Gewinnspiel (2. bis 16. Juni 2016)

Vor wenigen Tagen erschien die fast zweistündige Dokumentation The Kingdom of Dreams and Madness auf Blu-ray Disc und DVD, in der auf das weltbekannte japanische Animationsstudio Ghibli und Miyazaki Hayao, dem Schöpfer vieler wunderschöner Anime, zurückgeblickt wird. In freundlicher Zusammenarbeit mit Universum Film können wir die Dokumentation einmal auf Blu-ray Disc und einmal auf DVD verlosen. Um an unserem Gewinnspiel teilnehmen zu dürfen, habt ihr zwei Möglichkeiten:

  1. Ihr hinterlasst unter diesem Gewinnspiel auf unserer Internetseite einen Kommentar, in welchem ihr uns von eurer schönsten Studio-Ghibli-Erinnerung erzählt. Teilt uns bitte außerdem mit, ob ihr lieber die DVD oder die Blu-ray Disc gewinnen wollt.
  2. Ihr hinterlasst unter unserem Facebook-Beitrag in Form einer Antwort eine Empfehlung zu einem Studio-Ghibli-Film und markiert in der gleichen Antwort eine Person, der ihr diese mitteilen wollt. Teilt uns bitte auch mit, ob ihr lieber die DVD oder die Blu-ray Disc gewinnen wollt.

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens das achtzehnte Lebensjahr vollendet und ihren Erstwohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben. Minderjährige Nutzer benötigen eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten. Mitarbeiter von Gameplay Gamers und Universum Film sind von der Verlosung ausgeschlossen. An der Verlosung nehmen alle Personen teil, welche die gewünschten Anforderungen erfüllen. Erfüllt kein Teilnehmer die Anforderungen, werden die Gewinne unter allen Teilnehmern gleichermaßen verlost. Die Gewinner der Verlosung werden nach Ablauf des Gewinnspiels ab dem 17. Juni 2016 informiert. Sie haben anschließend 72 Stunden, sich bei uns zu melden. Andernfalls erhalten nach denselben Gewinnspielregeln andere Teilnehmer die Chance auf den Gewinn. Aus Datenschutzgründen werden die Gewinner namentlich nicht auf Gameplay Gamers oder Facebook erwähnt. Sie dürfen sich dort aber sehr gerne selbst als solche zu erkennen geben. Teilnahmeschluss ist der 16. Juni 2016, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Prime Time: Dragon Ball Z Kai (TV-Serie, Box 1) (Unboxing)

Passend zu unserem Review zur ersten TV-Serienbox von Dragon Ball Z Kai möchten wir euch heute in unserem Unboxing-Video diese vorstellen. Unser Chefredakteur geht dabei gehabt auf Optik und Haptik ein und thematisiert auch ein wenig die Synchronisationsproblematik, für die der Publisher in den letzten Monaten mehr als einmal angeprangert wurde. Viel Vergnügen!

Review: Love, Chūnibyō & Other Delusions! (Vol. 2)

Love, Chūnibyō and other Delusions (Vol. 2) (1)Eigentlich hätte der Dark Flame Master in Vergessenheit geraten sollen, weswegen sich Yūta auch an einer Oberschule angemeldet hat, an der ihn niemand kennt. Bereits am ersten Schultag merkt er jedoch, dass ihn seine ausgedachte Persönlichkeit noch lange verfolgen wird.

Love, Chūnibyō and other Delusions (Vol. 2) (2)Yūta und seine Freunde haben es wirklich nicht leicht. Gerade erst haben sie es mit Mühe und Not geschafft, ihren Club, die Ostasiatische Mittagsschlaf-Vereinigung für Magie des Sommers zu gründen und von ihrer Lehrerin anerkennen zu lassen und schon stehen sie vor dem nächsten Problem. Rikka ist im Fach Mathematik dermaßen abgesackt, dass ihre Lehrerin den Club auflösen will – es sei denn, Rikka verbessert sich erheblich. Um sich bei ihrer Lehrerin einzuschmeicheln (und sich ebenso vorm Lernen zu drücken), bietet sie sich und ihre Freunde an, eine wichtige Aufgabe zu übernehmen. Das lässt sich ihre Lehrerin natürlich nicht zweimal sagen und verdonnert sie zum Schrubben des Freibads der Schule. Obwohl sie versuchen, sich Mühe bei dieser Aufgabe zu geben, läuft das Vorhaben natürlich aus dem Ruder und jetzt ist nicht nur ihre Klassenlehrerin, sondern auch ihr Sport- und der Mathematik-Lehrer sehr enttäuscht von der Truppe. Rikka muss sich in Mathematik jetzt nicht nur verbessern, sondern zugleich auch noch besser als der Klassendurchschnitt sein. Um das zu schaffen, gibt Yūta ihr Nachhilfe-Unterricht, doch da Rikka immer noch nicht so wirklich Lust zum Lernen hat, muss er sich eine besondere Belohnung für sie einfallen lassen. Er verspricht ihr, dass sich der einstige Dark Flame Master für sie eine tolle E-Mail-Adresse aussucht, wenn sie sich denn nur ordentlich bemüht.

Starke Charakterentwicklung

Love, Chūnibyō and other Delusions (Vol. 2) (3)Ob es Rikka gelingt, tatsächlich Erfolge zu feiern, möchten wir an dieser Stelle nicht verraten. Die Erlebnisse in und um der Ostasiatischen Mittagsschlaf-Vereinigung für Magie des Sommers sind aber auch dieses Mal abwechslungsreich und beschäftigen sich nicht nur mit einem Handlungsstrang. Nibutani Shinka ist nach wie vor daran interessiert, die in Umlauf geratenen Kopien ihres Notizbuches, das sie erstellt hat, als sie noch unter dem Achtklässlersyndrom litt, zurückzubekommen und legt sich deshalb mehr als einmal mit ihrer Kontrahentin und einstigen Bewunderin Dekomori Sanae an. Zu ihrer illustren Truppe stoßt diesmal ihr Mitschüler Isshiki Makoto, der bereits in den vorherigen Episoden am Rande vorgekommen ist. Wir erinnern uns: Unter den Jungs der Klasse fand unter seiner Anleitung eine Abstimmung statt, um herauszufinden, wer denn wohl das süßeste Mädchen ist. Genau diese Liste taucht jetzt in der Klasse auf und bringt Makoto in eine sehr missliche Lage. Zu guter Letzt verschlägt es die Freunde in der siebten Episode sowohl an den Strand, als auch in Rikkas alte Heimat. Diese Folge setzt sich von den anderen Episoden ab, da hier wesentlich ernster mit Rikkas Charakterentwicklung und ihrer Vergangenheit umgegangen wird. Uns gefällt die Zusammensetzung der Charaktere und der Handlung nach wie vor wunderbar. Ebenso können wir nichts an der unverändert guten Bild- und Tontechnik aussetzen.

Seichte Bonus-Episoden, tolles Booklet

Love, Chūnibyō and other Delusions (Vol. 2) (4)Das digitale Bonusmaterial besteht bei der zweiten Volume aus drei Trailern zu weiteren Kazé-Anime-Produkten und zwei Bonus-Episoden zu Love, Chūnibyō & Other Delusions!, die einen leichten Eindruck in den Schulalltag von Rikka und ihren Freunden geben. Somit lässt sich festhalten, dass das digitale Bonusmaterial sich wieder auf das Nötigste beschränkt und mit physischen Materialien versucht zu entschädigen. In der Hülle der Blu-ray Disc befinden sich deshalb drei Postkarten mit Motiven zur Anime-Serie und einem Booklet, das abermals mit vielen interessanten Informationen gefüttert ist. Den Beginn macht hier erneut ein kurzer Episodenguide, der seicht durch die fünfte, sechste und siebte Episode leitet, die auf dem Datenträger schlummern. Art Director Shinohara Mutsuo gibt anschließend Einblicke in Gestaltung und Aufbau von Handlungsorten und wie man sie räumlich im Anime umgesetzt hat und der für das Color Design verantwortliche Takeda Akiyo erzählt von der Farbgestaltung der in der sechsten Episode aufkommenden Badekleidung der Freunde und wie schwierig es für den Regisseur war, die richtigen Farben auszusuchen. Charakterinformationen zu Tsuyuri Kumin, Sanae, Makoto und Rikkas Großeltern ergänzen neben einem kompletten Klassenprofil, der Liste der süßesten Mädchen in der Klasse und ein Gespräch zwischen Regisseur Ishihara Tatsuya und Rikkas Synchronsprecherin Uchida Maaya komplettieren das Gesamtbild wunderbar.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mir gefällt die Anime-Serie Love, Chūnibyō & Other Delusions! nach wie vor wunderbar. Die Geschichte ist zum Teil richtig abgedreht und schafft es mit einer besonderen Frische, den Schulalltag und die Freizeit eigentlich ganz normaler Teenager mit verrückten Ideen auszuschmücken. Dabei ist ebenso egal, ob die Freunde zusammen über die Frisur eines anderen Mitglieds lachen oder sich mal wieder wegen ein paar Kleinigkeiten richtig in die Haare bekommen. Das Achtklässlersyndrom beziehungsweise das Chūnibyō-Phänomen ist wirklich die beste Idee gewesen, wie man einen Anime des Genres ausschmücken kann. Dazu kommt, dass sämtliche Charaktere wirklich sympathisch sind und jederzeit Lust darauf machen, weitere Hintergründe über sie zu erfahren – ein Glück, dass dieser Auftrag in die Hände des beiliegenden Booklets fällt, welches jede Menge Inhalte enthält, die man beim Schauen des Animes unmöglich (alle) bemerken kann. Bisher kann Love, Chūnibyō & Other Delusions! mich und sicherlich alle anderen durchgehend unterhalten. Ich freue mich schon darauf, welche lustigen, ernsten und natürlich auch absurden Abenteuer Yūta und seine Freunde in der nächsten Volume erleben werden!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Love, Chūnibyō & Other Delusions! (Vol. 2)!

Review: Aku no Hana – Die Blumen des Bösen (Vol. 1)

Aku no Hana (Vol. 1) (1)Geheime Lüste auszuleben und Versuchungen nachzugehen ist menschlich. Man kann sich so oft man will einreden, dass man kein Verlangen nach bestimmten Dingen im Leben hat, doch die Gier wird trotzdem bleiben. So oder so ähnlich ergeht es dem Helden von Aku no Hana.

Aku no Hana (Vol. 1) (2)Aku no Hana – Die Blumen des Bösen, wie der Anime vollständig in der deutschen Version heißt, erzählt die Geschichte des Mittelschülers Kasuga Takao, der in der kleinen japanischen Stadt Kiryū in der nördlich von Tōkyō gelegenen Präfektur Gunma lebt. Obwohl Tōkyō gleichermaßen bei Animationsstudios und Zuschauern als Handlungsort beliebt ist, ist die auf Kiryū gefallene Entscheidung für den Kontext der Serie nachvollziehbar. Die Stadt, in welcher der Manga-Zeichner von Aku no Hana, Oshimi Shūzō, geboren ist, bietet sich regelrecht für die Story an. Diese dreht sich nämlich um eine fatale Entscheidung, die Takao an einem Nachmittag trifft. Da er sich in seiner Freizeit intensiv mit Literatur beschäftigt, kann er sich natürlich nicht von seinem Lieblingsbuch Die Blumen des Bösen vom französischen und 1867 gestorbenen Lyriker und Schriftsteller Charles-Pierre Baudelaire trennen, das er versehentlich in der Schule vergessen hat. Als er sein Buch endlich wieder in den Händen hält, fällt plötzlich der Sportbeutel seiner Mitschülerin Saeki Nanako, in die er zudem heimlich verliebt ist, aus dem Regal. Eigentlich möchte er das Klassenzimmer verlassen, gibt seinem Verlangen aber schließlich nach, öffnet den Beutel und beschnuppert ihre Sportsachen. Als er jedoch plötzlich ein Geräusch vernimmt, bekommt er es mit der Angst zu tun und versteckt die Klamotten unter seiner Kleidung und verschwindet schnell aus der Schule.

Beklemmendes Verlangen

Aku no Hana (Vol. 1) (3)Er möchte Nanakos Sportkleidung zwar wieder zurücklegen, doch als am nächsten Tag bereits der Lehrer vom Verschwinden der Sachen berichtet, rückt sein geplantes Vorhaben in unerreichbare Ferne. Verkompliziert wird die Geschichte durch eine weitere Mitschülerin. Nakamura Sawa spricht ihn nach der Schule an und erklärt ihm, dass sie ihn dabei beobachtet hat, wie er Nanakos Sachen heimlich eingesteckt hat – sollte dies herauskommen, sei sein Ruf sowohl in der Schule, als auch in der Stadt, dahin. Obwohl sich Takao anfangs wehrt und er alles unternehmen will, sich bei Nanako zu entschuldigen, willigt er schließlich dennoch ein, ihren Befehlen zu gehorchen, damit sie künftig Stillschweigen bewahrt. Als nächstes möchte sie ihm beispielsweise etwas nehmen, was ihm viel bedeutet und stößt ihn gleich in Richtung Nanako, woraufhin er auf ihren Brüsten landet und eine potenzielle Beziehung nicht mehr möglich erscheint. Trotzdem kommt es dazu, dass sich die beiden in der Stadt zu einem Date verabreden und einen Tag gemeinsam verbringen. Ständig wird ihm von Nanako jedoch eingeredet, dass er ein Perverser ist und wird dazu genötigt, während dem Date der beiden Verliebten Nanakos Sportsachen zu tragen. Mehr möchten wir über die ersten sieben Episoden von Aku no Hana jedoch nicht verraten, doch wird die Geschichte um Takao, Sawa und Nanako immer beklemmender, sodass die siebte Episode gar in einer Katastrophe endet.

Enthüllungen

Aku no Hana (Vol. 1) (4)Es geht in der gesamten Handlung also grundlegend darum, dass Sawa Takaos wahre Persönlichkeit enthüllen will, ihn der Öffentlichkeit als einen Perversen vorzustellen. Dabei ist auch Sawas Persönlichkeit interessant, da hier ein besonderes Stilmittel in Form ihrer Brille genutzt wird. Während sie diese nämlich trägt, wird sie von Mitschülern nur als seltsam bezeichnet, obwohl sie sich eigentlich durchweg zurückhält und nur gelegentlich mit ihrem asozialen Verhalten auffällt, wenn sie ihre Mitmenschen mit verbalen Ausdrücken beleidigt. Nimmt sie die Brille jedoch ab, entpuppt sich auch ihr wahres Gesicht und die wahre Nähe zu Takao wird deutlich. Da der dreizehnteilige Anime durchweg mit dem Rotoskopie-Verfahren hergestellt wurde, sollen viele Emotionen aufgrund der realen Grundlage wesentlich authentischer wirken. Komplett ist dies dem Team von Regisseur Nagahama Hiroshi allerdings nicht gelungen. Das geht sogar soweit, dass in seltenen Fällen Gesichter von Figuren fehlen. Dafür wirken die Hintergründe, die durch die Rotoskopie ebenfalls einer realen Grundlage entspringen, wesentlich glaubhafter und passen zum Figurendesign. Untermalt wird das Geschehen mit beklemmender Musik, die hervorragend und passend eingesetzt wird. Die deutsche Synchronisation geht in Ordnung, bietet aber qualitativ nicht die in einigen Fällen sehr wichtigen Betonungen. Hier empfiehlt es sich also definitiv auf die japanische Tonspur auszuweichen.

Gehaltvolle Booklet-Beilage

Aku no Hana (Vol. 1) (5)Digitales Bonusmaterial sucht man auf der Disc der ersten Volume von Aku no Hana neben Trailern zu anderen Kazé-Anime-Produkten vergeblich. Stattdessen liegt dem Anime in physischer Form ein an zwei Stellen im Digipack leicht eingeklebtes Booklet bei, welches zahlreiche Informationen, Hintergründe und Erklärungen liefert. Für jede der sieben enthaltenen Episoden liegen Erläuterungen vor, die auf der einen Seite zwar liebevoll zusammengeschrieben worden sind, doch auf der anderen Seite viele überflüssige Informationen enthält. Während Erklärungen zu populärkulturellen Anmerkungen und Zitaten sicherlich für das bessere Verständnis hilfreich sind, sind Definitionserklärungen zu Sportsachen und ähnlichen Begriffen einfach deplatziert – auch wenn in vielen Punkten die Brücke zum Inhalt des Animes geschlagen wird. Ergänzt werden diese Informationen mit Interviews, bei denen der Seiyū Yoshida Hisanori, der Komiker Sankyū Tatsuo, die Synchronsprecherin Doi Mika und die Sängerin Shinosaki Asako zu Wort kommen, die ihren Berufen entsprechend verschiedene Merkmale des Animes kommentieren. Abschließend bietet das Booklet noch vier Manga-Auszüge in deutscher Sprache, die frühere oder beiläufige Geschehnisse der Handlung aus der Sichtweise von Takao, Sawa, Nanako, Masakazu und Ken zeigen. Überwiegend ergänzt das Bonusmaterial den auch so schon empfehlenswerten Anime also gehalt- und sinnvoll.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bevor ich mich auf Aku no Hana – Die Blumen des Bösen gestürzt habe, wusste ich absolut nicht, was mich bei diesem Anime von Regisseur Nagahama Hiroshi erwartet. Die erste Episode der Anime-Serie hat sich für mich zudem etwas gezogen, doch anschließend wird die Serie mit jeder Folge interessanter und atmosphärisch beklemmender und spannender – kurzum aufsteigend besser. Man wartet regelrecht nur darauf, dass endlich die Hülle von Takao fällt und seine wahre Persönlichkeit zur Geltung kommt. Verraten möchte ich an dieser Stelle über die Handlung nichts, denn sie wird zwar recht oberflächlich geschildert, bietet aber dennoch eine tiefgründige Interpretationsmöglichkeit. Ich bin schon sehr gespannt, wie Aku no Hana fortgesetzt und zu einem Ende erzählt wird. Allerdings verstehe ich nicht, warum man sich für das Rotoskopie-Verfahren entschieden hat. Das hat Ende der Siebziger Jahre beim Zeichentrickfilm Der Herr der Ringe zwar bestens funktioniert, doch wirken viele Animationen in Aku no Hana abgehackt und wirkliche Emotionen kann man nur selten erkennen. Meiner Meinung nach wäre es wirklich besser gewesen, eine Live-Action-Serie aus dem Manga zu machen. Trotzdem können sich so auch Interessierte an Filmtechnik ein erweitertes, neues oder altes Bild von Gestaltungstechniken machen, auch wenn man sich Aku no Hana vor allem wegen der interessanten Handlung und der facettenreichen Charaktere anschauen sollte.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Aku no Hana – Die Blumen des Bösen (Vol. 1)!

Review: Paranoia Agent – 10 Year Anniversary Edition (Gesamtausgabe)

Paranoia Agent - 10 Year Anniversary Edition (Gesamtausgabe) (1)Es ist immer traurig, wenn ein aufstrebender Künstler diese Welt verlässt, bevor seine Werke Weltruhm erreichen und er sein volles Potential noch nicht ausgeschöpft hat. So erging es dem Schöpfer von Paranoia Agent, der sich mit der 13-teiligen Anime-Serie einen Namen machte.

Paranoia Agent - 10 Year Anniversary Edition (Gesamtausgabe) (2)Der 1963 in Kushiro geborene Regisseur Kon Satoshi starb leider im Jahr 2010 an den Folgen von Bauchspeicheldrüsenkrebs und hinterließ nicht nur einen bedeutenden Namen in der Anime-Industrie, sondern auch den bis heute unvollendet gebliebenen Film Yume Miru Kikai. Ob das Projekt jemals abgeschlossen wird, ist noch ungewiss, da erst ein passender Regisseur gefunden werden muss, der die restlichen zwei Drittel des Films abschließt. Bis dahin müssen sich Fans des Talents mit seinen wenigen Werken beschäftigen. Eines dieser Werke ist Paranoia Agent, welches Anfang 2004 in Japan erstmals im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Hierzulande erschien die Serie 2006 auf DVD, 2007 folgte dann die deutsche Erstausstrahlung. Der Anime beschäftigt sich zum einen mit einem Kriminalfall und zum anderen mit dem Leben und den Ängsten von bestimmten Individuen. Handlungsort ist Japans Hauptstadt Tōkyō zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Die Menschen sind von ihren Berufen eingespannt und pendeln jeden Tag zur Arbeit, nur um durch die ständige Erreichbarkeit über Mobiltelefone auch von ihrem Privatleben gefangen zu werden. Vor diesem Hintergrund der modernen Gesellschaft taucht plötzlich der mysteriöse Shōnen Batto auf. Bei der Figur handelt es sich, wie man an seiner Bezeichnung entnehmen kann, um einen Jungen mit einem Baseball-Schläger.

