Die Coming-of-Age-Geschichte in Tari Tari gefällt uns sehr gut, wie ihr aus unserem Review zu ersten Volume unlängst wissen dürftet. Heute stellen wir euch die erste Volume des Animes in Form eines Unboxing-Videos vor. Wir wünschen euch viel Spaß dabei!
Archiv des Autors: Eric Ebelt
Review: Tokyo Powerman
Wie schon bei Winners & Sinners erfolgt die Veröffentlichung in Deutschland auf Blu-ray im Namen von Jackie Chan. Dieser hat mit dem Film allerdings nur sehr wenig zu tun, doch wenn schon ein großer Name lockt, dann kann der Film eigentlich auch gar nicht schlecht sein.
Korrupte Polizisten gibt es überall; auch bei der Hongkong Police scheint es einen Beamten zu geben, der vor kurzem die Seiten gewechselt hat. Mit Diamanten im Wert von hunderten Millionen Dollar verschwindet er aus der chinesischen Hafenstadt und taucht im japanischen Tōkyō wieder auf. Um den Verräter zu fassen, reisen die Polizisten Muscle und Ricky nach Tōkyō, wo sie ihn kurze Zeit später zufällig in der Tōkyōter Untergrundbahn antreffen. Die Zielperson verschwindet allerdings schneller als ihnen lieb ist. Nach einer Verfolgungsjagd landen die Polizisten in einem Vergnügungspark Fujikyū Hairando, wo ihnen der Verräter entwischt. Dummerweise arbeitet dieser mittlerweile mit der Ninja-Gang zusammen, die den beiden Ordnungshütern dicht auf den Fersen sind. Ihnen gelingt es Ricky gefangen zu nehmen, woraufhin Muscle keine andere Möglichkeit sieht, Verstärkung aus Hongkong anzufordern. Es darf sich dabei jedoch nicht um Polizisten handeln, da diese sofort auffallen würden. Dem Polizisten Muscle fällt nur eine Handvoll Leute ein, die ihm jetzt noch helfen können. Er denkt an die Brüder, die mit ihm in Waisenhauszeiten durch dick und dünn gegangen sind. Das Problem besteht darin, dass sich die Freunde, nachdem Muscle Polizist geworden ist, entfremdet haben und aufgrund unterschiedlichen Ideologien nicht mehr miteinander reden.
Fünf Perspektiven
Dummerweise ist die Gang mittlerweile entzweit. Dem Polizeichef wird durch Muscle klar, dass die Waisenhausbande nur durch Fastbuck wieder zusammengeführt werden kann. Der sitzt allerdings im Gefängnis, aus dem er angeblich aufgrund einer Begnadigung durch den Gouverneur freigelassen wird. Als er dann mit dem Auto des Aufsehers abhauen will, wird er vom Polizeichef aufgeschnappt und gezwungen, ihm bei der Ermittlung zu helfen. Fastbuck willigt ein, denn drei weitere Jahre im Kittchen möchte er nun wirklich nicht riskieren. Sein erstes Ziel ist Herb, der in Hongkong einen Juwelier nach dem anderen ausraubt, indem er die Scheiben der Geschäfte mit einer kleinen Ladung Sprengstoff aufbricht. Zusammen mit Herb sucht er Rawhide auf, der jeden Zahnarzt der Stadt um den Verstand bringt, in dem er diesen seine faulen Zähne zeigt und sie anschließend ausraubt. Gemeinsam stoßen sie dann auf den in einer Nervenheilanstalt lebenden Sandy, der die Kunst der Telekinese erlernen will, aber am Unmöglichen durchweg scheitert. Die Gruppe beschließt, dass sie auch auf die Hilfe von Holzkopf angewiesen ist. Der hat sich von der Gruppe wie Muscle entfernt, da er ehrlich bleiben will und arbeitet inzwischen bei der Coca-Cola Company. Er ist allerdings strohdumm und kann in der Arbeitswelt nicht richtig Fuß fassen. Ein Glück dass Fastbuck vorbei kommt!
Details am Rande
Sammo Hung, der in Tokyo Powerman nicht nur die Rolle des Fastbuck übernimmt, sondern auch Regie führt, hat die Inspiration für diesen Film von einer japanischen Fernsehserie, die Personen aus fünf verschiedenen Blickwinkeln zeigt. Dieses Kunststück, Action und Humor aus fünf unterschiedlichen Richtungen vereint zu präsentieren, gelingt ihm nach Winners & Sinners erneut. Alle Charaktere haben ihre Eigenheiten und auch Nebencharaktere wie die Polizistin Barbara tragen dazu bei, dass sich die Geschichte nett entfaltet. Schade nur, dass Jackie Chan und Yuen Biao, welche die beiden nach Tōkyō entsandten Polizisten spielen, nur ganz am Anfang und dann gegen Ende wirklich von Bedeutung sind. Die Handlung des nur 96-minütigen Films nimmt sich nämlich vor allem die Zeit, um die fünf wichtigen Charaktere eine lustige Szene nach der anderen zu durchleben. An Action wird dabei vor allem gegen Ende des Films nicht gespart. Es gibt zwar deutlich bessere Martial-Arts-Szenen aus anderen Filmen mit Sammo Hung, doch stören tun sie zu keiner Zeit. Ein nettes Detail am Rande ist Michiko Nishiwaki, die hier immer mal wieder zwischendurch eine Kämpferin spielt, eine Koryphäe auf dem Gebiet Bodybuilding in Japan ist. Wer den Manga Dr. Slump von Akira Toriyama kennt, freut sich zudem über einen kurzen Auftritt von einem großen Arale-Kostüm.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die deutsche Veröffentlichung des Films ist eigentlich eine Mogelpackung. Auf dem Cover von Tokyo Powerman wird freudig auf das Auftauchen von Jackie Chan hingewiesen; der Film wird als Jackie-Chan-Film vermarktet. Dass dieser aber nur in wenigen Szenen, aber immerhin öfters als in Winners & Sinners, zu sehen ist, verrät uns der Packungstext nicht. Sammo Hung, der sowohl den Posten als Stunt-Koordinator, Regisseur und Hauptdarsteller innehält, wird hier die Ehre genommen. Wenn man darüber jedoch hinwegsieht und als Jackie-Chan-Fan nicht enttäuscht darüber ist, dass er nur in ein paar vereinzelten Szenen zu sehen ist, macht Tokyo Powerman unglaublich viel Spaß. Winners & Sinners gefällt mir zwar noch einen Ticken besser, doch der Film unterhält abermals mit seinen lustigen Charakteren und heiteren Momenten, in welche die Charaktere ständig blindlings hineinlaufen. Einzig und allein der Martial-Arts-Aspekt kommt in meinen Augen ein wenig zu kurz. Er wirkt teils aufgesetzt und hätte größeren Raum verdient. Wenn man aber über die vielen Dialoge lachen kann, vergisst man diesen Makel schnell. Tokyo Powerman zaubert mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht, auch wenn der Film vor allem zum Ende hin recht ernst wird und ein wenig von seiner Faszination als Komödie verliert.
Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tokyo Powerman!
Review: The Suspect – Traue keinem
Bei Südkoreanischen Action-Filmen und Thriller, die auch hierzulande erscheinen, kann man in der Regel blind zuschlagen. So auch bei The Suspect – Traue keinem, denn hier prallt teils geballte Action auf ein Drama, welches mit seiner Tiefe 138 Minuten lang unterhalten kann.
Der Zweite Weltkrieg hat für Deutschland und Korea ein ähnliches Ende, denn beide Staaten werden aufgeteilt. Während das Deutsche Reich in die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik aufgeteilt wird, ereilt Korea das Schicksal, in eine Nord- und eine Südhälfte getrennt zu werden. Während Südkorea nach dem Ende des Krieges das mit Abstand ärmste Land der Welt war, erholt es sich in den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten unglaublich schnell. Schaut man sich Südkorea und Nordkorea im Vergleich an, wird man deutliche Unterschiede erkennen. Im Süden herrscht endlich Demokratie und im Norden hält man an einer Ideologie fest. Wie es auch während der Teilung Deutschlands der Fall war, gibt es ebenso heute noch Geheimagenten in Korea, die aus dem Norden kommen und im Süden spionieren. Wie wir aus dem Weltgeschehen wissen, wird nach dem Tod von Kim Jong-il sein Sohn Kim Jong-un der neue politische Führer des Landes. Das heißt, dass in dieser Zeit mehrere politische und militärische Positionen ausgewechselt oder gar eliminiert werden, welche der neuen Führungsebene gefährlich werden könnten. Dieses Schicksal trifft Protagonist Dong-chul. Dieser führt für das Regime nach besten Wissen und Gewissen seine Aufträge aus, wird dann jedoch von seinen Vorgesetzten fallengelassen und gefoltert.
Leben eines Flüchtlings
Der Film nutzt hier die Gelegenheit deutlich, um durch die Qualen, die Dong-chul erleiden muss, das nordkoreanische System zu kritisieren. Wie in Nordkorea tatsächlich Menschen gefoltert und gequält werden, um sie der Politik entsprechend gefügig zu machen, lässt sich in der Realität durch die Berichte von Flüchtlingen erfahren. Offiziell wird die politische Ebene von Nordkorea diese Tatsachen ohnehin nur schönreden. Schöngeredet wird in The Suspect jedoch nichts. Der Film dreht sich nicht nur um die Gegensätze zwischen Nord- und Südkorea, sondern beschäftigt sich zudem noch mit möglicher Korruption im südkoreanischen Polizei-Apparat. In diesen Sumpf der Korruption wird Dong-chul jedoch nur zufällig hineingezogen. Vor einigen Jahren ist ihm die Flucht nach Südkorea gelungen. Mittlerweile genießt er seine Stellung als Chauffeur bei einem wohlhabenden Firmenvorsitzenden. Eines Abends möchte sich Dong-chul auf den Weg nach Hause machen, doch bemerkt er dabei, dass die Kameras, die das Anwesen überwachen, ausgeschaltet sind. Er kehrt zurück und muss mit ansehen, wie sein Arbeitgeber durch ein Gift langsam getötet wird. Mit seinem letzten Atemzug bitter ihn sein Arbeitgeber, doch seine Brille zu vergraben. Wie genau das genau gemeint ist, klärt sich im Verlauf der Handlung. Leider sind die falschen Polizisten ebenfalls schnell zur Stelle.
Sitzfleisch für 138 Minuten
Es entwickelt sich eine Verfolgungsjagd zwischen Dong-chul, dem Geheimdienst und der Polizei. Noch dazu kommt ein ehemaliger Gegenspieler Dong-chuls, der ihm dicht auf den Fersen ist. Außerdem kommt ans Tageslicht, dass Dong-chuls Tochter noch leben könnte. Es entbrennt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn Dong-chuls Unschuld zu beweisen ist schwieriger als gedacht, da dieses Ziel unausweichlich mit Leichen gepflastert ist. An einigen Stellen des Films ist es etwas schwierig, der Handlung vollständig zu folgen. Auf der einen Seite würden wir uns wünschen, dass man einige Szenen besser zusammengefasst hätte und auf der anderen Seite konnte man die Charaktere nicht so einführen, wie es für das Verständnis besser wäre. Der Thriller verlangt entsprechend 138 Minuten lang nach Sitzfleisch. Trotz einiger Tiefen kann der Film mit seinen Action-Höhepunkten überzeugen. Ein paar Martial-Arts-Einlagen und Autoverfolgungsjagden quer durch Seoul lockern den tiefsinnigen Film auf. Das Bild in 1080p und im 16:9-Format kann mit Schärfe und Kontrast punkten. Zudem wird der Film durchweg mit passenden (meist dumpfen) Melodien unterlegt. Wer den Film im Originalton sehen will, darf deutsche oder niederländische Untertitel zuschalten. Die Synchronisation ins Deutsche ist gelungen. Bonusmaterial liegt für The Suspect – Traue keinem leider nicht vor.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Südkoreanische Action-Filme haben mich noch nie enttäuscht. In Südkorea gibt es einige Künstler, die meiner Meinung nach im Westen mehr Aufmerksamkeit verdienen. So auch Regisseur Won Shin-yeon, der mit The Suspect – Traue keinem einen spannenden Thriller inszeniert, der sich mit der koreanischen Geschichte und dessen Auswirkungen bis heute beschäftigt. Zudem kommen noch oft behandelte Themen wie mögliche Korruption bei Polizei und Geheimdienst dazu. Abschließend erhält Protagonist Dong-chul noch ein ganz eigenes Motiv, um die Verschwörung aufzudecken. Diese Elemente spielen hervorragend zusammen und ergeben die ganzen 138 Minuten lang ein schlüssiges Gesamtbild. Einzig und allein manche Szenen wirken für mich etwas zu lang und der eine oder andere Charakter könnte ruhig etwas deutlicher eingeführt oder erklärt werden. Der Film ist dennoch von vorne bis hinten durchgehend verständlich. Während der Film in Südkorea Ende 2013 vier Millionen Menschen in die Kinos lockte, wird der Film hierzulande mal wieder nur gleich fürs Heimkino veröffentlicht. Davon sollte man sich aber absolut nicht abschrecken lassen, denn The Suspect ist ein hervorragender Film mit ernster Thematik!
Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Suspect – Traue keinem!
Review: Shovel Knight
Als Nintendo 1990 das Super Nintendo veröffentlichte, gerieten 8-Bit-Spiele immer mehr aus den Augen führender Entwicklerstudios. Als dann aber Nintendo mit der Wii im Jahr 2006 die Virtual Console etablierte, erfuhr so manch ein betagter 8-Bit-Titel eine neue Renaissance.
Das berühmteste Beispiel dürfte wohl Mega Man sein, denn nachdem die ersten Ableger jener Videospielserie zum Download bereitstanden, begann man bei Konami mit der Entwicklung von Mega Man 9. Bis auf wenige Details fühlte sich der Titel auch genauso an, wie die ersten Teile der Reihe – die Fans liebten das Spiel, doch nach Mega Man 10 war bei Konami nicht mehr an einem neuen Serienteil zu denken. Selbst Mega Man Legends 3 wurde wenig später eingestellt. Von der 8-Bit-Welle erfasst, begannen einige Entwickler mit der Produktion von Spielen, die sich an den großen Spielen der späten Achtziger und sehr frühen Neunziger Jahre orientierten. Eines dieser Entwicklerstudios ist Yacht Club Games, welches sich für Shovel Knight ganz klar das Mega-Man-Franchise als großes Vorbild genommen hat. Die Handlung von Shovel Knight setzt mit dem Besuch des wackeren Shovel Knight und seiner geliebten Shield Knight am Turm des Schicksals ein. Was hier genau passiert, lässt das Spiel aus – das Puzzle setzt sich im Verlauf der Geschichte allerdings leicht zusammen. Jedenfalls vermisst Shovel Knight seine geliebte Shield Knight furchtbar und macht sich auf dem Weg durch ein mystisches Land voller Magie. Der Weg zurück zum Turm des Schicksals wäre grundsätzlich schnell geschafft, doch Shovels Knights ehemalige Verbündete stellen sich ihm in den Weg!
Auf den Spuren eines Fantastilliardärs
Der Reihe nach kämpfen wir uns durch verschiedene Levels der Spielwelt. Wir durchkämmen einen Wald, erklimmen Burgen und trotzen kalten, sowie heißen Temperaturen. Die Regionen bieten reichlich Abwechslung, doch haben alle Levels etwas gemeinsam. In sämtlichen Levels finden sich massenweise glitzernde Klunker, die in vielen Fällen erst von uns ausgegraben werden wollen. Wie gut, dass der Shovel Knight, wie sein Name es schon vermuten lässt, mit einer Schaufel unterwegs ist. Mit der Schaufel können wir übrigens auch Blöcke zerstören und Gegner besiegen. Entweder erschlagen wir die Feinde mit dem Spaten oder nutzen ihn, um in bester Onkel-Dagobert-Gedächtnismanier auf sie draufzuspringen. So gelangen wir in einigen Fällen auch an hochgelegene Plattformen, wo neue Edelsteine auf uns warten. Da es sich bei Shovel Knight um einen Titel handelt, der sich vermehrt an ein erfahrenes Publikum richtet, ist der Schwierigkeitsgrad auch etwas höher ausgefallen. Mit genügend Motivation ist aber auch das kein Hindernis, da man schließlich mit seiner Erfahrung wächst. 1-ups suchen wir in Shovel Knight allerdings vergebens. Wenn wir besiegt werden oder in einen Graben fallen, verlieren wir nur einen Bruchteil unseres Geldes und können dies beim nächsten Start vom letzten Checkpoint wieder einsammeln – es sei denn, wir sterben zwischenzeitlich erneut.
Die Wirkungskraft des Geldes
Wer besonders mutig ist und auch wirklich jedes Juwel in einem Level abgrasen will, darf die Kontrollpunkte zerstören und erhält dafür eine kleine Entschädigung. Sollten wir dann jedoch besiegt werden, starten wir am Checkpoint davor und falls wir tatsächlich alle Kontrollpunkte zerstören, entsprechend am Anfang des Levels. Eine nette Idee, welche von Profis sicherlich zugenüge genutzt wird. Am Ende eines Levels wartet dann wie in Mega Man ein Bossgegner auf uns, die alle mit einer anderen Taktik besiegt werden wollen. Mole Knight springt aus den Wänden und fegt nur so über uns her, Treasure Knight zieht uns während des Kampfes Geld ab und Specter Knight wirbelt seine Sense wie Gevatter Tod persönlich. Anders wie in Mega Man gibt es allerdings nicht die eine Waffe, die einen Gegner ganz besonders viel Schaden macht. Wir verlassen uns auf unsere Schaufel und hoffen, dass wir nach dem Bosskampf mit genügend Kleingeld von dannen ziehen können. Nach dem Ende eines Spielabschnitt landen wir wieder auf der Oberwelt, die ähnlich funktioniert wie die Weltkarte in Super Mario Bros. 3. Das heißt, dass wir hin und wieder von Wegelagerern angegriffen werden, die uns an den Kragen wollen – im Gegensatz zum Jump ’n’ Run von Nintendo allerdings mit einer netten Hintergrundstory, die in Zukunft reichlich Potenzial für etwaige Nachfolger bietet.
Eine Ode an die 8-Bit-Zeit
Mit dem hart erkämpften Geld können wir dann erhobenen Hauptes in die Stadt spazieren, um dort unsere Schaufel verstärken zu lassen, uns eine neue Rüstung zu schmieden oder uns mit sonstigem Kleinod einzudecken, um beispielsweise unsere Lebensenergie oder Magieanzeige zu erweitern. Ebenfalls nett: Während man in typischen Action-Adventures wie Zelda II: The Adventure of Link ein Item im Verlies findet, taucht in Shovel Knight aus der Kiste gleich der Verkäufer auf, der Bares dafür sehen möchte. Es empfiehlt sich also, nicht zu viel Geld im Spielabschnitt zu verlieren. Hat man kein Kleingeld übrig, kann man sich das Item danach in der Stadt kaufen. Man kann also wirklich nichts verpassen. Shovel Knight bietet zahlreiche Anspielungen an die 8-Bit-Zeit. Mega Man, DuckTales, Super Mario Bros. oder The Legend of Zelda. Der Titel bietet aus vielen Serien quasi ein Best-of, welches man erlebt haben sollte. Die optische Gestaltung des Titels ist makellos und bietet mit mehreren Hintergründen in den Levels sogar technisch etwas, was selbst auf dem Nintendo Entertainment System in dieser Form meist nicht ohne eine Reduzierung in der Framerate möglich war. Dazu kommt eine musikalische Untermalung, welche uns – bis auf ein paar Ausnahmen – wunderbar in die späten Achtziger Jahre versetzt. Welch Barde hier auch am Werkeln war – er leistete Großes!
