehen wir allerdings – wie von Kazé Anime gewohnt – von einer hochwertigen Qualität aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Invaders of the Rokujōma hat in meinen Augen mit der ersten Episode richtig gut angefangen, sich danach aber schnell verloren. Man wollte wohl bewusst nicht zu tief in die Materie eindringen, um den Charakteren Zeit zu lassen, sich zu entfalten. Das gelingt der Anime-Serie spätestens mit der zweiten Volume sehr gut. Die Handlung lässt sehr viel Spielraum für die zwischenmenschlichen Beziehungen, die peu á peu vertieft werden. Schade ist nur, dass Invaders of the Rokujōma dadurch vergisst, die eigentliche Handlung voranzutreiben. Selbstverständlich ist mir bewusst, dass die Manga-Reihe in Japan bis heute noch nicht abgeschlossen ist und man sich so wohl auf kein Ende festlegen konnte. Das ist meinem Erachten nach aber genau der falsche Ansatz. Man hätte sich sehr wohl vor der Produktion dazu entscheiden können, wie man die zwölf Episoden füllt und man hätte so auch ein ganz anderes Ende wie in der Light Novel oder im Manga darstellen können. Das hat bei Death Note, zumindest bei Anime-Serie und Realfilm, hervorragend funktioniert. So bleibt Invaders of the Rokujōma unterm Strich zwar ein unterhaltsamer Anime, der aber abrupt endet und so wohl nur für Fans der Manga-Vorlage oder die, die es werden wollen, wirklich geeignet ist. Alle anderen sehen sich lieber nach ebenso spaßigen Alternativen um.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Invaders of the Rokujōma (Vol. 2)!

Review: Dragon Ball Z Kai (Box 5, Episode 70-84)

In der vierten Serienbox ist die Anime-Serie Dragon Ball Z Kai nach der schwächeren dritten Serienbox zu neuer Höchstform aufgelaufen. Cyborgs, Zeitreisen und schlussendlich ein noch nie dermaßen gefährlicher Feind haben die Handlung zu einem wahren Genuss gemacht.

Der Kampf gegen die Cyborgs ist im vollen Gange. Während C17 und C18 für unsere Helden aufgrund ihres Trainings keinerlei Bedrohung mehr darstellen sollten, ist der Cyborg Seru ein ganz anderes Kaliber. Als Geheimprojekt von Dokutā Gero im Keller unter dessen mittlerweile zerstörten Labors gezüchtet, gelang es dem Monster mit Torankusus Zeitmaschine aus der Zukunft in die Gegenwart zu reisen. Wie bei den anderen Cyborgs war es sein ursprüngliches Ziel, den Saiyajin Son Gokū zu vernichten. Da sich dieser zu Beginn der Handlung in den vorliegenden Episoden noch an seinem Herzleiden erholt und im Angesicht der fürchterlichen Bedrohung im Raum von Geist und Zeit zusammen mit Bejīta, Torankusu und seinem Sohn Son Gohan trainieren will, muss Pikkoro nach seiner Verschmelzung mit Gott den Kampf gegen Seru suchen. Diesem darf es nämlich unter keinen Umständen gelingen, C17 und C18 zu absorbieren. Er ist sich durchaus bewusst, dass er in seiner aktuellen Form nicht den Hauch einer Chance gegen die Beschützer der Erde hätte. Nur wenn er die Kräfte der beiden Cyborgs in sich aufgenommen hat, kann er mit seinem Plan, das Universum zu vernichten, fortfahren. Die Spannung wird in den fünfzehn vorliegenden Folgen vor allem insofern aufgebaut, dass der Kampf mit dem Aufnahmeversuch von C17 und C18 mehrfach unterbrochen wird.

Überlegener Feind

Hinzu kommt, dass der Kampf verschiedene Konstellationen durchläuft. So greifen sowohl die Cyborgs C16, C17 und C18, als auch Pikkoro, Tenshinhan und Kuririn ins Kampfgeschehen ein. Aufgrund dessen, dass sich der Kampf fast über sämtliche Episoden der fünften Serienbox zieht, ist es wohl nur wenig überraschend, dass Seru seine Kräfte im Verlauf des Gefechts verstärkt. Wer dem Monstrum unterliegt, wer den Kampf überlebt und wem mit magischen Bohnen wieder auf die Beine geholfen wird, verraten wir an dieser Stelle aber nicht. Es bleibt aufgrund der Einsätze von verschiedenen Kampftechniken, die sowohl von ihren üblichen Choreographen, als auch von dem genetischen Allround-Talent Seru ausgeführt werden, jederzeit spannend. Obwohl der Kampf gegen Seru eine ebenso epische Breite annimmt, wie der Kampf gegen Furīza, ist der Nervenkitzel aufgrund der offensichtlichen Überlegenheit des Feindes ein gänzlich anderer. Noch nie zuvor hat man mit seinen Charakteren so sehr mitgefiebert, als in den vorliegenden Folgen. Während die Auseinandersetzung mit Seru hauptsächlich auf mehreren kleinen Inseln stattfindet, läuft das Training im Raum von Geist und Zeit ab. Außerhalb des überdimensionalen Raumes mag nur ein Tag vergehen, doch gleichzeitig verstreicht im Raum von Zeit und Geist ein ganzes Jahr. Da bleibt sehr viel Zeit zum Trainieren!