Phänomen Shōnen Batto

Paranoia Agent - 10 Year Anniversary Edition (Gesamtausgabe) (3)Sein Markenzeichen ist aber nicht nur der goldene Baseball-Schläger, sondern auch seine goldenen Rollerblades, mit denen er nach seinen Angriffen auf Einzelpersonen schnell in der Nachbarschaft verschwinden kann. Um die Attacke auf die Künstlerin Sagi Tsukiko aufzuklären, nehmen die beiden Ermittler Ikari Keiichi und Maniwa Mitsuhiro die Fährte auf. Anhand dieser Erzählstruktur wirkt die Anime-Serie in der ersten Hälfte nicht nur wie eine fortführende Kriminalgeschichte, sondern gleich wie ein Episodenfilm, da in jeder Folge ein anderer Charakter behandelt wird. Wir erhalten Einblicke in das Leben dieser Figuren, die häufig etwas miteinander zu tun haben. Harumi Chōno arbeitet tagsüber unter anderem als Nachhilfelehrerin von Taira Yūichi, leidet jedoch an Schizophrenie und übt deswegen nachts die Tätigkeit als Prostituierte aus. Ihr einst bei allen beliebter Nachhilfeschüler wird hingegen von Schulkameraden wegen Shōnen Batto gemieden und teilweise gar drangsaliert, da er selbst immer mit Rollerblades unterwegs ist. Die zweite Hälfte des Animes beschäftigt sich flächendeckender mit dem Phänomen Shōnen Batto, indem psychische Probleme, gesellschaftliche Ausgrenzung und gar Todessehnsüchte in den Mittelpunkt gerückt werden. Dabei spielt man nicht selten mit metaphysischen Stilmitteln, um die Katastrophe des Dramas zu verschleiern.

Mehrfacher Abschied von Künstlern unserer Zeit

Paranoia Agent - 10 Year Anniversary Edition (Gesamtausgabe) (4)So werden diverse Zeichenstile genutzt, um verschiedene Stimmungen auszudrücken. Entsprechend sind die Animationen von ungleicher Qualität, doch der eigentliche Stil ist dem Entstehungsjahr würdig. Das Charakterdesign von Andō Masashi, der auch an der zweiten Staffel von Ghost in the Shell: Stand Alone Complex mitgearbeitet hat, unterscheidet sich ebenfalls stark, ist aber wesentlich gewöhnungsbedürftiger. Obwohl die Auflösung in 1080p vorliegt, bietet das Bild im 16:9-Format nur eine hochskalierte DVD-Qualität, das HD-Feeling bleibt aus. Der Ton liegt im klaren DTS-HD Master 2.0 vor, bietet aber vor allem mit dem paralysierenden Intro-Lied Shima Shinen Kōen von Hirasawa Susumu des Öfteren eine Verknüpfung zum dargestellten Inhalt, der wiederum Elemente des markanten Intros bietet und somit den Kreis schließt, der auch mit der Story angestrebt wird. Die deutsche Synchronisation ist gut gelungen und bietet eine der letzten Möglichkeiten, die grandiosen verstorbenen Sprecher Hans-Werner Bussinger und Hasso Zorn zu hören. Unverständlicherweise werden jedoch wichtige Informationen, die im Anime als (sino)japanische Schriftzeichen dargestellt werden, nur bei der japanischen Synchronisation untertitelt. Wer alles (ohne Japanisch-Kenntnisse) verstehen will, kommt um die Originaltonspur also nicht herum. Bonusmaterial liegt physisch in Form von acht Postkarten, einem knappen Booklet mit Episodenguide und einem Poster bei. Der Qualität des Animes schadet dies nicht, ist aber deutlich zu wenig.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Kon Satoshi gehörte sicherlich zu den kreativsten Köpfen seines Fachs. Obwohl ich zuvor noch nie einen Anime von ihm gesehen habe, bin ich von seinem Talent nach dem Anschauen von Paranoia Agent definitiv überzeugt. Der Anime bietet eine spannende Handlung, die mich vor allem in der ersten Hälfte dazu verleitet hat, eine Episode nach der anderen zu verschlingen. Die zweite Hälfte mag ich allerdings nicht mehr so sehr, da man hier meiner Meinung nach zu sehr auf den Einsatz von metaphysischen Erklärungsmodellen und Stilmitteln setzt, die für mich viel zu plötzlich kommen und mich immer wieder aus der Erzählung herausreißen. Außerdem wird das Phänomen über den Jungen mit dem goldenen Baseball-Schläger zu wenig in seiner Tiefe behandelt und stattdessen lieber mehrfach am Rande erzählt. Die Charaktere der zweiten Hälfte bieten dabei so viel Potential, das gar nicht genutzt wird. Auf der technischen Seite ärgere ich mich jedoch darüber, dass man für die 10 Year Anniversary Edition keinerlei spürbare Verbesserungen am Bild vorgenommen hat – da bieten andere Anime aus dieser Zeit ein hübscheres Bild. Des Weiteren konnte ich die zehnte Episode nicht gänzlich zu Ende anschauen, da auf der zweiten Blu-ray Disc bei mir an zwei Stellen ein technischer Defekt auftaucht, der circa zwei Minuten der Folge mit tonlosen Standbildern schmückt. Dieser Fehler wird vermutlich nur bei mir vorkommen, da noch kein Aufschrei seitens der Fans stattfand – trotzdem soll der Fehler nicht unerwähnt bleiben. Wer jedoch über die inhaltlichen und nur geringfügig vorhandenen Schwächen hinwegsehen kann, kann Paranoia Agent von Kon Satoshi wirklich als einen erinnerungswürdigen Anime ansehen, der vor allem dank des paralysierenden Intros jedem in Erinnerung bleiben wird und zu zahlreichen Interpretationen und Diskussionen führen kann.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Paranoia Agent – 10 Year Anniversary Edition (Gesamtausgabe)!

Prime Time: Fire Emblem Fates (Limited Edition)

Heute erschienen Fire Emblem: Herrschaft und Fire Emblem: Vermächtnis in Europa. Zusätzlich erschien auch die bereits im Vorfeld stark nachgefragte Limited Edition, die nicht nur die beiden Versionen auf einer Cartrdige beinhaltet, sondern auch den Download-Content Fire Emblem: Offenbarung, der erst im Juni 2016 für Käufer der anderen beiden Versionen verfügbar sein wird. Wir haben uns die Limited Edition gekauft und stellen euch diese Variante ausgiebig vor.  Viel Spaß beim Anschauen unseres Unboxing-Videos!

Review: Love, Chūnibyō & Other Delusions! (Vol. 1)

Love, Chūnibyō and other Delusions (Vol. 1) (1)Jeder hat sich in seiner Kindheit oder seiner Jugend sicherlich einmal vorgestellt, wie es wäre, wenn man in der Welt eines Videospiels oder Animes leben würde. Die Helden der Anime-Serie Love, Chūnibyō & Other Delusions! durchleben diese Phase gerade (mal wieder).

Love, Chūnibyō and other Delusions (Vol. 1) (2)Im Mittelpunkt der Handlung von Love, Chūnibyō & Other Delusions! steht der Oberschüler Togashi Yūta. Auf der Mittelschule war Yūta alles andere als beliebt, da er selbst während des Alltags in seiner eigenen Welt gelebt hat. Er selbst nannte sich den Dark Flame Master und sagte dem Bösen den Kampf an. Irgendwann war ihm dieses Verhalten selbst zu peinlich. Das Phänomen wird in Love, Chūnibyō & Other Delusions! gemeinhin als Achtklässlersyndrom bezeichnet, von dem er mit der Zeit immer mehr Abstand gewonnen und sich deshalb auch eine Oberschule ausgesucht hatte, an dem keiner seiner alten Mitschüler vertreten war, um quasi ein neues Leben anzufangen. In dieselbe Klasse geht jedoch Takanashi Rikka, die ebenfalls vom Achtklässlersyndrom heimgesucht wurde – allerdings leidet sie immer noch daran. Da Rikka ihre Geldbörse verloren hat und es sich herausstellt, dass Rikka in der Wohnung über Yūta lebt, soll er sie nach Hause begleiten. Obwohl Yūta eigentlich am liebsten so wenig wie nur möglich mit Rikka zu tun haben möchte, entwickelt sich dennoch eine Freundschaft. In den nächsten Tagen werden immer mehr Personen in Mitleidenschaft gerissen, wie Tsuyuri Kumin, die eigentlich nur ihre verschwundene Katze suchte und darauf hofft, dass die von Rikka aufgenommene und schlicht als Chimäre verkleidete Katze das gesuchte Tier darstellt.

Humorvolle Club-Aktivitäten

Love, Chūnibyō and other Delusions (Vol. 1) (3)In den ersten Episoden geht es vor allem darum, dass sich die Freunde an Club-Aktivitäten in der Schule beteiligen oder gar ihren eigenen kleinen Verein gründen. Dazu sind jedoch fünf Mitlieder notwendig. Unterstützung für die Ostasiatische Mittagsschlaf-Vereinigung für Magie des Sommers erhalten sie von Rikkas Freundin und natürlich auch treue Untergebene Dekomori Sanae, die entsprechend ebenfalls am Achtklässlersyndrom leidet. Außerdem tritt dem Club noch Nibutani Shinka bei, der man das Interesse an einer derartigen Vereinigung gar nicht ansieht. Welche wahren Absichten hinter Shinka stecken und welche anderen verrückten Abenteuer die Freunde in der Schule und ihrer Freizeit erleben, solltet ihr jedoch am besten selbst erleben. Der Anime ist mit heiteren Dialogen unterhaltend geschrieben und schafft es sogar mit seinen sehr humorvollen Einlagen Spannung zu erzeugen. Selbst in der deutschen Synchronisation geht nur wenig vom japanischen Original verloren – selten sind Tonspuren bei Anime ähnlich gleichauf. Wer des Japanischen nicht mächtig ist, freut sich über die (nicht abschaltbaren) deutschen Untertitel. Während die Tonspuren in DTS-HD Master Audio 2.0 vorliegen, können die sehr hübschen Hintergründe und schön gezeichneten Charaktere von Ikeda Kazumi in der Auflösung 1080p im bildschirmfüllenden 16:9-Format überzeugen.

Positiver Ersteindruck

Love, Chūnibyō and other Delusions (Vol. 1) (4)Abgesehen von einem Clear Opening und einem Clear Ending liegen auf dem Datenträger nur drei Trailer zu weiteren Kazé-Anime-Titeln vor. Das digitale Bonusmaterial fällt zwar recht dünn aus, doch entschädigt ein schön gestaltetes Booklet in physischer Form. Es beinhaltet einen knappen Episodenguide zu den ersten vier Folgen der Serie, Anmerkungen des Regisseurs zur Gestaltung einer Szene in der ersten Episode, Erläuterungen vom Character Designer zur Kleidung der Figuren, Skizzen zur Schule der Charaktere, Informationen zu den „magischen“ Gegenständen der Protagonisten und abschließend noch zwei Gespräche zwischen Regisseur Ishihara Tatsuya und Character Designer Ikeda beziehungsweise Regisseur und Drehbuchautor Hanada Jukki. Durch das aufmerksame Lesen ist es uns möglich, viele kleine Details über die Charaktere und ihre ausgedachte Welt zu erfahren. Das ist durchaus interessant gestaltet, an keiner Ecke überflüssig und nicht nur einen Blick wert. Wer die Limited Edition erwirbt, kommt zudem auch noch in den Genuss eines Sammelschubers und weiteren physischen Bonusmaterialien, die uns für das Review leider nicht zur Verfügung gestellt werden konnten. Da wir Kazé Anime hier aber vertrauen, ist davon auszugehen, dass die Qualität dieser Inhalte dem Rest des Pakets entspricht. Der positive Ersteindruck der Serie wird mit dem Bonusmaterial also positiv ergänzt und macht Lust auf weitere Folgen des Animes!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Love, Chūnibyō & Other Delusions! ist für mich in vielfacher Hinsicht ein lustiger, spannender und unterhaltsamer Anime geworden. Die Geschichte um das Achtklässlersyndrom ist natürlich richtig verrückt, erinnert einen aber gerne selbst in die Zeit zurück, wo man sich ausgemalt hat, Teil eines Videospiels oder eines anderen populärkulturellen Werkes zu sein (wenn auch nicht so krass umgesetzt wie in der vorliegenden Anime-Serie). Die Dialoge sind zwar nicht immer sehr glaubhaft geschrieben, doch passen sie einfach zu den irrwitzigen Situationen und Charakteren, die in der Anime-Serie mit einem Augenzwinkern fast schon gezwungenermaßen auftreten. Ich habe mich an einigen Stellen wirklich richtig amüsiert und weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal bei einem Anime so herzhaft lachen musste. Mir gefällt die Serie außerdem sehr gut, da mir die deutsche Synchronisation echt gefällt. In den letzten Wochen habe ich leider viele Anime gesehen, die an einer schwachen oder gar unterirdischen Synchronisation gelitten haben. Love, Chūnibyō & Other Delusions! bietet mit bekannten und markanten Stimmen jedoch eine Synchronisation, die sich mit dem japanischen Originalton problemlos messen lassen kann. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich die Handlung entwickeln wird und freue mich daher schon auf die zweite Volume. Bei der ersten Volume darf aber jetzt schon jeder einen Blick riskieren.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Love, Chūnibyō & Other Delusions! (Vol. 1)!

Review: Return to PopoloCrois: A Story of Seasons Fairytale

Return to PopoloCrois - A Story of Seasons Fairytale (1)In diesem Frühjahr bekommen wir es nicht nur mit der Fortführung der Harvest-Moon-Reihe in Form von Story of Seasons zu tun. Das neue Franchise wird direkt mit der PopoloCrois-Serie gepaart und schickt uns dutzende Stunden auf ein Abenteuer.

Return to PopoloCrois - A Story of Seasons Fairytale (2)Das Königreich PopoloCrois steht wieder einmal Kopf! Der abermalige Protagonist des Spiels, Prinz Pietro, soll am Abend seinen mittlerweile dreizehnten Geburtstag feiern, doch dieser ist eher daran interessiert, seiner Freundin Narcia im nahegelegenen Hexenwäldchen ein Geschenk zu überbringen. Über kurz oder lang landen wir allerdings doch zurück im Schloss, wo bereits die nächste Krise auf den Prinzen und das Königreich wartet. Überall im Land tauchen schwarze Monster auf, die förmlich nach einem wahren Helden schreien. Da jedoch alle Bewohner des friedlichen Königreichs entweder zu alt oder zu unerfahren sind, fällt die Wahl schließlich auf Prinz Pietro. Von einer mysteriösen Besucherin wird er in ein fernes Land gebeten, um dort seine Ausbildung als Nachwuchsheld zu beginnen. Leider hat es das Schicksal jedoch nicht gut mit Pietro gemeint, denn als er erwacht, muss er am eigenen Leib feststellen, dass er betrogen wurde und sein Vaterland in großer Gefahr schwebt. Ziel des Rollenspiels ist die titelgebende Rückkehr ins Königreich PopoloCrois. Diese Rückkehr wird mehrere dutzend Stunden dauern, denn zusammen mit den sehr illustren Charakteren, wie etwa einem Ritter mit Gewissensbissen und einer blauen Wölfin, müssen wir diverse Quests erfüllen und die Bewohner der Spielwelt friedlich stimmen. Ein Held zu sein ist nicht einfach!

Korridorbasierende Dungeons

Return to PopoloCrois - A Story of Seasons Fairytale (3)Unterwegs bekämpfen wir auf dem Weg in rundenbasierten Auseinandersetzungen, in denen wir unsere Charaktere selbst positionieren dürfen, etliche Monster. Indem wir die Klingen sprechen lassen und Zaubersprüche entfesseln, besiegen wir die Feinde und sammeln wie für das Genre typisch Erfahrungspunkte für unsere Gruppe. Nebenher besuchen wir auch noch einige Dungeons, um die Geschichte fortzuspinnen. Während die Kämpfe durchweg viel zu leicht ausfallen, können uns die Dungeons mit ihrem Korridoraufbau nur ein müdes Lächeln hervorlocken. Zugute schreiben muss man dem Spiel allerdings, dass wir den Zufallsgenerator für die Häufigkeit der Kämpfe jederzeit im Menü unserem Spielgeschmack anpassen können. Daher sind die angesprochenen Defizite leicht zu verschmerzen. Weniger zu verschmerzen ist der Story-of-Seasons-Anteil des Spiels. Ab einem bestimmten Zeitpunkt ist es uns nämlich möglich, unterschiedliche Bauernhöfe in der Welt zu bewirtschaften. Hier können wir wie in Story of Seasons Pflanzen anbauen oder Tiere züchten. Ebenfalls stehen uns Werkzeuge zur Verfügung, um in der wirklich sehr schön gestalteten Spielwelt, die regelrecht zum Erkunden einlädt, diverse Mineralien abzubauen und daraus neue Gegenstände zu fertigen. Das macht zwar durchaus Spaß, ist aber absolut nicht mit der Komplexität der Vorlage zu vergleichen.

Optionale Farm-Arbeit

Return to PopoloCrois - A Story of Seasons Fairytale (4)Beispielsweise gibt es keinen Tag-und-Nacht-Rhythmus, keine wechselnden Jahreszeiten für die Region (was in Anbetracht der Handlung natürlich nachzuvollziehen ist) und angebaute Pflanzen wachsen je nach Spielfortschritt – ein Indikator ist unter anderem das Bekämpfen von Monstern. Es ist des Weiteren ebenfalls überhaupt nicht nötig, den Alltag auf der Farm zu verbringen, wenn wir wirklich kein Interesse daran verspüren. Hieran lässt sich deutlich also erkennen, welches Franchise die Oberhand beim vorliegenden Crossover hat. Wer es also nur auf die Farm-Arbeit abgesehen hat, sollte bei Story of Seasons bleiben oder einen der älteren Harvest-Moon-Ableger nachholen. Diese werden von der Unterpräsenz des Gameplays über kurz oder lang enttäuscht sein. Ein weiterer Wermutstropfen für jüngere Spieler dürften die ausschließlich in Englisch vorliegenden Texte sein. Aus keinen anderen Gründen richtet sich der Titel vor allem an etwas ältere Rollenspieler, die sich auch nicht zu schade sind, über die kleinen Defizite des Abenteuers hinwegzusehen. Genau dann kann der Titel nämlich mit seiner sehr märchenhaften Geschichte, seiner wirklich zuckersüßen Optik (inklusive tollen Anime-Sequenzen) und liebevollen Melodien stundenlang unterhalten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Obwohl die PopoloCrois-Serie seit einigen Jahren auch hierzulande und nicht nur in Japan bekannt sein dürfte, habe ich erst durch das Crossover mit dem neuen Story-of-Seasons-Franchise von der Rollenspielserie erfahren. Obwohl der Trailer des Spiels den Titel nicht gerade interessant erscheinen lässt, hat es mich dann noch umso mehr gewundert, wie viel Spaß ich mit Return to PopoloCrois: A Story of Seasons Fairytale hatte. Die Kämpfe sind zwar sehr leicht und der Story-of-Seasons-Anteil ist wirklich nicht der Rede wert, doch ist vor allem die märchenhafte Geschichte daran schuld, dass man das Spiel nicht so schnell aus der Hand legen kann. Man verschlingt die schönen und teils witzigen Dialoge regelrecht und ist dann auch nicht sauer, wenn die Gegner mal wieder viel zu schnell besiegt sind. Was der Titel in puncto Gameplay nicht schafft, macht er in Sachen Atmosphäre und Präsentation locker wieder wett. Ich kann es trotzdem immer noch nicht verstehen, dass man gerade bei solchen Spielen, die sich klar an ein eher jüngeres Publikum richten und die ich gar nicht mal so sehr als Nischentitel einstufen würde, nicht auf eine deutsche Lokalisierung setzt. Dadurch wird die Kernzielgruppe abgeschreckt. Es sollten sich also nur Spieler an den Titel setzen, die bereits mindestens englische Grundkenntnisse erlangt haben und sich auch nicht zuschade sind, gegebenenfalls mit einem Wörterbuch zu arbeiten, um die Story vollends zu verstehen.

Review: Dragon Ball Z Kai (Box 1, Episode 1-16)

Dragon Ball Z Kai (Box 1) (1)Als Kazé Anime im Oktober 2015 die erste Serienbox von Dragon Ball Z Kai veröffentlichte, zog der Publisher jede Menge Zorn seitens der Fans auf sich. Auslöser dafür war, dass man neue Synchronsprecher verpflichtete. Für Fans der deutschen Fassung ein absolutes No-Go!