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Wii-U-Fassung): Als ich mir 2006 die Wii gekauft habe, hätte ich niemals daran gedacht, dass mir die ganzen Mega-Man-Spiele, die ich auf diesem Wege überhaupt erst nachholen konnte, so begeistern, dass ich mich auch über Spiele freue, die heute auf alte Grafik getrimmt sind. Shovel Knight ist solch ein Spiel, welches mich von Anfang bis Ende mit seiner sehr charmanten Retro-Optik begeistert und mich dazu auch mit einem tollen Soundtrack bei Laune hält. Das Gameplay pickt sich zudem die besten Ideen aus diversen Nintendo-Entertainment-System-Titeln heraus und würzt das Ganze mit einer Prise Eigenständigkeit, um als moderner Retro-Titel durchgehen zu können. Die Idee, dass ich die Kontrollpunkte zerstören kann, nur um ein paar zusätzliche Juwelen einzusammeln, ist dabei nur die Spitze des Eisberges. Ich springe bereits auch so dem kleinsten Edelstein in den sicheren Tod hinterher – die Hoffnung irgendwie zu überleben, stirbt bekanntlich zuletzt. Man merkt, dass mir Shovel Knight sehr gut gefallen hat. Das einzige, was mich genau so sehr wie bei manch anderen Titeln der damaligen Zeit stört, ist die gelegentlich zu direkte Steuerung. Kaum tippe ich das Steuerkreuz auch nur leicht an, wird eine Aktion ausgeführt, die ich so nicht wollte und mich im schlimmsten Fall einen weiteren Tod kostet. Aber so war das eben damals, in den späten Achtzigern, mit Mega Man und Co.
Vielen Dank an Yacht Club Games für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shovel Knight!
Review: The Evil Within
Man könnte meinen, dass die Zeit der großen Survial-Horror-Videospielserien schon lange zurückliegt. Resident Evil 5 und Resident Evil 6 zeigen mit Schrecken, was Capcom nahezu im Alleingang aus dem einstig glanzvollen Genre gemacht hat. Zum Leidwesen aller Fans!
Shinji Mikami, der Erfinder der Resident-Evil-Reihe, musste Publisher Capcom erst verlassen, um an alte Erfolge anknüpfen zu können. Mit seinem Studio Tango Gameworks werkelte die Entwicklerlegende vier Jahre lang an The Evil Within, welches schließlich Ende 2014 unter der Flagge von Bethesda Softworks erschien. Vier Jahre, in denen Fans hofften, dass Mikami wieder ein prägendes Spiel wie Resident Evil oder Resident Evil 4 vollenden wird. Zu Beginn unseres Reviews können wir sagen, dass es ihm zumindest zum Teil gelungen ist, ein großes Spiel auf die Beine zu stellen. Ebenso verrennt sich Mikami mit The Evil Within in ideenlose Gameplay-Elemente, die in vielen Momenten nicht wirklich zusammenpassen wollen. Sehr ähnlich geht es auch Detective Sebastian Castellanos, der Hauptfigur des Spiels. In Krimson City, einer fiktiven Stadt in den Vereinigten Staaten, soll er Vorfälle in der Nervenheilanstalt untersuchen. Der Aufenthalt in der Klink verläuft allerdings alles andere als nach Plan und urplötzlich muss sich Castellanos einem Wahnsinnigen stellen, der im Kellergewölbe der Anstalt Menschen aufschlitzt und sie wie ein Metzger an Schürhaken aufhängt. Hätten wir doch nur ein paar Waffen, würden wir dem gestörten Individuum zeigen, was wir von seinen Taten halten. Ohne Waffen bleibt uns fürs Erste jedoch nur eine nervenaufreibende Flucht.
Gefahren hinter jeder Ecke
Bereits in den ersten Spielstunden möchte uns The Evil Within ein Gefühl der Machtlosigkeit vermitteln. Wir schleichen uns durch dunkle Gemäuer und versuchen mit nur wenigen Mitteln aus diesem Alptraum zu entkommen. Als wir es mit letzter Kraft an die Oberfläche schaffen, hat sich die Welt verändert. Sie scheint menschenleer und selbst die Architektur der Stadt hat sich gegen uns verschworen und versucht zu verhindern, dass wir entkommen. So schickt uns The Evil Within lose erzählt zu verschiedenen Handlungsorten. Wir besuchen ein Dorf, viele Höhlen, mysteriöse Grabkammern, Laboratorien und kehren schließlich ins zerstörte Krimson City zurück. Alle Gebiete haben eines gemeinsam: Überall herrscht Munitionsknappheit und trotzdem schickt uns der Titel so viele Gegner auf den Hals, dass die Kugeln bei Weitem nicht für alle Feinde reichen. Zumindest in den ersten Spielstunden müssen wir sorgsam mit allen Munitionsarten haushalten. Im letzten Spieldrittel fällt das nicht mehr ganz so ins Gewicht. Es sind jedoch nicht nur die Feinde, die eine Gefahr für uns darstellen. Überall lauern Gefahren in Form von Bärenfallen, Bomben mit Bewegungssensoren oder Stolperdrähte, die noch mehr furchterregende Überraschungen für uns bereithalten, wenn wir sie denn auslösen. Zum Glück hat Castellanos die Fähigkeit, sämtliche Fallen zu entschärfen und Einzelteile zu verwerten.
Unlogischer Rückschritt
Das hilft allerdings auch nicht viel, da The Evil Within bereits auf dem mittleren von anfangs drei Schwierigkeitsgraden sehr happig ausfällt. Ein einzelner Angriff eines Gegners raubt uns schon mal die halbe Lebensenergie, die sich anschließend nur wenig erholt und auch nur mit den seltenen Spritzen oder Erste-Hilfe-Kästen im Spiel wieder aufgefüllt werden kann. Unser Held ist auch kein Athlet – anfangs kann er gerade einmal zwei Sekunden rennen, bevor ihm die Puste ausgeht. Hin und wieder gibt es jedoch Spielpassagen, wo Sebastian mühelos von der drohenden Gefahr wegrennen muss. Das ist ebenso unlogisch wie die Gestaltung unseres Inventars. Im Verlauf der Handlung finden wir immer mehr Waffen. Wir können zwar viele schwere Waffen tragen, doch Munition können wir darüber nicht kompensieren. So reichen unsere Taschen nur für eine bestimmte Anzahl an Pistolenkugeln und auch wenn wir für die Schrotflinte keine Munition mit uns führen, können wir nicht einfach mehr tragen. The Evil Within wirft uns in eine Prä-Resident-Evil-Zeit. Vom ansatzweise logischen Tetris-Menü aus Resident Evil 4 fehlt jede Spur. Den Vergleich muss sich The Evil Within gefallen lassen, hat Mikami doch eigentlich mehr als zwanzig Jahre Erfahrung in der Branche gesammelt. Lustig ist das vor allem mit Streichhölzern – von denen dürfen wir anfangs nur fünf mit uns führen.
Individualisierungs(alp)traum
Für besiegte Gegner erhalten wir immerhin selten ein wenig neue Munition. Viel mehr haben uns die Feinde in ihrem Testament mit grünem Glibber bedacht. Zwischenzeitlich haben wir immer mal wieder die Möglichkeit, in ein Sanatorium zur Verschnaufpause zurückzukehren. Hier können wir an einer mysteriösen Maschine unsere Fähigkeiten im Austausch für Glibber erweitern. Mehr Lebensenergie, mehr Tragekapazität oder das Verstärken unserer Waffen sind möglich. Diese Individualisierungen machen Spaß, doch kann man bei allen Optionen, die uns hier offenstehen, schnell passieren, dass man sich zu sehr auf einen Punkt verkrampft und andere Fähigkeiten erst viel später ausbaut. Dadurch kann The Evil Within zeitweise zu einer wahren Tortur werden. Da helfen auch die Schlüssel, die wir im Verlauf der Handlung finden, nicht wirklich weiter. Mit denen öffnen wir nämlich Schließfächer, die uns ein wenig mit Munition oder zusätzlichem Glibber ausstatten. Mit zunehmender Spieldauer merken wir aber deutlich, dass unser Charakter immer mächtiger und zum Ende hin vielleicht sogar schon zu mächtig wird. Anfangs krepieren wir alle zwei Minuten wegen Nichtigkeiten. Später haben wir keinerlei Mühen, Gegnern mit einem gezielten Schuss die Köpfe wegzuballern. Hier wirkt The Evil Within leider nicht ausbalanciert und bietet somit einen sehr fahlen Nachgeschmack.
Tödlicher Cineasmus
Selbiges gilt auch für die Handlung. Diese setzt sich am Spielende zwar wie ein Mosaik recht passabel zusammen, doch merken wir von dieser Entwicklung während der Handlung nichts. Man wird an viele Orte geschmissen, die so einfach nicht zusammenpassen. Obwohl das eben storytechnisch alles erklärt wird, fühlt sich The Evil Within wie ein linearer Faden an. Das ist es im Grunde auch fast durchgehend, denn nur selten können wir unsere Umgebungen richtig frei erkunden. In der Regel lenkt uns das Spiel geschickt durch Schlauchlevels, die nur wenig (dafür aber sehr Nützliches!) abseits des Weges bieten. Ärgerlich ist da vor allem die Optik. Damit meinen wir nicht die grafische Qualität, an der wir nichts auszusetzen haben. Viel mehr bot die Ursprungsfassung des Spiels nur eine Kameraperspektive, in der schwarze Balken am oberen und unteren Bildschirmrand ersichtlich sind. Mikami wollte damit sicherlich The Evil Within ein wenig cineastisch gestalten, doch dass das in einem Spiel nicht funktioniert, hätte selbst einer Entwicklerlegende bei der Qualitätssicherung auffallen müssen. Mittlerweile hat man zum Spiel auch einen Patch spendiert, welcher die Balken abschalten lässt. Nun bleibt der Blick endlich frei auf alles Wichtige und The Evil Within ist dadurch wesentlich besser spielbar geworden, als es zum Release der Fall war. Der Ärger nimmt damit aber nicht ab.
Scheitern im Detail
Die Bedienung von The Evil Within fühlt sich recht hakelig an. Das fällt besonders dann sehr stark ins Gewicht, wenn man mit den beiden schwarzen Balken The Evil Within bestreitet. In vielen Fällen reicht es aber auch aus, ein einziges Mal unachtsam gewesen zu sein. Der Titel bietet keinerlei Übersichtskarten und da Menschen kein zweites Augenpaar im Hinterkopf haben, müssen wir uns zudem ständig umsehen. Blöd nur, dass sowohl Sebastian als auch die Kamera öfters gleichzeitig umpositioniert werden müssen, um alles im Blick zu behalten. Im Grunde ist das nicht weiter schlimm, doch reicht ein unliebsamer Feindeskontakt aus und wir taumeln zurück, wo wir ohne Abklingphase vom nächsten Gegner getötet werden. Zudem gibt es in wenigen Szenen sogar (gewollt) unsichtbare Gegner, die man nur sehen kann, wenn man sie zufällig trifft, wenn man ins Leere schießt oder um sich schlägt. Manche Feinde töten uns sogar mit einem Schlag – egal, wie viel Lebensenergie wir noch haben. Der Grat zwischen schlechtem Gamedesign und Unfairness ist hier sehr, sehr dünn. So blöd das auch klingt, wird die düstere Atmosphäre des Spiels, die durchweg mit einem beklemmenden Soundtrack unterlegt wird, dadurch nur besser und wem das noch nicht reicht, revanchiert sich im zweiten Spieldurchlauf mit Maschinenpistole und Raketenwerfer bei seinen einstigen Peinigern.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Nachdem ich den horrenden Download des Spiels endlich abgeschlossen hatte, konnte ich The Evil Within zum Glück direkt mit einem Patch spielen – die schwarzen Balken des Todes sind mir also nahezu erspart geblieben. Das Spiel wird in meinen Augen dadurch allerdings nicht viel besser. Natürlich habe ich in The Evil Within meinen Spaß gehabt, allerdings nur sehr bedingt. Viele Szenen erinnern mich mit Freude an Resident Evil 4 und so mancher Moment lässt mich an den ersten Teil von Resident Evil zurückdenken. Man merkt, dass hier Shinji Mikami gewerkelt hat. Allerdings muss ich sagen, dass ich dem Künstler wesentlich mehr zugetraut hätte. Mit The Evil Within macht Mikami einen großen Rückschritt. Mich stört dabei noch nicht einmal, dass der Titel nicht sonderlich zugänglich ist – schließlich kenne ich die Gameplay-Mechaniken aus seinen früheren Werken bereits nur zu allzu gut. Mich stören aber diese starre Linearität, die lahm präsentierte Handlung und viele nervige Passagen, die mich zu 135 Toden in 18 Stunden bis zum Abspann des Titels getrieben haben. Manchmal kommt es mir so vor, als würde Mikami selbst nicht so wirklich gewusst haben, ob er das Survival-Horror-Genre wie Resident Evil oder eher wie der vierte Teil der Reihe (theoretisch) wiederbeleben wollte. Irgendwie ist ihm beides nicht so wirklich gelungen. Der Titel ist zwar ein frischer Ansatz abseits deplatzierter Action in neueren Spielen des Genre, doch The Evil Within stellt für mich sehr überraschend eine große Enttäuschung dar – und gegruselt und erschrocken habe ich mich nur ein einziges Mal. Schwach für ein Spiel, welches mit Horror-Elementen auf sich aufmerksam machen will.
Jonas‘ Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Besonders da sich für mich die Resident-Evil-Reihe in letzter Zeit immer weiter entfremdet hat, war ich um so gespannter darauf, wie Shinji Mikami seine moderne Interpretation eines Horror-Adventures in die Tat umsetzen würde. The Evil Within konnte dabei zwar den Resident-Evil-4-Charme nur bedingt kopieren, ein reißendes Abenteuer im alten Stil kam aber trotzdem herum. Klassisch ist allem voran das Gameplay, was aber auch mal wieder eine schöne Abwechslung darstellt. Die Handhabung der Waffen ist fordernd und die zähen Gegner tun ihr übriges, um mich auch ohne stupide Jump Scares und ohne unfair zu werden ins Schwitzen zu bringen. Genau so soll es sein! Daneben ging für mich das Konzept von Mikamis schauriger Welt voller Fallen und Illusionen voll auf, auch wenn sie mitunter eine der größten Feinde der Spielfigur ist. Da stört doch die hölzerne Erzählweise von fast schon autistischen Charakteren nur bedingt, stammen diese Inhalte wohl selbst noch aus jenen älteren Zeiten. Leider verliert das gesamte Spiel in den letzten Stunden etwas an Fahrt, was merklich an der künstlichen Streckung des Titels liegt. Etwas weniger Spielzeit wäre hier auf jedem Fall mehr gewesen. Dennoch war The Evil Within die sehr interessante Erfahrung auf jeden Fall wert, dessen fehlender Feinschliff von Mikami vielleicht in einem Nachfolger korrigiert wird.
Vielen Dank an Bethesda für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Evil Within!
Special: Du bist der Auserwählte!
Da ist es wieder geschehen. Mindestens zum dritten Mal im Lauf eines Jahres bietet Nintendo (in Deutschland) ein exklusives Angebot ausgewählten Kunden an. Diesmal ist das Thema ein klein wenig brisanter. Wir sprechen über Sinn, Unsinn und Wirkung eines solchen Angebots.
Exklusivangebote gibt es schon seit jeher und wird es auch immer wieder geben. Besondere Editionen von Spielen erscheinen exklusiv bei bestimmten Händlern. Meistens trifft es dabei den Branchenriesen Amazon, wo momentan die Collector’s Edition von The Witcher 3: Wild Hunt exklusiv und nur dort angeboten wird. Wer ungern im Internet bestellt, hat grundsätzlich keine andere Wahl und muss wohl oder übel auf die begehrte Spezialausgabe verzichten. Zum einen ist das jedes Mal ärgerlich für den Kunden und zum anderen ermöglicht es sowohl dem Publisher als auch dem Händler dem Wettbewerb aus dem Weg zu gehen und das Angebot zu einem festgelegten (meist unveränderlichen) Preis zu offerieren. Würden Einzelhandelsketten ebenfalls die Collector’s Edition verkaufen dürfen, würde ein Wettbewerb existieren und der Kunde wäre glücklich – er kann sich das Produkt bei dem Händler kaufen, dem er vertraut. Es gibt jedoch auch diese kleinen Zusatzangebote. Ketten wie Gamestop erhalten vom Publisher zusätzliche Boni, die sie den potenziellen Käufern im Austausch für eine Vorbestellung bieten dürfen. Das ist grundsätzlich eine nette Idee, doch problematisch wird es, wenn man ein sehr großer Fan eines Spiels ist und man dieses unbedingt in seiner Gänze erleben will. Man wird dazu genötigt, den Titel bei Gamestop zu kaufen und zahlt dafür meist einen höheren Preis.
Kauf das Spiel und eine neue Konsole
Die Kette Gamestop soll jetzt aber nicht diffamiert werden. Das Problem betrifft die gesamte Branche, denn auch Online-Versandhäuser wie Amazon oder Einzelhandelsketten wie Saturn und Media Markt locken den Käufer im Voraus mit speziellen Downloadcodes, die das Spiel im Umfang leicht bis mittelstark erweitern. Das fängt recht harmlos bei zusätzlichen Waffen oder Autos an, kann aber auch gleich eine neue Mission bedeuten. Der Ärger kann sogar so weit gehen, dass diese eine Mission nur auf einer bestimmten Konsole verfügbar ist. Ubisoft hat das 2014 mit dem Action-Spektakel Watch Dogs demonstriert. Auf der PlayStation-3- und auch auf der PlayStation-4-Schachtel prangern deutliche Hinweise, dass hier sechzig Minuten exklusives Gameplay enthalten ist. Wer Microsoft das Vertrauen schenkt und Watch Dogs auf Xbox 360, Xbox One oder dem PC spielen will, hat eben Pech gehabt. Von den gebeutelten Wii-U-Besitzern, die noch ein halbes Jahr länger auf das Spiel warten mussten, wollen wir gar nicht erst sprechen. Der Sinn hinter solchen Aktionen lässt sich leicht erklären. Die Publisher wollen die Spiele bewerben und mit zusätzlichen Inhalten klappt das natürlich leichter. Damit die Fans nicht Sturm laufen, kann man sich mehr als kleinen Inhalte ohnehin nicht erlauben. In Zukunft erscheinende Download-Inhalte bieten ohnehin weitere lukrative Einnahmequellen.
Der Kunde als Werbeträger
Wichtig: Niemand wird gezwungen, sich das Spiel in irgendeinem Laden oder für irgendeine Plattform zu kaufen. Diese Entscheidung liegt immer noch beim Käufer und dieser ist für eine Entscheidung selbst verantwortlich. Während sich besonders große Dritthersteller wie Ubisoft, Electronic Arts oder Activision die Köpfe über solche verlockenden Angebote zerbrechen, entziehen sich die drei großen Namen Microsoft, Nintendo und Sony dieser Streitigkeiten. Sie lassen Spiele nur für die hauseigene Plattform entwickeln und bieten Erstkäufern nur selten digitale Inhalte an. Eher winkt mal ein Steelbook wie im Falle der neuen Pokémon-Editionen Alpha Saphir & Omega Rubin als Vorbestellerbonus. Trotzdem ist es genau diese Firma, über die aktuell im Internet so viel geredet wird. Nintendo ist derzeit erpicht darauf, nur speziellen Nutzern bestimmte Inhalte zu ermöglichen. 2014 hat Nintendo an ausgewählte Kunden Codes zu einer Probeversion von Super Smash Bros. for Nintendo 3DS geschickt. Wohlgemerkt ein Spiel, das von vielen Fans heiß erwartet wurde. Wie die Kunden ausgewählt worden sind, ist bis heute ungeklärt. Die Aufgabe der Kunden war es jedoch, drei weitere Downloadcodes an Freunde weiterzuleiten, um so auf das Spiel aufmerksam zu machen. Günstiger kann man sich Werbung nun wirklich nicht mehr vorstellen. Den Verkäufen des Titels hat es nicht geschadet.
