Review: Bleach (Box 7, Episoden 132–151)

Dadurch, dass die sechste Volume der Anime-Serie Bleach endlich den Handlungsstrang des Mangas fortführen, aber noch nicht abschließen konnte, ist es nicht verwunderlich, dass in der siebten Serienbox an die noch offene Storyline mit reichlich Spannung angeknüpft wird.

Zu Beginn des fortgeführten Handlungsstrangs fühlen sich die Episoden von Bleach noch ein wenig inhaltslos und vage an, was jedoch nicht etwa an einer mangelhaften Erzählweise liegt, sondern storytechnisch bedingt ist. Bösewicht Aizen Sōsuke hat ein Artefakt gestohlen, dass die Grenze zwischen den Hollow und den Shinigami verschwinden lässt. Er ist nach Hueco Mundo, einer Welt zwischen der Soul Society und dem Diesseits, geflohen. In Hueco Mundo plant er seine nächsten Schachzüge, die damit zusammenhänge, dass er den König in der Soul Society ermorden will. Sollte ihm das gelingen, würde die Soul Society sowie das japanische Karakura im Diesseits ausgelöscht werden. Das dürfen Kurosaki Ichigo und seine Mitstreiter Kuchiki Rukia, Ishida Uryū, Inoue Orihime und Sado Yasutora natürlich nicht zulassen. Mit einer Armee aus Arrancar – dem Gegenstück der Vizards – scheint Sōsuke auf der sicheren Seite zu sein, auch wenn der erste Angriff in der sechsten Volume fehlschlug. Ichigo und Co sind schwer verwundet, doch lassen sie sich von ihrem Rückschlag nicht entmutigen und beginnen mit einem Spezialtraining. Sie haben nur noch vier kurze Monate Zeit, denn bereits im Winter werden die Arrancar das nächste Mal angreifen – und dann auch mit voller Kraft. So und nicht anders lässt Bleach den Zuschauer mit den mutigen Charakteren mitfiebern.

Zeit verrinnt, der Winter naht

Mit dem Spezialtraining gelingt es Bleach in den vorliegenden Episoden auch, die Charakterkonstellationen auszubauen und diverse zwischenmenschliche Beziehungen zu vertiefen. Beispielsweise sucht Ichigo bei den ominösen Vizards Hilfe zu finden, um die in ihm schlummernden Hollow-Kräfte für mehr als nur ein paar Sekunden zu aktivieren. Orihime wird hingegen von Rukia unter die Arme gegriffen. Yasutora wiederum wird gemeinsam mit Abarai Renji von Urahara Kisuke trainiert. Im Gegensatz dazu ist Uryū nach dem tragischen Verlust seiner magischen Kräfte nach wie vor auf die Gunst seines Vaters angewiesen. Hitsugaya Tōshirō, seines Zeichens Kommandant der zehnten Kompanie, verbleibt samt vollständiger Einsatztruppe in dieser Zeit im Diesseits, um gegen Hollow und Arrancar zu kämpfen, sollten diese die Grenze überwinden. Das ist auch bitter nötig, denn obwohl der Winter noch in weiter Ferne scheint, tauchen die Arrancar bereits früher auf und überraschen damit die Helden. Zu allem Übel wird während des Kampfgeschehens Orihime entführt und nach Hueco Mundo gebracht, wo Sōsuke die Macht ergriffen hat. Die rund zwanzig Episoden der siebten Volume trumpfen mit zahlreichen Überraschungen und weitgehend unerwarteten Wendungen auf, die das Geschehen stets spannend und vor allem inszenatorisch abwechslungsreich halten.

Dynamik, die den Bildschirm sprengt

Genau wie es bei den vorherigen sechs Volumes der Fall war, liegen die Folgen von Bleach in der siebten Serienbox altersbedingt ebenfalls im 4:3-Format vor. Auf Breitbildfernsehern bleiben links und rechts also zwei schwarze Balken, die das Geschehen einrahmen. Dies ist aber höchstens bei den Kämpfen bedauerlich, da ein wenig der Dynamik genommen wird, die sich in den Auseinandersetzungen entwickelt. In den Kämpfen kommen vor allem Fans von Ichigo auf ihre Kosten, der es beispielsweise schafft, seine Hollow-Kräfte für ganze elf Sekunden aufrechtzuerhalten. Ob diese kurze Zeitspanne ausreicht, um einen Gegner außer Gefecht zu setzen, sollte der Zuschauer aber am besten selbst herausfinden. Daneben kann aber auch Kisuke mit seiner Doppelgängerfähigkeit begeistern. Bildtechnisch bleibt in Bleach alles wie bisher, denn sowohl die Spezialeffekte als auch die Animationen ergeben in den aus dem Jahr 2007 stammenden Episoden ein stimmiges Gesamtbild. Zusammen mit der für die Anime-Serie bekannten Melodien im Tonformat Dolby Digital 2.0 ist das Geschehen auch atmosphärisch wieder super. Auch die japanischen und deutschen Synchronsprecher tragen dazu bei. Nach wie vor ist es jedoch schade, dass trotz mehrfacher Kritik an der deutschen Synchronfassung diverse japanische Begriffe immer noch falsch ausgesprochen werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 132 bis 151 der Serie): Obwohl die siebte Volume von Bleach mit ein paar seichten Folgen beginnt, die hier und da auch als Filler-Episoden abgestempelt werden, fällt das in Anbetracht des gut erzählten Gesamtpakets kaum negativ auf. Das liegt daran, dass sich die Charaktere vier Monate Zeit für ihr Spezialtraining nehmen können, um sich gegen Fiesling Aizen Sōsuke und seine Arrancar vorzubereiten. Dadurch gibt es wohl keinen besseren Platz, um Nebensächlichkeiten abzuarbeiten. Immerhin erfolgt daraufhin ein spannender Handlungsverlauf, der mit unerwarteten Wendungen punktet und überrascht. Hier ins Detail zu gehen, würde die Geschichte spoilern. Es sei nur soviel gesagt, dass vor allem die zwischenmenschlichen Beziehungen der Charaktere davon betroffen sind, die die Story vorantreiben. Bleach hat sich in der siebten Serienbox zu einer Anime-Serie gemausert, bei der die Zeit beim Schauen der Episoden wie im Flug vergeht. Fantastisch!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bleach (Box 7, Episoden 132–151)!

Review: Aviary Attorney (Definitive Edition)

Wer in der Ace-Attorney-Reihe schon jeden einzelnen Fall mehrfach gewonnen hat und sich darüber ärgert, dass Capcom noch nicht alle Serienteile außerhalb Japans veröffentlicht hat, dürfte sich über Aviary Attorney mit seinen ulkigen Charakteren und Geschichten sehr freuen.

In Aviary Attorney von Entwicklerstudio Sketchy Logic schlüpfen wir ähnlich wie im großen Vorbild aus dem Hause Capcom in die Rolle eines Anwalts. Im Gegensatz zu Phoenix Wright und Co handelt es sich hierbei jedoch um keinen Menschen, sondern um einen Falken. Der gefiederte Monsieur Jay Jay Falcon führt im Paris des Jahres 1848 eine Anwaltskanzlei und muss vor Gericht Fälle für seine Mandanten gewinnen. Unterstützt wird er dabei von seinem Gehilfen Sparrowson, einem vorlauten und übereifrigen Haussperling. Alle anderen Figuren im Spiel sind im Übrigen auch humanoide Tiergestalten, die einerseits das Klischee erfüllen und ihre zugeschriebenen Eigenschaften in ihrem Verhalten zeigen und andererseits auch durch ihr Auftreten wunderbar in die Erzählstruktur passen. Beispielsweise taucht im ersten Fall ein Löwe auf, der zum Adel gehört und Personen niederen Standes teils unterwürfig behandelt. Seine Haushälterin, eine kleptomanische Giraffe, passt hingegen erst dann ins Bild, wenn sie sich auf einen Stuhl setzt. So bleibt das Adventure visuell abwechslungsreich und inhaltlich spannend. Erzählt wird Aviary Attorney über rein englischsprachige Texte. Der Wille zum Lesen längerer Dialoge muss also vorhanden sein, denn eine Vertonung der Charaktere, bei denen mit französischem Akzent gesprochen werden könnte, gibt es leider nicht.

Gerichtsverfahren im Schnelldurchlauf

Mit seinem Gameplay geht Aviary Attorney kein Risiko ein und orientiert sich frappierend an den Spielmechaniken der Ace-Attorney-Reihe. Das heißt, dass wir abwechselnd Gerichtsverhandlungen führen und außerhalb des Justizgebäudes eigenhändig Ermittlungen durchführen. Auf starren Bildschirmen müssen wir verschiedene Objekte anklicken, wodurch ein Gespräch zwischen Falcon und Sparrowson zustande kommt, was die Handlung vorantreibt. Bei diesem Unterfangen sammeln wir zudem neue Beweise und Indizien, die in der späteren Gerichtsverhandlung von wesentlicher Bedeutung sind. In dieser treten der Reihe nach Zeugen auf, die aber natürlich nicht die volle Wahrheit sagen. Jede einzelne Zeugenaussage ist löchrig, sodass wir die Lügen mithilfe der gesammelten Beweise aufdecken können. Positiv ist, dass die Verhandlungen nicht die epische Bandbreite des Vorbilds einnehmen und schnell abgearbeitet werden. So fühlen sich die Spielabschnitte vor Gericht sehr viel dynamischer an, da eine überraschende Wendung die nächste jagt. Auch wenn gerade hierbei eine Vertonung die Atmosphäre ordentlich gepusht hätte, schadet dieser Umstand dem Gameplay nur wenig. Das liegt vor allem daran, dass die manchmal tiefgründigen und manchmal schlicht saloppen Dialoge zwischen sämtlichen Figuren in Aviary Attorney mit sehr viel Humor vollgestopft sind.

Humorvolles Adventure mit Wiederspielwert

Herausstechend sind in puncto Humor insbesondere die Anmerkungen zum technologischen und kulturellen Fortschritt, der 1848 aber in einem ganz anderen Kontext steht. So wird Falcon von Sparrowson regelmäßig darüber aufgeklärt, was zum Beispiel ein „Face Book“ oder ein „Tweet“ ist. Es macht unglaublich viel Spaß, den Gesprächen der beiden zu folgen. An einer Stelle nutzen sie eine rechtliche Grauzone aus, an anderer Stelle brechen sie wissentlich das Gesetz. Ob und wie das passiert, hängt häufig jedoch von uns persönlich ab, da wir selbst die Entscheidungen treffen. Es gibt allerdings keine richtigen und falschen Entscheidungen, was storytechnisch dazu führen kann, dass wir eine – in unseren Augen – unschuldige Person vor dem Strick bewahren, diese sich nach der Verhandlung aber als eigentlicher Mörder entpuppt. Das Adventure bietet zudem drei verschiedene Enden, was den Wiederspielwert enorm erhöht. Aufgrund des hübschen Zeichenstils spielen wir den Titel aber gerne gleich mehrfach durch. Zurück geht der Artstyle auf Illustrationen von Jean Ignace Isidore Gérard, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Grandville. Beim Soundtrack wurden hingegen Werke von Komponist Charles Camille Saint-Saëns eingebunden, weshalb sich Aviary Attorney einmal mehr wie eine tierisch-tolle Reise ins 19. Jahrhundert anfühlt und sich ins Gedächtnis brennt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Da ich erst vor Kurzem mein Interesse an der Ace-Attorney-Reihe wiederentdeckt habe, kommt Aviary Attorney mit seinem nahezu identischen Gameplay auf der Switch genau richtig. Die Definitive Edition bietet zwar laut Herstellerangaben lediglich schärfere Grafiken, doch ist das meiner Meinung nach nicht sonderlich schlimm. Die ulkige Story um einen gefiederten Anwalt, der sich in humorvollen Dialogen mit seinem Angestellten kloppt und noch dazu Mandanten vor Gericht vertreten muss, ist Entwicklerstudio Sketchy Logic überaus gut gelungen. Das liegt vor allem daran, dass nicht jeder scheinbar unschuldige Mandant auch tatsächlich unschuldig ist. Aviary Attorney ist eines der wenigen Spiele, die auf eine harte Trennlinie zwischen Gut und Böse verzichtet – und mich in entscheidenden Momenten ganz schön schockieren kann. Es macht mir sehr viel Spaß, die illustren Charaktere kennen und ihre Motive und Antriebe verstehen zu lernen. Wer die Ace-Attorney-Reihe mag, wird definitiv auch für Aviary Attorney sein Herz öffnen!

Review: My Hero Academia – 2. Staffel (Vol. 1)

Ein ganzes halbes Jahr mussten Fans der Superhelden-Anime-Serie My Hero Academia auf die zweite Staffel warten. Diese knüpft an das furiose Finale der ersten Season an und stellt Protagonist Midoriya Izuku vor neue Herausforderungen, die die Zuschauer mitfiebern lassen.

An der Thematik von My Hero Academia hat sich auch in der zweiten Staffel nichts verändert. Nach wie vor steht der Nachwuchsheld Midoriya Izuku im Mittelpunkt des Geschehens. Als überall auf der Welt Kinder geboren werden, die über Superkräfte verfügen, sind alle in großem Aufruhr. Izuku ist jedoch das einzige Kind auf dem ganzen Planeten, das anscheinend über keine Superkraft verfügt beziehungsweise verfügte. Obwohl er seinen Traum, jemals ein Held werden zu können, an den Nagel hängen hätte können, hat er sich an der titelgebenden und berühmten Yūei-Akademie angemeldet. Er hat nicht nur die Aufnahmeprüfung bestanden, sondern auch gelernt, wie er sich mit seinen begrenzten Fähigkeiten in den Helden-Alltag einbringt. Am Ende der dritten Volume der ersten Staffel wurde die Akademie von Schurken überfallen, die aber in letzter Minute noch aufgehalten werden konnten. Izukus Idol, der gefeierte Superheld All Might, hat aufgrund seiner noch verbleibenden Lebenszeit seine Superkraft an seinen Bewunderer vererbt, damit dieser eines Tages sein Nachfolger wird. All Might hat nach dem Kampf gegen die bösen Schurken zudem nur noch fünfzig Minuten am Stück Zeit, seine Muskelform aufrechtzuerhalten. Neben der sehr persönlichen Beziehung zwischen Izuku und All Might werden selbstverständlich noch ein paar andere Geschichten erzählt.

Taktische Wettkämpfe

Eine dieser Geschichten, die zudem den Großteil der Erzählung in der vorliegenden Volume ausmachen, ist das bevorstehende Sportfest der Yūei-Akademie, die in My Hero Academia die aufgrund der zahlreichen Superfähigkeiten obsolet gewordenen Olympischen Spiele ersetzt. Hier messen sich die Helden in verschiedenen und äußerst spannenden Wettkämpfen, um herauszufinden, wer der Talentierteste von ihnen ist. So blickt ganz Japan auf Izuku und seine Mitschüler. Insbesondere Uraraka Ochako freut sich auf die Veranstaltung. Nichtsdestotrotz bereiten sich die Freunde innerhalb von zwei kurzen Wochen zusammen und unabhängig voneinander auf den Wettkampf vor. In der ersten Disziplin müssen sich die Charaktere zum Beispiel einem Hindernislauf stellen, bei dem sich die Helden mit ihren Kräften wie der Vereisung der Laufbahn gegenseitig behindern. Das ist in dieser Form der Umsetzung nicht nur interessant, sondern dazu auch sehr lustig. Obwohl die Anime-Serie spätestens am Ende der ersten Staffel gezeigt hat, dass sie die Handlung durchaus ernst nimmt, bleibt immer noch Platz für Humor. Wie für Anime-Serien dieses Kalibers notwendig, werden dem Zuschauer die Gags nur so ins Gesicht geworfen, wodurch kein Auge trocken bleibt. Wer My Hero Academia bis hierhin verfolgt hat, wird sich also von der ersten Minute an direkt heimisch fühlen.

Audiovisuelle Fortführung

Unter technischen Gesichtspunkten bietet My Hero Academia auch in der zweiten Staffel das typische Gesamtbild der Serie. So erstrahlt der kunterbunte Zeichenstil im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p. Insbesondere die Effekte und Animationen stechen positiv heraus. Aus stilistischen Gründen wird auch auf den Druck von Manga verwiesen – und in der muskulösen Form erinnert All Might an US-amerikanische Superhelden-Comics. Untermalt wird die Action mit einem adrenalingetränkten Soundtrack im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0, der die Disziplinen auf die Höhe treiben. Auch wenn sämtliche japanischen Originalsprecher dem einen oder anderen Zuschauer sicherlich mehr zusagen dürften, da sie diverse Emotionen viel überdrehter vermitteln, ist die deutsche Synchronisation aber keinesfalls schlecht. Sprecher wie Sebastian Fitzner und Matti Klemm gelingt es, den ihnen zugeteilten Figuren reichlich Leben einzuhauchen. Neben den fünf circa 24-minütigen Episoden liegt auf der Blu-ray-Disc im Bonusmaterial noch die ebenso lange Bonusfolge 13,5 vor. Daneben gibt es noch das Clean Opening und das Clean Ending. In physischer Form freuen sich Fans über eine Character Card, über einen Sticker und vor allem über ein Booklet mit Episodenguide, einer Gesprächsrunde und Informationen zu den Charakteren. Auf Grundlage dieser Basis gelingt My Hero Academia ein überaus guter zweiter Staffeleinstand.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nach dem eher ernsten Ende der ersten Staffel schlägt My Hero Academia in der zweiten Season einen gemäßigten Weg ein, denn eine große Bedrohung gibt es dieses Mal nicht. Stattdessen steht im Fokus der Erzählung das Sportfest der Yūei-Akademie, das in der Welt von My Hero Academia der Ersatz für die überflüssig gewordenen Olympischen Spiele ist. Hier treten die Helden, die in der ersten Staffel bereits zur Genüge charakterisiert worden sind, gegeneinander an, um zu klären, wer von ihnen über das größte Talent verfügt. Das ist nicht nur interessant, sondern auch noch spannend und witzig, da die einzelnen Superkräfte für reichlich Abwechslung sorgen. Gut gelungen ist auch die Bonusfolge 13,5, die die Serienhandlung gekonnt ergänzt. Mit der ersten Volume der zweiten Staffel gelingt My Hero Academia einen wirklich guten Staffelstart. So darf es in den vier weiteren Volumes der zweiten Staffel sehr gerne weitergehen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von My Hero Academia – 2. Staffel (Vol. 1)!

Prime Time: Persona 5 Royal – Phantom Thieves Edition (Unboxing)

Ende März 2020 wurde Persona 5 Royal nach einigen Monaten Wartezeit auch endlich außerhalb Japans veröffentlicht. Als großer Fan des ursprünglichen Spiels und mittlerweile auch von der überarbeiteten und erweiterten Fassung hat sich unser Chefredakteur nicht lumpen lassen und sich die Phantom Thieves Edition von Persona 5 Royal bestellt. Über welche Inhalte er sich freut und was es sonst noch über diese Collection zu erzählen gibt, erfahrt ihr in unserem etwas ausführlicherem Unboxing-Video!

Preview: 51 Worldwide Games

2005 sorgten Publisher Nintendo respektive Entwicklerstudio Agenda, mit der Sammlung 42 Spieleklassiker auf dem Nintendo DS für Furore. Mit diesem Konzept will Nintendo den Erfolg auf der Hybridkonsole Switch wiederholen. Wir werfen einen Blick auf 51 Worldwide Games.