Dragon Ball Z Kai (Box 1) (2)Wer einmal Dragon Ball Z gesehen hat, wird sehr wohl wissen, dass die Serie zwar durchweg spannend ist, aber mit sehr vielen Filler-Episoden gestreckt wird. In den späten Achtziger und in der ersten Hälfte der Neunziger Jahre war dies unbedingt nötig, da der Anime zum Manga, der im Weekly Shōnen Jump erschien, aufschließen musste. Als man sich zum zwanzigjährigen Jubiläum der Serie dazu entschied, eine Neuauflage in HD zu veröffentlichen, hat man sich gleich dazu entschlossen, die Handlung auf das Nötigste zu reduzieren und sich vor allem am Manga zu orientieren. Dragon Ball Z Kai beginnt anders wie Dragon Ball Z nicht sofort mit der Ankunft von Radittsu, sondern geht zuvor noch auf vorhergehende Ereignisse ein. Hier wird erklärt, wie Son Gokū als Baby in eine Raumkapsel gesetzt und zur Erde geschickt wurde und fasst sogar die Story von Dragon Ball im Zeitraffer zusammen. Ein vollständiger Ersatz zur gesamten Dragon-Ball-Serie ist diese Kollage allerdings nicht. Wer kein Vorwissen über den Helden, seine Freunde und seine Feinde hat und wirklich alle Zusammenhänge verstehen will, sollte die Ursprungsserie sofort nachholen und dann mit Dragon Ball Z oder besser noch mit Dragon Ball Z Kai fortfahren. Obwohl es an der einen oder anderen Stelle ein ganz klein wenig an Inhalt fehlt, ist Dragon Ball Z Kai inhaltlich definitiv die bessere Wahl.

Alte Freunde und neue Feinde

Dragon Ball Z Kai (Box 1) (3)Wie bereits erwähnt, taucht nach dem kurzen Intermezzo der erste neue Bösewicht seit fünf Jahren nach den Geschehnissen in Dragon Ball auf der Erde auf. Radittsu ist verwundert über den Zustand des Planeten, sollte sein Bruder die Erde doch seit Jahren unter seine Kontrolle gebracht und alle Menschen getötet haben. Um dieser unerklärlichen Tatsache auf den Grund zu gehen, macht er sich auf die Suche nach den Personen mit der größtmöglichen Kampfkraft. Währenddessen ist unser Held Son Gokū auf der Suche nach seinem Sohn Son Gohan. Als er ihn schließlich gefunden hat, beschließt Son Gokū, dass der Vierjährige seine Freunde aus alten Tagen kennenlernen soll und trifft sich mit ihnen beim Herrn der Schildkröten. Sein alter Lehrmeister Muten Rōshi, staunt nicht schlecht, dass Son Gokū jetzt einen eigenen Sohn hat und das Eheleben in vollen Zügen genießt. Das Wiedersehen dauert jedoch nicht sehr lange, da es von Radittsu unterbrochen wird und dieser in Son Gokū seinen Bruder Kakarott wiederfindet. Da Son Gokū nicht kooperieren will, die Erde zu zerstören und seine Bewohner auszulöschen, schwächt Radittsu seinen Bruder zunächst und entführt anschließend seinen Neffen. Die Lage scheint aussichtslos, doch als Son Gokūs Erzfeind Pikkoro auftaucht und seine Hilfe anbietet, keimt neue Hoffnung ihn ihnen auf. Sie schließen sich gegen Radittsu zusammen.

Bekanntes Gesicht

Dragon Ball Z Kai (Box 1) (4)Würden wir an dieser Stelle mehr über die Handlung verraten, müssten wir schlichtweg spoilern. Die Geschichte der Anime-Serie wird in der überarbeiteten Fassung wesentlich besser erzählt, da man sich nicht mit Nebensächlichkeiten aufhält und gleich zum Punkt kommt. In den meisten Fällen ist das dem Animationsstudio Tōei Animation durchaus gelungen. Nur in sehr seltenen Fällen, wenn etwa das Training eines Kämpfers etwas zu kurz geraten scheint, wünschen wir uns die Filler-Episoden von früher ein wenig zurück. Wer bei der Neuauflage eine aufpolierte Version von Dragon Ball Z erwartet hat, wird allerdings vermutlich enttäuscht. Der Anime ist bis auf sehr wenige Stellen abseits von einer leichten Bildüberholung, dem neuen Vorspann und dem neuen Abspann, sowie den obligatorischen Einspielern, die zum Aus- und Einstieg vor und nach der Werbepause bei der damaligen Fernsehausstrahlung vorbereiteten, nicht angetastet worden. Wir finden diese bewusst getroffene Entscheidung ziemlich gut, da der sehr charmante Stil der Serie den späten Achtziger und frühen Neunziger Jahren auf diesem Weg treu bleiben kann. Die Handlungsorte wirken also etwas betagt, werden aber mit bekannten Melodien durchweg gut untermalt. Der typische Humor des Franchises ist auch wieder mit von der Partie und lockert die ernste Atmosphäre hin und wieder auf.

Streitfall: Synchronisation

Dragon Ball Z Kai (Box 1) (5)Ein großer Kritikpunkt wird für viele Fans die deutsche Synchronisation sein. Kazé Anime hat einen Großteil der alten Synchronsprecher durch neue Stimmen ersetzt. Wer Dragon-Ball-Fans kennt, der wird wissen, dass diese stolz auf die deutsche Synchronisation sind und durch die seit Jahren halbwegs regelmäßig veröffentlichten Filme mit den Stimmen der Figuren einfach vertraut sind. Dragon Ball hat im Anime-Segment in etwa den Stellenwert wie Star Wars bei Fans von Weltraumabenteuern und muss (!) deswegen mit Samthandschuhen angefasst werden, was man hier unverständlicherweise einfach nicht getan hat und man auch nicht probiert hat, mit den langjährigen Fans zu kommunizieren. Auf der anderen Seite führte das natürlich zu absehbaren Hasstiraden, die ebenso unangebracht sind. Natürlich ist die Synchronisation unterm Strich bei Weitem nicht schlecht ausgefallen und kann sowohl mit sehr guten neuen Sprechern, als auch mit wenigen bekannten Stimmen punkten. Auch wenn viele der neuen Sprecher, zugegeben nach mittellanger Eingewöhnungszeit, sehr gut mit den Charakteren harmonieren, gibt es dennoch ein paar unschöne Ausreißer. Beispielsweise sind Olivia Büschken, die versucht, Son Gohan eine unschuldige Stimme zu leihen, und Jennifer Weiß, welche probiert, Son Gokūs launische Ehefrau Chichi zu sprechen, nicht wirklich passend.

Positiver Ersteindruck

Dragon Ball Z Kai (Box 1) (6)Während man auf die Stimmen von Tommy Morgenstern, Oliver Siebeck und David Nathan verzichten muss, gibt es immerhin ein Wiederhören mit Karl Schulz, Roland Hemmo, Gerald Paradies und Rüdiger Evers. Wem das zu wenig ist, hat aber die Möglichkeit, erstmals bei einer Dragon-Ball-Serie hierzulande die japanische Synchronisation zu wählen – bei dieser gibt es nämlich so gut wie keinen Sprecherwechsel. Digitales Bonusmaterial gibt es in der ersten Serienbox von Dragon Ball Z Kai im Übrigen nicht. Stattdessen macht man unter anderem mit drei Postkarten, die mit einzelnen Artworks von Son Gokū, Bejīta und Pikkoro bestückt sind, auf sich aufmerksam. Des Weiteren liegt ein kleiner Flyer bei, der Werbung für das unterdurchschnittliche Dragon Ball Z: Extreme Butōden von Bandai Namco Entertainment macht. Hauptaugenmerk liegt jedoch vor allem auf dem beiliegenden Booklet. Dieses beinhaltet neben zwei Artworks zu den Charakteren Radittsu und Nappa einen vollständigen Episodenguide zu allen sechzehn enthaltenen Folgen der ersten Volume. Die Serienbox ist ein hochwertiges Digipack, das in Form eines Schubers gestaltet ist. Somit sind sowohl beide Datenträger, als auch das Booklet gut vor Staub geschützt. Dragon Ball Z Kai hinterlässt trotz ein paar unschöner Entscheidungen einen positiven Ersteindruck. Jeder Dragon-Ball-Fan, der die rosarote Fanbrille einmal ausklammert möchte, wird hier definitiv zufriedengestellt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden der 1-16 der Serie): Ich bin seit ich denken kann ein großer Dragon-Ball-Fan und habe so gut wie jedes Abenteuer mit meinen Helden noch in guter Erinnerung. Dragon Ball Z fand ich damals allerdings nie so gut wie der Rest des von Toriyama Akira geschaffenen Franchises. Das lag vor allem daran, dass die Filler-Episoden die Handlung dermaßen gestreckt haben, die Kämpfe schnell langweilig wurden, sich die Figuren mit wiederholenden Dialogen fast schon selbst genervt haben und jedes Story-Detail dermaßen in die Länge gezogen wurde, dass das Ansehen fast schon eine Qual war – und das ganze hat man dann auf 27 Videokassetten auch noch bei der Fernsehausstrahlung aufgenommen! Ich bin sehr froh, dass nach vielen Jahren des Wartens Dragon Ball Z Kai endlich auch hierzulande erschienen ist und ich der Serie endlich die wohlverdiente zweite Chance geben kann. Der Ersteindruck ist auch weitgehend positiv, denn bis auf die ganz wenigen neuen Szenen und der Wechsel von so manchem Synchronsprecher (insbesondere Oliver Siebeck und David Nathan vermisse ich sehr!), kann ich keinerlei negative Punkte am Gesamtbild erkennen. Die Story funktioniert aufs Wesentliche reduziert wesentlich besser, die Dialoge (sind bis auf manche Wortwiederholungen) wirklich gut gelungen und die Kämpfe zwischen Son Gokū und seinen Feinden wieder einmal eine Augenweide für Martial-Arts-Liebhaber. Ich kann die erste Serienbox jedem empfehlen, der über die Mankos hinwegsehen kann. Sollte es wirklich nur an der Synchronisation liegen, kann ich jedem auch die japanische Tonspur empfehlen – diese hat nämlich ebenfalls einige bekannte und sehr gute Sprecher zu bieten!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Z Kai (Box 1, Episoden 1-16)!

Prime Time: Psycho-Pass 2 (Vol. 1-2) (Unboxing)

Psycho-Pass 2 gehört zu den wohl besten Anime der letzten Jahre. Wir haben uns der zweiten Staffel nicht nur in Form von Reviews gewidmet, sondern präsentieren euch heute auch noch unser Unboxing-Video. Wir wünschen euch viel Vergnügen!

Review: One Week Friends (Vol. 2)

One Week Friends (Vol. 2) (1)Die komplette Anime-Serie One Week Friends erschien hierzulande aufgeteilt in zwei Volumes. Während sich die erste Serienhälfte vor allem Zeit für Kaoris Situation genommen hat, geht es in der zweiten Volume stärker ums Verliebtsein und die Bedeutung von Freunden.

One Week Friends (Vol. 2) (2)Oberschülerin Fujimiya Kaori hat es schon nicht leicht. Noch bevor sie die Grundschule abschließen konnte, wollte sie sich mit einem sehr guten Freund im Park treffen. Allerdings kam sie dort niemals an und erlitt einen Unfall, an deren Folgen sie bis heute knabbert. Laut ihren Ärzten ist mit Kaoris Gehirn physisch alles in Ordnung, doch leidet sie an einer besonderen und leider auch anhaltenden Form der Amnesie. Während sie sich an ihre Familie und beiläufige Ereignisse fast problemlos erinnern kann, vergisst sie sämtliche Geschehnisse, die sie in der letzten Woche mit Freunden gemacht hat, wenn sie sich sonntagabends schlafen legt. Aus keinem anderen Grund hält sie sich von sämtlichen bekannten Gesichtern fern und bricht fast jegliche soziale Interaktion mit ihnen ab. Ihr Mitschüler Hase Yūki bemerkt Kaoris merkwürdiges Verhalten und versucht, sich mit ihr anzufreunden. Mit der Zeit lernen sich die beiden besser kennen und überlegen sich auch eine Möglichkeit, Kaoris Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Kaori beginnt ihre Erinnerungen an die Zeit mit Yūki in ihrem Tagebuch aufzuschreiben, sodass ihre Freundschaft an jedem Montagmorgen nicht von ganz vorne beginnen muss. Um Kaoris Gedächtnisproblem schlussendlich lösen zu können, weihen die beiden auch Yūkis besten Freund Kiryū Shōgo und die überdrehte Yamagishi Saki ins Geheimnis ein.

In aller Freundschaft

One Week Friends (Vol. 2) (3)Somit steht die erste Episodenhälfte von One Week Friends vor allem im Zeichen der Freundschaft. In sechs Episoden ist es Regisseur Iwasaki Tarō gelungen, ein klares und authentisches Bild einer kleinen eingeschworenen Gemeinschaft zu zeichnen. Auf diesen grundlegenden Fakten bauen die sechs Folgen der zweiten Volume auf. Dass Yūki in Kaori verliebt ist, wird wohl jedem Zuschauer aufgefallen sein und auch dass Kaori wesentlich mehr als Freundschaft für Yūki übrig hat, ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. So stehen dieses Mal vor allem Momente auf der Tagesordnung, in denen sich beide Charaktere alleine näherkommen können – auf der anderen Seite gibt es auch Szenen, in denen Shōgo und Saki im Mittelpunkt stehen. In der achten Folge wird mit Kujō Hajime zudem ein neuer Charakter eingeführt, welcher die Story um einen weiteren Aspekt ergänzt. Hajime kennt Kaori nämlich noch aus der Grundschulzeit und ist zunächst nicht gut auf sie zu sprechen; wandelt sich aber zu einem wichtigen Bestandteil der Problemlösung. So findet die Serie auch wieder zurück zu ihrer eigentlichen Intention, das Phänomen Freundschaft zu behandeln. Da die Handlung nun nicht mehr im Frühling, sondern vor allem im Sommer und im Herbst stattfindet, wird das Thema mit verschiedenen Grundtönen, die viele schöne und traurige Momente untermalen, ausgedrückt.

Überraschendes und poetisches Ende

One Week Friends (Vol. 2) (4)Das Ende des Slice-of-Life-Anime kommt im Übrigen überraschend, denn während man beim Anschauen der Folgen auf bestimmte und ebenso vorhersehbare Wendungen hofft, treten diese nicht ein. Schade ist nur, dass die Handlung nicht zu einem abschließenden Ende geführt wird. Trotzdem liefert man ein recht poetisches Ende ab, das uns auch noch Stunden später berührt. Wir hoffen, dass es nicht das letzte Mal gewesen sein wird, dass wir Yūki, Kaori, Shōgo, Saki und Hajime begegnen werden – der Abschied fällt nach nur zwölf Episoden nämlich wirklich nicht leicht, gerne würden wir mehr alltägliche Abenteuer mit der Bande erleben. Das liegt nicht zuletzt am schönen Zeichenstil der Anime-Serie, denn der Wechsel von Jahreszeiten und der Einsatz von verblassten Bildschirmrändern wirken auch in der zweiten Volume fantastisch. Der Soundtrack, der nicht selten von Klavierklängen begleitet wird, untermalt den teils recht dramatischen Alltag der Helden wunderbar. Die deutsche Synchronisation hat sich etwas im Vergleich zu den ersten Folgen gesteigert und ist nach wie vor empfehlenswert; die japanische Tonspur wirkt dennoch etwas besser. Bonusmaterial liegt auch dieses Mal in Form eines im Digipack eingeklebten Booklets mit Episodenguide und Artworks vor. Digital lassen uns sechs Tagebuch-Einträge von Kaori und Yūki tiefer in die Story eintauchen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich habe mir die ersten sechs Episoden von One Week Friends sehr gerne angeschaut und auch die zweite Serienhälfte habe ich in nur einem Rutsch regelrecht verschlungen. Das überrascht mich selbst sogar ein wenig, da die Story fast gar keinen Anspruch erhebt, irgendwie in die Tiefe zu gehen und recht einfach gestrickt bleibt. Es sind alltägliche Probleme und Situationen, wenn man mal von Kaoris Amnesie absieht, welche die Charaktere meistern müssen. Es geht um Freundschaft, Vertrauen, Probleme in der Schule und am Rande sogar ums Verliebtsein. Es sind Themen, die jeder Mensch aus seinem Leben kennt und gerade die meist fröhliche Untermalung der Situationen machen One Week Friends zu einem wirklich sehr genussvollen Anime, den man sich besonders an schlechten Tagen anschauen kann, um wieder gute Laune zu bekommen. Nach der zwölften und letzten Folge hinterlässt der Anime jedoch eine Lücke, denn in weniger als fünf Stunden hat er mir wunderbare Charaktere wie Shōgo und Saki, meiner Meinung nach die wahren Stars der Serie, nähergebracht, von denen ich in Zukunft wohl nichts mehr hören oder sehen werde. Da hilft wohl nur noch One Week Friends ein weiteres Mal anzuschauen, aber bei dieser heiteren Gestaltung des Werkes mache ich das natürlich mehr als nur gerne!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Week Friends (Vol. 2)!

Review: The Legend of Legacy

The Legend of Legacy (1)Viele fernöstliche Rollenspiele bestechen uns gerne mal mit einer schönen Story, epischen Bosskämpfen und atemberaubenden Anime-Sequenzen. The Legend of Legacy hat keinen dieser drei Trümpfe gezogen und bleibt weit hinter unseren anfänglichen Erwartungen zurück.

The Legend of Legacy (2)Die Rahmenhandlung von The Legend of Legacy bildet das Auftauchen der Insel Avalon im nördlichen Meer. Diese ist vor Jahrhunderten verschwunden und ihr Erscheinen sorgt dafür, dass zahlreiche Helden, Schatzsucher und Abenteurer die Waffen schärfen und Heilkräuter sammeln, um die geheimnisumwobene Insel zu erforschen. Was auf dem Papier zunächst sehr spannend klingt, fühlt sich in der Praxis sehr ermüdend an. Dabei hätte The Legend of Legacy von Beginn an die Chance, ein sehr außergewöhnliches Rollenspiel im positiven Sinne zu sein. Das Spiel beginnt nämlich damit, dass wir uns einen von sieben vorgefertigten Helden aussuchen, die alle ihre eigene Hintergrundgeschichte haben. Das heißt, dass sich die Motivation aller Charaktere, warum sie also überhaupt nach Avalon reisen, unterscheidet. Allerdings kommen diese Ambitionen im Verlauf der Story nicht wirklich zur Geltung. Die Interaktion mit anderen Truppenmitgliedern und Nichtspielercharakteren verkommt zur Nebensache. Nachdem wir uns für einen Helden entschieden haben, werden uns automatisch zwei vorbestimmte Charaktere zur Seite gestellt. Außerdem werden wir ohne große Einführung ins Geschehen geworfen und werden von nur wenigen Tutorial-Texten in die recht simplen Spielmechaniken eingewiesen. Kein guter Start für ein Rollenspiel dieser Größenkategorie.

Hobby-Kartographen

The Legend of Legacy (3)Genauso wie die Hintergrundgeschichte und die Charaktere durchweg sehr blass bleiben, können es die enthaltenen Gameplay-Mechaniken ebenfalls nicht mit Konkurrenztiteln aufnehmen. In The Legend of Legacy erkunden wir hauptsächlich die verschiedenen Schauplätze auf der Insel Avalon und kartographieren sie, indem wir einfach nur Herumlaufen und somit die Karte auf dem unteren Spielbildschirm des 3DS aufdecken. In der Stadt können wir die Karten dann verkaufen, um unser Vermögen anzuhäufen. In den zahlreichen Gebieten warten rollenspieltypisch auch viele Monster auf uns. Diese greifen uns bei Blickkontakt augenblicklich an und eröffnen die Schlacht in einem rundenbasierten Kampfbildschirm. Hier kann der Titel erstmals ansatzweise punkten, denn die Kämpfe sind vor allem zu Beginn sehr darauf bedacht, mit Taktik bestritten zu werden. Vor jeder Runde entscheiden wir uns erst einmal, in welcher Formation wir es mit den Feinden aufnehmen wollen. In der Pegasus-Formation steht ein Charakter der dreiköpfigen Gruppe beispielsweise vor seinen beiden Gefährten und kann dann wesentlich besser Angriffe abwehren. Während dieser Befehl in den meisten Rollenspielen eher nutzlos ist, fühlt er sich in The Legend of Legacy sehr essentiell an. Wer nicht auf die Lebensenergie der Charaktere achtet und geschickt Angriffe abwehrt, ist hier also verloren.