Treue Kunden kaufen mehr
Nun hat Nintendo am sechsten Januar 2015 abermals zugeschlagen und sich an die angeblich treuesten Kunden des Konzerns gerichtet. Im Falle unseres Chefredakteurs trifft das auch sehr gut zu, da er übers Jahr verteilt dutzende Nintendo-Spiele digital als auch physisch erwirbt. In der E-Mail wird damit geworben, dass sich Nintendo bei dem treuen Kunden bedankt und ihm die Möglichkeit bietet, den New Nintendo 3DS schon vor der deutschen Markteinführung zu erwerben. Grundsätzlich ein sehr netter Zug, der aber (zumindest bei unserem Chefredakteur) seine Wirkung verzielt und gar auf Gegenliebe stößt. Kaum hat man sich auf der Produktseite mit seinen Zugangsdaten eingeloggt, wird einem auch schön aufgeführt, was uns im Falle der positiven Kaufentscheidung alles geboten wird. Neben dem New Nintendo 3DS erhält man im so genannten Ambassador-Edition-Bundle exklusiv eine Ambassador-Edition-Zierblende für die Vorderseite, Zierblenden im Super-Smash-Bros.-Design für Vorder- und Rückseite und in weißer Farbe auch noch eine Ladestation. Schön säuberlich daneben aufgereiht sind die Werte oder eher gesagt die Preise. Während der Handheld mit 169,99 Euro zu Buche schlägt, haben die drei zusätzlichen Inhalte einen Wert von jeweils 9,67 Euro. Summa summarum ist der Kaufpreis also exakt 199,00 Euro. Eine kaufmännische Meisterleistung der Preiskorrektur.
Zukünftige Probleme
Bitte nicht falsch verstehen: Das Angebot oder eher gesagt die Möglichkeit, einen Handheld vor dem Launch erwerben zu können, ist sicherlich großartig. Die Umsetzung ist es in diesem Falle aber mal wieder bei Weitem nicht. Wer sich nur für den New Nintendo 3DS interessiert, muss die albernen Zierblenden und die für Nintendo-3DS-Besitzer unnötige Ladestation auf jeden Fall dazu erwerben. Nintendo bietet keinerlei Option an, den Schnickschnack aus dem virtuellen Warenkorb zu entfernen. Ebenso unschön: Im Kleingedruckten wird hingewiesen, dass man sich noch ein zusätzliches Ladekabel anschaffen muss, da dieses abermals nicht im Lieferumfang enthalten ist. Wer seine Daten also vom Nintendo 3DS zum New Nintendo 3DS übertragen will, kann das sicherlich problemlos tun, bekommt dann aber womöglich Probleme beim Verkauf seines alten Handhelds, da das Ladekabel aus guten Gründen fehlt. Während das im Online-Auktionshaus eBay trotz Angabe des Fehlens des Ladekabels im Artikeltext eine somit grundlose negative Bewertung nach sich ziehen könnte, kommt man zum Beispiel bei der nächsten Gamestop-Filiale gar nicht erst weiter. Die Einzelhandelskette prüft penibel den Zustand des Geräts und legt somit besonderen Wert auf Vollständigkeit. Etwas, was man als Kunde von einem Unternehmen der Größenordnung Gamestop mindestens erwarten kann.
Du bist der Auserwählte!
Wenn Nintendo sich also schon an die angeblich treuen Kunden richtet, die im Jahr drei- bis vierstellige Beträge für qualitativ hohe und meist gute Videospielunterhaltung zahlen, dann sollte ein renommiertes Unternehmen auch dazu in der Lage sein, ein paar Euros locker zu machen, um ein Ladekabel aus dem Lager gratis draufzupacken. Zudem spart sich Nintendo den Weg über Groß- und Einzelhändler und hätte dadurch theoretisch keinerlei schmerzhafte Verluste zu erwarten. Ärgerlich für alle Interessierten des Handhelds ist außerdem, dass das japanische Traditionsunternehmen nur den New Nintendo 3DS anbietet. Ein Auswechseln zu einer anderen Version, sprich den New Nintendo 3DS XL, ist unmöglich. Vor allem unter den Indizien, dass Nintendo die Produktion des normalen Nintendo 3DS vermutlich eingestellt hat und das Interesse am Handheld mit dem kleinen Bildschirm sinkt, ist das ebenso unsinnig wie engstirnig. Obwohl Aktionen wie diese leicht negativ wirken, ist der Effekt für den Konzern dennoch ein positiver. Es wird wieder über Nintendo geredet. Die Leute wissen, dass der New Nintendo 3DS bald erscheinen wird. Wenn dann auch die ersten exklusiven New-Nintendo-3DS-Spiele erscheinen, sind solche Aktionen recht schnell vergessen; denn ob man als treuer Kunde nun ausgewählt worden ist oder eben nicht – es wird einem (fast) nichts aufgedrückt.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Meinung: Ich finde es sehr schade, wie manche Unternehmen ihre Kunden auswählen und vor allem mit ihnen umgehen. Über Vorbestellerboni rege ich mich gar nicht mehr auf, denn die meisten Titel von Drittherstellern interessieren mich nicht wirklich und wenn dann doch mal ein Spiel dabei ist, ist das wiederum so ein Nischentitel, bei dem in vielen Fällen gar die in Japan bereits erhältlichen Download-Inhalte kostenlos auf der Disc schlummern. Aber es regt mich auf, dass Unternehmen wie Nintendo versuchen, eine Zweiklassengesellschaft in einer sonst wohlfühlenden Umgebung durchzusetzen. Wenn zufällig Downloadcodes zu einer recht dünnen Demo viele Wochen vor Release des Titels in Umlauf geraten, kann ich gerne beide Augen zudrücken. Wenn mich das Spiel interessiert, kaufe ich es mir sowieso. Warum jetzt der Spalt zwischen beiden Klassen, den Wenig- und den Vielkäufern, noch weiter auseinander gezogen werden muss, verstehe ich beim besten Willen nicht. Selbstverständlich möchte ich gerne in den Genuss eines New Nintendo 3DS kommen, aber wenn, dann soll es auch ein New Nintendo 3DS XL sein – und es müssen Spiele für das System vorliegen und der Preis stimmen. Nintendo könnte ruhig so kulant sein und das Angebot zu einem wirklich tollen Preis anbieten. Schließlich bezeichnet mich der Konzern als Botschafter, der die freudige Nachricht hinaus in die Welt trällern soll. Mit diesen Zeilen merkt Nintendo aber hoffentlich, dass ich mich nicht als Werbefigur missbrauchen lassen möchte. Ich erinnere mich gern an das Jahr 2001 zurück – Nintendo veranstaltet auf der Pokémon-Internetseite ein Gewinnspiel, bei dem man eines von je 250 Exemplaren der Goldenen oder Silbernen Editionen gewinnen konnte, in dem man das Gewinnspiel (als Botschafter) mit seinen Freunden per Mail empfiehlt. Da hatte jeder die gleichen Chancen und die Bedeutung, ausgewählt worden zu sein, war wirklich etwas besonderes!
Review: Captain Toad: Treasure Tracker
Als Kapitän Toad zum ersten Mal 2007 im Nintendo-Wii-Titel Super Mario Galaxy als kleine Nebenfigur erschien, ahnte wohl niemand, dass der kleine Held sieben Jahre später sein eigenes Videospiel erhalten würde. Wir haben Captain Toad: Treasure Tracker durchgespielt.
Nach den Abenteuern im Weltraum hat sich Kapitän Toad ins Pilz-Königreich aufgemacht. In den entlegensten Winkeln des Reiches sucht er zusammen mit Toadette die sagenumwobenen Power-Sterne. Als Toadette an der Spitze einer verfallenen Ruine einen der glänzenden Sterne entdeckt, klettern die beiden frohen Mutes hinauf. Als sie den Stern jedoch beanspruchen wollen, taucht der riesige Vogel Wingo aus dem Nichts auf und krallt sich den Stern – samt Toadette, die den Stern einfach nicht loslassen will. Die Geschehnisse kommen ins Rollen. In der Haut des titelgebenden Kapitän Toads machen wir uns auf, um unsere Freundin aus den Fängen des Riesenvogels zu befreien. Unterwegs hält uns das aber nicht davon ab, Juwelen, Münzen und Power-Sterne zu sammeln. Die Handlung von Captain Toad: Treasure Tracker reißt wie erwartet keine Bäume aus, reicht aber vollkommen aus, um uns in die Spielwelt in Windeseile einzuführen. Schade ist nur, dass das Spiel in drei Episoden unterteilt ist und jede Episode mit einem ähnlichen Plot aufwartet. Wir müssen uns also während der ganzen Spielzeit mehrmals sehr ähnliche Zwischensequenzen anschauen, die in den meisten Fällen auch nicht abgebrochen werden können. Das geht selbst dann nicht, wenn wir ein bestimmtes Ziel in einem Level verpassen und wir dieses nur kurz zur Wiederholung spielen wollen.
Auf zur Schatzsuche!
Eine Oberwelt gibt es nicht wirklich. Die Levels wählen wir über ein Buch aus, in welchem wir von links nach rechts und von rechts nach links blättern können. Das ist unübersichtlich, da wir unsere Lieblingslevels so ständig mühsam suchen müssen. Haben wir uns aber erst einmal für einen Level entschieden, kann das Spiel mit seinen Inhalten punkten. Jedes Level besteht in der Regel aus einem abgetrennten Bereich, in dem wir uns mit Captain Toad frei bewegen können. Hindernisse tauchen auf in Form von Gegnern, Blöcken und natürlichen Begrenzungen in der Architektur des Levels. Ziel in jedem Level ist, den Power-Stern zu ergattern. Haben wir einen Level beendet, erhalten wir für dieses noch eine Spezialaufgabe. Da müssen wir beispielsweise eine bestimmte Anzahl an Münzen sammeln, unentdeckt vor patrouillierenden Shy Guys bleiben oder unbeschadet ans Ziel gelangen. Manchmal müssen wir auch einen verborgenen Goldpilz finden. Fakt ist, dass diese Aufgaben uns motivieren. Zum einen, um jedes Level noch gründlicher abzusuchen und zum anderen, um neue Rekorde aufzustellen. Da Kapitän Toad nicht wie Klempner Mario über Kampffähigkeiten verfügt, werden die Spielabschnitte dadurch manchmal auch zu einer kleinen Herausforderung. Wer aber mit Ruhe an die Sache herangeht, wird merken, dass der Titel sehr leicht ausgefallen ist.
Der Auftritt der Rüben
Um Abwechslung ins Spiel zu bringen, finden wir gelegentlich ein paar Items, mit denen wir das jeweilige Level bestehen können oder müssen. Mit der Doppelkirsche können wir einen Klon des Kapitäns erstellen und Rätsel lösen, die wir nur mit zwei oder mehreren Duplikaten angehen können. Mit dem Hammer zerstören wir klassisch zu einer aufgepeppten Melodie aus Donkey Kong einen Block nach dem anderen – oder entledigen uns arglistigen Gumbas, wenn mal wieder keine Rübe mehr im Boden wächst, die wir dem Gegner wie in Super Mario Bros. 2 aka Yume Kōjō: Doki Doki Panic an den Kopf pfeffern könnten. Tiefgründiger wird das Rätsellösen, wenn wir die Level-Architektur verändern müssen. Da reicht es manchmal aus, leicht ins Mikrofon zu pusten, um ein paar Plattformen über einen See aus Lava erscheinen zu lassen oder wir tippen Blöcke auf dem Wii U GamePad an, um diese umzupositionieren oder sie als Fahrstuhl zu missbrauchen. Hin und wieder hilft auch das nicht und wir müssen im wahrsten Sinne des Wortes am Rädchen drehen und auf einmal ändert sich die Hälfte der Stage und gibt den Weg zu neuen Mysterien des Levels frei. In einigen wenigen Levels düsen wir auch mit einer Lore durchs Geschehen, schauen uns dann mit dem Touchscreen um und schießen Rüben auf alles, was irgendwie danach aussieht, von uns getroffen werden zu wollen.
Tropfen auf den heißen Stein
Das klingt zwar alles sehr abwechslungsreich, doch in der Praxis wiederholen sich sämtliche Mechanismen relativ schnell. Auch der Fakt, dass es gerade einmal nur zwei Bossgegner gibt, die sich abwechselnd die Klinke in die Hand drücken, fällt negativ auf. Natürlich gibt es auch Bonuslevels, die den Spielumfang leicht erweitern und den Rätselalltag auflockern, doch kann das nicht über die sehr kurze Spieldauer von circa neun bis zehn Stunden hinwegtrösten. Ein wichtiger Punkt bei einem Rätselspiel ist vor allem die eingehende Bedienung. Die Steuerung funktioniert grundsätzlich tadellos. Das Problem ist die Kontrolle über die Kamera. Die will von uns ständig nachjustiert werden. Während das manchmal von den Entwicklern so gewollt ist und wir auch begrüßen, stört sie in anderen Fällen extrem. Besonders in einem speziellen Spielmodi, über den wir euch hier nichts verraten wollen, fällt das auf, da wir hier so unter Druck stehen, dass es mehr als kompliziert ist, gleichzeitig den Charakter zu bewegen und ungelogen alle zwei Sekunden die Kameraperspektive manuell zu ändern. Optisch ist den Köpfen von Nintendo EAD Tōkyō ein großer Wurf gelungen. Das Spiel sieht fantastisch in HD aus und steht Super Mario 3D World in Nichts nach. Musikalisch bietet der Titel auch den einen oder anderen Ohrwurm – und das hilft über so manche Wiederholung sehr hinweg!
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit: Als Kapitän Toad in Super Mario 3D World wiederkehrte, ahnte ich noch nicht, welche geniale Spielidee hinter dem Minispiel steckte. Schnell wünschte ich mir eine richtige Umsetzung des Minispiels als vollwertiges Spiel – wie wohl viele andere auch, denn plötzlich kündigte Nintendo unerwartet Captain Toad: Treasure Tracker an. So schnell es nur möglich war, legte ich die Disc ins Laufwerk meiner Wii U und startete mit dem Abenteuer, welches ich mir schon ein ganzes Jahr wünschte. Leider, und anders kann ich es nicht sagen, hat mich der Titel allerdings mittelstark enttäuscht! Das liegt nicht daran, dass ich nicht erkenne, dass man sehr viel Herzblut ins Spiel gesteckt hat, sondern eher daran, dass sich die Mechanismen im Spiel zu stark wiederholen. Das beginnt bei der Aufteilung in Episoden, die mit ähnlichen Zwischensequenzen nerven und endet bei gerade einmal zwei verschiedenen Bossgegnern. In meinen Augen hätte dem Spiel eine leicht längere Entwicklungszeit wirklich gut getan, denn so gerne ich die Rätsel im Spiel löse, so schnell wird mir auch langweilig, weil sich Captain Toad: Treasure Tracker immer nur sporadisch etwas Neues wagt. Einzig und allein der Einsatz fast immer anderer Umgebungen kann davon mehr als gut ablenken. Nach circa neun Stunden kommt das Spektakel auch abrupt zu einem Ende und ich frage mich abermals, warum man den Titel unbedingt Ende 2014 beziehungsweise Anfang 2015 veröffentlichen musste. Selbst vom angekündigten amiibo-Support, sieht man zum aktuellen Zeitpunkt absolut nichts. Es darf nicht passieren, dass jetzt auch noch Nintendo Spiele leicht unfertig auf den Markt wirft. Wer bereits das Minispiel in Super Mario 3D World liebte, wird sicherlich auch sehr viel Spaß mit Captain Toad: Treasure Tracker haben, doch ein Überraschungshit wurde der Titel nicht.
Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Captain Toad: Treasure Tracker!
Umfrage: Die Besten des Jahres 2014
Traditionell wählen wir auch zum Jahresbeginn 2015 die Besten des Vorjahres. Jeder Titel, den wir in den letzten zwölf Monaten besprochen haben, steht zur Wahl. Dabei ist es egal, ob der Titel erst zum Weihnachtsgeschäft in den Läden stand oder der Titel schon vor ein paar Jährchen veröffentlicht wurde. Da wir uns in diesem Jahr dazu entschlossen haben, auf die News-Sektion weiterhin zu verzichten und uns auf vor allem auf Reviews zu konzentrieren, stehen in diesem Jahr wieder sehr viele Titel zur Auswahl. Daher haben wir uns erneut dazu entschieden, dass ihr in jeder Kategorie so viele Titel wie ihr wollt wählen dürft, um euch die Wahl ein wenig zu erleichtern. Ihr entscheidet nun jeweils, welche Titel das Potenzial zur Bestplatzierung in den Kategorien Nintendo, PlayStation 3 & PlayStation 4, Xbox 360, PC, Download, Anime, Manga und Film haben. Wählt nun die besten Spiele auf Nintendo-Plattformen im Jahr 2014 aus:
Als nächstes bitten wir euch darum, die besten Titel für die beiden Heimkonsolen aus dem Hause Sony Computer Entertainment auszuwählen.
Neben der PlayStation 3 und der PlayStation 4 halten wir natürlich auch der Xbox 360 die Treue. Ihr entscheidet nun, welche Spiele zu den besten Titeln des Jahres 2013 gehören.
Auf dem PC sind letztes Jahr ebenfalls interessante Titel erschienen. Wählt bitte nun eure Kandidaten aus, die eurer Meinung nach die Gewinner des letzten Jahres sind.
Dank Download-Plattformen wie dem eShop von Nintendo kommen wir jedes Mal wieder in den Genuss neuer Entwicklungen und alter Klassiker. Wählt nur eure Kandidaten.
Im letzten Jahr erschienen neben Videospielen natürlich auch viele Animes, die uns unzählige Stunden begeistert haben. Wählt bitte nun die besten Titel 2014.
Neben Animes haben wir uns im letzten Jahr auch etwas intensiver mit Mangas beschäftigt. Auch hier dürft ihr eure Favoriten wählen.
Zum Abschluss haben wir für euch auch die Liste der rezensierten Filme zusammengestellt – ihr dürft nun aus diesen Titeln eure Favoriten wählen.
Die Auswertung der Umfrage erfolgt in einigen Wochen und wird an verschiedenen Stellen bekanntgegeben. Wer unseren Newsletter abonniert hat, der wird ebenso schnell über die Ergebnisse informiert sein, wie all jene, die uns auf Facebook, Twitter und Google+ die Treue halten. Wir bedanken uns für eure rege Teilnahme!
Wir wünschen euch einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr!
Hochgeschätzte Gameplay-Gamers-Leser,
morgen beenden wir nicht nur ein erfolgreiches Jahr voller nennenswerter Spiele, sondern gleich ein ganzes Jahr voller fantasiereicher Animes, spannender Filme und lesenswerter Mangas. In diesem Jahr haben wir zu unserem zweitägigen Rhythmus in puncto Publikation neuer Artikel zurückgefunden. Auf der übersichtlichen Startseite findet ihr nun alle zwei Tage aktuelle Themen. Außerdem sind wir nicht von unserem Kurs abgekommen und haben die News nicht wieder ausgebuddelt. Unser Fokus liegt nach wie vor auf Reviews, Previews und Specials. Zudem hat sich unsere Chefredaktion ein klein wenig verändert. Björn hat seinen Posten als stellvertretender Chefredakteur im letzten Oktober geräumt. Wir wünschen ihm alles Gute!