Als der japanische Videospielhersteller Nintendo Ende März 2020 wie aus dem Nichts eine neue Mini-Ausgabe der Nintendo-Direct-Reihe veröffentlichte, hielten sich die Neuigkeiten zu kommenden großen Titeln in Grenzen. Überraschend war jedoch die Ankündigung des Spiels 51 Worldwide Games. Wie es der Titel bereits vermuten lässt, handelt es sich hierbei nicht um ein einzelnes Werk, sondern eine aus insgesamt 51 Spielen bestehende Sammlung. Das sind zum einen Brett- und zum anderen Kartenspiele, die uns in rein elektronischer Form vorgesetzt werden. Digitale Versionen solcher Spieler kommen allerdings nicht immer gut an, da sie in der Vergangenheit das Gemeinschaftsgefühl weg vom Tisch hin zu Online-Partien verlegten und damit das heimelige Gefühl verdrängt haben. Wie es der Trailer bereits zeigt, kann ein Großteil der 51 Worldwide Games auch im Handheld-Modus gespielt werden. Wer sich also mit seinen Freunden in Backgammon, Schach, Mühle, Dame, Hasenjagd, Domino, Sternhalma, Viererreihe, Shōgi oder Igo messen möchte, kann dies somit gerne zuhause am Wohnzimmertisch tun. Auch wenn das haptische Feedback von Spielsteinen fehlt, bleibt das typische Gefühl der Interaktion mit Mitmenschen erhalten. Bei Spielen wie Präsident macht das Offenlegen des Bildschirms natürlich keinen Sinn, weshalb hier die Funktion wohl fehlen oder zumindest irgendwie mit Eingreifen der Fairness aller Mitspieler kaschiert werden dürfte.

Unklarheiten trotz Umfang

Neben den erwähnten Brett- und Kartenspielen, sind in der großen Sammlung noch weitere Spielchen enthalten, die sich diesen Kategorien nicht zuordnen lassen können. Bowling und Zielschießen scheinen beispielsweise den Wii-Titeln Wii Sports und Wii Play entnommen zu sein, was aber nicht schlecht sein muss – schließlich haben uns beide Spiele schon 2006 auf der Wii sehr viel Spaß gemacht. Inwiefern sich 51 Worldwide Games unterm Strich jedoch für Einzelspieler eignet, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beurteilen. Zum einen hat Nintendo noch keinerlei Details zur künstlichen Intelligenz der Computergegner verraten geschweige denn, ob es diese überhaupt für alle der 51 enthaltenen Spiele gibt. Zum anderen machen Gesellschaftsspiele, selbst in digitaler Form, erfahrungsgemäß nur dann richtig Spaß, wenn auch weitere Mitspieler vor dem Bildschirm sitzen. Wer auf die Schnelle keine Freunde zusammentrommeln kann, darf sich allerdings über die Einbindung von Online-Modi freuen. In diesem Punkt hüllt sich Nintendo wie so oft auch in Schweigen, denn welche Spielchen der 51-teiligen Sammlung tatsächlich online spielbar sind, hat uns der Konzern leider noch nicht verraten. Sollte Nintendo Feingefühl beweisen, genügend Online-Modi einbauen und auch Einzelspielern eine nicht zu eingeschränkte Sammlung spendieren, könnte sich 51 Worldwide Games zu einer ungeheuren Empfehlung nicht nur für etwaige Party-Abende entwickeln.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf dem veröffentlichten Videomaterial): Mit Gesellschaftsspielen vertreibe ich mir äußerst gerne die Zeit. Auch digitale Sammlungen derlei Spiele können sehr spannend sein, auch wenn das Gemeinschaftsgefühl dabei hin und wieder flöten geht. Mit 51 Worldwide Games könnte es Nintendo aber schaffen, dieses Gefühl auch ohne Spielsteine und Co zu vermitteln. Sollten sich bei mir zuhause Freunde für den nächsten Spieleabend versammeln, könnte ich es mir sparen, das jeweilige Spiel aus dem Schrank zu räumen und stattdessen direkt die Switch flach auf den Tisch zu legen. Wie gut sich das am Ende spielen wird, kann ich aktuell nur mutmaßen. Dennoch bin ich guter Dinge, dass Nintendo mit dem richtigen Feingefühl, schließlich sollte die Kollektion auch für Einzelspieler geeignet und mit genügenden Online-Funktionen ausgestattet sein, eine gelungene Sammlung auf die Beine stellen könnte. Ich bin auf das umfangreiche 51 Worldwide Games bereits jetzt sehr gespannt.

Review: Dragon Ball Super (Vol. 6, Episoden 77–94)

Mit der sechsten Volume von Dragon Ball Super beginnt der letzte große Handlungsstrang. In den Episoden dieser Serienbox steht ein spannendes Kampfsportturnier im Mittelpunkt der Geschichte, in dem einzig und allein die besten Kämpfer aller Universen teilnehmen dürfen.

Nach den Abenteuern in der alternativen Zukunft und ein paar kleineren Geschichten, die an diese Geschehnisse anschlossen, geht es in der Story mit einer neuen Titelmelodie weiter. Im Vergleich zum vorherigen Intro Song ist das neue Lied zwar nicht mehr ganz so peppig, steht aber zum Glück nicht für die überwältigende Action. Seit den letzten Ereignissen sind ein paar Monate ins Land gezogen. Unter anderem ist Buruma erneut schwanger – und Bejīta, so sehr er es auch verheimlichen will, ist auch schon ganz aufgeregt auf sein zweites Kind. In der letzten Zeit hat Hauptfigur Son Gokū kaum Möglichkeiten gehabt, zu trainieren. So hat ein einfacher Pistolenschuss eines Diebs Gokū eine Schramme zugefügt, was selbst für den größten Dragon-Ball-Fan kaum vorstellbar sein dürfte. Um wieder ins Training einzusteigen, versucht er Kuririn zu überzeugen – dieser hat mit seinem Beruf als Polizist jedoch alle Hände voll zu tun. Dementsprechend müssen Birusu und Uisu als Trainingspartner herhalten. Kaum haben sich Gokū und Uisu in Bewegung gesetzt, fällt dem Helden ein, dass König Zen’ō, der Herrscher von Allem, versprochen hat, ein Kampfsportturnier der Universen zu veranstalten. Bei dem so genannten und groß angelegten Turnier der Kraft soll jedes Universum ein Team bestehend aus zehn Kämpfern schicken, die sich miteinander einen Schlagabtausch liefern.

Vorbereitungen zum ultimativen Kampfsportturnier

Allerdings unterscheidet sich das Turnier der Kraft vehement von dem, was aus den ganzen Dragon-Ball-Serien unter einem Kampfsportturnier zu verstehen ist. Das fängt bereits mit dem Kampfschauplatz an. Aufgrund der unglaublich hohen Kampfkraft der Teilnehmer sollen die Auseinandersetzungen allesamt in der Welt des Nichts stattfinden, wo sich alle Kämpfer nach Herzenslaune austoben und keinerlei Zerstörungen anrichten können. Des Weiteren kämpfen die Teilnehmer 48 Minuten lang gleichzeitig auf einer Plattform und müssen ihre Kontrahenten von der Ebene schubsen, um zu gewinnen. In puncto Preisgeld hat sich auch ein wenig verändert, denn der Gewinner des Turniers soll die Super Dragon Balls als Belohnung erhalten. Die Verliererteams müssen wiederum mit einer harten Konsequenz rechnen, denn Zen’ō hat verkündet, dass er alle anderen Universen auslöschen wird. Um das von Gokū womöglich besiegelte Ende des siebten Universums noch abzuwenden, macht er sich in den Episoden der sechsten Volume auf die Suche nach fähigen Mitstreitern. Um Zen’ō zu zeigen, wie das Turnier der Kraft am Ende aussehen könnte, wird ein Schaukampf veranstaltet. Gokū gelingt es, Son Gohan aus dem Vorruhestand zurückzuholen und Majin Bū zu überreden. Beim längsten Handlungsstrang von Dragon Ball Super bleibt also genug Platz für ältere Figuren.

Jahrelange Freundschaften und Bekanntschaften

Auch wenn das Turnier der Kraft im Fokus der Geschichte steht, finden in den Folgen der sechsten Serienbox hauptsächlich Auseinandersetzungen um das eigentliche Event herum statt. Um zum Beispiel Charaktere wie Gokūs besten Freund Kuririn, die beiden Cyborgs C17 und C18 oder sogar Tenshinhan zu rekrutieren, benötigt es in der Erzählstruktur von Dragon Ball Super einzelne Nebenhandlungen und in der Inszenierung actionreiche Kämpfe, die mit den Storylines verzahnt werden. Um das bevorstehende Battle Royale noch anzuheizen und ein wenig zu begrenzen, wird Fliegen und Töten verboten – und um den Ernst der Lage zu verdeutlichen, wird auch erwähnt, dass das siebte Universum auf dem vorletzten Platz im Ranking alle Universen steht und sich ganz besonders anstrengen muss. Schlussendlich wird es also aufs Teamplay ankommen. Wie sich die Helden neue Fähigkeiten aneignen und wie sie zusammen nach jahrelangen Freundschaftspausen und Meinungsverschiedenheiten harmonieren, sollte der Zuschauer aber lieber selbst in den 18 enthaltenen Episoden auf zwei Blu-ray Discs erleben. Stilistisch bleibt alles beim altbekannten Toriyama-Akira-Stil und ebenso die Musik weiß in allen Lebenslagen zu überzeugen. Wie gehabt befindet sich in der Box ein Booklet mit Episodenguide und zwei Postkarten mit Motiven zur Anime-Serie. Sehr schön!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Dragon Ball Super legt mit der sechsten Volume den Grundstein zum letzten großen Handlungsstrang der Serie. Dieses Mal steht das ominöse Turnier der Kraft im Mittelpunkt der Erzählung, bei dem sämtliche Teilnehmer wirklich alles geben müssen, da sonst König Zen’ō ihr Universum auslöscht. Mit Zen’ō hat Manga-Künstler Toriyama Akira einen zugleich spaßigen, als auch zu fürchtenden Charakter erschaffen, da er ganz und gar unberechenbar ist. In allen gezeigten Kämpfen, auch wenn sie nur zur Vorbereitung für das eigentliche Großereignis dienen, gehen die Charaktere ans Limit und darüber hinaus, was für reichlich Action und Dynamik sorgt. Weiterhin fällt positiv auf, dass immer noch Platz für altbekannte Kämpfer wie C17 oder Tenshinhan mit ihren eigenen Hintergrundgeschichten vorhanden ist. Das ist zwar nicht ganz so spannend wie die Story um Torankusu und Gokū Burakku, aber vermutlich notwendig. In den nächsten beiden Volumes bleibt es also mehr als spannend, wie sich die Freundschaften und Rivalitäten aufs Teamplay auswirken. Dann darf das Turnier der Kraft auch gerne endlich richtig losgehen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Super (Vol. 6, Episoden 77–94)!

 

Prime Time: Final Fantasy VII Remake – Deluxe Edition (Unboxing)

Am 10. April 2020 veröffentlichte Square Enix weltweit das Remake von Final Fantasy VII. Unser Chefredakteur hatte sich die Deluxe Edition des Spiels vorbestellt und präsentiert sie rechtzeitig zum Release des Spiels in einem Unboxing-Video. Wir wünschen euch viel Spaß und gute Unterhaltung!

Review: Tōkyō Mirage Sessions #FE

Ende 2015 erschien Tōkyō Mirage Sessions #FE erstmals in Japan. Ein halbes Jahr später schaffte es das einstige Wii-U-Exklusivspiel auch nach Europa. Als Nischentitel verschwand das Rollenspiel aber schnell in der Versenkung – und wird daher auf der Switch wiederbelebt.

Im Januar 2020 veröffentlichte Nintendo das Rollenspiel Tōkyō Mirage Sessions #FE Encore, das eine bunte Mischung aus Fire Emblem und Shin Megami Tensei darstellt, auch für die Switch. Bis auf leichte Ergänzungen bleibt storytechnisch jedoch alles beim Alten. Nach wie vor schlüpfen wir in die Haut von Aoi Itsuki, der im Herzen von Tōkyō lebt und seiner Freundin Oribe Tsubasa bei ihrer Idol-Karriere unterstützt. Durch ein Unglück werden beide Charaktere in eine Idolasphere gezogen. Hierbei handelt es sich um eine Parallelwelt, die außerhalb von Zeit und Raum besteht. In der Idolasphere herrschen die titelgebenden Mirages, die nichts weiter als Monster und Dämonen sind. Obwohl die Lage für beide aussichtslos erscheint, erwachen in diesem Moment ihre Performa, womit es ihnen gelingt, jeweils ein Mirage zu unterwerfen, die dann an ihrer Seite kämpfen. Das klingt reichlich abgefahren und das ist das knallbunte Rollenspiel auch. Kurz nachdem ihr Freund Akagi Tōma, ebenfalls ein Mirage Master, sie aus der Idolasphere rettet, kommt es in Japans Hauptstadt zu mehr und mehr Vorfällen. Angeleitet von der Talentagentur Fortuna Entertainment bekämpfen wir in Tōkyō beziehungsweise den dort verorteten Sphären die gefährlichsten aller Mirages. Aufgelockert wird das Abenteuer mit zahlreichen Intermezzos, die sich um die Karriere aller Charaktere dreht. Hierbei wird deutlich, dass das Spiel auf Musik, Gesang und Schauspiel setzt.

Schwaches Dungeon-Design

Auch wenn das Rollenspiel, wie sein Titel bereits suggeriert, in der Metropole Tōkyō spielt, ist die Spielwelt mit Auszügen des Stadtbezirks Shibuya und dem kleineren Stadtteil Harajuku äußerst überschaubar. Hier und da können wir Quests annehmen oder Nebengeschichten erleben, beim Juwelier neue Accessoires erwerben und uns im Supermarkt mit nützlichen Items eindecken. Ansonsten sind Verkaufsautomaten, an denen wir mit erfrischenden Drinks unsere Wunden heilen, das Höchste der Gefühle. Sobald wir eine Idolasphere betreten, wird der Hauptaspekt des Spiels deutlich. Tōkyō Mirage Sessions #FE ist ein Dungeon Crawler wie er im Buche steht. Wie für die Shin-Megami-Tensei-Reihe üblich, bewegen wir uns hier aus der Verfolgerperspektive durch fast durchweg orthogonal aufgebaute Dimensionen. Der Aufbau ist in den meisten Fällen eher ideenlos und wird von fast genauso inspirationslosen Schalterrätseln unterstützt. Es macht zwar Spaß, einen Dungeon einmalig zu durchqueren, doch ziehen die Rätsel das Geschehen unnötig in die Länge. Wollen wir beispielsweise auch den entferntesten Schatz einheimsen, müssen wir häufig hin und her rennen, Schalter erst aktivieren, deaktivieren und später wieder aktivieren oder schlicht eine Route ohne Falle suchen, die uns nicht wieder an den Anfang des Stockwerks teleportiert. Persona 5, ebenso ein Ableger der Shin-Megami-Tensei-Reihe, hat hier im Jahr 2016 die Messlatte einmal höher gelegt.

Herber Gamedesign-Schnitzer

Hinzu kommt, dass alle paar Schritte vor unserer Nase die gefürchteten Mirages auftauchen, die uns in Kämpfe verwickeln. Diese laufen rundenbasiert ab und ähnlich wie zum Beispiel in Final Fantasy X oder jüngst in Dragon Quest XI geben wir unsere Befehle genau dann ein, wie der Geschwindigkeitswert es bestimmt. So können wir jedes Mal auf eine Veränderung im Kampf reagieren, was in Tōkyō Mirage Sessions #FE auch bitter notwendig ist. Das Spiel ist alles andere als leicht, denn kaum kommen wir in neues Gebiet, wollen uns neue Mirages ans Leder. Hin und wieder gesellen sich auch überaus harte Gesellen dazu, die mit uns binnen weniger Augenblicke den Boden aufwischen. Wer die Schwachstellen der Feinde ausnutzt, kommt hier zwar wesentlich besser klar, doch auch diese müssen erst einmal durchschaut werden. Wer auf solche plötzlichen Herausforderungen nicht vorbereitet ist, wird schnell auf dem Game-Over-Bildschirm landen. Das führt dazu, dass wir alle paar Minuten ins Menü wechseln, um unseren Spielstand zu speichern und auch den kleinsten Fortschritt zu sichern. Auf Dauer ist diese Gamedesign-Entscheidung recht nervig, zumal andere Rollenspiele für solche Überraschungen wesentlich fairere Möglichkeiten erdacht haben. Trotzdem – und das ist das Widersinnige an diesem Kritikpunkt – stürzen wir uns immer wieder ins Getümmel, um unsere Charaktere aufzustufen und stets ihre fantasiereichen Fähigkeiten zu verbessern.

Motivierendes Aufleveln

Je nachdem wie viele Mirages wir von einem bestimmten Typ besiegen oder verschiedene Items von diesen erbeuten, können wir uns im Bloom Palace neue Waffen erstellen oder Radiant Skills erlernen. Während Radiant Skills allgemeine Fähigkeiten zum Beispiel die Resistenz vor Vergiftungen oder der Erweiterung der Angriffskette beinhalten, erhöhen neue Waffen nicht nur unsere Angriffskraft, sondern bieten auch noch erlernbare aktive oder passive Fähigkeiten wie Blitzangriffe auf alle Gegner oder erhöhtes Ausweichen gegenüber Angriffen mit Äxten. Das Besondere daran ist, dass jeder Charakter in Tōkyō Mirage Sessions #FE über eine begrenzte Anzahl an Slots für diese Fähigkeiten verfügt, was zum freudigen Experimentieren wie in der Pokémon-Reihe führt. Hinzu kommt, dass sämtliche Charaktere mit anderen Waffen umgehen. Yumizuru Eleonara nimmt beispielsweise fliegende Einheiten mit ihrem Bogen aufs Korn, während Kurono Kiria mit ihrem Stab hauptsächlich Magie wirkt. Je weiter wir im Übrigen die persönlichen Geschichten der einzelnen Figuren vorantreiben, desto eher lernen wir besondere Duo-Künste. Zufällig zur Auswahl stehend, aber doch sehr häufig auftretend, dürfen wir während einer Angriffskette unserer Helden eine derartige Spezialfähigkeit aktivieren. Diese Szenen werden zudem mit reichlich Musik und Gesang in Szene gesetzt, was zum sehr bunten und durch und durch flippigen und japanischen Gesamterlebnis passt.

Peppige und flippige Präsentation

Optisch ist Atlus’ Kreation dermaßen bunt, dass sich dies auch auf Nicht-Spieler-Charaktere auswirkt. Alle Figuren, die durch Shibuya und Harajuku laufen, aber nichts zu sagen haben, sind nur anhand ihrer einfarbig ausgefüllten Silhouette zu erkennen. Hinzu kommen eklig schimmernde und wunderbar glitzernde Mirages in den Kämpfen. Auch vor den Kostümen der Heldengruppe macht der Farbeimer keinen Halt. Uns gefallen sowohl der Grafikstil als auch die Technik im Allgemeinen, denn auf der Switch sind die Ladezeiten um einiges kürzer als auf der Wii U. Die fröhliche Musik, die sich an japanischer Popmusik orientiert, verleiht der Atmosphäre einen charmanten Touch. Besonders die gesungenen Musikstücke sind im Genre einzigartig und nicht mit anderen Spielen vergleichbar. Wer keine Switch sein Eigen nennt und mit der Wii-U-Fassung liebäugelt, sollte jedoch wissen, dass das Spiel auf der Wii U unvollständig ist. Für das volle Erlebnis wird dort mit Download-Paketen zusätzlich zur Kasse gebeten, die auf der Switch aber schon auf der Cartridge schlummern. Es gibt also genügend Gründe, bei Tōkyō Mirage Sessions #FE direkt zur Encore-Variante zu greifen. Auch wenn das Rollenspiel bei Weitem nicht perfekt ist, ist die Zugabe durchaus gelungen. Beim nächsten Auftritt sollte Nintendo aber genug Vertrauen ins Spiel haben und dem Werk deutsche Bildschirmtexte spendieren, denn diese fehlen auf der Switch leider immer noch.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Version): Tōkyō Mirage Sessions #FE ist ein charmantes Rollenspiel, das aber durchaus seine Ecken und Kanten hat. So kommt die Story nur schwerlich in Gang. Das liegt vor allem daran, dass die sympathischen Charaktere alles dafür tun, vom eigentlichen Geschehen abzulenken. Stattdessen ziehen sie mit dem Verlauf ihrer eigenen Karriere in den Bann und lockern mit humorvollen Sequenzen immer wieder den drögen Rollenspielalltag auf. Vielschichtiger hätte im Übrigen auch die japanische Metropole sein dürfen, denn mit einer Handvoll verschiedener Locations ist diese sehr schnell abgeklappert. Die einzelnen Dungeons haben zwar jeweils ihr eigenes Artdesign, das Gameplay ändert sich aber nur durch unterschiedliche Schalterrätsel, die jedoch eher langweilen als dazu motivieren, den bunten Schauplatz zu erkunden. Auch dass manche Kämpfe sehr unausbalanciert sind, kratzt mit dem folgenden Abschuss auf den Game-Over-Bildschirm ordentlich am Gesamtbild. Dennoch motivieren die Kämpfe zusammen mit dem Aufleveln der Charaktere und dem Erweitern ihrer Fähigkeiten enorm. Zudem überzeugt die kunterbunte Optik mit schönem Design und gelungener japanischer Popmusik durchweg. Wer Dungeon Crawler mag und mit besagten Defiziten seinen Frieden schließen kann, darf beim circa 50 Stunden umfassenden Tōkyō Mirage Sessions #FE durchaus nicht nur einen Blick riskieren.