Pop-up-Märchenbuch

The Legend of Legacy (4)Dann begeht der Titel allerdings den Fehler, nicht auf ein solides Erfahrungspunkte-System zu setzen und stattdessen Attribute und Kampffähigkeiten zufällig während und nach den Kämpfen zu verbessern. Immerhin motivieren uns schöne Melodien, die Kämpfe siegreich zu beenden und auch die entspannenden Musikstücke beim Erkunden der sehr schön gestalteten Spielwelt tun ihr Übriges, damit wir zumindest akustisch vom Spiel bei Laune gehalten werden. Der Grafikstil des Spiels ist ebenfalls zu erwähnen, da er sehr außergewöhnlich ist. So poppen interessanterweise Bäume, Ruinen oder andere Objekte erst aus dem Boden auf, wenn wir in ihre Nähe gekommen sind. The Legend of Legacy wirkt im Grunde wie ein Spaziergang durch ein Märchenbuch, auch wenn die Handlung bei Weitem nicht so schön erzählt wird, wie jüngst bei Return to PopoloCrois: A Story of Seasons Fairytale. Da es sich sowohl beim PopoloCrois-Story-of-Seasons-Crossover, als auch bei The Legend of Legacy um Nischentitel handelt, müssen Fans deutscher Lokalisierungen wieder einmal in die Röhre schauen. The Legend of Legacy ist nur mit englischen Texten erschienen, die zum Teil jedoch von Sprechern vorgelesen werden. Da die Story aber ohnehin nicht so wichtig bei The Legend of Legacy ist, können auch jüngere Spieler durch Erlernen weniger Begriffe ihren Spaß haben.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: The Legend of Legacy hat wirklich nur sehr wenige positive Merkmale. Diese springen einem jedoch direkt ins Auge beziehungsweise ins Ohr. Sowohl der sehr schöne Grafikstil, als auch die dazugehörigen Melodien werde ich nicht so schnell vergessen. Auch dass die Kämpfe eine taktische Note beinhalten, in dem der Befehl zum Verteidigen der Gefährten unabdingbar wichtig ist, gefällt mir sehr gut. Schließlich ist das eine wahre Seltenheit in alten, als auch in aktuellen Rollenspielen. In diesen Punkten haben die Entwickler wirklich ein sehr schönes Spiel abgeliefert, doch die Fassade bröckelt schnell. Sowohl das zufällige Verbessern der Attribute und Kampffähigkeiten meiner Helden, als auch das Erkunden der Spielwelt fallen sehr langatmig und vor allem sehr langweilig aus. Dieses repetitive Gameplay hätte ich niemals hinter The Legend of Legacy erwartet. Dass solch ein Nischentitel wieder einmal nur auf Englisch erschienen ist, kam für mich jedoch nicht überraschend. Diesmal finde ich das auch gar nicht schlimm, da selbst jüngere Spieler durch das Erlernen weniger Begriffe voll auf ihre Kosten kommen werden. Ob sie jedoch langfristig Spaß mit dem Spiel haben werden, steht wiederum in den Sternen. Wer sich auf The Legend of Legacy einlassen will, sollte mit repetitivem Gameplay keinerlei Probleme und auch keine großen Erwartungen an die Story haben. Dann kann man mit dem Spiel seine Freude haben, aber auch wirklich nur dann!

Vielen Dank an NIS America für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Legend of Legacy!

Prime Time: Akuma no Riddle (Vol. 1-4) (Unboxing)

Vor einiger Zeit haben wir euch bereits unsere Reviews zu Akuma no Riddle vorgestellt. Damit ihr auch einen Blick darauf werfen könnt, wie die Volumes im Handel aussehen und wie sie in den Schuber der Limited Edition passen, solltet ihr unser Unboxing-Video nicht verpassen. Gute Unterhaltung!

Special: My Nintendo – sinnvoll oder überflüssig?

Am 31. März 2016 startete das neue Bonusprogramm My Nintendo. Wir haben uns die Vergangenheit von Nintendos Bonusprogrammen angeschaut und durchleuchten das Angebot von My Nintendo inklusive eines obligatorischen Exkurses zur Smparthone-Applikation Miitomo.

Um deutschsprachige Kunden besser und näher an sich binden zu können, startete Nintendo bereits im Jahr 1989 mit dem Club-Nintendo-Magazin eine hauseigene Zeitschrift. Dieses Magazin lag bei ausgewählten Händlern aus und durfte kostenlos mitgenommen werden. Nintendo bot allerdings an, dass man das Magazin für einen jährlichen Obolus von fast dreißig deutschen Mark abonnieren konnte. Als Prämie für das aus sechs Ausgaben bestehende jährliche Abonnement hat man beispielsweise zum Ende der Club-Nintendo-Magazin-Ära eine Soundtrack-CD zu einem bestimmten Nintendo-Titel wie The Legend of Zelda: Majora’s Mask, Pokémon Snap oder Ridge Racer 64 erhalten. Bis zum Jahr 2000 wurde das Magazin von Nintendo selbst veröffentlicht, doch dann übernahm das Szepter der Computec-Verlag, der bekannterweise seit 1997 die N-Zone herausgegeben hat. Mitte 2002 wurde der Club Nintendo im deutschsprachigen Raum geschlossen. War man Abonnent so wie der Autor dieser Zeilen, hat man für die offenen Ausgaben des Abonnements stattdessen ungefragt die N-Zone erhalten. Ein netter Zug, zumal die N-Zone damals für nur etwas mehr als drei Euro monatlich zu haben war. Trotzdem stand das Magazin zu diesem Zeitpunkt noch in Konkurrenz mit der ebenfalls beliebten Zeitschrift big.N, weshalb die Entscheidung nicht jedem Fan schmeckte.

Rund um die Uhr, sieben Tage die Woche

Als Nintendo am 3. Mai 2002 in Europa den Gamecube veröffentlichte, führte man etwa zur gleichen Zeit ein neues Mitgliedschaftsprogramm ein. Dieses hörte auf den Namen Nintendo VIP 24:7. Bei hauseigenen Spielen lagen Punktekarten mit unterschiedlichen Werten bei, die man online einlösen konnte. Ebenfalls erhielt man Punkte, wenn man sich täglich einloggte und Teil der Community im Forum war. Eintauschen durfte man die Punkte in physische und digitale Prämien, beispielsweise Retail-Spiele wie Wario World oder Bildschirmschoner zu anderen Titeln. Außerdem verfielen Punkte nicht, sodass man diese auch über Jahre hinweg sparen konnte. 2006 wurde Nintendo VIP 24:7 in die alte Marke Club Nintendo umbenannt. Der Fokus des Programms lag nun auf physischen Belohnungen, die man für das Einlösen der (zu den bisherigen Punkten) äquivalenten Sternepunkte erhielt. Soundtrack-CDs tauchten im so genannten Sternekatalog ebenso wie eine goldene The-Legend-of-Zelda-Figur, Hanafuda (japanische Karten mit Nintendo-Motiven), ein Nintendo DS Lite im Pokémon-Design, das Wii-Spiel Little King’s Story oder gar Super-Nintendo-Controller für die Wii auf. Später hat man Kunden in der Bundesrepublik Deutschland auch ermöglicht, die gesammelten Sterne gegen einen zugegebenermaßen fragwürdigen Wechselkurs in Wii Points einzulösen.

Einlösen in letzter Minute

2008 wurde eingeführt, dass Punkte 24 Monaten nach Registrierung verfallen. Wer clever war, hat bis zum letzten Tag der Registrierungsoption gewartet und erst dann den entsprechenden Code eingelöst, um das System maximal auszunutzen. Seit dem Launch des Nintendo 3DS lagen im Übrigen sämtlichen Spielen und nicht nur den hauseigenen Produkten Sternepunkte bei, sodass man schneller ans gewünschte Ziel kam. Bei der Wii U wurde dieses Unterfangen ebenso stark durchgesetzt – hier tauchten in der Vergangenheit jedoch auch Spiele von Drittherstellern auf, die nicht im Club Nintendo registriert werden konnten. Anfang 2015 gab Nintendo of Europe schließlich bekannt, dass die Pforten des Club Nintendos abermals geschlossen werden. Man arbeite jedoch bereits an einem Nachfolgeprogramm, hieß es. Bereits im Februar 2015 lagen Spielen keine Punktekarten mehr bei, man konnte jedoch noch bis zum Schluss Punkte einlösen. Wer tatsächlich bis zum Schluss gewartet hat, konnte noch ein paar besondere Prämien, wie die Club-Nintendo-Gedenkmünze, erhaschen. In den letzten Tagen muss der Ansturm auf den Server jedoch immens gewesen sein, sodass man kaum oder gar nicht den Sternekatalog aufrufen konnte – glücklicherweise hat Nintendo das Programm wenige Tage verlängert, sodass jeder Kunde noch die Chance hatte, seine Punkte einzulösen.

Wert von Gold und Platin

Obwohl das Bonusprogramm offiziell am 30. September 2015 endete und das Nachfolgeprogramm noch im gleichen Jahr starten sollte, dauerte es bis zum 31. März 2016, bis das auf den Namen My Nintendo getaufte Unterfangen startete. Fans der ersten Stunde, die sich bis zum 30. April 2016 für das Programm registrierten, erhielten als Belohnung die Software Flipnote Studio 3D gratis als Download. Einem geschenkten Gaul schaut man schließlich nicht ins Maul, doch auch an der Teilnahme des Programms winken seit Start lukrative Belohnungen, doch dazu später mehr. Anstatt einer Währung existieren im My-Nintendo-Programm nun zwei Werte, die gegen Belohnungen eingetauscht werden können. Die Rede ist von Platin- und von Goldpunkten. Platinpunkte erhält man, wenn man sich wöchentlich bei My Nintendo einloggt, den eShop besucht, das Miiverse aufruft oder Miitomo nutzt. Da es Platinpunkte fürs Erfüllen diverser freiwilliger Aufgaben gibt, ist es nicht möglich, einen Umrechungswert in Euro zu erstellen. Dieser Wert muss von jedem selbst bestimmt werden, da er mit Zeitaufwand verbunden ist. Goldpunkte hingegen erhalten fleißige Einkäufer digitaler Software ab genau fünf Euro. Wie viele Goldpunkte man erhält, hängt vom Warenwert ab. Da in Intervallen abgerechnet wird, kann man nur schätzen, dass ein Goldpunkt etwa einem Euro entspricht.

Lukrative und nicht empfehlenswerte Belohnungen

Wer die Social-Network-Applikation Miitomo regelmäßig nutzt, profitiert von My Nintendo am meisten – zumindest war dies im Startzeitraum der Fall. In der Smartphone-Applikation erhält man täglich bis zu 35 Miitomo-Münzen, die jedoch den gleichen Wert wie Platinpunkte haben. Platinpunkte gibt es hier für das Lesen von Antworten eurer Freunde, das Beantworten von drei Fragen, das Wechseln des Outfits des eigenen Miis und das Erhalten von fünf Herzen und fünf Kommentaren durch Freunde, die ebenfalls Miitomo nutzen. Mit eintausend Punkten auf dem Konto konnte man sich im Startzeitraum beispielsweise My Nintendo Picross – The Legend of Zelda: Twilight Princess oder WarioWare: Touched! gönnen. Weniger lukrative und somit wesentlich günstigere Angebote findet man in Form von Spielscheinen für das Minispiel „Mii über Kopf“ in Miitomo oder Mii-Outfits für selbige Anwendung. Außerdem gibt es Rabattgutscheine für verschiedene Nintendo-Spiele. Von diesen sollten Interessierte aber die Finger lassen, da die gleichen Spiele im Einzelhandel oder bei Online-Shops selbst nach Einlösen des Gutscheins oft immer noch etwas günstiger zu haben sind. Der Mehrwert ist klar ersichtlich – solche Spiele können später über Auktionsplattformen veräußert werden, wenn man sie echt nicht mehr benötigt. Die Rabatte eignen sich also nur für absolute Digital-Käufer.

Belohnungen für die Digital-Käufer-Schicht

Bei den Belohnungen für Goldpunkte sieht es wiederum interessanter aus. Hier gibt es neben Rabatten für Nintendo-Titel und Download-Inhalten auch Virtual-Console-Spiele. Wer ältere Titel nachholen will, hat hier die kostengünstige Möglichkeit, Goldpunkte zu verwenden. Wer etwa neunzig Goldpunkte aufbringt, erhält dafür den Klassiker Super Mario 64. Anhand dieses Wertes kann man errechnen, dass der Treuebonus Nintendo etwa neun Prozent wert ist. Da digitale Inhalte (nahezu) unbegrenzt zur Verfügung stehen und Nintendo gar mit Ablaufdaten arbeitet, wann ein Artikel aus dem Angebot entfernt wird, ist es für den Kunden wesentlich einfacher, mit Punkten hauszuhalten oder sie auszugeben, doch Obacht: Der Konzern kam auf die marktwirtschaftlich intelligente Idee, die Punkte nach nur sechs Monaten verfallen zu lassen. Da es Goldpunkte nur für Digitales gibt (Stand 22. April 2016), werden Käufer von Retail-Spielen doppelt vor den Kopf gestoßen. Es liegen keine Punkte zum Einlösen bei und wer kein Interesse an reinen eShop-Titeln hat, die für Prämien wie Super Mario 64 in Massen gekauft werden müssten, wird kaum eine Belohnung für Goldpunkte erhalten. Sollte Nintendo in regelmäßigen Abständen genug wechselnde und vor allem interessante Prämien für Platinpunkte anbieten, kann das Programm auch für diese Käuferschicht funktionieren.

Verlorene Zielgruppe: Langjährige Fans

Nintendos Hintergedanke ist dabei, aus unserer spekulativen Sicht, klar ersichtlich: Der Konzern will den Kunden nicht nur für sich gewinnen, er will ihn auch ewig an sich binden und einen möglichen Weiterverkauf von gebrauchter Software verhindern. Würde der eShop wie Steam funktionieren, also dass man von jedem seiner Nintendo-Systeme auf seine Bibliothek zugreifen kann, wäre der Aufschrei wegen der Bindungsangst nur halb so schlimm. Obwohl Nintendo unter der Leitung von Iwata Satoru noch kurz vor dessen Tod beteuert hat, dass Spiele in digitaler, als auch in physischer Form für das Unternehmen denselben Wert haben, scheint dies anscheinend nicht für Boni geschweige denn den Kunden zu gelten. Genau hier liegt jedoch der Fehler, den Nintendo macht. Kunden, die sich eine Nintendo-Konsole zum Launch kaufen, sich jedes einzelne Spiel des Unternehmens ins Regal stellen, täglich mit dem New 3DS als Botschafter und StreetPass-Nutzer unterwegs ist und auf Missstände hinweist und Ideen vorschlägt, wird hier mit digitalen Inhalten ausgeschlossen. Die Möglichkeit, Codes für Punkte bei My Nintendo einzulösen, ist bereits vorhanden. Nintendo muss diese Option intensiv nutzen und nicht nur für Punktecodes im Newsletter anbieten. Es müssen physische Belohnungen folgen, damit My Nintendo auch für die wohl wichtigsten Kunden zukünftig attraktiv bleibt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Review: One Weeks Friends (Vol. 1)

One Week Friends (Vol. 1) (1)Ursprünglich war One Week Friends nur in Form eines Yomikiris, also eines alleinstehenden Werkes, in Manga-Form geplant. Nach der erst Veröffentlichung 2011 folgten zwischen 2012 und 2015 sieben Tankōbon (Bände). Mitte 2014 folgte dann eine zwölfteilige Anime-Serie.

One Week Friends (Vol. 1) (2)Die Manga-Serie von Autorin Hadsuki Maccha schien für Regisseur Iwasaki Tarō dermaßen interessant gewesen zu sein, dass er sich zusammen mit Drehbuchautor Suga Shōtarō noch vor dem Ende der Reihe dazu entschied, den Manga als Anime umzusetzen. Während One Week Friends in Japan zunächst im Fernsehen ausgestrahlt wurde, erschien die Anime-Serie hierzulande direkt fürs Heimkino. Dreh- und Angelpunkt der Geschichte von One Week Friends ist die junge Oberschülerin Fujimiya Kaori, die seit einem Unfall vor vielen Jahren ein großes Problem hat. Sie leidet an einer bestimmten Form der Amnesie, denn während sie sich an ihre Familie und beiläufige Ereignisse fast problemlos erinnern kann, vergisst sie in jeder Woche, mit wem sie überhaupt befreundet ist. Sie kann sich also an nichts erinnern, das in irgendeiner Form mit ihren Freunden zu tun hat. Aus keinem anderen Grund hat sie sich immer mehr aus sozialen Kreisen in der Schule zurückgezogen, sodass sie keinerlei Freunde hat und die Pausen alleine verbringt. Dieses untypische Verhalten fällt ihrem Klassenkameraden Hase Yūki noch vor Beginn der Anime-Serie auf, sodass die Handlung mit seiner Frage beginnt, ob die beiden nicht vielleicht Freunde sein könnten. Für Kaori steht die Antwort aber nicht zur Diskussion. Sie lehnt zwar ab, entschuldigt sich aber auf höfliche Weise dafür.

Bund der Freundschaft

One Week Friends (Vol. 1) (3)Yūki lässt jedoch nicht locker und auf Raten seines besten Freundes Kiryū Shōgo sucht er sie ein weiteres Mal auf. Obwohl das Dach der Schule für sämtliche Schüler eigentlich tabu ist, kam Kaori in den Besitz des Schlüssels und verbringt ihre Pausen dort alleine – bis Yūki plötzlich auftaucht und ihr unter allen Umständen Gesellschaft leisten will. Trotz einiger Startschwierigkeiten lernen sich die beiden über Gespräche tagtäglich besser kennen. Obwohl Kaori anfangs keinen Kontakt zu Yūki aufbauen wollte, bemerkt sie, dass ihr genau diese soziale Interaktion in ihrem Leben fehlt. Sie entschließt sich sogar dazu, Yūki davon zu erzählen, dass ihre Erinnerungen in jeder Nacht von Sonntag auf Montag gelöscht werden. Nach einer Woche der Freundschaft bemerkt Yūki, dass Kaori ihm die Wahrheit erzählt hat und muss sie von vorne kennenlernen. Welche Lösung sie für das Problem finden, möchten wir euch an dieser Stelle nicht verraten. Mit fortlaufendem Handlungsstrang werden jedoch immer mehr Personen in das Geheimnis eingeweiht. Zum Beispiel Yūkis bester Freund Shōgo, der von der Geschichte nicht überzeugt ist und Yūkis Gutgläubigkeit in Frage stellt. Später gesellt sich auch noch die kleine und überdrehte Yamagishi Saki zum Freundeskreis. Sie kann sich mit Kaoris Problem schnell anfreunden, da sie selbst vieles aus ihrem Leben vergisst.

Alltägliche Themen

One Week Friends (Vol. 1) (4)Der Slice-of-Life-Anime kann vor allem mit seinen illustren Charakteren unterhalten. Während Kaori zurückhaltend ist und Yūki sich schüchtern verhält, ist Shōgo oft wortkarg und Saki ist mit ihrer Offenheit einfach sie selbst. Obwohl die Story vor allem durch den Amnesie-Aspekt fiktiv ist, wirkt sie dennoch überwiegend so, als ob sie so ähnlich tatsächlich passieren könnte. Freundschaft, Schulalltag oder Verliebtsein sind alltägliche Themen, mit denen wir uns in verschiedenen Lebensphasen auseinandersetzen. Die Anime-Serie schafft es, diese Inhalte mit viel Humor auszudrücken. Auf der technischen Seite begeistert der Zeichenstil, der mit dem Figurendesign fast schon beängstigend in Symbiose lebt und mit clever genutzten Elementen wie Nebel oder verblassten Bildrändern ein schönes Bild in 1080p und im 16:9-Format bietet. Animationen werden zwar sparsam eingesetzt, wirken aber vor allem beim Einsatz von Humor einzigartig. Der Soundtrack unterlegt die Situationen mit ruhigen und erheiternden Klängen. Die deutsche Synchronisation ist wie die japanische Sprachfassung durchweg gut gelungen und zeichnet gar ein eigenes Bild bezüglich der Betonung, auch wenn wenige Aussprachefehler bezüglich der (japanischen) Namen anzumerken sind. Bonusmaterial liegt in Form eines im Digipack eingeklebten Booklets mit Episodenguide und Artworks vor, digital unterstützen fünf vertonte Tagebuch-Einträge von Kaori das Gesamtbild.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): One Week Friends ist ein hervorragender Anime zum Entspannen. Man kann ihn sich wirklich zu jeder Zeit und in jeder Lebensphase anschauen. Die Handlung ist nämlich nur wenig tiefgründig, kann dafür aber mit interessanten Charakteren und alltäglichen Themen auf wunderbare Art und Weise überzeugen und vor allem durchgehend unterhalten. Nie hatte ich während der ersten sechs Episoden das Gefühl, dass ich mich langweile. Obwohl sich die Anime-Serie „nur“ mit alltäglichen Themen wie Freundschaft, Verliebtsein und dem Schulalltag beschäftigt, bin ich trotzdem regelrecht daran interessiert, welche spannenden Geschehnisse als nächstes passieren werden – und natürlich auch, wie die desorientierte Saki damit umgeht. Saki und Shōgo sind in meinen Augen nämlich vor allem beim großartigen Humor die Stars der Serie. Der Humor kommt fast durchgehend zum Einsatz und somit absolut nicht zu kurz, denn die Situationskomik ist unglaublich witzig. Besonders die sechste Episode kann hier punkten, bei der sich die Charaktere auf einen bevorstehenden Mathematiktest konzentrieren müssen und sich schnell ablenken lassen. Die erste Volume der Serie ist definitiv empfehlenswert und macht viel Lust auf die zweite und leider auch schon letzte Volume von One Week Friends. Ich bin und bleibe also gespannt!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Week Friends (Vol. 1)!