Nintendo musste sich in diesem Jahr sowohl viel Kritik als auch Lob von Fans und von der Fachpresse anhören. Auf der einen Seite verkauft sich die Wii U noch immer nicht so, wie sich das Nintendo gerne vorstellt, doch scheint der Konzern langsam aber stetig Inhalte für die Konsole nachzuliefern. Trotzdem sind wir gespannt darauf, mit welchen innovativen Titeln Nintendo uns im nächsten Jahr überzeugen will. Die amiibo-Figuren bieten zwar noch nicht viele Möglichkeiten, doch dies könnte sich 2015 schließlich ändern. Die Konkurrenz schläft allerdings nicht. Sony freut sich über hervorragende Verkaufszahlen der PlayStation 4 – und kann sich den Erfolg intern nicht erklären. Microsofts Xbox One verkauft sich ebenfalls gut, doch scheint sich längst herauskristallisiert zu haben, wer das Rennen in dieser Generation machen wird. Der zweite Platz wird wohl wie in der vorletzten Konsolengeneration zwischen Microsoft und Nintendo entschieden werden. Wir sind gespannt, wie sich die Lage im Jahr 2015 ändern wird.
Das Jahr 2014 hat uns aber auch in anderer Hinsicht geprägt. Nach wie vor leben wir in einer Welt, in der man mit kriegerischen Mitteln in andere Länder einfällt. Nach wie vor sterben Menschen, die sich für eine gerechte Sache einsetzen. Wir sind gespannt, wie sich die Welt zu einem Besseren verändern wird und vor allem welche Rolle jeder einzelne Mensch dazu beitragen wird. Mit diesen Worten beenden wir dieses Jahr. Einen guten Rutsch uns ein frohes neues Jahr wünscht euch
Eric Ebelt
Review: Teslagrad
Nintendo legte mit der Metroid-Reihe den Grundstein zu einem ganz neuen Erkundungssystem in Videospielen. Später kopierte Konami das System für einige Teile der Castlevania-Serie. In Fankreisen wird das Genre als Metroidvania bezeichnet und auch auf andere Titel übertragen.
Einer dieser Titel ist Teslagrad vom norwegischen Entwicklerstudio Rain Games. In diesem Spiel übernehmen wir die Rolle eines kleinen Jungen, der nachts aus einer Herberge flieht und sich auf den Weg zum Teslaturm macht. Unentdeckt bleiben wir dabei nicht, denn zahlreiche Stadtsoldaten wollen uns prompt wieder einfangen. Im Turm erst einmal angekommen, steht uns dieser quasi von der ersten Spielminute offen – zumindest bis zu den Stellen, wo wir nach dem erwähnten Metroidvania-Spielprinzip einen Gegenstand benötigen, um voranzuschreiten. Wie es der Name des Spiels, der sich wohl am berühmten Physiker Nikola Tesla orientiert, vermuten lässt, bekommen wir es mit allerhand Facetten von Elektrizität und Magnetismus zu tun. Beispielsweise erhalten wir bereits früh im Spielverlauf Handschuhe, mit denen wir den einen oder anderen Block positiv oder negativ magnetisieren können. Später kommen wir in den Genuss von verschiedenen Capes für unseren Helden, den jungen Burschen. Damit ist es uns möglich, uns von verschiedenen Magnetfeldern abblocken oder anziehen zu lassen. Das System schlängelt sich durch den gesamten Spielverlauf, was uns sehr gut gefällt. Allerdings fragen wir uns öfters, warum wir das überhaupt tun. Eine Geschichte wird nur im Hintergrund mittels kleinen Theaterstücken oder Zwischensequenzen – ohne einen einzigen Text erzählt.
Versuch und Irrtum
Die Rätsel von Teslagrad bewegen sich auf einem humanen Niveau. Es ist eigentlich immer recht schnell ersichtlich, wie die Aufgabenaufstellung aussieht. Allerdings gestaltet sich die Steuerung in vielen Fällen als recht schwammig und fummelig. Das artet schnell in Versuch und Irrtum aus. Oftmals entscheiden auch kleine Pixel-Millimeter darüber, ob ein Sprung nun gelingt oder nicht. Was bei Mega Man 1987 noch für Begeisterung sorgte, funktioniert bei Teslagrad jedoch nicht mehr. Solche Stellen strecken das Spiel künstlich, zumal unser Held bei einem einzigen Fehlversuch am Anfang des Raumes oder zumindest bei gelegentlichen Kontrollpunkten wieder aufwacht. Das ist besonders ärgerlich bei den Bossgegnern, dessen Taktik erst einmal durchschaut werden möchte. Dumm nur, dass der Kampf abbricht und wir den ganzen Kampf von vorne beginnen und hoffen müssen, dass es diesmal klappt. Geklappt hat jedoch die Technik des Spiels, denn die Comic-Grafik ist in Verbindung mit den schönen Klavier-, Violinen- und Xylophonklängen ein wahrer Genuss, den man sich nicht entgehen lassen darf. Schade, dass nach bereits vier bis fünf Stunden der Abspann über den Bildschirm flimmern kann. Wer alle versteckten Dokumente finden will, ist gut eine Stunde länger mit dem spaßigen Teslagrad beschäftigt. Die Metroidvania-Offenbarung ist der Titel aber nicht.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Wii-U-Fassung): Als ich den ersten Screenshot von Teslagrad gesehen habe, habe ich mich direkt in den Grafikstil des Spiels verliebt. Der wird im fertigen Spiel mit wunderbarer Musik begleitet. Eigentlich eine wirklich großartige Grundlage aus norwegischem Hause, doch das Spiel hat mich dann leider doch stellenweise zur Verzweiflung getrieben. Grundsätzlich finde ich die vielen Rätsel, die mit Elektrizität und Magnetismus spielen, wirklich spannend. Ärgerlich ist in meinen Augen nur, dass der Held gerade einmal einen Lebenspunkt hat – wird man also elektrisiert, zerquetscht oder von einem Monstrum angegriffen, dann darf ich am Anfang eines Raums oder beim Checkpoint erneut in den Rätselalltag starten. Das wäre sicher anders möglich gewesen und auch der Einsatz der dem Metroidvania-Genre entliehenen Elemente hätten die Norweger wohl sehr viel besser umsetzen können. Was ich jedoch absolut nicht verstehe, ist, warum der Fernsehbildschirm schwarz bleiben muss, wenn ich das Spiel ganz auf den Bildschirm des GamePads auslagere. Trotz des selten genutzten Potentials macht Teslagrad für ein paar kurze Stunden Spaß.
Review: Projekt B
Der Film Projekt B aus dem Jahr 1987 ist die Fortsetzung von Der Superfighter von 1983. Der englische Titel des Vorgängerfilms ist jedoch Project A, weshalb in Deutschland ein weiteres Mal unnötig Verwirrung gestiftet wurde. Diesmal leider ohne Sammo Hung und Yuen Biao!
Waren die beiden Schauspieler, die öfters mit Jackie Chan zusammengearbeiteten, bei Project A noch mit von der Partie, kommt die Handlung von Projekt B gänzlich ohne die beiden aus. Der Film konzentriert sich auf den von Jackie Chan verkörperten Charakter Dragon. Der wird von der Marine zur Polizei versetzt, wo er den übermütigen Polizeibeamten Chun ablösen soll. Chun hat nämlich zwei Diebe auf der Flucht eiskalt erschossen, obwohl sich beide schon auf offener Straße nahezu ergeben haben. Wie wir im Verlauf der Story erfahren, hat Chun seine Hände im Spiel mit der Unterwelt Hongkongs und ist augenfällig erbost darüber, dass er vom jungen Dragon abgelöst wird. Obwohl er befördert und von einiger Arbeit befreit wird, fühlt sich Chun schikaniert und will seine alte Stellung unter allen Umständen zurück erlangen. In der Zwischenzeit hat Dragon mit seinem durch und durch korrupten Polizeirevier zu kämpfen. Bereits bei seinem Amtsantritt haben die Beamten zusammengelegt, um Dragon zu schmieren. Der will nämlich aus der Polizeistation im Westbezirk endlich ein anständiges Revier machen. Dragon weiß, dass der Gangsterboss Einsamer Wolf für alle illegalen Geschäfte im Westen der Hafenstadt verantwortlich ist. Als er plant, diesen zu verhaften, muss er in seinen Reihen mit hartem Widerstand rechnen. Die Beamten sind so verängstigt, dass sie kündigen wollen.
Auf dem Weg zur Revolution
Dragon hat aber noch mit mehr Ärger zu rechnen. Als er eine Feierlichkeit des Gouverneurs mit seinem Team überwachen soll, wird ein wertvolles Medaillon gestohlen. Der Diebstahl wird anders aufgeklärt, wie Dragon das recht wäre. Das Kleinod befindet sich plötzlich in seiner eigenen Tasche und prompt wandert Dragon hinter Gittern. Zumindest sollte er das, doch durch verschiedene Verwicklungen kann er der Polizei helfen, den gefährlichen Chun und der Rest der Verbrecher zu schnappen. Dabei kommt er ständig jenen Piraten in die Quere, mit denen er sich schon in Der Superfighter herumschlugen durfte. Projekt B spielt durchweg vor dem Szenario der letzten Tage des Kaiserreichs. In den Dialogen erfahren wir, dass man nicht mehr sonderlich gut aufs Kaiserhaus (und besonders die einflussreiche Cixi) zu sprechen ist und im Hintergrund bereits die Revolution langsam vorbereitet wird. An der Stelle wird klar, dass der Film vor 1908 spielen muss. Selbst auf den wohl wichtigsten aller Revolutionären, Dr. Sun, wird in einer Szene hingewiesen. Dadurch gelingt es dem Film, die Auffassung von Dragon, dass jedes Leben schützenswert ist, doppelt zu unterstreichen. Das Leben des Polizisten kommt aber nicht ohne Action und Gewalt aus und so sterben dennoch ein paar Nebencharaktere. Das weist indirekt auf die kommende (blutige) Revolution hin.
Eine Reise in die Vergangenheit
Die Choreographien von Chan wirken in Projekt B einmal mehr herausragend. Egal ob Chan nun im Polizeirevier, im Versteck von Einsamer Wolf oder auf Gerüsten des authentisch an das um die Jahrhundertwende angelehnte Hongkong kämpft – alles wirkt wie aus einem Guss. Selbiges gilt auch für die Kostüme, Requisiten und Kulissen. Die Außenaufnahmen von einer mehr als einhundert Jahre alten Stadt wirken pompös und werden durch feine Kleidung der Oberschicht unterstützt. Neben Chan sind in weiteren Rollen unter anderem Rosamund Kwan, David Lum und der 2006 verstorbene Bill Tung zu sehen, die sich hervorragend in das Bild einfügen. Apropos Bild: Dieses macht einen ordentlichen Eindruck und kann nur dann recht negativ auffallen, wenn man sehr nah vor dem Fernseher sitzt und das Bildkorn und das kleine Flackern bemerkt. Bei angemessener Entfernung kann man aber nichts beanstanden. Die Musik des Films erinnert abermals an die alte Zeit, in der die Briten Hongkong besetzt hielten. Schaut man sich die deutsche Übersetzung an, muss man mit einigen geschnittenen Szenen leben; die Intention des Films geht hier zu Bruch. Daher empfehlen wir unbedingt den Film im kantonesischen Originalton zu schauen, da die deutsche Synchronisation an vielen Stellen einen Humor verwendet, der deplatziert wirkt und das Gesamterlebnis schmälert.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Es ist schade, dass ich Der Superfighter bis heute noch nicht gesehen habe. Dafür bin ich aber wohl das beste Beispiel dafür, dass der Film auch ohne das Vorwissen funktionieren kann. Natürlich ist es schade, dass Sammo Hung und Yuen Biao, die eigentlich immer viel Humor mit in Jackie Chans Filme bringen, diesmal nicht mit von der Partie sind. Trotzdem unterhält mich der Film mit vielen irrwitzigen Ideen, die in den letzten drei Dekaden einfach nicht langweilig geworden sind. Hinzukommen spektakuläre Stunts, in denen Chan ein paar ältere US-amerikanische Filme zitiert und somit die Kampfeinlagen sehr abwechslungsreich ausfallen. Viel interessanter finde ich jedoch den Aspekt, dass man mit ein wenig Feingefühl die Situation um die Jahrhundertwende erkennen und verstehen kann. Ganz so tiefgründig wie Bodyguards & Assassins wird Projekt B zwar nicht, aber ein Stück chinesischer Geschichte lässt sich in Jackie Chans Film dennoch finden. Und wer auf Blu-rays gerne das Bonusmaterial verschlingt, bekommt einen Audiokommentar von Bey Logan und ein interessantes Interview mit Yao Lin Chen obendrauf spendiert.
Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Projekt B!
Wir wünschen euch frohe Weihnachten!
viereinhalb Jahre existiert Gameplay Gamers bereits und dieses Jahr war wieder einmal ein erfolgreich Jahr für uns. Durch unser einfaches Design konnten wir auch in diesem Jahr viele User ansprechen, von denen viele ihren Weg zudem in die NextGen-Community gefunden haben, in der fleißig über Videospiele und Co diskutiert wird. Im zweitägigen Rhythmus veröffentlichen wir auf unserer Seite fast nur noch Reviews, Previews und Specials. Somit haben wir uns in diesem Jahr von unserem News-System einmal mehr verabschiedet, damit wir uns wichtigeren Dingen widmen können. Obwohl wir sehr gerne Gewinnspiele für euch veranstalten, haben wir in diesem Jahr leider nicht genügend Ressourcen gehabt, um diese auf unserer Seite durchzuführen. Wer aber trotzdem kein Glück bei unseren Gewinnspielen hatte und sich zu Weihnachten über Geldgeschenke freuen darf, dem legen wir unsere Artikel der letzten Wochen ans Herz. Wir haben viele interessante Titel für euch intensiv getestet und vielleicht ist für den einen oder anderen unter euch das passende Geschenk dabei.
Viel mehr Worte möchten wir an dieser Stelle aber nicht verlieren, da die meisten unter euch wahrscheinlich gerade im Kreis der Familie oder mit Freunden das Fest der Liebe zelebrieren. Genießt die Feiertage, das weihnachtliche Essen, schaut euch ein paar Animes oder Filme an, zockt die Spiele, welche ihr geschenkt bekommt und nehmt euch vor allem die Zeit dafür, all das zu erledigen, was ihr euch vorgenommen habt. Frohe Weihnachten wünscht euch
Eric Ebelt
Prime Time: PlayStation 4 (Unboxing)
Das ging schneller als gedacht! Eigentlich wollte sich unser Chefredakteur Eric sich die PlayStation 4 erst zum Release von Final Fantasy: Type-0 zulegen, doch dann kam Anfang November 2014 einfach ein zu gutes Angebot auf ihn zu, welches er einfach wahrnehmen musste. In diesem Video stellen wir euch die PlayStation 4, den Controller, die Kamera und das Spiel The Last of Us: Remastered vor. Wir wünschen euch viel Spaß beim Anschauen des Videos!
Review: Wooden Man
Beim Film Wooden Man aus dem Jahr 1976 ist Lo Wei nicht als Regisseur tätig, sondern hält sich als Produzent im Hintergrund zurück. Der Qualität des Films tut dies keinen Abbruch, da uns der von der ersten bis zur letzten Minute mit einer tollen Story und tollen Kämpfen packt.
Kein Kind der Welt möchte wohl sehen, wie der eigene Vater vor den eigenen Augen getötet wird. Little Mute oder Stummer, wie er in der deutschen Synchronfassung genannt wird, muss diese Tragödie allerdings in jungen Jahren erleben. Nach dem Tod seines Vaters wird er von den Shàolín-Mönchen eines Klosters großgezogen und ständig aufgezogen. Jahre vergehen und dennoch bleibt Little Mute schwach und überlebt das Training jeden Tag nur, um abends überhaupt noch einmal einschlafen zu können. Er träumt davon, eines Tages ein ganz großer Kampfkünstler zu sein und schlägt in seinen Träumen auch seinen Meister mit Leichtigkeit. Dann ist es jedoch wieder Morgen und Little Mute muss den Tag überleben. Das Training beginnt mit dem Aufsuchen der Wasserquelle, wo alle Mönche zwei Eimer füllen und das Wasser die lange Treppe zum Kloster hinauf befördern müssen. Die Crux an der Sache ist aber die, dass die Eimer jeweils ein kleines Loch haben. Man muss sich also beeilen, um das Fass vor dem Tempel rechtzeitig vor dem Nachmittag zu befüllen. Gefaulenzt darf aber auch dann nicht. Enttäuscht vom Tagwerk seines Schützlings, schickt der Meister Little Mute zum Holzhacken. Während der beiden Tätigkeiten trifft Little Mute auf eine Nonne Buddhas und einen ständig betrunkenen Mönch, die ihm Hilfe im Erlernen der Kampfkunst gewähren.
Freund und Feind in einer Person
Die wichtigste Inspirationsquelle ist allerdings ein Gefangener unter den Höhlen des Klosters. Dieser scheucht alle Mönche direkt fort und möchte auch kein Essen von ihnen haben. Alle Mönche wehren sich natürlich mit Worten, doch Little Mute kann nicht sprechen. So bildet sich zwischen Little Mute und dem Gefangenen eine tiefe Freundschaft, was allerdings dazu führt, dass Little Mute auf den falschen Weg geleitet wird. Vom Gefangenen erfährt er, dass er in einem Kampf schnell dafür sorgen muss, dass der Gegner kampfunfähig gemacht und am besten auch noch tödlich verletzt wird. Von ihm erfährt Little Mute auch, wie er gegen die Holzmänner kämpfen kann. Die hölzernen Männer bewachen nämlich eine Kammer, die jeder, der das Kloster verlassen will, bezwingen muss. Als Gegenleistung muss Little Mute eine Nachricht an einen Apotheker in der nächsten Stadt überbringen. Damit fangen die Probleme allerdings erst richtig an. Der Gefangene hat schon mehrere Menschen auf dem Gewissen und jetzt ist ihm anscheinend eine Möglichkeit in den Sinn gekommen, um aus dem Verlies zu entkommen. In der nächstgelegenen Kneipe trifft Little Mute zudem auf ein Mädchen, welches prompt von den Mitglieder der Bande seines alten Freundes für diesen entführt wird. Little Mute nimmt seinen Mut zusammen und stellt sich seinem Freund mit allen Mitteln.