Bekannte Synchronsprecherin

Obwohl die Ausführlichkeit des Kampfes gegen Seru aufs Nötigste reduziert wurde und auch das Training in Gottes Palast nicht übermäßig demonstriert wird, bleiben manche Entscheidungen seitens der Charaktere nicht nachvollziehbar. Viel zu oft wird C18, sowohl von ihrem Cyborg-Freund C16, als auch von anderen Charakteren während des Kampfes zwischen C17 und Seru darauf hingewiesen, dass sie das Weite suchen soll – dennoch verweilt sie an Ort und Stelle und bringt damit nicht nur die Helden, sondern auch sich selbst in Gefahr. Das hätte vor allem in der Neuauflage ein wenig überarbeitet werden können, denn so wird die Spannung nur suggeriert, aber nicht wie durch die Überlegenheit von Seru in die Höhe getrieben. Wer sich mit der fast gänzlich neuen Auswahl an deutschen Synchronsprechern bisher immer noch nicht anfreunden konnte, wird sich aber immerhin darüber freuen, dass Diana Borgwardt als Stimme von C18 wieder mit von der Partie ist. Technisch hat sich an der Aufmachung von Dragon Ball Z Kai nichts geändert, was auch gar nicht schlimm ist. Der Stil der frühen 1990er Jahre wird wunderbar eingefangen und auch die typischen Hintergrundmelodien laden damals wie heute zum Mitsummen ein. Nur das seit Episode 55 eingesetzte Schlusslied Kokoro no Hane kann auch nach über 25 Folgen nicht wirklich Dragon-Ball-Atmosphäre erzeugen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die vierte Serienbox von Dragon Ball Z Kai konnte mich auf ganzer Linie überzeugen. Sowohl der Kampf gegen die Cyborgs und die Überleitung dorthin, als auch die ideenreiche und vor allem oft wendungsreiche Handlung, konnten mich überzeugen. In der fünften Serienbox setzt die Story nahtlos an dem Punkt ein, an dem die Folgen der letzten Serienbox aufgehört haben. Dadurch, dass der Kampf aufgrund unterschiedlicher Konstellationen und der Bedrohung durch Seru, die beiden Cyborgs zu absorbieren, unmittelbar vorhanden ist, bleibt es jederzeit sehr spannend. Ganz so gut wie die vorherigen Folgen sind die vorliegenden Episoden zwar nicht, doch das dürfte beinharte Dragon-Ball-Z-Kai-Fans ohnehin nicht stören. An diese richtet sich die fünfte Box schließlich und aufgrund der durchaus vorhandenen Qualitäten dürfen diese auch wieder blind zugreifen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Z Kai (Box 5, Episoden 70-84)!

Review: The Evil Within 2

Ende 2014 versuchte The Evil Within das Survival-Horror-Genre auf eine neue Stufe zu hieven. Das ist den kreativen Köpfen bei Tango Gameworks in Zusammenarbeit mit Entwicklerlegende Mikami Shinji auch fast gelungen. Teil 2 macht vieles besser, aber auch etwas falsch.

Nach den Geschehnissen des ersten Teils in der Beacon-Nervenheilanstalt ist Hauptfigur Sebastian Castellanos fürs Leben gezeichnet. Als Detective kann er nicht mehr arbeiten und der vermeintliche Tod von Frau Myra und Tochter Lily macht ihm schwer zu schaffen: Er ertränkt sich zusehends im Alkohol. Da taucht plötzlich Ex-Kollegin Juli Kidman auf und erklärt ihm, dass seine Tochter sehr wohl noch am Leben ist. Sie ist der Kern des so genannten Stems, einer virtuellen Realität. Einfach abklemmen kann man Lily allerdings nicht, sodass es nötig ist, in den Stem einzutauchen und sie aus dem virtuellen Gefängnis zu befreien. Dass dieser Ausflug kein Spaziergang ist, können Fans des Survival-Horror-Genres sicherlich schon ahnen. In Union, so der Name der Stadtumgebung des Stems, drehen die Menschen durch und entwickeln sich zu willenlosen Bestien, durchtrainierten Killer-Maschinen und wahnsinnigen Perfektionisten. Je mehr wir uns durch Union bewegen, desto eher wird uns klar, dass sich der Beacon-Vorfall zu wiederholen scheint. Unterwegs treffen wir auf verschiedene Mitglieder von Mobius, einer in Union agierenden Spezialeinheit, die uns mit Rat und Tat zur Seite stehen. Hier verschießt das Spiel trotz der stringenten und gut erzählten Handlung viel Potenzial, da viele Nebenfiguren zu stereotypisch und zu durchschaubar sind.