Review: Selector Spread Wixoss (Vol. 2)

Selector Spread Wixoss (Vol. 2) (1)Die erste Episodenhälfte von Selector Spread Wixoss folgte dem Rezept der Vorgängerserie Selector Infected Wixoss und daran ändert sich mit der zweiten Episodenhälfte in der ebenso zweiten Volume nichts. Dafür führen die Folgen die Anime-Serie halbwegs zu einem Ende.

Selector Spread Wixoss (Vol. 2) (2)Bei der zweiten Volume der Serie gilt unser gleicher Rat, denn wer die erste Staffel und auch die letzte Volume von Selector Spread Wixoss noch nicht gesehen hat, wird auch hier nichts verstehen können, da Begriffe nicht erklärt und Hintergründe nicht erläutert werden. Das ist in unseren Augen aber nur logisch, da die Geschichte nahtlos an die vorherigen Ereignisse anknüpft. Zum Ende der letzten Folge der ersten Volume wurde die Spannung regelrecht auf die Höhe getrieben, denn der LRIG Urisu kontrolliert nach wie vor den Körper der Selector Urazoe Iona. Diese hat Uemura Hitoe, eine Freundin von Hauptfigur Kominato Rūko gefangen genommen und hofft nun darauf, dass Rūko ihr nach einem Drohanruf zur Hilfe eilt. Vor Ort erfahren sowohl wir, als auch Rūko, dass Urisu die Wünsche aller Selectors zunichtemachen und ihre Herzen verdunkeln will. Um gegen Rūko anzugehen nutzt Urisu Rūkos früheren LRIG Tama und versucht, die beiden Freundinnen gegeneinander auszuspielen. Anwesend im Raum ist auch die von Urisu ausgenutzte Aoi Akira, die von ihr deutlich missachtet wird, was dazu führt, dass sie seelisch immer zerbrechlicher wird. Bei Rūko scheitert dieser Plan jedoch zunächst, wodurch die Handlung für die letzten fünf Episoden der Anime-Serie vorbereitet wird, welche Antworten auf ein paar offene Fragen liefern sollen oder es zumindest versuchen.

Offene Nebenhandlungsstränge

Selector Spread Wixoss (Vol. 2) (3)Es setzt sich immer mehr ein Bild von einer möglichen Strippenzieherin im Hintergrund zusammen, die bereits in der letzten Volume in Form einer gemachten Anmerkung von Hitoe angesprochen wurde. Wir möchten gar nicht zu viel verraten, doch handelt es sich hierbei um das Mädchen Mayu, welches in ihrer Einsamkeit in einem Sumpf der Traurigkeit versinkt. Sie ist das Individuum, das die LRIGs geschaffen hat und in ihrer Fantasiewelt die Kämpfe zwischen den Avataren abhält. Die unausweichliche Konfliktlösung, welche die Entscheidung in der Welt von Selector Spread Wixoss herbeirufen soll, rückt unerbittlich näher. Auf der Zielgeraden vergisst der Anime jedoch nicht, auch die Nebengeschichten fortzuspinnen, die man bereits angefangen hat. Allen voran natürlich die Liebe zwischen Kurebayashi Yuzuki und ihrem Bruder beziehungsweise zwischen Yuzukis ehemaligen LRIG und ihrem Bruder. Außerdem bekommt die kleine Chiyori noch ein paar kleine Auftritte, die jedoch kaum der Rede wert sein. Während die Handlung konsequent bis zum Ende weitererzählt wird, geht der Serie genau hier jedoch die Puste aus. Das Ende lässt viele Fragen bezüglich der Nebenhandlungsstränge offen, sodass wir vieles nur erahnen können, etwa welchen Werdegang die Charaktere einschlagen und wie sie jetzt mit ihren Wünschen und Ängsten persönlich umgehen. Schade.

Auf Regen folgt Sonnenschein

Selector Spread Wixoss (Vol. 2) (4)Dafür gehen ausgerechnet die letzten Episoden mehr auf die Kartenkämpfe ein, lassen aber das Regelwerk wie gehabt außen vor. Mit Yū-Gi-Ō und Co möchte der Anime in den letzten Zügen nicht verglichen werden, was wir absolut respektieren, da Selector Spread Wixoss auch in den letzten 145 Minuten keine Alleinstellungsmerkmale aufgeben will. Genauso wie die Story stringent erzählt wird, so wenig hat sich an der technischen Gestaltung verändert. Das Bild in 1080p und im 16:9-Format bietet abermals schön gezeichnete Hintergründe und ein passendes Figurendesign. Wie in den vorherigen Folgen spart man nicht an Animationen, allerdings an Spezialeffekten, die selbst in den Kämpfen gerne etwas zu kurz kommen. Die düstere Atmosphäre wird in den letzten Episoden zum Glück nicht getrübt; diffuses Licht und die winterliche Kulisse sorgen auch dieses Mal für das eine oder andere mulmige Gefühl, das erst in den letzten Minuten mit Sonnenschein vertrieben wird. Das Tonformat DTS-HD Master 2.0 sorgt für einen guten Klang inklusiver hervorragender Abmischung der verschiedenen Lautstärken bei Dialogen, Musik und Effekten. Die deutsche Synchronisation ist nach wie vor gut, die japanische Tonspur aufgrund Authentizität jedoch zu bevorzugen. Bonusmaterial gibt es wieder in Form von drei physischen Postkarten. Wer den Schuber der ersten Volume besitzt, darf das Digipack der zweiten Volume endlich in den freien Platz hineinstecken.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die erste Volume von Selector Spread Wixoss hat die Geschichte von Selector Infected Wixoss stringent und konsequent fortgeführt, sodass Fans auf jeden Fall zufriedengestellt waren. Bei der zweiten Volume dieser Staffel ist das aber ein etwas schwierigeres Thema. An der eigentlichen Story kann man nur wenig bis gar nichts aussetzen, da sie so tiefgehend ist, wie sie auch sein muss und glücklicherweise zu einem abschließenden Ende geführt wird, welches wirklich nur wenig Freiraum für eine Fortsetzung lässt. Allerdings hat man viele Fragen während der Serie aufgeworfen, die sich mit den Wünschen, Ängsten und zugleich den Motivationen der Charaktere beschäftigt haben, die schlussendlich nicht alle geklärt werden. Wichtige Figuren verlassen die Bühne wie in einem Theaterstück und tauchen gar nicht mehr auf, die Beziehung zwischen den Charakteren scheint auf einmal trotz mehrmals betonter Bedeutsamkeit nicht mehr wichtig zu sein. Wem das egal ist, der wird auch mit den letzten sechs Episoden der Serie sicherlich wieder zufriedengestellt werden, da die Haupthandlung nach wie vor existent ist und man sich auch sonst keinerlei grobe Schnitzer mehr geleistet hat, die nicht schon längst in vorherigen Episoden aufgefallen sind. Fans dürfen also ein letztes Mal bedenkenlos zuschlagen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Selector Spread Wixoss (Vol. 2)!

Prime: Star Fox Zero – First Print Edition (Unboxing)

Am 22. April 2016 erschien Star Fox Zero für die Wii U. Wir haben uns die First Print Edition geschnappt und möchten euch diese, bestehend aus Star Fox Zero, Star Fox Guard und einem Steelbook, im Rahmen eines Unboxing-Videos ausgiebig vorstellen. Wir wünschen euch dabei gute Unterhaltung und viel Spaß!

Review: Mario Tennis: Ultra Smash

Mario Tennis - Ultra Smash (1)Klempner Mario ist nicht nur Prinzessinnenretter. Seine Freizeit verbringt er auch gerne mit sportlichen Aktivitäten. Fans wissen, dass die Sportspiele mit Super Mario meistens ebenfalls sehr viel Spaß machen können. Mario Tennis: Ultra Smash ist allerdings sterbenslangweilig.

Mario Tennis - Ultra Smash (2)Obwohl besonders die Mario-Tennis-Reihe ein paar Schwankungen in puncto Spielspaßqualität hat, schießt Mario Tennis: Ultra Smash aber bei Weitem den Vogel ab. Das renommierte Entwicklerstudio Camelot Software Planning, das nicht nur fast alle Ableger der bisherigen Sportspielreihe entwickelt hat, sondern auch noch Erfahrungen mit Rollenspielen hat und diese hin und wieder mit Sporttiteln verbindet, hat alle wichtigen Faktoren, die für einen Sporttitel wichtig wären, über Bord geworfen und stattdessen wenige und zudem fast ausschließlich belanglose Spielmodi zusammengewürfelt. Besonders wichtig für ein Tennis-Videospiel ist sicherlich ein Turniermodus oder eine Kampagne, die man mit seinem Schützling durchlebt. Davon ist in Mario Tennis: Ultra Smash meilenweit nichts zu sehen. Der Titel bietet außerdem keinen Trainingsmodus, bei dem Spieler, die sich nicht mit Tennis auskennen, überhaupt erst einmal die Grundlagen beigebracht bekommen. Man merkt, dass sowohl Einsteiger, als auch Profis keinen direkten Anhaltspunkt finden, um ins Spiel einsteigen zu können. Da fragt man sich zu Recht bereits an dieser Stelle, was die Entwickler nach der Fertigstellung des wirklich guten Mario Golf: World Tour überhaupt gemacht haben und welche Schlafmütze bei Nintendo eigentlich dafür verantwortlich war, das Nintendo-Qualitätssiegel zu vergeben.

Umfanglose Zusammenstellung

Mario Tennis - Ultra Smash (3)Am größten wird im Spiel der Mega-Wettkampf beworben. Diesen können wir einzeln oder im Doppel angehen und die Tennisbälle mit dem Schläger zurückdonnern. Dabei müssen wir darauf achten, dass wir die Mega-Pilze im Hintergrund einsammeln, um die Größe von Mario, Luigi, Toad, Peach, Bowser, Yoshi und Co zu vergrößern und dadurch temporäre und in unseren Augen gar übermächtige Vorteile zu gewinnen. Weitaus weniger spektakulär ist der Mega-Ballwechsel. Hier spielen wir einen Tennisball übers Netz hin und her und müssen einfach nur versuchen, ihn möglichst viele Ballwechsel lang in der Luft zu halten. Der dritte Spielmodus ist die Knock-out-Herausforderung. Wir entscheiden uns für einen Charakter aus dem Super-Mario-Universum und gehen der Reihe nach gegen fünfzehn Herausforderer an, um unser Können zu demonstrieren. Das macht zwar schon etwas mehr Spaß, doch am ehesten spielen wir wohl den klassischen Spielmodus – hier gibt es so etwas wie Mega-Pilze nicht und selbst Glücksschläge dürfen abgeschaltet werden. Dieser Modus kann dann vor allem mit menschlichen Mitspielern punkten. Wer nämlich einmal ein Sportspiel mit Super Mario auf der Packung gespielt hat, wird wissen, dass es ohnehin der Mehrspielermodus ist, der die Spielzeit in die Höhe treiben wird – auch wenn hier Items oder Spezialfähigkeiten fehlen.

Enttäuschungen über Enttäuschungen

Mario Tennis - Ultra Smash (4)Zwar können wir auch Online-Matches bestreiten, doch dauert die Suche nach passenden Gegenspielern oftmals zu lange. Eine Neuerung hingegen früherer Episoden ist die Unterstützung von Amiibo-Figuren. Mit diesen können wir die Charaktere als Partner bei Doppel-Wettkämpfen heranzüchten. Wenn man nicht schon nach einer halben Stunde die Lust an Mario Tennis: Ultra Smash verliert, kann diese Option die Spielzeit ebenso wie die Mehrspielermöglichkeit sicherlich angenehm strecken. Optisch und akustisch unterhält das Spiel angenehm mit sauberen Texturen, flüssigen Animationen und netten Musikstücken. An der Steuerung haben wir grundlegend nichts zu bemängeln, doch braucht es Eingewöhnungszeit, bis man manche Bälle gut bis sehr gut zurückschlagen kann. Man muss sich jedoch bewusst sein, dass der Titel alles andere als abwechslungsreich ist und sich wirklich auf das Notwendigste beschränkt, um halbwegs zu funktionieren. Ein Rollenspielmodus, eine Kampagne, abwechslungsreiche Tennisplätze, Schläger oder Bälle, Minispiele, Spezialfähigkeiten oder mehr als nur ein Item, die solche hervorrufen würden, gibt es in Mario Tennis: Ultra Smash nicht. Jeder der vorherigen Serienableger ist mittlerweile günstiger zu haben und jeder dieser Teile bietet mehr Umfang, sodass wir vom Kauf von Mario Tennis: Ultra Smash dringend abraten!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Ich habe die Mario-Tennis-Reihe immer gemocht, da ich dem Sport nicht abgeneigt bin und die vielen Ideen, die über die Jahre dazu gekommen sind, zu schätzen gelernt habe. Bis auf Golden Sun: Die dunkle Dämmerung hat mich das Entwicklerstudio auch bis heute nicht wirklich enttäuscht gehabt. Obwohl ich schon im Vorfeld skeptisch gegenüber dem Spiel war, wollte ich einfach nicht wahrhaben, dass mich hier keine Umfangsgranate erwartet. Bereits nach einer Spielstunde kann jeder Spieler sagen, dass er von Mario Tennis: Ultra Smash so gut wie alles gesehen hat. Zwar finde ich es wirklich gut, dass man Bonus-Inhalte sowohl mit Goldmünzen erwerben, als auch mit Anstrengung freischalten kann, doch bietet das Spiel viel zu wenige Spielmodi, die mich motivieren würden, mich für eine der beiden Lösungen zu entscheiden. Selbst online vergeht mir der Spaß schnell, da die Spielersuche oftmals lange dauert und die Abwechslung dort auch nicht größer ist. Wenn man den Titel in ein paar Monaten für zehn Euro auf dem Grabbeltisch findet, dann kann man getrost zuschlagen, da das Spiel mit dem lokalen Mehrspielermodus immerhin ein wenig mehr Spaß macht. Wer jedoch einen Mario-Tennis-Teil mit reichlich Abwechslung und Umfang braucht, sollte weiterhin zu älteren Serienteilen greifen. Bei diesen hat man sich wesentlich mehr Mühe gegeben, sowohl den Inhalt, als auch das Gameplay abwechslungsreich zu gestalten! So hinterlässt Mario Tennis: Ultra Smash einfach nur den bitteren Nachgeschmack, hastig programmiert worden zu sein, damit die im Sterben liegende Wii U einen Titel mehr auf der Liste hat.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mario Tennis: Ultra Smash!

Review: Kill la Kill (Vol. 4)

Kill la Kill (Vol. 4) (1)In den Episoden der dritten Volume erreichte Kill la Kill wahrhaftig seinen Höhepunkt, denn das Gezeigte kann in der vierten und somit letzten Volume nicht mehr getoppt werden. Stattdessen wird die Story konsequent weiterentwickelt und vortrefflich zum Abschluss gebracht.

Kill la Kill (Vol. 4) (2)Die zwanzigste und somit erste Folge der vierten Volume beginnt genau da, wo die neunzehnte Episode endete. Das heißt, dass wir uns noch mitten im Streit zwischen Protagonistin Matoi Ryūko und ihrem Kamui Senketsu befinden. Mit aller Macht wehrt sie sich gegen seine Annäherungsversuche und bezeichnet sich selbst sogar als Monster aus Lebensfaden. Ihr gesamtes Leben sei eine Lüge und stellt sich im selben Atemzug mit ihrer Widersacherin Kiryūin Ragyō gleich, die – wir seit der letzten Volume wissen – auch ihre Mutter ist. Zusammen mit Harime Nui möchte ihre Mutter den Hass in ihr schüren, damit sie sich auf freier Basis entscheidet, auf ihrer Seite zu kämpfen. Das erinnert zwar mitunter gut und gerne an die Verführung des jungen Anakin Skywalker in der Prequel-Trilogie von Star Wars, doch machen auch die Absichten von Ragyō definitiv Sinn im Kontext zur gesamten Handlung. Schließlich bricht für ihre Tochter Ryūko eine Welt zusammen. Selbst die Elite-Vier sind machtlos, da sie ohne Ryūko und selbst ohne deren Schwester Satsuki kaum einen Aussicht auf Erfolg haben. Erst als sie über die Überwachungskameras der Honnōji-Akademie bemerken, dass Satsuki in der Einrichtung gefangen gehalten wird, keimt Hoffnung auf, Ragyō endgültig das Handwerk zu legen. Unterstützung erhalten sie dabei wieder einmal von der Organisation Nudist Beach.

Ohne Faden gerät die Welt aus den Fugen

Kill la Kill (Vol. 4) (3)Die vorliegenden Episoden spalten sich in drei wichtige Handlungsstränge. Der erste Handlungsstrang ist der klägliche Versuch seitens Ryūko, ihrer wahnsinnigen Mutter zu widerstehen. In diesem Zusammenhang erleben wir in der vierten Volume von Kill la Kill vertauschte Rollen, denn während Ryūko nun auf einmal zu Ragyōs Lieblingskind wird, wird Satsuki von ihr verstoßen. Das merken wir dann auch in den Kämpfen, denn Ryūko wird zwangsweise in Satsukis alten Kamui Junketsu gesteckt und Satsuki entscheidet sich freiwillig dazu, Senketsu zu tragen, um ihre Mutter aufzuhalten und ihre Schwester zu retten. Der zweite wichtige Story-Pfaden erzählt von den Bemühungen von Nudist Beach und den Elite-Vier. Da es auf dem Festland absolut nicht mehr sicher ist, rücken sie mit ihrem Schiff, das auf den wohl gut überlegten Namen Nackte Sonne getauft wurde, aufs Meer aus, um den beiden Schwestern helfen zu können. Im Hintergrund läuft dann der durchgehende Handlungsstrang weiter, der uns auf das große Finale vorbereiten will. Wir erfahren Hintergründe über die außerirdische Lebensform namens Lebensfaden, welche überhaupt für die ganze Misere verantwortlich ist. Ragyō beschreibt diese Wendung in der Geschichte als die Geburtsstunde der Kokon-Sphäre. Da alle Menschen mittlerweile Kleidung aus Lebensfaden tragen, sollen diese fürs Vorhaben sterben.

Feuerwerk und verpufftes Feuerwerk

Kill la Kill (Vol. 4) (4)Die letzten Episoden von Kill la Kill fühlen sich stark wie der Endbosskampf eines Rollenspiels an. Protagonisten und Antagonisten nehmen immer gewaltigere Verwandlungsformen an, um sich gegenseitig zu pulverisieren. Manch ein Zuschauer könnte davon recht gelangweilt sein, doch ist es nur die konsequente Fortführung der Handlung, die man sich um die zwanzig Folgen mühevoll aufgebaut hat. Negativ fällt nur auf, dass man ausgerechnet hier an Überraschungen gespart hat. Wer aber die plötzlichen Wendungen der dritten Volume miterlebt hat, wird sehr wollen, dass dies im großen Finale quasi gar nicht mehr möglich war. So bieten die letzten Episoden dennoch einen zufriedenstellenden Abschluss. Fraglich ist nur, ob es wirklich nötig war, die allerletzte Folge nach dem Endkampf zu inszenieren und dann noch einmal versuchen, ein kleines Feuerwerk zu zelebrieren. In unseren Augen kann sich die beabsichtigte Wirkung nicht einstellen. Man kann jedoch locker über die 25. Folge hinwegsehen – schließlich hat der Anime vorher 24 Episoden lang gut bis sehr gut unterhalten. Daran ist der grandiose Humor auch im Finale nicht ganz unschuldig. Neben bekannten Elementen aus den ersten drei Volumes, trägt vor allem Mankanshoku Mako hierzu bei. Ihre Verdauung und ihre Verwandlung in eine Mumie unterhalten uns köstlich. Der Anime weiß halt, was uns gefällt!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich bin sehr froh, dass ich nach der ersten Volume nicht aufgehört habe, diesen Anime weiterzuverfolgen. Inhaltlich erzählt er eine der spannendsten Geschichten, die ich seit längerem erlebt habe. Vor allem durch die ausufernden Kämpfe in der zweiten Volume und auch sehr wohl durch die sehr überraschenden Wendungen in der dritten Volume hat mich der Anime gepackt. Interessant ist allerdings nicht nur die Haupthandlung, sondern viele kleine Details, die auf die deutsche und japanische Geschichte abzielen. Da wird vom deutschen Nationalsozialismus gesprochen und im gleichen Atemzug Parallelen zum japanischen Ultranationalismus gezogen, Eigenschaften der japanischen Kultur wie Seppuku erläutert (und zugleich kritisiert) und gar historische Personen wie Akechi Mitsuhide (in Bezug auf den Honnōji-Vorfall) zitiert. Man sieht an allen Ecken und Enden, dass die Köpfe beim Animationsstudio Trigger sich Gedanken bei der Gestaltung des Animes gemacht haben. Zu guter Letzt kommt noch eine Prise Humor dazu, die im Anime-Sektor ihresgleichen sucht. Wer auf viele spannende Momente, humorvolle Dialoge, packende Kämpfe, intelligente Inhalte und überraschende Wendungen in einem Anime nicht verzichten kann, muss sich Kill la Kill unbedingt einmal angeschaut haben!