Jonas’ Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch- und Wii-U-Fassung): Tōkyō Mirage Sessions #FE Encore ist von sich selbst, seinem schrillen Stil, seinem absurden Setting und seiner Anime-Wucht, die mich von Sekunde Null an überrollt, so sehr überzeugt wie kaum ein anderes Spiel in den heutigen Tagen – und das ist auch gut so. Die Charakterdesigns und die gesamte Pop-Industrie-Thematik wird aber nicht jeden Spieler überzeugen können, dafür ist das Spiel dieser Art doch zu einzigartig. Fans japanischer Rollenspiele dürften mit dem darunterliegenden Rollenspiel dennoch ihren Spaß haben. Das Kampfsystem ändert die bekannten Mechaniken aus Shin Megami Tensei gekonnt ab und implementiert dafür Session-Angriffe, die stilvoll inszeniert sind. Das Kampfsystem ist einfach zu lernen, flott, spaßig und dank der guten Schwierigkeitsgradkurve und stetig neuen Spielelementen nicht zu einfach. Lediglich manche Bossgegner sind auf dem normalen Schwierigkeitsgrad so stark, dass ohne Grinden kein Vorankommen ist. Ironischerweise ist diese Option direkt mit im Spiel eingebaut – beides zu streichen, wäre die bessere Lösung gewesen. Bis auf das nicht so gut eingebundene Chat-Tool „Topic“ hat das Spiel auch seine Wii-U-Wurzeln hinter sich gelassen und ist auch 2020 ein ganz besonderes Rollenspiel für die Nintendo Switch.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tōkyō Mirage Sessions #FE Encore!

Review: Saga of Tanya the Evil (Vol. 2)

Nachdem Kazé Anime im September 2019 die erste Volume der Anime-Serie Saga of Tanya the Evil veröffentlicht hat, folgte einen Monat später das zweite Episodenpaket. Dieses knüpft an die Geschehnisse der ersten Folgen an und zeigt abermals das Grauen des Krieges.

So schnell kann es gehen: Gerade noch entlässt ein nicht näher definierter Geschäftsmann in Tōkyō einen seiner Angestellten, da wird er von eben diesen nach Feierabend am Bahnsteig vor den Zug geworfen. In der Gestalt des Mädchens Tanya Degretschow wird er ins Leben mit all seinen Erinnerungen zurückgeholt, findet sich jedoch in einem fiktiven Europa inmitten der 1920er-Jahre wieder. Zu allem Übel herrscht zu dieser Zeit noch Krieg zwischen dem an das Deutsche Kaiserreich angelehnte Imperium und den umliegenden Staaten. Hinzu kommt der nicht vorhandene Glauben von Tanya, denn obwohl sie Atheistin ist, erhält sie persönlich von Gott den Auftrag, möglichst lange zu überleben. Sollte sie es nicht tun, wird ihr jeder Ausblick auf eine weitere Reinkarnation verwehrt. In den ersten Episoden von Saga of Tanya the Evil wurde dieses Konzept dem Zuschauer in Ruhe vorgestellt, die zweite Volume mit den Folgen 5 bis 8 baut dieses Konstrukt lediglich weiter aus. Nach der fiktiven Vereinigungszeitrechnung befindet sich die Erzählung mittlerweile im Jahr 1924. Nachdem Tanya aufgrund Verletzungen vom Schlachtfeld abgezogen wurde, wird sie als Ausbilderin eingesetzt, um angehende Soldaten für das Imperium zu trainieren. Überaus tatkräftige Unterstützung erhält sie dabei von ihrem ehemaligen Korporal Victoria Iwanowna Serebriakow.

Auslöser für einen Weltkrieg

Bereits der Titel der Anime-Serie impliziert, dass es sich bei Tanya um eine durch und durch böse Figur handelt. Durch ihre Frontsiege wird sie sogar als der „Teufel vom Rhein“ bezeichnet. Bei der Ausbildung geht sie harsch und unmenschlich mit ihren Auszubildenden um: So setzt sie diese beispielsweise einen 36-stündigen Beschuss aus und verlangt danach von ihnen, sich bis zur völligen Erschöpfung einem 48-stündigen Fußmarsch durch die Kälte zu stellen. Dass ihre Untergebenen bei diesem Unterfangen auch von Lawinen oder Feinden überrascht werden, tangiert sie nur wenig. Da sich Tanya insgeheim allerdings aus dem Krieg zurückziehen will, versucht sie die Ausbildung so weit wie möglich hinauszuzögern. Da die Kriegslage an der Westfront am Rhein und im Norden jedoch bestenfalls einer Pattsituation entspricht, werden Tanyas Soldaten bei einer Inspektion frühzeitig als einsatzfähig eingestuft. Tanya wird kurzerhand in den Rang eines Majors erhoben und mit ihrer Einsatztruppe zuerst ins südöstlich gelegene Dakia verlegt. Später geht es hingegen an die verschneite Nordfront. Das Ziel des Imperiums ist, an möglichst wenigen Fronten zu kämpfen, damit kein Weltkrieg entfesselt wird. Allerdings verbünden sich in der Geschichte von Saga of Tanya the Evil die Feinde des Imperiums, wodurch sich ein internationaler Konflikt immer mehr abzeichnet.

Facetten des Krieges

Ein wichtiger Aspekt der Anime-Serie ist die Charakterisierung von Tanya, denn diese nutzt in einer Szene zum Beispiel ihr kindliches Auftreten und ihre unschuldig klingende Stimme, um ein Flächenbombardement anzukündigen, das vom Feind als Kinderstreich abgetan wird. Um die Thematik auf die Spitze zu treiben, führt sie die wichtigsten Angriffe im Namen Gottes aus – obwohl sie gerade jenes metaphysisches Wesen leugnet. Dieser konträre Aspekt in Tanyas Leben hat einen makaberen und gar zynischen Beigeschmack für den ungeschönten Krieg. In weiteren Belangen entspricht die Darstellung der der ersten Volume von Saga of Tanya the Evil, denn nach wie vor sollen triste Grau- und Brauntöne, langsame Animationen und ruhige Kamerafahrten einerseits das Ausmaß des Krieges und andererseits auch die Zeit einfangen, in der die Handlung angesetzt ist. Verdeutlicht wird das ernste Thema mit blindem Gehorsam gegenüber Vorgesetzten und unzähligen Todesopfern. Neben den vier jeweils 24-minütigen Episoden befindet sich auf der Blu-ray Disc lediglich ein alternatives Clean Opening, was für so eine intelligente Serie zu wenig ist. Dafür sollen in physischer Form ein Aufnäher und ein 36-seitiges Booklet entschädigen. Dieses Material stand für unser Review aber leider nicht zur Verfügung. Wer alternative Geschichte wie in Valkyria Chronicles 4 mag, kommt auch um die schockierende Anime-Serie Saga of Tanya the Evil definitiv nicht herum.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die zweite Volume von Saga of Tanya the Evil ist eine äußerst gelungene Fortsetzung. Nachdem der Serienauftakt die Grundlagen für das Kriegsszenario in einem fiktiven europäischen Setting legte, baut die zweite Ausgabe das Konzept weiter aus. Insbesondere die gelungene Charakterisierung der titelgebenden Tanya Degretschow wird vorangetrieben. In ihr manifestieren sich – obwohl sie wohl am liebsten selbst ihre Haut retten will – alle Eigenschaften des Krieges, die aufzeigen, warum sich solch ein Grauen nicht wiederholen darf. Mit der Light Novel Saga of Tanya the Evil hat Autor Carlo Zen ein spannendes Werk geschaffen, das auch in Anime-Form bestens funktioniert. Wer sich für alternative Geschichtsschreibung wie in The Man in the High Castle oder der ganzen Valkyria-Chronicles-Reihe interessiert, muss bei Saga of Tanya the Evil einen Blick riskieren!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Saga of Tanya the Evil (Vol. 2)!

 

Review: Life is strange 2

Anfang 2016 veröffentlichte Square Enix mit dem von Dontnod Entertainment entwickelten Life is strange ein Adventure, in dem Entscheidungen große Auswirkungen haben. Mit Life is strange 2 führt das französische Entwicklerstudio das Konzept mit neuen Charakteren fort.

Wer das zunächst im Episodenformat veröffentlichte Life is strange gespielt hat und auf eine Fortsetzung der Geschichte um Maxine Caulfield und Chloe Price gehofft hat, dürfte nach den ersten Minuten im Spiel vermutlich leicht enttäuscht sein. Life is strange 2 erzählt eine ganz andere Story mit frischen Gesichtern und neuen Fähigkeiten. Bevor wir diese jedoch kennenlernen dürfen, erleben wir die Eröffnungssequenz aus der Sicht einer Kamera eines Streifenwagens. Am Straßenrand geschieht ein Unglück, der Polizist fordert Verstärkung an, die Kamera setzt die Aufnahme kurzzeitig aus und auf einmal dreht sich das Auto in der Luft. Einen Aussetzer später trifft die Verstärkung ein. Was hier genau passiert, lässt das Spiel zunächst im Dunkeln. Wir wollen an dieser Stelle ebenfalls nicht spoilern und euch stattdessen die neuen Charaktere vorstellen. Waren die beiden Hauptfiguren in Life is strange noch weiblich, übernehmen wir im Nachfolger die Rolle von zwei männlichen Charakteren. Das wären zum einen der sechzehn Jahre alte Sean Diaz und zum anderen sein neunjähriger Bruder Daniel. Zu Beginn von dem in fünf Episoden eingeteilten Adventure Life is strange 2 verlieren die beiden Brüder aufgrund tragischer Umstände ihr Zuhause. Wir begleiten sie anschließend auf ihrem Lebens- und Leidensweg, der mit vielen emotionalen Höhen und Tiefen gepflastert ist.

Bedachte Erzählstruktur 

Sean und Daniel sind allerdings nicht die einzigen Charaktere, die wir innerhalb der circa 17 bis 20 Spielstunden umfassenden Story treffen. Unter anderem erfahren wir mehr über Seans beste Freundin Lyla Park, den Online-Journalisten Brody Holloway, der Fanatikerin Lisbeth Fisher oder dem kleinen Superheldenfan Chris Eriksen, den Fans des Franchises bereits aus dem kostenlosen Spiel The awesome Adventures of Captain Spirit kennen. Hier zeigt sich auch eine große Stärke des Entwicklerstudios, denn zusammen mit Life is strange: Before the Storm gelingt es Dontnod Entertainment in Life is strange 2, alle vier Spiele des Universums mehr oder weniger miteinander zu verbinden. Wer das Seriendebüt gespielt hat, freut sich im zweiten Teil über die eine oder andere Anspielung – fast ohne Maxines und Chloes Zutun. Daran lässt sich auch erkennen, dass sich das Adventure wie die anderen Spiele des Franchises mehr auf seine Charaktere und seine tiefgründige Story konzentriert, denn ein ausgefeiltes Gameplay zu präsentieren. Hauptsächlich untersuchen wir die Umgebungen nach neuen Hinweise, interagieren mit den interessanten Nicht-Spieler-Charakteren oder unserem kleinen Brüderchen und treffen regelmäßig Entscheidungen, die nicht nur kleine, sondern auch viel größere Auswirkungen haben, die im schlimmsten Fall zum Tod von Personen führen kann.

Bedeutungsvolle Entscheidungen

Unsere Entscheidungen in Life is strange 2 sind vor allem moralischer Natur. Dauernd liegt es an uns zu entscheiden, ob wir einen Nicht-Spieler-Charakter angreifen, wenn er uns bedroht oder gar handgreiflich wird. Ebenso haben wir die Wahl, an einer Tankstelle für unseren Einkauf zu bezahlen oder zum Dieb zu werden. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Rassismus und Diskriminierung maßgeblich in die Handlung einfließen und mit einigen Anspielungen auf die Politik von US-Präsident Donald John Trump, seinem Wahlkampfslogan und auch dem Mauerbau an der Grenze zu Mexiko bestückt sind, wiegen solche Entscheidungen nach der einen oder anderen Aussage von verschiedenen Nicht-Spieler-Charakteren deutlich mehr. Während wir in Life in strange zu weiten Teilen noch die geniale Möglichkeit hatten, die Zeit zurückzudrehen, ist dies im zweiten Teil nicht mehr möglich. Maxines Fähigkeit zur Zeitreise weicht hier Daniels Möglichkeit, Dinge schweben zu lassen. Die Telekinese kommt zudem nur an bestimmten Punkten in der Handlung zutragen, was einerseits inhaltlich natürlich Sinn ergibt, anderseits aber nicht mehr annähernd so stark zum Experimentieren einlädt wie noch beim Seriendebüt. Schlimm ist das aber nicht, da Life is strange 2 trotzdem eine interessante, intelligente und je nachdem wendungsreiche Geschichte über das Erwachsenwerden erzählt.

Audiovisuelle Begleitung

In puncto Bedienung geht das Spiel kinderleicht von der Hand. Wir bewegen uns flott durch Räume und Natur, selektieren einzelne Gegenstände und erfahren mehr und mehr über die Hintergründe der jeweiligen Umgebung und den Personen, die mit dieser in einer Verbindung stehen. Einzelne Items miteinander zu kombinieren ist aber nicht beziehungsweise nur in sehr seltenen Fällen und dann auch nur ganz rudimentär möglich. Hier bleibt Life is strange 2 wie der erste Teil hinter seinen Möglichkeiten zurück, sodass das Gameplay der Story willen in den Hintergrund rückt. Deutlich zu erkennen ist aber der für die Reihe bekannte Comic-Look, der den einzelnen Figuren versucht, einen möglichst realistischen Anstrich zu geben, aber immer noch frühzeitig eine Grenze zieht. Auch wenn manche Farben eher blass sind, passen sie umso besser zur melancholischen Grundstimmung des Spiels. Obwohl einzelne Texturen, insbesondere in den Naturabschnitten, etwas zu matschig sind, läuft das Spiel dafür auch auf älteren Mittelklasse-Rechnern immer noch flüssig. Hinzu kommen lockere Musikstücke, die genau wie die Grafik die Stimmung der Charaktere ausdrückt und mal Traurigkeit und mal Familienzusammenhalt untermauert. Life is strange 2 bleibt somit ein spannendes Abenteuer, das spieltechnisch mehr hätte bieten können, aber vor allem Fans des ersten Teils begeistert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Life is strange war ein gelungenes Adventure, das mir mit seinen realitätsnahen Charakteren und der wendungsreichen Geschichte sehr gefallen hat. Damals habe ich mir für die beiden Heldinnen eine zweite Staffel gewünscht, die ich in Life is strange 2 allerdings nicht bekomme. Entwicklerstudio Dontnod Entertainment hat mit Maxines und Chloes Geschichte abgeschlossen und setzt mir anstatt dessen Sean und Daniel vor, die aber ebenfalls ein wendungsreiches Abenteuer erleben. Hier und da fehlt mir zwar die Zeitreise-Möglichkeit, doch so haben meine Entscheidungen gleich doppelt so viel Gewicht, da ich sie nicht rückgängig machen kann. Hier spielt Life is strange 2 auch das wohl beste Merkmal der Reihe aus. Jede getroffene Entscheidung hat einen kleinen bis großen Einfluss auf die Story, die dann in ihrer Umsetzung anders abläuft. Leider haben sich die Entwickler aber nicht die Kritik am Vorgänger zu Herzen genommen. Das Gameplay bleibt im zweiten Teil nach wie vor rudimentär und hat sich nicht weiterentwickelt. Items können in der Regel nicht kombiniert werden und Rätsel sind Mangelware. Unterm Strich ist der zweite Teil etwas schwächer als das Seriendebüt, aber immer noch ein großartiges Adventure, das jedem Fan von spannenden, wendungsreichen und intelligent gestrickten Geschichten zusagen wird.

Vielen Dank an Square Enix für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Life is strange 2!

Review: Black Clover (Vol. 3)

Während Black Clover in der ersten Volume die Grundlagen für die Serie legte, wurden diese im zweiten Episodenpaket maßgeblich ausgebaut. Die dritte Ausgabe schlägt einen neuen Erzählstrang ein, der aber nicht auf ganzer Linie von der ersten bis zur letzten Folge begeistert.

Mittlerweile ist eine Woche vergangen, seit Mitglieder der magischen Ritterorden Schwarzer Stier und Goldene Morgendämmerung von ihrer Expedition in den Dungeon zurückgekehrt sind. Dort sind sich die konkurrierenden Freunde Asta und Yuno aber nicht zum letzten Mal begegnet, denn die Erholungsphase für die noch jungen Ordensmitglieder währt nicht lange. Der König der Magier hat von ihren Taten gehört und lädt sie ins Hauptquartier respektive in die königliche Hauptstadt ein. Bei ihrer Ankunft möchte Julius Novachrono, so der Name des amtierenden Königs der Magier, alles über die Erkundung des Dungeons erfahren. Vor allem das magische Buch, wodurch es Yuno gelingt, den Windgeist Sylph zu beschwören, hat sein Interesse geweckt. Noch dazu muss er feststellen, dass er weder die Schrift in Astas Grimoire identifizieren noch mit dessen Schwert umgehen kann. Dies wirft natürlich weitere Fragen auf, die der Zuschauer von Black Clover zusammen mit den Charakteren lösen will. Immerhin erfahren Asta und Co von Julius, dass nur jene, die genug Erfolge vorweisen, das Vertrauen des Volkes erlangen und zum König der Magier gekrönt werden können. Des Weiteren lässt er immersionsfördernde Details verlauten, wie die verschiedenen Ränge auf dem Weg dorthin aussehen. Dies darf Asta anhand einer Ordensverleihungszeremonie im Anschluss erleben.

Äußere und innere Eskalation

Diese Veranstaltung ist zugleich die Ausgangslage für alle Geschehnisse der dritten Volume von Black Clover. Dort werden sie von den höherrangigen und durchweg adligen Magiern gesellschaftlich ausgegrenzt und diffamiert. Als Noelle Silva von ihrer eigenen Familie persönlich beleidigt, gar als Muttermörderin dargestellt wird, ergreift Asta Partei für seine Mitstreiterin. Dadurch entwickelt sich beiläufig eine Rivalität mit Leopold Vermillion, der Asta aufgrund seiner Antimagie faszinierend findet. Es bleibt jedoch nicht bei der Zankerei im Schloss, denn gleichzeitig wird auch noch die königliche Hauptstadt angegriffen. An fünf Stellen wird diese in Brand gesteckt. Zudem wandeln hunderte untote Kreaturen durch die Straßen, woraufhin sich die verschiedenen Magier trotz ihrer Differenzen zusammenraufen müssen. Genutzt wird die Gunst der Stunde, um beiläufig weitere Nebenfiguren in die Story einzugliedern, denn König August Kira Clover XIII, Herrscher des Landes, verschanzt sich hilflos in seinen Gemächern. Als Kampfschauplatz gegen die anfangs unbekannten Angreifer halten die Straßen, Gassen und Dächer der Stadt her. Zusätzliche Dynamik versprechen die recht abwechslungsreichen Zaubersprüche, die die Magier gegeneinander ausspielen. In der 27. Serienfolge kommt ein weiterer Handlungsort hinzu – neue Enthüllungen inklusive.