Menschlichkeit
Wooden Man ist im Grunde eine einzige Ode an die Humanität. Während der Gefangene dem Protagonisten Little Mute die schlechte Handlungsweise nahelegt, fordert ihn die Nonne dazu in seinen Gedanken auf, sich für den Pfad der Gerechtigkeit einzusetzen. Zwiegespalten ist er dabei gefangen in einer brutalen Welt, in der er einfach nur den Mörder seines Vaters finden will und dabei ist genau dieser ihm eigentlich näher, als er bis zum finalen Kampf eigentlich denkt. Die Rachestory ist durchdacht und zeigt uns einen Kämpfer, der von seinem Dasein als Anfänger bis zum Experten Triumphe und Rückschläge einstecken muss. Jackie Chan nimmt eine seiner ersten erwachsenen Rollen sehr ernst und ist für Wooden Man neben seiner Rolle als Little Mut, auch noch als Stunt-Koordinator und Action-Regisseur tätig. Die Kämpfe in Wooden Man können sich wirklich sehen lassen und bis auf wenige Ausnahmen wird hier alles ohne Drahtsteile erledigt. Das gefällt uns gut! Genauso gut gefällt und das Bild der HD-Fassung. Sicherlich wäre hier bei einer gründlichen Digitalüberarbeitung viel mehr möglich gewesen, doch für einen Film aus dem Jahr 1976 kann sich das Bild bis auf ein paar leichte (durchgehende) Verunreinigungen sehen lassen. Die deutsche Synchronisation ist gelungen und zieht den kantonesischen Originalton (beides in DTS-HD 5.1) nicht ins Lächerliche.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bisher bin ich mit Lo-Wei-Produktionen nicht ganz klar gekommen, doch das hat sich bei Wooden Man sehr stark geändert. Mir hat besonders die Story um Rache und Verrat sehr gut gefallen, da diese wirklich von Beginn an durchdacht ist und zu einem fast achtminütigen Endkampf führt. Dazu kommen Dialoge, die ich den Protagonisten und Antagonisten abkaufe; ins Lächerliche wird hier nichts gezogen. Wenn man Martial-Arts-Filme mag, merkt man schnell, dass einem auch die Kämpfe sehr gut gefallen. Der Kampf in der Kammer mit den hölzernen Männern mag vielleicht doch recht gewöhnungsbedürftig sein, aber alle anderen Kämpfe zwischen Menschen machen durchaus einen gut choreographierten Eindruck. Jackie Chan hat hier nicht nur eine tolle Hauptrolle gespielt, sondern auch hinter der Kamera einen guten Job in Bezug auf Action und Stunts bewiesen. Die 108 Minuten von Wooden Man vergehen wie im Flug, doch umso ärgerlicher ist es, dass dann kein Bonusmaterial auf der Disc vorhanden ist. Gerne hätte ich hier den einen oder anderen Einblick in die Produktion erhalten, was bei einem Film aus dieser Zeit allerdings nicht immer so einfach ist. Trotzdem: Wooden Man lohnt sich für allem für Fans von Martial-Arts-Filmen. Alle anderen suchen sich lieber eine Komödie mit Jackie Chan!
Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Wooden Man!
Prime Time: Senran Kagura – Vol. 1 – 4 (Unboxing)
Unglaublich, aber wahr! Senran Kagura hat es schon vor einer ganzen Weile in den Westen geschafft. Die Reviews zu ersten, zweiten, dritten und vierten Volume haben wir euch bereits von Juni bis August vorgestellt. Heute schließen wir das Kapitel Senran Kagura mit einem Unboxing-Video, in dem wir euch gleich alle vier Volumes vorstellen, ab. Dazu erinnert sich unser Chefredakteur Eric auch an Senran Kagura: Burst auf dem Nintendo 3DS. Welche Erinnerungen er mit dem Anime und dem 3DS-Spiel verknüpft, erfahrt ihr gebündelt in unserem Video mit einem der schlechtesten Wortwitze aller Zeiten. Wir wünschen trotzdem viel Spaß dabei!
Prime Time: amiibo (Mario) & amiibo (Link)
Ende November 2014 veröffentlichte Nintendo die erste Welle an amiibo-Figuren. Diese sorgen in der Community für ein breitgefächertes Meinungsangebot. Was unser Chefredakteur Eric von den amiibo hält, lässt er euch in seinem Unboxing-Video wissen, in welchem er euch den amiibo von Mario und den amiibo von Link vorstellt.
Review: Action Hunter
Der Film Action Hunter von 1988 markiert einen historischen Punkt in der Geschichte des Martial-Arts-Films. Man erinnert sich vor allem deshalb an diesen Film, da hier Jackie Chan, Sammo Hung und Yuen Biao bisher zum letzten Mal gemeinsam vor der Kamera stehen.
Etwas wehmütig wirkt Hongkong-Kino-Experte Bey Logan schon, als er in dem beiliegenden Making-of Dragons Remembered an den Film aus den Achtziger Jahren denkt. Drei der wohl bedeutendsten Schauspieler Chinas stehen in Fei lung maang jeung, der in den Vereinigten Staaten Dragons Forever und hierzulande noch unpassender Action Hunter genannt wird, zum letzten Mal gemeinsam vor der Kamera. Bey Logan spricht sogar davon, dass Golden Harvest, das Filmproduktionsunternehmen hinter Action Hunter, in dieser Zeit auf dem Höhepunkt der Firmengeschichte angelangt ist. Man merkt dem Experten an, welchen Stellenwert der Film einnimmt. Dramatisch ist auch die Handlung des Films, denn hier vertritt Chan in seiner Rolle nicht von Anfang an die gute Seite. Er verkörpert den gerissenen Anwalt und Schürzenjäger Jackie Lung, der jeden Fall annimmt, um über die Runden zu kommen. Trotzdem verpasst er dem einen oder anderen Mandanten eine Ohrfeige, wenn dieser trotzt Freispruch im Unrecht ist. Seine Tage verbringt er damit, dass er alle seine Damenbekanntschaften zum Essen einlädt – zum Unwohl seiner Assistentin, die wohl insgeheim in ihn verliebt ist. Eines Tages tritt der Leiter eines großen Chemiekonzerns an ihn heran, der ihn bittet, ihn zu vertreten. Der Grund dafür ist eine Fischfarm in der Hongkonger Bucht, die die Expansion des Konzerns verhindert.
Die Sache mit dem Holzwurm
Um Beweise beziehungsweise Informationen zu sammeln, nutzt er die Hilfe seines Freundes Luke Wang. Dieser zieht neben der Leiterin der Fischfarm ein. Während dieser die Frau im Haus neben ihn mit einer (für die Achtziger Jahre) modernen Abhöranlage überwacht, ist ein weiterer Teilnehmer ins Spiel eingestiegen. Um Luke zu unterstützen, wählt Jackie seine Freund Tim aus. Dieser soll bei Miss Yip einbrechen und eine Wanze verstecken. Der nicht eingeweihte Luke versteht dies natürlich falsch und schreitet zur Tat. Der Vorfall endet damit, dass Jackie Tim auf Kaution aus dem Gefängnis holen muss. Die Handlung des Films beginnt jedoch eigentlich genau mit dieser Szene, wodurch ein heilloses Durcheinander innerhalb der Story entsteht. Jackie verliebt sich nämlich ebenfalls in die Anwältin von Miss Yip, Nancy Lee. Während die beiden Damen ein ganz anderes Bild von Luke und Tim machen, muss der gerissene Jackie dafür sorgen, dass sie sich nicht begegnen. Dass das früher oder später aber passieren wird, dürfte kein Spoiler sein. Die Szenen, in denen Jackie seine Freunde vor den beiden Damen verstecken muss, sind aber derlei Highlights, die auch mit Sprüchen versehen sind, die in der deutschen Synchronisation repräsentativ für die Achtziger und Siebziger Jahre stehen. Zum Beispiel geht es um den harten Kampf gegen einen hartnäckigen Holzwurm.
Bekannte Technik
Mit der Zeit nimmt der Drama-Anteil ab und der Anteil an Martial-Arts-Einlagen steigt. Dies geht einher mit der Story-Wendung, wo sich Jackie gegen den Chemiekonzern stellt. An der Stelle wollen wir jedoch nicht mehr über den Inhalt verraten. Während Chan, Hung und Biao ihre typischen Künste demonstrieren, bleibt die Schauspielerei der anderen Charaktere hinter den Erwartungen zurück. Trotzdem gefallen uns auch hier einige Szenen, wie die, in der Luke mit einem Megafon seiner Liebe hinterherläuft. Neben einem Auftritt in Power Man ist Benny Urquidez, ein US-amerikanischer Kampfkünstler, auch in Action Hunter als Gegner von Chan zu sehen. Der mehrfache Preisträger kann im Showdown mit Chan als Bösewicht glänzen. In technischer Hinsicht kann der Film jedoch nicht immer glänzen. Das Bild in Full-HD macht zwar fast durchgehend einen überzeugenden Eindruck, doch manche Szenen wurden über die Jahrzehnte hinweg falsch gelagert, weshalb sich das Bild in wenigen Szenen wellt. Uns hat die deutsche Synchronisation aus dem Kantonesischen zwar einigermaßen gefallen, doch an vielen Stellen blödelt man mit deplatzierten Witzen herum. Dafür entschädigt das gelungene Bonusmaterial. Neben dem 99-minütigen Film (geschnittene Szenen sind in Kantonesisch enthalten und deutsch untertitelt) wartet mehr als zwei Stunden Bonusmaterial auf uns. Toll!
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wenn man bemerkt, dass ein Film im Jahr der eigenen Geburt erschienen ist und seitdem schon so viele Jahre vergangen sind, kann man schon etwas wehmütig werden. Wehmütiger wird man, wenn man erfährt, dass hier drei der besten Schauspieler Chinas beziehungsweise drei der besten Darsteller Hongkongs zum letzten Mal gemeinsam vor der Kamera stehen. Den Hongkong-Kino-Experten Bey Logan kann ich sehr gut verstehen, da der Film somit einen wichtigen Punkt der Geschichte des Martial-Arts-Kinos markiert. Den eigentlichen Film finde ich dann jedoch gar nicht mal so herausragend. Er erzählt eine Handlung, die erst gegen Ende wirklich spannend wird und zwischendurch immer mal wieder mit kleineren Highlights punktet. Regisseur Sammo Hung, der zugleich auch als einer der Hauptdarsteller auftritt, hätte ich hier mehr zugetraut. Die vielen kleinen Ideen, die in Action Hunter jedoch verarbeitet sind, machen den Film aber absolut nicht langweilig. Ebenso wenig langweilig ist das Bonusmaterial. Die Interviews, die mit einzelnen Personen gut und gerne mal dreißig Minuten dauern, sind besonders deshalb so interessant, da sie nicht mit Chan, Hung und Biao gedreht worden, sondern mit Personen, die dem Film nur wenig beigesteuert haben. Man bekommt einen ganz anderen Blick auf die Entstehung des Films. Den krönenden Abschluss stellt jedoch das Making-of von und mit Bey Logan dar, denn hier führt mich der Experte an die Schauplätze rund 17 Jahre nach dem Dreh des Films. Nicht sehr spektakulär, aber die Zeitreise ist dennoch einen Blick wert.
Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Action Hunter!
Prime Time: Kingdom Hearts HD II.5 ReMIX (Limited Edition) (Unboxing)
Ein großer Disney-Fan war unser Chefredakteur Eric noch nie und hat dies sicherlich oft genug verlauten lassen. Seine Liebe zum Genre des Rollenspiels ist dennoch nach wie vor ununterbrochen. So hat er sich auch die Limited Edition von Kingdom Hearts HD II.5 ReMIX gekrallt und stellt sie euch in seinem Unboxing-Video so ausführlich wie möglich vor. Gute Unterhaltung!
Review: Ninja Apocalypse
Wenn man durchs Kaufhaus schlendert, in der Tonträgerabteilung landet und die Blu-rays in den Regalen durchstöbert, entdeckt man Filme mit wahnsinnig tollen Covern. Steckt man den Film zuhause ins Abspielgerät, merkt man aber, dass der Film gar nicht so wahnsinnig toll ist.
Mit diesem Problem hat Ninja Apocalypse von Regisseur Lloyd Lee Barnett zu kämpfen. Der Produktion aus dem Jahr 2014 merkt man allen Ecken und Enden an, dass sie nur mit einem sehr dünnen Budget auskommen musste. Die Makel sind bereits bei der Handlung deutlich zu erkennen. Ninja Apocalypse spielt in der Zukunft eines Landes, welches im Film an keiner einzigen Stelle genannt wird. Der Ausnahmezustand wird durch die Regierung erlassen und es folgt kurz darauf ein Krieg, der wohl die ganze Welt in Mitleidenschaft zieht. Die Menschen hausen in Atombunkern, um dem Fallout zu entgehen. Darauf wird zumindest an der einen oder anderen Stelle im Film hingewiesen, denn zeitlich ist die Story nach dem großen Krieg angesiedelt. Die überlebenden Menschen leben verstreut über das Land in Clans zusammen, die untereinander verfeindet sind. Ninja-Meister Fumitaka, der im zwanzigsten Untergeschoss eines solchen Bunkers haust, kann diese Streitigkeiten nicht mehr ertragen. Er lädt sämtliche Clan-Führer in den Bunker ein, um über den Frieden zu verhandeln. Zu dieser Verhandlung ist auch Cage, der Anführer des so genannten verlorenen Clans, eingeladen. Cage wird dazu bestimmt, vier seiner besten Leute mit auf die Reise zu nehmen. Begleitet wird er deshalb von seinem Bruder Surge, dem taubstummen Sky, dem Kämpfer Trillion und der Kriegerin Mar.
Das einhundertste Untergeschoss
Wer jetzt denkt, dass der Film eine Reise zum Ninja-Meister markiert, auf der die Gefahren nur so aus allen verseuchten Erdlöchern kriechen, der irrt. Wenige Minuten nach Filmauftakt landet der verlorene Clan nämlich schon im Atombunker. Während der Verhandlung wird Fumitaka nämlich umgebracht und sofort fällt der Verdacht auf Cage und seine Leute. Diese fliehen natürlich direkt vor den anderen Clans, um nicht als blutige Opfer zu enden. Ohne Blut kommt Ninja Apocalypse allerdings nicht aus. Ständig trifft die Truppe auf andere Clans, die nicht nur mit Katana, Shuriken und Wurfmessern ausgestattet sind. Der Fallout hat auch dafür gesorgt, dass die Menschen übernatürliche Fähigkeiten erlangen und sich nun auch mit Blitzen und Feuerbällen gegenseitig umbringen können. In der Mitte des Films wird es dann noch kurioser. Zwar entdeckt die Gruppe einen Fahrstuhl in die Freiheit, doch prompt geht die Fahrt in die einhundertste Unterebene. Dort erfahren sie von Hiroshi, Fumitakas Nachfolger, dass er Beweise für Cages Unschuld habe. Sie müssen nur den Weg nach draußen finden und ihn aufsuchen. Blöd nur, dass aus der einhundertsten Unterebene bisher noch kein lebender Mensch entkommen ist. Grund dafür sind die Zombies, die dort vor sich hin vegetieren und von Trillion als solche erkannt werden. Dumm nur, dass ausgerechnet er zuerst gebissen wird.
Begrenzte Mittel
Man muss sich nichts vormachen. Die Handlung hat zwar durchaus Potential, doch Barnett ist es mit einem kleinen Budget einfach nicht vergönnt, einen ansehnlichen Film zu erschaffen. Die Story würde für ein nettes Hack-and-Slay-Videospiel reichen, doch als Film selbst für den Heimkinobereich ist das unterirdisch. In nahezu jeder Szene kann man erahnen, wie es mit der Gruppe weitergeht – abgesehen vom unspektakulären Endkampf, wo der Film doch noch mit einem interessanten Storytwist aufwartet. Hinzukommen die hölzernen Dialoge und Sprüche, sowie dämliche Selbstopferungsversuche, die uns nur ein müdes Lächeln entlocken können. Seine ganz kleinen Sternstunden hat Ninja Apocalypse höchstens in den Kämpfen. Nein, besonders gut choreographiert sind diese vorne und hinten nicht. Schauspieler wie Christian Oliver, der schon in deutschen Top-Produktionen (Achtung: Ironie!) wie Der Bergdoktor oder Alarm für Cobra 11 mitgespielt hat, sind für derlei Kämpfe absolut nicht geeignet. Trotzdem ist es erfrischend, von der selten spannenden Hetzjagd durchs Gebäude Blutspritzer zu sehen. Sämtliche Klingen bleiben dabei übrigens trocken, was für heiteren Gesprächsstoff an einem Filmabend mit Freunden sorgt. Ninja Apocalypse sollte man übrigens unbedingt mit Freunden oder Bekannten zusammen anschauen, denn geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid!
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Unter objektiven Wertungskriterien kann man Ninja Apocalypse ruhigen Gewissens in die Tonne treten. Die Filmhandlung bleibt weit hinter meinen Erwartungen zurück und ist von Beginn an sehr durchschaubar. Nur der Twist am Ende kommt doch ein wenig überraschend und gibt Ninja Apocalypse eine kleine eigene Note. Wer darauf hofft, dass tiefgründige Dialoge vorherrschen, wird ebenfalls enttäuscht. Das Setting würde es durchaus hergeben; nur geht es Barnett wohl nur darum, den Filmdreh so schnell wie möglich zu einem Ende zu bringen. Dabei hat er sich wohl gedacht, dass es hölzerne Dialoge wohl auch tun werden. Im Grunde passt das ja auch alles super zusammen. An keiner Stelle merkt man, dass man sich besonders viel Mühe gegeben hat. Wenigstens sind die Kämpfe zwischen den Clans ganz nett inszeniert, aber bei weitem unter dem Niveau, welches man wirklich erwarten könnte. Ninja Apocalypse muss oder sollte man am besten nicht gesehen haben. Wenn man sich aber (immerhin kurze) 84 Minuten lang vom Alltag ablenken will, sollte man den Film unbedingt mit jemandem zusammen anschauen; dann ist die Qual bei Weitem nicht ganz so schlimm.
Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ninja Apocalypse!
Review: Godzilla: Final Wars
Wer Teile des gesamten Star-Trek-Franchise, Star Wars: Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter, den einen oder anderen Michael-Bay-Film, X-Men und Matrix kennt, wird Godzilla: Final Wars auf der einen Seite verteufeln und auf der anderen Seite abgöttisch lieben.
Nachdem die vorherigen beiden Teile der Millennium-Reihe inhaltlich aufeinander aufbauen, kann man bei Godzilla: Final Wars nicht wirklich sagen, ob dieser Film im selben Universum angesiedelt ist. Typisch für die Millennium-Filmreihe wäre wieder ein neuer Ansatz und der Beginn (und das Ende) einer neuen Zeitrechnung. Die erste Szene des Films setzt im Kampf gegen Gojira am Südpol ein, wo die Riesenechse zugleich im ewigen Eis für immer begraben werden soll. Die Anspielung an Godzilla kehrt zurück bringt uns direkt zum Schmunzeln; es geht jedoch nahtlos in den Kampf Jahre später gegen die Riesenschlange Manda über und die Kollisionen mit dem Hybrid-Flug-Unterseeboot zeigen Szenen, die wir aus dem kompletten Star-Trek-Universum kennen – eine wankende Brücke, in dem die Offiziere durch die Gegend geschleudert werden. Herrlich! Durch waghalsige Manöver wird Lieutenant Douglas Gordon von der Earth Defense Force allerdings abgezogen und darf fortan kein Team mehr leiten, um den Planeten vor Monstern zu beschützen, die durch Umweltverschmutzung hervorgerufen werden. Ein Mitglied seines Teams, Shinichi Ōzaki, wird in der Zwischenzeit dazu verdonnert, die Biologin Miyuki Otonashi zu beschützen. Diese soll nämlich die Überreste des Monsters Gaigan, welches halb eine Maschine ist, untersuchen und für die Organisation analysieren.