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kill la Kill (Vol. 4)!

Review: Selector Spread Wixoss (Vol. 1)

Selector Spread Wixoss (Vol. 1) (1)Wer sich an die letzte Episode von Selector Infected Wixoss erinnert, wird sehr wohl wissen, dass die erste Staffel des Franchises für einige der Charaktere und für den Zuschauer unerwartet böse ausgegangen ist. Die zweite Staffel soll nun endlich Licht ins Dunkle bringen.

Selector Spread Wixoss (Vol. 1) (2)Die Story von Selector Spread Wixoss, wie die zweite Staffel heißt, knüpft nahtlos an die Geschehnisse der ersten Season an. Trotz unglücklicher Umbenennung der Serie wird Vorwissen vorausgesetzt, da die Serie sich nicht die Zeit nimmt, bisherige Geschehnisse zusammenzufassen oder für das Verständnis wichtige Begriffe zu erklären. Hat man die erste Staffel nicht gesehen, wird empfohlen, diese zunächst nachzuholen. An der Ausrichtung hat sich nicht viel geändert, denn die grundlegenden Elemente sind gleich geblieben. Handlungsort ist nach wie vor das heutige Tōkyō, in welchem das titelgebende Kartenspiel Wixoss der neue Verkaufshit ist und so gut wie jeden anspricht. Es wird zwar als modernes Phänomen ähnlich wie Yū-Gi-Ō dargestellt, doch beschäftigt sich der Anime an keiner Stelle tiefgehend mit dem Spiel beziehungsweise den Kampfregeln. Viel mehr geht es um die Wünsche und Bedürfnisse der titelgebenden Selectors, die nur in Erfüllung gehen werden, wenn man oft genug gewinnt und andersherum für immer verloren sein werden, wenn insgesamt drei Kämpfe mit einer Niederlage ausgehen. Wie wir wissen, ist selbst der Erfolg beim Kartenspiel für einen Selector nicht das erhoffte Seelenheil, denn der Wunsch geht für den betroffenen Selector zwar in Erfüllung, doch während das LRIG genannte Wesen, also der Avatar der Sammelkarte, in die Rolle des Selectors schlüpft, findet sich der vorherige Besitzer als frischer LRIG auf der Karte wieder.

Feindliche Übernahme

Selector Spread Wixoss (Vol. 1) (3)So ist es auch Kurebayashi Yuzuki, einer Freundin von Hauptfigur Kominato Rūko, passiert. Diese hatte sich in ihren leiblichen Bruder verliebt und wollte, dass ihre Gefühle erwidert werden. Jetzt ist sie ihm noch ferner als zuvor und muss erleben, wie ihr ehemaliger LRIG Zeit mit ihm verbringt. Außerdem ist sie Rūkos neuer LRIG geworden, da Rūkos alter LRIG Tama verschwunden ist. Gemeinsam versuchen sie mit ihrer Freundin Uemura Hitoe das Geheimnis dahinter zu lüften. Unterstützung erhalten sie dabei von der kleinen Chiyori, die vom Kartenspiel zwar total geblendet ist, sie jedoch zu der vom LRIG Urisu kontrollierten Urazoe Iona führt, die wiederum Aoi Akira für ihre bösen Zwecke benutzt. Die Handlung bleibt also auch in den vorliegenden sechs Episoden, die zusammen eine Laufzeit von etwa 145 Minuten einnehmen, durchgehend spannend und beschäftigt sich abermals intensiv mit den verschiedenen Persönlichkeiten. Die Auflösung der sechs Episoden von Selector Spread Wixoss liegt in 1080p vor, wobei das Bild im 16:9-Format bildschirmfüllend ist. Der Anime bietet wunderschön gezeichnete Hintergründe mit einem dazu passenden Figurendesign. Die Charaktere heben sich nur leicht vom Hintergrund ab und ergeben dadurch ein stimmiges Gesamtbild. Dies liegt nicht selten am eingesetzten diffusen Licht, um die düstere Atmosphäre der Handlung zu untermalen. Die Animationen der Charaktere wirken im Übrigen meistens flüssig.

Düstere Grundstimmung

Selector Spread Wixoss (Vol. 1) (4)Lediglich an Effekten spart man, sodass es auch stärker auffällt, wenn diese eingesetzt werden und sich dabei vom restlichen Bild abheben. Auf der akustischen Seite klingt der Ton im DTS-HD Master 2.0 bei einer guten Abmischung der Lautstärke von Dialogen, Untermalung der Effekte und Einsetzung von Musik durchgehend klar. Der Soundtrack unterstreicht wie der Einsatz des diffusen Lichts die Grundstimmung deutlich. Die deutsche Synchronisation besteht aus einer überwiegend guten Auswahl von Sprechern, bei denen unter anderem die Stimmen von Maria Hönig oder Shanti Chakraborty zu hören sind. Ihre japanischen Pendants Kakuma Ai und Sakura Ayane wirken im Vergleich jedoch wesentlich besser für die Rollen, da in der deutschen Fassung bei bestimmten Sachverhalten eine falsche Betonung angesetzt wird oder gar leichte, selten auffallende, Aussprachefehler zu verzeichnen sind. Die japanische Fassung kann nur mit gelbfarbigen Untertiteln angeschaut werden, wodurch vor allem Fans der Originalsynchronisation ohne Japanisch-Kenntnisse auf ihre Kosten kommen werden. Bonusmaterial liegt in digitaler Form lediglich in drei Trailern zu anderen Kazé-Anime-Produkten vor. Entschädigen sollen drei physische Postkarten mit Motiven zur Serie und ein sehr stabiler Pappschuber, der schlussendlich Platz für beide Volumes von Selector Spread Wixoss bieten und beide Volumes vor Staub und anderen Verunreinigungen schützen soll.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Das Ende von Selector Infected Wixoss ist mir gut im Gedächtnis geblieben und so konnte ich es natürlich kaum erwarten, die zweite Staffel in Form von Selector Spread Wixoss zu erleben. Man schafft es, die Qualität der ersten Season aufrechtzuerhalten und die Handlung nach wie vor spannend zu erzählen. Dabei wird nicht vergessen, wie wichtig die Motivationen der Charaktere sind beziehungsweise waren. In der zweiten Staffel merkt man nämlich spürbar, wie sich diese nach den schockierenden Enthüllungen der vorherigen Season anfühlen und die Story im Grunde in eine halbwegs neue Richtung lenkt. Ich bin sehr gespannt, wie die Anime-Serie sich in der zweiten Hälfte noch entwickeln wird und ob man es schafft, sämtliche noch offenen Fragen zu beantworten. Wem Selector Infected Wixoss gefallen hat, wird auch mit Selector Spread Wixoss seine wahre Freude haben. Der Anime bleibt tiefgründig, scheut nicht die Konfrontation diverser Charaktere und bietet zusammen mit den meisten technischen Aspekten ein sauberes Gesamtbild. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf die zweite und hoffentlich ebenso tolle Volume!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Selector Spread Wixoss (Vol. 1)!

Prime Time: Tōkyō Ghoul (Vol. 1-4) (Unboxing)

Von der Anime-Serie Tōkyō Ghoul hat sich vermutlich jeder Anime-Fan schon ein Bild gemacht. Wenn ihr sehen wollt, wie sich die Box in eurem Regal machen würde, empfehlen wir euch heute unser dazu passendes Unboxing-Video. Viel Vergnügen!

Review: Pokémon Tekken

Pokémon Tekken (1)Abseits von Tekken Tag Tournament 2: Wii U Edition, Super Smash Bros. for Wii U und den Virtual-Console-Fassungen von Street Fighter II haben Fans von Beat ’em up auf Nintendos Heimkonsole das Nachsehen. Pokémon Tekken mischt das Genre dafür aber richtig gut auf.

Pokémon Tekken (2)Ursprünglich erschien Pokémon Tekken als Pokkén Tournament am 16. Juli 2015 in japanischen Spielhallen. Besonders am Arcade-Auftritt war, dass Publisher The Pokémon Company und Entwickler Bandai Namco Studios sich gegen die für das Genre typische Aracde-Stick-Steuerung entschieden und die Automaten mit speziellen Controllern bestückt haben, damit auch unerfahrene Spieler schneller in das Spiel einsteigen können. Pokkén Tournament schien sich jedoch schnell zu einem Hit zu entwickeln, sodass man das Beat ’em up einem wesentlich größeren Interessenkreis ermöglichen wollte. So kam es dazu, dass das Spiel weltweit am 18. März 2016 für die Wii U, hierzulande als Pokémon Tekken, erschienen ist. Dabei hat das Spiel eigentlich gar nicht so viel mit der bekannten Prügelspielreihe zu tun, wie der Name es suggerieren könnte. Pokémon Tekken nutzt lediglich einige markante Gameplay-Elemente des Franchises und verbindet sie gekonnt mit Mechaniken des Pokémon-Universums. Viele Pokémon-Fans lieben zwar das rundenbasierte Kampfsystem der Hauptspielreihe, doch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass die Kämpfe dadurch sehr nüchtern ausfallen. Im Anime bewegen sich die Taschenmonster stattdessen frei im Raum und setzen ihre Angriffstechniken aus verschiedenen Blickwinkeln ein. So eine ähnliche Atmosphäre vermittelt das Spiel.

Phasenweise Kämpfe

Pokémon Tekken (3)Die Kämpfe in Pokémon Tekken laufen in zwei verschiedenen Phasen ab. Während wir uns zunächst frei im Raum bewegen, uns langsam an den Gegner herantasten und erste Angriffe versuchen, wechselt das Spiel beim intensivierten Feindkontakt plötzlich in die Seitenansicht und fühlt sich dann auch eher wie Capcoms Videospielreihe Street Fighter, denn wie Tekken aus dem Hause Bandai Namco an. Durch bestimmte Angriffe schaltet das Geschehen auch wieder in die andere Phase zurück und das ist manchmal bitter notwendig, da es für jede erfolgreich ausgeführte Attacke Resonanzenergie gibt, die benötigt wird, um sämtliche Angriffe zu verstärken und Limit-Schläge auszuführen. Ist man dem Feind hoffnungslos unterlegen, ist es nämlich vielleicht eine gute Taktik, den Blickwinkel zu verändern und mit etwas Glück findet man in der Arena Resonanzenergie, welche die Anzeige schnell einmal auffüllen kann. Gelegentlich kann es vorkommen, dass man die erste Runde nicht besteht. Dann gleicht man eben mit der zweiten Runde den Punktestand aus und versucht das Match mit einer dritten und letzten Runde abzuschließen. Für jeden gewonnenen Kampf hagelt es im Übrigen Erfahrungspunkte und Preisgeld. Mit jedem Level-Aufstieg, dürfen wir Stärke oder Verteidigung eines Pokémon geringfügig verbessern, um es nach unserem Geschmack zu individualisieren.

Kleiner Pokédex

Pokémon Tekken (4)Gewonnenes Preisgeld verbraten wir hingegen im Shop, wo wir uns kosmetische Änderungen für Trainer und Coach kaufen können, damit der Aufstieg in den Ligen der Ferumu-Region nicht ganz so eintönig ausfällt. Nebenher wird auch noch die Geschichte von Schatten-Mewtu erzählt, die zwar ganz nett ist, aber weit davon entfernt ist, Spannung aufzubauen. Wer sich Pokémon Tekken im Release-Zeitraum zulegt, erhält gratis eine Amiibo-Karte, mit der man besagtes Schatten-Mewtu selbst spielen darf. Wer im Übrigen darauf gehofft hat, dass man hunderte Pokémon spielen kann, wird wohl etwas enttäuscht sein. Gerade einmal sechzehn Monster haben es in das reguläre Spiel geschafft, doch ist das absolut nicht schlimm. Jedes Taschenmonster hat verschiedene Vor- und Nachteile, sodass die Abwechslung durchaus gewährt ist. Dadurch, dass das Spiel spätestens in der zweiten Spielhälfte der Einzelspielerkampagne und im Endgame, sprich den Online-Matches, auf Kombinationsangriffe setzt, wäre der komplette Pokédex auch etwas zu viel des Guten gewesen. Bis man sämtliche Pokémon bis an die Grenzen gebracht und sie zu beherrschen gelernt hat, vergehen dutzende Spielstunden, die mit spannenden Pokémon-Kämpfen vor einer traumhaften Kulisse gefüllt sind. Jeder Fan von Beat ’em ups mit einer Affinität für Pokémon kommt um Pokémon Tekken nicht herum!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii-U-Fassung): Ich spiele sehr gerne Beat ’em ups, da es für mich einfach das Genre ist, das mich auch mal nur für eine Viertelstunde zwischendurch an die Konsole fesseln kann. Pokémon Tekken kommt in einer Zeit, in der mich das Genre mit halbgaren Aufgüssen wie Street Fighter V enttäuscht, genau richtig. Es setzt mit den beiden Kampfphasen neue Impulse und erfüllt mir endlich den Traum, Pokémon-Kämpfe wesentlich spannender inszeniert zu erleben – und ich darf die Taschenmonster auch noch selbst spielen! Wenn ich mich in den verschiedenen Ligen mit Kontrahenten um einen der nächsten Plätze schlage, vergeht die Zeit wie im Flug. Es macht einfach unglaublich viel Spaß, ein spannendes Match nach dem anderen zu gewinnen und selbst wenn ich einmal dem Gegner unterlegen sein sollte, stehe ich sofort wieder auf und verpasse ihm notfalls mit Helfer-Pokémon, welche Status-Effekte ändern oder einen kurzen Angriff starten können, direkt eine Abreibung. Zudem kann ich mit gewonnenem Preisgeld kosmetische Änderungen erwerben und ob man es glaubt oder nicht – selbst das Sammeln von Kleidungsstücken streckt die Spielzeit und den Spielspaß noch einmal um ein paar Stunden. Hat man sowohl eine Schwäche für die Taschenmonster, als auch für das Beat-’em-up-Genre, ist Pokémon Tekken definitiv die richtige Wahl beim nächsten Kauf eines Videospiels!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pokémon Tekken!

Review: Kill la Kill (Vol. 3)

Kill la Kill (Vol. 3) (1)Die ersten allgemeinen Sanktionswahlen an der Honnōji-Akademie mit ihren ausufernden und spannenden Kämpfen liegen mittlerweile weit hinter uns. Schulleiterin Kiryūin Satsuki ist mit ihren Schülern mittlerweile ausgerückt, um die Schulen der Kansai-Region zu unterwerfen.

Kill la Kill (Vol. 3) (2)Protagonistin Matoi Ryūko erholt sich indessen im Haus ihres Lehrers Mikisugi Aikurō vom letzten Kampf, der für sie leider nicht gerade glimpflich ausgegangen ist. Noch dazu leidet sie an einem Alptraum, in dem sie unter anderem sieht, wie ihr Kamui Senketsu in tausende Stücke zerrissen wird. Als sie aus ihrem Schlaf erwacht, muss sie leidlich feststellen, dass sich ihr Traum bewahrheitet hat. Senketsu hat den Kampf wahrlich nicht gut überstanden. Von der Rüstung ist nur ein kleines Stoffteil übrig geblieben, welches Ryūko nun als Halstuch verwendet. Von Herrn Mikisugi erfährt sie, dass Satsuki und die Elite-Vier eine Exkursion in die Kansai-Region anführen. Damit die Exkursion ein voller Erfolg wird, haben sie Senketsu in tausende kleine Stücke zerrissen und diese an sämtliche Schuluniformen angebracht. So ist es auch den schwächeren Schülern möglich, aus Kämpfen erfolgreich hervorzugehen. Obwohl sich Ryūko noch schonen sollte, lässt sie alles stehen und liegen und macht sich sofort auf die Reise in die Kansai-Region. Ihre Suche führt sie in die drei großen Städte Kyōto, Ōsaka und Kōbe. Hier wüten mittlerweile die Kämpfe, welche die Städte in Schutt und Asche legen. Vor allem Ōsaka trifft es schwer und wirkt gleich wie die Kulisse eines ganzen Kriegsschauplatzes. Trotz des unvollständigen Kamuis an ihrem Körper erlangt Ryūko abermals ungeahnte Kräfte.

Zwei Sichtweisen

Kill la Kill (Vol. 3) (3)Während sich die vierzehnte Episode des Animes noch wie eine herkömmlich-verrückte Folge anfühlt, stellt die darauffolgende fünfzehnte Episode einen klaren Bruch in Kill la Kill dar. Dies ist unter anderem daran zu erkennen, dass die Episode über kein wirkliches Intro verfügt und selbst beim Outro Abstriche macht. Wichtiger ist jedoch, dass hier nach den ersten Andeutungen in den letzten Folgen eine neue Fraktion enthüllt wird, die auf den illustren Namen Nudist Beach hört. Dabei handelt es sich um eine Untergrundorganisation, die sich im Kampf gegen Kiryūin Satsuki befindet und Ryūko und ihrer Freundin Mankanshoku Mako bei ihrem Vorhaben unterstützen will, mehr über den mysteriösen Tod von Ryūkos Vaters herauszufinden. Mit Hilfe von Nudist Beach (und der Name ist selbstverständlich kein Zufall) werden in Kill la Kill auch endlich ein paar Hintergründe erläutert. Vor allem der ominöse Lebensfaden, der immer wieder ein wichtiges Gesprächsthema war, wird uns erklärt. Diese neuen Ansichten werden ab der sechzehnten Episode im Übrigen mit einem neuen Intro und einem neuen Outro belohnt. Ebenso wichtig ist in diesen Folgen, dass nicht nur Ryūkos Kampf gegen ihre Feindin erläutert wird, sondern das Geschehen ebenso aus der Sicht von Satsuki geschildert wird. Das Kiryūin-Anwesen entwickelt sich hier zu einem kleinen, aber feinen Handlungsort.

Kill la Kill übertrifft sich selbst

Kill la Kill (Vol. 3) (4)In puncto Story bietet die dritte Volume von Kill la Kill die bisher besten Episoden. Das liegt aber vor allem daran, dass man sich zwei Volumes lang Zeit gelassen hat, um eine Fassade zu errichten, die nun mit gewaltigen Handlungswendungen wieder eingerissen wird. Wir möchten an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber die familiären Verhältnisse so mancher Charaktere werden diesmal ordentlich auf den Kopf gestellt. Das in der siebzehnten und achtzehnten Episode ausgerichtete Kultur- und Sportfest bietet dafür wunderbar den Rahmen und stellt in der gesamten Handlung den bisherigen Höhepunkt dar. Für die kreativen Köpfe hinter dem Projekt wird es an dieser Stelle sehr schwer werden, sich hier noch zu verbessern. Der Humor lässt sich ebenso schwierig toppen, denn wenn hier vor der Kulisse des eingestürzten Tsūtenkaku gekämpft wird, Mikisugi darauf besteht, dass der Dōtonbori-Roboter unbedingt in seinen Initialen abgekürzt werden muss, Satsuki von ihrer Mutter einer schon sehr hentai-ähnlichen Reinigung unterzogen wird oder Mikisugis Mantel so oft von seinem nackten Körper rutscht und anschließend prekäre Stellen seines Körpers ganz beiläufig mit Lens-Flare-Effekten überzogen wird, bleibt kein Auge trocken. Die dritte Volume von Kill la Kill schafft es, sich selbst in den Schatten zu stellen. Das schraubt die Erwartungen aufs Finale hoch; wir sind gespannt!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nach der gesteigerten Qualität der zweiten Volume von Kill la Kill, wird dieser Trend auch in den vorliegenden Episoden fortgeführt. Die Geschichte wird von Folge zu Folge spannender, erklärt immer mehr Hintergründe und geizt nicht zuletzt mit Story-Wendungen, welche die Weltanschauung mancher Charaktere ins Wanken bringen. Ebenso gut gefallen mir die Entwicklungen von Ryūko und ihrer Kontrahentin Satsuki, die maßgeblich Auswirkungen auf das Finale von Kill la Kill haben werden. Die Handlung des Animes schafft es ebenfalls, genug Spielraum für den übertriebenen Humor zu lassen. Hier schafft es das Animationsstudio Trigger nach den grandiosen Ideen aus den vorherigen Episoden sich selbst zu übertreffen. Das heißt allerdings auch, dass die Erwartungen an das große Finale ziemlich hochgeschraubt werden. Ich bin gespannt, ob Kill la Kill mit einem Paukenschlag oder nur heißer Luft enden wird. Zutrauen würde ich dem Anime gerade wegen seiner anfangs nicht vermuteten Qualität nämlich beides. Zu guter Letzt noch eine Anmerkung von mir: Es war mir im Rahmen des Reviews zwar möglich, sämtliche auf dem Datenträger enthaltenen Episoden anzuschauen, doch sobald ich nach einer Episode wieder im Menü landete, wurde dieses zwar geladen, nicht aber die auszuwählenden Menüpunkte. Hier half es tatsächlich nur, das Laufwerk zu öffnen, die Disc wieder einzuführen und erneut zu starten. Da ich im Internet nichts finden konnte, handelt es sich wohl um einen Einzelfehler, doch soll er nicht unerwähnt bleiben, da dieser Fehler in meinem Falle geringfügig am guten Gesamtbild kratzt.