Charmante Charakterentwicklung

Nach wie vor steht in Black Clover die Story im Vordergrund, auch wenn gerade die letzten beiden enthaltenen Folgen als Filler-Episoden enttäuschen. Dafür punktet die Charakterentwicklung, denn unter anderem erfährt der Zuschauer, dass sowohl Noelle als auch Mimosa Vermillion jeweils auf ihre eigene Art und Weise Gefühle für Asta entwickeln. Mimosa ist schüchtern und zurückhaltend. Noelle verschweigt das Thema lieber ganz. Technisch präsentiert sich das Werk von Animationsstudio Pierrot erneut mit einer tristen Farbgebung, die aber durch Lichteinfall, diffusem Licht oder Spezialeffekte bei Zaubersprüchen erhellt wird. Hinzu kommen schöne Melodien in ruhigen Momenten und adrenalingetränkte Töne in den Actionszenen der zehn enthaltenen und 24-minütigen Episoden. Als digitaler Bonus kommt der Zuschauer neben dem ab Episode 28 verwendeten Clear Opening in den Genuss einer weiteren Bonusfolge im Chibi-Look, die im Gegensatz zur eigentlichen Serie aber nur auf Japanisch enthalten ist. Hinzu kommt ein 24-seitiges Artbook in physischer Form, das mit Artworks und Konzeptzeichnungen punktet. Auch enthalten ist ein 16-seitiges Booklet mit einer Übersicht der Figuren, einem Charakterprofil zu Noelle, einer Übersicht zu Zaubersprüchen, einem Interview mit Charakterdesignerin Takeda Itsuko und einem Episodenguide: Eine feine Sache!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Black Clover hat auch in der dritten Volume überhaupt nicht an Qualität verloren, zumindest was die grundlegende Handlung angeht. Negativ fallen nur die letzten beiden Episoden auf, da sie sich mit Nichtigkeiten oder gar Zusammenfassungen der ersten 28 Episoden beschäftigen. Die Anime-Serie punktet ansonsten aber nach wie vor mit ihrem durchgehenden Handlungsstrang, vielen illustren Charakteren, überraschenden Enthüllungen und dem ständigen Aufwerfen von weiteren Geheimnissen, die in Zukunft hoffentlich noch gelüftet werden. Beiläufig kommen dann noch ausschweifende Charakterentwicklungen hinzu, die trotz der eher auf Action fokussierten Erzählung glücklicherweise nicht vergessen und teilweise sogar noch angeheizt werden. Wer die ersten beiden Volumes bereits konsumiert hat, kommt um die fast makellose dritte Ausgabe von Black Clover ebenfalls nicht herum. 

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Clover (Vol. 3)!

Prime Time: Dragon Ball Super (Vol. 5, Unboxing)

Nachdem wir euch bereits die ersten vier Volumes von Dragon Ball Super im Rahmen von Rezensionen und Unboxing-Videos vorgestellt haben, soll heute auch unsere Auspacksession zur fünften Serienbox folgen. Hierzu möchte euch unser Chefredakteur in unserem Video einen visuellen Eindruck vermitteln. Viel Spaß!

Review: Nioh 2

Auf der Electronic Entertainment Expo 2018 wurden mit den Spielen Sekiro und Nioh 2 zwei auf den ersten Blick ähnliche Spiele angekündigt. Während Sekiro 2019 jedoch ganz neue Wege bestritt, besinnt sich Nioh 2 auf klassische Tugenden und versucht diese auszubauen.

Nach der eher holprigen Entwicklungsgeschichte des Vorgängers aus dem Jahr 2017, waren nicht wenige Spieler von der Qualität des Spiels überrascht. Nioh überzeugte direkt von der ersten Minute und bot Fans von Action-Rollenspielen der Marke Dark Souls eine sehr gute Alternative mit tollem Japan-Flair. Etwas mehr als drei Jahre später erblickte der schlicht Nioh 2 genannte Nachfolger am 13. März 2020 das Licht der Welt. Inhaltlich handelt es sich beim Action-Rollenspiel allerdings nicht um eine Fortsetzung, sondern um die Vorgeschichte. Das Prequel verlagert die Handlung in die Mitte des 16. Jahrhunderts, in der das Ende der Sengoku-Zeit, sprich die Epoche der kriegführenden Reiche, noch gar nicht abzusehen ist. Zu allem Übel wird das Land von den monsterähnlichen Yōkai überrannt, die die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen. Inmitten der Kriegswirren finden wir uns mit unserem Charakter wieder. Im Gegensatz zum Vorgänger wird uns in Nioh 2 aber kein vorgefertigter Held vorgesetzt. Diesmal dürfen wir unseren persönlichen Haudegen von Grund auf selbst erstellen, wobei der Charakterbaukasten umfangreiche Individualisierungsmöglichkeiten bei Statur, Frisuren oder Augenfarbe ermöglicht. Im Umkehrschluss heißt dies, dass unsere Spielfigur nicht einmal im Ansatz so gut in die Story integriert ist, wie es noch bei Nioh der Fall war.

Angriff der Yōkai

Ausgehend vom Jahr 1555 durchreisen wir mit unserem Hide genannten Charakter das Land Japan. Dabei untersuchen wir unter anderem Dörfer, Friedhöfe, Tempel oder Schreine. Auch wenn dem einen oder anderen Spieler hier vielleicht die Abwechslung fehlt, deckt Nioh 2 in dieser Disziplin grundsätzlich alle wichtigen Szenarien des feudalen Japans ab. Unterwegs lauern hinter jeder Ecke Gefahren, die aber weniger von Fallen, sondern eher von den bereits erwähnten Yōkai ausgehen. Diese legen hier und da Hinterhalte, greifen uns also hinterrücks und schnurstracks an. Was in anderen Action-Rollenspielen keine großen Probleme darstellt, ist in Nioh 2 je nach Monstertyp jedoch ein mehr oder weniger großes Hindernis. Während der erste kleine Gegner vielleicht ein nerviger Störenfried ist, trampelt kurz darauf schon ein sehr viel größerer Yōkai an uns vorbei. Wer sich traut, kann diesen natürlich angreifen. Spieler, die schon reichlich Erfahrung mit Dark Souls und Co gesammelt haben, werden möglicherweise mit ihren Skills auch einen ersten kleinen Erfolg feiern. Wer jedoch nur sporadisch derlei Titel spielt oder gänzlich unerfahren ist, muss eine ordentliche Tracht Prügel einstecken, die nach spätestens zwei bis drei Sekunden auch schon vorbei ist. Das von Team Ninja entwickelte Nioh 2 ist knüppelhart und überflügelt in puncto Schwierigkeitsgrad den Vorgänger.

Kampfmanöver zum Verinnerlichen

Um in Nioh 2 Land zu sehen, ist es nicht nur nötig, die Angriffsmuster der Yōkai und anderer Gegner wie menschliche Soldaten zu verinnerlichen und den Attacken anschließend in den Kämpfen auszuweichen, sondern auch die jeweiligen Waffen zu beherrschen. Neben dem typischen Katana dürfen wir auch Äxte schwingen, mit Speeren zu stechen oder Feinde aus der Ferne mit Pfeil und Bogen anvisieren. Da Munition jedoch stark limitiert ist, schickt uns das Spiel spätestens dann, wenn der Köcher geleert ist, in den Nahkampf – und hier müssen wir dann genau wie bei Ausweichrollen unsere Ausdauerleiste im Auge behalten. Zwar hat jeder Gegner ebenfalls nur einen begrenzten Ausdauerwert, doch um diesen zu leeren, ist mitunter auch das korrekte Abwehren der feindlichen Angriffe vonnöten. Mit der Zeit bildet sich so unser ganz persönlicher Spielstil heraus, denn je öfter wir eine Waffe einsetzen, desto mehr Fähigkeitspunkte erhalten wir für Schwerter, Speere und Co, wodurch vor allem unsere Spielweise im Kampf beeinflusst wird. Besiegte Gegner hinterlassen, wie das im Genre üblich ist, zudem Erfahrungspunkte, die in Nioh 2 Amrita genannt werden. Haben wir genügend Amrita gesammelt, können wir an Schreinen unseren Level und einzelne Werte erhöhen. Einfacher wird das harte Action-Rollenspiel dadurch kaum, aber wenigstens etwas erträglicher.

Yōkai-Fähigkeiten an Bord

Nioh 2 legt uns genauso wie sein Vorgänger und andere Spiele dieser Machart jedoch auch hier Steine in den Weg. Sterben wir im Kampf, verlieren wir vorübergehend unseren kompletten Amrita-Vorrat. In diesem Fall müssen wir schleunigst zum Ort unseres Ablebens zurückkehren und unser Amrita wieder einsammeln. Sterben wir bei diesem Unterfangen allerdings erneut, ist das Amrita unwiderruflich verloren. Sobald wir im Level aufsteigen können, sollten wir dies also auch unbedingt machen. Während dieses Konzept bereits zum alten Eisen gehört, bietet Nioh 2 aber auch eine entscheidende Neuerung. Unser Held verfügt neben seinem menschlichen Erscheinungsbild zudem über Yōkai-Fähigkeiten, mit denen es ihm möglich ist, übermächtige Angriffe aufzuhalten oder gar zu kontern. Insbesondere bei den für unseren Geschmack viel zu starken Bossgegnern, sind diese Kräfte wichtig. Auch wenn das Feature nur der nächste logische Schritt für das noch junge Franchise ist, dürfte der eine oder andere Spieler von der etwas zu überladenen Steuerung, bei denen Tastenkombinationen kreuz und quer über das Controller-Layout ebenso mit von der Partie sind, wirklich erschlagen sein. Der Wille, eine noch größere Herausforderung für den Spieler zu bieten, ist durchaus zu spüren. Dies wirft aber einmal mehr die Frage auf, wie schwierig Videospiele überhaupt sein müssen.

Hart, härter, Nioh 2

Wie schon beim ersten Teil haben es die Entwickler versäumt, weitere Schwierigkeitsgrade oder optionale Einstellungsmöglichkeiten in Nioh 2 zu integrieren. Hardcore-Spieler kontern hiermit gerne, dass das womöglich nicht Sinn und Zweck eines solchen Spiels sei, aber die Zielgruppe zu vergrößern, dürfte sicherlich auch im Sinne von Team Ninja, Koei Tecmo und Sony Interactive Entertainment sein. Unerfahrene Spieler lernen zwar alle Mechaniken sehr viel schneller und besser als es in der zeitlich gesehen besten Referenz Sekiro der Fall ist, da mit Level-Aufstiegen der Schwierigkeitsgrad leicht angepasst wird, doch im Gegensatz zum ersten Teil muss in Nioh 2 noch sehr viel mehr Zeit investiert werden, um ansatzweise schnell voranzukommen. Das ist besonders deshalb so schade, da das Spiel abseits dessen sehr wohl weiß, mit einer schönen, wenn auch nicht sensationellen Optik zu überzeugen. Wir fühlen uns direkt ins feudale Japan versetzt, wenn wir des Nachts im Mondschein zwischen zerstörten Holzhütten und kleinen Gräbern unser Katana schwingen. Hinzu kommen die dazu passenden Melodien, die aber vor allem von natürlichen Geräuschen begleitet werden, um die Immersion zu verstärken. Unterm Strich bleibt Nioh 2 ein gutes Action-Rollenspiel, das aufgrund seiner Defizite aber nicht ganz mit dem herausragenden ersten Teil mithalten kann.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Nioh 2 ist ein Action-Rollenspiel, das mit zahlreichen Herausforderungen auf sich aufmerksam machen will. Hinter jeder Ecke wartet ein noch stärkerer Gegner auf mich, der mir den Boden unter den Füßen wegreißen will. Das macht bis zu einem gewissen Grad auch durchaus Spaß, da ich so lerne, mich auf das Gegnerverhalten einzustellen und immer mehr meine Waffenfähigkeiten auf den Feind ausrichte. Sobald aber die übermächtigen Angriffe hinzukommen, die mich mit einem Schlag aus den Socken hauen, ist es mir dann aber doch zu viel. Für mich ist die Steuerung zusammen mit den unnötigen Tastenkombinationen leider eine viel zu knifflige Angelegenheit, die mir auf Dauer den Spielspaß nimmt. Auch in puncto Schwierigkeitsgrad ist Nioh 2 noch einmal eine ganze Ecke härter als der erste Teil, was aber nicht unbedingt für Qualität steht. Mir fehlen dadurch verschiedene Schwierigkeitsgrade oder zumindest optionale Einstellungsmöglichkeiten, um mein persönliches Spielerlebnis zu verbessern. Trotzdem ist Nioh 2 immer noch ein gutes Action-Rollenspiel, das mich aufgrund der dünnen Story, der Steuerung und dem teils viel zu hohen Schwierigkeitsgrad aber nicht so wie sein Vorgänger begeistert. Wer beide Teile noch nicht gespielt hat, sollte sich zum Einstieg lieber dem ersten und besseren Spiel der Reihe widmen.

Vielen Dank an Sony Interactive Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Nioh 2!

Review: Dragon Quest XI: Streiter des Schicksals

Bereits 2017 veröffentlichte Square Enix den elften Teil der traditionsreichen Rollenspielserie in Japan. Ein Jahr später erreichte der Titel zwar auch europäische Gefilde, doch bis wir in die märchenhafte Story auch auf Nintendos Switch eintauchen durften, verging ein weiteres Jahr.

Seit September 2019 ist es endlich soweit: Unter dem erweiterten Titel Dragon Quest XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edition können Switch-Besitzer ins Fantasy-Reich Erdrea reisen. Die Story des Spiels beginnt regelrecht stürmisch, denn mitten in der Nacht gelingt es unserer Mutter mit letzter Kraft, unseren neugeborenen Leib in einem Körbchen aus einem Schloss zu bringen, das gerade von Dämonen überrannt wird. Obwohl ihre Tat mit dem Leben bezahlt wird, schenkt sie uns damit eine Zukunft. Viele Jahre später erfahren wir während unseres Initiationsritus, dass in uns eine magische Macht schlummert und wir den König von Heliodor aufsuchen mögen. Als Lichtbringer auserkoren, überschlagen sich in Heliodor die Ereignisse, sodass wir fortan als Spross der Finsternis bezeichnet werden und auf der Flucht vor den Truppen des Königs durchs Land reisen. Unser Ziel ist – wie könnte es auch anders sein – die Rettung der Welt vor den aufziehenden Gewitterwolken des Bösen. Unterstützung erhält unser Held von den titelgebenden Streitern des Schicksals. Kurz nach Spielbeginn schließt sich uns Dieb Erik an. Es dauert nicht lange, da kreuzen auch Priesterin Serena und Magierin Veronika unseren Weg. Im weiteren Verlauf des Abenteuers kommen noch vier weitere Figuren hinzu, über die wir aber nichts verraten wollen. Während alle Charaktere sehr interessant geschrieben sind, bleibt es bei unserem Helden bei einem stummen Langweiler.

Klassisches Spielgefühl

Wer schon einmal eine Episode der Reihe oder allgemein einen klassischen Genre-Vertreter aus Japan gespielt hat, wird sich in Dragon Quest XI sofort zurechtfinden. So ziehen wir von einer Stadt zur anderen, lösen vor Ort das eine oder andere Problem, das teilweise sogar in ähnlicher Weise in anderen Spielen wie The Legend of Zelda: Majora’s Mask aufgegriffen wird, quatschen mit der nicht selten im Dialekt redenden Bevölkerung und erfahren mehr über die Spielwelt. Mit erbeuteten Goldmünzen aus den Kämpfen mit bösen Monstern rüsten wir uns in den Läden der Ortschaften oder unterwegs bei Händlern mit neuen Waffen und Ausrüstungsgegenständen ein. Auch Heilkräuter und Co sind hier erhältlich, wobei diese in Dragon Quest XI aufgrund des verhältnismäßig geringen Schwierigkeitsgrades eigentlich schon überflüssig sind. Wer noch nie ein Rollenspiel erlebt hat, freut sich darüber, dass im Grunde nichts falsch gemacht werden kann. Alle Eingabemöglichkeiten sind selbsterklärend und in den Dialogen sind auf charmante Art und Weise dezente Hinweise versteckt. Beispielsweise raten uns die Dorfbewohner unseres Heimatdorfes Kieslingen, uns vor dem Aufbruch nach Heliodor im Laden gut einzudecken. Im Gegensatz zu anderen Episoden der Reihe beginnt das Spiel sehr gemächlich, weshalb Neulinge vor keinen unlösbaren Problemen stehen. Profis dürften dies – trotz optional vor Spielstart wählbaren drakonischen Missionen – aber womöglich bemängeln.

Neuerungen im Kampfsystem

Beim Kampfsystem von Dragon Quest XI hat sich Square Enix weitgehend an den vorherigen Ablegern der langjährigsten Japan-Rollenspielreihe orientiert. Bis zu vier unserer acht Helden nehmen aktiv an den Kämpfen teil, können aber jederzeit ausgewechselt werden. Dennoch gibt es ein paar Neuerungen im Gegensatz zu vorherigen Serienteilen. So dürfen wir den Befehl für den jeweiligen Recken genau dann eingeben, wenn sein Geschwindigkeitswert es ihn auch erlaubt. Auf diese Weise können wir uns besser auf Veränderungen im Geschehen einstellen, was die Auseinandersetzungen dynamischer macht. Fällt beispielsweise der Held im Kampf, können wir ihn mit Veronika kurz darauf wiederbeleben, ohne auf die nächste Runde zu warten. Hinzu kommen starke Team-Angriffe, die wir unter bestimmten Voraussetzungen aktivieren. Wer keine Lust hat, alle Befehle per Hand einzugeben, darf seine Charaktere auch automatisch handeln lassen. Bis auf wenige Ausnahmen (re)agieren die Figuren hierbei auch wirklich clever, zumal regelmäßige Level-ups sämtliche Magiepunkte auffüllen, weshalb wir Zaubersprüche gut und gerne inflationär einsetzen. Schade ist nur, dass das freie Bewegen in den Kämpfen keinerlei Auswirkungen aufs Gameplay hat. Von Schleimen, Skeletten, Golems und Co eingekesselt zu werden oder diese in die Zange zu nehmen, bringt absolut nichts. Tradition hin oder her: Wer Gameplay-Möglichkeiten aufzeigt, muss sie auch sinnvoll nutzen.

Alle Hände voll zu tun

Auch wenn das Abenteuer, das in der Hälfte der Handlung gar Parallelen zu Final Fantasy XV aufweist, weitgehend ein Spaziergang ist, heißt das nicht, dass wir uns auf die Kämpfe nicht vorbereiten sollten. Nur mit der richtigen Ausrüstung sind wir vor den Gegnern gefeit. Ein interessantes Merkmal von Dragon Quest XI ist die so genannte „pfiffige Schmiede“. Haben wir genug Edelsteine, Erze oder Naturalien gesammelt, schustern wir uns in einem Minispiel – sofern wir vorher auch ein Rezept gefunden haben – Schwerter, Lanzen, Rüstungen oder Accessoires zusammen. In den ersten Spielstunden erweist sich dieses Minispiel noch als kleine Herausforderung, doch je höher das Level unseres Helden ist, desto feinere Techniken können wir hierbei einsetzen. Strengen wir uns an, können wir so auch ein paar Boni auf den Ausrüstungsgegenstand bekommen. Insbesondere in den letzten Spielstunden ist die pfiffige Schmiede ein willkommenes Feature, um an einige der besten Waffen des gesamten Spiels zu gelangen. Um die nötigen Utensilien in die Hände zu bekommen, müssen wir in der Umgebung Gräser abschneiden, an Bäumen rütteln, funkelnde Objekte auflesen, Schatztruhen plündern, Monster bekämpfen oder Nebenquests erfüllen. Von diesen gibt es gleich sechzig Stück im Spiel, die zudem mit zuckersüßen, märchenhaften und humorvollen Geschichten begleitet werden. Reich an Witz ist aber wie gewohnt zum Glück auch der Hauptteil des Abenteuers.