Besuch vom anderen Stern
Wäre das Monster, welches vor über zehntausend Jahren aus dem Weltraum kam, nicht schon kurios genug, tauchen in jenem Moment überall auf der Welt Monster auf. Sowohl Shànghǎi, Sydney, New York und Tōkyō werden von Riesenkreaturen heimgesucht. Die Zerstörung der großen Städte nimmt kein Ende – dutzende Explosionen und Häusereinstürze inklusive; eben wie in einem Film von Regisseur Michael Bay. Die Earth Defense Force rückt aus, um gegen die Monster mit ihren Hybrid-Fahrzeugen anzutreten oder mit hochtechnologischen Waffen auszuschalten. Zu diesen Leistungen sind die Mitglieder der Einheit nur fähig, da sie allesamt Mutanten sind. Das ist für die Godzilla-Reihe nichts Neues, denn Mutanten gab es in sehr viel schwächerer Form schon in der Heisei-Reihe. Kurz darauf scheint die Handlung jedoch total durchzudrehen, als plötzlich auch noch Außerirdische auftauchen, die Monster verschwinden lassen und den Menschen den Frieden anbieten. Dem Anschein nach scheint es sich bei den Außerirdischen um genetisch aufgebesserte Menschen zu halten, doch da der Name ihres Heimatplaneten zu schwer für Menschen auszusprechen sei, sollen die Menschen ihn doch einfach X nennen. Durch Fernsehauftritte und Inszenierung der Aliens denken wir an die US-amerikanische Fernsehserie V: Die außerirdischen Besucher kommen aus dem Jahr 1983.
Suche nach Eigenidentität
Das ist jedoch nicht genug! Später gesellen sich nämlich noch Kämpfe zwischen Mutanten und Aliens dazu, die in einigen Szenen stark an Matrix erinnern. Markante Ledermäntel, die prägnante Sonnenbrille und das Ausweichen von Pistolenkugeln sind unverkennbar mit dem Werk der Wachowskis verbunden. Als es dann zum Äußersten kommt, lassen die Aliens die eingefangenen Monster wieder frei. Der aus dem Exil gerettete Gordon nimmt seinen alten Posten wieder ein und flieht mit seinem Team an den Südpol, um Gojira zu befreien, da der keine M-Base in seinen Genen hat und somit nicht vom Anführer der X-Aliens beherrscht werden kann. Was folgt ist ein Best-of von Monsterauftritten der Godzilla-Reihe, um dem eigentlichen Kaijū-Film weg von Science Fiction und Fantasy zu locken und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das geht leider nicht ganz auf, da sämtliche Kämpfe viel zu kurz ausfallen und Gojiras Feinde allesamt in sehr abgeschwächter Form dargestellt werden, damit alles in 125 Minuten Platz findet. Obwohl der Film aus dem Jahr 2004 mit einigen Spezialeffekten aufwarten kann, die zum Veröffentlichungszeitpunkt zum Teil schon stark veraltet sind, hat man den Großteil immer noch per Suitmation-Verfahren umgesetzt, was Godzilla: Final Wars trotz vieler Filmanleihen immer noch ein wenig Eigenidentität verleiht.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bereits nach zehn bis fünfzehn Minuten wollte ich auf die Fernbedienung drücken und den Film vorzeitig beenden. Was man hier im Auftakt des Films abliefert, ist eigentlich eine Frechheit und beleidigt die gesamte Godzilla-Serie. Wenn man sich allerdings darauf einlässt und den Finger weg von der Fernbedienung legt, dann kann man Godzilla: Final Wars tatsächlich mögen lernen. Wohlgemerkt sind fast sämtliche Ideen des Films von großen Film- und Fernsehproduktionen geklaut, ergeben jedoch – so seltsam das auch klingen mag – unterm Strich ein stimmiges und vor allem funktionierendes Gesamtbild. Das Auftauchen der Monster, das Eingreifen der X-Aliens, die politischen und sozialen Änderungen, die Enthüllung der wahren Absichten der Außerirdischen, der Einsatz der gefangenen Monster, die Zerstörung des Raumschiffs, der Kampf zwischen Gojira, Mosura, Minira, Angirasu, Kingugidora, Gaigan, Baragon und sogar jenem Gojira-Klon, den Roland Emmerich 1998 auf die Welt losgelassen hat, ist bis zum Ende wirklich durch und durch genial konstruiert. Da sehe ich gerne darüber hinweg, dass der Film bis auf seinen Kaijū-Anteil, der erst zum Ende richtig zünden möchte, nahezu keine Eigenidentität hat. Es klingt zwar alles recht negativ, doch man muss Godzilla: Final Wars unbedingt einmal mit eigenen Augen gesehen haben, um das Konzept lieben oder hassen zu lernen. Dennoch ist es wirklich sehr, sehr schade, dass die japanischen Godzilla-Filme hier nach fünfzig Jahren vorerst ihr Ende finden. Nachdem man sich in der Millennium-Reihe hoffentlich genug ausgetobt hat, hoffe ich nämlich inständig, dass Tōhō einen guten Regisseur finden möge, der den Ruhm von Gojira zu neuem Glanz verhelfen will – er hat es verdammt noch mal verdient!
Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Godzilla: Final Wars!
Partner: Adventskalender bei WiiG
Lange ist es her, seit WiiG den letzten Adventskalender veranstaltet hat. In diesem Jahr feiert er sein großartiges Comeback und da möchten wir doch gleich einmal auf unsere tolle Partnerseite aufmerksam machen. An jedem Tag, sprich vom 1. bis zum 24. Dezember 2014, könnt ihr bei WiiG einen tollen Preis abstauben, wenn ihr wie früher zwei Fragen richtig beantwortet. Wir hoffen, dass ihr ebenso viel Freude an der Rückkehr des Adventskalender von WiiG habt wie wir und wünschen euch viel Glück!
Review: Dragon Lord
Der Film Dragon Lord aus dem Jahr 1981 bleibt uns ganz besonders in Erinnerung. Hier hält Jackie Chan nicht nur den Posten als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller inne. Er ist auch dafür verantwortlich, dass für eine Szene ganze 2900 Takes aufgenommen wurden.
Inhaltlich dreht sich der Film um die beiden Freunde Dragon und Cowboy. Sie sind Söhne aus zwei reichen Familien. Ihre Väter sind gut befreundet; die Freundschaft greift jedoch auch auf die beiden Freunde über, die sich wie Cousins fühlen und den Vater des anderen gar als Onkel ansprechen dürfen. Das Problem, das die beiden plagt, ist jedoch zu viel Freizeit. Dragon wird zwar von einem Lehrer in Geschichte, Geographie und Dichtkunst unterrichtet, doch wirklich verinnerlichen tut Dragon nichts. Cowboy hingegen wird jedes Mal schwer bestraft, wenn er eine schlechte Tat begeht. Dragon und Cowboy verbringen ihre Tage damit, in der Gegend herumzulungern und Blödsinn anzustellen. Mal probieren sie das Gewehr von Cowboys Vater aus und gehen auf Fasanenjagd, doch dann merken wir schnell, dass die beiden eine gewisse Leidenschaft verbindet: Frauen. Als sie sich eines Tages am Fluss erleichtern wollen, treffen sie auf die hübsche Alice. Sie verlieben sich beide in dieselbe Frau und das bedeutet selbst unter den besten Freunden für gewöhnlich Ärger. Es gibt Streit, doch wer selbst einen besten Freund hat, der wird wissen, dass solch ein Streit nicht lange anhält. Dragon darf Alice sogar ehelichen, falls diese einwilligen sollte. Durch einen Zufall treffen die beiden im Tempel aber auf ein paar Banditen, die gerade einen Mitverschwörer zu Tode prügeln. Dragon greift ein.
Lose Enden
Dragon Lord weiß an vielen Stellen leider nicht, welche Geschichte er eigentlich erzählen will. Wir erhalten Einblicke in vielerlei Geschehen, welches im großen Ganzen auch hervorragend harmoniert, aber eben nicht stark genug ineinander übergreift. Die Hintergründe über Dragon und Cowboy sind wichtig, doch fragen wir uns, ob man die Liebesgeschichte nicht hätte sein lassen können. So schnell sie in den Film eingewoben wird, so schnell verzettelt diese sich in einem losen Ende. Das Auftauchen der Bande, die nach Zusammenbruch der Qing-Dynastie Reliquien stehlen und verschiffen will, scheint zunächst Dreh- und Angelpunkt zu sein. So ist dann auch, zumal sich Dragon und Cowboy nicht nur einmal mit den Banditen herumschlagen dürfen. Von dem ganzen Einbruch in die Verbotene Stadt ist genau so wenig zu sehen wie auch nur ein Wertgegenstand des Diebesguts. Zudem kaufen wir dem Film nicht wirklich ab, nach dem Jahr 1912 zu spielen. Es fühlt sich durchgehend so an, als hätten alle guten Ideen von Chan und seinem Produktionsteam in diesem Film Platz gefunden, die in sonst keinem anderen Film mehr aufgenommen werden konnten. Sieht man davon jedoch einmal ab, kann der Film mit sehr vielen Szenen wunderbar unterhalten. Altmeister Chan hat es schon vor dreißig Jahren verstanden, wie man netten Humor mit tollen Action-Szenen verbinden sollte.
Grandiose Action-Szenen
Wir reden hier nicht von den Choreographien des Martial-Arts-Anteil des Films. Diese sind gewohnt auf typischem Jackie-Chan-Niveau und begeistern beispielsweise mit einem Kampf in einer Kornkammer. Viel mehr möchten wir die beiden Sport-Events, die in der Mitte und am Ende des Films spielen, hervorheben. Im ersten Spiel treten zwei Teams gegeneinander an, die nur mit Schlägen und Tritten einen etwas größeren Federball ins gegnerische Tor schießen müssen. Im zweiten und letzten Spiel müssen die Kämpfer vierer Teams eine Holzpyramide erklimmen, um an der Spitze einen goldenen Rugby-Ball zu ergattern. Diese Szene wurde mit ganzen zweihundert Darstellern gedreht. Von diesen haben sich übrigens neunzig sehr schwer verletzt. Das zeigt einmal mehr, wie Darsteller Cheung Wing Fat zudem in einem Interview auf der Blu-ray Disc mitteilt, wie damals die Risiken für einen Stuntman aussahen. Der Rest des Bonusmaterials kommt ohne ein Interview mit Jackie Chan aus. Als Ersatz schlummern zwei weitere Interviews, unter anderem mit In-Shik Hwang, auf der Disc. Ein besonderes Schmankerl ist jedoch der Audiokommentar von Hongkong-Kinoexperte Bey Logan für die internationale 96-minütige Filmfassung. Selbstverständlich liegt auch die ungeschnittene und 104-minütige Version vor. Szenen im kantonesischen Originalton sind deutsch untertitelt.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Möchte man Dragon Lord einen Stempel aufdrücken, so müsste ich den Film zwangsweise als netten Versuch abtun. Das möchte ich aber nicht, da ich in den 104 Minuten wirklich gut unterhalten werde. Dragon Lord zeigt mir viele Szenen, die absolut witzig sind. Ich erinnere mich sehr gerne an die Szene, die in der deutschen Fassung komplett zerstückelt wurde, aber im kantonesischen Originalton absolut unterhalten kann. In der wird Dragon (alias Jackie Chan) von seinem Vater getadelt und von ihm gezwungen, Gedichte und Geschichten zu rezitieren. Der Charakter Dragon hat es hier natürlich schwer und bekommt von drei weiteren Figuren ständig Hilfe, was in der ganzen Szene wirklich verdammt lustig ist. Zudem mag ich die Action-Szenen; weniger die Kämpfe und mehr die beiden sportlichen Aktivitäten, die hier mit tollen Choreographien eingefangen werden. Schade finde ich jedoch, dass die ganzen netten Geschichten, die durchaus sehr viel Potential haben, nur sehr lose zusammenhängen. Besonders die Liebesgeschichte mit Alice hätte man sich sparen können, da sie weniger Sinn hat, als sie dem Zweck wirklich dient. In den Interviews wird sogar davon gesprochen, dass Chan damals das Fünffache an Material aufgenommen hat, als für die Kinos überhaupt zulässig war. Da wären sicherlich einige nette Szenen dabei gewesen, die man in eine Langfassung integrieren oder zumindest als zusätzliche Szenen verewigen hätte können. So bleibt Dragon Lord ein durchschnittlicher Jackie-Chan-Film, den man sich dennoch nicht entgehen lassen sollte.
Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Lord!
Review: Sabotage
Zehn Millionen US-Dollar – die hätte jeder von uns gerne auf dem Konto. Im Film Sabotage bekommt Arnold Schwarzenegger alias Breacher die Gelegenheit, diesen Betrag einzusacken und genau dann sabotiert jemand aus seinem Team die komplette geheime Abmachung.
Sabotage erzählt eine Handlung, die man so sicher in abgewandelter Form schon diverse Male in Film und Fernsehen gesehen hat. Breacher ist Leiter eines Teams der Drug Enforcement Administration. Kollegin Lizzy hat sich in die Villa eines Drogenbarons eingeschleust. Um in die gut bewachte Festung jedoch Verstärkung zu beordern, benötigt es in diesem Falle einfach nur rohe Gewalt. Brachial stürmen Breacher und der Rest des Teams das Gelände und machen sich im Gebäude auf, die Straftäter aufzuspüren und zu erledigen. Das Team ist aber darüber informiert, dass im Kellergeschoss hunderte Millionen Dollar lagern. Eigentlich ist das Geld ab sofort Eigentum des Staates, doch zehn Millionen Dollar mehr oder weniger, so denken sie, fällt der Drug Enforcement Administration bestimmt nicht auf. Also verstecken sie das Geld sicher, doch als sie in der Nacht heimlich zurückkehren, sind die Millionen verschwunden. Es bleibt unklar, wie das Geld nun verschwinden konnte. Die nächsten sechs Monate werden für das Team dennoch zur Hölle, denn die fehlenden Millionen sind sehr wohl jemanden aus der Chefetage aufgefallen. Aus Washington D.C. kommt der Auftrag, dass Breacher und sein Team vorerst nicht operieren dürfen und überwacht werden müssen. Sein Team besteht die Geduldsprobe, doch nach diesem halben Jahr wird Breachers Team der Reihe nach dezimiert.
Rustikales Schlachtschiff
Die Szenen des Films bauen logisch aufeinander auf und erzählen die Story stringent bis zum Abspann. Regisseur David Ayer hat dabei besonderen Wert auf die Gestaltung des Charakters Breacher gelegt. Schwarzenegger ist nicht mehr der Jüngste und obwohl dieser für viele noch immer der Action-Held der Achtziger und Neunziger Jahre ist, müssen Fans wie schon in The Last Stand mit einem Schlachtschiff leben, das seine besten Tage bereits hinter sich hat. Das merkt man leider auch den vielen Action-Szenen an. Während die ersten zwei Filmdrittel mit wenig brachialer Kunst auskommen und nur ein paar Gefechte in Form von Schusswechseln zeigen, geht es erst gegen Ende des Films ordentlich zur Sache. Das liegt daran, dass sich der Film in der ersten Hälfte mehr als ein Thriller und weniger als ein Action-Streifen anfühlt. So nimmt sich die Story in aller Seelenruhe die Zeit, wichtige Charaktere einzuführen und alle nötigen Randfiguren mit der Zeit aus dem Drehbuch zu schreiben. Breachers Figur ist sehr tragisch gestaltet, da wir schon in der ersten Szene mitbekommen, dass ihm mindestens eine teure Person genommen wurde. Er lebt in einem rauen Umfeld, weshalb auch die sprachliche Gestaltung der Dialoge mit seinem Team schon auf einer fäkalen Ebene funktionieren. Dem entgegen stellt sich Agentin Caroline, die partnerlos lebt und daher innerlich zerrüttet wirkt.
Verwirrungen in 110 Minuten
Welche Intention der Film nun wirklich hat, lässt sich nur erahnen. Neben dem Filmende gibt es auf dem Datenträger noch ein alternatives Ende, welches mit zwei möglichen Ausgängen recht unterschiedliche Wirkungen erzeugen kann. Vermutlich ist es aber nur die ewige Story von der Rache, die Ayer in seinem Film vorstellen will. Sinn ergibt das alternative Ende aber nur, wenn man sich die (ebenfalls auf der Disc enthaltenen) entfallenen Szenen anschaut. Hier schlummert sogar ein ganzer Plot, der im Film nirgends erwähnt wird. Aus Caroline wird da noch ein viel zerbrechlicher Mensch und aus Breacher wird jemand ohne Gewissen. Das ist zwar nett anzusehen, unterstreicht jedoch einmal mehr die Ahnungslosigkeit des Regisseurs, der wohl nicht wusste, welchen Charakter Schwarzenegger bis kurz vor Filmstart eigentlich verkörpern soll. Entsprechend lahm fällt auch das Bonusmaterial aus. Die entfallenen Szenen und das alternative Ende sind eine sehr nette Dreingabe, doch die Interviews und das Making-of sind wirklich nur für beinharte Fans von Action-Filmen, die sich über jede auch noch so uninteressante Anmerkung zu einem Film freuen. Der Film mag zwar durchgehend Standard-Kost im Action-Segment sein, doch auf technischer Ebene kann man nichts bemängeln. Der Ton in DTS-HD 7.1 Master Audio und das knackige Bild in 1080p runden das Paket gut ab.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wenn ich an die Action-Filme der letzten dreißig Jahre zurückdenke, dann erinnere ich mich sehr oft an Filme mit Schwarzenegger. An diese Tugenden will Sabotage einfach nicht anschließen. Schwarzenegger ist heute in Filmen einfach nicht mehr der lässige Draufgänger. Er steht am Anfang einer Entwicklung, wie sie schon Clint Eastwood oder anderen Legenden aus Hollywood durchmachen mussten. Daran störe ich mich auch gar nicht, doch verkauft man Schwarzenegger immer noch als den großen Action-Held schlechthin und dann passiert in den ersten achtzig Minuten gar nicht so viel. Die Story dümpelt vor sich hin und nimmt die Form eines gemütlichen Thrillers ein. Das zieht sich gefühlt in die Länge, lässt mich aber schnell alles vergessen, wenn die Verfolgungsjagd quer durch Atlanta beginnt. Hier kann die Action-Legende immer noch zeigen, was in ihm steckt. Trotzdem weiß Regisseur Ayer nicht, wie man einen Charakter vernünftig gestaltet. Er hat zuvor auch gerade bei nur drei Filmen Regie geführt. Daher bleibt zu hoffen, dass er in Zukunft tiefgründigere Figuren kreiert, denn sonst geht es mit dem Hollywood-Action-Genre weiterhin abwärts. Sabotage lässt sich zwar wirklich hervorragend an einem der berühmten verregneten Sonntagnachmittage ansehen, doch mehr als solides Mittelmaß wartet hier nicht.
Vielen Dank an Splendid Film für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Sabotage!
Review: Return of the Warrior
Im Jahr 2005 drehte der thailändische Regisseur Prachya Pinkaew den Film Tom Yum Goong, der hierzulande als Revenge of the Warrior bekannt ist. Der Film war so erfolgreich, dass er unbedingt einen Nachfolger drehen wollte. Im letzten Jahr bekam Pinkaew seine Gelegenheit.