Offene und interaktionsfreudige Spielwelt

Ein großer Unterschied zum ersten Teil ist in The Evil Within 2 die halbwegs offene Spielwelt. Dank der Stadtumgebung gibt es ein paar offene Bereiche, in denen wir uns frei bewegen können. Wer nun denkt, dass die Story darunter leiden muss, irrt sich. Auch fernab der primären Ziele gibt es interessante Geschichten zu erzählen, die die Handlung wunderbar ergänzen. Mal helfen wir einem Mobius-Mitglied aus Union zu entkommen und mal setzen wir uns mit unserer eigenen Vergangenheit auseinander. Das ist nicht nur stimmig, sondern wird auch mit besonderen Waffen und speziellen Items belohnt. Zwar herrscht in The Evil Within 2 wie schon im ersten Teil Munitionsknappheit, doch die Hilflosigkeit in der ersten Hälfte des Vorgängers gibt es – zumindest auf dem normalen Schwierigkeitsgrad – nicht mehr. Wer sich an die Gegner anschleicht und aus dem Hinterhalt mit Messer- oder Axtangriffen agiert, spart Patronen und Bolzen, die wiederum für die wirklich harten Brocken verwendet werden können. Im Kampf gegen die Feinde ist die Interaktion mit der Umgebung ebenfalls nützlich. Es gilt also immer, Auffälligkeiten im Blick zu behalten. Schießen wir einen Elektrobolzen auf eine Wasserpfütze, paralysieren wir kurzfristig die Gegner, sofern sie über das kühle Nass schlendern. Ballern wir auf eine Öllache, können wir Feinde auf selbigem Wege anzünden.

Von Handwerkern und Monstern

Überall in Union, das aus Vororten, Laboratorien oder Kellergewölben besteht, finden wir viele Gegenstände für das Handwerkssystem. An Werkbänken können wir mit Waffenteilen unser Arsenal in puncto Magazinkapazität, Nachladezeit oder Waffenschaden verbessern, mit Einzelteilen spezielle Bolzen für unsere Armbrust anfertigen, Munition aus Schießpulver herstellen und Spritzen sowie Verbandskästen aus Kräutern fabrizieren. Wer immer fleißig die Augen offen hält, kann sein Inventar so bequem füllen und sich die Alptraumreise versüßen. Regelmäßig stolpern wir in der Spielwelt über Spiegel, die uns in unsere Zentrale teleportieren. Neben besagter Werkbank können wir uns hier auch Dias anschauen, während wir uns mit Kidman darüber unterhalten. Ebenfalls dürfen wir grünes Gelee, das wir in der Regel für das Ableben der monströsen Gestalten in Union erhalten, in neue Fähigkeiten investieren. Mehr Lebensenergie, mehr Ausdauer, eine höhere Tragekapazität oder verbesserte Schleichfertigkeiten sind hier möglich. Manche Fähigkeiten benötigen zur Freischaltung zuvor jedoch rotes Gelee, das nicht einfach so in der Spielwelt herumliegt und erst gefunden werden will. Ebenso gut versteckt sind die Schlüssel, die wir für die Schließfächer brauchen, die verschiedene Boni für uns beinhalten. In und um Union gibt es für uns also reichlich zu tun. Gut so!

Widerwärtige Kreaturen zum Totlachen

In The Evil Within 2 funktioniert das Gameplay von Anfang an sehr gut. Sämtliche Mechaniken des ersten Teils wurden übernommen, verbessert und schlüssig zusammengeführt. Auch das Gegnerdesign ist mit abstoßenden, ekligen, furchtbaren, schauderhaften oder einfach nur widerwärtigen Kreaturen sehr gut gelungen. Schade ist jedoch, dass sich viele Gegnertypen zu schnell wiederholen und eigentlich nur die Bossgegner merklich von diesen absetzen. Trotz ihrer äußerlichen Qualitäten müssen wir jedoch anmerken, dass der erste Teil die wesentlich bedrohlicheren Artgenossen hervorgebracht hat und die Gegner, insbesondere nach steten Waffen- und Fähigkeitsverbesserungen, zu Schießbudenfiguren verkommen. Das Balancing kann aufgrund der zum Teil offenen Spielwelt so leider nicht funktionieren. Selbst das düstere Setting kann uns mit seinen Horror-Elementen nicht beeindrucken, da Feinde oft gleich eingeführt werden und wir mit ansteigender Spielzeit ähnlich wie in Spielen wie Elex ohnehin gezielt Jagd auf die Gegner machen, um grünes Gelee für neue Upgrades zu sammeln. Natürlich gruselt sich jeder Mensch in verschiedenen Situationen anders und auch wenn es vielleicht am widerstandsfähigen Gemüt des Autors liegt, härtet The Evil Within 2 den Spieler so unbewusst ab. Wer sich gruseln möchte und geschockt werden will, muss sich Alternativen suchen.