Vorteile auf der Switch

Optisch setzt Dragon Quest XI einmal mehr auf das Charakterdesign von Toriyama Akira, den die meisten Interessierten am ehesten von Dragon Ball oder Dr. Slump kennen. Das heißt, dass sich knuddelige Monster und verspielte Dörfler regelrecht die Klinke in die Hand drücken und sich wunderbar in das restliche Artdesign einfügen. Ebenfalls wieder mit dabei ist der Soundtrack aus der Feder von Komponist Sugiyama Kōichi, der die Atmosphäre bereichern soll. Leider wiederholen sich einige Stücke zu oft, was insbesondere Vielspielern während der Reise auf der schier übergroßen Oberwelt negativ auffallen dürfte. Ein großer Pluspunkt der Nintendo-Switch-Fassung ist, dass die Musik für diese Version orchestral eingespielt wurde, während die PlayStation-4-Version nach wie vor mit MIDI-Gedudel auskommt. Hier bleibt Square Enix Erstkäufern auch drei Jahre nach der Veröffentlichung einen Patch schuldig. Ein besonders Feature der Switch-Variante ist der aus der nur in Japan veröffentlichten Version für den 3DS entnommene 2D-Modus. Das gesamte Abenteuer kann zusätzlich also auch im 16-Bit-Gewand angegangen werden. Ansonsten bietet die Switch-Fassung noch kleinere Verbesserungen wie eine Manipulation der Kampfgeschwindigkeit, die die Spielzeit nach unten korrigieren kann. Auf der PlayStation 4 haben wir bis zur Platin-Trophäe über 130 Stunden investiert, auf der Switch fällt Dragon Quest XI daher einige Stunden kürzer aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch- und PlayStation-4-Fassung): Dragon Quest XI: Streiter des Schicksals bietet eine große und zum Erkunden einladende Spielwelt mit charmanten Charakteren, hübschen Städten, zahlreichen Nebenquests und motivierenden Kämpfen. Mir gefallen auch die acht Protagonisten, die jeweils ihre eigenen, aber doch auf ein gemeinsames Ziel hinlaufenden Beweggründe haben, um sich ins Abenteuer zu stürzen. Lediglich der Held bleibt durchweg ein stummer Langweiler. Da auch diese Spielfigur über eine ausgebaute Hintergrundgeschichte verfügt, ist das doppelt so schade. Im Verlauf des Abenteuers wird er ständig denunziert, bekommt aber niemals die Lippen auseinander. Hier verschenkt Square Enix unnötig Potenzial. Auch in der Geschichte, so märchenhaft diese auch sein mag, beschäftigt sich das Spiel mit Motiven aus anderen Spielen wie The Legend of Zelda: Majora’s Mask oder zieht Parallelen zum Handlungsverlauf von Final Fantasy XV. Es fehlt mir hier und da einfach an Eigenständigkeit, was aber nicht per se etwas Schlechtes sein muss. Mit bis zu 130 Spielstunden kann (!) sich das Spiel zwar zum längsten, aber nicht unbedingt zum besten Serienteil entwickeln. Wer in die Serie einsteigen will, sollte lieber zu Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs greifen. Wer aber unbedingt neues klassisches Rollenspielfutter braucht, kann auch mit Dragon Quest XI nichts falsch machen.

Jonas’ Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Es fällt mir nicht leicht zu sagen, warum viele andere Rollenspiele um einiges schlechter sind als Dragon Quest XI. Wahrscheinlich liegt es daran, dass kaum etwas fehl am Platz wirkt und alle Spielsysteme sinnvoll eingebunden sind. Keine dutzenden überflüssigen Nebenmissionen, keine überdimensionalen Talentbäume und keine sinnlosen Texteskapaden. Kurzum: Kein Gramm Fett, das die tolle Rollenspiel-Erfahrung einschränkt. Einige wenige Dinge stören dann aber trotzdem: Nach vielen Spielstunden wird klar, dass die meisten Standardgegner auf der Oberwelt nie eine Gefahr darstellen werden und immer nach demselben Schema besiegt werden. Glücklicherweise vergeht im schnellsten Kampfmodus auf der Switch kaum Zeit pro Auseinandersetzung. Leider kann der Soundtrack bei diesem riesigen Rollenspiel einfach nicht mithalten und fällt sehr schnell mit Wiederholungen negativ auf. Da helfen auch die neuen orchestrierten Stücke nicht viel. Trotzdem schaffen es die sympathischen Figuren, die saubere Technik und das spaßige Skill-System, über die ersten fünfzehn (!) Stunden hinwegzutragen, bevor die Story endlich loslegt. Dragon Quest XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edition ist ohne Frage ein Nintendo-Switch-Highlight.

Vielen Dank an Square Enix und Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Quest XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edition!

Review: Fairy Tail (Box 7, Episoden 151–175)

Fans der Anime-Serie Fairy Tail mussten 2019 ein ganzes halbes Jahr warten, bis die siebte Serienbox von Kazé Anime am 4. Oktober veröffentlicht wurde. Dieses Mal steht das große magische Turnier im Mittelpunkt der Erzählung, die somit ein wenig an Dragon Ball erinnert.

Fairy Tail knüpft im siebten Episodenpaket nahtlos an die Geschehnisse rund um die Uhr der Ewigkeit an. Der Kampf ist vorbei, die Helden waren siegreich und das drohende Chaos auf der Welt konnte rechtzeitig verhindert werden. Es wäre auch zu schlimm gewesen, wenn das Zeitgefühl für jedes Individuum aus den Fugen geraten wäre. Nichtsdestotrotz wird die Gilde Fairy Tail von vielen Bewohnern des Königreichs Fiore für die Vorkommnisse verantwortlich gemacht, was am ohnehin schon schlechten Ruf der Organisation kratzt. Dementsprechend liegt es einmal mehr an Natsu Dragneel, Lucy Heartfilia, Erza Scarlet und Co, das Image ihrer Gilde zu polieren. Um dieses ehrenwerte Ziel zu erreichen, wollen die Protagonisten der Serie am großen magischen Turnier teilnehmen. Das stellt sie jedoch vor ein großes Problem, das – wie so viele andere Hindernisse auch – auf die Vorfälle auf der Insel Tenrō zurückzuführen ist. Dadurch, dass außerhalb des Eilands ganze sieben Jahre vergangen sind, hinken sie in ihrer magischen Ausbildung die entsprechende Anzahl an Jahren hinterher. Es bleiben ihnen gerade einmal drei Monate, sich auf das Turnier vorzubereiten. Ihre ersten Schritte sind dabei auch äußerst fortschrittlich, doch dann werden sie vom König der Stellargeister in dessen Welt eingeladen, wodurch diese Zeitspanne auf lediglich fünf Tage schrumpft. Ach herrjemine!

Wettkampf über Wettkampf

So steigen die Magier der Gilde Fairy Tail mit einem weinenden und einem lachenden Auge ins große magische Turnier ein, an dem außer ihnen noch 112 weitere Gilden teilnehmen. Diese Anzahl ist für den Veranstalter jedoch viel zu groß, weshalb es zu einem Vorentscheid kommt. Mitten in der Nacht geweckt, werden sie aus ihrem Quartier geworfen und sollen ein Labyrinth durchkämmen. Der Einsatz von Magie ist in diesem Gewölbe uneingeschränkt erlaubt, damit auch nur die acht besten Gilden am Finale teilnehmen können. Es dürfte wohl kaum einen Fan des Franchises verwundern, dass Natsus Team gerade noch so den Ausgang erreicht, um der Gilde zu neuem Glanz zu verhelfen. Größtenteils finden die 25 Episoden der siebten Serienbox aber in der Arena statt, wo sich die acht verbliebenen Gilden verschiedenen Aufgaben stellen sollen. Binnen einer Woche müssen sich die Magier auf unterschiedliche Herausforderungen einstellen. Das große magische Turnier beginnt mit dem Spiel „Hidden“, in dem sich die Gegner in einem begrenzten Gebiet zwischen mehreren Doppelgängern finden sollen. Später soll ein Wettkampf gewonnen werden, bei dem bis zu einhundert Monster in der Arena abgeschlachtet werden. Damit, dass Erza gleich alle einhundert Bestien zum Kampf auffordert, rechnet dabei wohl niemand. Fairy Tail begeistert wieder einmal mit tollen Ideen.

Stimmiger Abschluss der ersten Staffel

Hinzu kommt, dass es neben diesen besonderen Herausforderungen noch Zweikämpfe gibt, die an das große Kampfsportturnier aus Dragon Ball erinnern. Es sind aber gerade die magischen Fähigkeiten der Figuren, die sich davon abheben. Dragon Ball ist jedoch nicht die einzige Anime-Serie, die hier erwähnt werden muss. Daneben erinnert der markante Stil von Manga-Künstler Mashima Hiro an One Piece von Oda Eiichirō. Dank seichter Effekte und angenehmer Animationen wirkt der kunterbunte Zeichenstil im Full-HD-Format aber absolut stimmig und sollte daher nicht negativ betrachtet werden. Gepaart mit stimmungsvoller Musik im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0, die sowohl die actionreiche, tragische, epische und witzige Story von Fairy Tail begleitet, ergibt sich so ein stimmiges Gesamtbild. In diesem Zusammenhang darf sowohl die deutsche als auch die japanische Synchronisation auf keinen Fall unerwähnt bleiben, denn in beiden Sprachfassungen hauchen die Sprecher den Figuren mit gelungener Betonung Leben ein, wovon vor allem die humorvollen Szenen profitieren. In einer Szene träumt Happy beispielsweise von einem Fisch, wird von Natsu aufgeweckt und ist dann natürlich enttäuscht, wodurch ein Streit vom Zaun gebrochen wird. Bei den Boni gibt es erneut ein 16-seitiges Booklet mit Episodenguide, ein Klebe-Tattoo und einen Magneten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit der siebten Volume von Fairy Tail ist die erste Staffel der Anime-Serie endlich abgeschlossen. Genau wie die sechste Serienbox hält sich die Erzählung in den vorliegenden Episoden nicht mit Nichtigkeiten auf, sondern wirft die Charaktere prompt in das neue Szenario. Beim großen magischen Turnier, das im Fokus der Geschichte steht, liefern sich die Helden einen hitzigen Wettkampf mit sieben anderen Gilden – eine Idee, die Anime-Fans bereits aus Serien wie Dragon Ball kennen. Durch weitere Ideen, die vom großen Kampfsportturnier abweichen und vor allem auf der Magie der Helden basieren, bleibt es nicht langweilig. Zwar zieht sich das Turnier hier und da in die Länge, doch da selbst die Zweikämpfe nicht ohne interessante Dialoge auskommen, nimmt der Zuschauer das (mögliche) Manko gerne in Kauf. Unter technischen Gesichtspunkten bleiben die Folgen der siebten Volume auf dem gleichen Niveau wie zuvor. Genau in dieser Disziplin bleibt es in Zukunft aber noch interessant, denn statt Satelight ist an der Produktion der zweiten Staffel neben A-1 Pictures das Animationsstudio Bridge beteiligt. Fairy-Tail-Fans dürfen also auch weiterhin gespannt auf neue und erstmals auf Deutsch synchronisierte Episoden hoffen. 

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fairy Tail (Vol. 7, Episoden 151–175)!

 

Review: Royal Space Force: The Wings of Honnêamise

Nicht immer ist es Filmen vergönnt, schnell auf neuen Datenträgern verfügbar zu sein. Dies betrifft auch den Anime Royal Space Force: The Wings of Honnêamise aus dem Jahr 1987, der verhältnismäßig spät im Jahr 2020 hierzulande erstmals auf DVD und Blu-ray erschien.

Regisseur Yamaga Hiroyuki erzählt in seinem Science-Fiction-Film Royal Space Force eine Geschichte, die auf einem erdähnlichen Planeten angesiedelt ist. Technologisch ist die Welt, in der Hauptfigur Shirotsugh Lhadatt lebt, noch nicht sonderlich weit entwickelt. So gibt es bisher nur den ersten Ansatz eines Weltraumprogramms und noch kein Mensch hat jemals den Planeten verlassen können. Das titelgebende Königreich Honnêamise beginnt mit der Ausarbeitung eines Programms, bei dem sich Lhadatt freiwillig meldet. Allerdings geht hinter den Kulissen nicht alles mit rechten Dingen zu, wodurch auch die benachbarte Republik in die Realisierung des Programms einbezogen wird. Kurz darauf stehen alle Anzeichen auf Krieg zwischen den beiden Nationen, in denen Lhadatt zu einem Spielball wird. Dieser muss sich im Verlauf der Handlungen mit Höhen und Tiefen auseinandersetzen. Auf der einen Seite will er als erster Astronaut der Welt in die Geschichte eingehen, muss auf der anderen Seite aber einen schweren Werdegang antreten. Unter anderem verliert er Kameraden, wird enttäuscht und demotiviert, was ihn zu bösen Taten wie der versuchten Vergewaltigung an seiner Freundin Riquinni Nonderaiko treibt. Royal Space Force erzählt eine erwachsene und spannende Geschichte, die weit über das Science-Fiction-Genre hinausgeht und regelrecht paralysiert.

Mitreißende Atmosphäre

Ebenso beschäftigt sich der Film mit Gegensätzen. Unter anderem werden Glauben und Wissenschaft gegenübergestellt. Auch reale Parallelen wie das Wettrennen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Sowjetunion sind Teil der Metaebene. Auf der akustischen Seite erklingt in allen Szenen die tolle Musik von Komponist Sakamoto Ryūichi, die sich auf ruhige als auch beklemmende Stücke konzentriert. Der Soundtrack ist sowohl in der deutschen Tonspur im Format PCM Stereo als auch im nicht weniger gelungenen japanischen Originalton im Format DTS-HD Master Audio 5.1 ein wahrer Genuss für die Ohren und ein Gewinn für die wunderbaren Bilder des Films. Beide Tonspuren kommen auch nicht ohne die passenden Synchronsprecher aus. In der deutschen Synchronisation wird Lhadatt beispielsweise von Matthias Haase und Nonderaiko von Ilya Welter gesprochen, die besonders gut die emotionalen Ausbrüche der Figuren konnotieren. Im Japanischen sind es Morimoto Leo und Yayoi Mitsuki, die diese beiden Charaktere in Royal Space Force sprechen. Besonders die deutsche Fassung fällt hierbei sehr positiv auf, da es recht häufig ein Wiederhören mit Sprechern gibt, die sich bei der Synchronisation von Anime zwanzig Jahre nach der Vertonung nicht mehr beteiligen oder gar schon verstorben sind, wie zum Beispiel Heinz Ostermann.

Zauberhafter Anime-Klassiker

Optisch besticht Royal Space Force mit dem Animationsstil der späten 1980er-Jahre. Figuren sind bedacht gezeichnet, wirken nie überdreht und auch die Farben sind alles andere als kräftig. Diese fügen sich in eine blasse Welt ein, die den Zuschauer mit fantasievoller Ideen und Technologien verblüfft. So ist die Architektur der Wohnhäuser sehr verschnörkelt, Züge werden an oval gekrümmten Oberleitungen zu ihrem Zielpunkt geleitet und alle Figuren tragen altertümliche Kleidungen. Dies ergibt ein stimmiges Gesamtbild, das glaubhaft und nie albern ist. Wer genau hinschaut, entdeckt auf dem Bild der Blu-ray Disc im Full-HD-Format ein paar altersbedingte Verunreinigungen, die aber bei gesundem Abstand zum Fernsehbildschirm für das menschliche Auge kaum bis gar nicht zu erkennen sind. Auch wenn der Anime-Film im 16:9-Format vorliegt, füllt das Bild nicht den ganzen Bildschirm aus, sodass rundherum leichte schwarze Begrenzungen zu erkennen sind. In Anbetracht dessen, dass der Film zwischen 1996 und 2020 im deutschsprachigen Raum de facto nur auf VHS verfügbar war, ist das aber ein meilenweiter Sprung nach vorne, der den Klassiker von Animationsstudio Gainax würdigt, das vor allem für das oft hochgelobte Neon Genesis Evangelion bekannt sein dürfte. Fans von Science-Fiction-Szenarien werden hier von der ersten bis zur letzten Minute verzaubert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Royal Space Force: The Wings of Honnêamise ist ein spannender Science-Fiction-Anime-Film, in dem sich die Ereignisse zunächst nach und nach aufbauen, sich zum Ende der Geschichte hin aber mehr und mehr überschlagen. Nicht nur der Kern der Handlung, die Reise in den Weltraum, sondern auch die darum angesiedelten Geschichten um Hauptfigur Shirotsugh Lhadatt sind sehr interessant gestaltet. Dabei erreichen sie eine erwachsene Erzähltiefe, wenn zum Beispiel der Zwist zwischen Glauben und Wissenschaft gelöst oder eine Vergewaltigung verhindert wird. Großartig ist auch der sehr bedachte Zeichenstil der späten 1980er-Jahre, der mit blassen Farben tatsächlich wie eine Schablone zum ernsten Grundton passt. Ebenfalls überzeugend sind die Tonspuren, die sowohl im Deutschen als auch im Japanischen mit wunderbaren Sprechern aufwarten. Royal Space Force überzeugt von der ersten bis zur letzten Minute und verzaubert jedweden Science-Fiction-Fan, der von Ton, Bild und Inhalt regelrecht paralysiert werden dürfte.

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Royal Space Force: The Wings of Honnêamise!

© BANDAI VISUAL / GAINAX (Bildmaterial)

Prime Time: Black Clover (Vol. 2, Unboxing)

Es ist zwar schon ein bisschen Zeit vergangen, seitdem wir unser Review zur zweiten Volume von Black Clover veröffentlicht haben, doch ähnlich wie bei der ersten Ausgabe möchten wir euch im Rahmen eines Unboxing-Videos die Vorzüge der zweiten Serienbox vorstellen. Ob es im Gegensatz zur ersten Ausgabe Veränderungen in puncto Umfang und Qualität gab, erfahrt ihr von unserem Chefredakteur im Video. Viel Spaß!

Review: Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX

2005 ging Nintendo mit Pokémon Mystery Dungeon: Erkundungsteam Blau & Rot für den Game Boy Advance und dem Nintendo DS in eine neue Richtung. Mit Pokémon: Mystery Dungeon: Retterteam DX erneuert Entwickler Spike Chunsoft die Klassiker auf der Switch.

Dungeon Crawler gehören zu der Sorte Rollenspiele, die im Laden entweder wohlwollend in den Arm genommen oder gleich im Regal liegen gelassen werden. Nicht anders dürfte es – trotz großer Lizenz – auch Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX ergehen. Dabei ist das Konzept in diesem Falle zugleich zugänglich als auch faszinierend. Im Spiel schlüpfen wir in die Rolle eines der titelgebenden Taschenmonster. Welches das ist, hängt davon, wie wir die verschiedene Fragen zu unserer Hilfsbereitschaft im Auftakt beantworten. Basierend auf den Antworten wird uns ein Pokémon zugewiesen, aber keine Sorge: Sollten wir nicht mit der Empfehlung des Spiels konform gehen, können wir uns auch für ein anderes Monsterchen entscheiden. In unserem Falle weist uns das Spiel Hydropi zu. Danach wählen wir aus einer Riege weiterer Pokémon unseren ersten Begleiter aus. Unsere Wahl fällt auf Pikachu, wodurch wir mit der gebündelten Kraft von Wasser und Elektrizität in den ersten Spielstunden ordentlich austeilen können. Wer merkt, dass ihm der Begleiter nicht zusagt, muss aber nicht direkt verzweifelt einen neuen Spielstand – von dem es unerklärlicherweise nur einen gibt – anlegen. Im Verlauf des Abenteuers schließen sich unserem Team ständig neue Wesen an, die an unserer Seite bei den zahlreichen Rettungsmissionen des Spiels kämpfen wollen.

Zufälliger Dungeon-Aufbau

Hier wären wir auch schon beim Kern des Spiels. Ausgehend von einer Basis stürzen wir uns in immer neue Abenteuer. So bugsieren sich manche Pokémon in eine missliche Lage, aus der wir sie befreien müssen. Andere Monster leiden wiederum derart großen Hunger, dass wir ihnen zum Beispiel einen Apfel bringen dürfen. Sämtliche Ziele erwarten uns übrigens in den titelgebenden Mystery Dungeons, die sich – wie ihr Name eventuell schon vermuten lässt – bei jedem Besuch neu und damit zufällig zusammensetzen. Das ist beim Spielkonzept zwar üblich, auf Dauer aber repetitiv, da es sich bei allen Aufteilungen weitestgehend um orthogonale Räumlichkeiten handelt, die mit engen Gängen verbunden sind. Im Gegensatz zu anderen rundenbasierten Rollenspielen, in denen sich bei Feindkontakt ein Kampfbildschirm öffnet, laufen die Auseinandersetzungen zwischen unseren Pokémon und ihren Gegnern in der Umgebung ab. So kostet uns auch ein Schritt einen vollen Zug, wodurch die Kämpfe ein wenig spannender sind. Insbesondere wenn unsere Gruppe größer wird, ist es unverzichtbar, die Umgebung zu studieren und auszunutzen. So können Pokémon in den hinteren Reihen in den schmalen Gängen nicht agieren, während die Vorhut ordentlich austeilen kann. Das hat alles seine Vor- und Nachteile, die im Spielverlauf aber peu à peu in Fleisch und Blut übergehen.