Tom Yum Goong 2, der in Deutschland unter dem Namen Return of the Warrior erschien, ist die direkte Fortsetzung des Films aus dem Jahr 2005. Wie in der Realität sind auch im Film acht Jahre vergangen. Die Handlung von Return of the Warrior spielt vor dem Hintergrund eines südostasiatischen Landes namens Katana, welches seit vielen Jahren einem Bürgerkrieg ausgesetzt ist. Durch das Einmischen verschiedener südostasiatischer Staaten, darunter auch das Königreich Thailand, ist Katana bereit, Frieden zu schließen. Das Land soll in eine Ost- und in eine Westhälfte aufgeteilt werden. Unterzeichnet werden soll der Vertrag allerdings in der thailändischen Stadt Phuket, also fast neunhundert Kilometer von der Hauptstadt Bangkok entfernt, wo die Geschichte um den Protagonisten Kham beginnt. Etwas außerhalb der Stadt lebt Kham zusammen mit seinem Elefanten Khon in Frieden und im Einklang mit der Natur. Die Tage verbringt er mit dem Trainieren der Dorfkinder in den Kampfkünsten. Die Eltern der Kinder respektieren das jedoch ebenso wenig wie Kham ihre Auffassung übers Kämpfen. Sein Bruder spielt ihm währenddessen einen Streich nach dem anderen. Als er eines Tages nach Hause kommt, warten dort Geschäftsleute auf ihn, die ihm Khon für Geld abkaufen wollen. Als er ihnen höflich mitteilt, dass Khon unverkäuflich ist, drohen ihm die Männer.
Unter Mordverdacht
Für kurze Zeit muss Kham noch einmal sein Zuhause verlassen, doch als er zurückkehrt, ist sein Elefant verschwunden und sein Bruder niedergeschlagen. Er beschließt, nach Bangkok zu reisen und den Entführer zur Rede zu stellen. Als Kham ihn endlich ausfindig gemacht hat, ist von dem Elefanten jedoch keine Spur. Noch dazu ist der Entführer bereits tot! Als die beiden Nichten des Mannes im Büro auftauchen, fällt der Verdacht natürlich auf Kham, da dieser die Wachen allesamt zusammengeschlagen hat. Er verschwindet schnell aus dem Haus, während die Polizei schon im Anmarsch ist. Geschnappt wird er trotzdem, doch nicht von irgendwem. Den Interpol-Beamte Sergeant Mark kennt Kham noch von früher und dieser weiß, dass Kham kein Mörder ist und lässt ihn laufen. Blöd nur, dass das die Nichten gesehen haben und kein Vertrauen mehr zur Polizei haben. Später treffen sich Kham und Mark wieder und klären die Situation im Stillen. Mark erzählt Kham, dass auf den Präsidenten von Katana während der Zeremonie ein Anschlag verübt werden soll und er nur deswegen in Bangkok sei. All das scheint jedoch mit Khams Elefanten Khon zusammen zu hängen. Als plötzlich das Gebäude von den beiden Nichten und kurz darauf von hunderten Bikern gestürmt wird, flieht Kham, um den sicheren Tod zu entgehen und um sich auf die Suche nach Khon zu machen.
Etwas Sinn und wenig Logik
Die ersten zwanzig Minuten von Return of the Warrior werden unglaublich gut präsentiert. Der Erzählrhythmus stimmt ebenso wie die Schauspieler. Neben Tony Jaa, der Kham spielt, ist auch Petchtai Wongkamlao einmal mehr von der Partie. Beide Darsteller geben Return of the Warrior eine ganz eigene Note, die aber von den mäßigen Schauspielkünsten von Robert Fitzgerald Diggs und einigen unwichtigen Nebendarstellern ständig nicht als solche erkennbar ist. Zudem fühlen sich die Martial-Arts-Szenen des Films zu übertrieben beziehungsweise viel zu langatmig an. Erst der Kampf zwischen Marrese Crump und Tony Jaa zeigt, wie man gute Action in Szene setzt. Übertriebene Szenen wie die, in der Tony Jaa (an einem Seil befestigt) an der angeblich höchsten Brücke Südostasiens einmal drumherum geschleudert wird, sind sicher nett gemeint. Aufgrund des geringeren Budgets sehen diese Szenen aber nicht packend aus. Auf dem Weg zum Ende des Films gibt es immer wieder ein paar kleinere Twists, welche aber damit zu kämpfen haben, überhaupt einen Sinn zu ergeben. Meistens muss man nämlich erahnen, warum der freundliche Charakter auf einmal auf der Gegenseite steht oder wie man einen Fall von einem Wolkenkratzer überleben kann. Return of the Warrior ist beileibe kein schlechter Film, doch bleibt er leider etwas hinter seinen hoch angesetzten Ambitionen zurück.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Dass ich mich mit thailändischen Filmen etwas schwer tue, habe ich in einigen Reviews sicherlich das eine oder andere Mal erwähnt. Trotzdem habe ich Return of the Warrior eine Chance gegeben, da mich der Trailer doch ein klein wenig angesprochen hat. In den ersten zwanzig Minuten des Films werde ich auch nicht enttäuscht, doch dann hat Return of the Warrior ständig mit Höhen und Tiefen zu kämpfen. Tony Jaa und Petchtai Wongkamlao bereichern den Film ständig mit interessanten Dialogen, netten Sprüchen und passenden Synchronsprechern, sofern man sich den Film in deutscher Sprache anschauen beziehungsweise anhören möchte. Die thailändische Fassung ist aber auch nicht zu verachten, da es hier Szenen gibt, wo ein Charakter als Dolmetscher für den Bösewicht agiert – in der deutschen Fassung unterstützt der eigentliche Dolmetscher den Fiesling in seiner Argumentation. Aufgrund der unterschiedlichen Positionen macht das in der deutschen Version aber kaum Sinn. Mit Sinn und Logik nimmt es der Action-Streifen aber auch nicht so genau. Sämtliche Szenen müssen so im Film sein, damit er verständlich ist – daran gibt es nichts zu rütteln. Aber warum manche Szenen inhaltlich einfach mal die Story umschmeißen und es dann nicht ganz erklären, ist doch ziemlich unlogisch. Wenn man den Vorgänger schon mochte, wird man mit dem zweiten Teil sicherlich auch noch Spaß haben!
Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Return of the Warrior!
Review: Dragon Hero
Mit dem Film Dragon Hero aus dem Jahr 1979 versucht Regisseur Lo Wei die Karriere seiner Neuentdeckung Jackie Chan zu fördern. Er möchte ihn sogar zum Nachfolger von Bruce Lee machen, doch krankt der Streifen an recht lahmen Kampfszenen und sehr müden Gags.
Die Handlung von Dragon Hero dreht sich um den recht jungen Kampfschüler Tang How Yuen. Nach dem Tod seiner Eltern wird er von einem Meister des Kung-Fu und dessen Frau aufgenommen und fortan erzogen. Zudem tritt Tang How Yuen in dessen Kampfschule ein, wo er bis ins Erwachsenenalter trainiert, um seinen Zieheltern ein guter Sohn und seiner Stiefschwester ein guter Bruder zu sein. Das Leben verläuft in gewohnten Bahnen, doch dann taucht in der Kampfschule der heimtückische Kampfmeister Quen auf. Er fordert Tang How Yuens Meister zum Zweikampf, da sich dieser als bester Künstler in den Kampfkünsten kürt. Der Kampf verläuft jedoch nicht fair, obwohl der Ziehvater des Protagonisten unterliegt und kurzerhand aufgibt, greift ihn Quen unerbittlich weiter an. Die Folge ist, dass er das Schild der Kampfschule als Preis verlangt und die Schule daraufhin verlässt. Allerdings spuckt Tang How Yuens Meister Blut und stirbt wenige Stunden später am Abend in den Armen von Frau und Tochter. Sein letzter Wunsch ist, dass sein bester Schüler Tang How Yuen, sich um seine Hinterbliebenen kümmern möchte. Natürlich willigt er ein, doch schwört er ebenfalls Rache. Für eine direkte Auseinandersetzung ist Tang How Yuen aber noch zu schwach, denn sein Gegenspieler ist viel zu stark. Die Jahre vergehen und erst am dritten Todestag des Meisters hat seine Familie den gefürchteten Quen ausfindig gemacht. Die Rache steht kurz bevor!
Verschenktes Potenzial
Dragon Hero möchte jedoch nicht nur eine Rachegeschichte erzählen, denn die ist nach etwa der Hälfte des Films schon fast vorbei. Der tragische Charakter Quen kommt ebenfalls nicht zu kurz. Bereits am Anfang des Films nimmt sich seine Frau, die früher mit Tang How Yuens Meister befreundet war, nach dessen Tod, hervorgerufen durch ihren Ehemann, das Leben. Von Schuldgefühlen geplagt möchte er nun ein besseres Mensch werden. Wie genau seine Sühne aussieht, verraten wir an dieser Stelle nicht. Dafür hat auch seine Familie ein Problem mit einem verfeindeten Klan. Die Fehde wird im gesamten Film jedoch nicht gänzlich geklärt, weshalb es schade ist, dass hier durchaus Potenzial verschenkt worden ist. Die Handlung von Dragon Hero hat dieses an vielen Ecken nämlich sehr wohl! Der Rachepakt ist der Auftakt zu einer Story, die eine ganz andere Wendung nimmt und trotzdem bodenständig bleibt. Unter anderem kommt es zum Einsatz von Gift und der Ermordung eines Jungen. Ränkespiele im Machtgefüge der Klans führen schlussendlich zum großen Finale zwischen Jackie Chan und diversen Schlägern. Gerade in den letzten Minuten kann Dragon Hero zeigen, zu was Lo Wei fähig ist, wenn er nur die richtigen Szenen dreht. Sowohl die Story, als auch die Kämpfe in Dragon Hero, lassen nämlich vor allem in der ersten Filmhälfte sehr zu wünschen übrig.
Technisches Desaster
Zu wünschen übrig lässt auch das Bild; sogar das Bild der Blu-ray-Fassung ist sehr schlecht gealtert. Hervorgerufen durch falsche Lagerung oder den Einsatz schlechter Kameratechnik, verschwimmen viele Bilder. Das fällt besonders bei den Außenaufnahmen in der chinesischen Landschaft auf. Hier wellt sich das Bild unschön nach links und rechts. Erst wenn die Kamera fest verankert ist, fallen diese Probleme kaum mehr auf. Dafür macht sich in diesen Szenen zusätzlich helles Flackern bemerkbar. Die Tonspuren in Deutsch und Kantonesisch liegen zwar beide in DTS-HD 5.1 und auch in 2.0 (Mono) DTS-HD vor, doch klingen selbst die beiden aufgewerteten Tonspuren nur wenig besser. Wohlgemerkt: Der Film wird als digital remastered beworben! Hier wäre sicherlich ein wenig mehr möglich gewesen. Selbst das Bonusmaterial, welches hier nur aus einem Interview mit Jackie Chan besteht, scheint von einer VHS auf die Blu-ray überspielt worden zu sein. Am unteren Rand sind fast durchweg die typischen weißen Streifen zu sehen, die wohl durch falsche Lagerung oder Abnutzung entstanden sind. Immerhin hebt sich der Inhalt des Interviews von den anderen Ausschnitten ab, die den Filmen der Dragon-Edition-Reihe beiliegen. Dragon Hero fehlt es also an allen Ecken und Enden am gewissen Etwas, den 98 Minuten langen Film kann man ruhig auslassen.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Dragon Hero gehört zu den typischen Martial-Arts-Filme der späten Siebziger Jahre. Bis zum großen Finale gibt es hier nämlich nur durchschnittliche Kampfszenen und auch die Handlung kann ihr Potenzial nicht völlig frei entfalten. Sie ist grundsolide und hat auch einige gute Ansätze. Das Problem liegt nur daran, dass während der Produktion die Geldmittel ausgegangen sind und Regisseur Lo Wei somit einige Abstriche machen musste. Ob dies nun tatsächlich der Grund ist, warum die Handlung (insbesondere die Fehde zwischen Quen und einem verfeindeten Klan) nicht ihr volles Potenzial entfalten kann, sei einmal dahingestellt. Fakt ist, dass man hier sehr viel mehr hätte machen können. Der letzte Kampf vor Quens Kampfschule gefällt mir zwar sehr gut, da auch hier der Reihe nach fast alles in angenehmen Dialogen aufgeklärt wird, doch dafür hätte man sich nicht achtzig Minuten lang abmühen müssen. Beinharte Jackie-Chan-Fans werden sich Dragon Hero früher oder später sicherlich einmal anschauen, doch ich kann nur dazu raten, dass man ihn sich lieber später als früher anschauen sollte. In meinen Augen verpasst man in Dragon Hero sehr wenig bis gar nichts.
Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Hero!
Review: Godzilla: Tokyo SOS
Endlich besinnt sich ein Film der Millennium-Reihe an einen vorherigen Godzilla-Film dieser Serie. Gemeint ist natürlich der direkte Vorgänger, Godzilla against Mechagodzilla, an den Godzilla: Tokyo SOS ein Jahr später, genauer gesagt im Jahr 2003, nahtlos anknüpft.
Der Kampf zwischen Gojira und seinem metallenen Pendant Mekagojira hat fatale Spuren hinterlassen. Nicht nur Teile der japanischen Hauptstadt Tōkyō sind zerstört; auch Kiryū, wie Mekagojira betitelt wird, hat schwere Schäden davon getragen. Seit einem Jahr arbeiten die führenden Wissenschaftler Japans an der Reinstandsetzung von Mekagojira. Seit dieser Zeit wurde Gojira nicht mehr gesehen, weshalb es auch auf politischer Ebene eine heftige Debatte um die Reparatur gibt. Der ehrliche Steuerzahler soll für den baldigen Einsatz von Mekagojira aufkommen. Die aufgebrachten Gelder können jedoch ebenso gut für den Wiederaufbau der Hauptstadt gebraucht werden, da Japan ohnehin vor keiner direkten Bedrohung mehr stünde. Weit gefehlt! Eines Tages wird die Riesenschildkröte Kameba an der Küste angespült und es sieht so aus, als würde sich Japan, insbesondere Tōkyō, erneut zum Schlachtfeld entwickeln. Die Regierung entscheidet, dass das Militär in die Reparatur von Kiryū investieren soll, doch ist das Budget begrenzt. Mekagojira kann deshalb nicht mit der mächtigen Absolute-Zero-Kanone bestückt werden, da der große Kristall, der dazu nötig wäre, nicht beschafft werden kann. Man improvisiert und stattet den Maschinendrachen mit alternativen Waffen aus, die Gojira endlich Einhalt gebieten sollen; trotz der bevorstehenden Risiken des Einsatzes.
Kniff der Filmgeschichte
An der grundlegenden Handlung scheint sich erst einmal nichts verändert zu haben. Die Story wird jedoch wie schon in Godzilla vs. Spacegodzilla mit einem bestimmten Fantasy-Element aufgebohrt. Dabei bezieht sich Godzilla: Tokyo SOS wie sein Vorgänger unter anderem auf den Film Mothra bedroht die Welt aus dem Jahr 1961. Man hat sich für Godzilla: Tokyo SOS jedoch einen ähnlichen Kniff wie bei Godzilla vs. Destoroyah einfallen lassen. Der Charakter Doktor Shinichi Chūjō kommt nämlich in beiden Filmen vor und wird zudem noch von ein- und demselben Schauspieler verkörpert. Die Jahre sind auch an Hiroshi Koizumi leider nicht vorbeigegangen, doch unterstützt der gealterte Schauspieler die Handlung so doppelt. Wer Mothra bedroht die Welt nicht gesehen hat, da der Film hierzulande immer noch auf eine Veröffentlichung auf DVD wartet, muss nicht verzagen. Sämtliche Hintergründe, die für das Verstehen der Story von Godzilla: Tokyo SOS nötig sind, werden geklärt. Chūjō wird von den beiden Priesterinnen aus dem genannten Filmklassiker angesprochen und erfährt, dass es falsch von den Menschen war, die Knochen des ersten Gojiras für das mechanische Abbild zu verwenden. Die Priesterinnen bitten Chūjō, Neffen Yoshito und Enkel Shun, alles dafür zu tun, damit Mekagojira zerstört wird. Stattdessen soll Mosura die Menschen beschützen.
Folgenschwere Entscheidung
Diese Entscheidung, mit denen die drei Charaktere und später der Premierminister (erneut gespielt von Akira Nakao) konfrontiert werden, sorgt bis zur Mitte des Film für Unbehagen. Schließlich steht die gesamte Menschheit auf dem Spiel, da Mekagojira die vermutlich letzte Waffe im Kampf gegen den Koloss ist. Die zweite Hälfte des gerade einmal 95-minütigen Films steht dann im Zeichen der Monsterkämpfe. Hier tritt Gojira gegen Mosura an und auch Mekagojira wird für einen letzten Kampf reaktiviert. Zudem tauchen zwei weitere Monster auf, über die wir hier aus Spoiler-Gründen jedoch nichts verraten wollen. Auch wenn wir uns wieder einmal ein paar längere und spektakuläre Kampfszenen gewünscht hätten, kann man sich die Kämpfe in Godzilla: Tokyo SOS trotzdem ruhigen Gewissens ansehen. Es lässt sich aber festhalten, dass erneut die Charaktere im Vordergrund stehen und weniger der Star des Films. Käufer der Blu-ray-Fassung freuen sich dennoch über ein gutes Bild und auch einen guten Ton, sowohl in der deutschen Synchronisation, als auch im japanischen Originalton. Besonders die Musik unterstützt die Intention des Films, die Arroganz der Menschen und die falsche Verwendung von Atomkraft zu kritisieren. Wer auf Bonusmaterial hofft, wird wie schon bei den vorherigen Veröffentlichungen wieder nur mit Filmtrailern abgespeist.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich bin sehr froh darüber, dass Regisseur Masaaki Tezuka an Godzilla against Mechagodzilla angeknüpft hat. Vermutlich hätte ich den Film sonst wieder als lahmen Versuch betitelt, die Riesenechse neu zu definieren. Jetzt kann man sich zumindest auf die Ereignisse von Godzilla against Mechagodzilla stützen und auch wenn wir uns bereits in der fünften Zeitlinie aller Godzilla-Filme befinden, finde ich es gut, dass man sich ebenfalls an einen weiteren Film, Mothra bedroht die Welt, orientiert und gar einen Schauspieler nach über vierzig Jahren dazu bewegt, wieder mitzumischen. Das sind Momente, die unglaublich wichtig für die Atmosphäre eines Films sind, wenn man schon die Kampfszenen wieder einmal auf das Nötigste reduziert. Das ist nämlich auch das einzige, was ich an Godzilla: Tokyo SOS bemängeln möchte. Der eigentliche Star oder genauer gesagt die Stars des Films (der Originaltitel kommt ohne Mosura und Mekagojira nicht aus) kommen in meinen Augen zu kurz. Ich möchte sehen, wie die Miniaturstädte zerstört werden und alle Angriffe in ihrer vollen Pracht bestaunen. Der rasche Veröffentlichungszyklus sämtlicher Filme innerhalb der Millennium-Reihe tut dem Franchise wirklich nicht gut. Jetzt blicke ich jedoch gespannt auf den Abschluss dieser Serie; Godzilla: Final Wars, ich bin bereit!
Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Godzilla: Tokyo SOS!
Review: Rampage: Capital Punishment
Dass Uwe Boll in seinen Filmen gerne mal persönlich wird und genau das ausspricht, was der eine oder andere von uns denkt, ist nicht ungewöhnlich. Dieses Mal bringt er seine Meinung sogar in einer Nebenrolle auf den Punkt und unterstreicht die Aussage von Bill Williamson.