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kill la Kill (Vol. 3)!

Review: Psycho-Pass 2 (Vol. 2)

Psycho-Pass 2 (Vol. 2) (1)Während die ersten sechs Folgen von Psycho-Pass 2 in der ersten Volume vor allem auf die Beweis- und Informationsfindung ausgelegt waren, legen die fünf Episoden der zweiten und zugleich auch letzten Volume zum Endspurt an, um Bösewicht Kamui Kirito zu schnappen.

Psycho-Pass 2 (Vol. 2) (2)Die Anime-Serie Psycho-Pass 2 knüpft mit der siebten Episode nahtlos an die letzte Folge aus der ersten Volume an. Im Finale oder eher gesagt im gemeinen Cliffhanger haben wir erlebt, wie Inspektorin Tsunemori Akane ihren Gegenspieler Kamui hat laufen lassen. Um Kamui aus dem Weg zu räumen, ist die Benutzung eines Dominators, also die Waffe eines Ermittlers oder Vollstreckers, ohnehin problematisch. Der Verbrecher hat es geschafft, sämtliche Sensoren und somit die Augen des Sibyl Systems auszutricksen. Grund dafür ist, dass in seinem Körper die Organteile von 164 anderen Menschen stecken und diese mittlerweile so sehr mit seinem Körper verwachsen sind, sodass das Sibyl System ihn nicht mehr als eigene Identität erkennt. Demnach kann das System seiner Meinung nach nicht funktionieren und versucht es mit allen notwendigen Mitteln abzuschalten. So und nicht anders konnte Tsunemori auch das Rätsel um die beiden lateinischen Buchstaben W und C lösen, welche zusammengenommen nichts anderes bedeuten, als die Frage, welche Farbe man habe – aus dem Englischen „Which Color?“ übersetzt. Kamui versucht nun, mit sozialkritischen und ebenso unorthodoxen Organtransplantationen den Psycho-Pass vereinzelter Individuen zu erhellen. Um dieses Ziel erreichen zu können, muss er die kürzlich erbeuteten Dominators an seine Anhänger verteilen.

Welche Farbe hast du?

Psycho-Pass 2 (Vol. 2) (3)Psycho-Pass 2 erzählt nach wie vor eine sehr spannende Geschichte, die in den vorliegenden Episoden sogar um einen zweiten Handlungsstrang, der eng mit der Haupthandlung verwoben ist, ergänzt wird. Dieser dreht sich um den Vollstrecker und Sohn der Direktorin Tōgane Sakuya, der nicht darauf konzentriert ist, Kamui zur Strecke zu bringen. Sein Anliegen ist ebenfalls, den Psycho-Pass von Tsunemori schwarz zu färben und benutzt für diesen Zweck Tsunemoris Großmutter. Tsunemori ist und bleibt jedoch Hauptfigur des Animes, doch auch Nebenfiguren wie Shimotsuki Mika kommen erneut zur Geltung. Während Shimotsuki die Tücken des Systems am eigenen Leib spürt, wird Ginoza Nobuchika mit dem Tod einer nahestehenden Kollegin konfrontiert. Mitarbeiter Hinakawa Shō kann dafür mit seiner persönlichen Fähigkeit, Hologramme zu erkennen, glänzen und die Handlung der fünf Episoden auf dem Datenträger vorantreiben, die durchweg spannend bleibt, mehrere Wendungen bietet und einen weiteren Konflikt mit dem Sibyl System thematisiert. Verbrechen und Cyber-Kriminalität sind die Leitthemen, die Überwachung und fehlenden Datenschutz kritisieren. Um das zu erreichen, greifen die Köpfe bei Tatsunoko Pro für das Bild erneut auf gewollte Unschärfe-Effekte zurück, um ein dystopisches Bild in einer Welt utopischer Vorstellung zu schaffen.

Betörende Akustik

Psycho-Pass 2 (Vol. 2) (4)Die Charaktere heben sich nicht stark vom Hintergrund ab und verschmelzen gar mit diesem, sodass auch die Episoden der zweiten Volume wie die vorherigen Folgen eine paralysierende Wirkung durch Bildgestaltung, Thematik und Lichteffekte haben. Sowohl das Bild in der Auflösung von 1080p und im 16:9-Format, als auch die beiden Tonspuren im klaren DTS-HD Master 2.0 können überzeugen. Für die akustische Untermalung sorgen bekannten Melodien, die wir schon aus der ersten Staffel kennen. Des Weiteren können wir der Serie neue Klänge entnehmen, die jederzeit zu den tiefgründigen und emotionalen Situationen passen. Besonders die Einbindung von Opernmusik in Form der Arie Nessun dorma aus der Oper Turandot von Giacomo Puccini sorgt mit der sich veränderten Lautstärke für Gänsehaut-Feeling. Die sehr gute deutsche Synchronisation kann abermals mit hervorragenden Sprechern punkten. Die japanische Fassung liegt aber vor allem bei Betonungen eine Nasenlänge vorne. Wer nicht des Japanischen mächtig ist, freut sich über die nicht abschaltbaren gelbfarbigen Untertitel. Bonusmaterial liegt nur in Form von drei physischen Postkarten vor. Digitale Materialien, die Einblicke in Entstehungsgeschichte und Produktion hätten geben können, gibt es nicht. Wer die limitierte Erstauflage der ersten Volume besitzt, kann das Digipack mit Hülle nun in den stabilen Schuber stecken, der beide Volumes sehr sicher und vor Staub geschützt bewahrt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass Publisher Kazé Anime auch die Veröffentlichung der zweiten Staffel der Anime-Serie Psycho-Pass betreut hat. Man hat bewiesen, dass man sich bei der Synchronisation nicht nur passende, sondern in meinen Augen auch noch hervorragende Synchronsprecher ausgesucht hat. Es ist natürlich sehr schwierig, ans wirklich fantastische Original auf Japanisch heranzukommen, doch können die markanten deutschen Stimmen in Verbindung mit der schönen Optik und der diesmal sogar noch besseren Akustik wirklich paralysieren. Ich habe nicht viele Anime erlebt, die das bisher geschafft haben. Vor allem die Szene, in der Inspektorin Tsunemori Akane vor der bedrohlichen Kulisse eines in Flammen stehenden Gebäudes eine schreckliche Entdeckung macht und dabei die berühmte Arie Nessun dorma aus der Oper Turandot im Hintergrund gespielt wird und ihre Lautstärke immer weiter erhöht wird, ist in puncto Einsetzung von Stilmitteln nicht einfach nur herausragend; der eingefangene Moment ist perfekt inszeniert und wird mir immer im Gedächtnis bleiben. Psycho-Pass 2 ist also auch mit der zweiten Volume immer noch eine Empfehlung wert. Die zweite Staffel ist sogar ein Befehl an jeden Anime-Fan da draußen, sich die gesamte Serie anzuschauen. Psycho-Pass und Psycho-Pass 2 gehören zu den besten Anime-Serien, die man nicht nur gesehen, sondern erlebt haben muss.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Psycho-Pass 2 (Vol. 2)!

Prime Time: Ghost in the Shell – Stand Alone Complex – 2nd GIG (Unboxing)

In diesem Jahr ist nicht nur die erste Staffel von Ghost in the Shell – Stand Alone Complex in Deutschland erschienen, sondern auch die zweite und leider auch die bisher letzte Staffel des hochgelobten Franchises. Nachdem im Review schon alles Wesentliche zum Inhalt gesagt wurde, stellt euch Chefredakteur Eric in einem Unboxing-Video auch die haptischen und optischen Merkmale der Box vor. Wir wünschen euch natürlich wie immer gute Unterhaltung und viel Spaß!

Review: Uncharted: The Nathan Drake Collection

Uncharted - The Nathan Drake Collection (1)Als das Entwicklerstudio Naughty Dog Ende 2007 Uncharted: Drakes Schicksal fertigstellen und Sony Computer Entertainment das Spiel schließlich veröffentlichen konnte, ahnte wohl noch niemand, welchen Werdegang der Schatzsucher Nathan Drake einschlagen wird.

Uncharted - The Nathan Drake Collection (2)Damals wie heute wird die Uncharted-Reihe sehr häufig mit der Tomb-Raider-Serie und dem Indiana-Jones-Franchise verglichen. Grund dafür ist die Ausrichtung des Spiels – es ist unsere Aufgabe, in der Haut des Schatzsuchers Nathan Drake die Welt zu bereisen, oft gefährliche Abenteuer zu erleben, Rätsel zu lösen und sich schließlich dem Feind gegenüberzustellen, um die Menschheit vor einer Katastrophe zu bewahren. Nathan Drakes Abenteuer versuchen zwar, Historizität vor einer durchaus historischen Kulisse zu erzeugen, beschäftigen sich jedoch fast durchgehend mit Mythen und fantasiereichen Kreationen. Im ersten Teil der Trilogie suchen wir zusammen mit unserem Freund Victor Sullivan und der Reporterin Elena Fisher im südamerikanischen Dschungel nach der geheimnisumwobenen Stadt El Dorado, welche Legenden zufolge mit Gold überzogen sein soll. Auf ihrer Forschungsmission bekommen es die drei jedoch mit Piraten, Söldnern, Schurken und noch schlimmeren Wesen zu tun. In Uncharted 2: Among Thieves bekommt Nathan Drake hingegen ein verlockendes Angebot von einem alten Bekannten. Der Gauner Harry Flynn lockt den Schatzsucher mitsamt seiner Komplizin Chloe Frazer tief in den Himalaya, genauer gesagt nach Tibet. Auf dem Dach der Welt soll sich nämlich das gut verborgene mystische, als auch mythische Shambala befinden.

Niemals aus der Puste kommen

Uncharted - The Nathan Drake Collection (3)Uncharted 3: Drake’s Deception konfrontiert Drake hingegen mit seiner Vergangenheit und schickt ihn auf die Suche nach der verschollenen Stadt Iram in der Rub al-Chali, der größten Sandwüste der Erde. Das Gameplay aller drei Spiele ähnelt sich stark und bietet nur wenige Abwandlungen. Dabei unterteilt es sich in ruhige und aktionslastige Momente. In den ruhigen Momenten der Spiele erkunden wir Ruinen, eingestürzte Gebäude oder Katakomben. Dabei können wir recht oft auf Drakes Notizbuch zurückgreifen, denn schließlich wollen in dunklen Gemäuern nicht selten Rätsel gelöst werden. Die Rätsel decken ein breites Spektrum ab. Da wollen unter anderem Schalter betätigt, Lichtstrahlen geschickt umgelenkt oder Bodenplatten in der richtigen Reihenfolge betreten werden. Um solche Rätsel nicht auf gut Glück, sondern mit Verstand zu lösen, ist das Notizbuch mit seinen vielen Anmerkungen und Hinweisen eine sehr sinnvolle Ergänzung und Nachschlagewerk. Diese Szenen kommen im Verhältnis zu den aktionslastigen Bereichen jedoch zu kurz. Viel öfter tauchen hinter der nächsten Ecke Gegner auf, die uns mit Schusswaffen ins virtuelle Nirwana schicken wollen. Um das zu verhindern, müssen wir uns ebenso mit allerlei Pistolen, Gewehren, Panzerfäusten und Granaten bewaffnen und die Schießbudenfiguren aus dem Weg räumen. Notfalls gehen wir in den Nahkampf.

Hervorragende Umsetzung

Uncharted - The Nathan Drake Collection (4)Weitere Abwechslung bringen Verfolgungsjagden per Jet-Ski, Jeep oder Pferd mit sich. Oft wird das Vehikel dabei von unseren virtuellen Kumpanen gesteuert, während wir auch hier mit dem Fadenkreuz die Feinde abschießen. Ein bekanntes Merkmal der Reihe sind die Szenen, in denen die Kamera filmreif schwenkt und wir einstürzenden Brücken entkommen müssen. Jeder der drei in der Nathan Drake Collection enthaltenen Uncharted-Teile ist also hervorragend inszeniert. Eine zur Situation passende Kameraführung und sogar die Verwendung mehrer Blickwinkel machen im Kontext zur jeweiligen Situation, die dramaturgisch intelligent untermalt werden, absolut Sinn. Niemals hat man das Gefühl, sich irgendwie zu langweilen. Das liegt an der sehr guten und vor allem markanten deutschen Synchronisation der wichtigen Charaktere, die sich in den meist interessanten Dialogen entweder an die Gurgel gehen oder Witze übereinander machen. Besonders Uncharted 3 kann in dieser Disziplin gewinnen. Alle drei Spiele überzeugen in der grafischen Überarbeitung, da sie durchgehend aufpoliert sind und in butterweichen sechzig Bildern pro Sekunde laufen. Entwickler Bluepoint Games hat drei PlayStation-3-Spiele sichtbar gut auf die PlayStation 4 portiert. Einziger Wermutstropfen ist der Mehrspielermodus von Teil 2 und 3, der leider fast ersatzlos gestrichen wurde.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Nachdem ich schon vor einer ganzen Weile Uncharted: The Golden Abyss auf der PlayStation Vita durchgespielt hatte, wollte ich unbedingt mehr Abenteuer mit Nathan Drake erleben. In der Vorfreude auf Uncharted 4: A Thief’s End habe ich die drei Teile der PlayStation-3-Trilogie in Uncharted: The Nathan Drake Collection in wenigen Tagen verschlungen. Die Abenteuer sind klasse inszeniert, auch wenn man die angestrebte Historizität nicht ganz erreicht hat. Trotzdem sind es gerade die mythischen, mystischen und fantasiereichen Einbindungen, welche die Spiele wie die Indiana-Jones-Filme interessant machen. Einzig und allein die Widersacher hätten in meinen Augen eine tiefsinnigere Charakterisierung verdient gehabt, denn bis auf Harry Flynn und Katherine Marlowe bleiben diese wirklich gesichtslos und wirken merklich austauschbar. Entscheidend ist allerdings immer noch das Gameplay. So gut sich jeder der drei Titel für sich genommen auch spielt, so wenig Abwechslung bieten sie auf die Gesamtspielzeit übertragen. Das Rezept „Klettern, Laufen, Schießen und Rätsel lösen“ geht zwar wirklich jedes Mal wunderbar auf, doch die Wirkung verfliegt mit der Zeit durch die Verwendung der immer gleichen Stilmittel. Hier wünsche ich mir für die Zukunft der Reihe neue Impulse. Abschließend muss man sich nun die Frage stellen, ob die Portierung der Uncharted-Reihe auf die PlayStation 4 einen neuen Kaufgrund darstellt. In meinen Augen muss man die Spiele zwar unbedingt einmal gespielt haben, doch wer sie schon auf der PlayStation 3 mit allen einzusammelnden Schätzen durchgespielt hat, wird mit der Nathan Drake Collection kaum Neues entdecken – zumal der Mehrspielermodus von Uncharted 2: Among Thieves und Uncharted 3: Drake’s Deception unverständlich und fast ersatzlos gestrichen wurde. Ist man aber der größte Fan von Nathan Drake, kann man mit dem Kauf der Nathan Drake Collection nichts falsch machen, denn auch beim wiederholten Durchspielen machen die drei Titel aufgrund freischaltbarer Inhalte jede Menge Spaß und unterhalten zusammen gut und gerne etwa dreißig Stunden lang.

Vielen Dank an Sony Computer Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Uncharted: The Nathan Drake Collection!

Review: Kill la Kill (Vol. 2)

Kill la Kill (Vol. 2) (1)Die sieben Episoden der ersten Volume von Kill la Kill haben uns wunderbar in das Leben und auch in das System der Honnōji-Akademie eingeführt. Wer sich an den schrulligen Zeichenstil und den verrückten Humor gewohnt hat, wird von diesem Anime nicht genug kriegen.

Kill la Kill (Vol. 2) (2)Die zweite Volume des Animes beginnt ohne großes Vorspiel mit den so genannten ersten allgemeinen Sanktionswahlen an der Honnōji-Akademie. Schulleiterin Kiryūin Satsuki möchte die Akademie etwas entschlacken und beschließt, dass sich sämtliche Schüler eine Woche lang die Köpfe einschlagen dürfen. Wer dann nach einer Woche noch lebt, darf seinen neuen Rang an der Schule annehmen. Außerdem darf sich der Gewinner der Veranstaltung über eine neue Goku-Uniform freuen. Anstatt jedoch am gefährlichen Geplänkel wie fast alle anderen Schüler teilzunehmen, beschließen Matoi Ryūko und ihre Freundin Mankanshoku Mako vom Schulgelände zu fliehen. Sie besuchen stattdessen außerhalb der Stadt das mittlerweile verfallene Anwesen von Ryūkos Familie. Im bis auf die Mauern niedergebrannten Haus versuchen sie Anhaltspunkte zu finden, die Einblicke in Ryūkos Vergangenheit geben. Durch Rückblenden erleben wir das Ableben von Ryūkos Vater hautnah mit. Außerdem wird so klar, dass die Protagonistin selbst nur ganz knapp dem Tod entkommen ist, bevor sie die Fährte zum Mörder ihres Vaters aufgenommen hat. Das Schwelgen in den vor allem für Ryūko traumatischen Ereignissen währt jedoch nicht lange, denn zum großen Finale der Sanktionswahlen müssen sie zurück in der Akademie sein. Beim Finale überschlagen sich die Ereignisse regelrecht.

Entgleiste Fähigkeiten

Kill la Kill (Vol. 2) (3)Die Schulleiterin stellt Ryūko zur Aussicht, dass sie ihr die Wahrheit über den Tod ihrs Vaters erfahren wird, sollte sie am Ende der Kämpfe als Siegerin hervorgehen. Nachdem Ryūko erst so enttäuscht von den wenigen Erkenntnissen war, die sie in ihrem Zuhause sammeln konnte, bestärkt sie die Tatsache nur noch in ihren Fähigkeiten. Allerdings haben es im finalen Kampf gleich vier Kontrahenten auf Ryūko abgesehen. Sowohl Gamagōri Ira, als auch Inumuta Hōka, Jakuzure Nonon und Sanageyama Uzu wollen der armen Ryūko an den Kragen. Aus keinem anderen Grund stehen vor allem die Auseinandersetzungen mit den Elite-Vier im Mittelpunkt der Erzählung in den vorliegenden Episoden. Im Hintergrund versuchen jedoch bereits andere Mächte, die Kämpfe zu sabotieren, um Ryūko zu stoppen. Diese haben nämlich Angst davor, dass Ryūkos Kräfte beziehungsweise die ihrer sprechenden Uniform Kamui zu schnell viel zu mächtig werden und sie diese nicht mehr kontrollieren kann. Als plötzlich die frisch eingeführte Antagonistin Harime Nui auf dem Schlachtfeld erscheint, scheinen sich diese Befürchtungen langsam, aber sicher zu bewahrheiten. Warum dies der Fall ist, wollen wir an dieser Stelle nicht verraten. Fakt ist jedoch, dass die gezeigten Kämpfe zwischen Ryūko und ihren zahlreichen Feinden zum Besten gehören, was wir in Kill la Kill bis hierhin gesehen haben.

Symphonie des Humors

Kill la Kill (Vol. 2) (4)Während in der ersten Volume noch sieben Episoden enthalten waren, haben sich in der zweiten Ausgabe nur sechs Folgen versteckt. Diese haben jedoch nichts an ihrem Humor eingebüßt. So sind die Kämpfe natürlich maßlos übertrieben. Außerdem wird aus dem Finale regelrecht ein Medienspektakel gemacht. In der Stadt verlangen die Elektronikhändler von der armen Familie Mankanshoku ganze einhundert Yen für zehn Minuten Unterhaltung. Aber auch nur, weil sie es vorher nicht schafften, einen funktionsfähigen Röhrenfernseher zu stehlen. Außerdem schaffen es die Episoden, Einblicke in die japanische Kultur zu geben. Beispielsweise kommt das Konzept des Seppuku in einer einzelnen Szene zur Geltung, wird dann jedoch abgeschwächt – hervorragende Kritik an einem Phänomen, das es heute quasi nicht mehr gibt. Außerdem ist die erwähnte Rückblende nicht die einzige im zweiten Episodenpaket. Wir erfahren nämlich auch einiges über die Vergangenheit der Elite-Vier und wie sie überhaupt an ihre Stelle in der Honnōji-Akademie gelangt sind. Die Geschichten sind dabei natürlich ähnlich verrückt wie der Zeichenstil des Animes. Ergänzt wird das Spektakel diesmal sowohl mit dem bekannten Soundtrack, als auch mit Stücken klassischer Musik wie Beethovens fünfter Symphonie, die zudem auch noch sinnvoll und selbsterklärend in die Story eingebaut sind.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten Episoden von Kill la Kill haben mich, wie einige von euch sicherlich noch wissen, nicht sonderlich begeistert. Allerdings haben mich die Folgen der zweiten Volume deutlich mehr angesprochen, da man sich nun dazu entschlossen hat, einige Hintergründe zu lüften, das Universum greifbarer zu machen und den Action-Anteil passend zum wahnsinnigen Humor noch etwas zu erhöhen. Die sechs vorliegenden Episoden funktionieren im Kontext zum Auftakt des Anime wesentlich besser. Es kann durchaus daran liegen, dass die Hemmschwelle zur Akzeptanz des Zeichenstils mit dem zweiten Episodenpaket bei mir wesentlich gefallen ist, doch macht mir das Ansehen mittlerweile deutlich mehr Spaß, als noch vor einigen Monaten mit den ersten Folgen. Wer sich damals nach dem Anschauen des Auftakts nicht sicher war, ob er Kill la Kill noch weiterschauen sollte, kann dem Anime tatsächlich eine zweite Chance geben und alle, die bereits zufrieden waren, müssen natürlich auch bei der zweiten Volume wieder einmal zugreifen. Zusammen mit dem wahnsinnigen Humor, der einen oder anderen Enthüllung und gar der neuen Story-Ausrichtung, wirkt der Anime nun noch viel interessanter. Ich freue mich auf die nächsten beiden Volumes!