Geniale Spielmechaniken vor malerischer Kulisse

Außerhalb der Dungeons erkunden wir eine von Pokémon bewohnte Siedlung. Hier können wir unter anderem erbeutetes Geld auf der Bank und Objekte im Lager deponieren. Ebenfalls dürfen wir hier gegen Bares neue Attacken, Items und weitere Camps erwerben, damit wir Platz für all die Pokémon haben, die sich uns anschließen wollen. Ebenfalls ist es gegen bestimmte Tickets möglich, in kurzen Arealen ein paar Gegner zu bekämpfen, was sich in einer erhöhten Ausschüttung von Erfahrungspunkten deutlich bemerkbar macht. Fantastisch ist, dass wir unsere Attacken monsterübergreifend aufstufen können. Wenn also die Aquaknarre unseres Hydropi aufsteigt, ist dieser Angriff auch bei allen anderen Pokémon verbessert. Eine clevere Idee! Retterteam DX ist in puncto Gameplay einsteigerfreundlich, da fast alle Mechaniken beim Erstauftritt erklärt werden. Weitere Informationen werden in einer sich nach und nach erweiterten Anleitung nachgelesen. Optisch überzeugt der Titel mit einem malerischen Bilderbuchstil, bei dem aber leider dann und wann die Bildwiederholungsrate leicht in die Knie geht, was sich in Verbindung mit der etwas hakeligen Steuerung gelegentlich negativ aufs Gameplay auswirkt. Akustisch trällern dafür schöne Musikstücke aus den Lautsprechern. Dadurch entsteht ein audiovisueller Genuss, der zumindest im stationären Betrieb der Switch jeden Fan verzaubern dürfte. Im Handheld-Modus kann der Zauber leider nicht ganz zünden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Pokémon Mystery Dungeon: Team Blau & Rot habe ich damals auf dem Game Boy Advance respektive auf dem Nintendo DS leider verpasst. Zu hoch wäre meine Enttäuschung nach dem Kauf gewesen, wenn ich mit der Dungeon-Crawl-Thematik doch nichts hätte anfangen können. Fünfzehn Jahre nach der Erstveröffentlichung des Spiels weiß ich sehr wohl, dass es unglaublich unterhaltsam sein kann, zwischendurch immer mal wieder seichtes und doch intelligentes Gameplay zu erleben. Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX ist zwar bei Weitem kein Ausreißer des Genres, aber ein nicht weniger interessantes Spiel. Es macht mir sehr viel Spaß, mit verschiedenen Pokémon durch die immer wieder aufs Neue zufällig aufgebauten Dungeons zu schlendern, auf Item-Jagd zu gehen und gegen immer stärkere Gegner zu kämpfen. Sollte ich dann doch einmal nicht weiterkommen, trainiere ich mein Rettungsteam ganz einfach und gehe es erneut an. So schafft es Rettungsteam DX mit einer motivierenden Suchtspirale, mich immer mal für eine halbe Stunde an die Switch zu locken. Wer etwas mit Dungeon Crawlern anfangen kann und etwas fürs Pokémon-Franchise übrig hat, sollte dem Spiel unbedingt eine Chance geben!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pokémon Mystery Dungeon: Rettungsteam DX!

Review: Dragon Ball Super (Vol. 5, Episoden 62–76)

Nachdem die ersten drei Volumes von Dragon Ball Super jeweils eine für sich geschlossene Story erzählt haben, wurde in der vierten Ausgabe ein Handlungsstrang aufgeworfen, der im fünften Episodenpaket zu Ende geführt wird – und Son Gokū und Co an ihre Grenzen treibt.

Dragon Ball Super knüpft in der mittlerweile fünften Volume an die jüngsten Geschehnisse an, spielt also immer noch in der alternativen und apokalyptischen Zukunft. Torankusu kämpft in dieser Zeit immer noch wutentbrannt gegen seine beiden Feinde Gokū Burakku und Zamasu. Diese Auseinandersetzung entpuppt sich als der wohl härteste Kampf in der Geschichte des Franchises, denn Zamasu hat sich mit Hilfe der Super Dragon Balls einen unsterblichen Körper gewünscht – und in Gokū Burakku steckt auch niemand anderes als Zamasu selbst. Was im ersten Moment verwirrend klingt, wird in der Anime-Serie aber plausibel erklärt. Da die Lage nach wie vor aussichtslos erscheint, spielt Torankusu auf Zeit, um Gokū, Bejīta und Buruma die Möglichkeit zu geben, zurück in die Vergangenheit zu reisen. In ihrer Zeitlinie angekommen, müssen sie sich einen Plan gegen ihre Widersacher überlegen. Da Birusu bereits den Zamasu der Gegenwart vernichtet hat, sieht er keinen Grund, die alternative Zukunft zu verändern. Da kommt Pikkoro auf die Idee, dass sie das Mafūba gegen ihre Feinde einsetzen könnten. Hierbei handelt es sich um eine Kampftechnik, die bereits im ursprünglichen Anime eingesetzt wurde, beispielsweise von Muten Rōshis Lehrmeister Mutaito. Mit dem Mafūba ist es nicht nötig, den Gegner zu besiegen oder gar zu töten – er kann schlicht versiegelt werden.

Jenseits bekannter Grenzen

Während in der sicheren Gegenwart alle Vorbereitungen getroffen werden, geht der Kampf zwischen Torankusu, Burakku und Zamasu in der Zukunft weiter. Selbst Widerständlerin Mai versucht, mit ihrem Scharfschützengewehr Burakku auszuschalten. Ebenfalls taucht Gowasu am Horizont auf, um sich ein Bild davon zu machen, wie sein Schüler dem Bösen verfallen konnte. Bevor, während und nachdem das Mafūba zum Einsatz kommt, entwickelt sich die Konfrontation in ganz neue Dimensionen. Unter anderem fällt Burakku während eines Schlagabtauschs mit Bejīta auf, dass Zorn eine weitere Möglichkeit ist, seine Kraft zu steigern – und setzt diese neue Kraft sofort gegen seinen Gegner genauso wie die Waffen ein, die er mit purer Energie und Vorstellungskraft herstellt. Das wohl größte Highlight in den Episoden der fünften Serienbox dürfte aber wohl die Fusion zwischen Burakku und Zamasu sein. Beim Kampf wird die Action mit Schockwellen, reichlich Explosionen und panisch umherlaufenden Menschen inszeniert. Neben der Bekämpfung von Gokū Burakku und Zamasu werden in der fünften Volume noch ein paar kleinere, heitere sowie schockierende Geschichten erzählt. Hier kommt es zum Wiedersehen mit bekannten Figuren. Dies gilt sowohl für kürzlich eingeführte Charaktere wie Hitto oder Zen’ō als auch ältere Gesichter wie Yamucha oder Norimaki Arare.

Altbekannte Gesichter und noch älterer Humor

Anhand der quirligen Arare dürfte klar sein, dass auch der Humor in den Episoden 62 bis 76 nicht zu kurz kommt. Unter anderem kommt es in einer Folge zwischen dem sechsten und siebten Universum zu einem von Shanpa initiierten Baseball-Spiel, damit es anschließend ein großes Festmahl für alle gibt. An anderer Stelle rückt Gokūs Vergesslichkeit in den Fokus des Geschehens, denn der verzögerte Einsatz des Mafūba kommt schließlich nicht von ungefähr. Dargestellt wird das Chaos selbstverständlich wieder im Zeichenstil von Toriyama Akira, der in der Full-HD-Auflösung vollends zur Geltung kommt. Allerdings sind nicht alle Animationen und Effekte auf der Höhe der Zeit, wirken aber wesentlich ausgereifter als noch in den ersten drei Volumes. Akustisch gibt es nach wie vor die bekannten Melodien im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 auf die Ohren, die hervorragend zu den actionreichen Szenen und auch zu den ruhigen Intermezzos passen. Hinzu kommt, dass die deutschen Sprecher ihren Figuren genau wie die japanischen Originalstimmen reichlich Leben einhauchen. Wie schon bei den ersten vier Serienboxen gibt es auch bei der fünften Ausgabe kein digitales Bonusmaterial – dafür jedoch erneut einen ausführlichen Episodenguide in Form eines Booklets. Zwei schicke Postkarten runden das Gesamtpaket hervorragend ab und erfreuen jeden Fan der Serie.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die fünfte Volume von Dragon Ball Super ist nicht nur die direkte Fortsetzung des Handlungsstrang des vorherigen Episodenpakets. Sie ist außerdem ein Erlebnis für Fans der ursprünglichen Dragon-Ball-Serie, da Nebenfiguren wie Norimaki Arare, Uranai Baba oder Yamucha ein wohliges Gefühl verleihen. Im Kern bleibt aber auch diese Ausgabe ein riesiges Spektakel, das mit einem groß angelegten und effektreichen Kampf auf ganzer Linie punktet. Es ist echt erstaunlich, dass Toriyama Akira immer noch Ideen hat, wie er immer und immer wieder stärkere Kämpfer kreiert und auf die Helden loslässt. Am besten dürfte wohl die Fusion zwischen Gokū Burakku und Zamasu gelungen sein, da es sich hierbei wohl oder übel um den stärksten Gegner handelt, den Gokū und Co je bekämpfen mussten. Dragon Ball Super hat sich spätestens mit dieser Volume inhaltlich zu der Anime-Serie entwickelt, die Fans des Franchises wirklich verdienen. Gerne mehr davon!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Super (Vol. 5, Episoden 62–76)!

Review: Neverwinter Nights: Enhanced Edition

Ursprünglich 2002 auf dem PC veröffentlicht, erreichte Neverwinter Nights eine ungeheure Fanbasis. Ende 2019 schaffte es das Rollenspiel mit Dungeons-&-Dragons-Lizenz auch auf die Switch. Trotz solidem Grundgerüst kann die Enhanced Edition nicht so ganz glänzen.

Anfang des Jahrtausends schlugen sich PC-Rollenspieler im wahrsten Sinne des Wortes die Nächte um die Ohren, um die titelgebende Stadt Niewinter vor dem Heulenden Tod zu retten. Hierbei handelt es sich um eine pestartige Krankheit, die die Bevölkerung der zwischen den Orten Baldurs Tor und Eiswindtal liegenden Schwertküstenstadt im Fantasy-Reich Faerûn nur so dahinrafft. Als Nachwuchsheld ist es in Neverwinter Nights unsere Aufgabe, vier entlaufene Kreaturen aufzuspüren, die für die Herstellung eines Medikaments nötig sind. Dies klingt im ersten Moment zwar alles andere als spannend, doch im Verlauf der auf mehrere Kapitel und dutzende Spielstunden ausgelegten Handlung geraten wir in eine Verschwörung, die sich um unsere Auftraggeberin Aribeth de Tylmarande, ihren Geliebten Fenthick Moss und dessen Weggefährten Desther Indelayne dreht. Erzählt wird die Geschichte von Neverwinter Nights einerseits über längere, aber nur selten wirklich ausufernde Dialoge mit zahlreichen Antwort- und Fragemöglichkeiten. Andererseits werden zwischen den Kapiteln auch kürzere Zwischensequenzen eingespielt, die unüberarbeitet aus der ursprünglichen Version übernommen wurden. Diese Szenen fangen mit Standbildern und dramatischer Musik die aktuelle Situation gut ein und motivieren dazu, mehr über Niewinter, den nördlich davon gelegenen Ort Luskan und die illustren Figuren zu erfahren. Neverwinter Nights ist spannend und detailreich inszeniert.

Einfluss der Pen-and-Paper-Vorlage

Ausgangspunkt des Abenteuers ist die Kreation unseres eigenen Helden, wobei sich die Charaktererstellung nah an den Vorgaben des Regelwerks des Pen-and-Paper-Rollenspiels Dungeons & Dragons orientiert. So entscheiden wir uns zu Beginn des Spiels für eine männliche oder weibliche Spielfigur, wählen anschließend ihr Volk wie Menschen, Elfen, Zwerge oder Halblinge und weisen ihr anschließend noch eine Klasse wie Paladin, Magier oder Schurke zu. Darauf aufbauend verteilen wir Attributspunkte, die wiederum Einfluss auf die Verteilung von Fertigkeitspunkten und die Wahl von Talenten haben. Wer noch nie Dungeons & Dragons oder ein Rollenspiel basierend auf der Lizenz gespielt hat, wird hier vermutlich arg überfordert sein, da die Einstellmöglichkeiten enorm sind. Ganz so umfangreich wie im 2018 veröffentlichten PC-Rollenspiel Pathfinder: Kingmaker ist die Enhanced Edition von Neverwinter Nights zwar nicht, doch ist nicht von der Hand zu weisen, auf welchen Grundlagen das von Owlcat Games entwickelte Spiel beruht. Zusammen mit Baldur’s Gate und Icewind Dale hat Neverwinter Nights Pionierarbeit geleistet. Haben wir uns endlich einen Charakter erstellt, können wir in der Akademie die Grundlagen des Spiels erlernen. Je nach Klassenwahl dürfen wir also Nah- und Fernangriffe, das Wirken von Zaubern oder Schlösserknacken austesten.

Versteckte Würfel und Erfahrungspunkte

Noch innerhalb unseres Aufenthalts in der Akademie überschlagen sich die Ereignisse. Kaum erhalten wir unsere erste Aufgabe von Fürstin Aribeth, überfallen üble Kreaturen das Gemäuer. So und nicht anders machen wir uns mit dem Kampfsystem vertraut, das wie der Rest des Spiels auf dem dritten Regelwerk von Dungeons & Dragons basiert. Das heißt, dass sämtliche Angriffschancen, Ausweichmanöver und Schadensausmaße im Hintergrund per Würfelwurf bestimmt werden. Kenner von actionlastigen Rollenspielen wie Gothic und Konsorten dürften sich nur schwerlich an das komplexe und je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad vielleicht gar unfaire System gewöhnen, doch wer genug Einarbeitungszeit mitbringt und die Mechanismen von Dungeons & Dragons zu verstehen lernt, wird auch mit Neverwinter Nights seinen Spaß haben. Für besiegte Gegner und abgeschlossene Aufträge erhalten wir Erfahrungspunkte, die zum Stufenaufstieg unseres Helden führen. So verbessern wir nach und nach unsere Fertigkeiten, erlernen regelmäßig neue Talente und steigern unsere Trefferpunkte, die Lebensenergie unseres Helden. So fühlen wir uns immer mächtiger, da wir gewitzter im Kampf agieren dürfen, ebenso mehr Treffer einstecken können und uns daher seltener ausruhen müssen. Auch hier bleibt Neverwinter Nights der Pen-and-Paper-Vorlage treu. Wer sich fragt, wie es mit einer Gruppe aussieht, wird enttäuscht, denn das Abenteuer bestreiten wir maximal im Duo.

Umständliche Bedienung per Controller

Obwohl Neverwinter Nights mit vielen positiven Aspekten glänzt, gibt es auch reichlich Kritik am Abenteuer beziehungsweise dessen Umsetzung für die Konsolen. Zunächst einmal fällt die in viele kleine Abschnitte unterteilte Spielwelt leicht negativ auf. Das war zwar auch im Original schon so, verbessert die Orientierung auf Switch und Co aber ebenso wenig. Es gibt zwar eine Minimap, die zumindest ein wenig Abhilfe schafft, doch macht sich hier das nächste Problem bemerkbar. Die Menüstruktur von Neverwinter Nights ist auf die PC-Fassung ausgerichtet und nicht für Konsolen optimiert. Einzelne Bildschirme mit der Karte, unserem Inventar oder dem Charakterbogen aufzusuchen, erfolgt über verschachtelte Menüs und träge Cursor-Befehle. Während wir auf dem PC verschiedene Elemente mit Mausbewegungen und Maustasten ein- oder ausblenden und kinderleicht Gegenstände verschieben, ist das auf den Konsolen ein einziger Kraftakt. Einen optionalen Mauszeiger oder gar eine Mausunterstützung gibt es nicht, auch wenn beispielsweise ein Nicht-Spieler-Charakter anfänglich in der Akademie darauf hinweist. Hier wird uns bewusst, dass inhaltlich keinerlei Änderungen vorgenommen wurden, denn hin und wieder taucht ein Text auch mal auf Englisch auf, obwohl wir mit deutschen Bildschirmtexten und Vertonung spielen. Wenn ein Klassiker schon aufgewärmt wird, dann sollte das unserer Meinung nach wesentlich sorgfältiger geschehen.

Nicht optimierte Konsolenportierung

Auf der technischen Seite darf von Neverwinter Nights aufgrund des Alters nicht viel erwartet werden. Dreidimensionale Spiele mit Polygonfiguren altern eben nicht so gut wie Spiele im 16-Bit-Pixel-Gewand. Wäre dieser Umstand noch zu verschmerzen, fällt auf der Switch aber unschön auf, dass bei Kamerabewegungen das Bild gerne mal leicht ruckelt. Das ist ebenso ärgerlich wie die sich zu oft wiederholenden Kommentare von in der Nähe stehenden Personen. Ebenso seltsam ist, dass während der Unterhaltungen mit Nicht-Spieler-Charakteren die Musik ständig abbricht. Da dieser Fehler in der PC-Fassung nicht auftritt, ist dies ein weiterer Grund, von der Switch-Version Abstand zu nehmen. Unspielbar wird Neverwinter Nights dadurch zwar nicht, doch wenn die grandiosen Stücke von Komponist Jeremy Soule, der zuvor mit den Soundtracks zu Secret of Evermore und The Elder Scrolls III: Morrowind Meisterwerke erschaffen hat, mit Füßen getreten werden, kratzt das zusammen mit der nicht gut abgemischten und kaum justierbaren Lautstärke für Dialoge, Geräusche und Musik arg an der dichten Atmosphäre. Immerhin hat Entwicklerstudio Beamdog den onlinefähigen Mehrspielermodus reaktiviert. Neben dem Hauptspiel befinden sich in der Enhanced Edition im Übrigen noch die beiden Add-ons Der Schatten von Undernzit und Die Horden des Unterreichs sowie noch weitere kleine Erweiterungen, die die lange Spielzeit weiter in die Höhe treiben. Wer die Möglichkeit hat, sollte lieber zur PC-Fassung greifen, denn dort fallen viele der von uns kritisierten Hürden weg – und das Spiel steht dort auch für dünnere Brieftaschen bereit.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC- und Nintendo-Switch-Fassung): Neverwinter Nights konnte ich Mitte der 2000er-Jahre auf dem PC in der Ursprungsversion leider nicht sehr lange spielen, da ein Problem mit dem Soundkartentreiber dafür sorgte, dass der Titel ständig abstürzte. Auf der Switch habe ich dafür endlich die Qualität des ursprünglich von BioWare entwickelten Rollenspiels wirklich kennen und zu schätzen gelernt. Die Dialoge sind tiefgründig, die Atmosphäre dicht und der Kampf gegen allerhand Kreaturen aus dem Dungeons-&-Dragons-Universum stets motivierend. Allerdings ist die Switch-Fassung nur hartgesottenen Rollenspielern zu empfehlen, denn die Navigation durch die Menüstrukturen per Controller ist in meinen Augen ein Graus, der ständige Abbruch der wunderbaren Musik während der Dialoge absolut schädlich für die Atmosphäre und die leichten Ruckler in der Bildwiederholungsrate nur ein weiterer Beweis dafür, dass das Spiel nicht sauber auf die Switch portiert wurde. Wer das Abenteuer erleben will, sollte lieber zur wesentlich besser spielbaren PC-Fassung greifen. Wem diese Möglichkeit nicht offensteht, kann zwar auch auf der Switch zuschlagen und durchaus Freude am Gameplay haben, sollte aber vielleicht noch auf einen Patch warten, der zumindest noch die Sound- und Technikprobleme in den Griff bekommt.