Logische Konsequenzen

Dennoch gibt es in The Evil Within 2 viele Momente, die uns auch noch in vielen Jahren im Gedächtnis bleiben werden. Beispielsweise der Kampf gegen Stefano Valentinis Obscura in einer Art Fotoatelier, das Vorbeischleichen an einem weißen Glibbermonster, Sebastians vielfältige Vergangenheitsbewältigung oder das stundenlange Finale, das unter cineastischen Gesichtspunkten mit gelungenen Kamerawechseln und alternierenden Perspektiven wunderbar inszeniert wird. Unter optischen Gesichtspunkten hält das Spiel das Niveau des Vorgängers. Viel hat sich zwar nicht getan, doch ist das überhaupt nicht schlimm. Selbst auf einem Mittelklasse-PC kann der Titel mit sehr hohen bis maximalen Einstellungen ruckelfrei gespielt werden. Die optische Gestaltung wird von einem düsteren Soundtrack begleitet, der in den offenen Bereichen zwar im Hintergrund verkommt, doch in den linearen Spielabschnitten teilweise sehr wirkungsvoll ist. Wiedererkennungswert gibt es in Form des Stücks Clair de Lune von Claude Debussy. Fans des ersten Teils dürfen schmunzeln! Schlussendlich ist The Evil Within 2 eine logische Fortführung des Vorgängers, verbessert dessen Kernstruktur sinnvoll und bietet reichlich Raum, um das The-Evil-Within-Universum zu vergrößern. Wenn die Entwickler dann noch Schreck- und Schockmomente verbessern, kann kaum mehr etwas schiefgehen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Es hat sehr viele Stunden gedauert und unzählige qualvolle Tode gebraucht, bis ich mit The Evil Within warm geworden bin. Entsprechend hat es mich vor dem Test des zweiten Teils etwas gegraust. Diese Furcht war allerdings unbegründet, wie sich nach ein paar Spielstunden herausgestellt hat. Die Story ist gut erzählt, bietet einige Höhepunkte und ist von Beginn an nachvollziehbar, die vielseitigen Gameplay-Elemente harmonieren wesentlich besser miteinander, an allen Ecken und Enden von Union gibt es etwas zu tun und auch das widerwärtige Gegnerdesign gefällt mir in einigen Punkten wieder sehr gut. Schade finde ich jedoch, dass gerade die offene Spielwelt dafür sorgt, dass das Balancing nicht sonderlich gut funktioniert. Am Anfang des Spiels muss ich noch mit meiner Munition haushalten, doch je mehr Fähigkeiten ich erlangt habe, desto einfacher kann ich selbst schwere Brocken erledigen und dafür noch mehr grünes Gelee sammeln, um es mir noch einfacher zu machen. Entsprechend können mich viele Monstrositäten nicht mehr schockieren oder mir das Blut in den Adern gefrieren lassen – das können andere Titel des Genres besser. The Evil Within 2 verkommt zwar mit der Zeit zur Schießbudenaction mit geringem Survival-Horror-Anteil, doch als Action-Titel funktioniert das Spiel so immer noch sehr gut und unterhält – je nach Erkundungsdrang des Spielers – für einen Spieldurchlauf circa 15 bis 25 Stunden lang. Dank Neues-Spiel-Plus-Funktion dürfte sich diese Spielzeit für Perfektionisten, die alle Fähigkeiten aufs Maximum bringen und alle Geheimnisse aufdecken wollen, verdoppeln oder verdreifachen. Wer keinen hohen Anspruch auf Gruselstimmung legt und einfach gut unterhalten werden möchte, sollte bei The Evil Within 2 unbedingt zuschlagen!

Jonas’ Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Ich bin überrascht, wie gut Tango Gameworks es geschafft hat, eine Horror- mit einer Open-World-Erfahrung zu verbinden. Die wenigen offenen Abschnitte des Spiels sind vollgepackt mit Überraschungen und Events aller Art, die von einem actiongeladenen Zwischenkampf bis zum kurzen Psychotrip reichen. Hier nutzt The Evil Within 2 auch sein irreales Setting – schnelle Szenarien- und Pacing-Wechsel werden dadurch ermöglicht. Leider reizen die Entwickler diese Möglichkeit nicht vollständig aus. Während ich im ersten Teil zwischen dunklen Katakomben, zerstörten Großstädten und blutigen Fabrikanlagen gesprungen bin, ist die Kleinstadt Union da recht homogen gestaltet. Sehr gerne hätte ich das Open-World-Konzept noch auf andere Gebiete wie ein größeres Krankenhaus oder ein Herrenhaus zum Erkunden angewendet gesehen. Die Jagd nach dem grünen Gelee, dem damit verbundenen Verbessern der Fähigkeiten und auch das Schießen macht dank des schön-spritzigen Trefferfeedbacks erneut viel Spaß und funktioniert aufgrund des strengen Fokus auf das Gameplay sehr gut. Wer das Spiel auf einem höheren Schwierigkeitsgrad angeht, wird durch Ressourcen-Management und effizienterem Erledigen der Gegner besonders mit Glückshormonen belohnt. Sehr schön finde ich auch das mehrschichtige Blockbuster-Finale, welches das Spiel auf einer schönen Note abrundet.

Vielen Dank an Bethesda für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Evil Within 2!

Review: Food Wars (Vol. 3)

Während die erste Volume von Food Wars als gelungene Exposition eingestuft werden kann, ist die zweite Ausgabe nichts weiter als eine solide Festigung dieser, die vor allem auf repetitiven Elementen aufbaut. Die dritte Volume bessert diesen Fehler zum Glück ein wenig aus.