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kill la Kill (Vol. 2)!

Review: Psycho-Pass 2 (Vol. 1)

Psycho-Pass 2 (Vol. 1) (1)In den Jahren 2012 bis 2013 wurde Psycho-Pass erstmals im japanischen Fernsehen ausgestrahlt. Trotz des späten Sendeplatzes erreichte die Anime-Serie schnell Kultstatus und ist auch im Ausland sehr beliebt geworden – unter anderem im deutschsprachigen Raum.

Psycho-Pass 2 (Vol. 1) (2)Nach den Erfolgen von Psycho-Pass entschied man sich dazu, nicht nur eine erweiterte Fassung der Serie, sondern auch eine zweite Staffel und sogar einen Kinofilm zu produzieren. In Japan sind mittlerweile alle drei dazugekommenen Medien erhältlich. Hierzulande macht den Anfang die zweite Staffel von Psycho-Pass, die nun nicht mehr vom Animationsstudio Production I.G, sondern von Tatsunoko Pro stammt. An der Veröffentlichungspolitik hat sich unterdessen nichts geändert. Während in Japan auch die zweite Staffel im Spätprogramm von Fuji Television ausgestrahlt wurde, erschienen beide Volumes von Psych-Pass hierzulande direkt wieder auf Blu-ray. In der ersten Volume sind die sechs Folgen mit einer Laufzeit von circa 150 Minuten enthalten. Zeitlich spielt die zweite Staffel nach den Ereignissen aus der ersten Season. Thematisch beschäftigt sich Psycho-Pass nach wie vor mit Cyber-Kriminalität und führt uns in die Geschichte abermals über die Inspektorin Tsunemori Akane ein. Nachdem diese den Straftäter Makishima Shōgo zur Strecke gebracht hat, überdachte sie jedoch ihr Leben und ihre Vorgehensweise. Mittlerweile hat sie sich gegen das omnipräsente Sibyl System gestellt, muss es jedoch als Teil des Gesellschaftssystems tolerieren. Nach den Vorfällen hat sich jedoch auch ihre Team-Struktur verändert, denn von ihren alten Kollegen im aktiven Dienst ist nur noch Ginoza Nobuchika übriggeblieben, der sie jederzeit tatkräftig unterstützt.

Kritik am System

Psycho-Pass 2 (Vol. 1) (3)Neben weiteren neuen Vollstreckern im Team arbeitet sie auch mit Shimotsuki Mika zusammen, die dem Sibyl System jedoch treu ergeben ist. Gemeinsam suchen sie im Tōkyō des 22. Jahrhunderts nach den nächsten latenten Verbrechern. Ausgerechnet am ersten Arbeitstag einiger der neuen Kollegen wird Tsunemoris Team mit mehreren Bombenanschlägen konfrontiert, welche zunächst aber kaum Tote fordern. Als dann die zwei Buchstaben W und C sowohl an verschiedenen Tatorten, als auch in Tsunemoris Wohnung an die Wand oder den Boden geschmiert auftauchen, nehmen die Gesetzeshüter Jagd auf den mysteriösen Kamui Kirito auf, der hinter den Anschlägen zu stecken scheint. Diesem liegt allerdings nichts an Terrorismus. Stattdessen will er sich dem Sibyl System widersetzen, um den Menschen ihre Freiheit vor Augen zu führen. Dabei ist ihm jedoch jedes Mittel recht, weshalb er sich langsam als Erlöser sieht. Durch die Kritik am Sibyl System fällt es entsprechend auch dem Team schwer, über die Intentionen von Kamui zu urteilen. Sie stimmen aber übereinander ein, dass Kamui unbedingt aufgehalten werden muss. Die Charaktere sind zum einen deutlich unterschiedlich gestaltet und zum anderen undurchsichtig gehalten, um über alle elf Episoden des Animes Spannung aufzubauen. Die eigentliche Faszination weckt aber die Gestaltung der dystopischen Zukunft, die mit bekannter und neuer Technologie ordentlich ausstaffiert wurde.

Konzentration auf die Handlung

Psycho-Pass 2 (Vol. 1) (4)Um das Universum von Psycho-Pass 2 besser nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich auf jeden Fall, zunächst die erste Staffel anzuschauen, da diese sich nicht von Anfang an nur auf die Handlung konzentriert, sondern auch Spielraum für Erklärungsansätze lässt. Trotzdem ist die Kritik an Überwachung und die damit verbundene Einstufung durch die Behörden auch in der zweiten Staffel zu erkennen. Der Psycho-Pass, der die Gewaltbereitschaft eines Menschen misst und neuerdings auch mit Medikamenten behandelt werden kann, bleibt selbstverständlich der Dreh- und Angelpunkt. Das Bild der Blu-ray-Fassung liegt in der Auflösung von 1080p und im 16:9-Format vor. Es wirkt zudem, bis auf den Einsatz von gewollten Unschärfefiltern, sehr klar und knackig scharf. Die Hintergründe passen zu den Charakteren, da sie sich nicht zu stark von diesen abheben. Schöne Lichteffekte und weitere Spezialeffekte ergänzen das technische Bild von Psycho-Pass 2 hervorragend. Das Bild paralysiert regelrecht – das Beste, was einem Anime nur passieren kann. Die deutschen Synchronsprecher sind gut gewählt und bieten ein fantastisches Erlebnis im DTS-HD-Master-2.0-Format. Die japanische Fassung wirkt dennoch etwas authentischer, doch die Melodien untermalen die dystopische Atmosphäre in beiden Versionen gut. Digitales Bonusmaterial gibt es nur in Form eines Clear Opening und eines Clear Ending und Trailern zu weiteren Kazé-Anime-Titeln. In physischer Form überzeugen drei Postkarten mit schönen Motiven und der Schuber der Limited Edition.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Lange habe ich darauf gewartet, dass Kazé Anime endlich die zweite Staffel nach Deutschland bringt. Obwohl die zweite Staffel aufgrund von nur elf Episoden auf zwei Volumes aufgeteilt ist, habe ich mich bisher nicht am gekürzten Umfang gestört. Ich habe mich im Gegenteil sogar sehr darüber gefreut, da man beim Anschauen schnell merkt, dass sich Psycho-Pass 2 nicht mehr mit nebensächlichen Details, die bei der ersten Staffel zum Verständnis teils noch extrem wichtig waren, aufhält und sich stattdessen direkt auf die Handlung konzentriert. Die Story ist auch dieses Mal mehr als nur spannend, auch wenn sich die kritischen Stimmen gegen das Sibyl System in ähnlicher Form wie bei der ersten Staffel wiederholen. Der neue Antagonist bietet mit seinem perfiden Plan jedoch genug Anhaltspunkte, um eine tiefgründige, sinnvoll strukturierte und ausstaffierte Geschichte mit ebenso interessanten wie unterschiedlichen Charakteren zu gestalten. Nach den ersten sechs Episoden der zweiten Staffel bin ich nach dem halbwegs gemeinen Cliffhanger am Ende der sechsten Folge sehr gespannt, wie Tatsunoko Pro die restlichen fünf Folgen gestaltet und umgesetzt hat. Hier muss ich auch wirklich sagen, dass der Wechsel des Animationsstudios absolut nicht auffällt. Die Qualität ist noch genauso hoch wie bei der ersten Staffel. Die Zeichen stehen also gut, dass auch Psycho-Pass 2 mit der zweiten Volume ein rundum gelungenes Erlebnis für jeden Fan des Franchises werden wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Psycho-Pass 2 (Vol. 1)!

Review: Speed Grapher (Collector’s Edition)

Speed Grapher - Collector's Edition (1)Speed Grapher gehört wohl zu den Anime, der zwar von vielen Fans positive Resonanz erhielt, in den letzten Jahren jedoch etwas in Vergessenheit geraten sein dürfte. Nipponart hat Erbarmen mit den Fans und veröffentlichte Ende März 2016 endlich die wohl verdiente Neuauflage.

Speed Grapher - Collector's Edition (2)In Japan wurde Speed Grapher erstmals 2005 im Fernsehen ausgestrahlt. Hierzulande musste man, für die damalige Zeit eher unüblich, nur bis Mitte 2006 warten. Bis zum Jahr 2007 wurde die Anime-Serie vom nicht mehr existenten Publisher OVA Films aufgeteilt auf sechs Volumes in Deutschland vertrieben, bevor sie erstmals im Fernsehen zu sehen war. Erst im März 2016 folgte dann die Neuveröffentlichung von Nipponart in einer Gesamtausgabe, die man als Collector’s Edition vermarktet. Der Anime spielt in der japanischen Hauptstadt Tōkyō zu Beginn des 21. Jahrhunderts und dreht sich vor allem um den Fotografen Tatsumi Saiga, der sein Geld damit verdient, wichtige Berühmtheiten zu beschatten. Bei einer Observierung landet er durch einen Zufall in einem geheimen Club unter dem Tōkyōer Viertel Roppongi. In diesem Club, in dem nur ausgewählte und für die Gesellschaft und Wirtschaft wichtige Menschen geladen sind, sollen alle geheimen Lüste erfüllt werden. Als Saiga das für ihn perfekte Motiv, eine herabschwebende und verkleidete junge Frau, auftaucht, schießt er prompt ein Foto von ihr. Obwohl er von den Wachen daraufhin zu Tode geprügelt werden soll, küsst ihn das Mädchen, wodurch er eine Euphoria-Kraft erhält. Mit dieser Kraft ist es ihm möglich, seine Wunden zu heilen und mithilfe seiner alten Kamera Objekte und Lebewesen explodieren zu lassen.

Beschützerinstinkt

Speed Grapher - Collector's Edition (3)Des Weiteren dreht sich die Geschichte von Speed Grapher um Tennōzu Kagura, eben jenes Mädchen, das im geheimen Club Saiga küsst. Bei Kagura handelt es sich um die Erbin des Tennōzu-Konzerns, die von ihrer Mutter Shinsen schlecht behandelt wird. Sie leidet sowohl an leichter Unterernährung, als auch an den Folgen sozialer Ausgrenzung in ihrer Schule. Um ihr Wohl kümmert sich angeblich Suitengū Chōji. Dieser nutzt Kagura aufgrund ihrer seltsamen Gabe allerdings nur aus, um im geheimen Club in Roppongi ausgewählten Personen die Fähigkeiten zu verleihen, um den Tennōzu-Konzern in Japan zu stärken. Im Grunde erzählt der Anime die Flucht der beiden Hauptfiguren. Dabei werden sie unter anderem von Saigas altem Freund und Arzt Ryōgoku Genba unterstützt, aber auch von anderen Personen bei ihrem Vorhaben, Suitengū aufzuhalten und eine Erklärung für ihre Fähigkeiten zu finden, aufgehalten. Ginza Hibari, eine Kriminalbeamtin, ist dafür das wohl beste Beispiel. Da sie in Saiga verliebt ist, sieht sie Kagura als Bedrohung und sorgt teilweise unabsichtlich dafür, dass Saiga und Kagura gelegentlich in Lebensgefahr schweben. Suitengū schickt während ihrer Flucht ständig neue Widersacher hinter den beiden her, die mit Euphoria-Kräften ausgestattet sind, weshalb Saiga Kagura mit dem Einsatz seiner Kamera regelmäßig beschützen muss.

Grandioses Charakterdesign

Speed Grapher - Collector's Edition (4)Das Charakterdesign von Kozaki Yūsuke ist wirklich einmalig. Der Künstler hat dafür gesorgt, dass abwechslungsreiche Feinde auf die Protagonisten warten. Eine Feindin, die Diamanten verzehren muss, um einen kristallfarbigen und harten Körper zu formen oder ein Gegner, der sich in einen Lautsprecher verwandelt und im wahrsten Sinne des Wortes die Ohren seiner Opfer bluten lässt, sind nur zwei von vielen abartigen Beispielen, die sich Kozaki hier hat einfallen lassen. Regisseur Sugishima Kunihisa ist es daher wohl sehr leicht gefallen, die Charaktere von einem Ort zum nächsten zu schicken und die Handlung durchweg spannend zu gestalten. Lediglich die sechzehnte Episode, die eigentlich nur eine Zusammenfassung inklusive einer amüsanten Kosten-Nutzen-Rechnung darstellt, hätte man sich vielleicht sparen oder zumindest kürzerfassen können. Dafür entschädigt direkt die siebzehnte Episode, die mit Flashbacks auf Ereignisse vor der Handlung zurückblickt und vor allem den durchtriebenen Suitengū wesentlich greifbarer macht. Auch wenn der Anime inhaltlich wirklich fantastisch und ideenreich ist, kann die technische Grundlage in den Bereichen Bild und Ton nicht ganz so überzeugen. Die Blu-ray-Fassung von Speed Grapher liegt nämlich leider nur durchweg in der Auflösung von 1080i vor und entspricht somit nicht ganz den heutigen Erwartungen.

Halbgare Bildqualität

Speed Grapher - Collector's Edition (5)Dadurch ist es allerdings zu verschmerzen, dass das Bild nicht immer gestochen scharf wirkt. Oft wird diffuses Licht verwendet, um das Bild in der 16:9-Auflösung geringfügig verwaschen wirken zu lassen. Da sich für Speed Grapher wie bei Last Exile und Trinity Blood das Animationsstudio Gonzo verantwortlich zeichnet, kennen wir das Stilmittel bereits. Bei Speed Grapher wirkt das Stilmittel in Verbindung mit Leuchtreklamen und anderen Lichtquellen ebenfalls gut, auch wenn die eigentliche Bildqualität etwas darunter leidet. Es gibt wirklich nur wenige Szenen, in denen das Bild der Anime-Serie wirklich überzeugt. Dafür entschädigen sowohl schöne Animationen und Effekte, als auch hervorragendes Charakterdesign, das vor allem aufgrund der abwechslungsreich gezeichneten Antagonisten überzeugen kann. Hier ist der Anime dem Entstehungsjahr 2005 definitiv würdig. Der Soundtrack zu Speed Grapher stammt aus der Feder des Komponisten Mitsumune Shinkichi und bietet zwar nur wenige, dafür aber schnell wiedererkennbare Tracks. Die markanten Stücke passen hervorragend zu den ruhigen, aufregenden und traurigen Situationen. Beim Vorspann hat man sich bei der Veröffentlichung im deutschsprachigen Raum im Übrigen nicht für die japanische Fassung, die mit dem Song Girls on Film von der britischen Band Duran Duran unterlegt wird, entschieden.

Katastrophales Synchronbuch

Speed Grapher - Collector's Edition (6)Stattdessen wird das Intro mit Mitsumunes Stück Shutter Speed, das auch in der US-amerikanischen Fassung verwendet wurde, unterlegt. Unserer Meinung nach sogar die bessere Entscheidung, da der Song von Duran Duran nicht durchweg im Kontext zur Anime-Serie steht. Ärgerlich ist jedoch, dass auf der Verpackung sowohl für die deutsche, als auch für die japanische Tonspur mit dem Format DTS-HDMA 5.1 geworben wird. Im Menü jedes der vier Datenträger fällt jedoch auf, dass es sich bei der japanischen Tonspur nur um PCM Stereo handelt. Die Synchronisation von Speed Grapher ist hingegen ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite überzeugt die japanische Tonspur vor allem mit Authentizität in den Bereichen Betonung und Aussprache, doch auf der anderen Seite sind die Synchronsprecher nicht abwechslungsreich genug, um ein stimmiges Gesamtbild zu formen. Die deutsche Synchronisation, die damals von Circle of Arts angefertigt wurde, macht es genau andersherum. Mit Oliver Mink, Marieke Oeffinger, Manfred Trilling und Johannes Raspe hat man sich für die Hauptrollen zwar fantastische Stimmen ausgesucht, doch muss das Synchronbuch von Frank Preissler wohl eine einzige Katastrophe gewesen sein. So gut wie alle Sprecher sprechen fast sämtliche Namen der japanischen Figuren in mehrfacher Ausführung falsch aus!

Interessantes Bonusmaterial

Speed Grapher - Collector's Edition (7)Wie man Bösewicht Suitengū ausspricht, ist anfangs zwar noch ganz amüsant, wirkt aber spätestens nach ein paar Folgen absolut störend. Wer auf die korrekte Aussprache wert legt, muss sich den Anime definitiv im Originalton, wahlweise mit deutschen Untertiteln, anhören. In digitaler Form liegt eine fünfteilige Casting-Reihe vor, bei der die frische Synchronsprecherin Saitō Kei bei ihren ersten Gehversuchen im Business begleitet wird. Es ist durchaus ein interessanter Einblick in die Aufgaben, die japanische Synchronsprecher neben ihrer eigentlichen Tätigkeit erfüllen sollen. Das Verteilen von Flugblättern, Live-Auftritte eines aufgenommenen Songs und Diskussionen auf der Bühne stehen hier an der Tagesordnung. Das Bonusmaterial liegt in bearbeiteter Form vor. Das heißt, dass Auszüge aus der Originalversion fehlen und stattdessen Bilder eingefügt wurden, auf denen bei den geführten Interviews mit Saitō die Fragen auf Deutsch angezeigt werden. Außerdem liegen im Digipack des stabilen Schubers drei Postkarten mit Motiven zur Serie in einem Umschlag und ein knappes Booklet mit Informationen zu den Charakteren und einigen Artworks bei. Ein Episodenguide zu allen 24 Episoden hätte das Gesamtbild deutlich bereichert. Trotzdem bietet Speed stolze sechshundert Minuten lang fulminante Anime-Kost, die definitiv in keiner Anime-Sammlung fehlen darf!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Für mich kam Speed Grapher wie aus dem Nichts, denn zuvor habe ich wirklich noch nie etwas von diesem Anime gehört. Vermutlich hat mich die Anime-Serie gerade deswegen so überzeugt, denn während ich an einem Tag gerade einmal drei Episoden angeschaut habe, habe ich am darauffolgenden Tag direkt alle 21 weiteren Folgen – und zwar fast in einem Zug – verschlungen. Obwohl ich teilweise stundenlang Anime gucken kann, ist das für mich definitiv ein neuer Tagesrekord. Speed Grapher macht in vielen Punkten alles richtig. Man verzichtet bis auf eine Episode auf Zusammenfassungen bisheriger Geschehnisse, baut durchweg fast ohne Atempausen eine Geschichte auf, die stringent bis zum Finale mit einigen Wendungen überzeugen kann und schafft es mit den facetten- und abwechslungsreichen Charakteren zu unterhalten. Nebenbei nutzt man das Phänomen Fotografieren geschickt als wichtiges Story-Element und erzählt die Handlung vor einem sozial- und wirtschaftskritischen Hintergrund mehr als ein Jahrzehnt nach dem Platzen der so genannten Bubble Economy, deren Auswirkungen für Japan bis heute spürbar sind. Trotz der vielen fantasiereichen Elemente in der Anime-Serie, kann die Geschichte vor allem wegen der realen Hintergründe eine gewisse Ernsthaftigkeit aufbauen, die reichlich Spannung und Interesse bei mir erzeugt hat. Es wird definitiv nicht das letzte Mal, trotz der teilweise sehr störenden Makel in puncto Synchronisation, gewesen sein, dass ich mir Speed Grapher angeschaut habe und deswegen möchte ich den Anime wirklich jedem Anime-Fan ans Herz legen – Speed Grapher muss man unter allen Umständen einfach gesehen haben!

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Speed Grapher (Collector’s Edition)!

© 2005 GONZO (Abbildungen)

Prime Time: Hyrule Warriors Legends – Limited Edition (Unboxing)

Mitte 2014 haben wir euch bereits unser Unboxing-Video zum Nintendo-Wii-U-Hit Hyrule Warriors präsentiert. Mittlerweile hat Nintendo das Spiel auch für den 3DS veröffentlicht, weshalb wir euch auch das Unboxing-Video zu Hyrule Warriors Legends nicht verwehren wollen. Was unser Chefredakteur Eric von der limitierten Edition inklusive der Kompass-Uhr hält, erfahrt ihr wie immer im Video. Viel Vergnügen!