Prime Time: Bleach (Box 6, Unboxing)

Über ein Jahr ist es her, seitdem wir das letzte Mal eine Serienbox von Bleach in einem Unboxing-Video vorgestellt haben. Diese Durchstrecke hat heute ein Ende, denn unser Chefredakteur möchte euch die sechte Volume vorstellen. Wie diese ihm gefallen hat, erfahrt ihr im Unboxing-Video. Viel Spaß!

Review: 198X

In den späten 1980er-Jahren wurden viele Grundlagen im Videospielsektor gelegt. Noch dazu handelt es sich bei dem Jahrzehnt um eine Epoche, die audiovisuell gänzlich neue Akzente setzen konnte. 198X verbindet diese beiden Elemente mit einer sehr melancholischen Story.

198X erzählt die Geschichte eines kaum definierten Teenagers, der in den 1980er-Jahren in den Vereinigten Staaten von Amerika lebt. Er wächst in schwierigen Verhältnissen auf, fühlt sich als Außenseiter, hat keine Freunde und entdeckt zu allem Überdruss seine große – aber für ihn unberührbare – Liebe. Im Schulunterricht ist er nur körperlich anwesend, denn seine Gedanken kreisen um weit entfernte Themen wie Videospiele. Im Fokus der Story steht die Entdeckung einer Arcade-Spielhalle, in der sich der Teenager die Nächte um die Ohren schlägt. Immer mehr verschmelzen für ihn die Grenzen zwischen der Realität und den fiktiven Welten, in die er reist. Obwohl sich das Szenario wie gemacht für ein spannendes Adventure anhört, entpuppt sich 198X als Minispielsammlung verschiedener Genres. Zu Beginn kämpfen wir uns beispielsweise in bester Beat-’em-up-Manier wie im Klassiker Streets of Rage von links nach rechts durch Gassen und Hinterhöfe. Wenig später nehmen wir im Cockpit eines Raumschiffs Platz und schießen wie in den Shoot ’em ups Gradius und R-Type Aliens im Weltraum ab. An anderer Stelle wiederum wünschen wir uns ans Steuer eines Sportflitzers und müssen tatsächlich exakt wie in Segas Arcade-Rennspiel OutRun in einer knapp bemessenen Zeit verschiedene Etappen absolvieren, um unser Ziel zu erreichen.

In der Kürze liegt die Würze

Ebenfalls übernehmen wir in 198X die Rolle eines Ninja, der sich seinen Dämonen stellen muss. Zu guter Letzt durchkämmen wir in der Ego-Perspektive einen Dungeon und müssen in rundenbasierten Kämpfen aufleveln, um am Ende drei Drachen besiegen zu können. Dabei verhält sich der Schwierigkeitsgrad aber recht human, denn bis auf vereinzelte Stellen sind die fünf enthaltenen Arcade-Spielchen nicht annähernd so schwierig wie ihre geistigen Vorbilder. Da keiner der fiktiven Titel aber mehr als zwei bis drei Levels beinhaltet, ist 198X äußerst kurz geraten. Nach gut einer Stunde Spielzeit flimmert bereits der Abspann über den Bildschirm. Für die meisten Spieler dürfte das wohl zu wenig sein. Dem hätten die Entwickler ruhig mit freischaltbaren Levels entgegenhalten können, die nach dem Durchspielen der Story auswählbar wären. Obwohl die Hi-Bit Studios bei Weitem nicht alle Möglichkeiten nutzen, ist gerade die Verknüpfung von Story und Arcade-Gameplay zusammen mit dem beeindruckenden Artstyle und dem paralysierenden Soundtrack umwerfend. Während wir uns an einer Stelle wie in einem High-School-Drama fühlen, erinnert uns das Gesamtbild im nächsten Moment an Science-Fiction-Filme wie Blade Runner. 198X ist ein großartig erzähltes und inszeniertes Abenteuer, das trotz kurzer Spielzeit jeder Fan der titelgebenden Ära erlebt haben muss!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Mit den 1980er-Jahren verbinde ich persönlich kultverdächtige Fernsehserien, fantastische Filmklassiker, paralysierende Synthesizer-Musik und Videospiele, die ich auch heute noch gerne anrühre. 198X verbindet all diese Aspekte in einem einzelnen, aber leider auch sehr kurzen Spiel. Hier wird eine äußerst tiefgründige Story über die verschwimmenden Grenzen zwischen Realität und Fiktion erzählt. Verpackt in einem Jugenddrama mit fünf Arcade-Spielchen als Intermezzos lässt mich die Geschichte von 198X einfach nicht mehr los, zumal auch alle fünf an echte Vorbilder angelehnte Titel wirklich gut spielbar sind. Den fantastischen Artstyle und die wirklich tolle Musik muss ich ebenfalls loben, zumal an letzterer unter anderem auch Komponist Koshiro Yūzō mitgearbeitet hat, der schon mit der Streets-of-Rage- und Etrian-Odyssey-Reihe unsterblich geworden ist. Trotz der kurzen Spielzeit ist 198X ein fantastisches Erlebnis, das nicht nur Retro-Fans, sondern auch Liebhaber von künstlerisch wertvollen Spielen anspricht.

Review: Rokka: Braves of the Six Flowers (Vol. 2)

Nachdem die Anime-Serie Rokka: Braves of the Six Flowers aus dem Jahr 2015 mehr als vier Jahre auf sich hat warten lassen, veröffentlichte der hiesige Publisher Kazé Anime das Werk von Regisseur Takahashi Takeo ohne lange Wartezeit im September und Oktober 2019.

Im Königreich Piena erzählen sich die Menschen seit Jahrhunderten die Legende vom bösen Dämonengott. Dieser kehrt, wenn er einmal besiegt wurde, trotzdem früher oder später wieder, um die Menschheit zu unterwerfen. Stets zur selben Zeit werden sechs Helden auserkoren, die die dunkle Gottheit bekämpfen sollen. An dieser Ausgangslage hat sich in der zweiten Volume von Rokka: Braves of the Six Flowers nichts geändert. Mittlerweile wurden die sechs Helden der kurz bevorstehenden Rückkehr des Dämonengottes auserkoren – und haben sich auf den Weg gemacht, um sich zu verbünden. Die zweite Volume der Anime-Serie knüpft hierbei an die Geschehnisse des Serienauftakts an. Statt sechs Helden kamen jedoch sieben Heroen am Tempel an, um die Schreckensherrschaft des Dämonengottes zu verhindern. Zu diesen Helden zählen neben Hauptfigur Adlet Myer das kleine Mädchen Charmot Rosso, ihre Tante und Anführerin des Himmelstempels Maura Chester, der dubiose Assassine Hans Humpty, Prinzessin Nachetanya Loei Piena Augustra, ihr Bodyguard Goldof Auora und die Schützin Flamie Speeddraw, eine Halbdämonin. Das heißt, dass einer von ihnen mit dem Feind kollaboriert, was sowohl in der Gruppe als auch beim Zuschauer Misstrauen hervorruft. Dies gipfelt darin, dass Held Adlet mit Flamie aus dem Tempel flieht, um sein Leben zu retten.

Undurchschaubare Charaktere

Rokka: Braves of the Six Flowers gelingt ein Kunststück, das andere Anime selten dermaßen gut umsetzen. Obwohl anfänglich Hans’ Erscheinungsbild und Verhalten den Zuschauer auf eine falsche Fährte locken sollen, fällt der Verdacht nicht auf ihn und ganz allgemein bleibt es auch in der zweiten Volume einige Episoden lang unklar, wer der Scheinheilige ist. Hauptsächlich wird die Story aus der Sicht von Adlet geschildert, da sich alle anderen Charaktere offenbar gegen ihn verschworen haben. Adlet kann Flamie nicht ganz von seiner Unschuld überzeugen, doch lässt sie ihn nach einer Besprechung ihrer Situation im Schutze der Nacht gehen. Durch zahlreiche Dialoge erfährt der Zuschauer mal mehr und mal weniger beiläufig sehr viel mehr über die vielschichtigen und facettenreichen Charaktere, ihre Gefühle zueinander und selbstverständlich ihre jeweiligen Beweggründe, das Böse in die Schranken weisen zu wollen. Mit der Zeit schaukelt sich die Stimmung weiter hoch, woraufhin die Lage eskaliert und mehrere Kämpfe zwischen Adlet und den anderen Helden entbrennen. So muss sich Adlet in der ersten Runde mit Hans auseinandersetzen. Dieser Kampf ist auch eines der Highlights von Rokka: Braves of the Six Flowers, da er die Dynamik der Serie gut wiedergibt. In einem Moment duellieren sich die beiden noch am Tempel, kurz darauf auch noch im Wald.

Herausragendes Gesamtbild

Es ist schlicht grandios, wie sich die Umgebung in den Kämpfen in die Inszenierung einfügt. Bäume, Säulen, Nebel oder Schattierungen – alles wirkt absolut stimmig, was aber auch dem mesoamerikanischen Setting geschuldet ist. Vergleichbare Serien wie Record of Lodoss War oder Grimgar, Ashes and Illusions setzen vor allem auf europäisierte Fantasy-Welten, die eher dem Standard entsprechen. Dank Full-HD-Auflösung und bildschirmfüllenden 16:9-Format kommt das Szenario mit detaillierten Charaktermodellen, die mit dem Hintergrund fast schon eine Symbiose eingehen, wirklich gut zur Geltung. Hinzu kommen sehr atmosphärische Licht- und Schatteneffekte, die jede Stimmung zusammen mit der bewusst melancholischen und actionreichen Musik im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 in allen sechs enthaltenen Folgen der zweiten Volume wunderbar unterlegen. Sowohl die japanischen Synchronsprecher als auch die deutsche Vertonung verleihen den Protagonisten respektive Antagonisten so viel Leben, sodass das Gesamtbild von Rokka: Braves of the Six Flowers herausragend ist. Nur das digitale Bonusmaterial enttäuscht, da lediglich drei Clean Endings beiliegen. Immerhin ist einmal mehr ein 28-seitiges Booklet enthalten. Für unser Review stand dieses zwar nicht zur Verfügung, doch ist abermals von der gewohnten hohen Qualität des Publishers auszugehen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Der Serienauftakt von Rokka: Braves of the Six Flowers ist bereits großartig inszeniert, die zweite Volume legt aber noch eine ganze Schippe drauf. Wer darauf hofft, dass die Geschichte um den eigentlichen Kampf gegen den Dämonengott zu einem Ende geführt wird, wird höchstwahrscheinlich etwas enttäuscht sein. Rokka: Braves of the Six Flowers konzentriert respektive beschränkt sich stattdessen lieber auf die Entwicklung der sieben facettenreichen und vielschichtigen Figuren. Im furiosen Finale fühlt sich die Serie sogar eher wie eine Kriminalgeschichte denn wie ein Fantasy-Werk an. Hier übernimmt einer der Charaktere die Rolle des Ermittlers, der die Lösung bringt, auf die der Zuschauer seit dem Ende der ersten Volume wartet und hofft. Eine zweite Staffel der Anime-Serie ist trotz des furiosen Cliffhangers, nachdem die letzte Folge 2015 im japanischen Fernsehen ausgestrahlt wurde, leider sehr unwahrscheinlich. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich Passione oder irgendein anderes Animationsstudio erbarmen wird, um Rokka: Braves of the Six Flowers fortzusetzen, da sowohl Story, Szenario und Setting fantastisch harmonieren. 

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Rokka: Brave of the Six Flowers (Vol. 2)!

Review: Saga of Tanya the Evil (Vol. 1)

Seit 2013 schreibt Autor Carlo Zen fleißig an der Light Novel Saga of Tanya the Evil, die unter der Regie von Uemura Yutaka im Jahr 2017 als Anime-Serie umgesetzt wurde. Um das Werk einem größeren Publikum bereitzustellen, wurde es 2019 auch hierzulande veröffentlicht.

Saga of Tanya the Evil erzählt die einzigartige Geschichte des sehr jungen Mädchens Tanya Degretschow, bei der schon im Kleinkindalter magische Fähigkeiten festgestellt werden. So wird sie wohl oder übel dazu auserkoren, im bevorstehenden Krieg zu dienen. Die Handlung der Anime-Serie findet in einer alternativen und fantasiereichen Welt im Jahr 1923 nach der fiktiven Vereinigungszeitrechnung statt. Im Herzen von Europa befindet sich das so genannte Imperium, das mit dem Deutschen Kaiserreich gleichgesetzt werden kann. Selbst die Flagge des Imperiums ähnelt stark seinem realen Vorbild. Hier und da werden auch real existierende Gebäude wie beispielsweise der Reichstag in einen ähnlichen Kontext gesetzt, weshalb sich vor allem der deutsche Zuschauer mit den Strukturen der fiktiven Nation zurecht findet. Das Imperium besitzt zudem die größte Streitmacht mitsamt den besten Magiern und Strategen auf dem Kontinent. Handlungstechnisch setzt die Erzählung zum Zeitpunkt der Umsetzung des Plans 315 ein. Um das gefürchtete Imperium herum haben sich verschiedene Nationen gegen ihren Feind verbündet, der weiter auf dem Vormarsch ist. Ringsherum sollen an allen Fronten mit kleineren Truppen der Gegner aufgehalten werden, damit eine mobile und sehr viel größere Armee nach und nach die einzelnen Streitkräfte der Feinde zurückschlagen kann.

Ein Mädchen im Krieg

Wie das aus der Realität bekannt ist, gehen solche Pläne auch in der Welt von Saga of Tanya the Evil nicht immer auf. Dem Imperium mangelt es an Ressourcen, was das Zurückdrängen der Kriegsgegner erheblich erschwert. Die Hälfte der Truppe ist bereits gefallen und die Front am Rhein wird sogar schon als „Hölle auf Erden“ bezeichnet. Tanya, Zugführerin der 205. imperialen Angriffsmagierkompanie agiert hier auf dem Schlachtfeld zusammen mit ihren drei Korporals Victoria Iwanowna Serebriakow, Harald von Bist und Kurst von Ballhorf. Während zwei ihrer Mitstreiter im Krieg fallen, wird Tanya bereits in der zweiten Episode schwer verletzt und von der Front abgezogen und zu Propagandazwecken umfunktioniert. So erlebt der Zuschauer zusammen mit Tanya selbst die Wirren des Krieges an mehreren Stellen aus unterschiedlichen Sichtweisen. In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass Tanyas Hintergrundgeschichte tiefgründiger ist, als anhand der hier zugrundeliegenden Ausführung ersichtlich ist. Zu viel soll an dieser Stelle nicht verraten werden, doch Tanya liegt im Streit mit Gott, ist als Atheistin ungläubig und muss so lange es geht überleben, damit ihr früher oder später eine Reinkarnation gewährt wird. Christentum und Buddhismus geben sich in Saga of Tanya the Evil die Klinke in die Hand, ermöglichen so aber eine spannende Story.

Alternative Zeitreise

Stilistisch ist die Anime-Serie im bildschirmfüllenden 16:9-Format an das späte 19. und frühe 20. Jahrhundert angelehnt. Die Kriegsatmosphäre wird durch triste Farben, allen voran Grau- und Brauntönen, ausgedrückt. Begünstigt wird dies durch ruhige Kamerafahrten und bewusst langsame Animationen, um das Kriegsausmaß für jeden Zuschauer verständlich einzufangen – auch wenn Tanya mit aufgerissenen Augen und ihrem bösen Blick alles andere als leicht zu verdauen ist. Blinder Gehorsam, Frontverschiebungen, die knappe Nahrungsversorgung und zerstörte Landschaften untermauern die düstere Atmosphäre zunehmend. Nichtsdestotrotz entsprechen die Hauptfiguren mit ihren wilden Frisuren und Kulleraugen wie die Charaktere in der Anime-Serie Black Clover japanischen Stilrichtungen, während Neben- und Randfiguren europäisiert sind. Während der stimmungsvolle Soundtrack im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 im Hintergrund bleibt, stechen vor allem die deutschen Synchronsprecher positiv hervor. Diese klingen im Gegensatz zu ihren japanischen Pendants etwas „härter“ und passen somit besser zum Szenario. Neben vier circa 23-minütigen Episoden liegen auf der Blu-ray Disc ein Clean Opening und ein Clean Ending vor. Weiteres Bonusmaterial gibt es in Form eines 36-seitigen Booklets, das für unser Review aber leider nicht zur Verfügung stand. Das ändert aber nichts an der sonst herausragenden Qualität von Saga of Tanya the Evil.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Alternative Geschichte wie in der Serie The Man in the High Castle oder vergleichbaren Werken ist immer interessant, da es dem Zuschauer ein Gefühl davon vermittelt, welche Konsequenzen einzelne Entscheidungen von wichtigen Funktionären gehabt haben könnten. Saga of Tanya the Evil geht in eine ähnliche Richtung, dezimiert jedoch selbst die reale Verknüpfung durch den Einsatz von bewussten Fantasy-Elementen wie Magie. Hinzu kommt eine fantasiereiche Hintergrundgeschichte um die titelgebende Tanya Degretschow, die die Erzählung aufpeppt. Trotzdem gelingt es der Anime-Serie, die ernste Thematik nicht zu vergessen und den Krieg mit all seinen negativen Aspekten darzustellen. Mit der ersten Volume ist Nut Animation Studio gelungen, einen guten Einstand in ein interessantes Szenario zu feiern. Bleibt zu hoffen, dass die beiden folgenden Episodenpakete von Saga of Tanya the Evil an diesen großen Erfolg anknüpfen können.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Saga of Tanya the Evil (Vol. 1)!

 

Preview: La-Mulana 1 & 2

La-Mulana war 2011 eines der letzten WiiWare-Spiele, die im Wii-Shop-Kanal veröffentlicht worden sind. Leider ist der Titel heute gar nicht mehr so bekannt, was sich im März 2020 aber ändern dürfte, denn dann kehrt das Spiel mit der Fortsetzung in La-Mulana 1 & 2 zurück.

Sollte sich am eigentlichen Inhalt des Spiels nichts ändern – wovon aktuell auszugehen ist – dann werden wir in La-Mulana abermals als Archäologe Lemeza Kosugi unterwegs sein. In seiner Rolle erkunden wir die mit zahlreichen Untoten und zu allem Übel noch mit jeder Menge Fallen gespickten Ruinen von La-Mulana. Storytechnisch knüpft der zweite Serienteil an seinen Vorgänger an, denn in La-Mulana 2 verschwindet Lemeza laut Herstellerangaben spurlos. Es liegt an uns, mit seiner Tochter Lumisa Kosugi in Eg-Lana nach ihm zu suchen. Eg-Lana wird von Publisher NIS America im Übrigen als „eine mysteriöse Version der legendären Ruinen von La-Mulana“ bezeichnet. Da sich der Spielanfang sehr ähnelt, gehen wir stark davon aus, dass sich die neue Spielwelt stark am ersten Teil orientiert, aber trotzdem genug Abwechslung bieten wird. Die Geschichte der beiden Spiele dürfte für die meisten aber nebensächlich sein, denn in La-Mulana 1 & 2 steht – wie aus den Trailern des Titels hervorragend entnommen werden kann – nach wie vor das Gameplay im Mittelpunkt des Geschehens. So werden wir das Action-Adventure aus der zweidimensionalen Seitenansicht erleben dürfen und springen in diesem mit beiden Abenteurern über Abgründe, lösen Schalterrätsel, weichen Fallen aus und sammeln dank unseres Erkundungsdrangs auch noch einige wertvolle Schätze.