Yukihira Sōma wurde von seinem Vater auf die Tōtsuki-Kochschule geschickt. Trotz seines herausragenden Kochtalents soll er seine Fähigkeiten auf dieser Oberschule weiter verbessern. Nach den ersten Strapazen bei ihrem Ausflug in ein Hotel, die Sōma und seine gute Freundin Tadokoro Megumi zum Wohl der Handlung glücklicherweise überstehen konnten, steht eine letzte Aufgabe auf ihrem Arbeitsplan. Sie sollen Soufflés für die Gäste zaubern, wobei Sōma ein Fehler unterläuft und deshalb arg unter Zeitdruck gerät. Für Fans der Anime-Serie dürfte diese Wendung sicherlich nicht überraschend kommen, geht doch immer etwas schief, damit Sōma die Situation in letzter Minute noch retten kann. Der wichtigste Bestandteil des dritten Episodenpakets dürfte jedoch der Besuch von Sōmas Vater Yukihira Jōichirō sein, der eigentlich in einem Nobelrestaurant in New York City arbeiten sollte, aber dennoch die Entwicklung seines Sohnes im Auge behalten will. Vater und Sohn liefern sich ein Kochduell und ob Sōma nach den ersten Wochen an der Tōtsuki-Kochschule seinem Vater ein 490. Mal unterliegt, müsst ihr allerdings schon selbst herausfinden. Die letzten Episoden dieser Volume stehen ganz im Zeichen der so genannten Golden Week, einer Woche voller Feiertage, die es den Schülern der Tōtsuki-Kochschule ermöglicht, nach Hause zu fahren und sich dort zu erholen.

Japanische Küche, japanische Kultur

Erholung hat Sōma allerdings nicht im Sinne, denn bei seiner Heimkehr langweilt er sich alsbald und beschließt, über die Feiertage das Restaurant zu öffnen und die Nachbarschaft mit leckerem Essen zu verwöhnen. Problematisch ist hierbei, dass sich sein Restaurant in einer so genannten Shōtengai, einer Ladenstraße, befindet. Der wirtschaftliche Niedergang dieser sorgt dafür, dass Sōma und seine Freunde erst einmal eine Lösung finden müssen, um die Leute für sein Restaurant zu begeistern. Hier übt die Anime-Serie tatsächlich ein bisschen Kritik an der erschreckenden Realität, denn Shōtengai sind in Japan ein schwindendes Phänomen. An dieser Stelle empfehlen wir die dreizehnteilige Anime-Serie Magical Shopping Arcade Abenobashi von Publisher Nipponart, die auf das ökonomische Problem auf sehr viel humorvollere Art und Weise aufmerksam machen möchte. Wir finden es schön, dass Food Wars neben dem Shōtengai-Phänomen auch auf die Golden Week eingeht, um die Eigenschaften und Eigenheiten der japanischen Kultur abseits kulinarischer Köstlichkeiten zu beschreiben. Die bekannten Elemente, die sich im Wettkampf zwischen zwei oder mehreren Parteien widerspiegeln, sind zwar auch in der dritten Volume enthalten, fallen aber nicht mehr ganz so stark auf, wie noch in der letzten Ausgabe. Die zwischenmenschlichen Beziehungen werden ebenso gestärkt.

Musikwechsel

Unter optischen Gesichtspunkten sind die Episoden der dritten Ausgabe ein richtiger Augenschmaus. Die verschiedenen Kochzutaten, die übertriebenen Charaktere, die oftmals sehr sterilen Umgebungen und die gelegentlich lustvoll wirkenden Effekte ergeben ein fast durchgehend stimmiges Gesamtbild. Nur selten haben wir in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format das Gefühl, dass hier und da etwas Liebe zum Detail fehlt. Das gilt auch für die musikalische Untermalung, die stets zum Geschehen passt. Im Übrigen hat man sich für einen Wechsel von Opening- und Ending-Song entschieden. Anstatt Kibō no Uta von Ultra Tower und Spice von Tōkyō Karankoron, kommen wir ab der 15. Episode in den Genuss von Rising Rainbow von Misokkasu und Sacchan no Sekushī Karē von Ōmori Seiko. Der Wechsel der Songs ist, wie bei vielen anderen Anime-Serien auch, gewöhnungsbedürftig. Nichts geändert hat sich hingegen an den Synchronsprechern, die sowohl in der deutschen, als auch in der japanischen Fassung mit den markanten Stimmen punkten können. Wie bei der zweiten Volume gibt es auch bei der dritten Ausgabe kein digitales Bonusmaterial. Im physischen Bereich liegt wieder ein Booklet bei, über dessen Qualität wir aber nichts sagen können, da es uns nicht zur Verfügung stand. Wir gehen hier jedoch von gewohnt guter Qualität aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem mich die zweite Volume der Anime-Serie Food Wars eher enttäuscht hat, freue ich mich darüber, dass die Episoden der dritten Ausgabe wieder einiges besser machen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen stehen wieder im Mittelpunkt und die Geschichte wiederholt sich mit dem typischen Konkurrenzdenken bei den Kochduellen nicht mehr allzu stark. Dennoch darf nicht erwartet werden, dass die Handlung neue Dimensionen erreicht. Sie bleibt auf dem gewohnten Niveau und bedient in erster Linie noch immer die Fans, die seit der ersten Episode mit guter Laune dabei geblieben sind. Diese dürfen bei der dritten Volume auch ohne mit der Wimper zu zucken zuschlagen. Alle anderen investieren ihr Geld lieber in ein großzügiges Abendessen mit Freunden, um mindestens genauso gut unterhalten zu werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Food Wars (Vol. 3)!

Review: Need for Speed: Payback

2015 hat Entwickler Ghost Games mit Need for Speed ein wunderbares Rennspiel veröffentlicht. An die Qualitäten des Vorgängers kann selbiges Entwicklerstudio allerdings nicht anknüpfen, da man die eigenen Ideen an zu vielen Ecken und Enden nicht zu Ende gedacht hat.