Der gefährliche Bill Williamson ist nach wie vor am Leben. Im Vorgängerfilm Rampage hat dieser in einer Kleinstadt für Angst und Schrecken gesorgt. Er ist Amok gelaufen und hat einen unschuldigen Menschen nach dem anderen auf offener Straße erschossen. Zwei Jahre nach den Vorfällen war es ruhig und die Angehörigen der Opfer lebten in Ungewissheit, wie es um Williamson steht. Diese wünschen sich nämlich nichts sehnlicher, als dass dieser von der Polizei geschnappt und schlussendlich getötet beziehungsweise hingerichtet wird. Dann taucht vor einem Jahr im Internet plötzlich ein Video auf. In diesem erklärt der Täter, dass in jedem Jahr Millionen von Menschen geboren werden, die dafür sorgen würden, dass auf der ganzen Welt die Nahrungsmittelkapazitäten ausgeschöpft werden. In seinen Augen hätten die kein Recht zu leben, weshalb er seine Anhänger dazu aufruft, ihn zu unterstützten und andere Menschen umzubringen, damit es mit dem Planeten wieder aufwärts geht. Da muss man als Zuschauer ordentlich schlucken. Makaberer wird es bereits in der nächsten Szene. Hier sitzt Williamson am heutigen Tag in einer Seitengasse und wartet nur darauf, dass Menschen über den Bürgersteig gehen, damit er sie der Reihe nach abschießen und von der Straße schleppen kann. Eines Tages beschließt Williamson allerdings, dass er endlich gehört werden will.
Hören und gehört werden
Um endlich gehört werden zu können, kommt ihm nur eines der wichtigsten Medien unserer Zeit in den Sinn – das Fernsehen! Er sucht den örtlichen Fernsehsender auf, der zwar klein ist, für seine Ansprüche aber genügen muss. Dort angekommen, schießt er wahllos auf die Mitarbeiter des Senders – ohne mit der Wimper zu zucken! Ein paar lässt er am Leben, um ein paar Geiseln zu haben. Besonders wichtig ist Williamson, dass der Journalist Chip Parker unter den Geiseln ist. Er stellt ihm ein Ultimatum von einer Stunde. In dieser Zeit muss Parker dafür sorgen, dass ein Video von einer DVD landesweit ausgestrahlt wird. Zudem soll Parker mit ihm ein Interview führen, denn ansonsten würde er alle Geiseln kurzerhand erschießen. Währenddessen taucht vor dem Gebäude des Fernsehsenders die Polizei auf, die sich um Williamson kümmern soll. Dieser hat aber Überwachungskameras installiert und kann jeden Schritt der Polizei überwachen. Sowohl außerhalb und innerhalb des abgeschotteten Studios spitzt sich die Lage zu. Während Parker sowohl in Dialogen, als auch in Monologen, auf die ganzen Fehler der westlichen Welt (vor allem mit den Vereinigten Staaten von Amerika rechnet er ab) hinweist, wächst bei Parkers Vorgesetzten die Geldgier. Nach Ausstrahlung des Videos hat der Sender nämlich einige Millionen Dollar verdient. Schöne neue Welt!
Auf den Punkt gebracht
Regisseur Uwe Boll spielt im Film Parkers Vorgesetzten, der beim Anschauen des Videos kommentiert, dass der Mann doch völlig im Recht sei, um die Bedeutung seiner Aussage, die im Film getroffen werden soll, einmal mehr zu betonen. In Rampage: Capital Punishment rechnet Boll, wie schon erwähnt, besonders mit den Vereinigten Staaten ab. Er geht auf die verschiedenen Massaker ein, die an Schulen verübt worden sind. Vor allem das Waffengesetz der Vereinigten Staaten kritisiert er, da nur durch diese harmlosen Gesetze Menschen wie der terroristische Williamson an Waffen gelangen können. Ein wichtiger Punkt sind Kriege, die geführt werden. Selbst vor dem Amerikanischen Bürgerkrieg macht Boll keinen Halt und stellt Geld vor die Bedürfnisse von Menschen. Wenn man sich den Audiokommentar, der in deutscher oder englischer Sprache anwählbar ist, anhört, bemerkt man schnell, dass Boll diese Meinung auch wirklich selbst vertritt. Er bringt Missstände wie das Gefängnis in Guantánamo oder den Umgang mit dem Whistleblower Snowden direkt auf den Punkt. Hetze ist das nicht, aber eine Meinung, die gehört werden sollte. Natürlich reichen die verschiedenen Faktoren tiefer, als dass sie Boll erklärt, doch besonders unter diesem Aspekt macht jede einzelne Szene von Rampage: Capital Punishment Sinn; die Gewaltszenen werden sinnvoll geschönt.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Uwe Boll wird oft persönlich und fällt seine Aussagen direkt; das kennt man schon von unzähligen seiner anderen Werken. Aber nachdem ich Rampage bis heute leider nicht gesehen habe, bin ich froh darüber, dass ich zumindest Rampage: Capital Punishment sehen durfte, um einen Einblick in Bolls Meinung über ernste Themen, die uns alle angehen, zu erhalten. Man möchte Boll und somit dem Charakter Williamson dem ganzen Film über nur zu sprechen, doch wichtig ist auch, dass man sich abseits des Films tiefer mit der Materie befasst, alle Faktoren mit einberechnet und vor allem selbst eine Meinung bildet. Viele Aussagen sind nämlich dadurch, dass Williamson Amok läuft, hart an der Grenze zur Hetze. Rampage: Capital Punishment bleibt somit ein Werk, welches in einem Dialog immer mal wieder zitiert werden sollte, da man doch viele Missstände über einen Kamm schert und auf den Punkt bringt. Abgesehen davon kann die Handlung des Films bis zum Ende sehr gut unterhalten, da sie spannend erzählt wird und Schauspieler wie Brendan Fletcher, Lochlyn Munro und Mike Dopud ihr Handwerk verstehen. Nur Uwe Boll als Schauspieler – das will nicht so recht funktionieren und ist vor allem in der deutschen Synchronisation sehr trashig. Das weiß der Regisseur jedoch selbst und nimmt sich im Audiokommentar einmal mehr aufs Korn und wer Filme von ihm kennt, weiß, dass man besonders den Audiokommentar nicht verpassen darf. Der ist nämlich wieder einmal wirklich sehr interessant ausgefallen und gibt tiefe Einblicke in die kostengünstige Filmproduktion!
Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Rampage: Capital Punishment!
Prime Time: Watch Dogs – Dedsec Edition (Unboxing)
Am 20. November 2014 erscheint nach langer Wartezeit endlich Watch Dogs für die Wii U. Die Versionen für die anderen Systeme sind dabei jedoch schon seit Monaten erhältlich! Man wollte sich voll und ganz der Wii-U-Fassung widmen, doch ist das Spiel sicherlich seit längerer Zeit fertig. Ärgerlich dürfte aber sein, dass Fans des Spiels keine Dedsec Edition erhalten. Diese ist den anderen Plattformen vorbehalten. Aus dem Grund hat sich unser Chefredakteur vor einiger Zeit aus Frust die Dedsec Edition der PC-Fassung gekauft. Im längsten Unboxing-Video aller Zeiten (auf unserer Website) präsentiert er euch in aller Ruhe sämtliche Inhalte dieser Version und lässt seinen Ärger auch auf uPlay, Origin und Co. aus. Wir wünschen euch viel Spaß mit unserem Unboxing-Video zu Watch Dogs – Dedsec Edition!
Review: Fate/Zero – Vol. 4 (Episode 20 – 25)
19 Episoden haben wir mit den Masters und den Servants bereits mitgefiebert. Die Spannung im Anime Fate/Zero scheint kein Ende zu nehmen. Das muss es aber leider, denn mit der vierten und letzten Volume kommt der Anime mit sechs finalen Folgen zu einem Ende.
Die Geschichte um die verbliebenen Servants und Masters nimmt in der vierten Volume von Fate/Zero deutlich an Fahrt auf. Während man in den ersten Folgen noch darauf bedacht war, ausführlich auf die Figuren einzugehen, rückt in den finalen Folgen der Konflikt in Bezug auf den Heiligen Gral endgültig in den Hintergrund. Gerade noch haben die Masters und ebenso die Servants mit vereinten Kräften gegen den durchtriebenen Master Ryūnosuke Uryū und so auch mit dessen Servant Caster gekämpft, doch kaum ist der längste Kampf vorbei, gehen sie getrennte Wege – schließlich ist der Kampf um den Gral immer noch in vollem Gange. Bereits zu Beginn der zwanzigsten Episode müssen Kiritsugu Emiya und Saber einen Rückschlag einstecken. Wie aus dem Nichts taucht anscheinend Waver Velvets Servant Rider auf, tötet die Beschützerin von Irisviel und entführt schließlich Kiritsugus Ehefrau. Mit letzter Kraft ist es Irisviels Leibwächterin möglich, Kiritsugu per Mobiltelefon zu informieren, der daraufhin auch direkt seinen Befehlszauber für Saber verwendet, die unverzüglich zu Irisviels Versteck eilt. Saber schnappt sich daraufhin ihr Motorrad und nimmt die Spur von Rider auf. Der ist in diesem Moment mit seinem Master unterwegs und nimmt die Herausforderung von Saber zu einem Wettrennen an, welches er durch den Ehrgeiz von Saber allerdings prompt verliert.
Vergangenheitsbewältigung
Dass Rider nicht hinter der Entführung steckt, dürfte Kennern des Anime bereits seit einigen Folgen klar sein. Schließlich würde sich Wavers Master nicht auf dieses Niveau herablassen. Stattdessen muss sich Saber mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. Als Königin Arturia herrschte sie einst über Britannien, doch konnte sie ihr Volk nur retten und nicht führen. So kommt es in den finalen Episoden zum Kampf zwischen ihr und dem Ritter Lancelot, der in seiner Enttäuschung und von Hass erfüllt für die Gegenseite kämpft. Es ist jedoch nicht nur Saber, die sich ihrer Vergangenheit stellen muss. Rider alias Alexander der Große hat ebenso mit den letzten Tagen seines verblassten Reiches zu kämpfen. Er stellt sich im Konflikt mit dem König von Babylon, sprich Archer alias Gilgamesh. Besonders die Dialoge zwischen den beiden Königen beweisen, dass hier mit fairen Mitteln gekämpft wird. Schlussendlich gilt es auch für Kiritsugu seine Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich für den richtigen Pfad zu entscheiden. Der Gral, der sich mittlerweile manifestiert hat, versucht ihn für die eigenen Zwecke zu missbrauchen. Wie dieser Konflikt gelöst wird, möchten wir euch an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Wer und ob überhaupt ein Wunsch ausgesprochen wird, lassen wir an dieser Stelle einfach mal im Raum stehen. Seid euch aber sicher, dass es spannend bleibt.
Rückblick auf einen grandiosen Anime
Am Ende ist es nur schade, dass der Kampf um den Gral relativ schnell gelöst wird und die letzte Episode ganz im Zeichen der Auflösung steht. Dafür hätte man wesentlich mehr Zeit investieren müssen! Auch wenn die Dialoge die Charaktere tiefgründig gestalten und alles zu einem Ende kommt, hat man nach dem letzten Abspann dennoch das Gefühl, dass nicht alles gesagt worden ist, was man hätte sagen wollen. Trotzdem verliert der Anime an keiner Stelle an seiner Faszination. Sowohl die Handlung, als auch die Charaktere sind intelligent gestaltet. Nahezu jede Episode motiviert den Anime weiter zu verfolgen und umso mehr schade ist es, dass wir nun Abschied nehmen müssen. Zumindest vorerst! Bei Fate/Zero handelt es sich schließlich um das Prequel zu Fate/stay night und wir sind guter Hoffnung, dass auch dieser Anime eines Tages in Deutschland erscheinen wird. Hoffentlich dann auch in einer ebenso guten Qualität wie Fate/Zero; sprich ein hervorragendes HD-Bild in 1080p und einer guten deutschen Synchronisation. Wer nach dem Abspann immer noch nicht genug hat, freut sich zusätzlich über zwei Einzbern-Sōdanshitsu-Episoden und drei beiliegenden Postkarten, die viel zu schade dazu sind, um sie zu verschicken. Wer alle vier Volumes besitzt, kann diese nun in den Schuber der ersten Volume stecken und auf einen tollen Anime zurückblicken.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Eigentlich ist es schon sehr schade, dass ich nach nur 25 Episoden Abschied von diesem wirklich grandiosen Anime nehmen muss. Die finalen Episoden haben mir nämlich ganz besonders gut gefallen, da es hier schlussendlich um die Auflösung des Gralkriegs geht und meine Erwartungen bereits im Vorfeld sehr hoch waren. Auch dass die ganzen Charaktere mit ihrer Vergangenheit konfrontiert werden, ist ein cleveres Stilmittel, um die Geschichte zu einem Ende zu bringen. Schade finde ich nur, dass die Geschehnisse der letzten Episode zu gezwängt wirken – quasi so, als ob man die Story wie in der ersten Episode in Überlänge zeigen wollte, dafür aber kein grünes Licht bekommen hat. Davon abgesehen kann ich mich aber mit dem Gesamtwerk absolut anfreunden. Fate/Zero bleibt bis zum Schluss spannend und gibt auch schon einen kleinen Einblick darauf, was in Fate/stay night passieren könnte. Von mir gibt es eine klare Empfehlung, denn wer Fate/Zero verpasst, verpasst einen der besten Anime, die ich jemals gesehen habe.
Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fate/Zero – Vol. 4 (Episode 20 – 25)!
Review: Die große Keilerei
Wenn ein Schauspieler in seiner Heimat nahezu alles erreicht hat, sucht er sein Glück in der Ferne. Genauer gesagt in der Filmlandschaft der Vereinigten Staaten. Hier sucht Jackie Chan im Jahr 1980 erstmals den internationalen Durchbruch zu erreichen. Leider vergeblich.
Die Handlung von Die große Keilerei findet in den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts statt. Als Handlungsort haben sich die Köpfe hinter dem Projekt die Stadt des Windes, also Chicago, ausgesucht. Hier lebt Protagonist Jerry Kwan zusammen mit seiner Familie, die aus seinen Eltern, seinem Bruder und seinem Onkel besteht. Der Onkel lebt jedoch entzweit von der Familie, da diese sich in einigen Punkten einfach nicht einig sind. Sein Onkel ist jedoch ein Widerspruch in sich. Er missbilligt zunächst die Beziehung zwischen Jerry und dessen Freundin Nancy, obwohl er heimlich selbst Bettbekanntschaften pflegt. Nichtsdestotrotz setzt die Handlung fernab des stürmischen Familienlebens ein. In Chicago werden mitten auf der Straße Kämpfe ausgetragen. Unter den Kämpfern befindet sich auch Billy Kiss. Das große Schwergewicht hat die Macke, dass er jeden seiner besiegten Gegner einen Kuss geben muss. Bisher ist Billy Kiss ungeschlagen, was besonders Bandenchef Dominici ärgert. Dieser muss mit ansehen, dass jeder seiner Kämpfer dem küssenden Ungeheuer unterlegen ist. Zeitgleich setzt die Story bei Jerry ein. Dieser kehrt mit Nancy nach Hause zurück, wo er eigentlich nur mit seinem Bruder sprechen will, um die Startgebühr für ein Rollschuhrennen zu bekommen. Da muss Jerry mit ansehen, dass sein Vater von Mobstern zusammengeschlagen wird.
Ein Drama in zwei Akten
Natürlich schreitet Jerry zur Hilfe, doch die Verbrecher schleichen sich danach vom Tatort. Als Jerry dann das Geld fürs Rollschuhrennen von seinem Bruder erhält, geht jedoch alles ganz schnell. Nach dem Rennen wird auf einmal sein Freund zusammengeschlagen, der in diesem Stapellaufrennen dabei gewesen war. Als Jerry dann auch noch die Verlobte seines Bruders in San Francisco abholen soll, gerät alles außer Kontrolle. Zwar trifft Jerry seine zukünftige Schwägerin an der Westküste, doch wird sie dort von Dominici entführt. Dieser beschwichtigt zwar immer wieder, dass es der Frau gut geht, doch will er sie nur gehen lassen, wenn Jerry für ihn beim Battle Creek, der großen Keilerei, teilnimmt. Schließlich haben seine Männer von ihm unlängst eine Abreibung bekommen und Jerry scheint seiner Meinung nach der beste Mann weit und breit für den Auftrag zu sein. Schnell wird ein Ersatz für die Frau gefunden und drei Wochen voller Training beginnen bei seinem Onkel in Chicago. Ab hier kann man bei Die große Keilerei eine klare Trennung bemerken. Während die erste Hälfte trotzt oft eingespielter Action noch viel auf Dialoge setzt, wird die zweite Filmhälfte vom Training und den anschließenden Straßenkämpfen beim Battle Creek dominiert. Das ist für Jackie-Chan-Fans grundsätzlich nichts Schlechtes, doch schwankt die Qualität dabei stark.
Wirkungen des amerikanischen Kampfstils
Das liegt daran, dass die Action nicht einzig und allein von Jackie Chan koordiniert wird. Unterstützung erhält Chan durch Pat E. Johnson, der jedoch auf einen sehr amerikanischen Stil setzt. Das macht aufgrund der vielen Kämpfer, die vor allem aus Nord- und Südamerika stammen vielleicht Sinn, doch können Chans Action-Einlagen nicht so glänzen, wie zum Beispiel in Meister aller Klassen. Das erkennt Chan im beiliegenden (aber leider recht kurzen) Interview ebenfalls. Der Zeitpunkt des Films ist denkbar schlecht gewählt. Obwohl er einen wichtigen Punkt in Chans Karriere markiert, spielt der Film deutlich weniger als Meister aller Klassen ein. Besonders in Hongkong, wo Die große Keilerei in nahezu jedem Kino läuft, interessieren sich die Kinogänger nicht für den Film. Zuschauer, die auf einen ostasiatischen Kampfstil viel Wert legen, bekommen also nicht einmal die Hälfte von dem zu sehen. Mit dem Rollschuhrennen und dem Battle Creek gibt es dennoch zwei Highlights, die den Film die ganzen 97 Minuten über für alle anderen sehenswert machen. Das Bonusmaterial fällt jedoch sehr spärlich aus, denn mehr als das kurze Interview und zwei Trailern zum Film gibt es nichts, wodurch man tiefer in den Film eintauchen kann. Käufer der Blu-ray freuen sich jedoch darüber, dass sowohl die Kino-, als auch die Fernsehsynchronisation enthalten sind.
Geschrieben von Eric Ebelt
Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Es ist wirklich sehr schade, dass Jackie Chan mit Die große Keilerei 1980 nicht den internationalen Durchbruch erreicht, den er da eigentlich schon längst verdient hat. Hier merke ich jedoch mal wieder die Engstirnigkeit bei der Produktion im Westen. Man möchte unbedingt die Merkmale des westlichen Kampfstils in den Film packen, der jedoch absolut nicht mit dem Stil von Chan zusammenpasst. Man tut sich damit selbst keinen Gefallen, denn – bis auf zwei Ausnahmen – funktionieren die Kämpfe nämlich nicht so vollwertig, wie ich sie aus anderen Produktionen mit Chan kenne. Zudem stört mich, dass auch die Handlung nicht ganz ausgefeilt ist. Es werden Charaktere in die Handlung eingeführt, die eigentlich wichtig zum Verständnis sind, dann jedoch zum Ende des Films einfach verschwinden und die Story nicht zu einem runden Abschluss bringen. Zwar funktioniert der Kern des Films, nämlich die große Keilerei, aber besonders die Qualitäten des damaligen US-amerikanischen Kinos, eine gute Handlung zu erzählen, funktioniert nicht gänzlich. Zudem werden Motive wiederholt, was die Story etwas vertrackter macht, aber am Ende doch eigentlich ganz egal ist. Die große Keilerei gehört, bedingt durch die Leiter des Projekts, zwar nicht zu den Top-Titeln mit der Martial-Arts-Legende, aber wer einen netten Film für einen gemütlichen Nachmittag sucht, kann dem Streifen dennoch eine Chance geben!
Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Die große Keilerei!