Gute alte Retro-Zeit

Am ehesten dürften La-Mulana 1 & 2 sowohl mit der Metroid-Reihe als auch den daran angelehnten Castlevania-Ablegern verglichen werden, da sich die Spielwelt mit neuen Fähigkeiten peu à peu vergrößert. Wer den ersten Teil bereits gespielt hat, dürfte noch sehr gut in Erinnerung haben, dass es sich bei La-Mulana um ein sehr schwieriges Action-Adventure handelt. Wir gehen nicht davon aus, dass sich daran auf der Switch etwas ändern wird. Auch beim zweiten Teil erwarten wir, dass uns der Game-Over-Bildschirm regelmäßig ins Gesicht springt. Während eher ungeübte Abenteurer sich die Haare raufen dürften, freuen sich Hardcore-Spieler auf zwei knallharte Ausflüge mit reichlich Retro-Charme. Technisch liegt hier auch der Hund begraben, denn obwohl es sich bei La-Mulana aus dem Jahr 2011 auf der Wii bereits um ein Remake handelt, blieb uns Entwickler Nigoro einen 16:9-Modus schuldig. Bei La-Mulana 2 sieht das nicht anders aus, denn auch hier wird das Bild an beiden Seitenrändern beschnitten. Nostalgikern wir das leicht betagte Gewand sicher gefallen, alle anderen werden ohnehin schon beim Begriff „Game-Over-Bildschirm“ abgeschreckt. Immerhin wissen La-Mulana 1 & 2 das Retro-Konzept rigoros durchzuziehen, sodass uns in beiden Episoden ein toller Soundtrack erwartet, der an die MSX-Zeit erinnert. Wir sind uns sicher, dass uns gerade die Musik beim Durchspielen ordentlich motiviert und uns beide Spiele arg fesseln werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf dem veröffentlichten Videomaterial): La-Mulana gehört zu den besten Download-Spielen, die es auf der Wii gibt beziehungsweise gab. Wer den Titel damals verpasst hat und aufgrund des mittlerweile geschlossenen Wii-Shop-Kanals dort nicht mehr herunterladen kann, wird zusammen mit dem Nachfolger auf Nintendos Switch erneut die Möglichkeit dazu bekommen. Obwohl manche Überlegungen wie das verpasste 16:9-Bildformat in meinen Augen recht ärgerlich sind, bin ich mir sicher, dass mir das Gameplay erneut gefallen wird. Schon auf der Wii hat es unglaublich viel Spaß gemacht, bei einem horrenden Schwierigkeitsgrad die Ruinen von La-Mulana zu erkunden und mit Schätzen belohnt zu werden. Wenn es den Entwicklern gelungen sein sollte, das Gameplay im zweiten Teil auch nur ansatzweise mit ein paar guten Ideen fortzuführen, dann wird uns in meinen Augen mit dem Doppelpack La-Mulana 1 & 2 eine wirklich tolle Videospielsammlung erwarten.

 

Prime Time: Dragon Ball Super (Vol. 4, Unboxing)

Mittlerweile ganz traditionell, möchten wir euch auch zur vierten Serienbox von Dragon Ball Super ein Unboxing-Video präsentieren. Unser Chefredakteur hat sich die fünfte Volume geschnappt und stellt euch in unserem Video die optischen und haptischen Vorzüge der Box vor. Viel Spaß beim Anschauen!

Review: Beautiful Bones – Sakurako’s Investigation (Vol. 2)

Ursprünglich war die Veröffentlichung von Beautiful Bones – Sakurako’s Investigation bereits für Ende 2016 geplant, doch verzögerte sich der Release um ganze drei Jahre. Nachdem im September 2019 die erste Volume erschien, folgte die zweite Ausgabe einen Monat später.

Am Szenario von Beautiful Bones hat sich glücklicherweise nichts verändert. So findet das Geschehen nach wie vor in Asahikawa, nach Sapporo der zweitgrößten Stadt in Japans nördlichster Präfektur Hokkaidō, statt. Dies ist im Gegensatz zu Anime-Serien, die mit Tōkyō den Standard im Genre entsprechen, eine willkommene Abwechslung. Basierend auf den Light Novels von Ōta Shiori leben und arbeiten in Asahikawa die junge Präparatorin Kujō Sakurako und ihr tüchtiger Assistent, der Oberschüler Tatewaki Shōtarō. Gemeinsam sind sie ständig auf der Suche nach neuen Tierknochen, wobei die Suche allerdings meist mit dem Fund von Gebeinen von Menschen oder gar Leichen endet, weshalb das Duo parallel zur Polizei den Fall aufklären will. Für Sakurako und Shōtarō steht – anders wie zum Beispiel in Detektiv Conan – aber lediglich der Tathergang im Mittelpunkt der Untersuchung, die Entlarvung des Mörders ist hierbei nur sehr selten Bestandteil der jeweiligen Handlung. Neben der Ermittlung steht in Beautiful Bones auch die zwischenmenschliche Beziehung der beiden Hauptfiguren im Fokus, denn während Sakurako nicht immer gut mit Menschen umgehen kann, ist Shōtarō ihr Gegenpol, der sie in den tiefgründigen Dialogen zurechtweisen muss. In der zweiten Volume werden die einzelnen Charaktere zudem noch viel besser als zuvor ausgebaut.

Charakterbezogene Erzählweise

Zu sehen ist das bereits in der siebten und damit ersten Folge der zweiten Ausgabe, in der Shōtarō seine Chefin Sakurako zum Oberschulfest einlädt, wo sie sich direkt von einfachen Konversationen angeödet fühlt. Es dauert nicht wirklich lange, bis sie in einem Augenblick der Unachtsamkeit aus der Situation entflieht und daraufhin Zuflucht im Biologieraum findet. Dort erfährt der Zuschauer unter anderem, dass Sakurako früher eine Katze hatte, die sie Ulna, dem lateinischen und anatomischen Begriff für Ellbogen, nannte. Ulna war auch ihr erstes Präparat, was für Shōtarō äußerst unverständlich ist und für einen kleinen Zwist zwischen den beiden sorgt. Im Biologieraum lernt Sakurako weiterhin Shōtarōs Lehrer Isozaki Itsuki kennen, mit dem sie sich anfreundet. Gemeinsam räumen sie den benachbarten Lagerraum auf und entdecken dabei eine Kiste von Sakurakos verstorbenen Lehrer und Mentor Sasaki Atsurō, in der sie die menschlichen Überreste einer gewissen Sone Natsuko finden. Warum sich die Überreste in der Truhe befinden und wer Natsuko zu Lebzeiten war, sollte der Zuschauer aber selbst herausfinden. Die Protagonisten stoßen hierbei auf ein großes Familiengeheimnis, das viele Jahrzehnte zurückreicht und mehrere Wendungen respektive Wahrheiten birgt. Auch die restlichen Episoden von Beautiful Bones sind keinesfalls weniger spannend oder interessant.

Wunderbares, aber kein endgültiges Ende der Serie

Bildtechnisch überzeugt die Anime-Serie erneut mit wunderbaren Licht- und Schatteneffekten, die manchmal fast schon im alternierenden Rhythmus für eine warme und kühle Farbgebung sorgen. Diese wirken sich im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p zusammen mit den überaus sanften Kamerafahrten positiv auf die Atmosphäre aus, genau wie die sehr flüssigen Animationen der Charaktere. Akustisch setzt Beautiful Bones vor allem auf natürliche Töne, Musik wird nur in jenen Szenen verwendet, in denen es wirklich nötig ist, um den Drama-Aspekt des Krimis zu untermalen. In diesem Zusammenhang ist vor allem die elfte Episode zu erwähnen, in der unerwartet eine Tat zugegeben wird und im Hintergrund die Musik im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 währenddessen immer und immer lauter wird. Hinzu kommt eine sehr gute Synchronisation, denn sowohl im japanischen Original als auch in der deutschen Vertonung gehen alle Sprecher respektvoll und glaubwürdig mit der ernsten Thematik um. Alle sechs und jeweils circa 24-minütigen Folgen liegen auf einer Blu-ray Disc ohne jedwede digitale Boni vor, was abermals sehr schade ist. Dafür gibt es ein 52-seitiges Booklet als physischen Bonus obendrauf. Für unser Review stand das Büchlein nicht zur Verfügung, es ist allerdings von der typisch hohen Qualität des Publishers auszugehen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Beautiful Bones – Sakurako’s Investigation gehört definitiv zu den besten Anime-Serien, die das Kriminalgenre zu bieten hat. Während die erste Ausgabe der Serie das Konzept der Story vorstellt, baut dieses das zweite Episodenpaket maßgeblich aus. So werden nicht nur die einzelnen Geschichten pro Folge verwinkelter, auch die Charaktere selbst gewinnen an Tiefe. Kein gezeigter Moment fühlt sich überflüssig an und jede einzelne Minute kann der Zuschauer nicht nur aufgrund der Handlung, sondern auch aus Gründen der Ästhetik voll und ganz genießen. Das einzige Manko – neben fehlenden digitalen Boni – dürfte aber wohl das Ende von Beautiful Bones sein. Handlungstechnisch ist die Anime-Serie bis auf Kujō Sakurakos ganz persönlichen Fall zwar abgeschlossen, doch möchte der Zuschauer noch weitere Geschichten erleben. Unterm Strich bleibt also nur zu hoffen, dass früher oder später noch eine Staffel produziert wird oder zumindest noch das Live Action Drama seinen Weg in den deutschsprachigen Raum findet. Nichtsdestotrotz sollte die Serie von jedem gesehen werden, der das Genre mag, denn Beautiful Bones punktet mit Charakteren, Szenario und Erzählkniffen auf ganzer Linie!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Beautiful Bones – Sakurako’s Investigation (Vol. 2)!

Preview: Langrisser I & II

Mit Fire Emblem: Awakening ist es Nintendo gelungen, nicht nur eine ganze Videospielserie vor dem Aus zu retten, sondern auch ein halbwegs tot geglaubtes Genre wieder salonfähig zu machen. Mit Langrisser I & II gesellt sich ein Remake zum Strategie-Rollenspielgenre hinzu.

Bei Langrisser I & II handelt es sich, wie der Titel des Doppelpacks schon vermuten lässt, um gleich zwei Spiele. Die ersten beiden Episoden der hierzulande eher unbekannten Reihe wurden in Japan in den Jahren 1991 und 1994 unter anderem für das Sega Mega Drive veröffentlicht, erschienen aber offiziell niemals in Europa. Im März 2020 soll dieser leidliche Umstand mit dem Remake allerdings behoben werden. Storytechnisch sollen die beiden Spiele der Geschichte des jeweiligen Originals entsprechen. So findet die Handlung zwei Jahrhunderte nach einer großen Schlacht statt. Deren Nachwirkungen in Form von Plagen und kleineren Kriegen verschwinden peu à peu aus dem Land, doch dann ziehen am Horizont auch schon die nächsten Gewitterwolken auf. Das Böse will sich dem Land bemächtigen – und nur ein paar Helden können sich dem entgegen stellen. An genau diesem Punkt kommen wir ins Spiel und schlüpfen, wie das bei Strategie-Rollenspielen üblich ist, abwechselnd in die Haut von Charakteren wie Bernhardt, Leon, Egbert, Elwin, Hein, Liana und Cherrie. Gemeinsam mit diesen Recken ziehen wir dann in verschiedene Schlachten und erleben der Reihe nach kleinere wie größere Geschichten. Beispielsweise ist im Trailer schon zu sehen respektive zu hören, dass das gefürchtete Raygurad-Imperium in ein Dorf einmarschiert und Held Hein das verhindern muss.

Überarbeitete Mega-Drive-Klassiker

In puncto Gameplay ist Langrisser I & II wohl am ehesten mit der eingangs erwähnten Fire-Emblem-Reihe zu vergleichen, denn auch hier befehligen wir die einzelnen Helden mit ihren Armeen aus der leicht versetzten Vogelperspektive auf dem Schlachtfeld. Bei Feindkontakt öffnet sich ein separater Bildschirm, in dem sich die Figuren gegenseitig attackieren. Das wirkt auf der Nintendo Switch aber leider etwas unbeholfen oder gar ulkig, da sich die Entwickler unglücklicherweise für eine Verniedlichung der Charaktere im Chibi-Look entschieden haben. Ob das der ernsten Thematik unzuträglich ist, lässt sich abschließend an dieser Stelle natürlich nicht voraussagen, doch angetan sind wir – wie viele Fans des Originals – davon aber noch nicht. Immerhin soll es möglich sein, zwischen einer leicht klassischen und einer aufpolierten Optik zu wählen. Die ursprünglichen Spielversionen sind aber nicht mit an Bord. Im Gegensatz zur Mega-Drive-Fassung, die dafür technisch maßlos überfordert gewesen wäre, sollen laut Publisher zudem sämtliche Texte auf Japanisch vertont sein. Zusammen mit der überarbeiteten Musik, die in ersten Hörproben wirklich stimmungsvoll ist, könnte genau dieser Aspekt eine unheimlich dichte Atmosphäre erzeugen. Zu guter Letzt verspricht der Publisher noch eine geschmeidige Steuerung, mit der die Schlachten angenehm zu befehligen sein sollen. Ob all die Versprechen aufgehen, erfahren wir spätestens am 13. März 2020.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Prognose (basierend auf dem veröffentlichten Videomaterial): Als recht großer Fan des Genres freue ich mich immer sehr darüber, wenn ein neues Spiel erscheint. Bei Langrisser I & II sind es aber zugleich zwei Spiele, mit denen ich mich auseinandersetzen darf. Zudem handelt es sich hierbei genau genommen um zwei Remakes zweier Klassiker, weshalb ich als ebenso großer Anhänger von Retro-Spielen gleich mehrfach angesprochen werde. Was ich bisher von Langrisser I & II gesehen habe, stellt mich durchaus zufrieden. Die Kämpfe nehmen größere Ausmaße an als in der Fire-Emblem-Reihe, die auf den ersten Blick stereotypisch wirkenden Helden treffen genau meinen Nerv und auch die musikalische Untermalung stimmt mich zufrieden. Lediglich der Chibi-Look der Charaktere auf dem Schlacht und in den einzelnen Kämpfen wirkt auf mich regelrecht wie ein Abziehbild günstig in Auftrag gegebener Anime-Produktionen. Ob das für mich ein unüberwindbarer Spielspaßhemmer sein könnte, werde ich aber erst beim persönlichen Anspielen des Titels feststellen, auf das ich mich aber schon sehr freue. Ein Glück, dass der 13. März 2020 nicht mehr ganz so weit entfernt ist.

 

Review: Bleach (Box 6, Episoden 110–131)

Während die Episoden der vierten und fünften Serienbox einem Handlungsfaden folgen, der so im Manga von Bleach nicht vorkommt, knüpfen die Folgen der sechsten Ausgabe sowohl an dieser Story als auch an der nach Box 3 abgebrochenen Rahmenhandlung wieder an.

Mit ihrer Handlung kann sich die Anime-Serie Bleach hier und da ordentlich ziehen, wie Fans des Franchises sehr gut wissen. Trotzdem motiviert die Reihe immer wieder dazu, einzuschalten und zusammen mit den Protagonisten neue Abenteuer zu erleben. Die sechste Volume beinhaltet die ersten Episoden, die im Jahr 2007 über japanische Fernsehbildschirme flimmerten. Hier werden sowohl die jungen Ereignisse in der Soul Society als auch die zurückliegenden Geschehnisse aus der dritten Volume thematisiert. Mittlerweile konnten Kurosaki Ichigo und seine Freunde die Soul Society hinter sich lassen und in ihre Heimat zurückkehren. In der fiktiven japanischen Stadt Karakura kehrt allerdings keine Ruhe ein, was in erster Linie an Ichigos neuem Mitschüler Hirako Shinji liegt. Da er erzähltechnisch als Sonderling dargestellt wird, stuft sowohl Ichigo als auch der Zuschauer Shinji als suspekte Figur ein. Es dauert auch nur bis zur nächsten Nacht, dass sich dieser Verdacht endgültig bestätigt. Im Schutz der Dunkelheit greift er Ichigo mit seinem Zanpakutō an, was für Ichigo und für den Zuschauer neue Fragen aufwirft, die halbwegs im Verlauf der 22 enthaltenen Episoden der sechsten Serienbox von Bleach peu á peu gelöst werden. Shinji gehört zu der so genannten Armee der Masken, deren Auftritt dafür sorgt, dass die Soul Society ein weiteres Mal vor dem Untergang steht.

Die Masken fallen

Bei der Armee der Masken handelt es sich um eine undurchschaubare Organisation, die aus sogenannten Vizards (in der korrekten Übersetzung ins Englische eigentlich Visored) besteht. Vizards sind Shinigami, die die Macht der Hollows erreichen und für ihre dubiosen Zwecke missbrauchen wollen. Diese versuchen Kontakt zu Ichigo aufzunehmen, was dessen Vater Kurosaki Isshin verhindern muss. Letzteres tritt für den Zuschauer äußerst unerwartet ein, zumal Isshin in den ersten fünf Serienboxen von Bleach ein Dasein als witzige Randfigur fristen musste. Ob Ichigo die wahre Identität seines Erzeugers herausfindet, sollte der Zuschauer aber am besten selbst erfahren. Es bleibt aber ganz allgemein sehr spannend, da sich die Entwicklung der Geschichte stark auf die einzelnen Charaktere auswirkt. So schmiert Shinji Ichigo Honig um den Mund und prognostiziert ihm, dass der Hollow in Ichigo früher oder später die Oberhand gewinnen und daraufhin all seine Freunde verlieren wird. Diese Worte sorgen in Ichigo für diverse Selbstzweifel. Erst als seine alte Freundin Kuchiki Rukia überraschenderweise in Karakura auftaucht und ihm gut zuspricht, gewinnt er neuen Mut und kämpft weiter gegen das Böse an. Eine Charakterentwicklung macht allerdings auch Ichigos Mitstreiter Ishida Uryū durch, der bedauerlicherweise nach wie vor seinen magischen Kräften beraubt ist.

Traditionelle Serienfortführung

Inszenatorisch überzeugen in Bleach vor allem die Kämpfe zwischen den einzelnen Figuren. Beispielsweise kann Rukia die Umgebung mit ihrem Schwert vereisen. Madarame Ikkaku ist wiederum ein unscheinbarer Charakter, der auf einmal sein Schwert Hōzukimaru entfesseln kann, woraufhin dieses sein Aussehen verändert und die Gegner des Trägers einschüchtert. Dargestellt wird das Geschehen in der Anime-Serie altersbedingt im 4:3-Bildformat, was den Episoden der sechsten Serienbox ein wenig die Dynamik nimmt. Stilistisch orientieren sich die Folgen an den vorherigen Ausgaben, denn während die vordergründigen Charaktere oft mit bunten Farben hervorstechen, bleiben die Hintergründe eher blass. Untermalt wird das teils bedrohliche, teils melancholische und manchmal auch humorvolle Geschehen mit dem typischen Soundtrack der Serie im Tonformat Dolby Digital 2.0. Neben der atmosphärischen Musik überzeugen auch die deutschen als auch japanischen Synchronsprecher mit ihren Stimmen, doch da die deutsche Variante immer noch mit Aussprachefehlern bei japanischen Begriffen behaftet ist, sollte der japanische Originalton bevorzugt werden. Neben den 22 Episoden liegt auf den vier Datenträgern abermals kein digitales Bonusmaterial bei. Ebenso hat Publisher Kazé Anime an einem Booklet gespart, was bei Bleach leider schon Tradition hat.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 110 bis 121 der Serie): Die Abkehr vom Manga ist mit der sechsten Serienbox endlich passé, denn Bleach führt mit den vorliegenden Folgen endlich die Rahmenhandlung fort. Als Handlungsort wurde die Soul Society dieses Mal nur zum Teil ausgewählt, was nach den letzten Ausgaben wirklich positiv ist. Dieses Mal findet das Geschehen vor allem in Karakura und der näheren Umgebung statt. Das japanische Setting der späten 2000er-Jahre ist im Anime-Sektor zwar bei Weitem nicht unverbraucht und keinesfalls einzigartig, aber in Bleach eine gern gesehene Veränderung, da es dem Gesamtbild einen neuen Anstrich gibt. Interessant sind ebenfalls die Charakterentwicklungen, die eng mit den vergangenen und aktuellen Geschehnissen zusammenhängen. Zu alledem kommen noch äußerst spannende Kämpfe hinzu, in denen das Animationsstudio nicht mit Spezialeffekten geizt. Wer Bleach bis zu diesem Zeitpunkt verfolgt hat, wird mit den Episoden 110 bis 121 sehr zufrieden sein und eine spannende Folge nach der anderen genießen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bleach (Box 6, Episoden 110–131)!

Prime Time: The Yakuza Remastered Collection (Unboxing)

Am 11. Februar war es endlich soweit: Der dritte, vierte und fünfte Serienteil der langlebigen Yakuza-Reihe erschien endlich auch in der Rematered-Version in phyischer Form in Europa. Unser Chefredakteur hat sich The Yakuza Remastered Collection gekrallt und stellt euch in unserem Unboxing-Video die Edition vor. Warum er sich über die Spiele freut, von der Collection aber nicht gänzlich überzeugt ist, erfahrt ihr in unserem Video.