Im direkten Vorgänger haben sich Ghost Games und Publisher Electronic Arts dazu entschieden, in Zwischensequenzen zu investieren, die von echten Schauspielern getragen wurden – und haben damit die Gemüter der Need-for-Speed-Fangemeinde gespalten. Uns gefielen die Szenen zwar sehr, doch in Need for Speed: Payback kehren computeranimierte Figuren zurück, um die Handlung voranzutreiben. Diese dreht sich um Tyler Morgan, der mit seiner Clique im, dezent ans reale Las Vegas erinnernde, Fortune Valley samt Umland gegen das ominöse House-Kartell nach dem Verrat eines dessen Mitglieder vorgeht. Hier hat man sich offensichtlich an actionreichen Autorenndramen aus dem US-amerikanischen Kino bedient – entsprechend flach fällt die Story abermals aus. Beispielsweise jagt das House Morgans Zuhause in die Luft, weil dieser den ersten Platz in einem vom Kartell inszenierten Straßenrennen belegt hat. Mit der Zeit wird klar, dass das Spiel mit einer hanebüchenen Story, lahmen Sprüchen und übertriebenen beziehungsweise schier unrealistischen Zwischensequenzen ein Gangsterdrama inszeniert, für das man sich als Spieler in Grund und Boden schämen möchte. Da hilft es auch nicht viel, dass wir in den Dialogen und Monologen interessante Fakten über die Vergangenheit von Tyler und seinen Freunden, die wir ebenfalls spielen dürfen, erfahren.

Abwechslungsreiche Ärgernisse

Da Rennspiele ohnehin nur selten eine interessante Handlung verfolgen, kann man über diesen ärgerlichen Ausrutscher aber locker hinwegsehen – schließlich stehen die Autorennen mitsamt abwechslungsreichen Events im Mittelpunkt. Dazu zählen beispielsweise typische Straßenrennen und Drag Races in Fortune Valley, sowie spaßige Drift Events und Offroad-Rennen im Umland. Um an einem dieser Rennen teilnehmen zu können, benötigen wir auch jeweils ein anderes Auto. Das heißt, wir können unseren Rennboliden nicht einfach umrüsten, sondern müssen uns beim Händler mit einem neuen Flitzer eindecken. Dies geschieht über die In-Game-Währung, die wir für beendete Rennveranstaltungen erhalten, welche wir bei möglicher Geldknappheit glücklicherweise auch mehrmals abschließen dürfen. Wichtig ist dabei, dass wir in einem Rennen den ersten Platz oder eine Mindestpunktzahl erreichen müssen. Während letzteres noch relativ einfach ist, wenn wir zum Beispiel das Driften gut beherrschen, kann der erste Platz in einem Rennen utopisch erscheinen – und zwar selbst dann, wenn die empfohlene Stufe für das jeweils Rennen weit überschritten ist. Der Schwierigkeitsgrad ist in Need for Speed: Packback nicht transparent und ärgert vor allem unter dem Aspekt, dass wir alle Rennen eines Abschnitts abschließen müssen, um mit der Story fortfahren zu können.

Untätige Polizei und lahme Verfolgungsjagden

Innerhalb eines Events bekommen wir es mit einem Problem zu tun, unter dem die Rennspielserie aus dem Hause Electronic Arts schon seit Jahren zu kämpfen hat. Die künstliche Intelligenz unserer Kontrahenten schafft es immer wieder, sobald wir ihr davon gerast sind, eigentlich unaufholbare Rückstände auszugleichen. Hinzu kommt, dass wir schon bei einem einzelnen Fehler dermaßen stark bestraft werden, dass wir die Pole Position verlieren und in vielen Fällen das Rennen auch gar nicht mehr gewinnen können. Wer zudem auf hitzige Verfolgungsjagden mit der Polizei gehofft hat, wird ebenfalls enttäuscht. Während wir in der offenen Spielwelt, die sämtliche Events miteinander verbindet, nie in den Kontakt mit den Ordnungshütern kommen, tauchen sie innerhalb der Handlung nur in bestimmten Missionen auf. Die Polizei klebt uns dann ständig an den Fersen, bis wir sie immer wieder mit derselben Prozedur rammen. Das ist nicht nur langweilig, es wird auch lahm präsentiert. Mit kurzen Zeitlupensequenzen sehen wir dann, wie Streifenwagen oder Autos des Kartells sich überschlagen oder zur Seite gedrängt werden. Zum Glück haben die Entwickler unsere Kritik von der Gamescom ernst genommen, denn im Optionsmenü lassen sich diese Szenen deaktivieren. In puncto Schwierigkeitsgrad und Fairness sollte Ghost Games aber unbedingt nachbessern!

Zufällige und unglaubwürdige Individualisierung

Leider haben es die Entwickler auch versäumt, ein zielgerichtetes Upgrade-System für die Fahrzeuge ins Spiel zu implementieren. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung gehen wir nicht davon aus, dass die Entwickler solch ein System nicht integrieren wollten, sondern vom Publisher die Vorgaben erhielten. In Need for Speed: Payback erhalten wir für abgeschlossene Rennen besondere Karten, die bestimmte Autoteile demonstrieren sollen. Diese können wir entweder direkt in unseren Flitzer einbauen, um Werte zu verbessern, sie für einen anderen Wagen aufheben oder sie verkaufen. Mit In-Game-Geld können wir in der Werkstatt auch weitere solcher Karten erwerben und sie für unseren Fuhrpark verwenden. Allerdings ist die Investition einmalig. Die Karte wieder aus dem Wagen „auszubauen“ funktioniert nicht und zudem sind die Erwerbsmöglichkeiten genauso wie die erhaltene Karte nach einem Rennen rein zufällig. Es macht nur bis zu einem bestimmten Grad Spaß, sein Auto aufzurüsten. Danach fehlt einfach die Motivation und da die Karten auch für Echtgeld gekauft werden können, ist die Verwunderung nicht allzu groß, warum Need for Speed: Payback sich Steine in den Weg schmeißt. Positiv ist dabei lediglich, dass diese Individualisierungsmöglichkeiten sich spürbar auf das überwiegend sehr gute und funktionierende Arcade-Fahrgefühl auswirken.

Offene und inhaltsreiche Spielwelt

Positive Elemente sind rar gesät. Eines der Highlights dürfte die inhaltliche Gestaltung der Spielwelt sein, in der es wirklich viel zu tun gibt. Neben den Events gibt es insgesamt einhundert Pokerchips zu sammeln, Radarfallen bei hoher Geschwindigkeit auszulösen oder Werbetafeln zu zerstören. Hin und wieder erhalten wir auch Tipps zu Autowracks, die ungefähr den Scheunenfunden aus Forza Horizon entsprechen. Der Unterschied besteht allerdings darin, dass wir das Wrack aus mehreren in der Welt verstreuten Teilen zusammensetzen müssen; zudem ist der Fundort nur auf einem Kartenausschnitt zu erkennen. Das ist nicht nur altmodisch, sondern auch umständlich und die Fundorte nicht immer realistisch. Obwohl die Spielwelt optisch sehr leer ausfällt, macht sie Need for Speed: Payback zusammen mit hübschen Lichteffekten, die sich auch auf die Lackierungen der Karosserien auswirken, dennoch zu einem der hübschesten Rennspiele. Selbst auf einem älteren Mittelklasse-PC läuft das Spiel bei maximalen Einstellungen fast durchgehend ruckelfrei; nur bei sehr hoher Geschwindigkeit nimmt die Framerate kurz ab. Der Soundtrack geht mit seinen nicht gerade abwechslungsreichen Tracks in Ordnung, da er zumindest für zusätzliches Adrenalin sorgt. So macht der Titel kurzfristig immer wieder Spaß, langfristig dürften aber selbst Fans das Weite suchen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Need for Speed aus dem Jahre 2015 habe ich wirklich sehr, sehr gerne gespielt – und das meistens bis tief in die Nacht. Bei Need for Speed: Payback habe ich meistens nach einer guten Stunde keine Lust mehr, da die künstliche Intelligenz mich ständig abhängt, obwohl es kaum an meinen Fahrkünsten und einem wesentlich besseren Fahrzeug gegenüber meinen Rivalen liegen kann. Zudem schwankt der Schwierigkeitsgrad in den verschiedenen Events so stark, dass ich manchmal kein Problem habe, ein Rennen zu gewinnen, obwohl mein Auto weit unter der vom Spiel empfohlenen Stufe liegt. An anderer Stelle liegt mein Vehikel weit über dieser Angabe und ich kann trotzdem kein Land beziehungsweise das nächste Fahrzeug vor mir sehen. Selbst im Mehrspielermodus, den ich über das Hauptmenü auswählen kann, habe ich keine Freude, da das Matchmaking vorne und hinten nicht funktioniert. Man wird einfach mit anderen Spielern in einen Raum geworfen, die Autos mit mehr Pferdestärken unter der Haube kontrollieren. Warum die Entwickler hier so viele Fehler trotz ihrer langjährigen Erfahrung gemacht haben, kann ich nicht verstehen. Selbst die größten Need-for-Speed-Fans sollten warten, bis die Entwickler entweder die gröbsten Designschnitzer per Update nachgebessert haben oder es den Titel günstig auf dem Grabbeltisch gibt und wer bis heute immer noch nicht den Vorgänger gespielt hat, sollte aufgrund dessen Vorzüge ohnehin viel lieber zu diesem greifen!

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Need for Speed: Payback!

Review: Black Butler (Vol. 2)

In der ersten Volume von Black Butler wurden die wichtigsten Charaktere vorgestellt und die Geschichte ins Rollen gebracht. So ganz konnte sie sich zwar noch nicht entfalten, doch kann die zweite Ausgabe der Anime-Serie in diesem Punkt ganz neue Höhepunkte erreichen.

Während die erste Volume in puncto Handlung trotz einer spannenden Hintergrundgeschichte und einiger grandioser Einfälle wie die Entlarvung von Jack the Ripper noch nicht so ganz die Vorstellung einer stringenten Story entwickeln konnte, ändert sich dies im zweiten Episodenpaket deutlich. Die Geschichte knüpft im Grunde nahtlos an die Geschehnisse der vorherigen Volume an: Der bengalische Prinz Soma Asman Kadar ist mit seinem Diener Agni im Herzen von London nach wie vor auf der Suche nach seiner früheren Zofe Meena, die angeblich gegen ihren Willen von Lord Harold West nach Großbritannien verschleppt worden ist. In einer Nacht verlässt Agni jedoch das Herrenhaus von Hauptfigur Ciel Phantomhive, woraufhin Ciel, sein Butler Sebastian Michaelis und Prinz Soma die Verfolgung aufnehmen – und zusammen schließlich in Lord Wests Haus landen. Was hier allerdings geschieht, wollen wir gar nicht zu sehr thematisieren. Die ersten Episoden von Black Butler werden eindeutig dazu genutzt, um die Persönlichkeiten verschiedener Figuren auf der einen Seite herausstechen zu lassen, sodass sie sich ihren Taten und Vorstellungen bewusst werden, und entsprechend auf der anderen Seite dargestellt, damit sich ihr Charakter entwickeln kann. Die Storyline gipfelt schließlich in einem Kochwettbewerb im Crystal Palace, in dem es ein Wiedersehen mit Meena gibt.

Historische Schauplätze

Wurden in der ersten Serienhälfte vor allem historische Persönlichkeiten behandelt, sind es in der zweiten Volume vornehmlich historische beziehungsweise bis heute existierende Orte und Bauwerke, die für Aufmerksamkeit sorgen. Beispielsweise beschert uns der im Jahr 1936 durch einen Brand zerstörte Crystal Palace aufgrund seiner gläsernen Architektur große Augen. Jederzeit durchströmt helles Tageslicht das düstere Geschehen der Story, wodurch Handlung und Handlungsort konträr zueinander stehen. Während die ersten Episoden dieser Ausgabe zeitlich noch Anfang 1889 spielen, widmet sich die Handlung ab Mai 1889 einem gänzlich anderen Handlungsort zu. So rückt die zehnte Weltausstellung in Paris in den Mittelpunkt, die Ciel und Sebastian besuchen. Ein Teil der Handlung findet sogar auf dem Eifelturm statt, der 1889 nach seiner Fertigstellung bis ins Jahr 1930 das höchste Gebäude auf der Erde war, womit die spannende Auseinandersetzung zwischen Ciel, Sebastian, Königin Victoria und ihrem Diener Ash Landers an Gewicht erhält. Weder der Crystal Palace noch der Eifelturm können den Charakteren hierbei die Show stehlen. Vor allem Ash und Angela Blanc, die wir schon in der ersten Volume kennengelernt haben, erhalten in den vorliegenden Episoden ganz besondere Züge, die wir so nicht erwartet hätten. Bis zum furiosen Finale bleibt es spannend.

Physiologie der Charaktere

In der zweiten Serienhälfte wird die Story von Black Butler deutlich ernster erzählt. Deshalb wird der Humor, der in der ersten Volume vor allem durch Ciels Bedienstete getragen wurde, auf ein gesundes Minimum heruntergeschraubt. Unserer Meinung nach funktioniert die Anime-Serie so deutlich besser, da die Atmosphäre so wesentlich dichter wirkt. Dennoch bleibt in den vorliegenden Folgen genügend Raum zum Entfalten auch dieser Charaktere, die ihre ganz eigenen Hintergründe spendiert bekommen. In allen anderen Belangen, vor allem im Bereich der optischen und akustischen Gestaltung, kann Black Butler die gelegten Grundlagen durchgehend weiterführen. Kontrastreiche Charaktere, bei denen in der zweiten Staffelhälfte großer Wert auf ihre Physiologie gelegt wird, und bedrückende Architekturen unterstreichen das Bild im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p. Zudem wird das Geschehen jederzeit mit düsteren Klängen passend unterlegt und auch die beiden Synchronfassungen sind wieder durchweg gelungen. Digitales Bonusmaterial liegt, sofern man es solches bewerten will, in Form einer Original Video Animation bei. Hierbei handelt es sich um eine lose Geschichte, die irgendwo zwischen abgeschlossenen Handlungssträngen spielen kann. In physischer Form liegen erneut zwei Booklets mit vielen Hintergrundinformationen zur Serie bei.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Um in das Universum von Black Butler einzusteigen, benötigt es in meinen Augen ein paar Episoden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, sich im Geschehen zurechtzufinden, kann sich die Handlung aber voll und ganz entfalten. Der Wachhund der Königin erhält interessante Fälle, die irgendwie allesamt miteinander verknüpft sind und dennoch reichlich Raum für Spekulationen und Geheimnisse lassen. Da ist es auch kein Wunder, dass das Ende der Serie beziehungsweise der Staffel absichtlich offen gelassen wird – weitere Staffeln sind in Japan schließlich schon vor Jahren veröffentlich worden. Der Vertrag zwischen Ciel und Sebastian wird hierbei zwar weitgehend zu Ende erzählt, doch finde ich es schade, dass der genaue Inhalt des Vertrages und auch Ciels Vorhaben sehr sparsam inszeniert wird. Dennoch habe ich sehr viel Freude beim Anschauen der zweiten Volume gehabt und wer schon die erste Serienhälfte von Black Butler sein Eigen nennt, sollte bei der zweiten Ausgabe dank vieler Überraschungen unbedingt wieder zugreifen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Butler (Vol. 2)!